Kategorie-Archiv: Villa Clementine Literaturhaus

KrimiMärz: Volker Kutscher und Horst Eckert vermischen in „Lunapark“ und „Wolfspinne“ Realität und Fiktion rechter Gewalt

(vl.) Moderator Jörg Armbrüster im Gespräch mit den Krimi-Autoren Horst Eckert (Wolfspinne) und Volker Kutscher (Lunapark) auf dem KrimiSofa im Literaturhaus Wiesbaden Villa Clementine am 5.März 2017 anlässlich des 13. Fernsehkrimifestivals und des Wiesbadener KrimiMärzes.  Foto: Diether v. Goddenthow
(vl.) Moderator Jörg Armbrüster im Gespräch mit den Krimi-Autoren Horst Eckert (Wolfspinne) und Volker Kutscher (Lunapark) auf dem KrimiSofa im Literaturhaus Wiesbaden Villa Clementine am 5.März 2017 anlässlich des 13. Fernsehkrimifestivals und des Wiesbadener KrimiMärzes. Foto: Diether v. Goddenthow

Vom Nationalsozialismus der 30er Jahre (Volker Kutscher: Lunapark) bis zum Ende der NSU-Morde am 4. November 2011 (Horst Eckert: Wolfspinne) war der Bogen gespannt bei der Lesung mit anschließender Diskussion anlässlich des Wiesbadener KrimiMärz am 5.03.2017 im Literaturhaus Wiesbaden im Rahmen des 13. Fernsehkrimifestivals.

Dabei ging es  im Kern  um die beiden zentralen Fragen, wie es möglich war, dass in kurzer Zeit aus einer funktionierenden Demokratie wie der Weimarer Republik eine Diktatur werden kann, und zweitens: Welche  Ursachen führen zum gegenwärtigen Erstarken „der Rechten“? Um es vorwegzunehmen: Antworten gab es  an diesem Abend, auch nicht nach Öffnung des Plenums, nicht, obgleich  Moderator Jörg Armbrüster (SWR), gerade frisch vom Koblenzer AfD-Parteitag in die Villa Clementine gekommen, die Diskussion gekonnt versuchte in Gang zu bringen.  Dies tat der Veranstaltung aber keinerlei Abbruch, da die Krimifans ja zur Lesung der beiden bekannten Autoren ins Literaturhaus Wiesbaden gepilgert waren und „krimitechnisch“ nicht enttäuscht wurden.

Lunapark

Volker Kutscher (Lunapark). Foto: Diether v. Goddenthow
Volker Kutscher (Lunapark). Foto: Diether v. Goddenthow

Volker Kutscher wurde 1962 in Lindlar geboren und ist in Wipperfürth aufgewachsen. Er studierte Germanistik, Geschichte und Philosophie in Wuppertal und Köln. Er arbeitete als Lokalredakteur in Wipperfürth. Seit 2004 lebt Kutscher als freier Autor und Journalist in Köln. Er wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Bekannt ist er besonders  für seine historischen Krimis. Sein Erstling „Der nasse Fisch“ wird zurzeit zu einer 16teiligen TV-Serie verfilmt.

Volker Kutscher richtet seinen Blick in die Vergangenheit. In seinem neuesten Roman „Lunapark“ beschäftigt er sich mit dem nationalsozialistischen Deutschland. Nicht nur sein bewährter Ermittler Gereon Rath gerät darin mit den Braunhemden aneinander. Im Berlin des Jahres 1934 schwindet die anfängliche Begeisterung für die Regierung Hitler und die unberechenbare SA verbreitet Angst und Schrecken. Schlägertrupps der SA hetzen Menschen durch Berlin, überfallen Versammlungen und verschleppen  Kommunisten, Juden  und Andersdenkende in ihre Folterkeller. Vor dem Hintergrund dieser angeheizten Gemengelage kollektiven Misstrauens hat es Kommissar Gereon Rath mit einer Mordserie an SA-Männern zu tun.  Eine heikle Situation, da Rath nicht mehr allein ermitteln darf. Es wird eine Sonderkommission eingerichtet und Rath bekommt den Gestapo-Mann und Ex-Kollegen Reinhold Gräf an die Seite gestellt. Für sind die Kommunisten die Schuldigen, während Rath in eine andere Richtung ermittelt. Dabei  entdeckt Verbindungen zum zerschlagenen Ringverein »Nordpiraten«, der seine kriminellen Aktivitäten als SA-Sturm getarnt fortsetzt. Als ein zweiter SA-Mann erschlagen aufgefunden wird, scheint alles auf eine Mordserie zu deuten. Eine Spur führt in den seit Kurzem geschlossenen Lunapark, einstmals Berlins berühmtester Rummel. Und Rath fragt sich, welche Rolle Unterweltboss Johann Marlow, ein Erzfeind der »Nordpiraten«, in diesem Fall spielt. Die politische Lage wird immer brisanter, Raths Frau Charly gerät in SA-Haft, und der Kommissar wird in einen Strudel sich überschlagender Ereignisse gezogen, an deren Ende er sogar einen unmissverständlichen Mordauftrag erhält.
Volker Kutscher gelingt es in all seinen Szenen, die Absurdität der Figuren und des Geschehens immer wieder aufzuspießen, beispielsweise die

Wolfspinne

Horst Eckert (Wolfsspinne), Foto: Diether v. Goddenthow
Horst Eckert (Wolfsspinne),
Foto: Diether v. Goddenthow

Horst Eckert wurde 1959 in Weiden / Oberpfalz geboren. Nach abgebrochenem Studium der Soziologie und Politischen Wissenschaften hielt er sich in Berlin mit Jobs unter anderem als Bierschlepper in einer Diskothek, Fahrstuhlführer bei Hertie und  Redaktionshospitant beim ZDF über Wasser hielt. Der Liebe wegen verschlug ihn das Schicksal vor 30 Jahren nach Düsseldorf, wo er seit 16 Jahren als Fernsehjournalist tätig ist:  Der WDR schickte ihn an den Niederrhein, die Tagesschau durch ganz NRW und der Sender Vox sogar nach Kambodscha und Eritrea. 1995 erschien sein Debüt «Annas Erbe». . In seinem neuesten, im vergangenen Jahr erschienen Roman „Wolfsspinne“ verarbeitet er die NSU-Morde, deren offizielle Selbstmord-Version er infrage stellt. De Eckerts Düsseldorfer Hauptkommissar Vincent Veih ermittelt darin im Mordfall der Promiwirtin Melli Franck, deren Spur ins Drogenmilieu führt. Als weitere Morde geschehen, stößt er auf eine Fährte, die in die Vergangenheit weist: zur Aktion Wolfsspinne, die eng mit dem NSU verknüpft ist. Als Vincent herausfindet, dass Handlanger des Drogendealers im Verdacht stehen, Anschläge auf Migranten verübt zu haben, weiß er nicht mehr, auf welcher Seite Ronny steht. Ist es nur Zufall, dass sich ihre Wege kreuzen? Und was passierte 2011 in Eisenach wirklich?

Krimistipendiatin Esmahan Aykol liest zum KrimiMärz-Auftakt im Wiesbadener Literaturhaus

Zum Auftakt des Wiesbadener KrimiMärz stellte sich die neue Krimistipendiatin, Esmahan Aykol (li.) im Literaturhaus Wiesbaden, Villa Clementine vor. Die Marita Hübinger, Redaktionsleiterin "Wissen/ARTE" moderierte durch den Abend. Foto: Diether v. Goddenthow
Zum Auftakt des Wiesbadener KrimiMärz stellt sich die neue Krimistipendiatin, Esmahan Aykol (li.) im Literaturhaus Wiesbaden, Villa Clementine vor. Marita Hübinger, Redaktionsleiterin „Wissen/ARTE“ , moderierte durch den Abend. Foto: Diether v. Goddenthow

 

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Wenn das reale Lebensumfeld bedrohlicher wird als das fiktive eines Kriminalromans, ist es vielleicht an der Zeit den Wohnort zu wechseln. Nicht so bei  Esmahan Aykol! Die Deutsch-Türkin, die sich gestern Abend zum Auftakt des KrimiMärzes als neue Wiesbadener Krimistipendiatin im Literaturhaus Villa Clementine der Öffentlichkeit vorstellte und aus ihrem neuen Krimi „Istanbul Tango“ las,  verriet, während der Gezi-Proteste ihre Berliner Wohnung komplett aufgegeben zu haben und ganz nach Istanbul gezogen zu sein.

Die im Jahr 2013 entflammten Proteste rund um den Gezi-Park wären eine Zeitenwende gewesen. Man spräche heute von vor Gezi und nach Gezi. Bei den Gezi-Protesten hätten viele liberale Intellektuelle erst realisiert, wie die Regierung mit Andersdenkenden umginge und seien in die Opposition gegangen, so Esmahan Aykol. „Vor Gezi dachte ich immer: ‚Wir sind so wenige …‘. Dabei geht es vielen so wie mir. Das zu sehen hat unheimlich gut getan, so dass ich sagen konnte: Egal, was jetzt geschieht: Ich fühle mich nach so vielen Jahren in Istanbul endlich wieder zu Hause.“ Und so gab sie ihre Berliner Wohnung, in der sie sich zum Arbeiten zurückzog, auf, auch weil sie mittlerweile auch in ihrer Istanbuler Wohnung arbeiten konnte. 10 bis 12 Stunden täglich. Wer Jura studiert habe, könne auch arbeiten. Danach ginge sie schwimmen. Arbeiten und Schwimmen, das sei momentan ihr Leben, so Esmahan Aykol, die zur Zeit an einem anderen Stoff, an einem politischen Roman arbeitet. Mehr wurde aber nicht verraten.

istanbul-tango.coverDie Frage, ob sie ihren aktuellen Krimi „Istanbul Tango“, der noch 2012, also noch vor Gezi entstand, jetzt anders schreiben würde, verneinte Esmahan Aytol. Sie würde ihn genau  gleich schreiben wie vor Gezi. Natürlich sei darin ihre Hauptfigur, die auf eigene Faust ermittelnde Buchhändlerin Kati Hirschel, auch nicht mehr ganz so begeistert von Istanbul wie früher. Denn Istanbul sei nicht mehr dieselbe Stadt, die sie so sehr liebte.

„Was hält Sie denn noch in Istanbul, in Zeiten wie diesen?“, fragte Moderatorin Marta Hübinger, Redaktionsleiterin „Wissen/ARTE“:„Ich liebe diese  Stadt nach wie vor, ich genieße die Stadt!“  Wie sich das alles in Zukunft entwickelte, stünde allerdings noch in den Sternen, so die Krimiautorin. Auch ihre Eltern, beide Rechtsanwälte,  und eine an Alzheimer erkrankte Tante lebten in der Türkei, um die sie sich kümmern würde. .

Das Leben sei schwer unter diesen Umständen, und es gäbe keine Zeitungen mehr „für die ich schreiben kann. Die existieren nicht mehr!“. Sie schriebe ab und zu ausschließlich für die ausländische Presse. „Es wird immer bedrückender!“, so Esmahan  Aykol.

Auf Marita Hübingers Frage, ob es denn noch Menschen gäbe, die offen dagegen protestieren, verweist die Krimiautorin auf eine wachsende Frauenbewegung in der Türkei: „Es gibt sehr mutige Frauen der immer größer werdenden Frauenbewegung“, die am 8. März  im vergangenen Jahr die größte Protestkundgebung gegen Erdogans Politik organisiert hätten, die es je gab. Esmahan  Aykol räumte ein, dass in diesem Jahr 8 Kundgebungen der türkischen Frauenbewegung in Istanbul und Izmir verboten worden seien. „Aber ich glaube, es wird was geschehen, am 8. März“, so die Krimiautorin. Intellektuelle trauten sich nicht mehr, auf Kundgebungen zu gehen, oder seien, sofern sie nicht verhaftet  wären, ins Ausland geflohen. Ihre Freunde, Journalisten, Schriftsteller, Intellektuelle, seien alle ins Ausland gegangen.

Ob sie denn noch selber protestiere? „Wenn mich etwas sehr interessiert, schon!“. Beispielsweise habe letztes Jahr Erdogan gesagt: „Frauen, die keine Kinder haben, sind halbe Frauen!“ „Am nächsten Tag bin ich zur Demonstration gegangen!“ so Frau Aykol. Die Autorin gehe auch zu den Gerichts-Verhandlungen ihrer inhaftierten Freunde.

