Kategorie-Archiv: Geschichts-Sachbücher

Zwischen Pracht und Verfolgung: Klöster und Stifte in Mainz

Cover_Zwischen-Pracht-und-VVerlag Bonewitz stellt neue Publikation im Bischöflichen Ordinariat vor / Geleitwort von Bischof Kohlgraf

Das Leben in Mainz war über Jahrhunderte durch zahlreiche Klöster und Stifte geprägt. Einige davon gibt es auch heute noch in der Stadt. Das nun im Verlag Bonewitz erschienene Buch „Zwischen Pracht und Verfolgung. Klöster und Stifte in Mainz“ des Mainzer Autors Dr. Matthias Dietz-Lenssen bietet erstmals einen Überblick über die Vielfalt des klösterlichen Lebens in Geschichte und Gegenwart der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt. „Ich freue mich, dass das vorliegende Buch die Klöster und Stifte in Mainz zum Thema macht und einem breiteren Publikum die Klosterlandschaft unserer Stadt vorstellt“, so der neue Mainzer Bischof Dr. Peter Kohlgraf, der das Geleitwort zu dieser Publikation, die heute im Bischöflichen Ordinariat vorgestellt wurde, verfasst hat. „Klöster spielen auch in der heutigen Zeit noch eine besondere Rolle“, betont Herausgeber Stefan Schmitz, „denn klösterliche Gemeinschaften tragen nach wie vor ihren vor allem spirituellen Teil bei, zu einem lebenswerten Mainz, in dem man sich wohlfühlen kann.“

Im Rahmen der heutigen Buchvorstellung überreichten Stefan Schmitz, Autor Dr. Matthias Dietz-Lenssen und Verleger Michael Bonewitz Peter Kohlgraf, der vor rund 100 Tagen zum Bischof geweiht wurde, ein Exemplar des 192 Seiten umfassenden Werkes. Vom Bistum Mainz nahmen zudem Dr. Udo Markus Bentz, Generalvikar des Bistums Mainz, und der Mainzer Domdekan, Prälat Heinz Heckwolf, nahmen an der Veranstaltung teil.

Von links: Jürgen Bödige (Grafisches Zentrum Mainz), Autor Matthias Dietz-Lenssen, Verleger Michael Bonewitz, Bischof Peter Kohlgraf, Herausgeber Stefan Schmitz, Prälat Heinz Heckwolf, Generalvikar Udo Markus Bentz und Karolina Wojnicka (Verlag Bonewitz), © Alexander Sell
Von links: Jürgen Bödige (Grafisches Zentrum Mainz), Autor Matthias Dietz-Lenssen, Verleger Michael Bonewitz, Bischof Peter Kohlgraf, Herausgeber Stefan Schmitz, Prälat Heinz Heckwolf, Generalvikar Udo Markus Bentz und Karolina Wojnicka (Verlag Bonewitz), © Alexander Sell

In seinem neuesten Buch porträtiert Autor Dietz-Lenssen auf 192 Seiten über 50 historisch greifbare Klöster und Stifte und geht auf ihre politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen ein. Sie waren bedeutsame Zentren des religiösen Lebens, der Seelsorge, aber auch der Bildung und der Wissenschaft mit wichtigen Bibliotheken und Schulen, in denen lange Zeit die Verwaltungselite ausgebildet wurde. Auch in der Kranken- und Altenpflege waren einige Klostergemeinschaften aktiv, womit sie zur sozialen Struktur der Stadt beitrugen. Durch ihr breites Wirkungsfeld spielten Mainzer Klöster eine wichtige Rolle im kirchlichen, geistigen und sozialen Leben der Stadt. Die enorme Bedeutung der Klöster und Reichtum einiger Ordensgemeinschaften machte sie jedoch immer wieder zum Ziel feindlicher Angriffe und Opfer von Plünderungen und Zerstörungen, was teilweise zu ihrer Auflösung führte. Bis heute erinnern zahlreiche Straßen- und Flurnamen an die ehemaligen und noch existierenden Klöster und Stifte in Mainz.
Cover_kl_Zwischen-Pracht-un„Zwischen Pracht und Verfolgung. Klöster und Stifte in Mainz, Autor: Dr. Matthias Dietz-Lenssen, Herausgeber: Stefan Schmitz. Erschienen im Verlag Bonewitz, Bodenheim 2017, 192 Seiten, zahlreiche Abbildungen, ISBN 978-3-9818438-2-8, Verkaufspreis 14,90 Euro.

Erhältlich im gut sortierten Buchhandel oder im Online-Shop unter www.bonewitz.de.

450 Jahre Wissen, Sammeln, Vermitteln – Festschrift zum Jubiläum der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt erschienen

festschrift-450j-darmst-ULB „450 Jahre Wissen, Sammeln, Vermitteln“ – unter diesem Titel zeichnet eine neue Publikation die Entwicklung der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt von ihren Anfängen als fürstlicher Büchersammlung bis hin zum modernen Informationsdienstleister in der zunehmend digitalen Welt nach.

