Kategorie-Archiv: Deutsches Architekturmuseum Frankfurt

Sonder-Ausstellung NEUER MENSCH, NEUE WOHNUNG DIE BAUTEN DES NEUEN FRANKFURT 1925 – 1933 im Deutschen Architekturmuseum zu 100 Jahren Bauhaus

Hermann Treuner, Die Römerstadt, 1929. Öl auf Leinwand. Deutsches Architekturmuseum, Ffm. © Foto: Diether v. Goddenthow
Hermann Treuner, Die Römerstadt, 1929. Öl auf Leinwand. Deutsches Architekturmuseum, Ffm. © Foto: Diether v. Goddenthow

2019 feiert das Bauhaus seinen 100. Geburtstag. Bis zu seiner Schließung im Jahr 1933 war es 14 Jahre lang eine herausragende Schule der Avantgarde, von der Kunst, Design und Architektur zentrale Impulse empfingen. Die internationale Nachwirkung vor allem der Dessauer Periode ist bis heute zu spüren.

„Ein Leitbild im Neuen Frankfurt war der Neue Mensch der Moderne, ‚der – so Ernst May – ‚entschlossen ist, das Alte, Erstarrte hinter sich zu lassen‘. Diesen Neuen Menschen und die für ihn entworfenen Bauten haben wir als Titel unserer Ausstellung genommen“, sagte Wolfgang Voigt, Kurator und stellvertretender Vorsitzender der Ernst-May-Gesellschaft, gestern Abend bei seiner Eröffnungsrede. Die Idee des Neuen Menschen sei ein direktes Substrat aus Friedrich Nietzsches Schriften gewesen, und Ludwig Landmann ein glühender Verehrer, habe sich „gleich auf Seite eins der ersten Nummer der Zeitschrift Frankfurt“ (1926) auf den Philosophen berufen.

Der Neue Mensch war bis zum Ersten Weltkrieg eine elitäre Fiktion; er entsprach noch nicht dem Typus, den Landmann und May beim Start des Neuen Frankfurt im Visier hatten. Erst im Neuen Frankfurt wurde die Idee demokratisiert. Die neuen Wohnungen, Schulen, Kindergärten und Schwimmbäder boten die von Licht, Luft und Sonne bestimmte Umwelt, die den Stadtbewohner zum neuen Menschentyp werden lässt – so die Hoffnung der Architekten.. © Foto: Diether v. Goddenthow
Der Neue Mensch war bis zum Ersten Weltkrieg eine elitäre Fiktion; er entsprach noch nicht dem Typus, den Landmann und May beim Start des Neuen Frankfurt im Visier hatten. Erst im Neuen Frankfurt wurde die Idee demokratisiert. Die neuen Wohnungen, Schulen, Kindergärten und Schwimmbäder boten die von Licht, Luft und Sonne bestimmte Umwelt, die den Stadtbewohner zum neuen Menschentyp werden lässt – so die Hoffnung der Architekten.. © Foto: Diether v. Goddenthow

Beim gebildeten Publikum im Deutschen Reich nach 1900 besaßen die Schriften des Philosophen Friedrich Nietzsche (1844–1900) Kultstatus. Aus ihnen ließ sich die Vorstellung eines Menschentyps destillieren, der sich aufmachen werde, „etwas Neues zu sein, etwas Neues zu bedeuten, neue Werte darzustellen“ (Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse, 1886). Seine Aufgabe war: eine neue soziale Ordnung vorbereiten, „gegründet auf ästhetische Kriterien und bevölkert von gesunden Körpern“.

In Frankfurt wurde die Idee demokratisiert: Nicht mehr nur eine Elite, sondern jeder sollte nun die Chance haben, sich dem Neuen Menschentyp anzuschließen, in einer von Licht, Luft und Sonne bestimmten Umwelt. So verkündeten es die oft emphatischen Äußerungen von Landmann, May, Wichert und anderen Stichwortgebern des Neuen Frankfurt. Besonders die Architekten verstanden sich als legitime Erzieher zum richtigen Leben in der Moderne.

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Die Ausstellung Neuer Mensch, neue Wohnung gilt dem parallelen Geschehen in Frankfurt am Main, das zwischen 1925 und 1933 ein nicht minder bedeutendes Zentrum des Aufbruchs darstellte. Frankfurt war kein Planet des Bauhauses, sondern ein eigener Stern mit eigener Energie.

Unter der Regie des Oberbürgermeisters Ludwig Landmann und des Architekten Ernst May konstituierte sich hier das Neue Frankfurt, das unter diesem Namen in die Architektur- und Kulturgeschichte einging. Die Stadt erhielt einen beispiellosen Schub in die kulturelle Moderne. Für eine kurze Zeitspanne wurde sie zur Hochburg der Avantgarde in der Architektur.

In Frankfurt plante man die Umgestaltung zur exemplarischen Großstadt der Moderne, sozial, baulich und kulturell. Das Entscheidende war: Theorie wurde schnell zur Praxis, man fing sofort mit der Umsetzung an. Den wichtigsten Impuls gab das im Oktober 1925 publizierte Programm für 10.000 neu zu errichtenden Wohnungen.
Ein Leitbild der Architekten des Neuen Frankfurt war der Neue Mensch der Moderne,„der entschlossen ist, das Alte, Erstarrte hinter sich zu lassen“ (Ernst May), um im Alltag der naturnahen neuen Siedlungen eine befreite Existenz zu führen. Der neuen Wohnung war in diesem Prozess eine beherrschende Rolle zugedacht. Die Architekten verstanden sich als legitime Erzieher zum richtigen Leben in der Moderne.

Über die Ausstellung

Wolfgang Voigt, Kurator (4. v.r.), und Andrea Jürges (3.v.r.), stellvertretende Direktorin, erläutern anhand des Holzmodells Idee, Konzept und Umsetzung der Siedlung Römerstadt im Neuen Frankfurt. © Foto: Diether v. Goddenthow
Wolfgang Voigt, Kurator (4. v.r.), und Andrea Jürges (3.v.r.), stellvertretende Direktorin, erläutern anhand des Holzmodells Idee, Konzept und Umsetzung der Siedlung Römerstadt im Neuen Frankfurt. © Foto: Diether v. Goddenthow

Die Siedlungen des Neuen Frankfurts
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht eine Auswahl aus zehn Siedlungen des Neuen Frankfurt, in denen das Wohnen in „Licht, Luft und Sonne“ Gestalt annahm, unter anderem die Siedlung Niederrad (Zickzackhausen), 1926/27 mit 643 Wohnungen; die Siedlung Hellerhof, 1929–1932, mit 1194 Wohnungen in drei- bis viergeschossiger Zeilenbauweise und dazuwischen liegenden Grünflächen; die Siedlung Praunheim, 1927–1929 mit 1441 Wohnungen; die Siedlung Westhausen, 1929–1931 mit 1522 Wohnungen und die Siedlung Römerstadt, 1927/28 mit 1.182 Wohnungen.

Die Siedlung Römerstadt sei, so die Kuratoren Dorothea Deschermeier, Wolfgang Voigt und Assistenzkurator Jonas Malzahn, städtebaulich wohl die bemerkenswerteste Planung des Neuen Frankfurt. Auf einem Höhenrücken an der Nidda gelegen, passt sie sich in ihrer Anlage den topographischen Gegebenheiten an. Den südlichen Abschluss markiert eine festungsartige Stützmauer aus Beton, die eine Stadtmauer wie in vergangenen Zeiten erinnert. Die Geländekante wurde von den Architekten zu einer besonderen Raumfigur genutzt: „Bastionen“ genannte Plateaus, die wenige Meter über der Niederung liegen und attraktive Platzräume bilden. Die Bebauung besteht großteils aus flachgedeckten, zweigeschossigen Einfamilienreihenhäusern. Im Ostteil der Siedlung verlaufen die Straßen bogenförmig, im Westen dominieren gerade Linien. Diese sind jedoch regelmäßig unterbrochen und versetzt, so dass dort, wo über eine Länge von 700 Metern mehr als hundert Mal derselbe Haustyp aufgereiht ist, keine endlos lange Straße entsteht. Zwischen den Wohnbauten finden sich breite Grünstreifen, die in Hausgärten zur Selbstversorgung untergliedert sind. Für die Bewohner der Mehrfamilienhäuser wurde unterhalb der Mauer ein breiter Streifen mit Kleingärten angelegt.

Modelle und Wandbilder der Heimatsiedlung des Neuen Frankfurts. © Foto: Diether v. Goddenthow
Modelle und Wandbilder der Heimatsiedlung des Neuen Frankfurts. © Foto: Diether v. Goddenthow

Die chronologische Abfolge, in der Siedlungen in der Ausstellung gezeigt werden, markiert nicht nur die Entwicklung der auf unterschiedliche Familienkonstellationen zugeschnittenen Haustypen, sondern auch die Variationen in der städtebaulichen Anlage und die Herausbildung der funktionellen Planungsdoktrin um 1930. Zudem verdeutlicht sie die zunehmenden Schwierigkeiten der Finanzierung, die zuletzt stark verkleinerte Wohnungsgrundrisse erzwangen und nach 1930 dem gesamten Projekt ein Ende setzten.

Bauten großstädtischer Infrastruktur

Das IG-Farbenhaus war neben der Großmarkthalle das größte und markanteste  Gebäude seiner Zeit. © Foto: Diether v. Goddenthow
Das IG-Farbenhaus war neben der Großmarkthalle das größte und markanteste Gebäude seiner Zeit. © Foto: Diether v. Goddenthow

Neben den Siedlungen werden einige wichtige für das „Neue Bauen“ im Neuen Frankfurt charakteristische Bauten der großstädtischen Infrastruktur präsentiert – Bildungsstätten, Kirchen, Krankenhäuser, ein Altenheim, die Großmarkthalle und das Gesellschaftshaus am Palmengarten. Dazu kommen die als Vorbilder konzipierten Wohnhäuser der leitenden Architekten Ernst May und Martin Elsaesser.

