Kategorie-Archiv: Naturhistorisches Museum

Rheinland-Pfalz: Öffnung von Museen, Ausstellungen, Galerien, Gedenkstätten, Bau- und Kulturdenkmälern ab 11. Mai möglich

Naturhistorische Museum Mainz. Im Foyer begrüßt der Hauerelefant. © Foto: Diether v Goddenthow
Naturhistorische Museum Mainz. Im Foyer begrüßt der Hauerelefant. © Foto: Diether v Goddenthow

Nach Bibliotheken, Archiven und zuletzt auch Musikschulen können nun auch Museen, Ausstellungen, Galerien, Gedenkstätten sowie Bau- und Kulturdenkmäler wieder öffnen. Eine Aktualisierung der fünften Coronabekämpfungsverordnung des Landes wird die Wiederaufnahme des Publikumsbetriebs ab 11. Mai 2020 unter Ein-haltung strenger Hygiene- und Schutzmaßnahmen ermöglichen. Dies hatte Ministerpräsidentin Malu Dreyer bereits vergangene Woche angekündigt. Der Museumsverband Rheinland-Pfalz, Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) und die Landeszentrale für politische Bildung (LpB) hatten in den vergangenen Wochen in Abstimmung mit dem Kulturministerium entsprechende Öffnungskonzepte vorbereitet.

Landesmuseum Mainz, © Foto: Diether v. Goddenthow
Landesmuseum Mainz, © Foto: Diether v. Goddenthow

„Besonders Museen und Galerien können Vorreiter bei der Wiederaufnahme des kulturellen Lebens sein. Sie besitzen oftmals die räumlichen Möglichkeiten, um anspruchsvolle Schutz- und Sicherheitskonzepte umzusetzen. Der Museumsverband koordiniert die Vorbereitungsarbeit der zahlreichen nichtstaatlichen Museen und stellt ein digitales Informationsangebot mit Handreichungen zur Öffnung der Museen zentral zur Verfügung. Eine schnelle Öffnung ist daher bei vielen Museen möglich! Die Landeszentrale für politische Bildung möchte die wichtige Bildungs- und Gedenkarbeit wiederaufnehmen. Mit viel Engagement wurden hier die notwendigen Vorbereitungen vorangetrieben“, so Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf.

Museum für Antike Schifffahrt des Römisch Germanischen Museums Mainz © Foto: Diether v. Goddenthow
Museum für Antike Schifffahrt des Römisch Germanischen Museums Mainz © Foto: Diether v. Goddenthow

„Wir freuen uns riesig, wieder Besucher*innen in Museen begrüßen zu dürfen, denn nichts ist trostloser als leere Ausstellungräume. Viele Häuser werden in der Lage sein, sofort ab dem 11. Mai wieder zu öffnen. Für einige Museen könnte die Umsetzung von Hygiene- und Vereinzelungsmaßnahmen jedoch problematisch oder sehr aufwändig werden. Mittelfristig hoffen wir, dass besucherstarke Vermittlungs- und Veranstaltungsangebote wieder anlaufen können, insbesondere in Hinblick auf die freiberuflichen Mitarbeiter*innen der Museen im Vermittlungsbereich“, ergänzt Dr. Elisabeth Dühr, Vorsitzende des Museumsverbands Rheinland-Pfalz und Direktorin des Stadtmuseums Simeonstift in Trier.

Gutenberg Museum (ohne Kurse /Vermittlung im Druckerladen). © Foto: Diether v. Goddenthow
Gutenberg Museum (ohne Kurse /Vermittlung im Druckerladen). © Foto: Diether v. Goddenthow

„Die Landeszentrale für politische Bildung und die von ihr getragenen KZ-Gedenkstätten in Osthofen und Hinzert haben durch digitale Angebote die Zeit der Schließungen überbrücken können. So wurde in Osthofen eine üblicherweise öffentliche Führung zum Thema ,Gewerkschafter im KZ‘ letztes Wochenende gefilmt und ins Netz gestellt. Aber alle digitalen Informationen können nicht den Besuch der historischen und authentischen Orte oder das interaktive Gespräch in der politischen Bildung ersetzen, sondern sie nur ergänzen“, so LpB-Direktor Bernhard Kukatzki.“Deshalb sind wir froh, nächste Woche – zwar eingeschränkt – Besucherinnen und Besucher begrüßen zu können.“

BISCHÖFLICHES DOM- UND DIÖZESANMUSEUM MAINZ © Foto: Diether v. Goddenthow
BISCHÖFLICHES DOM- UND DIÖZESANMUSEUM MAINZ © Foto: Diether v. Goddenthow

Die Gedenkstätten werden ab Dienstag, 12. Mai, wieder für Publikumsverkehr zugänglich sein. Die GDKE kündigte an, dass die Landesmuseen in Mainz, Koblenz und Trier, die Festung Ehrenbreitstein und Schloss Stolzenfels in Koblenz, die Römerbauten in Trier und in der Pfalz der Trifels und die Hardenburg ab Freitag, 15. Mai, ihre Pforten erneut öffnen.

Zu den Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen, die für die Öffnung der Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten sowie Bau- und Kulturdenkmäler umzusetzen sind, zählen z. B. die Bereitstellung von Desinfektionsmitteln, das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung sowie die Steuerung des Zutritts durch Einlasskontrollen. Ansammlungen von Personen vor oder in den Einrichtungen gilt es zu vermeiden. Darüber hinaus ist zu gewährleisten, dass der Mindestabstand zwischen Personen 1,5 Meter beträgt und die Höchstzahl der sich in der Einrichtung befindlichen Personen begrenzt wird. Voraussetzung einer Öffnung ist, dass diese Auflagen insbesondere bei kleinen und historischen Gebäuden räumlich und personell umgesetzt werden können.

