RAY 2021 — IDEOLOGIEN – Die vierte internationale Triennale der künstlerischen Fotografie und verwandten Medien in Frankfurt/Rhein-Main

ray2021-logoDas große Versprechen der Globalisierung – den Menschen weltweit mehr Wohlstand zu bringen – weicht zunehmender Skepsis. Von Menschen gemachter Klimawandel, Raubb au an der Natur, die Macht und Abhängigkeit der Gesellschaften von den großen Tech -Konzernen und die stetige Konzentration von Reichtum in den Händen weniger führen nicht allein zu weltweiten Migrationsbewegungen, sondern zu immer mehr Frustration, was ein e zunehmende Polarisierung öffentlicher Debatten zur Folge hat. Demokratische Strukturen werden in Frage gestellt, aktuelle Modelle autokratischer Staatsführung in Ost und West finden zunehmend Anhänger:innen. Flankiert von gezielten Kommunikationsstrategien werden damit verbundene Ideologien und ideologische Einstellungen als Begründung und Rechtfertigung von Ideen, Überzeugungen und Werten einer Person, einer Gruppe oder Staatengebilden, ob über das gesprochene oder geschriebene Wort, und mehr noch über Bilder verbreitet.

Die internationale Fotografietriennale RAY präsentiert vom 3. Juni bis 12. September 2021 zeitgenössische Fotografie sowie deren verwandte Medien unter dem Thema IDEOLOGIEN. Gezeigt wird kritisch reflexive Kunst, die ihre eigenen Grundlagen zur Entstehung und das Zeigen mit hinterfragt. Die Identifikation der Betrachtenden mit dem Kunstwerk ist hier per se durch eine Störung, Reibung, Übertreibung und durch die Produktion von etwas Neuem bestimmt, die manipulative Verschmelzung von Bild und Betrachter gehemmt. Die Werke fordern uns auf, Bilder kritisch zu betrachten, sie zu analysieren und zu verstehen. Umgeben von immer mehr Bildern, ist diese Fähigkeit wichtiger denn je. Die vierte Ausgabe der Triennale RAY findet an über 11 Ausstellungsorten in der Region Frankfurt/Rhein-Main statt.

RAY 2021 IDEOLOGIEN In den RAY Ausstellungen der Deutsche Börse Photography Foundation, der DZ BANK Kunstsammlung, des Fotografie Forum Frankfurt, des Museum Angewandte Kunst und des MUSEUM MMK FÜR MODERNE KUNST setzt das Kurator:innen-Team dazu auf vielfältige Perspektiven anhand von Beiträgen und Neuproduktionen internationaler Künstler:innen wie Akinbode Akinbiyi, Máté Bartha, Johanna Diehl, Eddo Hartmann, Paula Markert, Qiana Mestrich, Yves Sambu, Adrian Sauer und Salvatore Vitale. RAY 2021 IDEOLOGIEN wird gemeinsam kuratiert von Anne-Marie Beckmann (Deutsche Börse Photography Foundation), Christina Leber (DZ BANK Kunstsammlung), Alexandra Lechner (Freie Kuratorin), Celina Lunsford (Fotografie Forum Frankfurt), Susanne Pfeffer und Anna Sailer (MUSEUM MMK FÜR MODERNE KUNST) sowie Matthias Wagner K (Museum Angewandte Kunst).

RAY Partnerprojekte Im Rahmen von RAY Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain präsentieren sechs RAY Partnerprojekte eigens kuratierte Ausstellungen und erweitern das Thema IDEOLOGIEN um vielschichtige Perspektiven. Das Kunstforum der TU Darmstadt zeigt Hilde Roth, das Museum Giersch der Goethe-Universität Nini und Carry Hess und der Nassauische Kunstverein Wiesbaden präsentiert Eva und Franco Mattes. Die Marta HoepffnerGesellschaft für Fotografie e.V. im Stadtmuseum Hofheim setzt auf einen fotografischen Dialog von Nicole Ahland und Sibylle Fendt mit Marta Hoepffner und die Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen Rüsselsheim zeigt Lee Miller. Das Historische Museum Frankfurt ist ebenso ein RAY Partnerprojekt.

RAY Festival Im Rahmen der RAY Triennale sind drei Festivaltage mit Vorträgen und Talks geplant. Das RAY Festival lädt dazu internationale Künstler:innen, Kurator:innen und Expert:innen ein, um vielfältige Perspektiven zum Thema IDEOLOGIEN zusammenzubringen. Aufgrund der aktuellen Pandemie-Situation wird der Termin des Festivals auf Anfang September 2021 verschoben. Das RAY Festival wird im Museum Angewandte Kunst stattfinden. Weitere Informationen werden noch bekannt gegeben.

RAY MASTER CLASS In Kooperation mit den Hochschulen der Region wird die RAY MASTER CLASS zum zweiten Mal als intensiver Workshop unter Leitung einer RAY Künstlerin oder eines RAY Künstlers veranstaltet. Ziel ist es, nationale und internationale Studierende im Bereich der künstlerischen Fotografie die Chance zu geben, sich zu profilieren und ein zusätzliches Maß an Aufmerksamkeit bei jungen Besucher:innen zu generieren.

RAY JUNIOR Um möglichst viele junge Menschen für IDEOLOGIEN zu sensibilieren, setzt RAY Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain darüber hinaus auf das bewährte Format RAY JUNIOR, im Rahmen dessen Workshops in Kooperation mit unterschiedlichen Schulen in der Region Frankfurt/Rhein-Main durchgeführt werden.

Ausstellungszeitraum 3. Juni bis 12. September 2021

RAY 2021 im Internet
www.ray2021.de
RAY 2021 Social Media
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Das Literaturhaus Frankfurt im Februar und März

Das neue Veranstaltungsjahr hat begonnen und wir hatten bereits Hunderte Zuschauerinnen und Zuschauer an den heimischen Endgeräten und ein Dutzend Gäste auf der Literaturhausbühne. Und so machen wir weiter, denn das Digitale Literaturhaus Frankfurt hat geöffnet.

FEBRUAR UND MÄRZ WERDEN ZU STREAMING-MONATEN!
Das Programm bis März ist erschienen! Der VVK für die Streamingtickets läuft. Vorerst werden keine Saalticktes verkauft.

Im FEBRUAR stellten Christoph Biermann (11.2.) und Johann Scheerer (16.2.) ihr aktuellen Bücher vor. Der Abend mit Bov Bjerg (10.2.) musste leider ausfallen und die Schreibwerkstatt „Schreibzimmer“ feiert ihre Buchpremiere nicht am 25.2. sondern erst im Sommer. Der genaue Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Im MÄRZ sind JJ Bola (4.3.), Mirna Funk (8.3.), Isabelle Lehn als Gastkritikerin im Literarischen Quartett (9.3.), Mithu Sanyal (16.3.), die zwei Lyrikerinnen Daniela Danz und Anja Kampmann sowie der Lyriker Arne Rautenberg (23.3.), Marlene Streeruwitz (25.3.), Jonas Eika (29.3.) und im Jungen Literaturhaus Philip Waechter (31.3.) zu Gast. Bei Lesen macht stark geht es mit Kirsten Boie u.a. darum, wie man Kinder für Bücher und Geschichten begeistert (18.3.).

