Kategorie-Archiv: Lucas Kinder- und Jugendfilmfestival

Filmfestivals sind wichtige Orte kultureller Bildung – Podiumsdiskussion beim Lucas-Filmfestival

Julia Fleißig, Festivalleiterin begrüßt die Diskutanten (v.li.n.r) Thomas Schneider-Trumpp (Scopas Medien | Trickfilmland), Nicola Jones (Deutsches Kinder Medien Festival Goldener Spatz), Dr. Sabrina Wagner, wissenschaftl. Mitarbeiterin Filmmuseum u. Lehrbeauftragte an der Goethe-Uni Frankfurt, Marie Wolters (Filmvermittlung LUCAS und FILMmobil) und Reinhold T. Schöffel (Bundesverband Jugend und Film) © Foto: Diether v. Goddenthow
Julia Fleißig, Festivalleiterin begrüßt die Diskutanten (v.li.n.r) Thomas Schneider-Trumpp (Scopas Medien | Trickfilmland), Nicola Jones (Deutsches Kinder Medien Festival Goldener Spatz), Dr. Sabrina Wagner, wissenschaftl. Mitarbeiterin Filmmuseum u. Lehrbeauftragte an der Goethe-Uni Frankfurt, Marie Wolters (Filmvermittlung LUCAS und FILMmobil) und Reinhold T. Schöffel (Bundesverband Jugend und Film) © Foto: Diether v. Goddenthow

Bei der gestrigen Podiumsdiskussion anlässlich des Lucas Filmfestivals für junge Filmfans im Foyer des Filmmuseums Frankfurt  gingen Nicola Jones (Deutsches Kinder Medien Festival Goldener Spatz), Thomas Schneider-Trumpp (Scopas Medien | Trickfilmland), Reinhold T. Schöffel (Bundesverband Jugend und Film) und Marie Wolters (Filmvermittlung LUCAS und FILMmobil) der Frage nach, ob „Filmfestivals auch Orte kultureller Bildung“ seien. Dr. Sabrina Wagner moderierte. Fazit: Filmfestivals sind wichtige Orte von Filmbildung, „was bei uns bedeutet“, so Reinhold T. Schöffel, „eine bestimmte Vielfalt von Filmproduktionen, die eben aus kommerziellen Gründen nicht den Weg in den Verleih fänden, sicherzustellen. Aufgabe von Filmbildung sei es dabei, diese Vielfalt zu vermitteln, aus der Kinder und Jugendliche lernen könnten“.

https://lucas-filmfestival.de/

41. LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans – heute Podiumsdiskussion – Noch bis 27. September. Aktuelles Filmschaffen aus aller Welt

lucas-jugendjury2018Die 41. Ausgabe von LUCAS Internationales Festival für junge Filmfans ist in vollem Gange. Filmschaffende präsentieren ihre Filme im Kino – teils zum ersten Mal in Deutschland.

In Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden liegt Festivalstimmung in der Luft: Noch bis Donnerstag, 27. September, bietet LUCAS seinen Gästen vielfältige Programmpunkte. Bereits die ganze Woche sind Jugendliche mit Kameras unterwegs und drehen bei dem Projekt „LUCAS dokt“ eine Festivaldokumentation. Die Young European Cinephiles präsentierten als Kurator/innen ihre eigene Filmreihe zum Thema virtuelle Realitäten und im Kritikfenster analysieren Kinder und Jugendliche Filme und verfassen Filmkritiken.

Am heutigen Dienstag, 25. September, um 18 Uhr findet im Foyer des Deutschen Filminstituts & Filmmuseums eine Podiumsdiskussion zum Thema Filmfestivals als Orte kultureller und ästhetischer Bildung statt. Die Podiumsteilnehmer/innen diskutieren Fragen über die Bedingungen und Komponenten, die Filmfestivals zum Bildungsort machen. Darüber hinaus tauschen sie sich darüber aus, wie das junge Publikum in der zunehmend digitalisierten Welt erreicht werden kann. Schon vor der Podiumsdiskussion, um 16 Uhr, veranstaltet der Bundesverband Jugend und Film e.V. (BJF) eine Auftaktveranstaltung des neuen Filmportals „BJF-Clubfilmothek“. Am Abend laden FilmInFrankfurt und die Wirtschaftsförderung Frankfurt gemeinsam mit dem Stammtisch der Filmemacher zu einem Get-Together ein mit Vertreter/innen der regionalen Filmbranche und internationalen Festivalgästen.

Außerdem kommt eine Vielzahl an Filmgästen in den kommenden Tagen an die verschiedenen Festivalspielorte, um sich mit den Kinobesucher/innen auszutauschen. Regisseur Jong-woo Kim präsentiert am Dienstag, 25. September, sein Werk HOM (Zuhause, KR 2017) als deutsche Premiere und freut sich, im Anschluss mit den Kinogästen über das Gesehene zu sprechen. Um 16 Uhr ist der Protagonist Luka Kain aus SATURDAY CHURCH (US 2017, R: Damon Cardasis) zu Gast im Deutschen Filminstitut & Filmmuseum und tauscht sich mit den Besucher/innen über das Coming-of-Age-Debüt aus. Am Abend, um 18:30 Uhr, stellt die Darstellerin Samantha Mugatsia die kenianische Produktion RAFIKI (ZA/DE/NL/FR/KE/NO 2018, R: Wanuri Kahiu) vor. RAFIKI ist in dieser Woche erstmals in seinem Produktionsland Kenia zu sehen, wo der Film zuvor verboten war, da er eine gleichgeschlechtliche Liebesgeschichte erzählt. Zu einem weiteren Film der Sektion 16+ | Youngsters, NIGHT COMES ON (US 2018, R: Jordana Spiro) kommt zu zwei Terminen ebenfalls eine junge Darstellerin: Tatum Marilyn Hall, die die jüngere der beiden Schwestern spielt, die sich allein auf den Weg zum Vater an die Atlantikküste machen. Die Regisseurin Sandra Vannucchi spricht am Dienstag und Mittwoch, 25. und 26. September, mit dem Publikum über die italienisch-schweizerische Produktion LA FUGA (2017). Ebenfalls an beiden Tagen kommt aus Kanada die Produzentin von LES FAUX TATOUAGES (CA 2017, R: Pascal Plante) Katerine Lefrançois angereist. Gabriela Pichlers humorvolles Plädoyer für die Meinungsfreiheit AMATÖRER (Amateure, SE 2018) präsentiert Casting Director Archana Khanna am Mittwoch, 26. September, im CineStar Metropolis.

Eine vollständige Übersicht über die Filmgäste finden Sie unter:
https://lucas-filmfestival.de/medien/2018/09/Filmgäste-nach-Kategorie_1809_.pdf

Große Preisverleichung
am Donnerstag, 27. September, um 18 Uhr im Deutschen Filmmuseum
Informieren Sie sich, ob es noch Karten gibt, unter: https://lucas-filmfestival.de/kontakt/ – Anmeldung:   invitation@lucasfilmfestival.de

Preise
3,50 € für junge Filmfans bis einschl. 20 Jahre
1,50 € für Frankfurt-Pass-Inhaber/innen
7,00 € für Erwachsene
5,00 € ermäßigter Eintritt für Erwachsene
(Studierende, Azubis, Schwerbehinderte)

Begleitpersonen von Gruppen mit mehr als zehn jungen Filmfans erhalten freien Eintritt (max. 3 Begleitpersonen, Caligari FilmBühne max. 2).

Weitere Informationen und Buchungsberatung unter:
info@lucasfilmfestival.de
Tel. 069 961 220 678

Festivalzentrum
Deutsches Filmmuseum
Schaumainkai 41, 60596 Frankfurt am Main
U1, U2, U3, U8 / Station: Schweizer Platz
U4, U5 / Station: Willy-Brandt-Platz
Straßenbahn 14, 15, 16 / Station: Gartenstraße
Bus 46 / Station: Untermainbrücke

Spielstätten
Kino des Deutschen Filmmuseums (Frankfurt)
CineStar Metropolis (Frankfurt)
Cinema (Frankfurt)
Caligari FilmBühne (Wiesbaden)
Kino im Hafen 2 (Offenbach)

41. LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans 20. bis 27. September ist eröffnet

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Heute, am Weltkindertag, geht es endlich los: Die 41. Ausgabe von LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans ist eröffnet. Die Festivalbesucher/innen erwartet eine spannende Festivalwoche mit mehr als 60 internationalen Filmproduktionen und interessanten Gesprächen mit Filmschaffenden. Darüber hinaus können sich die Gäste auf ein vielseitiges Programm rund ums Festival freuen.

Bereits am Morgen waren Kinder und Jugendliche zum Festivalauftakt ins Kino des Deutschen Filmmuseums eingeladen. LUCAS präsentierte anlässlich des Weltkindertags bei freiem Eintritt die hessische Produktion DIE FLASCHENPOST-INSEL (DE 2018, R: Toni Kurtin). An dem partizipativen Filmprojekt aus Wiesbaden haben mehr als 300 Kinder und Jugendliche aus der Region mitgewirkt. Der Regisseur sowie die Produzentin, die Drehbuchautorin und vier Darsteller/innen waren sowohl morgens als auch bei der offiziellen Eröffnung am Abend anwesend.

„Ich freue mich, heute mein erstes LUCAS-Festival als Direktorin des Deutschen Filminstituts & Filmmuseums zu eröffnen“, sagte Ellen Harrington. „Filmfestivals sind ein tragender Bestandteil der engagierten Arbeit unseres Hauses. Sie bieten reichlich Gelegenheit, neue Welten zu entdecken. Gerade für Heranwachsende sind Filmfestivals wie LUCAS eine besonders wertvolle Erfahrung. Sie haben hier die Möglichkeit, Filmkunst in ihrer ganzen Bandbreite zu erleben und ihren Blick für Filme von besonderer Qualität abseits des Mainstreams zu schärfen“.

