Kategorie-Archiv: vorZeiten

400 Millionen Jahre Erd-, Natur- und Kulturgeschichte komprimiert in der Jubiläums-Landesausstellung „vorZEITEN“ ab 21. Mai 2017 im Landesmuseum Mainz

Offenbar handelt es sich in Herxheim, um ein einzigartiges Ritual, in dem das Fleisch der geopferten Menschen möglicherweise auch verspeist wurde. Kanibalismus vor 7000 Jahren in Rheinland-Pfalz, das ist eine der zahlreichen Fragen, die in der Ausstellung vorZeiten im Landesmuseum Mainz gestellt werden. Foto:. Diether v. Goddenthow
Offenbar handelt es sich in Herxheim um ein einzigartiges Ritual, in dem das Fleisch der geopferten Menschen möglicherweise auch verspeist wurde. Kanibalismus vor 7000 Jahren in Rheinland-Pfalz? Ddas ist eine der zahlreichen Fragen, die in der Ausstellung vorZeiten im Landesmuseum Mainz gestellt werden. Foto:. Diether v. Goddenthow

Kulturminister Wolf wirbt für Landesausstellung „vorZEITEN“
Große Archäologie-Schau ist ab 21. Mai im Landesmuseum zu sehen /„Das Herz der Archäologie in Deutschland schlägt in diesem Jahr in Mainz

Schätze spielen in der Kulturgeschichte der Menschen seit Jahrtausenden eine ganz besondere Rolle. Kaum eine Region in Mitteleuropa kann so viele spektakuläre Funde aufweisen wie das heutige Rheinland-Pfalz. Die außerordentlich große Zahl ihrer archäologischen Entdeckungen belegen nicht weniger als 400 Millionen Jahre Erd-, Natur- und Kulturgeschichte und 800.000 Jahre wechselvoller Menschheitsgeschichte an Rhein und Mosel. Beide Flüsse machten diese Region zu einer Drehscheibe, einem Durchzugsgebiet, einem Machtzentrum und zu einer umkämpften Grenzregion in der Mitte Europas. Unter dem Titel „vorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“ feiert Rheinland-Pfalz mit einer außergewöhnlichen Landesausstellung, vom 21. Mai bis 29. Oktober 2017 im Landesmuseum Mainz, seinen 70. Geburtstag und das 70. jährige Bestehen seiner renommierten Landesarchäologie (zu 70 Jahre Landesarchäologie hier).

Ausstellungs-Präsentation

(v.li,): Dr. Marion Witteyer, Leiterin Außenstelle Mainz, Direktion Landesarchäologie, Dr. Dr. Axel von Berg, Leiter Landesarchäologie, Thomas Metz, Generaldirektor GDKE, Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf, Birgit Heide, stellvertr. Direktorin Landesmuseum Mainz und Dr. Richard Bersch, Kurator der Ausstellung. Foto:. Diether v. Goddenthow
(v.li,): Dr. Marion Witteyer, Leiterin Außenstelle Mainz, Direktion Landesarchäologie, Dr. Dr. Axel von Berg, Leiter Landesarchäologie, Thomas Metz, Generaldirektor GDKE, Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf, Birgit Heide, stellvertr. Direktorin Landesmuseum Mainz und Dr. Richard Bersch, Kurator der Ausstellung. Foto:. Diether v. Goddenthow

„Erstmalig in der Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz widmet sich eine so umfangreiche Ausstellung dem reichhaltigen kulturellen Erbe unserer Region“, freute sich Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf über die einzigartige archäologische Gesamtsamtschau auf der heutigen Pressekonferenz im Landesmuseum Mainz. Gemeinsam mit Thomas Metz, Generaldirektor der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE), Dr. Marion Witteyer, Leiterin Außenstelle Mainz, Direktion Landesarchäologie, Dr. Dr. Axel von Berg, Leiter der Landesarchäologie, Dr. Birgit Heide, stellvertretende Direktorin des Landesmuseums Mainz, und Dr. Richard Bersch, Kurator der Ausstellung, warb Kulturminister Wolf für den Besuch der Ausstellung: „Die wichtige Arbeit der Landesarchäologie wird durch die eindrücklichen Exponate und die Geschichten dahinter lebendig. Das Herz der Archäologie in Deutschland schlägt in diesem Jahr in Mainz.“, so der Minister. 70 Jahre Landesarchäologie hieße auch 70 Jahre Forschen, Sichern, Erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich machen. Und einen Extrakt hieraus, präsentiere diese Ausstellung.

Lebensgroßer jugendlicher Porträtkopf stellt einen Angehörigen des julisch-claudischen Kaisershauses dar, möglicherweise Kaiser Augustus (63 v. Chr. - 14 n. Chr.) oder einen seiner früh verstorbenen Enkel. Im  Hintergrund ein berühmter Gesimsblock vom Bühnengebäude des Römischen Theaters Mainz. Foto:. Diether v. Goddenthow
Lebensgroßer jugendlicher Porträtkopf stellt einen Angehörigen des julisch-claudischen Kaisershauses dar, möglicherweise Kaiser Augustus (63 v. Chr. – 14 n. Chr.) oder einen seiner früh verstorbenen Enkel. Im Hintergrund ein berühmter Gesimsblock vom Bühnengebäude des Römischen Theaters Mainz. Foto:. Diether v. Goddenthow

Generaldirektor Thomas Metz zeigt sich sehr glücklich darüber, „dass wir eine Ausstellung anbieten können, die diese bedeutenden Zeugnisse bündelt und anschaulich präsentiert. Mein Dank gilt der Landesarchäologie, dem Landesmuseum und allen Mitarbeitern der GDKE, die dieses Projekt gemeinsam auf die Beine gestellt haben“.

