Kategorie-Archiv: Villa Clementine Literaturhaus

Nora Bossong liest am Mittwoch, 25. September, 19.30 Uhr, im Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine

schutzzone-coverNora Bossong liest am Mittwoch, 25. September, 19.30 Uhr, im Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Straße 1, aus ihrem Roman „Schutzzone“. Karten gibt es im Vorverkauf zu acht, ermäßigt fünf Euro, zuzüglich Vorverkaufsgebühr, bei der Tourist-Information, Marktplatz 1, Telefon (0611) 1729930, der TicketBox, Galeria Kaufhof, Kirchgasse 28, Telefon (0611) 304808, sowie online unter www.wiesbaden.de/literaturhaus. An der Abendkasse kosten die Karten elf, ermäßigt acht Euro.

In ihren Vorlesungen als Poetikdozentin der Hochschule RheinMain hat Nora Bossong bereits von ihrem Romanprojekt berichtet. Nun ist „Schutzzone“ erschienen und wird im Literaturhaus Villa Clementine vorgestellt. Nora Bossong geht darin der Frage nach Vertrauen und Verantwortung in privaten Beziehungen wie auf der großen politischen Bühne nach: Wie greifen Schutz und Herrschaft ineinander? Wie verhält sich Zeugenschaft zur Wahrheit? Und wer sitzt darüber zu Gericht?

Mira arbeitet für das Büro der Vereinten Nationen in Genf. Tagsüber schreibt sie Berichte über Krisenregionen, abends eilt sie durch die Gänge der Luxushotels, um zwischen verfeindeten Staatsvertretern zu vermitteln. Als ihre Rolle bei der Aufarbeitung des Völkermords in Burundi hinterfragt wird, gerät Miras Souveränität ins Wanken.

Nora Bossong wurde 1982 in Bremen geboren. Sie studierte in Berlin, Leipzig und Rom. Neben Gedichten und Romanen verfasst sie Essays und Reportagen. Zuletzt erschien ihr Gedichtband „Kreuzzug mit Hund“. Sie wurde unter anderem mit dem Peter-Huchel-Preis, dem Kunstpreis Berlin und dem Roswitha-Preis ausgezeichnet. „Schutzzone“ stand 2019 auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. Im Wintersemester 2018/19 war sie Poetikdozentin der Hochschule RheinMain und der Landeshauptstadt Wiesbaden.

Weitere Infos finden Interessierte unter www.wiesbaden.de/literaturhaus.

Eva Menasse startet amüsant, pointiert und klangvoll in die 21. Wiesbadener Literaturtage – noch bis zum 21.09.2019

Schriftstellerin und Gastgeberin Eva Menasse mit Mezzosopranistin Silke Gäng (beide Mitte) und dem Streichquartett des Baseler Sinfonie-Orchester bei der Eröffnung der 21. Wiesbadener Literaturtage am 15. September 2019 im Hessischen Landesmuseum Wiesbaden. ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Schriftstellerin und Gastgeberin Eva Menasse mit Mezzosopranistin Silke Gäng (beide Mitte) und dem Streichquartett des Baseler Sinfonie-Orchester bei der Eröffnung der 21. Wiesbadener Literaturtage am 15. September 2019 im Hessischen Landesmuseum Wiesbaden. © Foto: Diether v Goddenthow

Gestern Abend eröffneten Kulturdezernent Axel Imholz und Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer Kulturfonds Frankfurt RheinMain u. früherer Oberbürgermeister, gemeinsam mit der diesjährigen Gastgeberin und Kuratorin, der Schriftstellerin Eva Menasse, die 21. Wiesbadener Literaturtage (15. bis 21.09.2019)  im Hessischen Landesmuseum Wiesbaden.

Kulturdezernent Axel Imholz. ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Kulturdezernent Axel Imholz. © Foto: Diether v Goddenthow

Axel Imholz freute sich, dass die Stadt Wiesbaden in der Wienerin und Wahlberlinerin eine so lautstarke Stimme in der deutschsprachigen Literatur-, Kunst- und Kulturszene als Gastgeberin gewinnen konnte, die insbesondere durch ihre hervorragend zu lesenden Romane wie „Quasikristalle“ (KiWi 2013) beziehungsweise den Erzählband „Tiere für Fortgeschrittene“ (KiWi 2017) auch einem breiteren Publikum bekannt wurde. „Nicht nur ihre Romane und Erzählungen, sondern auch ihr wortgewaltiges Engagement als Essayistin oder politische Rednerin macht Eva Menasse zur idealen Kuratorin der Wiesbadener Literaturtage. Sie schlägt nicht nur eine Brücke zu anderen Künsten, sondern vor allem auch eine Brücke von den Künsten zu unserer Gesellschaft“, unterstrich der Kulturdezernent. Er dankte der Leiterin des Wiesbadener Literaturhauses Susanne Lewalter und ihrem Team, Eva Menasse gewonnen zu haben.

Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer des  Kulturfonds-Frankfurt-RheinMain und Wiesbadener Ex-Oberbürgermeister. ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer des Kulturfonds-Frankfurt-RheinMain und Wiesbadener Ex-Oberbürgermeister. © Foto: Diether v Goddenthow

Der Geschäftsführer des Kulturfonds RheinMain und Wiesbadener Ex-Oberbürgermeister Dr.  Helmut Müller, glaubt, dass Literatur, Kunst und Kultur bei der Erneuerung der Gesellschaft eine wichtige Rolle haben, nämlich genau die Anstöße geben können, sich zu äußern über das, was bewegt, was ärgert oder freut, um wieder miteinander ins Gespräch zu kommen. Es sei wichtig, „Orte zu haben, wo man wirklich miteinander sprechen oder streiten kann, oder lernt, erstmals wieder seine Meinung zu äußern und sich zu trauen und das nicht hinter einer Maske im Internet zu tun, sondern analog visavis“, so Dr. Müller. Er ist mit Eva Menasse überzeugt, dass die Beschreibung der Welt in der Literatur einen Zugang zu ihr  bietet und dabei hilft, „zu verdauen, was sich in der Welt tut“, insbesondere in Zeiten, „wo alle Gewissheiten zerbröseln, wo gemeinsame Ansichten irgendwie flöten gehen“, so Dr. Müller. Seine Generation sei mit der Idee aufgewachsen, „dass Aufklärung, Rationalität etwas ist, was Stück für Stück verwirklicht wird.“ Und seit einigen Jahren wäre er ziemlich verblüfft darüber, „dass das Irrationale fröhliche Urständ feiert“, so Dr. Müller, der es daher hervorragend findet, „dass wir dieses Programm diese Woche haben“, und er freue sich, einmal auch Autoren live kennenzulernen, auf die man nicht durch Bestsellerlisten gestoßen wäre.  Besonders spannend fände er auch die Veranstaltung  „Wie frei ist sie noch die Kunst?“ ( Mittwoch, 18.09.2019 im Museum Wiesbaden).

Autorin und Gastgeberin   Eva Menasse. ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Autorin und Gastgeberin Eva Menasse. © Foto: Diether v Goddenthow

Als vor einem Jahr die Leiterin des Wiesbadener Literaturhauses, Susanne Lewalter, bei Eva Menasse anfragte und bat, die Gastgeberinnen-Rolle der Wiesbadener Literaturtage zu übernehmen, hatte diese  sich gerade an einem idyllischen Ort, dem berühmten Salzburger Hotel Seehof, eingerichtet, um – fernab von jeglichen Ablenkungen – ihren neuen Roman zu beginnen. „Vielleicht können sie sich vorstellen oder erahnen, dass das ein nicht sehr häufiger, und auch sehr empfindlicher Moment in einem Schriftstellerleben ist. Man spürt da am Rand eines furchtbar großen Wassers, das man in den nächsten Jahren durchschwimmen will, und steckt gerade probeweise den ersten Zeh hinein“, so Eva Menasse. Und dann kam dieses Angebot „einer einwöchigen Kuratoren-Tätigkeit, was erst einmal bedeuten würde: Ablenkung! Also Gift für den Roman!“ Ihre Spontanreaktion war daher: „Nein! Auf keinen Fall, vielleicht irgendwann später!, auf alle Fälle Bedenkzeit!“ Doch Susanne Lewalter versicherte ihr, dass es gar nicht so viel Arbeit sei. Und schließlich der Gedanke: „Eine ganze Woche im jugendstilgesättigten Wiesbaden“ zu weilen, könne eigentlich nicht ganz falsch sein,“ wenn sie ansonsten nichts anderes annähme.