Auf das besondere Potenzial des Mediums Film, neben dem ästhetischen auch kulturelles Verständnis vermitteln zu können, wies Stadträtin Sylvia Weber, Dezernentin für Integration und Bildung der Stadt Frankfurt am Main, hin: „Film kann auf einzigartige Weise interkulturellen Austausch fördern und bei Kindern und Jugendlichen Toleranz und Offenheit für ganz unterschiedliche Lebensentwürfe schaffen. Die in Frankfurt gelebte Vielfalt findet auch in LUCAS ihren Ausdruck und zwar auf künstlerische Weise.“

„Deutschlands ältestem Filmfestival für junges Publikum gelingt es jedes Jahr, mit seinen Filmreihen und Veranstaltungen am Puls der Zeit zu sein. Mit der neuen Wettbewerbssektion 16+ | Youngsters gibt LUCAS Filmschaffenden, die junge Erwachsene in den Fokus stellen, eine Plattform und stärkt gleichzeitig den europäischen Jury-Nachwuchs. Fachgästen aus der Filmbranche bietet LUCAS gehaltvolle Programmpunkte während der Festivalwoche“, so Patrick Schaaf, Leiter Standortentwicklung der HessenFilm und Medien.

© DIF
© DIF

Festivalleiterin Julia Fleißig brachte den voll besetzten Kinosaal in Festivalstimmung, als sie das Festivalprogramm mit seinen verschiedenen Filmreihen präsentierte: „Die Filme erzählen Geschichten von Freundschaft, Familie, Abenteuer, von Konflikten, die bewältigt werden und lassen uns teilhaben am Leben der Kinder und Jugendlichen quer über den Globus. Es geht ums Erwachsenwerden, um Widersprüche, darum, seine Rolle zu finden, mit der ersten Liebe zurechtzukommen, um Heimat und um Meinungsfreiheit. Mit unserer Filmauswahl wollen wir auch immer wieder Sehgewohnheiten herausfordern.“

Filmwettbewerbe
21 Langfilme und ebenso viele Kurzfilme gehen bei LUCAS ins Rennen um insgesamt neun Preise in den drei Alterssektionen 8+, 13+ und 16+ | Youngsters. Die aktuellen Filmproduktionen stammen aus Asien, Afrika, Europa, Nord- und Südamerika. Sie eröffnen Einsichten in die Lebenswelten von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in anderen Kulturen und lassen teilhaben an ihrem Alltag. Viele Filmschaffende stehen den Festivalbesucher/innen in Filmgesprächen Rede und Antwort.

Filmreihen
Abseits der Wettbewerbsfilme gibt es weitere Filmreihen für Filmliebhaber/innen jeden Alters. Bei zwei interaktiven Minis-Programmen lädt LUCAS seine jüngsten Besucher/innen von vier Jahren an ein, erste Kinoerfahrungen zu machen. Mit den Klassikern THE GOONIES (US 1985, R: Richard Donner), STAND BY ME (US 1986, R: Rob Reiner) und E.T. THE EXTRA-TERRESTRIAL (E. T. Der Außerirdische, US 1982, R: Steven Spielberg) reist LUCAS dieses Jahr in die 1980er Jahre. Junge und erwachsene Kinogäste haben hier die Gelegenheit, nostalgische Kinoerlebnisse auf der großen Leinwand (wieder) zu entdecken. Außerdem präsentiert das FILMmobil MOREN TANZT (DE 1903, R: Julius Neubronner), DANSE DU FEU (FR 1899, R: Georges Méliès) und weitere Filme, die Jugendliche vertont haben. Die Young European Cinephiles, vier filmliebende Jugendliche aus Griechenland und Deutschland stellen an drei Abenden, jeweils um 20:30 Uhr im Kino des Deutschen Filmmuseums, ihre eigens kuratierte Filmreihe vor. In diesem Jahr thematisieren sie mit ihrer Filmauswahl virtuelle Realitäten und laden zur anschließenden Diskussion.

LUCAS für Fachbesucher/innen
Am Freitag, 21. September, veranstaltet das Deutsche Filminstitut gemeinsam mit der Creative Europe MEDIA geförderten Initiative „Film Literacy InCubator Klub“ (FLICK) den internationalen Fachtag „Filmbildung digital? Nationale und europäische Bildungspolitik in der Praxis“. Die Teilnehmer/innen tauschen sich über die Frage aus, ob und wie sich Filmbildung und digitale Bildung ins Verhältnis setzen lassen. Expert/innen aus Dänemark, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Österreich stellen bildungspolitische Konzepte dazu vor und diskutieren deren praktische Umsetzung in Europas Schulen und Universitäten.

Filmfestivals als Orte kultureller und ästhetischer Bildung, sind das Thema einer Podiumsdiskussion am Dienstag, 25. September, um 18 Uhr im Deutschen Filmmuseum. Die Podiumsteilnehmer/innen diskutieren Fragen über die Bedingungen und Komponenten, die Filmfestivals zum Bildungsort machen. Darüber hinaus tauschen sie sich darüber aus, wie das junge Publikum in der zunehmend digitalisierten Welt erreicht werden kann. Im Anschluss an die Diskussion laden FilmInFrankfurt und die Wirtschaftsförderung Frankfurt gemeinsam mit dem Stammtisch der Filmemacher zu einem Get-Together ein mit Vertreter/innen der regionalen Filmbranche und internationalen Festivalgästen. Bereits um 16 Uhr stellt am Dienstag der Bundesverband Jugend und Film e.V. (BJF) in einer Auftaktveranstaltung sein neues Filmportal „BJF-Clubfilmothek“ im Foyer des Deutschen Filminstituts & Filmmuseums vor.

Familientag
Am Festivalsonntag, 23. September, sind Eltern mit Kindern und Jugendlichen von 10 bis 17 Uhr zum Familientag LUCAS digital ins Deutsche Filmmuseum eingeladen. Die Gäste erwartet eine Vielzahl an Mitmach-Aktionen, die dazu anregen, in digitale Welten einzutauchen. So haben die Besucher/innen die Gelegenheit, in Workshops mit digitalen Technologien zu experimentieren und eigene Animationen zu entwickeln, in Museumsführungen Spannendes über Film zu lernen oder im Kino auf filmische Reisen zu gehen. Außerdem können sich die Gäste in einem 25-minütigen Audiowalk auf das filmische Abenteuer „LUCAS‘ Kopfkino“ rund um das Deutsche Filmmuseum begeben. Am Familientag findet zum Audiowalk außerdem ein Gewinnspiel statt. Von Montag, 24. September, an ist die App noch die ganze Festivalwoche verfügbar.

Die Teilnahme an den Workshops, die Museumsführungen sowie das Minis-Programm „Eine Stadt entsteht im Kino“ um 11 und 12 Uhr sind kostenfrei. Die Kinovorstellungen TARAPATY (Ärger Hoch Zwei, PL 2017, R: Marta Karwowska) und E.T. THE EXTRA-TERRESTRIAL (E. T. Der Außerirdische, US 1982) um 14 und 16 Uhr kosten drei Euro Eintritt.

Preise
3,50 € für junge Filmfans bis einschl. 20 Jahre
1,50 € für Frankfurt-Pass-Inhaber/innen
7,00 € für Erwachsene
5,00 € ermäßigter Eintritt für Erwachsene
(Studierende, Azubis, Schwerbehinderte)

Begleitpersonen von Gruppen mit mehr als zehn jungen Filmfans erhalten freien Eintritt (max. 3 Begleitpersonen, Caligari FilmBühne max. 2).

Weitere Informationen und Buchungsberatung unter:
info@lucasfilmfestival.de
Tel. 069 961 220 678

Festivalzentrum
Deutsches Filmmuseum
Schaumainkai 41, 60596 Frankfurt am Main
U1, U2, U3, U8 / Station: Schweizer Platz
U4, U5 / Station: Willy-Brandt-Platz
Straßenbahn 14, 15, 16 / Station: Gartenstraße
Bus 46 / Station: Untermainbrücke

Spielstätten
Kino des Deutschen Filmmuseums (Frankfurt)
CineStar Metropolis (Frankfurt)
Cinema (Frankfurt)
Caligari FilmBühne (Wiesbaden)
Kino im Hafen 2 (Offenbach)

Förderer
LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans wird möglich durch zahlreiche Förderer, bei denen wir uns für ihre Unterstützung bedanken. Zu diesen zählen die Stadt Frankfurt am Main, das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst, die HessenFilm und Medien, die Stadt Eschborn, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien, die Fraport AG, der Förderkreis des Deutschen Filminstituts, die Nassauische Sparkasse, die Naspa Stiftung, die Fazit-Stiftung, das U.S. Generalkonsulat Frankfurt, das Schweizerische Generalkonsulat und die Botschaft von Kanada. Das Projekt „LUCAS dokt!“ wird ermöglicht durch „kunstvoll“, dem Programm zur Förderung kultureller Bildung des Kulturfonds Frankfurt RheinMain. Der Familientag „LUCAS digital“ wird mit Förderung der Bundeszentrale für politische Bildung veranstaltet. Unser Dank geht auch an unseren Partner ABG Frankfurt Holding sowie unseren Mobilitätspartner SKODA AUTO Deutschland.

41. LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans 20. bis 27. September 2018

Je zwei Mitglieder der Film-Jurys 8+, 13+ und der Sektion 16 + | Youngsters diskutierten bei der heutigen Pressevorstellung mit Oberbürgermeister Peter Feldmann und Festivalleiterin Julia Fleißig über ihre Kriterien, nach denen sie für Filme Punkte vergeben. Beispielsweise müsse ein Film sie bewegen, nachdenklich machen, sie von der Sache her packen, gut rüberkommen, von den Schauspielern glaubwürdig gespielt sein und, ob man den Film nachher „mitnehme“. Besonders freuen sich die jungen Juroren auf ihre Zusammenarbeit mit ihrem Jury-Team und die Urteile der Fachleute. © Foto: Diether v. Goddenthow
Je zwei Mitglieder der Film-Jurys 8+, 13+ und der Sektion 16 + | Youngsters diskutierten bei der heutigen Pressevorstellung mit Oberbürgermeister Peter Feldmann und Festivalleiterin Julia Fleißig über ihre Kriterien, nach denen sie für Filme Punkte vergeben. Beispielsweise müsse ein Film sie bewegen, nachdenklich machen, sie von der Sache her packen, gut rüberkommen, von den Schauspielern glaubwürdig gespielt werden und man müsse den Film nachher „mitnehmen“. Besonders freuen sich die jungen Juroren auf ihre Zusammenarbeit mit ihrem Jury-Team und die Urteile der Fachleute. © Foto: Diether v. Goddenthow

Vom 20. bis 27. September  lädt LUCAS #41 in die Kinos nach Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden ein, wo für ein Publikum von vier Jahren bis bis 18plus +++  mehr als 60 Filme aus 32 Ländern gezeigt und von den Jugend-Jurys 8+, 13+ und der Sektion 16 + | Youngsters bewertet werden. Die  Siegerfilme der  Alterskategorien erhalten  am 27. September Preise für den besten Langfilm, Kurzfilm, für eine außergewöhnliche cineastische Leistung und den Lucas Youngsters Award. Dieser wird von den Juroren 16+ in völliger Eigenregie, das heißt ohne Erwachsenen-Moderation, selbst ausgewählt.
Highlight  wird der Familientag LUCAS Digital sein am Festivalsonntag,  23.09., mit einen großen Sonder- und Mitmachprogramm. Speziell für die Filmbranche finden am 21.09. im Museum Angewandte Kunst die internationale Fachtagung „Filmbildung digital?“ sowie  am 25.09. im Filmmuseum die Podiumsdiskussion „Filmfestivals als Orte kultureller Bildung“ statt.