Der „Welt“-Kollege Deniz Yücel  sei jetzt der 155. gefangene Journalist in einem türkischen Gefängnis, der von Erdogan festgenommen worden sei, nannte Marita Hübinger die aktuellen Zahlen von Reporter ohne Grenzen. Das sei eine  unglaublich erschreckend große Zahl, wobei Esmahan  Aykol annimmt, dass die „Mehrheit davon kurdische Journalisten“ seien.

Warum nutzte „Welt“-Korrespondent Deniz Yücel sein deutscher Pass nicht? „Wenn man die doppelte Staatsangehörigkeit hat“, so Juristin Esmahan  Aykol,  “ist man in der Türkei Türke und in Deutschland Deutscher!“

„Sie haben einen deutschen Pass? Ist das von Vorteil? Haben sie das bewusst entschieden, ihre türkische Staatsbürgerschaft abzugeben?“, fragt die Moderatorin: „Ja, damals 2005, als ich in Berlin eingebürgert worden sei, gab es solche Probleme mit der Türkei noch nicht. Aber damals dachte ich: der deutsche Pass hat mehr Vorteile! So hab‘ ich mich dafür entschieden. Aber jetzt merke ich: Das war die klügste Entscheidung meines Lebens„, erläutert die Juristin Aykol ihre privilegierte Situation.

„Haben Sie manchmal Angst in Istanbul zu leben?“. „Als Frau hat man Angst, ja!“, gibt Esmahan Aytol unumwunden zu. Sie ginge nicht mehr aus, bliebe abends ganz zuhause. Man treffe sich auch kaum mehr in Lokalen, und wenn, müsse man auf die Nebentische achten, ob dort jemand mithöre. „Man redet nicht viel über gefährliche Geschichten. Und wenn, dann trifft man sich in privaten Wohnungen!“ so Esmahan Aytol.

Obgleich Esmahan Aytol auch keinen Hehl aus ihrer Meinung zum armenischen Völkermord macht, habe sie noch nicht  das Gefühl gehabt,  dass man auch sie mal verhaften könne. „Ich denke, wenn es für mich gefährlich wird, dann werde ich vorfühlen und das Land verlassen. Denn ich denke, dass ich die Zeit dafür haben werde!“, ist Frau Aytol überzeugt. Bei so viel Optimismus der Autorin bleibt bei manchen Besucher doch ein mulmiges Gefühl in der Magengegend: Denn fühlte sich nicht auch „Welt“-Korrespondent Deniz Yücel sicher, als er von sich aus zur Polizei ging, um mit den Behörden zu reden und dabei unerwartet in Haft genommen wurde?

Esmahan Aykol beim Signieren ihrer Bücher in der Villa Clementine.  Foto: Diether v. Goddenthow
Esmahan Aykol  signiert  nach der Lesung ihre Bücher. Foto: Diether v. Goddenthow

Die aktuellen Türkeiereignisse überschatten ein wenig den Abend. Die Konzentration auf den eigentlichen Anlass, die Lesung, fällt  manch einem Zuhörer sichtlich schwer.
Schließlich gelingt es Esmahan Aykol aber doch,  die Hauptprotagonistin Kati Hirschel in zwei gelesenen längeren Passagen ihres neuen Kriminalromans  „Istanbul Tango“ aufleben zu lassen. Anschließend signiert die Autorin  ihre Werke.

Diether v. Goddenthow / Rhein-Main.Eurokunst

Zum Inhalt:
In „Istanbul Tango“ begleitet Kati Hirschel ihren liebeskranken Freund  Fofo zu einer Wahrsagerin – und kriegt gleich selbst eine Weissagung: Eine Leiche tauche bald in ihrer nahen Umgebung auf. Das ist für eine Krimibuchhändlerin und leidenschaftliche Leserin nichts Ungewöhnliches. Doch als sie hört, dass eine Bekannte von ihr in kritischem Zustand auf der Intensivstation liegt, wird Kati klar, dass die Wirklichkeit ihr mehr abverlangt, als mit einem Buch in der Hand auf dem Sofa zu sitzen: Hier sind ihre detektivischen Fähigkeiten gefragt. Bald findet Kati heraus, dass Nil, bevor sie eingeliefert wurde, an einem Roman arbeitete. Und der ist, obwohl er im fernen Argentinien spielt, gewissen Leuten ein Dorn im Auge.

istanbul-tango.coverEsmahan Aykol
Istanbul Tango
Ein Fall für Kati Hirschel
Paperback 336 Seiten. Zürich 2016
ISBN 978-3-257-30036-9,
€ (D) 16.00 / sFr 21.00* / € (A) 16.50

 

 

 

Esmahan Aykol

Esmahan Aykol, geboren 1970 in Edirne in der Türkei, arbeitete während des Jurastudiums als Journalistin für verschiedene türkische Zeitungen und Radiosender. Darauf folgte ein Intermezzo als Barkeeperin. Heute konzentriert sie sich aufs Schreiben. Esmahan Aykol, Schöpferin der sympathischen Detektivin  Kati-Hirschel, lebt in Istanbul.

Auszeichnungen:
›Wiesbadener Krimistipendium‹, vier Wochen im März, Autorin schreibt in dieser Zeit an einem von ihrem Wiesbaden-Aufenthalt inspirierten Kurzkrimi und wird in der Jury des Fernsehkrimifestivals mitwirken, 2017

›Stipendium der Franz-Edelmaier-Residenz für Literatur und Menschenrechte‹ der Schweizerischen Gesellschaft für die Europäische Menschenrechtskonvention im August und September 2017 in Meran, 2017

„Wiesbadener KrimiMärz“ – erste Festivalwoche mit Schorlau, Graf und Melo

Foto: Diether v. Goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow

In der ersten Festivalwoche des vierwöchigen „Wiesbadener KrimiMärz“ trifft Literatur auf Musik und Film: Der renommierte Krimiautor Wolfgang Schorlau, 2016 Krimistipendiat der Landeshauptstadt Wiesbaden, tritt am Mittwoch, 8. März, um 19.30 Uhr mit seiner Georg-Dengler-Bluesband in der Wiesbadener Casino-Gesellschaft, Friedrichstraße 22, auf. Er stellt seinen Wiesbaden-Kurzkrimi vor, spricht über dessen Hintergründe und seinen Aufenthalt in Wiesbaden sowie über das Krimischreiben überhaupt. Dazu spielt die Georg-Dengler-Bluesband, benannt nach seiner bekannten Ermittlerfigur.

Am nächsten Tag, Donnerstag, 9. März, 19.30 Uhr, ist Wolfgang Schorlau zusammen mit dem vielfach ausgezeichneten Regisseur Dominik Graf in einer Veranstaltung in Kooperation mit dem Deutschen FernsehKrimi-Festival im Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Straße 1, zu erleben. Die beiden sprechen in der Festival-Reihe „Auf dem Krimisofa mit …“ über organisiertes Verbrechen. Die Moderation übernimmt Urs Spörri vom Deutschen Filmmuseum.

Am Sonntag, 12. März, wird es um 19.30 Uhr international im Literaturhaus: Die gebürtige Brasilianerin Patrícia Melo liest aus ihrem Thriller „Trügerisches Licht“ und spricht mit ihrer Übersetzerin Barbara Mesquita über brasilianische Korruptionsskandale und deren Konsequenzen für Europa.

Informationen zu den Krimiautorinnen und -autoren der ersten Festivalwoche:

Wolfgang Schorlau lebt und arbeitet als freier Autor in Stuttgart. Neben den acht Dengler-Krimis „Die blaue Liste“, „Das dunkle Schweigen“, „Fremde Wasser“, „Brennende Kälte“, „Das München-Komplott“, „Die letzte Flucht“, „Am zwölften Tag“ und „Die schützende Hand“ hat er die Romane „Sommer am Bosporus“ und „Rebellen“ veröffentlicht und den Band „Stuttgart 21. Die Argumente“ herausgegeben. 2006 wurde er mit dem Deutschen Krimipreis sowie 2012 und 2014 mit dem Stuttgarter Krimipreis ausgezeichnet. 2016 war er Krimistipendiat der Stadt Wiesbaden. Einige seiner Dengler-Krimis wurden bereits verfilmt.

Dominik Graf, geboren 1952, begann 1972 ein Studium der Germanistik und Musikwissenschaft an der Universität München. 1974 wechselte er zur Hochschule für Fernsehen und Film. Seither betätigt er sich als Darsteller, Drehbuchautor und vor allem als Regisseur. Von Beginn an arbeitete er auch für das Fernsehen. 2012 gewann er zum zehnten Mal den Grimme-Preis. Zu seinen Filmen zählen „Der Felsen“, „Der rote Kakadu“, „Die geliebten Schwestern“, zahlreiche Folgen der Reihen „Tatort“ sowie „Polizeiruf 110“. Außerdem stammt von ihm die hochgelobte Serie „Im Angesicht des Verbrechens“ aus dem Jahr 2010.

Patrícia Melo wurde 1962 in São Paulo geboren. Die Autorin und Dramaturgin schreibt Romane, Hörspiele und Drehbücher. Die „Times“ kürte Patrícia Melo zur „führenden Schriftstellerin des Millenniums“ in Lateinamerika. Zweimal erhielt sie den Deutschen Krimi Preis, außerdem den LiBeraturpreis und den Prix Deux Océans. Patrícia Melo lebt in der Schweiz.

Auf einen Blick:

Wolfgang Schorlau und die „Georg-Dengler-Bluesband“: Mittwoch, 8. März, 19.30 Uhr, Casino-Gesellschaft, Friedrichstraße 22, 65185 Wiesbaden;
Eintritt: 16, ermäßigt 15 Euro zuzüglich Vorverkaufsgebühr, Abendkasse: 20, ermäßigt 19 Euro;

Dominik Graf und Wolfgang Schorlau: Donnerstag, 9. März, 19.30 Uhr, Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Straße 1, 65189 Wiesbaden;
Eintritt: Sechs, ermäßigt fünf Euro zuzüglich Vorverkaufsgebühr, Abendkasse: Acht, ermäßigt sieben Euro;

Patricia Melo: Sonntag, 12. März, 19.30 Uhr, Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Straße 1, 65189 Wiesbaden;
Eintritt: Acht, ermäßigt sieben Euro zuzüglich Vorverkaufsgebühr, Abendkasse: Zwölf, ermäßigt elf Euro;

Kartenvorverkauf für alle Veranstaltungen bei:
Tourist-Information Wiesbaden, Marktplatz 1, Telefon (0611) 1729930;
TicketBox in der Wiesbadener Galeria Kaufhof, Kirchgasse 28, Telefon (0611) 304808;
Online unter www.wiesbaden.de/literaturhaus.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.wiesbaden.de/literaturhaus.

Esmahan Aykol „Istanbul Tango“ – Lesung und Werkstattgespräch zum Auftakt von KrimiMärz und Fernsehkrimiwoche am 3. März 2017

Esmahan Aykol © Hueseyin-
Esmahan Aykol © Hueseyin-

Zum Auftakt des Festivals „Wiesbadener KrimiMärz“ liest die 2017er Krimistipendiatin Esmahan Aykol am Freitag, 3. März 2017, um 20 Uhr aus ihrem Krimi „Istanbul Tango“ und berichtet im Gespräch mit Marita Hübinger vom ZDF über ihre Arbeit als Autorin und Journalistin.

Aykols Roman „Istanbul Tango“ dreht sich um die Modejournalistin und Tangotänzerin Nil, die in Istanbul lebt und in Lebensgefahr schwebt. Ein Fall für Kati Hirschel: Die Buchhändlerin nutzt ihre Krimi-Kenntnisse, um zu recherchieren. Dabei begleitet sie ihren liebeskranken Angestellten Fofo zu einer Wahrsagerin und bekommt gleich selbst eine Weissagung: Bald tauche eine Leiche in ihrer Umgebung auf. Für eine Krimibuchhändlerin nichts Ungewöhnliches. Doch Kati wird klar, dass die Wirklichkeit mehr von ihr verlangt, als mit einem Buch auf dem Sofa zu liegen.

Esmahan Aykol, 1970 in Edirne in der Türkei geboren, begann während ihres Jurastudiums als Journalistin für verschiedene türkische Zeitungen und Radiosender zu arbeiten. Sie lebt heute in Berlin und Istanbul.

