Kategorie-Archiv: Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz

Landesmuseum Mainz mit Hybrid-Vortrag von Dr. Marion Witteyer über die römische Besiedlung der Mainzer „Neustadt“

© Foto Diether von Goddenthow
© Foto Diether von Goddenthow

Über 30 Hektar erstreckt sich die Grundstücksgröße auf dem ehemaligen Zoll- und Binnenhafen in der Mainzer Neustadt, die seit 2010 sukzessive zu einem neuen Stadtquartier erschlossen wird. Schon im Vorfeld war den Bauherren klar, dass die geplanten Baumaßnahmen stets im Fokus der Landesarchäologie der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) stehen. Denn immerhin grenzt das imposante Baugebiet unmittelbar an einen römischen ‚Vorort‘ von Mogontiacum an, den sogenannten Dimesser Ort.

Dr. Marion Witteyer, die ehemalige Leiterin der Mainzer Landesarchäologie, zeigte sich dennoch von der der Fülle und vor allem von der Qualität der Funde überrascht: „Die Untersuchungen der letzten Jahre lassen die römische Besiedlung auf dem Gebiet der heutigen Neustadt in einem völlig anderen Licht erscheinen“.
In ihrem Vortrag „Die Göttin aus dem Schutt – Neue Aspekte zur römischen Neustadt“, am 7. Februar 2023 um 18 Uhr im Landesmuseum Mainz der GDKE, gibt Dr. Witteyer daher erstmals einen Überblick und einen Einblick in die neuesten Forschungsergebnisse sowie über die Auffindung der weit über Mainz hinaus bekannten Salus-Statue.
Zwar sind seit dem 19. Jahrhundert im Bereich des alten Zollhafens immer wieder römische Funde entdeckt worden, in der Regel aber ohne Befundzusammenhang. Durch die neuen Grabungen sind erstmals großflächige Kontexte erkennbar. Sie zeigen, dass das ursprüngliche Siedlungsareal sehr viel größer war als bisher angenommen und sich wesentlich weiter zum Rhein hin erstreckte.
Der Vortrag mit dem Titel „Die Göttin aus dem Schutt – Neue Aspekte zur römischen Neustadt“ wird als Hybrid-Veranstaltung durchgeführt. Es besteht demnach die Möglichkeit, an dem Vortrag in Präsenz teilzunehmen oder ihm in digitaler Form zu folgen.

Da die Zahl der Teilnehmenden begrenzt ist, wird um eine Anmeldung bis 6. Februar 2023, 12 Uhr, per E-Mail unter anmeldung@gdke.rlp.de gebeten, die Platzvergabe erfolgt in der Reihenfolge der Anmeldungen. Der Zugangslink wird den Teilnehmenden nach Anmeldeschluss per E-Mail zugeschickt. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Landesmuseum Mainz
Große Bleiche 49 – 51
55116 Mainz
Telefon 06131 2857 0
Fax 06131 2857 288

Römerfest für Familien im Mainzer Landesmuseum zum Abschluss der „High Tech Römer“-Mitmach-Ausstellung am 14. Jan 2023

Spielgerät Römischer Kran der „High Tech Römer“-Mitmach-Ausstellung. © Diether von Goddenthow
Spielgerät Römischer Kran der „High Tech Römer“-Mitmach-Ausstellung. © Diether von Goddenthow

Mit einem Römerfest feiert das Landesmuseum Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) gemeinsam mit Kindern und Familien den Abschluss der überaus erfolgreichen Mitmach-Ausstellung „High Tech Römer“. Für die Direktorin des Landesmuseums, Dr. Birgit Heide, war die Mitmach-Ausstellung ein absolutes Highlight, „wir waren bei den Schulklassenterminen teilweise über Wochen ausgebucht und konnten mit „High Tech Römer“ an die großen Erfolge der Mitmachausstellung „Ritter, Bauer, Edeldame“ anknüpfen.“

Los geht es beim Römerfest am 14. Januar um 10 Uhr mit Bastel- und Spielstationen sowie mit stündlichen Kurzführungen für Kinder in der Steinhalle, die Eltern sind herzlich zu einer Überblicksführung durch das Landesmuseum um 14 Uhr eingeladen. Zudem hat ein „echter“ Römer seinen Besuch angekündigt. Bei einer interaktiven Vorführung jeweils um 11, 13 und 15 Uhr erklärt der römische Legionär die Besonderheiten seiner Ausrüstung und wie fortschrittlich die Römer bei der Ausstattung ihrer Soldaten waren.

Während der gesamten Zeit steht die Mitmachausstellung „High Tech Römer“ von 10 bis 17 Uhr allen Interessierten offen, um die Erfindungen der Römer auszuprobieren und dabei Neues kennenzulernen.

So können die Besucherinnen und Besucher bei den rund 25 Mitmachstationen wahlweise eine römische Stadt planen, das Wasser aufwärts fließen lassen oder in einer römischen Galeere um die Wette rudern. „Ob Fußbodenheizung, Lastkräne, Wellnessbäder oder Kaugummi – was für uns selbstverständlich ist“, erklärt Birgit Heide, „das war in der Römerzeit echtes Hightech“.

Ergänzt wird die Mitmach-Ausstellung durch einzigartige Original-Funde aus den umfangreichen Beständen des Landesmuseums Mainz und der GDKE.