Das Festival im Überblick

„Bei LUCAS findet interkulturelle Begegnung direkt im Kino statt, wo die Kinder und Jugendlichen auf der Leinwand fremde Welten kennenlernen und mit Filmschaffenden aus aller Welt ins Gespräch kommen. Das Filmprogramm spiegelt auf wunderbare Weise die Internationalität von Frankfurt als Heimatstadt des Festivals wider“, stellte der Schirmherr des ältesten deutschen Filmfestivals für junges Publikum, Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann, heraus. „Filmbildung erfahren die Kinder und Jugendlichen bei LUCAS ganz unmittelbar: In verschiedenen Rollen gestalten sie das Festival mit. Eine besonders verantwortungsvolle Aufgabe liegt vor den jungen Mitgliedern der Jury, die über die Vergabe der LUCAS-Preise mitentscheiden.“

Ellen Harrington ist gespannt auf ihre erste LUCAS-Festivalwoche: „Ich freue mich auf die erste Ausgabe des Festivals, die ich als Direktorin des Deutschen Filminstituts & Filmmuseums begleite: Vom 20. bis 27. September gehört das Haus vor allem Kindern und Jugendlichen sowie den vielen internationalen Filmemacherinnen und Filmemachern, die wir hier begrüßen. Ganz besonders freue ich mich auf den Familientag LUCAS digital, der zum Experimentieren mit Film und Digitalem einlädt. Die Kinder und Jugendlichen haben hier die Möglichkeit zu entdecken, was hinter den digitalen Anwendungen steckt, die sie tagtäglich nutzen.“

Stellvertretend für alle Juroren die Mitglieder der Jury 13+. Besonders freuen wir uns auf die Zusammenarbeit in der Jury und die Meinung der Experten. © Foto: Diether v. Goddenthow
Stellvertretend für alle Juroren die Mitglieder der Jury 13+. Besonders freuen wir uns auf die Zusammenarbeit in der Jury und die Meinung der Experten. © Foto: Diether v. Goddenthow

Filmprogramm
Das Spektrum der Filme reicht von Spielfilmen über Animationsfilme bis zu Dokumentarfilmen. „LUCAS nimmt die Kinobesucher/innen mit auf eine filmische Weltreise“, verspricht Festivalleiterin Julia Fleißig. „Das Filmprogramm wird dabei den ganz unterschiedlichen Themen, die die verschiedenen Phasen des Erwachsenwerdens bestimmen, gerecht. Ganz besonders freue ich mich über den neuen Wettbewerb 16+ | Youngsters, der Geschichten von jungen Erwachsenen quer über den Globus erzählt.“

Auch Elena Lindenzweig, Referentin für Kommunikation und Marketing der HessenFilm, begrüßt die neue Sektion 16+ | Youngsters, deren Jury sich ausschließlich aus jungen filmaffinen Menschen von 16 bis 18 Jahren zusammensetzt: „Mit der neuen Youngsters-Jury gelingt es LUCAS, Nachwuchsjuror/innen gezielt zu fördern. Dabei dient das Festival dem europäischen Filmnachwuchs als Plattform zur Vernetzung“.

In den drei Sektionen 8+, 13+ und 16+ | Youngsters konkurrieren insgesamt 21 Langfilme und 21 Kurzfilme, die in vier Programmen zusammengefasst sind, um die LUCAS-Preise. Alle Kurzfilme sind erstmals im deutschen Kino zu sehen. Unter den Langfilmen sind sechs als Deutschlandpremiere, zwei in jeder Sektion, zu sehen: Darunter EJNAK عینک (Die Brille, IR 2017) am Mittwoch und Donnerstag, 26. und 27. September, im CineStar Metropolis. Reza Aghaei erzählt von den vielen interessanten Begegnungen der Geschwister Saeed und Sarah, die sich auf den Weg durch die Stadt machen, um die Brille der Oma zu reparieren. Die brasilianische Produktion TITO E OS PÁSSAROS (Tito und die Vögel, BR 2018, R: Gustavo Steinberg, Gabriel Bitar, André Catoto Dias) läuft am Samstag, 22. September, um 11 Uhr im Kino des Deutschen Filmmuseums und am Montag, 24. September, um 8:30 Uhr im CineStar Metropolis. Der Animationsfilm behandelt das Thema Angst auf sehr fantasievolle Weise: Als eine Seuche ausbricht, die nur Menschen befällt, die vor etwas Angst haben, sucht Tito mit seinen Freunden nach seinem Vater, einem Vogelforscher. Auf diese Weise erhoffen sich die Kinder, das Gegenmittel zu finden. Einer der Regisseure, André Catoto Dias, steht den Kindern und Jugendlichen im Filmgespräch Rede und Antwort.

In der Sektion 13+ wird ebenfalls eine brasilianische Produktion, FERRUGEM (Rost, BR 2018, R: Aly Muritiba), präsentiert. Zu sehen ist das kritische Porträt einer Jugend im digitalen Zeitalter am Freitag, 21. September, um 16 Uhr im Kino des Deutschen Filmmuseums sowie am Dienstag, 25. September, um 11 Uhr im CineStar Metropolis. An beiden Terminen ist der Regisseur zur Präsentation der deutschen Premiere anwesend. Auch zur Deutschlandpremiere von HOM (Zuhause, KR 2017) kommt der Regisseur Jong-woo Kim nach Frankfurt ins Deutsche Filminstitut & Filmmuseum, um sich mit dem Publikum über sein Werk auszutauschen. HOM ist am Sonntag, 23. September, um 12 Uhr im Cinema am Roßmarkt, und am Dienstag, 25. September, im Kino des Deutschen Filmmuseums zu sehen. Der Film richtet den Blick auf die fremde Familiensituation der Halbbrüder Jun-ho und Sung-ho, nachdem ihre Mutter ins Koma fällt.

Impressionen vor dem Kinosaal im UG des Filmmuseums. © Foto: Diether v. Goddenthow
Impressionen vor dem Kinosaal im UG des Filmmuseums. © Foto: Diether v. Goddenthow

Preise
Bei LUCAS sind in diesem Jahr neun Preise zu gewinnen. Die Jurys der Sektionen 8+ und 13+ setzen sich paritätisch aus jungen Filmfans und Branchenprofis zusammen. Gemeinsam vergeben sie jeweils den Preis für den besten Langfilm (5.000 Euro) und den Preis für den besten Kurzfilm (2.000 Euro). Sechs Jugendliche aus Polen, Finnland und Deutschland entscheiden in ihrer Sektion 16+ | Youngsters über die Vergabe des LUCAS Youngsters Awards. Die Festivalbesucher/innen stimmen unter allen Langfilmen über den undotierten Publikumspreis ab. Zu Gast ist außerdem eine Jury der ECFA (European Children’s Film Association). Zusätzlich verleiht Cinema without Borders in diesem Jahr erstmals den Bridging the Borders Award an einen Langfilm, der sich besonders für interkulturellen Austausch engagiert.

Minis / Young European Cinephiles / Klassiker
Auch abseits der Filmwettbewerbe bietet LUCAS den Festivalbesucher/innen ein Filmprogramm, das für alle von vier Jahren bis 18plus etwas bietet. Seine jüngsten Kinogäste im Vorschulalter möchte LUCAS in den zwei interaktiven Minis-Programmen: EINE STADT ENTSTEHT IM KINO und SILHOUETTENFILM für Kino begeistern. Kindern von vier Jahren an will LUCAS die Phantasie anregende erste Kinoerfahrungen bieten. Dieses Jahr dreht sich bei den Minis alles um das filmische Zusammenspiel von Licht und Schatten.

Die Young European Cinephiles, vier filmliebende Jugendliche aus Griechenland und Deutschland, kuratierten ihre eigene Filmreihe zum Thema virtuelle Realitäten, die sie an drei Abenden, vom 20. bis 22. September jeweils um 20:30 Uhr im Kino des Deutschen Filmmuseums, präsentieren. Am Donnerstag geht es los mit TRANSCENDENCE (US 2015, R: Wally Pfister), am Freitag läuft READY PLAYER ONE (US 2018, R: Steven Spielberg) und am Samstag schließen die Young European Cinephiles ab mit THE THIRTEENTH FLOOR (The 13th Floor – Bist du, was du denkst?, US 1999, R: Josef Rusnak).

Mit den Klassikern reist LUCAS zurück in die 1980er Jahre und lädt junge und erwachsene Kinogäste ein, die folgenden Klassiker aus der Kinder- und Jugendfilmgeschichte (wieder) zu entdecken: STAND BY ME (US 1986, R: Rob Reiner), THE GOONIES (Die Goonies, US 1985, R: Richard Donner) und E.T. THE EXTRA-TERRESTRIAL (E. T. – Der Außerirdische, US 1982, R: Steven Spielberg). Außerdem präsentiert das FILMmobil MOREN TANZT (DE 1903, R: Julius Neubronner), DANSE DU FEU (FR 1899, R: Georges Méliès) und weitere Filme, die Jugendliche vertont haben.

