Kategorie-Archiv: Literaturhaus Frankfurt

Fünf Autoren der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2017 lasen im Literaturhaus Frankfurt aus ihren Werken

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Bereits zum zehnten Mal veranstalteten gestern Abend das Kulturamt Frankfurt am Main und das Literaturhaus Frankfurt in Kooperation mit der Börsenverein des Deutschen Buchhandels Stiftung anlässlich des 13. Deutschen Buchpreises den Shortlist-Abend, bei dem fünf der sechs potentiellen diesjährigen Buchpreisträger aus ihren Werken lasen und diese in Interviews mit Sandra Kegel, F.A.Z., Alf Mentzer, hr2-kultur und Gert Scobel, 3sat vorstellten.

Hauke Hückstädt, Leiter des Literaturhauses Frankfurt. Foto: Diether v. Goddenthow
Hauke Hückstädt, Leiter des Literaturhauses Frankfurt. Foto: Diether v. Goddenthow

Hauke Hückstädt, Leiter des Literaturhauses Frankfurt, freute sich bei der Begrüßung, „dass sechs Autoren auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis stehen, die kürzlich oder regelmäßig oder in Kürze ohnehin unsere Gäste waren, sind oder sein werden“, unter anderem Shooting-Star Sasha Marianna Salzmann, die für ihr Debüt „Außer sich“ (Suhrkamp Verlag, 2017) demnächst im Literaturhaus Frankfurt den Preis der Jürgen-Ponto-Stiftung entgegennehmen kann. Er gratulierte allen Autorinnen und Autoren für ihren großen Erfolg, es in diese hochkarätige Endrunde geschafft zu haben.

Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig. Foto: Diether v. Goddenthow
Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig. Foto: Diether v. Goddenthow

Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig, als Autorin und gewesene Literaturkritikerin bestens im Literaturbetrieb unterwegs, weiß, dass der große Erfolg auf der Shortlist zu stehen, durchaus als Kehrseite auch eine Strapaze für die Autoren bedeute. Aber  Strapaze, Nervosität, Konkurrenz  usw. gehörten eben auch zum Prozedere des Deutschen Buchpreises dazu.  Aber etwas sei dieses Jahr anders, stellte Hartwig fest:  Zum ersten Mal, so ihr Gefühl, sei die Jury nicht kritisiert, sondern sogar von den Medien gelobt worden. Sie habe den Eindruck, dass dieses Mal die ästhetische Qualität im Vordergrund stehe und der Buchpreis in diesem Jahr seine Aufgabe im Ideal-Sinne erfülle, so die Kulturdezernentin. Eine wirkliche Krise des Buches, die schon immer vor jeder  Buchmesse ausgerufen wurde, gäbe es nicht,  allenfalls eine Krise des Lesens, da das Internet unser Verhältnis zur Zeit verändert habe, insbesondere von Frauen, den Hauptleserinnen. War die Großzeit des Romanlesens im 19. und 20.Jahrhundert, ist die Aufgabe des Romans, oder das, was die Romane können, gleichgeblieben, so Hartwig: „Sie sind  einzigartig in der Erforschung des menschlichen Innenlebens.“ Diese Introspektion  könnten weder Film noch bildende Kunst leisten. „Das können tatsächlich nur Romane leisten“,  weswegen die Neugier auf Romane – wie auch der große Andrang des Leserpublikums heute Abend zeige – ungebrochen bleibe.

Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Foto: Diether v. Goddenthow
Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Foto: Diether v. Goddenthow

Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels , griff nicht zu hoch, als er noch ein  Schippchen drauflegte, indem er dem Publikum zurief: „Sie werden Zeugen, wie die Besten der Besten nicht nur Rede und Antwort stehen, sondern aus ihren Werken lesen werden. Das ist ein Genuss, den es so ohne Weiteres  nicht gibt!“ Skipis lobte und dankte der Jury für „die Ungeheuerlichkeit“:  sie habe über 200 Neuerscheinungen in dieser Saison nicht nur gesichtet,  sondern gelesen und daraus eine Longlist von 20 Titeln und schließlich eine Shortlist von 6 Titeln destilliert. Sie würden da heraus  am 9. Oktober 2017 auf der Veranstaltung im Kaisersaal des Römers der Stadt Frankfurt die Siegerin oder den Sieger des Deutschen Buchpreises küren.
Trotz des gewaltigen Medienumbruchs der vergangenen 10 bis 15 Jahre habe sich – auch im Umsatz der Branche – gezeigt, so Skipis, dass das Buch in der Gesellschaft fest verankert sei, weil es ganz offensichtlich die passgenaue Antwort auf  ein Bedürfnis der Menschen sei, von  anderen Menschen zu erfahren, was sie bewege, was ihre Visionen, ihre Leidenschaften  und ihre Obsessionen seien, was sie dächten. Die Rolle des Romans hatten einst, als man noch nicht publizieren konnte, Geschichtenerzähler inne, um die herum Menschen mit staunenden Augen saßen und gebannt vernahmen, was diese kundtaten. „Genau das tut Literatur. Daher ist es mir um das Buch überhaupt nicht bange. Ich weiß genau, dass wir das Buch als das, was es ist, als eine lineare Erzählung,  eigentlich alle wollen. Insofern mache ich mir keine Sorgen um das Buch“, so Skipis.

Floß der Medusa

Autor Franzobel und FAZ-Feuilleton-Redakteurin Sandra Kegel. Foto: Diether v. Goddenthow
Autor Franzobel und FAZ-Feuilleton-Redakteurin Sandra Kegel. Foto: Diether v. Goddenthow

Autor Franzobel und FAZ-Feuilleton-Redakteurin Sandra Kegel eröffnen mit dem Roman „Das Floß der Medusa“ die Shortlist-Runde. Der österreichische Autor Franzobel, Bachmann-Preisträger 1995, ist literarisch breit aufgestellt. In Anlehnung an Théodore Géricaults berühmtes Louvre-Bild „Das Floß der Medusa“ und nach gründlicher Recherchen erzählt Franzobel in seinem gleichnamigen Roman das legendäre Ende der französischen Fregatte Medusa im Jahr 1816 neu. Es ist die Geschichte eines unfähigen Kapitäns, ursprünglich Zoll-Offizier, vor Napoleon geflohen und wieder zurückgekehrt, der durch Beziehungen das Kommando über eine Flotte mir vier Schiffen nach Senegal erhielt. Schon seine  erste Fahrt endete in der Katastrophe. Der unerfahrene Kapitän war mit seiner Fregatte Medusa auf eine Sandbank aufgelaufen, da er sich über den Rat seiner Offiziere hinwegsetzt hatte.

Weil die vorhandenen sechs Rettungsboote, vier davon in schlechtem Zustand, nur einen Bruchteil der Besatzung fassen konnten, befahl der Kapitän, aus den Masten und Rahen der Medusa mit Hilfe komplizierter Seilwinden ein großes Floß zu bauen. Es maß 8 mal 15 Meter für 149 Menschen. Es versank bei Betreten so tief, dass die eng aneinander gedrängten Schiffbrüchigen sofort hüfthoch im Salzwasser standen. An Seile gekettet, sollten die Rettungsboote das völlig überladene Floss an Land ziehen. Das misslang. So kappte man nach kurzer Zeit die Seile und überließ die Schiffbrüchigen sich selbst. Franzobels Roman beginnt mit der „Rettungssituation“. Er beschreibt, was Théodore Géricaults Bild zeigt, die Situation, als der Kapitän der Argus das Elends-Floß der Medusa mit 15 eher wie lebende Toten ausschauenden Überlebenden nach 13 Tagen Irrfahrt entdeckt. An einer Leine herabhängende graue Trockenfleischstreifen, ein im Gebälk steckengebliebener, abgetrennter Fuß zeugen von Kannibalismus. Die Menschen hatten sich gegenseitig aufgegessen, um zu überleben.
2floss.der.medusa2Es ist ein ergreifender, gewaltiger Roman, der gewisse Parallelen zur Gegenwart aufzeigt und, wenn man wollte, auch als Parabel zum heutigen Flüchtlingsdrama im Mittelmeer verstanden werden könnte. Es ist ein Roman der zeigt, dass Menschen in jeder Gesellschaft unter bestimmten Bedingungen zu Barbaren werden können.

Auf das Thema gestoßen ist Franzobel „durch eine Nebenbemerkung eines Theaterintendanten“. Auch Géricaults romantisches Bild „Floß der Medusa“ habe er nicht wirklich gekannt. Er habe das Bild im Louvre studiert und viel über den Fall und Seereisen zu Anfang des 19. Jahrhunderts recherchiert. Sein ursprüngliches Vorhaben, den Roman im romantischen Stil zu verfassen, habe er jedoch wieder aufgegeben, da es  ihn zu sehr wie eine Sprachmaske erschienen wäre. Drei Jahre hat Franzobel an dem Werk gearbeitet, wobei es ihm mitunterschwer fiel, Abstand zu finden, und er mitunter „selbst nicht mehr wusste, was historisch und was erfunden war“, so der Autor.

Kieferninseln

Marion Poschmann und Alf Mentzer. Foto: Diether v. Goddenthow
Marion Poschmann und Alf Mentzer. Foto: Diether v. Goddenthow

Als zweite im Shortlist-Reigen unterhielten sich Marion Poschmann, „Kieferninseln, Suhrkamp,  und Alf Mentzer. Die Berliner Germanistin und Slawistin erhielt unter anderem den  Peter-Huchel- Preis und den Ernst-Meister-Preis für Lyrik, gewann 2013 den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis und stand bereits mit ihrem Roman „Die Sonnenposition“ auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Poschmanns psychologisch hintergründiger, völlig absurder Roman erzählt von einer wahnhaften Kurzschlußhandlung: Der Privatdozent und Bartforscher Gilbert Silvester hat geträumt, dass seine Frau ihn betrügt, und da ihn dieser Traum den ganzen Tag über verfolgt, wird hieraus für ihn Realität. Er stellt seine Frau schließlich zur Rede. Als diese ihm daraufhin vorwirft, er habe sich morgens doch selbst aus dem Haus geschlichen, „geht sie zu weit, ihm dafür noch die Schuld zu geben“. Nach einem hässlichen Streit bleibt ihm keine andere Wahl, als seine Frau Hals über Kopf zu verlassen. Gilbert Silvester steigt ins erstbeste Flugzeug und reist nach Japan. Dort fallen ihm die Reisebeschreibungen des klassischen Haiku-Dichters Bashō in die Hände, und plötzlich hat er ein Ziel: Wie die alten Wandermönche möchte auch er den Mond über den Kieferninseln sehen. Auf der traditionsreichen Pilgerroute könnte er sich in der Betrachtung der Natur verlieren und seinen inneren Aufruhr hinter sich lassen. Aber noch vor dem Start trifft er auf den suizidalen Petrochemie-Studenten Yosa, der mit einer ganz anderen Reiselektüre, einer „Anleitung zur Selbsttötung“ unterwegs ist, dem ‚Complete Manual of Suicide‘.

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Die Geschichte wird immer absurder, wobei ein wesentlicher Reiz des Romans im hohen Neurotizismusgrad des Protagonisten liegt, der den unterschiedlichsten Illusionen, Lebenslügen und Einbildungen aufsitzt, und alles im Nachgang solange rationalisiert, bis es für ihn passt, bis sein Verhalten für ihn beinahe zwingend unvermeidbar erscheint: „Im Airbus auf dem Weg nach Tokyo trank er grünen Tee, sah zwei Samuraifilme in der Rückenlehne des Vordersitzes und überzeugte sich immer wieder davon, daß er nicht nur alles richtig gemacht hatte, sondern daß sein Handeln unausweichlich gewesen war, daß es weiterhin unausweichlich war und unausweichlich sein würde, nach seiner persönlichen Meinung und nach der Meinung der Welt.“ (Kieferninseln, Suhrkamp-Verlag 2017, Seite 8).

Die Hauptstadt

Robert Menasse mit 3-Sat-Moderator Gert Scobel. Foto: Diether v. Goddenthow
Robert Menasse mit 3-Sat-Moderator Gert Scobel. Foto: Diether v. Goddenthow

Robert Menasse, dritter Autor im Shortlistreigen mit 3-Sat-Moderator Gert Scobel, ist in seinem spannenden EU-Roman „Die Hauptstadt“, Suhrkamp-Verlag, auf’s Schwein gekommen, auf das Borstenvieh als Universal-Metapher vom Glücks- bis zum Dreckschwein für alles, was Menschen sind und sein können. „Ich wollte versuchen zu erzählen: Was machen eigentlich die Menschen in der Europäischen Kommission. Sie haben ein schlechtes Image, sie sind irgendwie so mit Klischees und Vorurteilen konfrontiert“ und jeden Tag werde die Europäische Kommission aus politischem Kalkül  wie eine Sau durch’s Dorf getrieben, so der promovierte Autor. Er studierte Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaft. Sechs Jahre lehrte er – zunächst als Lektor für österreichische Literatur, dann als Gastdozent am Institut für Literaturtheorie – an der Universität São Paulo.

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Auch als  „Querschnittmaterie“ eignet sich das Schwein bestens. Denn quer durch die Europa-Bürokratie sind unter Umständen ganz unterschiedliche Abteilungen für „das Schwein“ zuständig. Das hängt davon ab, „ob das Schwein noch im Stall steht, oder ob es geliefert wird für den Schlachthof, ob es im Schlachthaus ist oder ob es bereits in der Weiterverarbeitungsindustrie ist oder im Container für den Export“, so Menasse. Jeweils sei ein anderer dafür zuständig. „Das ist ein Glücksfall, wenn man erzählen will, was die Bürokratie macht.“  Und ein zweiter Grund für die Wahl des „Schweins“ sei, dass das herumlaufende Schwein die verschiedenen Hauptfiguren des Romans miteinander verbinde, die sich zufällig am selben Platz im Zentrum von Brüssel befänden, ohne voneinander zu wissen, so Menasse. Im Kern geht es jedoch nicht nur ums Schwein. Es geht auch um einen Kriminalfall vor dem Hintergrund, dass eine Beamtin der Generaldirektion Kultur der Europäischen Kommission mit Hilfe eines Referenten das Image der EU-Kommission aufpolieren soll. Gleich zu Beginn gibt es einen Toten. Die Polizei kommt.

Es ist ein spannendes Buch mit fundiert recherchierten EU- Insiderinformationen, welches den Bogen weit spannt zwischen den Zeiten, den Nationen, dem Unausweichlichen und der Ironie des Schicksals, zwischen kleinlicher Bürokratie und großen Gefühlen.

Außer sich

Sandra Kegel mit Sasha Marianna Salzmann. Foto: Diether v. Goddenthow
Sandra Kegel mit Sasha Marianna Salzmann. Foto: Diether v. Goddenthow

Als Vierte in der Folge las und präsentierte Sasha Marianna Salzmann im Interview mit Sandra Kegel ihren autobiographisch gefärbten Debüt-Roman „Außer sich“, Suhrkamp-Verlag. Vor dem Hintergrund des Schicksals einer jüdischen Familie in Moskau, die aufgrund antisemitischer Anfeindungen in den neunziger Jahren nach Deutschland emigriert, erzählt die Autorin vom entwurzelten Schicksal des inzestuös verbandelten Zwilling-Paars Alissa und Anton. Noch in Berlin schmeißt Alissa ihr Mathematikstudium. Es hält sie vom Boxtraining ab. Anton verschwindet spurlos, bis irgendwann eine Postkarte aus Istanbul  kommt, ohne Text, ohne Absender. Alissa macht sich auf nach Istanbul, um in der zerrissenen, flirrenden  Stadt am Bosporus und in der eigenen Familiengeschichte nach ihrem verschollenen Bruder zu suchen, aber vor allem nach ihren eigenen Wurzeln, nach einem Gefühl von Zugehörigkeit jenseits von Vaterland, Muttersprache oder Geschlecht. Dabei thematisiert die Autorin perspektivisch Zugehörigkeitsfragen, erzählt humorvoll von brüchigen Identitäten und skizziert ganze Lebensgeschichten aus vier Generationen ihrer Familie.

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Sasha Marianna Salzmann, unter anderem seit der Spielzeit 2013/2014 Hausautorin am Maxim Gorki Theater Berlin, deren Stücke international aufgeführt und ausgezeichnet wurden, studierte Literatur/Theater/Medien sowie Szenisches Schreiben an der Berliner Universität der Künste. „Außer sich“  ist ihr Debütroman, für den sie im November den Preis der Jürgen-Ponto-Stiftung im Frankfurter Literaturhaus erhalten wird..

 

Schlafende Sonne

Thomas Lehr mit Alf Mentzer. Foto: Diether v. Goddenthow
Thomas Lehr mit Alf Mentzer. Foto: Diether v. Goddenthow

Die Abschlussrunde des Shortlist-Abends bestritt Thomas Lehr „Schlafende Sonne“, Suhrkamp mit Alf Mentzer. Thomas Lehr stand bereits 2005 und 2010 auf der Shortlist. Sein Werk wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. 2012 mit dem Marie-Luise Kaschnitz-Preis und 2015 mit dem Joseph Breitbach-Preis. „Schlafende Sonne“ ist Teil 1 einer Roman-Trilogie geworden, als Thomas Lehr beim Schreiben seiner Dreiecksgeschichte zwischen der Malerin Milena Sonntag, ihrem Mann Jonas und ihrem ehemaligen Philosophielehrer, mit dem sie ein halbamouröses und haltwahlverwandtschaftliches Verhältnis verbindet, der Stoff entglitt und der Autor anfing, über sich selbst nachzudenken. „Da wurde der Physiker Jonas plötzlich zum Solarphysiker, und dann fing ich an über die Sonne nachzudenken, und dann merkte ich: ‚Oh, jetzt willst du einen Roman eigentlich so ziemlich über alles schreiben, was dich interessiert!‘“ Da habe man nur zwei Möglichkeiten, so Lehr:– „Entweder man hört auf oder man fängt an!“. Lehr hat sich auf das „Anfangen“ eines „sehr markanten Projektes“ eingelassen, wie er sagt, „was mich selbst, an die Grenzen dessen bringt, was ich schöpferisch entscheiden kann!“ Lehrs sehr potente Zentralmetapher dabei ist die Sonne. Auf Menasses „Die Hauptstadt“ anspielend: „Die Sonne ist mein Schwein“, vielmehr die Sonne und das Licht in seinen Hauptfacetten, nicht nur als ganz konkretes physikalisches Licht, sondern auch mit dem Motiv des Lichtes im 20. Jahrhundert. Das habe ihn umgetrieben, „weil es gewissermaßen mein oder unser Jahrhundert ist“, so Lehr.

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Im 20. Jahrhundert sei mit dem Licht, auch physikalisch betrachtet, viel Neues passiert: So habe sich mit „der Entdeckung der Quanten- und der Relativitätstheorie, die sich beide mit dem Licht beschäftigen, unser Weltbild verändert“, so der Autor. Auch die Malerei habe im 20. Jahrhundert neue Schritte unternommen. Und über das Licht als Synonym für Wahrheit und Erkenntnis, „das Licht der Erkenntnis, kam mein Steckenpferd, die Philosophie auch noch dazu“, so Lehr. Zuletzt kreiste sein Interesse um das Licht der  Sonne „als solare Physik, als Physik der Sonne und aber auch als Synonym für politische Macht.“  Von Echnaton bis zum Hakenkreuz haben sich schon immer die Mächtigen des Lichtes als Symbol politischer Macht  bemächtigt. Das alles entstand während des Schreibens, und er beschloss dies auf diese Dreiecksgeschichte draufzusetzen. Er stellte fest, wenn er noch eine vierte Figur einführe, was er mit dem 106jährigen Augenzeugen Friedrich Bernsdorf tat, kann die ganze mehrbändige, insgesamt dann 1500 bis 2000 Seiten lange Geschichte in drei Bänden gelingen.

„Schlafende Sonne“ der erste Band seines „Universal-Romanprojektes“ ist ihm schon mal  geglückt. Von einem einzigen Tag, dem 19. August 2011, ausgehend, entwirft er während eines Vernissagenbesuches   im Rückblick sprialförmig  ein  ein Jahrhundert umfassendes Geschichtslabyrinth: Hierzu lässt er den Dokumentarfilmer und Philosophielehrer Rudolf Zacharias zu einer Vernissage seiner früheren Studentin Milena Sonntag nach Berlin reisen. Auf der Ausstellung bringt er seine künstlerische Lebensbilanz und die historischen Katastrophen nebst privater Verwicklungen dreier Menschen neu zur Sprache. Sie führen ihn von den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs bis ins heutige Berlin.

(Diether v. Goddenthow /Rhein-Main.Eurokunst)

Die Autoren der Shortlist Deutscher Buchpreis 2017 Am 23. September im Literaturhaus Frankfurt

Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Bereits im dreizehnten Jahr bringt der Deutsche Buchpreis deutschsprachige Literatur ins Gespräch und gewinnt damit die Aufmerksamkeit der Leser wie Literaturkritiker gleichermaßen. Die Shortlist-Veranstaltung knüpft an diesen Erfolg an: Zum zehnten Mal präsentieren das Kulturamt Frankfurt am Main und das Literaturhaus Frankfurt in Kooperation mit der Börsenverein des Deutschen Buchhandels Stiftung, die den Preis vergibt, die Autoren der Shortlist des Deutschen Buchpreises vor der Preisverleihung Mitte Oktober. Fünf der sechs Finalisten, die in diesem Jahr in der Endauswahl für den deutschsprachigen Roman des Jahres stehen, werden am 23. September im Literaturhaus in Lesungen und Gesprächen vorgestellt. Der sechste Nominierte, Gerhard Falkner, kann an diesem Abend nicht in Frankfurt sein. Der „Shortlist-Abend“ ist für das Frankfurter Publikum die einmalige Chance, die Nominierten des Deutschen Buchpreises vorab zu erleben. Die Moderationen übernehmen Sandra Kegel, Gert Scobel und Alf Mentzer.

hr2-kultur bleibt auch im zehnten Jahr Medienpartner und sendet Ausschnitte der Veranstaltung ab 2. Oktober.

Der Abend:
18.00 h: Begrüßung: Hauke Hückstädt, Dr. Ina Hartwig, Alexander Skipis
18.15 h: Franzobel: Das Floß der Medusa; Moderation: Sandra Kegel, F.A.Z.
18.45 h: Marion Poschmann: Die Kieferninseln; Moderation: Alf Mentzer, hr2-kultur
19.15 h: Robert Menasse: Die Hauptstadt; Moderation: Gert Scobel, 3sat
19.45 h: PAUSE
20.15 h: Sasha Marianna Salzmann: Außer sich; Moderation: Sandra Kegel, F.A.Z.
20.45 h: Thomas Lehr: Schlafende Sonne; Moderation: Alf Mentzer, hr2-kultur

Karten (12/8 €) ab 15.09. (14 h) unter literaturhaus-frankfurt.de. Im Online-Kartenshop: https://literaturhaus-frankfurt.reservix.de/events, über das Kartentelefon: 069 – 40 76 62 58 0 (Ticketanbieter ADticket) und ADticket-VVK-Stellen: https://www.adticket.de/Liste-der-Vorverkaufsstellen.html?filter_city=&filter_zip=&limit=30&limitstart=0

Die Veranstaltung „Die Autoren der Shortlist – Deutscher Buchpreis 2017“ ist eine Kooperation des Kulturamtes Frankfurt am Main und des Literaturhauses Frankfurt. Partner ist die Börsenverein des Deutschen Buchhandels Stiftung. Medienpartner ist hr2-kultur.
Sendung auf hr2-kultur: 02.10. bis 07.10. um 9.30 h und 15 h.

Literaturhaus-Veranstaltungskalender 

Ort:
Literaturhaus Frankfurt e.V.
Schöne Aussicht 2,
60311 Frankfurt am Main

Literaturhaus Frankfurt: Programm August, September, Junges Literaturhaus u. Schreibzimmer 2017

Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

August 2017
Alle Veranstaltungen unter
http://literaturhaus-frankfurt.de/programm/kalender/
Karten unter
http://literaturhaus-frankfurt.de/karten/karteninfo/

Buchpremiere
Montag 28.08.17 / 19.30 h / Eintritt 9 / 6 Euro
Jürgen Kaube: Die Anfänge von allem
Moderation: Peter Kemper

Einmal nicht vom Ende reden: Mit dem F.A.Z.-Herausgeber
Wenn alle vom Ende reden, ist es gut, dass einer an die Anfänge denkt. Der F.A.Z.-Herausgeber und Feuilleton-Chef Jürgen Kaube widmet sich den absoluten Beginnern. Seit wann gibt es den aufrechten Gang? Wie entstand das Wunder der Sprache? Wie kamen Religion, Recht, Handel, Geld, Musik oder Städtebau in die Welt? Wann begannen die Menschen, ihre Toten zu bestatten, und warum schätzen die meisten Kulturen die Monogamie? Kaube gibt Antworten auf diese Fragen, die uns in politischen und kulturellen Konflikten oft bis heute beschäftigen. Und Kaube erzählt in dem bei Rowohlt erscheinenden Essay somit von den Anfängen der Menschheit. Kam die Sprache über die Schmatzlaute? War Schrift zunächst Merkhilfe beim Rinderzählen? Und das erste Geld diente 1200 v. Chr. als religiöse Opfergabe? Verbiegen wir uns deshalb so sehr dafür? Der Wissenschaftsautor in Lesung und Gespräch.

Mit freundlichen Unterstützung der FAZIT-Stiftung

Dienstag 29.08.17 / 19.30 h / Eintritt 7 / 4 Euro
Schöne Aussichten – Das Frankfurter Literaturgespräch
Mit Teresa Präauer, Mara Delius, Alf Mentzer und Hubert Spiegel
Mit Gebärdensprachdolmetschern

Literarisches Quartett ohne Quotendruck und Fernbedienung
Hier sitzt das Publikum mittendrin. In der 36. Ausgabe der „Schönen Aussichten“ streiten und schlichten der hr2-kultur-Redakteur Alf Mentzer und die Kritiker Mara Delius (Literarische Welt) und Hubert Spiegel (F.A.Z.) mit der Gastkritikerin Teresa Präauer. Die ist Österreicherin und sowohl als Bildende Künstlerin als auch als Autorin hoch zu schätzen. Für „Stimmen einer Stadt“, das gemeinsame Buhnenprojekt von Schauspiel Frankfurt und Literaturhaus, arbeitet sie an einem Monodrama – basierend auf einer wahren Frankfurter Biografie. Dem legendären Haltbarkeitstest wird am heutigen Abend „Rohstoff“ von Jörg Fauser unterzogen.

Die weiteren Titel des Abends sind:
Arundhati Roy: Das Ministerium des äußersten Glücks (S. Fischer) – Die Autorin ist am 06.09. unser Gast!
Leila Slimani: Dann schlaf auch du (Luchterhand)
Maren Wurster: Das Fell (Hanser Berlin)

Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit hr2-kultur. Sendetermin am 03.09. um 12.04 Uhr.
Die Diskussion wird, gefördert durch die Aktion Mensch, von Gebärdensprachdolmetschern übersetzt.

Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

September 2017
Alle Veranstaltungen unter
http://literaturhaus-frankfurt.de/programm/kalender/
Karten ab 02.08. unter
http://literaturhaus-frankfurt.de/karten/karteninfo/

Dienstag 05.09.17 / 19.30 h / Eintritt 7 / 4 Euro
Buchpremiere! Mirko Bonné: Lichter als der Tag
Moderation: Henning Ahrens

Neue Wahlverwandtschaften
Mirko Bonné hat beachtete Romane wie „Nie mehr Nacht“, der auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis 2013 stand, Gedichte wie die aus dem Band „Traklpark“ oder auch Essays und Reiseberichte wie in „Ausflug mit Zerberus“ verfasst. Er ist als Übersetzer tätig und übertrug keine geringeren Poeten als Creeley, Dickensen, Yeats. Eine Verwandtschaftlichkeit mit seinem Gesprächspartner für diesen Abend, dem Lyriker, Übersetzer und Romancier Henning Ahrens. Mit ihm spricht Bonné über seinen neuen Roman „Lichter als der Tag“ (Schöffling & Co.). Ein Roman der Liebe, in dem er das Wahlverwandtschaften-Thema überträgt in die heutige Zeit. Bonné fragt nach Gründen von Entzweiung und Entfremdung und zeichnet dabei das Porträt eines Mannes, der die Kraft findet, aus dem Schatten über seinem Dasein hinauszutreten.

Mittwoch 06.09.17 / 19.30 h / Eintritt 12 / 8 Euro
Arundhati Roy: Das Ministerium des äußersten Glücks
Moderation (dt. / engl.) Hans Jürgen Balmes (S. Fischer Verlag)
Deutscher Text: Anna Böger

Die große indische Autorin und Aktivistin mit einem neuen Roman
1997 erhielt die indische Autorin, politische Aktivistin und Globalisierungsgegnerin den Booker Prize für ihr Debüt „Der Gott der kleinen Dinge“. Damit war sie nun selbst globalisiert und ist seitdem aus der gegenwärtigen Weltliteratur nicht mehr wegzudenken. In den letzten zehn Jahren widmete sie sich außer ihrem politischen und humanitären Engagement vor allem ihrem zweiten Roman. Dieser erscheint nun im Frankfurter S. Fischer Verlag, übersetzt aus dem Englischen von Annette Grube. Sein Titel: „Das Ministerium des äußersten Glücks“. Darin wird eine Reihe ausgestoßener Helden mit ihrem Schicksal konfrontiert, von der Welt zerbrochen, aber durch Liebe geheilt. Und so werden sie unbezwingbar. Weil sie eine Gemeinschaft finden und zu einer Art Familie werden. Das Gespräch in deutscher und englischer Sprache führt der verantwortliche Lektor für das fremdsprachige Literaturprogramm im S. Fischer Verlag, Hans Jürgen Balmes. Deutsche Passagen liest die Frankfurter Schauspielerin Anna Böger.

Freitag 08.09.17 / 19.30 h / Eintritt 9 / 6 Euro
Krimiabend mit Jérôme Leroy: Der Block
Moderation (dt. / frz.): Ruthard Stäblein (hr2-kultur)
Deutscher Text: Jochen Nix

Ein hochaktueller politischer Thriller aus dem diesjährigen Gastland der Buchmesse
Es ist die Nacht der Regierungsbildung. Die Vororte brennen, die Zahl der Toten steigt, die Polizei scheint machtlos. Die extreme Rechte – der Patriotische Block – übernimmt zehn Ministerien und wird so zur bestimmenden Größe des Landes. Es ist die Nacht, in der die Machtverhältnisse kippen und das Leben von Antoine Maynard und Stanko ins Strudeln gerät. Beide gehören dem Block an. Doch während der eine politisch aufsteigt, steht der andere auf der Abschussliste. Jérôme Leroy beschreibt eine Wirklichkeit, ein mögliches Szenario, das nicht nur in Frankreich denkbar ist. „Der Block“ (Edition Nautilus) erschien bereits 2011 in Frankreich und hat in seiner erschreckenden Aktualität in den vergangenen sechs Jahren nichts eingebüßt. Das Gespräch in deutscher und französischer Sprache führt Ruthard Stäblein (hr2-kultur). Aus der deutschen Übersetzung liest der Frankfurter Schauspieler und Sprecher Jochen Nix.

Mit freundlicher Unterstützung des Institut français Frankfurt

Montag 11.09.17 / 10.30 h / Eintritt 3 Euro
Jon Walter: Mein Name ist nicht Freitag
Lesung für 7. und 8. Klassen
Moderation (dt. / engl.): Fridtjof Küchemann (F.A.Z.)
Deutscher Text: Nicolas Matthews (HfMDK, Schauspiel Frankfurt)

Ein historischer Jugendroman über einen Jungen, der sich behauptet, obwohl ihm fast alles genommen wird
Samuel ist 12 Jahre alt, als er aus einem Waisenhaus in die Sklaverei nach Mississippi verkauft wird. Fortan soll er Freitag heißen. Doch da er bis dahin immer ein fleißiger Schüler war, hat er Lesen und Schreiben gelernt. Heimlich bringt er es auch den anderen Sklaven auf der Plantage bei, auf der er arbeiten muss. Doch dann rückt die Front des Bürgerkriegs immer näher und damit auch die Freiheit. Und für Samuel auch die Möglichkeit, seinen kleinen Bruder wiederzufinden, den er im Waisenhaus zurücklassen musste. Der englische Autor Jon Walter hat mit „Mein Name ist nicht Freitag“ (Königskinder Verlag), einen beeindruckenden, packenden Jugendroman geschrieben. Das Gespräch in deutscher und englischer Sprache führt Fridtjof Küchemann (F.A.Z.). Aus der Übersetzung liest der Nachwuchsschauspieler Nicolas Matthews (HfMDK, Schauspiel Frankfurt).

Das Junge Literaturhaus wird unterstützt von der Cronstett- und Hynspergischen evangelischen Stiftung.

Montag 11.09.17 / 19.30 h / Eintritt 12 / 8 Euro
Uwe Timm: Ikarien
Moderation: Torsten Hoffmann

Der Autor von der „Erfindung der Currywurst“ erzählt von Utopien, Naziverstrickungen und Deutschland im Aufbruch
Uwe Timm erzählt vor dem Hintergrund des gerade im Wiederaufbau befindlichen Deutschlands die Geschichte einer Freundschaft, die Ende des 19. Jahrhunderts in Breslau beginnt. Sie führt zwei Studenten über Zürich bis nach Amerika – und von dort mitten hinein in die Auseinandersetzung um die beste gesellschaftliche Ordnung: Hier ein Sozialismus nach Marx, dort das utopische Projekt der Gemeinde Ikarien, die vom französischen Revolutionär Étienne Cabet in Amerika gegründet wurde. Der Roman „Ikarien“ (KiWi) ist eine Reise durch das materiell und moralisch zerstörte Deutschland. Er lässt den Leser Zeuge eines Aufbruchs werden, der die deutsche Geschichte prägen sollte. Zugleich wird diese Reise zu einer éducation sentimentale. Denn auch die Liebe erteilt Lektionen. Das Gespräch mit dem Autor führt der Literaturwissenschaftler Torsten Hoffmann.

Mittwoch 13.09.17 / 19.30 h / Eintritt 9 / 6 Euro
Ingo Schulze: Peter Holtz. Sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst
Moderation: Alf Mentzer (hr2-kultur)

Vom Waisenkind zum Millionär – wie konnte das so schiefgehen?
Das ist womöglich bekannt von diesem Autor: 1962 in Dresden geboren. In Berlin wohnhaft. Klassische Philologie superklassisch in Jena studiert. Zunächst auch Schauspieldramaturg und Zeitungsredakteur. Das erste Buch „33 Augenblicke des Glücks“. Das zweite ein Riesenerfolg, „Simple Storys“ aus dem Jahr 1995. Heute Schullektüre. Dann das Großwerk „Neue Leben“. Folgend Erzählungen, Essays, Romane. Vieles in 30 Sprachen übersetzt. Jetzt kommt mit „Peter Holtz“ eine neue Romanfigur in die deutsche Literatur. Der S. Fischer Verlag verlegt sie. Ingo Schulze hat sie erfunden. Holtz will das Glück für alle. Schon als Kind praktiziert er die Abschaffung des Geldes, er findet den Punk aus dem Geist des Arbeiterliedes und bekehrt sich zum Christentum. Als CDU-Mitglied (Ost) kämpft er für eine christlich-kommunistische Demokratie. Doch er wundert sich: Der Lauf der Welt widerspricht aller Logik. Seine Selbstlosigkeit belohnt die Marktwirtschaft mit Reichtum. Es moderiert der hr2-kultur-Redakteur Alf Mentzer.

Der Abend wird unterstützt vom Journal Frankfurt.

Sonntag 17.09.17 / 15.00 h / Eintritt 5 Euro
Die kleine Hexe. Ausflug mit Abraxas
Ein Kinderbuch-Sonntag mit dem Illustrator Daniel Napp und der Schauspielerin Katharina Bach für alle ab 5 Jahren

Nach 60 Jahren hext sie endlich auch im Bilderbuch!
Eigentlich ist die kleine Hexe ja schon 127 Jahre alt, aber die großen Hexen nehmen sie immer noch nicht für voll… 60 Jahre nach Erscheinen des Klassikers von Otfried Preußler, das weiterhin in keinem Kinderzimmer fehlen sollte, erscheint im Thienemann Verlag ein Bilderbuch. Erdacht und erzählt hat es Preußlers jüngste Tochter, Susanne Preußler-Bitsch. „Ausflug mit Abraxas“ ist aber keine Fortsetzung, sondern eine von Illustrator Daniel Napp meisterhaft bebilderte Adaption. Zur Lesung im Literaturhaus leiht die wunderbare Schauspielerin Katharina Bach (Schauspiel Frankfurt) der Kleinen Hexe ihre Stimme. Daniel Napp wird dazu für die Kinder zeichnen. Ein zauberiger Nachmittag mit einer der wichtigsten und bekanntesten Kinderbuchfiguren in neuem Gewand.

Das Junge Literaturhaus wird unterstützt von der Cronstett- und Hynspergischen evangelischen Stiftung.

Dienstag 19.09.17 / 10.30 h / Eintritt 3 Euro
Angie Thomas: The Hate U Give
Lesung ab Klasse 9
Moderation (dt. / engl.): Fridtjof Küchemann (F.A.Z.)
Deutscher Text: Nelly Politt (HfMDK, Schauspiel Frankfurt)

Ein Jugendroman zur Black Lives Matter-Bewegung!
Starr ist 16 und lebt in Garden Heights, wo Gangrivalitäten und Polizeigewalt den Alltag prägen. Gerade sitzt sie mit ihrem Freund Khalil in dessen Auto, als sie von einer Streife angehalten werden. Plötzlich geht alles ganz schnell und Khalil ist tot. Starrs Leben gerät daraufhin komplett durcheinander und die Stimmung um sie herum heizt sich immer mehr auf. Was kann sie gegen die Gewalt gegen Schwarze unternehmen? „THE HATE U GIVE“ (cbt) ist Angie Thomas‘ erster Roman und schaffte es auf Anhieb auf Platz 1 der New York Times-Bestsellerliste. Heute kommt Angie Thomas ins Literaturhaus, liest und erzählt von ihren Erlebnissen in den letzten Jahren. Das Gespräch in deutscher und englischer Sprache führt Fridtjof Küchemann (F.A.Z.). Aus der Übersetzung liest die Nachwuchsschauspielerin Nelly Politt (HfMDK, Schauspiel Frankfurt).

Die Veranstaltung wird durch das US-Generalkonsulat Frankfurt gefördert. Das Junge Literaturhaus wird unterstützt von der Cronstett- und Hynspergischen evangelischen Stiftung.

Mittwoch 20.09.17 / 19.30 h / Eintritt 9 / 6 Euro
Thomas Lehr: Schlafende Sonne
Moderation: Björn Hayer

Ein Sommertag: ein Jahrhundert Deutschland
Thomas Lehr zählt sicher zu den deutschen Erzählern, die ihr Bewusstsein für eine Geschichte nicht von ihrem Formempfinden trennen können. Sein neuer Roman „Schlafende Sonne“, erscheinend bei C. Hanser, spielt an einem Sommertag des Jahres 2011 – und zugleich in einem ganzen Jahrhundert. Mit sprachlicher Kraft werden historische Katastrophen neben die privaten Verwicklungen dreier Menschen gestellt, führen die Spuren von den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs bis ins heutige Berlin. Lehr entwickelt ein überwältigendes Fresko dieses deutschen Jahrhunderts: tragisch, komisch, grotesk, und immer wieder ganz persönlich und intim. Das Gespräch mit dem Autor führt der Literaturkritiker und Germanist Björn Hayer.

Samstag 23.09.17 / 18.00 h / Eintritt 12 / 8 Euro / Karten ab 15.09., 14.00 h
Die Autoren der Shortlist – Deutscher Buchpreis 2017
Moderation: Sandra Kegel (F.A.Z.), Gert Scobel (3sat) und Alf Mentzer (hr2-kultur)

Die sechs nominierten Autoren für den Deutschen Buchpreis 2017 lesen im Literaturhaus Frankfurt.
Kurz vor Eröffnung der Buchmesse wird in Frankfurt am Main der Roman des Jahres in deutscher Sprache gekürt. Mit dem Deutschen Buchpreis zeichnet die Börsenverein des Deutschen Buchhandels Stiftung einen Roman stellvertretend für alle wichtigen Romane des Jahres aus. Eine Auszeichnung, die Aufmerksamkeit schafft für deutschsprachige Autoren über alle Grenzen hinweg. Knapp drei Wochen vor der Verkündung des diesjährigen Preisträgers lesen einmalig die sechs Autoren der Shortlist gemeinsam im Literaturhaus Frankfurt. Welche es in diesem Jahr sind, wird am 12.09. um 10.00 Uhr bekannt gegeben. Eine Kooperation des Kulturamtes Frankfurt am Main und des Literaturhauses Frankfurt. Partner ist der Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Medienpartner ist hr2-kultur. Zu hören sind die einzelnen Lesungen dort vom 02.10. bis 07.10 um 09.30 und 15.00 Uhr. Karten gibt es ab 15.09., 14.00 Uhr unter www.literaturhaus-frankfurt.de.

Donnerstag 28.09.17 / 19.30 h / Eintritt 7 / 4 Euro
Buchpremiere! Guntram Vesper: Nördlich der Liebe und südlich des Hasses
Moderation: Helmut Böttiger

Start einer Werkausgabe des bedeutenden Erzählers und Lyrikers
Nach dem großen Erfolg des Romans „Frohburg“ bringt der Verlag Schöffling & Co. nun die gesammelte Prosa von Guntram Vesper heraus. Der Band „Nördlich der Liebe und südlich des Hasses“ versammelt vollständig die Texte des bereits in den 70ern veröffentlichten gleichnamigen Bandes sowie Texte aus „Kriegerdenkmal ganz hinten“. Es sind also auf knapp 700 Seiten etwa 40 Jahre alte Texte, die dennoch ein partikelgenaues Buch über unser Land und unsere Zeit abgeben. Die erfundenen, erinnerten und rekonstruierten Geschichten, die Fragmente, die kurzen Romane und langen Anekdoten erzählen von Stadt und Land, von Vorstadtbewohnern und Dörflern, von Nachbarn und Verwandten, von Heimat und Fremde, Pistolen und Träumen, Idylle und Brutalität: deutsche Wirklichkeit und Wahrheit unserer Tage. Der Publizist und Kritiker Helmut Böttiger hat dazu ein Nachwort verfasst und führt für außerdem das Gespräch mit dem Autor.

Junges Literaturhaus Frankfurt
Im September sind gleich zwei englischsprachige Autoren für Mittelstufenschüler bei uns zu Gast: Jon Walter mit „Mein Name ist nicht Freitag“ für alle 7. & 8. Klassen (11.9.) und die US-Amerikanerin Angie Thomas mit ihrem Buch „The Hate U Give“ zur Black Lives Matter-Bewegung für alle Schüler ab Klasse 9. (19.).
Beim Kinderbuch-Sonntag dreht sich 60 Jahre nach Erscheinen des Otfried Preußler Klassikers „Die kleine Hexe“ erneut alles um selbige, denn jetzt hext sie auch im Bilderbuch. Ein Nachmittag mit dem Illustrator Daniel Napp und der Frankfurter Schauspielerin Katharina Bach für alle ab 5 Jahren. Alle Infos zum jungen Programm bis Dezember anbei.
Junges-Literaturhaus-Frankfurt Sep-Dez 2017

Schreibzimmer 2017 – Die Schreibwerkstatt für Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren
Die Schreibwerkstatt für Jugendliche geht 2017 bereits in die 11. Runde. Bewerben können sich Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren für die Workshops mit der Schriftstellerin und Trägerin des Deutschen Jugendliteraturpreises Kirsten Fuchs (Prosa) und dem Frankfurter Poetry Slam-Künstler und Autor Dalibor Marković (Lyrik). Bewerbungsschluss ist der 3.9.
Schreibzimmer 2017

Messe-Vorschau: Lesungen im Schauspiel Frankfurt
Zur Buchmesse sind wir dieses Jahr gleich viermal zu Gast bei den Kollegen im Schauspiel Frankfurt:
Am 11.10. mit Michel Houellebecqs „Unterwerfung“ um 18 Uhr und Daniel Kehlmanns Deutschlandpremiere von „Tyll“ um 20 Uhr, Reinhold Messner stellt sein „Wild“ am 12.10. vor und Yasmina Reza bringt ihr „Babylon“ am 13.10. auf die große Bühne.

Das vollständige Herbst/Winter-Programm für alle Veranstaltungen von August bis Dezember 2017 unter: http://literaturhaus-frankfurt.de/programm/kalender/

 

Ort
literaturhausfrankfurt2Literaturhaus Frankfurt am Main e.V.
Schöne Aussicht 2
60311 Frankfurt am Main

Quo vadis westliche Werte und Lebensstil? – Frankfurter Hausgespräche diskutieren diese Fragen der „Vielfalt und Einheit“ ab 7. Juni 2017

hausgespraecheIn der neuen Reihe der Frankfurter Gespräche „Vielfalt und Einheit“ im Juni 2017, jeweils ab 19.30 Uhr,  widmen sich das Holzhausenschlösschen, das Haus am Dom, das Literaturhaus und Goethe-Haus hochaktuellen zentralen Fragen über die Grenzen und Möglichkeiten des Miteinanders in Zeiten zunehmender Einzelinteressen, kultureller Unübersichtlichkeiten, Fake News und rasanten Werteverfalls aus religiöser, literarischer, kultureller und gesellschaftspolitischer Perspektive. Hierzu haben die Veranstalter wieder hochkarätige Referenten und Diskutanten eingeladen.

7. Juni 2017, 19.30 h, Holzhausenschlösschen „Mehr Einheit oder mehr Vielfalt in Europa?“

Die Reihe wird mit der Auftaktveranstaltung im Holzhausenschlösschen von Clemens Greve, dem Geschäftsführer der Frankfurter Bürgerstiftung am 7. Juni eröffnet mit dem Thema „Mehr Einheit oder mehr Vielfalt in Europa?“
Dabei wird der Fokus auf die Frage nach den westlichen Werten und den westlichen Lebensstilen, gründend in den Ideen der Amerikanischen und der Französischen Revolution, gelegt. Denn diese Ideen machen unsere Art in Europa zu leben aus und geraten von ganz unterschiedlichen Seiten unter Druck, etwa durch „Fake News“, „Islamismus“, Rechts- und Linkspopulismus, Europaskepsis, Eliteversagen und vielem mehr.
Impulsvortrag: Prof. Dr. Ulrike Ackermann, Leiterin des John Stuart Mill Institut für Freiheitsforschung e.V. in Heidelberg. Es diskutieren Prof. Dr. Harald Müller, Politikwissenschaftler mit dem Schwerpunkt Friedens- und Konfliktforschung an der Goethe-Universität Frankfurt, und Prof. Dr. Jürgen Wertheimer, Literaturwissenschaftler an der Universität Tübingen, über den genannten Themenkreis.

Ort:
Frankfurter Bürgerstiftung
Holzhausenschlösschen
Justinianstraße 5, 60322 Frankfurt
Tel. (069) 55 77 91
Fax (069) 59 88 05
E-Mail: info@frankfurter-buergerstiftung.de
www.frankfurter-buergerstiftung.de

14. Juni 2017, 19.30 h, Haus am Dom „Religion in schlechter Verfassung?“
Am 14. Juni folgt Prof. Dr. Joachim Valentin, Direktor Haus am Dom, mit der Frage „Religion in schlechter Verfassung?“ „Bereits seit fast zehn Jahren ist die Anwesenheit von Menschen nichtchristlicher Religion auf dem Boden der deutschen demokratischen Grundordnung fraglich geworden. Schächten, Beschneidung, Kopftuch heißen die drei wichtigsten Reizworte, die phasenweise den sozialen Frieden bedrohen.
Wie soll es weitergehen? Erleben wir eine schleichende Ent-Säkularisierung oder sind wir nur Zeugen ganz normaler grundrechtlicher Anpassungsprozesse? Zu dieser Frage diskutieren Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften und ein Verfassungsjurist.“ (Haus am Dom)

Ort:
Haus am Dom
Domplatz 3
60311 Frankfurt
http://www.hausamdom-frankfurt.de/

21. Juni 2017, 19.30 h, Literaturhaus Frankfurt „Fünf Thesen für Einklang“
Am 21. Juni setzt das Literaturhaus unter der Ägide von Hauke Hückstädt die Reihe fort mit „Fünf Thesen für Einklang“ mit Prof. Dr. Roland Kaehlbrandt, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, Magdalena Kuhn, Promotionsstipendiatin und Psychologin, Frankfurt, Ursula Ott, Chefredakteurin Chrismon, Abdul-Ahmad Rashid, TV-Journalist und Islamwissenschaftler, und Henning Ziebritzki, Verlagsleiter und Lyriker. „Wer nach Wahrheit sucht, muss mit echten Menschen streiten.“ Das fordert Ursula Ott, die Chefredakteurin des evangelischen Magazins chrismon. Und das ist auch das Credo dieses Abends im Literaturhaus. Ursula Ott wie auch der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, Roland Kaehlbrandt, die Promotionsstipendiatin und Psychologin Magdalena Kuhn, der Fernsehjournalist und Islamwissenschaftler Abdul-Ahmad Rashid sowie der Verlagsleiter und Lyriker Henning Ziebritzki haben jeweils sehr eigene, sehr unterscheidbare Thesen für das von der EKHN Stiftung und dem Literaturhaus Frankfurt gemeinsam herausgegebene Buch „95 Anschläge – Thesen für die Zukunft “ formuliert (S. Fischer Verlag). Doch ihre Thesen haben auch etwas gemeinsam. Möglicherweise wollen in ihrem Kern alle fünf: Einklang. Inneren oder äußeren Einklang in einem Wimmelbild einer Gesellschaft , die gezeichnet ist von einer kaum fassbaren Pluralität der Behauptungen, Glaubensdiktate, Missverständnisse und Dissonanzen. Das Gespräch leitet der SZ-Feuilleton-Redakteur Jens Bisky.“ (Literaturhaus Frankfurt)

Ort:
Literaturhaus Frankfurt am Main e.V.
Schöne Aussicht 2
60311 Frankfurt am Main
http://literaturhaus-frankfurt.de/haus/

28. Juni 2017, 19.30 h, Frankfurter Goethe-Haus „Können wir aus dem Erbe der Aufklärung zu einer gemeinsamen Kultur kommen?“

Das Frankfurter Goethe-Haus gestaltet am 28. Juni mit dem Thema „Können wir aus dem Erbe der Aufklärung zu einer gemeinsamen Kultur kommen?“ den letzten Abend der Frankfurter Hausgespräche. Es spürt dem lebendigen Erbe der Aufklärung nach und fragt nach seiner gemeinschaftsstiftenden rahmenstiftenden Prägekraft in einer ungewissen modernen Zeit beliebiger, wimmelbildartiger Vielfalt. „Vernunft, Argument und Beweis, Bildungsbegeisterung, Wissenschaftsorientierung, Freiheit des Individuums – das sind Ankerpunkte einer Kultur, die durch die Aufklärung gegangen ist und sich auf sie beruft. In einer immer heterogener werdenden Gesellschaft stellt sich nicht nur die Frage nach der Rechtsordnung, sondern darüber hinausgehend auch nach Rahmungen, seien es gesellschaftliche Zielvorstellungen und Denkmodelle, Aushandlungsformen oder auch Freiheiten, Regeln und Grenzen des Umgangs miteinander.“ (Goethe-Haus)
Es diskutieren: Prof. Dr. Anne Bohnenkamp-Renken, Direktorin des Freien Deutschen Hochstifts, Maya Hazukanu, Doktorandin im Fach Politikwissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt, Prof. Dr. Armina Omerika, Juniorprofessorin für die Ideengeschichte des Islam der Goethe-Universität Frankfurt, Prof. Dr. Susanne Schröter, Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Ethnologie, Goethe-Universität Frankfurt. Moderation: Prof Dr. Roland Kaehlbrandt, Vorstand der Stiftung Polytechnische Gesellschaft.

Ort:
Frankfurter Goethe-Haus
Freies Deutsches Hochstift
Großer Hirschgraben 23-25
60311 Frankfurt am Main
Telefon: +49 (0)69 / 1 38 80 -0
info@goethehaus-frankfurt.de
http://www.goethehaus-frankfurt.de

Richtung Wahrheit – Eine Tagung von Lehrern für Lehrer im Literaturhaus Frankfurt am 9.06.2017

Mit Gert Heidenreich, Julia Shaw, John von Düffel, Julia Wolf u.a.
Für Lehrer aller Fächer, Stufen und Schulformen
Freitag, 09.06.17, 09.00 h – 17.00 h

kolleg-schoene-aussichtBereits zum dritten Mal nach 2013 und 2015 veranstaltet das KOLLEG SCHÖNE AUSSICHT eine Tagung, kuratiert von Lehrern für Lehrer, in diesem Jahr unter dem Titel RICHTUNG WAHRHEIT.

Der Begriff „Wahrheit“ scheint überall und gegenwärtig zu sein. Und doch drängt sich der Eindruck auf, dass „Wahrheit“ durchlässiger und poröser wird, dass sie uns oder anderen entgleitet. Manchen erscheint sie abgehängt – postfaktisches Zeitalter eben? In welche Richtungen flieht oder drängt die Wahrheit? Kann man Wahrheit aufspüren? Oder ihr zumindest nahe kommen? Die Teilnehmer der Tagung unternehmen einen Tag lang Annäherungsversuche an einen fragil gewordenen Begriff und blicken durch ein Kaleidoskop der Wahrheit(en): Das beginnt bei der Literatur und der Dichtung, geht weiter mit der digitalen und medialen Wahrnehmung der Wahrheit und endet beim Strafprozess, mit der Wissenschaft und unseren persönlichen trügerischen Erinnerungen.

Zur Tagung erwarten die teilnehmenden Lehrer Vorträge, Diskussionen, Lesungen und Gespräche mit Gert Heidenreich, John von Düffel, Alia Pagin, Sarah Diefenbach, Daniel Ullrich, Wolfgang Bunzel, Julia Shaw, Julia Wolf und Thomas Scherzberg.

Das im September 2011 gestartete KOLLEG SCHÖNE AUSSICHT ist ein bundesweit einmaliges Projekt, welches sich an Lehrer aus Frankfurt, Offenbach und der Region, sowie an Kräfte aller Fächer und Stufen wendet und einen von der Beschäftigung mit Literatur und Büchern ausgehenden Freiraum der Kreativität bietet.

Dieses Fortbildungsangebot wurde von der Hessischen Lehrkräfteakademie nach § 65 Hessisches Lehrerbildungsgesetz akkreditiert (LSA-Nr. 0178920001).
Details zur Tagung, Workshops und Kartenkauf unter www.literaturhaus-frankfurt.de
Eintritt (inkl. Bewirtung): 28,- / 18,- (Ermäßigung für Lehramtsstudenten und LiV) Partner des KOLLEG SCHÖNE AUSSICHT ist die Dr. Marschner Stiftung

Zeit:
Für Lehrer aller Fächer, Stufen und Schulformen
Freitag, 09.06.17, 09.00 h – 17.00 h
Die Referenten (Auswahl):

Ort und Anmeldung:

Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Lisa Schumacher KOLLEG SCHÖNE AUSSICHT – Das Literaturhaus Frankfurt für Lehrer 069 – 75 61 84 14 // schumacher@literaturhaus-frankfurt.de
Literaturhaus Frankfurt e.V.
Schöne Aussicht 2
60311 Frankfurt am Main

 

Die Referenten (Auswahl):

Gert Heidenreich: Eröffnungsvortrag „Literatur und Leben – Ein Zwischenruf zur Wahrheit der
Fiktion“ (09.15 h)
Was leistet Literatur für ein gelingendes Leben? Der Schriftsteller Gert Heidenreich fordert Literatur-Unterricht: Alles, was die Menschheit mit sich und über sich erfahren hat, ist in der Weltliteratur aufbewahrt. Diesen Vorrat an Wahrheit über uns selbst sollten wir pädagogisch nutzen.

Alia Pagin: Workshop #FakeNews (10.15 h)
Sogenannte Fake News finden sich nicht nur in digitalen Medien. Woran erkennt man Falschmeldungen und wie typologisiert man sie? Die Medienpädagogin Alia Pagin gibt anhand von Beispielen Tipps, wie man Medieninhalte immer kritisch hinterfragen kann.

Wolfgang Bunzel: Vortrag & Interaktion Johann Wolfgang von Goethe: „Dichtung und Wahrheit“ (11.30 h)
Wolfgang Bunzel ist Leiter der Brentano-Abteilung am Frankfurter Goethe-Haus / Freies Deutsches Hochstift. In seinem interaktiven Vortrag wird er anhand von Textbeispielen gemeinsam mit den Teilnehmern Goethes Werk auf den Grund gehen.

Julia Shaw: Vortrag „Das trügerische Gedächtnis oder Was ist Wahrheit?“ (13.30 h)
Julia Shaw ist Rechtspsychologin und Autorin des Bestsellers „Das trügerische Gedächtnis. Wie unser Gehirn Erinnerungen fälscht“. In ihrem Vortrag zeigt sie welchen Erinnerungen wir trauen können und welchen nicht – und warum unser Leben eine einzige Erfindung ist.

Thomas Scherzberg: Gespräch „Wahrheit im Prozess“ (14.45 h)
Gibt es eine eigene juristische Wahrheit? Und was passiert, wenn verschiedene Wahrheiten aufeinandertreffen? Thomas Scherzberg ist Fachanwalt für Strafrecht und trat als Strafverteidiger bundesweit in zahlreichen aufsehenerregenden Wirtschaft-, Schwurgerichtsund Betäubungsmittelrechtsprozessen auf.

 

Programm Mai * Juni * HausGespräche * Lehrertag – Literaturhaus Frankfurt

Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Alle Veranstaltungen unter http://literaturhaus-frankfurt.de/programm/kalender/
Karten ab 19.04. unter http://literaturhaus-frankfurt.de/karten/karteninfo/

 

Der Mai beginnt im Literaturhaus schon traditionell mit dem Tanz in den Mai, dieses Mal stehen u.a. Mousonturm-Leiter Matthias Pees zusammen mit Hauke Hückstädt und auch Richard Kämmerlings am DJ-Pult. Es folgen dann Abende mit Franzobel (3.5.), Natascha Wodin (9.), Fatma Aydemir (10.), Eva Menasse (11.), Rafik Schami (18.), Daniel Schreiber (22.) Karl Ove Knausgard (23.), David Foenkinos (29.) Marcel Reif (30.) und Remo H. Largo (31.). Peter Knorr & Doro Göbel stellen für Kindergartenkinder ihre Wimmelbücher vor (5. / ausverkauft) und Kristina Anders lädt zum Kinderbuch-Sonntag (21.) ein. Die Nacht der Museen trifft am 6.5. auf Frankfurt liest ein Buch – ein Abend mit u.a. Frank Witzel und Elsemarie Maletzke.

Im Juni geht es u.a. mit Jochen Schmidt und Jonas Lüscher (12.6.), „Frankfurt, deine Geschichte – Literatur in Einfacher Sprache“ mit Mirko Bonné und Olga Grjasnowa (13.) sowie Abenden mit Matthias Politycki (26.) und Benjamin Lebert (29.) weiter. Im Rahmen der Frankfurter Lyriktage sind Michael Fehr und Manuel Troller unsere Gäste (27.)

Donnerstag 08.06.17 / 10.30 h / Eintritt 3 Euro
Patrick Wirbeleit: Kiste: Roboteralarm
Lesung für 3. und 4. Klassen

Dieser Kindercomic sorgt für Spaß und den idealen Lesestart.
Mattis und sein bester Freund Kiste erleben bereits ihr viertes Abenteuer. Ausgerechnet in der Schule, denn dort gibt es einen Erfinderwettbewerb. Und Kiste soll einen von Mattis erfundenen Roboter spielen. Kiste ist eigentlich die Werkzeugkiste eines Zauberers und steckt voller Überraschungen. Erst recht, wenn alles nach Plan verlaufen und niemand merken soll, dass Kiste nicht einfach nur ein Pappkarton ist. Patrick Wirbeleit hat Kiste erfunden. Er ist zwar auch Illustrator, bei „Kiste“ fungiert er aber neben Zeichner Uwe Heidschötter ausschließlich als Autor. Heute stellt er „Roboteralarm“ in einer Lesung vor und zeigt, wie Comics entstehen. Und Wörter und Bilder von Panel zu Panel eine Geschichte erzählen. Literarische Kindercomics wie „Kiste“ oder ihre berühmten Vorbilder von „Asterix“ bis „Tim und Struppi“ eignen sich bestens bereits früh selbstständiges Lesen zu fördern. Die Reihe von Mattis und Kiste erscheint im Berliner Reprodukt Verlag, wurde bereits mehrfach ausgezeichnet und unter anderem von der Stiftung Lesen empfohlen. Ein Vormittag im Rahmen des Kindercomicfestivals Yippie!

Das Junge Literaturhaus wird unterstützt von der Cronstett- und Hynspergischen evangelischen Stiftung.

Donnerstag 08.06.17 / 19.30 h / Eintritt 5 / 3 Euro
John von Düffel: Klassenbuch
Moderation: Christoph Schröder

Neun Jugendliche zwischen Realität und Virtualität
Erik, Stanko, Emily, Bea, Lenny, Annika, Nina, Li und Henk sind neun Jugendliche einer Schulklasse, die im Netz ihr ganz eigenes Klassenbuch führen. Sie sind Überflieger, Suizidgefährdete, Computernerds und sie alle befinden sich in Hochgeschwindigkeit auf dem Weg ins Erwachsenenleben. Doch welchen Einfluss hat die digitale Parallelwelt auf eine Lebensphase, in der man sich doch vor allem Sinnfragen stellt: Wer bin ich in Wahrheit? Was bleibt von mir, wenn meine Netzidentität gekapert wird? Wie echt ist der Tod im Netz? Sind wir alle nur Avatare eines Superbrains? John von Düffel zeichnet in seinem Roman „Klassenbuch“, erschienen im DuMont Verlag, ein Gesamtbild einer Klasse und Gemeinschaft, in der Momente der Wahrhaftigkeit und Freundschaft nur noch kurz in der Timeline des Lebens aufblitzen. Mit dem Autor unterhält sich an diesem Abend der Literaturkritiker Christoph Schröder.

Freitag 09.06.17 / 09.00 h – 17.00 h / Eintritt 28 / 18 Euro
Kolleg Schöne Aussicht – Das Literaturhaus Frankfurt für Lehrer
Richtung Wahrheit – Eine Tagung von Lehrern für Lehrer
Für Lehrer aller Fächer, Stufen und Schulformen
Mit Sarah Diefenbach, Daniel Ullrich Julia Shaw, John von Düffel u.a.
Unter dem Titel „Richtung Wahrheit“ organisiert das KOLLEG SCHÖNE AUSSICHT zum dritten Mal eine Tagung von Lehrern für Lehrer, Lehramtsstudenten und Lehrer in Vorbereitung. Wahrheit scheint überall und gegenwärtig zu sein. Und doch drängt sich der Eindruck auf, dass sie durchlässiger und poröser wird, dass sie uns entgleitet. Irgendwie scheint sie hinterher, abgehängt; post faktisches Zeitalter eben? In welche Richtungen flieht oder drängt die Wahrheit? Kann man Wahrheit aufspüren? Oder ihr zumindest nahe kommen? Die Teilnehmer der Tagung unternehmen einen Tag lang diesen Versuch und blicken durch ein Kaleidoskop der Wahrheit(en): Das beginnt bei Literatur und Dichtung, geht weiter mit der digitalen und medialen Wahrnehmung der Wahrheit und endet beim Strafprozess, mit der Wissenschaft und unseren persönlichen trügerischen Erinnerungen. Dieses Fortbildungsangebot wurde von der Hessischen Lehrkräfteakademie nach § 65 Hessisches Lehrerbildungsgesetz akkreditiert (LA-Angebots-Nr. 01789200).
Partner des KOLLEG SCHÖNE AUSSICHT ist die Dr. Marschner Stiftung.

Montag 12.06.17 / 19.30 h / Eintritt 9 / 6 Euro
Transit – Seitenwechsel: Vom Manuskript zum Buch
Ein Abend mit Jonas Lüscher, Jochen Schmidt und Martin Hielscher
Moderation: Sabine Rock
Ein Abend über die Verhältnisse von Autoren zum Lektor, zum Lesen und Gelesenwerden

Was der Lektor Martin Hielscher verkörpert, nennt man auch „ Institution“ auf seinem Gebiet. Hielscher war verantwortlich für Verlagsprogramme von Luchterhand, von Kiepenheuer & Witsch und ist seit Jahren führend für das feine literarische Programm des großen C.H. Beck Verlags. Heute Abend tritt er in Austausch und ins Licht mit zwei seiner Autoren. Jochen Schmidt ist vielleicht der komischste, traurigste, tiefsinnigste wie bestens getarnte Clown der deutschen Gegenwartsliteratur. Er hat ein Vater-Sohn-Kindheitsrettungsbuch geschrieben. „Zuckersand“ heißt es. Und Jonas Lüscher zählt seit seiner Novelle „Frühling der Barbaren“ zu den gestaltungskräftigsten Autoren der Gegenwart. In seinem Roman „Kraft“ geht es um Wucht und Stillstand, Eliten und Lebenstrümmer, um die Möglichkeit, sich freizukaufen. Beide Bücher sind jüngst erschienen. Den Austausch der drei Gäste moderiert die freie Lektorin Sabine Rock.
Gefördert vom Kulturfonds Frankfurt Rhein-Main im Rahmen des Themenschwerpunkts Transit.

Dienstag 13.06.17 / 19.30 h / Eintritt 5 / 3 Euro
Frankfurt, deine Geschichte – Literatur in Einfacher Sprache
Mit Mirko Bonné und Olga Grjasnowa
Mit Gebärdensprachdolmetschern

 
Aufbruch in eine andere Zeitschreibung

Für „Frankfurt, deine Geschichte“ schreiben sechs namhafte Autoren Geschichten zu Ereignissen, Orten oder Museumsstücken aus der Frankfurter Geschichte. Damit werden Erzählweisen zugänglich, die sonst zu vielen verschlossen bleiben. Einfache Sprache als Kunstform! Die sechs Autoren im Neuland sind Henning Ahrens, Mirko Bonné, Nora Bossong, Olga Grjasnowa, Kristof Magnusson und Alissa Walser. Sie haben ein Regelwerk erarbeitet. Es ist der Versuch einer Pioniertat für alle. Für alle Interessierten an Geschichten und Geschichte. Und für alle, die die deutsche Sprache gerade erst lernen, weil sie zu uns gekommen sind. Und für alle, die an die Vielseitigkeit der deutschen Sprache glauben. Für solche mit Lernschwierigkeiten oder einem anderen Sprachniveau. Und für solche mit Aufmerksamkeitsstörungen oder körperlichen Beeinträchtigungen. Am zweiten Abend dieser Reihe lesen die Autoren Olga Grjasnowa und Mirko Bonné. Sie schreibt über das Kofferradio eines Gastarbeiters. Er nimmt das Puppenhaus der Gontards zum Anlass. Die Veranstaltung wird von Gebärdensprachdolmetschern begleitet.

Die Autorinnen und Autoren Henning Ahrens, Mirko Bonné, Nora Bossong, Olga Grjasnowa, Kristof Magnusson und Alissa Walser geben sich für „Frankfurt, deine Geschichte“ folgende Regeln:

  1. Unsere Texte beziehen sich auf Ereignisse, Orte, Personen oder Gegenstände aus der Frankfurter Geschichte.
  2. In den Texten können wir auch erfinden.
  3. Wir schreiben Texte von 20 Minuten Vorleselänge.
  4. Wir benutzen einfache Wörter.
  5. Wir schreiben einfache Sätze.
  6. Wenn wir Sprachbilder verwenden, erläutern wir diese.
  7. Wir vermeiden Zeitsprünge.
  8. Wir erzählen aus nur einer Perspektive.
  9. Wir gliedern unser Textbild anschaulich.
  10. Möglichst wenige Hauptwörter!
  11. Möglichst viele Verben!

Ein Projekt des Literaturhauses Frankfurt in Kooperation mit dem Historischen Museum Frankfurt und der Stabsstelle Inklusion Frankfurt. Gefördert vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration, in Partnerschaft mit dem Netzwerk Inklusion Frankfurt.

Montag 19.06.17 / 19.30 h / Eintritt 9 / 6 Euro
20 Jahre hr2-Hörbuchbestenliste
Fest der Stimmen mit u.a. Martin Baltscheit, Wolfram Koch, Dagmar Manzel, Laura Maire, Udo Samel
Moderation: Anna Engel (hr2-kultur)
Ein Abend, viele Gäste und 20 Jahre hr2-Hörbuchbestenliste

Es gibt nicht viele Listen, die wirklich eine Bresche schlagen. Die hr2-Hörbuchbestenliste aber tut es. Sie ist die feinhörige Schwester der SWR-Bestenliste und begeht mit dem heutigen Abend ihr 20jähriges Jubiläum. 1997 vom Börsenblatt des Deutschen Buchhandels und hr2-kultur ins Leben gerufen, beruft eine unabhängige Jury seitdem monatlich neun beste Hörbücher und einmal im Jahr das Allerbeste, jeweils für Kinder und Jugendliche bzw. für Erwachsene. Das Jubiläum zum Anlass konnten Gäste gewonnen werden, die das Profil dieser Liste der besten Hörbücher mitprägten und prägen. Sie, die mit Lesungen und Hörspielen schon vielfach platziert oder ausgezeichnet waren und mit ihren Stimmen und Interpretationen beeindruckten, werden unter anderem Ausschnitte aus den preisgekrönten Werken vortragen. Außerdem gibt es Gespräche mit der Jury und dem arrivierten Regisseur Leonhard Koppelmann. Durch den Abend führt die hr2-Moderatorin Anna Engel.

Mittwoch 21.06.17 / 19.30 h / Eintritt frei
Frankfurter Hausgespräche 2017: Vielfalt und Einheit
95 Anschläge – Thesen für die Zukunft
Mit Roland Kaehlbrandt, Magdalena Kuhn, Ursula Ott, Abdul-Ahmad Rashid und Henning Ziebritzki
Moderation: Jens Bisky (SZ)
Fünf Thesen für Einklang

„Wer nach Wahrheit sucht, muss mit echten Menschen streiten.“ Das fordert Ursula Ott, die Chefredakteurin des evangelischen Magazins chrismon. Und das ist auch das Credo dieses Abends im Literaturhaus. Ursula Ott wie auch der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, Roland Kaehlbrandt, die Promotionsstipendiatin und Psychologin Magdalena Kuhn, der Fernsehjournalist und Islamwissenschaftler Abdul-Ahmad Rashid sowie der Verlagsleiter und Lyriker Henning Ziebritzki haben jeweils sehr eigene, sehr unterscheidbare Thesen für das von der EKHN Stiftung und dem Literaturhaus Frankfurt gemeinsam herausgegebene Buch „95 Anschläge – Thesen für die Zukunft “ formuliert (S. Fischer Verlag). Doch ihre Thesen haben auch etwas gemeinsam. Möglicherweise wollen in ihrem Kern alle fünf: Einklang. Inneren oder äußeren Einklang in einem Wimmelbild einer Gesellschaft , die gezeichnet ist von einer kaum fassbaren Pluralität der Behauptungen, Glaubensdiktate, Missverständnisse und Dissonanzen. Das Gespräch leitet der SZ-Feuilleton-Redakteur Jens Bisky.

Die weiteren HausGespräche finden am 07.06. (Holzhausenschlösschen), am 14.06. (Haus am Dom) und am 28.06. (Frankfurter Goethehaus) statt. Das vollständige Programm unter: http://literaturhaus-frankfurt.de/fileadmin/user_upload/download/Flyer_HausGespraeche_2017_01.pdf

Der Abend wird unterstützt vom Kulturamt Frankfurt am Main.

Montag 26.06.17 / 19.30 h / Eintritt 7 / 4 Euro
Matthias Politycki: Schrecklich schön und weit und wild
Moderation: Lena Bopp (F.A.Z.)
Warum wir immer weiter unterwegs sind

Wochenendtrip oder Weltumrundung, Pauschal- oder Backpackerreise, Länder sammeln oder einfach Last Minute: Die Deutschen reisen, was das Zeug hält. Und sie tun es in allen nur denkbaren Varianten. Aber was steckt hinter der Reiselust? Was ist aus dem großen Versprechen, das die Welt einmal war, geworden? Wie hat sich das Reisen verändert? Matthias Politycki, im Hauptberuf Romancier und Lyriker, im Nebenberuf passionierter Reisender, hat naturgemäß keinen Reiseführer geschrieben, aber ein Buch über das Reisen. In der Annährung und im Verfahren hat er sich dabei auf seine viel gelesene Marathon-Fibel „42,195 – Warum wir Marathon laufen und was wir dabei denken“ bezogen, die ebenfalls bei Hoffmann und Campe erschienen ist. Denn das Laufen, wie das Reisen, das Karten lesen, das Vorbereiten, das Aufbrechen und Ankommen, die Vergewisserungen der Schritte, das Verfertigen der Gedanken im Bewegen sind Leidenschaft und Antrieb dieses Autors. Ins Gespräch bringt Matthias Politycki die F.A.Z.-Redakteurin Lena Bopp.
Der Abend wird unterstützt vom Journal Frankfurt.

Dienstag 27.06.17 / 19.30 h / Eintritt 7 / 4 Euro
Michael Fehr und Manuel Troller: Glanz und Schatten
Riffs, Songs, Stories an den Gattungsgrenzen

Michael Fehr versetzt mit seinen starken und wortgewaltigen Zeilengeschichten den Literatur- wie auch den Musikbetrieb in Staunen. Er ist ein Entwicklungshelfer. Sein Interesse für den Klang von Sprache lässt kaum noch unterscheiden, ob man gerade ein Gedicht, einen Roman oder ein Märchen hört. Das Schriftbild eher Poem, die Tragweite episch, die Momente glassplitterklein. Fehr ist radikal und poetisch. In Zusammenarbeit mit dem Gitarristen und Komponisten Manuel Troller sind aus einigen seiner Geschichten Songs entstanden. Das klingt einmal wie Blues, wird manchmal gesungen, manchmal nur rezitiert; gelegentlich laut donnernd, dann wieder fragil. Mit Wucht begegnen sich Fehr und Troller auf dem Podium. Nach der Kriminalgeschichte „Simeliberg“ kommen Michael Fehrs Texte für den Band „Glanz und Schatten“, erschienen im Verlag Der gesunde Menschenverstand, im Schwarm von 18 hochverdichteten Erzählungen. In deren Zentrum stehen Menschen, Tiere, Orte und Gegenstände, die sich wandeln.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Kulturamt Frankfurt am Main im Rahmen der Frankfurter Lyriktage.

Mittwoch 28.06.17 / 19.30 h / Eintritt 7 / 4 Euro
Schöne Aussichten – Das Frankfurter Literaturgespräch XXXV
Mit Saša Stanišić, Mara Delius, Alf Mentzer und Hubert Spiegel

Literarisches Quartett ohne Quotendruck und Fernbedienung. Vier Kritiker diskutieren über neue Romane.

Hier sitzt das Publikum mittendrin. In der 35. Ausgabe der „Schönen Aussichten“ streiten und schlichten der hr2-Literaturredakteur Alf Mentzer, die Kritikerin Mara Delius (Literarische Welt) sowie der Literaturkritiker Hubert Spiegel (F.A.Z.) mit dem Gastkritiker Saša Stanišić. Der übersiedelte als Vierzehnjähriger während des Bosnienkrieges nach Deutschland, den er in seinem Debütroman „Wie der Soldat das Grammofon repariert“ thematisierte. Für seine Romane und Erzählungen wurde er bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet, etwa dem Preis der Leipziger Buchmesse 2014. Zuletzt veröffentlichte Stanišić den Erzählband „Fallensteller“, erhältlich im Luchterhand Verlag. Dem legendären Haltbarkeitstest wird „Herztier“ von Herta Müller unterzogen. Die weiteren Titel des Abends erfahren Sie ab Anfang Juni unter www.literaturhaus-frankfurt.de.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit hr2-kultur. Sendetermin am 02.07. um 12.04 Uhr.
Die Diskussion wird, gefördert durch die Aktion Mensch, von Gebärdensprachdolmetschern übersetzt.

Donnerstag 29.06.17 / 19.30 h / Eintritt 9 / 6 Euro
Benjamin Lebert: Die Dunkelheit zwischen den Sternen
Moderation: Alf Mentzer (hr2-kultur)
Der Autor von „Crazy“ mit einer Geschichte aus Kathmandu

Mit „Crazy“ schrieb Benjamin Lebert vor fast 20 Jahren einen der großen Publikumserfolge des ausgehenden 20. Jahrhunderts. In 33 Sprachen übersetzt, von Hans Christian Schmid verfilmt. Weitere Romane folgten. Lebert war für eine Hilfsorganisation eine Zeit lang in einem Kinderheim in Nepal. Jetzt erscheint im S. Fischer Verlag sein Roman, der von diesen Kindern und ihrem Leben erzählt: „Die Dunkelheit zwischen den Sternen“. Es sind die letzten Tage vor dem Erdbeben in Nepal, Kathmandu im April 2015. Shakti, Achanda und Tarun leben in einem Heim, das für sie so eine Art Zuhause ist. Sie träumen von Freundschaft, der Pflegefamilie, einem Motorrad, sie erleben eine Ahnung von Glück. Ihre Eltern hatten sie in die Zwangsarbeit und in die Prostitution verkauft, irgendwann flohen sie. Man lässt sie glauben, dass es ihnen jetzt gut gehen wird, aber natürlich wissen sie es besser. Sie sind am Leben, sie trauen niemandem, sie suchen einen Weg durch die Dunkelheit. Der Autor im Gespräch mit hr2-Literaturredakteur Alf Mentzer.
Alle Veranstaltungen unter http://literaturhaus-frankfurt.de/programm/kalender/
Karten ab 19.04. unter http://literaturhaus-frankfurt.de/karten/karteninfo/

Lies in den Mai! Literaturprogramm im Literaturhaus Frankfurt umfangreich spannend!

Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Das Mai-Programm im Literaturhaus Frankfurt ist mit 13 Veranstaltungen wieder überaus gut gefüllt, ausreichend für das Abendprogramm des halben Monats und das  bei Abenden mit: Natascha Wodin (9.5.), Fatma Aydemir (10.), Rafik Schami (18.), Karl Ove Knausgard (23.) oder David Foenkinos (29.).

Auch wenn „Frankfurt liest ein Buch“ auf die „Nacht der Museen“ trifft (6.) oder Marcel Reif die „Nachspielzeit“ anpfeift, lohnt sich ein Weg ins Literaturhaus.

Sonntag 30.04.17 / 21.00 h / Eintritt 7 / 4 Euro
Tanz in den Mai mit Lisa Schumacher & Benno Hennig von Lange, Antje Keil & Katharina Schmidt, Matthias Pees & Hauke Hückstädt, Richard Kämmerlings & Fishinmotion alias Petra Wittrock und Oliver Vogel

Maidemonstration im Literaturhaus
Mutabor: Das Literaturhaus wird zur pummeligsten Hüpfburg seit es Neoklassizismus gibt. Und die Luft riecht schon nach Klee, wenn es wieder heißt: Tanzen bis der Mai kommt. Vier DJ-Teams legen auf. Erlesene Laien, begnadete Dilettanten. Irre. Kontrolliert. Es wird in den Schuhsohlen jucken, durch die Kleider flattern, bis in die Haarspitzen flitzen. Avantgarde der Herzen, Mainstream der Hüften. Meister und Margaritas. Honig für den König. Über den Winter hinweg. Die Sonne auf halbem Weg. Mit Masse und Macht in die hellen Tage. Es geht uns gut. Du stirbst nicht. Komm wie du willst in das große Haus. Basswumms für alle. Keine Ahnung wie Sie das sehen. Wir sehen uns.

Line-up:
20.15 h Lisa Schumacher & Benno Hennig von Lange (Literaturhaus)
22.00 h Antje Keil (S. Fischer) & Katharina Schmidt (Illustratorin)
23.30 h Matthias Pees (Mousonturm) & Hauke Hückstädt (Literaturhaus)
01.00 h Richard Kämmerlings (Die Welt) & FishinMotion alias Petra Wittrock und Oliver Vogel (S. Fischer)

Mittwoch 03.05.17 / 19.30 h / Eintritt 7 / 4 Euro
Franzobel: Das Floß der Medusa
Moderation: Jan Wilm

Ein sprachmächtiger Dichter und ein riesiger Stoff
Der Autor Franzobel recherchiert mit Leib und Seele und schreibt dann einen Epochenroman. Eine wahre Begebenheit, die schon Anlass zu vielen Vergegenwärtigungen gab, ist der Auslöser: Am 18. Juli 1816 entdeckte man vor der Westküste Afrikas ein etwa 15 Meter langes Floß. Darauf Grauen und Schrecken: hohle Augen, ausgedörrte Lippen, Haare, starr vor Salz, verbrannte Haut voller Wunden und Blasen, Kannibalismus. Die ausgemergelten, nackten Gestalten waren die letzten 15 von ursprünglich 147 Menschen, die nach dem Untergang der Fregatte Medusa zwei Wochen auf offener See überlebt hatten. Da es in den Rettungsbooten zu wenige Plätze gab, wurden sie einfach ausgesetzt. Diese Geschichte bildet die Folie für Franzobels Roman, der in den Kern des Menschlichen zielt. „Das ist“, sagt der Autor, „ein Stoff für Hollywood, aber da ich nicht Paramount oder Warner Bros. bin, kann ich das nur mit meinen Mitteln erzählen, denen des Romans.“ „Das Floß der Medusa“ erscheint im Zsolnay Verlag. Es moderiert der Literaturwissenschaftler Jan Wilm.

Freitag 05.05.17 / 10.00 h / Eintritt 3 Euro
Bilderbuchkino für Vorschulkinder ab 5 Jahren
Doro Göbel und Peter Knorr: Was machen die da?

Eine kunterbunte Wimmel-Geschichte über Berufe in einer Veranstaltung für Kindergartengruppen
„Was machen die da?“ Postbote, Feuerwehrfrau, Musiker, Tierärztin und Architekt – in diesem Wimmelbuch können Kinder über 60 verschiedene Berufe und noch viel mehr entdecken. Doro Göbel und Peter Knorr sind mit ihren Wimmelbilder-Geschichten im Verlag Beltz & Gelberg zu einer Instanz geworden. Nach Ali Mitgutsch und Rotraut Susanne Berner bilden sie Alltagswelten und Alltagsgeschichten so fantastisch und dicht ab, dass Kinder sie herrlich nachvollziehen und Eindrücke sammeln können. Und sie begeistern auch Eltern und Erzieher. Die Veranstaltung richtet sich an Kindergartenkinder ab 5 Jahren.

Gefördert von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung.

Samstag 06.05.17 / 19.00 h / Eintrittskarte (ab 06.04.) zur Nacht der Museen 14 Euro
Frankfurt liest ein Buch zur Nacht der Museen
Herbert Heckmann: Benjamin und seine Väter
Ein Abend mit Elsemarie Maletzke, Pete Smith und Frank Witzel
Moderation: Anna Engel (hr2-kultur)
Führungen durch die Ausstellung „Schönste deutsche Bücher“ mit Katharina Hesse

Bühne frei, Mikro an: Autoren und Besucher lesen aus „Benjamin und seine Väter“
Die Nacht der Museen, Frankfurt liest ein Buch und das Literaturhaus gehen zusammen. Jeweils zur vollen Stunde lesen die Robert Gernhardt-Preisträger Elsemarie Maletzke, Pete Smith und Frank Witzel ab 20 Uhr ihren Wunschtext aus Herbert Heckmanns „Benjamin und seine Väter“ (Schöffling & Co.). Dazwischen ist die Bühne frei für Fans und Freunde des Lesefestes, die einen kurzen Text aus dem Buch vorlesen möchten. Die Autorengespräche leitet Anna Engel von hr2-kultur. Außerdem führt Katharina Hesse von der Stiftung Buchkunst durch die weltweit kleinste Dauerausstellung der Schönsten deutschen Bücher (20.15, 21.15 und 22.15 Uhr). Eintritt nur mit Karte der Nacht der Museen. Karten erhältlich an allen bekannten VVK-Stellen, bei allen teilnehmenden Institutionen sowie über www.nacht-der-museen.de.

Eine Veranstaltung von Frankfurt liest ein Buch e.V. in Kooperation mit dem Literaturhaus Frankfurt und der WI Bank im Rahmen der Nacht der Museen.

Dienstag 09.05.17 / 19.30 h / Eintritt 9 / 6 Euro
Preis der Leipziger Buchmesse 2017
Natascha Wodin: Sie kam aus Mariupol
Moderation: Rose-Maria Gropp (F.A.Z.)

„Sie kam aus Mariupol“ – ein Buch, das dem Begriff Migrationshintergrund die Schablone entreißt. Die Literaturkritikerin Sigrid Löffler vergleicht das literarische Verfahren der Autorin Natascha Wodin mit der Gedächtniskunst W.G. Sebalds. Die SWR-Bestenliste führt den aktuellen Roman auf den ersten Plätzen. Aus Leipzig folgte der Preis der Buchmesse. „Nachtgeschwister“, ihr Roman über ihre obsessive Dichterehe mit Wolfgang Hilbig, zog vor acht Jahren alle in den Bann. Und schon ihr Debüt „Die gläserne Stadt“ (1983) war ein dichtes Bohème- und Moskau-Porträt. „Sie kam aus Mariupol“, im Rowohlt Verlag erschienen, nähert sich ungebremst der Geschichte der Mutter der Autorin. Verschleppung, Zwangsarbeit, Holocaust, Lager für Displaced Persons. Eine Geschichte von 30 Millionen sowjetischen nichtjüdischen Zwangsarbeitern. Es öffnet sich die Blackbox einer Familie in Deutschland. Das Gespräch führt Rose-Maria Gropp von der F.A.Z.

Der Abend wird unterstützt vom Journal Frankfurt.

Mittwoch 10.05.17 / 19.30 h / Eintritt 7 / 4 Euro
Fatma Aydemir: Ellbogen
Moderation: Shirin Sojitrawalla

Ein Roman über Wut und Dinge, die sich ändern müssen
Eine deutsch-türkische Geschichte kann auch oder erst recht 2017 noch kein Happy End haben. Hazal ist im Berliner Wedding groß geworden. Sie schreibt aussichtslose Bewerbungen und arbeitet schwarz in der Bäckerei ihres Onkels. Zu Hause hat sie nichts zu melden. Die lang ersehnte Partynacht ihres 18. Geburtstages endet in einer Katastrophe: Die angestaute Wut bricht heraus und ein junger Mann stirbt. Und endlich kann, muss Hazal ihr Leben in ihre eigenen Hände nehmen. Sie flieht nach Istanbul und entdeckt, dass sie nur hier leben will. Ohne ihre Familie, ohne eine Gesellschaft, die sich nur dann für sie interessiert, wenn sie Mist baut. Im Sommer 2016, als Panzer rollen und Kampfflugzeuge und Hubschrauber über die Stadt fliegen, versucht sie sich eine neue Existenz aufzubauen. Fatma Aydemir ist Redakteurin der taz und schreibt für die Spex. Ihr Debütroman „Ellbogen“, erschienen im Hanser Verlag, ist ein Ausrufezeichen in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Gespräch und Lesung moderiert die freie Kritikerin Shirin Sojitrawalla.

Donnerstag 11.05.17 / 19.30 h / Eintritt 9 / 6 Euro
Eva Menasse: Tiere für Fortgeschrittene
Moderation: Ruth Fühner (hr2-kultur)

Acht Erzählungen von Bezauberung und Täuschung
Die in Wien geborene und in Berlin lebende Autorin Eva Menasse zitiert zu Beginn ihres Erzählungsbandes „Tiere für Fortgeschrittene“ aus dem Audio-Guide des Natural History Museum in London. Da heißt es etwa: „Um eine Spezies zu verstehen, benötigt man mehrere Exemplare. Eines von ihnen reicht nicht aus.“ Eva Menasse schaut in ihren Büchern den Menschen zu. So auch in diesem Band, der bei Kiepenheuer & Witsch in Köln erschienen ist. Wenig bekannt war bislang, dass die Autorin seit Jahren kuriose Tiermeldungen sammelt. Diese sind nun Auslöser für acht Erzählungen. Sie heißen „Raupen“, „Igel“, „Opossum“ oder „Haie“ und berichten mit Ernst, Witz und nicht ohne Traurigkeit vom Menschen. Das Verhaktsein der Erzählungen mit den vorangestellten Meldungen wird dabei nie vordergründig. Meldung und Erzählung sind sich gegenseitig Profit. Das Gespräch mit Eva Menasse führt die hr2-kultur-Redakteurin Ruth Fühner.

Donnerstag 18.05.17 / 19.30 h / Eintritt 15 Euro
Rafik Schami: Mein Großvater und ich. Eine Reise durch meine Kindheit

Ein poetischer Abend für Syrien und ein Kochbuch, das helfen kann
Suppen stärken gemeinhin. „Suppen für Syrien“ ist ein starkes Kochbuch, weil es wirklich hilft. Initiiert hat es die Fotografin Barbara Abdeni Massaad. Doch nicht ihr oder dem DuMont Verlag, der sämtliche Erlöse spendet, helfen die Rezepte von internationalen Starköchen. Die Rezepte helfen Schams e.V., sie helfen den syrischen Kindern und Jugendlichen, die Schams fördert. Für den heutigen Abend finden auf Initiative des Autors Rafik Schami die Besucher, der DuMont Verlag, das Restaurant Goldmund und das Literaturhaus zusammen. Gemeinsam helfen sie. Das Restaurant serviert zwei Suppen für alle. Wir lernen von der arabischen Welt. Denn Gastfreundschaft ist ein zentraler Bestandteil der arabischen Kultur, weil die Wüste, in der diese Kultur ihre Anfänge hatte, lebensfeindlich war und ist. Nichts auf der Welt war für Araber verhasster als Geiz, weil er in der Wüste für den Hilfsbedürftigen lebensgefährlich ist. Und geizen wird auch Rafik Schami nicht, der für sein Auditorium erstmals „Mein Großvater und ich“ erzählen wird – eine Reise durch seine Kindheit.

Die Erlöse des Abends gehen an Schams e.V.

Sonntag 21.05.17 / 15.00 h / Eintritt 5 Euro
Kinderbuch-Sonntag ab 5 Jahren
Kristina Andres: Nun schlaft mal schön!

Elfeinhalb wundervolle Gutenachtgeschichten von Fuchs und Hase
Ein zeitloses Buch mit Gutenachtgeschichten für Kurz- und Langschläfer. Die Illustratorin und Autorin Kristina Andres erschafft mit „Nun schlaft mal schön!“ eine ganz eigene und doch auf Janosch verweisende Szenerie. Fuchs und Hase sind zwei liebenswerte Freunde voller Vertrauen und Zuneigung. Genau die richtigen Helden, um glücklich einzuschlafen. Und natürlich dreht sich bei ihnen sowieso fast alles ums Einschlafen. Da probieren sie alles aus. Sie versuchen, wie die Fledermäuse zu schlafen, sie fahren Schlitten auf Kirschblütenblättern, sie zählen gute Nächte statt Schafe und einmal bringen sie sogar den Sturm zur Ruhe. Kristina Andres erzählt und zeichnet wunderbar unvorhersehbar und wohldosiert. Und sie lässt uns wunschlos zurück, denn der nächste Band erscheint bereits im Herbst im Frankfurter Moritz Verlag.

Das Junge Literaturhaus wird unterstützt von der Cronstett- und Hynspergischen evangelischen Stiftung.

Montag 22.05.17 / 19.30 h / Eintritt 7 / 4 Euro
Daniel Schreiber: Zuhause. Die Suche nach dem Ort, an dem wir leben wollen
Moderation: Nils Husmann (chrismon)

Früher war Zuhause der Ort, von dem man kam – und heute? Über die Suche unseres Lebens
Daniel Schreiber hinterließ Eindruck bei seinem Publikum im Literaturhaus vor zweieinhalb Jahren. Damals ging das Gespräch mit Florian Balke (F.A.Z.) über seinen gewinnend persönlich gehaltenen Essay „Nüchtern“. In einem ähnlichen Verfahren nähert sich Schreiber nun Fragen wie denen nach unserem Zuhause. Wo gehören wir hin? Was ist unser Zuhause, wenn sich immer weniger Menschen mit dem Ort verbunden fühlen, an dem sie geboren wurden? Der Autor, Susan Sontag-Biograf und Kunstkritiker beschreibt den Umschwung eines kollektiven Gefühls: Zuhause ist nichts Gegebenes mehr, sondern ein Ort, nach dem wir uns sehnen, zu dem wir suchend aufbrechen. Schreiber blickt auf Philosophie, Soziologie und Psychoanalyse, und zugleich erzählt er seine eigene Geschichte: von Vor fahren, die ihr Leben auf der Flucht verbrachten. Von der Kindheit eines schwulen Jungen in einem mecklenburgischen Dorf. Von der Suche nach dem Platz, an dem wir bleiben können. „Zuhause“ erscheint im Hanser Berlin Verlag. Den Lese- und Gesprächsabend leitet Nils Husmann, Redakteur des Magazins chrismon.

Im Schauspiel Frankfurt
Dienstag 23.05.17 / 19.30 h / Eintritt 20 / 12 Euro
Karl Ove Knausgård: Kämpfen
Moderation (dt./engl.): Alf Mentzer (hr2-kultur)
Dt. Text: Isaak Dentler (Schauspiel Frankfurt)

Das faszinierende autobiografische Projekt am Beginn des 21. Jahrhunderts
Rücksichtslosigkeit ist ein Teil von Literatur. Kritiker mahnen sie gerne an. Literaturwissenschaftler belegen sie. Leser erstaunen vor ihr. Für Schriftsteller aber ist sie kein Upgrade, keine freiwillige Leistung. Sie ist unausweichlich, wenn alles zum Kern drängt. Wohl kein Werk hat derzeit so viele Leser in Begeisterung auf sich vereint wie das des Norwegers Karl Ove Knausgård. Der Romanzyklus „Min Kamp“ ist Selbstüberwachung, Erinnerungsmahlwerk, Autobiografie und auch Autopsie – Untersuchung der Stillstände, Hemmungen, Krusten. Die Radikalität des Ansatzes, die schwindelerregenden Wechsel zwischen kleinsten Details und großen Gedanken, die essayistischen Passagen zu Themen der Kunst- und Literaturgeschichte und in „Kämpfen“, dem sechsten und vorerst letzten Band, nun auch die berührende Schilderung einer Krankheit und Ehekrise, zeichnen Knausgård aus. Die deutsche Übersetzung liest das Schauspiel-Ensemble-Mitglied Isaak Dentler. Das Gespräch in deutscher und englischer Sprache führt der hr2-kultur-Redakteur Alf Mentzer.

Karten-VVK ab 10.04. unter www.schauspielfrankfurt.de
Mitglieder des Literaturhausvereins haben ab 07.04. ein Vorkaufsrecht an der Theaterkasse im Schauspiel Frankfurt u. über das Kartentelefon der Städtischen Bühnen unter 069 / 212 49 49 4

In Kooperation mit dem Luchterhand Verlag und dem Schauspiel Frankfurt

Montag 29.05.17 / 19.30 h / Eintritt 9 / 6 Euro
David Foenkinos: Das geheime Leben des Monsieur Pick
Moderation: Lena Bopp (F.A.Z.)
Dt. Text: Stéphane Bittoun

Eine furiose Komödie über das Geschäft mit der Literatur
Bücher können Leben verändern. Das der Leser, vor allem aber das der an ihrer Entstehung und an ihrem Erfolg Beteiligten. Der französische Bestsellerautor und Regisseur David Foenkinos hat diese Kräfte selbst erlebt und erzählt davon. Sein soeben in der Deutschen Verlags-Anstalt erschienener Roman „Das geheime Leben des Monsieur Pick“ macht lebende und tote Autoren, eine Lektorin, einen Kritiker, Verlage, Leser und die Angehörigen eines verstorbenen Pizzabäckers aus der Bretagne zu Protagonisten. Eine kluge, mitreißend-vielschichtige Satire auf das geliebte Geschäft mit den Büchern. Und das in dem Jahr, in dem Frankreich im Zentrum der Aufmerksamkeit steht – literarisch wie politisch, als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse und zur Präsidentschaftswahl. Das Gespräch auf Deutsch und Französisch führt Lena Bopp von der F.A.Z. Aus der Übersetzung liest der Frankfurter Schauspieler, Regisseur und Sprecher Stéphane Bittoun.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Deutsch-Französischen Gesellschaft Frankfurt am Main e.V. und mit freundlicher Unterstützung des Institut Français. Im Rahmen von „Frankfurt auf Französisch – Frankreich Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2017“.

Dienstag 30.05.17 / 19.30 h / Eintritt 9 / 6 Euro
Marcel Reif: Nachspielzeit
Moderation: Christoph Schröder

Vom Leben und Reden – über Fußball, Flauten und Finals
Der Ball, der nur zu gut weiß, wer ihn trat, fliegt davon, dichtete der Wahl-Brite Michael Hofmann. Ein starkes Bild ist das womöglich auch für die kometenhafte Kommerzialisierung eines einfachen Sports. Ein Sport, der viele Kommentatoren hat, viele Meinungsträger, Millionen. Aber bald mehr die sogenannten ausgewiesenen Kenner und Kommentatoren nerven uns. Wenn man eine Sache liebt, ist es schwer zu ertragen, wenn jemand nur halbwegs gut über sie zu sprechen weiß. Der Fußballkommentar offenbart Anfälligkeiten – für Unschärfe, Differenzierungsmangel, Opportunität. Davon ausgenommen ist Marcel Reif. Er sagt selbst: „Ich erinnere mich gar nicht so sehr an große Spiele, sondern an große Momente in manchmal auch kleinen Spielen…“ In „Nachspielzeit“, das bei Kiepenheuer & Witsch erschienen ist, blickt er zurück und nach vorne, erzählt kleine und große Geschichten vor und hinter den Kulissen des Fußballs, dem panem et circenses unserer Zeit. Ihm zur Seite sitzt für die 90 Minuten dieses Abends der Kritiker, Schiedsrichter und Autor Christoph Schröder.

Mittwoch 31.05.17 / 19.30 h / Eintritt 12 / 8 Euro
Remo H. Largo: Das passende Leben
Moderation: Cécile Schortmann

Die „Babyjahre“ sind vorbei – wie leben wir nun?
Über 1 Million Exemplare „Babyjahre“ fanden ihre Leser. Ganzen Generationen war das die Hand an der Wiege. Nun erscheint im S. Fischer Verlag das Lebenswerk des bekannten Entwicklungsforschers Remo H. Largo: „Das passende Leben“. Es ist das Buch zur Stunde, ein Befreiungsversuch. Loseisung von Leistungsdruck, Selbstoptimierung und Wachstumswahn. Jeder wünscht sich ein erfülltes Leben, das rundum passt. Doch so simpel es scheint, so schwer ist es, im Einklang mit sich und anderen zu leben. Fremdbestimmung allerorten. Largo aber schreibt: „Wir können unsere Stärken und Begabungen leben. Zufriedenheit ist machbar.“ Welche besondere Rolle unsere Individualität dabei spielt, was sie ausmacht und welche Grundbedürfnisse uns formen, hat Remo H. Largo jahrzehntelang erforscht. Das Gespräch mit ihm führt die Journalistin und Fernsehmoderatorin Cécile Schortmann.

Ort:
Literaturhaus Frankfurt / Schöne Aussicht 2 / 60311 Frankfurt am Main, Tel.: 069 – 75 61 84 0 / Fax: 069 – 75 61 84 20 / www.literaturhaus-frankfurt.de

Shared Reading: Ab Mai mit 3. Gruppe im Literaturhaus Frankfurt

Foto: Diether v. Goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow

Shared Reading wurde in Liverpool entwickelt und ist eine neue Art, Literatur gemeinschaftlich zu erleben. Eine kleine Gruppe von Menschen kommt unter Anleitung eines ausgebildeten Facilitators (Moderators) zusammen. Sie lesen gemeinsam, laut und langsam einen vorher unbekannten Text oder hören einfach nur zu und beginnen, sich darüber auszutauschen: Es entsteht ein Raum für Begegnungen, neue Lesarten, spontane Gefühle, ausgelöst durch die Kraft der Literatur. Seit März gibt es dieses Angebot im Literaturhaus für zwei Gruppen – Gesundheit und Community. Erstere trifft sich in Zusammenarbeit mit dem Hospital zum Heiligen Geist. Die zweite Gruppe steht allen Interessierten offen. Sie trifft sich jeden Donnerstag um 17.00 Uhr. Ab 17.5. leitet Lisa Schumacher jeweils mittwochs (12 – 13.30 Uhr) eine dritte Gruppe. Bei Interesse melden Sie sich bitte unter schumacher@literaturhaus-frankfurt.de
Shared Reading im Literaturhaus Frankfurt wird gefördert von der Dr. Marschner Stiftung. In Kooperation mit Böhm & Sommerfeldt, Literarische Unternehmungen.

Programm März & April im Literaturhaus Frankfurt

Foto: Diether v. Goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow

Alle Veranstaltungen unter
http://literaturhaus-frankfurt.de/programm/kalender/
Karten ab 20.02. unter http://literaturhaus-frankfurt.de/karten/karteninfo/

März-Programm

Buchpremiere / Wenige Restkarten!
Montag 03.04.17 / 19.30 h / Eintritt 9 / 6 Euro
Gert Scobel: Der fliegende Teppich. Eine Diagnose der Moderne
Moderation: Anna Engel (hr2-kultur)

Der fliegende Teppich als Bild unserer Zeit
Gert Scobel ist einer der beliebtesten und belesensten Moderatoren im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Und einer der renommierten Wissenschaftsjournalisten. Mit seinem neuen, heute Premiere feiernden Buch „Der fliegende Teppich“ unternimmt er nicht weniger als eine Diagnose unserer modernen Welt. Eine überraschende und augenöffnende Analyse. Anhand des Bildes vom fliegenden Teppich veranschaulicht er Probleme und Charakteristiken der Gegenwart in klaren Worten. Seine Themen reichen dabei vom Begründungsproblem in den Wissenschaften über die Frage nach dem, was wirklich ist, vom Zustand unserer Gesellschaft bis hin zur Kraft der Imagination. Durch den Abend führt hr2-kultur-Moderatorin Anna Engel.

Die Veranstaltung fand anders als ursprünglich angekündigt nicht bereits am 30.01., die Karten behalten ihre Gültigkeit.

Mittwoch 05.04.17 / 19.30 h / Eintritt 7 / 4 Euro
Anna Kim: Die große Heimkehr
Moderation: Sabrina Wagner

Ein literarischer Politthriller um Spionage, Historie und Nordkorea
Die Autorin Anna Kim wurde 1977 in Südkorea geboren. 1979 zog die Familie nach Deutschland und dann weiter nach Wien, wo die Autorin seit 1984 lebt. 2012 erschien ihr Roman „Anatomie einer Nacht“, mit dem sie im Rahmen der Literaturhausreihe „Qualitätskontrolle“ bereits als Debütantin in Frankfurt zu Gast war. Mit „Die große Heimkehr“ legt sie nun im Suhrkamp Verlag einen 600-seitigen Roman vor, der Spionage- und Fluchtgeschichte ist und die Politik, Geschichte und Schicksale seiner Zeit einfängt. Anna Kim erzählt von den Folgen der Teilung der koreanischen Halbinsel und den Anfängen des heutigen Nordkorea, als die Gewaltherrschaft Kim Il Sungs noch in den Kinderschuhen steckte. Und im Gespräch mit der Kritikerin Sabrina Wagner stellt sich dann eben auch die Frage: Wem gehört Geschichte? Den Siegern, die Archive verschließen und Dokumente schwärzen? Oder dem Einzelnen, der seine Erfahrungen von Verlust und Verlorenheit an andere weitergibt?

Donnerstag 06.04.17 / 19.30 h / Eintritt 9 / 6 Euro
Gisela von Wysocki: Wiesengrund
Moderation: Verena Auffermann

Exakte Fantasie!
Hier haben wir ein Buch über das Frankfurt der Nachkriegszeit, über Frankfurt wichtigsten Denker dieser Zeit (und über diese Zeiten hinaus), über das Radio dieser Zeit, über das Knistern und Entzaubern, über ein Faszinosum, und dessen funkelnde Konturen, über Theodor Wiesengrund Adorno. „Wiesengrund“ ist der zweite Roman der Schriftstellerin, Essayistin und Theaterautorin Gisela von Wysocki. Und er ist verlegt wie ihr erster im Suhrkamp Verlag. Gerade hat die Akademie der Künste Berlin Gisela von Wysocki den Heinrich-Mann-Preis zugesprochen. In diesen zwei Büchern sei es ihr gelungen, so teils die Begründung, „den poetisch durchleuchteten Lebensmoment zum Element einer Großform zu machen, in der das Romanhafte und Autobiographische ineinanderschwingen“. Das Gespräch mit der einstigen Frankfurterin führt die Literaturkritikerin Verena Auffermann.

Der Abend wird unterstützt vom Journal Frankfurt.

Mittwoch 19.04.17 / 19.30 h / Eintritt 5 / 3 Euro
Hinter den Worten: Literatur gestalten in Hessen
Abenteuer Buch – Eine Podiumsdiskussion zum Thema Kinder- und Jugendbuch
Mit Antje Herden, Eva Kutter, Markus Weber
Moderation: Fridtjof Küchemann (F.A.Z.)

Bücher für Kinder und Jugendliche können ganze Generationen prägen und ein Leben lang begleiten. In der Gesprächsrunde berichten Akteure aus dem Kinder- und Jugendbuchbereich über das Schreiben, Verlegen und Vermitteln von Literatur für Heranwachsende. Markus Weber ist Leiter des Frankfurter Moritz Verlags. Dieser ist bekannt für seine ausgezeichneten Bücher und eine internationale Ausrichtung. Antje Herden schreibt seit 2010 Kinderbücher. Sie engagiert sich für die Leseförderung und war 2016 Mitveranstalterin des Ersten Hessischen Kinderbuchtages. Eva Kutter verantwortet das Programm KJB im S. Fischer Verlag. Zuvor arbeitete sie am Institut für Kinder- und Jugendbuchforschung und bei Arena. Die Diskussion leitet Fridtjof Küchemann, Online-Redakteur der F.A.Z., wo er regelmäßig Rezensionen zu Kinder- und Jugendbüchern veröffentlicht.

Ein Abend im Rahmen von „Hinter den Worten: Literatur gestalten in Hessen“, einer Veranstaltungsreihe der Häuser der Literatur im Hessischen Literaturrat e.V. mit Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst und hr2-kultur.

Donnerstag 20.04.17 / 19.30 h / Eintritt 7 / 4 Euro / Wenige Restkarten!
Tuvia Tenenbom: Allein unter Flüchtlingen
Moderation (dt./engl.): Alf Mentzer (hr2-kultur)
Dt. Text: Jochen Nix

Wenn sich der israelisch-amerikanische Autor Tuvia Tenenbom auf Reisen begibt, um „die Deutschen“, „die Juden“ oder „die US-Amerikaner“ kennen zu lernen, hat er eine spitze Feder und einen schelmischen Witz im Gepäck. Seine Berichte krempeln die Hemdsärmel hoch, legen Finger in Wunden und lassen Ansichten aufeinanderprallen, die ansonsten wohlsortiert voneinander geschieden werden. Seine Lesungen gleichen Theaterabenden, an denen zwar gelacht wird, die einen aber auch verstört zurücklassen. So auch bei seinem jüngsten Buch „Allein unter Flüchtlingen“, in dem sich der Regisseur und Leiter des Jewish Theater of New York nach Europa begibt. Im Gespräch mit hr2-kultur-Moderator Alf Mentzer wird Tenenbom die Eindrücke seiner Reisen miteinander verbinden und von seinen Erfahrungen berichten. Aus der im Suhrkamp Verlag erschienenen Übersetzung liest der Frankfurter Schauspieler und Sprecher Jochen Nix.

Eine Veranstaltung des Jüdischen Museums Frankfurt in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Frankfurt und dem Literaturhaus Frankfurt

Kinderbuch-Sonntag 23.04.17 / 15.00 h / Eintritt 5 Euro
Judith Allert und Joëlle Tourlonias: Krümel und Fussel
Für alle Kinder ab 4 Jahren

Immer dem Rüssel nach: Zwei Wollschweinferkel entdecken die Welt.
Hier haben sich Zwei gefunden! Die beiden kleinen Wollschweine Krümel und Fussel verfolgen einen merkwürdigen Schatten auf dem Hof. Immer nur Suhlen und Buddeln und Schlafen – das ist doch langweilig. Doch der Schatten verschwindet hinter dem Zaun. Ob er sie aufhalten kann? Vor allem, wenn die Luft nach Abenteuern duftet und es so viel zu entdecken gibt. Immer dem Rüssel nach, sagt Fussel und los geht’s. Für das bei Ravensburger erschienene Bilderbuch haben sich ebenfalls Zwei gefunden: Judith Allert & Joëlle Tourlonias. Judith Allert schreibt Kinder- und Jugendbücher. Von ihr stammt unter anderem die erfolgreiche Reihe „Paula und Lou“. Und Joëlle Tourlonias ist eine der beliebtesten und produktivsten Illustratorinnen in Deutschland. Auch für dieses Buch hat sie wunderschöne Bilder in ihrem unverwechselbaren Stil geschaffen. Gemeinsam kommen sie ins Literaturhaus und lesen und zeichnen für die Kinder.

Das Junge Literaturhaus wird unterstützt von der Cronstett- und Hynspergischen evangelischen Stiftung.

Dienstag 25.04.17 / 19.30 h / Eintritt 7 / 4 Euro
Melanie Amann: Angst für Deutschland
Moderation: Rainer Hank (F.A.Z.)

Ausreichend Wahrheit und Wissen über die AfD
Melanie Amann ist im Literaturhaus vor allem als geradlinige Moderator in bekannt. Sie arbeitet für das Politikressort der Hauptstadtredaktion des Spiegel und hat sich intensiv mit der AfD (Alternative für Deutschland) befasst. Seit diese rechtspopulistische Partei das öffentliche Interesse erregt hat, stehen Frauke Petry oder Alexander Gauland für eine kaum verstandene Bewegung, die Nationalismus, Fremdenfeindlichkeit und Homophobie allmählich hoffähig macht. Amann legt hier die erste umfassende Darstellung dieser jüngsten deutschen Partei vor. Das Debatten-Buch „Angst für Deutschland“ aus dem Droemer Verlag erklärt, wie der Populismus der AfD so erfolgreich werden konnte, welche Strömungen ihn tragen und warum alle Abwehrstrategien gescheitert sind. Amann gibt einen Blick hinter die Kulissen der Partei: Sie pflegt Kontakte zu abtrünnigen und aktiven Mitgliedern der Parteiführung und kann auf einen großen Fundus interner E-Mails des AfD-Bundesvorstandes zurückgreifen. Es moderiert Rainer Hank von der F.A.Z.

Sonntag 30.04.17 / 21.00 h / Eintritt 7 / 4 Euro
Tanz in den Mai mit Lisa Schumacher & Benno Hennig von Lange, Antje Keil & Katharina Schmidt, Matthias Pees & Hauke Hückstädt, Richard Kämmerlings & Fishinmotion alias Petra Wittrock und Oliver Vogel

Maidemonstration im Literaturhaus
Mutabor: Das Literaturhaus wird zur pummeligsten Hüpfburg seit es Neoklassizismus gibt. Und die Luft riecht schon nach Klee, wenn es wieder heißt: Tanzen bis der Mai kommt. Vier DJ-Teams legen auf. Erlesene Laien, begnadete Dilettanten. Irre. Kontrolliert. Es wird in den Schuhsohlen jucken, durch die Kleider flattern, bis in die Haarspitzen flitzen. Avantgarde der Herzen, Mainstream der Hüften. Meister und Margaritas. Honig für den König. Über den Winter hinweg. Die Sonne auf halbem Weg. Mit Masse und Macht in die hellen Tage. Es geht uns gut. Du stirbst nicht. Komm wie du willst in das große Haus. Basswumms für alle. Keine Ahnung wie Sie das sehen. Wir sehen uns.

Line-up:
20.15 h Lisa Schumacher & Benno Hennig von Lange (Literaturhaus)
22.00 h Antje Keil (S. Fischer) und Katharina Schmidt (Illustratorin)
23.30 h Matthias Pees (Mousonturm) und Hauke Hückstädt (Literaturhaus)
01.00 h Richard Kämmerlings (Die Welt) & FishinMotion alias Petra Wittrock und Oliver Vogel (S. Fischer)

März-Programm 2017 im Literaturhaus Frankfurt

Foto: Diether v. Goddenthow  © atelier-goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

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Veranstaltungen im März 2017:

Shared Reading im Literaturhaus Frankfurt
Ab 01.03.17 mittwochs und donnerstags um 17.00 h im Literaturhaus / Eintritt frei

„Es ist, wie wenn ich nochmal ein neues Reich entdecke.“ Maria Biege, Teilnehmerin
Shared Reading wurde in Liverpool entwickelt und ist eine neue Art, Literatur gemeinschaftlich zu erleben. Eine kleine Gruppe von Menschen kommt unter Anleitung eines ausgebildeten Facilitators (Moderators) zusammen. Sie lesen gemeinsam, laut und langsam einen vorher unbekannten Text oder hören einfach nur zu und beginnen, sich darüber auszutauschen: Es entsteht ein Raum für Begegnungen, neue Lesarten, spontane Gefühle, ausgelöst durch die Kraft der Literatur.

Ab März gibt es dieses Angebot zunächst für zwei Gruppen – Gesundheit und Community – im Literaturhaus. Erstere trifft sich in Zusammenarbeit mit dem Hospital zum Heiligen Geist. Die zweite Gruppe steht allen Interessierten offen. Sie trifft sich ab 2. März jeden Donnerstag um 17.00 Uhr. Bei Interesse melden Sie sich bitte bei Benno Hennig von Lange unter vonlange@literaturhaus-frankfurt.de.
Shared Reading im Literaturhaus Frankfurt wird gefördert von der Dr. Marschner Stiftung. In Kooperation mit Böhm & Sommerfeldt, Literarische Unternehmungen.

WÖRTERMEER – Literatur erleben
Kulturelle Bildung am Literaturhaus Frankfurt

„WÖRTERMEER – Literatur erleben“ geht 2017 in die Fortsetzung. Bis zum Sommer bietet das Literaturhaus neue Angebote kultureller Bildung für die Freiherr-vom-Stein-Schule in Frankfurt an. Den Anfang macht im Februar der Comiczeichner Ferdinand Lutz mit Workshops für 5. und 6. Klassen. Er stellt den zweiten Band seiner Abenteuerreihe um den Außerirdischen „Q-R-T“ vor und erzählt, worauf es beim Erzählen und vor allem bei Comics ankommt. Im Anschluss zeichnen und schreiben die Schüler selbst. Im März führt der Lyriker und Künstler Arne Rautenberg mit 7. und 8. Klassen Schreibwerkstätten durch. Anstoß zum eigenen Schreiben gibt der gemeinsame Besuch der René Magritte-Ausstellung in der Schirn. Tobias Schnettler wird im April mit Oberstufenschülern in einem Workshop beleuchten, wie literarische Übersetzer arbeiten. Anhand eines aktuellen Übersetzungsprojekts bekommen die Schüler praktische Einblicke und können ihre Sprachkenntnisse selbst beim Übersetzen testen und erweitern.
Das Projekt WÖRTERMEER wird gefördert von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main.
Ausverkauft! Buchpremiere
Donnerstag 02.03.17 / 19.30 h / Eintritt 9 / 6 Euro / Restkarten ggf. an der Abendkasse
Zsuzsa Bánk: Schlafen werden wir später
Moderation: Sandra Kegel (F.A.Z.) // Simultanübersetzung durch Gebärdensprachdolmetscher

Ein neuer Roman der Frankfurter Autorin, die Hälfte des Lebens und „voll mit wilden Rosen“
Die in Frankfurt lebende Autorin Zsuzsa Bánk hat einen neuen Roman geschrieben. Viele haben ihn lange erwartet. Es geht darin um das Fest der Freundschaft, um zwei Frauen: Die Lehrerin Johanna lebt allein in einem kleinen Ort im Schwarzwald. Die Künstlerin Márta wohnt mit Familie in einer Großstadt. Beide kennen sich seit Kindheitstagen, in Briefen und E-Mails, geprägt von Tiefe und Offenheit, halten sie Kontakt. Jetzt, mit Mitte vierzig, herrscht der Alltag und ein Richtungswechsel scheint in ihrem Leben nicht mehr vorgesehen. Aber beide kämpfen: um Selbstbehauptung, um Freiheit, um ihren Lebensmut, ihr Glück. Ihr Austausch ist aufrichtiger Lebensbericht, bewegende Beichte, Beweisstück einer langen Freundschaft – angetrieben vom Hunger auf das Leben. Was ist gewesen in ihrem Leben, bislang? Der Roman erscheint wie alle Bücher der Autorin im S. Fischer Verlag. Das Gespräch leitet die Literaturkritikerin Sandra Kegel von der F.A.Z.
Der Abend wird, gefördert durch die Aktion Mensch, von Gebärdensprachdolmetschern übersetzt.
Montag 06.03.17 / 19.30 h / Eintritt 12 / 8 Euro / Karten-VVK läuft!
Martin Walser: Statt etwas oder Der letzte Rank
Moderation: Christoph Schröder

Das Summenbuch eines Großautors
„Wenn ich vor 20 Jahren so hätte schreiben können“, sagte der Autor Martin Walser, „hätte ich es vor 20 Jahren geschrieben, aber ich konnte es damals nicht.“ Das Gedankenbuch „Statt etwas oder Der letzte Rank“ wird nahezu einhellig als Meisterwerk, als handlungsbefreite Schlussstrich-Prosa, als vitale Meditation beschworen. Erschienen ist es im Rowohlt Verlag. Einigkeit also über das Werk eines Umstrittenen, eines streitenden Mitgestalters dieses Landes: 1927 in Wasserburg geboren, erhielt Walser für sein literarisches Werk viele Preise, darunter den Georg-Büchner-Preis, den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und den Internationalen Friedrich-Nietzsche-Preis. Mit dem Autor unterhält sich an diesem Abend der Literaturkritiker Christoph Schröder.
Mittwoch 08.03.17 / 19.30 h / Eintritt 7 / 4 Euro
Abbas Maroufi: Fereydun hatte drei Söhne
Moderation: Ilija Trojanow

Roman eines Zerrissenen und Porträt der islamischen Revolution im Iran
Der Autor Ilija Trojanow gibt seit Jahren eine der ruhmeswürdigsten Editionen heraus. Die „Weltlese“ in der Büchergilde Gutenberg macht Autoren öffentlich, die in Westeuropa größtenteils unbekannt sind, in ihren Sprachen aber zu den Großen zählen. Eine Unternehmung, die ständig Entdeckungen macht, aber von Branche und Publikum immer noch kaum erschlossen ist. Der Herausgeber und Weltensammler präsentiert den 1957 in Teheran geborenen Abbas Maroufi. Der wurde im Iran unbequem und daraufhin verurteilt. Heute lebt er in Berlin. 2001 erhielt er den Siegfried-Unseld-Preis. Der Erzähler in dem Roman „Fereydun hatte drei Söhne“ ist dem Autor nicht unverwandt. Heimatsehnsucht, das Verhaftetsein der Gedanken, Trauma und Schicksal von Vertreibung und Flucht und vor allem ein Porträt der islamischen Revolution von 1979 teilen sich in diesem Roman aus dem Persischen mit.
Donnerstag 09.03.17 / 19.30 h / 9 / 6 Euro
Catherine Meurisse: Die Leichtigkeit
Moderation: Andreas Platthaus (F.A.Z.)
Übersetzung (dt./frz.): N.N.
Dt. Text: Katharina Bach (Schauspiel Frankfurt)

Eine beeindruckende Graphic Novel über Trauer, Freiheit und die Macht der Kunst
Am 7. Januar 2017 jährte sich der Anschlag auf Charlie Hebdo zum zweiten Mal. Die Karikaturistin Catherine Meurisse, die zwischen 2005 und 2016 für das Magazin gearbeitet hat, entkam dem Terrorakt nur, weil sie an diesem Morgen im Januar 2015 verschlief. Viele ihrer Kollegen und Freunde wurden bei dem Anschlag aus dem Leben gerissen. Sie selbst suchte in den Monaten danach nach einem Umgang mit der Tragödie und einem neuen Zugang zu ihrem Leben und erzählt davon. Sie reiste nach Italien, gab sich der Schönheit der Natur und der Künste hin und begann, ihre eigene Leichtigkeit wiederzufinden. „Die Leichtigkeit“ ist ein intensives und persönliches Buch, das der Trauer Raum gibt und zugleich ermutigt, sich die Schönheit des Lebens zurückzuerobern. Meurisse spricht darüber mit dem Literaturchef der F.A.Z., Andreas Platthaus. Aus der Übersetzung liest Katharina Bach vom Schauspiel Frankfurt.
Eine Veranstaltung im Rahmen von „Frankfurt auf Französisch – Frankreich Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2017“ in Kooperation mit dem Carlsen Verlag. Mit freundlicher Unterstützung des Institut Français.
Im Schauspiel Frankfurt
Mittwoch 15.03.17 / 19.30 h / Eintritt 24 / 16 Euro / Karten ab 10.02. unter schauspielfrankfurt.de
Paul Auster: 4 3 2 1
Moderation: Daniel Haas (Die Zeit)
Dt. Text: Christoph Pütthoff (Schauspiel Frankfurt)

Ein Buch. Ein Held. Vier Leben.
„4 3 2 1“ ist der neue Roman von Paul Auster. Er erscheint Ende Januar zeitgleich in den USA und Deutschland. Und er soll nicht nur in Bezug auf die Seitenzahlen ein Höhepunkt im Werk Austers sein. Auf über 1.300 Seiten erzählt der New Yorker Autor – nach dessen Motiven Filme wie „Smoke“ und „Lulu on the Bridge“ gedreht wurden – vier Variationen eines einzigen Lebens. Held ist Archibald Ferguson, genannt Archie. Vereint mit der höheren Macht, einer Art literarischen Vorsehung für Archie, entfalten sich vier Versionen seines Lebens: provinziell und bescheiden; kämpferisch, aber auch vom Pech verfolgt; betroffen und zugleich besessen von den Ereignissen der Zeit sowie künstlerisch genial und nach dem Höchsten greifend. Und jeder dieser vier Archies muss bestehen. Bestehen gegen die Liebe, das Schicksal, die Provokationen des Lebens. „4321“ wird von vier Übersetzern aus dem Englischen übertragen und erscheint im Rowohlt Verlag. Die deutsche Übersetzung liest das Schauspiel-Ensemble-Mitglied Christoph Pütthoff. Das Gespräch in deutscher und englischer Sprache führt Daniel Haas (Die Zeit).
In Kooperation mit dem Schauspiel Frankfurt und dem US-Generalkonsulat Frankfurt.
Donnerstag 16.03.17 / 19.30 h / Eintritt 9 / 6 Euro
Jean Ziegler: Der schmale Grat der Hoffnung
Moderation: Ruppert von Plottnitz (Hess. Justizminister a.D. )

Von Kämpfen für Rechte der Menschen
Er war Chauffeur von Che Guevara und Freund von Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre. Er vermittelte zwischen PLO und seiner Heimat Schweiz und war viele Jahre Soziologie-Professor an der Genfer Universität. Über Jahrzehnte setzte sich Jean Ziegler im Auftrag der Vereinten Nationen für „die Verdammten der Erde“ ein. Zunächst kämpfte er als UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, dann als Vize-Präsident des Beratenden Ausschusses des Menschenrechtsrats gegen Hunger und Unterernährung und für Menschenrechte und nicht weniger als für den Frieden. Von diesen Kämpfen, seinen Erfolgen und Niederlagen berichtet Ziegler im Gespräch mit Ruppert von Plottnitz (Hess. Justizminister a.D. ). Denn „Der schmale Grat der Hoffnung“ (C. Bertelsmann Verlag) führt zu der Frage, was wäre zu tun, damit die von Roosevelt und Churchill inspirierte Vision einer Gerechtigkeit erwirkenden Weltorganisation politische Praxis wird?
Dienstag 21.03.17 / 19.30 h / Eintritt 9 / 6 Euro
Jan Wagner: Der verschollene Raum. Beiläufige Prosa
Moderation: Beate Tröger

Essays, Aufsätze, Postkarten und Reflexionen von einem gefeierten Dichter
Weil man Dichtung nicht lügen kann, glauben wir den Dichtern, vertrauen ihnen eher als Politikern. Und wüsste man nichts von Jan Wagners lyrischem Werk, man wäre auch mit seinen Essays schon beschenkt. Ob er über Bibliotheken, Buchhandlungen, Lyrik oder Kunst schreibt, ob er literarische Postkarten aus Rom oder Los Angeles sendet oder die Epiphanie eines Rosmarins im schwäbischen Garten feiert – wir vertrauen ihm, diesem charmanten Geschichtenerzähler. Wagner ist seit Jahren da. Einer der Besten seines Faches. Gelehrt, wenn er poetisch, poetisch, wenn er gelehrt ist. Die Literaturkritikerin Beate Tröger spricht mit dem Autor, führt durch den Abend und durch den Aufsatzband, der im C. Hanser Verlag nur wenige Tage zuvor erscheint.
Mittwoch 22.03.17 / 19.30 h / Eintritt 9 / 6 Euro
Hanya Yanagihara: Ein wenig Leben
Moderation (dt./engl.): Alf Mentzer (hr2-kultur)
Dt. Text: Max Mayer

Ein gewaltiger Roman über vier Männer und ihre lebenslange Freundschaft
Mit „Ein wenig Leben” hat die US-amerikanische Schriftstellerin und Journalistin Hanya Yanagihara ein Epos über Verletzungen, zwischenmenschliche Beziehungen und Freundschaft als wahre Liebe geschrieben. In den USA stand der Roman auf der Shortlist des Man Booker Prize und gewann den renommierten Kirkus Award. Andreas Platthaus resümiert in der F.A.Z.: „Muss man lesen.“ Vier junge Männer lernen sich im College kennen. Daraus entstehen lebenslange Freundschaften und tiefe Verbundenheit. Zentrale Figur der Gruppe ist Jude – ein charismatischer, ebenso verschlossener wie brillanter Anwalt, der ein dunkles Geheimnis verbirgt. Nach und nach erfahren seine Freunde Malcolm, Willem und JB und mit ihnen der Leser, was sich in Judes Vergangenheit zugetragen hat. Erschienen ist der Roman bei Hanser Berlin. Das Gespräch in deutscher und englischer Sprache führt Alf Mentzer (hr2-kultur). Die deutsche Übersetzung liest der Schauspieler Max Mayer.
In Kooperation mit dem US-Generalkonsulat Frankfurt.
Dienstag 28.03.17 / 19.30 h / Eintritt 7 / 4 Euro
Schöne Aussichten – Das Frankfurter Literaturgespräch XXXIV
Mit Thomas von Steinaecker, Mara Delius, Alf Mentzer und Hubert Spiegel
Simultanübersetzung durch Gebärdensprachdolmetscher

Literarisches Quartett ohne Quotendruck und Fernbedienung. Vier Kritiker diskutieren über neue Romane.
Hier sitzt das Publikum mittendrin. In der 34. Ausgabe der „Schönen Aussichten“ streiten und schlichten der hr2-Literaturredakteur Alf Mentzer, die Kritikerin Mara Delius (Literarische Welt) sowie der Literaturkritiker Hubert Spiegel (F.A.Z.) mit dem Gastkritiker Thomas von Steinaecker. Er ist Schriftsteller, TV-Regisseur und Journalist, wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem 2007 mit dem Aspekte-Literaturpreis für das beste Debüt. Zuletzt erschien sein Roman „Die Verteidigung des Paradieses“ im S. Fischer Verlag. Thomas von Steinaecker ist ausgewiesener Literatur- und Comic-Kenner und schlug Dan Clowes Graphic Novel „Patience“ (Reprodukt) für den heutigen Abend zur Diskussion vor. Dem Haltbarkeitstest wird „Infanta“ von Bodo Kirchhoff unterzogen, verlegt in der Frankfurter Verlagsanstalt. Die weiteren Titel des Abends erfahren Sie ab Anfang März unter www.literaturhaus-frankfurt.de.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit hr2-kultur und wird dort am 09.04. um 12.04 Uhr gesendet. Die Diskussion wird, gefördert durch die Aktion Mensch, von Gebärdensprachdolmetschern übersetzt.
Mittwoch 29.03.17 / 10.30 h / Eintritt 3 Euro
Silas Matthes: Miese Opfer
Schülerlesung für 7. und 8. Klassen

Ein überraschend fesselnder Roman über Mobbing, Gewalt und richtige Superhelden
Silas Matthes hat es mit 22 Jahren geschafft: Sein Debütroman „Miese Opfer“ erschien 2015 im neuen Programm Oetinger34. Dort tauschen sich angehende Autoren zunächst online mit Lektoren und dann auch miteinander aus und arbeiten gemeinsam an ihren Projekten. Herausgekommen ist in diesem Fall ein Jugendbuch über zwei Freunde, die an ihrer Schule gemobbt werden und sich wehren. Matthes erzählt ohne Umschweife und doch berührend von Freundschaft und familiärer Geborgenheit und der unvermeidlichen Spirale der Gewalt, die sich in Gang setzt. Er ist dabei nie belehrend, sondern begleitet seine Helden Ferdinand und Leo unerschüttert bei ihren Streifzügen, Dummheiten und Rückschlägen. Doch so unvorhersehbar die gegenseitigen Attacken sind, so hoffnungsvoll stimmt das Ende. Silas Matthes liest und berichtet von seiner Schulzeit, seinem Buch und seinem Start als Autor.
Das Junge Literaturhaus wird unterstützt von der Cronstett- und Hynspergischen evangelischen Stiftung.

Alle Veranstaltungen unter
http://literaturhaus-frankfurt.de/programm/kalender/
Karten ab 20.02. unter
http://literaturhaus-frankfurt.de/karten/karteninfo/