Die Archäologie-Schau, die am 21. Mai von der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer eröffnet wird, präsentiert bedeutende archäologische Funde und Bodendenkmäler aus ganz Rheinland-Pfalz. Die Ausstellung nimmt die Besucherinnen und Besucher mit auf eine außergewöhnliche Zeitreise durch 400 Millionen Jahre Erd- und Kulturgeschichte.

Fossilien aus dem Schlamm des 400 Mio. Jahre alten Ur-Ozean. Foto:. Diether v. Goddenthow
Fossilien aus dem Schlamm des 400 Mio. Jahre alten Ur-Ozean. Foto:. Diether v. Goddenthow

Faszinierende Zeugnisse längst vergangener Epochen und einmalige Exponate – von den erdgeschichtlichen Anfängen bis in die Gegenwart – machen das reichhaltige kulturelle Erbe von Rheinland-Pfalz erlebbar. Das Bundesland weist so viele archäologische Schätze auf wie kaum eine andere Landschaft im westlichen Mitteleuropa.

„Die Ausstellung zeigt eine neue und erlebnisorientierte Inszenierung, die sicherlich auch das jüngere Zielpublikum sehr ansprechen wird. Zudem freuen wir uns, dass die Ausstellung bei uns im Landesmuseum Mainz gezeigt wird, weil sie damit auch den Fokus auf unsere eigene umfangreiche und bedeutende archäologische Sammlung lenkt“, erläutert Dr. Birgit Heide, stellvertretende Direktorin des Landesmuseums Mainz, und gibt einen Überblick über die Ausstellung (hier).

Für den Leiter der Landesarchäologie, Dr. Dr. Axel von Berg, „ist die Archäologie ein Schaufenster in die Vergangenheit. In Rheinland-Pfalz ermöglicht sie uns besonders reizvolle Blicke auf beeindruckende Artefakte und einzigartige Denkmäler aus Jahrmillionen der Erd- und Jahrtausenden der Menschheitsgeschichte“.

(v.li.) Dr. Richard Bersch, Kurator der Ausstellung, erläutert Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf den derzeitigen Stand der Forschungen zum rätselhaften Ritualort Herxheim. Aufgrund der Knochenspuren geht man von möglichem Kanibalismus aus. Es gibt Kochspuren, so Thomas Metz, Generaldirektor (GDKE) (mitte). Foto:. Diether v. Goddenthow
(v.li.) Dr. Richard Bersch, Kurator der Ausstellung, erläutert Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf den derzeitigen Stand der Forschungen zum rätselhaften Ritualort Herxheim. Aufgrund der Knochenspuren geht man von möglichem Kanibalismus aus. Es gibt Kochspuren, so Thomas Metz, Generaldirektor (GDKE) (mitte). Foto:. Diether v. Goddenthow

In der groß angelegten Ausstellung „vorZEITEN“, die in Zusammenarbeit der Landesarchäologie und ihren Einrichtungen in Mainz, Trier, Speyer und Koblenz konzipiert worden ist, kuratiert von Dr. Richard Bersch, werden hochkarätige Funde gezeigt: von der gleitfliegenden Stöffelmaus aus dem Westerwald, dem Schädelfund eines Neandertalers im Landkreis Mayen-Koblenz, über steinzeitliche Zeugnisse aus dem rätselhaften Ritualort Herxheim, bronzezeitliche Metallfunde, bedeutende Kunstwerke eiszeitlicher Jäger, bis zu prachtvollen keltischen Prunkgräbern und einzigartigen Denkmälern aus den großen römischen Metropolen Mainz und Trier. Komplettiert wird die anschauliche Reise durch die Epochen der Archäologie mit Einblicken in die Zeit von Karl dem Großen bis zur Neuzeit (weitere Infos zur Ausstellung).

Mittelalter Karls d. Großen: Filmprojektion zur Entstehung der Ingelheimer Kaiserpfalz. Davor ein Modell der Anlage.Foto:. Diether v. Goddenthow
Mittelalter Karls d. Großen: Filmprojektion zur Entstehung der Ingelheimer Kaiserpfalz. Davor ein Modell der Anlage.Foto:. Diether v. Goddenthow

Das Gebiet des heutigen Rheinland-Pfalz gilt als Kernland europäischer Geschichte. Carl Zuckmayer bezeichnete seine Heimat zwischen Rhein und Mosel einst als Völkermühle Europas. Besiedelt von Germanen und Kelten, beherrscht von Römern und Franken, regiert von Erzbischöfen und Kurfürsten, mehrfach besetzt von französischen Streitkräften: All diese Epochen zeugen von der kulturellen Vielfalt der Region – mit Einflüssen aus ganz Europa.

Im Rahmen der „vorZEITEN“-Ausstellung möchte die GKDE das archäologische Erbe der Region stärker in den Fokus rücken und den zahlreichen Initiativen und Einrichtungen eine Plattform geben, die sich um den Erhalt der vielen Kulturgüter im Land bemühen. Entsprechend umfangreich ist auch das Rahmenprogramm mit zahlreichen Vorträgen, Führungen und Veranstaltungen.