Stadthistorisches Museum sowie das Garnisonsmuseum auf der Zitadelle. © Foto: Diether v. Goddenthow
Stadthistorisches Museum sowie das Garnisonsmuseum auf der Zitadelle. © Foto: Diether v. Goddenthow

Kultureller Jahresauftakt der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) im Mainzer Unterhaus

Auf ein Neues 2020 - Beim  kulturellen Jahresauftakt der ZIRP stellte SWR-Moderatorin Patricia Küll vier Persönlichkeiten vor, die 2020 in Rheinland-Pfalz Neues wagen und viel bewegen möchten!  (v.li.)  Stephan Denzer Geschäftsführer und Programmplaner des Mainzer unterhauses, Dr. Bernd Herkner Leiter des Naturhistorischen Museums in Mainz, Dr. Denis Alt Staatssekretär für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, Professorin Dr. Susanne Weissman designierte Präsidentin der Hochschule Mainz sowie SWR-Moderatorin Patricia Küll. ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Auf ein Neues 2020 – Beim kulturellen Jahresauftakt der ZIRP stellte SWR-Moderatorin Patricia Küll vier Persönlichkeiten vor, die 2020 in Rheinland-Pfalz Neues wagen und viel bewegen möchten! (v.li.) Stephan Denzer Geschäftsführer und Programmplaner des Mainzer unterhauses, Dr. Bernd Herkner Leiter des Naturhistorischen Museums in Mainz, Dr. Denis Alt Staatssekretär für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, Professorin Dr. Susanne Weissman designierte Präsidentin der Hochschule Mainz sowie SWR-Moderatorin Patricia Küll. © Foto: Diether v Goddenthow

Zum fünften Mal stellte die Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) e.V. beim traditionellen kulturellen Jahresauftakt im Mainzer unterhaus vier prominente Persönlichkeiten aus Rheinland-Pfalz mit ihren neuen Plänen und Zielen für 2020 vor. Im Gespräch mit SWR-Moderatorin Patricia Küll verrieten Professorin Susanne Weissman, designierte Präsidentin der Hochschule Mainz, Dr. Denis Alt, seit 2019  Kulturstaatssekretär im Wissenschafts- und Kulturministerium, Dr. Bernd Herkner, seit 2019 Leiter des Naturhistorischen Museums Mainz und Stephan Denzer, seit Juli 2019 Geschäftsführer und Programmplaner des Mainzer Unterhauses, ihre wichtigsten Ziele für die kommenden 11 Monate vor. Heike Arend,  Geschäftsführerin der ZIRP konnte zahlreiche Gäste begrüßen und gab einen kurzen Rückblick . Musikalisch grandios umrahmt wurde die Veranstaltung von den jungen Musikstipendiaten der ZIRP Enrico Czmorek (Klavier) und Morgane Voisin (Violine).

Durch die Talkrunde „Auf ein Neues“ führte SWR-Moderatorin Patricia Küll. 

Professorin Dr. Susanne Weissman, designierte Präsidentin der Hochschule Mainz ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Professorin Dr. Susanne Weissman, designierte Präsidentin der Hochschule Mainz © Foto: Diether v Goddenthow

Professorin Dr. Susanne Weissman, Vizepräsidentin an der Technischen Hochschule Nürnberg, sagte, sie trete buchstäblich in große Fußstapfen ihres Vorgängers Herrn Muth. Dafür habe sie in Nürnberg mit einigen Dingen im Leben abgeschlossen, zum Beispiel ihre Psychotherapeutische Praxis und ihre Unternehmensberatung aufgegeben, um hundertprozentig ihre künftige Position an der Mainzer Hochschule auszuüben. Bei den ersten Besuchen, „die ich schon in den Fachbereichen hatte“ sei ihr aufgefallen, „dass es viele verborgene Schätze gibt, die es zu heben gilt“, deren Heben sie gerne unterstützen will. Sie hoffe in einem Jahr in wesentlichen Zügen ein gemeinsames Zielbild zu entwickeln.

 

Dr. Denis Alt, Staatssekretär für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Dr. Denis Alt, Staatssekretär für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur © Foto: Diether v Goddenthow

Aus aktuellem Anlass erinnerte Dr. Denis Alt, Staatssekretär für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur , an den weltweiten Gedenktag des Nationalsozialismus, auch um einmal deutlich zu machen, dass „wir als Ministerium im Grunde genommen die ersten sind, die unter Einschränkung der Demokratie ganz besonders zu leiden hätten. Wir vertreten die Wissenschaft die Wissenschaftsfreiheit, aber auch die Kunst und Kultur und damit die Kunst und Kulturfreiheit, die als erstes zu leiden hätten wenn, „die Demokratie unter Beschuss gerät“. Und da es gegenwärtig diese Entwicklung gibt, so Alt, „lege nahe, dass wir uns in besonderer Weise der Verteidigung unserer Demokratie in diesem Jahr 2020 verschreiben müssen“. Der Staatssekretär und Kulturmensch Alt, der gerne klassische wie rockige Musik hört, glaubt, dass die Vielfältigkeit kultureller Angebote in Rheinland-Pfalz nicht nur in Oberzentren, sondern insbesondere auch in der Fläche etwas ganz Besonderes seien. Für ihn stünde es gar nicht persönlich zur Diskussion, ob für Kultur Geld ausgegeben werden müsse, denn „wir können Kultur nicht ausschließlich am wirtschaftlichen Erfolg messen“; sondern es gäbe eben Einrichtungen, „die der Pflege von Kultur dienen“, und es gäbe „auch so etwas wie einen kulturellen Schatz und Reichtum, den man pflegen muss, den man sich für kommende Generationen bewahren muss.“, so Alt, der überzeugt davon ist, „dass es die Aufgabe eines Staates, eines öffentlichen Gemeinwesen ist, übrigens auch jeder Stadt und Gemeinde, Kulturpflege zu betreiben“ .

 

Dr. Bernd Herkner, Leiter des Naturhistorischen Museums in Mainz, ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Dr. Bernd Herkner, Leiter des Naturhistorischen Museums in Mainz, © Foto: Diether v Goddenthow

Paläoanthropologe und Dinosaurierexperte Dr. Bernd Herkner sieht im neuen Jahr seine vordringliche Aufgabe darin, „das Naturkundemuseum Mainz sichtbarer zu machen, und zwar einmal das Museum selbst, aber auch die Bedeutung der Sammlung nach außen hin zu unterstreichen. Die Sammlung des Naturkundemuseums Mainz umfasse 1,5 Millionen Objekte. Das sei eine wissenschaftliche Datenbasis, eine Datenbank der Natur, eine unschätzbare Infrastruktur für die Forschung gerade jetzt auch hinsichtlich des Artenverlustes, so der Museumsdirektor. Die Naturkundemuseen weltweit seien mit ihren Sammlungen praktisch die „Verwalter der Artenvielfalt“, da sie die Daten, die physischen Objekte dazu haben mit zum Teil darin schlummernden unbekannten wertvollen Informationen für spätere Generationen. Die notwendige Pflege der Sammlung sei sehr verbesserungswürdig, insbesondere auch im Hinblick auf ihre Digitalisierung. Selbst Sammlungen  der ganz großen Häuser in Paris und in London seien noch weniger als 10 % digitalisiert. Das sei  eine Riesenaufgabe und da müssten natürlich auch Mittel fließen, um das leisten zu können. Mit dem „Standardpersonal„ wäre man froh, gerade mal den Museumsalltag, die Ausstellungen, Vermittlung usw. zu schaffen. Da sei noch viel zu tun, und vor allem wäre für ihn in diesem Jahr noch fällig, das Konzept für den weiteren, neuen Gebäudebereich zu entwickeln, so Herkner.