Was die Autorin auf der Suche nach   Zeit für ihren nächsten Roman nicht bedachte, waren jedoch die Aufgaben, die „man nicht absagen kann“, weil diese nicht einfach Aufgaben seien, sondern auch Ehre bedeuteten, wie etwa der Mainzer-Stadtschreiber-Preis. Diesen habe sie, „zwei Monate später zugesprochen bekommen“. „Dabei wussten weder die Mainzer, ich schwöre es, dass ich die Wiesbadener Literaturtage eröffnen würde, weil das ja noch nicht bekannt war. Noch wussten natürlich die Wiesbadener, dass die Mainzer Jury auf so eine Idee kommt“, und nun war  im Oktober 2018 das Jahr 2019 „mit einem Schlag bis an die Decke voll!“. Die Brisanz dieser Entscheidung sei ihr „ auch bald klar“ geworden, „als die Wiesbadener dann auch nicht so entzückt waren darüber, weil es eben diese berühmte, liebevolle Konkurrenz zwischen den beiden Landeshauptstädten“ gäbe.

Und immer wieder würde sie seit Monaten „von Journalisten nach meinen Eindrücken zu den Unterschieden zwischen den beiden Städten befragt“ – für Gemeinsamkeiten habe sich „interessanterweise nie jemand interessiert“. Deshalb wolle sie „heute anlässlich der Eröffnung der Wiesbadener Literaturtage herzlich darum bitten, von dieser Frage in Zukunft abzusehen“.

Die 21. Wiesbadener Literaturtage zu organisieren, war sehr viel Arbeit und habe hunderte E-Mails gekostet. „Frau Lewalter möge sich als widerlegt betrachten“, meinte die Autorin augenzwinkernd, denn es sei zwar eine riesige Menge Arbeit „auch für die Kuratorin, die angeblich nur einlädt.“ Aber Frau Lewalter habe Recht gehabt, sie „sanft zu überreden“, wofür sie ihr sehr dankbar sei, denn diese Arbeit sei „ genau von derselben Art wie die Geburt eines Kindes: Wenn es dann da ist, hat man alles vergessen, die Dauer und die Schmerzen! Ich möchte Frau Lewalter selbst und dem ganzen Team des Wiesbadener Literaturhauses ganz, ganz herzlich für die fantastische, kompetente und vor allem gutgelaunte Zusammenarbeit danken.“, bekräftigte Eva Menasse, bevor sie nach einem Veranstaltungs-Überblick der nächsten Tage mit dem eigentlichen Programm des Abends begann.

Das Abendprogramm – Lesung und musikalische Einlagen

Im anschließenden Eröffnungsprogramm faszinierte Eva Menasse die Besucher des bis auf den letzten Platz gefüllten Vortragssaals des Museums Wiesbaden mit drei Lesungen, unter anderem aus ihrem autobiographischen Essay „Stell Dir vor, du hättest den Hintern von Montserrat Caballé“. Darin erzählt sie amüsant und pointiert von ihrem späten Gesangsunterricht „Warum ist Gesangsunterricht mit so viel Peinlichkeit verbunden?“ und der Kunst des Scheiterns „Gesangsunterricht hat mich gelehrt, mir das eigene Scheitern zu verzeihen!“

Mezzosopranistin Silke Gäng.©  Foto: Diether  v Goddenthow
Mezzosopranistin Silke Gäng.© Foto: Diether v Goddenthow

Die Mezzosopranistin Silke Gäng sang hierzu, begleitet vom Sinfonieorchesters Basel, passend die Arie aus dem 3. Akt von Christoph Willibald Glucks „Orpheus und Eurydike“, anschließend auch aus Werken von Händel und Hayden, jeweils passend zu Eva Menasses gehaltvollen Textpassagen.

 

Eva Menasses letzter Text an diesem  Abend „Variationen über Klage, Gelächter, Anfang und Ende“ ging anhand biographischer Fragmente des Musiker-Genies Joseph Haydn vielschichtig der Frage nach, „ob für Kunstwerke ein knalliger Anfang wichtiger ist oder ein donnernder Schluss“. „Natürlich beides“, am besten auch „die Mitte“. Auf’s eigene Dasein bezogen, habe man nicht „im Geringsten Einfluss“, „wie das Geglückte auf dem Zeitstrahl des eigenen Lebens verteilt ist“, so die Autorin, die beispielhaft hierfür die sehr unterschiedlichen Anfänge und Schlüsse der Leben von Amadeus Mozart und Joseph Haydn gegenüberstellte: „Während Mozart mit umjubeltem Wunderkindanfang beschenkt“ (…) „schließlich doch jung und zudem elend zugrunde geht“, scheint es bei Joseph Hayden genau andersherum: In ärmliche Verhältnisse eines Wagenmachers geboren und mit 6 Jahren von Zuhause weggegeben, erwuchs aus dieser „harten Herkunft (…) ein biblisch langes Leben voller Erfolg und Ruhm“. „Und dennoch ist den beiden, Mozart und Hayden, so viel gemeinsam, nicht nur ihre Freundschaft, nicht nur ihr Genie, auch ihre Ewigkeit“, so Eva Menasse.

Auffällig habe sich Josef Haydn während seines langen, reichen Schaffens immer wieder für Schlüsse interessiert. „Ständig versuchte er etwas, was vor ihm noch nie probiert worden war: Eines seiner Streichquartette lässt er keck mit einer Schlussformel beginnen. Ein anderes hat wegen seines exzentrischen, in Stücke gehackten Schlusses den Beinamen „The Joke“ bekommen“, und am berühmtesten unter „Haydns innovativen Schlüssen“ sei die Abschiedssinfonie.
Laut einer Entstehungs-Anekdote aus der Not heraus entstanden, komponierte Hayden diese so, dass „ein Musiker nach dem anderen aufhört, seine Noten packt, und den Raum leise verlässt“, bis schließlich „am Ende der Bratsche auch die beiden Geigen gehen“. Damit war den Musikern erspart, „länger als geplant, im Landsitz Schloss Esterhazy bleiben“ zu müssen. Ein Streik wäre in Zeiten, da Musiker kaum mehr galten als Leibeigene, undenkbar gewesen.

Eva Menasse. ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Eva Menasse. © Foto: Diether v Goddenthow

Amüsant, brillant und atmosphärisch dicht schildert Eva Mesnasse  abschließend  die Anekdote vom vermeintlichen Ableben Haydns. Besonders Verrücktes „hielt das Schicksal für Haydn“ bereit, „der so gerne mit Schlüssen spielte, Witz und Finesse hervorhob“ (…) nämlich „einen eigenen vorgezogenen Schluss“, (…) „als wäre er von ihm selbst komponiert“ (…)   „1805, vier Jahre vor dem eigentlichen Ereignis, wurde irrtümlich Haydns Tod gemeldet. Er selbst soll es in der Zeitung gelesen und sich sogleich in die betreffende Redaktion fahren lassen haben, um der Nachricht leibhaftig entgegen zu treten. Doch sie verbreitete sich rasend schnell. Das Dementi kam 201 Jahre vor Twitter einfach nicht hinterher. Luigi Cherubini komponierte in Paris einen Chant sur la mort de Joseph Haydn, und Rodolphe Kreutzer, der berühmte Geiger und Komponist, schrieb ein Violinkonzert zu Ehren des Verstorbenen über einige seiner Themen. Schließlich wurde in Paris noch eine Gedenkveranstaltung angesetzt, auf der Musik von Mozart und Haydn gespielt werden sollte. Und was sagte Haydn dazu? Man könnte es schon ahnen. Sein Witz hatte wieder einmal mehrere Ebenen. Er hüpfte lustig zwischen Raum und Zeit, Logik und Groteske hin und her. Haydn sagte nämlich: Wenn sie es mir nur früher gesagt hätten, dann wäre ich hingefahren, und hätte selbst dirigiert.“

Tosender Applaus, ein toller Abend, wunderbar ergänzt und  abgerundet von Silke Gäng und dem Streichquartett des Sinfonieorchesters Basel –  ein super Start in die 21. Wiesbadener Literaturtage mit vielen weiteren großartigen Highlights:

Informationen und Programmhinweise

MONTAG 16. SEPTEMBER 2019
18.00 UHR — EINFÜHRUNG + WORKINGMAN’S DEATH

WORKINGMAN’S DEATH BILDER ZUR ARBEIT IM 21. JAHRHUNDERT

122 Min., Österreich/Deutschland 2005
Buch und Regie: Michael Glawogger
UNTITLED

EIN FILM VON MICHAEL GLAWOGGER & MONIKA WILLI
107 Min., Österreich/Deutschland 2017,
Sprecherin: Birgit Minichmayr
UNTITLED

CALIGARI FILMBÜHNE
MARKTPLATZ 9, 65183 WIESBADEN
EINTRITT: JEWEILS € 7 / ERM. € 6 · KOMBITICKET FÜR BEIDE FILME: € 10

DIENSTAG 17. SEPTEMBER 2019 19.30 UHR
ZORA DEL BUONO & IRIS WOLFF
LESEN SIE DOCH MAL…
MODERATION: ILKA PIEPGRAS (DIE ZEIT)
LITERATURHAUS VILLA CLEMENTINE
FRANKFURTER STRASSE 1, 65189 WIESBADEN
EINTRITT: VVK: € 10 / ERM. € 6 PLUS GEBÜHR ABENDKASSE: € 13 / 8

MITTWOCH 18. SEPTEMBER 2019 19.30 UHR
NAIKA FOROUTAN, ROBERT PFALLER, HANNO RAUTERBERG WIE FREI IST SIE NOCH, DIE KUNST?
MODERATION: PEER TEUWSEN (NZZ)
MUSEUM WIESBADEN
FRIEDRICH-EBERT-ALLEE 2, 65185 WIESBADEN
EINTRITT: VVK: € 10 / ERM. € 6 PLUS GEBÜHR, ABENDKASSE: € 13 / ERM. € 8

DONNERSTAG 19. SEPTEMBER 2019 19.30 UHR
ZSUZSA BÁNK, INES GEIPEL, BARBARA VINKEN
SCHREIBENDE FRAUEN
MODERATION: URSULA MÄRZ
FRAUEN MUSEUM WIESBADEN
WÖRTHSTRASSE 5, 65185 WIESBADEN
EINTRITT: VVK: € 10 / ERM. € 6 PLUS GEBÜHR, ABENDKASSE: € 13 / ERM. € 10

FREITAG 20. SEPTEMBER 2019 19.30 UHR
SANDRA KREISLER & JOCHEM HOCHSTENBACH
KREISLER SINGT KREISLER
STAATSTHEATER WIESBADEN STUDIO
CHRISTIAN-ZAIS-STRASSE 3, 65189 WIESBADEN
EINTRITT: € 18 / ERM. € 12

Abschluss am SAMSTAG 21. SEPTEMBER 2019 mit Senta Berger im Caligari
Die Schauspielerin liest Auszüge aus dem Werk Heimito von Doderers, dem ausgesprochenen Lieblingsschriftsteller von Eva Menasse. Im Anschluss an die Lesung wird der Film „Das Diarium des Dr. Döblinger“ aus dem Jahr 1986 gezeigt, der sich lose an dem österreichischen Autor und seinem Leben orientiert.
19.00 UHR (LESUNG), 21.00 UHR (FILM)
CALIGARI FILMBÜHNE
MARKTPLATZ 9, 65183 WIESBADEN
EINTRITT: € 15 / ERM. € 12

Während des Eröffnungsempfangs signiert Eva Menasse ihre Bücher begeisterter  Leser/innen. ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Während des Eröffnungsempfangs signiert Eva Menasse ihre Bücher begeisterter Leser/innen. © Foto: Diether v Goddenthow
VERÖFFENTLICHUNGEN von EVA MENASSE (AUSWAHL)
  • Der Holocaust vor Gericht. Der Prozess um David Irving (2000)
  • Vienna, Roman (2005)
  • Lässliche Todsünden, Erzählungen (2009)
  • Quasikristalle, Roman (2013)
  • Lieber aufgeregt als abgeklärt, Essays, (2015)
  • Leben in Bildern: Heimito von Doderer (2016)
  • Tiere für Fortgeschrittene, Erzählungen (2017)

PREISE UND AUSZEICHNUNGEN (AUSWAHL)

  • 2005 Rolf Heyne Debütpreis
  • 2013 Heinrich-Böll-Preis
  • 2015 Villa-Massimo-Stipendium 2017 Friedrich-Hölderlin-Preis 2017 Österreichischer Buchpreis 2019 Mainzer
  • Stadtschreiberin 2019 Ludwig-Börne-Preis

Am 15. September starten die 21. Wiesbadener Literaturtage – Das Programm der ersten Wochenhälfte

Eva Menasse bei der Amtseinführung als Mainzer Stadtschreiberin 2019. ©  Foto: Diether v Goddenthow
Eva Menasse bei der Amtseinführung als Mainzer Stadtschreiberin 2019 ist Gastgeberin der 21. Wiesbadener Literaturtage. © Foto: Diether v Goddenthow

Das spartenübergreifende Festival Wiesbadener Literaturtage – veranstaltet vom Kulturamt Wiesbaden/Literaturhaus Villa Clementine mit Unterstützung des Kulturfonds Frankfurt RheinMain – findet in diesem Jahr vom 15. bis 21. September in der 21. Ausgabe statt. Kuratorin ist die renommierte österreichische Autorin Eva Menasse.

Nach dem Auftakt der Literaturtage am Sonntag, 15. September, im Museum Wiesbaden geht es am Montag, 16. September, in die Caligari Filmbühne. Hier widmet sich ein ganzer Abend dem 2014 verstorbenen österreichischen Dokumentarfilmer Michael Glawogger. Eva Menasse bezeichnet Glawogger als ihren „künstlerischen Sparring-Partner“ und arbeitete lange Zeit an einem Filmprojekt mit ihm, das durch dessen plötzlichen Tod unterbrochen wurde. Die Einführung in Leben und Werk des Filmemachers wird ab 18 Uhr der bekannte Autor und Musiker Sven Regener übernehmen, ein enger Weggefährte Michael Glawoggers, der auch einige Stücke für dessen Filme schrieb. Direkt im Anschluss wird zunächst „Workingman’s Death“ gezeigt, eine Dokumentation in sechs Kapiteln über zumeist körperliche Arbeitsweisen auf der ganzen Welt. So geht es etwa um Kohleminen in der Ukraine, ein Stahlkombinat in China oder die Arbeit in einem deutschen Freizeitpark. Um 20.45 Uhr wird mit „Untitled“ der letzte posthum veröffentlichte Film von Michael Glawogger gezeigt, der eigentlich als großes Lebensprojekt angelegt war und den Filmemacher auf seiner Reise durch die ganze Welt begleitet.

Der Dienstag, 17. September, steht dann ganz unter dem Motto „Lesen Sie doch mal…“. Um 19.30 Uhr sind die beiden Autorinnen Zora del Buono und Iris Wolff im Literaturhaus Villa Clementine zu Gast und lesen aus ihren Werken. Eva Menasse schwärmt von beiden als „hintergründige Erzählerinnen“, denen sie mit einem eigenen Abend eine Plattform bieten will. Sie plädiert dafür, auch abseits des Mainstreams und der Bestsellerlisten einen Blick in die Bücherregale zu wagen und so möglicherweise solch literarische Juwelen wie del Buono oder Wolff zu entdecken. Zora del Buono ist Gründungsmitglied der Zeitschrift „mare“ und seit 2008 freie Autorin. 2016 erschien ihr Roman „Hinter Büschen, an eine Hauswand gelehnt“, für den sie mehrfach ausgezeichnet wurde. 2012 erschien Iris Wolffs Debütroman „Halber Stein“, für den sie den Ernst-Habermann-Preis erhielt. Ihr jüngster Roman „So tun, als ob es regnet“ wurde mit dem Literaturpreis Alpha ausgezeichnet.

