Kategorie-Archiv: Deutsches Architekturmuseum Frankfurt

Deutsches Architekturmuseum (DAM) – Jahresvorschau 2018

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Auf seiner heutigen Jahrespressekonferenz hat das Deutsche Architekturmuseum (DAM) eine hervorragende Bilanz für das Jahr 2017 ziehen können: 16 Wechselausstellungen, die Dauerausstellung Von der Urhütte zum Wolkenkratzer und über 300 Veranstaltungen brachten insgesamt 82.349 Besucher ins Haus. Das seien mehr Veranstaltungen gewesen als Arbeitstage im Jahr, rechnete Direktor Peter Cachola Schmal hoch.  Damit sei das DAM jedoch an seine Auslastungsgrenzen gestoßen. Das gelte  auch für das traditionelle Sommer- und Winterferienprogramm Legobaustelle mit mittlerweile fast 10 000 kleinen und großen Besuchern.

Besonders erfolgreich verlief der Auftakt der Ausstellungen „Frau Architekt“ (einschließlich dem umfangreichen Begleitprogramm) und „SOS Brutalismus“ mit insgesamt über 25.000 Besuchern im Zeitraum Oktober bis Dezember 2017. Der Ausstellungsetat 2017 betrug 1.432.000 Euro, davon konnte das Deutsche Architekturmuseum 83 Prozent selbst erwirtschaften, was bundesweit eher selten sei, so Schmal ein wenig Stolz über diesen Erfolg.

Das Ausstellungsprogramm 2018 steht ganz im Zeichen von Wohnen und Mobilität sowie den großen Themen Bühnenbauten und neuer Altstadt, die die Stadt Frankfurt am Main dieses Jahr bewegen und für Diskussionsstoff sorgen werden: Noch bis zum 6. Mai 2018 sind die besten 25 Bauten in und aus Deutschland einschließlich dem Preisträger des DAM Preises 2018 zu sehen – die Auszeichnung ging an die zukunftsweisende Wohnanlage wagnisART in München, ein aus fünf Häusern bestehendes Ensemble für eine genossenschaftliche Baugemeinschaft.

Anlässlich der Diskussion über die Städtischen Bühnen Frankfurt stellt das DAM gemeinsam mit dem Kulturdezernat der Stadt Frankfurt unter dem Titel Große Oper – viel Theater? europäische Bühnenbauten vor (24. März – 13. Mai 2018).

Gut gestaltete öffentliche Räume sind zentrale Aufgaben für Stadtplanung und Landschaftsarchitektur. Als dritter Akteur auf dieser begrenzten Fläche kommt die Verkehrsplanung hinzu. Der Radverkehr spielt in all diesen Bereichen eine große Rolle. Fahr Rad! Die Rückeroberung der Stadt zeigt, wie eine Fahrradinfrastruktur aussehen muss, die in Zukunft noch mehr Menschen auf das Rad lockt (21. April – 2. September 2018).

Eine kuriose Ausstellung mit Blick in die Hobbykeller der Deutschen: Auf den Modelleisenbahnanlagen des Wirtschaftswunders war die Architektur nicht bloß Kulisse. Hier standen Neu und Alt, Hochhaus und Fachwerkhaus, friedlich nebeneinander. märklinMODERNE. Vom Bau zum Bausatz und zurück zeigt, wie architekturbegeistert die vermeintlich spießigen Modelleisenbahner wirklich waren (19. Mai – 9. September 2018).

Auf dem Wohnungsmarkt in Frankfurt und Umland steigen die Preise schneller, als Bauland aktiviert werden kann. Die Verkehrsinfrastruktur stößt an ihre Grenzen. Rhein Main. Die Region leben setzt Mobilität und Wohnen als zentrale Herausforderungen der Metropolregion Frankfurt Rhein-Main in Bezug zueinander (31. Mai – 14. Oktober 2018).

Das Dezernat für Planen und Wohnen der Stadt Frankfurt und das DAM loben gemeinsam mit der ABG den Preis Wohnen für Alle: Neues Frankfurt 2018 für aktuell realisierte, bezahlbare und gute Wohnbauprojekte in Europa aus und setzen bezahlbaren Wohnraum im Maßstab 1:1 in der Stadt um.Unterstützt wird der Preis von der Bundesstiftung Baukultur und dem Deutschen Städtetag. Abgabetermin für die 1. Phase ist der 16. Februar 2018, eine Ausstellung im DAM zur 1. Wettbewerbsphase folgt. Weitere Infos unter dam-online.de/wohnenfueralle.

Mit der Ausstellung Die immer neue Altstadt. Bauen zwischen Dom und Römer seit 1900 greift das Deutsche Architekturmuseum kurz vor Eröffnung der neuen Altstadt DAS zentrale Thema für Frankfurt und die Rekonstruktionsdebatte auf und zeigt mit dem Gang durch die Geschichte die Bandbreite der Diskussion (21. September 2018 – Frühjahr 2019).

Geografisch und geistig zwischen Europa, Russland, der Türkei und den arabischen Staaten, zwischen Orient und Okzident oszillierend, ist in Georgiens Hauptstadt Tiflis eine vielfältige Architektur entstanden, die das DAM anlässlich des Ehrengastes der Frankfurter Buchmesse in der Ausstellung Hybrid Tbilisi vorstellt (28. September 2018 – 13. Januar 2019).

Im November vergibt das DAM gemeinsam mit der Stadt Frankfurt und der DekaBank wieder den Internationalen Hochhaus Preis an innovative Hochhaus-Konzepte und präsentiert alle nominierten und prämierten Wolkenkratzer in einer umfangreichen Ausstellung.

Ausstellungen im Deutschen Architekturmuseum (DAM) JANUAR – DEZEMBER 2018

SOS BRUTALISMUS – Rettet die Betonmonster!

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Ein gemeinsames Projekt des Deutschen Architekturmuseums und der Wüstenrot Stiftung noch bis 2. April 2018 (Erdgeschoss)
Erstmals wird die brutalistische Architektur der 1950er bis 1970er Jahre im weltweiten Überblick gezeigt. Der Begriff Brutalismus bezieht sich nicht auf das Wort „brutal“, sondern auf „béton brut“, den französischen Ausdruck für Sichtbeton. Brutalistische Architektur zelebriert das Rohe, die nackte Konstruktion — und ist enorm fotogen, wird mittlerweile bejubelt auf Facebook und Instagram.
Aber viele sehen darin nur brutale Betonmonster. Doch die expressiven Bauten entstanden in einer Zeit der Experimente, des gesellschaftlichen Aufbruchs. Heute droht etlichen der Abriss.
Die Rettungskampagne #SOSBrutalism mit einer Datenbank zu über 1.000 Bauten erweitert daher die Ausstellung ins Internet. Im DAM wird der Brutalismus mit ungewöhnlich großen Modellen und Betongüssen neu bewertet. Zu sehen sind Bauten aus Japan, Brasilien, dem ehemaligen Jugoslawien, Israel und Großbritannien, wo der New Brutalism von Alison und Peter Smithson erfunden wurde.
Siehe auch: „SOS Brutalismus – Die hohe Ästhetik des Hässslichen“

FRAU ARCHITEKT. Seit mehr als 100 Jahren: Frauen im Architektenberuf noch bis 8. März 2018 (1. Obergeschoss)

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Inzwischen sind weit mehr als die Hälfte aller Studierenden an den Architekturfakultäten Frauen, aber längst nicht alle kommen auch wirklich im Beruf an und die wenigsten schaffen den Sprung in die erste Reihe – dort ist Architektur immer noch Männersache. FRAU ARCHITEKT erzählt das Thema in 22 Porträts, Werkbeispielen und ganz persönlichen Geschichten von Frauen in Deutschland, die Architektur maßgeblich beeinflusst haben oder sie ganz aktuell prägen. Die Ausstellung beginnt bei Emilie Winkelmann, die 1907 das erste Architekturbüro in Deutschland gegründet hat und endet mit dem Bauen in der Nachwendezeit, in Berlin und den neuen Bundesländern. Einige der Architektinnen sind selbst der Fachwelt kaum oder gar nicht bekannt, ganz zu schweigen von der breiten Öffentlichkeit. Die Ausstellung, ergänzt durch ein umfangreiches Rahmenprogramm, möchte Frauen in der Architektur besser sichtbar machen, sie aus der Anonymität herausholen und möglichst vielen Gesicht und Stimme geben.

DAM Preis 2018. Die 25 besten Bauten in/aus Deutschland
noch bis 6. Mai 2018 (3. Obergeschoss)

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Die Ausstellung zum DAM Preis 2018 zeigt herausragende Beispiele des aktuellen Baugeschehens in Deutschland und bemerkenswerte Projekte deutscher Architekturbüros in anderen Ländern. Die Jury hat aus einer Longlist von 100 Gebäuden die 23 in der Ausstellung gezeigten Bauensembles in Deutschland und zwei Beispiele im Ausland ausgewählt. Mit vielfältigen Varianten zum Wohnungsbau, aber auch Konzerthäusern, Bildungs- und Verwaltungsbauten, einem Lebensmittelsupermarkt und einer so speziellen Aufgabe wie einem Wertstoffhof findet sich in der Auswahl ein breites Spektrum architektonischer Herausforderungen.
Die Jury hat vier dieser Bauten zu Finalisten für den DAM Preis 2018 nominiert und auf einer Juryfahrt begutachtet. Der DAM Preis 2018 geht an bogevischs buero architekten & stadtplaner und SHAG Schindler Hable Architekten für die Wohnanlage wagnisART in München. Kooperationspartner des DAM Preises ist die Firma JUNG

Große Oper – viel Theater? Bühnenbauten im europäischen Vergleich
24. März – 13. Mai 2018 (1. Obergeschoss)
Eröffnung: Fr. 23. März 2018, 19 Uhr
Wie werden Bühnen in der Zukunft aussehen? Welche Gestalt können diese zentralen Orte der kollektiven kulturellen Begegnung haben? Nicht nur die technischen Möglichkeiten und Anforderungen unterliegen einem Wandel, auch die Inszenierungen und die Wünsche des Publikums.
In Frankfurt steht rund fünfzig Jahre nach der Eröffnung der ungewöhnlichen Doppelanlage aus Schauspiel und Oper mit dem emblematischen gläsernen Foyer eine umfassende Erneuerung der Städtischen Bühnen an. Sanierung oder Neubau, alter oder neuer Standort sind Handlungsoptionen, die diskutiert werden.
Die Ausstellung wirft einen Blick auf Projekte der letzten Jahre sowohl in Deutschland wie auch in Europa. Darunter sind Sanierungen historischer Anlagen ebenso wie spektakuläre Neubauten, die in manchen Fällen auch einen städtebaulichen Akzent gesetzt haben.