Karten zum Preis von acht, ermäßigt sieben Euro, gibt es nur an der Abendkasse.

Kartenvorverkauf bei: Tourist-Information Wiesbaden, Marktplatz 1, Telefon (0611) 1729-930; TicketBox in der Wiesbadener Galeria Kaufhof, Kirchgasse 28, Telefon (0611) 304808 sowie online unter www.wiesbaden.de/literaturhaus.

„Wiesbadener KrimiMärz“ beginnt am 3. März 2017 in Villa Clementine

In einer Kriminacht mit Musik entführen am Samstag, 4. März, um 19.30 Uhr Doris Gercke, Max Annas und Franz Dobler in die Ukraine sowie in die Welt illegaler afrikanischer Einwanderer und exzentrischer Stalker. Es moderiert der Krimiautor Alexander Pfeiffer. In den Pausen sorgt das Jazz-Duo „Ruud van Duijse & Edu Jung“ für Musik und das Literaturhauscafé für das leibliche Wohl.Das Wochenende klingt am Sonntag, 5. März, um 18 Uhr mit der ersten Veranstaltung der Festivalreihe „Auf dem Krimisofa mit…“ aus: Die renommierten Autoren Horst Eckert und Volker Kutscher stellen ihre aktuellen Kriminalromane zum NSU und den Anfängen des „Dritten Reiches“ vor und diskutieren mit Jörg Armbrüster (SWR) über Nationalismus und Rechtsextremismus gestern und heute.

Esmahan Aykol © Hueseyin Oezdemir
Esmahan Aykol © Hueseyin Oezdemir

Informationen zu den Krimiautorinnen und -autoren des ersten Festivalwochenendes: Esmahan Aykol, geboren in Edirne in der Türkei, arbeitete während des Jurastudiums als Journalistin für verschiedene türkische Zeitungen und Radiosender. Ihre sympathische Figur Kati Hirschel ermittelt als Krimi-Buchhändlerin auch gerne mal und deckt dabei nicht nur Verbrechen auf, sondern auch kulturelle Klischees. Wie Aykol selbst, die in Berlin und Istanbul lebt, ist sie eine Vermittlerin zwischen den Kulturen.

Max Annas – zweifach mit dem Deutschen Krimi Preis ausgezeichnet – konfrontiert den Leser in seinem aktuellen Roman „Illegal“ mit dem Alltag eines jungen Ghanaers, der versucht unbemerkt in Berlin zu leben und in einen Mordfall verwickelt wird.

In Franz Doblers aktuellem Krimi „Ein Schlag ins Gesicht“ gibt es ein Wiedersehen mit seinem Ermittler Robert Fallner, bekannt aus „Ein Bulle im Zug“.

Doris Gercke ist nicht nur Erfinderin der Figur Bella Block, sondern auch der Ermittlerin Milena Proháska. Diese verschlägt es in ihrem dritten Fall „Wo es wehtut“ in die Ukraine. Für ihre Verdienste um den Krimi erhielt Gercke den „Ehrenglauser“.

Horst Eckerts komplexe Polizeithriller wurden vielfach ausgezeichnet. Die Themen darin sind nah an der Zeit, so dreht sich der neueste Roman „Wolfspinne“ um den NSU.

Volker Kutscher. Foto: Diether v. Goddenthow
Volker Kutscher. Foto: Diether v. Goddenthow

Auch Volker Kutscher beschäftigt sich in seiner Reihe um den Berliner Ermittler Gereon Rath mit Nationalsozialismus, allerdings in seiner historischen Ausprägung in den 30er Jahren. Der sechste Band „Lunapark“ ist gerade erschienen, die gesamte Reihe wird derzeit von Tom Tykwer verfilmt.

Der Eintritt zum Auftakt mit Esmahan Aykol in der Literaturhaus Villa Clementine am Freitag, 3. März, 20 Uhr, kostet 8 Euro, ermäßigt 7 Euro. Der Eintritt für die Kriminacht mit Max Annas, Doris Gercke, Franz Dobler am Samstag, 4. März, 19.30 Uhr, im Literaturhaus Villa Clementine, kostet 12 Euro, ermäßigt 10 Euro zuzüglich Vorverkaufsgebühr. Karten an der Abendkasse kosten 15 Euro, ermäßigt 13 Euro. Kartenvorverkauf bei: Tourist-Information Wiesbaden, Marktplatz 1, Telefon (0611) 1729-930; TicketBox in der Wiesbadener Galeria Kaufhof, Kirchgasse 28, Telefon (0611) 304808 sowie online unter www.wiesbaden.de/literaturhaus.

Auf dem Krimisofa mit Volker Kutscher und Horst Eckert am Sonntag, 5. März, 18 Uhr, kostet 8 Euro, ermäßigt 7 Euro zuzüglich Vorverkaufsgebühr. An der Abendkasse kostet der Eintritt 12 Euro, ermäßigt 11 Euro. Kartenvorverkauf bei: Tourist-Information Wiesbaden, Marktplatz 1, Telefon (0611) 1729-930; TicketBox in der Wiesbadener Galeria Kaufhof, Kirchgasse 28, Telefon (0611) 304808 sowie online unter www.wiesbaden.de/literaturhaus.

http://www.darmstaedter-krimitage.de/

Das Deutsche FernsehKrimi-Festival 2017 erstmals zusammen mit dem KrimiMärz Wiesbaden

Key-Visual-Pistole-DFKF-201Das Deutsche FernsehKrimi-Festival  2017 kooperiert mit dem Wiesbadener literarischen KrimiMärz. Neu: Drehbuchwettbewerb für den Nachwuchs. Gesucht wird das spannendste Drehbuch-Exposé/
Manfred Zapatka kommt zur Eröffnung. Deutschlands bekanntester Profiler Stephan Harbort im Gespräch.

Literatur trifft Fernsehen – diese Kombination hat es in dieser Form in Wiesbaden noch nicht gegeben. Dazu musste der KrimiHerbst des Literaturhauses Villa Clementine in den März vorverlegt und zum KrimiMärz werden. Das Fernsehkrimifestival  vom 7. bis 12. März bildet quasi den Auftakt zum literarischen KrimiMärz vom 3. März bis 30. März 2017, freut sich Cathrin Ehrlich, Leiterin des Deutschen Fernseh-Krimi-Festivals. „Wir konnten das Festival durch diese Zusammenarbeit erweitern. Und ich finde es  auch sehr sinnvoll, dass verschiedene Kulturschaffende in einer Stadt oder auch in unserem kleinen Land wie Hessen zusammenarbeiten  und sich vernetzen.“ Gerade auch im Bereich Krimi sei die Verbindung zwischen Literatur und Film ja wirklich naheliegend, weil doch sehr viele gute Krimis einfach auch  auf einer Kriminalromanvorlage basierten.“, so die Festivalleiterin.

v.r.n.l.: Susanne Lewalter, Leiterin des Literaturhauses Villa Clementine,Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer des Kulturfonds Frankfurt RheinMain , Volker Kutscher, Schriftsteller, Rose-Lore Scholz, Kulturdezernentin der Landeshauptstadt Wiesbaden, Cathrin Ehrlich, Leiterin des Deutschen Fernseh-Krimi-Festivals, Tom Winter, Organisation FernsehKrimi-Festival 2017/Drehbuch-Wettbewerb. Foto: Diether v. Goddenthow  © atelier-goddenthow
v.r.n.l.: Susanne Lewalter, Leiterin des Literaturhauses Villa Clementine,Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer des Kulturfonds Frankfurt RheinMain , Volker Kutscher, Schriftsteller, Rose-Lore Scholz, Kulturdezernentin der Landeshauptstadt Wiesbaden, Cathrin Ehrlich, Leiterin des Deutschen Fernseh-Krimi-Festivals, Tom Winter, Organisation FernsehKrimi-Festival 2017/Drehbuch-Wettbewerb. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Die Stadt Wiesbaden und der Kulturfonds Frankfurt RheinMain erhoffen sich durch das Zusammenlegen vor allem einen noch besseren Bekanntheitsgrad Wiesbadens als Krimistadt. Seit  10 Jahren  gibt es eine große Vielfalt an Aktivitäten im Krimi-Genre in Wiesbaden, „von 2000 bis 2005 gab es den Wiesbadener Frauenkrimipreis, seit 2003 gibt es den Wiesbadener Krimiherbst, seit 2005 wird der Deutsche Fernsehkrimi-Preis verliehen, und seit 2009 verleiht die Stadt Wiesbaden alljährlich das Wiesbadener Krimistipendium an einen Autor oder eine Autorin“ listet Rose-Lore Scholz, Kulturdezernentin der Landeshauptstadt Wiesbaden, die Krimiaktivitäten Wiesbadens der letzten Jahre auf. Weitere Stichworte seien TV-Produktionen wie „Die Zwei“, „Der Staatsanwalt“. „Kommissarin Heller“ und die Frankfurt-Tatorte und auch Bestseller-Krimiautorinnen wie Nele Neuhaus und Charlotte Link,  die dazu beitrügen, dass Rhein-Main von außen als Krimi_Region wahrgenommen würde. Es sei daher „höchste Zeit für ein Krimifestival, das in die Region hineinstrahlt und darüber hinausstrahlt“ , so die Kulturdezernentin. Ziel dieses neuen Angebotes sei, die Krimiaktivitäten in Wiesbaden und im Rhein-Main-Gebiet zu bündeln. „Zwischen den Filmschaffenden und den Krimiautoren wollen wir ganz bewusst einen Austausch und auch eine inhaltliche Auseinandersetzung befördern, um in der Krimiszene ein Alleinstellungsmerkmal im deutschsprachigen Raum und auch hier in Wiesbaden zu erzielen“, so die Kulturdezernentin.

Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer des Kulturfonds Frankfurt RheinMain, der mit 50 000 Euro zu den Förderern zählt, ist davon  überzeugt, „dass die Strahlkraft der beiden Festivals in der Kooperation  noch größer wird, dass die Krimistadt Wiesbaden auch weit über die Region hin sichtbar wird“ und dass  auch die Qualität durch eine Kooperation gewinne, so Dr.Helmut Müller. Vor allem sei für den Kulturfonds die Vernetzung in die Region wichtig, was nicht bedeutet, dass jeder mit jedem zusammenarbeiten müsse, sondern man sich untereinander austausche und der eine wisse, was beim anderen laufe.  „Ich glaube, der Weg, der hier gegangen wird,“,  gerade mit Frankfurt und Darmstadt zusammen, wird sicher auch dazu führen, dass die Aufmerksamkeit in den anderen Städten der Region noch stärker auf dieses gemeinsames Festival hier gelegt werden wird.“, so Müller.

Susanne Lewalter,  Leiterin des Literaturhauses Villa Clementine, sieht gleichfalls nur Vorteile durch die  Kooperation. Ihr war es zudem gelungen,  zur Pressekonferenz den bekannten  Kölner Schriftsteller Volker Kutscher mitzubringen.

Volker Kutscher. Foto: Diether v. Goddenthow
Volker Kutscher. Foto: Diether v. Goddenthow

Kutschers Krimi-Besteller „Der nasse Fisch“ wird gerade für eine 18-teilige Serie verfilmt. Kutscher wird  somit zur „Quasi-Symbolfigur  für die Wiesbadener Kombination von Deutschem FernsehKrimi-Festival und KrimiMärz.  Der eigenem Bekenntnis zufolge aus der linken Ecke stammende Autor tritt unbeirrbar für Demokratie ein. Er ist konsequenter Weise grundsätzlich dagegen, Andersdenkende, egal welcher Couleur, von der Diskussion auszuschließen, sogar die AfD nicht, mit der er weiß Gott nicht sympathisiere.  Kutscher wird am 5. März um 18.00 Uhr gemeinsam mit Horst Eckert auf dem Krimisofa im Literaturhaus Wiesbaden Platz nehmen, was ein spannendes Gespräch zu werden verspricht.
Wer den Talk in der Villa Clementine verpasst, kann Volker Kutscher auch  noch einen Tag später, am 6.März, im Hessischen Literaturforum Mousonturm aus „Lunapark“ lesen hören.

Solche Kooperation, dass Autoren beispielsweise in Wiesbaden, dann in Frankfurt und schließlich noch in Darmstadt lesen, sei Teil des Konzeptes.
Vorteilhafter Nebeneffet der Vorverlegung des KrimiHerbstes zum KrimiMärz  sei zudem, dass  zahlreiche bekannte Autoren  im März einfacher einzuladen seien, da sie sich  anlässlich der Lit-Cologne und Leipziger Buchmesse ohnehin auf Lesereise befänden, freut sich Susanne Lewalter.