Mit dem Themenschwerpunkt 2017, dem „Jahr der Archäologie“, werden zugleich alle Besucherinnen und Besucher ermuntert, ihre eigene Entdeckertour zu starten. Begleitend zur Ausstellung erscheinen im Internet unter www.vorzeiten-ausstellung.de und auf der Facebook-Seite „Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz“ regelmäßig Hinweise und Tipps für eine ganz persönliche „archäologische Entdeckertour“. Ergänzend dazu hat die GDKE eine Broschüre herausgegeben, die über 400 Orte und 100 Veranstaltungen rund um das Thema Archäologie auflistet. Erhältlich sind die Touren-Tipps bei vielen regionalen Partnern, im Landesmuseum Mainz und weiteren Einrichtungen der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz. Im ganzen Land laden mit der Unterstützung vieler Engagierter eine große Zahl von Originalschauplätzen, Museen, Initiativen und Veranstaltungen zum Besuch ein.

vorZeiten.cover„vorZEITEN“ ist im Übrigen eine Ausstellung für alle Generationen: In einer interaktiven Präsentation im ZEITforscherRAUM des Landesmuseums Mainz können Kinder und Jugendliche unter dem Motto „Archäologie für Entdecker“ erfahren, wie Archäologen arbeiten und was sie zutage fördern. Funde aus vergangenen Zeiten erzählen ihre spannenden Geschichten und schlagen kindgerecht die Brücke ins Hier und Jetzt.

Ein Begleitband, der zur Ausstellung erschienen ist, gibt einen umfassenden Überblick über 70 Jahre Landesarchäologie in Rheinland-Pfalz (Infos zum Begleitband hier).

Die Landesausstellung „vorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“ ist vom 21. Mai bis 29. Oktober im Landesmuseum Mainz zu sehen.

Ort:
Landesmuseum Mainz
Große Bleiche 49-51
55116 Mainz
Tel.: 06131/2857-0
Fax.: 06131/2857-288

Ausstellungsrundgang „vorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“ ab 21.Mai im Landesmuseum Mainz

Foto:. Diether v. Goddenthow
Foto:. Diether v. Goddenthow

Erdgeschichte, Steinzeit, Bronzezeit, Eisenzeit, Römerzeit, Völkerwanderungszeit (Spätantike), Frühes Mittelalter, Mittelalter und Neuzeit – das sind die neun Epochen, die in 16 kleinen Räumen in der Landesausstellung „vorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“ zu sehen sind.

Fossilien aus dem Schlamm des 400 Mio. Jahre alten Ur-Ozean. Foto:. Diether v. Goddenthow
Fossilien aus dem Schlamm des 400 Mio. Jahre alten Ur-Ozean. Foto:. Diether v. Goddenthow

Der Rundgang beginnt für die Ausstellungsbesucher im barocken Marstall. Der erste kleine Raum widmet sich dem Thema „Ur-Ozean“. Vor über 400 Millionen Jahren befand sich auf dem Gebiet des heutigen Rheinland-Pfalz ein tiefer Ozean. Die zu Stein gewordenen Ablagerungen in diesen Gewässern bilden heute den größten Teil des rheinland-pfälzischen Mittelgebirges. In den Gesteinen, die bei Bundenbach im Hunsrück (Landkreis Birkenfeld) als Dachschiefer industriell abgebaut wurden, finden sich zahlreiche Fossilien, darunter Fische, Seesterne und Seelilien. In der Ausstellung ist unter anderem ein 3D-Modell eines Gliederfüßers (Trilobit) zu sehen.

Die Flugmaus aus dem Westerwald. Ein fossiler Fund. Das nächste Bild zeigt die Rekonstruktion der Stöffelmaus. Foto:. Diether v. Goddenthow
Die Flugmaus aus dem Westerwald. Ein fossiler Fund. Das nächste Bild zeigt die Rekonstruktion der Stöffelmaus. Foto:. Diether v. Goddenthow
Rekonstruktion der Flugmaus aus dem Westerwald.Foto:. Diether v. Goddenthow
Rekonstruktion der Flugmaus aus dem Westerwald.Foto:. Diether v. Goddenthow

Die zweite Station wirft einen Blick in den Westerwald vor über 25 Millionen Jahren. Dort wurden in Enspel bei Bad Marienberg die fossilen Überreste einer gleitfliegenden Flugmaus gefunden. Der interaktive Ausstellungsraum bietet den Besuchern die Möglichkeit, sich mithilfe einer Forscherlupe das seltene Nagetier, dessen Flughaut besonders gut erhalten ist, näher anzuschauen.

Im Mittelpunkt des nächsten Abschnitts, der drei Themen bereithält, steht die Altsteinzeit, die in Rheinland-Pfalz vor etwa 800.000 Jahren beginnt. Mit einer 170.000 Jahre alten Schädelkalotte aus einer Kratermulde der Wannenvulkane bei Ochtendung (Landkreis Mayen-Koblenz) präsentiert die Ausstellung den ältesten Beleg für einen frühen Neandertaler in Rheinland-Pfalz.

Ebenfalls aus der Altsteinzeit sind die berühmten Frauenfiguren aus Elfenbein und Darstellungen von Mensch und Tier auf Schieferplatten, die im Neuwieder Becken in Gönnersdorf und Andernach entdeckt wurden und von einem rund 15.500 Jahre alten Lagerplatz stammen. In der Ausstellung sind verschiedene Ansichten solcher Kunstwerke zu bewundern.

Altsteinzeitfunde - darunter zahlreiche Frauenfiguren. Foto:. Diether v. Goddenthow
Altsteinzeitfunde – darunter zahlreiche Frauenfiguren. Foto:. Diether v. Goddenthow

Den dritten Abschnitt zum Thema Steinzeit ist dem rätselhaften Ritualort Herxheim gewidmet. Dort entdeckten Archäologen Siedlungsspuren und den Abfall ritueller Handlungen: zahllose menschliche Knochenreste, Tierknochen, Keramik, Schmuck, Steingeräte und Mahlsteine. Die zum Teil stark fragmentierten Knochenüberreste weisen auf ein bislang unbekanntes Totenritual hin. In der Ausstellung ist eine Installation zur Nachstellung des Grabenwerks zu sehen.