VERANSTALTUNGSTICKETS
Übrigens: Alle (Streaming-)Tickets sind im Webshop erhältlich: https://literaturhaus-frankfurt.reservix.de/events

Streamingtickets sind erhältlich zu 5 Euro bis 60 Minuten vor Veranstaltungsbeginn über den Kartenshop buchbar und 70 h nutzbar. Der Festival-Streamingpass kostet für alle vier Veranstaltungen 10 Euro.

FESTIVAL „WIR SIND HIER. Festival für kulturelle Diversität“
Das Festival „WIR SIND HIER. Festival für kulturelle Diversität“ findet vom 18.-20.2. statt. Ein Jahr nach den rassistischen Anschlägen von Hanau richtet das Literaturhaus Frankfurt am Main ein Festival zur kulturellen Diversität aus – im Literaturhaus Frankfurt und mit einer Veranstaltung in Hanau. Eingeladen sind Autorinnen und Autoren, die sich in ihrer literarischen, journalistischen oder publizistischen Arbeit explizit oder implizit mit Rassismus beschäftigen. Zu den Gästen gehören u. a. Michel Abdollahi, Ferda Ataman, Ronya Othmann, Idil Baydar, Max Czollek und Alice Hasters. WIR SIND HIER. befasst sich mit dem Zustand Deutschlands als Zuwanderungsland. Dem Narrativ einer belastenden Einwanderungsproblematik und der verbreiteten Gleichgültigkeit gegenüber rassistischer oder antisemitischer Gewalt werden positive, kritische und inklusive Narrationen entgegengesetzt. Denn längst hat sich eine diverse deutschsprachige Literatur als Abbild und Teil einer vielfältigen und offenen Gesellschaft etabliert, die mehr leistet und zu bieten hat, als jede Fernsehrunde zum Thema Populismus.

STARTSEITEN.SCHOOL – Digitale Lesewerkstätten für Schulen
Zusammen mit der Autorin Susan Schädlich und der Filmemacherin Sabine Streich hat das Junge Literaturhaus Frankfurt die Initiative „startseiten.school – Digitale Lesewerkstätten für Schulen“ ins Leben gerufen.
Kinder und Jugendliche der 3. bis 9. Klassen arbeiten interaktiv und kollaborativ mit Büchern – selbst im Homeschooling oder im Wechselmodell. Buch trifft Schule – Schüler*innen treffen Autor*innen – jederzeit und überall.

In kurzen Filmen nehmen Autoren die Schüler mit an ihren Arbeits- und Schreibplatz, geben Einblick in die Entstehung ihrer Bücher und laden dazu ein, Aufgaben und Quizze zum Buch zu lösen. Die persönliche Ansprache motiviert sie zum Selber-Lesen und dazu, eigene kreative Beiträge zu erschaffen. Der Clou: Im Workshop können Klassen und Schulgruppen kollaborativ an einem Leseprojekt arbeiten – auch dann, wenn sie im Homeschooling sind oder die Klasse durch Wechselmodelle geteilt ist.

Näheres zu startseiten.school unter: https://startseiten.school/, im Video: https://www.youtube.com/watch?v=h6pLbxwMIeg&feature=emb_logo und in der Pressemeldung.

The Sound of Disney: Digitales Begleitprogramm

Das digitale Begleitprogramm zur aktuellen Sonderausstellung The Sound of Disney. 1928-1967 bietet die Möglichkeit, sich in der Zeit der Schließung des DFF online mit den Disney Klangwelten auseinanderzusetzen. Interessierte, die die Ausstellung bereits besucht haben oder besuchen möchten, sobald dies wieder möglich ist, können mit den Text-, Ton- und Videobeiträgen die Ausstellungsthemen vertiefen.

Die Beiträge veröffentlicht das DFF auf seiner Website. Dort finden sich auch zahlreiche Mitschnitte der Begleitprogramm-Veranstaltungen im DFF. Während die Ausstellung selbst sich auf die zu Walt Disneys Lebzeiten entstandenen Werke konzentriert, decken sowohl das digitale als auch das Begleitprogramm vor Ort einen größeren Zeitraum ab.

Heute erscheint mit „Mein erster Disney-Moment – Ein Mehrgenerationengespräch“ der siebte Beitrag. Disney-Filme prägen mitunter unser ganzes Leben, da wir ihnen früh in der Kindheit das erste Mal begegnen. Über unterschiedliche Erfahrungen im Erstkontakt mit Disney und wie die Filme Leben verändern können, diskutieren die filmbegeisterten Schüler:innen Bruno Aab und Franka Dittrich mit Aida Ben-Achour, Outreach-Managerin des DFF, und dem stellvertretenden FAZ-Feuilletonchef und Donaldist Andreas Platthaus im Kino des DFF. Das Gespräch führt Kurator Nils Daniel Peiler.

Das Gespräch ist ab sofort unter dff.film/disney-digital zu sehen und zu hören. Der nächste Beitrag wird am Donnerstag, 18. März, veröffentlicht.

Mit The Sound of Disney. 1928-1967 präsentiert das DFF eine Ausstellung zur Klangwelt der Disney Klassiker. Untersucht wird der Einsatz von Musik, Geräuschen und Dialogen in den Originalfilmen sowie in vielen Synchronfassungen. Der Betrachtungszeitraum reicht von kurzen Micky Maus Cartoons und Filmen aus der beliebten Reihe „Silly Symphonies“ aus den 1920er und 30er Jahren bis hin zu den abendfüllenden Meisterwerken, die zu Walt Disneys Lebzeiten (1901 – 1966) entstanden sind: von SNOW WHITE AND THE SEVEN DWARFS (US 1937) bis zu THE JUNGLE BOOK (US 1967).

goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films vom 20- bis 26. April 2021

goeast21_cover60 Jahre bemannte Raumfahrt – Hommage an Yuri Gagarin // Pop-up Kultur im Paneuropäischen Picknick // Anti-Oscarabend mit Radu Jude und Dan Perjovschi

Wiesbaden/Frankfurt. Als der russische Kosmonaut Yuri Gagarin am 12. April 1961 vom kasachischen Weltraum-bahnhof Tyuratam aus den ersten bemannten Weltraumflug der Menschheitsgeschichte unternimmt, solle er beim Start schlicht “Los geht’s!” (“Поехали”) gerufen haben. Heute dient der Ausruf als beliebter Trinkspruch. goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films nimmt den 60. Jahrestag der Erdumrundung Gagarins zum Anlass, im April mit einem eigenen Weltraum-Programm abzuheben. Die Besucher:innen des von DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum veranstalteten Festivals können sich dabei auf Filme aus allen Himmelsrichtungen Mittel- und Osteuropas freuen.