Das Wohnungsbauprogramm
Gleich nach Amtsanritt legte May ein ehrgeiziges Bauprogramm für 10.000 Wohnungen vor, das innerhalb von zehn Jahren Wohnraum vor allem für die Bevölkerung mit geringerem Einkommen schaffen sollte.
Angesichts der überfüllten Altstadt mit oft mangelhaften hygienischen Zuständen wollte man helle, gut durchlüftete Wohnungen schaffen. Reihenhauszeilen mit Garten ersetzten die Mietskasernen. Die Wohnungen wurden mit damals hohen Standards wie fließend Warmwasser, Zentralheizung sowie der Frankfurter Küche ausgestattet. Gemeinschaftsbauten wie Waschhäuser mit elektrischen Waschmaschinen sollten das Alltagsleben erleichtern.
Um die Baukosten niedrig zu halten, experimentierte May mit einer industrialisierten Bauweise, in der vorgefertigte und normierte Bauteile zum Einsatz kamen. „Das Ziel“, so May, „muss die fabrikmäßig erzeugte, fertig lieferbare, in wenigen Tagen montierbare Wohnung sein“. Bis 1933 entstanden im städtischen Wohnungsprogramm 12.000 Einheiten. Trotz aller Bemühungen stiegen die Herstellungskosten in der zweiten Hälfte der 1920er Jahre kontinuierlich an. Bald war der Wohnungsnot nicht mehr mit bautechnischen Mitteln beizukommen, das eigentliche Problem war ein wirtschaftliches. Die Mieten blieben deshalb gerade für Arbeiter oft zu hoch.

Die Frankfurter Plattenbauten

Wolfgang Voigt, Kurator und stv. Vorsitzender der Ernst-May-Gesellschaft erläutert an einem von Studenten der Hochschule erstellten Modell den Ernst Mays Frankfurter Plattenbau. © Foto: Diether v. Goddenthow
Wolfgang Voigt, Kurator und stv. Vorsitzender der Ernst-May-Gesellschaft erläutert an einem von Studenten der Hochschule erstellten Modell den Ernst Mays Frankfurter Plattenbau. © Foto: Diether v. Goddenthow

Ein wesentlicher Programmpunkt des Neuen Frankfurt war die Mechanisierung des „Massenbedarfsartikels Wohnung“ (Ernst May), die hier erstmals im 20. Jahrhundert im großen Stil und in nennenswertem Umfang Anwendung fand. Das Frankfurter Experiment ersetzte den gebräuchlichen Mauerziegel durch einen Baukasten aus großformatigen Betonplatten aus industrieller Produktion, die bis zu drei Meter lang und im Prinzip für alle Reihenhaustypen anwendbar sein sollten. An der Baustelle hob ein Kran die Teile direkt vom Lastwagen an die vorgesehene Position im Rohbau des Hauses. Die Bauweise hatte auch einen sozialpolitischen Aspekt, denn zur Herstellung der Platten wurde eine eigene Fabrik eingerichtet, in der zuvor arbeitslose Männer Beschäftigung fanden. 1923 waren die Memoiren von Henry Ford auf Deutsch erschienen. Ernst May hatte eine begeisterte Rezension verfasst. Wie die am Fließband hergestellten Autos von Ford sollte auch das Wohnen billiger werden. Genau das stellte sich nicht ein, weshalb man das Experiment auslaufen ließ. Am Ende wurde nur rund ein Zehntel der am Ende 12.000 Wohnungen in Plattenbauweise gebaut.

Neuer Mensch durch neue Lebens- und Wohnart

„Ein Grundriß mag noch so organisch aufgebaut sein, die Abmessungen mögen noch so zweckmäßig berechnet werden, die ästhetischen Verhältnisse der Räume mögen noch so glücklich sein, im Augenblick, wo der übliche minderwertige Hausrat seinen Einzug hält, schwindet die Harmonie (…)." So abfällig äußerte sich May über traditionelle Möbel, allerdings auch aus der Erkenntnis heraus, dass in die Kleinwohnungen auch nur schmucklose Kleinmöbel hineinpassten. Die Architekten der Bauhaus-Ära wollten zum neuen Menschen erziehen  auch durch den passenden, seriell minimalistisch produzierten Hausrat. Im sogenannten Frankfurter Register wurden sämtliche Funktions-Möbel bis hin zu den Lampen aufgelistet, die helfen sollten den Menschen zu "veredeln", © Foto: Diether v. Goddenthow
„Ein Grundriß mag noch so organisch aufgebaut sein, die Abmessungen mögen noch so zweckmäßig berechnet werden, die ästhetischen Verhältnisse der Räume mögen noch so glücklich sein, im Augenblick, wo der übliche minderwertige Hausrat seinen Einzug hält, schwindet die Harmonie (…).“ So abfällig äußerte sich May über traditionelle Möbel, allerdings auch aus der Erkenntnis heraus, dass in die Kleinwohnungen auch nur schmucklose Kleinmöbel hineinpassten. Die Architekten der Bauhaus-Ära wollten zum neuen Menschen erziehen auch durch den passenden, seriell minimalistisch produzierten Hausrat. Im sogenannten Frankfurter Register wurden sämtliche Funktions-Möbel bis hin zu den Lampen aufgelistet, die helfen sollten den Menschen zu „veredeln“, © Foto: Diether v. Goddenthow

Der sozio-kulturelle Hintergrund des Neuen Frankfurt wird an mehreren Beispielen thematisiert: Das Phantasma des „Neuen Menschen“, die Elektrifizierung der Siedlungen, der Versuch einer flächendeckenden Einführung des Radios in den Neubausiedlungen sowie die für das Neue Frankfurt typische Einrichtung von Zentralwäschereien werden dargestellt.

Kuratorin Dorothea Deschermeier erläutert das neue Phänomen der wachsenden Anzahl berufstätiger alleinstehender Frauen in den 1920er Jahren. Diese wohnten unselbständig zumeist zur Untermiete bei Verwandten oder Zimmerwirtinnen. So entwarf Bernhard Hermkes im Auftrag des Frauenwohnvereins in Frankfurt ein Ledigenheim mit 60 kleinen Wohnstudios von je 22 qm und Minbalkon mit  Einbauschränke und Schrankbett zum Hochklappen. © Foto: Diether v. Goddenthow
Kuratorin Dorothea Deschermeier erläutert das neue Phänomen der wachsenden Anzahl berufstätiger alleinstehender Frauen in den 1920er Jahren. Diese wohnten unselbständig zumeist zur Untermiete bei Verwandten oder Zimmerwirtinnen. So entwarf Bernhard Hermkes im Auftrag des Frauenwohnvereins in Frankfurt ein Ledigenheim mit 60 kleinen Wohnstudios von je 22 qm und Minbalkon mit Einbauschränke und Schrankbett zum Hochklappen. © Foto: Diether v. Goddenthow

Die Industrialisierung des Bauens und die Frankfurter Küche werden in eigenen Stationen behandelt. Die Station „Das neue Neue Frankfurt“ schlägt schlussendlich den Bogen zur prekären Situation des Wohnungsmarktes heute.

Die Siedlungen, Bauten und relevanten Themen werden anhand von zahlreichen Plänen, Modellen, Fotos und einigen historische Filmsequenzen präsentiert. Für die Frankfurter Küche wurde ein besonders anschauliches, neues Modell im Maßstab 1:5 gefertigt, gleich einer Puppenstube.

Die Gestaltung der Ausstellungswände ist von den Frontseiten der Zeitschrift Das Neue Frankfurt inspiriert: ein dunkles Feld, in dem Fotos collagenhaft angeordnet sind, darüber ein breiter weißer Streifen mit farbiger Schrift.

Die Ausstellung ist Teil einer gemeinsamen Initiative von drei Frankfurter Museen – dem Museum Angewandte Kunst, dem Deutschen Architekturmuseum und dem Historischen Museum Frankfurt – und dem Forum Neues Frankfurt anlässlich des Bauhaus-Jubiläums 2019.

Ort:
DEUTSCHES ARCHITEKTURMUSEUM
Schaumainkai 43,
60596 Frankfurt am Main
www.dam-online.de

Vorschau:

13. April – 23. Juni 2019
WOHNEN FÜR ALLE
Das Neue Frankfurt 2019

4. Mai – 1. September 2019
EUROPÄISCHER ARCHITEKTURFOTOGRAFIE-PREIS ARCHITEKTURBILD 2019
Joyful Architecture

BEGLEITPROGRAMM
Die Ausstellung wird begleitet von einem umfangreichen Vortrags- und Veranstaltungsprogramm:
Details  auf: dam-online.de/veranstaltungen.

PUBLIKATION

neuer-mensch-katalog

Neuer Mensch, neue Wohnung
Die Bauten des Neuen Frankfurt 1925–1933
Herausgegeben von Wolfgang Voigt / Dorothea Deschermeier /
Peter Cachola Schmal
DOM publishers, Berlin
210 × 230 mm, 228 Seiten
ISBN 978-3-86922-720-7 (deutsch)
ISBN 978-3-86922-721-4 (englisch)
Im Museumsshop erhältlich für 22,– EUR,
im Buchhandel erhältlich für 28,– EUR.