Naturhistorisches Museum Mainz
Reichklarastraße 1 und 10
55116 Mainz

 

Stephan Denzer, Geschäftsführer und Programmplaner des Mainzer unterhauses ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Stephan Denzer, Geschäftsführer und Programmplaner des Mainzer unterhauses © Foto: Diether v Goddenthow

Stephan Denzer, langjähriger Leiter der Abteilung Kabarett und Comedy im ZDF, 3sat und ZDFneo, und seit Juli 2019 neuer Chef im Mainzer unterhaus will 2020 seine Visionen für ein neues unterhaus in ein klares, konkretes Bild gießen, um den Wandlungsprozess in Gang zu setzten. Das geht nicht von heute auf morgen. Bei der „Heute-Show“ habe es auch fünf Jahre gedauert, bis aus dem anfänglichen Quotenflopp nun das Programmformat mit der höchsten Einschaltquote junger Zuschauer im ZDF wurde. Dem Erfinder von „Die Anstalt“, „Heute-Show“, Leute, Leute“, „Pelzig hält sich“, „Ellerbeck“, „Sketch History“ usw. fiel seine Entscheidung nicht leicht, mit knapp über 50 nochmal etwas ganz Neues zu wagen. Das Loslassen seines Leitungspostens beim ZDF, wo er viel bewegen konnte, sei eine seiner schwersten Entscheidungen im Leben gewesen. Doch die Zeit war reif, nach all dem Erreichten eine neue Herausforderung anzunehmen. Mit der Leitung der Kleinkunstbühne, „er hasse diesen Begriff Kleinkunst“, sei ihm das gelungen. Vor dieser Aufgabe habe er einen Riesenrespekt, und hoffe, dass ihm die Neugestaltung gelinge. Das Unterhaus, so Denzer, müsse wieder für alle Altersgruppen da sein, müsse zu einer Welt für alt und jung werden. Das Unterhaus müsse sich wandeln, offen für neue Formate werden, „um nicht am Ende abgehängt zu werden von den Entwicklungen wie etwa der Digitalisierung, so Denzer. Man müsse sich die Frage stellen, „wie kann ich einer solchen gravierenden gesellschaftlichen Veränderung gerecht werden, auch in einem so alten Traditionshaus wie dem unterhaus“.

Impression vom Foyerbereich im unterhaus. ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Impression vom Foyer im unterhaus. © Foto: Diether v Goddenthow

Vorteilhaft sei, dass das Unterhaus über zwei Spielstätten verfüge, einmal über das traditionelle Kabarett im großen Theater unten, „und da werden wir natürlich das, was bisher dieses Haus geprägt hat und auch für eine breite Zustimmung in der Bevölkerung sorgt, weitermachen und sich das traditionelle Kabarett  weiter entfalten lassen, so Denzer. Im der oberen Theater hingegen sollen dann „die“ Jungen „ihre“ Spielstätte bekommen, wo Experimente stattfinden können, „wo das  passiert, was dann hoffentlich in Zukunft die Menschen, wenn sie nicht mehr die Treppe hier hochkommen, unten ins Theater führt“, erläutert Denzer ein wenig augenzwinkernd und zeigt damit, wie die verschiedenen „Formate“ einander befruchten könnten.

Zurzeit verknüpft sich der neue Unterhaus-Chef mit zahlreichen Mainzer Kulturinstitutionen, wie etwa dem Frankfurter Hof oder mit der Mainzer Film-Hochschule. „Wir arbeiten mit den Studenten zusammen. Wir versuchen ihnen den Einblick in Kleinkunst und Comedy zu geben, etwa wie man Inhalte lustig gestalten kann usw.. Im Gegenzug hilft die Hochschule, die ihnen neue Web- und Instagram-Auftritte gestaltet hat, das Unterhaus auf Instagram, Facebook usw. aktiver zu bewerben. „Das ist eine wunderbare Symbiose, eine Synergie, die da entsteht“, so Denzer. Er habe angehende Filmwissenschaftler und auch Studenten am journalistischen Seminar versucht für Comedy zu begeistern. Zwei seien bereits hängen geblieben, „die jetzt gemeinsam ein bisschen im unterhaus mitarbeiten wollen“.

Ja, und es stimme auch, dass ein eigenes Ensemble am Unterhaus entstehen solle. „Wir sind jetzt in der Casting-Phase“. Man könne sich noch bewerben: „Sie müssen uns ein kleines Selfie -Video schicken und irgendetwas Lustiges zu Fridays for Future sagen können. Und dann schaffen Sie’s ins Casting!“ , ermutigt der Unterhaus-Chef, es zu versuchen.

Mainzer Unterhaus
unterhaus – Mainzer Forum-Theater gGmbH
Münsterstraße 7,
55116 Mainz

Programm Mainzer Unterhaus

(Diether v. Goddenthow / Rhein-Main.Eurokunst)

Taschenlampenführung: Nachts im Naturhistorischen Museum – 10.000 Besucher/in nach Wiedereröffnung des Naturhistorischen Museums Mainz

In der neuen Eingangshalle des Naturhistorischen Museums Mainz begrüsst das „Schreckens-Tier“, ein Hauerelefant. das Wappentier des nhm, den Besucher.   ©  Foto: Diether  v Goddenthow
In der neuen Eingangshalle des Naturhistorischen Museums Mainz begrüsst das „Schreckens-Tier“, ein Hauerelefant. das Wappentier des nhm, den Besucher. © Foto: Diether v Goddenthow

Nach elfmonatiger Schließung wurde das Naturhistorische Museum Mainz (nhm) nach umfangreichen Sanierungsarbeiten am Samstag/Sonntag, 28./29. September 2019 mit einem großen Bürgerfest und bunten Programm im neuen Ausstellungsdesign vorgestellt. Das beliebte Haus konnte sich in der kurzen Zeit, die seither vergangen ist, über einen Mangel an Besucher/innen nicht beklagen. Das Interesse ist so immens, dass das Team um Museumsdirektor Dr. Bernd Herkner und seine Stellvertreterin Nicole Fischer am heutigen Freitag, 11. Oktober 2019, bereits den 10.000 Besucher im Haus mit einer kleinen Überraschung begrüßen konnten. Das runderneuerte und erweiterte Naturhistorische Museum Main hatte Ende September mit neuen Ausstellungsbereichen sowie frischen Pädagogikräumen wiedereröffnet.

