Kategorie-Archiv: Zitadelle Stadthistorisches Museum

200 Jahre Fahrrad – Bazar und Familiennachmittag auf der Zitadelle am 17. u. 18. Juni 2017

Vom Hochrad bis zum E-Bike - 200 Jahre Fahrradgeschichte. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Vom Hochrad bis zum E-Bike – 200 Jahre Fahrradgeschichte. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

(gl) – Am 17. und 18. Juni drehen wir am Rad! Im wahrsten Sinne des Wortes, denn das wohl flexibelste und gesündeste Fortbewegungsmittel feiert seinen 200. Geburtstag.

Die „Kulturei Zitadelle Mainz“ veranstaltet in Kooperation mit dem Dezernat für Umwelt, Grün, Energie und Verkehr am 17. Juni einen Markt, der alle nützlichen Infos und Tipps rund ums Fahrrad bietet. Verkehrsdezernentin Katrin Eder und Yvonne Wuttke/Kulturei werden den Markt um 15 Uhr eröffnen.

Auf dem Markt dabei sind die Bike Kitchen mit ihrer Reparaturwerkstatt, die Polizei gibt einen Einblick in das richtige Verhalten im Straßenverkehr, des Weiteren ist eine kleine Ausstellung zum Thema Rad in Planung und coole Bikes zum anschauen dürfen natürlich auch nicht fehlen.

Ab 20 Uhr wird in guter Bazar en Bastion – Tradition auf der Feté au Zit/Zit mit DJ-Klängen gefeiert.

Kulinarisch sind die Weinraumwohnung und N’eis – Das Neustadteis dabei.

Der 200. Geburtstag des Fahrrads steht thematisch im Mittelpunkt unseres Familiennachmittags am 18.06.. Nicht nur die Großen, auch für die Kleinen ist das Fahrrad ein Meilenstein der persönlichen Entwicklungsgeschichte. Denn wir können uns alle noch an den Tag erinnern, an dem wir ohne Stützräder zum ersten Mal in die scheinbar unendliche Freiheit radelten.

Neben den Bücherkisten, den Vorlesetanten, der Bastelecke wird die Polizei an diesem Tag Tipps zum Fahrrad und dem Verhalten im Straßenverkehr geben.

Zitadellenwaffeln, Kaffee, Wein von der Weinraumwohnung und ein Eis von N’Eis – das Neustadteis dürfen natürlich nicht fehlen.

Historischer Vortrag „Der letzte Weg der Hedwig Reiling … „, 5. April, Zitadelle Mainz

logoDer letzte Weg der Hedwig Reiling

(rap) – Historischer Vortrag von Hans Berkessel und Lesung mit der Mainzer Staatsschauspielerin Gaby Reichardt

Hans Berkessel berichtet in einem Vortrag und einer Lesung mit der Mainzer Staatsschauspielerin Gaby Reichardt am Dienstag, 05. April 2016, 18.00 Uhr im Drusussaal der Mainzer Zitadelle, (Gebäude E), über das Schicksal Hedwig Reilings.

Hedwig Reiling (1880- 1942) war die Mutter von Anna Seghers (Netty Reiling) und stammte aus der angesehenen jüdischen Frankfurter Kaufmannsfamilie Fuld. Sie heiratete Isidor Reiling, den Juniorpartner des erfolgreichen Antiquitätengeschäftes David Reiling, der dieses zusammen mit seinem Bruder Hermann in der Flachsmarktstraße betrieb.

Mit der Machtübernahme des NS-Regimes begann auch für die Reilings eine Zeit der Diskriminierung und Verfolgung. Am 10. März 1940, zwei Tage nach der Zwangsarisierung des Geschäftes, starb Isidor Reiling an den Folgen eines Schlaganfalls. So musste er den entwürdigenden Abtransport seiner Frau Hedwig am 20. März 1942 nicht mehr miterleben. Zusammen mit 450 weiteren Mainzer Juden wurde sie in das Lager Piaski bei Lublin deportiert. Am 30. März 1942 traf Hedwig Reiling dort ein, wo sich ihre Spur ohne ein weiteres Lebenszeichen verliert…

Dem Vortrag folgt eine Lesung mit der Mainzer Staatsschauspielerin Gaby Reichardt. In ihrer Erzählung „Post ins gelobte Land“, die um 1944 im mexikanischen Exil entstanden ist, erzählt Anna Seghers die Geschichte des Juden Jakob Levi, der vor dem Ersten Weltkrieg als erfolgreicher Augenarzt in Paris praktizierte. Sein Vater Jonathan, der ein russisches Judenpogrom überlebt hatte und nach langer Odyssee glücklich in Paris bei einem Bruder aufgenommen worden war, hatte nur einen Wunsch: Ins gelobte Land zu reisen und seinen Lebensabend in einem Jerusalemer Altenheim zu verbringen. Vor der Abreise nahm er seinem Sohn das Versprechen ab, ihm regelmäßig zu schreiben und vom Leben der Familie in Paris zu berichten…

Vortrag und Lesung werden mit musikalischen Improvisationen durch Winfried Späth eindrucksvoll in Szene gesetzt.

Veranstalter:
Kulturamt der Landeshauptstadt Mainz in Kooperation mit dem Verein für Sozialgeschichte Mainz e. V. und der Anna-Seghers-Gesellschaft Berlin und Mainz e. V.

Die Lesung ist Teil des Rahmenprogramms der Ausstellung „Legalisierter Raub. Der Fiskus und die Ausplünderung der Juden in Hessen 1933 – 1945“, die im Ministerium der Finanzen Rheinland-Pfalz noch bis zum 10. Mai 2016 zu sehen ist.

Der letzte Weg der Hedwig Reiling …
Donnerstag, 5. April 2016
Beginn: 18.00 Uhr
, Gebäude E, Drusussaal

Eintritt frei.