Kategorie-Archiv: 70 Jahre Rheinland-Pfalz

Tag der Deutschen Einheit am 2. und 3. Oktober 2017 in Mainz nur mit Sponsoren zu stemmen

25 Sponsoren fördern den Tag der Deutschen Einheit zusammen mit einer Millionen Euro. Ministerpräsidentin Malu Dreyer stellte in Mainz die vier Premiumpartner vor (v.li.): Albrecht Hornbach, Vorsitzender des Vorstands der Hornbach Management AG, Detlev Höhne, Vorstandsvorsitzender der Mainzer Stadtwerke AG, Dr. Frank Heinricht, Vorsitzende des Vorstandes der Schott AG , Michael Heinz, Mitglied des Vorstandes BASF SE. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
25 Sponsoren fördern den Tag der Deutschen Einheit zusammen mit einer Millionen Euro. Ministerpräsidentin Malu Dreyer stellte in Mainz die vier Premiumpartner vor (v.li.): Albrecht Hornbach, Vorsitzender des Vorstands der Hornbach Management AG, Detlev Höhne, Vorstandsvorsitzender der Mainzer Stadtwerke AG, Dr. Frank Heinricht, Vorsitzende des Vorstandes der Schott AG , Michael Heinz, Mitglied des Vorstandes BASF SE. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Die rheinland-pfälzischen Unternehmen zeichneten sich durch erfolgreiches Wirtschaften und Ideenreichtum aus. In Rheinland-Pfalz sei lokale Verankerung mit internationaler Wettbewerbsfähigkeit eng verknüpft. „Ich danke den vier Premiumpartnern, aber auch allen weiteren 21 Sponsoren sehr herzlich für ihr Engagement. Das ist ein Bekenntnis zum Standort Rheinland-Pfalz, aber auch zur Deutschen Einheit“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Was die BASF SE mit dem Tag der Deutschen Einheit verbindet, präsentierte Vorstandsmitglied Michael Heinz. „Für BASF hat die Deutsche Einheit eine besondere Bedeutung: Bereits kurz nach der Wiedervereinigung haben wir in das Werk Schwarzheide in der Lausitz investiert, heute gehören insgesamt drei Standorte in den neuen Bundesländern zu BASF. Die Deutsche Einheit hat Grenzen überwunden und Menschen zusammengebracht. Die Bedeutung dieses historischen Moments gilt es zu wahren und zu feiern – und wir freuen uns, dass wir dazu beitragen können“, betonte Michael Heinz.
„‘Keine Mauer ist stärker als Hammer, Meißel und eiserner Wille. Es gibt immer was zu tun‘. Das ist unsere Botschaft für den Tag der Deutschen Einheit. Durch den Markteintritt unseres Unternehmens in den neuen Bundesländern konnten wir ein neues, sehr erfolgreiches Kapitel in unserer Unternehmensgeschichte aufschlagen. Darüber hinaus haben wir viele Kolleginnen und Kollegen für das Hornbach-Team gewinnen können und neue Freunde gefunden. Deshalb freuen wir uns auf die Feier in unserem Heimatland Rheinland-Pfalz, das wir gerne dabei unterstützen“, erklärte Albrecht Hornbach, Vorsitzender des Vorstands der Hornbach Management AG, das Engagement der Hornbach Baumarkt AG.

„Der Tag der deutschen Einheit und die Wiedervereinigung haben für Mainz eine besondere Bedeutung. Bereits im Frühjahr 1988, also anderthalb Jahre vor dem Mauerfall, schlossen Mainz und Erfurt eine Städtepartnerstadt ab. Es war eine ungewöhnliche Partnerschaft, eine der ersten deutsch-deutschen Städtepartnerschaften überhaupt. Diese Partnerschaft hat sicher nicht die große Weltgeschichte entscheidend geprägt oder gar verändert. Aber sie war wichtig, denn sie half dabei, den Eisernen Vorhang zu überwinden, brachte Menschen über Grenzen hinweg zusammen. Als kommunales Unternehmen stehen für uns ebenfalls die Bürgerinnen und Bürger im Mittelpunkt unseres Handels. Daher unterstützen wir den Tag der Einheit in Mainz sehr gerne“, sagte Detlev Höhne, Vorstandsvorsitzender der Mainzer Stadtwerke AG.

Warum sich die Schott AG beim Tag der Deutschen Einheit engagiert, erläuterte der Vorsitzende des Vorstandes Dr. Frank Heinricht: „Neben der engen Verbundenheit mit der Region und den Menschen hier unterstützen wir den Tag der Deutschen Einheit aus einem historischen Grund. In kaum einem Unternehmen spiegelt sich die deutsche Geschichte von Teilung und Wiedervereinigung so exemplarisch wie bei Schott. Gegründet in Jena in Thüringen war auch unser Unternehmen nach dem Zweiten Weltkrieg geteilt. Nach der Wende haben auch wir die Chance zur Wiedervereinigung genutzt.“
• AOK Rheinland-Pfalz / Saarland – Die Gesundheitskasse
• Bitburger Braugruppe GmbH
• Boehringer Ingelheim Pharma GmbH / Co. KG
• Daimler AG
• Debeka Krankenversicherungsverein a.G.
• Deutsche Fernsehlotterie gemeinnützige Gesellschaft mbH / Stiftung Deutsches Hilfswerk
• Eckes-Granini Deutschland GmbH
• Edeka Handelsgesellschaft Südwest mbH
• Haribo GmbH & Co. KG
• J. Molitor Immobilien GmbH
• Lotto Rheinland-Pfalz GmbH
• Löwen Entertainment GmbH
• Mainzer Volksbank eG / Volksbanken Raiffeisenbanken in Rheinland-Pfalz
• Der Sparkassenverband Rheinland-Pfalz fördert im Rahmen einer Fördergemeinschaft der Sparkassen in Rheinland-Pfalz, der Provinzial Rheinland, der Versicherungskammer Bayern, der Sparkassenversicherung und der Landesbausparkasse Südwest.
• Ströer Deutsche Städte Medien GmbH
• TechniSat Digital GmbH
• Telekom Deutschland GmbH
• TÜV Rheinland AG
• Karl-Wilhelm Faber für Leonardo Personalkonzept GmbH
• Wohnbau Mainz GmbH
• Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) e.V.

Zum Tag der Deutschen Einheit 2017 – Social-Media-Kampagne „Erfinde ein Ritual für Deutschland“ startet

Die Irinnen und Iren feiern in Grün. Die Holländerinnen und Holländer tragen Oranje. Und was machen die Deutschen? Für den Tag der Deutschen Einheit gibt es bisher noch keine Tradition wie für Nationalfeiertage in anderen Ländern. Als Ausrichter der diesjährigen Einheitsfeier möchte Rheinland-Pfalz versuchen, dies zu ändern. Mit einer Social-Media-Kampagne lädt die Staatskanzlei Bürgerinnen und Bürger dazu ein, ein Ritual für den Tag der Deutschen Einheit zu erfinden.
Der 3. Oktober soll ein Fest sein, bei dem alle Menschen mitmachen können. Mit „Ritual“ sind Bräuche und Traditionen gemeint, die mit einem bestimmten Anlass verbunden sind. Es können Grüße sein wie „Guten Rutsch“ zu Silvester, Lieder wie „Happy Birthday“ an Geburtstagen, besondere Kleidung wie Kostüme an Fastnacht, aber auch kulinarische Spezialitäten, gemeinsame Aktivitäten oder Choreographien. Wichtig ist, dass das Ritual emotional ist, es soll Menschen begeistern und zum Mitmachen animieren. Zudem muss es praktikabel sein. Jede und jeder soll mitmachen können. Ebenso wichtig: seine Angemessenheit. Am 3. Oktober sind alle Menschen herzlich eingeladen, gemeinsam die Deutsche Einheit, Freiheit und Demokratie zu feiern. Einreichungen, die dem entgegenstehen, sind nicht erwünscht.

Das Projekt ist für alle mit einer kreativen Idee offen. Die drei besten Ideen werden jeweils mit einer Reise zum Tag der Deutschen Einheit 2017 nach Mainz und mit Preisgeldern in Höhe von 5.000, 3.000 und 2.000 Euro belohnt. Die Auswahl trifft eine Jury bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der gastgebenden Stadt Mainz, der Medienpartner zum Tag der Deutschen Einheit, SWR, RPR1. und Allgemeine Zeitung, der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz und der betreuenden Agentur concept X. Ausgewählt wird anhand der Kriterien Emotionalität, Praktikabilität und Angemessenheit.
Ideen können ab sofort in Form von Fotos, Videos und/oder Beschreibungen bis zum 12. September 2017, 10.00 Uhr über die Plattform Talenthouse unter www.talenthouse.com/tag-der-deutschen-einheit eingereicht werden. Die Gewinner stehen bis zum 26. September fest. Weitere Informationen gibt es auf der Kampagnenseite bei Talenthouse, den Social Media-Kanälen zum Tag der Deutschen Einheit unter www.facebook.com/DeutscheEinheit2017/ und www.twitter.com/TDE2017 sowie auf der Homepage www.tag-der-deutschen-einheit.de.

40. Internationaler Museumstag und Landesausstellung „vorZeiten- Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“ im Landesmuseum Mainz eröffnet

„vorZeiten. Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“ : Der Eingang zum Zeittunnel 400 Mio. Jahre Menschheitsgeschichte mit neun Schwerpunktthemen in 16 Kabinetten im Landesmuseum Mainz. Foto:. D. v. Goddenthow © atelier-goddenthow
„vorZeiten. Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“ : Der Eingang zum Zeittunnel 400 Mio. Jahre Menschheitsgeschichte mit neun Schwerpunktthemen in 16 Kabinetten im Landesmuseum Mainz. Foto:. D. v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Ministerpräsidentin und Bundesratspräsidentin Malu Dreyer eröffnet Internationalen Museumstag in Mainz
Bundesratspräsidentin Malu Dreyer betonte bei der Auftaktveranstaltung zum Internationalen Musemstag in Mainz die herausragende Bedeutung von Museen und würdigte sie als lebendige Bildungs- und Kommunikationsorte. „Die bundesweit rund 6.300 Museen und mehr als 450 Ausstellungshäuser ermöglichen den Austausch und fördern das Verständnis füreinander. Sie bringen uns unsere Geschichte näher und öffnen den Blick für aktuelle, auch kontroverse Themen. Ich habe deshalb besonders gerne die Schirmherrschaft über den 40. Internationalen Museumtag übernommen“, sagte die Bunderatspräsidentin.

Ministerpräsidentin und Bundesratspräsidentin Malu Dreyer Foto:. D. v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Ministerpräsidentin und Bundesratspräsidentin Malu Dreyer Foto:. D. v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Sie habe ihre Bundesratspräsidentschaft unter das Motto „Zusammen sind wir Deutschland“ gestellt, weil sie die Stärken des demokratischen Miteinanders herausstellen wolle. „Mir ist es besonders wichtig, statt dem Trennenden das Gemeinsame zu sehen und zu leben. Gerade Museen leisten dazu einen großen Beitrag. Sie nehmen sich mit immer mehr spezifischen Angeboten ganz unterschiedlicher Zielgruppen an“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Dies werde auch beim diesjährigen Internationalen Museumstag wieder deutlich, der mit über 4.000 Aktionen in über 1.000 Orten in Deutschland ein vielseitiges Programm biete und deutlich mache, was Museen alles leisteten. „Dies ist auch hier in Rheinland-Pfalz so, das bekanntlich eine starke und vielseitige Museumslandschaft vorweisen kann“, so die Ministerpräsidentin. Sie wies dabei auf eine rheinland- pfälzische Besonderheit hin, denn rund 60 Prozent der über 430 Museen werden ehrenamtlich betrieben, häufig in Trägerschaft eines Vereins. „Wir sind sehr stolz darauf, dass gerade der Bereich der Kultur in Rheinland-Pfalz von einem äußerst lebendigen Ehrenamt geprägt wird“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Sie wünschte dem Internationalen Museumstag viele Besucherinnen und Besucher, die die faszinierende Welt der Museen entdecken und ihre zentrale Aufgabe noch besser verstehen lernen.

Über 1600 Museen in ganz Deutschland öffneten ihre Türen. Nicht überall war es so voll wie im Landesmuseum bei der Eröffnung des 40. Internationalen Museumstages und der Landesausstellung "vorZeiten". Den Festakt konnten Besucher an verschieden platzierten Monitoren bei einem kostenlosen kleinen Imbiss und ein Glas Wein verfolgen. Foto:. D. v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Über 1600 Museen in ganz Deutschland öffneten ihre Türen. Nicht überall war es so voll wie im Landesmuseum Mainz  bei der Eröffnung des 40. Internationalen Museumstages und der Landesausstellung „vorZeiten“. Den Festakt konnten Besucher an verschieden platzierten Monitoren bei einem kostenlosen kleinen Imbiss und ein Glas Wein verfolgen. Foto:. D. v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Im Landesmuseum in Mainz fand der offizielle, bundesweite Auftakt des Internationalen Museumtages statt, der unter dem Motto „Spurensuche. Mut zur Verantwortung“ steht. Zugleich wurde die Landeausstellung „vorZeiten.

Thomas Metz, Generaldirektor der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE), für Ministerin Malu Dreyer und die Festgäste durch die Ausstellung. Foto:. D. v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Thomas Metz, Generaldirektor der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE), führt Ministerpräsidentin Malu Dreyer und die Festgäste durch die Ausstellung. Foto:. D. v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“ eröffnet, die zu Ehren des 70-jährigen Jubiläums der Landesarchäologie Rheinland-Pfalz im Landesmuseum bis in den Herbst zu sehen sein wird. „Mit ihr dokumentiert die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz 70 Jahre Landesarchäologie als ganz eigene Spurensuche und Beitrag zum 70. Geburtstag des Landes Rheinland-Pfalz, das so unglaublich reich an Geschichte und reich an archäologischen Schätzen ist. Mein Dank gilt den Kolleginnen und Kollegen der Direktionen und Stabsstellen der GDKE sowie den Ausstellungsgestaltern um Frau Koppenhöfer für ihr großes Engagement bei der Realisierung dieser Ausstellung“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Der vom Internationalen Museumsrat (ICOM) jährlich im Mai weltweit ausgerufene Tag macht auf die Bedeutung und Vielfalt der Museen aufmerksam. In Deutschland wird der Internationale Museumstag maßgeblich von den Stiftungen und Instituten der Sparkassen-Finanzgruppe unterstützt und vom Deutschen Museumsbund und ICOM Deutschland in enger Kooperation mit den Museumsorganisationen und Beratungsstellen auf Bundesebene und in den Ländern umgesetzt. Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass der Internationale Museumstag erneut ein großer Erfolg werden wird. Mit Sonderführungen, Workshops, Aktionen, Vorträgen, einem Blick hinter die Kulissen und Museumsfesten vermitteln die Museen einen Einblick in ihre Arbeit und bieten den Besuchern ein vielfältiges Programm.

Prof. Dr. Eckart Köhne, Präsident des Deutschen Museumsbunds e. V. oto:. D. v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Prof. Dr. Eckart Köhne, Präsident des Deutschen Museumsbunds e. V. Foto:. D. v. Goddenthow © atelier-goddenthow

„Das Ziel des internationalen Museumstages ist eben, auf die Bedeutung und die thematische Vielfalt der mehr als 6500 Museen in Deutschland und der Museen weltweit aufmerksam zu machen“, betonte Prof. Dr. Eckart Köhne, Präsident des Deutschen Museumsbunds e. V.
Als lebendige Foren der Geschichte, bieten Museen die Möglichkeit Museumsobjekten als Zeugen einer anderen Kultur oder Zeit zu begegnen. Denn jedes Objekt trägt Spuren, hat eine Geschichte und gibt Anlass für Erzählungen. Eine Stimme erhalten die Exponate im Museum. In Führungen, Sammlungen und Ausstellung kommen sie zu Wort, lenken den Blick auf Themen, denen man mitunter lieber aus dem Weg geht, bringen möglicherweise Verdecktes an den Tag und sparen auch die Schattenseiten der Geschichte und Gegenwart nicht aus.

 Prof. Dr. Beate Reifenscheid-Ronnisch, Präsidentin von ICOM Deutschland – Deutsches Nationalkomitee des Internationalen Museumsrates. Foto:. D. v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Prof. Dr. Beate Reifenscheid-Ronnisch, Präsidentin von ICOM Deutschland – Deutsches Nationalkomitee des Internationalen Museumsrates. Foto:. D. v. Goddenthow © atelier-goddenthow

„Die Museen haben viel viel mehr Aufgaben als sie das vielleicht vor 20, 30 Jahren noch hatten. Da waren sie wirklich diese Orte des Sammelns, Bewahrens und eben auch ein bisschen Vermittlung,“ unterstrich Prof. Dr. Beate Reifenscheid-Ronnisch, Präsidentin von ICOM Deutschland – Deutsches Nationalkomitee des Internationalen Museumsrates. Heute stünde viel stärker die Vermittlung im Fokus, was natürlich auch hieße, zu fragen: „Was will ich eigentlich mit einem Museum oder mit Sammlungsobjekten vermitteln? Wer sucht aus, was ausgestellt wird? Wer legt das thematisch fest? Welches Objekt bekommt welche Deutungshoheit?“, so Prof. Reifenscheid-Ronnisch. Und was bedeute es, wenn man ein Objekt hat, das durch die Zeiten hinweg gehändelt wird und jeweils andere Perspektiven bekommen kann. Welche Perspektive sei die gültige? Gäbe es überhaupt eine gültige oder gäbe es viele mögliche oder mehrere zu einer bestimmten Zeit?, fragte die Präsidentin, und ist sich sicher, dass Deutung und Rezeption der Exponate auch der Wahrnehmung unterworfen sind, womit sie auch auf die neue Landesausstellung „vorZeiten – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“ zielte. „Ich glaube, das werden Sie nachher in der großen Landesausstellung ganz sicher sehen, weil Archäologie uns nicht unbedingt ganz nah ist. Die Objekte mögen zu uns sprechen, aber das was wir sehen, ist sicher nicht nur die Oberfläche, und da bedarf es natürlich der multiperspektivischen Wahrnehmung!“, so Prof. Reifenscheid-Ronnisch, die auch auf die gewachsene Verantwortung der Museen hinwies. „Das ist eben die Verantwortung der tatsächlichen Wissenschaft, die Verantwortung der Vermittlung, und zwar durch alle Bürgerschichten hindurch und durch alle Altersstufen, und natürlich auch mit Menschen, die möglicherweise bis dato weitgehend vom Museum ausgegrenzt wurden. Es geht also immer mehr darum, wirklich jedem das Museum auf unterschiedlichsten Ebenen der Verantwortung nahezubringen.“, so Prof. Reifenscheid-Ronnisch.

Dr. Stefan Korbach, Mitglied des Vorstandes der SV-Sparkassenversicherung mit Sitz in Wiesbaden Foto:. D. v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Dr. Stefan Korbach, Mitglied des Vorstandes der SV-Sparkassenversicherung mit Sitz in Wiesbaden Foto:. D. v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Dr. Stefan Korbach, Mitglied des Vorstandes der SV-Sparkassenversicherung mit Sitz in Wiesbaden, betonte, dass die Sparkassenversicherungen als größter Kulturförderer nach der Öffentlichen Hand sich dieser Aufgabe gern stellten. Denn für sie seien Museen ganz wichtige Orte, weswegen sie ganz bewusst Parnter von Museen seien, insbesondere auch von Einrichtungen, die sich den Religionen widmeten.

 

 

Thomas Metz, Generaldirektor der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) Foto:. D. v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Thomas Metz, Generaldirektor der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) Foto:. D. v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Thomas Metz, Generaldirektor der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) leitet von der Eröffnung des 40. Internationalen Museumstags zur neuen Landesausstellung „vorZeiten. Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“ über, die zu Ehren des 70-jährigen Jubiläums der Landesarchäologie Rheinland-Pfalz im Landesmuseum an diesem Tag ihre Tore öffnet. Der Generaldirektor gab einen kundigen Abriss über die einzigartige Ausstellung und dankte allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der GDKE und Landesarchäologie für diese großartige Leistung. „Ich bin stolz auf meine Mitarbeiter!“, so Metz. Seit nunmehr 70 Jahren sei es die Aufgabe der Landesarchäologie, den Bestand an erdgeschichtlichen und archäologischen Kulturdenkmälern zu erforschen, zu sichern und für kommende Generationen zu bewahren. Doch damit sei ihre Aufgabe nicht getan. Erdgeschichte und Archäologie, so Thomas Metz, gehören zum gemeinsamen historischen Erbe und seien Teil unserer Geschichte. Der längste Teil dieser Geschichte sei jedoch nur durch die Funde und Befunde im Boden erhaltener Überreste zu erschließen. Erst indem die Ärchäologie den Bodenfund wissenschaftlich untersuche und ihm so seine Informationen entlocke, bringe sie ihn zum Sprechen. Damit trage sie entscheidend zu Beantwortung der Fragen bei, die uns alle bewegten: Woher kommen wir?, Wer sind wir? Und „Wohin gehen wir?“

Minsterpräsidentin Malu Dreyer mit Dr. Dr. Axel von Berg, Landesarchäologe, Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, vor der Drachenstandarte aus dem Römerkastell Niederbieber.  Foto:. D. v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Minsterpräsidentin Malu Dreyer mit Dr. Dr. Axel von Berg, Landesarchäologe,
Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, vor der Drachenstandarte aus dem Römerkastell Niederbieber.
Foto:. D. v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Der Generaldirektor, der kurz die neun Schwerpunktthemen der Ausstellung, Erdgeschichte, Steinzeit, Bronzezeit, Eisenzeit, Römerzeit, Völkerwanderungszeit (Spätantike), Frühes Mittelalter, Mittelalter und Neuzeit, ansprach und besonders bei den Städten Trier und Mainz ins Schwärmen geriet, überraschte die Ministerpräsidentin und Gäste mit einem ungewöhnlichen Geschenk, einer „Drachenstandarte“ aus rotem Transparent-Papier. Diese Papier-Replik hatte die Museumspädagogik mit Kindern nach dem Vorbild des römischen Drachenkopfes gebastelt, der im Kastell Niederbieber/Neuwied gefunden wurde. Es ist eines der zahlreichen Highlights der Ausstellung „vorZeiten“, wovon sich Malu Dreyer und die Gäste beim anschließenden ersten Rundgang durch die Ausstellung gleich überzeugen konnten.

Der Mensch ist frei „ Festveranstaltung zum 70. Jahrestag der Annahme der Verfassung für Rheinland-Pfalz

Der Mensch ist Frei - 70 Jahre Rheinland-Pfalz. Abschließend wurde in der zum Plenarsaal umgerüsteten Steinhalle des Landesmuseums Mainz gemeinsam das Deutschlandlied gesungen. Foto: Heike W.  v.Goddenthow  © atelier-goddenthow
Der Mensch ist Frei – 70 Jahre Rheinland-Pfalz. Abschließend wurde in der zum Plenarsaal umgerüsteten Steinhalle des Landesmuseums Mainz gemeinsam das Deutschlandlied gesungen. Foto: Heike W. v.Goddenthow © atelier-goddenthow

Nur in Rheinland-Pfalz beginnt die Landesverfassung im ersten Artikel mit dem Satz: „Der Mensch ist frei“. Diese geradezu radikalliberale Betonung der individuellen Freiheit des Menschen gegenüber seiner Kollektivexistenz ist in Rheinland-Pfalz kein Zufall. Vielmehr ist dieser Satz Ausdruck eines langen, harten und letztlich erfolgreichen Kampfes für die Befreiung der Menschen aus verschiedenen Obrigkeitssystemen, der sich im Südwesten von der Mainzer Republik über das Hambacher Fest, die Revolution von 1848, die Überwindung des Kaiserreiches und Nazi-Diktatur bis hin zur heutigen rheinland-pfälzischen Verfassung zurückverfolgen lässt.

(v.li.) Jean Asselborn, Minister für Auswärtige und Europäische Angelegenheiten und Minister für Immigration und Asyl des Großherzogtums Luxemburg, Hendrik Hering, Landtagspräsident, und Malu Dreyer, Ministerpräsidentin  von Rheinland-Pfalz und amtierende Bundesratspräsidentin, schneiden gemeinsam die große Rheinland-Pfalz-Geburtstagstorte an.  Foto:. Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
(v.li.) Jean Asselborn, Minister für Auswärtige und Europäische Angelegenheiten und Minister für Immigration und Asyl des Großherzogtums Luxemburg, Hendrik Hering, Landtagspräsident, und Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz und amtierende Bundesratspräsidentin, schneiden gemeinsam die große Rheinland-Pfalz-Geburtstagstorte an.
Foto:. Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Jedes Jahr am 18. Mai wird im Mainzer Landtag der Tag gefeiert, an dem die Landesverfassung in einer Volksabstimmung von den Rheinland-Pfälzern angenommen wurde. In diesem Jahr war es eine ganz besondere Feier, nämlich der 70. Jahrestag der Annahme der Verfassung für Rheinland-Pfalz. Der offizielle Festakt begann mit einem Ökumenischen Gottesdienst in der Kirche St. Peter. Der Festakt fand anschließend mit Gästen aus Politik, Kultur und Gesellschaft in den Plenarsaal in der Steinhalle des Landesmuseums Mainz statt. Festredner war Jean Asselborn, Minister für Auswärtige und Europäische Angelegenheiten und Minister für Immigration und Asyl des Großherzogtums Luxemburg.

Begrüßungsansprache von Landtagspräsident Hendrik Hering

Landtagspräsident Hendrik Hering  Foto:. Diether v. Goddenthow
Landtagspräsident Hendrik Hering Foto:. Diether v. Goddenthow

Landtagspräsident Hendrik Hering wies in seiner Begrüßungsansprache darauf hin, dass 70 Jahre ein Anlass seien, §zurück zu blicken und gleichzeitig über unser heutiges Verfassungsverständnis nachzudenken – umso mehr, als die Krisendiagnosen für das politische System des Westens in Wissenschaft und Medien zunehmen“ Die Demokratie ginge uns alle etwas an. Sie sei nicht vom Himmel gefallen, sondern ein holpriger und steiniger Weg. „Die Zustimmung zur Landesverfassung 1947 fiel denkbar knapp aus“, so der Landtagspräsident. „Nur 53 Prozent der Bürgerinnen und Bürger des neugegründeten Landes, dem es an einem historischen Zusammengehörigkeitsgefühl fehlte, stimmten für sie. In Rheinhessen und der Pfalz sprach sich sogar eine Mehrheit gegen den Verfassungsentwurf aus. Noch im Jahr 1951 entschieden sich in einer repräsentativen Umfrage 45 Prozent der Deutschen für das Kaiserreich für die Zeit, in der es Deutschland am besten gegangen sei und 42 Prozent für die Zeit des Nationalsozialismus. Zwei Prozent entschieden sich für die Bundesrepublik. Das Interesse der Öffentlichkeit an der Demokratie konnte nicht viel geringer sein. Es war also ein denkbar schwieriger Weg von der Landesgründung bis zu dem Rheinland-Pfalz, wie wir es heute kennen.“, erinnerte Hering an die Anfänge der Nachkriegszeit und ermahnte: „auch wenn sie uns heute selbstverständlich vorkommt. Die Landesverfassung, deren Geburtstag wir heute feiern, bleibt das Fundament der Demokratie in unserem Bundesland. Sie hat dazu beigetragen, dass es uns in allen Lebensbereichen so gut geht wie noch nie in der Geschichte Deutschlands. Diese Erfolgsgeschichte mit Leben zu füllen, sie auch für alle Menschen gleichermaßen Wirklichkeit werden zu lassen, bleibt unsere tägliche Aufgabe, eine Aufgabe aller Bürgerinnen und Bürger.“, sagte Landtagspräsident Hendrik Hering.

Die Gedanken sind frei – Festrede des Luxemburgischen Außenministers Jean Asselborn

Ehrengast und Festredner, Jean Asselborn, Minister für Auswärtige und Europäische Angelegenheiten und Minister für Immigration und Asyl des Großherzogtums Luxemburg.  Foto:. Diether v. Goddenthow
Ehrengast und Festredner, Jean Asselborn, Minister für Auswärtige und Europäische Angelegenheiten und Minister für Immigration und Asyl des Großherzogtums Luxemburg. Foto:. Diether v. Goddenthow

Der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn empfand sein „Auftritt“ als Heimspiel, denn Luxemburg und Deutschland teilten 900 Jahre gemeinsame Geschichte im Heiligen Römischen Reich und im Deutschen Bund. Mehrere Mitglieder des alten Hauses Luxemburg und des heute regierenden Hauses saßen auf den kurfürstlichen Thronen in Mainz und Trier. Die Abtei St. Maximin in Trier war quasi Vertragspartner im Jahre 963 bei der Gründung der Stadt Luxemburg und bis zur Gründung eines Bistums Luxemburg (1870) hing das heutige Großherzogtum fast integral vom damaligen Erzbistum Trier ab. „Ja, Deutschland und Luxemburg sind durch die natürlichen Grenzen von Mosel, Sauer und Our voneinander getrennt. Aber trennen Sie uns heute noch?“, fragte Asselborn, um selbst die Antwort zu geben: „Das tun sie nicht!“ „Darüber hinaus, um auch jeglichem Streit aus dem Weg zu gehen“, so augenzwinkernd der Außenminister, „verwalten Deutschland und Luxemburg diese Wassergrenze gemeinsam. Grundsätzlich geht diese Form der gemeinsamen Verwaltung auf den Vertrag von Aachen vom 26. Juni 1816 zwischen dem König von Preußen und Wilhelm I., König der Niederlande und Großherzog von Luxemburg zurück“. Die Mosel sei also Kondominium, gemeinschaftliches deutsch-luxemburgisches Hoheitsgebiet indem die Verwaltung gemeinsam ausgeübt werde. „Und dieses Rheinland-Pfalz von heute war in seinen historischen Teilbereichen immer unser geografischer und regionalpolitischer Nachbar“, begrüßte der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn die Anwesenden.

Das Landespolizeiorchester „Men in Blue“ eröffnete mit Celebration von „Kool & the Gang“, intonierte abschließend die Nationalhymne und umrahmte musikalisch den anschließenden Empfang. Foto:. Heike  v. Goddenthow
Das Landespolizeiorchester „Men in Blue“ eröffnete mit Celebration von „Kool & the Gang“, intonierte abschließend die Nationalhymne und umrahmte musikalisch den anschließenden Empfang. Foto:. Heike v. Goddenthow

Sehr viele der Errungenschaften, die wir heute oft als „universelle“ Werte lobpreisten, hätten sich auch auf dem Gebiet des heutigen Landes Rheinland-Pfalz entfaltet. Das Streben nach bürgerlichen Freiheiten, das durch die Französische Revolution vielerorts angefeuert worden sei, habe in dieser Region einen sehr fruchtbaren Boden gefunden, so Asselborn. Er nannte als Beispiel die sogenannte „Mainzer Republik“ von 1793, die nach französischem Vorbild die erste ausgerufene bürgerlich-demokratische Republik auf deutschem Boden gewesen sei. Zum ersten Mal habe in der deutschen Geschichte die Entscheidungsgewalt bei einem Parlament gelegen, das nach demokratischen Prinzipien gebildet worden sei. Darin seien die Grundsätze eines modernen Staatsgebildes enthalten gewesen: Im Nationalkonvent saßen die Stellvertreter des freien Volkes, des einzigen rechtmäßigen Souveräns des Staates. „Auch wenn dieses kurzlebige Staatsgebilde nur durch die direkte Intervention Frankreichs zu Stande kommen konnte – und deshalb immer auch kritisch und kontrovers diskutiert wurde – liegt hier auf deutschem Boden die Keimzelle modernsten demokratischen Gedankenguts.“, so der luxemburgische Außenminister.“Wen wundert es also, dass Hambach, eine der wichtigsten Stätte des Aufbegehrens gegen den geistig-politischen Engpass, den neo-absolutistischen Obrigkeitsstaat, die von Metternich dominierte reaktionäre Heilige Allianz, dass dieses Hambach in der Vorderpfalz liegt. Und vom Hambacher Fest 1832, dieser maßgeblichen Etappe auf dem Weg zum Einheitsgefühl der Deutschen, spannt sich der Bogen zur Frankfurter Nationalversammlung des Jahres 1848, an der übrigens auch zwei luxemburgische Abgeordnete den Wahlkreis Luxemburg vertraten.
Welch andere liberalere Entwicklung hätte ein Großteil des deutschsprachigen Gebietes nehmen können, hätten die Prinzipien der Versammlung in der Paulskirche obsiegt.“ „Und in Hambach“, so Asselborn weiter, „sang man wohl eines der schönsten Lieder der Zeit, auf einem um 1780 verfassten Text fußend, in dem es in der ersten Strophe heißt:

„Die Gedanken sind frei […]
kein Mensch kann sie wissen
kein Jäger erschießen
es bleibet dabei
die Gedanken sind frei.“

Eine Hymne auf einer der Grundpfeiler menschlicher Freiheit, erwachsen aus dem Gedankengut der deutschen Aufklärung.

Schiller sah in der Meinungsfreiheit ein Naturrecht des Menschen getreu der Aufklärung und des französischen „Siècle des Lumières“. Und in Anbetracht dieser beiden Referenzen und all des Unheils das gerade im 20. Jahrhundert über die Menschheit kam, ist es betrüblich und beschämend, dass dieses elementare Menschenrecht auch heute noch in so vielen Staaten eingefordert werden muss, ja sogar einige Demokratien diesbezüglich einer Rückwärtsbewegung verpflichtet sind“, sagt der Asselborn

Die künstlerischen Einlagen fanden zwischen den Reden statt, wie hier die Performance "Lebt. Die Verfassung" des Theaterclubs zeitraum vom Staatstheater Mainz. Foto:. Heike  v. Goddenthow
Die künstlerischen Einlagen fanden zwischen den Reden statt, wie hier die Performance „Lebt. Die Verfassung“ des Theaterclubs zeitraum vom Staatstheater Mainz. Foto:. Heike v. Goddenthow

Es sei bedauerlicherweise so, dass die Entwicklung der Menschheit und ihrer Freiheiten nicht vor Rückschritten gefeit sei. Die Menschen hätten es erleben müssen, dass auch die deutsch-luxemburgischen Beziehungen nicht immer positiv-gradlinig verlaufen seien. Nach der Zäsur der NS-Zeit und des Zweiten Weltkrieges konnte allerdings wieder auf dieses Erbe zurückgegriffen werden. so Asselborn, der auf die durch die Alliierten ermöglichte Gründung von Rheinland-Pfalz und der Bundesrepublik und eines gemeinschaftlichen Europas zur endgültigen Überwindung von Nationalgrenzen einging, aber auch Selbstkritik anmahnte, der sich die EU-Familie stellen müsse. Die Glaubwürdigkeit verlange, „dass wir selbstkritisch einige verheerende Entwicklungen in unseren Gemeinwesen und in der EU-Familie betrachten. Die größte Erschütterung unserer Gemeinschaft, die aus den Lehren der unheilvollen Vergangenheit erwachsen ist und auf den höchsten demokratischen Prinzipien fußt, entsteht dann wenn unser Wertsystem bröckelt und von innen heraus Fäulnisansätze zeigt. Es gilt diese Phänomene, welche auch gegen die solidarischen Grundlagen der Gesamtfamilie fundamental verstoßen und manchmal im reinen machtpolitischen Interesse eines Landes, einer Partei oder einer irrigen Ideologie gründen, resolut anzugehen und zu bekämpfen. Ansehen, Einfluss und diese berühmte Glaubwürdigkeit der EU aber auch der NATO und des Europarats sind ein Ausfluss davon wie sehr wir unsere Grundprinzipien selbst leben und die Fahne der Werteskala, der wir universellen Charakter geben wollen, selbst achten und hochhalten.“ so der Luxemburgische Außenminister, der zudem den in Deutschland gelebten Föderalismus als grundlegendes Staatsprinzip lobte und zum Schluss nochmals den Blick auf die regionalpolitische und europäische Achse zwischen Rheinland-Pfalz und Luxemburg als eine beispielgebende Modellregion für die Europäische Integration lenkte.

Frieden nur mit einem funktionierenden Europa – Rede von Ministerpräsidentin Malu Dreyer

Malu Dreyer, Ministerpräsidentin  von Rheinland-Pfalz und amtierende Bundesratspräsidentin.oto:. Diether v. Goddenthow
Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz und amtierende Bundesratspräsidentin. Foto:. Diether v. Goddenthow

Die rheinland-pfälzische Verfassung sei auch starkes Symbol für unsere freiheitlich-demokratische Werteordnung, betonte die Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Sie sei die Grundlage für die Erfolgsgeschichte von Rheinland-Pfalz, eine Geschichte, die eng mit der europäischen Nachkriegsgeschichte verknüpft sei. „Für viele Rheinland-Pfälzer und Rheinland-Pfälzerinnen ist Europa gelebter, liebgewonnener Alltag und die Grundlage für den Erfolg unseres Landes. Als Land im Herzen Europas spüren wir den Pulsschlag der europäischen Wertegemeinschaft besonders stark“, sagte die Ministerpräsidentin. „Unvorstellbar für uns, dass man in der Pfalz nicht einfach nach Frankreich fährt, unvorstellbar für uns, dass ich als Lehrerin nicht einfach nach Luxemburg fahre, oder auch mal nach Belgien fahre. Es ist unvorstellbar, dass wir eine Rückwärtsrolle in der Europäischen Union machen, und deshalb ist das eine unserer großen Aufgaben, die wir auch als Regierung, als Parlament sehr, sehr ernst nehmen. Wir wünschen uns nämlich, dass dieses Land auch weitere 70 Jahre in Frieden lebt und wir sind davon überzeugt, dass es Frieden gibt nur mit einer funktionierenden Europäischen Gemeinschaft. „ so Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Künstlerisches Rahmenprogramm 

 „Villa Musica“ spielte Wolfgang Amadeus Mozart „Divertimento Es-Dur für Violine, Viola und Violoncello, KV 563“. Foto:. Heike  v. Goddenthow
„Villa Musica“ spielte Wolfgang Amadeus Mozart „Divertimento Es-Dur für Violine, Viola und Violoncello, KV 563“. Foto:. Heike v. Goddenthow

Der Festakt wurde musikalisch und künstlerisch abwechslungsreich umrahmt: Das Landespolizeiorchester „Men in Blue“ eröffnete mit Celebration von „Kool & the Gang“ die Jubiläumsfeierlichkeiten, intonierte gegen Schluss der Reden die gemeinsam gesungene Nationalhymne im Plenarsaal, und begleitete musikalisch den anschließenden Empfang. Schauspieler vom „Theaterclub zeitraum“ des Staatstheaters Mainz hauchten in einer originellen „Sprech-Performance“ der rheinland-pfälzischen Verfassung Leben ein. Generationsübergreifend waren ihre Rollen im gesamten Plenarsaal und in der Zuschauer-Empore verteilt.
Das Trio „Villa Musica“ gab mit Mozarts „Divertimento Es-Dur für Violine, Viola und Violoncello, KV 563“ dem Festakt eine klassische Einlage.

400 Millionen Jahre Erd-, Natur- und Kulturgeschichte komprimiert in der Jubiläums-Landesausstellung „vorZEITEN“ ab 21. Mai 2017 im Landesmuseum Mainz

Offenbar handelt es sich in Herxheim, um ein einzigartiges Ritual, in dem das Fleisch der geopferten Menschen möglicherweise auch verspeist wurde. Kanibalismus vor 7000 Jahren in Rheinland-Pfalz, das ist eine der zahlreichen Fragen, die in der Ausstellung vorZeiten im Landesmuseum Mainz gestellt werden. Foto:. Diether v. Goddenthow
Offenbar handelt es sich in Herxheim um ein einzigartiges Ritual, in dem das Fleisch der geopferten Menschen möglicherweise auch verspeist wurde. Kanibalismus vor 7000 Jahren in Rheinland-Pfalz? Ddas ist eine der zahlreichen Fragen, die in der Ausstellung vorZeiten im Landesmuseum Mainz gestellt werden. Foto:. Diether v. Goddenthow

Kulturminister Wolf wirbt für Landesausstellung „vorZEITEN“
Große Archäologie-Schau ist ab 21. Mai im Landesmuseum zu sehen /„Das Herz der Archäologie in Deutschland schlägt in diesem Jahr in Mainz

Schätze spielen in der Kulturgeschichte der Menschen seit Jahrtausenden eine ganz besondere Rolle. Kaum eine Region in Mitteleuropa kann so viele spektakuläre Funde aufweisen wie das heutige Rheinland-Pfalz. Die außerordentlich große Zahl ihrer archäologischen Entdeckungen belegen nicht weniger als 400 Millionen Jahre Erd-, Natur- und Kulturgeschichte und 800.000 Jahre wechselvoller Menschheitsgeschichte an Rhein und Mosel. Beide Flüsse machten diese Region zu einer Drehscheibe, einem Durchzugsgebiet, einem Machtzentrum und zu einer umkämpften Grenzregion in der Mitte Europas. Unter dem Titel „vorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“ feiert Rheinland-Pfalz mit einer außergewöhnlichen Landesausstellung, vom 21. Mai bis 29. Oktober 2017 im Landesmuseum Mainz, seinen 70. Geburtstag und das 70. jährige Bestehen seiner renommierten Landesarchäologie (zu 70 Jahre Landesarchäologie hier).

Ausstellungs-Präsentation

(v.li,): Dr. Marion Witteyer, Leiterin Außenstelle Mainz, Direktion Landesarchäologie, Dr. Dr. Axel von Berg, Leiter Landesarchäologie, Thomas Metz, Generaldirektor GDKE, Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf, Birgit Heide, stellvertr. Direktorin Landesmuseum Mainz und Dr. Richard Bersch, Kurator der Ausstellung. Foto:. Diether v. Goddenthow
(v.li,): Dr. Marion Witteyer, Leiterin Außenstelle Mainz, Direktion Landesarchäologie, Dr. Dr. Axel von Berg, Leiter Landesarchäologie, Thomas Metz, Generaldirektor GDKE, Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf, Birgit Heide, stellvertr. Direktorin Landesmuseum Mainz und Dr. Richard Bersch, Kurator der Ausstellung. Foto:. Diether v. Goddenthow

„Erstmalig in der Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz widmet sich eine so umfangreiche Ausstellung dem reichhaltigen kulturellen Erbe unserer Region“, freute sich Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf über die einzigartige archäologische Gesamtsamtschau auf der heutigen Pressekonferenz im Landesmuseum Mainz. Gemeinsam mit Thomas Metz, Generaldirektor der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE), Dr. Marion Witteyer, Leiterin Außenstelle Mainz, Direktion Landesarchäologie, Dr. Dr. Axel von Berg, Leiter der Landesarchäologie, Dr. Birgit Heide, stellvertretende Direktorin des Landesmuseums Mainz, und Dr. Richard Bersch, Kurator der Ausstellung, warb Kulturminister Wolf für den Besuch der Ausstellung: „Die wichtige Arbeit der Landesarchäologie wird durch die eindrücklichen Exponate und die Geschichten dahinter lebendig. Das Herz der Archäologie in Deutschland schlägt in diesem Jahr in Mainz.“, so der Minister. 70 Jahre Landesarchäologie hieße auch 70 Jahre Forschen, Sichern, Erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich machen. Und einen Extrakt hieraus, präsentiere diese Ausstellung.

Lebensgroßer jugendlicher Porträtkopf stellt einen Angehörigen des julisch-claudischen Kaisershauses dar, möglicherweise Kaiser Augustus (63 v. Chr. - 14 n. Chr.) oder einen seiner früh verstorbenen Enkel. Im  Hintergrund ein berühmter Gesimsblock vom Bühnengebäude des Römischen Theaters Mainz. Foto:. Diether v. Goddenthow
Lebensgroßer jugendlicher Porträtkopf stellt einen Angehörigen des julisch-claudischen Kaisershauses dar, möglicherweise Kaiser Augustus (63 v. Chr. – 14 n. Chr.) oder einen seiner früh verstorbenen Enkel. Im Hintergrund ein berühmter Gesimsblock vom Bühnengebäude des Römischen Theaters Mainz. Foto:. Diether v. Goddenthow

Generaldirektor Thomas Metz zeigt sich sehr glücklich darüber, „dass wir eine Ausstellung anbieten können, die diese bedeutenden Zeugnisse bündelt und anschaulich präsentiert. Mein Dank gilt der Landesarchäologie, dem Landesmuseum und allen Mitarbeitern der GDKE, die dieses Projekt gemeinsam auf die Beine gestellt haben“.

Die Archäologie-Schau, die am 21. Mai von der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer eröffnet wird, präsentiert bedeutende archäologische Funde und Bodendenkmäler aus ganz Rheinland-Pfalz. Die Ausstellung nimmt die Besucherinnen und Besucher mit auf eine außergewöhnliche Zeitreise durch 400 Millionen Jahre Erd- und Kulturgeschichte.

Fossilien aus dem Schlamm des 400 Mio. Jahre alten Ur-Ozean. Foto:. Diether v. Goddenthow
Fossilien aus dem Schlamm des 400 Mio. Jahre alten Ur-Ozean. Foto:. Diether v. Goddenthow

Faszinierende Zeugnisse längst vergangener Epochen und einmalige Exponate – von den erdgeschichtlichen Anfängen bis in die Gegenwart – machen das reichhaltige kulturelle Erbe von Rheinland-Pfalz erlebbar. Das Bundesland weist so viele archäologische Schätze auf wie kaum eine andere Landschaft im westlichen Mitteleuropa.

„Die Ausstellung zeigt eine neue und erlebnisorientierte Inszenierung, die sicherlich auch das jüngere Zielpublikum sehr ansprechen wird. Zudem freuen wir uns, dass die Ausstellung bei uns im Landesmuseum Mainz gezeigt wird, weil sie damit auch den Fokus auf unsere eigene umfangreiche und bedeutende archäologische Sammlung lenkt“, erläutert Dr. Birgit Heide, stellvertretende Direktorin des Landesmuseums Mainz, und gibt einen Überblick über die Ausstellung (hier).

Für den Leiter der Landesarchäologie, Dr. Dr. Axel von Berg, „ist die Archäologie ein Schaufenster in die Vergangenheit. In Rheinland-Pfalz ermöglicht sie uns besonders reizvolle Blicke auf beeindruckende Artefakte und einzigartige Denkmäler aus Jahrmillionen der Erd- und Jahrtausenden der Menschheitsgeschichte“.

(v.li.) Dr. Richard Bersch, Kurator der Ausstellung, erläutert Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf den derzeitigen Stand der Forschungen zum rätselhaften Ritualort Herxheim. Aufgrund der Knochenspuren geht man von möglichem Kanibalismus aus. Es gibt Kochspuren, so Thomas Metz, Generaldirektor (GDKE) (mitte). Foto:. Diether v. Goddenthow
(v.li.) Dr. Richard Bersch, Kurator der Ausstellung, erläutert Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf den derzeitigen Stand der Forschungen zum rätselhaften Ritualort Herxheim. Aufgrund der Knochenspuren geht man von möglichem Kanibalismus aus. Es gibt Kochspuren, so Thomas Metz, Generaldirektor (GDKE) (mitte). Foto:. Diether v. Goddenthow

In der groß angelegten Ausstellung „vorZEITEN“, die in Zusammenarbeit der Landesarchäologie und ihren Einrichtungen in Mainz, Trier, Speyer und Koblenz konzipiert worden ist, kuratiert von Dr. Richard Bersch, werden hochkarätige Funde gezeigt: von der gleitfliegenden Stöffelmaus aus dem Westerwald, dem Schädelfund eines Neandertalers im Landkreis Mayen-Koblenz, über steinzeitliche Zeugnisse aus dem rätselhaften Ritualort Herxheim, bronzezeitliche Metallfunde, bedeutende Kunstwerke eiszeitlicher Jäger, bis zu prachtvollen keltischen Prunkgräbern und einzigartigen Denkmälern aus den großen römischen Metropolen Mainz und Trier. Komplettiert wird die anschauliche Reise durch die Epochen der Archäologie mit Einblicken in die Zeit von Karl dem Großen bis zur Neuzeit (weitere Infos zur Ausstellung).

Mittelalter Karls d. Großen: Filmprojektion zur Entstehung der Ingelheimer Kaiserpfalz. Davor ein Modell der Anlage.Foto:. Diether v. Goddenthow
Mittelalter Karls d. Großen: Filmprojektion zur Entstehung der Ingelheimer Kaiserpfalz. Davor ein Modell der Anlage.Foto:. Diether v. Goddenthow

Das Gebiet des heutigen Rheinland-Pfalz gilt als Kernland europäischer Geschichte. Carl Zuckmayer bezeichnete seine Heimat zwischen Rhein und Mosel einst als Völkermühle Europas. Besiedelt von Germanen und Kelten, beherrscht von Römern und Franken, regiert von Erzbischöfen und Kurfürsten, mehrfach besetzt von französischen Streitkräften: All diese Epochen zeugen von der kulturellen Vielfalt der Region – mit Einflüssen aus ganz Europa.

Im Rahmen der „vorZEITEN“-Ausstellung möchte die GKDE das archäologische Erbe der Region stärker in den Fokus rücken und den zahlreichen Initiativen und Einrichtungen eine Plattform geben, die sich um den Erhalt der vielen Kulturgüter im Land bemühen. Entsprechend umfangreich ist auch das Rahmenprogramm mit zahlreichen Vorträgen, Führungen und Veranstaltungen.

Mit dem Themenschwerpunkt 2017, dem „Jahr der Archäologie“, werden zugleich alle Besucherinnen und Besucher ermuntert, ihre eigene Entdeckertour zu starten. Begleitend zur Ausstellung erscheinen im Internet unter www.vorzeiten-ausstellung.de und auf der Facebook-Seite „Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz“ regelmäßig Hinweise und Tipps für eine ganz persönliche „archäologische Entdeckertour“. Ergänzend dazu hat die GDKE eine Broschüre herausgegeben, die über 400 Orte und 100 Veranstaltungen rund um das Thema Archäologie auflistet. Erhältlich sind die Touren-Tipps bei vielen regionalen Partnern, im Landesmuseum Mainz und weiteren Einrichtungen der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz. Im ganzen Land laden mit der Unterstützung vieler Engagierter eine große Zahl von Originalschauplätzen, Museen, Initiativen und Veranstaltungen zum Besuch ein.

vorZeiten.cover„vorZEITEN“ ist im Übrigen eine Ausstellung für alle Generationen: In einer interaktiven Präsentation im ZEITforscherRAUM des Landesmuseums Mainz können Kinder und Jugendliche unter dem Motto „Archäologie für Entdecker“ erfahren, wie Archäologen arbeiten und was sie zutage fördern. Funde aus vergangenen Zeiten erzählen ihre spannenden Geschichten und schlagen kindgerecht die Brücke ins Hier und Jetzt.

Ein Begleitband, der zur Ausstellung erschienen ist, gibt einen umfassenden Überblick über 70 Jahre Landesarchäologie in Rheinland-Pfalz (Infos zum Begleitband hier).

Die Landesausstellung „vorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“ ist vom 21. Mai bis 29. Oktober im Landesmuseum Mainz zu sehen.

Ort:
Landesmuseum Mainz
Große Bleiche 49-51
55116 Mainz
Tel.: 06131/2857-0
Fax.: 06131/2857-288

Ausstellungsrundgang „vorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“ ab 21.Mai im Landesmuseum Mainz

Foto:. Diether v. Goddenthow
Foto:. Diether v. Goddenthow

Erdgeschichte, Steinzeit, Bronzezeit, Eisenzeit, Römerzeit, Völkerwanderungszeit (Spätantike), Frühes Mittelalter, Mittelalter und Neuzeit – das sind die neun Epochen, die in 16 kleinen Räumen in der Landesausstellung „vorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“ zu sehen sind.

Fossilien aus dem Schlamm des 400 Mio. Jahre alten Ur-Ozean. Foto:. Diether v. Goddenthow
Fossilien aus dem Schlamm des 400 Mio. Jahre alten Ur-Ozean. Foto:. Diether v. Goddenthow

Der Rundgang beginnt für die Ausstellungsbesucher im barocken Marstall. Der erste kleine Raum widmet sich dem Thema „Ur-Ozean“. Vor über 400 Millionen Jahren befand sich auf dem Gebiet des heutigen Rheinland-Pfalz ein tiefer Ozean. Die zu Stein gewordenen Ablagerungen in diesen Gewässern bilden heute den größten Teil des rheinland-pfälzischen Mittelgebirges. In den Gesteinen, die bei Bundenbach im Hunsrück (Landkreis Birkenfeld) als Dachschiefer industriell abgebaut wurden, finden sich zahlreiche Fossilien, darunter Fische, Seesterne und Seelilien. In der Ausstellung ist unter anderem ein 3D-Modell eines Gliederfüßers (Trilobit) zu sehen.

Die Flugmaus aus dem Westerwald. Ein fossiler Fund. Das nächste Bild zeigt die Rekonstruktion der Stöffelmaus. Foto:. Diether v. Goddenthow
Die Flugmaus aus dem Westerwald. Ein fossiler Fund. Das nächste Bild zeigt die Rekonstruktion der Stöffelmaus. Foto:. Diether v. Goddenthow
Rekonstruktion der Flugmaus aus dem Westerwald.Foto:. Diether v. Goddenthow
Rekonstruktion der Flugmaus aus dem Westerwald.Foto:. Diether v. Goddenthow

Die zweite Station wirft einen Blick in den Westerwald vor über 25 Millionen Jahren. Dort wurden in Enspel bei Bad Marienberg die fossilen Überreste einer gleitfliegenden Flugmaus gefunden. Der interaktive Ausstellungsraum bietet den Besuchern die Möglichkeit, sich mithilfe einer Forscherlupe das seltene Nagetier, dessen Flughaut besonders gut erhalten ist, näher anzuschauen.

Im Mittelpunkt des nächsten Abschnitts, der drei Themen bereithält, steht die Altsteinzeit, die in Rheinland-Pfalz vor etwa 800.000 Jahren beginnt. Mit einer 170.000 Jahre alten Schädelkalotte aus einer Kratermulde der Wannenvulkane bei Ochtendung (Landkreis Mayen-Koblenz) präsentiert die Ausstellung den ältesten Beleg für einen frühen Neandertaler in Rheinland-Pfalz.

Ebenfalls aus der Altsteinzeit sind die berühmten Frauenfiguren aus Elfenbein und Darstellungen von Mensch und Tier auf Schieferplatten, die im Neuwieder Becken in Gönnersdorf und Andernach entdeckt wurden und von einem rund 15.500 Jahre alten Lagerplatz stammen. In der Ausstellung sind verschiedene Ansichten solcher Kunstwerke zu bewundern.

Altsteinzeitfunde - darunter zahlreiche Frauenfiguren. Foto:. Diether v. Goddenthow
Altsteinzeitfunde – darunter zahlreiche Frauenfiguren. Foto:. Diether v. Goddenthow

Den dritten Abschnitt zum Thema Steinzeit ist dem rätselhaften Ritualort Herxheim gewidmet. Dort entdeckten Archäologen Siedlungsspuren und den Abfall ritueller Handlungen: zahllose menschliche Knochenreste, Tierknochen, Keramik, Schmuck, Steingeräte und Mahlsteine. Die zum Teil stark fragmentierten Knochenüberreste weisen auf ein bislang unbekanntes Totenritual hin. In der Ausstellung ist eine Installation zur Nachstellung des Grabenwerks zu sehen.

Offenbar handelt es sich in Herxheim, um ein einzigartiges Ritual, in dem das Fleisch der geopferten Menschen möglicherweise auch verspeist wurde. Kanibalismus vor 7000 Jahren in Rheinland-Pfalz, das ist eine der zahlreichen Fragen, die in der Ausstellung vorZeiten im Landesmuseum Mainz gestellt werden. Foto:. Diether v. Goddenthow
Offenbar handelt es sich in Herxheim, um ein einzigartiges Ritual, in dem das Fleisch der geopferten Menschen möglicherweise auch verspeist wurde. Kanibalismus vor 7000 Jahren in Rheinland-Pfalz, das ist eine der zahlreichen Fragen, die in der Ausstellung vorZeiten im Landesmuseum Mainz gestellt werden. Foto:. Diether v. Goddenthow

 

Der Ausstellungsrundgang setzt sich im Marstall fort mit einem Raum zur Bronzezeit (zwischen 1.800 und 1.500 v. Chr.).

Spätbronzezeitliches Metalldepot. Landkreis südliches Weinstrasse. 10.Jh. v. Chr.Foto:. Diether v. Goddenthow
Spätbronzezeitliches Metalldepot. Landkreis südliches Weinstrasse. 10.Jh. v. Chr.Foto:. Diether v. Goddenthow

Zu sehen sind Gegenstände der Schmiedekunst, wie ein Bronzeblecheimer verziert mit einer Sonnenbarke und zahlreiche Bronzeobjekte vom Hohenberg (Landkreis Südliche Weinstraße) sowie aus Schifferstadt (Rhein-Pfalz Kreis) aus der späten Bronzezeit, der sogenannten Urnenfelderzeit.

Keltische Grabbeigaben. Foto:. Diether v. Goddenthow
Keltische Grabbeigaben. Foto:. Diether v. Goddenthow

Den Abschluss der Ausstellung im Marstall bildet ein Raum zur jüngeren Eisenzeit (um 450 v. Chr.). Sie beinhaltet Zeugnisse aus den Gräberfeldern von Worms-Herrnsheim und Bescheid (Landkreis Trier-Saarburg). Sie umfassen unter anderem Goldobjekte und Waffen. Als wiederkehrendes Motiv sind drei keltische Schnabelkannen ausgestellt – ein Luxusgut, das nach etruskischem Vorbild angefertigt wurde.

Der Ausstellungsrundgang führt nach Verlassen des Marstalls über den Innenhof, wo mehrere Stelen über die tägliche Arbeit der Landesarchäologie informieren und interaktive Stationen zum Mitmachen einladen, hinein in den Schellbau.

Lebensgroßer jugendlicher Porträtkopf stellt einen Angehörigen des julisch-claudischen Kaisershauses dar, möglicherweise Kaiser Augustus (63 v. Chr. - 14 n. Chr.) oder einen seiner früh verstorbenen Enkel. Im  Hintergrund ein berühmter Gesimsblock vom Bühnengebäude des Römischen Theaters Mainz. Foto:. Diether v. Goddenthow
Lebensgroßer jugendlicher Porträtkopf stellt einen Angehörigen des julisch-claudischen Kaisershauses dar, möglicherweise Kaiser Augustus (63 v. Chr. – 14 n. Chr.) oder einen seiner früh verstorbenen Enkel. Im Hintergrund ein berühmter Gesimsblock vom Bühnengebäude des Römischen Theaters Mainz. Foto:. Diether v. Goddenthow

Dort empfängt die Besucher ein Ausstellungsraum zur Epoche der Römerzeit – mit eindrücklichen Objekten aus den römischen Metropolen Mainz und Trier. Ausgestellt sind Artefakte wie Helme und Schwerter oder ein Bauteil vom Römischen Theater in Mainz sowie eine prunkvolle Silberkanne aus dem Rheinischen Landesmuseum Trier.

Römischer Drachenkopf der römischen Reiterstandarte aus dem Kastell Niederbieber.Foto:. Diether v. Goddenthow
Römischer Drachenkopf der römischen Reiterstandarte aus dem Kastell Niederbieber.Foto:. Diether v. Goddenthow

Die nächste Station thematisiert die Spätantike / Völkerwanderungszeit. Aus dieser Epoche stammt eine römische Reiterstandarte in Form eines Drachenkopfs, die als Hauptmotiv der „vorZEITEN“-Ausstellung dient.

22.000 Bronzemünzen sowie der spektakuläre Schatzfund von Rülzheim.Foto:. Diether v. Goddenthow
22.000 Bronzemünzen sowie der spektakuläre Schatzfund von Rülzheim.Foto:. Diether v. Goddenthow
Prunkklappstuhl.Foto:. Diether v. Goddenthow
Prunkklappstuhl.Foto:. Diether v. Goddenthow

Desweiteren sind in dieser Box mehr als 22.000 Bronzemünzen sowie der spektakuläre Schatzfund von Rülzheim zu sehen, der aus über hundert Objekten besteht, darunter eine mit Halbedelsteinen verzierte Silberschale, 96 Goldappliken und Teile eines prunkvollen Klappstuhls.
Im Fokus des darauffolgenden Ausstellungsraumes, der dem Frühen Mittelalter gewidmet ist, stehen die reich ausgestatten Gräber der Franken. Eigens für die Ausstellung werden die Beigaben von zwei Gräbern präsentiert, die aus einem merowingischen Gräberfeld des 7. und frühen 8. Jahrhunderts stammen und besonders reich ausgestattet waren.

 

 

Mittelalter Karls d. Großen: Filmprojektion zur Entstehung der Ingelheimer Kaiserpfalz. Davor ein Modell der Anlage.Foto:. Diether v. Goddenthow
Mittelalter Karls d. Großen: Filmprojektion zur Entstehung der Ingelheimer Kaiserpfalz. Davor ein Modell der Anlage.Foto:. Diether v. Goddenthow

Die Tour durch die „vorZEITEN“-Ausstellung führt nun ins Mittelalter – der Entstehungszeit der Ingelheimer Kaiserpfalz. Die Besucher können an dieser Station eine beeindruckende Rekonstruktion der einstigen Palastanlage erleben. Ergänzt wird der Ausstellungsbereich zum Mittelalter mit der Goldmünze von Karl dem Großen.

Der letzte Ausstellungsraum zu den verschiedenen Epochen greift die Neuzeit auf. Im Zentrum steht die Schlacht von 1713 um die Festung Landau. Fotos von einem 2014 gefundenen Massengrab sowie Knochenüberreste dokumentieren den Tod von neun Soldaten, die vermutlich bei den schweren Angriffen der französischen Truppen ums Leben gekommen waren.

Zum Abschluss der Ausstellung werden in Form eines kleinen Epilogs neuzeitliche Zeugnisse unter anderem aus dem deutschen Kaiserreich und den beiden Weltkriegen ausgestellt. Die Stücke verdeutlichen, dass das Arbeitsfeld der Landesarchäologie bis in die jüngste Gegenwart reicht. So konnte eine Familiensammlung, die in den Resten einer kriegszerstörten Bebauung in Trier gefunden worden war, an die Erben der einstigen Eigentümer zurückgegeben werden.

Im Kindermuseum können Kinder sich als Archäologen betätigen, forschen, entdecken, Modelle bauen usw. Foto:. Diether v. Goddenthow
Im Kindermuseum können Kinder sich als Archäologen betätigen, forschen, entdecken, Modelle bauen usw. Foto:. Diether v. Goddenthow

Abgerundet wird die „vorZEITEN“-Ausstellung durch den ZEITforscherRAUM, der im Eckrisalit als interaktiver Ausstellungsbereich für Kinder und Jugendliche eingerichtet wurde.

 

 

Ort:
Landesmuseum Mainz
Große Bleiche 49-51
55116 Mainz
Tel.: 06131/2857-0
Fax.: 06131/2857-288

Begleitband zur Landesausstellung vorZEITEN. 70 Jahre Landesarchäologie in Rheinland-Pfalz

begleitband.covervorZEITEN. 70 Jahre Landesarchäologie in Rheinland-Pfalz
Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, Direktion Landesarchäologie (Hrsg.)
Axel von Berg / Michael Schwab
344 Seiten, zahlreiche farbige Abbildungen, 24 x 28 cm, Hardcover,
Verkaufspreis / Buchhandelsausgabe 24,95 € (D), ISBN: 978-3-7954-3215-7
Erscheint im Mai 2017

Kaum eine Landschaft im Mitteleuropa weist eine so hohe Anzahl bedeutender archäologischer Funde auf wie das Gebiet des heutigen Rheinland-Pfalz. Die zum Teil spektakulären Artefakte dokumentieren 400 Millionen Jahre Erd- und 800.000 Jahre Menschheitsgeschichte. Im Begleitband zur Landesausstellung „vorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“ werden ausgesuchte Funde sowie aktuelle Forschungsergebnisse vorgelegt. 46 Beiträge von über 20 Autoren beleuchten erstmals in einer Publikation alle archäologischen Epochen in Rheinland-Pfalz. Dabei stellen sie ausgesuchte Funde vor, die stellvertretend für die enorme Bandbreite der rheinland-pfälzischen Archäologie stehen und präsentieren neueste Ergebnisse zu bekannten Funden aus dem Land.
Verlag Schnell & Steiner GmbH, Leibnizstraße 13, 93055 Regensburg, Email: vertrieb@schnell-und-steiner.de, Telefon: 0941 78785-0 – Telefax: 0941 78785-16
Autorenverzeichnis

 

70 Jahre Landesarchäologie Rheinland-Pfalz

logovorzeitenIn diesem Jahr feiert Rheinland-Pfalz seinen 70. Geburtstag. Damit begeht zugleich auch eine Institution ihr 70-jähriges Bestehen, die das reichhaltige kulturelle Erbe des Landes sichert und für kommende Generationen bewahrt: die Landesarchäologie. Mit der Gründung des Bundeslandes Rheinland-Pfalz im Jahre 1947 übernahmen die Dienststellen in Koblenz, Trier, Mainz und Speyer die Aufgaben der Bodendenkmalpflege in den jeweiligen zugehörigen Regierungsbezirken. Seit 2007 ist die Direktion Landesarchäologie ein Teil der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE).

Die wichtigsten Aufgaben der Landesarchäologie mit ihren vier Außenstellen unter Leitung des Landesarchäologen Dr. Dr. Axel von Berg sind die Erforschung, Sicherung und Vermittlung archäologischer Denkmäler und Funde in Rheinland-Pfalz. Die Arbeit ist vielfältig und reicht über Prospektion, Grabung, Auswertung bis hin zu Publikation und Vermittlung sowie Archivierung und Magazinierung der Funde und Dokumentationen als Archivmaterialien. Hinzu kommt noch fachliche Begutachtung von Maßnahmen, die Eingriffe in den Boden nach sich ziehen, sowie Unterschutzstellungen, Konservierungen und auch die Rekonstruktion von archäologischen Befunden. Eine Schwerpunktaufgabe ist die Dokumentation und Sicherung archäologischer Funde und Befunde durch Rettungsgrabungen. Jährlich finden etwa 40 Großgrabungen und 900 Fundbergungen im Bereich akut gefährdeter Fundstellen statt.

Rheinland-Pfalz ist altes Kulturland. Nicht von ungefähr gehört die Region zu den am frühesten besiedelten Kulturlandschaften im zentralen Mitteleuropa. Bislang sind etwa 700.000 Fundstellen im Land registriert. Kennzeichnend für das überaus hohe und reiche Fundaufkommen sind die regionaltypischen Besonderheiten der einzelnen Landschaftsteile, wie der Abbau von Rohstoffen, die besonderen Erhaltungsbedingungen in den ausgedehnten Waldgebieten, die intensiv genutzten Acker- und Weinanbauflächen sowie die Welterbestätten. Das Betätigungsfeld und die Fachkompetenz der Landesarchäologie in Rheinland-Pfalz reichen von der Frühzeit der Erdgeschichte bis in die Zeit der Weltkriege.

Der längerfristige Schutz archäologischer Denkmäler steht dabei im Vordergrund. Vor allem die dauerhafte Erhaltung archäologischer Hinterlassenschaften am Originalschauplatz stellt in heutiger Zeit eine der wichtigsten Aufgaben der Landesarchäologie dar, um für die kommenden Generationen Reservate mit intakten archäologischen Funden und Befunden zu bewahren und vorzuhalten. Der begrenzte, nicht regenerierbare Bestand archäologischer Fundorte ist zu sichern und zu erhalten, damit auch in Zukunft mit den dann zur Verfügung stehenden Mitteln an den Originalplätzen weitergehende Forschungen und Vermittlung betrieben werden kann.

Der Wandel in der Nutzung der Kulturlandschaft durch Veränderungen im Gesellschafts- und Wirtschaftsgefüge des Landes führt zu neuen Aufgaben in der Landesarchäologie. Die Energiewende und der Wechsel zu erneuerbaren Energien, weiterhin die verstärkte Nutzung heimischer Rohstoffe als Folge der weltweiten Verknappung von industrierelevanten Werkstoffen, aber auch der enorme Flächenverbrauch durch neue Siedlungs- und Industriegebiete auf dem Land und in den Städten mit der Intensivierung der Infrastruktur, wie auch Veränderungen in der Land- und Forstwirtschaft stellt die Landesarchäologie vor neue Herausforderungen.

Jubiliäums-Ausstellung „vorZeiten – Archäologisches Schätze an Rhein und Mosel

26. Kultursommer Rheinland-Pfalz erfolgreich mit 26 Veranstaltungen an drei Tagen in Bad Kreuznach eröffnet

Eröffnung des 26. Kultursommers Rheinland-Pfalz, hier vor der Kulisse des Kurhotels auf der idyllischen Kurparkinsel. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Eröffnung des 26. Kultursommers Rheinland-Pfalz, hier vor der Kulisse des Kurhotels auf der idyllischen Kurparkinsel. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Der rheinland-pfälzische Kulturminister Professor Dr. Konrad Wolf und Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer eröffneten am Samstag offiziell den Kultursommer 2017, erst im Kurpark von Bad Kreuznach und anschließend im Kursaal vor Repräsentanten aus Politik, Gesellschaft, Verwaltung und Wirtschaft. Drei Tage lang wurde mit tausenden Gästen von nah und fern in Bad Kreuznach / Bad Münster am Stein-Ebernburg das Motto „Epochen und Episoden“ umgesetzt und gefeiert.

Dr. Heike Karster-Meurer, Oberbürgermeisterin  von Bad Kreuznach u.  Bad Münser am Stein Ebernburg Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Dr. Heike Karster-Meurer, Oberbürgermeisterin von Bad Kreuznach u. Bad Münser am Stein Ebernburg Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

„Durch die Fusion mit Bad Münster am Stein Ebernburg sind wir in den Genuss der Ebernburg gekommen, eine wesentliche Stätte der Reformation“, erinnerte die Oberbürgermeisterin an einen der entscheidenden Gründe, warum das Land die Eröffnung des Kultursommers Rheinland-Pfalz für 2017 nach Bad Kreuznach vergab.Sie sei stolz, dass die Ebernburg, die Herberge der Gerechtigkeit, die zeitweise auch Luthers Zufluchtsort war, seit der Fusion mit der Stadt Bad Münster am Stein Ebernburg nun auch zu Bad Kreuznach gehöre, welches hierdurch in diesem Jahr im Mittelpunkt des Kultursommers stünde. Die Veranstaltungen der diesjährigen Kultursommereröffnung, die 26 Programmpunkte an drei Tagen, bereicherten das kulturelle Angebot der Stadt, so die Oberbürgermeisterin. Sie unterstrich, dass vor allem Kultur, zwar nicht nur, aber in ganz erheblichem Maße, eine Region lebenswert mache. Und es ginge auch bei der Kultursommereröffnung, nicht nur in Bad Kreuznach, einmal mehr um die Botschaft, „die kulturelle Infrastruktur durch die Haushaltsberatungen zu retten“, so die Oberbürgermeisterin, die zugleich Kulturdezernentin der Stadt ist. Kultur spiegele unsere Geschichte, trage zu unserer Identität bei und – den Theatermacher August Everding zitierend – Kultur sei keine Zutat, sondern der Sauerstoff einer Nation. Kultur behandele zeitlose Fragen zu allen Epochen und Episoden, die die Menschen seit jeher und immer wieder neu bewegten, und eröffne Blicke auf die Welt, rege zum Nachdenken an, gebe neue Impulse und weite den Horizont, so Dr. Karster-Meurer.

Professor Dr. Konrad Wolf. rheinland-pfälzischer Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Professor Dr. Konrad Wolf. rheinland-pfälzischer Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Nicht nur 500 Jahre Reformation werden bei „Epochen und Episoden“ gefeiert. Minister Wolf dachte auch an den 70. Geburtstag, den das Land Rheinland-Pfalz in diesem Jahr feiert. „Es waren gute Jahre und es werden noch viele gute Jahre folgen. Die Vielfalt der Kulturen in unserem Land ist die Basis dafür“, so Wolf. Der Minister freute sich, dass das Reformationsjubiläum erfreulicherweise ökumenisch und darüber hinaus gefeiert würde, wofür auch die Veranstaltung „Summer of Love“ im Bad Münsterer Kurpark in Anspielung auf die 1967 in Kalifornien gefeierte Flower-Power-Bewegung stehe. Diese Kulturrevolution habe, wie einst der Jazz vor 100 Jahren, „nicht nur die Musik revolutioniert, sondern bis dato zu einer undenkbar gehaltenen Liberalisierung geführt an den Lebensverhältnissen in der westlichen Welt, die wir heute für selbstverständlich halten. Dabei wissen wir gleichzeitig, dass sie nicht selbstverständlich sind, sondern immer wieder erkämpft werden müssen„, sagte der Minister.

kultursommer-coverFür Kirchenrat Volker König, der als Vertreter der drei in Rheinland-Pfalz
vertretenen evangelischen Landekirchen sprach, sind Martin Luther und Jimmy
Hendrix, die auf dem Plakatmotiv nebeneinander im Tournee-Bus sitzen, „Brüder im
Geiste“ in ihrem Engagement für Freiheit, Frieden, Selbstbestimmung und Toleranz. Denn beide, der Kalifornier und der Wittenberg,  hätten kompromisslos zu ihren Überzeugungen gestanden: Jimmy
Hendrix, bester Gitarrist seiner Zeit,  stand als Symbol der Flower-Power-Bewegung für gewaltlosen Widerstand gegen den Vietnamkrieg und das Establishment. Martin Luther stand unbeirrbar gegen die damalige Obrigkeit. „Ganz in der Nähe hier soll er gestanden haben“, so König, „damals nannte man das nicht  Establishment, sondern die Obrigkeit, und er soll gesagt haben: ‚Hier steh‘ ich nun. Ich kann nicht anders.!‘ Vielleicht hat er auch gesagt: ‚Ich will nicht anders!‘, jedenfalls ‚Ich werde nicht anders!'“,  so König. Luther wäre aber mehr als ein Bruder im Geiste gewesen, „sondern er war vielleicht einer der Väter dieses Geistes“ dieser Flower-Power-Bewegung, so die These des Kirchenrats. Die Musik der Flower-Power-Bewegung wie besonders der Sängerin Joan Baez, hätten dieses Lebensgefühl des Widerstands und des Aufbruchs in eine bessere Welt geamtet.

"Luther in Brass“, in einer sehr "abgespeckten Formation" anlässlich einer Sondervorstellung  während der Eröffnung Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
„Luther in Brass“, in einer sehr „abgespeckten Formation“ anlässlich einer Sondervorstellung während der Eröffnung Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Zum Eröffnungs-Wochenende hatte die Projektgruppe von Stadt und Land ein großes und buntes Kulturfest für die ganze Familie und für beinahe jeden Geschmack an zahlreichen Orten mit etlichen Highlights in Bad Kreuznach und Bad Münster auf die Beine gestellt.
Luther in BRASS – das 2. Rheinland-Pfälzische Blechbläser-Festival mit Genesis Brass und fast 200 Aktiven – war mit Eröffnung- und Festivalkonzert, Workshops und Festgottesdienst einer der Schwerpunkte des Kulturfestes mit einem Musikepochen überspannenden Programm: von Giovanni Gabrieli und Johannes Sebastian Bach über Oliver Gies, Musik von Charles-Marie Widor bis hin zu Ausflügen in den Jazz und in die Unterhaltungsmusik.

Das USAEUR Standard Jazz Quartett bot Jazzfreunden im Grünen Saal des Kurhauses einen Querschnitt durch 100 Jahre Jazz-Epoche von Swing bis Stevie Wonder. Vor 100 Jahren begann mit der Pressung der ersten Jazzplatte die goldene Ära des Jazz. Das Jazzkonzert war auch eine kleine Hommage an 50 Jahre US-Besatzungszeit in Bad Kreuznach,  als die amerikanischen Soldaten den Jazz nach Deutschland auch als ein Symbol für Frieden, Freiheit und Wohlstand mitbrachten.

Erinnerungen an den „Summer of Love“ vor 50 Jahren brachten das begeisterte Publikum am Freitagabend zum Schwelgen: Das Publikum wollte „Mrs. Greenbird“ am liebsten gar nicht gehen lassen.

(v.l.), Timo Brunke, Pionier des deutschsprachigen Spoken Word, Annett Kuhr, Liedermacherin, Sängerin und Gitarristin und Sebastian Krämer, Musikkabarettist u. Träger des Deutschen Kleinkunstpreises sind Schüler des unvergesslichen Liedermachers Christoph Stählin, der aus der legendären Liedermacher-Szene des  Festivals auf Burg Waldeck im Hunsrück der frühen 1960er Jahre kam. Zusammen mit der Cellistin Merle Weißbach als special guest gestalteten sie im Bad Kreuznacher Haus des Gastes einen Liederabend vom Feinsten. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
(v.l.), Timo Brunke, Pionier des deutschsprachigen Spoken Word, Annett Kuhr, Liedermacherin, Sängerin und Gitarristin und Sebastian Krämer, Musikkabarettist u. Träger des Deutschen Kleinkunstpreises sind Schüler des unvergesslichen Liedermachers Christoph Stählin, der aus der legendären Liedermacher-Szene des Festivals auf Burg Waldeck im Hunsrück der frühen 1960er Jahre kam. Zusammen mit der Cellistin Merle Weißbach als special guest gestalteten sie im Bad Kreuznacher Haus des Gastes einen Liederabend vom Feinsten. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Am Samstag ergänzten das NN-Theater und Stars der Liedermacher-Szene, darunter Annett Kuhr und Kleinkunstpreisträger Sebastian Krämer, das Programm mit nachdenklichen Tönen.

Der Schweizer Soulsänger Seven. wurde spätestens bekannt seit "Sing meinen Song" und durch seine Festivaltour mit den Fantastischen Vier. Foto: Kultursommer Rheinland-Pfalz
Der Schweizer Soulsänger Seven. wurde spätestens bekannt seit „Sing meinen Song“ und durch seine Festivaltour mit den Fantastischen Vier. Foto: Kultursommer Rheinland-Pfalz

Soul-Sänger SEVEN brachte die Fans zum Mitsingen und -tanzen. Neben weiteren überregional bekannten Künstlerinnen und Künstlern wie Inka Arlt, dem Duo Bender & Schillinger sowie The Beez & Eva Ender gestaltete vor allem die lokale Kunst- und Musikszene das Programm am Samstag und Sonntag.

Neben weiteren überregional bekannten Künstlerinnen und Künstlern wie Inka Arlt, dem Duo Bender & Schillinger sowie The Beez & Eva Ender gestaltete vor allem die lokale Kunst- und Musikszene das Programm am Samstag und Sonntag.

Detlef Heinichen vom Theatrium Dresden fertigte in Familienarbeit selbst die Figuren zum Stück "Lieber Martin - Luther für Kinder". Foto: Heike v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Detlef Heinichen vom Theatrium Dresden fertigte in Familienarbeit selbst die Figuren zum Stück „Lieber Martin – Luther für Kinder“. Foto: Heike v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Dabei freuten sich die Besucherinnen und Besucher  unter anderem über  das Museum für Puppentheater und -Kultur PuK mit dem Stück „Lieber Martin – Luther für Kinder“ des Puppenspielers Detlef Heinichen vom Theatrium Figurentheater Dresden. Extra hierfür hatten seine Frau und Tochter Figuren aus Styropor geschnitzt und bemalt (nachdem die ursprünglichen Holzfiguren mit dem Auto verbrannt waren). Die kleinen und großen Zuschauer konnten mithilfe der liebenswerten Figuren erfahren, wie aus einem einfachen Mönch ein so berühmter Mann geworden ist.

Viel Beifall gab’s auch für  das Pop-Duo Kleingartenanlage und den Kleinen Chor Ebernburg.

Highlights im Kulturpark Bad Kreuznach

Impressionen vom 26. Kultursommer in Bad Kreuznach auf der Kurpark-Insel. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Impressionen vom 26. Kultursommer in Bad Kreuznach auf der Kurpark-Insel. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Zur „Kunst für alle“ hatten die Kunstwerkstatt Bad Kreuznach und zahlreiche Künstler mit dem „Kulturpark“ auf der idyllischen Kurpark-Insel eingeladen  Das breite Mitmachangebot wurde mit großer Begeisterung angenommen. Selten sah man so viele Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern und Großeltern– smartphonebefreit –  im  künstlerischen Flow oder als Zuschauer. Kleine Walkacts der „Tanz Wesen“ und von Inka Arlt  sowie die im den ganzen Park platzierte Wanderausstellung „Reformatorinnen“ sorgten für weitere Überraschungen.

Holzwerkstatt

Generations- und kulturübergreifende Freude in der Holzwerkstatt.Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Generations- und kulturübergreifende Freude in der Holzwerkstatt.Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Emsige Handwerker gab es auch an den Tischen der Holzwerkstatt. Angeleitet von Nico Capiello, wurden mit Laubsägen unter anderem kleine Holzfiguren hergestellt und gestaltet.
Etwas weiter, an der Bastelstation, knüpften Kids Murmel- und Armbänder oder andere Dinge und hatten eine Menge Bastelspaß und beim Anprobieren ihres selbst hergestellten Schmucks.

Malwerkstatt

Malen und künstlerisches Ausprobieren. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Malen und künstlerisches Ausprobieren. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Besonders nachgefragt, war das Maler-Camp. Da wurden Farben mit Wasser verdünnt, miteinander gemischt und nach Motiven gesucht, schließlich alles unter fachkundiger Anleitung von Sonja Piechola-Schober und Rainer Stork auf Papierbögen gebannt. Die Werke konnte, wer wollte an einer Leine aufhängen.

 

Graffiti-Art-Camp

Reges konzentriertes Interesse herrschte auch am Grafitti-Camp. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Reges konzentriertes Interesse herrschte auch am Grafitti-Camp. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Bei den Jugendlichen kam besonders auch gut das Angebot an, Graffiti-Sprayen zu erlernen,   Medienpädagogin Jara Ottenbreit zeigte den Jugendlichen, wie sie  mit Bildvorlagen, Schablonen und Spraydosen umgehen können, um typische Graffitis zu kreieren. Im Lauf des Nachmittags entstand gemeinsam ein großformatiges Bild.

Tonarbeit und weitere Werkstätten

Im Kulturpark hatte die Kunstwerkstatt große und kleine Gäste zum Kreativsein eingeladen. Auf dem Bild der freischaffende Künstler Eckard Burk führt die Kids in die Kunst des richtigen Tonknetens und -formens ein. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Im Kulturpark hatte die Kunstwerkstatt große und kleine Gäste zum Kreativsein eingeladen. Auf dem Bild der freischaffende Künstler Eckard Burk führt die Kids in die Kunst des richtigen Tonknetens und -formens ein. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Reges Schaffen herrschte auch in der Speckstein- und Ton-Werkstatt. Der Illustrator und Zeichner Lothar Reinhardt führte Jung und Alt in die Kunst des „Urban Sketching“ ein. Zeichnen unterwegs mit Stiften direkt Skizzenbuch liegt im Trend.

Die Welle – Holzkunst

Die "perfekte Welle", zum Sitzen, Liegen und Niederknien aus Holzlatten gezimmert, direkt auf dem Rasen. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Die „perfekte Welle“, zum Sitzen, Liegen und Niederknien aus Holzlatten gezimmert, direkt auf dem Rasen. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Ein Highlight besonderer Art war der gemeinschaftliche Bau einer hölzernen Welle, angeleitet vom Holzbildhauer Frank Leske und von Michael Winter. Die „Welle“ wurde direkt auf dem Rasen aus unzähligen Dachlatten installiert. Mit großer innerer Aktivität und Freude waren die vielen jungen Helfer ganz in die Sache vertieft dabei: Sie vermaßen, sägten, korrigierten und verschraubten die Dachlatten solange, bis allmählich die Welle als öffentlicher Ort des Hinsetzens und Hinliegens sichtbar wurde.

Seifenblasen-Spass

Seifenblasenspass auf der zur Kulturinsel umfunktionierten Kurparkinsel Bad Kreuznach. Foto: Heike v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Seifenblasenspass auf der zur Kulturinsel umfunktionierten Kurparkinsel Bad Kreuznach. Foto: Heike v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Riesenseifenblasen faszinierten und waren ein Heidenspaß für die ganze Familie. Mit Anleitung von der Performance-Künstlerin Corina Ramona Patzel gelang es schließlich jedem, die wunderbaren Illusionskugeln aus Seifenwasser zu zaubern.

Walkact mit „Bewegten Gedichten“

Die fünf Tanz-Wesen, trainiert von der Tänzerin Mara Schwarzkopf. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Die fünf Tanz-Wesen, trainiert von der Tänzerin Mara Schwarzkopf. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Fünf schauspielende Tanz-Wesen zogen mit Life-Acts zahlreiche Flaniergäste mit ihrem „Sommertanztraum“ und „Bewegten Gedichten“ in Bann. In einer Art Sprechperformance tanzten die Damen Erich Frieds Gedicht „Was es ist“ sowie ein Stehgreifstück, in dessen Zentrum ein 200 Meter langes, 20 cm breites Bettleinenband mit Lebens- und Friedensbotschaften stand wie: „Es gibt keine Pflicht des Lebens, es gibt nur eine Pflicht des Glücklichseins“ oder: „Wenn der Mensch gut sein kann, so kann er es nur, wenn er glücklich ist, wenn er Harmonie in sich hat, also wenn er liebt!“. Die Performance-Idee entstand aus einem Tanz-Seminar heraus. Bloß sechs Mal trafen sich die Damen- mit der freien Tänzerin Mara Schwarzkopf, die ihre „Mädels“ in dieser knappen Zeit zu professioneller Höchstform choreographierte.

Die fünf Tanz-Wesen entrollen ihr Band der Lebens- und Friedensbotschaften.Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Die fünf Tanz-Wesen entrollen ihr Band der Lebens- und Friedensbotschaften.Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Ursprünglich war geplant, das Spruch-Band von der Kunstwerkstatt über die Nahebrücke bis zur Pauluskirche auszurollen, weswegen 200 Meter Stoffbahn benötigt wurden. 2 Personen hatten mehrere Tage das vierlagige „Breit-Band“ geschnitten, vier Frauen brauchten dann mehrere Tage, um mit Filzstift die Spruchweisheiten aufzutragen. Nach einer Programmänderung mussten die Tänzerinnen  umimprovisieren. Die „Tanz-Wesen“, wie sie sich nennen, rollten die Bandtrommel zur Elisabethenquelle hoch. Vor dort ließen sie das auf Band kontrolliert und tänzerisch ausdrucksvoll begleitet auf der Hochwasserschutzpromenade  Richtung Kurhotel abrollen. Die Zuschauer waren trabten voraus oder hinterher, so dass jemand begeistert rief: Kein Stehgreif- sondern ein Mitgeh-Theater!

Wanderausstellung „Reformatorinnen“

Bärbel Fehr, eine begeisterte Kultursommerbesucherin hier mit Luthers Weib Katharina von Bora auf einer Bank im Kurpark.Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Bärbel Fehr, eine begeisterte Kultursommerbesucherin hier mit Luthers Weib Katharina von Bora auf einer Bank im Kurpark.Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Dass die Reformation keine „Luther-Ein-Mann-Show“, sondern von zahlreichen Theologinnen, Dichterinnen, Ehefrauen und anderen mitgestaltet wurde, zeigte ein kleine Wander-Ausstellung: Katharina von Bora, Argula von Grumbach, Elisabeth von Calenberg-Göttingen, Friederike Fliedner bis hin zu Dorothee Sölle hatten als Holzfiguren im historischen Look auf verschiedenen Parkbänken Platz genommen und sorgten für Begegnungen einer anderen Art auf Augenhöhe.

Glücksrad am Infostand der Feste Ehrenbreitstein des GDKE

Birgit Stuhlmacher, Marketing- und Vertriebsfrau betreute den Stand der Generaldirektion Kulturelles Erbe, hier zusammen mit einem Besucher am GDKE-Glücksrad. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Birgit Stuhlmacher, Marketing- und Vertriebsfrau betreute den Stand der Generaldirektion Kulturelles Erbe, hier zusammen mit einem Besucher am GDKE-Glücksrad. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Ein wenig konnten Besucher ihr Glück am Glücksrad des Info-Standes der Generaldirektion Kulturelles Erbe herausfordern und Gummibärchen, Stifte oder auch Kühlschrankmagnete gewinnen. Birgit Stuhlmacher informierte über die vier UNESCO-Welterbestätten in Rheinland-Pfalz und die dort stattfindenden vielfältigen Kulturangebote, insbesondere über den Open-Air-Sommer auf der Feste Ehrenbreitstein gegenüber von Koblenz.-Zudem konnten sich die Besucher über die bevorstehende große Landesausstellung  vorZeiten – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel informieren,  die anlässlich des  Jubiläums zum 70- jährigen Bestehen der Landesarchäologie Rheinland-Pfalz von der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz im Landesmuseum Mainz vom 21. Mai bis 29. Oktober 2017 präsentiert werden wird.

Großes Interesse fanden am Sonntagnachmittag zwei Vernissagen – eine im Steinskulpturenmuseum und eine im Künstlerbahnhof Ebernburg – sowie Programme im PuK mit „Lieber Martin – Luther für Kinder“ und eine Performance im INSTALL, dem Kunstraum der Stadt. Sie leiteten von dem großen Kulturfest an diesem Wochenende in das abwechslungsreiche Kultursommer Jahresprogramm mit weit über 200 Projekten bis zum 3. Oktober über.

Besuch im Install bei der Künstler Gruppe Nahe

v. l. Prof. Dr. Jürgen Hardeck Geschäftsführer Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur und Professor Dr. Konrad Wolf mit ihren Ehefrauen beim Besuch der Künstler-Gruppe Nahe im Install. Foto: Heike v. Goddenthow © atelier-goddenthow
v. l. Prof. Dr. Jürgen Hardeck, Geschäftsführer der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur, und Professor Dr. Konrad Wolf mit ihren Ehefrauen beim Besuch der Künstler-Gruppe Nahe im Install. Foto: Heike v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Am Sonntag besuchten Professor Dr. Konrad Wolf und Prof. Dr. Jürgen Hardeck, Geschäftsführer der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur, mit ihren Ehefrauen während ihres Rundgangs auch die Ausstellung „Reformation im Hier und Jetzt“, Teil II, der Künstlergruppe Nahe im Kunstraum der Stadt Bad Kreuznach „Install“. 

Abschluss-Meditation zu den 95 Bedürfnis-Thesen mit mit Schülern des Lina-Hilgert-Gymnasiums und Besuchern im Install bei der Künstler-Gruppe Nahe Foto: Heike v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Abschluss-Meditation zu den 95 Bedürfnis-Thesen mit mit Schülern des Lina-Hilgert-Gymnasiums und Besuchern im Install bei der Künstler-Gruppe Nahe Foto: Heike v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Am Nachmittag sprach Sonja Welp, Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation (GFW), einer Kommunikationstechnik und Lebenshaltung in den 70er Jahren, über gewaltfreie Kommunikation nach M. B. Rosenberg. Dazu hatten sie und Karin S. Hans sowie Oberstudienrat Jürgen Mai eine Performance zu der Installation mit Schülern des Lina-Hilgert-Gymnasiums erarbeitet.

Resümee: Die Eröffnung des 26.  Kultursommers Rheinland-Pfalz war eine Feier der Vielfalt und vieler neuer Impulse für Bad Kreuznach

Den Kulturminister begeisterte die Vielfalt der Kulturveranstaltungen: „Im ganzen Kultursommer und auch bei diesem Eröffnungswochenende gibt es so viele unterschiedliche Dinge zu erleben. Es macht mir einfach Spaß, immer wieder Neues zu erleben.“ Das Wetter, das leider ab Samstagabend in einen leichten Dauerregen überging, störte dabei nicht. „Die Kultur war in unserer Stadt überall präsent“.

Inka Arlt mit einem etwas provokanten Dekolleté. Wer hierein eine Münze gibt, bringt Inka mit ihrem Reifrock, in dem sich rund vierzig theatrale Miniaturen befinden, zum Drehen. Gemäß dem Motto "Jeder und jedem sein Stück vom Glück"  zieht sie die dann vorderste Rocklamelle heraus und liest dem Münzwerfer die darauf notierten Lebensweisheiten, deutsche Lyrik, Liebesbriefe oder auch etwas über die Zukunft vor.Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Inka Arlt mit einem etwas provokanten Dekolleté. Wer hierein eine Münze gibt, bringt Inka mit ihrem Reifrock, in dem sich rund vierzig theatrale Miniaturen befinden, zum Drehen. Gemäß dem Motto „Jeder und jedem sein Stück vom Glück“ zieht sie die dann vorderste Rocklamelle heraus und liest dem Münzwerfer die darauf notierten Lebensweisheiten, deutsche Lyrik, Liebesbriefe oder auch etwas über die Zukunft vor.Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Bei den fast 30 Veranstaltungen mit insgesamt mehreren tausend Besuchern wurde „der Wert der Kultur in Mittelpunkt gerückt“, so Oberbürgermeisterin Kaster- Meurer. Jürgen Hardeck, Geschäftsführer des Kultursommers, bestätigte das: „An dem Wetter kann man nichts machen. Das Konzept, so viele Partner an zwei Spielorten in das Eröffnungsfest einzubinden, ist in der Form einmalig in der Geschichte des Kultursommers und es hat super funktioniert.“

Chor SenSingers and Friends, hier bei einer Kostprobe während der Eröffnungs-Empfangs vor Repräsentanten aus Politik, Gesellschaft, Verwaltung und Wirtschaft. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Chor SenSingers and Friends, hier bei einer Kostprobe während der Eröffnungs-Empfangs vor Repräsentanten aus
Politik, Gesellschaft, Verwaltung und Wirtschaft. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Alle drei dankten den vielen Aktiven aber auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Stadt und Kultursommer Büro sowie den Sponsoren – allen voran LOTTO Rheinland-Pfalz – für ihren Einsatz.

Weitere Informationen und das Programm des 26. Kultursommers Rheinland-Pfalz

Diether v. Goddenthow /Rhein-Main.Eurokunst

Breite Kultur ehrenamtlichen Engagements in Rheinland-Pfalz – 5. Bürgerempfang in Mainzer Staatskanzlei

Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat zum fünften Mal ehrenamtlich engagierte Bürge-rinnen und Bürger aus ganz Rheinland-Pfalz in der Staatskanzlei eingeladen. In diesem Jahr sind es vor allem junge Erwachsene, die aus den zwölf kreisfreien Städten und 24 Landkreisen des Landes gekommen waren. Eingerahmt von den Europäischen Miniköchen und den Pfälzer Wandermusikanten dankte die Ministerpräsidentin den Helden und Heldinnen des Alltags. Foto: Diether v. Goddenthow
Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat zum fünften Mal ehrenamtlich engagierte Bürge-rinnen und Bürger aus ganz Rheinland-Pfalz in der Staatskanzlei eingeladen. In diesem Jahr sind es vor allem junge Erwachsene, die aus den zwölf kreisfreien Städten und 24 Landkreisen des Landes gekommen waren. Eingerahmt von den Europäischen Miniköchen und den Pfälzer Wandermusikanten dankte die Ministerpräsidentin den Helden und Heldinnen des Alltags. Foto: Diether v. Goddenthow

Zu ihrem fünften Bürgerempfang hatte Ministerpräsidentin Malu Dreyer am Samstag, den 1. April 2017, vor allem junge Menschen in die Rheinland-Pfälzische Staatskanzlei Mainz eingeladen.
Umrahmt von 60 Jungköchen, der Europäischen Miniköche im Alter ab 10 Jahren und den Pfälzern Wandermusikanten dankte die Rheinlandpfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer den Helden und Heldinnen des Alltags: „Sie sind Menschen, die sich in unserem Land für andere einsetzen – und das ganz unentgeltlich. Ihr Engagement spiegelt genau die Pluralität und den Reichtum des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens wider, für die Rheinland-Pfalz steht“, sagte sie an ihre Gäste gewandt. „Ich finde es schön und es ist mir wichtig, so viele interessante Menschen kennenzulernen, die sich mit großem Einsatz ihrem persönlichen Herzensprojekt widmen. Rheinland-Pfalz braucht solche Menschen. Sie sind die Helden und Heldinnen des Alltags. Ohne ihre tatkräftige Unterstützung würde dieses Land nicht so gut funktionieren. Deswegen danke ich ihnen von ganzem Herzen“, so die Ministerpräsidentin weiter.

Gut 260 junge Ehrenamtliche - der Jugendfeuerwehr, den Kirchen bis zu den Pfadfindern lauschten gespannt der Ansprache. Anschließend konnten sie in Gruppen die Staatskanzlei besichtigen, Filme schauen, sich über alles informieren und untereinander austauschen. Foto: Diether v. Goddenthow
Gut 260 junge Ehrenamtliche – der Jugendfeuerwehr, den Kirchen bis zu den Pfadfindern lauschten gespannt der Ansprache. Anschließend konnten sie in Gruppen die Staatskanzlei besichtigen, Filme schauen, sich über alles informieren und untereinander austauschen. Foto: Diether v. Goddenthow

Rund 260 ehrenamtlich Engagierte aus den zwölf kreisfreien Städten und 24 Landkreisen waren der Einladung der Ministerpräsidentin gefolgt. Im Vordergrund standen auch diesmal die persönliche Begegnung und das Gespräch mit allen Delegationen. Leitgedanke beim diesjährigen Bürgerempfang war „Jung denken, Europa gestalten“. Während der rheinland-pfälzischen Bundesratspräsidentschaft möchte die Ministerpräsidentin insbesondere für die Chancen des demokratischen Miteinanders und ein einiges, freiheitliches Europa werben. „Mir ist es wichtig, dass junge Menschen mitgestalten, ihre Stimme erheben – und auch gesehen und gehört werden. Denn sie alle sind junge Botschafter und Botschafterinnen der Demokratie, sie alle gestalten mit. Das ist in den heutigen Zeiten, in denen Menschen unsere freiheitlich-demokratischen Werte in Frage stellen, wichtiger denn je“, zeigte sich die Ministerpräsidentin überzeugt.

Im Stresemann-Saal gab es den ganzen Tag über Filmvorführungen bei Kaffee und Kuchen.Foto: Diether v. Goddenthow
Im Stresemann-Saal gab es den ganzen Tag über Filmvorführungen bei Kaffee und Kuchen.Foto: Diether v. Goddenthow

Die Demokratie brauche Menschen, die sich für sie einsetzen, die neue Impulse geben und die deutliche Signale für Freiheit, Menschenrechte und eine vielfältige Gesellschaft setzen. So engagieren sich die geladenen Ehrenamtlichen vor allem in Jugendparlamenten, Schüler- und Studierendenvertretungen, bei Aktionen gegen rechts oder auch in der Flüchtlingshilfe. Ebenfalls vertreten waren Engagierte der Feuerwehren, Kirchen und Nachbarschaftshilfen.

Die Ministerpräsidentin im Gespräch mit einer der Gruppen aus 24 Landkreisen u. 12 kreisfreien Städten. Foto: Diether v. Goddenthow
Die Ministerpräsidentin im Gespräch mit einer der Gruppen aus 24 Landkreisen u. 12 kreisfreien Städten. Foto: Diether v. Goddenthow

Ehrenamtliches Engagement sei unverzichtbar, aber keineswegs selbstverständlich. „Deshalb ist mir die Anerkennung und Unterstützung des Ehrenamtes ein Herzensanliegen. Gute Rahmenbedingungen für ehrenamtliches Engagement zu schaffen, hat einen hohen Stellenwert in der Politik der Landesregierung“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

"Europäische Miniköche" reichen Obstspießchen. Foto: Diether v. Goddenthow
„Europäische Miniköche“ reichen Obstspießchen. Foto: Diether v. Goddenthow

Als eine besondere Form des Dankes habe sie beispielsweise die landesweite Ehrenamtskarte eingeführt, die Wertschätzung mit geldwerten Vorteilen verbinde. „Mittlerweile machen über 100 Kommunen mit und haben die Karte eingeführt. Die Karteninhaber und –inhaberinnen können landesweit bereits rund 475 Vergünstigungsangebote wie ermäßigte Eintrittspreise nutzen“, so die Ministerpräsidentin. Erst kürzlich sei zudem die Altersgrenze von 16 auf 14 Jahre gesenkt worden, um auch das Engagement von jungen Menschen anzuerkennen und zu fördern.

Vielfältige Informationen gab es bei der Landeszentrale für Politische Bildung, Rheinland-Pfalz im zum Café Kabinett umfunktionierten alten Kabinettssaal. Foto: Diether v. Goddenthow
Vielfältige Informationen gab es bei der Landeszentrale für Politische Bildung, Rheinland-Pfalz im zum Café Kabinett umfunktionierten alten Kabinettssaal. Foto: Diether v. Goddenthow

Die zum Bürgerempfang geladenen Engagierten werden auf Vorschlag der jeweiligen Landräte und Landrätinnen wie auch der Oberbürgermeister und Oberbürgermeisterinnen ausgewählt. Rund um das persönliche Treffen mit der Ministerpräsidentin konnten die Gäste die Staatskanzlei besichtigen, sich bei der Landeszentrale für politische Bildung informieren oder sich von den Pfälzer Wandermusikanten, dem Mainzer Singer-Songwriter David Strack und der Schule für Clowns unterhalten lassen.