FAHR RAD! Die Rückeroberung der Stadt
21. April – 2. September 2018 (Erdgeschoss)
Eröffnung: Fr, 20. April 2018, 19 Uhr
Gut gestaltete öffentliche Räume sind zentrale Aufgaben für Stadtplanung und Landschaftsarchitektur.
Als dritter Akteur auf dieser begrenzten Fläche kommt die Verkehrsplanung hinzu. Der Radverkehr spielt in all diesen Bereichen eine zentrale Rolle, er kann der Schlüssel zum Erfolg werden.
Die Ausstellung zeigt, wie eine Fahrradinfrastruktur aussehen muss, die in Zukunft noch mehr Menschen auf das Rad lockt. Mit Projekten aus aller Welt wird für diese sanfte Rückeroberung der Stadt geworben.
Darüber hinaus werden ausgewählte Städte wie Kopenhagen, New York oder Oslo präsentiert, die zeigen, wie der Weg zu einer nachhaltigen und sozialen Stadt auch über die Planungen für eine fahrradgerechte Stadt führen kann.
Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans 2020.

märklinMODERNE. Vom Bau zum Bausatz und zurück
18. Mai – 9. September 2018 (3. Obergeschoss)
Eröffnung: Fr, 17. Mai 2018, 19 Uhr
Im Hobbykeller zeigten sich die Deutschen erstaunlich modern – auf den Modelleisenbahnanlagen des Wirtschaftswunders war die Architektur nicht bloß Kulisse. Hier standen Neu und Alt, Hochhaus und Fachwerkhaus, friedlich nebeneinander. Die Ausstellung zeigt erstmals, wie architekturbegeistert die vermeintlich spießigen Modelleisenbahner wirklich waren. Eine „Villa im Tessin“ konnte sich nun jeder leisten – im Maßstab 1:87. Ihr reales Vorbild, ein Wohnhaus nahe des Gotthardtunnels, hatte die FallerBrüder 1961 gleich doppelt inspiriert. Sie bauten sich eine ähnliche Villa am Firmensitz in Gütenbach und entwickelten parallel den Spritzgussbausatz. Kuriose Geschichten stecken auch hinter einem gläsernen Turmrestaurant, einer umkämpften Stadtkirche oder einem ostmodernen Hochhaus.
Eine Ausstellung des Online-Magazins moderneREGIONAL, kuratiert von Daniel Bartetzko und Karin Berkemann. Zur Ausstellung wird eigens ein Dokumentarfilm erarbeitet.

Rhein-Main – Die Region leben
31. Mai – 14. Oktober 2018 (1. Obergeschoss)
Eröffnung: Mi, 30. Mai 2018, 19 Uhr
Mobilität und Wohnen sind die zentralen Herausforderungen der Metropolregion Frankfurt RheinMain. Auf dem Wohnungsmarkt steigen die Preise schneller, als Bauland aktiviert werden kann. Die Verkehrsinfrastruktur stößt an ihre Grenzen. Das Ausstellungsprojekt stellt Mobilität und Wohnen in Bezug zu einander. Denn die Region lebt von der Erreichbarkeit ihrer Orte, der Vielfalt des Wohnangebots. Wie Orte miteinander verknüpft werden, prägt das Bild der Landschaft. Die Region wird über die Bewegung erlebt.
Die Region leben entwirft ein zukünftiges Bild einer Region, die ihre Herausforderungen annimmt und die Chancen nutzt, die sich bieten: wenn neue Technologien eingesetzt, wenn ein integrierter Entwicklungsansatz verfolgt wird, wenn beispielhafte Projekte aus dem In- und Ausland zum Vorbild genommen werden. Internationale Planer entwickeln für die Ausstellung Szenarien, die das Fenster in die Zukunft öffnen und Lust darauf machen, diese Zukunft zu gestalten.

Die immer neue Altstadt. Bauen zwischen Dom und Römer seit 1900
21. September 2018 – Frühjahr 2019 (Erdgeschoss)
Eröffnung: Fr, 20. September 2018, 19 Uhr

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Die Frankfurter Altstadt weist wie kein anderes Areal der Stadt eine spannungsreiche Geschichte im Hinblick auf ihre Architektur und deren politische Instrumentalisierung für Identität und Tradition auf.
Der Einzug der Moderne erforderte einen neuen Rathausbau und den Braubachstraßendurchbruch für die Straßenbahn. In der Ernst May-Ära geriet die Altstadtfrage zu einem städtebaulichen Richtungsstreit. Pläne, um der desolaten Lage in dem dicht bebauten Gebiet entgegenzuwirken, setzten die Nationalsozialisten später unter dem Begriff „Altstadtgesundung“ um. Nach ihrer fast vollständigen Zerstörung im 2. Weltkrieg entbrannte um die Altstadt eine heftige Rekonstruktions-Diskussion. In den 1950er-Jahren entstanden erste moderne Bauten und in den 1970er-Jahren das Technische Rathaus im Stil des Brutalismus. Eine erste Rekonstruktion fand in den 1980er-Jahren am Römerberg statt – zeitgleich hielt die Postmoderne Einzug, u.a. mit dem Bau der Schirn und der Saalgasse. Mit dem Abrissurteil für das Technische Rathaus setzte ab 2005 eine kontroverse Diskussion über die Neubebauung ein. Wie daraus die gerade fertig werdende Altstadt hervorging, wird eine zentrale Frage der Ausstellung sein. Der Gang durch die Geschichte zeigt dabei die Bandbreite der Debatte über (Altstadt)Rekonstruktion.

Ergänzend zu dieser Ausstellung zeigt das DAM in der Reihe SCHÄTZE AUS DEM ARCHIV im Kabinett
im 2. Obergeschoss Die postmoderne Saalgasse.

Hybrid Tbilisi. Betrachtungen zur Architektur in Georgien
28. September 2018 – 13. Januar 2019 (3. Obergeschoss)
Eröffnung: Fr, 27. September 2018, 19 Uhr
Anlässlich des Gastlandes Georgien zur Frankfurt Buchmesse 2018 unternimmt das DAM einen Streifzug durch die kaukasische Metropole Tiflis. Mit der Kuratorin Irina Kurtishvili und anderen georgischen Akteuren werden die Schichten dieser widersprüchlichen Großstadt in einem Stadium der Transformation beleuchtet, die geografisch und geistig zwischen Europa, Russland, der Türkei und den arabischen Staaten, zwischen Orient und Okzident oszilliert. Mit „Kamikaze Loggia“ machte sie auf der Biennale 2013 auf ihre stadträumlichen Überwucherungen aufmerksam und mit ihrem wilden Nachtleben scheint sie die Nachfolge Berlins anzutreten. Spektakuläre Neubauten kontrastieren mit ebenso aufregenden spätsowjetischen Formexperimenten, wie dem Ministerium für Straßenbau, der Ikone des Sowjet-Brutalismus. Fast vergessen verfallen Paläste, Verwaltungen und Museen von europäischen Architekten vom Anfang des 20.Jahrhunderts. Daneben werden ganze Straßenzüge rekonstruiert. Eine große Abrissbaustelle des Alten, eine Fabrik des Neuen, eine aufstrebende, chaotische, verwirrende und faszinierende Stadt auf der Suche nach sich selbst.

Häuser des Jahres 2018 – Die besten Einfamilienhäuser
6. Oktober – Mitte November 2018 (Galerie im Erdgeschoss)
Preisverleihung und Eröffnung: 5. Oktober 2018
Das DAM lobt zusammen mit dem Callwey Verlag zum 8. Mal den Wettbewerb „HÄUSER DES JAHRES“ aus. Gesucht werden die besten Einfamilienhäuser im deutschsprachigen Raum. Diese zeugen von hoher architektonischer Qualität, haben eine besondere räumliche Gestaltung und setzen sich mit ihrem städtischen oder ländlichen Umfeld angemessen auseinander. Ästhetik, Material und Konstruktion verschmelzen zu einer intelligenten und authentischen Einheit, die eine zeitgemäße Antwort auf die Bauaufgabe Einfamilienhaus gibt.
Der erste Preis ist mit einem Preisgeld von 10.000 Euro dotiert, weitere Büros bekommen eine Auszeichnung.

Best Highrises 2017/18. Internationaler Hochhaus Preis 2018
November 2018 – Frühjahr 2019 (1. Obergeschoss)
Eröffnung und Preisverleihung: im November 2018
Alle zwei Jahre wird der Internationale Hochhaus Preis an ein herausragendes Gebäude vergeben, das sich durch besondere Ästhetik, zukunftsweisende Gestaltung aber auch innovative Technik und
Wirtschaftlichkeit auszeichnet. In Zeiten wachsender Metropolen und dichter werdenden Stadtstrukturen ist das Hochhaus gefragter denn je, der Bau in die Höhe unumgänglich. Längst binden Hochhäuser in innovativen Konzepten weitere Nutzungen wie Bahnhöfe oder Parks ein. Umso wichtiger werden Nachhaltigkeit, Energie- und Kosteneffizienz sowie eine sensible Einbettung in den urbanen Kontext.
Das DAM nominiert herausragende Bauten weltweit. Aus diesen wählt die Jury aus Architekten, Ingenieuren und Immobilienfachleuten mehrere Finalisten und schließlich das Gewinnergebäude. Die Ausstellung stellt alle nominierten Bauten vor. Der Preisträger und die Finalisten werden anhand von Modellen, großformatigen Fotos, Zeichnungen, Texten und Filmen in der Ausstellung dokumentiert.

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

DEUTSCHES ARCHITEKTURMUSEUM (DAM)
Schaumainkai 43
60596 Frankfurt am Main
www.dam-online.de

 

 

 

Öffnungszeiten:
Di, Do-So 11-18 Uhr, Mi 11-20 Uhr, Mo geschlossen
Eintrittspreise:
9 Euro, ermäßigt 4,50 Euro

Freier Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, Studierende der Goethe-Universität und der Frankfurt University of Applied Sciences, Mitglieder des Fördervereins, Inhaber der DAM-Karte, der Museumsufer-Card und des Museumsufer-Tickets, Mitglieder der AKH, ICOM-Mitglieder, Besucher aus den Partnerstädten, notwendige Begleitpersonen für behinderte Menschen

„SOS-Brutalismus“ – Die hohe Ästhetik des Hässlichen – weltweit erste Überblicksschau zur „Sichtbetonbauweise“ – Deutsches Architekturmuseum Frankfurt

Foto: Diether v. Goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow

Im Deutschen Architekturmuseum Frankfurt bietet sich zum ersten Mal die Gelegenheit, die „Brutalistische Architektur der 1950er bis 1970er Jahre“ in einem weltweiten Überblick zu betrachten. Der Begriff Brutalismus bezieht sich nicht auf das Wort »brutal«, sondern auf béton brut, den französischen Ausdruck für Sichtbeton.
Zu sehen sind im gesamten Foyer-Bereich des Architekturmuseums Bild- und Texttafeln sowie zahlreiche – mitunter ungewöhnlich große – Modell-Bauten aus Japan, Brasilien, dem ehemaligen Jugoslawien, Israel und Grossbritannien, wo der New Brutalism von Alison und Peter Smithson erfunden wurde. Die Ausstellung richtet sich nicht nur an Studenten und Fachleute, sondern zeigt dem interessierten Laien und Kunstinteressenten das breite Spektrum dieses fast in Vergessenheit geratenen, auch bisweilen heftig umstrittenen und abgelehnten Baustils. Brutalistische Architektur zelebriert das Rohe, die nackte Konstruktion – und ist enorm fotogen, wird mittlerweile sogar wieder bejubelt auf Facebook und Instagram. Aber viele sehen darin nur brutale Betonmonster. Doch selbst wer dieser „Nackbetonbauweise“ ablehnend gegenübersteht, wird überrascht sein über die hohe Ästhetik des Hässlichen. Diese expressiven Bauten entstanden in einer Zeit gesellschaftlichen Aufbruchs und der Experimente. Heute droht etlichen – dieser, häufig sicherlich weniger  unter künstlerischen als vielmehr unter ökonomischen und bauindustriellen Profit-Aspekten errichteten – Gebäuden der Abriss. Die Rettungskampagne #SOSBrutalism mit einer Datenbank zu über 1000 Bauten erweitert die Ausstellung ins Internet, Kooperationspartner sind das BauNetz und das Magazin uncube.

