Kategorie-Archiv: Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz

„Max Slevogt Forschungszentrum Mainz“ erhält umfangreichen Nachlass zu Max Slevogt

Max Slevogt_Strandbild mit Muschelfischer
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„Es ist ein Nachlass mit vielen wichtigen Dokumenten zu Max Slevogts Werk und dem großen Engagement von Dr. Berthold Roland zu dessen Erhalt als kulturelles Erbe, der jetzt von der Ike und Berthold-Stiftung an das Max Slevogt-Forschungszentrum in Mainz übergeben wurde und für den wir uns ganz herzlich bedanken“, resümierte die Direktorin des Landesmuseums Mainz, Dr. Birgit Heide, bei der Übergabe des schriftlichen Nachlasses von Dr. Berthold Roland. Die Schenkung umfasste zwölf Kartons, darin seltene Bücher, zum Teil Originalausgaben mit Illustrationen von Max Slevogt, wenige Fotos, eine umfangreiche Sammlung von Zeitungsartikeln und Schriftwechsel, aber auch Bücher über den Künstlerkollegen Emil Orlik, der oft mit Slevogt die gleichen Motive in einer Art freundschaftlichem Wettstreit malte.

Dr. Berthold Roland, einst Direktor des Landesmuseums Mainz, war Anfang dieses Jahres kurz nach seinem 94. Geburtstag verstorben und hat seinen schriftlichen Nachlass zu Max Slevogt im 90. Todesjahr des sogenannten deutschen Impressionisten, dem im Landesmuseum Mainz angesiedelten Max Slevogt-Forschungszentrum vermacht. Leiterin des Forschungszentrums am Landesmuseum Mainz ist Dr. Karoline Feulner: „Jeder Briefwechsel, jeder Ausstellungskatalog, jeder Auktionskatalog, jedes Foto sind wichtige Puzzleteile, die uns helfen, alle Spuren und Erkenntnisse über den Künstler und sein Schaffen in unserem Forschungszentrum zusammenzutragen und so der Forschung zugänglich zu machen“, freute sich Feulner.

Berthold Roland, der von 1983 bis 1993 Direktor des Landesmuseums Mainz war, legte nicht nur den Grundstock der umfangreichen Slevogt-Sammlungen am Landesmuseum Mainz, sondern war auch maßgeblich an dem Erwerb von Schloss Villa Ludwigshöhe beteiligt, die durch seine Initiative ausgestattet wurde und seit 1980 die Max Slevogt-Galerie beherbergt. Schon zu Lebezeiten hat er durch zahlreiche Schenkungen von wichtigen und wertvollen Werken die Sammlungen von Max Slevogt im Landesmuseum Mainz einzigartig ausgestattet und komplettiert.

Im jüngsten Nachlass finden sich unter anderem Fotos von Max Slevogt, vom Aufbau der Max Slevogt-Galerie oder persönliche Briefwechsel etwa mit Erben des Malers. Die zwölf Kartons sind zudem angereichert mit Reden, dem Schriftwechsel mit Ministerpräsident Kurt Beck und Kunstsammler Dr. Steigelmann, mit Manuskripten, Buchbeiträgen, persönlichen Notizen von Berthold Roland sowie vielen Katalogen aus Deutschland, Frankreich und Japan.

Die Übergabe der Schenkung übernahm der Vorstandsvorsitzende, Oliver Roland, am Stiftungssitz in Mannheim und überreichte den Nachlass der Leiterin des Max Slevogt-Forschungszentrums im Landesmuseum Mainz, Dr. Karoline Feulner, der Direktorin Dr. Birgit Heide und deren Stellvertreterin Dr. Eva Brachert.

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Lewentz: Umzug von 360 Kilo-Kaiserkopf auch im Museum besonders

Foto: GDKE/LM/Bonewitz
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Die Vorbereitungen zur Sonderausstellung „Niedergang oder Neuanfang? – Mainz und Köln zwischen Antike und Mittelalter“ im Landesmuseum Mainz laufen auf Hochtouren. Der Umzug eines 360 Kilogramm schweren römischen Kaiserkopfes bedurfte nun eines Spezialkrans.

„Der Umzug eines 360 Kilo schweren römischen Kolossalkopfes ist nicht alltäglich und eine besondere Leistung aller Beteiligten. Selbst im Museumsalltag kommt es äußerst selten vor, dass ein dreifach überlebensgroßes Original-Exponat mittels Spezialkran aus 3,5 Metern Höhe gehoben und weitertransportiert werden muss. Das Kaiserporträt aus Sandstein soll Teil der Sonderausstellung werden, die am 10. Juni im Landesmuseum Mainz eröffnet wird“, sagte Innenminister Roger Lewentz.

Foto: GDKE/LM/Bonewitz
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Dargestellt sei ein bärtiger Kaiser mit strähnigen Haaren. Der Vollbart gebe einen Hinweis auf die Identität des Dargestellten und damit eine engere zeitliche Eingrenzung, erläuterte der Minister. Es dürfte sich um Julian, den Neffen Konstantins des Großen, handeln. Dieser habe eine enge Beziehung zu Mainz gehabt, da er 357 die von Germanen besetzte Stadt befreite.

„Ist die angenommene Zuweisung zu Julian korrekt, wäre der Mainzer Kopf das einzig erhaltene rundplastische Bildnis des Kaisers. Zudem wäre es dann auch das späteste erhaltene römische Steindenkmal aus Mainz“, erklärte Dr. Ellen Riemer, Kuratorin der Archäologischen Sammlungen im Landesmuseum Mainz, die den Transport begleitete.