Über Jahrhunderte haben wissenschaftliches Interesse, literarische Begeisterung und die Freude am Sammeln historischer Kostbarkeiten einen einzigartigen Bestand geformt, der heute einen wertvollen Teil des kulturellen Erbes des Landes Hessen darstellt: Aus einer Büchersammlung entwickelte sich eine veritable Hof- und später Landesbibliothek mit einem beträchtlichen Bestand an Handschriften, Drucken, Musikalien, Karten und mehr, den sie seit 1817 allen Interessierten öffentlich zugänglich macht. Die heutige Universitäts- und Landesbibliothek (ULB) ist eine zentrale Einrichtung der Technischen Universität Darmstadt, deren Aufgabe die Literaturversorgung für Universität und Region sowie die Vermittlung ihrer Bestände an die Nutzerinnen und Nutzer darstellt.

Bibliotheksgeschichte ist dynamisch: Die Bestände, aber auch die politischen, geistigen und gesellschaftlichen Funktionen der Bibliothek reflektieren die jeweiligen Zeitumstände und werden von Umbrüchen, Reformen und Wandlungsprozessen geprägt. Die Anfänge reichen zurück in die Regierungszeit Landgraf Georgs I., der 1567 aus dem Erbe seines Vaters Philipps des Großmütigen die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt begründete. Sein Buchbesitz ist die Keimzelle der Darmstädter Bibliothek, die in den folgenden Jahrhunderten reich vermehrt wurde. Gleich mehrere Sternstunden erlebte die Bibliothek unter Landgraf und Großherzog Lud(e)wig X./I.: Aus westfälischen Klöstern, kurkölnischem Erbe und der Sammlung des Baron Hüpsch gelangten einzigartige Kulturschätze nach Darmstadt. 1817 öffnete die Hofbibliothek ihre Pforten für das Publikum. Seitdem sind die umfangreichen Wissensbestände allen Interessierten frei zugänglich.

Es entstand eine moderne wissenschaftliche Universalbibliothek, die mit innovativen Ideen zum wichtigsten Informationsdienstleister im Großherzogtum und zu einer der führenden Bibliotheken aufsteigen konnte. Seit 1917 führt sie die Bezeichnung Landesbibliothek im Namen, die bis heute auf ihre Funktion für die Informationsinfrastruktur des Landes Hessen hinweist. Eine erste Bündelung des wissenschaftlichen Medienangebots erfolgte 1948 unter dem Eindruck der Kriegsverluste mit der Gründung der Hessischen Landes- und Hochschulbibliothek. Die Integration in die TU Darmstadt 2000 und die Umbenennung in ULB im Jahre 2004 markieren wichtige Stationen auf dem Weg zu einer modernen, zunehmend digitalen Bibliothek, die erfolgreich das Wissensmanagement und die Medienversorgung der TU Darmstadt bewältigt, ohne die Bedürfnisse der regionalen Nutzung und des kulturellen Erbes aus dem Blick zu verlieren.

Kapitel im Überblick

In seinem Aufbau orientiert sich der Band an den großen Epochen der Darmstädter Bibliotheksgeschichte. Im ersten Kapitel wird die Zeit der großen fürstlichen Büchersammlungen zwischen 1567 und 1790 vorgestellt. Einzelne Beiträge zur Frühzeit beleuchten u.a. die Residenzwerdung Darmstadts und die Erwerbungen Georgs I. Barocke Momentaufnahmen liefern die Darstellungen zu Landgraf Ernst Ludwig (1667-1739), in dessen Regierungszeit die Hofkapelle unter Christoph Graupner zur Blüte gelangte. Die Bedeutung der Landgräfinnen für das geistige Leben am Hof unterstreicht Nicola Schneider, der das Wirken und die Sammlungstätigkeit der Großen Landgräfin Caroline (1721-1774) in den Mittelpunkt stellt.

Das zweite Kapitel ist der Zeitspanne zwischen 1790 und 1917 gewidmet, in der die Bibliothek zu einer der führenden Einrichtungen im Deutschen Reich aufzusteigen vermochte. Der Aufschwung ist undenkbar ohne die Leistung des letzten Landgrafen Ludwig X. und ersten Großherzogs Ludewig I. (1753-1830), der die Darmstädter Sammlungen zu einem „Pantheon der Wissenschaft und Kunst“ erhob. Säkularisierte Klosterbibliotheken, die Goldene Bulle, Autographen Luthers und Melanchthons und wertvolle Karten fanden neben anderen Kostbarkeiten in dieser Zeit Eingang in die seit 1817 für das Publikum geöffnete Hofbibliothek.