Was ist Brutalismus?

Gipsmodelle expressiver "Nackt-"Betonbauten aus aller Welt.  Foto: Diether v. Goddenthow
Gipsmodelle expressiver Sicht-Betonbauten aus aller Welt. Foto: Diether v. Goddenthow

Der Begriff Brutalismus hat – wie oben erwähnt – ursprünglich nichts mit dem Wort »brutal« zu tun, sondern stammt vom französischen Wort brut für »direkt, roh, herb«. Die britischen Architekten Alison Smithson und Peter Smithson haben das Wort Brutalismus im Jahr 1953 als erste in einem Zeitungsartikel erwähnt. Ihre Schule in Hunstanton, eingeweiht 1954, gilt als das erste brutalistische Gebäude. Es ist nicht »brutal«, sondern eher brut im ursprünglichen Sinne: Alle Bauelemente, bis hin zu den Waschbecken, werden ungeschönt zum Einsatz gebracht. In dieser Haltung erkannte der britische Kritiker Reyner Banham eine neue »Ethik« in der Architektur.
Der frühe Brutalismus der Schule in Hunstanton wurde schon bald von einer neuen Bedeutung des Wortes Brutalismus überlagert. Vorreiter war der Architekt Le Corbusier. Er experimentierte mit sehr groben, sichtbaren Betonoberflächen, dem béton brut. Angespornt davon entwickelten Architekten in aller Welt Gebäude aus Sichtbeton. Aus der »neuen Ethik« wurde eine Ästhetik, ein Stil, eine Modewelle. Natürlich wirkten viele dieser Bauten durchaus auch brutal.
Wer lebt heute schon gern in einem solchen – seelenkälte verströmenden – Trabantenstadtbau, wenn er nicht unbedingt muss?

Allein in Frankfurt traf es seit 2010 drei stadtbildprägende Bauwerke: Historisches Museum, Technisches Rathaus und AfE-Turm. Wie man allein an der jahrelangen hitzigen Diskussion um den Abriss des Technischen Rathauses zur Teilrekonstruktion der Frankfurter Altstadt sieht, hat die Auseinandersetzung mitunter fast glaubensähnliche Züge.
Um den Brutalismus neu bewerten zu können, wurde mit der Ausstellung „SOS-Brutalismus“ eine weltweite Bestandsaufnahme gestartet.

Vier besondere Aspekte des Brutalismus

Beton – Eine kleine Werkstoffkunde
„Es kommt drauf an, was man draus macht.“
(Werbespruch des deutschen Betonmarketings seit den 1970er Jahren, um vom Negativ-Image des Baustoffs wegzukommen.)

Zur Betonherstellung werden im Wesentlichen drei Zutaten benötigt: Wasser, Zement sowie ein Gemisch aus Steinen und Sand. Nach dem Anmischen wird der Beton in eine Schalung gegossen. Er umfließt den Bewehrungsstahl, mit dem er nach dem Aushärten eine Einheit bildet. Daher spricht man auch von Stahlbeton. Wird der Beton »vor Ort«, also auf der Baustelle gegossen, ist von Ortbeton die Rede. Im Gegensatz dazu stehen Betonfertigteile, die in einer Fabrik hergestellt und auf die Baustelle geliefert werden. Nicht jeder Beton ist grau und rau, denn je nach Rezeptur ergeben sich unterschiedliche Färbungen. Die Oberflächenstruktur des Betons wird entweder von der Schalung oder durch die nachträgliche Bearbeitung bestimmt. Zwei Arten von Oberflächen finden sich besonders häufig bei brutalistischen Bauten:
– Brettergeschalter Beton, bei dem die Schalung aus Holzbrettern ihre Anordnung und Maserung als
Abdruck hinterlässt
– Gestockter Beton, der nach dem Entfernen der Schalung per Hand bearbeitet wird

Beton-Kirchen
Im Gegensatz zu den negativen Reaktionen, die viele andere brutalistische Bauten zum Zeitpunkt ihrer Entstehung ausgelöst haben, stießen die Kirchenbauten jener Jahre häufig auf positive
Resonanz. Ihre Kargheit ist oft als Kommentar zu den Konsumwellen der Wiederaufbaujahre zu verstehen. Bisweilen stehen sie auch in Kontrast zu den wenig anspruchsvollen Siedlungsbauten ihrer Nachbarschaft.

Frau Brutalist
Der Anteil von Architektinnen in der Ausstellung entspricht der Situation im Architekturberuf jener Jahre: Nur drei von einhundertzwanzig Bauten im Katalog SOS Brutalismus wurden von selbstständig tätigen Architektinnen geplant, die aus Island, Pakistan und Polen stammen. In Büropartnerschaften arbeiteten Frauen in führenden Positionen überproportional stark in Osteuropa und in Israel. Die Ausstellung »Frau Architekt« im 1. OG des DAM vertieft das Thema anhand von 22 Biographien.

Kampagnen
Seit einigen Jahren formieren sich weltweit immer häufiger Kampagnen, die sich für den Erhalt brutalistischer Bauten einsetzen. Viele Kampagnen nutzen Twitter, Facebook oder Instagram. Daher hat das DAM den Hashtag #SOSBrutalism eingeführt. Er dient als Erkennungszeichen, das aufgegriffen und weiterverbreitet werden kann, wann immer es darum geht, für den Erhalt brutalistischer Architektur zu kämpfen.
Während der Ausstellung läuft eine weitere Social-Media-Aktion: Die Besucher sind eingeladen Fotos von brutalistischen Funden in Frankfurt mit den Hashtags #Betonperle und #FFM zu markieren: Die besten Funde werden in der Ausstellung gezeigt. Den Anfang machen Fotos von Gregor Schwind, der auf Instagram als Gregor Zoyzoyla aktiv ist.

INTERNATIONALE BESTANDSAUFNAHME: 12 REGIONEN

Ausstellungs-Impression: SOS-Brutalismus. Foto: Diether v. Goddenthow
Ausstellungs-Impression: SOS-Brutalismus. Foto: Diether v. Goddenthow

Nordamerika
Die Architekten der 1950er Jahre würden »zu viele Goldfischgläser und zu wenige Höhlen« bauen, beklagte sich der Architekt Paul Rudolph im Jahr 1954. Seine Architekturfakultät in Yale ist das betonhöhlenhafte Gegenmodell zur gläsernen Welt der anonymen Bürobauten. Der USamerikanische Brutalismus war vielen suspekt: Zu monumental, befand Reyner Banham. Die Studentenproteste der 1960er Jahre richteten sich nicht zuletzt gegen die in Beton gegossenen Strukturen der Hochschulen und der Gesellschaft insgesamt.

Lateinamerika
Das rasante Wachstum der Wirtschaft, der Städte und der Bevölkerung löste in Lateinamerika in den 1950er und 1960er Jahren einen Bauboom aus. Mit groben Betonoberflächen die Spuren der ungelernten Arbeiter zu zeigen wurde oft als politische Aussage verstanden. Rau gearbeitete Betonschalungen aus Holz standen bei vielen Bauten in auffälligem Kontrast zu gewagten, statisch anspruchsvollen Tragkonstruktionen.

Afrika
In den meisten Ländern Afrikas endete die Kolonialherrschaft in den 1950er und 1960er Jahren.
Vielerorts entstand eine symbolträchtige »Architektur der Unabhängigkeit« für wichtige staatliche Bauten. Je nach politischem System waren das Universitäten, Parlamente, Markthallen oder auch Luxushotels. Die Architekten kamen oft noch aus den ehemaligen Kolonialmächten, nur selten stammten sie aus den jeweiligen Ländern. Eine wichtige Rolle spielten aber auch Israel, die nordeuropäischen Länder ohne Kolonialvergangenheit und die neuen, kommunistischen Bündnispartner.

Südasien und Südostasien
Indien wurde im Jahr 1947 unabhängig. Le Corbusier erhielt den Auftrag, die Stadt Chandigarh zu planen. »[E]s ist ein Schlag auf den Kopf, es bringt einen zum Denken«, so verteidigte der erste Premierminister Jawaharlal Nehru die experimentellen Betonbauten. Die junge Generation von Le Corbusiers indischen Mitarbeitern entwickelte eigene, selbstbewusste Bauten, unter anderem für ein revolutionäres Milchprogramm mit zahlreichen neuen Molkereien. Die Neue Khmer-Architektur in Kambodscha war ein weiteres Zentrum für Experimente.

Ostasien
China ist eines der wenigen Länder, in denen der Brutalismus nie angekommen ist. Versuche einer skulpturalen Betonarchitektur hatten während der anti-individualistischen Kulturrevolution keine Chance. In Japan hingegen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg die Betonarchitektur mit traditionellen Handwerkstechniken verschmolzen. Holzbalken wurden dabei zu Betonträgern. In Südkorea und Taiwan fand dies kaum Verbreitung, weil aufgrund der Kriegserfahrungen starke antijapanische Tendenzen die Architektur beherrschten.

Russland, Zentralasien und Kaukasus
Der Tod Josef Stalins im Jahr 1953 brachte für die Architektur einen Kurswechsel: Unter seinem Nachfolger Nikita Chruschtschow entstanden einerseits die industriellen Plattenbau-Programme, aber in den vom Moskauer Einfluss weit entfernten Sowjetrepubliken zugleich immer mehr Freiräume für Experimente. Futuristische Formen wurden mit traditionellen Elementen verbunden.
Doch auch in Moskau wurden individuelle, gewagte Konstruktionen möglich.

Osteuropa
Ganz gleich, mit wie viel Nachdruck Ost und West ihre politischen Unterschiede kultivierten: In der Architektur gab es bemerkenswerte Ähnlichkeiten. Auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs entstanden skulpturale, monumentale Großbauten. Das blockfreie Jugoslawien bot besonders viele Experimente, um die regionalen Identitäten des Vielvölkerstaats zu stärken.