Partizipation heißt bei LUCAS Mitmischen!

Bereits während des Museumsuferfestes Ende August gab es im LUCAS-Zelt Infos über die vielfältigen Mitmachangebote während der Festivalwoche. © Foto: Diether v. Goddenthow
Bereits während des Museumsuferfestes Ende August gab es im LUCAS-Zelt Infos über die vielfältigen Mitmachangebote während der Festivalwoche. © Foto: Diether v. Goddenthow

LUCAS lädt vor allem zum Filmeschauen ein – und zum Mitmachen. LUCAS vertritt die Ansicht: Filmbildung kann nur dann richtig ansetzen, wenn eine intensive Auseinandersetzung mit dem Werk auf das Screening folgt. So bietet das Festival den Besucher/innen nach jeder Vorführung ein Filmgespräch direkt im Kino, oftmals auch mit Filmschaffenden. Gruppen, die sich noch einmal umfassend mit dem Gesehenen auseinandersetzen wollen, können kostenfreie Leinwandgespräche buchen. Filmpädagog/innen und Filmemacher/innen sprechen mit den Teilnehmer/innen über deren Eindrücke sowie die Filmästhetik des Werks. Darüber hinaus haben Kinder und Jugendliche verschiedene Möglichkeiten, das Festival zu gestalten. Als Festivalreporter/innen, Filmkritiker/innen, Programmkurator/innen, Moderator/innen oder als Mitglied der Jury machen sie sich LUCAS zu eigen. Neu auf der Agenda ist dieses Jahr das Projekt „LUCAS dokt“, in dem Jugendlich eine Festivaldokumentation produzieren.

Auf der Lucas-Site erfahren Sie alle weiteren Infos sowie das Programm und alle Veranstaltungsorte im Detail!

 

LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans Programm der Festivalwoche vom 20. bis 27. September online

 © Deutsches Filminstitut Frankfurt
© Deutsches Filminstitut Frankfurt

Internationales Filmschaffen für ein junges Publikum im Alter von vier Jahren bis 18plus präsentiert LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans eine ganze Woche lang, von Donnerstag, 20., bis Donnerstag, 27. September. Neben den Sektionen 8+ und 13+ gibt es im Wettbewerb die neue Sektion 16+ | Youngsters – mit Werken für Kinobesucher/innen von 16 Jahren an.

Mehr als 60 Filme geben den Kinobesucher/innen im Deutschen Filmmuseum und an weiteren Spielorten in Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden Einblicke in die Lebenswelten von Gleichaltrigen in fernen Ländern. Sie spiegeln die Realität von Heranwachsenden in aller Welt und schaffen dabei neue Perspektiven. Insgesamt konkurrieren 21 Langfilme, darunter sechs Deutschlandpremieren, und weitere 21 Kurzfilme um einen der begehrten LUCAS-Preise. Alle Wettbewerbsfilme sind in Originalfassung mit Untertiteln zu sehen. Wettbewerbsfilme mit einer Altersempfehlung bis einschließlich 14 Jahre werden zusätzlich live im Kino auf Deutsch eingesprochen.

Langfilm-Wettbewerb Sektion 8+
In Norwegen gelten Kabeljauzungen als Delikatesse und traditionell sind Kinder dafür zuständig, die Zungen herauszuschneiden. Als Zungenschneiderin behauptet sich auch die neunjährige Ylva in dem Dokumentarfilm TUNGESKJÆRNE (Zungenschneider, NO 2017, R: Solveig Melkeraaen). Die Arbeit fällt ihr leichter, als sie den elfjährigen Tobias kennenlernt. Ein packendes Abenteuer mit Tiefgang ist TITO E OS PÁSSAROS (Tito und die Vögel, BR 2018, R: Gustavo Steinberg). Um das Gegenmittel für eine Seuche zu finden, sucht Tito mit seinen Freunden nach seinem Vater, einem Vogelforscher. In Italien geht die elfjährige Silvia in LA FUGA (Abenteuer Rom, CH/IT 2017, R: Sandra Vannucchi) ganz allein auf Reisen. Auf der Zugfahrt nach Rom begegnet sie der unerschrockenen Emina, die sie schließlich bei sich in einer Romasiedlung übernachten lässt. Ihre Eltern machen sich voller Sorge auf die Suche nach ihrer Tochter. Wegen eines Einbruchs bei ihrer strengen Tante, steckt Julka in TARAPATY (Ärger Hoch Zwei, PL 2017, R: Marta Karwowska) plötzlich mitten in einem Kriminalfall. Wie gut, dass der Nachbarsjunge Oleg ihr bei den Ermittlungen hilft. Die schwungvolle Komödie JEG ER WILLIAM (Ich bin William, DK 2017, R: Jonas Elmer) gibt Einblick in Williams Leben zwischen seinem pessimistischen Onkel und seiner Mutter, die stumm im Heim lebt und ihm rätselhafte Notizen zusteckt. Die deutsch-kenianische Produktion SUPA MODO (2018, R: Likarion Wainaina) erzählt eine mitreißende Geschichte über die Kraft der Fantasie und über das Abschiednehmen. Die neunjährige Jo liegt krank im Bett, möchte aber lieber als Superheldin durch die Lüfte fliegen. Mithilfe ihrer Schwester wird ihr größter Traum wahr. Vom Abschiednehmen handelt auch SEKALA NISKALA (Sichtbar und Unsichtbar, ID/NL/AU/QA 2017, R: Kamila Andini). In den magischen Traumwelten der zehnjährigen Tantri verschwimmen die schmerzliche Realität ihres sterbenden Zwillingsbruders mit ihrer Fantasie und Hoffnung. EJNAK (Die Brille, IR 2017, R: Reza Aghaei) erzählt mit genauem Blick für kleine Gesten von den Geschwistern Saeed und Sarah, die sich auf eigene Faust auf den Weg durch die Stadt machen, um die Brille der Oma reparieren zu lassen.

Langfilm-Wettbewerb Sektion 13+
Katharina Mücksteins L’ANIMALE (AT 2018) führt in die niederösterreichische Provinz. Nach der Schule will Mati Tierärztin werden. Vorerst aber hängt sie mit ihrer Jungsclique ab. Doch genau wie zwischen ihren Eltern zuhause werden auch die Spannungen in ihrer Clique immer größer. In AMATÖRER (Amateure, SE 2018) produzieren die gelangweilten Freundinnen Dana und Aida ein Promo-Video über ihre öde Heimatstadt Lafors. Bald erfahren sie jedoch, dass ihr im Film dargestelltes Bild der Stadt den Erwachsenen nicht passt: Gabriela Pichler schuf hier ein humorvolles Plädoyer für die Meinungsfreiheit. In HOM (Zuhause, KR 2017, R: Jong-woo Kim) fällt die alleinstehende Mutter der Halbbrüder Jun-ho und Sung-ho ins Koma. Als Sung-hos Vater diesen bei sich aufnimmt, scheint sich auch Jun-ho einen Platz in der neuen Familie zu erobern, doch er spürt, dass das ungewohnte Zuhause für ihn als Fremdling fragil bleibt. Ein einfühlsames Coming-of-Age-Debüt mit musikalischem Schwung ist SATURDAY CHURCH (US 2017, R: Damon Cardasis). Der sensible 14-jährige Ulysses aus der New Yorker Bronx zieht sich am liebsten in Fantasien zurück. In der Saturday Church, einer Transgender-Gemeinschaft, findet er Anschluss und schließlich zu sich selbst. In ganz verschiedene Identitäten und Rollen schlüpft Madeline in MADELINE’S MADELINE (Madelines Madeline, US 2018; R: Josephine Decker) – sowohl auf der Bühne als auch im realen Leben. Unterstützung erfährt sie zunächst durch die charismatische Theaterregisseurin Evangeline. Doch die reizt das Talent der 14-Jährigen rücksichtslos aus. Eine Punk-Romanze mit authentischem und liebevollem Blick auf die Protagonist/innen und ihre Suche nach Identität ist LES FAUX TATOUAGES (Fake Tattoos, CA 2017, R: Pascal Plante): Mag und Théo verlieben sich auf einem Konzert Hals über Kopf. Ihnen bleibt jedoch nur ein gemeinsamer Sommer in Montréal. Auch in JORDGUBBSLANDET (Erdbeerland, SE 2016, R: Wiktor Ericsson) gestaltet es sich nicht einfach mit der Liebe. Als billiger Erntehelfer schuftet Wotjek auf den Erdbeerfeldern Südschwedens und verliebt sich ausgerechnet in Annelie, die Tochter des Grundbesitzers. Als er sich heimlich mit ihr trifft, kommt es zum Eklat. Sensibel erzählt der Film vom Loslösen von den Eltern und der ersten Liebe in einer Welt voller Vorurteile. Ein kritisches Porträt einer Jugend im digitalen Zeitalter ist die brasilianische Produktion FERRUGEM (Rost, BR 2018, R: Aly Muritiba). Als ein Sex-Video von Tati und ihrem Exfreund auf einer Pornowebsite landet, unternimmt sie in ihrer Verzweiflung einen drastischen Schritt.

Langfilm-Wettbewerb Sektion 16+ | Youngsters
RAFIKI (ZA/DE/NL/FR/KE/NO 2018, R: Wanuri Kahiu) ist eine bunte, queer-feministische Ansage von einem Film. Die jungen Frauen Kena und Ziki widersetzen sich der in Kenias Hauptstadt Nairobi vorherrschenden Homophobie und beginnen selbstbestimmt zu leben. In seinem Regie-Debüt VIRÁGVÖLGY (Blossom Valley, HU 2018) erzählt László Csuja von einem ungewöhnlichem Duo, das auf der Suche nach Geborgenheit mit einem entführten Baby im geklautem Wohnwagen durchbrennen will. In der irischen Produktion KISSING CANDICE (IE 2017, R: Aoife McArdle) wird die 17-jährige Candice fast gekidnappt. Als sie einen Epilepsie-Anfall erleidet, bleibt einer der Angreifer an ihrer Seite. In ihm erkennt Candice den jungen Mann, der seit einiger Zeit auf unerklärliche Weise ihre Träume beherrscht. Angesiedelt in den verarmten Schichten der afroamerikanischen Community Philadelphias blickt NIGHT COMES ON (US 2018, R: Jordana Spiro) auf das Leben von Kids, die sich selbst überlassen sind: Mit einer Pistole in der Handtasche machen sich die gerade aus dem Jugendknast entlassene Angel und ihre Schwester auf den Weg zum Vater, der am Atlantik ein Haus haben soll. MATAR A JESÚS (Killing Jesus, CO/AR 2017, R: Laura Mora) widmet sich den komplexen Fragen, die sich angesichts existenzieller Gewalterfahrungen stellen. In Medellín in Kolumbien wird der Vater von Paula alias Lita bei einem Attentat getötet. Plötzlich steht er vor ihr: Jesús, der Mörder ihres Vaters.

