Kategorie-Archiv: Wirtschafts-Sachbücher

Deutscher Wirtschaftsbuchpreis 2020: Gute Ökonomie für harte Zeiten von Abhijit V. Banerjee und Esther Duflo ist das beste Wirtschaftsbuch des Jahres

deutscher-wirtschaftsbuchpreis2wFür ihr Buch Gute Ökonomie für harte Zeiten. Sechs Überlebensfragen und wie wir sie besser lösen können, erschienen bei Penguin, haben die beiden Ökonomen Abhijit V. Banerjee und Esther Duflo den Deutschen Wirtschaftsbuchpreis 2020 gewonnen. Die Jury wählte das Buch aus einer Shortlist von zehn Titeln. Das Preisgeld beträgt 10.000 Euro.

Die Jury aus hochrangigen Vertretern aus Wirtschaft, Medien und Wissenschaft entschied sich für das Buch, weil die Autoren eine realistische Bestandsaufnahme der drängendsten wirtschaftlichen Probleme unserer Zeit mit praktischen Handlungsempfehlungen und Lösungsmöglichkeiten verbinden. „Das Buch hat uns beeindruckt, weil es sehr intensiv, ausbalanciert und gut verständlich die großen Themen wie die wachsende Ungleichheit, Migration, Freihandel, Wachstum und Klimaschutz behandelt“, urteilte die Jury über das Buch der beiden miteinander verheirateten Ökonomen, die 2019 mit dem Wirtschaftsnobelpreis ausgezeichnet wurden.

Hereinhören ins Werk "Gute Ökonomie für harte Zeiten"!
Hereinhören ins Werk „Gute Ökonomie für harte Zeiten“!

„Zwei Nobelpreisträger schaffen es, ökonomische Theorien auf ihre praktische Anwendung herunterzubrechen, das ist sehr gut gemacht“, erklärte der Jury-Vorsitzende Hans-Jürgen Jakobs, Senior Editor und Autor des Handelsblatts. „Das Buch ist in gewisser Weise eine Werbeschrift für die Ökonomie, eine Rehabilitierung der Wirtschaftswissenschaften, weil es zeigt, was gute Ökonomie zu leisten vermag.“

Die Autoren sehen die Ökonomie in der Pflicht, gerade in Krisenzeiten Vorschläge zu machen, um das Leben der Menschen zu verbessern. Konkret geht es um diejenigen, die in den Industrieländern vom technologischen und wirtschaftlichen Fortschritt abgehängt werden.

Abhijit V. Banerjee und Esther Duflo arbeiten in Boston am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in ihrem Spezialgebiet Armutsforschung. International bekannt wurden sie durch ihren 2011 erschienenen Bestseller Poor Economics. Plädoyer für ein neues Verständnis von Armut.

Als Premiere vergibt die Jury in diesem Jahr einen undotierten Sonderpreis für das beste Unternehmerbuch des Jahres. Ausgezeichnet wird Verena Pausder für ihr Buch Das neue Land. Wie es jetzt weitergeht, erschienen im Murmann-Verlag. Die Jury lobte den Appell der Autorin, etwas zu tun, statt zu klagen, als überzeugend und innovativ. „Das ist das Thema der Stunde“, so das Urteil der Jury, „eine Unternehmerin schreibt über ihr Leben, schreibt über Wirtschaft und wie sie Wirtschaft erlebt und verändern möchte. Das ist authentisch und mitreißend.“

Der Deutsche Wirtschaftsbuchpreis wird verliehen vom Handelsblatt, der Frankfurter Buchmesse und der Investmentbank Goldman Sachs, die das Preisgeld stiftet. Die Partner wollen mit der Auszeichnung die Bedeutung des Wirtschaftsbuches bei der Vermittlung ökonomischer Zusammenhänge unterstreichen und einen Beitrag zur ökonomischen Bildung in der Gesellschaft liefern. Verständlichkeit ist ein wichtiges Kriterium. Das Motto des Preises lautet deshalb „Wirtschaft verstehen“.