Wie schon die außerordentlich erfolgreiche Mitmach-Ausstellung „Ritter, Bauer, Edeldame“ ist auch „High Tech-Römer“ ein besonderes Produkt der fruchtbaren Zusammenarbeit mit dem Museon Den Haag (NL), Museum Het Valkhof Nijmegen (NL), Technopolis Mechelen (B) und dem LVR-Landes Museum Bonn (D).

Landesmuseum Mainz
Große Bleiche 49 – 51
55116 Mainz
Telefon 06131 2857 0
Fax 06131 2857 288

Paul Strecker und die Kunstszene in Berlin nach 1945 Finissage der Sonderausstellung „Figurenwerfen“ im Landesmuseum Mainz und Vortrag über den Mainzer Künstler und sein Wirken im Berlin der Nachkriegszeit.

Paul Strecker,-Sauna, 1949, Öl auf Leinwand © Diether von Goddenthow
Paul Strecker,-Sauna, 1949, Öl auf Leinwand © Diether von Goddenthow

Der Mainzer Künstler Paul Strecker war nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs Teil des kulturellen Aufbruchs im Berlin der Nachkriegszeit. Welche Rolle er dabei als Mittler spielte und wie intensiv er sich nach Kriegsende um eine Wiederbelebung des dortigen Kunst- und Kulturlebens bemühte, wird die künstlerische Leiterin des Kunsthaus Dahlem in Berlin, Dr. Dorothea Schöne, in Ihrem Vortrag „´Eine merkwürdige Magie der Vieldeutigkeit` – Paul Strecker und die Kunst nach 1945“ am Sonntag, 15. Januar 2023, um 11 Uhr im Landesmuseum Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) erläutern. Strecker war 1944 nach seinem zwei Jahrzehnte währenden Aufenthalt von Paris nach Berlin zurückgekehrt und suchte insbesondere im Umfeld der progressiven Galerie Gerd Rosen Gleichgesinnte.

Der Vortrag, der auch Streckers Schaffen im Kontext zeitgenössischer Berliner Kunst thematisiert, ist Teil der Finissage zur Sonderausstellung „Figurenwerfen“, die sich dem Spätwerk des Mainzer Künstlers Paul Strecker (1898–1950) widmet und die noch bis zum 15. Januar 2023 in der Abteilung Moderne des Landesmuseums zu sehen ist.

Der Vortrag, wie auch die Sonderausstellung, sind in Kooperation mit dem Institut für Kunstgeschichte und Musikwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität (JGU) Mainz, der Paul Strecker-Stiftung Mainz und dem Landesmuseum Mainz realisiert worden. Das besondere an der Ausstellung – sie wurde von einer studentischen Projektgruppe kuratiert, die sich seit 2019 intensiv mit dem Œuvre des in Mainz geborenen Künstlers Paul Strecker auseinandersetzt. Angeleitet wurde sie dabei von Prof. Dr. Gregor Wedekind.

Der Vortrag im Landesmuseum Mainz beginnt am Sonntag, 15. Januar 2023, um 11 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Landesmuseum Mainz
Große Bleiche 49 – 51
55116 Mainz
Telefon 06131 2857 0
Fax 06131 2857 288

Römerfund im Zollhafen: Die Heilgöttin Salus – Landesmuseum Mainz mit Hybrid-Vortrag von Prof. Dr. Johannes Lipps

© Archiv-Foto: Diether von Goddenthow
© Archiv-Foto: Diether von Goddenthow

Es ist ein außergewöhnlicher Fund aus der Römerzeit, den Mitarbeitende der Landesarchäologie Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) am Zollhafen auf einem Grundstück zwischen Rheinallee und An den Grachten im Oktober 2020 entdeckten: eine etwa 1,50 Meter große kopflose Frauenfigur mit nacktem Oberkörper und Hüftmantel aus Sandstein, die sich später als eine Darstellung der Heilgöttin Salus entpuppte.

Unter dem Titel „Die Mainzer Salus vom Zollhafen” wird Prof. Dr. Johannes Lipps, vom Institut der Klassischen Archäologie der Johannes Gutenberg-Universität (JGU) Mainz, die Geschichte des Fundes und der Figur am 17. Januar 2023 um 18 Uhr im Landesmuseum Mainz der GDKE in einem abwechslungsreichen Vortrag erläutern.

Sowohl eine Inschrift als auch eine „Schwesterstatue“ im Römisch-Germanischen Museum Köln, an der sich zusätzlich eine Schlange nach oben windet, halfen bei der Identifizierung der kopflosen Dargestellten. Die Inschrift weist die Statue als Salus aus, die im Jahr 231 n. Chr. von Senecionius Moderatus und Respectius Constans, den Bewohnern der Mainzer canabae, des zivilen Lagerdorfs, gestiftet wurde. „Gemeinsam mit dem Fund aus Köln präsentiert sich die Mainzer Salus als eine Statue, die den lokalen Bedürfnissen angepasst wurde und hypothetisch mit einem damals neu gestifteten Kult für Salus in Verbindung zu bringen ist“, so Lipps.

Der Stein wurde wohl im Nahetal abgebaut und nach Mainz importiert, wo eine überregional gefragte Werkstatt Weihestatuen anfertigte. Mit solchen Produkten befriedigte die Werkstatt die Wünsche besonders ambitionierter Auftraggeber, welche gerade in severischer Zeit (von 193 bis 235 n. Chr.) ihre Städte mit reichen, in kleinen antiken Bauwerken (Ädikula) im öffentlichen Raum präsentierten Statuenweihungen von unterschiedlichen Heilsgottheiten schmückten und durch diese religiöse Praxis sowohl ihr eigenes soziales Prestige steigerten als auch entscheidend zum urbanen Mehrwert ihrer Gemeinden beitrugen.