Besonders Kinder und Jugendlich können sich darauf freuen, auch mit der Taschenlampe die neue Ausstellung erkunden zu können: Abends im Kegel des Taschenlampenlichts begeben sich die Gäste auf eine Zeitreise, die vor 400 Jahren beginnt und dann durch die wechselhafte Erdgeschichte der Region führt. Die Führung geleitet durch Wüsten, tropische Wälder und eiszeitliche Kältesteppen, die Teilnehmer /innen tauchen ab in urzeitliche Meere.
In der geheimnisvollen Atmosphäre des dunklen Museum sind im Taschenlampenschein die beindruckenden und teils bizarren Bewohner dieser urzeitlichen Lebensräume zu entdecken. Elefanten und Nashörner an Orten, wo heute Wein gedeiht. Seekühe und riesige Haie im Rhein. Dies und noch mehr erwartet die Gäste auf dieser spannenden Reise durch die Zeit.

Führungen: 17.00 und 18.00 Uhr.
Preise: Erwachsene 8,00 Euro, Kinder 6,00 Euro

Führungsdaten: jeweils am Freitag, 8.11., 15.11., 22.11., 29.11., 6.12.2019 sowie im kommenden Jahr am
10.1.2020, 17.1.2020, 24.1.2020

Anmeldungen sind dringend erforderlich unter:
Museumspädagogik Naturhistorisches Museum Mainz
Telefon: 06131-122913
Email: Martina.Kracht@stadt.mainz.de

Ort:
Naturhistorisches Museum Mainz
Reichklarastraße 10
55116 Mainz

Öffnungszeiten
Montag: geschlossen
Dienstag: 10 bis 17 Uhr
Mittwoch: 10 bis 17 Uhr
Donnerstag: 10 bis 17 Uhr
Freitag: 10 bis 17 Uhr
Samstag: 10 bis 18 Uhr
Sonntag: 10 bis 18 Uhr

Feiertage: 10 bis 18 Uhr
(auch montags)

Montag geschlossen

Das Naturhistorische Museum Mainz in neuem Glanz und mit weltweit einzigartigen Funden feiert am 28. u. 29.09.2019 die Wiedereröffnung

In der neuen Eingangshalle des Naturhistorischen Museums Mainz begrüsst das „Schreckens-Tier“, ein Hauerelefant. das Wappentier des nhm, den Besucher.   ©  Foto: Diether  v Goddenthow
In der neuen Eingangshalle des Naturhistorischen Museums Mainz begrüsst das „Schreckens-Tier“, ein Hauerelefant. das Wappentier des nhm, die Besucher. © Foto: Diether v Goddenthow

10 Millionen Jahre vor unserer Zeit, als noch der Ur-Rhein in einem breiten Tal langsam quer durch Rheinhessen floss und Galeriewälder die Ufer säumten, stapfte ein „Schreckens-Tier“ entlang der Ufer: der Hauer-Elefant, bei Fachleuten Deinotherium giganteum genannt. Der mit einer Schulterhöhe von 4,60 Meter hochgewachsene Rüssel tragende Deinotherium giganteum aus dem rheinland-pfälzischen Eppelsheim in der Nähe von Alzey ist weltweit einmalig. „Mammute findet man häufiger, aber so einen Deinotherium giganteum ganz selten“, so Museumsdirektor Dr. Bernd Herkner, beim heutigen Presse-Preview. Anhand der Knochenfunde hat nunmehr der spanische Paläokünstler Ramon López den riesigen Pflanzenfresser in einem aufwendigen Verfahren in Originalgröße so wunderbar rekonstruiert, dass Kultur- und Baudezernentin Marianne Grosse schwärmte: „Das ist nicht nur ein außergewöhnlich tolles Großtierpräparat, das ist ein Kunstwerk“. Der Deinotherium giganteum ist auch das Wappentier des Naturhistorischen Museums, und es ist ein enormer Gewinn, das „Wappentier“ erstmals nun ab dem 28. September 2019, wenn das Naturhistorische Museum Mainz nach umfangreicher Sanierung mit einem großen zweitägigen Fest wiedereröffnet wird, so lebensecht wiedersehen zu können.

Ein rheinhessischer Affe. ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Ein rheinhessischer Affe. © Foto: Diether v Goddenthow

Bei den umfangreichen baulichen Sanierungsmaßnahmen wurden nicht nur Elektroanlage, Brandschutz und Barrierefreiheit auf den neuesten Stand gebracht, sondern auch der Eingangsbereich gänzlich verlegt und neu gestaltet. Man gelangt jetzt sofort in den früheren Lichthof und wird vom „Schreckens-Tier“ und weiteren Ur-Viechern, die einst durch Wälder und Steppen des heutigen Rheinland-Pfalz streiften begrüßt. Vor hier aus geht es in die verschiedenen Schauräume, die man aber auch chronologisch besichtigen kann, beginnend in den Räumen mit den ältesten Funden von vor 400 Millionen Jahren als Rheinland-Pfalz noch in Äquatornähe lag und endend mit dem Ausklingen der letzten Eiszeit vor 10 000 Jahren.
Durch den Einzug einer neuen Geschossdecke in den früheren Lichthof, der neuen Eingangshalle, konnte somit ein zusätzlicher Mehrzweckraum für Vorträge, Workshops und Events gewonnen werden. Der umfassend sanierte Trakt erscheint auf 600 qm in neuem Glanz.

Gezeigt wird in komplett überarbeiteter Präsentationsform der ungeheure Reichtum an Fossilien aus dieser Region. Das „Naturhistorische“ präsentiert dabei über 2.000 Originalobjekte, die in ästhetischer Weise und im Rahmen eines ansprechenden Ausstellungsdesigns präsentiert werden. Eindrucksvoll sind zugleich die vielen lebensgroßen Modelle der einstigen Tierwelt, die wie das mächtige Wappentier „Deinotherium von dem spanischen Paläokünstler Ramon López hergestellt wurden.
Gerade in der heutigen Zeit, in der junge Menschen in großer Zahl auf die Straße gehen, um auf den Klimawandel und den rasanten Biodiversitätsverlust in der Natur aufmerksam zu machen, sei es von besonderer Bedeutung, „sich mit unserem Planeten und seiner reichen Pflanzen- und Tierwelt auseinanderzusetzen“, betonte Marianne Grosse.