Die „Hessische Landesbibliothek in bewegten Zeiten“ ist der Titel des dritten Kapitels, das die Jahre zwischen 1917 und 1948 abdeckt. Ihre Rolle als Vermittlerin eines reichen kulturellen Erbes erfüllte die Bibliothek nicht zuletzt durch die Herausgabe prachtvoller Faksimile-Editionen, unter denen die 1927 von Adolf Schmidt zusammen mit dem Darmstädter Rabbiner Bruno Italiener veröffentlichte Pessach-Haggadah herausragt.

Beiträge zur NS-Zeit fokussieren u.a. die Gleichschaltung und politische Vereinnahmung der Bibliothek.

Das letzte Kapitel weist in die Gegenwart und thematisiert die Entwicklung seit 1948, als die Zusammenlegung von Landes- und Hochschulbibliothek jene Annäherung von Bibliothek und Technischer Hochschule einleitete, die 2000 in der Integration der Bibliothek in die TU Darmstadt ihren Abschluss fand. Zentrale Einrichtungen der ULB wie die Restaurierung, das Europäische Dokumentationszentrum, das Digitalisierungszentrum, das Patentinformationszentrum und das Universitätsarchiv der TU Darmstadt stehen für die Vielseitigkeit der Leistungen und Services, die heute über die Medienversorgung hinaus das Portfolio der ULB prägen.

Weitere Informationen 450 Jahre Wissen – Sammeln – Vermitteln. Von der Hof- zur Universitätsund Landesbibliothek Darmstadt, herausgegeben von der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt, Darmstadt: Justus von Liebig Verlag 2017, gebunden, Halbleinen, 375 S., zahlr. Abb., ISBN 978-3-87390-402-6 , EUR 39,00.

Begleitband zur Landesausstellung vorZEITEN. 70 Jahre Landesarchäologie in Rheinland-Pfalz

begleitband.covervorZEITEN. 70 Jahre Landesarchäologie in Rheinland-Pfalz
Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, Direktion Landesarchäologie (Hrsg.)
Axel von Berg / Michael Schwab
344 Seiten, zahlreiche farbige Abbildungen, 24 x 28 cm, Hardcover,
Verkaufspreis / Buchhandelsausgabe 24,95 € (D), ISBN: 978-3-7954-3215-7
Erscheint im Mai 2017

Kaum eine Landschaft im Mitteleuropa weist eine so hohe Anzahl bedeutender archäologischer Funde auf wie das Gebiet des heutigen Rheinland-Pfalz. Die zum Teil spektakulären Artefakte dokumentieren 400 Millionen Jahre Erd- und 800.000 Jahre Menschheitsgeschichte. Im Begleitband zur Landesausstellung „vorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“ werden ausgesuchte Funde sowie aktuelle Forschungsergebnisse vorgelegt. 46 Beiträge von über 20 Autoren beleuchten erstmals in einer Publikation alle archäologischen Epochen in Rheinland-Pfalz. Dabei stellen sie ausgesuchte Funde vor, die stellvertretend für die enorme Bandbreite der rheinland-pfälzischen Archäologie stehen und präsentieren neueste Ergebnisse zu bekannten Funden aus dem Land.
Verlag Schnell & Steiner GmbH, Leibnizstraße 13, 93055 Regensburg, Email: vertrieb@schnell-und-steiner.de, Telefon: 0941 78785-0 – Telefax: 0941 78785-16
Autorenverzeichnis

 

Reiseführer und romantischer Pracht-Bildband laden in Deutschlands schönste Schlösser, Burgen und Gärten

hohenzollernburgDass Deutschland über eine Fülle feudaler Schlösser, herrschaftlicher Burgen, geschichtsträchtiger Ruinen und eindrucksvoller Gartenanlagen verfügt, ist bekannt. Weniger geläufig ist, dass jährlich mehr Menschen die – mitunter bis ins Frühmittelalter zurückreichenden – kulturhistorischen Monumente besuchen als Fußballspiele. Mehr noch: Die sagenumwobenen Schlösser, legendären Burgen und paradiesischen Gärten sind national und international Deutschlands wichtigster Tourismusmagnet. Dies stärker ins Bewusstsein zu rufen und Lobby dieser touristisch genutzten Monumente zu sein, hat sich der relativ junge Verein „Schlösser und Gärten in Deutschland e.V.“ mit Sitz in Berlin, auf seine Fahnen geschrieben. Dies erklärte dessen 2. Vorsitzender, Alexander Fürst zu Sayn-Wittgenstein-Sayn, bei der Präsentation eines Bildbandes und Schlösser-Reiseführers am 27. März 2017 im Erthaler Hof Mainz, dem Sitz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE).