Das Programm des  KrimiMärz und FernsehKrimifestival kann sich sehen lassen

Das  Schwerpunktthema in diesem Jahr ist Kriminalität in Europa; ein leider ein hochaktuelles und brisantes Thema. „Es wird  bunt und sehr politisch sein im Vergleich zum letzten Jahr: DDR-Vergangenheit, NSU-Terror, ein herrlich schräg verschrobener ziemlich ungewöhnlicher Film aus Österreich, 2 Tatorte usw“., so Cathrin Ehrlich. Neben bekannten Regisseuren wie Dominik Graf oder dem Österreicher David Schalko werden so auch Autoren wie Wolfgang Schorlau während der fünf Tage des FernsehKrimi-Festivals in Wiesbaden zu sehen und zu hören sein. Dominik Graf und Wolfgang Schorlau treffen sich unter anderem am Donnerstag, 9. März, 19.30 Uhr, im Literaturhaus Villa Clementine auf dem Krimisofa.

Neu: Deutschlands spannendster Fernsehkrimi-Drehbuchnachwuchs
Eine weitere Premiere dieses Festivals ist der Drehbuchwettbewerb für junge Autoren, der 2017 gemeinsam mit der HessenFilm ausgeschrieben wurde.

Vier Juroren entscheiden darüber, welches von 26 eingereichten Exposés von Nachwuchsautorinnen und -autoren im Herbst an einem Pitching teilnehmen werden. Der Gewinner wird bei der Weiterentwicklung vom Exposé zum Treatment von dem Verband Top Talente e.V., einer Vereinigung von Drehbuchautoren, unterstützt. In der Jury sitzen die Drehbuchautorin und Grimme-Preisträgerin Katrin Bühlig, der Autor und Regisseur Günther Klein, Drehbuchautor John-H. Karsten, dessen Debütfilm „Vertraue mir“ beim Deutschen FernsehKrimi-Festival 2016 zu sehen war, und Tom Winter. Der Masterabsolvent Filmwissenschaft/Mediendramaturgie organisiert das FernsehKrimi-Festival bereits im dritten Jahr. „Wir riefen im September 2016 gemeinsam mit Hessenfilm den Drehbuchwettbewerb aus, und suchten eben Deutschlands spannendsten Fernsehkrimi-Drehbuchnachwuchs. Wir erhielten insgesamt 26 Exposés, und es war eigentlich sehr schön zu sehen, wer sich da alles bewarb: Es waren eben ganz klassisch die Drehbuch-Studenten. Es waren aber auch Familien, die zusammen an dem Krimi gearbeitet haben. Es  waren Lehrer, Business-Manager usw. Es scheint in jeder Berufssparte in Deutschland kreatives Potential dahingehend zu stecken“, freut sich Thomas, Winter,  Organisator des Drehbuchnachwuchs-Wettbewerbes und Mitorganisator des Fernsehkrimifestivals .
Die vier besten Exposés werden außerdem am Mittwoch, 8. März, 18 Uhr, in der Caligari Filmbühne von dem Schauspieler Isaak Dentler vorgelesen. „Für uns ein wichtiger Schritt, junge Filmemacher und Drehbuchautoren auf das FernsehKrimi-Festival in Wiesbaden aufmerksam zu machen“, erläutert Cathrin Ehrlich das Engagement.

Ein vielfältiger Wettbewerb – vom klassischen Krimi bis zum bitterbösen österreichischen Blick auf die Welt
„Zehn sehr unterschiedliche Fernsehkrimis stehen dieses Jahr im Wettbewerb des Deutschen FernsehKrimi-Festivals“, beschreibt Cathrin Ehrlich das Wettbewerbsfeld 2017. „Der klassische Krimi hat ebenso seinen Platz wie die Komödie, ein historischer Krimi, Filme, die uns mit offenem Ende alleine lassen, oder der bitterböse österreichische Blick auf die Welt.“ Den Auftakt macht am Dienstag, 7. März, 20 Uhr, die Premiere „Sanft schläft der Tod“. Die Entführung von zwei Kindern führt darin zu einem raffinierten Psychospiel, das die Eltern und den Großvater der Kinder in die Vergangenheit führt. Im Anschluss an die Vorführung beantworten der Regisseur Marco Kreuzpaintner und die Hauptdarsteller Marleen Loose, Fabian Busch und Manfred Zapatka die Fragen von Knut Elstermann. Der Berliner Filmkritiker wird auch 2017 die Filmgespräche des Festivals moderieren.

In der Jury sitzen 2017 die vielseitige Schauspielerin Gesine Cukrowski, die ihren Durchbruch als Partnerin von Ulrich Mühe in der Reihe „Der letzte Zeuge“ hatte, Schauspieler Florian Bartholomäi, der im 1000. Tatort „Taxi nach Leipzig“ als Entführer und Mörder überzeugte, der Drehbuchautor Michael Helfrich, dessen Film „Die Ungehorsame“ 2016 in Wiesbaden den Publikumspreis erhielt, die Regisseurin Isabel Kleefeld, die für ihre Arbeiten mit dem Grimme-Preis, dem Bayerischen Fernsehpreis und zuletzt beim New York-Festival ausgezeichnet wurde, sowie die diesjährige Krimi-Stipendiatin Esmahan Aykol. Sie entscheiden, wer 2017 den Deutschen FernsehKrimi-Preis und die damit verbundenen 1.000 Liter Wein  gewinnen wird.

Bereits im Vorfeld des Festivals können die Fans des literarischen Krimis die diesjährige Krimi-Stipendiatin Esmahan Aykol am Freitag, 3. März, 20 Uhr, im Literaturhaus Villa Clementine in einer Lesung erleben. Zwei Tage später, am Sonntag, 5. März, 18 Uhr, erwartet die Zuschauerinnen und Zuschauer unter dem Titel „Tatort im Doppelpack“ die Premiere des NDR-Tatortes „Borowski und das dunkle Netz“. Beim anschließenden Filmgespräch stehen der Schauspieler Maximilian Brauer, der Regisseur David Wnendt und der Drehbuchautor Thomas Wendrich auf der Bühne der Caligari FilmBühne.

Schauspielerin Margarita Broich als Fotografin
Ebenfalls am Sonntag, 5. März, 17 Uhr, eröffnet die Ausstellung „Ende der Vorstellung – Schauspielerporträts“. HR-Tatort-Kommissarin Margarita Broich beweist mit Fotos von ihren Schauspielkolleginnen und -kollegen, die sie nach Theatervorstellungen aufgenommen hat, ihr Können als Fotografin. Die Schauspielerin wird bei der Vernissage die Gäste in der Caligari FilmBühne begrüßen. Ihre Bilder sind bis zum 18. März im Foyer der Caligari-Filmbühne zu sehen.

Das True-Crime Format „Protokolle des Bösen“ (Donnerstag, 9. März, 18 Uhr/Murnau Filmtheater im Deutschen Filmhaus) mit anschließendem Gespräch mit Deutschlands bekanntestem Profiler und Kriminalist Stephan Harbort sowie ein Schimanski-Abend für Fans des Duisburger Rauhbeins (Donnerstag, 9. März, ab 20 Uhr/Finale – Das Restaurant) sind zwei weitere Programmpunkte des diesjährigen Deutschen FernsehKrimi-Festivals.

Die Preisverleihung findet 2017 am Freitag, 10. März, 20 Uhr, in der Caligari FilmBühne statt. Durch den Abend führt die Moderatorin Bärbel Schäfer. Die Musik kommt von der Frankfurter Band „Indes“.

Die lange FernsehKrimi-Nacht beendet in der Nacht vom 11. auf den 12. März dann das Deutsche FernsehKrimi-Festival.

Das Deutsche FernsehKrimi-Festival ist eine Veranstaltung des Kulturamtes der Landeshauptstadt Wiesbaden mit Unterstützung durch die HessenFilm und Medien GmbH, den Hessischen Rundfunk und den Kulturfonds Frankfurt RheinMain, in Kooperation mit dem Medienzentrum Wiesbaden, der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, dem Literaturhaus Villa Clementine und dem Wiesbadener Kurier.

Informationen gibt es auch im Internet unter www.fernsehkrimifestival.de

Literaturhaus Villa Clementine startet in KrimiMärz – Terminübersicht März 2017

© atelier goddenthow
© atelier goddenthow

Der März wird erstmalig in diesem Jahr in Wiesbaden zum KrimiMärz. Das Festival verbindet vom 3. – 30. März das Deutsche FernsehKrimi-Festival und das Wiesbadener Krimistipendium und ermöglicht dadurch mit zahlreichen Kooperationspartnern einen einzigartigen Austausch zwischen Literatur- und Filmschaffenden. Gefördert wird das Festival vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain. Das Programm hat in diesem Jahr den Schwerpunkt „Kriminalität in Europa“ – blickt man auf die derzeitige politische Situation, könnte dieses nicht aktueller gewählt sein. Zahlreiche renommierte Autorinnen und Autoren sind in diesem Rahmen in Wiesbaden und auch Frankfurt und Darmstadt zu Gast. Sie lesen aus ihren aktuellen Werken und diskutieren über brisante gesellschaftspolitische Themen. Das ausführliche Programm liegt ab Anfang Februar aus und kann unter www.wiesbaden.de/literatur heruntergeladen werden.

Zum Auftakt des Festivals  „Wiesbadener KrimiMärz“ stellt sich die neue Krimistipendiatin Esmahan Aykol vor. Sie liest aus ihrem Roman „Istanbul Tango“ und gibt Einblick in ihre Arbeit als Journalistin und Schriftstellerin.

Aykols Roman „Istanbul Tango“ dreht sich um die Modejournalistin und Tangotänzerin Nil, die in Istanbul lebt und in Lebensgefahr schwebt. Ein Fall für Kati Hirschel: Die Buchhändlerin nutzt ihre Krimi-Kenntnisse, um zu recherchieren. Dabei begleitet sie ihren liebeskranken Angestellten Fofo zu einer Wahrsagerin und bekommt gleich selbst eine Weissagung: Bald tauche eine Leiche in ihrer Umgebung auf. Für eine Krimibuchhändlerin nichts Ungewöhnliches. Doch Kati wird klar, dass die Wirklichkeit mehr von ihr verlangt, als mit einem Buch auf dem Sofa zu liegen. Esmahan Aykol, geboren 1970 in Edirne in der Türkei, begann während ihres Jurastudiums als Journalistin für verschiedene türkische Zeitungen und Radiosender. Sie lebt in Berlin und Istanbul.
Fr 03.03. | 20 Uhr
Moderation: Marita Hübinger (ZDF)
€ 8 / erm. € 7 – Nur Abendkasse
Veranstalter und Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden

Die Autoren Max Annas, Franz Dobler und Doris Gercke lesen beim „Wiesbadener KrimiMärz“ in einer langen Kriminacht aus ihren Krimis und sprechen mit dem Wiesbadener Krimiautor Alexander Pfeiffer. Vor, zwischen und nach den Lesungen spielt das Jazz-Duo Ruud van Duijse & Edu Jung und das Literaturhauscafé bewirtet hungrige und durstige Gäste.

Max Annas liest aus seinem Roman „Illegal“, der einen jungen Ghanaer begleitet, der versucht, so unsichtbar wie möglich in Berlin zu leben und unversehens unter Mordverdacht gerät. Annas hat bislang zahlreiche Bücher zu Popkultur, Politik und Sport veröffentlicht. Für seinen ersten Roman „Die Farm“ erhielt er den Deutschen Krimi Preis.

Franz Dobler, 2015 ebenfalls mit dem Deutschen Krimi Preis ausgezeichnet, stellt seinen Roman „Ein Schlag ins Gesicht“ vor“, der die privaten und beruflichen Krisen seines Ermittlers Robert Fallner ausleuchtet.