Offenbar handelt es sich in Herxheim, um ein einzigartiges Ritual, in dem das Fleisch der geopferten Menschen möglicherweise auch verspeist wurde. Kanibalismus vor 7000 Jahren in Rheinland-Pfalz, das ist eine der zahlreichen Fragen, die in der Ausstellung vorZeiten im Landesmuseum Mainz gestellt werden. Foto:. Diether v. Goddenthow
Offenbar handelt es sich in Herxheim, um ein einzigartiges Ritual, in dem das Fleisch der geopferten Menschen möglicherweise auch verspeist wurde. Kanibalismus vor 7000 Jahren in Rheinland-Pfalz, das ist eine der zahlreichen Fragen, die in der Ausstellung vorZeiten im Landesmuseum Mainz gestellt werden. Foto:. Diether v. Goddenthow

 

Der Ausstellungsrundgang setzt sich im Marstall fort mit einem Raum zur Bronzezeit (zwischen 1.800 und 1.500 v. Chr.).

Spätbronzezeitliches Metalldepot. Landkreis südliches Weinstrasse. 10.Jh. v. Chr.Foto:. Diether v. Goddenthow
Spätbronzezeitliches Metalldepot. Landkreis südliches Weinstrasse. 10.Jh. v. Chr.Foto:. Diether v. Goddenthow

Zu sehen sind Gegenstände der Schmiedekunst, wie ein Bronzeblecheimer verziert mit einer Sonnenbarke und zahlreiche Bronzeobjekte vom Hohenberg (Landkreis Südliche Weinstraße) sowie aus Schifferstadt (Rhein-Pfalz Kreis) aus der späten Bronzezeit, der sogenannten Urnenfelderzeit.

Keltische Grabbeigaben. Foto:. Diether v. Goddenthow
Keltische Grabbeigaben. Foto:. Diether v. Goddenthow

Den Abschluss der Ausstellung im Marstall bildet ein Raum zur jüngeren Eisenzeit (um 450 v. Chr.). Sie beinhaltet Zeugnisse aus den Gräberfeldern von Worms-Herrnsheim und Bescheid (Landkreis Trier-Saarburg). Sie umfassen unter anderem Goldobjekte und Waffen. Als wiederkehrendes Motiv sind drei keltische Schnabelkannen ausgestellt – ein Luxusgut, das nach etruskischem Vorbild angefertigt wurde.

Der Ausstellungsrundgang führt nach Verlassen des Marstalls über den Innenhof, wo mehrere Stelen über die tägliche Arbeit der Landesarchäologie informieren und interaktive Stationen zum Mitmachen einladen, hinein in den Schellbau.

Lebensgroßer jugendlicher Porträtkopf stellt einen Angehörigen des julisch-claudischen Kaisershauses dar, möglicherweise Kaiser Augustus (63 v. Chr. - 14 n. Chr.) oder einen seiner früh verstorbenen Enkel. Im  Hintergrund ein berühmter Gesimsblock vom Bühnengebäude des Römischen Theaters Mainz. Foto:. Diether v. Goddenthow
Lebensgroßer jugendlicher Porträtkopf stellt einen Angehörigen des julisch-claudischen Kaisershauses dar, möglicherweise Kaiser Augustus (63 v. Chr. – 14 n. Chr.) oder einen seiner früh verstorbenen Enkel. Im Hintergrund ein berühmter Gesimsblock vom Bühnengebäude des Römischen Theaters Mainz. Foto:. Diether v. Goddenthow

Dort empfängt die Besucher ein Ausstellungsraum zur Epoche der Römerzeit – mit eindrücklichen Objekten aus den römischen Metropolen Mainz und Trier. Ausgestellt sind Artefakte wie Helme und Schwerter oder ein Bauteil vom Römischen Theater in Mainz sowie eine prunkvolle Silberkanne aus dem Rheinischen Landesmuseum Trier.

Römischer Drachenkopf der römischen Reiterstandarte aus dem Kastell Niederbieber.Foto:. Diether v. Goddenthow
Römischer Drachenkopf der römischen Reiterstandarte aus dem Kastell Niederbieber.Foto:. Diether v. Goddenthow

Die nächste Station thematisiert die Spätantike / Völkerwanderungszeit. Aus dieser Epoche stammt eine römische Reiterstandarte in Form eines Drachenkopfs, die als Hauptmotiv der „vorZEITEN“-Ausstellung dient.

22.000 Bronzemünzen sowie der spektakuläre Schatzfund von Rülzheim.Foto:. Diether v. Goddenthow
22.000 Bronzemünzen sowie der spektakuläre Schatzfund von Rülzheim.Foto:. Diether v. Goddenthow
Prunkklappstuhl.Foto:. Diether v. Goddenthow
Prunkklappstuhl.Foto:. Diether v. Goddenthow

Desweiteren sind in dieser Box mehr als 22.000 Bronzemünzen sowie der spektakuläre Schatzfund von Rülzheim zu sehen, der aus über hundert Objekten besteht, darunter eine mit Halbedelsteinen verzierte Silberschale, 96 Goldappliken und Teile eines prunkvollen Klappstuhls.
Im Fokus des darauffolgenden Ausstellungsraumes, der dem Frühen Mittelalter gewidmet ist, stehen die reich ausgestatten Gräber der Franken. Eigens für die Ausstellung werden die Beigaben von zwei Gräbern präsentiert, die aus einem merowingischen Gräberfeld des 7. und frühen 8. Jahrhunderts stammen und besonders reich ausgestattet waren.