Der Vortrag mit dem Titel „Die Mainzer Salus vom Zollhafen” wird als Hybrid-Veranstaltung durchgeführt. Es besteht demnach die Möglichkeit, an dem Vortrag in Präsenz teilzunehmen oder ihm in digitaler Form zu folgen. Da die Zahl der Teilnehmenden begrenzt ist, wird um eine Anmeldung bis 16. Januar 2023, 12 Uhr, per E-Mail unter anmeldung@gdke.rlp.de gebeten, die Platzvergabe erfolgt in der Reihenfolge der Anmeldungen. Der Zugangslink wird den Teilnehmenden nach Anmeldeschluss per E-Mail zugeschickt. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Übrigens: Ab dem 14. Januar 2023 ist das Original der Salus-Statue in einer gemeinsamen Präsentation von Landesarchäologie Mainz und Landesmuseum Mainz im Museum zu bewundern.

Landesmuseum Mainz
Große Bleiche 49 – 51
55116 Mainz
Telefon 06131 2857 0
Fax 06131 2857 288

Johann Adam Ackermann, der Mainzer Caspar David Friedrich, zeigt Werke zur „Rhein-Romantik“ ab 14.12.2022 im Mainzer Landesmuseum

Johann Adam Ackermann, Der Friedhof zu Enkheim, 1841, Aquarell und Deckweiß über Bleistift © GDKE, Landesmuseum Mainz Foto: Astrid Garth
Johann Adam Ackermann, Der Friedhof zu Enkheim, 1841,
Aquarell und Deckweiß über Bleistift © GDKE, Landesmuseum Mainz Foto: Astrid Garth

Zum ersten Mal seit 100 Jahren werden die Werke des Mainzer Malers Johann Adam Ackermann (1781–1853) wieder in umfassender Form präsentiert. Das Landesmuseum Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) zeigt mehr als 30 seiner detailreichen Meisterwerke vom 14. Dezember 2022 bis 5. März 2023 unter dem Titel „Rhein-Romantik“ im Graphikkabinett. Darunter auch ein Aquarell, das unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg einem Kunstraub zum Opfer fiel. Das Werk mit dem Titel „Oppenheim am Rhein“ war zwischenzeitlich – nach dem es Jahrzehnte verschollen schien – wieder auf dem Kunstmarkt aufgetaucht und konnte vom Landesmuseum zurückerworben werden.

Motive der deutschen Romantik spielen vor allem in seinem Spätwerk eine große Rolle. Beinahe unheimlich erscheint die Ähnlichkeit der Aquarelle Ackermanns mit den kurz zuvor oder gleichzeitig entstandenen Werken Caspar David Friedrichs (1774–1840), der sich auf eben jene Motive spezialisiert hatte. Vermutlich hatte Ackermann den Meister der deutschen Romantik um 1828 zum Anlass der Dürer-Feier in Nürnberg kennengelernt oder war dort in Kontakt mit dessen Gemälden gekommen. In der Wissenschaft bleibt es allerding bis heute ungeklärt, welche Verbindung die beiden Künstler hatten, die geographisch zunächst wenig Berührungspunkte aufzuweisen scheinen. In jedem Fall spiegeln Ackermanns späte Arbeiten diesen Einfluss eindeutig wider. Sie stellen dabei einen Bruch zu seinen eher von sonnigen Landschaftsidyllen geprägten Frühwerken dar.

In seinen Spätwerken widmete sich der aus Mainz stammende Künstler besonders der Landschaft seiner Heimat. Themen sind Orte entlang von Rhein und Mosel sowie im Taunus, die er während seiner Wanderungen erkundete. Hierbei gilt sein Interesse der Darstellung unterschiedlicher Tages- und Jahreszeiten mit Hilfe der Aquarelltechnik. Geschickt gelingt es ihm unterschiedliche Lichteffekte durch das Zugeben von Deckweiß oder das Freilassen des hellen Papiergrundes zu erzielen. Die Blätter sind meist signiert, datiert und auf der Rückseite mit einem Vermerk zum gezeigten Ort versehen. Anders als bei Friedrich haben sich von Ackermann keine Naturskizzen erhalten. Die bekannten Werke sind allesamt bildhaft abgeschlossene Kunstwerke, die nicht zur Weiterverwendung oder zur Vorbereitung eines Gemäldes dienten.

Mit über dreißig Aquarellen besitzt die Graphische Sammlung im Landesmuseum Mainz den größten zusammenhängenden Bestand an Arbeiten Ackermanns in deutschen Sammlungen. Darunter befinden sich insbesondere viele romantische Spätwerke. Die Aquarelle Ackermanns stammen vollständig aus dem Vermächtnis der Erbin des Künstlers, Anna Maria Ackermann, die der Stadt Mainz 1861 insgesamt 75 Aquarelle hinterließ. Dass von diesen heute nur noch etwas mehr als 30 Werke in der Sammlung zu finden sind, ist bedingt durch die Auslagerung aller graphischen Bestände des Landesmuseums während des 2. Weltkriegs. Diese waren zur Sicherheit vor Kriegsschäden bis 1945 auf der Veste Heldburg in Thüringen eingelagert, wo beim Rücktransport zu Kriegsende mehrere Kisten von unbekannten Dieben aufgebrochen und geplündert wurden. Darunter auch über 40 Aquarelle und Zeichnungen Johann Adam Ackermanns.

