Kategorie-Archiv: Frankfurter Römer

172 Lesungen mit über 240 Autoren bei Open Books rund um den Römer während der Frankfurter Buchmesse

OPENBOOKS_LOGO_2019Open Books – Lesefest rund um den Römer und ein vielfältiges Kulturprogramm zum Ehrengastland Norwegen
(ffm) Am 15. Oktober öffnet die Frankfurter Buchmesse ihre Tore, auch in diesem Jahr nehmen eine große Anzahl Frankfurter Kulturinstitutionen und das Kulturamt der Stadt dies zum Anlass, ein vielfältiges Rahmenprogramm auf die Beine zu stellen.

Open Books, das große Lesefest der Stadt Frankfurt zur Buchmesse, findet vom 15. bis 19. Oktober statt: Es sind über 150 Veranstaltungen mit rund 250 Autoren aus Deutschland und der Welt geplant, unter anderem mit Jakob Augstein, Isabel Bogdan, Rebecca Gablé, Joachim Gauck, Maja Lunde, Marina und Herfried Münkler, Luisa Neubauer, Sascha Lobo und Sarah Wagenknecht.

Wie immer rund um den Römer und in diesem Jahr auch in der Altstadt werden die wichtigsten Neuerscheinungen des Herbstes im Bereich der deutschsprachigen Belletristik und Lyrik, des Sachbuches, der Graphic Novels und der internationalen Literatur – insbesondere des Gastlands Norwegen – sowie des Kinderbuches präsentiert.

„Das städtische Lesefest Open Books gilt heute als eine bundesweit anerkannte Kulturmarke. Seit 2009 gelingt es dem Organisationsteam um Sonja Vandenrath jedes Jahr aufs Neue, unterschiedlichste Literaturgenre auf vielfältige Weise erlebbar zu machen. Die dabei im Frankfurter Stadtraum angebotenen Buchpräsentationen und Lesungen, Ausstellungen oder Performances schaffen eine einmalige Begegnungs- und Austauschmöglichkeit für Autoren und Leser, von der auch die Verlage deutlich profitieren“, sagt Kulturdezernentin Ina Hartwig.

94 Verlagshäuser aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nutzen die Möglichkeit, die Novitäten ihres Herbstprogramms bei Open Books vorzustellen. Neben den Veranstaltungen zu deutschsprachigen Belletristik, neuen Sachbüchern und Graphic Novels werden Lesungen internationaler Autoren mit einem besonderen Schwerpunkt auf dem diesjährigen Gastland Norwegen stattfinden. Zur Eröffnung von Open Books 2019 präsentieren Joachim Gauck, Felicitas Hoppe, David Wagner und der am Tag zuvor gekürte Preisträger des Deutschen Buchpreises ihre neuesten Bücher auf dem Blauen Sofa in der Deutschen Nationalbibliothek. Bei Literatur im Römer in den Römerhallen stehen die wichtigsten deutschsprachigen Romane des Herbstes im Fokus: am Messemittwoch und -donnerstag werden jeweils acht Autoren im kurzen moderierten Gespräch ihre neuesten Werke vorstellen. Den Abschluss des Lesefests bildet die große Party in guter Tradition im Literaturhaus Frankfurt. Bis auf wenige Ausnahmen (Eröffnung, Teil der Bewegung und die Abschlussparty) ist der Eintritt zu allen Lesungen frei.

Die Leiterin von Open Books, Sonja Vandenrath, sagt: „Open Books, das ist auch 2019 das Lesefest im Herzen der Stadt. Darin bleiben wir uns treu und sind doch gewachsen. Dank der neuen Altstadt gewinnen wir ein wunderschönes Quartier hinzu, das den gewachsenen Bedarf an Räumen deckt. Räume, die an das 18. Jahrhundert erinnern, als die Lesewut sprichwörtlich war. In diesem Sinne wünschen auch wir uns eine Rückkehr der geselligen Lesekultur als Ausdruck einer breiten Begeisterung für das Buch.“

Auf der Buchmesse und in der Stadt stellt der Ehrengastauftritt die norwegische Literatur und Kultur in seiner ganzen Vielfalt in Zusammenarbeit mit zahlreichen Frankfurter Kulturinstitutionen vor. Zu erleben sind neben Lesungen auch Ausstellungen, Konzerte, Performances, Theateraufführungen und Filmvorführungen.

„Die Stadt Frankfurt, ihre Museen und Kulturinstitutionen haben uns mit offenen Armen empfangen, so dass es jetzt zahlreiche Möglichkeiten gibt norwegische Kunst und Literatur kennenzulernen. Dasselbe gilt auch für die deutschsprachigen Verlage: Über 190 von ihnen präsentieren Bücher aus oder über Norwegen in ihrem Programm. Für uns ist das ein Traum˝, sagt Halldór Guðmundsson, Projektleiter des norwegischen Gastlandauftritts.

So verwandelt sich das Museum Angewandte Kunst zum House of Norway vom 11. Oktober bis zum 26. Januar 2020 und zeigt auf seiner gesamten Ausstellungsfläche Positionen aus Norwegens Kunst und Kultur, Design, Handwerk und Architektur.

Robert Menasse_Open Books 2017 Lesung Ratskeller. copyright Alexander Paul Englert
Robert Menasse_Open Books 2017 Lesung Ratskeller. copyright Alexander Paul Englert

Die Schau „Ethereal. Photographic Art from Norway“ im Fotografie Forum Frankfurt widmet sich den Arbeiten von Dag Alveng, AK Dolven und Linn Pedersen (Donnerstag, 3. Oktober bis 12. Januar 2020), während das Deutsche Architekturmuseum mit der Ausstellung „In Norwegischen Landschaften. Hunting high and low“ den Besonderheiten der architektonischen Tradition Norwegens nachgeht und aktuelle Projekte aus verschiedenen geografischen Teilen des Landes vorstellt, die häufig die Beziehung zwischen Gebäuden und Landschaft reflektieren (14. September 2019 bis 19. Januar 2020).

Außergewöhnliche monumentale Bildteppiche von Hannah Ryggen sind vom 26. September 2019 bis zum 12. Januar 2020 in der Schirn Kunsthalle zu sehen. Die große Einzelausstellung präsentiert dem Publikum erstmals in Deutschland einen umfassenden Einblick in das monumentale, politisch inspirierte Werk der der norwegisch-schwedischen Künstlerin.

Mit der Ausstellung „Eaten Fish“ lädt das Haus am Dom ein, sich vom 2. bis 30. Oktober mit Zeichnungen von Ali Dorani zu beschäftigen. Der in Norwegen lebende Cartoonist dokumentiert seinen mehrjährigen Aufenthalt als Flüchtling in einem australischen Flüchtlingslager. In der AusstellungsHalle 1A stellt die ehemals im Atelierfrankfurt ansässige Künstlerin Monika Hansebakken auf Einladung des Kulturamts Frankfurt einen Querschnitt ihres Werks aus (17. Oktober – 3. November 2019). Ihre Arbeit kombiniert Malerei mit skulpturalen Elementen und beschäftigt sich mit der Schönheit der norwegischen Landschaft als auch der Gefährdung der Natur.

Beim Norsk Festival im Mousonturm vom 15. bis 19. Oktober machen sich einige der wichtigsten Persönlichkeiten der norwegischen Musikszene bekannt. Das umfangreiche Festivalprogramm umfasst neben Konzerten und einer Clubnacht auch Performances, Lesungen, Poetry Slam und Talks. Rock, Pop, Electro, Jazz und Folk – und somit einen beeindruckenden Querschnitt der nordischen Klangwelten.