Le Corbusier: Unitré d`Habitation. Marsaille, Frankreich, 1947 - 1952.
Le Corbusier: Unitré d`Habitation. Marsaille, Frankreich, 1947 – 1952.

Westeuropa
Die Unité in Marseille und das Kloster La Tourette, beides Werke von Le Corbusier, wurden bereits, als sie noch im Bau waren, als Wendepunkte der Architektur erkannt: So grob wurde der Beton nie zuvor zelebriert, was kurz darauf sogar die Innenraumgestaltung beeinflusste. Auf den CIAMKongressen trat eine junge Architektengeneration auf und versuchte mit neuen Gemeinschaftsentwürfen den allzu technischen Funktionalismus zu überwinden.

Naher und Mittlerer Osten
Ölreichtum, strategische Lage (Herrschaft über den Suezkanal) und die Konflikte nach der Gründung Israels sorgen ab 1945 für viele Krisen in der Region. Die Architektur spielte für viele Staaten in dieser Zeit eine stabilisierende Rolle. Scheinbar unzerstörbare Betonbauten, errichtet von einheimischen Architekten, standen für neues Selbstbewusstsein. In Israel verwendeten junge Architekten den Brutalismus zur Abgrenzung von der weißen Bauhaus-Moderne der Einwanderergeneration.

Großbritannien
War der New Brutalism der Protest gegen den zu harmlosen Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg, also ein »Zurück« zur radikalen Moderne? Oder sollte die Gängelung der Architekten durch Vorschriften, Vorfertigung und kostengünstige Standardlösungen abgewehrt werden? Nahmen die Brutalisten also eine Künstlerpose ein? Viele Bauten Großbritanniens sind höchst individuelle Monster, stets auf einem handwerklich hohen Niveau der Ausführung.

Australien und Ozeanien
In den ehemaligen Kolonien Neuseeland und Australien war wenigstens ein Semester in Großbritannien für alle Architekturstudenten unverzichtbar. Auf diesem Weg gelangten der Brutalismus und die Organisationsform großer, staatlicher Architekturbüros in die Region. Mit steilen Dächern und Betonlamellen wurden die Bauten an die extremen Klimabedingungen angepasst. Eine Besonderheit in der Region war die enge Zusammenarbeit mit Landschaftsarchitekten.

Deutschland
Der Begriff Brutalismus wurde zwar in Großbritannien geprägt, aber das Buch Brutalismus in der Architektur (1966) des Theoretikers Reyner Banham entstand auf Initiative des Stuttgarter Architekturprofessors Jürgen Joedicke im renommierten Karl Krämer-Verlag. Darin findet sich zwar nur ein Projekt aus Deutschland: das Privathaus von Oswald Mathias Ungers, dem Architekten des DAM. Aber auch in Deutschland entstanden unzählige brutalistische Bauten, in den 1970er Jahren sogar als Pop-Brutalismus, etwa beim Postamt Marburg.

Webseite / Hashtag
www.sosbrutalism.org / #SOSBrutalism
#SOSBrutalism wird unterstützt von uncube und BauNetz

Begleitkatalog:

SOS Brutalismus
Eine internationale Bestandsaufnahme
Hrsg.: Oliver Elser, Philip Kurz, Peter Cachola Schmal
Park Books, Zürich
Text: Deutsch
Gebunden mit broschiertem Beiheft, insgesamt 716 Seiten,
686 farbige und 411 sw Abbildungen, 22 x 27 cm
ISBN 978-3-03860-074-9
Im Museumsshop erhältlich für 59 EUR,
im Buchhandel erhältlich für 68 EUR.
Eine separate englischsprachige Ausgabe erscheint
zeitgleich unter dem Titel SOS Brutalism: A Global
Survey (ISBN 978-3-03860-075-6).

Ort:
DEUTSCHES ARCHITEKTURMUSEUM
Schaumainkai 43
60596 Frankfurt am Main
Tel 069-212 38844
Fax 069-212 37721
E-Mail info.dam@stadt-frankfurt.de
www.dam-online.de

Ab sofort kostenfreier Eintritt in 18 Frankfurter Museen für rund 14.000 Studierende

Neues Ausstellungshaus des Historischen Museums Frankfurt, wird ab Februar 2018 auch das Kindermuseum und dem neuen Namen "Junges Museum" beherbergen. Foto: Diether v. Goddenthow
Neues Ausstellungshaus des Historischen Museums Frankfurt, wird ab Februar 2018 auch das Kindermuseum und dem neuen Namen „Junges Museum“ beherbergen. Foto: Diether v. Goddenthow

Neue Kooperation zwischen Kulturdezernat und Frankfurt University of Applied Sciences

(kus) Ab sofort haben Studierende der Frankfurt University of Applied Sciences (FRA-UAS) die Möglichkeit, mit ihrem Studierendenausweis 18 Frankfurter Museen kostenfrei zu besuchen. Für das Kulturticket, einem gemeinsamen Projekt des Kulturdezernats und des AStA der FRA-UAS, bezahlen die Studierenden lediglich einen Euro pro Semester.
„Ich freue mich sehr, dass Studenten der Frankfurt University of Applied Sciences ab sofort mit ihrem Studierendenausweis auch gleich das Kulturticket in der Tasche haben. Alle sind herzlich eingeladen, die teilnehmenden Häuser kennenzulernen. Der Museumsbesuch kann als Ausgleich zum Unialltag oder zur Vertiefung des Studiums beitragen und darf nicht am knappen Budget scheitern. Mit dem Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) der Frankfurt University of Applied Sciences haben wir einen tollen und sehr engagierten Kooperationspartner gewonnen“, betont Kulturdezernentin Ina Hartwig.

Mit in den Verhandlungen stand der AStA der FRA-UAS und begrüßt das Ergebnis: „Zugang zu kulturellen Angeboten sollte kein Luxusgut, sondern eine Selbstverständlichkeit sein. Daher freuen wir uns, dass nun auch unsere Hochschule vom breiten Angebot der Frankfurter Museen profitieren kann. Das Kulturticket ermöglicht uns Studierenden auch außerhalb der eigenen Fachrichtung eine Weiterbildung abseits von Vorlesungen und Seminaren.“

Die Hochschulleitung ergänzt: „Wir begrüßen die Einführung eines Kulturtickets für unsere Studierenden. Das Kulturticket ermöglicht den Besuch aller städtischen Museen und bietet so eine weitere Gelegenheit für unsere Studierenden, sich mit der Stadt zu verknüpfen und dabei über den Tellerrand des Fachstudiums hinauszuschauen.“

Neben der Goethe-Universität Frankfurt ist die FRA-UAS die zweite Hochschule, mit der das Kulturdezernat eine Kooperation eingeht. Das Kulturticket ermöglicht rund 60.000 Frankfurter Studierenden, kostenfrei die museale Vielfalt Frankfurts zu erleben. Sie zeigen dafür an der Kasse lediglich ihren Studierendenausweis vor und besuchen damit kostenfrei alle Dauer- und Sonderausstellungen der teilnehmenden Museen. Die neue Kooperation des Kulturdezernats ist ein weiterer Schritt, Türen zu öffnen und kulturelle Bildung und Teilhabe für alle zu ermöglichen.

Neben dem bereits bestehenden Angebot für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren können so auch Studierende das breite kulturelle Programm der Stadt kostenfrei kennenlernen und nutzen.

Die teilnehmenden Museen sind: Archäologische Museum, Caricatura Museum, Deutsche Architekturmuseum, Deutsche Filmmuseum, Hindemith Kabinett, Historische Museum, Ikonen-Museum, Institut für Stadtgeschichte, Jüdisches Museum (Wiedereröffnung 2019), Kinder Museum, MMK 1|2|3 des MMK Museum für Moderne Kunst, Museum Angewandte Kunst, Museum Giersch der Goethe-Universität, Museum Judengasse, Porzellan Museum und Weltkulturen Museum.

Mehr Infos „Freier Museumseintritt“

Architekturmuseum Frankfurt: SOCIAL SCALE Symposium zur Ausstellung Making Heimat.

Von Venedig nach Frankfurt: „MAKING HEIMAT. GERMANY, ARRIVAL COUNTRY” wurde 2016 vom DAM im Deutschen Pavillon auf der Architekturbiennale realisiert und wird nun mit erweiterten Themenfeldern und dem Fokus auf die Arrival City Offenbach im DAM präsentiert.

Die Ausstellung “Making Heimat. Germany, Arrival Country”, die das DAM für den Deutschen Pavillon auf der 15. Internationalen Architekturausstellung 2016 – La Biennale di Venezia realisierte, wird mit aktualisierten und erweiterten Themenfeldern sowie der Dokumentation und Rezension des Deutschen Pavillons in Venedig auf zwei Geschossen im DAM präsentiert. Making Heimat. Germany, Arrival Country reagiert darauf, dass 2015 und 2016 mehr als eine Million Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind. Bevor aus vielen der Flüchtlinge in Deutschland reguläre Einwanderer werden können, leben Tausende von ihnen noch in Not- und Gemeinschaftsunterkünften. Kurzfristige und temporäre Unterkünfte werden dringend benötigt, aber genauso notwendig sind neue Ideen und bewährte Konzepte zur Integration.

Heimat ist ein deutscher Begriff, der sich schlecht in andere Sprachen übersetzen lässt. Weder homeland oder home country im Englischen, noch casa oder patria im Italienischen und Spanischen umfassen die Vielfalt der Deutungen im Deutschen. Der Titel Making Heimat bringt eine neue, aktive Ebene in die Diskussion: Wie kann Heimat „gemacht“ werden? Und von wem? In enger Zusammenarbeit mit Doug Saunders, dem Autor von Die neue Völkerwanderung – Arrival City, wurden acht Thesen zur Arrival City erarbeitet. Welche architektonischen und städtebaulichen Bedingungen müssen in den Arrival Cities gegeben sein, damit sich Einwanderer in Deutschland erfolgreich integrieren können? Doug Saunders hat weltweit Arrival Cities besucht. Seine Beobachtungen stützen sich auf Besuche in Slums und Favelas. Diese Viertel sind und bleiben arm, aber sie haben eine hohe Fluktuation. Sie bieten günstige Mieten, Zugang zu Arbeitsplätzen und ein kulturelles, ethnisches Netzwerk, das die Ankommenden aufnimmt und einen sozialen Aufstieg durch Selbstintegration ermöglicht.

THESEN ZUR ARRIVAL CITY
Die Arrival City ist eine Stadt in der Stadt Einwanderer suchen ihre Chancen in städtischer Dichte.