Der aus Mainz stammende Künstler erfuhr in seiner Jugend zunächst eine Ausbildung durch den führenden ortsansässigen Landschaftsmaler Johann Caspar Schneider (1753–1839). Schon kurz darauf wurde Ackermanns Talent von Frankfurter Mäzenen erkannt. Auf Anraten Carl Theodor von Dalbergs ging Ackermann 1801 zunächst nach Paris, wo er im Atelier des bedeutenden Historienmalers Jacques-Louis David tätig war. Später trat der Mainzer Maler zweimal die Reise in die ewige Stadt an. Besonders die arkadische Landschaft der Campagna um Rom prägte in diesen Jahren seine Werke.

· Zur Eröffnungsführung am 13.12. um 18:00 Uhr ist der Eintritt frei.
· Die Führung am 28.12. um 15 zum Museumseintritt.
· Die Veranstaltung „BeziehungsWeise“ zu Johann Adam Ackermann findet am 22. Januar 2023 um 15 Uhr zum Museumseintritt statt.

Landesmuseum Mainz
Große Bleiche 49 – 51
55116 Mainz
Telefon 06131 2857 0
Fax 06131 2857 288
landesmuseum-mainz@gdke.rlp.de
https://landesmuseum-mainz.de/p>

St. Johannis und die Römerzeit Landesmuseum Mainz mit Hybrid-Vortrag von Dr. Guido Faccani

© Foto: Diether von Goddenthow
© Foto: Diether von Goddenthow

Seit fast zehn Jahren steht die Kirche St. Johannis, ausgelöst durch Restaurierungsarbeiten rund um eine Fußbodenheizung, im Fokus der archäologischen und baugeschichtlichen Fachwelt, aber genauso im Interesse der Mainzer Bevölkerung und längst auch unter bundesweiter Beobachtung. Und tatsächlich jagt hier, wenn man sich die fortschreitenden Ergebnisse anschaut, eine Sensation die nächste.

Nach der Entdeckung des Grabes von Erzbischof Erkanbald im Juni 2019 steht fest, dass St. Johannis der Alte Dom ist, mehr noch – die erste Kathedrale von Mainz und wahrscheinlich die älteste ehemalige Bischofskirche nördlich der Alpen. Unter dem Titel „Spätantike unter St. Johannis? Das auch noch…” wird Dr. Guido Faccani, der die wissenschaftliche Forschungsleitung in St. Johannis innehat, dazu am 25. Oktober 2022 um 18 Uhr im Landesmuseum Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) einen Vortrag halten.

Als Experte für Kunstgeschichte und sakrale Bauten der Spätantike und des frühen Mittelalters wird Faccani aufzeigen, dass die Baugeschichte von St. Johannis weit in die Römerzeit zurückreicht und die architektonische und funktionale Entwicklung etliche Wendepunkte aufweist. Ob sich einer davon in der Spätantike festmachen lässt, als sich das Christentum auf staatlicher Ebene etablierte, wird Faccani ebenso in seinem Vortrag erörtern wie die Frage des ersten Kirchenbaus unter St. Johannis.

Sein Vortrag mit dem Titel „Spätantike unter St. Johannis? Das auch noch…” wird als Hybrid-Veranstaltung durchgeführt. Es besteht demnach die Möglichkeit, an dem Vortrag in Präsenz teilzunehmen oder ihm in digitaler Form zu folgen. Da die Zahl der Teilnehmenden begrenzt ist, wird um eine Anmeldung bis 24. Oktober, 12 Uhr, per E-Mail unter anmeldung@gdke.rlp.de gebeten, die Platzvergabe erfolgt in der Reihenfolge der Anmeldungen. Der Zugangslink wird den Teilnehmenden nach Anmeldeschluss per E-Mail zugeschickt. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Die Vortragsreihe ist Teil eines umfangreichen Begleitprogramms zur großen Landesausstellung „Der Untergang des Römischen Reiches“, die im Rheinischen Landesmuseum Trier zu sehen ist. Auch das Landesmuseum Mainz zeigt noch bis 29. Januar 2023 eine kleine Sonderausstellung unter dem Titel „Niedergang oder Neuanfang? – Mainz und Köln zwischen Antike und Mittelalter“, ergänzt durch eine Reihe von Vorträgen, die sich teils dezidiert mit der Stadt Mainz, mit Funden, Bauwerken oder mit den Begräbnisstätten der damaligen Zeit befassen.

Es wird um eine Anmeldung bis 24. Oktober, 12 Uhr, per E-Mail unter anmeldung@gdke.rlp.de gebeten, die Platzvergabe erfolgt in der Reihenfolge der Anmeldungen.