Foto: GDKE/LM/Bonewitz
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Der Kolossalkopf wurde bereits 1722 vermauert in der spätrömischen Stadtmauer zwischen Zitadelle und Neutor gefunden, gelangte aber erst 1847 in das Altertumsmuseum. Der Kopf stand also nicht lange in seiner ursprünglichen Funktion als Kaiserbüste in der Stadt, sondern wurde zum Bau der Mauer verwendet.

Der spektakuläre Umzug eines einzigartigen römischen Steindenkmals von der Steinhalle in den Ausstellungstrakt des Landesmuseums Mainz ist Teil der Vorbereitungen für die kommende Ausstellung im Landesmuseum Mainz „Niedergang oder Neuanfang? – Mainz und Köln zwischen Antike und Mittelalter“ (11. Juni 2022 bis 29. Januar 2023), die das umfangreiche Begleitprogramm zur großen Landesausstellung „Der Untergang des Römischen Reiches“ ergänzt, die am 25. Juni in Trier eröffnet wird.

„Das Ende der römischen Wacht am Rhein“ – Landesmuseum Mainz mit Hybrid-Vortrag von Prof. Thomas Fischer über das römische Militär im Rheinland der Spätantike

Römerwelt am Caput Limitis in Rheinbrohl. Archivbild © Diether v. Goddenthow
Römerwelt am Caput Limitis in Rheinbrohl. Archivbild © Diether v. Goddenthow

Es sind nur noch wenige Wochen bis zur Eröffnung der großen Landesausstellung „Der Untergang des Römischen Reiches“ im Rheinischen Landesmuseum Trier, die eingebettet ist in das Themenjahr „Spätantike“ der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE). Auch das Landesmuseum Mainz betrachtet diese hochinteressante Epoche im Rahmen einer Vortragsreihe aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Am 26. April 2022 um 18 Uhr widmet sich Prof. Thomas Fischer von der Universität zu Köln in seinem Vortrag „Das Ende der römischen Wacht am Rhein“ dem römischen Militär speziell im Rheinland der Spätantike.

„In den verlustreichen Kämpfen des 3. Jahrhunderts. n. Chr. hatte die römische Armee einen schweren Stand“, erklärt Fischer, „zwar konnte Rom mit umfangreichen Reformen um 300 n. Chr. die Rheingrenze noch einmal stabilisieren, aber die Probleme waren offensichtlich.“

In der Spätantike bestand das römische Heer zunehmend aus Germanen, die bis in höchste Ämter der Armeeführung aufsteigen konnten. Unter dem wachsenden Druck ging Rom mehr und mehr dazu über, nicht einzelne germanische Soldaten für bestehende Traditionseinheiten zu rekrutieren, sondern mit ganzen barbarischen Gefolgschaften Verträge einzugehen. Dabei spielten neben Sachsen auch die Franken eine wichtige Rolle.

Das Problem war nur, dass auf die Loyalität der Truppen und ihrer Anführer nicht immer Verlass war. „Diese Entwicklung förderte die Bildung selbstständiger germanischer Reiche auf römischem Boden und damit auch das Ende des weströmischen Reichs und zugleich leitete sie damit zu den Staaten des Frühen Mittelalters über“, so Fischer.

Der Vortrag von Prof. Thomas Fischer wird als Hybrid-Veranstaltung durchgeführt. Es besteht demnach die Möglichkeit, an dem Vortrag in Präsenz teilzunehmen oder ihm in digitaler Form zu folgen. Da die Zahl der Teilnehmenden begrenzt ist, wird um eine Anmeldung bis 25. April 2022, 12 Uhr, per E-Mail unter anmeldung@gdke.rlp.de gebeten, die Platzvergabe erfolgt in der Reihenfolge der Anmeldungen. Der Zugangslink wird den Teilnehmenden nach Anmeldeschluss per E-Mail zugeschickt. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Die Vortragsreihe ist Teil eines umfangreichen Begleitprogramms zur großen Landesausstellung „Der Untergang des Römischen Reiches“, die am 25. Juni in Trier eröffnet wird. Auch das Landesmuseum Mainz plant vom 10. Juni 2022 bis 29. Januar 2023 eine kleine Sonderausstellung unter dem Titel „Niedergang oder Neuanfang? – Mainz und Köln zwischen Antike und Mittelalter“, dazu eine Reihe von Vorträgen, die sich teils dezidiert mit der Stadt Mainz, mit Funden, Bauwerken oder mit den Begräbnisstätten der damaligen Zeit befassen.

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Countdown zur Römer-Landesausstellung in Trier vom 25.06. bis 29.08.2022 läuft

20Dez_Plakat_Untergang-450Knapp zwei Monate sind es noch bis zur großen Landesausstellung „Der Untergang des Römischen Reiches“. Dann öffnen die drei großen Trierer Museen ihre Türen, um das reiche und einzigartige römische Erbe in den Vordergrund zu rücken.

„Rheinland-Pfalz ist das einzige Bundesland, das flächendeckend von der römischen Kultur geprägt wurde und damit prädestiniert für diese Ausstellung. Gerade Trier ist mit seiner Geschichte und den zum Unesco-Weltkulturerbe zählenden Römerbauten der ideale Standort für die große Landesausstellung“, so Innenminister Roger Lewentz.

Es seien bereits 437 Führungen in den Museen vorreserviert, sodass unter dem Vorbehalt der pandemiebedingten Einschränkungen von einer sechsstelligen Zahl an Besucherinnen und Besuchern ausgegangen werden könne. „Die Ausstellung mit ihrem umfangreichen Begleitprogramm für Familien, Schulklassen und verschiedenste Gruppen kann eines der Top-Reiseziele der Kulturlandschaft 2022 werden“, ist Lewentz überzeugt. In die Ausstellung und ein begleitendes Themenjahr der Generaldirektion Kulturelles Erbe seien von Seiten des Landes 3,7 Millionen Euro geflossen.