Yuri Gagarin: Modellbürger, Pilot, Sohn des sowjetischen Volkes und Familienvater. Im Propagandafilm UNSER GAGARIN (Nash Gagarin, UdSSR 1971) wurde der 10. Jahrestag der ersten Erdumrundung gefeiert. goEast zeigt den Film in einem Doppelprogramm mit Artavazd Pelechyans UNSER JAHRHUNDERT (Nash Vek, UdSSR 1983), ein Found-Footage Filmgedicht über technologischen Fortschritt und menschliche Hybris im 20. Jahrhundert. Auch wegweisende osteuropäische Science-Fiction-Klassiker finden ihren Weg ins Programm, so etwa IKARIE XB 1 (Tschechoslowakei 1963) von Jindřich Polák, in dem der Zusammenhalt einer Raumschiffcrew auf dem Weg zu einem erdähnlichen Planeten auf die Probe gestellt wird. goEast präsentiert dabei die restaurierte Fassung von 2016, die erstmals das für den Genreklassiker ursprünglich vorgesehene Ende zeigt. Die Grenzen der Wirklichkeit und überdies menschlicher Zusammenarbeit überschreitet der DEFA-Film DER SCHWEIGENDE STERN (DDR/Polen 1959) von Kurt Maetzig nach einer Romanvorlage von Stanisław Lem. Im Film entdecken Wissenschaftler:innen eine kosmische Nachricht von der Venus, die in einer radioaktiven Drohung für den Erdplaneten gipfelt. Einen frühen Einblick in den Science-Fiction-Film liefert AELITA – DER FLUG ZUM MARS (Aelita/UdSSR 1924) von Yakov Protazanov, der die marxistische Ideologie bis zum roten Planeten katapultiert. In diesem Stummfilm, der auf einem gleichnamigen Roman von Aleksey Tolstoy basiert, entbrennt ein intergalaktischer Klassenkampf zwischen einer aristokratischen Marsbevölkerung und der sowjetischen Arbeiterschicht auf der Erde. Statt den Spuren Gagarins folgt SPACE DOGS (Österreich/Deutschland 2019) von Elsa Kremser und Levin Peter der Erinnerung an den ersten Vierbeiner im Weltall. Die russische Hündin Laika hat ihre Reise 1957 zwar nicht überlebt, ihr wird allerdings nachgesagt, dass ihr Geist heute noch in den Straßenhunden Moskaus weiterlebt. Zahlreiche Kurzfilme und ein Gesprächspanel runden das Programm ab.

Pop-up Kultur im Paneuropäischen Picknick

Zum dritten Mal wird goEast mit Unterstützung vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain mit dem Paneuropäischen Picknick zum Brückenbauer zwischen Menschen, Kulturen und Regionen. Die Programmreihe steht ganz im Zeichen einer Kunstaktion aus dem Jahr 1989, als ein Picknick an der österreichisch-ungarischen Grenze dazu führte, dass selbst die starrsten aller Ländergrenzen für ein paar Stunden geöffnet wurden. Um die Begegnungen der Kulturen auch unter Pandemiebedingungen zu gewährleisten, bietet das Paneuropäische Picknick genug Raum für ein Kennenlernen trotz Distanz. So wird osteuropäische Kioskkultur gefeiert. Ein waschechter Pop-up-Kulturkiosk, Modell K67, wird in der Wiesbadener Innenstadt ein Sammelsurium mittel- und osteuropäischer Kulturgegenstände bieten.

Mit dem Kurzfilmspaziergang kehrt außerdem erneut ein Filmprogramm unter freiem Himmel auf die Häuserwände im Rhein-Main-Gebiet zurück. In Zusammenarbeit mit der Hamburger Künstlergruppe „A Wall is a Screen“ erkundet das Programm aus osteuropäischen Kurzfilmen in diesem Jahr das abendliche Offenbach am Main.

Der Rhein-Main Kurzfilmpreis mit acht ausgewählten Beiträgen aus Mittel- und Osteuropa begibt sich auf eine Reise durch die Programmkinos im Rhein-Main-Gebiet. Dem geht die Auszeichnung eines Kurzfilms durch eine Jury, bestehend aus Leiter:innen der regionalen Lichtspielhäuser, mit einem Preisgeld von 2.500 Euro voraus.

Zusätzlich bietet das Paneuropäische Picknick im besten Fall ein Autokino in Wiesbaden, eine Ausstellung mit Videokunst aus Zentralasien, eine Auseinandersetzung mit audiovisuellen Protestformen in Belarus sowie erneut eine Masterclass und Sprachkurse zur einfachen Verständigung in mittel- und osteuropäischen Kulturkreisen.

Anti-Oscarabend mit Radu Jude und Dan Perjovschi

Ein besonderes Highlight des Rahmenprogramms ereignet sich an einem eigens für goEast kuratierten Anti-Oscarabend am 25. April 2021. Während in Los Angeles noch letzte Hand am roten Teppich angelegt wird, gestaltet der rumänische Regisseur und goEast Porträtgast aus dem Vorjahr, Radu Jude, im Museum Wiesbaden einen anspruchsvollen Filmabend ohne Glamour, aber dafür mit Substanz und Wodka. Umrahmt wird das Programm durch eine Action-Kunst-Ausstellung des rumänischen Künstlers Dan Perjovschi, der an fünf Festivaltagen seine berühmten Wandmalereien an verschiedenen Orten im Museum Wiesbaden umsetzt und seine Sicht auf die Academy Awards schildert.

Weitere Infos: goEast

Bewerbungen für Bundespreis „Handwerk im Denkmalschutz“ bis zum 16. Mai 2021 einreichen

Wiesbaden. Denkmalschutz ist auch eine Frage guten Handwerks. Deswegen vergeben die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und der Zentralverband des Deutschen Handwerks jährlich in zwei Ländern den mit 15.000 Euro dotierten Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege. In diesem Jahr sind Hessen und Schleswig-Holstein an der Reihe. Bewerben können sich Handwerksbetriebe, Architektinnen und Architekten, Denkmalpflegerinnen und Denkmalpfleger sowie private Bauherren noch bis zum 16. Mai 2021.

„Um Baudenkmäler zu erhalten und zu pflegen, brauchen wir Menschen, die alten Gemäuern mit viel Leidenschaft und vor allem handwerklichen Können wieder Leben einhauchen. Das unterstreicht der Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege“, so Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. „Historische Gebäude aufzuarbeiten und neu zu nutzen, ist nicht nur ein Statement für das ressourcenschonende Wieder- und Weiterverwenden historischer Baumaterialien. Der Erhalt von bestehender Bausubstanz ist ein wichtiger Beitrag zum nachhaltigen Wirtschaften und ein wesentlicher Beitrag zum verantwortungsbewussten Umgang mit unserer Umwelt. Damit das gut gelingt, brauchen wir die Zusammenarbeit zwischen Eigentümerinnen und Eigentümern und sachkundigen Handwerkerinnen und Handwerkern. Ich freue mich auf viele spannende Bewerbungen aus Hessen.“

Der Bundespreis wurde in Hessen im Jahr 2014 das letzte Mal vergeben. Er zeichnet private Denkmaleigentümerinnen und Denkmaleigentümer aus, die gemeinsam mit qualifizierten Handwerksbetrieben bei der Erhaltung ihrer Denkmale seit 2014 Vorbildliches geleistet haben. Auch die ausführenden Betriebe unterschiedlichster Gewerke werden für ihre Leistungen geehrt. Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst, die Hessische Staatskanzlei und das Landesamt für Denkmalpflege Hessen unterstützen neben weiteren Partnern die Ausschreibung in Hessen. Die Preisverleihung mit Ministerpräsident Volker Bouffier ist für Dezember geplant.