„Code Kaputt“ – Anna Wiener entlarvt in ihrem neuesten Buch die toxisch-gierige Parallelwelt des Silicon-Yalley

code-kaputt-coverWer Anna Wieners Job-Tour durch die Silicon-Valley-Parallelwelt des goldrauschgetriebenen Hightech-Kapitalismus gelesen hat, dürfte nicht länger unkritisch profitorientierter und blinder Digitalisierungswut gegenüberstehen,  gerade nicht in Zeiten von Corona, wo oftmals mit angeblichem „Schutz vor der Pandemie“ digitalem Missbrauch Tür und Tor geöffnet wird: Stichwort „Abschaffung des Bargelds“. Dies bedeutete totale Konto-Kontrolle und NegativZins-Zwang.  Wer weiß, dass solche Dinge wie „Abschaffung des Bargelds“ von  Finanzdienstleistern à la Wirecard durch gezielte Lobby-Arbeit bis hin zum Bundesfinanzministerium vorangetrieben werden, durchschaut rasch, dass es oftmals eben nicht um die eigentlichen Bedürfnisse von Menschen geht, sondern schlichtweg um Profit,  Kontrolle, Markt- und Verbraucher-Manipulation, oftmals auf Kosten  breiter Gesellschaftsgruppen, etwa älterer, kranker, bildungsferner oder wenig technikaffiner Menschen, die mit all den digitalen Segnungen vielfach selbständig kaum zurechtkommen oder sich auch von diesen nicht entmündigen lassen möchten.

So segensreich verantwortungsvoll verwendete „Algorithmen“ das Leben vereinfachen und bereichern können, so toxisch kann jedoch auch ihr Missbrauch wirken.

Wiener versammelt in ihrer literarisch brillianten Coming-of-Age-Geschichte nicht nur unzählige Beispiele solcher dysfunktionaler IT-Monster. Vielmehr entlarvt die Autorin die oftmals menschenverachtende Machtbesessenheit und die Dekadenz jener Start-up-Elite mit zum Teil tendenziell autistischen Chefs, die unseren digitalen Alltag bestimmen. Dabei erzählt sie nicht nur präzise von der Geburt des Start-up-Kapitalismus aus dem Geist der Überheblichkeit. Sie protokolliert, wie eine Generation ihre Illusionen verlor.

Gleich in ihrem ersten Beispiel legt Wiener den Daumen in die Wunde eines zum weltweiten Monopolisten avancierten digitalen „Online-Kaufhaus“, welches wir alle wohl kennen „das in den Neunzigern angefangen hatte, Bücher übers Internet zu verkaufen – nicht etwa aus Liebe zur Literatur, sondern aus Liebe zum Kunden und zum effektiv organisierten Konsum -, hatte sich zu einem digitalen Schnäppchenmarkt ausgewachsen, auf dem Haushaltsgeräte, Elektrotechnik, Lebensmittel, Massenmode, Spielwaren, Essbesteck und allerlei Unnützes made in China verkauft wurde. Nachdem das Onlinekaufhaus den gesamten Einzelhandel erorbert hatte, besann es sich wieder auf seine Wurzeln und probierte offenbar verschiedene Wege aus, die Verlagsbranche in den Ruin zu treiben (…) Innerhalb weniger Jahre sollte der Gründer, ein schildkrötenähnlicher ehemaliger Hedgefonds-Manager, zum reichsten Mann der Welt werden (…). Ich wusste nicht, dass das Onlinekaufhaus in der Tech-Branche für seine gnadenlose, datengetriebene Unternehmenskultur verehrt wurde oder dass die proprietären Algorithmen, die neben Romanen über dysfunktionale Familien Kaufempfehlungen für Staubsaugerbeutel und Windeln anzeigten, als hochmodern, bewundernswert und Avantgarde in Sachen angewandtes maschinelles Lernen galten. Ich wusste nicht, dass ein lukratives Schwesterunternehmen dieses Onlinekaufhauses außerdem Cloud-Computing-Services verkaufte – die gebührenpflichtige Nutzung eines weitläufigen internationalen Netzwerkes von Serverfarmen – und damit die Back-End-Infrastruktur für die Websites und Apps anderer Firmen bereitstellte. Ich wusste nicht, dass man das Internet praktisch nicht mehr nutzen konnte, ohne dieses Onlinekaufhaus und seinen Gründer noch reicher zu machen“ (Auszug aus Anna Wiener, CODE KAPUTT, München 2020, SS.11 u. 12) Es dürfte sich hierbei wohl um das Online-Kaufhaus handeln, welches bekanntermaßen zunächst den Namen „Relentless“, „unerbittlich“, erhalten sollte, bevor die Wahl auf Amazon fiel. „Amazone“ war übrigens der Spitzname, den Jeff Bezos seiner Frau MacKenzie gab, weil er es wohl ihrer Hartnäckigkeit verdankt hatte, nicht aufzugeben, als sein  Online-Kaufhaus in den Anfangszeiten kurz vor der Pleite stand.