Dem erst vor fünf Jahren auf Anregung von Thomas Metz, Direktor der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) und seinem Kollegen Karl Weber, Direktor Staatliche Schlösser und Gärten Hessen gemeinsam mit Alexander Fürst zu Sayn-Wittgenstein-Sayn gegründete „Lobby- und Marketing-Verband“ gehören bereits über 40 staatliche, kommunale und private Schloss und Gartenverwaltungen von landesweiter Bedeutung an. Vorrangige Ziele des Vereins seien, so Fürst zu Sayn-Wittgenstein-Sayn, die Erhöhung des öffentlichen Bewusstseins für die Notwendigkeit des Erhalts der Gebäude und Gärten sowie die kontinuierliche Pflege, die wissenschaftliche Erforschung und die öffentliche Vermittlung der Schlösser, Burgen, Klöster und Gärten und vergleichbaren historischen Monumente als bedeutende kulturelle Zeugnisse.„Wir möchten die Menschen in der ganzen Welt darauf aufmerksam machen, dass Deutschland ein Denkmalland, ein Schlösserland, ein Burgenland ist, so wie es Frankreich sehr gut gelingt, das über die Loire-Schlösser zu transportieren, oder vielleicht auch England mit seinen „National trust homes and houses“, so der Fürst. Bislang sei es schwierig gewesen, Deutschland als Schlösserland zu definieren. Das wolle man aber künftig ändern.  Einmalig sei der gelungene Zusammenschluss von öffentlichen und privaten Touristikschlossbetreibern im neuen überregional und international agierenden Verein. Vorsitzender ist Prof. Dr. Hartmut Dorgerloh, Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Vizepräsident des Association des Résidences Royales Européennes. Durch diesen Zusammenschluss fände man auch in der EU  größeres Gehör. Gemeinsam sei man stark, so Fürst zu Sayn-Wittgenstein-Sayn, Eigentümer von Schloss und Burg Sayn. Begleitet wurde er von Gattin Gabriela Fürstin zu Sayn-Wittgenstein-Sayn, deren von ihr geschaffener Garten der Schmetterlinge Schloss Sayn überregional seit 30 Jahren Publikumsmagnet und außerschulischer Lernort ist.

(v.li.) Karl Weber, Direktor Staatliche Schlösser und Gärten Hessen, Gabriela Fürstin zu Sayn-Wittgenstein-Sayn, Geschäftsführerin und Inhaberin des 1987 von ihr gegründeten Garten der Schmetterlinge Schloss Sayn Alexander Fürst zu Sayn-Wittgenstein-Sayn, stv. Vorsitzender des Vereins Schlösser und Gärten in Deutschland e.V, u. Eigentümer von Schloss und Burg Sayn, Thomas Metz, Generaldirektor GDKE Rheinland-Pfalz, Schatzmeister,  und Dr. Albrecht Weiland, Geschäftsführer und Verleger  des Verlages Schnell & Steiner. Foto: Diether v. Goddenthow
(v.li.) Karl Weber, Direktor Staatliche Schlösser und Gärten Hessen, Gabriela Fürstin zu Sayn-Wittgenstein-Sayn, Geschäftsführerin und Inhaberin des 1987 von ihr gegründeten Garten der Schmetterlinge Schloss Sayn, Alexander Fürst zu Sayn-Wittgenstein-Sayn, stv. Vorsitzender des Vereins Schlösser und Gärten in Deutschland e.V, u. Eigentümer von Schloss und Burg Sayn, Thomas Metz, Generaldirektor GDKE Rheinland-Pfalz, Schatzmeister, und Dr. Albrecht Weiland, Geschäftsführer und Verleger des Verlages Schnell & Steiner. Foto: Diether v. Goddenthow

Man müsse gemeinsam nach außen hin zeigen, so Fürst zu Sayn-Wittgenstein-Sayn, welches großartige kulturelle Erbe mit Erlebnis- und Erholungspotential unsere Monumente in Deutschland verkörpern. Bei diesen Überlegungen sei sehr bald  der Gedanke aufgekommen, dass wir dazu eine Publikation brauchen. Je stärker dieser Gedanke jedoch reifte, desto plausibler erschien, dass zwei Publikationen sinnvoller wären, um mit dem einen Band großformatig die ganze Schönheit der bedeutendsten öffentlich zugänglichen Schlösser und Gärten  darstellen zu können und in einem zweiten Buch, einen praktischen Reiseführer  im Handschuhfach-Format  zu Deutschlands schönsten Schlössern, Burgen und Gärten anzubieten.
Mit der Umsetzung seiner Vereinsziele wolle der Verein Schlösser und Gärten in Deutschland e.V. einen wertvollen Beitrag für die Vermittlung unseres kulturellen Erbes leisten, ergänzte Thomas Metz, Generaldirektor der GDKE. „Wie reichhaltig und faszinierend dieses Erbe ist, lässt sich anhand dieser beiden Publikationen bestens nachvollziehen.“, so Metz wörtlich.
Karl Weber, Direktor der Verwaltung der staatlichen Schlösser und Gärten Hessen, unterstrich, dass die Schlösser und Burgen in all ihrer Historie, in ihren Ausstattungen und Parks auch Sinnbilder europäischer Grundwerte seien, und damit wichtiger „Teil unserer Geschichte, unserer Identität“, weswegen die Bewahrung unseres kulturelles Erbe unverzichtbar wäre.