Weitere Details zur Bewerbung gibt es auf hessenlink.de/handwerk

Ein „Heile, heile Gänsje“ für die Fastnacht – Digitaler Fastnachtsdienstag in Mainzer Staatskanzlei

Ministerpräsidentin Malu Dreyer verleiht in diesem Jahr einen „heile, heile Gänsje-Orden“ an die Fastnachter im Land. „Die Fastnacht hat schon viele schlimme Zeiten überdauert und sie wird auch Corona überstehen. Ich wünsche uns allen, dass ‚bald alles wieder gut ist‘ und wir wieder alle Fastnacht im Saal und auf der Straße so feiern können, wie wir es kennen und lieben – zusammen“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer anlässlich ihres traditionellen Fastnachtsempfangs, der mit neuem Format als Livestream stattfand.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer: Ein Heile, heile Gänsje für die Fastnacht Bildschirmfoto:  Diether v. Goddenthow
Ministerpräsidentin Malu Dreyer: Ein Heile, heile Gänsje für die Fastnacht Bildschirmfoto: Diether v. Goddenthow

„Die Bedingungen sind schwierig, das ist jedem bekannt, doch ob Fastnacht oder Karneval, es blüht im ganzen Land. Ihr sorgt für Stimmung, für Frohsinn und viel Heiterkeit, Ihr seid ein Funkeln der Hoffnung in dieser schwierigen Zeit.“ Mit närrischen Reimen begrüßte Ministerpräsidentin Malu Dreyer die Fastnachterinnen und Fastnachter. Traditionell lädt die Ministerpräsidentin die närrischen Korporationen am Fastnachtsdienstag um 11.11 Uhr in die Staatskanzlei ein und nimmt die Orden der Kampagne entgegen. In diesem Jahr waren Vereine und Aktive aus ganz Rheinland-Pfalz zu einem bunten Programm mit Musik, Tanz und Gesang live zugeschaltet.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer würdigte die große gesellschaftliche Kraft der Fastnacht, die Menschen zusammenbringe und dazu beitrage, dass die Demokratie intakt bleibt. „Der Narrenspiegel steht für die symbolische Kraft, mit Wort und Witz aufzudecken, was sonst niemand schafft. Ob mit Tanz, Kokolores oder dem gesprochenen Wort, findet gesellschaftlicher Austausch einen wertvollen Ort. Wir stehen denen entgegen, wer in der Demokratie sät sein Gift, ganz egal ob auf der Tastatur, dem Handy oder dem Stift“, so die Ministerpräsidentin.

Moderiert wurde der Empfang und der Talk von Fastnachter und Stadionsprecher Andreas Bockius (v.l.n.r.): Obermessdiener Andreas Schmitt, Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Präsident des Mainzer Carneval-Vereins Prof. Dr. Dr. Reinhard Urban Bildschirmfoto:  Diether v. Goddenthow
Moderiert wurde der Empfang und der Talk von Fastnachter und Stadionsprecher Andreas Bockius (v.l.n.r.): Obermessdiener Andreas Schmitt, Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Präsident des Mainzer Carneval-Vereins Prof. Dr. Dr. Reinhard Urban Bildschirmfoto: Diether v. Goddenthow

Sie dankte den Aktiven, die in dieser besonderen Kampagne neue Wege gegangen seien und gezeigt hätten, dass die Fastnacht bunt und lebendig sei: „Und so sehe ich in diesem ganz besonderen Jahr, es ist die Fastnacht, die lebt, das ist ganz wunderbar. Ob Streaming, ob Sitzung und das alles ‚to go‘, zuhause am Tablet, am Fernsehen oder sonst wo.“ Neben ihrem Dank richtete die Ministerpräsidentin auch einige aufmunternde Worte an ihre aus dem ganz Land zugeschalteten Gäste. „Die Pandemie kostet uns alle erhebliche Kraft, doch bringen wir sie auf, haben wir es bald geschafft. Wir stehen zusammen, trotz Abstand und Ferne, wir halten zusammen, und das machen wir gerne. Wir blicken in die Zukunft und verlasst euch darauf, wir heben uns das Feiern, die gute Stimmung nur auf.“

Moderiert wurde der Empfang von Fastnachter und Stadionsprecher Andreas Bockius. Mitwirkende im Programm waren der Präsident des Mainzer Carneval-Vereins Prof. Dr. Dr. Reinhard Urban, Obermessdiener Andreas Schmitt, DobbelBock, Oliver Mager, Thomas Neger und die Humbas sowie das Gardeballett der Mainzer Prinzengarde.

„Jugend forscht“-Regionalsieger und „Schüler-Experimentierende“ im Senckenberg Naturmuseum für die nächste Runde gekürt

Emilie Borrmann, Katharina Endres und Jana Schlotman (v.l.n.r.) arbeiten an der Entwicklung eines Geräts zur Überwachung von Mindestabständen auf dem Schulhof. Foto: Barbara Endres
Emilie Borrmann, Katharina Endres und Jana Schlotman (v.l.n.r.) arbeiten an der Entwicklung eines Geräts zur Überwachung von Mindestabständen auf dem Schulhof. Foto: Barbara Endres

Frankfurt am Main, den 13.2.2021. „Der Rückgang der Vielfalt von Blütenpflanzen im Offenland“, „Erlenbach-Screening“, „Zukunft der Nanotechnologie“, „Bewegungsgleichung eines Teilchens im Magnetfeld als Lösung einer quaternionenwertigen DGL“, „Die Darstellung von Fraktalen im Quaternionischen Raum“, „ARA -Akustische Raum Analyse“ und „Minervα – Ionenantrieb der Zukunft“ – diese sieben „Jugend forscht“-Arbeiten von Schulen aus Bad Vilbel, Frankfurt am Main, Gießen, Königstein im Taunus, Michelstadt, Neu-Isenburg und Zagreb errangen heute den Sieg beim ersten digitalen „Jugend forscht“-Regionalwettbewerb Rhein-Main West. Die Schüler*innen haben sich damit für den Landeswettbewerb Hessen am 31. März und 1. April 2021 bei Merck in Darmstadt qualifiziert. Zum elften Mal wird der „Jugend forscht“-Regionalwettbewerb Rhein-Main West durch das Senckenberg Naturmuseum Frankfurt organisiert. Die Wettbewerbs-Patenschaft teilt sich Senckenberg ab diesem Jahr mit Provadis – dem Fachkräfte-Entwickler der Industrie. Provadis ist Hessens größter privater Ausbildungsdienstleister mit 1.700 Auszubildenden und zweitgrößte duale Hochschule Hessens mit mehr als 1.200 jungen Frauen und Männern.

In der Nachwuchssparte „Schüler experimentieren“ (Teilnehmer*innen unter 15 Jahren) wurden sechs weitere Projekte sowie deren Regionalsieger*innen von der Jury gekürt, die am 26. und 27. März 2021 am Landeswettbewerb in Kassel teilnehmen. Die Siegerehrung des Regionalwettbewerbs wird heute, am Samstag, den 13. Februar ab 15 Uhr als Livestream aus den Provadis-Räumlichkeiten am Industriepark Höchst in Frankfurt auf www.provadis.de/jugend-forscht übertragen.

„Lass Zukunft da.“ lautet das Motto der 56. Wettbewerbsrunde von „Jugend forscht“. 37 Jungforscher*innen sind diesem Motto gefolgt und haben insgesamt 26 Projekte beim diesjährigen Regionalwettbewerb Rhein-Main West präsentiert. Die Begutachtung der Arbeiten durch die Jury fand diesmal aufgrund der Covid19-Pandemie komplett virtuell, in Einzel-Videokonferenzen statt – ein Novum für alle Beteiligten. Untersucht wurde in den „Jugend forscht“-Siegerprojekten zum Beispiel das Ausmaß des Rückgangs der Vielfalt von Blütenpflanzen im Offenland, die Wasserqualität des Erlenbachs von seiner Quelle im Taunus bis zur Mündung in die Nidda oder wie das Material Graphen – das aus einer einzigen Schicht von Kohlenstoffatomen in Wabengitterform besteht – in der Praxis besser hergestellt werden kann. Im Bereich Mathematik/Informatik erlangten gleich zwei Projekte einen Sieg: Die beiden Gewinner beschäftigten sich mit der visuellen Darstellung von Fraktalen – das heißt Objekten, bei denen das Ganze seinen Bestandteilen ähnelt – im vierdimensionalen Raum beziehungsweise mit der Bewegungsgleichung eines Teilchens im Magnetfeld als Lösung einer quaternionenwertigen Differenzialgleichung. Im Bereich Physik erforschten die Sieger in zwei Arbeiten, wie die Echo-Ortung zur Vermessung von Räumen genutzt werden kann sowie eine neue Art von Ionenantrieb, bei der die Lorentzkraft als Quelle der Schubkraft für Raumschiffe dient.