Von „Das neue Frankfurt damals und heute“ bis „Spielplatz-Pioniere“ – Programm 2019 im Deutschen Architekturmuseum Frankfurt

Deutsches Architektur-Mueseum - Ab 2020/21 ist eine Renovierung geplant. © Foto: Diether v. Goddenthow
Deutsches Architektur-Mueseum – Ab 2020/21 ist eine Renovierung geplant. © Foto: Diether v. Goddenthow

Das Deutsche Architekturmuseum Frankfurt bietet auch 2019 wieder eine Reihe neuer spannender Ausstellungs-Highlights: Vom „Neuen Frankfurt damals wie heute“ und „preiswertem Wohnen für alle“ über die „Vibrierende Architekturszene von Bangladesch“ und „Die Ursprünge der Frankfurter Paulskirche“ bis hin zu den „Pionieren der Spielplatzprojekte“. Die Sonderschau „Die immer neue Altstadt“ wird bis nach der Nacht der Museen Mitte Mai verlängert.

„Das war das erfolgreichste Jahr seit den Anfangsjahren unseres Hauses. Wir hatten insgesamt 110.712 Besucher, was für dieses kleine Haus wirklich sehr, sehr viel ist“, freut sich   Andrea Jürges,  stellvertretende Direktorin des DAM,  auf der gestrigen Jahrespressekonferenz über die gute Bilanz für das Jahr 2018 mit 16 Wechselausstellungen sowie der Dauerausstellung “Von der Urhütte zum Wolkenkratzer” sowie weiteren knapp 400 Veranstaltungen. Zudem lockte die „LegoBaustelle“ im Rahmen des traditionellen Sommer- und Winterferienprogramms rund 8.400 kleine und große Besucher in das DAM.

Absolute Publikumsmagnete waren 2018 aber vor allem die sehr beliebten  großen Ausstellungen von „SOS Brutalismus“ und  „Frau Architekt“ über „Große Oper – viel Theater?“ und „Fahr Rad“ bis hin zu  „Die immer Neue Altstadt“, die weiterhin große Besucherströme anzieht. Einige dieser Ausstellung werden als Wanderausstellungen „weiterziehen“. „Wir hatten nicht einmal ein Sommerloch“, was das Haus wohl der „Fahr Rad“-Ausstellung mit Begleitprogrammen verdanke, da das Thema in Frankfurt  sehr präsent sei, so Jürges.

Auch das Jahr 2019 verspricht wieder ein spannendes Ausstellungs- und Veranstaltungsjahr zu werden:

Die immer Neue Altstadt – Bauen zwischen Dom und Römer seit 1900. Vom 22. September 2018 – 12. Mai 2019. © Foto: Diether v. Goddenthow
Die immer Neue Altstadt – Bauen zwischen Dom und Römer seit 1900. Vom 22. September 2018 – 12. Mai 2019. © Foto: Diether v. Goddenthow

Die seit dem 22.9.18 im Foyer des Hauses laufende Ausstellung  „Die immer neue Altstadt – Bauen zwischen Dom und Römer “ wird wegen ihrer anhaltend großen Resonanz und des breiten Interesses an dem Hintergrund zur neuen Altstadt bis zum 12. Mai 2019 verlängert, also bis nach der Nacht der Museen, so Jürges. Besucher können hier nicht nur Bilder, Modelle und Planungsunterlagen baugeschichtlicher Entwicklungsart besichtigen, sondern auch die gesamte Debatte erleben vom heftigen Rekonstruktionssteit der Nachkriegszeit bis hin zur Bürgerinitiative, die den Weg zur Teilrekonstruktion der neuen Altstadt erkämpfte.

Best Highrises 2018/19 – Internationaler Hochhaus Preis 2018. Vom  3. November 2018 – 3. März 2019. © Foto: Diether v. Goddenthow
Best Highrises 2018/19 – Internationaler Hochhaus Preis 2018. Vom 3. November 2018 – 3. März 2019. © Foto: Diether v. Goddenthow

Die Ausstellung „Best Highrises 2018/19– Internationaler Hochhaus Preis 2018″ kann noch bis zum 3. März 2019 besichtigt werden. Präsentiert werden hier 36 kürzlich fertiggestellte Hochhausprojekte auf der ganzen Welt, die sich durch zukunftsweisende Gestaltung, Funktionalität, innovative Bautechnik, städtebauliche Einbindung, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit auszeichnen. Sehr sehenswert, nicht nur für Architekturstudenten.

Der "Kulturpalast Dresden"  wurde am 26.1.2019 mit dem DAM Preis für Architektur in Deutschland ausgezeichnet. © Foto: DAM
Der „Kulturpalast Dresden“ wurde am 26.1.2019 mit dem DAM Preis für Architektur in Deutschland ausgezeichnet. © Foto: DAM

Noch bis zum 22. April 2019 sind die besten 25 Bauten in und aus Deutschland einschließlich dem Preisträger des DAM Preis 2019 zu sehen – die Auszeichnung ging an gmp Architekten – von Gerkan,
Marg und Partner für die Modernisierung und den Umbau des Kulturpalasts Dresden. Zu entdecken gibt es die Vielfalt der Gegenwartsarchitektur in Deutschland: Es finden sich Bauten im ländlichen Raum ebenso wie in Kleinstädten und urbanen Ballungsräumen.

Gleich zwei Ausstellungen zum Thema bezahlbares Wohnen – aus der Perspektive des Neuen Frankfurt 1925-1933 und mit dem Wettbewerb Wohnen für alle heute – werden ein Schwerpunkt im Ausstellungsprogramm 2019 sein.

Zum Bauhaus-Jubiläumsjahr: NEUER MENSCH, NEUE WOHNUNG – Die Architektur des Neuen Frankfurt 1925 – 1933

Das Neue Frankfurt. Monatszeitschrift für die Fragen der Großstadtgestaltung 1926 - 1927 © Foto: Diether v. Goddenthow
Das Neue Frankfurt. Monatszeitschrift für die Fragen der Großstadtgestaltung 1926 – 1927 © Foto: Diether v. Goddenthow

Die Ausstellung „Neuer Menschen, neue Wohnung“ zeigt vom 23.3. bis 18.08.2019 die unter Oberbürgermeister Ludwig Landmann und seinem Stadtbaurat Ernst May geprägte neue Frankfurter Architektur von 1925–1933. Das beispielhafte Wohnungs- und
Städtebauprogramm war von internationaler Ausstrahlung und begründete den Ruhm der Stadt Frankfurt als Hochburg der Moderne. Die gemeinsam von Historischem Museum, Museum Angewandte Kunst und Deutschem Architekturmuseum initiierte Ausstellung versteht sich als Beitrag zum diesjährigen Bauhaus-Jubiläum.
Zum Bauhaus-Jubiläumsjahr findet zudem eine zweiteilige Vorlesungsreihe des CCSA (Center for Critical Studies in Architecture) statt, mit der ein kritischer Blick auf das Bauhaus gerichtet wird. Im Zentrum steht die Architektur: Ihre Rezeption, die Migration der Akteure und die Kritik am Bauhaus sind die Themen für Vorträge und Dialoge.

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Der zweite Teil der Ausstellung „Wohnen für alle – das neue Frankfurt 2019″ zeigt vom 13.4. — 23.6.19 die Wettbewerbs-Entwürfe für bezahlbares und gutes Wohnen in Frankfurt. „Nach einer ersten Phase, in der über 100 Architekten aus dem In- und Ausland mehr als 130 realisierte Projekte eingereicht haben, geht es 2019 um konkrete Entwürfe. Für vier Baufelder auf dem städtischen Areal am Hilgenfeld entwickeln die in Phase 1 ausgewählten Architekten Ideen für ein Bauen, das bezahlbar ist und zugleich zeitgemäßes Wohnen bietet.“, heißt es im Ausstellungsprospekt.

Mit dem diesjährigen „Europäischen Architekturfotografie-Preis architekturbild“ waren die Fotografen aufgefordert, ihre Standpunkte zu „Joyful Architecture“ zu zeigen — freie Interpretationen, entgegen den gängigen Erwartungen an Architektur, möglich. Der Preis wird seit 1995 alle zwei Jahre ausgeschrieben, alle Anerkennungen und Gewinner sind in der Ausstellung vom 4.05. bis 1.09. 2019 zu sehen.

Einblicke in die vibrierende Architekturszene Bangladeschs gewährt die Ausstellung „Bengal Stream“ anhand von 60 Projekten etablierter und junger bengalischer Architekten. Eine Übernahme aus dem SAM Schweizerisches Architekturmuseum in Zusammenarbeit mit dem Bengal Institute for Architecture, Landscapes and Settlements, Dhaka – erweitert um ein umfangreiches Begleitprogramm zum Thema Klima- und Kulturwandel vom 7.06. bis 20.10.2019.

Auch 2019 küren Callwey Verlag und DAM wieder die „Häuser des Jahres“. Die besten Einfamilienhäuser werden in einer umfassenden Schau vom 26.09, bis 24.09. 2019 gezeigt.

Ab Herbst widmet sich eine Ausstellung den Ursprüngen der Frankfurter Paulskirche. Ist das
Denkmal in Gefahr?. Die Ausstellung startet am 7.09. 2019 und wird bis in den Januar 2020 hineingehen. .

Vielfältige und neue Einblicke versprechen auch ab November 2019 die Pioniere der Spielplatzkonzepte des 20. Jahrhunderts in der „The Playground Project“.