Landesmuseum Mainz
Große Bleiche 49 – 51
55116 Mainz
Telefon 06131 2857 0
Fax 06131 2857 288
landesmuseum-mainz@gdke.rlp.de
https://landesmuseum-mainz.de/p>

Figurenwerfen Sonderausstellung über das Spätwerk des Mainzer Künstlers Paul Strecker im Landesmuseum Mainz / Kuratiert von einer studentischen Projektgruppe

Ausstellungsimpression der Sonderausstellung "Figurenwerfen" von Paul Strecker vom 8. Oktober 2022 bis zum 15. Januar 2023 im Landesmuseum Mainz, Abteilung Moderne (2. Stockwerk). Bild zeigt das namensgebende Werk "Bilderwerfen". © Foto: Diether von Goddenthow
Ausstellungsimpression der Sonderausstellung „Figurenwerfen“ von Paul Strecker vom 8. Oktober 2022 bis zum 15. Januar 2023 im Landesmuseum Mainz, Abteilung Moderne (2. Stockwerk). Bild zeigt das namensgebende Werk „Bilderwerfen“. © Foto: Diether von Goddenthow

„Figurenwerfen“ heißt eine Sonderausstellung über das Spätwerk des Mainzer Künstlers Paul Strecker (1898–1950), die das Landesmuseum Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) vom 8. Oktober 2022 bis zum 15. Januar 2023 in der Abteilung Moderne zeigen wird.

Die Ausstellung rückt Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen aus den Jahren 1930 bis 1950 in den Mittelpunkt und untersucht das spannungsvolle Ineinandergreifen der Gegensätze, die sich in ihnen manifestieren.

Blick auf Paul Streckers Werk "Sauna" 1949, Öl auf Leinwand, © Paul Strecker-Stiftung Mainz. © Foto: Diether von Goddenthow
Blick auf Paul Streckers Werk „Sauna“ 1949, Öl auf Leinwand,
© Paul Strecker-Stiftung Mainz. © Foto: Diether von Goddenthow

Besonders an dieser Ausstellung ist, dass sie von einer studentischen Projektgruppe des Instituts für Kunstgeschichte und Musikwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität (JGU) Mainz kuratiert wird, die sich seit 2019 intensiv mit dem Œuvre des in Mainz geborenen Künstlers Paul Strecker auseinandersetzt.

Der Titel der Ausstellung bezieht sich auf ein überliefertes Freizeitspiel, bei dem eine Person ihre Mitspielenden herumwirbelt und schließlich loslässt. Daraufhin verharren die anderen in ihrer Bewegung. Anschließend wird die schönste Figur gekürt, die das Spiel gewinnt und nun selbst Figuren werfen darf.

Ausstellungsimpressin mit Blick u.a. auf "Der Magier"  1947, Öl auf Leinwand, von Paul Strecker. © Paul Strecker-Stiftung Mainz © Foto: Diether von Goddenthow
Ausstellungsimpressin mit Blick u.a. auf „Der Magier“ 1947, Öl auf Leinwand, von Paul Strecker. © Paul Strecker-Stiftung Mainz © Foto: Diether von Goddenthow

Wie die herumwirbelnden Personen spontane Figuren bilden, sobald sie eine verharrende Pose einnehmen, so „wirft“ auch der Maler Paul Strecker mit seinen Farben Figuren auf die Leinwand und das Papier. Diese sind mal klar ausgearbeitet und mal mit schnellem Pinselstrich auf den Bildträger gebracht. Es entstehen einzelne in sich gekehrte Figuren und Gruppen, die oft weder untereinander noch mit dem Raum in Beziehung treten.

Eben diese Figuren stehen im Fokus von Paul Streckers in Paris und Berlin entstandenen Arbeiten und stellen mit den Landschaftsmotiven wiederkehrende Motive im Spätwerk dar, dem mit der Ausstellung ein frischer Blick gewidmet werden soll.

Die studentische Projektgruppe Paul Strecker besteht mit Saskia Bernaroli, Sarah Diedenhoven, Bettina Löwen, Paula Mirsch, Camille Theisinger und Samantha Rühl aus sechs (angehenden) Kunsthistorikerinnen, die diese Ausstellung konzipierten und organisierten. Angeleitet wurden sie dabei von Prof. Dr. Gregor Wedekind.

v.li. Camille Theisinger, Prof. Dr. Gregor Wedekind, Bettina Löwen, Saskia Bernaroli, Samantha Rühl, Dr. Eva Brachert (Landesmuseum Mainz), Dr. Peter Hanser-Strecker. © Agentur Bonewitz
v.li. Camille Theisinger, Prof. Dr. Gregor Wedekind, Bettina Löwen, Saskia Bernaroli, Samantha Rühl, Dr. Eva Brachert (Landesmuseum Mainz), Dr. Peter Hanser-Strecker. © Agentur Bonewitz

Die Sonderausstellung ist eine Kooperation des Landesmuseums Mainz mit der Paul Strecker-Stiftung Mainz sowie dem Institut für Kunstgeschichte und Musikwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Die gezeigten Werke stammen aus dem Bestand der Paul Strecker-Stiftung sowie aus der Sammlung des Landesmuseums Mainz und werden mit Leihgaben der Sammlung Häret ergänzt. Es erscheint ein begleitender Ausstellungskatalog.

(Michael Bonewitz /Agentur Bonewitz)

Landesmuseum Mainz
Große Bleiche 49 – 51
55116 Mainz
Telefon 06131 2857 0
Fax 06131 2857 288
landesmuseum-mainz@gdke.rlp.de
https://landesmuseum-mainz.de/p>

Das Kastell Alzey und die Spätantike in Rheinhessen – Landesmuseum Mainz mit Hybrid-Vortrag von Prof. Dr. Peter Haupt

Seit über 150 Jahren finden am Kastell Alzey, einer der bedeutendsten spätantiken Militäranlagen an der Rheingrenze, archäologische Forschungen statt und noch immer gibt es neue Erkenntnisse. Darüber wird Prof. Dr. Peter Haupt, vom Institut für Altertumswissenschaften, Arbeitsbereich Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, in seinem Vortrag „Das Kastell Alzey und die Spätantike in Rheinhessen“ am 27. September 2022 um 18 Uhr im Landesmuseum Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) berichten.