Kultur- und Baudezernentin Marianne Grosse und Museumsdirektor Dr. Bernd Herkner beim heutigen Presserundgang durch neue Naturhistorische Museum Mainz.   ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Kultur- und Baudezernentin Marianne Grosse und Museumsdirektor Dr. Bernd Herkner beim heutigen Presserundgang durch neue Naturhistorische Museum Mainz. © Foto: Diether v Goddenthow

Dazu bietet gerade das neue Naturhistorische Museum reichlich Möglichkeiten, denn das Haus nimmt seinen Bildungsauftrag ernst: mit über 700 betreuten Gruppen pro Jahr vermittelt das Museum mit seinen unterschiedlichen und altersgerechten Programmen naturkundliche Grundlagen, die bei jüngeren, aber auch gehobenen Altersstufen das Bewusstsein für den Wert der natürlichen Vielfalt und deren Bedeutung für den Menschen als Teil der Natur schärft.

Im Mittelpunkt des neuen Museums steht die wechselhafte Erdgeschichte von Rheinland-Pfalz, das reich an Fossillagerstätten ist. Die exzellent erhaltenen Fossilien der Ausstellung belegen, dass sich vor etwa 400 Millionen Jahren in diesen Breitengraden – auch am Standort des Hauses – einst ein ausgedehnter Ozean befand. Mit dieser Zeitepoche beginnt auch der Rundgang durch die Erdgeschichte des Bundeslandes, die sich als sehr wechselhaft darstellte – das Meer verschwand, es wurde trocken, dann eroberte sich das Meer das Land zurück, es tummelten sich hier Haie und Seekühe. Mal war es tropisch heiß, mal sibirisch kalt. All diesen Wandel können die Besucher des Naturhistorischen Museums in einer erlebnisorientierten Weise inszeniert, hautnah erfahren.

Ein sensationeller  Fund aus Rheinland-Pfalz: die versteinerte Schwere eines Gliederfüsslers, der  mit  seinen 2,5 Meter  weltweit als einzigartig gilt.. ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Ein sensationeller Fund aus Rheinland-Pfalz: die versteinerte Schere eines Gliederfüsslers, der mit seinen 2,5 Meter weltweit als einzigartig gilt.. © Foto: Diether v Goddenthow

Die neuen Ausstellungsräume beherbergen über 2.000 Originalfossilien, die allesamt aus Rheinland-Pfalz stammen, darunter einzigartige Stücke in der Welt. All dies ist beeindruckend und hoch ästhetisch in Szene gesetzt.
Rheinland-Pfalz sei weltweit für seine spektakulären Fossilienfundstätten bekannt – etwas durch den Ort Bundenbach im Hunsrück, der Weltrang genieße. Der Bundenbach-Schiefer, so Grosse, berge phänomenale Fossilien aus der erdgeschichtlichen Epoche des Devons und das Naturhistorische Museum verfügt über die bedeutendste Fossiliensammlung dieser Fundstelle.
In einem Diorama werde zudem die Entstehungsepoche lebendig gemacht. Als Schaufenster in eine der „Wilden Welten“ der Urzeit zeige es die Situation vor 400 Millionen Jahren und mache die damalige Unterwasserwelt mit all seinen Bewohnern erlebbar. Grosse: „Am neuen didaktischen Konzept gefällt mir besonders, dass in den einzelnen Ausstellungsbereichen die Arbeit der Paläontologen sichtbar und nachvollziehbar gemacht wird.“
Besonders aufschlussreich wird dies am Beispiel der Fossilfundstätte im rheinhessischen Eppelsheim erläutert. Dort führt das nhm schon seit vielen Jahren regelmäßig Grabungen in den Sedimenten des Ur-Rheins durch.

Die Rekonstruktion des weltweit einzigartigen  Gliederfüsslers mit seinen Scheren. ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Die Rekonstruktion des weltweit einzigartigen Gliederfüsslers mit seinen Scheren. © Foto: Diether v Goddenthow

Alle neuen Ausstellungstücke sind von höchster Qualität und mit „viel Liebe und höchstem handwerklichen Geschick“, so Grosse, umgesetzt. Bis hierher war es jedoch ein langer Weg, der maßgeblich durch den langjährigen Direktor des Museums, Dr. Michael Schmitz, geebnet worden sei, betonte die Kulturdezernentin. Er habe den Umbau und die Neuausrichtung des Naturhistorischen Museums massiv vorangebracht. Ihr Dank galt zugleich dem neuen Museumsdirektor, Dr. Bernd Herkner, der das Projekt fortgeführt und ins Ziel gebracht habe. „Ich kenne Dr. Michael Schmitz schon sehr lange und teile seine wissenschaftliche Philosophie. So konnte ich gleich in dieses Projekt voll einsteigen und ganz dahinter stehen, da keine Fehler gemacht wurden. Ich hätte es genauso konzipiert,“ so Herkner, der zuvor Senckenberg-Museumsdirektor war und den Ruf aus Mainz erhielt. „Wir wollen in unseren neuen Ausstellungen zeigen, dass naturkundliche Sammlungen Datenbanken der Natur sind. Wir sind quasi die Verwalter der Biodiversität, die physische Objekte für die Forschung vorhalten – auch für spätere Generationen. Gerade in einer Zeit des rasant ansteigenden Biodiversitätsverlusts ist diese Aufgabe von großer Bedeutung.“

Seekühe schwammen vor 30 Millionen Jahren durchs subtropische artenreiche Binnenmeer, welches durchs Mainzer Becken flutete.©  Foto: Diether  v Goddenthow
Seekühe schwammen vor 30 Millionen Jahren durchs subtropische artenreiche Binnenmeer, welches durchs Mainzer Becken flutete.© Foto: Diether v Goddenthow

Breits im Jahr 2008 begann der mehrstufige bauliche Modernisierungsprozess, der in Folge von Brandschutzauflagen und zur Schaffung von Barrierefreiheit zwingend notwendig geworden war. Im Jahr 2014 folgten mit dem Bauabschnitt III die umfangreichsten baulichen Sanierungsmaßnahmen am Naturhistorischen Museum seit 1962. Dieser Bauabschnitt war von Beginn an eng verzahnt mit der Brandschutzsanierung und der Herstellung der Barrierefreiheit in der Anne-Frank-Realschule, mit der das Naturhistorische Museum diesen Gebäudekomplex teilt.