Weiterführende Informationen:

 

DEUTSCHES ARCHITEKTURMUSEUM (DAM)
Schaumainkai 43
60596 Frankfurt am Main
www.dam-online.de

Öffnungszeiten:
Di, Do-So 11-18 Uhr, Mi 11-20 Uhr, Mo geschlossen

Eintrittspreise:
9 Euro, ermäßigt 4,50 Euro
Freier Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, Studierende der Goethe-Universität und der
Frankfurt University of Applied Sciences, Mitglieder des Fördervereins, Inhaber der DAM-Karte, der
Museumsufer-Card und des Museumsufer-Tickets, Mitglieder der AKH, ICOM-Mitglieder, Besucher aus
den Partnerstädten, notwendige Begleitpersonen für behinderte Menschen

DAS DAM BEGRÜSST DEN 100.000ten BESUCHER IN 2018! – Besucherrekord im Deutschen Architekturmuseum (DAM)

 DAM-Direktor Peter Cachola Schmal begrüßt die 100 000. Besucherin  Claudia Kühnel aus Goldbach/Bayern. © Foto:DAM
DAM-Direktor Peter Cachola Schmal begrüßt die 100 000. Besucherin
Claudia Kühnel aus Goldbach/Bayern. © Foto:DAM

Besucherrekord im DAM: Bereits gut sechs Wochen vor Jahresende konnte das DAM heute Vormittag den 100.000. Besucher in 2018 begrüßen! Die Glückliche ist Claudia Kühnel aus Goldbach/Bayern und bekam von DAM-Direktor Peter Cachola Schmal eine Jahreskarte, Blumen und den Ausstellungskatalog zu „Die immer Neue Altstadt“ überreicht.

Der normale Besucherdurchschnitt liegt im DAM bei 75.000 bis 80.000 Besuchern im Jahr. Die „magische Marke“ der 100.000 konnte neben einem breit gefächerten Veranstaltungs- und Ausstellungsprogramm insbesondere durch die beim Publikum sehr beliebten großen Ausstellungen wie „SOS Brutalismus“, „Frau Architekt“, „Fahr Rad“ und nun auch „Die immer Neue Altstadt“ erreicht werden. Sechsstellige Besucherzahlen gab es zuletzt in den Anfangsjahren des Museums nach 1984.

Angesichts dieser hocherfreulichen Resonanz in 2018, zeigt sich einmal mehr, dass das DAM relevante Themen für die breite Bevölkerung anbietet. Nicht zuletzt sieht das DAM die Besucherzahlen als Ansporn, ganz nah an den aktuellen Ereignissen in Architektur und Stadtentwicklung dranzubleiben und die Begeisterung für Architekturthemen auch in das neue Jahr zu tragen.

Aktuelle Ausstellungen

Die immer neue Altstadt – Bauen zwischen Dom und Römer seit 1900 22. September 2018 – 10. März 2019
Hybrid Tbilisi – Betrachtungen zur Architektur in Georgien 29. September 2018 – 13. Januar 2019
Häuser des Jahres 2018 – Die besten Einfamilienhäuser 6. Oktober – 25. November 2018
Best Highrises 2018/2019 – Internationaler Hochhaus Preis 2018 3. November 2018 – 3. März 2019
STADTplus Die Stadt + Der neue Stadtteil 5. Dezember 2018, 19 Uhr

DEUTSCHES ARCHITEKTURMUSEUM
5.dam250Schaumainkai 43
60596 Frankfurt am Main
www.dam-online.de
www.facebook.com/architekturmuseum

Internationaler Hochhaus Preis 2018: Bürohochhaus ‚Torre Reforma‘ in Mexiko-Stadt auf dem ersten Platz

Dr. Ina Hartwig, die Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt am Main, begrüßt die 800 Gäste zur feierlichen Verleihung des Hochhauspreises 2018 in der Frankfurter Paulskirche. © Foto: Diether v. Goddenthow
Dr. Ina Hartwig, die Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt am Main, begrüßt die 800 Gäste zur feierlichen Verleihung des Hochhauspreises 2018 in der Frankfurter Paulskirche. © Foto: Diether v. Goddenthow

Der Büroturm ‘Torre Reforma‘ in Mexiko-Stadt von L. Benjamín Romano gewinnt den mit 50.000 Euro dotierten Wettbewerb um das weltweit innovativste Hochhaus, welches 2016 fertig gestellt wurde. Der Architekt L. Benjamín Romano nahm die Preisstatuette und das Preisgeld im Rahmen des Festaktes in der Frankfurter Paulskirche entgegen. Den Preis überreichten Dr. Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt am Main, Dr. Matthias Danne, Finanz- und Immobilienvorstand der DekaBank und Peter Cachola Schmal, Direktor des Deutschen Architekturmuseums (DAM).

v.l.n.r. L. Benjamín Romano, Preisträger, Dr. Ina Hartwig, die Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt, Peter Cachola Schmal, Direktor des Deutschen Architekturmuseums (DAM), Kai-Uwe Bergmann, Laudator, Architekt und Partner bei BIG New York, Preisträger des Hochhauspreises 2016, und Dr. Matthias Danne, Miglied des Vorstands der Deka Bank. © Foto: Diether v. Goddenthow
v.l.n.r. L. Benjamín Romano, Preisträger, Dr. Ina Hartwig, die Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt, Peter Cachola Schmal, Direktor des Deutschen Architekturmuseums (DAM), Kai-Uwe Bergmann, Laudator, Architekt und Partner bei BIG New York, Preisträger des Hochhauspreises 2016, und Dr. Matthias Danne, Miglied des Vorstands der Deka Bank. © Foto: Diether v. Goddenthow

Während der Preisverleihung wurden auch die übrigen vier Finalisten geehrt:

  • MahaNakhon (Bangkok/Thailand) von Büro Ole Scheeren,
    Bangkok/Thailand und OMA Office for Metropolitan Architecture,
    Peking/China
  • Beirut Terraces (Beirut/Libanon) von Herzog & de Meuron, Basel/Schweiz
  • Chaoyang Park Plaza (Peking/China) von MAD Architects, Peking/China
  • Oasia Hotel Downtown (Singapur) von WOHA, Singapur

Aus über 1.000 Hochhäusern, die innerhalb der letzten zwei Jahre weltweit fertiggestellt wurden, hatte das Deutsche Architekturmuseum (DAM) 36 herausragende Gebäude aus 15 Ländern nominiert. Eine internationale Expertenjury aus Architekten, Tragwerksplanern und Immobilienspezialisten unter der Leitung von Kai-Uwe Bergmann, Partner des IHP 2016 Gewinners BIG – Bjarke Ingels Group, wählte daraus fünf Finalisten, von denen schließlich das Bürohochhaus ‚Torre Reforma‘ in Mexiko Stadt einstimmig zum Sieger erklärt wurde.

Entgegen dem weltweit andauernden Trend hin zum Wohnturm sowie zu immer größeren mischgenutzten Projekten in Asien ist der diesjährige Preisträger größtenteils ein Bürogebäude mit zusätzlichem Restaurant und Fitnesscenter.
Dabei ist allerdings nur die Art der Nutzung konventionell. Die in Mexiko-Stadt herrschende Erdbebenproblematik erfordert ein kluges Tragwerkskonzept, das dem 246 Meter hohen Büroturm sein signifikantes Erscheinungsbild verleiht.

Hochhauspreis-Sieger 2018 Benjamín Romano lebt und arbeitet als Architekt in Mexiko-Stadt und ist Gründer des Architekturbüros LBR&A. © Foto: Diether v. Goddenthow
Hochhauspreis-Sieger 2018 Benjamín Romano lebt und arbeitet als Architekt in Mexiko-Stadt und ist Gründer
des Architekturbüros LBR&A. © Foto: Diether v. Goddenthow

Seinen Stresstest bestand der Torre refoma jedoch unfreiwillig bereits im September 2017 beim schweren Erdbeben direkt unter Mexiko-City mit 7.1 auf der Richterskala. Das läge an der wirbelspezifischen Bauweise, erläuterte der strahlende Sieger-Architekt L. Benjamín Romano, der zur Preisverleihung mit der ganzen Familie angereist war. Während des Erdbebens habe er das Gebäude betrachtet, und erlebt, dass es anmutig, unter einem guten Rhythmus schwang. Man müsse wissen, dass Gebäude  gute und schlechte Schwingungen haben könnten, und der Torre bewegte sich sehr manierlich.

Auf 246 Meter Höhe schwingen sich die 57 Etagen des Torre reforma empor, 14 davon mit einem eigenen vertikalen Binnenraum und einer spektakulären Aussichtsplattform, dem Auditorium mit Blick auf die City. Mit zwei massiven Wänden und einer leichten, dritten Seite führe der Torre Reforma die Bauweise der Azteken kreativ fort. Der Turm, mit 87 000 Quadratmetern überbauter Bruttofläche für Büros und Geschäfte ist zu 85 Prozent ausgelastet. 4500 Menschen arbeiten dort, und ein besonderer Clou in der dreijährigen Bauphase war, eine historische neogotische Villa von 1929, die dem Turmbau im Wege stand, zunächst mit einer Art riesigem unterfütterten Tablett zur Seite zu verschieben und die Villa später, restauriert zudem, in der Eingangsebene des Torre reforma zu integrieren. Unter der historischen Villa im Komplex befindet sich eine öffentlich zugängliche Food Lounge. Der Torre torre forma liegt an einer der bedeutendsten Boulevards Mexikos, der Paseo de la Reforma, einst als Champs-Élysées Mexikos vorgesehen. Sie gab dem Turm einen Namen.

Torre Reforma ©  DAM
Torre Reforma © DAM

„Dieser Preis bedeutet mir besonders viel, weil er von meinen Fachkollegen kommt – Architekten, Ingenieure und Immobilienentwickler – die nicht nur das Gebäude an sich schätzen, sondern die inhärenten finanziellen, ingenieurstechnischen, umweltbedingten und normativen Herausforderungen. Ich glaube, die beste Architektur ist die, die Antworten auf diese Herausforderungen findet. Die Architektur, die sich aus Anforderungen, Kontext und Realität ergibt und nicht nur aus der Vorstellungskraft oder dem ästhetischen Empfinden eines Einzelnen.“,  sagte der Preisträger in seiner Dankesrede.