In großen Schritten nähert sich der kulturelle Höhepunkt, den die älteste Stadt Deutschlands in diesem Jahr zu bieten hat: Vom 25. Juni bis zum 29. November 2022 zeigen das Rheinische Landesmuseum, das Museum am Dom und das Stadtmuseum Simeonstift die Landesausstellung gemeinsam. Die Vorbereitung in den drei beteiligten Häusern läuft auf Hochtouren und zahlreiche internationale Leihgaben machen die Ausstellung zu etwas ganz Besonderem. Das Römische Reich überdauerte Jahrhunderte und prägte die Weltgeschichte nachhaltig. Der Untergang dieses römischen Weltreiches wurde noch nie vergleichbar in einer Ausstellung verarbeitet.

„Kulturelle Leuchtturm-Projekte wie die Landesausstellung zum Untergang des Römischen Reiches, aber auch das Themenjahr „Spätantike“ der Generaldirektion Kulturelles Erbe richten den Fokus auf den reichen Nachlass dieser Umbruchszeit“, so Lewentz.

Auch für das Bistum und die Stadt Trier ist das Projekt der drei Museen von besonderer Wichtigkeit. Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg vom Bistum Trier freut sich darüber, „dass durch die Landesausstellung auf die lange und traditionsreiche Geschichte des Bistums aufmerksam gemacht wird.“

Der Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe betont: „Die Ausstellung richtet auch das überregionale Interesse auf unsere Stadt und wir rechnen daher mit vielen zusätzlichen Gästen und mit der Stärkung unseres Images als Kulturreiseziel.“

Die Kooperation der drei Museen, die bereits seit 2007 gemeinsam bedeutende und über die Landesgrenze hinaus begeisternde Projekte umsetzen, ist Teil des Erfolgsrezeptes der Trierer Ausstellungen und zudem bietet die historische Geschichte Triers als ehemalige Kaiserresidenz sowie mit den zahlreichen Unesco-Welterbestätten eine einzigartige Kulisse.

Das Rheinische Landesmuseum widmet sich breit aufgestellt dem Untergang des Römischen Reiches, während das Museum am Dom unter dem Titel „Im Zeichen des Kreuzes – eine Welt ordnet sich neu“ besonders die Rolle des Christentums in der Spätantike in den Blick nimmt. Der Ausstellungsteil im Stadtmuseum Simeonstift beschäftigt sich mit dem Thema „Das Erbe Roms. Visionen und Mythen in der Kunst“ und wie das römische Imperium dort bis heute überdauern konnte.
Um möglichst viele Menschen für die Ausstellung zu begeistern, wurde ein Veranstaltungsprogramm für verschiedene Zielgruppen zusammengestellt. Das Begleitprogramm mit etwa 300 Terminen beinhaltet mehr als 20 verschiedene Veranstaltungsformate, darunter Themenführungen, Lesungen, Podiumsdiskussionen, Konzerte und Theater. Diese richten sich an alle Altersstufen und sind für verschiedene Zielgruppen geeignet. Die zahlreichen Veranstaltungen ermöglichen es den Besucherinnen und Besuchern, tiefer in das Thema der Ausstellung einzutauchen und diese auch aus anderen Blickwinkeln zu betrachten.

Die Bedeutung und Größe der diesjährigen Ausstellung in Zahlen:
·         3 Museen mit 31 Ausstellungssälen
·         2000 m2 Fläche
·         700 Exponate aus 130 Museen und 20 Ländern.

Mit den Ausstellungen „Konstantin der Große“ im Jahr 2007 und „Nero – Kaiser, Künstler und Tyrann“ im Jahr 2016 hat sich Trier als Museumsstandort für national und international beachtete Großausstellungen zur römischen Antike profiliert. Die Nero-Ausstellung war damals eine der erfolgreichsten Ausstellungen in Europa. Ein wesentlicher Faktor für den Erfolg dieser Projekte, zu denen auch die  Karl-Marx-Ausstellung 2018 zählt, ist die Kooperation der Partner von Land, Stadt und Bistum mit ihren Museen.

Ausführlichere Informationen zum Begleitprogramm und zur Landesausstellung sind zu finden unter: www.untergang-rom-ausstellung.de

„High Tech Römer“ im Landesmuseum Mainz Staatssekretärin Steingaß eröffnet interaktive Mitmach-Ausstellung

© GDKE, Landesmuseum Mainz, Agentur Bonewitz
© GDKE, Landesmuseum Mainz, Agentur Bonewitz

Die neue interaktive Mitmach-Ausstellung „High-Tech Römer“ macht’s möglich: Vom 13. April 2022 bis zum 15. Januar 2023 können die Besucherinnen und Besucher des Landesmuseums Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) wahlweise eine römische Stadt planen, das Wasser aufwärts fließen lassen oder in einer römischen Galeere um die Wette rudern. Dann verwandeln sich Teile des Erdgeschosses des Mainzer Landesmuseums mit einer Gesamtfläche von rund 500 m² in ein Römerlager der besonderen Art.