Anna Wiener legt mit „Code Kaputt“ ein sehr empfehlenswertes Insider-Buch vor, das nicht nur sprachlich wunderbar zu lesen ist, sondern als wichtiger Diskussionsbeitrag über Chancen und Grenzen von Digitalisierung und die Gefahren unregulierter Überwachung gute Argumente liefert.

(Diether v. Goddenthow /Rhein-Main.Eurokunst)

Anna Wiener. Code kaputt. Macht und Dekadenz im Silicon Valley,
Droemer/Knaur, München (2020),Kartoniert, 320 Seiten, 18,00 Euro, ISBN 9783426277737

 

Interview mit Anna Wiener

Anna Wiener © Droemer Knaur GmbH & Co. KG
Anna Wiener © Droemer Knaur GmbH & Co. KG

Anna, Ihr Buch “Code kaputt” ist kein reines Sachbuch über die Technik-Industrie des Silicon Valley – es ist in erster Linie Ihre ganz
persönliche Geschichte. Wieso haben Sie sich entschieden, dass Buch in dieser Form zu schreiben und haben Sie je daran gezweifelt?

 

Die meisten Geschichten, die über die Tech- Industrie erzählt wurden, handelten von Gründern, Investoren, Führungskräften – triumphale Erzählungen, Geschäftsbüchern. Mein Interesse galt dem Silicon Valley aus der Sicht eines Angestellten. Ich wollte die Bräuche, Werte und das Lexikon dieser Kultur
dokumentieren, aber ich wollte auch erklären, wie es sich anfühlte, dort zu sein – mein eigener Kreislauf aus Verführung und Ernüchterung.
Arbeit kann emotional sein, insbesondere in einer Branche, die junge Menschen dazu ermutigt, ihr persönliches und berufliches Leben vollständig in den Dienst des Unternehmens zu stellen. Ich hoffe, dass meine persönlichen Geschichte einen Teil der strukturellen Dynamiken im Silicon Valley zu diesem speziellen Zeitpunkt der Geschichte in ein anderes Licht rücken kann.

Noch immer träumen viele junge Menschen vom Silicon Valley. Was glauben Sie, woher rührt diese Faszination?

Es ist natürlich verführerisch zu hören, dass Sie die Zukunft gestalten. Einige Menschen haben eine echte Begeisterung für die Transformationsfähigkeit der Technologie oder eine intellektuelle Neugier für die Arbeit selbst; Das möchte ich gar nicht kleinreden. Andere möchten vielleicht dort sein, wo die Action stattfindet, sei es aus dem Wunsch nach Wohlstand oder Macht. Ich denke, für viele Menschen ist die Arbeit in der Tech-Branche einfach eine Möglichkeit, in einem Land, in
dem das soziale Sicherheitsnetz in Trümmern liegt, zahlungsfähig zu bleiben. Persönlich wollte ich das Gefühl haben, einen Platz auf der Welt und eine gewisse Dynamik zu finden: Ich wollte Sicherheit im Moment und Sicherheit für eine Zukunft.

Was war für Sie die größte Ernüchterung des Start-up-Hypes? Gab es einen speziellen Auslöser?

Es gab für mich keinen bestimmen Wendepunkt – es war eher ein langsames Verbrennen. Einiges davon war persönlich und einiges hatte mit den Werten der Branche zu tun. Der tollwütige Individualismus und die allgegenwärtige Vorstellung, dass deine Wirtschaftsleistung deinem Wert als Person entspricht, haben mich sehr getroffen und mir geschadet. Ich habe nie wirklich daran geglaubt, dass das Wichtigste, das eine Person zur Gesellschaft beitragen kann, ein Start-up ist. Ich hatte viele Zweifel und Bedenken – wozu das alles, was ist das Ziel.

Über die Autorin
Anna Wiener ist Journalistin und schreibt für den New YorkerThe Atlantic und Wired über das Silicon Valley, Start-Up-Kultur und die digitale Welt. Sie lebt und arbeitet in San Francisco, Code kaputt ist ihr erstes Buch und sorgt seit Erscheinen in den USA und Großbritannien für Furore.