Bildband „Pracht und Idylle“
pracht-idylleDer Band „Pracht und Idylle“ lädt ein, die Highlights aus der ungeheuren Vielfalt von Schlössern, Burgen und Gärten zwischen Ostsee und Schwäbischer Alb zu erkunden. Die Residenzen werden von „Albrechts in Meissen“ bis „Schloss Wörlitz in Sachsen-Anhalt“ dem Alphabet nach vorgestellt, Dabei wurden jedem Objekt drei Seiten gewidmet, wobei einfach den interessierten Lesern die Fülle der Schönheiten, die die einzelnen Liegenschaften bilden, auf Bildern widergegeben wird, erläuterte Verleger Dr. Albrecht Weiland Ansatz und Intention des Bandes. Niemand kann sich der magischen Wirkung dieser großartigen Bilder von nahezu einhundert Schlössern, Burgen, Klöstern, Parks und Gärten entziehen, zu denen etliche zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Wenn man dieses Buch anschaut, dann sieht man nicht immer nur ein Schloss neben dem anderen, sondern dass eine Schloss hat einen tollen Garten, dass andere Schloss eine wunderbare Sammlung unterschiedlicher Stile und Epochen von Monumenten. Der Werk macht Lust, die dort vorgestellten Residenzen und Parkanlagen zu besuchen, oder nach einen Besuch, das Erlebte noch einmal nachwirken zu lassen. Auch als Geschenk ist “Pracht und Idylle. Die Bilderreise durch Schlösser und Gärten in Deutschland“, erschienen im Verlag Schnell & Steiner, Regensburg 2017, 240 Seiten, 29,95 Euro, bestens geeignet.

Reiseführer zu Deutschlands schönsten Schlössern, Burgen und Gärten
schloesser-reisefuehrerVorrangig als Praxishandbuch gedacht ist der ebenfalls vom Verband „Schlösser und Gärten in Deutschland e.V.“ herausgegebene Reiseführer mit hervorragender Themenführung und Bebilderung. Der Reiseführer ist klar strukturiert und hat einen hohen Nutzwert. Gegliedert ist das Werk abschnittweise nach Bundesländern und innerhalb dieser Abschnitte werden die Schlösser, Burgen, Klosteranlagen und Gärten alphabetisch in unterschiedlich umfangreichen Kategorien präsentiert, auf zwei Seiten die wichtigsten, auf einer Seite die ausgefallenen und alle anderen in kleinen Bildabschnitten zu mehreren auf einer Seite. Angegeben sind zudem Adressen, Kontaktdaten und Websites, damit die Benutzer die jeweils aktuellen Öffnungszeiten, Veranstaltungskalender oder Hinweise auf Sonderausstellungen abrufen können. Icons zu Gastronomie, Übernachtung, Erreichbarkeit und Barrierefreiheit erleichtern die Orientierung. Ob abgeschiedenes Kloster, wehrhafte Burg, Barockschloss, Paradiesgarten, ob weltbekannte Residenz oder verstecktes Kleinod – dieser Band ist der ideale Begleiter für eine Grand Tour durch Epochen, Stile und Themenwelten. Das Buch im Softcover-Format passt in jede Reisetasche. Der Schlösser-Reiseführer „Große Residenzen, romantische Entdeckungen, Verstecke Schönheiten. Ein Reiseführer zu Deutschlands schönsten Schlössern, Burgen und Gärten“ eignet sich bestens zur Planung und Realisierung von „Schlösser- und Burgentouren“ in Deutschland.
Der im Softcover-Format mit durchgehend farbig bebilderten 256-Seiten ist zudem mit einem Preis von 12,95 Euro sensationell günstig und dürfte zum neuen Standardwerk der Schlösser- und Burgen-Reiseführern in Deutschland avancieren.

Diether v. Goddenthow Rhein-Main. Eurokunst

Zum Verein „Schlösser und Gärten in Deutschland e.V.“

Der Verein Der Verein Schlösser und Gärten in Deutschland e.V., in dem staatliche, kommunale und private Schloss- und Gartenverwaltungen von landesweiter Bedeutung organisiert sind, wurde im März 2012 in Berlin gegründet und engagiert sich seither für die Erhaltung und Pflege bedeutender historischer Monumente. Derzeit zählt der Verein 43 Ordentliche Mitglieder sowie Fördermitglieder aus dem ganzen Bundesgebiet. Zweck des Vereins, der seinen Sitz in Berlin hat, ist die Förderung der Pflege und der Erhaltung von Schloss- und Gartenanlagen und vergleichbaren historischen Monumenten in Deutschland unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer, musealer, kulturpolitischer Belange und der damit einhergehenden Förderung von Kunst, Kultur und Bildung. Vorrangige Ziele sind die Erhöhung des öffentlichen Bewusstseins für die Notwendigkeit des Erhalts der Gebäude und Gärten sowie die kontinuierliche Pflege, die wissenschaftliche Erforschung und die öffentliche Vermittlung der Schlösser, Burgen, Klöster und Gärten und vergleichbaren historischen Monumente als bedeutende kulturelle Zeugnisse.