Mit dem Turm wollte L. Benjamín Romano vor allem auch den Mexikanern Stolz zurückgeben, das klinge zwar ein wenig albern, aber die anderen Hochhäuser seien zumeist von US-Architekten oder Europäern entworfen Worden. Dieser hier sei ein mexikanischer Turm, entworfen von einem mexikanischen Architekten. Aus dem Turm sprächen mexikanische Wurzeln, und er sähe auch mexikanisch aus, was ihm gefiele. Er habe so ein Gefühl von Mexikanität geschaffen, so der Architekt.

Ein nicht minder spannender Aspekt ist der ungewöhnliche Weg der Projektfinanzierung. Die Investorengruppe Fondo Hexa, S.A. de C.V. betrachtet ihre Projekte als langfristige Kapitalanlage und setzt deswegen auf eine besonders sorgfältige Planung, hochwertige Materialien und perfekte Details. So beeinflusst dieser vorausschauende wirtschaftliche Ansatz auch den architektonischen Entwurf positiv und könnte auch über Mexiko hinaus als Blaupause für erfolgreiche Projekte dienen. Torre Reforma von L. Benjamín Romano bringt Mexikos Hauptstadt damit auf die Weltkarte wegweisender Hochhausarchitektur.

Dr. Ina Hartwig, die Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt am Main. © Foto: Diether v. Goddenthow
Dr. Ina Hartwig, die Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt am Main. © Foto: Diether v. Goddenthow

Dr. Ina Hartwig, Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt am Main, unterstrich, bei Eröffnung des Festaktes, dass der „Torre Reforma mit seiner außergewöhnlich klaren, fast skulpturalen Architektur, und seinem dreieckigen Grundriss besteche. „Die futuristische Fassade gibt den Blick auf einen der größten Stadtparks der Welt frei. Sein sensibles und intuitives Design reagiert in beeindruckender Art und Weise auf die lokalen topographischen Herausforderungen. Der neue Bau verkörpert nicht nur die fortschreitende Entwicklung Mexikos, sondern integriert behutsam ein denkmalgeschütztes Gebäude des historischen Stadtbezirks. Optisch überzeugend und umweltfreundlich, ist dieses Projekt ein mehr als verdienter Gewinner des Internationalen Hochhaus Preises 2018 und zeigt, dass Mexiko im internationalen Vergleich zukunftsweisende architektonische Lösungen bereithält.“

Peter Cachola Schmal, Direktor des Deutschen Architekturmuseums (DAM),© Foto: Diether v. Goddenthow
Peter Cachola Schmal, Direktor des Deutschen Architekturmuseums (DAM),© Foto: Diether v. Goddenthow

Peter Cachola Schmal, Direktor des Deutschen Architekturmuseums (DAM), führte durch den Abend und hob unter anderem hervor, dass „Benjamín Romano beweise, „dass ein einziger Architekt die Baustandards auf seinem Gebiet und in seiner Stadt neu definieren kann.“ „Zuerst hat er Investoren gewonnen, die das Grundstück erworben haben, den Entwurf entwickelt, eine massive Konstruktion fernab aller üblichen Vorhangfassaden erdacht und seine Statiker davon überzeugt, seiner Idee zu folgen. Und dann hat er es gebaut. Wir sind erstaunt, dass eine solch ganzheitliche Herangehensweise heutzutage möglich ist,  und sind überwältigt von diesem fantastischen Resultat. Romano zeigt uns, dass dieser Ansatz in bestimmten Ländern wirklich etwas bewegen kann.“

Dr. Matthias Danne, Finanz- und Immobilienvorstand der DekaBank.© Foto: Diether v. Goddenthow
Dr. Matthias Danne, Finanz- und Immobilienvorstand der DekaBank.© Foto: Diether v. Goddenthow

Dr. Matthias Danne, Finanz- und Immobilienvorstand DekaBank, gab den Preisträger bekannt und betonte, dass das Gebäude durch seine innovative und erdbebensichere Konstruktion im
wahrsten Sinne des Wortes Rückgrat habe. „Torre Reforma beeindruckt darüber hinaus durch seinen kreativen Umgang mit Baumaterialien, einem ausgefeilten Tragwerkskonzept und hoher Energieeffizienz.“ Wie ein riesiger urbaner Obelisk oder ein geöffnetes Buch zwischen zwei Sicht-betonwänden hebe sich der Torre Reforma von den umliegenden Hochhäusern ab, nicht nur wegen seiner Höhe. Benjamín Romano habe mit den massiven Wänden an die baulichen Traditionen der Azteken angeknüpft und diese modern interpretiert, so Danne.

Kai-Uwe Bergmann, Laudator, Architekt und Partner bei BIG New York, Preisträger des Hochhauspreises 2016. © Foto: Diether v. Goddenthow
Kai-Uwe Bergmann, Laudator, Architekt und Partner bei BIG New York, Preisträger des Hochhauspreises 2016. © Foto: Diether v. Goddenthow

Laudator Kai-Uwe Bergmann, Architekt und Partner bei BiG New York, Preisträger Hochhauspreises 2016, unterstrich unter anderem, dass der Torre Reforma das Gebäudewar, das sowohl die Ingenieure als auch die Architekten in der Jury am stärksten begeisterte – als meisterhafter Ausdruck eines neuen Nachdenkens über das Hochhaus und somit als würdiger Preisträger. Es sei ein Gebäude, das in den Augen der gesamten Jury all das verkörpert, was sich Benjamín Romano selbst zum Ziel gesetzt habe: Nachhaltigkeit, modernste Technologie und gut strukturierte Räume kunstvoll miteinander zu verbinden.

Ensemble Modern : Ueli Wiget (Klavier), Christian Hommel (Oboe) und Johannes Schwarz (Fagot). © Foto: Diether v. Goddenthow
Ensemble Modern : Ueli Wiget (Klavier), Christian Hommel (Oboe) und Johannes Schwarz (Fagot). © Foto: Diether v. Goddenthow

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung vom Hochhaus-Preispartner „Ensemble Modern“

Der Internationale Hochhaus Preis wurde 2003 gemeinsam von der Stadt Frankfurt am Main, dem Deutschen Architekturmuseum und der DekaBank initiiert und 2004 zum ersten Mal vergeben. Seitdem wird er alle zwei Jahre kooperativ organisiert und finanziert. Somit fand in diesem Jahr die Preisverleihung in der Frankfurter Paulskirche zum achten Mal statt.
Der IHP richtet sich an Architekten und Bauherrn, deren Gebäude mindestens 100 Meter hoch sind und in den vergangenen zwei Jahren fertiggestellt wurden. Auf dem Weg zur Entscheidung ging es in der breiten Diskussion der Jury unter anderem darum, wie ein Hochhaus zum Stadtgefüge und urbanen Leben beiträgt. Darüber hinaus wurden unter anderem folgende Aspekte analysiert: die übergreifende Aussage, die skulpturalen Qualitäten, das statische Konzept, die Nutzungsmischung sowie die Balance zwischen Wirtschaft und Kultur.

Sonderausstellung: Best Highrises 2018/19 Internationaler Hochhaus Preis 2018

Deutsches Architektur Museum: © Foto: Diether v. Goddenthow
Deutsches Architektur Museum: © Foto: Diether v. Goddenthow

Heute Abend findet im Deutschen Architektur-Museum die Vernissage zur Sonderausstellung “Best Highrises 2018/19 Internationaler Hochhaus Preis 2018“ statt. Mit dieser Ausstellung präsentiert das Deutsche Architekturmuseum nicht nur den Preisträger und die Finalisten, sondern alle 36 nominierten Projekte. Die Ausstellung geht vom 3. November 2018 bis 3. März 2019 in Frankfurt zeigt,

Ausstellungs-Flyer

DIE STADT + DER MÜLL – Auftaktveranstaltung zur Reihe STADTplus des Deutschen Museums für Architektur (DAM) in Frankfurt

Foto: FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH
Foto: FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH

Mit der Reihe STADTplus präsentiert das DAM einmal mittwochs im Monat einen Kurzvortrag zu Themen, die die Stadt bewegen. Erweitert hat das Deutsche Architektur Museum sein Angebot um eine Führung durch die jeweils aktuelle Ausstellung. Anschließend können die Besucher diskutieren, bei einem Glas Wein zusammen kommen und durch die Ausstellungen spazieren.
Der Eintritt beträgt 7,50 Euro bzw. 5 Euro ermäßigt.

Die Eröffnungsveranstaltung findet statt am 12. September 2018 mit dem Vortrag:
DIE STADT + DER MÜLL

Wie und wohin die Frankfurter Abfälle verschwinden

Michael Werner, Stabsstelle Public Affairs \ Public Relations, FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH

Wussten Sie, dass es in Frankfurt viele geschlossene Stoffkreisläufe gibt? Der Biomüll wird in der Biokompostanlage im Frankfurter Osthafen in Energie und hochwertigen Kompost umgewandelt. Auch Altpapier, Sperrmüll und weitere Stoffe werden recycelt. Und der Restmüll wird im Müllheizkraftwerk in Heddernheim verbrannt. Übrigens produzieren die Frankfurterinnen und Frankfurter immer weniger Restmüll pro Jahr – obwohl die Stadt kontinuierlich wächst. Michael Werner von der FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH schildert den Weg des Frankfurter Mülls von der Sammlung bis zur Verwertung. Dabei thematisiert er auch ein großes aktuelles Problem: die Vermüllung des öffentlichen Raums. Außerdem spürt er einem skurrilen Phänomen nach: Warum vergessen Häuslebauer eigentlich so oft die Stellflächen für die Mülltonnen?

Anschließend findet eine Führung durch die Ausstellung „Rhein-Main – Die Region leben“ statt.