Die Arrival City ist bezahlbar
Günstige Mieten sind eine Voraussetzung für die Attraktivität einer Stadt.
“Migranten ziehen in der Regel aus zwei Gründen in Großstädte: weil sie dort größere Chancen vermuten und weil dort mehr Landsleute – also Angehörige der eigenen Minorität – wohnen, von denen sie sich Unterstützung erwarten. Es sind »Übergangsgebiete« (»transitional spaces«), in denen die Migranten eine Zeit lang bleiben, abhängig von ihren ökonomischen Erfolgen. Dort finden sie preiswerten Wohnraum, ethnische Einzelhandelsgeschäfte, religiöse Einrichtungen, die Chance auf einen Arbeitsplatz und die Möglichkeit, sich selbstständig zu machen.” (Jürgen Friedrichs, Soziologe)
Die Arrival City ist gut erreichbar und bietet Arbeit Arbeitsplätze entstehen dort, wo es bereits Arbeitsplätze gibt. Ein gutes öffentliches Verkehrsnetz ist unverzichtbar.

BEISPIEL STUTTGART: “Dreiundvierzig Prozent der Bevölkerung haben hier einen Migrationshintergrund. Das sind mehr als in Berlin, Hamburg und Köln. Stuttgart bietet Chancen und Aufstiegsmöglichkeiten in einer der wirtschaftsstärksten Regionen Europas. Schon in den 1960er-Jahren begannen Unternehmen wie Daimler, Bosch und Porsche in großem Stil ausländische Arbeitskräfte aus dem Süden anzuwerben. Selbst unter Jugendlichen mit ausländischen Wurzeln ist die Arbeitslosigkeit mit vier Prozent kaum höher als bei ihren deutschen Altersgenossen.

Die Stuttgarter Oberbürgermeister haben Integration zur Chefsache gemacht. Wolfgang Schuster, von 1997 bis 2013 Rathauschef, schaffte Ausländer ganz einfach ab: »Jeder, der in Stuttgart lebt, ist ein Stuttgarter«, erklärte der CDU-Mann 2001 programmatisch. Die Migranten sollten Teil der Stadtgesellschaft werden, »gute Stuttgarter – Menschen, die etwas leisten, sei es in Wirtschaft, Wissenschaft oder Kultur«.” (Amber Sayah, Journalistin)

Die Arrival City ist informell
Die Tolerierung nicht gänzlich rechtskonformer Praktiken kann sinnvoll sein.
BEISPIEL DONG XUAN CENTER, BERLIN-LICHTENBERG: “Das Dong Xuan Center ist ein riesiger Umschlagplatz für Waren und Dienstleistungen aller Art, tief im Osten von Berlin. Das Gelände ist als Gewerbegebiet ausgewiesen, deshalb darf eigentlich nur Großhandel und in Ausnahmefällen Dienstleistung betrieben werden. Doch daran hält sich kaum jemand. Es sind vor allem Armutsmigranten aus dem mittleren Teil Vietnams, aber ebenso aus China, Indien und Pakistan, die im Dong Xuan Center landen. Oft nicht qualifiziert, ohne deutsche Sprachkenntnisse und teilweise auch ohne Arbeits- oder Aufenthaltserlaubnis. So hat sich auf den 88 900 Quadratmetern in Berlin-Lichtenberg auch ein System der Schattenwirtschaft etabliert, mit helleren oder dunkleren Grauzonen. Doch viele Menschen haben es hier aus der Illegalität in eine geordnete Beschäftigung geschafft.” (Marietta Schwarz, Journalistin)

Die Arrival City ist selbst gebaut
Selbsthilfe beim Bau von Wohnraum wäre nötig und darf nicht durch zu hohe Anforderungen verhindert werden.
BEISPIEL PRAUNHEIM TRIFFT IQUIQUE: “In Frankfurt herrschte in der Zeit zwischen den Weltkriegen Armut und vor allem große Wohnungsnot. Durch das Wohnungsbauprogramm »Neues Frankfurt« entstanden bis 1930 in kürzester Zeit zwölftausend Wohnungen in acht Siedlungen, darunter im Stadtteil Praunheim. Es fanden von Beginn an Erweiterungen in vertikalen und horizontalen Auf- und Ausbauten statt, um die Häuser dem wachsenden Flächenbedarf ihrer Bewohner anzupassen. Farbenfroh und zum Teil in spektakulärer Formensprache wandelten die Eigentümer Dachgärten zu festem Wohnraum um, setzten Anbauten in die Nutzgärten und stellten Eingangsvorbauten zur Straße.” (Peter Körner und Philipp Sturm, Kuratoren)

Die Arrival City ist im Erdgeschoss
Ob kleinteilige Geschäftsräume im Erdgeschoss verfügbar sind, bestimmt die Qualität des öffentlichen Raums.
“Seit den 1990er-Jahren ist der Anstieg migrantischer Selbstständiger deutlich höher als unter der deutschstämmigen Bevölkerung. Die Erklärungen:
1. Nischen: Selbstständigsein ermöglicht es, spezifische Qualitäten und Kompetenzen zu entfalten und die eigene Community zu bedienen
2. Kulturen: Selbstständigsein hat in vielen Herkunftsländern eine hohe Bedeutung, die Selbstständigenrate liegt in südeuropäischen Ländern weit über dem bundesdeutschen Wert
3. Die Reaktion auf die zunehmenden Schwierigkeiten, auf dem Arbeitsmarkt eine andere Erwerbsmöglichkeit zu finden.

Alle drei Modelle legen es nahe, der kleinteiligen Verfügbarkeit räumlicher Ressourcen für die Entfaltung »ethnischer Ökonomie« eine hohe Bedeutung zuzumessen. Denn der weitaus größte Teil dieser Selbstständigkeit nimmt vor allem in ihren Anfangsstadien keine großen Flächen in Anspruch und muss danach trachten, das finanzielle Risiko gering zu halten.” (Maren Harnack, Stadtplanerin, und Christian Holl, Architekturkritiker)

Die Arrival City ist ein Netzwerk von Einwanderern
Keine Angst vor ethnisch homogenen Vierteln: Sie ermöglichen Netzwerke.
“Segregation ist eine notwendige und unvermeidbare Stufe im Prozess der Integration. Zuwanderer ziehen regelmäßig dorthin, wo sie in Nachbarschaft zu schon länger hier lebenden Landsleuten unterkommen. Die Stadt als Mosaik verschiedener Lebenswelten bietet jene Räume des Übergangs, in denen der Schock der Migration gemildert wird. Allerdings sind segregierte Milieus immer auch in Gefahr, zu Fallen zu werden. Doch bislang ist die Rede von Gettos oder Parallelgesellschaften in Deutschland keineswegs gerechtfertigt. Die Rede von Gettos ist obendrein eine gefährliche Dramatisierung, denn solche Etiketten bleiben nicht folgenlos: Die deutsche Mittelschicht und die erfolgreichen Migranten ziehen aus derart stigmatisierten Vierteln fort.” (Walter Siebel, Soziologe)

Die Arrival City braucht die besten Schulen
Die besten Schulen sollten in den schlechtesten Vierteln sein, um die Kinder zu qualifizieren.
BEISPIEL RÜTLI-SCHULE, BERLIN: “2006 wurde die Rütli-Schule im Neuköllner Reuterkiez ein Aufmarschfeld für Kamerateams, Fotografen und Journalisten von überall her. Die Jugendlichen wussten genau, wie ihre Lehrer über sie dachten, und spielten ihre Rolle als Bösewichte perfekt. Ein Junge, der gerade erst seine Milchzähne verloren hatte, spielte den schlimmen Gangster ganz allerliebst: »Ich bin der Pate von Neukölln!«
Doch der Rütli-Skandal ging einigen verantwortlichen Politikern an die Ehre. Der damalige Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky machte sich den Plan zu eigen, an der Rütli-Schule zu zeigen, dass es anders geht: Er unterstützte mit voller Kraft das Konzept, den »Campus Rütli« zu gründen. Aus einem Schmähwort wurde ein Markenname. Auf fünfzigtausend Quadratmetern soll für etwa fünftausend Anwohner ein neuer Sozialraum entstehen, ein Raum, in dem die Kinder von arabischen und türkischen Neu-Berlinern eine faire Chance erhalten können.” (Mechthild Küpper, Journalistin)

Offenbach ist ganz okay
Die Arrival City Offenbach zeigt, wie es gehen kann: 159 Nationalitäten leben friedlich miteinander.
“Offenbach hat eine lange Tradition der Immigration. Funktional ist die Stadt ein »Ankunftsbezirk« im Zentrum von Frankfurt/Rhein-Main, einer globalen Metropolregion mit einem hohen Immigrationsanteil. In der Bevölkerung sind 159 Nationen vertreten. Die Nationalitäten der ehemaligen Gastarbeiter stellen immer noch die größten Einzelgruppen, hauptsächlich Türken, Italiener und Griechen. In den letzten zehn bis fünfzehn Jahren sind dann andere Gruppen aus den neuen

EUMitgliedstaaten
in Ost und Südosteuropa, aber auch aus Asien, Nordafrika und anderen Teilen der Welt hinzugekommen. Bei den „älteren“ Gruppen der Zuwanderer aus den südeuropäischen Ländern und der Türkei findet sich ein wachsender Teil von Menschen, meistens aus der zweiten und dritten Generation, die Bildungskarrieren machen. Es gibt unter ihnen einen stark steigenden Anteil von Gymnasiasten,
sowie auch Universitätsstudenten. Homogene ethnische Milieus können „nach oben“ ziehen, wenn dort zum Beispiel Bildungserfolg hoch bewertet wird und ein Faktor bei der Gewinnung von Anerkennung und Status in der eigenen Gruppe ist, wie etwa bei vielen Migranten aus Asien. Homogene Milieus können aber auch behindern, wenn sie zur Abschottung führen oder Bildungs- und Aufstiegsambitionen bremsen, weil man die Entfremdung von der eigenen Gruppe befürchtet.” (Matthias Schulze-Böing, Leiter des Amtes für Arbeitsförderung, Statistik und Integration der Stadt
Offenbach)

DIE ERNEUERUNG DES WOHNENS – Europäischer Wohnungsbau 1945–1975 – Tagung im Architekturmuseum Frankfurt

erneuerung-d-wohnensDIE ERNEUERUNG DES WOHNENS – Europäischer Wohnungsbau 1945–1975

TAGUNG: 24. + 25. November 2016, Auditorium des DAM
AUSSTELLUNG: 24. November – 18. Dezember 2016, Galerie im EG

Der Großteil des Wohnbaubestands in Europa wurde zwischen 1945 und 1975 neu errichtet. Die Gründe hierfür liegen im Wiederaufbau Europas nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs und in der ökonomischen Boomphase ab den späten 1950er Jahren. Der öffentlichen Hand kommt in dieser kurzen historischen Phase eine besondere Rolle zu. So mussten der Staat oder staatlich geförderte Institutionen die große Wohnungsnot beseitigen und hatten gleichzeitig die einmalige Gelegenheit, ihre (wohn-)politischen Ideale zu verwirklichen.