 

 

Mittelalter Karls d. Großen: Filmprojektion zur Entstehung der Ingelheimer Kaiserpfalz. Davor ein Modell der Anlage.Foto:. Diether v. Goddenthow
Mittelalter Karls d. Großen: Filmprojektion zur Entstehung der Ingelheimer Kaiserpfalz. Davor ein Modell der Anlage.Foto:. Diether v. Goddenthow

Die Tour durch die „vorZEITEN“-Ausstellung führt nun ins Mittelalter – der Entstehungszeit der Ingelheimer Kaiserpfalz. Die Besucher können an dieser Station eine beeindruckende Rekonstruktion der einstigen Palastanlage erleben. Ergänzt wird der Ausstellungsbereich zum Mittelalter mit der Goldmünze von Karl dem Großen.

Der letzte Ausstellungsraum zu den verschiedenen Epochen greift die Neuzeit auf. Im Zentrum steht die Schlacht von 1713 um die Festung Landau. Fotos von einem 2014 gefundenen Massengrab sowie Knochenüberreste dokumentieren den Tod von neun Soldaten, die vermutlich bei den schweren Angriffen der französischen Truppen ums Leben gekommen waren.

Zum Abschluss der Ausstellung werden in Form eines kleinen Epilogs neuzeitliche Zeugnisse unter anderem aus dem deutschen Kaiserreich und den beiden Weltkriegen ausgestellt. Die Stücke verdeutlichen, dass das Arbeitsfeld der Landesarchäologie bis in die jüngste Gegenwart reicht. So konnte eine Familiensammlung, die in den Resten einer kriegszerstörten Bebauung in Trier gefunden worden war, an die Erben der einstigen Eigentümer zurückgegeben werden.

Im Kindermuseum können Kinder sich als Archäologen betätigen, forschen, entdecken, Modelle bauen usw. Foto:. Diether v. Goddenthow
Im Kindermuseum können Kinder sich als Archäologen betätigen, forschen, entdecken, Modelle bauen usw. Foto:. Diether v. Goddenthow

Abgerundet wird die „vorZEITEN“-Ausstellung durch den ZEITforscherRAUM, der im Eckrisalit als interaktiver Ausstellungsbereich für Kinder und Jugendliche eingerichtet wurde.

 

 

Ort:
Landesmuseum Mainz
Große Bleiche 49-51
55116 Mainz
Tel.: 06131/2857-0
Fax.: 06131/2857-288

Begleitband zur Landesausstellung vorZEITEN. 70 Jahre Landesarchäologie in Rheinland-Pfalz

begleitband.covervorZEITEN. 70 Jahre Landesarchäologie in Rheinland-Pfalz
Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, Direktion Landesarchäologie (Hrsg.)
Axel von Berg / Michael Schwab
344 Seiten, zahlreiche farbige Abbildungen, 24 x 28 cm, Hardcover,
Verkaufspreis / Buchhandelsausgabe 24,95 € (D), ISBN: 978-3-7954-3215-7
Erscheint im Mai 2017

Kaum eine Landschaft im Mitteleuropa weist eine so hohe Anzahl bedeutender archäologischer Funde auf wie das Gebiet des heutigen Rheinland-Pfalz. Die zum Teil spektakulären Artefakte dokumentieren 400 Millionen Jahre Erd- und 800.000 Jahre Menschheitsgeschichte. Im Begleitband zur Landesausstellung „vorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“ werden ausgesuchte Funde sowie aktuelle Forschungsergebnisse vorgelegt. 46 Beiträge von über 20 Autoren beleuchten erstmals in einer Publikation alle archäologischen Epochen in Rheinland-Pfalz. Dabei stellen sie ausgesuchte Funde vor, die stellvertretend für die enorme Bandbreite der rheinland-pfälzischen Archäologie stehen und präsentieren neueste Ergebnisse zu bekannten Funden aus dem Land.
Verlag Schnell & Steiner GmbH, Leibnizstraße 13, 93055 Regensburg, Email: vertrieb@schnell-und-steiner.de, Telefon: 0941 78785-0 – Telefax: 0941 78785-16
Autorenverzeichnis

 

Die Brüder Lindenschmit aus Mainz – Pioniere der modernen Archäologie Letzter Vortrag im Countdown zur Landesausstellung vorZEITEN

Letzter Vortrag im Countdown zur Landesausstellung vorZEITEN

Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Mit einer Reihe von Vorträgen hat die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) einen eindrücklichen Einblick in die Tätigkeiten der Landesarchäologie und damit einen Überblick über deren Wirken in den vergangenen 70 Jahren gegeben. Der letzte Vortrag im Countdown zur Ausstellung vorZEITEN ist daher zwei Pionieren der modernen Archäologie gewidmet: den Mainzer Brüdern Ludwig und Wilhelm Lindenschmit. Dr. Birgit Heide, stv. Direktorin Landesmuseum Mainz und Dr. Annette Frey, Römisch-Germanisches Zentralmuseum Mainz, zeigen in ihrem gemeinsamen Vortrag am Dienstag, dem 16.5., im Landesmuseum Leben, Forschen und Bedeutung dieser leidenschaftlichen Archäologen auf.
Durch ihre Ausgrabungen eines fränkischen Gräberfeldes in Selzen und der ausführlichen Publikation der Ergebnisse haben die Brüder Mitte des 19. Jhs. einen Meilenstein der Forschung gelegt. Nach dem frühen Tod Wilhelm Lindenschmits hat Ludwig Lindenschmit diese Forschungen alleine weiter betrieben und zahlreiche wegweisende Publikationen herausgegeben. Er gilt bis heute als einer der Begründer der vergleichenden Archäologie für den gesamten deutschsprachigen Raum. Der Vortrag wird die wichtigsten Ausgrabungen und Publikationen Ludwig Lindenschmits vorstellen, ihn aber auch als Maler und Zeichner darstellen. Zudem wird seine Rolle bei der Gründung des Mainzer Altertumsvereins, des Römisch-Germanischen Zentralmuseums und des Landesmuseums ausführlich dargestellt.