Die weiteren Termine und Themen:

17. Oktober 2018
DIE STADT + DAS JAHR 1968
Wo die Revolte zuhause war
Claus-Jürgen Göpfert, Frankfurter Rundschau

7. November 2018
DIE STADT + DIE NEUE ALTSTADT
Wie man Altstadt im 21. Jahrhundert baut
Michael F. Guntersdorf, Geschäftsführer DomRömer GmbH

5. Dezember 2018
DIE STADT + DER NEUE STADTTEIL
Was Frankfurt von den Sechzigerjahren lernen könnte
Maren Harnack, Architektin, Stadtplanerin und Professorin für Städtebau

Ort:
DEUTSCHES ARCHITEKTURMUSEUM
Schaumainkai 43 \ 60596 Frankfurt am Main \ Germany
www.dam-online.de
www.facebook.com/architekturmuseum

DIALOG IM MUSEUM – Auftakt zur gleichnamigen Veranstaltungsreihe im Deutschen Architekturmuseum am 28.08.2018

© Deutsches Architekturmuseum Frankfurt
© Deutsches Architekturmuseum Frankfurt

DIALOG IM MUSEUM #1
Mobilität neu spinnen – Mobilitätsutopien von gestern und für morgen
im Deutschen Architekturmuseum (DAM), Frankfurt am Main
Dienstag, 28. August 2018, 19 – 21 Uhr \ Eintritt frei

Mobilität und Fortbewegung regen schon immer die Phantasie der Menschheit an. Manche Utopien der Vergangenheit sind längst Realität, andere längst vergessen. Was können wir aus den Utopien für die Gestaltung der Mobilität von heute lernen? Konkret geht es um die Diskussion von Utopien für die Ausgestaltung des Verkehrs in der Region für heute und morgen. Ausgehend von einem Input des Mobilitätsforschers Prof. Dr. Volker Blees geht die Veranstaltung diesen Fragen nach.

DIALOG IM MUSEUM ist ein Kooperationsprojekt des DAM mit dem Projekt IMPACT RheinMain der Hochschule RheinMain. Der Vortrag bildet den Auftakt der gleichnamigen Veranstaltungsreihe.

DEUTSCHES ARCHITEKTURMUSEUM
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Aktuelle Ausstellungen:
Fahr Rad! Die Rückeroberung der Stadt 21. April – 2. September 2018
Märklinmoderne – vom Bau zum Bausatz und zurück 19. Mai – 9. September 2018
Wohnen für alle – Das Neue Frankfurt 2018 18. Mai – 9. September 2018
Rhein-Main. Die Region leben 9. Juni – 14. Oktober 2018
 

Internationaler Hochhaus Preis 2018: 36 Hochhausprojekte in aller Welt nominiert

Das Wohnhochhaus ‘VIA 57 West‘ in New York gewann 2016 den alle zwei Jahre verliehenen Hochhaus-Preis. Peter Cachola Schmal, Direktor des Deutschen Architekturmuseums (DAM),bei einem Rundgang durch die damalige Ausstellung.© Foto: Diether v. Goddenthow
Das Wohnhochhaus ‘VIA 57 West‘ in New York gewann 2016 den alle zwei Jahre verliehenen Hochhaus-Preis. Peter Cachola Schmal, Direktor des Deutschen Architekturmuseums (DAM),bei einem Rundgang durch die damalige Ausstellung.© Foto: Diether v. Goddenthow

(ffm) Die nominierten Gebäude für den Internationalen Hochhaus Preis (IHP) 2018 stehen fest: Das Deutsche Architekturmuseum hat aus über 1000 neuen Hochhäusern der beiden vergangenen Jahre weltweit insgesamt 36 Projekte ausgewählt. Aus diesem Kreis werden Mitte August die fünf Finalisten bekannt gegeben. Der Gewinner des Internationalen Hochhaus Preises wird am Abend des 1. November 2018 in der Paulskirche in Frankfurt am Main gekürt.

Erstmalig befinden sich die meisten der nominierten Hochhäuser in China (neun Projekte beziehungsweise 25 Prozent), knapp gefolgt von Südostasien und Nordamerika (je acht Projekte respektive 22 Prozent). Insgesamt stehen fast drei Viertel der Nominierten in diesen drei Regionen. Dahinter folgen Europa mit nur fünf Projekten (14 Prozent), Ostasien außerhalb Chinas mit drei Gebäuden (8 Prozent) sowie Australien, der Nahe Osten und Lateinamerika mit jeweils einem Hochhaus (3 Prozent). Aus der geringen Zahl fertiggestellter Hochhäuser in Afrika konnte abermals keines nominiert werden.

Unter den Standorten stechen, wie bereits 2016, zwei Städte besonders hervor: Singapur mit fünf und New York mit vier Nominierungen liegen vorne. Auch die Liste der Städte mit jeweils zwei Nominierungen ist aufschlussreich: Die Hotspots des aktuellen Hochhausbaus sind demnach London, San Francisco, Bangkok, Seoul sowie Peking, Shenzhen und Nanjing.

„Wohnen für alle“-Finalisten gestern im Deutschen Architektur Museum Frankfurt präsentiert

logo-wohnen-f.alleDas Dezernat für Planen und Wohnen der Stadt Frankfurt am Main und das Deutsche Architekturmuseum hatten gemeinsam mit der ABG FRANKFURT HOLDING GmbH – Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Frankfurt am Main den Preis »Wohnen für Alle: Neues Frankfurt 2018« für aktuell realisierte, bezahlbare und gute Wohnbauprojekte in Europa ausgelobt.

Partner des Preises sind die Bundesstiftung Baukultur, der Deutsche Städtetag sowie die Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen. Unterstützt wird der Preis von der BPD Immobilienentwicklung GmbH.

In PHASE 1 CALL FOR PROJECTS konnten Architekturbüros aus ganz Europa konnten bis zum 16. Februar 2018 ihre realisierten Beispiele des bezahlbaren Wohnungsbaus aus den letzten vier Jahren einreichen. Vorbildliche Lösungen sollten hervorgehoben werden. Alle Projekte werden jetzt in einer Ausstellung und einem Katalog dokumentiert. 107 Architekturbüros aus ganz Europa folgten dem Call for Projects und reichten insgesamt 131 Projekte ein. Eine internationale Jury prämierte aus den Einreichungen dieser Phase 1 nun bis zu 10 Preisträger. Die Preisträger wurden mit einem Preis der Stadt Frankfurt am Main ausgezeichnet und qualifizieren sich automatisch zur Teilnahme an »Phase 2«.

Die 10 Preistrager der Phase 1, haben sich in für PHASE 2 BAUEN 1:1 für ein Konzeptverfahren qualifiziert, in dem sie für ein Projektareal im Frankfurter Hilgenfeld ein bauliches Konzept für bezahlbaren Wohnungsbau entwarfen. Aus diesen Beiträgen wählte die Jury bis zu 3 herausragende Arbeiten aus, die anschließend auf dem Grundstück ab Ende 2019 /Anfang 2020 1:1 realisiert werden.

HILGENFELD

Gemeinsam mit Mike Josef, Dezernent für Planen und Wohnen der Stadt Frankfurt erläutern Dr. Marcu Gwechenberger (links) und Peter Cachola Schmal, Direktor des Deutschen Architekturmuseums, die Bauperspektiven auf dem Projektareal im Frankfurter Hilgenfeld. © Foto: Diether v. Goddenthow
Gemeinsam mit Mike Josef, Dezernent für Planen und Wohnen der Stadt Frankfurt erläutern Dr. Marcu Gwechenberger (links) und Peter Cachola Schmal, Direktor des Deutschen Architekturmuseums, die Bauperspektiven auf dem Projektareal im Frankfurter Hilgenfeld. © Foto: Diether v. Goddenthow

Das Hilgenfeld liegt im Frankfurter Norden mit Blick in das Niddatal – angrenzend an den Stadtteil Frankfurter Berg. Im Osten wird das Baufeld durch die Homburger Landstraße, im Süden durch die Trasse der Main-Weser-Bahn begrenzt. Über die S-Bahn-Station Frankfurter Berg besteht eine sehr gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Der Bebauungsplanentwurf für das gesamte Areal wird auf Grundlage eines städtebaulichen Ideenwettbewerbs aus dem Jahr 2016 entwickelt. Den 1. Preis für die städtebauliche Gestaltung erhielt das Büro Thomas Schüler Architekten Stadtplaner, Düsseldorf zusammen mit Faktorgrün Landschaftsarchitekten, Freiburg. Auf dem 17,2 Hektar großen Areal werden zukünftig in mehr als 850 Wohnungen mehr als 2.000 Menschen ein neues Zuhause finden. Eine Mischung unterschiedlicher zeitgenössischer Wohnkonzepte soll dabei die Grundlage für ein lebendiges Miteinander schaffen. Der vom Deutschen Architekturmuseum zusammen mit der Stadt Frankfurt und der AGB Frankfurt Holding ausgelobte Preis WOHNEN FÜR ALLE will dazu einen ersten innovativen Beitrag liefern.