Die Tagung »Die Erneuerung des Wohnens«thematisiert den geförderten europäischen Geschosswohnungsbau zwischen historisch gewachsenen Standards, Konventionen und Normen und der Suche nach neuen Wohnformen, innovativen technisch-konstruktiven Möglichkeiten sowie alternativen ästhetischen Idealen. Im Fokus steht die Frage, wie eine grundlegende Erneuerung des Wohnens und deren architektonische Umsetzung gelingen konnte. Diese Betrachtung ist vor dem Hintergrund gegenwärtig mangelnder öffentlicher – staatlicher wie kommunaler – Initiativen im Wohnungsbau in Deutschland von hoher Brisanz.

In einer begleitenden Ausstellung werden erstmals die Resultate des Forschungsseminars »Wohnen in Europa« von Studierenden der Architektur der TU Darmstadt vorgestellt. Gezeigt werden rund siebzig architektonisch herausragende und international wenig bekannte Geschosswohnbauten aus Brüssel, Zagreb, Köln, Oslo, Porto, Lyon und Athen. Im Vergleich der Projekte wird die Auseinandersetzung zwischen internationalen Idealen und partikularistischen Bestrebungen einzelner Städte und Architektengruppen sichtbar.

Veranstalter
Deutsches Architekturmuseum (DAM), Frankfurt am Main
Fachgebiet Entwerfen und Wohnungsbau, TU Darmstadt
Wüstenrot Stiftung

Referentinnen und Referenten
JASPER CEPL, Hochschule Anhalt, Dessau
IRINA DAVIDOVICI, ETH Zürich
PHILIPPE DUFIEUX, ENSAL Lyon
NUNO GRANDE, University of Coimbra
ANNE-KRISTINE KRONBORG, Oslo School of Architecture and Design
IIRENE LUND, Université libre de Bruxelles
KARIN ŠERMAN, University of Zagreb
PANAYOTIS TOURNIKIOTIS, NTUA Athen

Der Eintritt zur Tagung ist frei.
Bitte bestätigen Sie Ihre Teilnahme unter bildung.dam@stadt-frankfurt.de
Die Akkreditierung als Fortbildungsveranstaltung ist bei der Architektenkammer Hessen beantragt.

Forschungsprojekt und Konzeption
ELLI MOSAYEBI, Fachgebiet Entwerfen und Wohnungsbau, TU Darmstadt
MICHAEL KRAUS, Fachgebiet Entwerfen und Wohnungsbau, TU Darmstadt
PROGRAMM

Donnerstag, 24. November 2016

PANEL 1: SOZIALE WOHNUNGSBAU-INITIATIVEN

13.30–14.00 \ Beginn
14.00–14.30 \ Begrüßung
14.30–15.00 \ Einführung \ ELLI MOSAYEBI, Technische Universität Darmstadt

15.30–15.45 \ Kaffeepause

15.45–16.05 \ ANNE-KRISTINE KRONBORG, Oslo School of Architecture and Design »Three Rooms and a Kitchen: The Norwegian Welfare State, OBOS and the new Family Dwelling«
16.15–16.35 \ NUNO GRANDE, University of Coimbra »The SAAL Housing Process: a legacy of the 1974 Portuguese Revolution«

16.45–17.00 \ Kaffeepause

17.00–17.20 \ PHILIPPE DUFIEUX
École nationale supérieur d‘architecture de Lyon »Un demi-siècle de logements modernes: Lyon (1945–1975), De la Reconstruction aux Grands Ensembles HLM«
17.30–17.50 \ IRINA DAVIDOVICI, Eidgenössische Technische Hochschule Zürich »Avant-garde in public office: Housing at the London County Council, 1950–1960«

18.00–19.00 \ Diskussion »The public client« \ Moderation: OLIVER ELSER, Kurator Deutsches Architekturmuseum

19.30–20.30 \ KEYNOTE

21.00 \ Empfang in der Mensa der Städelschule, Dürerstraße 10, 60596 Frankfurt am Main

Freitag, 25. November 2016

PANEL 2: ARCHITEKTONISCHE FALLSTUDIEN

10.00 \ Beginn
10.15–10.30 \ Einführung
10.30–10.50 \ JASPER CEPL, Anhalt University of Applied Sciences »Oswald Mathias Ungers and the ›City as a Work of Art‹: The ›Neue Stadt‹ in Cologne, 1961–64«
11.00–11.20 \ KARIN ŠERMAN University of Zagreb »Interpolation–Extrapolation: Drago Galic‘s Residential Buildings at Svacicev Square and Vukovarska Street and Their Two Paradigmatic Design Gestures«

11.30–11.45 \ Kaffeepause

11.45–12.05 \ IRENE LUND, Université libre de Bruxelles »La ›Cite Modèle‹ vs. ›Etrimo‹ – The Capital of Europe’s Housing Construction and the Struggle Between Public and Private Initiatives«
12.15–12.35 \ PANAYOTIS TOURNIKIOTIS, National Technical University of Athens »Nea Philadelphia, and the work of Aris Konstantinidis as the head of the Social Housing Organization, 1955–1957«
12.45–13.45 \ Diskussion »The private space« \ Moderation: ELLI MOSAYEBI, Technische Universität Darmstadt

13.45–14.30 \ Mittagessen und Tagungsende

Flyer zur Veranstaltung: dam_ek_wohnen_in_europa

Internationaler Hochhaus Preis 2016 für Wohnhochhaus ‚VIA 57 West‘ in New York

Peter Cachola Schmal, Direktor des Deutschen Architekturmuseums (DAM) informiert beim Presserundgang am Modell die Besonderheiten und Planungshintergründes des Siegerhochhauses "VIA 57 West" in New York. „VIA 57 West“ wird zusammen mit allen 30 nominierten Wolkenkratzern vom 4. Januar 2016 bis zum  15. Januar im Rahmen der Ausstellung "Best Highrises 2016/17 - Internationaler Hochhauspreis“ im Architekturmuseum Frankfurt präsentiert. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Peter Cachola Schmal, Direktor des Deutschen Architekturmuseums (DAM) informiert beim Presserundgang am Modell über die Besonderheiten und Planungshintergründes des Siegerhochhauses „VIA 57 West“ in New York. „VIA 57 West“ wird zusammen mit allen 30 nominierten Wolkenkratzern vom 4. Januar 2016 bis zum 15. Januar im Rahmen der Ausstellung „Best Highrises 2016/17 – Internationaler Hochhauspreis“ im Architekturmuseum Frankfurt präsentiert. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Das Wohnhochhaus ‘VIA 57 West‘ in New York gewinnt den mit 50.000 Euro dotierten Wettbewerb um das weltweit innovativste Hochhaus. Es hatte sich durchsetzen können gegenüber 1500 Hochhäusern, von denen 30  für den alle zwei Jahre ausgeschriebenen Internationalen Hochhaus-Preis 2016 nominiert waren. Eine besondere Anerkennung vergab die Jury des Internationalen Hochhauspreises 2016 zudem an das Housing & Development Board (HDB) von Singapur für seine Vorbildfunktion als öffentlicher Träger, der innovative, nachhaltige Hochhäuser für kommunale Wohnprojekte realisiert.
Im Rahmen eines Festaktes konnten die Gewinner, der Architekt Bjarke Ingels (BIG – Bjarke Ingels Group) und Bauherr Douglas Durst (The Durst Organization) den Preis gestern Abend in der Frankfurter Paulskirche entgegen nehmen. Die Auszeichnung überreichten Dr. Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt am Main, Dr. Matthias Danne, Immobilien- und Finanzvorstand der DekaBank und Peter Cachola Schmal, Direktor des Deutschen Architekturmuseums (DAM).

Das Siegergebäude „VIA 57 West“

VIA 57 WEST New York, USA. 142 Meter hoch, 35 Etagen, Fertigstellung Februar 2016. © Deutsches Architekturmuseum
VIA 57 WEST New York, USA. 142 Meter hoch, 35 Etagen, Fertigstellung Februar 2016. © Deutsches Architekturmuseum

Vor sechs Jahren hatte noch die New Yorker Stadtverwaltung Douglas Dursts Ansinnen kopfschüttelnd abgelehnt, ein Wohnhochhaus auf einer Industriebrache zwischen Elektrizitäts-Werk und übelriechender Müllaufbereitungsanlage im Westen vom Hudson River errichten zu wollen. Der mehrspurige „schwingende“ Joe DiMaggio Highway Richtung Bronx schnitt zudem das Grundstück zum Hudson hin ab. Die Ecke am westlichen Rand von Midtown, wo die 57. West beginnt, war seit Jahrzehnten als „Hell‘s Kitchen“ verschrien,  wo es heißer und schlimmer sei als in der Hölle. All dies schreckte Investor Douglas Durst, Vorsitzender und Mitglied der dritten, die Durst-Organisation leitenden Generation, nicht von der Wohnbau-Planung des 145 Meter x 55 Meter breiten Handtuchgrundstücks ab. Der Familienunternehmer Durst blieb dran und gewann 2010 den erst 36 Jahre jungen dänischen Shootingstar-Architekten Bjarke Ingels für seine Visionen. Ingels hatte Durst begeistert mit seinen innovativen Wohnkomplexen in Kopenhagen, dem VM House und den Mountain Dwellings, einen künstlichen Wohnhügel über Hochgaragen. Durst ließ darauf hin Ingels Varianten für das 8000 Quadratmeter große Grundstück „VIA 57 West“ erarbeiten. Er war begeistert von dessen Flexibilität im Umgang mit Einschränkungen und Problemen, von denen es mehr als genug gab. Um auch in New York vor Ort zu sein, eröffnet Bjarke Ingels (BIG) ein Zweitbüro in Chelsea, welches mittlerweile mit über 200 Mitarbeitern größer ist als sein Koppenhagener Büro mit 80 Mitarbeitern.

Architekt Bjarke Ingels (l.) mit Bauherrn Douglas Durst freuen sich  über ihren Preis. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Architekt Bjarke Ingels (l.) mit Bauherrn Douglas Durst freuen sich über ihren Preis. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Mit Hilfe Ingels intelligenter Planungsflexibilität gelang es Bauherrn und Architekt schließlich, die Stadtverwaltung unter Bürgermeister Bloomberg innerhalb von über eineinhalb Jahren doch von einer Wohnnutzung zu überzeugen. Erschwerend bei der Planung waren überdies komplizierte Eigentumsrechte. Das Grundstück gehört einer Eigentümergemeinschaft, weshalb der Erbpachtvertrag auf 99 Jahre begrenzt ist. Diese Konstellation sowie die Firmenphilosophie von Durst, keine Immobilien zu veräußern, mündeten folgerichtig in einer Bebauung mit Mietwohnungen.
Einige Vorgaben durch den Investor bezüglich der äußeren Form waren eindeutig: Das Gebäude sollte sich optisch deutlich von einem Bürohochhaus unterscheiden und gleichzeitig dem benachbarten Wohnturm (ebenfalls von Durst) nicht die Sicht auf den Hudson River verstellen. Dem begegneten die Architekten mit dem innovativen Konzept eines „Courtscraper“.