„Sozialer Kapitalismus! Mein Manifest gegen den Zerfall unserer Gesellschaft“ von Paul Collier mit dem Deutschen Wirtschaftsbuchpreis prämiert

Deutscher Wirtschaftsbuchpreis 2019: Sozialer Kapitalismus! Mein Manifest gegen den Zerfall unserer Gesellschaft von Paul Collier ist das beste Wirtschaftsbuch des Jahres. © Foto: Diether v Goddenthow
Deutscher Wirtschaftsbuchpreis 2019: Sozialer Kapitalismus! Mein Manifest gegen den Zerfall unserer Gesellschaft von Paul Collier ist das beste Wirtschaftsbuch des Jahres. © Foto: Diether v Goddenthow

Für sein Buch Sozialer Kapitalismus! Mein Manifest gegen den Zerfall unserer Gesellschaft, erschienen im Siedler-Verlag, hat Paul Collier den Deutschen Wirtschaftsbuchpreis 2019 gewonnen. Die Jury wählte das Buch aus einer Shortlist von zehn Titeln. Das Preisgeld beträgt 10.000 Euro. Der Preis wurde am Donnerstagabend im Rahmen der Frankfurter Buchmesse bei einer feierlichen Gala überreicht.

Die Jury aus hochrangigen Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft entschied sich für das Buch, weil es das Thema Zukunftsbewältigung wegweisend behandelt und einen ebenso fundierten wie persönlichen Debattenbeitrag zu einer der großen Fragen der Zeit liefert: Wie können wir technologischen Fortschritt auch gesellschaftlich stabilisieren? „Wie weit können Markt und Privatwirtschaft gehen und wo setzt ein fundiertes Bewusstsein der Verantwortung für das Gemeinwohl ein? Das ist von hoher Relevanz“, urteilt die Jury über Colliers Plädoyer für einen erneuerten Kapitalismus. Jede Gesellschaft brauche eine Konvention der Mitglieder auf Werte, die gelebt werden müssen. „Colliers Manifest ist extrem gut erklärt und seine Forderungen sind leicht nachvollziehbar“, erklärt der Jury-Vorsitzende Hans-Jürgen Jakobs, Senior Editor und Autor des Handelsblatts, „und er spricht das Thema Identität ideologiefrei an“.

Der britische Ökonom diagnostiziert in seinem Buch, dass nicht nur die Verteilung zwischen Arm und Reich Probleme aufwirft. Viel gefährlicher sei der neue Riss zwischen den städtischen Metropolen und dem Rest des Landes, zwischen den urbanen Eliten und der Mehrheit der Bevölkerung. Eine Ideologie des Einzelnen greife um sich, die auf Selbstbestimmung beharre, auf Konsum abziele und sich von der Idee gegenseitiger Verpflichtungen verabschiede, schreibt Collier. Und in dieses Vakuum stoßen Populisten und Ideologen.

Collier fordert eine neue Ethik der Gemeinschaft. Auch Unternehmen müssten den Rückbezug wieder herstellen zwischen den Rechten und den Verpflichtungen, zwischen Ansprüchen und Verantwortung. Collier ist einer der bedeutendsten Ökonomen und Autor zahlreicher Bücher. Er lehrt als Professor für Ökonomie an der Universität Oxford und leitete die Forschungsabteilung der Weltbank. Bekannt wurde er 20018 mit seinem internationalen Bestseller Die unterste Milliarde.

Der Deutsche Wirtschaftsbuchpreis wird verliehen vom Handelsblatt, der Frankfurter Buchmesse und der Investmentbank Goldman Sachs, die das Preisgeld stiftet. Die Partner wollen mit der Auszeichnung die Bedeutung des Wirtschaftsbuches bei der Vermittlung ökonomischer Zusammenhänge unterstreichen und einen Beitrag zur ökonomischen Bildung in der Gesellschaft liefern. Verständlichkeit ist ein wichtiges Kriterium. Das Motto des Preises lautet deshalb „Wirtschaft verstehen“.