Und die Schriftstellerin und Bella-Block-Erfinderin Doris Gercke liest aus ihrem neuesten Milena-Proháska-Kriminalroman „Wo es wehtut“. Darin verschlägt es Milena nach Kiew, wo sie für den Bundesnachrichtendienst arbeitet und im Verdacht steht, doppeltes Spiel zu treiben. Man vermutet, dass sie nicht nur für Deutschland und die Ukraine, sondern auch für Russland arbeitet. Den Auftrag, der Sache auf den Grund zu gehen, erhält ausgerechnet Beringer, der sich nach Kräften bemüht, Milena zu vergessen, die einst seine Geliebte war.
Sa 04.03. | 19.30 Uhr
Moderation: Alexander Pfeiffer
€ 12 / erm. € 10 zzgl. VVG. Kartenvorverkauf: Tourist Information Wiesbaden, Marktplatz 1, Tel.: 06 11 – 17 29 930; TicketBox in der Wiesbadener Galeria Kaufhof, Kirchgasse 28, Tel.: 06 11 – 30 48 08, online unter www.wiesbaden.de/literaturhaus;  Abendkasse: € 15 /erm. € 13
Veranstalter und Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden

Im Rahmen der Reihe „Auf dem Krimisofa mit …“ sind während des Festivals „Wiesbadener KrimiMärz“ die bekannten Krimiautoren Horst Eckert und Volker Kutscher im Literaturhaus zu Gast. Sie lesen aus ihren Werken und sprechen mit Jörg Armbrüster vom SWR über Rechtsextremismus und Nationalismus gestern und heute.

Der in Düsseldorf lebende Horst Eckert hat im vergangenen Jahr den Roman „Wolfsspinne“ veröffentlicht, der die offizielle Version zum Thema NSU infrage stellt. Eckerts Düsseldorfer Hauptkommissar Vincent Veih ermittelt darin im Mordfall der Promiwirtin Melli Franck, deren Spur ins Drogenmilieu führt. Als weitere Morde geschehen, stößt er auf eine Fährte, die in die Vergangenheit weist: zur Aktion Wolfsspinne, die eng mit dem NSU verknüpft ist.

Der in Köln lebende Autor Volker Kutscher indes richtet seinen Blick in die Vergangenheit. In seinem neuesten Roman „Lunapark“ beschäftigt er sich mit dem nationalsozialistischen Deutschland. Nicht nur sein bewährter Ermittler Gereon Rath gerät darin mit den Braunhemden aneinander. Im Berlin des Jahres 1934 schwindet die anfängliche Begeisterung für die Regierung Hitler und die unberechenbare SA macht vielen Bürgern Angst.
So 05.03. | 18 Uhr
Moderation: Jörg Armbrüster (SWR)
€ 8 / erm. € 7 zzgl. VVG. Kartenvorverkauf siehe Rückseite. Abendkasse: € 12 / erm. € 11
Veranstalter und Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden

Der bekannte Autor und letztjährige Wiesbadener Krimistipendiat Wolfgang Schorlau stellt in der Wiesbadener Casino-Gesellschaft seinen Wiesbaden Kurzkrimi vor. Er wird aber nicht nur lesen, sondern auch mit seinerGeorg-Dengler-Bluesband zu erleben sein.

Wolfgang Schorlau war im Frühjahr als Krimistipendiat der Landeshauptstadt Wiesbaden für vier Wochen im Literaturhaus Villa Clementine zu Gast und hat in dieser Zeit für einen in Wiesbaden und Umgebung angesiedelten Kurzkrimi recherchiert. Nun stellt er den Kurzkrimi vor und berichtet über seine Zeit in Wiesbaden sowie die Recherche für den Text. Außerdem bringt er seine Georg-Dengler-Bluesband mit. Benannt ist diese nach der Hauptfigur seiner Kriminalromane, die der vielfach ausgezeichnete Autor in hochbrisanten Fällen ermitteln lässt – etwa dem Oktoberfest-Attentat oder den NSU-Morden.

Wolfgang Schorlau lebt und arbeitet als freier Autor in Stuttgart. Neben den acht „Dengler“-Krimis hat er die Romane „Sommer am Bosporus“ und „Rebellen“ veröffentlicht sowie den Band „Stuttgart 21. Die Argumente“ herausgegeben. 2006 wurde er mit dem Deutschen Krimipreis und 2012 mit dem Stuttgarter Krimipreis ausgezeichnet.
Mi 08.03. | 19.30 Uhr
€ 16 / erm. € 15 zzgl. VVG. Kartenvorverkauf siehe Rückseite. Abendkasse: € 20 / erm. € 19
Veranstalter: Literaturhaus Villa Clementine
Ort: Casino-Gesellschaft, Friedrichstraße 22, 65185 Wiesbaden

Im Rahmen der Reihe „Auf dem Krimisofa mit …“ sprechen der Regisseur Dominik Graf und der Autor Wolfgang Schorlau mit Urs Spörri vom Deutschen Filminstitut über organisierte Kriminalität in Europa.

Dominik Graf gehört zu den renommiertesten Filmregisseuren Deutschlands. Für Aufsehen sorgte seine zehnteilige Krimiserie „Im Angesicht des Verbrechens“, die zudem eine Debatte über das Qualitätsfernsehen auslöste.

Wolfgang Schorlau lebt und arbeitet als freier Autor in Stuttgart. Neben den acht „Dengler“-Krimis hat er die Romane „Sommer am Bosporus“ und „Rebellen“ veröffentlicht sowie den Band „Stuttgart 21. Die Argumente“ herausgegeben. 2006 wurde er mit dem Deutschen Krimipreis und 2012 mit dem Stuttgarter Krimipreis ausgezeichnet.
Do 09.03. | 19.30 Uhr
Moderation: Urs Spoerri
€ 6 / erm. € 5 zzgl. VVG. Kartenvorverkauf siehe Rückseite. Abendkasse: € 8 / erm. € 7
Veranstalter und Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden

Im Rahmen des Festivals „Wiesbadener KrimiMärz“ ist die renommierte lateinamerikanische Autorin Patricia Meloim Literaturhaus Villa Clementine zu Gast. Sie liest aus ihrem Thriller „Trügerisches Licht“ und spricht mit ihrer Übersetzerin Barbara Mesquita.

Tatort São Paulo: Während einer Theatervorstellung erschießt sich der Serienstar Fábbio Cássio auf offener Bühne. Schnell ist der Kriminaltechnikerin Azucena klar, dass dieser Selbstmord ein geschickt inszenierter Mord ist. Zunächst fällt ihr Verdacht auf die Ehefrau des Toten, später wird sie dann mit einem skrupellosen Mörder konfrontiert, der es womöglich auf die Ermittlerin selbst abgesehen hat.

Patricia Melo liest aus ihrem gefeierten Thriller und wird im Gespräch mit ihrer Übersetzerin auch über brasilianische Korruptionsskandale und deren Konsequenzen für Europa reden.

Patrícia Melo wurde 1962 in São Paulo geboren. Die „Times“ kürte Patrícia Melo zur führenden Schriftstellerin des Millenniums in Lateinamerika. Zweimal erhielt sie den Deutschen Krimi Preis. Sie lebt in der Schweiz.
So 12.03. | 19.30 Uhr
Moderation: Barbara Mesquita
€ 8 / erm. € 7 zzgl. VVG. Kartenvorverkauf siehe Rückseite. Abendkasse: € 12 / erm. € 11
Veranstalter und Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden

Der Bestseller-Autor Veit Etzold liest beim KrimiMärz aus seinem Thriller „Dark Web“ und spricht mit Alf Haubitz von hr2-kultur.

Eine Cyber-Ermittlerin, ein Online-Broker und eine neue Suchmaschine agieren im Zentrum dieses   Thrillers über Cyber-Terrorismus: Mit Holos hat Europa endlich sein eigenes Google. Doch die Datenkrake verfügt über gefährlich viel Geld und hochsensible Daten. Der Daytrader Oliver Winter stürzt sich derweil ins Dark Web, wo er mit illegalen Waren dealt. Sein Problem: Bald schon soll er nicht nur Drogen und Waffen verkaufen, sondern auch Menschen. Jasmin Walters indes leitet die Cyberterrorismus-Einheit Nemesis, angesiedelt zwischen BND und BKA. Nach und nach begreift sie, dass der vermeintlich segensreiche Internetriese Holos nicht nur im Internet, sondern auch im Dark Web operiert.

Veit Etzold ist Autor von vier Bestseller-Thrillern, die in sieben Sprachen übersetzt wurden. Er studierte internationales Management und arbeitete in Europa, Asien, Afrika und den USA. Er ist Berater des Auswärtigen Amtes, Mitglied in unterschiedlichen Expertengruppen der Atlantikbrücke und Dozent für Geopolitik.
Di 14.03. | 19.30 Uhr
Moderation: Alf Haubitz (hr2-kultur)
€ 8 / erm. € 7 zzgl. VVG. Kartenvorverkauf siehe Rückseite. Abendkasse: € 12 / erm. € 11
Veranstalter und Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden

Im Rahmen des Festivals „Wiesbadener KrimiMärz“ findet auch eine Podiumsdiskussion mit den AutorinnenEsmahan Aykol und Merle Kröger zum Thema „Europa, wo sind deine Grenzen?“ im Literaturhaus statt. Ruth Fühner von hr2-kultur leitet die Diskussion.

Die beiden Autorinnen Esmahan Aykol und Merle Kröger suchen an diesem Abend Antworten auf Fragen rund um die Identität Europas. Dabei soll die Bedeutung von tatsächlichen und ideellen Grenzen diskutiert werden. Davor liest Merle Kröger aus ihrem Politthriller „Havarie“. Darin ist das Mittelmeer Ferienparadies, Wiege der Kultur und Burggraben der Festung Europa zugleich. In einer windigen Nacht steigen zwölf Männer in ein Schlauchboot und versuchen, Spaniens Küste zu erreichen. Unter dem dunklen Himmel zieht auch ein gewaltiges Kreuzfahrtschiff dahin, ein irischer Frachter verlässt den algerischen Hafen mit leeren Containern an Bord, und in Cartagena liegt ein Kreuzer der Seenotrettung bereit.
Merle Kröger, geboren 1967 in Plön / Schleswig-Holstein, lebt und arbeitet als Produzentin, Drehbuch- und Romanautorin in Berlin.
Esmahan Aykol, geboren 1970 in Edirne in der Türkei, ist in diesem Jahr Wiesbadener Krimistipendiatin. Sie lebt in Berlin und Istanbul.
Mi 15.03. | 19 Uhr
Moderation: Ruth Fühner (hr2-kultur)
€ 8 / erm. € 7 zzgl. VVG. Kartenvorverkauf siehe Rückseite. Abendkasse: € 12 / erm. € 11
Veranstalter und Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden

Das Autorenduo Christian Schünemann & Jelena Volic stellt seinen neuesten Kriminalroman „Pfingstrosenrot“ vor und diskutiert die Rolle des Balkans innerhalb Europas. Die Moderation übernimmt Heiner Boehncke.

In welche Mühlen geriet das serbische Ehepaar, das sich von falschen Versprechungen und einem verheißungsvollen Rückkehrprogramm in die alte Heimat, das Kosovo, zurücklocken ließ? Die Belgrader Kriminologin Milena Lukin kommt skandalösen Machenschaften auf die Spur, die bis in hohe Kreise der serbischen und europäischen Politik reichen.

Christian Schünemann, geboren 1968 in Bremen, studierte Slawistik in Berlin und Sankt Petersburg, arbeitete in Moskau und Bosnien-Herzegowina und absolvierte die Evangelische Journalistenschule in Berlin, wo er auch lebt.

Jelena Volic, geboren in Belgrad, studierte Allgemeine Literaturwissenschaft und Germanistik in Belgrad, Münster und Berlin. Sie lehrt in Belgrad Neuere deutsche Literatur und Kulturgeschichte und ist Expertin für deutsch-serbische Beziehungen.
Do 16.03. | 19 .30 Uhr
Moderation: Heiner Boehncke
€ 8 / erm. € 7 zzgl. VVG. Kartenvorverkauf siehe Rückseite. Abendkasse: € 12 / erm. € 11
Veranstalter und Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden

Unabhängig vom „Wiesbadener KrimiMärz“ findet auch im März wieder die Reihe „Bis an die Grenzen … und weiter“ des Jungen Literaturhauses statt. Der Autor Christian Linker stellt seinen Roman „Dschihad Calling“ vor.