Am nächsten Tag, Mittwoch, 18. September, geht es um 19.30 Uhr wieder zurück ins Museum Wiesbaden, wo sich Naika Foroutan, Robert Pfaller und Hanno Rauterberg mit der Frage „Wie frei ist sie noch, die Kunst?“ auseinandersetzen werden. Gerade zur heutigen Zeit im Dickicht der Political Correctness stehen Kunstschaffende immer öfter vor der Problematik, wie weit ihre Kunst eigentlich gehen darf und ob die Gesellschaft in den letzten Jahren nicht empfindlicher geworden ist. Das renommierte Podium aus Kunstwissenschaft und Kulturanthropologie widmet sich Eva Menasses übergeordneter Fragestellung im Gespräch. Foroutan ist Professorin für „Integrationsforschung und Gesellschaftspolitik“. Pfaller ist Professor für Kulturwissenschaften und Kulturtheorie an der Kunstuniversität Linz. In seinem 2017 erschienenen Bestseller „Erwachsenensprache“ beschäftigt er sich mit den Befindlichkeitsstörungen öffentlicher Diskurse. Rauterberg ist Kunsthistoriker und Redakteur im Feuilleton der ZEIT. 2018 erschien sein viel diskutiertes Buch „Wie frei ist die Kunst? Der neue Kulturkampf und die Krise des Liberalismus“.

Das Programm im Überblick:

Abend über Michael Glawogger und Filme
Montag, 16. September, 18 Uhr, Caligari Filmbühne, Marktplatz 9,
Eintritt: Jeweils sieben, ermäßigt sechs Euro, Kombiticket für beide Filme: Zehn Euro
Kartenvorverkauf:
Kinokasse im Caligari täglich 17 bis 20.30 Uhr und in der Tourist-Information, Marktplatz 1, (plus VVK-Gebühr).

„Lesen Sie doch mal …“
Dienstag, 17. September, 19.30 Uhr, Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Straße 1,
Eintritt: Zehn, ermäßigt sechs Euro zzgl. VVG. Abendkasse: 13, ermäßigt acht Euro.
Kartenvorverkauf bei:
Tourist-Information Wiesbaden, Marktplatz 1, Telefon (0611) 1729930;
TicketBox in der Wiesbadener Galeria Kaufhof, Kirchgasse 28, Telefon (0611) 304808;
Frankfurt Ticket, Frankfurt Hauptwache (B-Ebene), Telefon 069 1340400;
Online unter www.wiesbaden.de/literaturtage.

„Wie frei ist sie noch, die Kunst?“
Mittwoch, 18. September, 19.30 Uhr, Museum Wiesbaden, Friedrich-Ebert-Allee 2,
Eintritt: Zehn, ermäßigt sechs Euro zzgl. VVG. Abendkasse: 13, ermäßigt acht Euro
Kartenvorverkauf bei:
Tourist-Information Wiesbaden, Marktplatz 1, Telefon (0611) 1729930;
TicketBox in der Wiesbadener Galeria Kaufhof, Kirchgasse 28, Telefon (0611) 304808;
Frankfurt Ticket, Frankfurt Hauptwache (B-Ebene), Telefon 069 1340400;
Online unter www.wiesbaden.de/literaturtage.

Weitere Informationen sind im Internet unter www.wiesbaden.de/literaturtage zu finden.

Oktober-Programm des Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine im Zeichen des Buchmessen-Gastlandes Norwegen

©  Foto: Diether  v Goddenthow
© Foto: Diether v Goddenthow

Der Oktober wird norwegisch im Literaturhaus Villa Clementine. Passend zum diesjährigen Gastland der Frankfurter Buchmesse werden drei renommierte Autorinnen und Autoren des hohen Nordens zu Gast in der Villa sein und aus ihren Büchern lesen. Hanne Ørstavik ist eine der bekanntesten norwegischen Autorinnen der Gegenwart und nimmt uns mit in den Mikrokosmos einer Familie, deren Mutter immer wieder von ihrer Vergangenheit eingeholt wird. Die Vergangenheit legt sich auch wie Nebel auf die einsame Insel vor der Küste Norwegens, auf der Roy Jacobsens Roman „Die Unsichtbaren“ spielt. Ebenso klaustrophobisch geht es im fern von jeder Zivilisation gelegenen Restaurant „The Hills“ zu, das dem Roman von Matias Faldbakken seinen Namen gibt. Terézia Mora wird wieder im Literaturhaus zu Gast sein und ihren neuen Roman „Auf dem Seil“ vorstellen. Darin begibt sich der Protagonist nach dem Tod seiner Frau auf Sinnsuche quer durch Europa. Als er auf Sizilien schließlich unerwartet seiner Nichte begegnet, machen sich die beiden gemeinsam auf die Rückreise nach Berlin und zu sich selbst, mit beiden Beinen auf dem Boden, um ja nicht die Balance zu verlieren. Das Ende des Monats läutet schließlich eine Sonderlesung zum 100jährigen Bauhaus-Jubiläum ein. In „Wenn Martha tanzt“ erzählt Tom Saller die Geschichte einer jungen Frau, die sich Anfang des 20. Jahrhunderts ihren Weg im männerdominierten Bauhaus erkämpft. Trotz aller Widrigkeiten schafft sie sich ihren eigenen Platz in der berühmten Kunstschule und hinterlässt schließlich ein Tagebuch von unschätzbarem Wert.

Di 08.10. | 19.30 Uhr
Hanne Ørstavik
„Die Zeit, die es dauert“
Autorenlesung
Moderation und Übersetzung: Margarete von Schwarzkopf
Lesung: Birgitta Assheuer
Signe ist 30 Jahre alt und mit Ehemann und Kind aufs Land gezogen. Es ist kurz vor Weihnachten, und die drei planen, zum ersten Mal allein zu feiern. Aber dann kommen Signes Eltern und ihr Bruder zu Besuch. „Die Zeit, die es dauert“ ist ein Buch, in dem das Licht im Dunkeln liegt, der Sommer im Winter, die Vergangenheit in der Gegenwart. Ein Roman über das Erzählen von Zeit und darüber, dass die Geschichten unseres Lebens immer in uns präsent sind. So steckt die 13-jährige Signe noch immer in der 30-jährigen, und auch die Finsternis von Finnmark, in der die 13-jährige lebte, ist immer noch da.

Hanne Ørstavik, geboren 1969 in Tana, ist eine der profiliertesten norwegischen Gegenwartsautorinnen. Sie hat eine große Leserschaft und wurde mit vielen Literaturpreisen
ausgezeichnet. „Die Zeit, die es dauert“ schließt die mit „Liebe“ und „So wahr wie ich wirklich bin“ begonnene Trilogie von thematisch miteinander verbundenen Romanen ab.
€ 8 / erm. € 5 zzgl. VVG. Abendkasse: € 11 / erm. € 8
Für die Veranstaltungen des Gastland-Auftritts ist ein Kombiticket erhältlich: 2er-Kombiticket: € 13 / erm. € 7; 3er-Kombiticket: € 18 / erm. € 12. Abendkasse: € 11 / erm. € 8
Veranstalter & Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden

Mo 14.10. | 19.30 Uhr
Roy Jacobsen
„Die Unsichtbaren“
Autorenlesung
Moderation: Thomas Koch (SWR)
Lesung: Oliver Wronka
In seinem Roman „Die Unsichtbaren“ entführt Roy Jacobsen den Leser auf eine Insel vor der Küste Nordnorwegens. Dort wächst Ingrid Barrøy auf, die Tochter einer Fischerfamilie, die gegen Naturgewalten, Armut und Tod kämpft. Doch eines Tages spült das Meer die große Geschichte an den Strand: Der Zweite Weltkrieg nimmt für Ingrid in dem russischen Soldaten Alexander Gestalt an. Zwischen den beiden entspannt sich eine kurze Liebe, bevor die deutsche Besatzung Norwegens sie auseinandertreibt.