Ausstellung – WOHNEN FÜR ALLE – DAS NEUE FRANKFURT
vom 18. Mai bis 9. September 2018

Über 100 Architekten aus dem In- und Ausland sind der Einladung gefolgt und haben insgesamt 131 realisierte Projekte dazu eingereicht. Sie zeigen die Vielfältigkeit, Kreativität und Qualität des aktuellen Wohnungsbaus für Alle – in Deutschland wie in den Niederlanden, Frankreich und Großbritannien; in Österreich, der Schweiz, Slowenien, Italien, Spanien und der Türkei wie in Norwegen, Finnland und Polen. Ihre Entwürfe sind jetzt zu sehen im Deutschen Architektur Museum Frankfurt  © Foto: Diether v. Goddenthow
Über 100 Architekten aus dem In- und Ausland sind der Einladung gefolgt und haben insgesamt 131 realisierte Projekte dazu eingereicht. Sie zeigen die Vielfältigkeit, Kreativität und Qualität des aktuellen Wohnungsbaus für Alle – in Deutschland wie in den Niederlanden, Frankreich und Großbritannien; in Österreich, der Schweiz, Slowenien, Italien, Spanien und der Türkei wie in Norwegen, Finnland und Polen. Ihre Entwürfe sind jetzt zu sehen im Deutschen Architektur Museum Frankfurt © Foto: Diether v. Goddenthow

Die Planungs-Entwürfe der 10 Preisträger sowie alle weiteren rund 120 Projekt-Entwürfe der – zum Teil international tätigen –  Architektur-Büros können ab heute im Rahmen der Ausstellung WOHNEN FÜR ALLE DAS NEUE FRANKFURT 2018 PRÄSENTATION DES WETTBEWERBS FÜR BEZAHLBARES UND GUTES WOHNEN im Deutschen Architekturmuseum (DAM), Frankfurt a. M. bis zum 9. September besichtigt werden.

Flyer Wohnen für Alle

WOHNEN FÜR ALLE – Präsentation des Wettbewerbs im Deutschen Architektur-Museum ab 18. Mai 2018

logo-wohnen-f.allePRÄSENTATION DES WETTBEWERBS: 18. Mai – 9. September 2018, Galerie
Bezahlbares Wohnen bestimmt die Diskussionen über Deutschland weit hinaus – erstmals nimmt sich ein Architekturpreis deshalb dieses Themas an. Über 100 Architekten aus dem In- und Ausland sind der Einladung gefolgt und haben insgesamt über 130 realisierte Projekte dazu eingereicht, die nun in einer Ausstellung präsentiert werden. Sie zeigen die Vielfältigkeit, Kreativität und Qualität des aktuellen Wohnungsbaus für alle – in Deutschland wie in den Niederlanden, Frankreich und Großbritannien; in Österreich, der Schweiz, Slowenien, Italien, Spanien und der Türkei wie in Norwegen, Finnland und Polen.

Das Planungsdezernat der Stadt Frankfurt am Main lobt den Architekturpreis »Wohnen für alle« gemeinsam mit dem Deutschen Architekturmuseum (DAM) und der ABG Frankfurt Holding aus. Partner des Preises sind die Bundesstiftung Baukultur, der Deutsche Städtetag sowie die Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen. Unterstützt wird der Preis von der BPD Immobilienentwicklung GmbH.
Um die Impulse aus ganz Europa für die Stadt Frankfurt zu nutzen, zeichnet eine Fachjury zehn herausragende Bauten aus den Projekteinsendungen aus. Die Preisträger qualifizieren sich dabei für das im Mai 2018 beginnende Konzeptverfahren zur Bebauung des Hilgenfelds im Frankfurter Nordwesten. Bis zu drei Arbeiten wählt die Jury davon zur Realisierung aus – der Baubeginn soll Ende 2019 / Anfang 2020 erfolgen.
Ein Katalog mit den eingereichten Projekten des Call for Projects und den Entwürfen für das Frankfurter Hilgenfeld erscheint Ende 2018 im Zusammenhang mit einer weiteren Ausstellung im DAM.

Weitere Informationen zu den Ausstellungen und Veranstaltungen im DAM

Deutsches Architektur Museum Frankfurt (DAM) © Foto: Diether v. Goddenthow
Deutsches Architektur Museum Frankfurt (DAM) © Foto: Diether v. Goddenthow

DEUTSCHES ARCHITEKTURMUSEUM (DAM)
Schaumainkai 43
60596 Frankfurt am Main
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Georgien, Ehrengastland der Frankfurter Buchmesse, mit facettenreichem Literatur- u. Kulturangebot „Georgia – Made by Characters“ vertreten

v.r.n.li.:Peter Cachola Schmal (Direktor des Deutschen Architekturmuseums), George Bokhua (Künstlerischer Leiter des Ehrengastauftritts), Medea Metreveli (Direktorin des Georgian National Book Center), Mikheil Giorgadze (Minister für Kultur und Sport in Georgien), Juergen Boos (Direktor der Frankfurter Buchmesse), Ana Kordzaia-Samadashvili (Autorin),© Foto: Diether v. Goddenthow
v.r.n.li.:Peter Cachola Schmal (Direktor des Deutschen Architekturmuseums) erläutert als eine kleine Einführung über die alte Kulturnation Georgiens die Architektur in Tiflis., George Bokhua (Künstlerischer Leiter des Ehrengastauftritts), Medea Metreveli (Direktorin des Georgian National Book Center), Mikheil Giorgadze (Minister für Kultur und Sport in Georgien), Juergen Boos (Direktor der Frankfurter Buchmesse), Ana Kordzaia-Samadashvili (Autorin),© Foto: Diether v. Goddenthow

Wir haben erst Mai, und  die Frankfurter Buchmesse (10. bis  14. Oktober 2018) wirft bereits ihre Schatten voraus. Heute wurden im Deutschen Architekturmuseum (DAM) in Frankfurt die georgischen Autorinnen und Autoren, die im Herbst am Main erwartet werden, das Konzept des Ehrengast-Pavillons auf der Frankfurter Buchmesse sowie das begleitende Kulturprogramm in der Stadt vorgestellt.  Im Herbst werden rund 70 georgische AutorInnen zur Frankfurter Buchmesse erwartet und der Ehrengast-Pavillon lädt zu einer literarischen und kulturellen Entdeckungsreise – Made by Characters ein. Darüber hinaus bieten zahlreiche Frankfurter Museen und Institutionen ein umfangreiches Programm an.

Mit Georgien präsentiert sich in diesem Jahr eine jahrtausendealte Kulturnation als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse (10. bis 14. Oktober 2018). Unter dem Motto „Georgia – Made by Characters“ präsentiert Georgien nicht nur seine Literatur und die Neuerscheinungen in deutscher Sprache, sondern gibt auch mit einem umfangreichen Programm in den Frankfurter Kultureinrichtungen vielschichtige Einblicke in seine reiche Kulturlandschaft.

Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse unterstrich, dass Georgiens geografische Lage zwischen Europa und dem Kaukasus, seine ausgeprägte Individualität trotz – oder gerade wegen – der vielfältigen kulturellen und politischen Einflüsse, das Land zu einem der spannendsten Ehrengäste der letzten Zeit mache. Im Zuge der Vorbereitungen auf diesen Gastlandauftritt habe die georgische Buchbranche neue Strukturen eingeführt: „Die Gründung des Georgian National Book Centers (GNBC) steht unmittelbar im Zusammenhang mit dem Gastlandauftritt, ein Übersetzungsförderungsprogramm wurde aufgesetzt und die Verlage haben sich im Hinblick auf den Rechtehandel professionalisiert“, so Boos. Zu sehen, wie das Programm immer mehr Gestalt annehme, und wie vielfältig die Themen sein, wäre unglaublich spannend, so der Direktor der Frankfurter Buchmesse weiter. „Einen Meilenstein haben wir erreicht – aktuell liegen 80 georgische Titel in deutscher Übersetzung vor. Die engen Verbindungen, die bei der Planung eines solchen großen Auftritts entstehen, zeigen in beiden Ländern Wirkung: So richtet die Frankfurter Buchmesse 2018 auf der Buchmesse in Tiflis mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes einen großen Deutschen Gemeinschaftsstand aus. Zahlreiche deutsche Autorinnen und Autoren werden Ende Mai vor Ort sein. Von diesem Austausch profitieren beide Länder enorm und diese Nachhaltigkeit und Gegenseitigkeit ist ein wesentlicher Bestandteil des Gastlandprogramms.“ sagte Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse.

Mikheil Giorgadze, Minister für Kultur und Sport in Georgien und Leiter des Ehrengast-Projekts, erläuterte, dass der Countdown laufe und das Gastland sich auf Oktober sehr freue, „denn dann werden Sie die reiche Kultur und Geschichte eines modernen Landes näher kennenlernen. Eines Landes, das mit Europa grundlegende Werte und Hoffnungen teilt und sich nun mit seiner historischen europäischen Familie wiedervereinen wird, so Giorgadze. Georgien wäre ein altes Land mit einer langen christlichen Tradition, das schon
immer zu Europa gehört habe. Das georgische Alphabet sei 2016 von der UNESCO in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen worden und bilde das Herzstück des Ehrengast-Konzepts und Mottos: Georgia –Made by Characters, so der Kulturminister weiter. „Für Georgien und seine Verbundenheit mit Europa ist 2018 ein sehr symbolträchtiges Jahr, denn vor 100 Jahren wurde die Unabhängigkeit der Ersten Demokratischen Republik Georgien durch Deutschland anerkannt. Vor etwa 200 Jahren entstanden außerdem die ersten deutschen Siedlungen in Georgien. Eine Vielzahl der Kulturbauten des Landes entstand nach den Entwürfen deutscher Architekten. Die deutschen Bewohner Georgiens haben sich sehr gut in das kulturelle Gefüge von Tiflis integriert und einen gewissen europäischen Charme beigesteuert. Bis heute gibt es praktisch keine kulturellen Aktivitäten, bei denen Georgien und Deutschland nicht Hand in Hand zusammenarbeiten. Diese lebhafte Beziehung wäre natürlich nicht möglich ohne die Menschen, die aktiv dazu beitragen. Die beiden Länder verbindet also eine besondere Beziehung und eine gemeinsame Geschichte. Gerade deshalb ist es für die Menschen aus Georgien und Deutschland besonders wichtig, die Kultur des jeweils anderen Landes zu kennen.
Ab Frühling 2018 werden wir insgesamt 100 kulturelle Events in etwa acht deutschen Städten veranstalten. Georgien wird das ganze Jahr über die Gelegenheit haben, seine Kultur und seine Werte in Deutschland zu präsentieren. Wir hoffen, dass diese Aktivitäten letztlich zur Integration Georgiens in Europa beitragen und das Bewusstsein für die georgische Kultur stärken.“ sagte Mikheil Giorgadze, Minister für Kultur und Sport in Georgien und Leiter des Ehrengast-Projekts.