Der Deutscher Wirtschaftsbuchpreis im Handelsblatt

Deutscher Wirtschaftsbuchpreis 2019: Die Shortlist

logo-dtsch-wirtschaftsbuchpDie Finalisten des Deutschen Wirtschaftsbuchpreises 2019 stehen fest. Zehn Bücher haben es in die Endauswahl geschafft. Eine hochkarätige Jury wählt aus den Titeln der Shortlist das beste Wirtschaftsbuch des Jahres. Den Vorsitz der Jury hat Hans-Jürgen Jakobs, Senior Editor und Autor des Handelsblatts. Der Preis wird im Rahmen der Frankfurter Buchmesse am 17. Oktober 2019 um 20 Uhr im Frankfurter Hof verliehen. Einen Tag später, am Freitag den 18. Oktober, wird sich der Preisträger um 11 Uhr im Pavilion auf der Agora vorstellen.

Der Deutsche Wirtschaftsbuchpreis steht unter dem Motto „Wirtschaft verstehen“. Das Handelsblatt, die Frankfurter Buchmesse und die Investmentbank Goldman Sachs vergeben den Preis, um die Wirtschaftsliteratur zu fördern. Die drei Partner wollen mit der Auszeichnung die Bedeutung des Wirtschaftsbuches bei der Vermittlung ökonomischer Zusammenhänge unterstreichen. Zu den Auswahlkriterien gehören deshalb neben innovativer Themensetzung oder einem neuen Blickwinkel auch Verständlichkeit und Lesbarkeit. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Die zehn Bücher der Shortlist stellt das Handelsblatt in den kommenden Wochen ausführlich auf der Literaturseite in der Wochenendausgabe vor. Alle weiteren Informationen zum Preis und die Rezensionen sind auch zu finden unter: www.deutscher-wirtschaftsbuchpreis.de

Die Shortlist (in alphabetischer Reihenfolge):

Heike Buchter: Ölbeben. Wie die USA unsere Existenz gefährden

Campus, Frankfurt 2019, 304 Seiten, 24,95 Euro

John Carreyrou: Bad Blood. Die wahre Geschichte des größten Betrugs im Silicon ValleyDVA, München 2019, 400 Seiten, 24 Euro

Paul Collier: Sozialer Kapitalismus. Mein Manifest gegen den Zerfall unserer GesellschaftSiedler, München 2019, 320 Seiten, 20 Euro

Jörg Dräger, Ralph Müller-Eiselt: Wir und die intelligenten Maschinen – Wie Algorithmen unser Leben bestimmen und wir sie für uns nutzen können
DVA, München 2019, 272 Seiten, 20 Euro

Daniel Goffart: Das Ende der Mittelschicht. Abschied von einem deutschen ErfolgsmodellBerlin Verlag, Berlin 2019, 400 Seiten, 22 Euro

Alexander Hagelüken: Lasst uns länger arbeiten!
Droemer, München 2019, 224 Seiten, 16,99 Euro

Ernst-Wilhelm Händler: Das Geld spricht
S.Fischer, Frankfurt 2019, 400 Seiten, 22 Euro

Kai-Fu Lee: AI Superpowers. China, Silicon Valley und die neue Weltordnung
Campus, Frankfurt 2019, 320 Seiten, 26 Euro

Nils Ole Oermann, Hans-Jürgen Wolff: Wirtschaftskriege. Geschichte und Gegenwart
Herder, Freiburg 2019, 272 Seiten, 24 Euro

Thomas Straubhaar: Die Stunde der Optimisten. So funktioniert die Wirtschaft der ZukunftEdition Körber, Hamburg 2019, 368 Seiten, 22 Euro

Die Jurymitglieder (in alphabetischer Reihenfolge):

Prof. Dr. Dr. Ann-Kristin Achleitner, Wirtschaftswissenschaftlerin an der TUM School of Management
Dr. Simone Bagel-Trah, Vorsitzende des Aufsichtsrats der Henkel AG & Co. KGaA
Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse
Dr. Wolfgang Fink, Deutschland-Chef von Goldman Sachs
Lutz Goebel, Präsident des Verbands DIE FAMILIENUNTERNEHMER
Prof. Bodo Hombach, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Brost-Stiftung
Hans-Jürgen Jakobs, Senior Editor des Handelsblatts
Prof. Dr. Bert Rürup, Präsident des Handelsblatt Research Instituts
Prof. Dr. Malcolm Schauf, Präsident des Bundesverbands Deutscher Volks- und Betriebswirte (bdvb)