Roy Jacobsen, geboren 1954, schreibt Romane, Erzählungen und Kinderbücher und gilt als einer der wichtigsten Autoren Norwegens. „Die Unsichtbaren“ wurde in mehr als 20 Sprachen übersetzt und war auf der Shortlist des Man Booker International Prize. Der Autor lebt in Oslo.
€ 8 / erm. € 5 zzgl. VVG. Abendkasse: € 11 / erm. € 8
Für die Veranstaltungen des Gastland-Auftritts ist ein Kombiticket erhältlich: 2er-Kombiticket: € 13 / erm. € 7; 3er-Kombiticket: € 18 / erm. € 12. Abendkasse: € 11 / erm. € 8
Veranstalter & Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden

Di 15.10. | 10.30 Uhr
Maike Dugaro
„Mauerpost“
Moderation: Sarah Beicht
Vor 30 Jahren fiel die Berliner Mauer. Maike Dugaro und Anne-Ev Ustorf begeben sich mit ihrem Jugendroman „Mauerpost“ in jene Zeit zurück: Julia ist fünfzehn und lebt im Osten der Stadt, direkt an der Mauer. Ihre Nachbarin „Oma Ursel“ vermittelt ihr eine Brieffreundschaft mit der dreizehnjährigen Ines aus Westberlin. Doch die Brieffreundschaft muss streng geheim bleiben: Julias Vater duldet keine Westkontakte und Ines’ Mutter will nichts mehr zu tun haben mit dem Staat, aus dem sie einst floh. Mit ihrer Geschichte einer Brieffreundschaft arbeiten die beiden Autorinnen ein wichtiges Kapitel der deutschen Geschichte auf.

Maike Dugaro wurde 1977 geboren. Sie ist Journalistin, Dozentin und Biographin. Sie unterrichtet Journalismus an der Akademie für Publizistik in Hamburg.
€ 2, Geschlossene Veranstaltung für Schulklassen – Infos unter 0611 – 31 57 48.

Di 15.10. | 19.30 Uhr
Matias Faldbakken
„The Hills“
Autorenlesung
Moderation und Übersetzung: Max Stadler
Lesung: Armin Nufer
Was geschieht, wenn das Gleichgewicht aus den Fugen gerät? Dieser Frage widmet sich Matias Faldbakken in seinem neuen Roman. Den Rahmen bildet ein altmodisches Restaurant namens The Hills. Ein Pianist sorgt für ruhige Hintergrundmusik, die Einrichtung ist klassisch gediegen. Der Leser wird in ein eigenes Universum eingeführt: Chef, Koch, Kellner – die Hierarchien sind klar verteilt. Es herrscht eine Mischung aus strikten Routinen und hochsensiblen Umgangsformen. All das gerät ins Wanken, als eine unbekannte Frau ins Lokal kommt. Wer ist die Frau? Was will sie? Nicht nur der Kellner, sondern auch die Stammgäste geraten in Aufruhr. „The Hills“ ist ein verstörendes Kammerspiel, einerseits aus der Zeit gefallen, andererseits politisch und gesellschaftlich hochaktuell.

Matias Faldbakken, 1973 geboren, lebt als bildender Künstler in Oslo. 2003 erschien sein Debütroman „The Cocka Hola Company“, der Auftakt der Skandinavische-Misanthropen-Trilogie, die mit „Macht und Rebel“ und „Unfun“ komplettiert wurde. Er studierte an der
Frankfurter Städelschule bei Thomas Bayrle.
€ 8 / erm. € 5 zzgl. VVG. Abendkasse: € 11 / erm. € 8
Für die Veranstaltungen des Gastland-Auftritts ist ein Kombiticket erhältlich: 2er-Kombiticket: € 13 / erm. € 7; 3er-Kombiticket: € 18 / erm. € 12. Abendkasse: € 11 / erm. € 8
Veranstalter & Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden

So 20.10. | 11.00 Uhr
„Die kleine Meerjungfrau“
Musikalische Familienlesung für Kinder ab 7 Jahren nach dem Märchen von Hans Christian Andersen mit Musik von Carl Nielsen
Sprecherin: Marit Beyer
Klavier: Olivia Trummer
Regie, Dramaturgie & Bühne: Malte Prokopowitsch

Seit Generationen fasziniert das Märchen „Die kleine Meerjungfrau“ von Hans Christian Andersen Groß und Klein. In einer szenischen Lesung mit klassischer Musik untermalt wird die berührende Geschichte neu zum Leben erweckt – ein stimmungsvolles Erlebnis für die ganze Familie! Weit draußen im Meer lebt die kleine Meerjungfrau. Eines Nachts erlebt sie, wie ein Schiff im Sturm sinkt und kann im letzten Moment den Prinzen retten.
Marit Beyer studierte an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart und an der Staatlichen Theaterakademie St. Petersburg. Sie leiht ihre Stimme Hörbüchern sowie Funk und Fernsehen.
Malte Prokopowitsch studierte an der Universität Stuttgart und an der Universität der Künste Berlin. Er assistierte am Staatstheater Stuttgart und inszeniert Musiktheater.

Olivia Trummer studierte an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart sowie an der Manhattan School of Music in New York. Sie spielt klassische Musik und Jazz und wurde in die Bestenliste der Deutschen Schallplattenkritik aufgenommen.
€ 3 / erm. € 2 – Nur Tageskasse
Veranstalter: Literaturhaus Villa Clementine mit freundlicher Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen sowie hr2-kultur. Veranstaltung im Rahmen des Festivals „Leseland Hessen“.
Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden

Mi 23.10. | 19.30 Uhr
Terézia Mora
„Auf dem Seil“
Autorenlesung
Moderation: Marita Hübinger (ZDF)
Darius Kopp drohte an seinem Unglück zu zerbrechen. Drei Jahre sind vergangen, seit seine Frau Flora gestorben ist. Der IT-Experte ist mit Floras Asche durch Europa gereist und schließlich auf Sizilien gelandet. Dort taucht eines Tages unverhofft seine 17-jährige Nichte Lorelei auf. Das Mädchen ist allein unterwegs und weicht ihm nicht mehr von der Seite. Sie braucht Darius’ Hilfe – und er die ihre. Mit ihr geht er zurück nach Berlin. Und lernt, sein Glück daran zu messen, was man durch eigenen Willen verändern kann – und was nicht.
Ist das Leben ein ewiger Balanceakt? Dieser existentialistischen Frage geht Terézia Mora in ihrem aktuellen Roman „Auf dem Seil“ nach.

Terézia Mora wurde 1971 in Sopron, Ungarn, geboren und lebt seit 1990 in Berlin. Die Erzählung „Der Fall Ophelia“, enthalten in ihrem Debütband „Seltsame Materie“, wurde mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet. Für ihren Roman „Das Ungeheuer“ erhielt sie 2013 den Deutschen Buchpreis. Für ihr Gesamtwerk wurde ihr 2018 der Georg-Büchner-Preis zugesprochen. 2017 erhielt sie den Preis der Literaturhäuser.
€ 10 / erm. € 6 zzgl. VVG. Abendkasse: € 13 / erm. € 9
Veranstalter und Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden

Di 29.10. | 19.30 Uhr
Tom Saller
„Wenn Martha tanzt“
Autorenlesung
Moderation: Helmut Boerdner & Bernhard Schön
1919 gründete Walter Gropius in Weimar das Staatliche Bauhaus als Kunstschule. In Tom Sallers Roman „Wenn Martha tanzt“ reist ein junger Mann im Jahr 2001 nach New York, um das Notizbuch seiner Urgroßmutter Martha bei Sotheby’s versteigern zu lassen. Es enthält bislang unbekannte Skizzen und Zeichnungen von Feininger, Klee, Kandinsky und anderen. Martha, die als Tänzerin die Bewunderung und den Respekt der Bauhaus-Mitglieder genoss, wurde 1900 in einem kleinen Dorf in Pommern geboren. Als die Nazis die Kunstschule schlossen, kehrte sie in ihre Heimat zurück – in ihrem Arm ein Kind und im Gepäck ein Notizbuch von immensem Wert.

Tom Saller, geboren 1967, hat Medizin studiert und arbeitet als Psychotherapeut in der Nähe von Köln.
€ 8 / erm. € 5 zzgl. VVG. Abendkasse: € 11 / erm. € 8
Veranstalter: Literaturhaus in Kooperation mit WAZ (Wiesbadener Architektur Zentrum) und BDA (Bund Deutscher Architekten) in der WAZ-Reihe „Architektur und Sprache, 100 Jahre Bauhaus“
Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden

Ort:
Literaturhaus Villa Clementine
Frankfurter Str. 1
65189 Wiesbaden

Saša Stanišić ist neuer Poetikdozent der Hochschule RheinMain und der Landeshauptstadt Wiesbaden

Saša Stanišić ©Katja Sämann
Saša Stanišić ©Katja Sämann

Saša Stanišić ist der neue Poetikdozent der Hochschule RheinMain und der Landeshauptstadt Wiesbaden. Der 1978 in Višegrad (Jugoslawien) geborene Schriftsteller lebt seit 1992 in Deutschland und hat – neben anderen Werken – mehrere Bücher veröffentlicht: Zwei Romane („Wie der Soldat das Grammofon repariert“, 2006, und „Vor dem Fest“, 2014), einen Band mit Erzählungen („Fallensteller“, 2016), sowie 2019 „HERKUNFT“.

Für seine Werke wurde Stanišić zuletzt mit dem Schubart-Literaturpreis der Stadt Aalen, dem Rheingauer Literatur Preis sowie dem Preis der Leipziger Buchmesse 2014 ausgezeichnet. Aktuell ist er mit „HERKUNFT“ für den Deutschen Buchpreis nominiert.

Am 13. Februar 2020 wird sich Saša Stanišić im Rahmen der Veranstaltung „Ein Autor stellt sich vor“ an der Hochschule RheinMain präsentieren. Da-nach hält er zwei Vorlesungen an der Hochschul- und Landesbibliothek (19. Februar und 29. April, jeweils 19:30 Uhr) sowie zwei Lesungen in der Villa Clementine, dem Literaturhaus der Landeshauptstadt Wiesbaden (2. April und 13. Mai, jeweils 19:30 Uhr).

Weitere Infos

Suppenlesung – die Mittagspause mit Fontane im Literaturhauscafé der Villa Clementine verbringen ab 5.09.2019

Literaturhaus Villa Clementine Wiesbaden - Das Literaturcafé wurde wiedereröffnet. ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Literaturhaus Villa Clementine Wiesbaden – Das Literaturcafé wurde wiedereröffnet. © Foto: Diether v Goddenthow

„Suppenlesung“ ist ein neues Veranstaltungsformat mit Klassikern der Weltliteratur. Im Fontanejahr 2019 starten das Literaturhaus Villa Clementine und sein Förderverein, der Pächter des Literaturhauscafés Holger Schwedler und das Wiesbadener Verlagshaus Römerweg mit einer Lesung aus Theodor Fontanes „Alles ist Zufall. Schriften eines Realisten“.

Die Auswahl im Buch, herausgegeben von Günther Rüther, macht Fontanes persönliche, poetische und gesellschaftspolitische Entwicklung deutlich. Das Buch ist im marixverlag (Verlagshaus Römerweg) erschienen. Nach dem Angebot zur Mittagspause mit Suppe, Mineralwasser und einer kurzen Lesung aus dem Buch wird die Lektüre als Nachtisch mitgegeben. Es liest Armin Conrad (Förderverein Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine e.V.).

Der Eintritt kostet 15 Euro, Reservierung unter foerderverein.wiliteratur@online.de. Die lesung ist am Donnerstag, 5. September, 12.30 Uhr, im Literaturhaus Villa Clementine, Literaturhauscafé, Frankfurter Straße 1. Weitere Infos gibt es unter www.wiesbaden.de/literaturhaus.

Vom „Lustprinzip“ zum Selbstporträt: das Programm der 21. Wiesbadener Literaturtage mit Eva Menasse

Eva Menasse bei der Amtseinführung als Mainzer Stadtschreiberin 2019. ©  Foto: Diether v Goddenthow
Eva Menasse bei der Amtseinführung als Mainzer Stadtschreiberin 2019. © Foto: Diether v Goddenthow

Die für ihren Kampf für Meinungsfreiheit in Zeiten von linker wie rechter politischer Gesinnungs-Korrektheit bekannte österreichische Autorin Eva Menasse wird vom 15. bis 21. September 2019 die 21. Wiesbadener Literaturtage kuratieren. In der Pressemeldung  Wiesbadener Literaturhauses Villa Clementine heißt es, dass mit Veranstaltungen zu dem Dokumentarfilmemacher Michael Glawogger, dem Komponisten Georg Kreisler oder dem Schriftsteller Heimito von Doderer nicht nur der Bezug zu ihrem Heimatland sofort ins Auge falle, sondern sich darin auch Eva Menasses Vorlieben und Interessensgebiete in allen Sparten der Künste abbildeten. „Zu den Highlights gehören so bekannte und hochkarätige Künstler wie Sven Regener oder Senta Berger. „Die Veranstaltungen hängen untergründig zusammen. Ich vermute, ein Knoten ist ein gewisses Forschen nach dem Verhältnis von Freiheit und struktureller Ordnung in den Künsten“, so die Kuratorin über ihr Programm.

Seit 1986 bieten die Wiesbadener Literaturtage eine Plattform für den spartenübergreifenden Dialog und machen die hessische Landeshauptstadt zum Mittel- und Austauschpunkt für Persönlichkeiten und Interessierte aller Kunstsparten. Das Festival wird vom Kulturamt Wiesbaden ausgerichtet. „Ich freue mich sehr, dass wir mit Eva Menasse eine wortstarke Gastgeberin gewinnen konnten, deren kreatives Wirken in den verschiedenen Künsten so wunderbar zur Ausrichtung der Wiesbadener Literaturtage passt und sich auch in ihrem Programm widerspiegelt“, so Kulturdezernent Axel Imholz, „Vor allem möchten wir an dieser Stelle dem Kulturfonds Frankfurt RheinMain danken, ohne dessen Förderung dieses Festival in diesem Umfang nicht würde stattfinden können.“

Zum Auftakt des Festivals liest Eva Menasse am Sonntag, 15. September, um 17 Uhr im Museum Wiesbaden aus zwei autobiographischen Texten über Musik, Komponisten und die Kunst des Scheiterns. Dazu präsentieren die junge Mezzosopranistin Silke Gäng und Mitglieder des Sinfonieorchesters Basel Musikstücke von Händel, Haydn oder Gluck, die in ihrem Schreiben Erwähnung finden.

Der zweite Festivaltag bringt dem Publikum den österreichischen Filmemacher und Schriftsteller Michael Glawogger näher, ihren „künstlerischen Sparring-Partner“, wie Eva Menasse ihn nennt. Der enge Freund und renommierte Autor Sven Regener führt dabei in dessen Leben und Werk ein. Im Anschluss werden die Filme „Workingman’s Death“ und „Untitled“ in der Caligari Filmbühne gezeigt.

Mit der Lesung von Zora del Buono und Iris Wolff am Dienstag, 17. September im Literaturhaus Villa Clementine, sowie der Diskussionsrunde über schreibende Frauen am Donnerstag, 19. September im Frauenmuseum, stehen in Eva Menasses Programm gleich zwei Tage ganz im Zeichen der Sichtbarmachung von Autorinnen und literaturschaffenden Frauen. Dass der Kuratorin gerade die in ihren Worten „engagierte Zeitgenossenschaft“ besonders wichtig ist, zeigt sich auch am Mittwoch, 18. September, wenn hochrangige Diskutanten im Museum Wiesbaden über die Frage „Wie frei ist sie noch, die Kunst?“ sprechen.

Der Freitag, 20. September, hält ein weiteres musikalisches Highlight bereit. Auf der Studiobühne des Hessischen Staatstheaters wird Sandra Kreisler weitgehend unbekannte und teilweise unveröffentlichte Chansons ihres Vaters Georg Kreisler – einem der bekanntesten Chansonkomponisten und Dichter Österreichs – neu interpretieren und so mit einer ganz eigenen Note versehen.

Zum Abschluss der Literaturtage in Wiesbaden ist die Grande Dame der Film- und Fernsehlandschaft, Senta Berger, in der Caligari FilmBühne zu Gast. Sie liest Auszüge aus dem Werk Heimito von Doderers, dem ausgesprochenen Lieblingsschriftsteller von Eva Menasse. Im Anschluss an die Lesung wird der Film „Das Diarium des Dr. Döblinger“ aus dem Jahr 1986 gezeigt, der sich lose an dem österreichischen Autor und seinem Leben orientiert.“

Das ausführliche Programm liegt aus und ist online verfügbar unter www.wiesbaden.de/literaturtage

VORVERKAUF
Tourist Information Wiesbaden
Marktplatz 1
Telefon: 0611 – 1729930

Ticketbox in der Wiesbadener Galeria Kaufhof
Kirchgasse 28, Eingang Friedrichstraße
Telefon: 0611 – 304808

Online-Vorverkauf (u.a. Print@Home)
www.wiesbaden.de/literaturtage

Karten für den Abend im Studio des Staatstheaters erhalten Sie auch an der Kasse im Theater oder online unter www.staatstheater-wiesbaden.de.