„Wir freuen uns, als neuer Partner junge Talente dabei zu ermutigen durch eigenes Experimentieren die Welt der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik kennen zu lernen und dabei eigene Fähigkeiten auszuprobieren und Ideen zu verfolgen. Unsere langjährigen Erfahrungen zeigen, dass die positiven Erfahrungen, die die Teilnehmer*innen dabei erleben auch das Interesse an Ausbildungsberufen und Studiengängen in diesem Bereich nachhaltig fördern“, freut sich Prof. Dr. Udo Müller-Nehler, Patenbeauftragter und Vorstand der Provadis Hochschule über die Ergebnisse des Wettbewerbs. „Auch in diesem Jahr bin ich wieder begeistert von der Neugier, der Kreativität und der Energie, mit welcher die Teilnehmer*innen ihre Projekte verfolgen. Gerade in Zeiten wie diesen zeigt sich, dass junge Nachwuchsforscher*innen ein Forum wie diesen Wettbewerb brauchen, um sich auszuprobieren und so kritisch, konstruktiv und produktiv zur Entwicklung unserer Gesellschaft und unserer Zukunft beitragen“, ergänzt Wettbewerbsleiter Dr. Sven Soff.

Vier Mädchen und zehn Jungen wetteiferten in zehn Einzel- oder Gruppenprojekten in den Kategorien Biologie, Chemie, Mathematik/Informatik und Physik um die Teilnahme am Landeswettbewerb „Jugend forscht“. In der Junior-Sparte „Schüler experimentieren“ nahmen weitere 12 Schülerinnen und 12 Schüler mit 16 Arbeiten teil. Mit dabei waren Schulen aus Bad Vilbel, Elz, Frankfurt am Main, Gießen, Großkrotzenburg, Königstein im Taunus, Michelstadt, Neu-Isenburg, Oberursel, Rodgau, Schwalbach am Taunus sowie zwei Gast-Schulen aus Buenos Aires und Zagreb.

Neben den Platzierungen wurden die Projekte mit zahlreichen Geld- und Sachpreisen bedacht, beispielsweise einem Buchpreis der Gesellschaft Deutscher Chemiker, Jahresabonnements der Zeitschriften „GEO“, „GEOlino“, „natur“ oder „bild der wissenschaft“, sowie mit Senckenberg-Schülermitgliedschaften und Freikarten des Palmengartens oder ExperiMINTa. Projektbetreuerin Judith Jeuck von der Claus von Stauffenberg Schule Rodgau erhielt den mit 100 Euro dotiertenten „Sonderpreis für Engagierte Talentförderer“, zudem erhielt Christoph Braun für seine Tätigkeit als Projektbetreuer eine Einladung zum von cts Gruppen- und Studienreisen gesponserten Workshop „Digitalisierung, Schule und außerschulische Lernorte“. Die Geschwister-Scholl-Schule Rodgau erhielt den Schulpreis des Hessischen Sponsorpools, der mit 150 Euro dotiert ist.

Weitere Information über Senckenberg und digitale Angebote

Nach viel Lob für den SWR wird „Mainz bleibt Mainz“ 2021 am Fastnachtdienstag, 16. 02 2021 wiederholt

Ausschnitt aus Mainz bleibt Mainz: Als Angela Merkel, Karl Lauterbach und Peter Altmaier treffen sich Florian Sitte, Johannes Bersch und Adi Guckelsberger zu einer "Krisensitzung im Kanzleramt". Wer da wohl die Krise kriegt? | video (13:45 min) © SWR
Ausschnitt aus Mainz bleibt Mainz: Als Angela Merkel, Karl Lauterbach und Peter Altmaier treffen sich Florian Sitte, Johannes Bersch und Adi Guckelsberger zu einer „Krisensitzung im Kanzleramt“. Wer da wohl die Krise kriegt? | video (13:45 min) © SWR

Mainz. Die Fernsehfastnachtssitzung „Mainz bleibt Mainz“ im Ersten wurde am 12. Februar 2021 von durchschnittlich 5,07 Millionen Zuschauenden gesehen – das entspricht einem Marktanteil von 16,4 Prozent. Aufgrund der aktuellen Lage vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie war die Sendung im Kurfürstlichen Schloss zu Mainz ohne Publikum im Saal voraufgezeichnet worden.

Clemens Bratzler, Programmdirektor des Südwestrundfunks: „Wir freuen uns sehr, dass das Publikum diese außergewöhnliche Sendung in außergewöhnlichen Zeiten angenommen hat. Es war der ARD und dem SWR wichtig, die ‚Mutter aller Fernsehsitzungen‘ trotz Pandemie nicht ausfallen zu lassen. Mein Dank gilt allen Aktiven und Beteiligten, die mit großer Leidenschaft, Kreativität und Umsicht diese hoffentlich einmalige Corona-Ausgabe möglich gemacht haben.“

„Wir haben uns vorgenommen, in dieser schwierigen und oftmals trostlosen Zeit den Menschen ein wenig Freude zu bescheren und sie zu unterhalten“, blickt auch der verantwortliche SWR-Redakteur Günther Dudek auf die Sendung zurück: „Außerdem wollten wir gemeinsam ein Zeichen setzen: Die Meenzer und die Meenzer Fastnachter und Fastnachterinnen stehen zusammen und lassen sich auch von der Corona-Pandemie nicht unterkriegen. Die Übertragung hat bei unseren Zuschauer*innen im Ersten und im Internet enormen Anklang gefunden. Wir werden gerade mit Lob und Komplimenten überschüttet, die wir direkt an unser überragendes Team weiterreichen. Ganz besonderer Dank gilt den vier veranstaltenden Fastnachtsvereinen MCV, MCC, KCK und GCV, dem Kreativ- und Lenkungsteam, allen Mitwirkenden auf und neben der Bühne und unserem SWR-Team. Die Sendung hat im Durchschnitt 5,07 Millionen Zuschauende erreicht. Mit diesem Ergebnis sind wir angesichts der besonderen Bedingungen sehr zufrieden.“

„Mainz bleibt Mainz“ 2021 wird am Fastnachtdienstag, 16. Februar 2021, im SWR Fernsehen wiederholt und ist auch auf www.ard-mediathek.de abrufbar.

MCV-Motivwagen als Monumente Überlebensgroß karikierte Kunstwerke – Trump, Corona, das Narrenschiff und die Zugent(d)e


Unter dem Motto „Trotz Corona segelt heiter, das Narrenschiff voll Hoffnung weiter“ hat der MCV in diesem Jahr der ausgefallenen Fastnacht drei spektakuläre Motivmonumente geschenkt sowie die Zugent(d)e mit einem Schnabelschutz versehen und ihr eines der Symbole der Mainzer Fastnacht, den Bajazz, auf den Rücken gesetzt.