Im Modell erkennt man den parkartig angelegten, leicht ansteigenden  Innenhof. Dieser spiegelt im kleineren Maßstab genau die Proportionen des New Yorker Central Park. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Im Modell erkennt man den parkartig angelegten, leicht ansteigenden Innenhof. Dieser spiegelt im kleineren Maßstab genau die Proportionen des New Yorker Central Park. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Abgewandt von der nordöstlichen Bebauung orientiert sich der Hybrid aus amerikanischem Hochhaus und europäischer Blockrandbebauung zu einem begrünten Innenhof. Gleichzeitig gewährt er von in der Dachfläche integrierten Balkonen geschützte Aussichten auf den Hudson River im Westen. Somit bietet dieser skulpturale Prototyp 709 Wohnungen eine ruhige, geschützte Oase in der lauten Großstadt, ohne sich dabei vor ihr zu verschließen. Das Schaffen von solchen naturnahen Ruhezonen in immer dichter werdenden Metropolen ist eine der Herausforderungen in der Stadtplanung und immer häufiger Bestandteil zeitgemäßer Hochhausarchitektur.
Da fast jede Wohnung aufgrund der komplexen Gebäudegeometrie einzigartig ausfällt und sich nur wenige Typen wiederholen, mussten die Architekten bis zu 250 verschiedene Grundrisse entwickeln, dank digitaler Unterstützung ist das heute machbar. Das gesamte Stockwerk über dem gläsernen Sockelgeschoss ist den vielen Amenities gewidmet, die sich um einen parkartig angelegten, leicht ansteigenden Innenhof gruppieren und über einen Rundlauf erschlossen sind, mit einem Pool auf der Querseite, der mit einem Sonnendeck zum Hudson River aufwartet. Vorher gelangt man an besonderen Environments für Kleinkinder, Teenies und Twens vorbei – Letzteres eine Riesenlounge mit Probeküchen zum Kennenlernen der Singles. Außerdem im Angebot: Billardraum, Pokerraum, Golfsimulator, Waschsalon, Leseraum, Galerie, Kino- und Fernsehsaal, Hunderte Quadratmeter Fitnessgeräte und als Überraschung eine doppelgeschossige Basketballhalle.

Modell "432 Park-Avenue", mit Quadratmeterpreisen ab 50 000 Euro.  1 zu 15 (28 Meter Breite zu 426 Meter Höhe) Bleistiftproportionen. Architekturmuseum bis 15.01.16. Foto: Diether v. Goddenthow
Modell „432 Park-Avenue“, mit Quadratmeterpreisen ab 30 000 Euro. 28 Meter Breite zu 426 Meter Höhe;  1 zu 15 Bleistiftproportionen. Architekturmuseum bis 15.01.16. Foto: Diether v. Goddenthow

Im Gegenzug zu den himmelstrebenden Bleistiften in der Nähe mit ihren astronomischen Wohnungskaufpreisen von 30.000 bis 50.000 Euro pro Quadratmeter ist das VIA 57 West ein Mietshaus.
Der Entwurf dieses ikonenhaften Projekts geschieht vor dem Hintergrund eines stetig wachsenden Erfolgs von BIG in den Vereinigten Staaten. Während der sechsjährigen Planungszeit wuchs die New Yorker Dependance des dänischen Architekturbüros von sechs auf 200 Mitarbeiter.

 

 

Ökologische Aspekte/Nachhaltigkeit
Verwendung von recycelten und erneuerbaren sowie lokal erhältlichen Materialien mit niedrigen Anteilen an flüchtigen organischen Verbindungen (VOC); energieeffiziente Haustechnik; natürliche Belüftung; bedarfsgesteuerte Lüftungsanlage; gute natürliche Beleuchtung; hochleistende Isolierverglasung; Bewegungsmelder in den Gemeinschaftsbereichen und Verkehrswegen; Wasser sparende Armaturen; Hybridwärmepumpe; Regenwassersammlung zur Kühlung und Bewässerung; aufwendig begrünter Innenhof.

Aus der Jurybegründung

Prof. L. Messari-Becker, Jury-Sprecherin. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Prof. L. Messari-Becker, Jury-Sprecherin. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Die Jury wählte VIA 57 West aus, obwohl es kein typisches Hochhaus ist: „Es ist ein hohes Gebäude, aber ist es ein Hochhaus?“. Schließlich einigte sich die Jury darauf, dass dieses Anti-Hochhaus-Hochhaus durch die „Klarheit des Konzepts“ unsere Wahrnehmung der Stadt durch seine innovative Botschaft zu verändern vermag.
Das Projekt zeichnet sich durch seine Neuinterpretation des New Yorker Blocks aus. Als Wohngebäude mit Innenhof ist es in gewisser Weise ein privates Gebäude, das jedoch auch eine öffentliche Dimension bietet. Von den Einschränkungen des New Yorker Blocks und der New Yorker Bauordnungsbestimmungen ausgehend, bietet VIA 57 West das innovativste Form- und Raumkonzept. Das Rahmenwerk der Bauordnungsbestimmungen ist für gewöhnlich sehr einschränkend und wird als problematisch für das städtische Bauprogramm empfunden. Hier wurde gerade dieser problematische Umstand genutzt, um etwas Positives zu schaffen. Das ist einfach brillant.
Ferner wendet sich das Projekt nicht an die oberen oder unteren Einkommens-schichten, sondern an die Mitte, die das Gewebe darstellt, aus dem weltweit Städte gemacht werden.

Ausstellung BEST HIGHRISES 2016/17 – INTERNATIONALER HOCHHAUS PREIS 2016
Alle 30 nominierten Hochhäuser aus 14 Ländern werden mit viel Hintergrundinformationen präaentiert, die Finanlisten mit Modellen.  Führungen: Jeweils samstags und sonntags, 16 Uhr, mit Yorck Förster. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Alle 30 nominierten Hochhäuser aus 14 Ländern werden mit viel Hintergrundinformationen präsentiert, die Finanlisten werden mit Modellen gezeigt. Führungen: Jeweils samstags und sonntags, 16 Uhr, mit Yorck Förster. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

4. November 2016 – 15. Januar 2017
im Deutschen Architekturmuseum (DAM), 3. Obergeschoss
Schaumainkai 43, 60596 Frankfurt am Main
Öffnungszeiten: Di, Do—So 11.00 — 18.00 \ Mi 11.00 — 20.00 \ Mo geschlossen

Führungen: Jeweils samstags und sonntags, 16 Uhr, mit Yorck Förster.
Insgesamt 30 Hochhäuser aus 14 Ländern, die binnen der letzten zwei Jahre weltweit gebaut wurden, hat das Deutsche Architekturmuseum (DAM) im Wettbewerb für den Internationalen Hochhaus Preis (IHP) nominiert. Im dritten Obergeschoss präsentiert das DAM in der Ausstellung „Best Highrises 2016/17“ alle nominierten Projekte und zeigt dabei das Spektrum und die aktuellen Tendenzen des zeitgenössischen Hochhausbaus auf.
Der Gewinner 2016, das Wohnhochhaus VIA 57 West in New York von BIG-Bjarke Ingels Group, wird zusammen mit den vier weiteren Finalisten-Projekten ausführlich auf eigenen Ausstellungsplattformen dokumentiert.
Zwei der Finalisten 2016 kommen ebenfalls aus New York, die zwei weiteren aus Singapur: Four World Trade Center (New York/USA) von Maki & Associates, Tokio/Japan; 432 Park Avenue (New York/USA) von Viñoly, New York/USA; SkyHabitat (Singapur) von Safdie Architects, Boston/USA und SkyVille@Dawson (Singapur) von WOHA Architects, Singapur.

Hochinteressante Einblicke gewährt das Modell von Housing & Development Board von Singapur. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Hochinteressante Einblicke gewährt das Modell von Housing & Development Board von Singapur. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Eine besondere Anerkennung geht an das Housing & Development Board von Singapore für dessen Bestrebungen zur Förderung der „Hyperverdichtung“. Das Housing & Development Board fungiert hier als Auftraggeber von innovativen Projekten wie SkyVille@Dawson von WOHA Architects, SkyTerrace@Dawson von SCDA Architects und The Pinnacle@Duxton von ARC Studio Architecture + Urbanism, einem Finalisten des Internationalen Hochhaus Preises 2012.
In der Ausstellung werden Tragwerkskonstruktionen und technische Details anhand von Plänen dargestellt. Die Fassaden und Innenräume sind auf zahlreichen Fotografien abgebildet, einzelne Bauten werden durch Architekten- und Bauherreninterviews ergänzt. Modelle der Finalisten-Wolkenkratzer ermöglichen dem Besucher, die Gebäude als Ganzes zu erfassen. In kurzen Texten werden die wesentlichen Aspekte jedes Gebäudes sowie die ökologischen Kriterien dargelegt.

Katalog zur Ausstellung
highrises16-coverEin begleitender Katalog ist im jovis Verlag unter dem Titel: „Best Highrises 2016/ 17. The International Highrise Award / Internationaler Hochhaus Preis 2016″ erschienen. Der von Peter Körner und Peter Cachola Schmal herausgegebene Band dokumentiert alle 30 Projekte ausführlich und versammelt Beiträge von Brigitte Shim und Peter Cachola Schmal.
Deutsch-Englisch, 128 Seiten, zahlr. farb. Abb., Zeichn., 21 x 27 cm, jovis Verlag, ISBN 978-3-86859-431-7; Preis: 29,95 Euro

Zum Hochhauspreis:

Alle zwei Jahre
Der Internationale Hochhaus Preis wird seit 2004 alle zwei Jahre von der Stadt Frankfurt am Main ausgelobt. Initiiert wurde der IHP 2003 gemeinsam von der Stadt Frankfurt, dem Deutschen Architekturmuseum und der DekaBank. Finanziert wird er vom Deutschen Architekturmuseum und der DekaBank. Im Jahr 2016 wird er zum siebten Mal verliehen. Die Kriterien für die Auszeichnung sind, dass das Gebäude Nachhaltigkeit, äußere Form und innere Raumqualitäten wie auch soziale Aspekte zu einem vorbildlichen Entwurf verbindet. Der IHP richtet sich an Architekten und Bauherrn, deren Gebäude mindestens 100 Meter hoch sind und in den vergangenen zwei Jahren fertiggestellt wurden.
Statuette Internationaler Hochhaus Preis 2016

Der international gefragte Fotokünstler Thomas Demand entwarf im Auftrag der DekaBank die Preisstatuette. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Der international gefragte Fotokünstler Thomas Demand entwarf im Auftrag der
DekaBank die Preisstatuette. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Das Wahrzeichen des Internationalen Hochhaus Preises wird seit 2004 alle zwei Jahre vom Künstler Thomas Demand neu angefertigt und dem jeweiligen Gewinner überreicht. Die Statuette besteht aus hauchdünnen Titanschichten, die mit Hilfe einer Elektronenstrahl-Schmelztechnologie (EBM) in nahezu beliebiger Geometrie übereinander geschichtet werden. Das Verfahren, das vor allem zur Herstellung medizinischer Implantate sowie in der Raumfahrt- und Automobilindustrie angewendet wird, gilt derzeit als die innovativste Fertigungstechnik im Bereich des Rapid Manufacturing.
Werke von Thomas Demand sind aktuell in Museen in Washington, San Francisco, Baden-Baden, London, New York, Istanbul und Wien zu sehen.