Weitere Informationen

 

Neuer Kulturführer „Auf den Spuren der Reformation in Rheinland-Pfalz“ vorgelegt

cover-luther-rplHeute wurde der neue Kulturführer „Auf den Spuren der Reformation in Rheinland-Pfalz“ von Gerhard Robbers, Staatsminister a.D. und Regierungsbeauftragter für das Reformationsjubiläum, in Mainz vorgestellt.

„Rheinland-Pfalz hat wie kein anderes Land im Westen Deutschlands zentrale Erinnerungsorte der frühen Reformationszeit vorzuweisen“, sagte der Regierungsbeauftragte Robbers.

Schon 1520 wurde in der Wormser Magnuskirche evangelisch gepredigt. Auf dem Wormser Reichstag 1521 forderte Martin Luther vor Kaiser und Reich Glaubens- und Gewissensfreiheit ein. 1522 feierte Johannes Oekolampad auf der Ebernburg, der „Herberge der Gerechtigkeit“, die ersten Gottesdienste mit deutschen Lesungen und dem Abendmahl unter beiderlei Gestalt. Dem Protest gegen die Unterdrückung der Religionsfreiheit auf dem Speyerer Reichstag 1529 verdanken die „Protestanten“ ihren Namen.

„Der Kulturführer ist keine bloße Auflistung von Orten, Gebäuden und Denkmälern, in denen einmal Geschichte ‚gemacht‘ wurde. Er regt auch zum Nachdenken an: Welche Bedeutung haben die mit der Region verbundenen Ereignisse und Persönlichkeiten der Reformationszeit für unsere Gegenwart und unsere Zukunft?“, fragte Robbers.

Der Führer wurde von Irene Dingel und Henning P. Jürgens vom Leibniz-Institut für Europäische Geschichte Mainz geplant. Auf 216 Seiten werden über 30 Orte mit 224 Abbildungen vorgestellt, die bis heute von der Reformation geprägt sind. Die 24 Autorinnen und Autoren behandeln nicht nur die bekannten historischen Stätten, sie weisen auch auf weitere Sehenswürdigkeiten hin. Die Orte reichen von A wie Alzey bis Z wie Zweibrücken, von Neuwied und Hachenburg im Norden bis Landau und Neustadt im Süden, von der Mosel (Trier, Veldenz, Bernkastel-Kues) bis an den Oberrhein (Mainz, Oppenheim, Frankenthal). Der im Michael Imhof Verlag, Petersberg, erschienene Band ist im Buchhandel erhältlich und kostet 16,95 Euro. Er wurde aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur als Beitrag des Landes zum Reformationsjubiläum 2017 und des Leibniz-Instituts für Europäische Geschichte Mainz gefördert.

Wie lebendig im Jubiläumsjahr die Reformation in die Gegenwart hineinwirkt, zeigt die ebenfalls heute vorgestellte neue Internet-Site LUTHER & DIE REFORMATION. Sie ist im Web auf den Seiten der Rheinland-Pfalz-Touristik zu finden: www.gastlandschaften.de/Luther/. Hier sind derzeit rund 350 Ortsführungen, Ausstellungen, Konzerte, Theateraufführungen, Vortrags- und andere Veranstaltungen an zahlreichen Orten in Rheinland-Pfalz aufgeführt.

 

NEUER MUSEUMSFÜHRER FÜR DEN HESSENPARK

© Freilichtmuseum Hessenpark GmbH
© Freilichtmuseum Hessenpark GmbH

Der neue Museumsführer für das Freilichtmuseum Hessenpark ist da! Auf 320 Seiten begleitet das Entdeckerhandbuch Besucher durch das in sieben Baugruppen gegliederte Museumsgelände. Detailreiche Beschreibungen zu den mehr als 100 im Museum errichteten Wohnhäusern, Werkstätten und landwirtschaftlichen Gebäuden aus allen Regionen Hessens informieren über deren Bau- und Nutzungsgeschichte.
Beim Durchblättern entfaltet sich ein anschauliches Bild vom alltäglichen Leben, Wirtschaften und Arbeiten der ehemaligen Bewohner. Ein ausklappbarer Lageplan erleichtert die Orientierung im 65 Hektar großen Gelände.