„Die GDKE präsentiert mit den High-Tech Römern im Landesmuseum Mainz einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zur großen Landesausstellung ‚Der Untergang des Römischen Reichs‘ im Landesmuseum Trier. Die Ausstellungen werden uns, eingebettet in das Themenjahr Spätantike, einmal mehr auf wunderbare Weise das große römische Kulturerbe unseres Bundeslandes näherbringen. Die interaktive Mitmach-Ausstellung ‚High Tech Römer‘ wird vor allem Familien mit Kindern einen wunderbaren Anlass für einen Museumsbesuch bieten. Es freut mich sehr, dass das Land damit ein weiteres kulturelles Highlight für Groß und Klein anbieten kann“, sagte die für das kulturelle Erbe zuständige Staatssekretärin im Innenministerium, Nicole Steingaß, die am Abend die Ausstellung offiziell eröffnet.

In rund 25 Mitmachstationen rückt die neue Schau die Erfindungen aus der Römerzeit in ein ganz neues Licht. „Ob Fußbodenheizung, Lastkräne, Wellnessbäder oder Kaugummi – was für uns selbstverständlich ist, das war in der Römerzeit echtes Hightech“, erklärte die Generaldirektorin der GDKE, Dr. Heike Otto.

Wie es den Römern gelang, vor rund 2000 Jahren ohne Computer, Motoren und Elektrizität solche technischen Meisterleistungen zu vollbringen, will das Landesmuseum Mainz daher seinen Besucherinnen und Besuchern mit der interaktiven Ausstellung „High Tech Römer“ präsentieren. Ergänzt wird diese durch einzigartige Original-Funde aus den umfangreichen Beständen des Landesmuseums Mainz und der GDKE.

„Wir alle freuen uns sehr auf diese Ausstellung“, bekannte die Direktorin des Landesmuseums Mainz, Dr. Birgit Heide, „denn sie vermittelt römische Technik und römisches Leben auf eine wunderbar kreative Weise und sie zeigt zugleich, wie wichtig diese technischen Errungenschaften bis heute für unsere Lebenswelt, aber auch für die Stadt Mainz sind.“ Kein Wunder, denn die Römer haben in Mainz eine ganz besondere Bedeutung. Schließlich entwickelte sich Mogontiacum vor rund 2000 Jahren vom Legionslager zum militärischen und zivilen Zentrum der Region und zur Hauptstadt der Provinz Obergermanien. Die Spuren dieser Zeit sind bis heute überall in Mainz zu finden und werden mit der Ausstellung verknüpft. So lädt das Rahmen- und Workshopprogramm dazu ein, das Ziegeleimuseum in Bretzenheim aufzusuchen oder schon einen Blick in die Ausstellungspläne des RGZM zu werfen.

Nach der außerordentlich erfolgreichen Mitmachausstellung „Ritter, Bauer, Edeldame“ aus dem vergangenen Jahr ist auch „High Tech-Römer“ wieder ein besonderes Produkt der fruchtbaren Zusammenarbeit mit dem Museon Den Haag (NL), Museum Het Valkhof Nijmegen (NL), Technopolis Mechelen (B) und dem LVR-LandesMuseum Bonn (D).

Die Ausstellung ist auf neun Pavillons verteilt. Jeder Pavillon hat ein eigenes Thema: Architektur, Handwerk, Reisen, Militär, Kommunikation, Rechnen, Luxus, Wasser und Maschinen. Ein Film führt in die Ausstellung ein und versetzt die Besucher und Besucherinnen in das antike Rom. Danach kann jeder nach eigenen Vorlieben an den einzelnen Stationen ausprobieren, tüfteln und nachbauen.

Die Sonderausstellung ist eingebettet in das Themenjahr Spätantike und die große Landesausstellung „Der Untergang des Römischen Reiches“ in Trier, die am 25. Juni eröffnet wird. Dazu wird es in ganz Rheinland-Pfalz und in den Direktionen der GDKE ein umfangreiches Begleitprogramm geben. Auch das Landesmuseum Mainz plant vom 11 Juni 2022 bis 29. Januar 2023 eine kleine Sonderausstellung unter dem Titel „Niedergang oder Neuanfang? – Mainz und Köln zwischen Antike und Mittelalter“ und dazu monatliche Vorträge, die sich teils dezidiert mit der Stadt Mainz, mit Funden, Bauwerken oder mit den Begräbnisstätten der damaligen Zeit befassen. Zudem wird im Juli ein zweitägiges Römerfest im Landesmuseum Mainz ausgerichtet.

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„Avrea Mangontia – Mainz im Mittelalter“ – Landesmuseum Mainz beleuchtet eine der wichtigsten und mächtigsten Städte des Mittelalters

„Die rheinland pfälzische Landeshauptstadt hat nicht nur ein außergewöhnlich reiches kulturelles Erbe mit einer hochspannenden Geschichte der kulturellen Vielfalt, sie war gerade im Mittelalter über Jahrhunderte hinweg von zentraler Bedeutung, was sich auch in ihrem Beinamen „Das Goldene Mainz“ als Aurea Moguntia widerspiegelt. © Foto Diether v. Goddenthow
„Die rheinland pfälzische Landeshauptstadt hat nicht nur ein außergewöhnlich reiches kulturelles Erbe mit einer hochspannenden Geschichte der kulturellen Vielfalt, sie war gerade im Mittelalter über Jahrhunderte hinweg von zentraler Bedeutung, was sich auch in ihrem Beinamen „Das Goldene Mainz“ als Aurea Moguntia widerspiegelt. © Foto Diether v. Goddenthow