Kuenstler-Michael-Apitz Foto: MCV/Sascha Kopp
Kuenstler-Michael-Apitz Foto: MCV/Sascha Kopp

Wie in jeder Kampagne Jahr hatte noch im Herbst 2020 der Kreativkreis der MCV-Zugleitung getagt. Als klar wurde, dass es keine klassischen Motivwagen geben kann, hat der MCV mit Hilfe des Zeichners Michael Apitz zunächst zwei Motive-Monumente entwickelt.

 

„You are fired“

Naheliegenderweise wurde die Abwahl des US-Präsidenten Donald Trump thematisiert. Unter dem Motto „You are fired“ senkt dabei die Freiheitsstatue ihre Fackel nach unten und entzündet eine Kanone, aus der wie einst Baron Münchhausen nun Donald Trump auf einer Kugel sitzend zu seinem Golfplatz nach Hause gefeuert wird.

Foto: MCV/Sascha Kopp
Foto: MCV/Sascha Kopp

Dazu reimt der MCV:

„Vier Jahre Lügen, Hetze, Hohn
Miss Liberty schoss den Baron
Trumphausen mit sei’m blonden Haar,
zum Golfen heim nach Florida!“

Das gewaltige Monument ist über sieben Meter hoch und sollte eigentlich in der Mainzer Innenstadt zu sehen sein. Aufgrund der verschärften Coronaregeln hat der MCV darauf verzichtet und nun seine gewaltigen Motive filmisch in Szene gesetzt.

MCV-Praesident-Reinhard-Urban Foto: MCV/Sascha Kopp
MCV-Praesident-Reinhard-Urban Foto: MCV/Sascha Kopp

„Wir zeigen sie jetzt erstmal virtuell auf unserer Mediathek“, so MCV-Präsident Reinhard Urban, „sobald es die Corona-Lage zulässt und wir ein passendes Ereignis finden, wäre es schon unser Wunsch, dass wir die Monumente dann auch tatsächlich reell in der Mainzer Innenstadt aufstellen, damit man sie auch noch mal von Nahem in Augenschein nehmen kann. Sie sind ja wirklich mehr als imposant“.

Monument beschäftigt sich mit dem Corona-Virus

Das zweite Monument beschäftigt sich mit dem Corona-Virus.

Foto: MCV/Sascha Kopp
Foto: MCV/Sascha Kopp

Da der Impfstoff, auch dank der beiden Mainzer Firmen BionTech und Schott, buchstäblich die Welt retten könnte, freut sich der Mainzer Dom wie das Virus selbst geimpft wird. Der Dom ragt weit über acht Meter in den Himmel. Dazu reimt der MCV:

„Weil’s Virus grad beherrscht die Welt
ist alles auf den Kopf gestellt,
doch Impfstoff kommt – für groß und klein
von BionTech aus Mainz am Rhein
und es liefert Schott im Nu
die Impfstoff-Fläschjer noch dazu.“

Nach seinen eigenen Plänen hat Dieter Wenger zusätzlich das Motto der Kampagne mit Leben gefüllt: Man sieht ein riesiges Narrenschiff, weit über zehn Meter lang, das von Wellen umspült mit unzähligen Schwellköpp besetzt ist und die Botschaft sendet: „Trotz Corona segelt heiter, das Narrenschiff voll Hoffnung weiter.“ Dazu prangen an der Schiffswand die Wappen der großen Fastnachtsvereine und Garden, die alle unter dem Schutz von Gott Jokus stehen.

MCV-Wagenbauer Dieter Wenger Foto: MCV/Sascha Kopp
MCV-Wagenbauer Dieter Wenger Foto: MCV/Sascha Kopp

Die gewaltigen Monumente haben selbst den erfahrenen MCV Wagenbauer, Dieter Wenger, fast an seine Grenzen gebracht. Rund eine Tonne Eisen und über 300 Styroporwürfel wurden verarbeitet. Damit hat Wenger für die drei Monumente mehr Material benötigt als für die elf Motivwagen aus dem vergangenen Jahr: „Ich hab mich da ehrlich gesagt etwas verschätzt, sodass wir dann doch noch einige Nachtschichten einlegen mussten, um rechtzeitig zum Fastnachtswochenende fertig zu werden.“

Als Zugabe setzte Dieter Wenger dem heimlichen Star des Rosenmontagszugs, der Zugent(d)e, einen Schnabelschutz auf und lässt die Symbolfigur des MCV, den Bajazz mit Laterne, auf ihrem Rücken reiten.

Foto: MCV/Sascha Kopp
Foto: MCV/Sascha Kopp

Die vom MCV gebauten Motivwagen sind seit Anbeginn ein ganz wesentlicher Aspekt des Mainzer Rosenmontagszugs. Gebaut werden sie seit fast 60 Jahren vom MCV-Wagenbauer Dieter Wenger und seinem Team. Die Motivwagen glossieren alljährlich sowohl innerstädtische oder regionale wie auch bundes- oder weltpolitische Themen. Mit der Planung und dem Bau der Motivwagen wird bereits im Herbst des jeweiligen Vorjahres angefangen.

Foto: MCV/Sascha Kopp
Foto: MCV/Sascha Kopp

MCV-Mediathek

Erstmals können nun die Motivwagen, die diesmal als Monumente konzipiert wurden, nicht in der Innenstadt aufgestellt und der Öffentlichkeit präsentiert werden. Stattdessen wurden virtuelle Lösungen gefunden. Zu sehen sind sie u.a. auf der Homepage des MCV, aber auch als kostenfreier Video-Clip in der MCV Mediathek: mediathek.mainzer-carneval-verein.de.

Foto: MCV/Sascha Kopp
Foto: MCV/Sascha Kopp

Der MCV, der in diesem Jahr erstmals eine MCV-Mediathek eingerichtet hat, wird auf dem vereinseigenen Portal zwischen 10. und 16. Februar die MCV-Fastnachts-Posse übertragen, zudem die MCV-Fastnachts-Show in zwei Teilen (seit 7. und ab 14. Februar, jeweils ab 17:11 Uhr für je 11 Euro). Neben diesen kostenpflichtigen Angeboten wird es auch kostenfreie Beiträge geben. So wird ab 12. Februar, 13:11 Uhr, eine Fastnachts-Talkshow übertragen. MCV-Pressesprecher Michael Bonewitz interviewt in einer rund 45-minütigen Sendung die beiden kongenialen Wagenbauer Dieter Wenger (MCV, Mainz) und Jacques Tilly (Düsseldorf). Das Talk-Format wurde von der Akademie des Bistums Mainz unter Federführung der Studienleiterin Dr. Felicitas Janson initiiert und aufgezeichnet und wird neben der MCV-Mediathek auch über den youtube-Kanal des Bistums Mainz ausgestrahlt.