Das Norwegische Filmschaffen wird im Oktober unter anderem im Deutschen Filminstitut & Filmmuseum (DFF) von der Stummfilmzeit bis heute beleuchtet. Im September gibt es zuvor eine Retrospektive sämtlicher bislang sieben Spielfilme des international renommierten Regisseurs Bent Hamer.

Aber natürlich bewegt vor allem die norwegische Literatur ganz Frankfurt: Einen Überblick in die Literaturgeschichte Norwegens vermittelt die Einführung von Oliver Møystad bei der LiteraturLounge im Haus am Dom (13. Oktober 2019, 11 Uhr), und der Literaturbahnhof im Haus des Buches stellt jeden Tag für eine Stunde zwei norwegische Schriftsteller und ihre Neuerscheinungen vor (16. – 19. Oktober 2019). Das Literaturhaus ist mit Jostein Gaarder im Schauspiel Frankfurt zu Gast (17. Oktober 2019, 18 Uhr), in der Romanfabrik stellen Jan Erik Vold, Lotta Elstad und Lars Saabye-Christensen ihre Neuerscheinungen vor (16. Oktober 2019, 20 Uhr). Über Neue Sami-Poesie zwischen Tradition und Moderne sprechen Synnøve Persen, Niillas Holmberg, Inga Ravna Eira und Dirk Hülstrunk am 17. Oktober 2019 in der Zentralbibliothek (19.30 Uhr), eine lange Nacht der norwegischen Literatur veranstaltet das Hessisches Literaturforum im Mousonturm (18. Oktober 2019, 19.30 Uhr).

Das Schauspiel Frankfurt bringt „Brand“ von Henrik Ibsen in einer Neuübersetzung auf die Bühne (Premiere: 12. Oktober 2019), „Wieder da“ von Gegenwartsdramatiker Fredrik Brattberg findet seine deutsche Erstaufführung im September 2019. Zudem sind an den Städtischen Bühnen zwei Gastspiele zu erleben: das Nationaltheatret Oslo führt die „Nordische Heerfahrt“ von Henrik Ibsen auf (16./17. Oktober 2019), das Norske Teatret spielt die preisgekrönte „Trilogie“ von Jon Fosse in einer Inszenierung von Luk Perceval (23./24. Oktober 2019).

Das gesamte Rahmenprogramm ist im Veranstaltungskalender der Frankfurter Buchmesse unter https://bit.ly/2R19gnb abrufbar.

 

OpenBooks Programm

‚Zukunft – Demokratie – Zukunft‘: Oberbürgermeister Feldmann eröffnet den Dialog zur Zukunft der Paulskirche als Demokratiezentrum

Publikum bei der Podiumsdiskussion zur Paulskirche  ©  Archivbild: Diether v Goddenthow
Publikum bei der Podiumsdiskussion zur Paulskirche © Archivbild: Diether v Goddenthow

(ffm) Mit 200 Bürgern hat Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann am Mittwoch, 22. August, im Kaisersaal des Römers den Dialog zur Zukunft der Paulskirche als Demokratiezentrum eröffnet. „Frankfurt ist die Wiege der Deutschen Demokratie mit der Paulskirche als starkem Symbol“, sagte der Oberbürgermeister. Was sie jetzt schon sei, nämlich repräsentativer Gedenk- und Veranstaltungsort, solle die Paulskirche auch in Zukunft bleiben. „Doch sie muss sich öffnen für alle, für Mieterinitiativen, für Schüler und Vereine. Auch Attac soll in Zukunft hier tagen können und muss nicht erst die Paulskirche zu diesem Zweck besetzen“, betonte Feldmann.

Demokratie brauche Orte der Debatte, wo die Gesellschaft fragt: Was ist Demokratie, was zeichnet sie aus? „Demokratie ist eben nicht selbstverständlich, wir müssen sie uns immer wieder neu erkämpfen“, betonte Feldmann.

Bevor man an die Planung des Demokratiezentrums „Paulskirche“ gehen könne, brauche es einen intensiven und professionell aufgezogenen Beteiligungsprozess, erläuterte Friedbert Greif, Partner im beratenden Büro AS+P. Greif präsentierte in seinem Vortrag keine fertigen Pläne für ein „Haus der Demokratie“. Frei nach dem Bonmot „Die größten Fehler werden am Anfang gemacht“ plädierte Greif für eine gründliche Auseinandersetzung mit dem „Demokratieort Paulskirche“. „Bis zur Mitte des kommenden Jahres wollen wir uns dafür Zeit nehmen, mit vielfältigen Formaten, in Workshops, auch eine digitale Beteiligungsplattform ist vorgesehen, über die ganz Deutschland mitreden soll“, sagte Greif.

In der anschließenden, von Katja Marx vom Nachrichtensender hr-info moderierten Podiumsdiskussion, ging es dann auch weniger um Architektur. Vielmehr wurde immer wieder die Frage nach den dort zu besprechenden Inhalten eines möglichen „Demokratiezentrums Paulskirche“ gestellt. Für Nicole Deitelhoff, Leiterin des Leibniz-Instituts Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, ist der Weg dorthin das Interessante: „Wir haben keine Ahnung wie die Zukunft der Demokratie in Deutschland aussehen wird, aber im Kern wissen wir um ihre Bedeutung. Demokratie bedeutet Auseinandersetzung zwischen mündigen Bürgerinnen und Bürgern, bedeutet streiten über die Werte und Regeln, die unser Zusammenleben tatsächlich bestimmen sollen“, sagte die Politikwissenschaftlerin. Beim anstehenden Beteiligungsprozess rief Deitelhoff, dass nicht wieder nur die „üblichen Verdächtigen“ zu Wort kämen. „Gehen Sie in die Schulen, gehen sie zum Museumsuferfest, zur Eintracht und sprechen da die Leute an“, appellierte Deitelhoff.

Susanne Gesser, Leiterin des Jungen Museums Frankfurt, sagte: „Die Paulskirche zu erweitern ist eine sehr schöne Idee – dieser Ort wäre für mich ein Ort, in dem wir nicht nur die Geschichte der Demokratie lernen, sondern lernen, wie sie funktioniert, wir streiten lernen, Auseinandersetzung lernen.“

Oberbürgermeister Feldmann erwartet nicht, dass bis zum Paulskirchen-Jubiläumsjahr 2023 schon alle Ideen realisiert werden. „Mir ist aber wichtig, dass wirklich alle mitreden, alle mitgenommen werden, vom Bundespräsidenten bis zum Stadtschülersprecher. Der Dialog zur Zukunft des ‚Demokratiezentrums Paulskirche‘ hat begonnen.“

Ignatz-Bubis-Preis für Verständigung geht an Cem Özdemir – Frankfurts Oberbürgermeister Feldmann würdigt „außergewöhnliches Engagement“

Cem Özdemir beim Eintrag in Goldene Buch der Stadt, neben Oberbürgermeister Peter Feldmann und  Ida Bubis: links  Laudatorin Aminata Touré Foto © Stadt Frankfurt am Main
Cem Özdemir beim Eintrag in Goldene Buch der Stadt, neben Oberbürgermeister Peter Feldmann und Ida Bubis: links Laudatorin Aminata Touré Foto © Stadt Frankfurt am Main

(ffm) Der alle drei Jahre von der Stadt Frankfurt am Main vergebene „Ignatz-Bubis-Preis für Verständigung“ geht in diesem Jahr an den Bundestagsabgeordneten Cem Özdemir.