Wettbewerb Kurzfilme Sektion 8+ und 13+
21 Kurzfilme, allesamt Deutschlandpremieren, sind in den Alterssektionen 8+ und 13+ zu sehen. In vier Programmen erwartet die Festivalbesucher/innen ein breites Spektrum internationaler Animations-, Dokumentar- und Spielfilme, unter anderem aus Dänemark, Kanada, den Niederlanden und Mexiko. Ausgenommen des Kurzfilmprogramms, das ab 15 Jahren empfohlen ist, werden alle mit deutscher Live-Einsprache präsentiert.
Ausführliche Informationen zu den einzelnen Kurzfilmen auf:
lucas-filmfestival.de/programm-2018/wettbewerb-2018/

LUCAS-Preise
Am Ende der Festivalwoche winkt in der kommenden Festivalausgabe ein Preis mehr als im vergangenen Jahr: Über insgesamt sechs LUCAS-Preise entscheiden Kinder, Jugendliche und Branchenprofis in drei Jurys. Je drei erwachsene und junge Filmfans vergeben in den Sektionen 8+ und 13+ den „Preis für den besten Langfilm“ (je 5.000 Euro) und den „Preis für den besten Kurzfilm“ (je 2.000 Euro). Unter den Langfilmen der Sektion 13+ wird außerdem der „Preis für eine außergewöhnliche cineastische Leistung“ (2.000 Euro) vergeben. Den LUCAS Youngsters Award (3.000 Euro) verleiht die sechsköpfige Youngsters-Jury. Die 16- bis 18-jährigen Cineast/innen kommen aus Polen, Deutschland und Finnland. Zusätzlich verleihen Festivalbesucher/innen unter allen Langfilmbeiträgen der Wettbewerbe den undotierten Publikumspreis. Eine eigene ECFA-Jury (European Children’s Film Association) sichtet die LUCAS-Filme darüber hinaus für den ECFA-Award.

Filme und Programm für alle Altersgruppen
Neben den Filmwettbewerben bietet LUCAS ein umfangreiches Programm, das sich an ein Publikum im Alter von vier Jahren bis 18plus richtet. In der Sektion Minis vermittelt LUCAS seinen jüngsten Besucher/innen von vier Jahren an Film als Kunstform, wenn in interaktiven Programmen Licht und Schatten zum Leben erwachen. Erwachsenentauglich sind dagegen nicht nur die Filme der Sektion 16+ | Youngsters. Auch die Young European Cinephiles, vier festivalerprobte Filmfans aus Europa, präsentieren ihre eigens kuratierte Filmreihe zum Thema virtuelle Realität in der Abendschiene. Zurück in die 1980er Jahre geht es in der Reihe Klassiker, die Kultfilme aus diesem Filmjahrzehnt präsentiert.

Weitere Informationen zum Programm unter: lucas-filmfestival.de

LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans wird möglich durch zahlreiche Förderer, bei denen wir uns für ihre Unterstützung bedanken. Zu diesen zählen die Stadt Frankfurt am Main, das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst, die HessenFilm und Medien, die Stadt Eschborn, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien, die Fraport AG, der Förderkreis des Deutschen Filminstituts, die Nassauische Sparkasse, die Naspa Stiftung, die Fazit-Stiftung und das U.S. Generalkonsulat Frankfurt. Das Projekt „LUCAS dokt!“ wird ermöglicht durch „kunstvoll“, dem Programm zur Förderung kultureller Bildung des Kulturfonds Frankfurt RheinMain. Der Familientag „LUCAS digital“ wird mit Förderung der Bundeszentrale für politische Bildung veranstaltet. Unser Dank geht auch an unseren Partner ABG Frankfurt Holding sowie unseren Mobilitätspartner SKODA AUTO Deutschland.

www.deutsches-filminstitut.de | www.deutsches-filmmuseum.de
www.filmportal.de | www.europeanfilmgateway.eu
www.filmfestival-goeast.de | www.lucas-filmfestival.de

LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans 41. Ausgabe vom 20. bis 27. September in Frankfurt, Wiesbaden und Offenbach

Junge Juror/innen der Sektion 8+ und 13+ für LUCAS - Internationales Festival für junge Filmfans.  © DFI
Junge Juror/innen der Sektion 8+ und 13+ für LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans. © DFI

Junge Juror/innen der Sektion 8+ und 13+ stehen fest

Eine Woche lang jeden Morgen ins Kino statt in die Schule? Für die sechs neuen Jurymitglieder von LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans wird das vom 20. bis 27. September Wirklichkeit. Dann geht das vom Deutschen Filminstitut veranstaltete Festival, das aktuelles internationales Filmschaffen für ein junges Publikum von vier Jahren an bis 18plus präsentiert, in Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden über die Bühne. Die Filmliebhaber/innen im Alter von zehn bis 17 Jahren werden eine Woche lang den ganzen Tag Filme schauen und befinden am Ende zusammen mit den erwachsenen Jury-Kolleg/innen aus der Filmbranche in den Alterssektionen 8+ und 13+ über die besten Filme. Eine durchaus anspruchsvolle, mit vielen Diskussionen verbundene Aufgabe.

Die zwölfjährige Constanze Groß und der ein Jahr jüngere Jakob Weiß sind der Meinung, dass Filme Menschen dabei helfen können, mit bestimmten Situationen im Leben umzugehen. Der älteste der Truppe, Joshua Kiefer (17), fügt hinzu: „Von Filmen kann man lernen, auch mal die Probleme des Alltags zu vergessen und zu erkennen, dass sie nicht so wichtig sind, wie sie manchmal scheinen.“ Filme ermunterten dazu, ergänzt der 14-jährige Paul Riedel, „dass man seiner Kreativität freien Lauf lässt“ und „dass man auch mal kitschig und übertrieben sein und träumen darf“, so die 15-jährige Elisabeth Felgenhauer. Schließlich sei „das Leben doch sonst schon ernst genug.“

Elena Koschwitz (10) aus Frankfurt freut sich vor allem auf die Zusammenarbeit mit den anderen Jury-Kindern. Ihren Jury-Kollegen Jakob interessiert insbesondere, wie die erwachsenen Profis die Filme kommentieren. Am liebsten geht Jakob mit seinen Freunden ins Kino, „weil mich interessiert, was sie von dem Film halten. Kinder in meinem Alter haben andere Ansichten als Erwachsene.“ Elisabeths Lieblingsfilm ist SINGIN‘ IN THE RAIN (US, 1952, R: Gene Kelly, Stanley Donen). Was einen guten Film auszeichnet? „Für mich muss alles zusammenpassen. Im Endeffekt ist ein Film ein Gesamtkunstwerk.“ Für Paul, der bei Aschaffenburg lebt, sind es die guten Filme, die nachhaltig im Kopf bleiben. Auf die Frage, warum er Teil der Jury werden wollte, antwortet er: „Weil ich auch Filme abseits des Mainstreams kennenlernen möchte.“

LUCAS zeichnet sich jedoch nicht allein durch das qualitativ hochwertige Filmprogramm aus. Das Ziel von LUCAS ist es, jungen Menschen internationale filmische Werke näher zu bringen und die Begegnung mit der Filmkunst und den Kreativen, die dahinter stehen zu fördern. Das funktioniert am besten, wenn die Kinder und Jugendlichen Film nicht nur als Kinobesucher/innen wahrnehmen, sondern ins Festivalgeschehen einbezogen werden. Unter dem Label Mitmischen! sind Nachwuchscineast/innen dazu eingeladen, aktiv am Festival teilzuhaben. Mit am meisten freuen sich die jungen Juror/innen darauf, im Austausch mit den internationalen Filmschaffenden hinter die Kulissen eines Filmdrehs zu blicken, von ihren Erfahrungen zu hören und ihre eigenen Wahrnehmungen mitzuteilen. Elena und Paul würden gerne selbst einmal einen Film produzieren. Elena gefallen die Filme der HARRY POTTER Reihe besonders gut (US/GB, 2001-2011, R: Chris Columbus, Alfonso Cuarón, Mike Newell, David Yates). Wenn sie selbst mal als Regisseurin aktiv wird, würde sie wohl einen Action-Film drehen, sagt sie.

Die Erfahrung, dass Kino außerhalb von Deutschland ganz anders sein kann, hat Joshua in Malta gemacht. Als er sich WONDER WOMAN (US, 2017, R: Patty Jenkins) ansah, wurde der Film plötzlich in der Mitte gestoppt, nur damit sich die Kinobesucher/innen frisches Popcorn holen konnten. „Als der Typ am Schalter unsere verständnislosen Blicke sah, erklärte er uns: ‚It’s like a tradition here.'“ Die Vorfreude der Jurymitglieder darauf, eine Woche im Kino in Filmwelten abzutauchen, ist groß. „Wenn ich im Kino bin, kann ich mich ganz auf den Film einlassen und ich werde nicht durch mein Handy oder Hausaufgaben abgelenkt“, sagt Elisabeth. Als Bonus nennt sie die Tatsache, eine Woche schulfrei zu haben.

Interessierte, die gerne bei LUCAS mitmachen möchten, können beim aktuellen Festival noch als Moderator/in, Filmkritiker/in oder Festivalreporter/in mitmischen und mitgestalten.