In drei Ausstellungsgebäuden zeigt das Museum regelmäßig Sonderausstellungen. Darüber hinaus beherbergen viele der wiederrichteten historischen Gebäude Dauerausstellungen zu den unterschiedlichsten Themen. Diese werden im Handbuch ebenso beleuchtet wie die historische Landwirtschaft, die im Museum gehaltenen Nutztiere und Nutzpflanzen, die früher in den hessischen Regionen angebaut wurden. Was sind die Grundlagen des Fachwerkbaus? Welche Bedeutung haben Hausinschriften? Und was erzählen uns Grenzsteine und Bildstöcke, die sich als kulturhistorische Flur- und Landschaftsmerkmale im gesamten Landesgebiet finden? Auch darüber können sich Besucher im Entdeckerhandbuch informieren.
Ein umfangreiches Glossar am Ende des Bandes erklärt alle verwendeten Fachbegriffe. Und wer auf der Suche nach Zeugnissen aus bestimmten hessischen Dörfern und Gemeinden ist, kann sich anhand eines Ortsregisters gezielt auf Entdeckungsreise begeben. Praktische Hinweise zur Planung des Museumsbesuches runden den benutzerfreundlichen Führer ab. Das „Entdeckerhandbuch“ ist für 8,90 Euro im Museumsladen erhältlich. Auch eine Bestellung per E-Mail an service@hessenpark.de ist möglich. Inklusive Verpackung und Versand kostet das Buch dann 12,85 Euro.

Freilichtmuseum Hessenpark GmbH (Hg.): Entdeckerhandbuch. Freilichtmuseum
Hessenpark. Kromsdorf/Weimar: Jonas Verlag, 2016, ISBN 978-3-89445-491-3
320 Seiten, Softcover, mehr als 480 Farbabbildungen, 8,90 Euro

Wieder Salonfähig. Handbemalte Tapeten des 18. Jahrhunderts

Ein fundiertes, gleichermaßen für Wissenschaftler und  interessierte Laien verfasstes und reich illustriertes Werk über modische Wanddekorationen im ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhundert, die unsere Wohnkultur bis heute prägen. Sehr empfehlenswert! Siehe auch Buchpräsentation im Blücher-Museum!

 

cover-wieder-salonfaehigHerausgeber: Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, Direktion Landesdenkmalpflege.

Denkmalpflege in Rheinland-Pfalz – Aus Forschung und Praxis Band 221 x 29,7 cm, 200 Seiten, 216 Farb- und 13 S/W-Abbildungen, Broschur
ISBN 978-3-7319-0293-5
Euro (D) 24,95, Euro (A) 25,65, CHF 28,70
Handbemalte Leinwand- und Papiertapeten waren für Adel und Bürgertum vor allem im 18. Jahrhundert beliebte Elemente der Raumausstattung und stellten eine ebenso anspruchsvolle wie preisgünstige Alternative zu den kostspieligen gewebten Tapisserien dar. Das ehemalige Gasthaus Stadt Mannheim in Kaub, heute Blüchermuseum, bewahrt einen umfangreichen Bestand solcher Tapeten, die mittlerweile zu seltenen Kostbarkeiten geworden sind.
Der vorliegende Band gibt die Beiträge eines wissenschaftlichen, international besetzten Kolloquiums wieder, das anlässlich der Restaurierung der Kauber Tapeten im März 2013 von der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz veranstaltet wurde. Er beschäftigt sich mit der Verbreitung und kunsthistorischen Bedeutung des Wandschmucks sowie den technischen Fragen seiner Herstellung und Konservierung. Darüber hinaus bezieht er Beispiele aus Deutschland, der Schweiz und Frankreich ein und stellt sie in den Kontext der überregional tätigen Produktionsstätten.
Inhaltsverzeichnis und Inhaltspreview 
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Das neue Standardwerk: Mittelalterliche Architektur in Polen

© massow-picture Professor Dr. Dethard von Winterfeld (Mainz) diskutiert bei der Buchpräsentation mit einer polnischen Schueler-/Studentengruppe des Institut für Kunstgeschichte der Universität Danzig/Gdansk. Die Gruppe war mit Professor Dr. Jacek Bielak aus Danzig in Kooperation mit Professor Dr. Matthias Müller vom Institut für Kunstgeschichte und Musikwissenschaft, Mainz, auf einer Deutschland-Exkusion am Rhein.
Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture Professor Dr. Dethard von Winterfeld (Mainz) diskutiert bei der Buchpräsentation mit einer polnischen Schueler-/Studentengruppe des Institut für Kunstgeschichte der Universität Danzig/Gdansk. Die Gruppe war mit Professor Dr. Jacek Bielak aus Danzig in Kooperation mit Professor Dr. Matthias Müller vom Institut für Kunstgeschichte und Musikwissenschaft, Mainz, auf einer Deutschland-Exkusion am Rhein.