Der Vortrag beginnt am Dienstag, 16.5.2017, um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Parallel zu dem Vortrag wird an diesem Abend der Mainzer Weinsalon seine Zelte im Innenhof des Landesmuseums aufschlagen. In diesem Rahmen bietet das Landesmuseum gemeinsam mit dem Mainzer Weinsalon – ein Zusammenschluss junger Winzerinnen und Winzer aus Rheinhessen – verschiedene Weine in lauschiger Atmosphäre an.

Making-Of zur „vorZEITEN“-Ausstellung im Landesmuseum Mainz am 2.Mai 2017

logovorzeiten2Projektkoordinatorin gibt Einblicke in die Konzeption der großen Landesausstellung

Nur noch vier Wochen bis zur Eröffnung der Landesausstellung „vorZEITEN“ – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“. Seit über zwei Jahren arbeiten Wissenschaftler aus sechs verschiedenen Institutionen an der Entstehung der umfangreichen Ausstellung, die ab 21. Mai im Landesmuseum Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) zu sehen sein wird. Von Anfang an mit dabei ist die Archäologin Bettina Hünerfauth. Die Projektkoordinatorin gibt am 2. Mai einen exklusiven Einblick in Konzeption und Entstehung der Ausstellung. Sie skizziert anhand von Fotos, Entwürfen und Dokumenten den Weg von der ersten Idee bis zur fertigen Präsentation: Welche Themen und Schätze sollen gezeigt werden? Wie wird die Ausstellung gestaltet und was erwartet die Besucher? Alles darf Bettina Hünerfauth natürlich noch nicht verraten, aber den Vorhang doch ein wenig lüften.

„vorZEITEN“ wurde in Zusammenarbeit mit den Institutionen der Landesarchäologie in Mainz, Trier, Speyer und Koblenz sowie dem Referat für Erdgeschichte und dem Naturhistorischen Museum Mainz konzipiert und weist daher Berührungspunkte in ganz Rheinland-Pfalz auf. Zahlreiche Ehrenamtliche, die sich im gesamten Land für das archäologische Erbe engagieren, sind ebenfalls Teil des „vorZEITEN“-Projekts. Bettina Hünerfauth thematisiert in ihrem Vortrag auch diese Aspekte der Ausstellung.

„vorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“ präsentiert bedeutende archäologische Funde und Bodendenkmäler aus ganz Rheinland-Pfalz und nimmt die Besucherinnen und Besucher mit auf eine außergewöhnliche Zeitreise durch 400 Millionen Jahre Erd- und Kulturgeschichte. Faszinierende Zeugnisse längst vergangener Epochen und einmalige Exponate – von den erdgeschichtlichen Anfängen bis in die Gegenwart – machen das reichhaltige kulturelle Erbe von Rheinland-Pfalz erlebbar.

In der Ausstellung werden hochkarätige Funde gezeigt: einmalige Fossilien eines vergangenen Ökosystems, bedeutende Kunstwerke eiszeitlicher Jäger, steinzeitliche Zeugnisse aus dem rätselhaften Ritualort Herxheim,bronzezeitliche Metallfunde, Objekte aus den großen römischen Metropolen Mainz und Trier sowie spektakuläre Schätze aus Rülzheim, in Gestalt einer einzigartigen Silberschale und dem seltenen Fund eines komplett erhaltenen Klappstuhls aus der Spätantike. Komplettiert wird die spannende Reise durch die Epochen der Archäologie mit Einblicken in die Zeit von Karl dem Großen bis zur Neuzeit.

Der Vortrag „Making-Of vorZEITEN“ beginnt am Dienstag, 2. Mai, um 18 Uhr im Landesmuseum Mainz. Der Eintritt ist frei.

„Indiana Jones nimmt Stellung“ – Wie Landesarchäologen arbeiten, am 14.2. im Rahmen von:„vorZEITEN“-Ausstellung im Landesmuseum Mainz

vorZeiten.cover„vorZEITEN“-Ausstellung: Vortrag im Landesmuseum Mainz beleuchtet Arbeitsbedingungen der Landesarchäologie

Nach der sehr gut besuchten Auftaktveranstaltung Ende Januar wird die Vortragsreihe zur kommenden Archäologie-Ausstellung im Landesmuseum Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) nun fortgesetzt. Dr. Hans Nortmann thematisiert in seinem Vortrag am Dienstag, 14. Februar, die Rahmenbedingungen, unter denen die Archäologie ihre Erkenntnisse gewinnt. Der Leiter der Außenstelle Trier, Direktion Landesarchäologie, stellt die professionellen Strukturen der Landesarchäologie vor und gibt Einblicke in das Spannungsfeld zwischen Entdeckung und Zerstörung.

Trotz bescheidener Mittel schafft es die Landesarchäologie immer wieder Fenster in die Vergangenheit zu öffnen und Funde offenzulegen, die für Begeisterung in der Öffentlichkeit sorgen. Die Fachbehörde der GDKE reagiert dabei stets auf aktuelle Herausforderungen und hat die Veränderungen, die durch die Bebauung und die Art der Nutzung von Landschaftsflächen entstehen, immer im Blick.

Der Vortrag „Indiana Jones nimmt Stellung. Archäologie zwischen Vision und Verwaltung“ beginnt am Dienstag, 14. Februar, um 18 Uhr im Landesmuseum Mainz. Der Eintritt ist frei. Der Vortrag ist Teil der Reihe, die auf die große Archäologie-Ausstellung „vorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“ hinweist. Anlässlich des 70-jährigen Jubiläums des Landes Rheinland-Pfalz bietet die Ausstellung ab 21. Mai faszinierende Einblicke in die spannende Historie der Landesarchäologie. Das Landesmuseum präsentiert darin spektakuläre Funde und einmalige Exponate von den erdgeschichtlichen Anfängen bis in die Gegenwart.

Den Auftakt der Reihe bildete Dr. Ulrich Himmelmann, Leiter der Außenstelle Speyer, Direktion Landesarchäologie, am 24. Januar mit seinem Vortrag überdie Entdeckung spektakulärer Funde bei Heßheim, rund 10 Kilometer westlich von Frankenthal. Am 14. März referiert Dr. Marion Witteyer, Leiterin der Außenstelle Mainz, Direktion Landesarchäologie, über „Mogontiacum – Mehr als bloß Militärstandort“. Dr. Peter Henrich, Leiter der Außenstelle Koblenz, Direktion Landesarchäologie, befasst sich am 4. April mit dem Thema  „Wo die wirklich Reichen wohnten. Römische Villenanlagen in der Vulkaneifel“. Bettina Hünerfauth M.A., Projektkoordinatorin aus Speyer, gibt am 2. Mai Einblicke in das „Making-of“ der „vorZEITEN“-Ausstellung und die kommissarische Leiterin des Landesmuseums, Dr. Birgit Heide, greift am 16. Mai gemeinsam mit Dr. Annette Frey vom Römisch-Germanischen Zentralmuseum Mainz das Thema „Die Brüder Lindenschmit aus Mainz. Pioniere der modernen Archäologie“ auf.

GENERALDIREKTION KULTURELLES ERBE RHEINLAND-PFALZ
Landesmuseum Mainz
Große Bleiche 49-51
55116 Mainz

Auftakt-Vortrag für die Jubiläums-Ausstellung „vorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“ im Landesmuseum Mainz

Grabungssituation Heßheim Foto: Landesmuseum Mainz
Grabungssituation Heßheim Foto: Landesmuseum Mainz

„vorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“: Vortragsreihe startet im Januar

Das Land Rheinland-Pfalz feiert in diesem Jahr sein 70-jähriges Jubiläum. Grund genug für das Landesmuseum Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz einen Blick auf die spannende Historie der Landesarchäologie zu werfen. Im Mai eröffnet das Landesmuseum die Sonderausstellung „vorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“. Bereits im Januar startet eine Vortragsreihe, die Einblicke in die faszinierende Arbeit der Archäologen gibt und interessante Informationen rund um die anstehende Ausstellung liefert. Den Auftakt bildet am Dienstag, 24. Januar, der Vortrag „Sturmhilde unterm Schützengraben. Überraschendes aus dem Alltag der Landesarchäologie“ von Dr. Ulrich Himmelmann. Der Leiter der Außenstelle Speyer, Direktion Landesarchäologie, schildert die Entdeckung spektakulärer Funde bei Heßheim, rund 10 Kilometer westlich von Frankenthal.

Luftbild der Grabungssituation Heßheim Foto: Landesmuseum Mainz
Luftbild der Grabungssituation Heßheim Foto: Landesmuseum Mainz

Im Frühjahr 2015 sollte bei Heßheim eine Umgehungsstraße realisiert werden. Da die Archäologen an dieser Stelle Hinweise auf mögliche Überreste einer mittelalterlichen  Siedlung hatten, führten sie noch vor Beginn der Bauarbeiten eine Ausgrabung durch. Dabei stießen sie nicht nur auf die Reste eines mittelalterlichen Dorfes, sondern auch auf eine ganze Reihe bedeutender Funde, die aus nahezu jeder Epoche stammten – von der Bronzezeit bis in die jüngere Vergangenheit. Für viel Aufsehen sorgte vor allem das reich ausgestattete Grab einer jungen Frau, die in der Merowingerzeit um 500 an dieser Stelle bestattet worden war – einer der spektakulärsten Funde der vergangenen Jahre in der Pfalz.  Die wertvollen Grabbeigaben wie Schmuck und Trachtbestandteile sind derzeit eines der Highlights der Ausstellung „Archäologische Schätze der Pfalz“, die noch bis Oktober 2017 im Archäologischen Schaufenster Speyer zu sehen ist. Am Beispiel der Heßheimer Grabung stellt Dr. Himmelmann die Arbeitsweisen und Methoden der Landesarchäologie vor und veranschaulicht, wie überraschend und spannend die „Archäologie vor der Haustür“ sein kann.

Der Vortrag beginnt am Dienstag, 24. Januar, um 18 Uhr im Landesmuseum Mainz. Der Eintritt ist frei.

Die Reihe umfasst insgesamt sechs Vorträge. Fortgesetzt wird sie am 14. Februar mit dem Vortrag „Indiana Jones nimmt Stellung. Archäologie zwischen Vision und Verwaltung“ von

Dr. Hans Nortmann, Leiter der Außenstelle Trier, Direktion Landesarchäologie. Am 14. März referiert Dr. Marion Witteyer, Leiterin der Außenstelle Mainz, Direktion Landesarchäologie, über „Mogontiacum – Mehr als bloß Militärstandort“. Dr. Peter Henrich, Leiter der Außenstelle Koblenz, Direktion Landesarchäologie, befasst sich am 4. April mit dem Thema  „Wo die wirklich Reichen wohnten. Römische Villenanlagen in der Vulkaneifel“. Bettina Hünerfauth M.A. , Projektkoordinatorin aus Speyer, gibt am 2. Mai Einblicke in das „Making-of“ der „vorZEITEN“-Ausstellung und die kommissarische Leiterin des Landesmuseums, Dr. Birgit Heide, greift am 16. Mai gemeinsam mit Dr. Annette Frey vom Römisch-Germanischen Zentralmuseum Mainz das Thema „Die Brüder Lindenschmit aus Mainz. Pioniere der modernen Archäologie“ auf.