Weitere Informationen: lucas-filmfestival.de

Deutsches Filminstitut – DIF e.V.
Deutsches Filmmuseum
Schaumainkai 41
60596 Frankfurt am Main

www.deutsches-filminstitut.de | www.deutsches-filmmuseum.de
www.filmportal.de | www.europeanfilmgateway.eu
www.filmfestival-goeast.de | www.lucas-filmfestival.de

Sonderausstellung:
Kubricks 2001. 50 Jahre A SPACE ODYSSEY
März bis 23. September 2018
2001.deutsches-filmmuseum.de

Besucherrekord beim 40. LUCAS-Filmfestival // Bis zum Jahreswechsel touren Festivalfilme durch ganz Hessen // Festivaltermin 2018: 20. bis 27. September 2018

Foto: Diether v. Goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow

Die 40. Ausgabe von LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans ging mit einem Rekordergebnis zu Ende: Rund 8.700 Besucher/innen kamen zu Filmvorstellungen, Gesprächen mit Filmschaffenden aus der ganzen Welt, Workshops und partizipativen Angeboten. Allein der Familientag am 3. Oktober lockte mehr als 1.600 Filmbegeisterte jeden Alters zu Film- und Mitmachangeboten ins Deutsche Filmmuseum.

Noch bis Jahresende bietet LUCAS mit seiner FILMMOBIL-Tour durch Hessen und einem Gastspiel in Eschborn jungen Kinofans Gelegenheit, aktuelles internationales Filmschaffen auf der großen Leinwand zu erleben.
Das FILMMOBIL präsentiert in Nidda, Witzenhausen und Heppenheim Filme aus dem Festivalprogramm. In begleitenden Workshops lernen Schüler/innen Grundbegriffe der Filmanalyse kennen und diskutieren die eigene Sichtweise auf ihr Filmerlebnis.

In Eschborn stellen am 8. November Schüler/innen der Hartmutschule gleichaltrigen Eschborner/innen in der örtlichen Stadthalle den Film KÖNIGIN VON NIENDORF (DE 2016) von Joya Thome vor. Am 20. Dezember wird dieser noch einmal in Kooperation mit dem FILMMOBIL in Heppenheim präsentiert. In Nidda zeigt LUCAS am 18. Dezember SCHWALBEN UND AMAZONEN (UK 2016, R: Philippa Lowthorpe, OF mit dt. Einsprache). DAS MÄDCHEN VOM ÄNZILOCH (CH 2016, R: Alice Schmid), Gewinnerfilm des ECFA-Awards (Auszeichnung der European Children’s Film Association), ist in Witzenhausen am 21. Dezember zu sehen.

Das Kinderkino des Deutschen Filmmuseums präsentiert bis Anfang 2018 freitags und sonntags ausgewählte Höhepunkte aus den vergangenen vier Jahrzehnten Kinder- und Jugendfilmfestival in Frankfurt: am 20. und 22. Oktober BLAUVOGEL (DDR 1979; R: Ulrich Weiß), am 17. und 19. November JULIANA (PE 1988, R: Fernando Espinoza, Alejandro Legaspi) und am 1. und 3. Dezember HENRY UND VERLIN (CA 1994, R: Gary Ledbetter). Anfang 2018 werden DAS GESCHENK GOTTES (BF 1982) von Gaston Kaboré und Lasse Hallströms MEIN LEBEN ALS HUND (SE 1985) gezeigt.

Das 41. LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans wird vom 20. bis 27. September 2018 stattfinden.

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Termine und Spielorte FILMMOBIL:

Montag, 18. Dezember, 9.00 Uhr | Lumos & Lichtspiel Lounge Nidda
SCHWALBEN UND AMAZONEN (UK 2016, R: Philippa Lowthorpe, OF mit dt. Einsprache)

Mittwoch, 20. Dezember, 9.30 Uhr | Saalbau Filmtheater Heppenheim
KÖNIGIN VON NIENDORF (DE 2016, R: Joya Thome)

Donnerstag, 21. Dezember, 9.30 Uhr | Capitol Kino Witzenhausen
DAS MÄDCHEN VOM ÄNZILOCH (CH 2016, R: Alice Schmid)

Filmreihe LUCAS #40
Kino des Deutschen Filmmuseums

Freitag, 20. Oktober, 14.30 Uhr und Sonntag, 22. Oktober, 15.00 Uhr
BLAUVOGEL (DDR 1979; R: Ulrich Weiß)

Freitag, 17. November, 14.30 Uhr und Sonntag, 19. November, 15.00 Uhr
JULIANA (PE 1988, R: Fernando Espinoza, Alejandro Legaspi)

Freitag, 1. Dezember, 14.30 Uhr und Sonntag, 3. Dezember, 15.00 Uhr
HENRY UND VERLIN (CA 1994, R: Gary Ledbetter)

Geplant in 2018:
DAS GESCHENK GOTTES (BF 1982, R: Gaston Kaboré)
MEIN LEBEN ALS HUND (SE 1985, R. Lasse Hallströms)

40. LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans – 1. bis 7. Oktober 2017 im Filmmuseum Frankfurt


In einem Monat ist es so weit: LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans lädt seine Gäste vom 1. bis 7. Oktober zum 40. Mal an fünf Spielorte nach Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden. Das Festivalprogramm richtet sich an ein Publikum von vier Jahren bis 18plus.

In der Woche vor den Herbstferien präsentiert LUCAS mehr als 70 Filme aus 35 Ländern. Zu vielen Filmvorstellungen reisen Filmschaffende aus aller Welt an, um ihre Filme vorzustellen und um sich mit ihrem jungen Publikum auszutauschen. „Ich freue mich auf die vielen internationalen Filme, die unseren jungen Besucher/innen Einblicke in andere Lebenswelten bieten und auf die Begegnungen mit ihren Macher/innen, die von überall her anreisen und sich mit den Kindern und Jugendlichen über ihre Arbeit austauschen“, sagt Festivalleiterin Julia Fleißig.

Filmprogramm für junges Publikum von vier Jahren bis 18plus
Vier Kurzfilmprogramme und 16 Langfilme konkurrieren in den Filmwettbewerben der Alterssektionen 8+ und 13+ um die LUCAS-Preise. Diese werden am Ende der Festivalwoche von den beiden Jurys, die sich aus je drei erwachsenen und drei jungen Filmfans zusammensetzen, verliehen. Vor allem für Schulklassen sind die Wettbewerbsfilme interessant. Für diese wird pädagogisches Material zur Verfügung gestellt. Das Spektrum der Filme reicht von Spielfilmen über Animationsfilme bis zu Experimental- sowie Dokumentarfilmen. LUCAS präsentiert seinen Festivalbesucher/innen in den Langfilmwettbewerben vier Deutschlandpremieren: Die Schweizer Produktion DAS MÄDCHEN VOM ÄNZILOCH (CH 2016, R: Alice Schmid) zeigt LUCAS am Donnerstag, 5. Oktober, in Wiesbaden und am Freitag, 6. Oktober, im CineStar Metropolis in Frankfurt. Im Kino des Deutschen Filmmuseums sind am Mittwoch und Donnerstag, 4. und 5. Oktober, Philippa Lowthorpes SWALLOWS AND AMAZONS (Schwalben und Amazonen, GB 2016) sowie der iranische Spielfilm HELMSMAN (Steuermann, IR 2016, R: Majid Esmaeili) zu sehen. Ebenfalls am Mittwoch und Donnerstag stellt LUCAS die philippinische Produktion WAN-TU-TRI (1-2-3) (1-2-3, PH 2016, R: Carlo Obispo) im CineStar Metropolis in Frankfurt vor. Alice Schmid, Carlo Obispo und Majid Esmaeili sowie Javad Jafargholizad, Produzent von Helmsman, stehen ihrem jungen Publikum in Film- und Leinwandgesprächen Rede und Antwort.

Mit der Reihe „Minis“ möchte LUCAS seine jüngsten Festivalbesucher/innen, die noch nicht zur Schule gehen, neugierig machen auf das Erlebnis Kino. Auf drei Klassiker aus der Filmgeschichte können sich junge, aber auch erwachsene Filmliebhaber/innen, freuen. Am Donnerstag, 5. Oktober, ist im Offenbacher Kino im Hafen 2 OLIVER TWIST (GB 1948, R: David Lean) zu sehen. Das Cinema zeigt am Mittwoch, 4. Oktober, DIE HALBSTARKEN (BRD 1956, R: Georg Tressler) und im CineStar Metropolis läuft am Freitag, 6. Oktober, Charles Chaplins THE KID (Der Vagabund und das Kind, US 1921). An drei Abenden präsentieren die „Young European Cinephiles“, sechs Jugendliche aus Deutschland und Slowenien, ihr eigens kuratiertes Programm aus den Filmen HOUSTON, WE HAVE A PROBLEM! (SI/HR/CZ/QA 2016, R: Ziga Virc), THE CONGRESS (IL/DE/BE/LU/PL/FR 2013, R: Ari Folman) und SYNECDOCHE, NEW YORK! (US 2008, R: Charlie Kaufman) im Kino des Deutschen Filmmuseums. Die Jugendlichen widmen sich der Frage, wie und ob in der heutigen Welt noch zwischen wahr und unwahr unterschieden werden kann und laden nach ihren Filmvorstellungen zur Diskussion.

Das Programm mit allen Filmen aus der Festivalwoche finden Sie auf der Website: http://lucas-filmfestival.de/programm-2017/alle-filme-2017

Begleitprogramm: Podiumsdiskussion und Familientag
Auch abseits des Kinosessels dürfen sich Besucher/innen auf spannende Programmpunkte freuen: Eine Podiumsdiskussion am Donnerstag, 5. Oktober, widmet sich dem Thema Nachwuchsfilm und junges Publikum. Vor der Diskussion haben interessierte Kinder- und Jugendfilmschaffende die Gelegenheit, sich beim Förder-Speeddating mit Vertreterinnen zweier Förderinstitutionen über Finanzierungsmöglichkeiten zu informieren. Im Anschluss an die Diskussion laden FilmInFrankfurt und die Wirtschaftsförderung Frankfurt gemeinsam mit dem Stammtisch der Filmemacher zu einem Get-Together mit Vertreter/innen der regionalen Filmbranche und internationalen Festivalgästen ein. Ein Besuch im Deutschen Filmmuseum lohnt sich besonders mit der ganzen Familie am Dienstag, 3. Oktober. Bei freiem Eintritt können die Gäste am Familientag bei einer Vielzahl von Mitmach-Aktionen in die Welt des Films eintauchen. Am Nachmittag macht LUCAS-Jurymitglied Tobias Krell, besser bekannt als „Checker Tobi“ vom KIKA, den Festivalcheck. In einer Festivalplakatausstellung blickt LUCAS zurück auf 39 Ausgaben. Die Ausstellung im Foyer des Deutschen Filmmuseums beginnt bereits am Dienstag, 26. September, und gibt Einsichten in die Festivalgeschichte aus der grafischen Perspektive.