Partner Internationaler Hochhaus Preis 2016
(v.l.n.r.): Björn Korschinowski, Leiter Unternehmenskommunikation DEKA-Bank, Peter Cachola Schmal, Direktor Architekturmuseum, Prof. L. Messari-Becker, Jury-Sprecherin, Mr. Fong Chun Wah, Architekt des Housing & Development Board, Singapur, Dr. Ina Hartwig, Sozialdezernentin, Dr. Matthias Danne Finanz- und Immobilienvorstand der DekaBank Deutsche Girozentrale, Bjarke Ingels, Architekt VIA 57 West, Douglas Durst, Bauherr.  Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
(v.l.n.r.): Björn Korschinowski, Leiter Unternehmenskommunikation DEKA-Bank, Peter Cachola Schmal, Direktor Architekturmuseum, Prof. L. Messari-Becker, Jury-Sprecherin, Mr. Fong Chun Wah, Architekt des Housing & Development Board, Singapur, Dr. Ina Hartwig, Sozialdezernentin, Dr. Matthias Danne Finanz- und Immobilienvorstand der DekaBank Deutsche Girozentrale, Bjarke Ingels, Architekt VIA 57 West, Douglas Durst, Bauherr. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Stadt Frankfurt am Main
Frankfurt am Main ist die dynamische Finanz- und Kulturstadt mit der imposantesten Skyline Deutschlands. Dank ihrer exzellenten Infrastruktur ist Frankfurt als Zentrum der Region FrankfurtRheinMain nicht nur sehr gut erreichbar, sondern auch sehr gut vernetzt. Mit ihren rund 60.000 Unternehmen, 650.000 Arbeitsplätzen, 248 Quadratkilometern Fläche und 700.000 Einwohnern aus 180 Nationen gilt Frankfurt als dynamische und vielseitige Metropole mit kurzen Wegen. Unweit der Hochhäuser liegen bekannte Sehenswürdigkeiten wie der Kaiserdom und die Paulskirche, die Wiege der deutschen Demokratie, oder auch das Museumsufer Frankfurt. Dieses ist das Herzstück der durch sieben Brücken verbundenen Frankfurter Museumslandschaft und beeindruckt durch eine gelungene Synthese aus attraktiven Kultur-Highlights und kontrastreicher Stadtplanung. Als markantes Ziel für Gäste aus aller Welt ziehen die Institutionen des Museumsufers Frankfurt alljährlich mehr als zwei Millionen Besucherinnen und Besucher an. Auch die Bühnen sind großartige Botschafter für die Kulturstadt Frankfurt und begeistern das Fachpublikum mit ihrer künstlerischen Arbeit international. Frankfurt schlägt eine gekonnte Brücke zwischen den Spuren der Vergangenheit und zeitgenössischer Architektur und damit zwischen Tradition und Moderne – Frankfurt steht für eine bemerkenswerte Kontinuität auf höchstem Niveau.

Deutsches Architekturmuseum (DAM), Frankfurt am Main
Das Deutsche Architekturmuseum befindet sich in einer Gründerzeitvilla am Frankfurter Museumsufer. Der renommierte Architekt Oswald Mathias Ungers baute die Villa 1979 bis 1984 zum ersten Architekturmuseum in Deutschland um. Im Mittelpunkt von Ungers weißer Museumsarchitektur steht eine kubische Konstruktion – das „Haus im Haus“ ist eine Metapher für die Architektur. Das DAM versteht sich als Ausstellungshalle und Diskussionsforum für aktuelle Fragen der Architektur. Wechselausstellungen behandeln vielfältige Themen der Architektur und des Städtebaus des 20./21. Jahrhunderts. Die Dauerausstellung „Von der Urhütte zum Wolkenkratzer“ veranschaulicht anhand von 25 Modellpanoramen die Entwicklungsgeschichte der Architektur.

DekaBank Deutsche Girozentrale, Frankfurt am Main
Die DekaBank ist das Wertpapierhaus der Sparkassen, gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften bildet sie die Deka-Gruppe. Mit Total Assets in Höhe von rund 245 Mrd. Euro (per 30.06.2016) sowie über vier Millionen betreuten Depots ist sie einer der größten Wertpapierdienstleister in Deutschland. Sie eröffnet privaten und institutionellen Anlegern Zugang zu einer breiten Palette an Anlageprodukten und Dienstleistungen. Die DekaBank ist fest verankert in der Sparkassen-Finanzgruppe und richtet ihr Angebotsportfolio ganz nach den Anforderungen ihrer Eigentümer und Vertriebspartner im Wertpapiergeschäft aus.
Das Geschäftsfeld Immobilien bündelt die weltweite Immobilienkompetenz der Deka-Gruppe. Die Kapitalanlagegesellschaften Deka Immobilien Investment GmbH und WestInvest Gesellschaft für Investmentfonds mbH managen und betreuen gemeinsam mit der Servicegesellschaft Deka Immobilien GmbH ein Immobilienvermögen von rund 28 Mrd. Euro (per 30.06.2016). Das Immobilienfinanzierungsgeschäft der DekaBank stellt mit einem Neugeschäftsvolumen von rund 2,5 Mrd. Euro jährlich die zweite wesentliche Säule des Geschäftsfelds dar.

Deutsches Architekturmuseum DAM
Schaumainkai 43
60596 Frankfurt am Main

Architekturmuseum Frankfurt – Museumsuferfest-Programm

architekturmuseum frankfurtDas Deutsche Architekturmuseum (DAM) ist 1984 als das erste Architekturmuseum in Deutschland eröffnet worden.Es organisiert Wechselausstellungen zu nationalen und internationalen Themen der Architektur und des Städtebaus. Als Diskussionszentrum für aktuelle Fragen veranstaltet es eine Reihe von Tagungen und Workshops und gibt Publikationen heraus. 2014 feiert das DAM den 30. Geburtstag seines Bestehens – über zwei Stockwerke werden anlässlich des Jubiläums die wichtigsten Werke gezeigt, die Gründungsdirektor Heinrich Klotz erworben hat – darunter auch einiges, das man gar nicht in der Sammlung eines Architekturmuseums vermuten würde – von gusseisernen Kapitellen, über Kurvenlineale bis hin zu Lampenstudien. Eine wahre Wunderkammer!

Der Herbst 2015 im DAM steht ganz im Zeichen des diesjährigen Gastlandauftritts Indonesiens auf der Frankfurter Buchmesse: gezeigt werden zwölf aktuelle Ansätze und Architekturbeispiele aus Indonesien für das klimagerechte Bauen in den Tropen heute!

Programm

Freitag, 28. August 2015
11:00 – 22:00 Uhr Ausstellung „ Tropicality revisited – Neue Indonesische Ansätze“
11:00 – 22:00 Uhr Ausstellung „Galina Balaschowa – Architektin des sowjetischen Raumfahrtprogramms“
11:00 – 22:00 Uhr Dauerausstellung „Von der Urhütte zum Wolkenkratzer“

Samstag, 29. August 2015
11:00 – 22:00 Uhr Ausstellung „ Tropicality revisited – Neue Indonesische Ansätze“
11:00 – 22:00 Uhr Ausstellung „Galina Balaschowa – Architektin des sowjetischen Raumfahrtprogramms“
11:00 – 22:00 Uhr Bücherflohmarkt im Foyer
11:00 – 22:00 Uhr Dauerausstellung „Von der Urhütte zum Wolkenkratzer“
14:00 Uhr Führung durch die Ausstellung „Tropicality Revisited“
16:00 Uhr Führung durch die Ausstellung „Galina Balaschowa“

Sonntag, 30. August 2015
11:00 – 22:00 Uhr Ausstellung „ Tropicality revisited – Neue Indonesische Ansätze“
11:00 – 22:00 Uhr Ausstellung „Galina Balaschowa – Architektin des sowjetischen Raumfahrtprogramms“
11:00 – 22:00 Uhr Bücherflohmarkt im Foyer
11:00 – 22:00 Uhr Dauerausstellung „Von der Urhütte zum Wolkenkratzer“
14:00 Uhr Führung durch die Ausstellung „Tropicality Revisited“
16:00 Uhr Führung durch die Ausstellung „Galina Balaschowa“

Kontakt
Deutsches Architekturmuseum
Schaumainkai 43
60596 Frankfurt am Main
Tel.: 069/21 23 88 44
Fax: 069/21 23 63 86

Internet:
E-Mail: info.dam@stadt-frankfurt.de
WWW: www.dam-online.de

Öffnungszeiten:
Fr. – So.: 11.00 – 22.00 Uhr

Deutsches Architekturmuseum Frankfurt

Veranstaltungskalender

Frankfurter Architekturmuseum FrankfurtDas Deutsche Architekturmuseum gilt mit über 180 000 Architekturplänen und Zeichnungen sowie 600 Modellen europaweit als eines der führenden Häuser bei der Archivierung, Präsentation und Vermittlung aktueller und historischer Architektur.

architekturmuseum frankfurt„Stiche, Skizzen, Zeichnungen und Maßstabsmodelle bieten Stoff für Ausstellungen über Tendenzen und Perioden des 20. Jahrhunderts von Erich Mendelsohn bis Frank O. Gehry, von Mies van der Rohe bis zur Architektengruppe Archigram. Besuchern, die mehr über Architektur erfahren möchten, steht die Präsenz-Bibliothek mit rund 25.000 Bücher und Zeitschriften offen.“ (Text Deutsches Architekturmuseum)

Modell Kloster Bebenhausen um 1545 im Architektur-Museum Frankfurt als Beispiel mittelalterlicher Klosteranlagen
© massow-picture Modell mittelalterliches Kloster: Zisterzienser-Kloster Bebenhausen zustand von 1534.

Juwel des Hauses bilden im obersten Stockwerk 24 Großmodelle typischer Siedlungs- und Bauweisen des Menschen von der steinzeitlichen Urhütte bis zur gegenwärtigen Hochhaus-Architektur.

Schwerpunkt des Museum bilden mehrere große Wechselausstellungen moderner und zeitgenössischer nationaler und internationaler Architektur.

© massow-picture Fogoausstellung: Himmelsstürmend Architekturmuseum Frankfurt
© massow-picture Fogoausstellung: Himmelsstürmend

Symposien, Fotoausstellungen und Vorträge ergänzen das Programm.

Veranstaltungskalender und Ausstellungskalender

 

 

Deutsches Architekturmuseum
Schaumainkai (Museumsufer) 43
60596 Frankfurt am Main
Tel 069-212 38844
Fax 069-212 37721