Bei einer Feierstunde in der Paulskirche würdigte Oberbürgermeister Peter Feldmann den Preisträger vor zahlreichen Ehrengästen als einen Menschen, der sich in seiner politischen Tätigkeit stets für ein „weltoffenes und tolerantes Deutschland eingesetzt hat, in dem Menschen unterschiedlicher Herkunft, Sprache und Religion nicht nur neben-, sondern auch miteinander leben können.“ Dieses außergewöhnliche Engagement und zukunftsorientierte Handeln für eine friedliche Welt präge auch das persönliche Leben von Özdemir. „Damit verkörpern Sie die Werte, für die sich Ignatz Bubis stets eingesetzt hat,“ betonte Oberbürgermeister Feldmann.

Ignatz Bubis sei mit seinem Leben, Wirken und unerschrockenen Handeln „nicht weniger als ein Vorbild für uns alle,“ sagte Feldmann. Er habe im Nachkriegsdeutschland das friedliche Zusammenleben der Religionen in unserem Land entscheidend mitgestaltet, wenngleich er damit nicht immer auf Zustimmung gestoßen sei. Bubis habe sich stets gegen Hass und die Gefahr radikalisierender Religion eingesetzt und sei damit ein wichtiger Wegbereiter unserer weltanschaulich offenen Gesellschaft. Dazu gehörten auch sein Mut, nicht aufzustehen und zu klatschen, wenn es alle tun – wie bei jener Rede des Schriftsteller Martin Walsers. Oder jener Mut, gegen das Fassbinder-Stück „Der Müll, die Stadt und der Tod“ im Schauspielhaus zu protestieren. Auch die jüdische Gemeinde Frankfurt habe Bubis nachhaltig geprägt und dazu beigetragen, dass diese in Frankfurt tiefe Wurzeln geschlagen habe

Zum Auftakt der Feierstunde trug sich Cem Özdemir ins Goldene Buch der Stadt ein. Die Laudatio hielt auf Wunsch des Preisträgers die Schleswig-Holsteinische Landtagsabgeordnete Aminata Touré, deren Eltern 2001 mit ihr aus politischen Gründen aus Mali nach Deutschland geflohen waren. Musikalisch umrahmt wurde die Feier vom Quintett des Philharmonischen Vereins der Sinti und Roma.

Der mit 50.000 Euro dotierte Ignatz-Bubis Preis für Verständigung wird seit 2001 entweder an eine Einzelperson, eine Institution oder Organisation vergeben, deren öffentliches Wirken durch die von Ignatz Bubis verkörperten Werte geprägt ist. Mit dem Preis wird das Lebenswerk und die Persönlichkeit von Ignatz Bubis geehrt. Der Preis soll zudem die von der Stadt formulierte Selbstverpflichtung dokumentieren, weiterhin für die von ihm vertretenen Werte einzustehen. Zu den bisherigen Preisträgern zählen unter anderem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und das Frankfurter Fritz Bauer Institut, das sich mit der Geschichte und Wirkung des Holocaust befasst.

Das dreitägige Frankfurter Museumsuferfest 2019 vom 23. bis 25.8. ist das größte Kulturfest Europas

©  Foto: Diether v Goddenthow
© Foto: Diether v Goddenthow

Gemeinsam mit 17 Vertreterinnen und Vertretern der veranstaltenden Häuser präsentierten Oberbürgermeister Peter Feldmann und Thomas Feda, Geschäftsführer der Tourismus und Congress GmbH (TCF), beim heutigen Pressegespräch im Frankfurter Institut für Stadtgeschichte das umfangreiche Programm des Museumsuferfestes 2019. Mit seinen unzähligen Ausstellungen, Workshops, Führungen, Konzerten, sportlichen Wettkämpfen sowie gastronomischen und kunsthandwerklichen Angeboten sowie dem musikalischen umrahmten Abschlussfeuerwerk ist das Frankfurter Museumsuferfest nicht nur Frankfurts größte Kulturveranstaltung, sondern zugleich auch das größte Kulturfest Europas, unterstrich Oberbürgermeister Peter Feldmann. Er dankte allen am Gelingen beteiligten Institutionen und Einrichtungen, insbesondere der Tourismus und Congress GmbH (TCF). Es sei die aufwändigste Veranstaltung, die es neben den 25 anderen Frankfurter Großveranstaltungen zu organisieren gelte, bekundete Thomas Feda: Insgesamt würden an den drei Tagen vom 23. bis 25. August 540 Einzelveranstaltungen angeboten. 25 Museen, 16 Bühnen, 12 Projekte und etwa 500 Stände an beiden Ufern des Mains formierten sich zu diesem besonderen kulturellen Festival mit einem hochkarätigen und kreativen Programm“. Eine Strecke von vier Kilometer allein nur mit Ständen, und 6,7 Kilometer seien es, wenn man das gesamte Fest ablaufe. Konservativ geschätzt erwartete die Mainmetropole 1,5 Millionen Besucher, so Feda.

„Erstmalig beteiligen sich in diesem Jahr 25 Museen am Museumsuferfest. Ich freue mich sehr, dass das Stoltze-Museum, der Portikus sowie das Deutsche Museum für Kochkunst und Tafelkultur in diesem Jahr Teil dieses einzigartigen Kulturfestivals sind“, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann am Freitag, 16. August, bei der Pressekonferenz zum Museumsuferfest 2019 im Institut für Stadtgeschichte.

Im Rahmen der Pressekonferenz stellten die beteiligten Museen, Projekte und Bühnenproduzenten ihre Programme detailliert vor.

„Die Frankfurter Museen geben an diesem Wochenende mit großem organisatorischem Aufwand und vielen unterschiedlichen kreativen Blickwinkeln und Herangehensweisen einmalige Einblicke in ihre Häuser und Gärten. Ich danke allen Beteiligten ausdrücklich für dieses besondere Engagement. Beeindruckend ist das Programm der 16 Bühnen mit Konzerten aller Genres. Man kann sich einfach treiben lassen und an einer der Bühnen nach seiner Lieblingsmusik suchen und sogar an Schnupperkurse im Tango oder Zumba teilnehmen. Neu dabei in diesem Jahr die Aquiles Denkbar-Bühne am nördlichen Mainufer auf Höhe Nizza. Die „Denkbar“ im Frankfurter Nordend ist, angelehnt an die Salonkultur des frühen 20. Jahrhunderts, ein Ort kultureller Vielfalt abseits des sozio-kulturellen Mainstreams“, führte Feldmann aus. Zum Museumsuferfest präsentiert die Aquiles‘ Denkbar-Bühne das Beste aus Blues, Folk, Jazz und Latin Fusion.

Auf der Kunstwiese am Sachsenhäuser Ufer werden Skulpturen, Gemälde und Installationen unter freiem Himmel gezeigt. Auf dem internationalen Künstlermarkt am Ufer und auf dem Schaumainkai können hochwertige und besondere Objekte, Schmuck und Kleidung erworben werden. Außerdem werden kulinarische Spezialitäten aus der ganzen Welt und natürlich aus der Frankfurter Küche angeboten. Der Main selbst bietet in der Mitte des Festes die Rennstrecke für die Drachenbootrennen. Von der Untermainbrücke bis zum Ziel am Holbeinsteg hallen die Trommelschläge bei den rasanten Wettfahrten. Es sind die zweitältesten Wettkämpfe dieser Art in Deutschland.

„Ich empfehle allen Besucherinnen und Besuchern ganz eindringlich die Gelegenheit zu nutzen, mit dem tollen Angebot des Museumsuferfest-Buttons auch mal ein Haus zu besuchen, welches auf den ersten Blick nicht ihren Interessen entspricht oder das sie vermeintlich schon kennen. Erobern Sie drei Tage lang unsere renommierten und vielfältigen Museen und lassen Sie sich überraschen“, sagte Thomas Feda, Geschäftsführer der veranstaltenden Tourismus+Congress GmbH Frankfurt am Main.

Die Eröffnung wird in diesem Jahr am Fahrtor auf den Treppen des Museumsplatzes vor dem Historischen Museum am Freitag, 23. August, um 17 Uhr stattfinden. Den traditionellen Abschluss des Festes bildet das spektakuläre Musikfeuerwerk am Sonntagabend, das dieses Jahr wieder um 22 Uhr stattfindet.

Weitere Infos und eine detaillierte Veranstaltungsübersicht gibt es auf der Website und im ausliegenden Programmheft , hier als PDF

Bolongaropalast Hoechst erhält Bürgermuseum

Gartenseite (Zeichnung, Franz Ludwig Madler, Dezember 1782)
Gartenseite (Zeichnung, Franz Ludwig Madler, Dezember 1782)

Frankfurter Oberbürgermeister Feldmann und Kulturdezernentin Hartwig stellen Pläne vor
(ffm) Noch ist der Bolongaro-Palast eine große Baustelle. Doch die Sanierung des denkmalgeschützten Baus in Höchst schreitet voran – und mit ihr die Pläne für ein neues Museum. Ideen, wie dieses einmal aussehen könnte, haben Oberbürgermeister Peter Feldmann und Kulturdezernentin Ina Hartwig am Dienstag, 4. Juni, vorgestellt. „Der Bolongaropalast soll ein lebendiges Haus für alle Bürgerinnen und Bürger sein“, sagt Feldmann. „Ich bin sehr froh, dass die einst in Planungswerkstätten erarbeiteten Ideen nun gemeinsam mit dem Kultur- und Museumsverein Bolongaro und dem Historischen Museum verwirklicht werden können.“ Das Museum sei eine Einladung nicht nur für die Höchster, es werde weit über den Stadtteil hinausstrahlen: „Im Fokus wird die Vermittlung von Geschichte stehen – an einem geschichtsträchtigen Ort und für ein breites Publikum: Von Heimatbegeisterten bis zu unseren Schülerinnen und Schülern.“

Geplant ist, das Porzellanmuseum – eine Dependance des Historischen Museums in Höchst – aus dem Kronberger Haus in den Bolongaropalast zu verlegen. Kulturdezernentin Ina Hartwig sagte hierzu: „Die Zusammenlegung von Porzellan- und Bürgermuseum bietet die einzigartige Chance, nicht nur die Porzellansammlung neu zu präsentieren, sondern auch das vom Kultur- und Museumsverein Bolongaro erarbeitete Konzept für ein Museum Bolongaro in enger Zusammenarbeit mit dem Historischen Museum zu verwirklichen. Ich bin froh, dass sich Historisches Museum und Museumsverein dazu bereit erklären, ein gemeinsames Ausstellungskonzept zu entwickeln.“

Bolongaropalast. Archivbild:© Foto: Diether v. Goddenthow
Bolongaropalast. Archivbild:© Foto: Diether v. Goddenthow

Träger des geplanten Museums im Bolongaropalast soll das Historische Museum sein. Dessen Leiter, Jan Gerchow, ist davon überzeugt: „Das neue Porzellanmuseum wird viel attraktiver werden, für die Bürgerinnen und Bürger sowie für Touristen – und wir können diesen Teil der Höchster Geschichte im Zusammenhang mit der Historie der westlichen Stadtteile präsentieren. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit dem Verein.“

Dies gilt auch für Markus Grossbach, Vorsitzender des Kultur- und Museumsvereins Bolongaro: „Vor gut einem Jahr haben wir unser Konzept der Öffentlichkeit präsentiert. Das Museum Bolongaro soll ein kultureller Ort für die Höchster Geschichte und die erlebte Gegenwart mit einem Blick in die Zukunft sein.“, sagte er. Es werde unter anderem zeigen, wie Höchst und die westlichen Stadtteile von Frankfurt für die seit Jahrhunderten zugewanderte Bevölkerung zur „Heimat“ werden konnten. Leitlinie für die Gründung des Museumsvereins sei Hilmar Hoffmanns Schlagwort „Kultur für alle“ gewesen.

Das Museum soll nach der Fertigstellung des Bolongaropalastes spätestens 2022 eröffnet werden. Über die Zukunft des Kronberger Hauses ist noch nicht entschieden.

Fotokünstlerin Cindy Sherman mit Max-Beckmann-Preis der Stadt Frankfurt ausgezeichnet

Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig verleiht den Max-Beckmann-Preis der Stadt Frankfurt an die US-amerikanische Künstlerin Cindy Sherman. Diese trägt sich anschließend in das Goldene Buch der Stadt Frankfurt a. Main ein.© Foto: Diether v. Goddenthow
Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig verleiht den Max-Beckmann-Preis der Stadt Frankfurt an die US-amerikanische Künstlerin Cindy Sherman. Diese trägt sich anschließend in das Goldene Buch der Stadt Frankfurt a. Main ein.© Foto: Diether v. Goddenthow

Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig hat am Dienstag, 12. Februar, den Max-Beckmann-Preis der Stadt Frankfurt an die US-amerikanische Künstlerin Cindy Sherman verliehen. Die Auszeichnung zählt deutschlandweit zu den bedeutendsten Kunstpreisen. Im Kaisersaal des Römers erhielt Sherman den mit 50.000 Euro dotierten Preis für ihr Lebenswerk vor rund 250 geladenen Gästen aus Politik, Kultur und Gesellschaft und trug sich anschließend in das Goldene Buch der Stadt ein. Cindy Sherman, geboren am 19. Januar 1954, ist eine Schlüsselfigur der konzeptuellen Fotografie. In ihrem Werk verhandelt sie die Repräsentation der Frau in einer von Konsum und Medientechnologie getriebenen Gesellschaft und hinterfragt tradierte, vor allem männlich geprägte Sehgewohnheiten und einen nicht selten voyeuristischen Blick auf die Frau.

Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig. © Foto: Diether v. Goddenthow
Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig. © Foto: Diether v. Goddenthow

Kulturdezernentin Hartwig dankte den Kuratoriumsmitgliedern für ihre hervorragende Entscheidung: „Die Wahl der Jury, den Max-Beckmann-Preis der amerikanischen Künstlerin Cindy Sherman zu verleihen, ist nicht nur die Würdigung ihres Werkes, das mit seiner Bildsprache bahnbrechend ist, sondern es bedeutet auch die Verbindung von Europa nach Amerika zu halten. Cindy Sherman kommt aus New York zu uns, Max Beckmann musste die Alte Welt verlassen, um in eben dieser Millionenstadt nach dem Zweiten Weltkrieg dauerhaft Exil zu finden. Er hat als Künstler über die Grenzen hinaus den Grundstein für Frankfurt als Stadt der Künste gelegt. Diese Preisverleihung ist gleichzeitig ein Bekenntnis zur traditionellen deutsch-amerikanischen Freundschaft und Wertegemeinschaft in diesen politisch schwierigen Zeiten – eine Wertegemeinschaft, zu der nicht nur Meinungsfreiheit zählt, sondern auch über alle Schranken hinweg die Freiheit der Künste.“

Laudator Kolja Reichert, Kunstkritiker und Feuilletonredakteur der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. © Foto: Diether v. Goddenthow
Laudator Kolja Reichert, Kunstkritiker und Feuilletonredakteur der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. © Foto: Diether v. Goddenthow

Die Laudatio hielt der Kunstkritiker und Feuilletonredakteur der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung Kolja Reichert, der in seiner Rede das Werk und Wirken Shermans charakterisierte: „Cindy Sherman hat sich nicht nur über die Kultur lustig gemacht. Sie hat sie verändert. Sie hat uns das Gegengift geschenkt gegen alles Falsche, alle irreführenden Illusionen, gegen die Manipulation durch Bilder, gegen die Objektivierung des weiblichen Körpers, gegen die Einschüchterung durch Luxus, Reichtum und Glamour. Sie verwirrt uns mit ihren rätselhaften Bildern, an denen das Rätselhafteste ist, dass in ihnen nichts rätselhaft ist, weil alles offen daliegt“, so Reichert. „Das ist die Bedrohung, die von ihren Bildern ausgeht: Sie sind wie Laufmaschen, von denen aus sich die gewohnte Welt auftrennen könnte.“

Cindy Sherman sprach im Anschluss zu den Gästen und dem versammelten Kuratorium im Kaisersaal und bedankte sich für die Auszeichnung der Stadt Frankfurt am Tag des Geburtstages von Max Beckmann: „Es ist eine große Ehre für mich hier zu sein und den Preis entgegen nehmen zu dürfen. Max Beckmann hatte einen großen Einfluss auf mich und meine Arbeit! Herzlichen Glückwunsch Max Beckmann.“

Cindy Sherman mit Dr. Ina Hartwig und  Kolja Reichert im Kaisersaal des Frankfurter Römers. © Foto: Diether v. Goddenthow
Cindy Sherman mit Dr. Ina Hartwig und Kolja Reichert im Kaisersaal des Frankfurter Römers. © Foto: Diether v. Goddenthow

Max Beckmann, der von 1925 bis 1933 als Künstler und Lehrer an der Städelschule gearbeitet hat, gehört zu den bedeutendsten Malern des 20. Jahrhunderts. Ihm zu Ehren hat die Stadt 1976 den nach ihm benannten Preis eingerichtet, der im drei Jahres Turnus verliehen wird. Mit dem Preis ehrt die Stadt hervorragende Leistungen in den Bereichen Malerei, Grafik, Bildhauerei und Architektur. Über die Vergabe des Preises entschied ein zehnköpfiges Kuratorium, dem Oberbürgermeister Peter Feldmann vorsteht und dem die Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig, die Vorsitzende des Kulturausschusses Dr. Nina Teufel, der Vorsteher der Stadtverordnetenversammlung Stephan Siegler, Städeldirektor Dr. Philipp Demandt, die Direktorin des Frankfurter Kunstvereins Franziska Nori und in diesem Jahr die Künstlerin und stellvertretende Direktorin der Städelschule Judith Hopf, der Künstler Tobias Rehberger, der Architekt Peter Cachola Schmal und der Kunstkritiker Niklas Maak angehörten. Die Auszeichnung wurde seit 1978 insgesamt vierzehn Mal vergeben. Nach Maria Lassnig, Barbara Klemm und Agnès Varda ist Cindy Sherman erst die vierte weibliche Preisträgerin.

Frankfurter Altstadt-Wiederaufbau für internationale Auszeichnung nominiert

Hühnermarkt mit Stoltze-Brunnen der teilrekonstruierten Frankfurter Altstadt.  © Foto: Diether v. Goddenthow
Hühnermarkt mit Stoltze-Brunnen der teilrekonstruierten Frankfurter Altstadt, dem neuen Herz Frankfurts. © Foto: Diether v. Goddenthow

Die Frankfurter und Touristen aus aller Welt lieben die neue Frankfurter Altstadt. Das Frankfurter Presseamt teilt mit, dass die neue Frankfurter Altstadt seit ihrer Eröffnung ein echter Besucher- und Touristenmagnet ist.  Die aufwendig gestalteten Fassaden und der Mix aus Alt und Neu begeistern jedoch nicht nur die Besucher, sondern sorgen auch auf internationaler Ebene für Aufmerksamkeit: Jüngst gab die renommierte Fachjury der internationalen Immobilienfachmesse MIPIM, die vom 12. bis 15. März in Cannes stattfindet, die Nominierung der Altstadt für einen MIPIM-Award bekannt. Nominiert ist das Projekt in der Kategorie Stadterneuerung („Best Urban Regeneration Project“), gemeinsam mit drei weiteren Projekten aus China, Taiwan und Russland. Die MIPIM, kurz für „Marché International des Professionnels de l’immobilier“ zählt zu den wichtigsten europäischen Immobilienfachmessen.

„Diese Nominierung allein ist schon eine Auszeichnung. Noch schöner wäre es, den MIPIM-Award zu gewinnen“, sagt Oberbürgermeister Peter Feldman. „Ich denke, unsere neue Altstadt hat beste Aussichten, den Preis zu holen – ein solches Ensemble sucht nicht nur national, sondern auch international seinesgleichen. Und wenn man erlebt, wie viele Menschen täglich durch die Gassen zwischen Dom und Römer spazieren, stehen bleiben und die Fassaden betrachten oder an einer Führung teilnehmen, weiß man – Frankfurt hat mit der Entscheidung für die neue Altstadt alles richtig gemacht.“

Bürger nehmen ihre Stadt in Besitz - Impression während der Eröffnung am 20. September 2018 © Foto: Diether v. Goddenthow
Bürger nehmen ihre Stadt in Besitz – Impression während der Eröffnung am 20. September 2018 © Foto: Diether v. Goddenthow

Für Planungsdezernent Mike Josef ist die Aufnahme in die Shortlist des prestigeträchtigen MIPIM-Awards eine große Auszeichnung und Bestätigung für den eingeschlagenen Weg. „In der Frankfurter Altstadt wird der urbane Nutzungsmix lebendig, der Städte auszeichnet und lebenswert macht. Wohnungen, Geschäfte, Cafés, Museen und öffentliche Plätze sorgen zusammen mit der gelungenen Mischung aus Alt und Neu für ein besonderes Lebensgefühl.“

Der Wettbewerb um die begehrten Awards ist groß: 200 Projekte aus 58 Ländern standen der Jury zur Auswahl. In elf Kategorien gibt es einen Preis zu gewinnen; verliehen werden diese am 14. März im Rahmen der Messe. Gewinnen wird am Ende das Projekt, das nicht nur die Jury überzeugt, sondern auch die Messebesucher. Diese können in den ersten Messetagen für ihre Favoriten abstimmen.

„Der Kaiser mit Frankfurter Gefolge beschreitet den Krönungsweg vom Dom zum Römer“, live Act der Fliegenden Volksbühne Frankfurt, die drei Tage lang im neuen Altstadt-Quartier Figuren und Szenen von der Römerzeit bis in die Gegenwart in Originalkostümen inszenierte. © Foto: Diether v. Goddenthow
„Der Kaiser mit Frankfurter Gefolge beschreitet den Krönungsweg vom Dom zum Römer“, live Act der Fliegenden Volksbühne Frankfurt, die drei Tage lang im neuen Altstadt-Quartier Figuren und Szenen von der Römerzeit bis in die Gegenwart in Originalkostümen inszenierte. © Foto: Diether v. Goddenthow

„Wir freuen uns sehr über die Nominierung, die zeigt, wie groß die internationale Aufmerksamkeit für den Frankfurter Altstadt-Wiederaufbau ist“, erklärt Michael Guntersdorf, Geschäftsführer der DomRömer GmbH. „Wir werden selbst die Messe in Cannes besuchen und sind schon sehr gespannt auf die Verleihung“, ergänzt Marion Spanier-Hessenbruch, Projektleiterin bei der DomRömer GmbH. „Natürlich freuen wir uns auf tatkräftige Unterstützung der Besucher durch die Abstimmung für unser Projekt. Nun heißt es: Daumen drücken!“

Klima-Professor Majib Latif spricht über „Heißzeit“ auf Neujahrsempfang im Frankfurter Römer

Prof. Mojib Latif vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung (Kiel), Urkrainische Konsulin Doyenne Alla Polyova, Oberbürgermeister Peter Feldmann. © Foto: Diether v. Goddenthow
Prof. Mojib Latif vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung (Kiel), Urkrainische Konsulin Doyenne Alla Polyova, Oberbürgermeister Peter Feldmann. © Foto: Diether v. Goddenthow

Rund 1300 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Stadtgesellschaft stießen am 17.1.2019 mit Oberbürgermeister Peter Feldmann, der ukrainischen Generalkonsulin Doyenne Alla Polyova und Festredner Klima-Professor Dr. Mojib-Latif im Frankfurter Römer aufs neue Jahr an. Musikalisch wurde die Veranstaltung umrahmt von Kaye-Ree.

Für Oberbürgermeister Feldmann war „2018 ein rundum gelungenes Jahr“. Und Krisen, ob im Wohnungsmarkt, im Nahverkehr oder in der Automobil-Industrie seien, so Feldmann „eigentlich Herausforderungen, die wir stemmen müssen, denen wir nicht ausweichen können“.

Oberbürgermeister Peter Feldmann. © Foto: Diether v. Goddenthow
Oberbürgermeister Peter Feldmann. © Foto: Diether v. Goddenthow

Besonders freue er sich mit Blick auf 2019, „dass die Kinder und Jugendlichen ab nächster Woche kostenlosen Eintritt in die Schwimmbäder bekommen“. Die Diskussion über Kultur beantworte Frankfurt vor allem mit dem kostenlosen Eintritt in Museen und Kultureinrichtungen und in den Zoo für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren. Er sei überzeugt davon, so Feldmann, dass dies ein Schritt in die richtige Richtung zur Teilhabe sei.

Auch mit der Eröffnung der neuen Altstadt, einem ganz besonderem Ereignis, habe man die Herzen der Menschen erreicht. „Die Menschen haben sich in diese neue Altstadt gedrängt als noch gar kein Geschäft darin war, als da noch niemand wohnte. Sie haben durch die Zäune fotografiert, sie haben versucht, hineinzukommen (…) Die Menschen haben sich in diese neue Altstadt verliebt. Sie haben sie sich angeeignet“, freute sich der Oberbürgermeister, der darin auch einen großen Respekt der Menschen vor Handwerkskunst und diesem neuen Herzen der Stadt sähe. Die Menschen „wollen diese neue Altstadt (…) „und ich bin begeistert von der Begeisterung der Menschen der Stadt“, so Feldmann, einst selbst Wiederaufbaukritiker. Auch werde dank großem bürgerschaftlichen Engagements der Goethe-Turm 2019 wieder aufgebaut.

Die Paulskirche solle anlässlich ihrer – bislang unter Wert verkauften – Bedeutung als nationales Monument der Demokratie nicht weiterhin nur ein Ort der Erinnerung und des Gedenkens sowie für getragene Veranstaltungen und großen Reden sein. Vielmehr solle die Wiege der Demokratie demnächst auch wieder zu einem Ort der lebendigen demokratischen Debatte werden. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier unterstütze dieses Vorhaben. Ein Erstgespräch dazu sei in Berlin bereits anberaumt, so der Oberbürgermeister.

Desweiteren konnte Feldmann auf Erfolge beim Bemühen um mehr Klimaschutz verweisen:. So sinke der Energieverbrauch bei städtischen Neubauten stetig. Durch die flächendeckende Einführung von Ökostrom, den konsequenten Ausbau des Radwegnetzes, den Ausbau des Grüngürtel und Initiativen wie Umweltlernen wurde bereits viel erreicht, um Frankfurt in ökologischer Hinsicht fit für die Zukunft zu machen. „Diese Liste ließe sich lange fortsetzen. Frankfurt hat bereits viel gemacht. Aber: Es ist nie perfekt. Denn so wie die soziale Frage in den Städten entschieden wird, wird auch die Frage des Klimawandels dort entschieden“, sagte Feldmann. Deswegen müsse die Stadt ihre Anstrengungen noch verstärken. Ein sichtbares Zeichen für das Bemühen um mehr Nachhaltigkeit, ist sicherlich auch, einen Klimaforscher als Festredner gewinnen zu können.

Urkrainische Konsulin Doyenne Alla Polyova,  © Foto: Diether v. Goddenthow
Urkrainische Konsulin Doyenne Alla Polyova, © Foto: Diether v. Goddenthow

Begeistert von Frankfurts Weltoffenheit und Toleranz als einer Stadt, in der über 50 Prozent der Bevölkerung aus 170 Nationen friedlich zusammenleben, zeigte sich die ukrainische Generalkonsulin Doyenne Alla Polyova und rief unter großem Beifall den Gästen zu:. „Die Stadt Frankfurt ist für uns ein Stück Heimat geworden“.

Professor Mojib Latif warnt vor weiterer „Heißzeit“

Frankfurt habe im nicht enden wollenden Sommer 2018 hinsichtlich der Anzahl der Sommertage mit über 25 Grad bundesweit den Vogel abgeschossen, was die Messungen seit Beginn der Aufzeichnungen angeht. Bundesweit waren wir ganz oben mit 2,9 Grad über dem Durchschnitt, begann der international renommierte Professor Dr. Mojib Latif vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung, Kiel, seine Festrede „Herausforderung Klimawandel“. Nicht von ungefähr habe die Gesellschaft für Deutsche Sprache in Wiesbaden „Heißzeit“ zum Wort des Jahres gekürt, nicht nur, um „diesen Sommer würdigen zu wollen“, sondern, da eben die derzeitige Erderwärmung, „die wir Menschen im Begriff sind anzustoßen, vom Ausmaß her ähnlich epochal sei“ wie die Eiszeit, falls es uns nicht gelänge, die Erderwärmung durch Reduktion des Co2-Ausstoßes zu begrenzen. Insofern träfe das Wort“ Heißzeit“ wirklich den Nagel auf den Kopf, so der Klimaprofessor, unter dessen eindringlichen frei gesprochenem Vortrag der Kaisersaal 20 Minuten lang zum Hörsaal für Erstsemester der Klimaforschung wurde.

Prof. Mojib Latif vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung (Kiel). © Foto: Diether v. Goddenthow
Prof. Mojib Latif vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung (Kiel). © Foto: Diether v. Goddenthow

Wer mitreden wolle, müsse verstehen, „worum es hier eigentlich geht.“ Es ginge zunächst einmal darum, zu verstehen, warum die Erde eigentlich lebensfreundlich sei, so Latif. Die Erde sei „der einzige Planet unseres Sonnensystems der lebensfreundlich ist. Schauen Sie mal unsere beiden Nachbarn an: Der eine Nachbar ist die Venus. Auf der Venus herrschen Temperaturen von 400 Grad. Unser anderer Nachbar, der weiter von der Sonne entfernt ist als wir, ist der Mars. Auf dem Mars herrschen extrem kalte Temperaturen.“ Es sei nur unserer ganz speziellen Atmosphäre zu verdanken, dass auf der Erde überhaupt Leben möglich sei.

Unsere Atmosphäre habe nämlich eine ganz besondere Zusammensetzung aus 78,1 Prozent Stickstoff, 20,9 Prozent Sauerstoff und dann nochmal 0,93 Prozent Edelgasen wie Argon, zusammen 99,93 Prozent. Und wenn dies alles wäre, dann herrschte auf dem Planeten Erde ein eiswüstenhaftes Klima wie auf dem Mars. Aber da wäre noch dieser verschwindend kleine Rest, „die sogenannten Spurengase (…) diese sind für das Klima relevant: Es ist der Bruchteil eines Prozents, und die machen den berühmten Treibhauseffekt“, so der Klimaprofessor. Diese sogenannten Treibhausgase Kohlendioxid, Methan, Distickstoffmonoxid (Lachgas) und Ozon wirkten wie das Glas eines Treibhauses. Sie seien transparent für Sonnenstrahlung, aber sie ließen die Wärme nicht entweichen. Im Prinzip sei der Treibhauseffekt super, auch Kohlendioxid sei super, da wir ohne das gar nicht leben könnten. Wie bei einer Medizin könne es jedoch zu Nebenwirkungen kommen, wenn man zu viel davon nehme. Es ginge darum, „dass wir einen an sich heilsamen Effekt verstärken und dass sehen wir dann in Form der Erderwärmung und diese schreitet, wie gesagt, immer weiter voran.“

Konzentrierte Stille herrschte im Kaisersaal als Mojib Latif die Basics über die Zusammensetzung der Erdatmosphäre erklärte. © Foto: Diether v. Goddenthow
Konzentrierte Stille herrschte im Kaisersaal als Mojib Latif die Basics über die Zusammensetzung der Erdatmosphäre erklärte. © Foto: Diether v. Goddenthow

Das Klimaproblem ist in erster Linie ein Energieproblem
Seit geraumer Zeit seien wir Menschen dabei, die Zusammensetzung der Luft zu ändern, „in dem wir immer mehr von diesen Spurengasen, insbesondere vom Kohlendioxid in die Luft blasen.“ Das geschähe vor allem durch die Verbrennung von fossilen Brennstoffen wie Erdöl, Kohle und Erdgas zur Energiegewinnung. „Das heißt: Das Klimaproblem ist in erster Linie ein Energieproblem.“

Mittlerweile sei allein der Co2 Gehalt der Luft auf ein Maß gestiegen, „den es noch nie zuvor in der Menschheit gegeben hat. Der Co2-Gehalt der Luft sei seit mindestens 800 000 Jahren nicht mehr so hoch gewesen“. Das ergab die Auswertung von Luftbläschen an Eiskernen aus Bohrungen in der Antarktis: „so wissen wir ziemlich genau Bescheid über die Geschichte der Zusammensetzung der Atmosphäre.“, erklärte Latif das Verfahren.

Mit deutschem Klimavorbild weltweit überzeugen
Mittlerweile hat sich das Klima derart erwärmt, so dass das Eis der Erde schmilzt. „Allein in der Arktis ist im Monat September, am Ende des Sommers, das Meereis, also das Eis, das auf dem arktischen Ozean schwimmt, um 40 Prozent seit Beginn der Messungen 1979 zurückgegangen“. Ginge die Entwicklung so weiter, so der Kieler Klimaforscher, könne die Arktis bis Mitte des Jahrhunderts im Sommer eisfrei sein. Zugleich stürben auch die Korallenriffe ab. 1 Grad Erwärmung der Ozeane reiche bereits, um die sogenannte Korallenbleiche auszulösen. Korallenriffe sind auch die Brutstätten vieler Fischarten, die zur Sicherung der menschlichen Ernährung unverzichtbar sind.

Allein von 1991 bis heute habe der Co2-Ausstoß um 60 Prozent zugenommen: „Wir haben nur noch ein kleines Zeitfenster, um diese Dinge zu regeln, 10 oder 20 Jahre“, so Latif. Der Klimarat sage, wir müssten bis 2060 klimaneutral werden.

Latif träumt davon, dass im Jahr 2050 vielleicht einmal gesagt werden könnte: „damals wurde doch der Grundstein für die Lösung des Klimaproblems in Deutschland gelegt“. Denn Deutschland habe nicht nur bereits 40 Prozent erneuerbare Energien-Anteil am Stromverbrauch. Deutschland habe auch die erneuerbaren Energien bezahlbar gemacht hat. Sie boomten jetzt in vielen, vielen Ländern auch beispielsweise in China, Asien usw., so der Klimaforscher.

Deutschland spiele eine energetische Vorreiterrolle. Im Grunde beeinflusse der Co2 Ausstoß in Deutschland, global betrachtet, kaum das Klima. Aber es ginge um das gute Beispiel Deutschlands, andere Länder zu überzeugen von der Notwendigkeit und Machbarkeit, erneuerbare Energien klimaneutral einzusetzen. Nur da hapere es häufig. „Wie wollen wir denn Ländern wie Brasilien klarmachen, dass sie ihre Regenwälder schützen sollen, wenn wir im gleichen Atemzug unseren kläglichen Restwald Hambacher Forst abholzen, um Braunkohle zu fördern?“

Es sei einfach wichtig, anderen Ländern voranzugehen, und zu zeigen, dass Klimaschutz möglich ist. Auch die Industrie würde noch mehr mitgehen, wenn sie nur feste Rahmenbedingungen vorfände. Klimaschutz würde aber viel zu sehr ideologisiert, zu einer Art Glaubenssache. „Wir können aber nicht mit Physik handeln. Sie können das nicht in politische Lager aufteilen.“, so Latif. Klimaschutz gelinge nur gemeinsam. Wenn jedoch die Politik nicht rechtzeitig die Rahmenbedingungen setze, dann ginge es zu langsam, „dann haben wir keine Chancen“, so die eindringliche Warnung des Klimaforschers.

Die Herausforderung des Klimawandels war Tischgespräch. © Foto: Diether v. Goddenthow
Die Herausforderung des Klimawandels war Tischgespräch. © Foto: Diether v. Goddenthow

Latifs schnörkellosen Worte stießen auf offene Ohren: „Toll, hab‘ heut viel gelernt.“ oder „Ein Neujahrsempfang wie ein kleiner Klimagipfel,, super!“, solche und ähnliche Kommentare konnte man anschließend am Grüne-Soße-Lunch-Buffet und an etlichen Tischen in der Wandelhalle und den verwinkelten Fluren des Römers vernehmen.

(Diether v. Goddenthow /Rhein-Main.Eurokunst)

Stoltze-Museum der Frankfurter Sparkasse im Herzen der neuen Altstadt eröffnet

Eröffnung des Stoltze-Museums: (l-r) Petra Breitkreuz, OB Peter Feldmann, Boris Rhein, Robert Restani und Stephan Siegler schneiden das rote Band durch. ©   Frankfurter Sparkasse  Foto: Rainer Ruef
Eröffnung des Stoltze-Museums: (l-r) Petra Breitkreuz, OB Peter Feldmann, Boris Rhein, Robert Restani und Stephan Siegler schneiden das rote Band durch. ©
Frankfurter Sparkasse Foto: Rainer Ruef

(ffm) Der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann, der hessische Kultusminister Boris Rhein und Robert Restani, Vorstandsvorsitzender der Frankfurter Sparkasse, haben am Dienstag, 23. Oktober, das neue Stoltze-Museum der Frankfurter Sparkasse eröffnet. Es ist dem Frankfurter Literaten und Satiriker Friedrich Stoltze gewidmet und befindet sich im Herzen der neuen Altstadt im Haus zum Weißen Bock, Markt 7. Hier und im Kaminzimmer der benachbarten Goldenen Waage im 1. Obergeschoss wird künftig die neue Dauerausstellung zu Leben und Werk Stoltzes zu sehen sein.

Peter Feldmann würdigte das politische Engagement des Satirikers: „Die Stadt Frankfurt ist die Wiege der Demokratie. Friedrich Stoltze hat sich immer wieder in schwierigen Zeiten und gegen Widerstände, wie etwa die Zensur seiner Werke, für Demokratie stark gemacht. Er war ein überzeugter Freiheitsdichter und kann uns damit auch heute ein echtes Vorbild sein. Es passt zu Frankfurt, dass das Stoltze-Museum diesem Engagement ein Denkmal setzt.“

„Friedrich Stoltze war zwar mit Leib und Seele Frankfurter, doch sein Wirken reichte weit über die Grenzen der Stadt hinaus“, betonte Boris Rhein. „Ich freue mich, dass das Stoltze-Museum die überregionale Bedeutung des Dichters aufgreift. Deutlich wird dies zum Beispiel durch die traditionelle Teilnahme des Museums an den Tagen für die Literatur in Hessen. Sogar in Berlin, Schwaben und der Schweiz schenkte man dem Frankfurter Stoltze Beachtung. Es freut mich besonders, dass die Ausstellung auch diesen Aspekt zeigt.“

„Friedrich Stoltze gehört zu Frankfurt und das Stoltze-Museum gehört zur Frankfurter Sparkasse“, verwies Robert Restani auf das langjährige Engagement des Kreditinstituts für den Satiriker. „Mit unserem neuen Museum kehrt der populäre Mundartautor an den Ort seiner Kindheit und Jugend zurück.“ Im Herzen der Altstadt sei Stoltze aufgewachsen, im väterlichen Gasthof ‚Zum Rebstock‘ erstmals mit den Idealen von Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit in Berührung gekommen. „Ich bin sehr stolz, dass wir genau an diesem Ort mit einem architektonisch eindrucksvollen Gebäude und in einer zeitgemäßen Präsentation nachhaltig an Friedrich Stoltze erinnern können“, betonte Restani.

Die Dauerausstellung des Stoltze-Museums am neuen Standort ist mit modernster Medientechnik ausgestattet. Optisch erinnert die Präsentation im Zeitungslayout an Stoltzes satirisches Hauptwerk „Frankfurter Latern“. Herzstück der Ausstellung ist der multifunktionale Medientisch, der in Bild, Ton und Stoltzes Worten über historisch bedeutsame Örtlichkeiten in Frankfurt wie die Paulskirche oder den Römer informiert. Zusätzlich zur Dauerausstellung sind regelmäßige Sonderausstellungen geplant.

In den nächsten Wochen werden die letzten Bauarbeiten an und im Gebäude abgeschlossen. Voraussichtlich ab Ende November wird das Stoltze-Museum der Frankfurter Sparkasse täglich von 10 bis 18 Uhr für Besucher geöffnet. Der Eintritt ist frei.

25 Keltenfürsten zieren Platz der Alten Oper Skulptureninstallation von Konzeptkünstler Ottmar Hörl soll auf Kulturstätten des Landes Hessen aufmerksam machen

© Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst / Foto:  Christoph Schlein
© Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst / Foto: Christoph Schlein

Frankfurt. Kunst- und Kulturminister Boris Rhein hat heute 25 Skulpturen des international bekannten Konzeptkünstlers Ottmar Hörl vor der Kulisse der Alten Oper enthüllt. Die originalgroßen Skulpturen sind eine Hommage an den etwa 2500 Jahre alten Keltenfürsten vom Glauberg, eine lebensgroße Sandsteinfigur mit auffallender, ohrenförmiger Kopfbedeckung, die im Original in der „Keltenwelt am Glauberg“ ausgestellt ist. Als Markenbotschafter der Dachmarke „Kultur in Hessen“ sind die Skulpturen bis zum 14. Oktober auf dem Opernplatz zu sehen und laden dazu ein, sich näher mit dem spektakulären Siedlungsfund vom Glauberg zu beschäftigen.

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: „Wo immer Ottmar Hörls Werke zu sehen sind, schaffen sie bildstarke und kommunikative Ereignisse. Daher freue ich mich sehr, dass wir ihn als renommierten Künstler für unsere Idee gewinnen konnten. Mit der Kunstinstallation der Keltenfürsten wollen wir zeigen, dass unsere Museen, Schlösser und Gärten nicht nur ein kunstvolles Zeugnis längst vergangener Zeiten sind, sondern auch heute noch unseren Lebensraum prägen. Daher verschaffen wir den Keltenfürsten eine öffentliche Präsenz abseits des musealen Raumes und setzen somit einen Impuls zur künstlerischen Auseinandersetzung.“

Die Keltenfürsten von Ottmar Hörl befinden sich vor der Alten Oper in bester Gesellschaft, da bereits einige seiner Arbeiten eine Heimat in Hessen haben. Hierzu zählen die Einheitsmännchen zum 25. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung in Wiesbaden, die Goethe-Figuren anlässlich des 100. Geburtstages der Goethe-Universität Frankfurt, die Hessischen Löwen in Wiesbaden sowie die Euro-Lichtskulptur vor dem Eurotower in Frankfurt.

Indem der aus Nauheim bei Groß-Gerau stammende Künstler bekannte historische Persönlichkeiten als Thema bearbeitet, nutzt er das kulturelle Gedächtnis der Gesellschaft, um einen Wiedererkennungseffekt zu erzielen. Gleichzeitig weckt er die Neugierde auf die Persönlichkeiten und die originalen Kunstwerke, die er sowohl in Farbe als auch in Format erkennbar verfremdet – beim Keltenfürsten ist es jedoch anders.

„Wir waren uns schnell mit Ottmar Hörl einig, dass der Keltenfürst in Originalgröße und in neutraler Farbe wiedergegeben werden muss. Die Würde und das Geheimnisvolle der Figur kommen dadurch besonders gut zur Geltung“, erklärt Kunst- und Kulturminister Boris Rhein.

Die Installation mit 25 seriellen Skulpturen ist vom 8. bis 14. Oktober vor der Alten Oper in Frankfurt zu sehen. Danach trennen sich die Wege der Keltenfürsten: Vom 15. bis 29. Oktober werden sie in ausgewählten Firmen und öffentlichen Gebäuden in Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden zu sehen sein. Anschließend werden die Keltenfürsten auf dem Römerberg, vor der Kulisse des Römers, wieder als Gruppe vereint. Dort stehen sie vom 30. Oktober bis zum 5. November und werben für die Kampagne „Kultur in Hessen“.

„Unser Ziel ist es, Hessens Kulturschätze noch bekannter zu machen. Hierfür gehen wir auch außergewöhnliche Wege und setzen die Kunst in einen neuen Kontext. Mit der Skulptureninstallation möchten wir alle Menschen zum kulturellen Diskurs einladen und natürlich für einen Besuch in Hessens Museen, Schlössern und Gärten begeistern“, so Kunst- und Kulturminister Boris Rhein abschließend.