Kategorie-Archiv: Stadthistorisches Museum

Historischer Vortrag „Der letzte Weg der Hedwig Reiling … „, 5. April, Zitadelle Mainz

logoDer letzte Weg der Hedwig Reiling

(rap) – Historischer Vortrag von Hans Berkessel und Lesung mit der Mainzer Staatsschauspielerin Gaby Reichardt

Hans Berkessel berichtet in einem Vortrag und einer Lesung mit der Mainzer Staatsschauspielerin Gaby Reichardt am Dienstag, 05. April 2016, 18.00 Uhr im Drusussaal der Mainzer Zitadelle, (Gebäude E), über das Schicksal Hedwig Reilings.

Hedwig Reiling (1880- 1942) war die Mutter von Anna Seghers (Netty Reiling) und stammte aus der angesehenen jüdischen Frankfurter Kaufmannsfamilie Fuld. Sie heiratete Isidor Reiling, den Juniorpartner des erfolgreichen Antiquitätengeschäftes David Reiling, der dieses zusammen mit seinem Bruder Hermann in der Flachsmarktstraße betrieb.

Mit der Machtübernahme des NS-Regimes begann auch für die Reilings eine Zeit der Diskriminierung und Verfolgung. Am 10. März 1940, zwei Tage nach der Zwangsarisierung des Geschäftes, starb Isidor Reiling an den Folgen eines Schlaganfalls. So musste er den entwürdigenden Abtransport seiner Frau Hedwig am 20. März 1942 nicht mehr miterleben. Zusammen mit 450 weiteren Mainzer Juden wurde sie in das Lager Piaski bei Lublin deportiert. Am 30. März 1942 traf Hedwig Reiling dort ein, wo sich ihre Spur ohne ein weiteres Lebenszeichen verliert…

Dem Vortrag folgt eine Lesung mit der Mainzer Staatsschauspielerin Gaby Reichardt. In ihrer Erzählung „Post ins gelobte Land“, die um 1944 im mexikanischen Exil entstanden ist, erzählt Anna Seghers die Geschichte des Juden Jakob Levi, der vor dem Ersten Weltkrieg als erfolgreicher Augenarzt in Paris praktizierte. Sein Vater Jonathan, der ein russisches Judenpogrom überlebt hatte und nach langer Odyssee glücklich in Paris bei einem Bruder aufgenommen worden war, hatte nur einen Wunsch: Ins gelobte Land zu reisen und seinen Lebensabend in einem Jerusalemer Altenheim zu verbringen. Vor der Abreise nahm er seinem Sohn das Versprechen ab, ihm regelmäßig zu schreiben und vom Leben der Familie in Paris zu berichten…

Vortrag und Lesung werden mit musikalischen Improvisationen durch Winfried Späth eindrucksvoll in Szene gesetzt.

Veranstalter:
Kulturamt der Landeshauptstadt Mainz in Kooperation mit dem Verein für Sozialgeschichte Mainz e. V. und der Anna-Seghers-Gesellschaft Berlin und Mainz e. V.

Die Lesung ist Teil des Rahmenprogramms der Ausstellung „Legalisierter Raub. Der Fiskus und die Ausplünderung der Juden in Hessen 1933 – 1945“, die im Ministerium der Finanzen Rheinland-Pfalz noch bis zum 10. Mai 2016 zu sehen ist.

Der letzte Weg der Hedwig Reiling …
Donnerstag, 5. April 2016
Beginn: 18.00 Uhr
, Gebäude E, Drusussaal

Eintritt frei.

Stadthistorisches Museum

mainzer_museumsnacht31.5.15Das Stadthistorische Museum Mainz ist ein Privatmuseum, das sich durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Eintrittsgelder finanziert. Es wurde im Jahr 2000 gegründet und befindet sich seit Juli 2003 im Bau D der Mainzer Zitadelle, direkt neben dem 2000 Jahre alten römischen Ehrenmal, dem Drususstein. Träger des Museums ist der Förderverein Stadthistorisches Museum Mainz e.V., der sich im Mai 1996 gründete. Unterstützen Sie das Stadthistorische Museum Mainz durch Ihre Mitgliedschaft!

Öffnungszeiten:
Freitag 14 – 17 Uhr
Samstag und Sonntag 11 – 17 Uhr

Stadthistorische Museum:
Zitadelle, Bau D, 55131 Mainz
(Zufahrt über Eisgrubweg und die Straße „Am 87er Denkmal“)
Tel. während Öffnungszeiten: 06131-629637