Interessanterweise wird das bei den archäologischen Untersuchungen gewonnene Bild der Festung, ihrer Umgebung und Entwicklung bis heute mit den im 19. und 20. Jahrhundert aktuellen Thesen zum Wandel der spätrömischen Provinzbevölkerung in eine germanisch dominierte Gesellschaft verknüpft. „Wenn wir uns aktuelle Forschungserkenntnisse betrachten und sie mit verworfenen Modellen und Überlegungen zum Kastell Alzey vergleichen, erfahren wir viel Neues zur antiken Vergangenheit des Kastells Alzey, wie auch über unser heutiges Denken zur Spätantike in Rheinhessen“, erklärt Prof. Haupt.

Sein Vortrag mit dem Titel „Das Kastell Alzey und die Spätantike in Rheinhessen“ wird als Hybrid-Veranstaltung durchgeführt. Es besteht demnach die Möglichkeit, an dem Vortrag in Präsenz teilzunehmen oder ihm in digitaler Form zu folgen. Da die Zahl der Teilnehmenden begrenzt ist, wird um eine Anmeldung bis 26. September 2022, 12 Uhr, per E-Mail unter anmeldung@gdke.rlp.de gebeten, die Platzvergabe erfolgt in der Reihenfolge der Anmeldungen. Der Zugangslink wird den Teilnehmenden nach Anmeldeschluss per E-Mail zugeschickt. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Die Vortragsreihe ist Teil eines umfangreichen Begleitprogramms zur großen Landesausstellung „Der Untergang des Römischen Reiches“, die im Rheinischen Landesmuseum Trier zu sehen ist. Auch das Landesmuseum Mainz zeigt noch bis 29. Januar 2023 eine kleine Sonderausstellung unter dem Titel „Niedergang oder Neuanfang? – Mainz und Köln zwischen Antike und Mittelalter“, ergänzt durch eine Reihe von Vorträgen, die sich teils dezidiert mit der Stadt Mainz, mit Funden, Bauwerken oder mit den Begräbnisstätten der damaligen Zeit befassen.

Hinweisen möchte das Landesmuseum Mainz auf die beliebte Veranstaltungsreihe „KiM – Kunst in der Mittagspause“. Immer dienstags und donnerstags treffen sich Kunstinteressierte um 12:30 Uhr mit einer Expertin oder einem Experten des Landesmuseums für eine halbe Stunde, um sich ein besonderes Einzelstück, eine besondere Fragestellung, eine besondere Gruppe von Kunstwerken oder eine besondere Idee der Wissenschaftlerin / des Wissenschaftlers nahe bringen zu lassen. Es ist keine Anmeldung nötig, Tickets für 1 Euro gibt es an der Museumskasse.

(Michael Bonewitz /Agentur Bonewitz)

Landesmuseum Mainz
Große Bleiche 49 – 51
55116 Mainz
Telefon 06131 2857 0
Fax 06131 2857 288
landesmuseum-mainz@gdke.rlp.de
https://landesmuseum-mainz.de/p>

Neues Münzkabinett mit Trierer Goldschatz im Rheinischen Landesmuseum präsentiert

© Rheinisches Landesmuseum Trier /GDKE
© Rheinisches Landesmuseum Trier /GDKE

Die neue Schatzkammer des Rheinischen Landesmuseums mit dem Trierer Goldschatz öffnet wieder ihre Pforten. Innenminister Roger Lewentz hat sie vorgestellt, ab Samstag ist sie für alle Interessierten zugänglich.

Nach dem Raubversuch vor drei Jahren war das Münzkabinett vollständig erneuert worden und zeigt sich nun in einer komplett neuen und frischen Gestaltung. „Der größte Goldmünzenschatz der römischen Kaiserzeit weltweit ist eines unserer Highlights im römischsten aller Bundesländer. Jetzt zeigt er sich in neuem Gewand. Auf den Trierer Goldschatz haben nicht nur die Trierer sehnsüchtig gewartet, er wird auch zahlreiche Besucherinnen und Besucher für die Römerzeit begeistern und ins Rheinische Landesmuseum locken. Das Land Rheinland-Pfalz hat über eine Million Euro in die neue Präsentation investiert“, so Lewentz in Trier.

Der Goldmünzenschatz bestand aus ca. 2650 römischen Goldmünzen (aurei), von denen 2518 im Rheinischen Landesmuseum erhalten sind. Nach aufwendiger Planungs- und Bauphase, federführend umgesetzt durch den Landesbetrieb Bau, bieten die Vitrinen nicht nur modernste Sicherheitstechnik, sondern auch beste konservatorische Bedingungen zum Erhalt des wertvollen Kulturguts. Auch die Barrierefreiheit für die Besucherinnen und Besucher wurde verbessert.

„Für die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz ist die Wiedereröffnung des Trierer Münzkabinetts ein Höhepunkt im Ausstellungsprogramm 2022. Natürlich geht es nicht ‚nur‘ um den Trierer Goldschatz – die riesige Sammlung hat so viel mehr zu bieten. In der Schatzkammer sind sage und schreibe rund 14.000 Münzen aus allen Epochen zu sehen“, sagte Dr. Heike Otto, Generaldirektorin Kulturelles Erbe.