Neue Erkenntnisse aus der großen Landesausstellung „Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht. Von Karl dem Großen bis Friedrich Barbarossa“ gaben den Anlass zu dieser hochkarätigen Anschluss-Ausstellung „Avrea Magontia – Mainz im Mittelalter“, so die Direktorin Dr. Birgit Heide bei ihrer Begrüßung zur Eröffnung am 18.3.2022. Daher sei es für das Mainzer Landesmuseum, aber insbesondere auch für die Stadt Mainz und Rheinland-Pfalz außerordentlich wichtig gewesen, die enorme Bedeutung des mittelalterlichen Mainz für das ganze Reich jetzt dauerhaft präsentieren zu können.[/caption]

"Wir präsentieren mit dieser Ausstellung einen eindrucksvollen Rundgang durch die Geschichte einer der wichtigsten Städte des Mittelalters", so Direktorin Dr. Birgit Heide Foto: Agentur Bonewitz
„Wir präsentieren mit dieser Ausstellung einen eindrucksvollen Rundgang durch die Geschichte einer der wichtigsten Städte des Mittelalters“, so Direktorin Dr. Birgit Heide Foto: Agentur Bonewitz

Auf gut 400 m2 geben 90 hochkarätige Exponate in chronologischer Reihenfolge einen wunderbaren Überblick über mehr als 800 Jahre Mainzer Stadtgeschichte. Die Ausstellung führt vom frühen Mittelalter, als für Mainz ein neuer wirtschaftlicher und politischer Aufstieg einsetzt, über das „Goldene Mainz“ bis hin zur freien Stadt und der Errichtung des Kaufhauses am Brand durch die Mainzer Bürger am Beginn des 14. Jahrhunderts, so Dr. Heide.

Der Rundgang beginnt mit dem fränkischen Geschlecht der Merowinger im 5. Jahrhundert. Dieses fränkische Königsgeschlecht herrscht seit Ende des 5. Jahrhunderts bis 751 über weite Teile Westeuropas.

Hechtsheimer Frauengrab aus  dem frühen 6. Jh. zu Zeiten der Merowinger. © Foto Diether v. Goddenthow
Hechtsheimer Frauengrab aus dem frühen 6. Jh. zu Zeiten der Merowinger. © Foto Diether v. Goddenthow

Danach übernehmen mit Karl dem Großen  (768 – 814) die  Karolinger die Herrschaft in Frankreich. Mit der Ausdehnung  ihres Reiches von Frankreich ausgehend bis an die Elbe im Osten gerät dadurch Mainz aus einer Grenzlage in eine zentrale geographische Position mit weitreichenden Folgen, wobei besonders wichtige Verkehrsadern für die Hafenstadt Mainz die Flüsse Rhein und Main waren.

Es war die christliche Mission im östlichen Reichsteil die die Errichtung zahlreicher Kirchen und Klöster innerhalb und außerhalb der Stadt begünstigte. Und mit der Übernahme des Bistums durch Bonifatius 746 beginnt für Mainz der religiöse und politische Aufstieg. Mainz wird zur größten Erzdiözese seiner Zeit, die vom Bistum Verden im Norden über Halberstadt und Eichstädt im Osten bis nach Konstanz und Chur (heutige Schweiz) im Süden reicht. Man kann sich das heutzutage kaum vorstellen, dass die Mainzer Erzbischöfe in dieser Zeit zu den kirchlichen und politischen Führungskräften des Reichs gehören und haben hohe Ämter der königlichen Verwaltung innehaben. Allen voran Willigis, der unter den Ottonen-Kaisern ab 971 Reichskanzler wurde und 975 zugleich von Kaiser Otto II. zum Erzbischof von Mainz erhoben wurde und schließlich auch Stellvertreter des Papstes war.

Die acht ganzfigurischen Sandsteinreliefs, die als Zinnen das mittelalterliche Mainzer Kaufhaus mit den Erzbischöfen vo Köln, Mainz u. Trier, den Markgraf von Brandenburg, König von Böhmen, Deutschen König, Herzog von Sachsen und Pfalzgraf bei Rhein zieren, bezeugen einmal mehr Größe und Bedeutung des mittelalterlichen Mainz.  © Foto Diether v. Goddenthow
Die acht ganzfigurischen Sandsteinreliefs, die als Zinnen das mittelalterliche Mainzer Kaufhaus mit den Erzbischöfen vo Köln, Mainz u. Trier, den Markgraf von Brandenburg, König von Böhmen, Deutschen König, Herzog von Sachsen und Pfalzgraf bei Rhein zieren, bezeugen einmal mehr Größe und Bedeutung des mittelalterlichen Mainz. © Foto Diether v. Goddenthow

Mainz wird mit den Ottonen ab 919 immer mächtiger. Zahlreiche Herrscheraufenthalte, Reichsversammlungen und Reichssynoden sind belegt. Im Spannungsfeld zwischen königlicher und erzbischöflicher Herrschaft entsteht nicht nur eine wohlhabende christliche Bürgerschaft, sondern auch die jüdischen Gemeinden tragen seit ihren frühen Anfängen im 10. Jahrhundert enorm zur städtischen Entwicklung von Mainz bei. Sie prägen das Stadtbild mit und entfalten eine weitreichende Wirkung, auch weit über Mainz hinaus. Um 1200 entsteht hier im Raum am Rhein das einzigartige Netzwerk der drei SchUM-Städte Mainz, Worms und Speyer.

Ausstellungs-Impression © Foto Diether v. Goddenthow
Ausstellungs-Impression © Foto Diether v. Goddenthow

Um 1300 befindet sich Mainz auf dem Höhepunkt seiner wirtschaftlichen Bedeutung. Die Stadt unterhält weitreichende Handelsbeziehungen in alle damals bekannten Regionen und die Wirtschaft und der Handel florieren. Davon profitieren sowohl die Mainzer Bürger als auch die Geistlichkeit. Neben den zahlreichen Kirchen und Klöstern werden auch repräsentative Wohnhäuser errichtet, die das enorme Selbstbewusstsein der Mainzer Bürgerschaft verdeutlichen. Zudem errichten die Bürger das größte Kaufhaus im südwestdeutschen Raum, das mit seiner Darstellung der Kurfürsten einzigartig im gesamten Reich geblieben ist.

Nach diesem kräftigen wirtschaftlichen Wachstum und dem Erstarken der Geschlechter im 13. und 14. Jahrhundert, kommt es ab dem 14. Jahrhundert jedoch zu wachsenden Spannungen. Zünfte, Patrizier und Erzbischof liegen in erbittertem Streit und die mittlerweile hoch verschuldete Stadt verliert ihre führende wirtschaftliche Rolle schließlich an Frankfurt. Erst Mitte des 15. Jahrhunderts setzt sich der Erzbischof schließlich endgültig als Stadtherr gegen die Bürgerschaft durch und sorgt für einen erneuten Aufschwung der Stadt. Die Gebäude der wohlhabenden Bürger und Geschlechter werden mit aufwendiger Bauskulptur, wie den für Mainz typischen Hausmadonnen, geschmückt. Kirchen und Klöster werden reich ausgestattet, Kunst und Wissenschaft werden gefördert und 1477 wird die Universität Mainz gegründet. Johannes Gensfleisch, genannt Gutenberg, erfindet den Druck mit beweglichen Lettern. Damit bricht für die Stadt eine neue Zeit an, von denen die übrigen Sammlungen des Mainzer Landesmuseum ebenfalls ein beredtes Zeugnis abgeben.

Unter den hochkarätigen Exponaten der von Romina Schiavone M.A. kuratierten Ausstellung befindet sich beispielsweise Grabbeigaben des Hechtsheimer Frauengrabs aus dem 6. Jahrhundert, eine Kopie des Abdrucks vom ältesten Siegel der Stadt Mainz, die „Große Mainzer Adlerfibel“, die ältesten jüdischen Grabsteine, die herausragende frührömische Bronzetür, die möglicherweise einst im Kloster St. Alban angebracht war, und den sogenannten Kurfürsten-Zyklus, der die Zinnen des mittelalterlichen Kaufhauses am Brand zierte, das ebenfalls in einer spektakulären digitalen 3-Visualisierung noch einmal zum Leben erweckt wird. Weitere Höhepunkte sind Kopien des sogenannten Mainzer Goldschmucks, die sich seit einigen Jahren als Dauerleihgabe vom Haus der Goldschmiedekunst, Juwelier Weiland, im Landesmuseum befinden.

Die Stationen dieser sehr gelungenen Ausstellung präsentieren einen eindrucksvollen Rundgang durch die Geschichte einer der wichtigsten Städte des Mittelalters.

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„… Tausende wurden in der Kirche hingeschlachtet!“ – Hybrid-Vortrag über die Entwicklung des Christentums im Mainzer Landesmuseum

Landesmuseum Mainz mit Hybrid-Vortrag über Entstehung und Entwicklung des Christentums in Mainz vom 4. bis zum 8. Jahrhundert
Das Jahr 2022 ist bei der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) eingebettet in das Themenjahr „Spätantike“, einer Epoche, die sich mit dem Übergang von der Antike zum Frühmittelalter beschäftigt und der sich unter anderem auch eine Vortragsreihe im Landesmuseum Mainz auf unterschiedliche Weise nähert.
Am 29. März um 18 Uhr wird in dieser Reihe Dr. Winfried Wilhelmy, der Direktor des Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseums Mainz, einen Vortrag zur Entstehung und Entwicklung des Christentums in Mainz vom 4. bis 8. Jahrhundert halten.

Seine Darstellungen stehen in engem inhaltlichem Zusammenhang mit der großen Landesausstellung „Der Untergang des Römischen Reiches“ im Rheinischen Landesmuseum Trier, die am 25. Juni eröffnet wird. Denn mitten hinein in die bewegten Zeiten des untergehenden Römischen Reiches fällt auch der Aufschwung des christlichen Glaubens. Die Kirche und ihre Bischöfe wussten das langsam entstehende Machtvakuum zu nutzen und übernahmen zunehmend auch weltliche Aufgaben, die ihren politischen Einfluss stärkten.

Dass die Entwicklung des Christentums keine lineare Erfolgsgeschichte war, zeigt ein Zitat des Kirchenvaters Hieronymus, das sich Dr. Wilhelmy als Überschrift zu seinem Vortrag ausgewählt hat „…Tausende wurden in der Kirche hingeschlachtet“ und das die Situation der Mainzer Christen im frühen 5. Jahrhundert sehr drastisch beschreibt. Wilhelmy wird zugleich den Fragen nachgehen: Wie viele Christen gab es damals in Mainz und wie sah ihre Lebenssituation aus? Wann kam das Christentum überhaupt an den Rhein und durch wen? Wie entwickelte es sich zwischen Spätantike und Frühmittelalter und welche Zeugnisse gibt es hierüber?

Der Vortrag von Dr. Winfried Wilhelmy wird als Hybrid-Veranstaltung durchgeführt. Es besteht demnach die Möglichkeit, an dem Vortrag in Präsenz teilzunehmen oder ihm in digitaler Form zu folgen. Da die Zahl der Teilnehmenden begrenzt ist, wird um eine Anmeldung bis 28. März 2022, 12 Uhr, per E-Mail unter anmeldung@gdke.rlp.de gebeten, die Platzvergabe erfolgt in der Reihenfolge der Anmeldungen. Der Zugangslink wird Ihnen nach Anmeldeschluss per E-Mail zugeschickt. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Die Vortragsreihe ist Teil eines umfangreichen Begleitprogramms zur großen Landesausstellung „Der Untergang des Römischen Reiches“, die im Juni in Trier eröffnet wird. Auch das Landesmuseum Mainz plant vom 10. Juni 2022 bis 29. Januar 2023 eine kleine Sonderausstellung unter dem Titel „Niedergang oder Neuanfang? – Mainz und Köln zwischen Antike und Mittelalter“, dazu eine Reihe von Vorträgen, die sich teils dezidiert mit der Stadt Mainz, mit Funden, Bauwerken oder mit den Begräbnisstätten der damaligen Zeit befassen.

Humorvolle Scherenschnitte als Zeitdokument Filigrane Papierkunstwerke der Mainzer Künstlerin Therese Prestel werden erstmalig im Landesmuseum Mainz ausgestellt

Therese Prestel „Frankfurt im Mai 1911.“, Scherenschnitt und blaue Tinte, 142x130 mm, GDKE, Landesmuseum Mainz, Inv. 2022/16
Therese Prestel „Frankfurt im Mai 1911.“, Scherenschnitt und blaue Tinte, 142×130 mm, GDKE, Landesmuseum Mainz, Inv. 2022/16

Ob die Rolle der Frau im frühen 20. Jahrhundert, das Mainzer Schützenfest oder die Reichstagswahlen der noch jungen Weimarer Republik – die Mainzer Künstlerin Therese Prestel war eine Meisterin des Scherenschnitts und illustrierte die Gesellschaft der 1910er bis 1920er Jahre in Mainz, Wiesbaden und Frankfurt auf zum Teil humorvolle Art und Weise. Geboren 1856 in Mainz, entstammt sie der bekannten Künstler- und Verlegerfamilie Prestel. Das Landesmuseum Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) zeigt vom 15. März bis 6. Juni 2022 in einer Kabinettausstellung in der Graphischen Sammlung erstmals eine Auswahl ihres rund 300 Blatt umfassenden Bestands an Scherenschnitten der Künstlerin Therese Prestel. Titel der Ausstellung: „Schemenhaft – Die Scherenschnitte der Therese Prestel“. Die seit 1. Januar neue Leiterin der Graphischen Sammlung, Dr. Maria Aresin, wird als Kuratorin, am Dienstag, 15. März um 18 Uhr, eine Einführung in die Ausstellung geben.

Therese Prestel: „Zwei Kinder und ein Hund im Regen“, Scherenschnitt und blaue Tinte, 97x88 mm, GDKE, Landesmuseum Mainz, Inv. 0/2554
Therese Prestel: „Zwei Kinder und ein Hund im Regen“, Scherenschnitt und blaue Tinte, 97×88 mm, GDKE, Landesmuseum Mainz, Inv. 0/2554

In ihren handgroßen humoristischen Arbeiten greift Prestel mit Vorliebe Themen der Zeit kurz nach 1900 auf. Eine besondere Rolle spielt dabei die Damenmode in der Zeit um den 1. Weltkrieg. Mit ihren aufwendigen Hüten, Taschen, Schirmen und Stöcken ausgestattet und begleitet vom obligatorischen Hündchen, flanieren die Damen über das Papier. In kurzen, fein mit Bleistift geschriebenen Notizen vermerkte Prestel dazu das jeweilige silhouettenhaft karikierte Ereignis: von Spaziergängen im Frankfurter Palmengarten, über Wanderungen im Taunus bis hin zum Mainzer Schützenfest.

Die geschnittenen Figuren dokumentieren nicht nur die Mode und den Geschmack der Zeit auf humorvolle Weise, sie bieten auch einen Einblick in das Leben Prestels selbst als einer Dame der Gesellschaft. Auch politisch brisante Themen wie der Weltkrieg selbst oder die Reichstagswahlen der noch jungen Weimarer Republik greift sie in ihren Schnitten auf. Die Rolle der Frau ist dabei stets betont oder findet besondere Berücksichtigung. Während viele der collageartigen Papierarbeiten an Freunde und Bekannte verschickt wurden, hat sich im Landesmuseum Mainz ein etwa 300 Blatt umfassender Bestand an Scherenschnitten der Künstlerin erhalten, der hier erstmals ausgestellt und im Feld der Scherenschnitttechnik verortet wird, die immerhin als eine der wichtigen Kulturtechniken um 1900 angesehen wird.

Therese Prestel, die 1921 in Mainz verstarb, ist die Tochter von Anna Britz (aus der Kurmainzer Familie Barth) und Johann Erdmann Gottlieb Prestel, der als Bildhauer und deutscher Maler vor allem für seine Tierporträts berühmt war.

Begleitprogramm:
Führungen zur Ausstellung:

Dienstag, 15.03.2022 – 18:00-19:00 Uhr
Dienstag, 22.03.2022 – 18:00-19:00 Uhr
Dienstag, 19.04.2022 – 18:00-19:00 Uhr

Abendvortrag:
Dienstag, 31.05.2022, 18:00 Uhr (s.t.), Landesmuseum Mainz, Forum (mit anschließender Führung durch die Ausstellung):
Antje Buchwald: Von „Papiernen Sachen“ bis zum „Cutout“. Geschichte und Gegenwart des Scherenschnitts und Schattenrisses

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Lewentz startet Themenjahr zur Landesausstellung „Der Untergang des römischen Reichs“

20Dez_Plakat_Untergang-450Innenminister Roger Lewentz hat das Themenjahr rund um die kommende Landesausstellung „Der Untergang des römischen Reichs“ eingeläutet. Der Minister eröffnete am Dienstagabend, 25. Januar 2021, eine Vortragsreihe zur Spätantike im Landesmuseum Mainz, die den Auftakt zum Themenjahr bildet.

„Mit großer Vorfreude nähern wir uns der zentralen historischen Ausstellung dieses Jahres, die unter dem Titel ‚Der Untergang des römischen Reichs‘ im Juni im Rheinischen Landesmuseum Trier startet und in ganz Rheinland-Pfalz durch zahlreiche Begleitveranstaltungen angereichert wird. Die Ausstellung wird eines der großen Rätsel der Weltgeschichte behandeln, indem sie der Frage nachgeht, wie das so mächtige römische Imperium untergehen konnte. Als womöglich ‚römischstes‘ Bundesland von allen, mit seinen unschätzbaren Relikten aus der Antike, ist Rheinland-Pfalz für diese Ausstellung mit ihrer spannenden Fragestellung genau der richtige Ort“, sagte der für das Kulturelle Erbe zuständige Innenminister Roger Lewentz.

Den ersten Vortrag der zehnteiligen Vortragsreihe im Mainzer Landesmuseum hielt im Anschluss an Lewentz‘ Eröffnung Dr. Marcus Reuter, der in sehr anschaulicher Weise von der kommenden großen Landesausstellung der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) in Trier berichtete.

Dr. Marcus Reuter ist ein profunder Kenner der römischen Antike und zugleich Direktor des Rheinischen Landesmuseums Trier. Ihn faszinierte schon immer die Frage, wie und warum ein so mächtiges Imperium wie das römische Reich untergehen konnte. „Der Untergang Roms ist selbst unter Experten bis heute ein Rätsel“, erklärte Reuter, „und so entstanden im Laufe der Jahrhunderte über 200 verschiedene Theorien darüber, warum das römische Reich endete.“ In seinem abwechslungsreichen Vortrag erläuterte Reuter, wie man eine so hochkomplexe Fragestellung wie jene nach dem Untergang des römischen Reichs in ein ansprechendes Ausstellungskonzept übertragen kann und was die Besucherinnen und Besucher ab dem 25. Juni 2022 in Trier erwartet.

Denn gleich drei Museen – neben dem Rheinischen Landesmuseum auch das Stadtmuseum und das Dommuseum in Trier – widmen sich in diesem Jahr aus unterschiedlichen Perspektiven dieser höchst spannenden historischen Epoche, die von Umbrüchen und Gewalt, aber auch von Kontinuitäten geprägt war.

Zur großen Landesausstellung „Der Untergang des Römischen Reiches“ wird es in ganz Rheinland-Pfalz und in den Direktionen der GDKE ein umfangreiches Begleitprogramm geben. Auch das Landesmuseum Mainz plant vom 10. Juni 2022 bis 29. Januar 2023 eine kleine Sonderausstellung unter dem Titel „Niedergang oder Neuanfang? – Mainz und Köln zwischen Antike und Mittelalter“ und dazu rund zehn Vorträge, die sich teils dezidiert mit der Stadt Mainz, mit Funden, Bauwerken oder mit den Begräbnisstätten der damaligen Zeit befassen. Zudem wird im Juli ein zweitägiges Römerfest im Landesmuseum Mainz ausgerichtet.

Max Beckmann, Ernst Wilhelm Nay und Karoline Weis – Landesmuseum Mainz: Führung zu „entarteter“ Kunst und zu jüdischem Leben in Mainz

Ernst Wilhelm Nay, Sitzende, 1947, Öl auf Lwd., GDKE, Landesmuseum Mainz, Inv. Nr. 1596 Foto R. R. Steffens
Ernst Wilhelm Nay, Sitzende, 1947, Öl auf Lwd., GDKE, Landesmuseum Mainz, Inv. Nr. 1596 Foto R. R. Steffens

Zum bundesweiten „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ bietet das Landesmuseum Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) am Sonntag, 30. Januar um 11 und um 14 Uhr, jeweils eine Führung über Max Beckmann und Ernst Wilhelm Nay an, die beide 1937 als „entartet“ diffamiert wurden. Exemplarisch werden in dieser Führung von Dr. Karoline Feulner die Schicksale der beiden Künstler vorgestellt, über die damals ein Berufs- und Ausstellungsverbot verhängt wurde. Im zweiten Teil der Führung stehen mit dem Leben der Mainzer Jüdin, Karoline Weis, aktuelle Forschungsergebnisse zur Herkunftsgeschichte (Provenienz) am Landesmuseum Mainz im Mittelpunkt. Aus ihrer kleinen Grafiksammlung erwarb das Museum in den 1930er Jahren wenige Blätter der Künstler Alfred Mumbächer und Johann Manegold. Karoline Weis, die unweit des Museums unter anderem in der Emmeransstraße lebte, steht auch im Mittelpunkt des Audiostadtspaziergangs „Jüdisches Leben in Mainz zur Zeit des Nationalsozialismus. Am Beispiel der Kunstsammlerin Karoline Weis, sowie Gerti Salomon und Felix Ganz“, der kostenfrei über die Homepage des Landesmuseums Mainz abgerufen werden kann. Der Audiospaziergang erzählt zudem anhand von verschiedenen Stationen das damalige jüdische Leben in Mainz.

Da die Zahl der Teilnehmenden begrenzt ist, ist eine Anmeldung erforderlich unter landesmuseum-mainz@gdke.rlp.de. Für die Teilnahme werden zum Museumseintritt zwei Euro erhoben.

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