Georgische Autoren und Literaturprogramm
Bisher stehen 60 Autorinnen und Autoren fest, die im Oktober auf der Buchmesse ihre Werke in deutscher Sprache vorstellen. Weitere werden in den nächsten Monaten dazukommen. Einige davon sind bereits seit März auf Lesetour im deutschsprachigen Raum und haben ihre Bücher schon dem interessierten Publikum vorgestellt.

Heute bestätigte Medea Metreveli, Direktorin des Georgian National Book Center (GNBC), dass Aka Morchiladze, einer der berühmtesten Autoren der modernen georgischen Literatur, zusammen mit Nino Haratischwili, der renommierten deutschen Autorin georgischer Herkunft, die beiden Hauptredner des diesjährigen Ehrengastes Georgien bei der Eröffnungszeremonie der Frankfurter Buchmesse am 9. Oktober 2018 sein werden. Die Werke der georgischen Autorinnen und Autoren decken alle Genres der Literatur ab: von Kurzgeschichten, Romanen und Epen über Gedichtsammlungen, Krimis und Kinderbücher bis hin zu Sachbüchern und Essaysammlungen. Rund 130 deutschsprachige Neuerscheinungen und davon über 80 Übersetzungen aus dem Georgischen von mehr als 60 Verlagen wurden angekündigt oder bereits veröffentlicht. Dabei handelt es sich um eine Zahl, die bis zur Buchmesse weiter steigen wird. Aber nicht nur die Autoren kommen nach Frankfurt, auch der wichtigste georgische Literaturpreis: der SABA-Literaturpreis. Die Preisverleihung findet am 12. Oktober im Kaisersaal – dem historischen Rathaus von Frankfurt – statt.

Eine weiterer Höhepunkt ist das diesjährige Illustrations-Programm. Rund 20 georgische Illustratoren werden ihre Werke in Berlin, Frankfurt und Hamburg präsentieren. Darüber hinaus wird kulturkind e.V. die Ausstellung „My Image of Georgia“ zeigen, die als Vorpremiere zur Frankfurter Buchmesse bereits am 29. Mai in Berlin zu sehen sein wird. Im Oktober begrüßt dann das Struwwelpeter-Museum in Frankfurt georgische Illustratoren mit der Ausstellung „Tsikara – Museum im Museum“.

Seit dem Frühjahr werden bereits Buchhändler in ganz Deutschland auf den diesjährigen Ehrengast und dessen abwechslungsreiche Literatur eingestimmt.

Ehrengast-Pavillon – Made by Characters
Die Vielfalt der georgischen Kultur und Literatur wird im Ehrengast-Pavillon „Made by Characters“ erfahrbar: Das George Bokhua Studio und Multiverse Architecture aus Tiflis ließen sich bei der konzeptuellen sowie formellen Gestaltung von den 33 geschwungenen Buchstaben des einzigartigen georgischen Alphabets inspirieren: So öffnen sich 33 Türen, 33 Lieder erklingen, 33 Boote segeln und 33 Brote werden gebacken. Daneben bietet der Pavillon eine Bühne für die georgischen Neuerscheinungen. Wie jedes Jahr können Verlage aus aller Welt in der „Books on Georgia“-Ausstellung, organisiert und umgesetzt von der Frankfurter Buchmesse, ihre aktuelle Titelproduktion rund um den Ehrengast präsentieren.

Das Kulturprogramm – Made by Characters

Während auf der Buchmesse die georgische Literatur, Autoren und Verlage im Fokus stehen, können interessierte Besucher auch jenseits des Messegeländes weitere faszinierende Facetten der georgischen Kultur kennenlernen: Museen und Institutionen in Frankfurt realisieren in diesem Kontext naturhistorische, archäologische, kultur- und kunsthistorische Ausstellungen und inszenieren Vorführungen darstellender Künste und filmischer Werke. Sie illustrieren damit die Vielfalt des Landes, das über viele Jahrhunderte unter östlichen wie westlichen Einflüssen stand und heute ein eigenständiges, kulturelles Selbstverständnis pflegt. So zeigt etwa die Liebieghaus Skulpturensammlung in der Schau „Medeas Liebe und die Suche nach dem Goldenden Vlies“ archäologische Funde und antike Kunstwerke aus Georgien, die den Reichtum der beiden antiken Königreiche von Kolchis und Iberien repräsentieren. Das Senckenbergmuseum plant „Homo georgicus – der Schädel aus dem Ursprungsland der ersten Europäer“, wo 1991 mit dem Kieferknochen eines Hominiden die ältesten menschlichen Überreste jenseits von Afrika gefunden wurden. Unter dem Titel „Gold & Wein. Georgiens älteste Schätze” zeigt das Archäologische Museum Frankfurt ein umfassendes Bild der frühen kulturellen Entwicklungen Georgiens – vom Beginn der Landwirtschaft im Kaukasus ab 6000 v. Chr. bis zur Trialeti-Kultur der Mittelbronzezeit um 2100 – 1700 v. Chr. Die Deutschlandpremiere der neuen Filminstallation „Burning Palm“ (2018) des gebürtigen Georgiers und Wahlberliners Andro Wekua wird am 11. Oktober im MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main gezeigt. Das Klingspor Museum in Offenbach am Main rückt zum ersten Mal das georgische Alphabet – seit 2016 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes – und dessen Geschichte in den Fokus einer Ausstellung. Im Deutschen Architekturmuseum (DAM) steht die Hauptstadt Tiflis mit ihrer Architektur im Zentrum der großen Schau „Hybrid Tbilisi“. Das Museum Angewandte Kunst erzählt in der Ausstellung „Lara protects me” mithilfe von Videos, Fotos und Zeichnungen sowie Design- und Mode-Objekten Geschichten aus Georgien. Das Georgian Video Art Archive präsentiert in der Ausstellung „DESCRIPTIONS“ im ATELIERFRANKFURT e.V. georgische Videokunst. In der Schau „Picture Languages“ können sich Besucher im Fotografie Forum Frankfurt ein Bild von den aktuellen Entwicklungen der georgischen Fotokunst machen. Im PORTIKUS treten bei der ersten Einzelausstellung von Thea Djordjadze, der wohl profiliertesten georgischen Künstlerin, die Skulpturen in einen Dialog mit dem Raum. Ein weiteres Highlight des Kulturprogramms sind die Performances der Bouillon Group, die in der Frankfurter Produktions- und Ausstellungsplattform basis e.V. erstmals in Deutschland einen Überblick über ihr umfangreiches Werk bietet.

Bekannte Musiker präsentieren Georgien in den führenden Konzerthallen Deutschlands, darunter in der Elbphilharmonie in Hamburg, im Konzerthaus und in der Philharmonie in Berlin, in der Alten Oper Frankfurt sowie im Pavillon der Frankfurter Buchmesse. Zu den Künstlern zählen etwa Khatia Buniatischwili, Lisa Batiaschwili, Nino Machaidze, Beka Gochiaschwili, Nino Katamadze, das Georgische Nationalballett „Sukhishvili“, das Volkslied-Ensemble „Rustavi“, das Georgische Philharmonische Orchester, der Gori Frauen-Kammerchor und das Symphonie-Orchester Tiflis.

Zusammen mit dem Schauspiel Frankfurt, dem Künstlerhaus Mousonturm Frankurt und dem Badischen Staatstheater Karlsruhe präsentiert der Ehrengast Georgien aktuelle Werke der bekanntesten zeitgenössischen Autoren, Theaterstücke und Performance-Projekte von jungen unabhängigen Gruppen, darunter das Rezo Gabriadze Marionetten-Theater mit „Ramona“, das Staatstheater Rustaweli mit „Styx“, das Staatstheater Marjanishvili mit „Navigator“, das Königliche Bezirkstheater mit „Prometheus – 25 Jahre Unabhängigkeit“ sowie Musik- und Theaterprojekte unabhängiger Gruppen. Sie alle laden das Publikum ein, Georgien und sein Theater „auf dem Balkon Europas“ neu zu entdecken.

Gemeinsam mit dem Deutschen Filmmuseum zeigt das Georgian National Film Center während der Buchmesse eine Filmreihe über das georgische Kino – von der Stummfilmzeit bis zu den Produktionen, die 1991 über die Unabhängigkeit Georgiens entstanden. Der preisgekrönte Animationsfilm „The Pocket Man“ von Ana Chubinidze wird in der Stadtbücherei Frankfurt, Bibliothekszentrum Höchst, zu sehen sein.

Außerdem wird es eine Vielzahl an Vorträgen und Lesungen geben, unter anderem im Rahmen von OPEN BOOKS, dem städtischen Lesefest, sowie dem BOOKFEST, dem Festival der Frankfurter Buchmesse, oder auch im Künstlerhaus Mousonturm. Feinschmecker erhalten bei zahlreichen Anlässen Gelegenheit, authentische Speisen und Getränke aus dem ältesten Weinland der Welt zu probieren. So bringt der diesjährige Ehrengast etwa auf dem Frankfurter Museumsuferfest (24. bis 26. August 2018) mit Auftritten bekannter Musiker sowie einem breiten kulinarischen Programm die Besucher auf den Geschmack. Während der Frankfurter Buchmesse wird die Freitagsküche dann zum offiziellen kulinarischen Standort des Ehrengastes außerhalb des Messegeländes – vom Mittagstisch bis zum allabendlichen Dinner mit literarischem oder philosophischem Begleitprogramm kann man sich hier landestypisch verwöhnen lassen.

Weitere Information: www.georgia-characters.com