Jakob lebt den Alltag eines ganz gewöhnlichen Jugendlichen – bis er einem verschleierten Mädchen hilft, das von rechten Hooligans bedrängt wird. Sofort ist er fasziniert von der jungen Frau mit den blauen Augen. Kurz darauf entdeckt er sie auf einem Pressebild und ist zunächst geschockt: Sie ist Mitglied in einem Salafisten-Verein. Da sie ihm aber einfach nicht aus dem Kopf geht, beschließt er, über diesen Verein Kontakt mit ihr aufzunehmen. Ein schwieriges Unterfangen. Doch Samira hat einen Bruder – Adil – mit dem sich Jakob anfreundet und über den er Samira näher kennenlernen kann. Bald stellt sich jedoch heraus, dass Adil mit den Gotteskriegern des Islamischen Staates sympathisiert. Jakob gerät in einen schweren Konflikt zwischen seiner Freundschaft zu Adil, seiner Liebe zu Samira und seiner Vernunft, die ihm zunächst klar sagt, dass er sich besser von einer solch radikalen Gruppierung fernhalten sollte.

Christian Linker, geboren 1975, studierte Theologie und machte Jugendpolitik, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Seine Romane wurden vielfach ausgezeichnet – „RaumZeit“ wurde für den Deutschen Literaturpreis nominiert, „Dschihad Calling“ stand auf der „Liste der Besten 7“. 2009 erhielt er den Hansjörg-Martin-Preis.
Di 21.03. | 10.30 Uhr
Moderation: Falk Ruckes (Freier Journalist)
€ 2 – Geschlossene Veranstaltung für Schulklassen – Infos unter: 0611 – 31 57 46 Veranstalter: Literaturhaus und Börsenverein des Deutschen Buchhandels – Landesverband Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland e.V.     
Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden

Der Autor und Historiker Christian von Dithfurth liest im Literaturhaus während des „Wiesbadener KrimiMärz“ aus seinem Thriller „Zwei Sekunden“. Die Moderation übernimmt Jörg Armbrüster vom SWR.

Terroranschlag beim Staatsbesuch in Berlin. Nur um zwei Sekunden verfehlt eine Bombe die deutsche Bundeskanzlerin und den russischen Präsidenten. Die Russen behaupten, dass tschetschenische Terroristen hinter dem Anschlag stecken. Verfassungsschutz, Bundeskriminalamt und Berliner Polizei tappen im Dunkeln. Öffentlichkeit und Politik fordern Ergebnisse. Der Druck wächst. Widerwillig akzeptiert das BKA, dass Hauptkommissar Eugen de Bodt eigene Ermittlungen anstellt. Vor allem in höheren Polizeikreisen ist er unbeliebt bis verhasst. Doch will sich niemand nachsagen lassen, nicht alles unternommen zu haben. De Bodt und seine Mitarbeiter suchen verzweifelt eine Spur zu den Tätern.

Christian von Ditfurth, geboren 1953, ist Historiker und lebt als freier Autor in Berlin. Neben Sachbüchern und Thrillern hat er Kriminalromane um den Historiker Josef Maria Stachelmann veröffentlicht. „Zwei Sekunden“ ist der zweite Band einer Reihe um die Fälle des Berliner Hauptkommissars Eugen de Bodt, der jeden Morgen den Tag verflucht, an dem er beschloss, Polizist zu werden.
Do 23.03. | 19 .30 Uhr
Moderation: Jörg Armbrüster (SWR)
€ 8 / erm. € 7 zzgl. VVG. Kartenvorverkauf siehe Rückseite. Abendkasse: € 12 / erm. € 11
Veranstalter und Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden

Im Rahmen der Reihe „Auf dem Krimisofa mit…“ sind beim „Wiesbadener KrimiMärz“ die Autorin und JournalistinPetra Reski und der Autor und Fernsehjournalist Olaf Sundermeyer im Literaturhaus Villa Clementine zu Gast. Sie lesen aus ihren Werken und diskutieren über Strukturen der organisierten Kriminalität in Europa. Die Moderation übernimmt Margarete von Schwarzkopf.

Petra Reski wurde im Ruhrgebiet geboren und lebt in Venedig. Seit 1989 schreibt sie für verschiedene Medien über Italien und immer wieder über das Phänomen Mafia. Sie drehte auch einen Film über Mafiafrauen und wurde für ihre Reportagen und Bücher mehrfach ausgezeichnet. Petra Reski hat mehrere Bücher veröffentlicht, zuletzt den Kriminalroman „Die Gesichter der Toten“.

Olaf Sundermeyer arbeitet als Experte zum Thema Innere Sicherheit. Er ist häufig in Rundfunk und Fernsehen präsent und seine Fernsehreportagen zum Thema organisierte Kriminalität erhielten mehrere Auszeichnungen. Er hat sich intensiv mit rechtsextremen Parteien und Terror beschäftigt, sein neuestes Buch „Bandenland“ gibt Einblick in die organisierte Kriminalität in Deutschland.
Sa 25.03. | 19.30 Uhr
Moderation: Margarete von Schwarzkopf
€ 8 / erm. € 7 zzgl. VVG. Kartenvorverkauf siehe Rückseite. Abendkasse: € 12 / erm. € 11
Veranstalter und Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden

Im Rahmen des „Wiesbadener KrimiMärz“ findet auch eine ARTE-Filmpremiere statt, bei der die RegisseurinJulia Benkert zu Gast ist und mehr über Hintergründe und Entstehungsgeschichte der Doku „Sanatorium Europa“ berichtet.

In einer Zeit, in der die europäische Idee so bedroht erscheint wie nie, wirft die Dokumentation einen Blick zurück und zeigt, wie die großen Dichter und Denker auf die erste europäische Krise reagiert haben. Die Dokumentation stellt insbesondere die Literatur von Thomas Mann und Hermann Hesse in einen historischen Kontext und zeigt Parallelen zur heutigen Zeit auf. Es geht um die Jahre zwischen 1900 und 1918, als Europa dem Ersten Weltkrieg entgegensteuert. Für die Literatur eine durchaus produktive Zeit, denn wie jede Krise gebiert auch diese nicht nur Schwanengesänge, sondern schafft auch epochal Neues. Namhafte Künstler, Philosophen, Reformer und Dichter fliehen ins Tessin und an den Gardasee.

Julia Benkert lebt als freie Autorin und Regisseurin in München und war bereits bei der Realisation zahlreicher Dokumentationen für ARTE und die ARD beteiligt. Für die Reihe „Ein Tag im Leben von“ (BR) erarbeitete sie Porträts der Schriftsteller Andrea Maria Schenkel, Julia Franck, Jan Weiler, Hans Pleschinski und Anita Albus.
Di 28.03. | 19.30 Uhr
Moderation: Sandra Blass
Eintritt frei
Veranstalter: Literaturhaus Villa Clementine in Kooperation mit ARTE
Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden

Nach Abschluss des Festivals „Wiesbadener KrimiMärz“ findet eine Veranstaltung im Rahmen des Projekts„FRAGILE. Europäische Korrespondenzen“ im Literaturhaus Villa Clementine statt. Dabei sind 28 Autorinnen und Autoren aus den Ländern Europas auf Einladung des Netzwerks der Literaturhäuser in einen mehrmonatigen Gedankenaustausch getreten: In einem Briefwechsel diskutierten sie mit einem Partner ihrer Wahl über aktuelle gesellschaftliche, kulturelle oder politische Themen. Alle Briefwechsel des Projekts erscheinen im Februar in der Zeitschrift „die horen“.

Für das Literaturhaus Villa Clementine tauschten sich die deutsche Autorin Antje Rávic Strubel und die schwedische Autorin Lena Andersson aus. In ihrem tiefgründigen Briefwechsel beleuchten sie kritisch ihre beiden Herkunftsländer, Deutschland bzw. die DDR und Schweden und treten in eine Diskussion über ihre persönlichen Wertvorstellungen ein. Im Literaturhaus stellen sie ihren Briefwechsel vor und diskutieren mit Jenny Friedrich-Freksa vom Institut für Auslandsbeziehungen über Europa und seine Entwicklung.

Lena Andersson, geboren 1970, lebt in Stockholm. Sie ist Journalistin, Autorin und Literaturkritikerin. Für „Widerrechtliche Inbesitznahme“ erhielt sie den renommiertesten Literaturpreis Schwedens, den August-Preis. Der Roman stand monatelang auf Platz eins der Bestsellerliste.

Antje Rávic Strubel veröffentlichte zahlreiche Romane. „Sturz der Tage in die Nacht“ (2011) stand auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. Zuletzt erschien 2016 der Episodenroman „In den Wäldern des menschlichen Herzens“. Antje Rávic Strubel lebt in Potsdam.
Fr 31.03. | 19.30 Uhr 
Moderation: Jenny Friedrich-Freksa
€ 8 / erm. € 7 zzgl. VVG. Kartenvorverkauf siehe Rückseite. Abendkasse: € 12 / erm. € 11
Veranstalter: Literaturhaus in Kooperation mit dem Netzwerk der Literaturhäuser mit ARTE als Medienpartner
Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden

Literatur-Highlights Februar 2017 – Literaturhaus Villa Clementine Wiesbaden

© atelier goddenthow
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Im Februar werden zwei für den Deutschen Buchpreis 2016 nominierte Romane im Literaturhaus Villa Clementine in Wiesbaden vorgestellt: Katja Lange-Müller liest aus „Drehtür“ und Arnold Stadler aus „Rauschzeit“. Außerdem findet ein Lesungskonzert im Rahmen der Reihe „Musik und Literatur“ statt. Gegen Ende des Monats ist Teresa Präauer mit ihrem Roman „Oh Schimmi“ im Literaturhaus zu Gast. Auszüge daraus wurden bereits beim Bachmannwettbewerb gefeiert.

Die  Veranstaltungen im einzelnen:

Katja Lange-Müller liest aus „Drehtür“ Mi 01.02. | 19.30 Uhr

In „Drehtür“ erzählt Katja Lange-Müller in verschiedenen Episoden in ihrem gewohnt lakonischen Ton vom Helfen und dem, was davon übrigbleibt. Zwischen Komik und Tragik entfaltet sich ein raffiniert konstruierter Roman über ein hochaktuelles Thema. Im Zentrum steht Asta Arnold, eine Frau voller Lebensweisheit, die nach 22 Jahren im Dienst internationaler Hilfsorganisationen am Münchner Flughafen gestrandet ist. Da steht sie nun an einer Drehtür am Flughafen und weiß nicht, wohin mit sich selbst. Denn wohlgefühlt hat sie sich nur, wenn sie sich um andere kümmern konnte. Und wer könnte sie, die ausgemusterte Krankenschwester, jetzt noch brauchen? Während Asta über sich nachdenkt, beobachtet sie ihre Umgebung und meint, Menschen wiederzuerkennen, denen sie im Laufe ihres Lebens begegnet ist: den Koch der nordkoreanischen Botschaft, ihre Kollegin Tamara, ihren Exfreund Kurt und viele andere mehr. Mit jeder Zigarette taucht Asta tiefer in ihre Vergangenheit ein.
Katja Lange-Müller wurde 1951 in Berlin-Lichtenberg geboren. Sie absolvierte eine Schriftsetzerlehre und arbeitete einige Jahre bei der Berliner Zeitung. Anschließend war sie als pflegerische Hilfskraft unter anderem auf geschlossenen psychiatrischen Frauenstationen der Berliner Charité tätig. Von 1979 bis 1982 studierte sie am Institut für Literatur Johannes R. Becher in Leipzig. Darauf folgte ein Studienaufenthalt in der Mongolischen Volksrepublik. 1984 siedelte sie nach Westberlin über. Zu ihren Werken zählen „Böse Schafe“, „Die Letzten“ und der Erzählband „Die Enten, die Frauen und die Wahrheit“. Sie erhielt zahlreiche Preise, darunter den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis und den Kleist-Preis. „Drehtür“ stand auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis 2016. 1991 war sie Gastgeberin der Wiesbadener Literaturtage.