Deutscher Wirtschaftsbuchpreis: „Die Chinesen – Psychogramm einer Weltmacht“ ist das beste Wirtschaftsbuch des Jahres 2018

wibu-preis2Düsseldorf (ots)- Für ihr Buch „Die Chinesen – Psychogramm einer Weltmacht“, erschienen im Econ-Verlag, haben Stefan Baron und Guangyan Yin-Baron den Deutschen Wirtschaftsbuchpreis 2018 gewonnen. Die Jury wählte das Buch aus einer Shortlist von zehn Titeln zum besten Wirtschaftsbuch des Jahres. Das Preisgeld beträgt 10.000 Euro. Der Preis wurde am Freitagabend im Rahmen der Frankfurter Buchmesse bei einer feierlichen Gala überreicht.

Die Jury, zusammengesetzt aus hochrangigen Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft, entschied sich für das Buch, weil es fundiert und lehrreich über Chinas Wirtschaft, Politik, Geschichte, Gesellschaft, Kultur und Philosophie aufklärt. „Ein Buch zur richtigen Zeit, das gefehlt hat, ein Crash-Kurs der globalen Situation“, urteilte die Jury, „ein Buch, das jeder Wirtschaftslenker lesen sollte, vor allem vor dem Hintergrund des heraufziehenden Handelskriegs zwischen den USA und China und der zunehmenden Verflechtung der deutschen und der chinesischen Wirtschaft“.

chinesen

Die Autoren beschreiben faktenreich das Denken und Fühlen des bevölkerungsreichsten Landes der Welt von kollektiven Vorstellungen über Familie, Hierarchie und Moral bis zu den ökonomischen und geopolitischen Ambitionen Chinas. Sie schildern das Selbstverständnis des Landes von Konfuzius über Mao bis heute und gewichten die „chinesische Herausforderung“ und die Folgen für den Westen. Die Jury lobte die klare Sprache und den hohen Gebrauchswert des Buches.

Bei allen Zukunftsfragen wird China eine Rolle spielen, deshalb sollten wir so viel wie möglich über das Land und das System wissen“, erklärt der Jury-Vorsitzende Hans-Jürgen Jakobs, Senior Editor und Autor des Handelsblatts.

Der Deutsche Wirtschaftsbuchpreis wird verliehen vom Handelsblatt, der Frankfurter Buchmesse und der Investmentbank Goldman Sachs, die das Preisgeld stiftet. Die Partner wollen mit der Auszeichnung die Bedeutung des Wirtschaftsbuches bei der Vermittlung ökonomischer Zusammenhänge unterstreichen und einen Beitrag zur ökonomischen Bildung in der Gesellschaft liefern. Verständlichkeit ist ein wichtiges Kriterium. Das Motto des Preises lautet deshalb „Wirtschaft verstehen“.

Über das Handelsblatt

Das Handelsblatt ist die größte Wirtschafts- und Finanzzeitung in deutscher Sprache. Rund 200 Redakteure, Korrespondenten und ständige Mitarbeiter rund um den Globus sorgen für eine aktuelle, umfassende und fundierte Berichterstattung. Im Tageszeitungsvergleich zählt die börsentäglich erscheinende Wirtschafts- und Finanzzeitung bei Entscheidern der ersten und zweiten Führungsebene zur unverzichtbaren Lektüre. Laut „Leseranalyse Entscheidungsträger in Wirtschaft und Verwaltung“ (LAE) 2018 erreicht das Handelsblatt mehr als 305.000 Top-Entscheider börsentäglich. Handelsblatt Online ist mit monatlich bis zu 20 Millionen Visits und rund 80 Millionen Page Impressions das führende Wirtschaftsportal in Deutschland. www.handelsblatt.com

Über Goldman Sachs

Goldman Sachs gehört zu den führenden globalen Investmentbanking-, Wertpapier- und Vermögensverwaltungshäusern. Die Bank bietet weltweit einem breit gefächerten Klientenstamm, zu dem Unternehmen, Finanzinstitutionen, staatliche Stellen und vermögende Privatpersonen gehören, ein umfangreiches Dienstleistungsspektrum an. Die 1869 gegründete Gesellschaft hat ihren Hauptsitz in New York und unterhält Niederlassungen in allen großen Finanzzentren auf der ganzen Welt. In Deutschland ist Goldman Sachs seit 1990 mit einer Niederlassung in Frankfurt vertreten.