Ende 2018 konnten die Maßnahmen abgeschlossen werden, wodurch das Naturhistorische Museum nun über eine moderne Gebäudeinfrastruktur verfügt: Der Brandschutz entspricht den gesetzlichen Anforderungen, die Elektrik ist vollständig modernisiert, alle Bereiche sind nun barrierefrei zugänglich.

Dies alles geht natürlich nicht zum Nulltarif. Das gesamte Bauprojekt, einschließlich der Baumaßnahmen an der Anne-Frank-Realschule wurde von der Landeshauptstadt Mainz mit rund 8 Millionen Euro finanziert.

Nach der Beendigung der Sanierungsmaßnahmen konnte auch mit der Umsetzung des neuen Ausstellungskonzepts begonnen werden. Bis zum Zeitpunkt der Beendigung der Baumaßnahmen fanden alle Arbeiten der verschiedenen Bauabschnitte bei laufendem Museumsbetrieb statt – eine große Herausforderung für das Team.

Mit Beginn der sukzessiven Umsetzung des neuen Ausstellungskonzepts wurde allerdings ab November 2018 die Schließung des Hauses notwendig. Grosse dankte alle Beteiligten:
„Das gesamte Team des Naturhistorischen Museums, jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter hat hier Großartiges geleistet. Die Landeshauptstadt Mainz ist um eine neue Attraktion reicher.“

Wiederöffnung für kleine und große Gäste mit buntem Rahmenprogramm am Wochenende

nhm-flaggenDas Wochenende steht ganz im Zeichen der Neueröffnung unter dem Motto „Wir sind wieder da!“ – dann öffnet das Haus für kleine und große Besucherinnen und Besucher von nah und fern wieder die Türen: Am Samstag/Sonntag, 28./29. September 2019 lädt das Museum alle Gäste bei freiem Eintritt in und an das Museum, um sich das „Naturhistorische“ zurück zu erobern – mit Street Food, Schnupper-Führungen, Eröffnungsquiz und zahlreichen weitere Veranstaltungspunkten (Flyer mit Programm ist angefügt).

Programm zur Wiedereröffnung

Freitag, 27. September ab 19 Uhr
Festliche Beleuchtung des Museums ab 19 Uhr

Samstag, 28. September 10 bis 21 Uhr
Tag der jungen Erwachsenen/urban active

• 11 Uhr
Erste öffentliche Führung
mit Kulturdezernentin Marianne Grosse
und Museumsdirektor Dr. Bernd Herkner
• Im Anschluss ab 11.30 Uhr alle 30 Minuten bis 20 Uhr
Schnupper-Führungen durch das Team des Museums:
Dr. Bernd Herkner/Marius Müller/Lina Barth/
Martina Kracht

Essen und Trinken auf dem
Street Food Markt vor dem Museum
11.30 Uhr bis 21 Uhr
mit n’Eis, Spinnlers Schwenkbraterei & Bier, Kumpir
u. Burger, Cocktails, Wein von Die Mainzer Winzer e.V.
Weingut Martina und Jörg Eckert

• Musik 18 bis 21 Uhr: La Route du bonheur
• Ganztags: Forscherwerkstatt geöffnet
• Eröffnungsquiz der Sparkasse Mainz
• Festliche Beleuchtung des Museums von aussen
ab 19 Uhr

Sonntag, 29. September 10 Uhr bis 18 Uhr
Tag der Familien/ familiy & friends

Ganztags
Themenstationen laden zum Mitmachen ein:
• Urzeit Tiere gießen
• Handabdrücke gießen
• Mammut basteln
• Steinzeitketten basteln
• Buttons gestalten
• Bienen basteln
• Eröffnungsquiz der Sparkasse Mainz
• Forscherwerkstatt geöffnet

Essen und Trinken auf dem
Street Food Markt vor dem Museum
11.30 Uhr bis 18 Uhr
mit n’Eis, Spinnlers Schwenkbraterei & Bier,
Kumpir u. Burger, Cocktails, Wein von Die Mainzer
Winzer e.V. Weingut Martina und Jörg Eckert

• Musik 12 bis 16 Uhr: La Route du bonheur
• Das AZ-Monster Kruschel lädt ein unter dem
Motto: „Im Museum werdet ihr monsterschlau…“
• Schnupper-Führungen durch das Team des
Museums: Martina Kracht
von 11 bis 17 Uhr zur vollen Stunde

Naturhistorisches Museum Mainz
Landessammlung für Naturkunde RLP
Reichklarastr. 1
55116 Mainz
Fon: 06131/122646
Fax: 06131/122975
Mail ans nhm mainz

Nachts im Museum – Naturhistorisches Museum Mainz bald wieder geöffnet

Archivbild vor der Sanierung ©  Foto: Diether v Goddenthow
Archivbild vor der Sanierung © Foto: Diether v Goddenthow

Bald ist es soweit! In neuem Gewand und mit neuen Ausstellungen öffnet das Naturhistorisches Museum Mainz Ende September wieder seine Tore. Schon jetzt können Sie sich wieder zu museumspädagogisch geführten Taschenlampenführungen anmelden!

Mit der Taschenlampe durch die neue Ausstellung
Abends im Kegel des Taschenlampenlichts geht es auf eine Zeitreise, die vor 400  Millionen Jahren beginnt und durch die wechselhafte Erdgeschichte rheinhessischer Heimat führt. Sie geleitet durch Wüsten, tropische Wälder und eiszeitliche Kältesteppen, die Besucher/innen tauchen ab in urzeitliche Meere. In der geheimnisvollen Atmosphäre des dunklen Museums entdecken die Gäste im Taschenlampenschein die beeindruckenden und teils bizarren Bewohner dieser urzeitlichen Lebensräume. Elefanten und Nashörner –  Orte, an denen heute Wein gedeiht, Seekühe und riesige Haie im Rhein. Dies und noch mehr erwartet die Gäste auf dieser spannenden Reise durch die Zeit.

Uhrzeit: 17.00 und 18.00 Uhr

Preise: Erwachsene 8.00 Euro Kinder 6.00 Euro

Führungen jeweils am Freitag, den 8.11.2019 15.11.2019, 22.11.2019, 29.11.2019, 6.12.2019 sowie
10.1.2020, 17.1.2020 und 24.1.2020

Anmeldung dringend erforderlich unter:
Museumspädagogik Naturhistorisches Museum Mainz, Telefon 06131-122913
Martina.Kracht@stadt.mainz.de

Wissenschaftstag „ Bienen „ vor und im Naturhistorischen Museum in Mainz

bienen-coverAm Wissenschaftstag zum Thema Bienen im Naturhistorischen Museum Mainz am 16. Oktober 2016 kann sich die gesamte Familie, aber auch interessierte Bürgerinnen und Bürger aller Altersklassen rund um das Thema Bienen informieren. 