MCV Mediathek: mediathek.mainzer-carneval-verein.de

(MCV-Presse Michael Bonewitz )

Gipfeltreffen zur Lage der Veranstaltungsbranche im RheinMain CongressCenter Wiesbaden am 11. u. 12.02.2021

RheinMain CongressCenter © Foto Diether v. Goddenthow-
RheinMain CongressCenter © Foto Diether v. Goddenthow-

Für Donnerstag und Freitag, 11. und 12. Februar, lädt die Wiesbaden Congress & Marketing GmbH zu einem Gipfeltreffen der deutschen Veranstaltungswirtschaft nach Wiesbaden ins RheinMain CongressCenter ein. Eine Initiative mit dem Titel „Pfade in die Zukunft“ in einer Zeit großer Verunsicherung, eine Einladung an die Veranstaltungsbranche, gemeinsam einen Blick in die Post-Pandemie-Ära zu werfen. Die Veranstaltung wird inhaltlich von Helmut M. Bien, langjähriger Kurator der Luminale, begleitet.

Wie hat sich die Welt der Präsenz-Veranstaltungen verändert? Wie sieht die neue Normalität aus? Was sind Konzepte, die neues Vertrauen schaffen? Über 35 Branchen-Expertinnen und Experten teilen ihre gesammelten Erfahrungen, ihr Wissen, ihre Einschätzungen und Zukunftsprognosen. Mit dabei sind unter anderem Stephan Grünewald vom rheingold-institut Köln, Matthias Schultze vom German Convention Bureau, Jan Kalbfleisch, FAMAB, Dr. Stephan Wilhelm, Fraunhofer Institut, Wolf Lotter, brand eins, und viele mehr. Mit Li Edelkoort, international bekannte Trendforscherin, konnte eine Top Key-Note Speakerin zum Thema Zukunftstrends gewonnen werden.

Die Umsetzung der Veranstaltung könnte nicht besser in diese Zeit passen: In elf Panels diskutieren zugeschaltete Redner aus ganz Deutschland über die Zukunft der Veranstaltungsbranche. An der Veranstaltung interessierte Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgen den Erfahrungsaustausch über einen Livestream online – und können sich virtuell an der Veranstaltung inhaltlich beteiligen.

RMCC – Gastgeber für die Veranstaltungsbranche „Pfade in die Zukunft“: am 11./12.02.2021 diskutiert die Zukunft der Branche. © RMCC
RMCC – Gastgeber für die Veranstaltungsbranche „Pfade in die Zukunft“: am 11./12.02.2021 diskutiert die Zukunft der Branche. © RMCC

„Wiesbaden wie die gesamte Rhein-Main-Region profitieren seit Jahrzehnten vom Kongress- und Tagungsgeschäft. Die Branche ist essentiell für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft. Denn auf Veranstaltungen wird alles Wichtige verhandelt, was uns am Herzen liegt: Innovationen und Inspirationen, Forschung und Fortbildung und auch Anerkennung und Aufmerksamkeit. Die Veranstaltungen sind moderne Marktplätze auf denen kommuniziert wird. Und weil wir das wissen und uns die Bedeutung insbesondere für den Wirtschaftsstandort Wiesbaden bekannt ist, haben wir uns des Themas im Rahmen der heute und morgen stattfindenden Konferenz angenommen. Ich freue mich sehr über diese Initiative, die aus Wiesbaden kommt – denn: es kommt auch wieder eine Zeit nach der Pandemie und darauf sind wir vorbereitet“, referiert Bürgermeister und Wirtschaftsdezernent Dr. Oliver Franz über die Motivation hinter dem Gipfeltreffen.

Martin Michel, Geschäftsführer der Wiesbaden Congress & Marketing GmbH, ergänzt: „Die größte Herausforderung für Messe & Kongressveranstalter aber auch für Veranstaltungshäuser ist die Digitalisierung. Diese begrüßen wir. Digitalisierung eröffnet uns Reichweiten, von denen wir nur träumen konnten. So können im RMCC beispielsweise 1.000 Teilnehmer auf einer Veranstaltung zusammenkommen, die alle Vorzüge der Präsenz genießen können und eine Vielfaches an Besuchern können darüber hinaus in Online-Formaten vom Streamings bis zu Clips und Edutainments zugeschaltet werden. Und es kann einen wertvollen Nebeneffekt haben. Kongresse, die unseren Kapazitäten entwachsen waren, melden sich wieder zurück, weil sie unsere Atmosphäre und unseren Service schätzen und hier ihre verkleinerten Live-Veranstaltungen durchführen können, die sie ins Netz übertragen. Dafür haben wir die Kapazitäten und Kompetenzen aufgebaut.“

Das Programm ist einsehbar unter: www.wiesbaden.de/gipfeltreffen

 

Martin Michel, Geschäftsführer der Wiesbaden Congress & Marketing GmbH © RMCC
Martin Michel, Geschäftsführer der Wiesbaden Congress & Marketing
GmbH © RMCC

Interview mit Martin Michel, Geschäftsführer der Wiesbaden Congress & Marketing GmbH, über die Motivation hinter dem Gipfeltreffen:

Wie kamen Sie auf die Idee für diese Veranstaltung zu diesem ambitioniert frühen Termin?  Es ist ein Trugschluss, dass der Shutdown dazu führt, dass die Welt stillsteht. Sie dreht sich weiter und für uns mit erhöhtem Tempo. Wir müssen uns jetzt auf die Zukunft vorbereiten, voneinander lernen und uns stark machen. Viele Veranstaltungen haben einen langen Vorlauf, so dass es auch nach dem Ende des Shutdowns nicht gleich wieder losgeht. Unsere Kunden sind kritischer geworden, sie hinterfragen Veranstaltungsformate. Dies auch vor dem Hintergrund der Corona bedingt sehr schnellen und dynamischen Etablierung digitaler Alternativen. Wer jetzt noch davon ausgeht, dass sich alles in alt bewährter Form einspielt, der braucht gar nicht mehr am Markt anzutreten. Corona ist eine disruptive Herausforderung für das meiste, das uns lieb ist: die Spontanität der Begegnung, die Globalisierung, das Meet & Greet bei Konferenzen und Konzerten. Deshalb waren wir sofort dabei als uns Helmut M. Bien (westermann kommunikation) anbot, eine Konferenz zu dem Thema zu kuratieren. Er gehört zu den Kennern und Akteuren der Messe- und Kulturlandschaft und hat mit seinem Konzept ‚Luminale’ erstmals die Festivalisierung von Messeveranstaltungen erfolgreich organisiert. Das war der Einstieg in hybride Formate zwischen Hallengeländen und dem städtischen Umfeld, zwischen Kommerz und Kultur. Auch sonst hat er Erfahrungen mit Konferenzen, die Leute aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern mit verschiedenen Perspektiven zusammenbringen. Einen solchen Pfad bildenden Event wollen wir jetzt mit vereintem Know-How stemmen.

Wie hat sich denn das Geschäft schon verändert? Die Veranstaltungsanfragen haben sich verändert, denn unsere Kunden sind in vielen Bereichen weiter als manche andere in der Branche. Wir haben auch unsere Kunden zu dieser Konferenz eingeladen. Die Veranstalter führen nicht nur ihre entsprechenden Veranstaltungen durch, sondern sorgen für einen ganz wesentlichen Effekt. Durch die Teilnehmer werden Umsätze in Hotellerie, Gastronomie und Einzelhandel generiert. Damit sichern die Veranstaltungen nicht nur Umsätze, sondern auch Arbeitsplätze in der Stadt. Die ganze Infrastruktur gerät ins Wanken, wenn die Veranstaltungsbranche brachliegt. Wir wollen uns aktiv einbringen in diesen Wettlauf um den Erhalt unserer Lebensqualität. Wir haben im Augenblick beispielsweise ein großes Impfzentrum im RMCC eingerichtet, weil wir über das flexible Raumangebot verfügen und die Improvisationsfähigkeit für solche temporären Aktionen, die Leben retten und rasch in eine neue Normalität führen.