Mi 01.02. | 19.30 Uhr
Autorenlesung
Moderation: Marita Hübinger (ZDF)
€ 8 / 7 zzgl. VVG. Kartenvorverkauf: Tourist Information Wiesbaden, Marktplatz 1, Tel.: 06 11 – 17 29 930; TicketBox in der Wiesbadener Galeria Kaufhof, Kirchgasse 28, Tel.: 06 11 – 30 48 08 oder online unter www.wiesbaden.de/literaturhaus; Abendkasse: € 12 / 11
Veranstalter und Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden

Arnold Stadler aus „Rauschzeit“ Do 02.02. | 19.30 Uhr

Arnold Stadler beschreibt in „Rauschzeit“ die Geschichte eines Paares und stellt dabei mit leichter Hand tiefgründige Fragen nach dem Leben und der Liebe: Seit 15 Jahren sind Alain und Mausi verheiratet und nicht nur ihr Leben, auch die Liebe ist in die Jahre gekommen. Es ist ein Tag im Juni 2004, als überraschend die gemeinsame Freundin Elfi stirbt. Zusammen lebten sie in Freiburg in einer Wohngemeinschaft mit Justus, Inge, Toby und Babette. Elfi war eine lebenslustige und sterbenstraurige Fotografin, deren einziges Sujet die Männer waren, auch Alain. 1983 hat man gemeinsam einen Sommer der Liebe und Freiheit an der französischen Atlantikküste verbracht, den keiner von ihnen vergessen hat. Aber was hat die Zeit seitdem aus ihnen gemacht? Justus und Inge sind Spießer geworden, Norbert ist an Aids gestorben, Toby spurlos verschwunden. Jetzt, mehr als zwanzig Jahre nach dem Sommer von 1983, begegnet Alain in Köln seiner großen Liebe Babette wieder, und Mausi verliebt sich in Berlin in einen blonden Dänen. Und beide merken: Was Glück ist, weiß man immer erst später.
Arnold Stadler wurde 1954 in Meßkirch geboren. Er studierte katholische Theologie in München, Rom und Freiburg, anschließend Literaturwissenschaft in Freiburg, Bonn und Köln. Er lebt seit dem Jahr 2000 in Sallahn/Wendland und vom ersten Tag an in seinem Elternhaus, einem Bauernhof aus dem 18. Jahrhundert, in Rast über Meßkirch. Arnold Stadler erhielt zahlreiche bedeutende Literaturpreise, darunter der Georg-Büchner-Preis und der Kleist-Preis. Zuletzt erschienen „Komm, gehen wir“, „Salvatore“, „Einmal auf der Welt. Und dann so“ und „New York machen wir das nächste Mal“.

Do 02.02. | 19.30 Uhr
Autorenlesung
Moderation: Christoph Schröder (SZ und Die ZEIT)
€ 8 / 7 zzgl. VVG. Kartenvorverkauf: Tourist Information Wiesbaden, Marktplatz 1, Tel.: 06 11 – 17 29 930; TicketBox in der Wiesbadener Galeria Kaufhof, Kirchgasse 28, Tel.: 06 11 – 30 48 08 oder online unter www.wiesbaden.de/literaturhaus; Abendkasse: € 12 / 11
Veranstalter und Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden

Lesungskonzert im Rahmen der Reihe „Musik und Literatur“ Fr 17.02. | 19.30 Uhr
Im Rahmen der Reihe „Musik und Literatur“ findet ein Lesungskonzert unter dem Titel „Antennen im Regen“ statt. 2015 erschien bei ECM Records „Eine Olive des Nichts“ – Klangbilder des Radioautors und Regisseurs Burkhard Reinartz. Gedichte der Lyriker Tomas Tranströmer, Adam Zagajewski und Philippe Jaccottet verbinden sich mit Geräuschen, Soundscapes und Musik des international renommierten ECM-Labels zu einer spannungsvollen Einheit von Wort und Musik. „Antennen im Regen“ sind das Live-Pendant der ECM-CD. Burkhard Reinartz spricht Gedichte unter anderem von Adam Zagajewski, John Burnside und Tomas Tranströmer. Seine Stimme reibt und ergänzt sich mit den Klängen des Duos „Merzouga“: Eva Pöpplein entwickelt filmmusikartige Klang-Landschaften am Keyboard und laptop, Janko Hanushevsky nutzt den Elektro-Bass als percussiv/melodischen Klanggenerator. So entsteht ein Hörraum, der jenseits traditioneller Lyrikvertonungen Poesie und Musik aus der Ecke des Dramatisch-Künstlichen ins Leben zurückholt.
Burkhard Reinartz lebt und arbeitet als freier Radioautor, Regisseur und Sprecher in Köln. Markenzeichen seines Schaffens ist die Einheit / Spannung von Wort und Musik sowie die Verbindung von dokumentarischen und fiktiven Elementen. In seine Tätigkeit fließt langjährige Praxis als Musiker, Fotograf und bildender Künstler ein.
Eva Pöpplein und Janko Hanushevsky arbeiten seit 2002 zusammen. Als Duo „Merzouga“ produzieren sie Hörspiele und Features, sowie radiophone Klangkunst. Zudem komponieren die beiden Musik für Hörspiel, Film, Theater und intermediale Installationen. Charakteristisch für ihre über die Jahre gewachsene Klangsprache ist die Verbindung von Klang und Geräusch sowie die künstlerische Arbeit mit Field-Recordings. Die beiden leben in Köln.
Fr 17.02. | 19.30 Uhr
Lesungskonzert
€ 8 / 7 zzgl. VVG. Kartenvorverkauf: Tourist Information Wiesbaden, Marktplatz 1, Tel.: 06 11 – 17 29 930; TicketBox in der Wiesbadener Galeria Kaufhof, Kirchgasse 28, Tel.: 06 11 – 30 48 08 oder online unter www.wiesbaden.de/literaturhaus; Abendkasse: € 12 / 11
Veranstalter und Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden

Geschlossene Veranstaltung für Schulklassen Di 21.02. | 10.30 Uhr
Jugendbuchautorin Anne C. Voorhoeve liest aus ihrem Roman „Kascha Nord-Nordost“
Im Rahmen des „Jungen Literaturhauses“ ist die bekannte Jugendbuchautorin Anne C. Voorhoeve mit ihrem Roman „Kascha Nord-Nordost“ zu Gast.
Kascha hat es nicht leicht: Mit ihrer Familie ist das zwölfjährige Sinti-Mädchen aus Süddeutschland an die See gezogen. Doch in dem kleinen Dorf in Norddeutschland scheint die Familie noch nicht richtig angekommen zu sein. Obwohl sie sich bemühen, stoßen sie überall auf Misstrauen und Ablehnung. Zu fremd scheinen sie und ihre Traditionen für die Dorfbewohner zu sein. Bald fängt auch Kascha an, sich in ihre eigene Welt aus Comics und Serien zurückzuziehen und den anderen Bewohnern – unter anderem ihrer Cousine Bettina aus dem Nachbarort – abweisend gegenüber zu treten. Auch innerhalb der Kernfamilie gibt es trotz starken Zusammenhalts einige Probleme: Kaschas ältere Schwester Zippi will mit ihrem Freund heimlich durchbrennen, Kaschas Großvater wird nicht mehr lange leben und stets hängt über allem der ungeklärte Mord, dem einige Familienmitglieder vor Jahren zum Opfer gefallen sind. Doch dann bricht einer der schlimmsten Schneestürme der siebziger Jahre aus. Wie viel Chaos der Schnee auch anrichtet, er hat auch etwas Gutes: Er begräbt die Vorurteile unter sich und macht für einige Zeit alle gleich, nämlich zu Menschen, die einander brauchen.
Anne C. Voorhoeve, geboren 1963, studierte Politikwissenschaft, Amerikanistik und Alte Geschichte. Ihr erstes Jugendbuch „Lilly unter den Linden“ erschien 2004, seither hat sie mit ihren preisgekrönten Romanen, u.a. „Liverpool Street“, „Einundzwanzigster Juli“ und „Nanking Road“ jüngste Geschichte für ihre Leser erlebbar gemacht. Sie lebt in Berlin.
Di 21.02. | 10.30 Uhr
Moderation: Falk Ruckes (Freier Journalist)
€ 2 – Geschlossene Veranstaltung für Schulklassen – Infos unter: 0611 – 31 57 46 Veranstalter: Literaturhaus und Börsenverein des Deutschen Buchhandels – Landesverband Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland e.V.
Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden

Teresa Präauer liest aus ihrem Roman „Oh Schimmi“ Mi 22.02. | 19.30 Uhr
„Oh Schimmi“ ist Teresa Präauers Buch zum enthusiastisch gefeierten Text beim Bachmannwettbewerb 2015. Es ist sowohl Liebesreigen als auch Taugenichtsgeschichte – gemacht aus den Elementen, Bildern und Codes des 21. Jahrhunderts. Ein extrem komisches Buch, das unbedingt laut gelesen werden sollte, weil hier Sprache performt und zeigt, dass Anbaggern oder Aufreißen noch immer eine sportliche Disziplin ist.
Jimmy – genannt Schimmi – heißt der etwas sonderbare Teenager, den Präauer zum Helden ihres Romans macht. Er lebt mit seiner Mutter in einem Hochhauskomplex an der Autobahn und gibt sein Geld für TV-Sexhotlinenummern aus. Meist ernährt er sich von Marshmallows und schmachtet mit einem Fernrohr eine Frau namens Ninni an. Doch was so kalauernd daherkommt, verbirgt auch eine tragische Geschichte, denn Schimmis Vater, seines Zeichens Rodeoreiter, verließ einst die Familie mit nichts als einem paradoxen Abschiedsbrief zur Erklärung. Ob das der Grund ist, warum sich Schimmi in seinem Leben so zum Affen macht, bleibt allerdings dahingestellt und muss auch gar nicht beantwortet werden in diesem assoziativen und einfallsreichen Sprachfeuerwerk.
Teresa Präauer, geboren 1979, ist Autorin und bildende Künstlerin und lebt in Wien. Sie studierte Malerei und Germanistik in Salzburg, Berlin und Wien. Ihr Roman „Für den Herrscher aus Übersee“ wurde zur Frankfurter Buchmesse 2012 mit dem aspekte-Literaturpreis für das beste deutschsprachige Prosadebüt ausgezeichnet. Im Herbst 2014 erschien der Künstlerroman „Johnny und Jean“, ausgezeichnet mit dem Droste-Literaturförderpreis und dem Förderpreis zum Hölderlinpreis 2015 und nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2015. Teresa Präauer schreibt regelmäßig für Zeitungen und Magazine zu Theater, Kunst, Literatur, Mode und Pop.
Mi 22.02. | 19.30 Uhr
Autorenlesung
Moderation: Shirin Sojitrawalla (DLF und taz)
€ 8 / 7 zzgl. VVG. Kartenvorverkauf: Tourist Information Wiesbaden, Marktplatz 1, Tel.: 06 11 – 17 29 930; TicketBox in der Wiesbadener Galeria Kaufhof, Kirchgasse 28, Tel.: 06 11 – 30 48 08 oder online unter www.wiesbaden.de/literaturhaus; Abendkasse: € 12 / 11
Veranstalter und Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden

„Vom Weggehen und Ankommen“ – Akos Doma liest aus „Der Weg der Wünsche“ im Literaturhaus Wiesbaden Villa Clementine

Im Rahmen der Reihe „Vom Weggehen und Ankommen“ liest der ungarische Schriftsteller Akos Doma am Donnerstag, 12. Januar um 19.30 Uhr im Literaturhaus Villa Clementine in Wiesbaden aus seinem für den Deutschen Buchpreis 2016 nominierten Roman „Der Weg der Wünsche“. Die Moderation übernimmt der freie Literaturkritiker Christoph Schröder. Er war 2016 Mitglied der Jury zum Deutschen Buchpreis.

Akos Doma, ©Hubert P. Klotzeck
Akos Doma, ©Hubert P. Klotzeck

Flucht und Entwurzelung sind die zentralen Themen in Akos Domas‘ autobiografisch grundiertem Roman „Der Weg der Wünsche“. Doma, der selbst mit 14 Jahren aus Ungarn über England nach Deutschland kam, schildert eindringlich wie Heimatlosigkeit und Ungewissheit Menschen verändern. Auch wenn die Geschichte in den siebziger Jahren spielt, sind die darin behandelten Probleme höchst aktuell.

Seit Jahren lebt die Familie Kallay ein Leben voller Entbehrungen im sozialistischen Ungarn. Nachdem Teréz aufgrund ihrer vehementen Weigerung, in die Partei einzutreten aufs Land zwangsversetzt werden soll, reift der Plan in ihr, Ungarn zu verlassen. 1972 bricht sie mit Mann und zwei Kindern zu einem vermeintlichen Sommerurlaub an den Plattensee auf. Mit viel Wagemut schafft es die Familie über die Grenze nach Italien, wo sie jedoch in einem desolaten Auffanglager der Willkür der Behörden ausgeliefert ist. Zerrissenheit und Zweifel beginnen an Teréz und Karoly zu nagen. Ihnen wird immer schmerzhafter bewusst, dass sie die Enge Ungarns bloß eingetauscht haben gegen einen Lageralltag, der noch menschenunwürdiger ist. Ihr Ziel Deutschland scheint immer weiter in die Ferne zu rücken.