Sieben Jahre Forschungsarbeit mit unzähligen Reisen in das heutige Polen liegen hinter den hochkarätigen Autoren des soeben von den Professoren Christofer Herrmann und Dethard von Winterfeld im  Michael-Imhof-Verlag herausgegebenen zweibändigen einmaligen Standardwerk „Mittelalterliche Architektur in Polen. Romanische und gotische Baukunst zwischen Oder und Weichsel“. Es wurde gestern Abend  im Erbacher Hof Mainz  im Beisein einer Studentengruppe aus Danzig der Öffentlichkeit vorgestellt.

polen-1-mittela-architekturMittelalterliche Architektur
in Polen
Romanische und gotische Baukunst
zwischen Oder und Weichsel
Christofer Herrmann, Dethard von Winterfeld (Hg.)
Mit Beiträgen von Udo Arnold, Christofer Herrmann,
Jaroslaw Jarzewicz, Alexander Konieczny, Jacek
Kowalski, Marek Ober, polen-2-mittela-architekturAndrzej Tomaszewski, Dethard
von Winterfeld
2 Bände, 24 x 30 cm, zusammen 1136 Seiten, 1609
Farbabbildungen, Hardcover
Band 1: 544 Seiten, 1017 Farbabbildungen
Band 2: 592 Seiten, 874 Farbabbildungen
ISBN 978-3-7319-0087-0
Euro (D) 99,00
CHF 114,00
Euro (A) 101,80

Auf einen Blick

Die Autoren des Buches haben in bemerkenswerter Fülle populäre und vielfach auch in Vergessenheit geratene Denkmäler  mittelalterlicher Baukunst im heutigen Polen erfasst, wissenschaftlich ausgewertet und stilistischen Landkarten zugeordnet und wissenschaftlich exakt, aber dennoch in leicht verständlicher Sprache, beschrieben. Ob die Baudenkmäler zwischen Oder und Weichsel stärker den Kernlandschaften Polens oder auch des vormals deutschen Kulturraums zuzuordnen oder Denkmäler mit doppelter Nationalität sind, spielte bei der wissenschaftlichen Kartierung keine Rolle. Hierdurch gelang es,  vorurteilsfrei die  im gesamten Raum vielfältige und einander durchdringende Phänomene der deutsch-polnischen Kulturbeziehungen jenseits nationaler Empfindlichkeiten authentisch zu präsentieren.

Den Autoren, allesamt namhafte Kunsthistoriker aus Deutschland und Polen  gelang  erstmals in deutscher Sprache eine umfassende Gesamtdarstellung der mittelalterlichen Architektur in den historischen Landschaften von Großpolen, Kleinpolen, Masowien, Schlesien, Hinterpommern/Neumark sowie des Deutschordensland Preußen.   Die mit aktuellen und hochwertigen Farbaufnahmen reich bebilderte Publikation dürfte für lange Zeit das absolute Standardwerk zur mittelalterlichen Architekturgeschichte  in Polen sein. Das Werk sollte in keiner privaten wie öffentlichen Bibliothek fehlen. Es eignet sich nicht nur für den fachlich versierten Leser, sondern ist auch eine hervorragende lehrreiche Lektüre für alle, die das heutige Polen baugeschichtlich in historischen Gesamtzusammenhängen seiner Epochen neu oder wiederentdecken möchten. (Diether Wolf  v. Goddenthow)

Inhaltsverzeichnis

Textausschnitt

„Die Errichtung von Gebäuden aus Stein kennzeichnet in der mittelalterlichen Geschichte der mittelosteuropäischen Länder den Übergang zur christlich-abendländischen Zivilisation. Das Vordringen des römischen Imperiums schob die Grenze des Steinbaus um die Zeitenwende von den Mittelmeerländern bis zu Rhein und Donau vor. Die Herrschaft der Karolinger verlegte diese Grenze im 9. Jahrhundert nach Osten bis zur Elbe, in die Stammesgebiete der Sachsen. Im 10. Jahrhundert hielt der Steinbau Einzug in die Länder des östlichen Mitteleuropa, zunächst nach Böhmen und Mähren, anschließend nach Polen. Diese Expansion stand in unmittelbarem Zusammenhang mit der Annahme des Christentums durch die herrschenden Eliten, in Polen vollzogen durch die Taufe Herzog Mieszkos I. im Jahr 966. Dabei handelte es sich um einen bewussten religiös und politisch motivierten Akt, der der jungen Dynastie der Piasten den Anschluss an das westliche Gesellschaftssystem ermöglichte. Gleichzeitig diente der Übertritt zum Christentum auch dem Machterhalt des entstehenden polnischen Reichs, das nun keine Kreuzzüge und Okkupationsversuche von Seiten der großen Nachbarn im Westen mehr zu befürchten hatte. Wie wichtig dieser Schritt für die Behauptung der eigenen Souveränität war, zeigt das Schicksal der Elbslawen, die sich der christlichen Religion noch lange versagten und in der Folge unter die Vorherrschaftder christlichen Nachbarländer gerieten (…) mehr.