Karten für den Abend in der Caligari FilmBühne gibt es nur an der Kinokasse im Caligari: täglich 17 bis 20.30 Uhr, reservierung-caligari@wiesbaden.de und in der Tourist-Information (plus VVK-Gebühr).

Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine: Terminübersicht Juni

Foto: Diether v. Goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow

Im Juni ist die renommierte Autorin Barbara Honigmann im Literaturhaus zu Gast und stellt ihren biografisch gefärbten Roman „Georg“ vor, in dem sie ihren teilweise in Wiesbaden ansässigen Vater porträtiert. Dem biografischen Schreiben widmet sich auch Unda Hörner in ihrem Buch „1919 – Das Jahr der Frauen“. Die rumänische Autorin Lavinia Branişte wohnt im Juni als Stipendiatin des Hessischen Literaturrats im Literaturhaus und stellt ihren auch von der deutschen Kritik vielgelobten Roman „Null Komma Irgendwas“ vor. Außerdem ist Andreas Maier – einer der bekanntesten hessischen Autoren der letzten Jahre – zu Gast und liest aus dem nächsten Teil seiner ganz eigenen Geschichtsschreibung.

Autorenlesung „1919 – Das Jahr der Frauen“: 1919, vor genau hundert Jahren also, erhielten Frauen in Deutschland erstmals das Wahlrecht. In ihrem Buch „1919 – Das Jahr der Frauen“ lässt die Berliner Autorin, Herausgeberin und Journalistin Unda Hörner diese Zeit Revue passieren: Mit Käthe Kollwitz wird eine Frau in die Akademie der Künste berufen, Maria Juchacz hält als erste eine Rede im Parlament. Während in Berlin Rosa Luxemburg ihren politischen Einsatz mit dem Leben bezahlt, widmet man sich in Paris der Wissenschaft und Kultur: Marie Curies Radiuminstitut öffnet seine Pforten, Sylvia Beach gründet Shakespeare & Co.  Unda Hörner verwebt Lebenswege und historische Ereignisse – eine faszinierende Zeitreise ins Jahr 1919, in dem auf einmal alles möglich schien für Frauen. Unda Hörner, geboren 1961, studierte Germanistik und Romanistik, promovierte 1993 über die Schriftstellerin Elsa Triolet und lebt heute in Berlin.
Freitag, 7 Juni, 19.30 Uhr. Autorenlesung. 10 Euro. Voranmeldung und Kartenreservierung unter (0611) 405767 oder (0611) 301255. Veranstalter: Büchergilde Wiesbaden und die Buchhandlung Vaternahm in Kooperation mit dem Literaturhaus Villa Clementine. Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Straße 1.
Autorenlesung „Georg“: In ihrem Roman „Ein Kapitel aus meinem Leben“ erzählte Barbara Honigmann die Geschichte ihrer Mutter. Mit „Georg“ unternimmt sie nun den Versuch, das Leben ihres Vaters literarisch zu rekonstruieren: Georg Honigmann, ein 1903 in Wiesbaden geborener, nicht religiöser Jude, der als London-Korrespondent die Judenverfolgung in England und Kanada überlebte und nach Kriegsende in die DDR immigrierte.  Lakonisch und witzig, traurig und mitreißend erzählt Barbara Honigmann von ihrer deutsch-jüdisch-kommunistischen Familie.  Die Autorin wurde 1949 in Ost-Berlin geboren und emigrierte 1984 nach Straßburg, wo sie bis heute lebt. Sie arbeitete als Dramaturgin und Regisseurin und veröffentlichte zahlreiche Romane, Essays, Hörspiele und Theaterstücke. Ihr Werk wurde unter anderem mit dem Heinrich-Kleist-Preis und dem Max-Frisch-Preis der Stadt Zürich ausgezeichnet.
Mittwoch, 12. Juni, 19.30 Uhr. Autorenlesung. Moderation: Marita Hübinger (ZDF). 8 Euro, ermäßigt 5 Euro, zuzüglich Vorverkaufsgebühr. Abendkasse: 11 Euro, ermäßigt 8 Euro. Veranstalter und Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Straße 1.
Autorenlesung „Über die Berge und über das Meer“: In der Reihe „Junges Literaturhaus: Aufbruch – Alles auf Anfang“ präsentiert das Literaturhaus Villa Clementine im Juni Dirk Reinhardt mit seinem Roman „Über die Berge und über das Meer“.  Soraya ist einem alten Brauch zufolge in Afghanistan als Junge aufgewachsen, konnte sich frei bewegen und zur Schule gehen. Mit vierzehn Jahren hat sie jedoch das Alter erreicht, wo sie schon längst wieder als Mädchen leben sollte. Die Taliban drängen darauf. Auch den Nomadenjungen Tarek haben sie bedroht. Unabhängig voneinander machen sich beide auf in die Fremde und treffen unverhofft aufeinander. Dirk Reinhardt, Jahrgang 1963, studierte Geschichte und Germanistik. Er arbeitete am Historischen Seminar der Universität Münster und als freier Journalist. 2009 erschien sein erstes Kinderbuch, 2016 wurde er mit dem Friedrich Gerstäcker-Preis ausgezeichnet.
Mittwoch, 19. Juni, 10.30 Uhr. Autorenlesung. Moderation: Falk Ruckes (Freier Journalist). 2 Euro, geschlossene Veranstaltung für Schulklassen. Infos unter: (0611) 315748. Veranstalter: Literaturhaus und Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Landesverband Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland. Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Straße 1.
Lesung & Gespräch „Null Komma Irgendwas“: Die rumänische Autorin Lavinia Branişte ist im Juni und Juli als Stipendiatin des Hessischen Literaturrats im Literaturhaus Villa Clementine zu Gast. Mit „Null Komma Irgendwas“ hat sie unlängst ihren Debütroman vorgelegt, der in ihrer Heimat und in Deutschland gleichermaßen für Begeisterung sorgte: Cristina ist erst vor kurzem nach Bukarest gezogen und führt ein relativ unaufgeregtes Leben zwischen Bürojob, erfolgloser Fernbeziehung und der Mutter, die ab und zu aus Spanien einfliegt. Braniște gelingt das Porträt einer starken Frau und zugleich einer ganzen Generation, deren Gesellschaft sich im Umbruch befindet. Das Gespräch mit der Autorin findet auf Englisch statt und wird übersetzt.
Dienstag 25. Juni, 19.30 Uhr. Lesung & Gespräch. Moderation & Übersetzung: Madelyn Rittner (Hessischer Literaturrat). Eintritt frei. Veranstalter: Literaturhaus Villa Clementine und Hessischer Literaturrat. Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Straße 1.
Autorenlesung „Die Familie“: Mit „Die Familie“ legt Andreas Maier den siebten Teil seines auf elf Romane angelegten autobiografisch gefärbten Zyklus’ namens „Ortsumgehung“ vor. Der neue Roman von Andreas Maier konfrontiert seinen Protagonisten mit dem existenziellen Konflikt von Einzelwesen kontra Gesellschaft. Maiers Erzähler Andreas, Ende Zwanzig, studiert in Frankfurt am Main und setzt sich mit Wahrheitstheorien auseinander. Unweigerlich führt ihn die Beschäftigung mit der Unterscheidung zwischen „wahr“ und „falsch“ zu den eigenen Wurzeln: dem CDU-Vater und dem älteren Bruder, der den ersten Grünen-Verband in ihrer Heimatstadt mitbegründete. Andreas Maier wurde 1967 im hessischen Bad Nauheim geboren. Er studierte Altphilologie, Germanistik und Philosophie und ist Doktor der Philosophie. Nach Stationen in der Wetterau und in Südtirol lebt er heute in Hamburg.
Mittwoch 26. Juni, 19.30 Uhr. Autorenlesung. Moderation: Tilman Spreckelsen (FAZ). 10 Euro, ermäßigt 6 Euro, zuzüglich Vorverkaufsgebühr. Abendkasse: 13 Euro, ermäßigt 9 Euro. Veranstalter und Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Straße 1.