Akos Doma, geboren 1963 in Budapest, ist Autor und Übersetzer. Er hat unter anderem Werke von Sándor Márai, László F. Földényi und Péter Nádas ins Deutsche übertragen. 2001 erschien sein Debütroman „Der Müßiggänger“, 2011 „Die allgemeine Tauglichkeit“. Doma erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, zuletzt etwa das Grenzgängerstipendium der Robert Bosch Stiftung, den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis 2012 und das Prager Literaturstipendium 2014. „Der Weg der Wünsche“ stand 2016 auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis.

Eintritt: € 8 / erm. € 7 zzgl. VVG. Abendkasse: € 12 / erm. € 11
Zeit und Ort: Do 12.01.2017, 19.30 Uhr, Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden

Kartenvorverkauf bei:
Tourist-Information Wiesbaden, Marktplatz 1, Telefon: 0611 / 1729-930;
TicketBox in der Wiesbadener Galeria Kaufhof, Kirchgasse 28, Telefon 0611 / 304808;
Online unter www.wiesbaden.de/literaturhaus

Weitere Infos unter www.wiesbaden.de/literaturhaus

Terminübersicht Januar 2017 – Literaturhaus Villa Clementine

Foto: Diether v. Goddenthow © atelier goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow © atelier goddenthow

zu Beginn des neuen Jahres findet eine Lesung des für den Deutschen Buchpreis 2016 nominierten Schriftstellers Akos Doma im Literaturhaus Villa Clementine in Wiesbaden statt. Er liest aus seinem Roman „Der Weg der Wünsche“. Außerdem ist Judith Schalansky für ihre letzte Lesung im Rahmen der Poetikdozentur im Literaturhaus zu Gast. Der bekannte TV-Moderator Hubertus Meyer-Burckhardt spricht an einem Abend über seine langjährige Tätigkeit im Fernsehbereich und liest außerdem aus seinem aktuellen Roman „Meine Tage mit Fabienne“.

Auf diese und weitere interessante Veranstaltungen möchten wir Sie im Folgenden gerne aufmerksam machen.

Im Rahmen der Reihe „Vom Weggehen und Ankommen“ liest der Schriftsteller Akos Doma aus seinem für den Deutschen Buchpreis 2016 nominierten Roman „Der Weg der Wünsche“. Er erzählt in dem autobiografisch grundierten Roman die Geschichte einer dramatischen Flucht. Er selbst kam mit 14 Jahren aus Ungarn über England nach Deutschland. In seinem Roman schildert er auf eindringliche Weise, wie Heimatlosigkeit und Ungewissheit Menschen verändern.

Das Leben im sozialistischen Ungarn ist für Teréz und Károly unerträglich geworden. Seit Jahren lebt die Familie zu viert in einer Einzimmerwohnung, in der sie zudem von den Nachbarn bespitzelt werden. Nachdem Teréz aufgrund ihrer vehementen Weigerung, in die Partei einzutreten aufs Land zwangsversetzt werden soll, reift der Plan in ihr, Ungarn zu verlassen. 1972 bricht die Familie zu einem vermeintlichen Sommerurlaub an den Plattensee auf und schafft es mit viel Wagemut über die Grenze nach Italien. Doch dort stellt sie der sich endlos dehnende Sommer im desolaten Auffanglager auf eine Probe und die Familie droht, noch vor dem Erreichen ihres Ziels zu zerbrechen.

Akos Doma, geboren 1963 in Budapest, ist Autor und Übersetzer. Er hat unter anderem Werke von Sándor Márai, László F. Földényi und Péter Nádas ins Deutsche übertragen. 2001 erschien sein Debütroman „Der Müßiggänger“, 2011 „Die allgemeine Tauglichkeit“. Doma erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, zuletzt etwa das Grenzgängerstipendium der Robert Bosch Stiftung, den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis 2012 und das Prager Literaturstipendium 2014. „Der Weg der Wünsche“ stand 2016 auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis.
Die Lesung wird moderiert von Christoph Schröder, Mitglied der Jury zum Deutschen Buchpreis 2016.
Do 12.01. | 19.30 Uhr
Autorenlesung
Moderation: Christoph Schröder (SZ und Die ZEIT)
€ 8 / 7 zzgl. VVG. Kartenvorverkauf: Tourist Information Wiesbaden, Marktplatz 1, Tel.: 06 11 – 17 29 930; TicketBox in der Wiesbadener Galeria Kaufhof, Kirchgasse 28, Tel.: 06 11 – 30 48 08 oder online unterwww.wiesbaden.de/literaturhaus;  Abendkasse: € 12 / 11
Veranstalter und Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden

In ihrer letzten Lesung im Rahmen der „Poetikdozentur: junge Autoren“widmet sich Judith Schalansky ihrem vielfach ausgezeichneten Roman „Der Hals der Giraffe“. Bereits in ihrer ersten Lesung im November hat sie das Publikum mit ihrem gefeierten „Atlas der abgelegenen Inseln“ und dessen Entstehungsgeschichte begeistert – nun geht es an einen der irrwitzigsten Orte überhaupt: die Schule. Im Zentrum der Geschichte steht Inge Lohmark, Biologielehrerin seit mehr als dreißig Jahren im vorpommerischen Hinterland. Dort scheint sich niemand nach ihrem biologistischen Weltbild zu richten: Ihr Mann, der zu DDR-Zeiten Kühe besamt hat, züchtet nun Strauße, ihre Tochter lebt in den USA und hat nicht vor, Kinder in die Welt zu setzen. Alle verweigern sich dem Lauf der Natur. Als sie Gefühle für eine Schülerin der 9. Klasse entwickelt, muss sie ausgefallene Maßnahmen ergreifen, um das Gleichgewicht wieder herzustellen.

Judith Schalansky, 1980 in Greifswald geboren, studierte Kunstgeschichte und Kommunikationsdesign. Ihr literarisches Debüt „Blau steht dir nicht“ erschien 2008. Für ihren „Atlas der abgelegenen Inseln“ und für den Bildungsroman „Der Hals der Giraffe“ wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem 2012 mit dem Preis der Stiftung Buchkunst. 2011 war der Roman u.a. für den Deutschen Buchpreis nominiert. Außerdem erhielt sie 2014 den Preis der Literaturhäuser und war die jüngste Mainzer Stadtschreiberin.
Mi 18.01. | 19.30 Uhr 
Eintritt frei.
Veranstalter: Hochschule RheinMain in Kooperation mit dem Literaturhaus / Kulturamt Wiesbaden
Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden

Im Gespräch mit dem SWR-Moderator Jörg Armbrüster spricht Hubertus Meyer-Burckhardt über seine Tätigkeit als Journalist und Fernsehproduzent sowie seine Leidenschaft für’s Schreiben. Dabei gibt er einige Auszüge aus seinem aktuellen Roman „Meine Tage mit Fabienne“ zum Besten.

Hubertus Meyer-Burckhardt, 1956 in Kassel geboren, betrat bereits im Alter von 15 Jahren die Bühne des dortigen Staatstheaters und wusste gleich, dass er einmal „irgendetwas mit Unterhaltung“ machen wollte. Was lag da näher, als in München die Hochschule für Fernsehen und Film zu besuchen. Vorher studierte er aber noch Geschichte und Philosophie in Hamburg und Berlin. Für seine Arbeit als TV-Produzent erhielt er viele Preise, unter anderem mehrmals den renommierten Grimme-Preis und als erster deutscher Produzent eine Emmy-Nominierung. Er war viele Jahre im Vorstand der Axel Springer AG, seit 2006 arbeitet er als Produzent für die Polyphon Film- und Fernsehgesellschaft. Er hatte außerdem eine Professur an der Hamburg Media School inne. Seit 2008 ist Meyer-Burckhardt wieder zusammen mit Barbara Schöneberger Gastgeber der NDR-Talkshow, die er bereits von 1994-2001 moderierte. 2015 inszenierte er außerdem am Ernst Deutsch Theater in Hamburg die Komödie „Halbe Wahrheiten“. Er veröffentlichte die Bücher „Die Kündigung“ (2011), „Die kleine Geschichte einer großen Liebe“ (2014) und „Meine Tage mit Fabienne“ (2016).
Mi 25.01. | 19.30 Uhr  
Lesung und Gespräch
Moderation: Jörg Armbrüster (SWR)
€ 8 / 7 zzgl. VVG. Kartenvorverkauf: Tourist Information Wiesbaden, Marktplatz 1, Tel.: 06 11 – 17 29 930; TicketBox in der Wiesbadener Galeria Kaufhof, Kirchgasse 28, Tel.: 06 11 – 30 48 08 oder online unterwww.wiesbaden.de/literaturhaus;  Abendkasse: € 12 / 11
Veranstalter und Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden

Im Rahmen des Gedenktages für die Opfer des NS-Regimes am 27. Januarfindet im Literaturhaus ein Ton- und Bildvortrag von Prof. Dr. Karlheinz Schneider zum Thema „Zeugen einer Zeit – Die Audio-Produktion der Paul Lazarus Stiftung“ statt.

Das Aktive Museum Spiegelgasse (AMS) hat vor fast zehn Jahren mit der Produktion der Hörbuchreihe „Zeugen einer Zeit“ begonnen, die seit dem Jahr 2010 von der Paul Lazarus Stiftung fortgeführt wird. Bis 2014 sind insgesamt zehn Hörbücher entstanden. Zur Sprache gebracht wurden bekannte Persönlichkeiten wie die einstige zionistische Widerständlerin Trude Simonsohn, der Widerstandsforscher Prof. Dr. h. c. Arno Lustiger, der Rabbiner sowie Philosophie- und Theologieprofessor Dr. Leo Trepp und der Schriftsteller Edgar Hilsenrath. Seit 2015 hat die Stiftung unter dem Titel „Die zweite Generation erzählt“ eine neue Audio-Reihe initiiert, die ab dem Frühjahr 2017 publiziert werden soll. Dort kommen Söhne und Töchter von Überlebenden des Holocaust zu Wort, deren Traumata-Verarbeitung mit Bezug auf die Zeitzeugnisse ihrer Mütter und Väter gespiegelt werden.

Anhand eindrucksvoller Beispiele wird in der Veranstaltung die Produktion jener Hörbücher erläutert. Dabei stehen folgende Überlegungen und Fragen im Fokus: Nach welchen Kriterien wurden die Zeitzeugen ausgewählt? Wie gestaltete sich die Durchführung der Interviews? Nach welchen Leitgedanken wurden diese zu einer Gesamterzählung ausgestaltet? Inwiefern wurden die Kriterien der Quellenkritik berücksichtigt? Wo finden die Hörbücher vornehmlich Verwendung? Und worin liegt ihr didaktischer Wert?

Prof. Dr. Karlheinz Schneider lehrte nach seiner Promotion u.a. in Haifa, Jerusalem, Cincinnati und Waltham. Nach seiner Habilitation 1991 in Heidelberg wirkt er am dortigen Max-Weber-Institut als Honorarprofessor. An der Fachhochschule Wiesbaden lehrte er von 1977 bis 2007. Seit 2010 nimmt er am Haifa Center for German and European Studies eine Gastprofessur wahr. Von 2006 bis 2010 war er Vorsitzender des Aktiven Museums Spiegelgasse. Seitdem ist er Treuhänder der Paul Lazarus Stiftung.
Do 26.01. | 18 Uhr
Eintritt frei.
Veranstalter: Paul Lazarus Stiftung; Aktives Museum Spiegelgasse für Deutsch-Jüdische Geschichte in Wiesbaden; Kulturamt Wiesbaden / Literaturhaus Villa Clementine
Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden

Das „Offene Literaturforum“ unter der Leitung von Rita Thies ist eine offene Veranstaltung, in der jeweils zwei Bücher aus dem Bereich der aktuellen Literatur und / oder der Literatur des 20. Jahrhunderts diskutiert werden. Nähere Infos zu den Titeln können Sie vor den Veranstaltungen auf Nachfrage unter literaturforum.wiesbaden@online.de erhalten.
Di 31.01. | 19.30 Uhr
Eintritt frei
Veranstalter: Förderverein Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine e.V.
Ort: Literaturhauscafé, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden