Kategorie-Archiv: Untergang des Römischen Reichs

Lewentz: Umzug von 360 Kilo-Kaiserkopf auch im Museum besonders

Foto: GDKE/LM/Bonewitz
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Die Vorbereitungen zur Sonderausstellung „Niedergang oder Neuanfang? – Mainz und Köln zwischen Antike und Mittelalter“ im Landesmuseum Mainz laufen auf Hochtouren. Der Umzug eines 360 Kilogramm schweren römischen Kaiserkopfes bedurfte nun eines Spezialkrans.

„Der Umzug eines 360 Kilo schweren römischen Kolossalkopfes ist nicht alltäglich und eine besondere Leistung aller Beteiligten. Selbst im Museumsalltag kommt es äußerst selten vor, dass ein dreifach überlebensgroßes Original-Exponat mittels Spezialkran aus 3,5 Metern Höhe gehoben und weitertransportiert werden muss. Das Kaiserporträt aus Sandstein soll Teil der Sonderausstellung werden, die am 10. Juni im Landesmuseum Mainz eröffnet wird“, sagte Innenminister Roger Lewentz.

Foto: GDKE/LM/Bonewitz
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Dargestellt sei ein bärtiger Kaiser mit strähnigen Haaren. Der Vollbart gebe einen Hinweis auf die Identität des Dargestellten und damit eine engere zeitliche Eingrenzung, erläuterte der Minister. Es dürfte sich um Julian, den Neffen Konstantins des Großen, handeln. Dieser habe eine enge Beziehung zu Mainz gehabt, da er 357 die von Germanen besetzte Stadt befreite.

„Ist die angenommene Zuweisung zu Julian korrekt, wäre der Mainzer Kopf das einzig erhaltene rundplastische Bildnis des Kaisers. Zudem wäre es dann auch das späteste erhaltene römische Steindenkmal aus Mainz“, erklärte Dr. Ellen Riemer, Kuratorin der Archäologischen Sammlungen im Landesmuseum Mainz, die den Transport begleitete.

Foto: GDKE/LM/Bonewitz
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Der Kolossalkopf wurde bereits 1722 vermauert in der spätrömischen Stadtmauer zwischen Zitadelle und Neutor gefunden, gelangte aber erst 1847 in das Altertumsmuseum. Der Kopf stand also nicht lange in seiner ursprünglichen Funktion als Kaiserbüste in der Stadt, sondern wurde zum Bau der Mauer verwendet.

Der spektakuläre Umzug eines einzigartigen römischen Steindenkmals von der Steinhalle in den Ausstellungstrakt des Landesmuseums Mainz ist Teil der Vorbereitungen für die kommende Ausstellung im Landesmuseum Mainz „Niedergang oder Neuanfang? – Mainz und Köln zwischen Antike und Mittelalter“ (11. Juni 2022 bis 29. Januar 2023), die das umfangreiche Begleitprogramm zur großen Landesausstellung „Der Untergang des Römischen Reiches“ ergänzt, die am 25. Juni in Trier eröffnet wird.

„Das Ende der römischen Wacht am Rhein“ – Landesmuseum Mainz mit Hybrid-Vortrag von Prof. Thomas Fischer über das römische Militär im Rheinland der Spätantike

Römerwelt am Caput Limitis in Rheinbrohl. Archivbild © Diether v. Goddenthow
Römerwelt am Caput Limitis in Rheinbrohl. Archivbild © Diether v. Goddenthow

Es sind nur noch wenige Wochen bis zur Eröffnung der großen Landesausstellung „Der Untergang des Römischen Reiches“ im Rheinischen Landesmuseum Trier, die eingebettet ist in das Themenjahr „Spätantike“ der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE). Auch das Landesmuseum Mainz betrachtet diese hochinteressante Epoche im Rahmen einer Vortragsreihe aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Am 26. April 2022 um 18 Uhr widmet sich Prof. Thomas Fischer von der Universität zu Köln in seinem Vortrag „Das Ende der römischen Wacht am Rhein“ dem römischen Militär speziell im Rheinland der Spätantike.

„In den verlustreichen Kämpfen des 3. Jahrhunderts. n. Chr. hatte die römische Armee einen schweren Stand“, erklärt Fischer, „zwar konnte Rom mit umfangreichen Reformen um 300 n. Chr. die Rheingrenze noch einmal stabilisieren, aber die Probleme waren offensichtlich.“

In der Spätantike bestand das römische Heer zunehmend aus Germanen, die bis in höchste Ämter der Armeeführung aufsteigen konnten. Unter dem wachsenden Druck ging Rom mehr und mehr dazu über, nicht einzelne germanische Soldaten für bestehende Traditionseinheiten zu rekrutieren, sondern mit ganzen barbarischen Gefolgschaften Verträge einzugehen. Dabei spielten neben Sachsen auch die Franken eine wichtige Rolle.

Das Problem war nur, dass auf die Loyalität der Truppen und ihrer Anführer nicht immer Verlass war. „Diese Entwicklung förderte die Bildung selbstständiger germanischer Reiche auf römischem Boden und damit auch das Ende des weströmischen Reichs und zugleich leitete sie damit zu den Staaten des Frühen Mittelalters über“, so Fischer.

Der Vortrag von Prof. Thomas Fischer wird als Hybrid-Veranstaltung durchgeführt. Es besteht demnach die Möglichkeit, an dem Vortrag in Präsenz teilzunehmen oder ihm in digitaler Form zu folgen. Da die Zahl der Teilnehmenden begrenzt ist, wird um eine Anmeldung bis 25. April 2022, 12 Uhr, per E-Mail unter anmeldung@gdke.rlp.de gebeten, die Platzvergabe erfolgt in der Reihenfolge der Anmeldungen. Der Zugangslink wird den Teilnehmenden nach Anmeldeschluss per E-Mail zugeschickt. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Die Vortragsreihe ist Teil eines umfangreichen Begleitprogramms zur großen Landesausstellung „Der Untergang des Römischen Reiches“, die am 25. Juni in Trier eröffnet wird. Auch das Landesmuseum Mainz plant vom 10. Juni 2022 bis 29. Januar 2023 eine kleine Sonderausstellung unter dem Titel „Niedergang oder Neuanfang? – Mainz und Köln zwischen Antike und Mittelalter“, dazu eine Reihe von Vorträgen, die sich teils dezidiert mit der Stadt Mainz, mit Funden, Bauwerken oder mit den Begräbnisstätten der damaligen Zeit befassen.

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Countdown zur Römer-Landesausstellung in Trier vom 25.06. bis 29.08.2022 läuft

20Dez_Plakat_Untergang-450Knapp zwei Monate sind es noch bis zur großen Landesausstellung „Der Untergang des Römischen Reiches“. Dann öffnen die drei großen Trierer Museen ihre Türen, um das reiche und einzigartige römische Erbe in den Vordergrund zu rücken.

„Rheinland-Pfalz ist das einzige Bundesland, das flächendeckend von der römischen Kultur geprägt wurde und damit prädestiniert für diese Ausstellung. Gerade Trier ist mit seiner Geschichte und den zum Unesco-Weltkulturerbe zählenden Römerbauten der ideale Standort für die große Landesausstellung“, so Innenminister Roger Lewentz.

Es seien bereits 437 Führungen in den Museen vorreserviert, sodass unter dem Vorbehalt der pandemiebedingten Einschränkungen von einer sechsstelligen Zahl an Besucherinnen und Besuchern ausgegangen werden könne. „Die Ausstellung mit ihrem umfangreichen Begleitprogramm für Familien, Schulklassen und verschiedenste Gruppen kann eines der Top-Reiseziele der Kulturlandschaft 2022 werden“, ist Lewentz überzeugt. In die Ausstellung und ein begleitendes Themenjahr der Generaldirektion Kulturelles Erbe seien von Seiten des Landes 3,7 Millionen Euro geflossen.

In großen Schritten nähert sich der kulturelle Höhepunkt, den die älteste Stadt Deutschlands in diesem Jahr zu bieten hat: Vom 25. Juni bis zum 29. November 2022 zeigen das Rheinische Landesmuseum, das Museum am Dom und das Stadtmuseum Simeonstift die Landesausstellung gemeinsam. Die Vorbereitung in den drei beteiligten Häusern läuft auf Hochtouren und zahlreiche internationale Leihgaben machen die Ausstellung zu etwas ganz Besonderem. Das Römische Reich überdauerte Jahrhunderte und prägte die Weltgeschichte nachhaltig. Der Untergang dieses römischen Weltreiches wurde noch nie vergleichbar in einer Ausstellung verarbeitet.

„Kulturelle Leuchtturm-Projekte wie die Landesausstellung zum Untergang des Römischen Reiches, aber auch das Themenjahr „Spätantike“ der Generaldirektion Kulturelles Erbe richten den Fokus auf den reichen Nachlass dieser Umbruchszeit“, so Lewentz.

Auch für das Bistum und die Stadt Trier ist das Projekt der drei Museen von besonderer Wichtigkeit. Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg vom Bistum Trier freut sich darüber, „dass durch die Landesausstellung auf die lange und traditionsreiche Geschichte des Bistums aufmerksam gemacht wird.“

Der Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe betont: „Die Ausstellung richtet auch das überregionale Interesse auf unsere Stadt und wir rechnen daher mit vielen zusätzlichen Gästen und mit der Stärkung unseres Images als Kulturreiseziel.“

Die Kooperation der drei Museen, die bereits seit 2007 gemeinsam bedeutende und über die Landesgrenze hinaus begeisternde Projekte umsetzen, ist Teil des Erfolgsrezeptes der Trierer Ausstellungen und zudem bietet die historische Geschichte Triers als ehemalige Kaiserresidenz sowie mit den zahlreichen Unesco-Welterbestätten eine einzigartige Kulisse.

Das Rheinische Landesmuseum widmet sich breit aufgestellt dem Untergang des Römischen Reiches, während das Museum am Dom unter dem Titel „Im Zeichen des Kreuzes – eine Welt ordnet sich neu“ besonders die Rolle des Christentums in der Spätantike in den Blick nimmt. Der Ausstellungsteil im Stadtmuseum Simeonstift beschäftigt sich mit dem Thema „Das Erbe Roms. Visionen und Mythen in der Kunst“ und wie das römische Imperium dort bis heute überdauern konnte.
Um möglichst viele Menschen für die Ausstellung zu begeistern, wurde ein Veranstaltungsprogramm für verschiedene Zielgruppen zusammengestellt. Das Begleitprogramm mit etwa 300 Terminen beinhaltet mehr als 20 verschiedene Veranstaltungsformate, darunter Themenführungen, Lesungen, Podiumsdiskussionen, Konzerte und Theater. Diese richten sich an alle Altersstufen und sind für verschiedene Zielgruppen geeignet. Die zahlreichen Veranstaltungen ermöglichen es den Besucherinnen und Besuchern, tiefer in das Thema der Ausstellung einzutauchen und diese auch aus anderen Blickwinkeln zu betrachten.

Die Bedeutung und Größe der diesjährigen Ausstellung in Zahlen:
·         3 Museen mit 31 Ausstellungssälen
·         2000 m2 Fläche
·         700 Exponate aus 130 Museen und 20 Ländern.

Mit den Ausstellungen „Konstantin der Große“ im Jahr 2007 und „Nero – Kaiser, Künstler und Tyrann“ im Jahr 2016 hat sich Trier als Museumsstandort für national und international beachtete Großausstellungen zur römischen Antike profiliert. Die Nero-Ausstellung war damals eine der erfolgreichsten Ausstellungen in Europa. Ein wesentlicher Faktor für den Erfolg dieser Projekte, zu denen auch die  Karl-Marx-Ausstellung 2018 zählt, ist die Kooperation der Partner von Land, Stadt und Bistum mit ihren Museen.

Ausführlichere Informationen zum Begleitprogramm und zur Landesausstellung sind zu finden unter: www.untergang-rom-ausstellung.de

„High Tech Römer“ im Landesmuseum Mainz Staatssekretärin Steingaß eröffnet interaktive Mitmach-Ausstellung

© GDKE, Landesmuseum Mainz, Agentur Bonewitz
© GDKE, Landesmuseum Mainz, Agentur Bonewitz

Die neue interaktive Mitmach-Ausstellung „High-Tech Römer“ macht’s möglich: Vom 13. April 2022 bis zum 15. Januar 2023 können die Besucherinnen und Besucher des Landesmuseums Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) wahlweise eine römische Stadt planen, das Wasser aufwärts fließen lassen oder in einer römischen Galeere um die Wette rudern. Dann verwandeln sich Teile des Erdgeschosses des Mainzer Landesmuseums mit einer Gesamtfläche von rund 500 m² in ein Römerlager der besonderen Art.

„Die GDKE präsentiert mit den High-Tech Römern im Landesmuseum Mainz einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zur großen Landesausstellung ‚Der Untergang des Römischen Reichs‘ im Landesmuseum Trier. Die Ausstellungen werden uns, eingebettet in das Themenjahr Spätantike, einmal mehr auf wunderbare Weise das große römische Kulturerbe unseres Bundeslandes näherbringen. Die interaktive Mitmach-Ausstellung ‚High Tech Römer‘ wird vor allem Familien mit Kindern einen wunderbaren Anlass für einen Museumsbesuch bieten. Es freut mich sehr, dass das Land damit ein weiteres kulturelles Highlight für Groß und Klein anbieten kann“, sagte die für das kulturelle Erbe zuständige Staatssekretärin im Innenministerium, Nicole Steingaß, die am Abend die Ausstellung offiziell eröffnet.

In rund 25 Mitmachstationen rückt die neue Schau die Erfindungen aus der Römerzeit in ein ganz neues Licht. „Ob Fußbodenheizung, Lastkräne, Wellnessbäder oder Kaugummi – was für uns selbstverständlich ist, das war in der Römerzeit echtes Hightech“, erklärte die Generaldirektorin der GDKE, Dr. Heike Otto.

Wie es den Römern gelang, vor rund 2000 Jahren ohne Computer, Motoren und Elektrizität solche technischen Meisterleistungen zu vollbringen, will das Landesmuseum Mainz daher seinen Besucherinnen und Besuchern mit der interaktiven Ausstellung „High Tech Römer“ präsentieren. Ergänzt wird diese durch einzigartige Original-Funde aus den umfangreichen Beständen des Landesmuseums Mainz und der GDKE.

„Wir alle freuen uns sehr auf diese Ausstellung“, bekannte die Direktorin des Landesmuseums Mainz, Dr. Birgit Heide, „denn sie vermittelt römische Technik und römisches Leben auf eine wunderbar kreative Weise und sie zeigt zugleich, wie wichtig diese technischen Errungenschaften bis heute für unsere Lebenswelt, aber auch für die Stadt Mainz sind.“ Kein Wunder, denn die Römer haben in Mainz eine ganz besondere Bedeutung. Schließlich entwickelte sich Mogontiacum vor rund 2000 Jahren vom Legionslager zum militärischen und zivilen Zentrum der Region und zur Hauptstadt der Provinz Obergermanien. Die Spuren dieser Zeit sind bis heute überall in Mainz zu finden und werden mit der Ausstellung verknüpft. So lädt das Rahmen- und Workshopprogramm dazu ein, das Ziegeleimuseum in Bretzenheim aufzusuchen oder schon einen Blick in die Ausstellungspläne des RGZM zu werfen.

Nach der außerordentlich erfolgreichen Mitmachausstellung „Ritter, Bauer, Edeldame“ aus dem vergangenen Jahr ist auch „High Tech-Römer“ wieder ein besonderes Produkt der fruchtbaren Zusammenarbeit mit dem Museon Den Haag (NL), Museum Het Valkhof Nijmegen (NL), Technopolis Mechelen (B) und dem LVR-LandesMuseum Bonn (D).

Die Ausstellung ist auf neun Pavillons verteilt. Jeder Pavillon hat ein eigenes Thema: Architektur, Handwerk, Reisen, Militär, Kommunikation, Rechnen, Luxus, Wasser und Maschinen. Ein Film führt in die Ausstellung ein und versetzt die Besucher und Besucherinnen in das antike Rom. Danach kann jeder nach eigenen Vorlieben an den einzelnen Stationen ausprobieren, tüfteln und nachbauen.

Die Sonderausstellung ist eingebettet in das Themenjahr Spätantike und die große Landesausstellung „Der Untergang des Römischen Reiches“ in Trier, die am 25. Juni eröffnet wird. Dazu wird es in ganz Rheinland-Pfalz und in den Direktionen der GDKE ein umfangreiches Begleitprogramm geben. Auch das Landesmuseum Mainz plant vom 11 Juni 2022 bis 29. Januar 2023 eine kleine Sonderausstellung unter dem Titel „Niedergang oder Neuanfang? – Mainz und Köln zwischen Antike und Mittelalter“ und dazu monatliche Vorträge, die sich teils dezidiert mit der Stadt Mainz, mit Funden, Bauwerken oder mit den Begräbnisstätten der damaligen Zeit befassen. Zudem wird im Juli ein zweitägiges Römerfest im Landesmuseum Mainz ausgerichtet.

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„… Tausende wurden in der Kirche hingeschlachtet!“ – Hybrid-Vortrag über die Entwicklung des Christentums im Mainzer Landesmuseum

Landesmuseum Mainz mit Hybrid-Vortrag über Entstehung und Entwicklung des Christentums in Mainz vom 4. bis zum 8. Jahrhundert
Das Jahr 2022 ist bei der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) eingebettet in das Themenjahr „Spätantike“, einer Epoche, die sich mit dem Übergang von der Antike zum Frühmittelalter beschäftigt und der sich unter anderem auch eine Vortragsreihe im Landesmuseum Mainz auf unterschiedliche Weise nähert.
Am 29. März um 18 Uhr wird in dieser Reihe Dr. Winfried Wilhelmy, der Direktor des Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseums Mainz, einen Vortrag zur Entstehung und Entwicklung des Christentums in Mainz vom 4. bis 8. Jahrhundert halten.

Seine Darstellungen stehen in engem inhaltlichem Zusammenhang mit der großen Landesausstellung „Der Untergang des Römischen Reiches“ im Rheinischen Landesmuseum Trier, die am 25. Juni eröffnet wird. Denn mitten hinein in die bewegten Zeiten des untergehenden Römischen Reiches fällt auch der Aufschwung des christlichen Glaubens. Die Kirche und ihre Bischöfe wussten das langsam entstehende Machtvakuum zu nutzen und übernahmen zunehmend auch weltliche Aufgaben, die ihren politischen Einfluss stärkten.

Dass die Entwicklung des Christentums keine lineare Erfolgsgeschichte war, zeigt ein Zitat des Kirchenvaters Hieronymus, das sich Dr. Wilhelmy als Überschrift zu seinem Vortrag ausgewählt hat „…Tausende wurden in der Kirche hingeschlachtet“ und das die Situation der Mainzer Christen im frühen 5. Jahrhundert sehr drastisch beschreibt. Wilhelmy wird zugleich den Fragen nachgehen: Wie viele Christen gab es damals in Mainz und wie sah ihre Lebenssituation aus? Wann kam das Christentum überhaupt an den Rhein und durch wen? Wie entwickelte es sich zwischen Spätantike und Frühmittelalter und welche Zeugnisse gibt es hierüber?

Der Vortrag von Dr. Winfried Wilhelmy wird als Hybrid-Veranstaltung durchgeführt. Es besteht demnach die Möglichkeit, an dem Vortrag in Präsenz teilzunehmen oder ihm in digitaler Form zu folgen. Da die Zahl der Teilnehmenden begrenzt ist, wird um eine Anmeldung bis 28. März 2022, 12 Uhr, per E-Mail unter anmeldung@gdke.rlp.de gebeten, die Platzvergabe erfolgt in der Reihenfolge der Anmeldungen. Der Zugangslink wird Ihnen nach Anmeldeschluss per E-Mail zugeschickt. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Die Vortragsreihe ist Teil eines umfangreichen Begleitprogramms zur großen Landesausstellung „Der Untergang des Römischen Reiches“, die im Juni in Trier eröffnet wird. Auch das Landesmuseum Mainz plant vom 10. Juni 2022 bis 29. Januar 2023 eine kleine Sonderausstellung unter dem Titel „Niedergang oder Neuanfang? – Mainz und Köln zwischen Antike und Mittelalter“, dazu eine Reihe von Vorträgen, die sich teils dezidiert mit der Stadt Mainz, mit Funden, Bauwerken oder mit den Begräbnisstätten der damaligen Zeit befassen.

Landesmuseum Mainz mit Hybrid-Vortrag über aktuelle Forschungen von Prof. Dr. Alexander Heising

Römisches Bühnentheater Mainz © Bild Stadt Mainz
Römisches Bühnentheater Mainz © Bild Stadt Mainz

Wenn man in Mainz eine Baugrube aushebt, so sagt der Volksmund scherzhaft, kommt ein Römerschiff heraus. Tatsächlich zählt Mainz zu den spannendsten archäologischen Städten in ganz Deutschland und dennoch weiß man bei genauerer Betrachtung eigentlich noch recht wenig über die Geschichte und die Gestalt des römischen Mainz. In einem hochspannenden Vortrag wird Prof. Dr. Alexander Heising von der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg am 22. Februar um 18 Uhr im Landesmuseum Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) einen Überblick über die bisherige Forschung zum spätantiken Mainz aus archäologischer Perspektive bieten. Dabei befasst er sich insbesondere mit den 175 Jahren der Spätantike zwischen 284 n. Chr. und der Mitte des 5. Jh. in Mainz.

Im Zentrum seiner Ausführungen steht beispielsweise das Lyoner Bleimedaillon, ein einzigartiges Stück, das nicht nur die damaligen Herrscher Maximian und Diokletian zeigt, sondern die wohl erste Mainzer Stadtansicht aus dem Beginn der Spätantike. Auf dem Medaillon, das um 289 n. Chr. entstand, sieht man ein ummauertes Mogontiacum, die Brücke über den Rhein und den Brückenkopf Castellum.

Ein weiteres außergewöhnliches Beispiel ist das Bühnentheater im Süden der Stadt, dessen heute sichtbaren Reste in das 4. Jh. n. Chr. datieren. Mit einer Frontbreite von 116 m und einem Fassungsvermögen von ungefähr 10 000 Personen war die architektonische Neufassung des Theaters eines der größten Bauvorhaben dieser Epoche, die wir am Rhein kennen.

Das Landesmuseum Mainz setzt damit seine Vortragsreihe zur Spätantike fort, die sich mit dem Ende des Römischen Reiches befasst und dabei verschiedene Aspekte aufgreift, die sich unter anderem anhand ausgewählter Funde aus Mainz und dem Umland mit der Umbruchzeit zwischen Römer- und Merowingerzeit beschäftigen.

Der Vortrag von Prof. Dr. Alexander Heising wird als Hybrid-Veranstaltung durchgeführt. Es besteht demnach die Möglichkeit, an dem Vortrag in Präsenz teilzunehmen oder ihm in digitaler Form zu folgen. Da die Zahl der Teilnehmenden begrenzt ist, wird um eine Anmeldung per E-Mail bis 21.02.2022, 12 Uhr unter anmeldung@gdke.rlp.de gebeten, die Platzvergabe erfolgt in der Reihenfolge der Anmeldungen. Der Zugangslink wird Ihnen nach Anmeldeschluss per E-Mail zugeschickt. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Die Vortragsreihe ist Teil eines umfangreichen Begleitprogramms zur großen Landesausstellung „Der Untergang des Römischen Reiches“, die im Juni in Trier eröffnet wird. Auch das Landesmuseum Mainz plant vom 10. Juni 2022 bis 29. Januar 2023 eine kleine Sonderausstellung unter dem Titel „Niedergang oder Neuanfang? – Mainz und Köln zwischen Antike und Mittelalter“, dazu eine Reihe von Vorträgen, die sich teils dezidiert mit der Stadt Mainz, mit Funden, Bauwerken oder mit den Begräbnisstätten der damaligen Zeit befassen.

Lewentz startet Themenjahr zur Landesausstellung „Der Untergang des römischen Reichs“

20Dez_Plakat_Untergang-450Innenminister Roger Lewentz hat das Themenjahr rund um die kommende Landesausstellung „Der Untergang des römischen Reichs“ eingeläutet. Der Minister eröffnete am Dienstagabend, 25. Januar 2021, eine Vortragsreihe zur Spätantike im Landesmuseum Mainz, die den Auftakt zum Themenjahr bildet.

„Mit großer Vorfreude nähern wir uns der zentralen historischen Ausstellung dieses Jahres, die unter dem Titel ‚Der Untergang des römischen Reichs‘ im Juni im Rheinischen Landesmuseum Trier startet und in ganz Rheinland-Pfalz durch zahlreiche Begleitveranstaltungen angereichert wird. Die Ausstellung wird eines der großen Rätsel der Weltgeschichte behandeln, indem sie der Frage nachgeht, wie das so mächtige römische Imperium untergehen konnte. Als womöglich ‚römischstes‘ Bundesland von allen, mit seinen unschätzbaren Relikten aus der Antike, ist Rheinland-Pfalz für diese Ausstellung mit ihrer spannenden Fragestellung genau der richtige Ort“, sagte der für das Kulturelle Erbe zuständige Innenminister Roger Lewentz.

Den ersten Vortrag der zehnteiligen Vortragsreihe im Mainzer Landesmuseum hielt im Anschluss an Lewentz‘ Eröffnung Dr. Marcus Reuter, der in sehr anschaulicher Weise von der kommenden großen Landesausstellung der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) in Trier berichtete.

Dr. Marcus Reuter ist ein profunder Kenner der römischen Antike und zugleich Direktor des Rheinischen Landesmuseums Trier. Ihn faszinierte schon immer die Frage, wie und warum ein so mächtiges Imperium wie das römische Reich untergehen konnte. „Der Untergang Roms ist selbst unter Experten bis heute ein Rätsel“, erklärte Reuter, „und so entstanden im Laufe der Jahrhunderte über 200 verschiedene Theorien darüber, warum das römische Reich endete.“ In seinem abwechslungsreichen Vortrag erläuterte Reuter, wie man eine so hochkomplexe Fragestellung wie jene nach dem Untergang des römischen Reichs in ein ansprechendes Ausstellungskonzept übertragen kann und was die Besucherinnen und Besucher ab dem 25. Juni 2022 in Trier erwartet.

Denn gleich drei Museen – neben dem Rheinischen Landesmuseum auch das Stadtmuseum und das Dommuseum in Trier – widmen sich in diesem Jahr aus unterschiedlichen Perspektiven dieser höchst spannenden historischen Epoche, die von Umbrüchen und Gewalt, aber auch von Kontinuitäten geprägt war.

Zur großen Landesausstellung „Der Untergang des Römischen Reiches“ wird es in ganz Rheinland-Pfalz und in den Direktionen der GDKE ein umfangreiches Begleitprogramm geben. Auch das Landesmuseum Mainz plant vom 10. Juni 2022 bis 29. Januar 2023 eine kleine Sonderausstellung unter dem Titel „Niedergang oder Neuanfang? – Mainz und Köln zwischen Antike und Mittelalter“ und dazu rund zehn Vorträge, die sich teils dezidiert mit der Stadt Mainz, mit Funden, Bauwerken oder mit den Begräbnisstätten der damaligen Zeit befassen. Zudem wird im Juli ein zweitägiges Römerfest im Landesmuseum Mainz ausgerichtet.

DER UNTERGANG DES RÖMISCHEN REICHES – Landesausstellung vom 24.06. bis 27.11.2022 in Trier

Gemälde von Johann Heinrich Tischbein, Der Triumph Hermanns nach seinem Sieg über Varus, 1758
Gemälde von Johann Heinrich Tischbein, Der Triumph Hermanns nach seinem Sieg über Varus, 1758

Das römische Imperium existierte viele hundert Jahre und umfasste auf seinem Höhepunkt ein riesiges Gebiet: die meisten Teile des heutigen Europas, Nordafrikas sowie des Nahen Ostens. Was aber führte zu seinem Niedergang,

Was waren Vorboten des Zerfalls? Wie stirbt ein Reich und wie verwaisen einstmals blühende Metropolen? Und was ist das Erbe des gefallenen Imperiums?

Diesen Fragen widmet sich die große Landesaus­stell­ung „Der Untergang des Römisches Reiches“ – dem Schwerpunktthema der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) im Jahr 2022 – vom 25. Juni bis 27. November in Trier, der spätantiken Residenz der römischen Kaiser:

Während das Rheinische Landesmuseum Trier unter dem Leitthema DER UNTERGANG DES RÖMISCHEN REICHES auf 1000 qm die zahlreichen Faktoren und Ursachen illustriert, die im 4. und 5. Jahrhundert maßgeblich zum Untergang des Römischen Reiches geführt haben, betrachtet das Museum am Dom in  IM ZEICHEN DES KREUZES – EINE WELT ORDNET SICH NEU  wie das Christentum bis ins 7. Jahrhundert in das Machtvakuum des zerstörten Römer-Reiches tritt und sich etablieren konnte. Das Stadtmuseum Simeonstift Trier beleuchtet in DAS ERBE ROMS. VISIONEN UND MYTHEN IN DER KUNST das Fortleben des Römischen Reiches in der Kunst- und Kulturgeschichte. Kunstwerke aus fünf Jahrhunderten erzählen von der Faszination für die Idee „Rom“, deren Echo bis in unsere Gegenwart reicht. Die Aus­stell­ung zeigt eindrucksvoll, wie das Römische Reich und sein Untergang mal als „schlimmstes Unglück“, bald als „glänzender Triumph der Freiheit“ immer wieder neu interpretiert, gedeutet und verarbeitet wurden.

Weitere Informationen unter
https://untergang-rom-ausstellung.de/
Faltblatt zum Download

Eines der großen Rätsel der Weltgeschichte – Der Untergang des Römischen Reiches

20Dez_Plakat_Untergang-450Innenminister Roger Lewentz eröffnet den Auftakt zum Themenjahr /Dr. Marcus Reuter stellt die neue große Landesausstellung vor

Innenminister Roger Lewentz wird am 25. Januar 2022 im Landesmuseum Mainz eine Vortragsreihe zur Spätantike eröffnen. Dabei handelt es sich um die Auftaktveranstaltung zu „Der Untergang des Römisches Reiches“ – dem Schwerpunktthema der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) im Jahr 2022.

Zum Auftakt der Vortragsreihe im Mainzer Landesmuseum wird Dr. Marcus Reuter am 25. Januar in sehr anschaulicher Weise von der kommenden großen Landesausstellung des Rheinischen Landesmuseums Trier, die den Titel „Der Untergang des Römischen Reiches“ trägt, berichten. Der Vortrag startet um 18 Uhr und kann per GoToMeeting bzw. per Zoom in digitaler Form verfolgt werden. Es wird um eine Anmeldung per E-Mail unter anmeldung@gdke.rlp.de gebeten. Der Zugangslink wird nach Anmeldeschluss per E-Mail zugeschickt. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Dr. Marcus Reuter ist ein profunder Kenner der römischen Antike und zugleich Leiter des Rheinischen Landesmuseums Trier. Ihn hat schon immer die Frage interessiert, wie und warum ein so mächtiges Imperium untergehen konnte. Was die Besucherinnen und Besucher ab dem 25. Juni 2022 in Trier erwartet, das wird Marcus Reuter in seinem Vortrag erläutern. Denn gleich drei Museen – neben dem Rheinischen Landesmuseum auch das Stadtmuseum und das Dommuseum in Trier – widmen sich in diesem Jahr aus unterschiedlichen Perspektiven dieser höchst spannenden historischen Epoche, die von Umbrüchen und Gewalt, aber auch von Kontinuitäten geprägt war.

Im Rahmen des landesweiten Begleitprogramms plant das Landesmuseum Mainz vom 10. Juni 2022 bis 29. Januar 2023 eine kleine Sonderausstellung unter dem Titel „Niedergang oder Neuanfang? – Mainz und Köln zwischen Antike und Mittelalter“, dazu zehn Vorträge, die sich teils dezidiert mit der Stadt Mainz, mit Funden, Bauwerken oder mit den Begräbnisstätten der damaligen Zeit befassen.