Wiesbadener KrimiMärz: „Krimisofa“ im Literaturhaus Villa Clementine am 24. März 2019

Logo@Wiesbadener-KrimiMärz-300x172Zwar fiel bereits am vergangenen Wochenende mit der Langen FernsehKrimi-Nacht in der Caligari Filmbühne der letzte Vorhang beim Deutschen FernsehKrimi-Festival. Doch die literarische Variante, der Wiesbadener KrimiMärz geht im Wiesbadener Literaturhaus, Villa Clementine, Frankfurter Straße 1, weiter, mit einem besonderem Highlight am Sonntg, 24. März, 18.00 Uhr.

Da nehmen nämlich auf dem „Krimisofa“ Platz die  aktuelle Trägerin des „Deutschen Krimi Preises“ Simone Buchholz und der Migrationsforscher Ralph Ghadban Im Gespräch mit Eric Marr (ZDF) werden sie ihre aktuellen Bücher vorstellen und über das Oberthema des „Wiesbadener KrimiMärz 2019“ organisierte Kriminalität sprechen. Am Montag, 25. März, sind um 19 Uhr an selber Stelle die Krimiautoren Petra Reski und Norbert Horst zu Gast. Moderiert wird dieser Abend von Thomas Koch (SWR).

Im Roman „Mexikoring“ von Simone Buchholz, nimmt sich die Hamburger Staatsanwältin Chastity Riley des Falls von Nouri Saroukhan an, einem verlorenen Sohn des Mhallamiye-Clans, der sich auf der Flucht vor seiner kriminellen Familie befand und in einem brennenden Auto starb. Simone Buchholz wurde 1972 in Haunau geboren und studierte Philosophie, Literatur und Journalismus. Seit 1996 lebt sie in St. Pauli, 2008 erschien mit „Revolverherz“ ihr erster Kriminalroman um die Staatsanwältin Chastity Riley.

In seinem Sachbuch „Arabische Clans. Die unterschätzte Gefahr“ erklärt Ralph Ghadban, woher die Clans kommen, wie sie sich entwickelt haben und wie sie in einigen deutschen Großstädten so stark werden konnten, dass sie sogar zum Angriff auf die Staatsgewalt übergehen. Ralph Ghadban wurde 1949 im Libanon geboren und lebt seit 1972 in Deutschland. Er promovierte als Politologe, war Leiter der Beratungsstelle für Araber beim Diakonischen Werk in Berlin und Mitglied der ersten Islamkonferenz.

In ihrem Palermo-Krimi „Bei aller Liebe“ beschreibt die in Venedig lebende Autorin Petra Reski nur leicht fiktionalisiert die Rivalitäten zwischen der sizilianischen Cosa Nostra und der kalabrischen ‚Ndrangheta sowie deren schmutzige Geschäfte mit Flüchtlingen. Petra Reski, im Ruhrgebiet geboren, studierte Romanistik und Sozialwissenschaften und besuchte die Henri-Nannen-Schule in Hamburg. Seit 1991 lebt sie in Venedig. Bereits seit 1989 schreibt sie über Italien und immer wieder über das Phänomen Mafia.

In Norbert Horsts „Kaltes Land“ wird ein minderjähriger unbegleiteter Flüchtling tot in Dortmund aufgefunden. In seinem Darm hat er Kokain transportiert. Kommissar Thomas Adam nimmt die Spur derjenigen auf, die an seinem Tod verdienen. Norbert Horst, Jahrgang 1956, ging nach der Schule zur Polizei des Landes Nordrhein-Westfalen und wurde Kriminalkommissar. 2003 erschien mit „Leichensache“ sein erster Kriminalroman.

Karten für beide Veranstaltungen sind ab 8 Euro, ermäßigt 7 Euro zuzüglich Vorverkaufsgebühren bei der Tourist-Information Wiesbaden, Marktplatz 1, Telefon (0611) 1729930 oder in der TicketBox in der Wiesbadener Galeria Kaufhof, Kirchgasse 28, Telefon (0611) 304808 und unter www.wiesbaden.de/literaturhaus sowie an der Abendkasse für 12 Euro, ermäßigt 11 Euro erhältlich.

Zoë Beck und Volker Kutscher eröffnen „Wiesbadener KrimiMärz 2019“

Logo@Wiesbadener-KrimiMärz-300x172Ab Donnerstag dem 7. März benötigen Krimifreunde und alle, die es vielleicht noch werden möchten, gute Nerven! Denn dann startet der „Wiesbadener KrimiMärz“, bereits in seiner dritten Auflage, mit dem uns alle unter die Haut gehenden Thema „Organisierte Kriminalität“. Zum Auftakt dockt um 20 Uhr im Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine die diesjährige Krimistipendiatin Zoë Beck in einem Gespräch mit SWR-Moderator Gerwig Epke mit ihrem aktuellen Werk „Die Lieferanten“ an moderne Verbrechensmethoden in einem Londen nach dem Brexit an. Es verspricht nicht nur ein äußerst spannender, sondern auch informativer Abend zu werden.

Am Samstag, 9. März, ist der Krimistipendiat des letzten Jahres Volker Kutscher um 19.30 Uhr in der Caligari Filmbühne, Marktplatz 9, zu Gast, um seinen Wiesbaden-Kurzkrimi „Westend“ zu präsentieren. Moderiert wird dieser Abend von der Krimi-Expertin Margarete von Schwarzkopf, im Anschluss an die Lesung läuft ab 21 Uhr die Arthur Conan Doyle-Verfilmung „Der Hund von Baskerville“ von Carl Lamac aus dem Jahr 1937.

In „Die Lieferantin“ entwirft Zoë Beck ein Bild von London nach dem Brexit: Nationalisten versuchen, eine knallharte Drogenpolitik durchzusetzen, der Rechtskurs der Bürgermeisterin ruft Demonstranten auf die Straßen. Ellie Johnson, die „Lieferantin“, bringt Drogen in höchster Qualität per Drohne zu ihren Kunden. Praktisch die gesamte Londoner Unterwelt fühlt sich von Ellies Geschäftsmodell bedroht und setzt ein Kopfgeld auf sie aus.
„Die Lieferantin“ ist eine ebenso spannende wie beklemmende Mixtur aus Gesellschaftskritik und Gangsterthriller. Ein politischer Kriminalroman, der an die Gegenwart andockt und diese konsequent weiterinterpretiert.

Zoë Beck wurde 1975 im Lahn-Dill-Kreis geboren. Sie lebt in Berlin, leitet zusammen mit Jan Karsten den Culturbooks-Verlag und arbeitet als Synchronregisseurin für Film und Fernsehen. 2010 erhielt sie den „Friedrich-Glauser-Preis“ in der Sparte „Kurzkrimi“, 2016 den „Deutschen Krimi Preis“.

Volker Kutscher hat seinen Wiesbaden-Kurzkrimi im Jahre 1937 angesiedelt: Im Westend lebt ein Weinlieferant, ein Mann mit einer geheimnisvollen Vergangenheit, der offensichtlich nicht entdeckt werden will. Als er eines Tages nach einem langen Arbeitstag heimkehrt, findet er eine Leiche in seiner Wohnung und eine Frau, die er aus gemeinsamen Berliner Tagen kennt: die Gräfin Sorokina. Sie bittet den Mann um Hilfe, und um sein Geheimnis zu wahren, willigt er ein. Er hilft ihr und wird in einen Erpressungsfall hineingezogen. Es geht um viel Geld, um Sowjets und Nazis und um ein Geheimnis, das um jeden Preis gewahrt werden muss.

Volker Kutscher wurde 1962 im Bergischen Land geboren. Nach dem Studium der Germanistik, Philosophie und Geschichte arbeitete er zunächst als Tageszeitungsredakteur. 2007 begann er mit dem Roman „Der nasse Fisch“ seine Serie um Kriminalkommissar Gereon Rath, die den Stoff für die international erfolgreiche TV-Serie „Babylon Berlin“ lieferte.

Karten für die Veranstaltung mit Zoë Beck gibt es nur an der Abendkasse; sie kosten acht, ermäßigt sieben Euro.

Für den Abend mit Volker Kutscher, Lesung und Film, können Karten für neun, ermäßigt sieben Euro zuzüglich Vorverkaufsgebühr bei der Tourist-Information Wiesbaden, Marktplatz 1, Telefon (0611) 1729930, bei der TicketBox in der Wiesbadener Galeria Kaufhof, Kirchgasse 28, Telefon (0611) 304808 sowie online unter www.wiesbaden.de/literaturhaus erworben werden.