Kategorie-Archiv: Zentrum für Baukultur Mainz

Fotoausstellung zu Haifa mit Werken der Fotografin Stephanie Kloos im Zentrum für Baukultur Mainz am 3. Mai 2016

© massow-picture
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Am 3. Mai um 18.30 Uhr, im Jahr des 50jährigen Gründungsjubiläums der Deutsch-Israelischen-Gesellschaft (DIG) in Mainz, werden Ernst Wolfgang Eichler, Vizepräsident der Architektenkammer Rheinland-Pfalz und Michael Ebling, Oberbürgermeister der Stadt Mainz, zur Ausstellungseröffnung begrüßen.

Nach einem Überblick zur Emigration jüdischer Architekten aus Deutschland nach Palästina ab Beginn des 20. Jahrhunderts durch den langjährigen ZDF-Israelkorrespondeten Dietmar Schulz wird die Fotografin Stephanie Kloss in die Ausstellung selbst einführen.

Abgerundet wird das Programm durch den Film „Hafen der Hoffnung – Haifa, das Tor Israels“ von Dietmar Schulz.

Hintergrund
Dass in den 1930er Jahren in Haifa und an den Hängen des Berges Carmel eine bemerkenswerte Vielfalt an modernistischer Architektur im Internationalen Stil entstand, ist heute weitgehend unbekannt. Zu stark ist die Aufmerksamkeit auf Israels Bauhaus-Stadt Tel Aviv fokussiert. Dabei hatte die einst viel gepriesene Lage Haifas am Mittelmeer mit ihrem einzigartigen Panoramablick das Interesse der modernen Architekten, die in der Mehrheit aus Europa emigriert waren, auf sich gezogen. Die Stadt mit ihren landschaftlichen Reizen und besonderem Klima wurde zur Projektionsfläche ihrer avantgardistischen Ideen und sozialen Utopien, die sie in ihrem Gepäck mitbrachten. Die Bausubstanz der Haifaer Moderne befindet sich heute in einem Zustand, wie er noch in den 1990er Jahren in Tel Aviv anzutreffen war. Die Bauten wurden zumeist unsensibel erweitert und umgebaut. Stephanie Kloss‘ Fotografien zeigen mit hohem ästhetischen Anspruch und einem außergewöhnlichen Blick für stilistische Details und Charakteristika das von Umbau und Verfall bedrohte wertvolle Erbe Haifas, das es zu erhalten gilt.

Die Ausstellung Carmel. Internationaler Stil in Haifa – Fotografien von Stephanie Kloss ist bis zum 27. Mai 2016 im Zentrum Baukultur zu sehen.

Im Brückenturm | Rheinstraße 55
55116 Mainz
Telefon06131 / 3 27 42-10
Telefax06131 / 3 27 42-29
info@zentrumbaukultur.de

Fotoausstellung im ZBK Mainz – Brückenturm: „Ganz rein! Jüdische Ritualbäder“

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Jüdische Ritualbäder © Peter Seidel

(des) – Oberbürgermeister Michael Ebling und der Präsident der Architektenkammer Rheinland-Pfalz, Gerold Reker, eröffneten gestern gemeinsam die Ausstellung „Ganz rein! Jüdische Ritualbäder“.

Die Ausstellung zeigt Fotografien von Peter Seidel und ist bis Anfang November im Zentrum Baukultur Rheinland-Pfalz zu sehen.

Die Mikwe, wörtlich „Wassersammlung“, ist ein jüdisches Tauchbad, das der rituellen Reinigung von Körper und Geist dient. Für die jüdische Religion haben die Bäder die gleiche Bedeutung wie Synagogen. Grundwasser ist der Ursprung dieser intimen Orte, daher sind sie eher im Verborgenen zu finden. Der Frankfurter Fotograf Peter Seidel hat diese Räume unterhalb der Alltagsoberfläche erforscht und ins Fotografische übersetzt. Von 1990 bis 2011 fotografierte er Mikwen in Frankreich, Italien, Spanien, Österreich und Deutschland. Seidels Fotografien sind dokumentarisch-konzeptionell und versuchen, die „Heiligkeit“ dieser Orte zu respektieren, deren kontemplative Ruhe zu vermitteln und zu dokumentieren.

© Peter Seidel
© Peter Seidel

„Die Mikwen-Ausstellung ist der erste Beitrag zur Auseinandersetzung mit dem großen Thema ‚SchUM‘ seit der Gründung des neuen SchUM-Vereins im vergangenen Jahr. Dass ‚Ganz rein‘ nacheinander in allen drei SchUM-Städten zu sehen ist, zeigt, dass Speyer, Worms und Mainz bei ihrer Bewerbung um den UNESCO-Welterbe-Titel weiterhin kraftvoll an einem Strang ziehen“, so Oberbürgermeister Michael Ebling.

Das Zentrum Baukultur Rheinland-Pfalz, Rheinstraße 55, 55116 Mainz, zeigt die Ausstellung im Brückenturm Mainz vom 15. Oktober bis zum 6. November 2015. Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag von 14 bis 18 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung.

© Peter Seidel
© Peter Seidel

„Ganz rein! Jüdische Ritualbäder“ ist eine Ausstellung der Jüdischen Museen Hohenems, Frankfurt am Main, Wien und Franken, ergänzt durch Informationen der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz zu den Mikwen in den SchUM-Städten. Die Fotoausstellung wird in den SchUM-Städten Speyer, Worms und Mainz als gemeinsame Initiative gezeigt.

Begleitprogramm
Aharon Ran Vernikovsky, Gemeinderabbiner der Jüdischen Gemeinde Mainz hält am Donnerstag, 22. Oktober 2015, um 19 Uhr, in der Synagoge Mainz einen Vortrag zum Thema „Bedeutung und Vorschriften einer Mikwe“.

Der Förderverein Synagoge Mainz-Weisenau e.V. bietet Führungen durch die Weisenauer Synagoge an. Dabei können beide Mikwen besichtigt werden, die vor kurzem entdeckt und öffentlich zugänglich gemacht wurden. Die Führungen (Anmeldung: anke.sprenger@yahoo.it, Telefon 06131 50 19 324) finden zu folgenden Terminen jeweils um 15.30 Uhr statt:

Samstag, 17. Oktober 2015
Sonntag, 18. Oktober 2015
Samstag, 24. Oktober 2015
Sonntag, 25. Oktober 2015
Samstag, 31. Oktober 2015
Sonntag, 01. November 2015
Samstag, 07. November 2015

Am Mittwoch, 4. November 2015, findet um 17 Uhr eine Führung durch die Ausstellung „Ganz rein! Jüdische Ritualbäder“ mit Dr. Joachim Glatz, Landeskonservator a.D., statt. Im Anschluss hält Prof. Dr. Andreas Lehnardt vom Lehrstuhl für Judaistik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz um 18 Uhr im Rathaus (Haifa-Zimmer) einen Vortrag zum Thema „Mikwen und die Rolle jüdischer Frauen innerhalb der Gemeinden“.

Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist kostenlos.