Die Besucher erwartet zwischen 10:00 und 16:30 Uhr ein vielfältiges Programm rund um das Leben der Bienen mit verschiedenen Aktionen, Vorträgen und Mitmachstationen.

Der Eintritt ins Museum ist an diesem Tag frei.

flyer_wissenschaftstag_bienen

SIEBEN MUSEEN – EIN FEST – Museumspädagogen laden am 3. Juli 2016 zu großem Sommerfest

Pressebild_160616.jppKunst auf spielerische Art zu erkunden: Dazu laden die Mainzer Museen und das Museum bei der Kaiserpfalz Ingelheim am Sonntag, dem 3. Juli, von 14 bis 17 Uhr ein. Für das große Sommerfest vor und in der Kunsthalle Mainz haben sich die Museumspädagogen der einzelnen Häuser zusammengetan und sich für Groß und Klein ein buntes Programm ausgedacht, das alle anregt, miteinander genau zu schauen, zu basteln, zu schreiben und mitzumachen.

So kann man am Stand des Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseums erfahren, was sich alles aus Seife schnitzen lässt, das Gutenberg-Museum kommt mit seiner kreativen Druck- und Mitmachwerkstatt, die Schönheit mittelalterlicher Initialen vermittelt das Museum bei der Kaiserpfalz Ingelheim, mit dem Landesmuseum ist man bei Pendelführungen mit offenen Augen unterwegs, das Naturhistorische Museum zeigt Modelle von Lurchen, Molchen und Co. und gestaltet Frösche, am Stand des Römisch-Germanischen Zentralmuseums gibt es den ultimativen Herrschersitz und der Gastgeber, die Kunsthalle Mainz, präsentiert das Projekt „Kunst ganz nah“ mit 8- bis 11-jährigen Kunstexperten und anderes mehr. Die Veranstaltung ist kostenlos.

Ort:
Vor und in der Kunsthalle Mainz

Ziemlich beste Freunde. Die Sammlungen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz zu Gast in Mainzer Museen

dinoEröffnung der zweiten Station im Naturhistorischen Museum Mainz am 19. Mai 2016

Bereits Ende März wurde im Landesmuseum Mainz mit großem Erfolg die Ausstellungsreihe „Ziemlich beste Freunde. Die Sammlungen der Johannes GutenbergUniversität Mainz zu Gast in Mainzer Museen“ eröffnet. Nun machen sich weitere Objekte aus den vielfältigen Beständen der Universität auf den Weg in die Stadt – diesmal mit dem Ziel: Naturhistorisches Museum. Hier wird am 19. Mai 2016 die zweite Station der Ausstellungsreihe eröffnet.

Die Ausstellung „Ziemlich beste Freunde“ bringt ungewöhnliche Exponate aus den Sammlungen der Universität und des Naturhistorischen Museums Mainz in einen Dialog. Neben Museumspräparaten von Urpferden werden kulturhistorische Objekte wie der Gipsabguss eines antiken Pferdekopfs vom Parthenon-Tempel in Athen aus den Klassisch-Archäologischen Sammlungen der JGU gezeigt. Foto/©: Thomas Hartmann, JGU)
Die Ausstellung „Ziemlich beste Freunde“ bringt ungewöhnliche Exponate aus den
Sammlungen der Universität und des Naturhistorischen Museums Mainz in einen Dialog.
Neben Museumspräparaten von Urpferden werden kulturhistorische Objekte wie der
Gipsabguss eines antiken Pferdekopfs vom Parthenon-Tempel in Athen aus den
Klassisch-Archäologischen Sammlungen der JGU gezeigt.
Foto/©: Thomas Hartmann, JGU)

Zur Ausstellungseröffnung werden die Dezernentin für Bauen, Denkmalpflege und Kultur der Landeshauptstadt Mainz, Marianne Grosse, der Vize-Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), Prof. Dr. Wolfgang Hofmeister, sowie der Direktor des Naturhistorischen Museums, Dr. Michael Schmitz, sprechen. Die Zentrale Sammlungskoordinatorin der Universität, Dr. Vera Hierholzer, zugleich Kuratorin und Organisatorin der Ausstellungsreihe, gibt eine kurze Einführung in die Ausstellung. Im Anschluss haben die Eröffnungsgäste die Möglichkeit, die Ausstellung bei einem Rundgang gemeinsam mit den Betreuerinnen und Betreuern der Sammlungen an der JGU und den Mitarbeiterinnen des Landesmuseums zu besichtigen. Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich zur Ausstellungseröffnung am Donnerstag, 19. Mai 2016, um 17:00 Uhr ins Naturhistorische Museum, Reichklarastr. 1, 55116 Mainz eingeladen. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Wie im Landesmuseum mischen sich Exponate aus den über 30 Sammlungen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz auch im Naturhistorischen Museum in die dortige Schausammlung. Wie eine Spur ziehen sie sich durch alle Räume der ständigen Ausstellung, markiert durch leuchtend rote Exponat-Schilder und auffällige eigene Vitrinen. Es kommt zu ungewöhnlichen Begegnungen zwischen biologischen Präparaten und kulturhistorischen Objekten. Urpferdchen treffen auf antike Pferdedarstellungen und der heimische Fuchs wird zum Comic-Held. Die ungewohnten Zusammenstellungen laden die Besucherinnen und Besucher ein, die vielfältigen Beziehungen von Tier und Mensch aus Terminhinweis Universitätssammlungen Kontakt: Kathrin Voigt Kommunikation und Presse Tel. 06131 39-27008 kathrin.voigt@uni-mainz.de Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) 55099 Mainz www.uni-mainz.de neuen Blickwinkeln zu betrachten und übergreifende Sichtweisen zu entwickeln. So bereichern sich die Objekte aus Museum und Universität gegenseitig – wie dies beste Freunde eben tun.

Die Ausstellungsstation im Landesmuseum Mainz in unmittelbarer Nachbarschaft zum Naturhistorischen Museum Mainz ist weiterhin zu sehen – noch bis zum 12. Juni 2016.

Am 1. Juli 2016 eröffnet dann die letzte Station im Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseum.

Weitere Informationen finden Sie unter http://www.sammlungen.uni-mainz.de/1458.php

Öffnungszeiten des Naturhistorischen Museums: Di 10-20 Uhr, Mi 10-14 Uhr, Do-So 10-17 Uhr.

