Kategorie-Archiv: Stadthistorisches Museum

Die Nagelsäule. Geschichte eines Mainzer Denkmals aus dem Ersten Weltkrieg.

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

(gl) Vortrag von Dr. Frank Teske im Stadthistorischen Museum Mainz.
Die Mainzer Nagelsäule, eines der wenigen noch am ursprünglichen Standort erhaltenen Nagelungsdenkmäler aus dem Ersten Weltkrieg, ist einerseits Sinnbild für die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung für die durch den Krieg in Not geratenen Menschen, andererseits aber auch ein Beispiel für den Missbrauch karitativen Engagements für Zwecke der Kriegspropaganda.
Am Samstag, 25. August 2018, um 16 Uhr hält Dr. Frank Teske in den Räumen des Stadthistorischen Museums Mainz (Zitadelle Bau D, 55131 Mainz) einen Vortrag über die Geschichte der Mainzer Nagelsäule.
Eintritt: 3,00 €/ermäßigt 1,50 €

Tag der Offenen Tür im Rahmen des Internationalen Museumstages im Stadthistorischen Museum

Stadthistorisches Museum Mainz -  Zitadelle Bau D, 55131 Mainz © Foto: Diether v. Goddenthow
Stadthistorisches Museum Mainz – Zitadelle Bau D, 55131 Mainz © Foto: Diether v. Goddenthow

Tag der Offenen Tür im Stadthistorischen Museum Mainz anlässlich des Internationalen Museumstages, Sonntag, 13. Mai 2018, 11-17 Uhr-

Um 12, 14 und 16 Uhr finden Kurzführungen in der Sonderausstellung „Festung Mainz, Residenz Darmstadt und Kurstadt Wiesbaden im Ersten Weltkrieg (1914-1918)“  statt.

Der Eintritt ist  frei,

Mainz war im Ersten Weltkrieg nicht Kriegsschauplatz, aber der Krieg veränderte in vielerlei Hinsicht das Leben der Mainzer. Nach der Mobilmachung meldeten sich zahlreiche junge Menschen aus Mainz freiwillig. So stellten Unternehmen auf Kriegsproduktion um und nahmen zunehmend weibliche Beschäftigte auf. Viele Frauen engagierten sich auch in der Herstellung von „Liebesgaben“ für die Front oder im Sanitätsdienst. Schulkinder sammelten Rest- und Ersatzstoffe und halfen im Umland bei der Ernte mit. Viele Schulen wurden als Lazarette genutzt. Mit Kriegsbeginn wurde der freie Verkauf von Lebensmitteln eingeschränkt. Die ausgegebenen Rationen wurden immer knapper. Mit dem Winter 1916/ 1917 kam es zu Hungerdemonstrationen. Die Kriegsbegeisterung war mit dem Übergang zum Stellungskrieg zunehmend geschwunden.
Eine Ausstellung der Stadtarchive Darmstadt, Mainz und Wiesbaden

Ort: Stadthistorisches Museum Mainz, Zitadelle Bau D, 55131 Mainz

Historischer Vortrag „Der letzte Weg der Hedwig Reiling … „, 5. April, Zitadelle Mainz

logoDer letzte Weg der Hedwig Reiling

(rap) – Historischer Vortrag von Hans Berkessel und Lesung mit der Mainzer Staatsschauspielerin Gaby Reichardt

Hans Berkessel berichtet in einem Vortrag und einer Lesung mit der Mainzer Staatsschauspielerin Gaby Reichardt am Dienstag, 05. April 2016, 18.00 Uhr im Drusussaal der Mainzer Zitadelle, (Gebäude E), über das Schicksal Hedwig Reilings.

Hedwig Reiling (1880- 1942) war die Mutter von Anna Seghers (Netty Reiling) und stammte aus der angesehenen jüdischen Frankfurter Kaufmannsfamilie Fuld. Sie heiratete Isidor Reiling, den Juniorpartner des erfolgreichen Antiquitätengeschäftes David Reiling, der dieses zusammen mit seinem Bruder Hermann in der Flachsmarktstraße betrieb.

Mit der Machtübernahme des NS-Regimes begann auch für die Reilings eine Zeit der Diskriminierung und Verfolgung. Am 10. März 1940, zwei Tage nach der Zwangsarisierung des Geschäftes, starb Isidor Reiling an den Folgen eines Schlaganfalls. So musste er den entwürdigenden Abtransport seiner Frau Hedwig am 20. März 1942 nicht mehr miterleben. Zusammen mit 450 weiteren Mainzer Juden wurde sie in das Lager Piaski bei Lublin deportiert. Am 30. März 1942 traf Hedwig Reiling dort ein, wo sich ihre Spur ohne ein weiteres Lebenszeichen verliert…

Dem Vortrag folgt eine Lesung mit der Mainzer Staatsschauspielerin Gaby Reichardt. In ihrer Erzählung „Post ins gelobte Land“, die um 1944 im mexikanischen Exil entstanden ist, erzählt Anna Seghers die Geschichte des Juden Jakob Levi, der vor dem Ersten Weltkrieg als erfolgreicher Augenarzt in Paris praktizierte. Sein Vater Jonathan, der ein russisches Judenpogrom überlebt hatte und nach langer Odyssee glücklich in Paris bei einem Bruder aufgenommen worden war, hatte nur einen Wunsch: Ins gelobte Land zu reisen und seinen Lebensabend in einem Jerusalemer Altenheim zu verbringen. Vor der Abreise nahm er seinem Sohn das Versprechen ab, ihm regelmäßig zu schreiben und vom Leben der Familie in Paris zu berichten…

Vortrag und Lesung werden mit musikalischen Improvisationen durch Winfried Späth eindrucksvoll in Szene gesetzt.

Veranstalter:
Kulturamt der Landeshauptstadt Mainz in Kooperation mit dem Verein für Sozialgeschichte Mainz e. V. und der Anna-Seghers-Gesellschaft Berlin und Mainz e. V.

Die Lesung ist Teil des Rahmenprogramms der Ausstellung „Legalisierter Raub. Der Fiskus und die Ausplünderung der Juden in Hessen 1933 – 1945“, die im Ministerium der Finanzen Rheinland-Pfalz noch bis zum 10. Mai 2016 zu sehen ist.

Der letzte Weg der Hedwig Reiling …
Donnerstag, 5. April 2016
Beginn: 18.00 Uhr
, Gebäude E, Drusussaal

Eintritt frei.

Stadthistorisches Museum

mainzer_museumsnacht31.5.15Das Stadthistorische Museum Mainz ist ein Privatmuseum, das sich durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Eintrittsgelder finanziert. Es wurde im Jahr 2000 gegründet und befindet sich seit Juli 2003 im Bau D der Mainzer Zitadelle, direkt neben dem 2000 Jahre alten römischen Ehrenmal, dem Drususstein. Träger des Museums ist der Förderverein Stadthistorisches Museum Mainz e.V., der sich im Mai 1996 gründete. Unterstützen Sie das Stadthistorische Museum Mainz durch Ihre Mitgliedschaft!

Öffnungszeiten:
Freitag 14 – 17 Uhr
Samstag und Sonntag 11 – 17 Uhr

Stadthistorische Museum:
Zitadelle, Bau D, 55131 Mainz
(Zufahrt über Eisgrubweg und die Straße „Am 87er Denkmal“)
Tel. während Öffnungszeiten: 06131-629637