Bereits im September stimmt sich LUCAS in einer Jubiläumsfilmreihe auf die 40. Ausgabe ein. Am Freitag, 8., und Sonntag, 10. September, ist HOPPET – DER GROSSE SPRUNG INS GLÜCK (SE/NO/DE 2007, R: Petter N¿ss), ein Spielfilm der 30. Ausgabe von LUCAS, zu sehen. TOM SAWYER (DE 2011, R: Hermine Huntgeburth) aus der 34. Ausgabe von LUCAS, wird am Freitag, 15., und Sonntag, 17. September, im Kino des Deutschen Filmmuseums gezeigt. Auch über die Festivalwoche hinaus präsentiert LUCAS in der Jubiläumsfilmreihe herausragende Filme aus den vergangenen 39 LUCAS-Festivalausgaben.

Ob mit der Schulklasse oder in Begleitung von Freund/innen oder der Familie: LUCAS hält für seine Besucher/innen ein spannendes und thematisch facettenreiches Programm für jedes Alter bereit.

Jetzt buchen und akkreditieren
Vorteile für Frühbucher/innen: Für Gruppen von zehn Personen an gilt bis zum 15. September der Frühbucherpreis von drei Euro pro Ticket, ausgenommen hiervon sind die Vorstellungen in der Caligari FilmBühne. Auf der Website lucas-filmfestival.de sind alle Informationen rund um das Festival mit seinen Filmprogrammen und Veranstaltungen zu finden.

Preise
3,50 Euro für junge Filmfans bis einschl. 20 Jahre
1,50 Euro für Frankfurt-Pass-Inhaber/innen
7,00 Euro für Erwachsene
5,00 Euro ermäßigter Eintritt für Erwachsene
(Studierende, Azubis, Rentner/innen, Schwerbehinderte)

Frühbucherpreis
3,00 Euro Frühbucherpreis für junge Filmfans bis einschl. 20 Jahre bis zum 15. September 2017 (ausgenommen Caligari FilmBühne).

Begleitpersonen von Gruppen mit mehr als zehn jungen Filmfans erhalten freien Eintritt (max. 3 Begleitpersonen, Caligari FilmBühne max. 2).

Akkreditierung
Bis zum 15. September können Akkreditierungsausweise bestellt werden.
10,00 Euro für Studierende
30,00 Euro für Fachbesucher/innen

Weitere Informationen und Buchungsberatung unter:
info@lucasfilmfestival.de
Tel.: 069 961 220 678

Festivalzentrum
Deutsches Filmmuseum
Schaumainkai 41, 60596 Frankfurt am Main
U1, U2, U3, U8 / Station: Schweizer Platz
U4, U5 / Station: Willy-Brandt-Platz
Straßenbahn 14, 15, 16 / Station: Gartenstraße
Bus 46 / Station: Untermainbrücke

Spielstätten
Kino des Deutschen Filmmuseums (Frankfurt)
CineStar Metropolis (Frankfurt)
CINEMA (Frankfurt)
Caligari FilmBühne (Wiesbaden)
Kino im Hafen 2 (Offenbach)

www.deutsches-filminstitut.de
www.deutsches-filmmuseum.de
www.filmportal.de
www.europeanfilmgateway.eu

LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans freut sich auf ein spannendes Programm zur 40. Ausgabe des Festivals vom 1. bis 7. Oktober

© Deutsches Filminstitut
© Deutsches Filminstitut

Mitglieder der Jury stehen fest +++ Heute: Die Jurykids 8+ und 13+

LUCAS Internationales Festival für junge Filmfans präsentiert vom 1. bis 7. Oktober 2017 herausragende Filme für junges Publikum im Deutschen Filmmuseum und an weiteren Spielorten in Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden. Das breite Spektrum an Spiel-, Dokumentar-, Animations- und Experimentalfilmen, die in der Regel in Originalfassung angeboten werden, richtet sich an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene von vier Jahren bis 18plus. LUCAS bietet dem Publikum zahlreiche Möglichkeiten, das Festival mitzugestalten: hinter und vor der Kamera, als Jurymitglieder oder Moderator/innen. In spannenden Gesprächen mit den Gästen können junge Filmfans eine Woche lang in die Welt der Filme eintauchen.

Heranwachsende, die sich in der Jury engagieren, haben eine große Aufgabe vor sich: Eine Woche lang, vom 1. bis 7. Oktober, schauen die jungen Juroren jeden Tag viele Stunden lang Filme zusammen mit ihren Jury-Kollegen. Danach bestreiten sie zuweilen anstrengende Diskussionen über die gesehenen Werke, bis am Ende der Woche schließlich die Entscheidungen über die Auszeichnungen fallen. Sechs Jurykids im Alter von zehn bis 16 Jahren sind auch dieses Jahr wieder dabei und freuen sich auf eine aufregende Woche mit vielen Filmen:
Die zehnjährige Rosalie Pascal weiß ganz genau, worauf sie dabei achten muss: „Gute Musik, guter Schnitt, gutes Schauspiel, vielseitiger Perspektivenwechsel“ das macht für die Schülerin der IGS Nordend einen guten Film aus, schreibt sie in ihrem Steckbrief. Die Entdeckung, dass man wird man nicht erwischt im Kino auch andere Sachen machen kann, als nur Filme zu schauen, hat der elfjährige Aki Teuchmann gemacht, als der Elisabethenschüler mit seinem Cousin einmal ganz alleine im Kino war. Die beiden Jungs nutzten die Gelegenheit: „Wir sind während des Films über die Stühle geklettert.“ Der zehnjährige Jan Alexander Vossen hat hohe Ansprüche ans Kino: Ein Film, verlangt er, „sollte lustig, traurig und spannend sein“. Am liebsten geht der Merianschüler mit seinen Freunden ins Kino, „weil man da noch mehr lacht“.

Happy Ends sind der 16-jährigen Carla Zimmer von der Maria-Ward-Schule in Mainz wichtig, aber auch, dass der Film „realistisch ist und zum Nachdenken anregt“. Dabei geht sie besonders gerne mit ihrer Schwester ins Kino, und am liebsten in eine Komödie. Bei LUCAS hat sie sich beworben, weil sie sich für das Schauspielen interessiert. „Außerdem tausche ich mich über die Filme gerne aus.“ Wann gehen sie besonders gerne ins Kino?, fragt der Steckbrief die künftigen Juroren. „Wo Schauspieler mitspielen, die ich mag“, bekennt die 13-jährige Annalena Ames, die das Frankfurter Goethe-Gymnasium besucht. TRAUMFRAUEN (DE 2015, R: Anika Decker) mit Elyas M’Barek nennt sie als ihren aktuellen Lieblingsfilm.
Visual effects sind für den 16-jährigen Oskar Sachs besonders wichtig, der den Sci-Fi-Film MOON (UK 2009, R: Duncan Jones) als seinen Favoriten bezeichnet. Am Ende nennt der Goethe-Gymnasiast jedoch „das Skript als Schlüsselpunkt“ für einen guten Film. Bei LUCAS macht er mit, weil er hofft, hier Filme abseits des Mainstream-Kinos zu sehen: „Ich hoffe, etwas daraus für eigene Filmprojekte zu lernen.“

40 Jahre LUCAS: Familientag am Dienstag, 3. Oktober
Ein besonders üppiges Festprogramm wird es beim Familientag am Dienstag, 3. Oktober, geben, bei dem alle Interessierten eingeladen sind, mit LUCAS die 40. Festivalausgabe zu feiern.

Preisverleihung zum Abschluss von LUCAS Internationalem Festival für junge Filmfans 18. bis 25. September 2016 in Frankfurt am Main

LUCAS Internationales Festival für junge Filmfans ist in der Zielgeraden angekommen: Bei der Preisverleihung am Samstagabend im Kino des Deutschen Filmmuseums jubelten zahlreiche Besucher/innen und Filmschaffende den Gewinnern der Hauptpreise zu:

Langfilme:

Die mit jeweils 5000 Euro dotierten Preise für die Langfilme gingen an OFFLINE (Altersgruppe 8+) und SPARROWS (Altersgruppe 13+). Eine besondere Erwähnung erhielten ADAMA (FR 2015, R: Simon Rouby 8+) und SAIRAT (Wild, IN 2016, R: Nagraj Manjule 13+).

Statt für das Abitur zu pauken, levelt Jan sich in OFFLINE DAS LEBEN IST KEIN BONUSLEVEL (DE 2014/2015, R: Florian Schnell) lieber als Krieger Fenris im Online-Game „Utgard nach oben und verbringt seine Tage und Nächte vor dem Rechner. Als sein Account von einem Gegenspieler gehackt wird, muss er sich der größten Quest seines Lebens stellen: Auf seiner Reise durch die echte Welt trifft er auf die durchgeknallte Gamerin Karo. Verbündet für die Rückeroberung ihrer gestohlenen Avatare, entdecken die beiden Teenager schließlich ihre wahre Identität.
Jurybegründung OFFLINE: Wir wollen den größten Preis einem Film geben, der ein wichtiges Thema mit viel Witz und Komik erzählt. Auf ganz vielen Ebenen ist es gelungen, Spiel und Realität immer wieder elegant zu verweben. Mit Charme, Witz, dem notwendigen Durchsetzungsvermögen und Teamgeist meistert die Hauptfigur alle Herausforderungen das wird kongenial gespielt von Moritz Jahn. Lobende Erwähnung ADAMA: Lobend erwähnen wollen wir einen Film, der mit einzigartiger Ästhetik einen neuen Blick, nämlich von Westafrika her, auf den Ersten Weltkrieg wirft. Die Bilder in dem Animationsfilm wirken wie wunderschöne Gemälde, wobei sie von der Idylle in die Grauen des Krieges, von der Wärme in die Düsternis führen. Der Film zeigt uns, wie ein Kind seinen Bruder mit Hartnäckigkeit und Stärke rettet, und hat uns so beeindruckt, dass er zu unseren beiden Favoriten für den Hauptpreis wurde.