Abenteuer Steinzeit am 24.April im Naturhistorischen Museum Mainz

abenteuersteinzeitWissenschaft, die Spaß macht! Einen ganzen Tag lang leben wie in der Steinzeit, selbst Feuer machen, töpfern, Waffen bauen und viele Infos rund um das Thema Steinzeit hautnah erleben.
Am Sonntag, 24. April 2016, von 10.00 bis 16.00 Uhr, findet der Wissenschaftstag für Familien im Naturhistorischen Museum Mainz,  Reichklarastraße 10 statt.

Um 10.00 Uhr, 11.00 Uhr, 14.00 Uhr und 15.00 Uhr gibt es Vorträge für die ganze Familie zu den Themen:
• Den ersten Menschen auf der Spur und
• Das Klima fährt Achterbahn

Es gibt Steinzeitsäfte und Steinzeitsmuffins, um den Tag abzurunden. Der Eintritt ist frei.

Naturhistorisches Museum Mainz
Landessammlung für Naturkunde RLP
Reichklarastr. 1
55116 Mainz

„Schönheit unter unseren Füßen“ im Naturhistorischen Museum Mainz eröffnet

Das hier auf unzähligen Holzquadraten künstlerisch und dokumentarisch aufgetragene Sand- und Erdmaterial stammt aus Rheinhessen. Auf einer nebenstehenden Tafel erfahren Betrachter, Fundort und Art der Böden. Diese Art der künstlerischen Präsentation der Vielfalt unserer Böden, macht neugierig und hilft Eltern und Pädagogen auch,  Kinder und Jugendliche stärker für die Faszination "Sand- und Erdböden" zu interessieren. © massow-picture
Das hier auf unzähligen Holzquadraten künstlerisch und dokumentarisch aufgetragene Sand- und Erdmaterial stammt aus Rheinhessen. Auf einer nebenstehenden Tafel erfahren Betrachter, Fundort und Art der Böden. Diese Art der künstlerischen Präsentation der Vielfalt unserer Böden, macht neugierig und hilft Eltern und Pädagogen auch, Kinder und Jugendliche stärker für die Faszination „Sand- und Erdböden“ zu interessieren. © massow-picture

„SCHÖNHEIT UNTER UNSEREN FÜSSEN – Rheinhessens farbige Sande und Erden“ ist Titel einer Ausstellung der Künstlerin und Museumspädagogin Verena Reinmann, die am Dienstag, den 5. April 2016, in Beisein von Kulturdezernentin Marianne Grosse und  Museumsdirektor Dr. Michael Schmitz  eröffnet wurde. Die Ausstellung ist eine Veranstaltung im Rahmen der diesjährigen Jubiläumsfeierlichkeiten 200 Jahre Rheinhessen, wobei die gezeigten Sande und Erden dieser Region natürlich weitaus älter sind, nämlich in Jahrmillionen entstanden.

Verena Reinmann führt durch die Ausstellung und erläutert die große farbige Vielfalt von Sanden und Erden aus unterschiedlichen Regionen. li. Museumsdirektor Dr. Michael Schmitz, der über die Wirkung und Voraussetzung von Erosion zur Entstehung von unterschiedlich farbigen Sanden und Böden referierte.
Verena Reinmann führt durch die Ausstellung und erläutert die große farbige Vielfalt von Sanden und Erden aus unterschiedlichen Regionen. li. Museumsdirektor Dr. Michael Schmitz, der über die Wirkung und Voraussetzung von Erosion zur Entstehung von unterschiedlich farbigen Sanden und Böden referierte.

In großen Wandfriesen dokumentiert die Künstlerlin die farbige Vielfalt von Sanden und Erden aus unterschiedlichen Regionen Rheinhessens. Geschaffen wurden diese Mosaike von Verena Reinmann aus Bodenheim am Rhein, die – fasziniert von der Farbigkeit des in Jahrmillionen entstandenen Erdmaterials – seit über 10 Jahren künstlerisch mit Sanden und Erden arbeitet. Dabei hat Verena Reinmann in unglaublicher Kleinarbeit, unzählige Fundorte unterschiedlich farbiger Böden vor allem  in Rheinhessen aufgesucht und dort Sand- und Erdproben gesammelt, klassifiziert, archiviert  und künstlerisch auf zumeist variierenden, quadartischen Holzgründen in mehrfachen Schichten  aufgebracht.

© massow-picture
© massow-picture

Die erd- und sandfarbenen Mini-Holz“Leinwände“ hat Verena Leinmann gekonnt nebeneinander gestellt, so dass sie besonders kontrastreich wirken. Auf Infotafeln kann zugleich nachgelesen werden, aus welchem Ort die farbigen Sand- und Erdmaterialien stammen, etwa aus dem Weisenauer Steinbruch, aus Bodenheim (dem Heimatort der Künstlerin), aus Nierstein, Oppenheim, Worms, Ingelheim, den Fossilfundstätten Weinheim mit dem berühmten Naturdenkmal, der „Trift“, den „Dinotheriensanden“ bei Sprendlingen und aus vielen anderen Fundstellen. Und selbstverständlich ist in den Wandmosaiken im Naturhistorischen Museum aus Erdmaterial vertreten, das kürzlich bei den Ausschachtungen für den Umbau unterhalb des Museums zutage trat. Erde vom ehemaligen Gelände des Reichklaraklosters. Und Material von den archäologischen Ausgrabungen in der Johanniskirche aus dem Zeithoriziont des 4.  bis 7. Jahrhunderts.

Insgesamt hat Verena Reinmann 262 Sande und Erden aus hiesiger Gegend zusammengetragen, darunter drei  Eifelmaterialien geschmuggelt und darüber hinaus eine Arbeit aus 123 Sanden und Erden aus UN-Staaten.

Diese Art der künstlerischen Präsentation der Vielfalt unserer Böden, macht neugierig und hilft Eltern und Pädagogen,  Kinder und Jugendliche stärker für die Faszination „Sand- und Erdböden“ zu interessieren.

Die Ausstellung läuft bis Jahresende.

© massow-picture
© massow-picture

 

 

 

Öffnungszeiten:
Di: 10 – 20 Uhr
Mi: 10 – 14 Uhr
Do-So: 10 – 17 Uhr
Mo: geschlossen!

Naturhistorisches Museum
Landessammlung für Naturkunde Rheinland-Pfalz
Mitternacht/Reichklarastraße 10
55116 Mainz
Telefon: 0 61 31/12 26 46
Telefax: 0 61 31/12 29 75
naturhistorisches.museum@stadt.mainz.de
www.naturhistorisches-museum.mainz.de