Die neue Präsentation veranschaulicht die Geschichte des Geldwesens von den Kelten bis ins frühe 20. Jahrhundert anhand tausender Münzen, ergänzt durch Prägewerkzeuge, Fälscherförmchen und Rohstoffe zur Münzherstellung. Höhepunkt ist der Goldschatz im Zentrum des Münzkabinetts. Auch weitere Münzschätze der Museumssammlung sind ausgestellt.

„Das Rheinische Landesmuseum zählt zu den größten Sammlungen antiker Goldmünzen weltweit. Der wissenschaftliche Wert ist unermesslich. Jeder, der nach Trier kommt, muss den Schatz gesehen haben. Der Einbruch 2019 war spektakulär. Das nun neu geschaffene Münzkabinett ist es mit Sicherheit ebenso“, so Otto.

Voller Begeisterung zeigt sich auch der Trierer Oberbürgermeister, Wolfram Leibe: „Der Goldschatz und das Rheinische Landesmuseum an sich sind Aushängeschilder für Trier. Ich bin dem Land sehr dankbar, dass hier mit großem Aufwand das kulturelle Erbe für die Gäste aus aller Welt modern und vor allem sicher präsentiert wird.“

„Als Polizei sind wir stolz, den Diebstahl des Goldschatzes verhindert und zeitnah einen Täter überführt zu haben. Das Landeskriminalamt hat das Museum zudem beraten, was die neue Sicherung angeht. Auch in Zukunft soll der Goldschatz von allen Interessierten bewundert werden können“, sagte Triers Polizeipräsident Friedel Durben.

Für die Öffentlichkeit ist das Münzkabinett erstmalig offen ab Samstag, 10. September 2022, und dann gleich bis in die Abendstunden. Anlässlich der Trierer Langen Nacht der Museen ist das Museum bis 24 Uhr geöffnet.

Chronik

196 n. Chr.: In den Wirren des Bürgerkriegs unter Kaiser Septimius Severus versteckt ein Unbekannter eine immense Geldsumme in Form ca. 2650 römischen Goldmünzen in einem Keller in Trier. Zur Bergung kommt er nicht mehr. Der Schatz verbleibt in der Erde.

9. September 1993: Nach 1800 Jahren wird der Schatz wiederentdeckt – eine Sensation. In Trier bricht das Goldfieber aus, die Münzen kommen jedoch ins Rheinische Landesmuseum

8. Oktober 2019: Zwei Einbrecher steigen ins Museum ein, um den Münzschatz aus 18,5 kg reinem Gold zu stehlen. Die Polizei vereitelt den Raubversuch, die Täter flüchten ohne Beute, richten jedoch hohen Schaden an. Das Münzkabinett ist zerstört.

10. September 2022: Der größte jemals gefundene Goldmünzenfund der römischen Kaiserzeit weltweit, der als Highlight des Rheinischen Landesmuseums schon tausende Besucherinnen und Besucher aus aller Welt angezogen hat, ist zurück und präsentiert sich in neuem Glanz der Öffentlichkeit.

 

Der Trierer Goldschatz – der Jahrhundertfund

Es handelt sich um den größten Goldmünzenschatz der römischen Kaiserzeit weltweit. Er bestand aus ca. 2650 römischen Goldmünzen (aurei), von denen 2518 im Rheinischen Landesmuseum erhalten sind (ca. 96 Prozent). Der Goldschatz wurde bei Bauarbeiten bei einem Krankenhausbau im September 1993 zufällig entdeckt – ein Bau-LKW kippte Erdaushub aus der Baustelle am Trierer „Kockelsberg“ für Planierarbeiten ab, in welchem Hobby-Archäologen die ersten Goldmünzen entdeckten. Einer suchte daraufhin die ursprüngliche Baustelle auf und entdeckte das Gros der Goldmünzen und das zugehörige Schatzgefäß aus Bronze und brachte den Jahrhundertfund ins Rheinische Landesmuseum. Nicht nur für die Trierer Öffentlichkeit, auch für die archäologische Forschung war der Fund eine Sensation – er enthält bis dato gänzlich unbekannte Prägungen und zeigt Portraits von 29 Kaisern, Kaiserinnen und weiteren Angehörigen des Kaiserhauses. Er besteht aus nahezu reinem Gold und wiegt ca. 18,5 kg. Vergraben wurde er im Keller eines Trierer Stadthauses vermutlich im Jahr 196 n. Chr. im Rahmen der Bürgerkriegswirren zwischen Kaiser Septimius Severus und seinem Konkurrenten Clodius Albinus aus Britannien, die auch eine Belagerung Triers einschlossen. Die Trierer Münzsammlung zählt mit über 210.000 Münzen und insbesondere durch diesen einzigartigen Fund zu den bedeutendsten numismatischen (Münzkunde) Sammlungen Europas.

Der Raubversuch 2019

Am 8. Oktober 2019 steigen nachts zwei Einbrecher über ein Baugerüst in das Rheinische Landesmuseum ein. Ihr Ziel ist der Trierer Goldschatz im Münzkabinett. Mit brachialer Gewalt verschaffen sie sich Zugang, schlagen Fenster und Türen ein und versuchen die Münzvitrine zu zertrümmern. Das Panzerglas hält dem Vorschlaghammer stand. Nach wenigen Minuten hat die Polizei das Museum umstellt, die Täter flüchten ohne Beute über einen Notausgang in den Palastgarten. Dabei lassen sie die Taschen mit ihrem Werkzeug zurück – anhand derer die SoKo der Kriminalpolizei Rheinland-Pfalz über DNA-Spuren letztlich einen der Täter in den Niederlanden ausfindig machen und verhaften kann. Im Münzkabinett ist hoher Sachschaden entstanden, weshalb eine umfangreiche Bau- und Instandsetzungsmaßnahme begann. Sie wurde an eine kritische Revision der Sicherheitstechnik gekoppelt.