Landesmuseum Mainz
Große Bleiche 49-51
55116 Mainz

70 Jahre Landesarchäologie Rheinland-Pfalz – Auftaktveranstaltung zur Jubiläums-Ausstellung 2017 im Landesmuseum Mainz

vorZeiten.coverIm kommenden Jahr feiert das Land Rheinland-Pfalz sein 70jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass präsentiert die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) im Landesmuseum Mainz die Sonderausstellung „vorZeiten – Archäologische Schätze an Rhein und Model“.

Bereits am Donnerstag, 21. Juli, hat Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf den Countdown für die Ausstellung eingeläutet. Darin werden spektakuläre und einmalige Exponate gezeigt – beginnend von den erdgeschichtlichen Anfängen bis in die Gegenwart. Die Zeitreise beginnt vor über 400 Millionen Jahren. Zu sehen sind einzigartige Fossilien, das Exponat des Schädeldachses eines Neandertalers, bronzezeitliche Metallteile bis hin zu Funden aus den großen römischen Metropolen Mainz und Trier. Zeugnisse aus der Zeit von Karl dem Großen sowie dem Zweiten Weltkrieg komplettieren die spannende Reise durch die Geschichte der Archäologie.

Infostand des Landesmuseums Trier anläßlich der Vorbereitungsveranstaltung zur 70jährigen Jubiläumsausstellung des Landesarchäologie Rheinland-Pfalz "vorZeiten" in 2017, hier mit Informationen zur Ausstellung "Nero". Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture
Infostand des Landesmuseums Trier anläßlich der Vorbereitungsveranstaltung zur 70jährigen Jubiläumsausstellung des Landesarchäologie Rheinland-Pfalz „vorZeiten“ in 2017, hier mit Informationen zur Ausstellung „Nero“. Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture

Im Rahmen des Projektes möchte die GKDE das archäologische Erbe der Region stärker in den Fokus rücken und den zahlreichen Initiativen und Einrichtungen eine Plattform geben, die sich um den Erhalt der vielen Kulturgüter im Land bemühen. Die GDKE lädt daher zu Reisen an die Originalschauplätze der Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz ein. Mit einer ansprechenden Publikation über die archäologischen Hotspots im Land kann jeder auf Erkundungstour gehen. Bei der Auftaktveranstaltung im Landesmuseum präsentierten sich die Landesarchäologie und Archäologischen Außenstellen der GKDE wie die Landesmuseen Koblenz, Trier und Mainz und zahlreiche kooperierende Institutionen mit ihren Angebots-Schwerpunkten.

Infostand des Landesmuseums Koblenz, Festung Ehrenbreitstein  hier mit Informationen zur Sonder-Ausstellung "Eiszeit-Safari". Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture
Infostand des Landesmuseums Koblenz, Festung Ehrenbreitstein hier mit Informationen zur Sonder-Ausstellung „Eiszeit-Safari“. Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture

Sie alle sind zur Mitgestaltung der Jubiläumsausstellung „vorZeiten“ im nächsten Jahr zum 70jährigen Jubiläum eingeladen, mit der Präsentation ihrer regionalen „Schätze“ aus ganz Rheinland-Pfalz die große geplante Jubiläums-Ausstellung vom 21. Mai bis 29. Oktober 2017 der GDKE im Landesmuseum Mainz mitzutragen und zu einem unvergesslichen archäologisch-historischem Erlebnis werden zu lassen.

Professor Dr. Konrad Wolf, Kulturminister, eröffnet die Informationsveranstaltung zur Vorbereitung der Ausstellung "vorZeiten" anläßlich des 70jährigen Jubiläums der Landesarchäologie Rheinland-Pfalz in 2017.Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture
Professor Dr. Konrad Wolf, Kulturminister, eröffnet die Informationsveranstaltung zur Vorbereitung der Ausstellung „vorZeiten“ anläßlich des 70jährigen Jubiläums der Landesarchäologie Rheinland-Pfalz in 2017.Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture

„Keine andere Landschaft im westlichen Mitteleuropa ist so reich an archäologischen Funden und Befunden wie die Regionen des Landes Rheinland-Pfalz. Derzeit gibt es bei uns mehr als 400 000 bekannte Fundstellen und herausragende archäologische Denkmäler. Mit Stolz blicken wir auf unser reichhaltiges kulturelles Erbe“, so Kulturminister Konrad Wolf.

 

Thomas Metz, Generaldirektor der GDKE, ergänzte: „Rheinland-Pfalz ist ein Kernland europäischer Geschichte. Es ist wirklich beachtlich, welche historisch wertvollen Schätze die Archäologen immer wieder zutage fördern. Wir freuen uns, diesem wichtigen Thema im kommenden Jahr eine großartige Ausstellung widmen zu können.“

Die Ausstellung „vorZeiten – Archäologisches Schätze an Rhein und Mosel“ findet von Mai bis Oktober 2017 im Landesmuseum Mainz statt. Sie ist der Beitrag der GDKE zum 70jährigen Jubiläum des Landes Rheinland-Pfalz.

Mit diesem Anlass beschäftigt sich im Übrigen auch der Kultursommer Rheinland-Pfalz, der 2017 unter dem Motto „Epochen und Episoden“ steht.

Infos zum Kultursommer Rheinland-Pfalz