 

Welchen Herausforderungen müssen Sie sich aktuell stellen? Die größte Herausforderung für Messe & Kongressveranstalter aber auch für Veranstaltungshäuser ist die Digitalisierung. Braucht es in der Zukunft überhaupt noch große Hallen oder verschwindet nicht vieles im Netz? So wie Netflix die Medien herausfordert, Amazon den Einzelhandel, so sind es Formate wie Zoom, die quasi über Nacht einen neuen Kanal und ein eigenes Format aufgezogen haben. Zoomen wird das neue Googeln.

Wir sind froh, dass unsere Veranstaltungshäuser mitten in der Stadt zentral und fußläufig in einem attraktiven grünen Umfeld liegen. In unserer Multitasking-Welt können Sie hier zur Ruhe kommen und sich mal auf die wirklich wichtigen Dinge konzentrieren. Wir haben ideale Raumformate mit einem menschlichen Maßstab. Im RMCC fühlt man sich nicht allein und verloren und auf der falschen Veranstaltung, weil es bei uns keine Massen braucht, um die Situation als angenehm gefüllt zu empfinden. Man will ja Menschen treffen in einer entspannten und angenehmen Atmosphäre, schließlich liegt ja genau darin unser Geschäftsmodell wir führen Menschen zusammen.

Unsere Kunden bestätigen uns darin, dass auch sie diese Vorzüge der PräsenzVeranstaltung schätzen. Gerade die Erfahrungen mit Digitalformaten zeigen, dass oft genug nach einem Tag am Flachbildschirm nur ein schales Gefühl bleibt. Es ist wie manchmal beim Fernsehprogramm: Am nächsten Tag kann man sich nur noch schwer an das erinnern, was man gesehen hat.

Sie setzen also nach wie vor auf das soziale und physische Face to Face? Schon das ist ja eine Verengung. Kommunikation muss, wenn sie erfolgreich sein will, dargestellt und verkörpert werden. Messen und Kongresse sind eben keine ‚Talking Heads’ sondern es sind Bühnen, auf denen die Teilnehmer performen. Kleidung, Körpersprache, Gesten und Berührungen schaffen Vertrauen und Pausen sind das Wichtigste. Es ist ein Irrglaube, dass die Leute nur wegen der Inhalte kommen, sie wollen in den Pausen sich vernetzen und Erfahrungen austauschen, Missverständnisse ausräumen, von eigenen Erfolgen berichten, sich beruflich Weiterentwickeln eben das ganze Socializing. Wir sind als Peoplepilots unterwegs.

Wir bringen Menschen zu Themen zusammen und je verschiedener die Perspektiven sind umso inspirierender sind sie. Künftig gehen Sie nicht für Routinen auf Veranstaltungen, sondern wegen eines besonderen Inspiration, einer Information, die den persönlichen Horizont erweitert. Darum geht’s und weniger um Bestellvorgänge und Abwicklungsmodalitäten. Das ist jetzt endgültig ein Modell von gestern. Das interessiert kaum noch jemanden. Dafür gibt’s schließlich das Netz.

Und die Digitalisierung? Die begrüßen wir. Wir glauben an die Segnungen, die sich damit verbinden lassen. Digitalisierung eröffnet uns Reichweiten, von denen wir nur träumen konnten. Wir bringen demnächst beispielsweise 1.000 Leute auf eine Veranstaltung, die alle Vorzüge der Präsenz genießen können und eine Vielfaches an Besuchern darüber hinaus in Online-Formaten vom Streaming bis zu Clips und Edutainments, Digitorials und, und und…. Die Harvard University kauft die besten Professoren der Welt ein. Sie haben auch Performerqualitäten, weil die Vorlesungen ins Netz übertragen werden. Da sitzen viele Studierende an den Bildschirmen und haben so Zugang zu den Besten der Besten. Es ist wie im Theater. Da haben wir bisher nur Parkett und Bühne und jetzt gibt es über die digitalen Kanäle eine prinzipiell unbegrenzte Zahl von Stehplätzen. Unsere Veranstaltungen brauchen künftig eine Choreographie wie internationale Modenschauen, in denen eine relativ kleine Vor-OrtGruppe das Live-Erlebnis hat und die Masse dennoch nicht ausgesperrt ist. Das ist ein weiterer und bedeutender Schritt im Rahmen der Veranstaltungsorganisation, zumal die Leute im Digitalen sich die Dinge dann anschauen können, wann es Ihnen passt und nicht dem Veranstalter. Die leidige Diskussion um Termine entspannt sich dadurch sehr.

Und es kann einen wertvollen Nebeneffekt haben. Kongresse, die unseren Kapazitäten entwachsen waren, melden sich wieder zurück, weil sie unsere Atmosphäre und unseren Service schätzen und hier ihre verkleinerten Live-Veranstaltungen durchführen können, die sie ins Netz übertragen. Dafür haben wir die Kapazitäten und Kompetenzen aufgebaut.

Aber diese neuen Formate erhöhen doch die Zahl möglicher Konferenzstandorte? Das täuscht. Die Mehrzahl der Veranstaltungen fand auch bisher in Kongress-Hotels statt. In Wiesbaden sind wir mit ihnen in einer Allianz verbunden und wir haben nicht das Interesse, deren Geschäft zu kannibalisieren. Wir konzentrieren uns wie bisher auch, auf Veranstaltungen, die in Kapazitäten von Kongress-Hotels nicht abbildbar sind. Außerdem konkurrieren wir nicht mit Veranstaltungsstandorten in Gewerbegebieten. Wir spielen in einer anderen Liga.

Wie bereiten Sie dieses Gipfeltreffen vor? Wir haben gerade einen ‚Call for Innovations’ gestartet und bitten unsere Kollegen Beiträge für dieses Gipfeltreffen anzumelden. Sie können mit Helmut M. Bien unserem Kurator Kontakt aufnehmen und ein persönliches Gespräch führen. Zugleich haben wir eine Reihe von Koryphäen der Marktforschung und Kommunikationspsychologie, der Trendforschung und Event-Kommunikation, der Hospitality-Gestaltung angesprochen, Kollegen aus anderen Häusern und natürlich auch diejenigen, die Events umsetzen: von den Szenographen bis zu Technik-Dienstleistern.

Wir blicken grundoptimistisch in die Zukunft. Vieles wird wegfallen, das schon länger als Auslaufmodell gilt. Aber es eröffnen sich neue Konstellationen und Verbindungen, zum Beispiel für Leute, die Content haben oder aufbereiten können, die Medien und Kommunikationsagenturen und Seminarveranstalter. Das pure Geschäft mit Quadratmetern ist aus unser Sicht kein Zukunftsmodell. Es geht um Qualität, um Werte, die man mit Kunden teilt, um echte Innovationen, Nachhaltigkeit und nicht um immer mehr vom gleichen.

Unsere Veranstaltung ist ein Mutmacher. Wir jedenfalls haben Lust auf diese Zukunft und freuen uns, wenn es endlich wieder losgeht. Wirtschaft ist zu 50 Prozent Psychologie, meinte schon Ludwig Ehrhard aus Bad Homburg. Und dafür ist es unabdingbar, dass sich die Menschen wieder auf Veranstaltungen treffen können.

Das Programm ist einsehbar unter: www.wiesbaden.de/gipfeltreffen