Das neue Münzkabinett

Die alte Münzpräsentation musste notgedrungen ausgeräumt und der Raum komplett entkernt werden. Nach aufwendiger Planungs- und Bauphase zeigt sich das neue Münzkabinett nun in gänzlich neuem frischem Gewand. In edlem Schwarz kommen die funkelnden Münzen besonders gut zur Geltung und erhalten ihren gebührenden Auftritt. Neben modernster Sicherheitstechnik erfüllen die Vitrinen nun auch beste konservatorische Bedingungen (Klima, schadstofffreie Materialien, hitzearme Beleuchtung) zum optimalen Erhalt des wertvollen Kulturguts. Auch Verbesserungen im Hinblick auf die Barrierefreiheit wurden umgesetzt. So ist die zentrale Goldschatzvitrine nicht mehr als halbhohe nur stehend von oben einsehbare Pultvitrine ausgeführt, sondern als raumhohe Pfeilervitrine mit abgeböschten Seiten, an denen besondere Goldmünz-Prägungen gezeigt werden. In der neuen Präsentation, die die Geschichte des Geldwesens von den Kelten bis ins frühe 20. Jahrhundert veranschaulicht, sind etwa 14.000 Münzen zu sehen, ergänzt durch Prägewerkzeuge, Fälscherförmchen und Rohstoffe zur Münzherstellung.

Die Ausführung erlaubte keine Lösung von der Stange, sondern verlangte umfangreiche Planungsphasen und Sonderanfertigungen. Die angespannte Lage am Rohstoff- und Handwerkermarkt im vergangenen Dreivierteljahr hatte die Situation zusätzlich verschärft. So war das Projektteam zum Teil mit Lieferzeiten von bis zu 56 Wochen konfrontiert, die wiederholte Plan- und Ausführungsanpassungen notwendig machten. Ab 10. September 2022 ist das Münzkabinett wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.

Rheinisches Landesmuseum Trier

Gertrude Degenhardt stellt im Landesmuseum Mainz aus – Sonderschau „Trommelwirbel!“ im Graphikkabinett vom 14. September bis 4. Dezember 2022

Gertrude Degenhardt, o.T. (Trommlerin), aus der Serie Vagabondage in Blue, Pinselzeichnung, ca. 1996, Archiv der Künstlerin © VG Bildkunst
Gertrude Degenhardt, o.T. (Trommlerin), aus der Serie Vagabondage in Blue, Pinselzeichnung, ca. 1996, Archiv der Künstlerin © VG Bildkunst

Ihre Bilder sprühen vor Witz und Lebenslust, oft ein bisschen surreal zeigen sie mit wilden Mähnen tanzende ungezähmte „Weibsbilder“, mal skurrile Typen mit expressiven Bewegungen, mal beschwingte Musikerinnen und Musiker mit fast hörbarem „Trommelwirbel!“ – so heißt denn auch Gertrude Degenhardts Sonderausstellung im Graphikkabinett des Landesmuseums Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE). Nach einer langen Schaffenspause präsentiert die Wahl-Mainzerin ab 14. September bis 4. Dezember unter dem Titel „Trommelwirbel!“ eine Auswahl ihrer imposanten graphischen Arbeiten aus über fünf Jahrzehnten und bietet damit den Besucherinnen und Besuchern einen beeindruckenden Überblick über ihr bisheriges Werk.

Einzigartig, dynamisch und expressiv sind ihre farbigen Bilderwelten, dabei sind nicht nur ihre Figuren, sondern auch die dazugehörigen Instrumente oft fantasievollen Eigenkreationen, die mit den musizierenden Personen auf wundersame Weise verbunden scheinen – Frauen und Männer, mitten aus dem Leben gegriffen – kauzig, ernst, heiter, individuell und originell.

Die in New York geborene und in Berlin aufgewachsene Künstlerin lebt seit 1956 in Mainz, wo sie ab 1966 als freischaffende Malerin und Graphikerin arbeitet. Sie war zudem lange Jahre in Irland, einem Land, dessen Volksmusik und uriger Charakter ihre Arbeiten stark geprägt haben.

2019 wurde Gertrude Degenhardt von Oberbürgermeister Michael Ebling mit dem Hannes-Gaab-Teller ausgezeichnet, es ist die höchste künstlerische Würdigung, die die Stadt Mainz zu vergeben hat.

Zur Eröffnungsführung am 13. September 2022 um 18 Uhr ist der Eintritt frei. Am Samstag, 1. Oktober, wird es im Anschluss an eine Führung durch die Ausstellung um 19 Uhr – aus Anlass des 82. Geburtstags von Gertrude Degenhardt – ein Bach-Violinkonzert der Villa Musica geben. Anmeldung über: www.villamusica.de. Eine weitere Kuratorinnenführung wird es am Dienstag, 11. Oktober, um 18 Uhr bei normalem Museumseintritt geben.

Landesmuseum Mainz
Große Bleiche 49 – 51
55116 Mainz
Telefon 06131 2857 0
Fax 06131 2857 288
landesmuseum-mainz@gdke.rlp.de
https://landesmuseum-mainz.de/p>