In die unwirtliche Einöde Islands und die Obhut seines alkoholkranken Vaters verbannt, sucht der 16-jährige Ari in SPARROWS (IS/DK/HR 2015, R: Rúnar Rúnarsson) nach Zuneigung, Sinn und Identität. Ari erlebt den Weg vom unschuldigen Chorknaben zum jungen Mann nicht als beglückende oder befreiende Erfahrung. Rúnar Rúnnarson erzählt die emotionale Tour de Force unkonventionell langsam, lakonisch und wortkarg. Sprechen lässt er vor allem die Filmbilder, die Aris stille Klage über den Verlust von Kindheit, Geborgenheit, Unschuld und Vertrauen visuelle Resonanz bieten. Der Film wurde in dieser Woche von Island ins Oscar®-Rennen um den besten fremdsprachigen Film geschickt.
Jurybegründung SPARROWS: SPARROWS führt uns in ein abgelegenes Fischerdorf in Island, wo Liebe und Zuneigung der einzige Trost sind. Die hervorragenden Schauspieler vermitteln uns ganz unmittelbar, wie schwierig es für Teenager sein kann, mit der rauhen Erwachsenenwelt zurechtzukommen. Lobende Erwähnung SAIRAT: Ein relevanter und mutiger Film, der die Aufmerksamkeit auf zahlreiche Themen lenkt, unter anderem die Genderfrage. Der Film spielt mit den altbekannten Stereotypen und nimmt uns mit auf eine dramatische Reise, die einen bleibenden Eindruck hinterlässt

Kurze und mittellange Filme
Die mit jeweils 2000 Euro dotierten Preise in der Kategorie Kurze und mittellange Filme gingen an YAADIKOONE (FR 2016, R: Marc Picavez Altersgruppe 8+) und an KEMERALI ÇOCUK (Junge mit Kamera, TR 2016, R: Ibrahim Yesilbas Altersgruppe 13+). Eine besondere Erwähnung erhielten KI (NL 2015, R: Meikeminne Clinckspoor 8+) und ORMAN (Der Dschungel, TR 2015, Regie: Arif Onur Saylak, Dogu Yasar Akal 13+)

Während Yaadi im Film YAADIKOONE das Dach repariert, erfährt er alles über seinen Namensvetter Yaadikoone, der als Robin Hood Senegals in die Geschichte einging.
Jurybegründung YAADIKONE: Wir wollen einen Film auszeichnen, der uns mit seiner außergewöhnlichen Kameraarbeit in eine andere Welt in den Senegal entführt. Das stimmige ästhetische Konzept, auch von Musik und Montage, hat uns überzeugt. Der junge Held macht sich stark für sich und für seine Umgebung und kann andere Kinder damit inspirieren. Der Preis für den besten Kurzfilm geht an Yaadikone. Lobende Erwähnung KI: Wir möchten einen Film lobend erwähnen, der ein schweres Thema einem jungen Publikum poetisch und emotional näher bringt. Die beiden jungen Hauptdarsteller zeigen authentisch, was es bedeutet, Geschwister zu haben und sie zu verlieren. Auch die tollen Bilder, die Motive und die Liebe zum Detail haben uns beeindruckt.

Obwohl er auf seiner Flucht vieles aufgeben musste, hat Jwan seine Leidenschaft für Film nicht verloren. Mit einer alten Kamera filmt er in JUNGE MIT KAMERA nun andere Geflüchtete und entlockt ihnen ihre Ängste, Wünsche und Hoffnungen.
Jurybegründung JUNGE MIT KAMERA: JUNGE MIT KAMERA erhält die Auszeichnung für seine Fähigkeit, eine Kamera in ein machtvolles Instrument zu verwandeln, das den Schmerz von Geflüchteten vermittelt und auf Frieden in Syrien hoffen last. Lobende Erwähnung ORMAN: Eine lobende Erwähnung erhält ORMAN für seine herausragende Kinematographie und seinen kunstvollen Weg, die Schwierigkeiten von Geflüchteten in der westlichen Welt darzustellen.

Sir Peter Ustinov Award – für eine außergewöhnliche cineastische Leistung
Der mit 2000 Euro dotierte Sir Peter Ustinov Award geht an die Regisseurin Leyla Bouzid für die besondere Regie-Leistung bei ihrem Film À PEINE J’OUVRE LES YEUX (Kaum öffne ich die Augen, FR/BE/AE/TN 2015), in dem die 18-jährige Farah in Tunis 2010, kurz vor dem „Arabischen Frühling für ihre Träume kämpft. Sie soll auf Wunsch ihrer Familie Ärztin werden, doch Farah hat ihre eigenen Vorstellungen: Sie singt in einer Rockband und gerät schließlich in Konflikt mit Regierung und Geheimpolizei. Dann verschwindet Farah und ihre Mutter begibt sich auf eine verzweifelte Suche.
Jurybegründung: Die Auszeichnung erhält Leyla Bouzid für ihren erfolgreichen Versuch, einen gut ausbalancierten Coming-of-Age-Film zu drehen, der auf der einen Seite die Fähigkeit der Jugend betont, unterdrückerische Systeme zu stürzen, dabei aber einen künstlerischen Anspruch nicht außer Acht lässt.

ECFA-Award
Die dreiköpfige Jury der Europäischen Kinderfilmvereinigung ECFA (European Children’s Film Association) verlieh ihren ECFA-Award an RAUF (TR 2016, Regie: Baris Kaya, Soner Caner). Der Film erzählt die Geschichte des neunjährigen Rauf, der im Kriegsgebiet im Nordosten der Türkei lebt. Als er nicht mehr zur Schule gehen will, schickt ihn sein Vater als Lehrling zu einem Schreiner. Rauf lernt schnell, befeuert von seiner Zuneigung zu Zana, der Tochter des Schreiners und doppelt so alt wie Rauf.

Jurybegründung: Die Jury war nachhaltig beeindruckt von der stimmungsvollen Bildgestaltung und der sehr natürlichen Kamera. Aber der Film hat darüber hinaus eine überwältigende Dramaturgie, in der Kleinigkeiten den Blick für das große Ganze öffnen. Wir waren begeistert, wie es den Filmemachern gelingt, ohne brutale Bilder über den Krieg zu erzählen, in dem man vor allem die Konsequenzen für den Alltag der Menschen in der Region portraitiert. Dass der Film aus dem Blickwinkel eines Jungen erzählt wird, der nicht nur seine Verliebtheit, sondern auch seine Träume mit großer Hingabe verfolgt, empfinden wir als Chance. Die Jury ist davon überzeugt, dass dieser sensible Coming of Age Film ein großes Publikum weltweit verdient, denn seine Geschichte ist relevant und universell.

Der via Stimmzettel ermittelte, undotierte LUCAS-Publikumspreis geht an:
SAIRAT (Wild, IN 2016, R: Nagraj Manjule) Die Liebesgeschichte, die zunächst wie ein buntes Bollywood Musical anmutet, verwandelt sich in ein gesellschaftskritisches Drama, das Kastendiskriminierung im heutigen Indien thematisiert und durch seine anspruchsvolle Kameraarbeit beeindruckt.

Insgesamt präsentierte LUCAS in seiner 39. Ausgabe 28 Langfilme, 44 kurze und mittellange Filme aus 27 Ländern. Die Jurys setzten sich paritätisch je nach Altersgruppe aus Kindern oder Jugendlichen auf der einen Seite und Filmexpert/innen auf der anderen Seite zusammen. Zahlreiche neue partizipative Projekte, bei denen Kinder und Jugendliche am Festival teilhaben konnten, bereicherten LUCAS 2016. Ein Höhepunkt auf der Preisverleihung am Samstag war die Live-Vertonung eines Experimentalfilms: Jugendliche einer Frankfurter Intensivklasse hatten diese musikalische Darbietung während der Festivalwoche gemeinsam mit den Musikerinnen Eunice Martins und Laura Mello vorbereitet. Von einer „wunderbaren Atmosphäre“ auf dem an internationalen Begegnungen reichen Festival berichtet die Künstlerische Leiterin von LUCAS, Cathy de Haan, die sich an „viele bewegende Momente“ erinnert, „allen voran das emotionale Skype-Gespräch mit dem Protagonisten des gleichnamigen Dokumentarfilms MUSSA“ oder das Filmgespräch mit dem Team von RAUF und dem herausragenden jungen Darsteller Alen Hüseyin Gürsoy. De Haan freute sich natürlich auch über den Zuspruch zum neuen LUCAS-Konzept, den sie von vielen Seiten mit Angeboten zu zukünftigen Kooperationen erfahren hatte und dankte neben den Förderern auch den zahlreichen ehrenamtlichen Helfer/innen, die das Festival erst möglich machten.

Mit rund 150 Teilnehmer/innen sehr erfolgreich verlief die Tagung und Zukunftswerkstatt „Film, Flucht und Interkultur“ (21. bis 23. September), die am Freitagabend zu Ende ging. Den engagierten Austausch von Filmvermittler/innen und Filmschaffenden hatten das Deutsche Filminstitut und die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut organisiert. Eine ausführliche Pressemitteilung zu den auf der Tagung erarbeiteten Ergebnissen folgt kommende Woche.

LUCAS Internationales Festival für junge Filmfans wird möglich durch zahlreiche Förderer, für deren Unterstützung wir uns bedanken. Zu diesen zählen die Stadt Frankfurt am Main, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst, die HessenFilm und Medien, die Europäische Union (Creative Europe), die Peter Ustinov Stiftung, die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien, traffiQ, die Fraport AG, der Förderkreis des Deutschen Filminstituts, Fazit-Stiftung und Vision Kino. Unser Dank geht auch an unseren Partner ABG Frankfurt Holding sowie unseren Mobilitätspartner ŠKODA AUTO Deutschland.