Weitere Informationen und Bilder

Die Finalisten des Deutschen Wirtschaftsbuchpreises 2018 stehen fest

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Die zehn Bücher der Shortlist des Deutschen Wirtschaftsbuchpreises 2018 stehen fest. Der Deutsche Wirtschaftsbuchpreis steht unter dem Motto „Wirtschaft verstehen“. Er wird jährlich vom Handelsblatt, der Frankfurter Buchmesse und der Investmentbank Goldman Sachs vergeben, um die Wirtschaftsliteratur zu fördern und die Bedeutung des Wirtschaftsbuches bei der Vermittlung ökonomischer Zusammenhänge zu unterstreichen. Laut Handelsblatt gehören deshalb zu den Auswahlkriterien „neben innovativer Themensetzung oder einem neuen Blickwinkel auch Verständlichkeit und Lesbarkeit.“ Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird am 12.Oktober im Rahmen der Buchmesse verliehen.

Das Handelsblatt stellt in den kommenden Wochen alle zehn Bücher der Shortlist ausführlich auf der Literaturseite in der Wochenendausgabe vor. Die Rezensionen finden Sie auch unter: www.deutscher-wirtschaftsbuchpreis.de

Die zehn Bücher der Shortlist:

Stefan Baron, Guangyan Yin-Baron:
Die Chinesen.
Psychogramm einer Weltmacht
Econ, Berlin 2018,
448 Seiten, 25 Euro

Scott Galloway:
The Four.
Die geheime DNA von Amazon, Apple, Facebook und Google
Plassen, Kulmbach 2018,
320 Seiten, 24,99 Euro

David Graeber:
Bullshit-Jobs.
Vom wahren Sinn der Arbeit
Klett-Cotta, Stuttgart 2018,
464 Seiten, 26 Euro

Michael Hüther, Matthias Diermeier, Henry Goecke:
Die erschöpfte Globalisierung.
Zwischen transatlantischer Orientierung und chinesischem Weg
Springer, Berlin 2018,
423 Seiten, 19,99 Euro

Jaron Lanier:
Zehn Gründe, warum du deine Social Media Accounts sofort löschen
musst
Hoffmann und Campe, Hamburg 2018,
208 Seiten, 14 Euro

Hans-Peter Martin:
Game over.
Wohlstand für wenige, Demokratie für niemand, Nationalismus für alle  – und dann?
Penguin, München 2018,
320 Seiten, 22 Euro

Julian Nida-Rümelin, Nathalie Weidenfeld:
digitaler-humanismus2,jpgDigitaler Humanismus.
Eine Ethik für das Zeitalter der Künstlichen Intelligenz
Piper, München 2018,
224 Seiten, 24 Euro

 

 

 

Hans-Werner Sinn:
Auf der Suche nach der Wahrheit.
Autobiografie
Herder, Freiburg 2018,
672 Seiten, 28 Euro

Nassim Nicholas Taleb:
Das Risiko und sein Preis
Penguin, München 2018,
384 Seiten, 26 Euro

Achim Wambach, Hans-Christian Müller:
Digitaler Wohlstand für alle. Ein Update der sozialen Marktwirtschaft
ist möglich
Campus, Frankfurt 2018,
222 Seiten, 28 Euro

Die Rezensionen finden Sie auch unter: www.deutscher-wirtschaftsbuchpreis.de

Über das Handelsblatt
Das Handelsblatt ist die größte Wirtschafts- und Finanzzeitung in deutscher Sprache. Rund 200 Redakteure, Korrespondenten und ständige Mitarbeiter rund um den Globus sorgen für eine aktuelle, umfassende und fundierte Berichterstattung. Im Tageszeitungsvergleich zählt die börsentäglich erscheinende Wirtschafts- und Finanzzeitung bei Entscheidern der ersten und zweiten Führungsebene zur unverzichtbaren Lektüre. Laut „Leseranalyse Entscheidungsträger in Wirtschaft und Verwaltung“ (LAE) 2018 erreicht das Handelsblatt mehr als 305.000 Top-Entscheider börsentäglich. Handelsblatt Online ist mit monatlich bis zu 20 Millionen Visits und rund 80 Millionen Page Impressions das führende Wirtschaftsportal in Deutschland. www.handelsblatt.com

„Homo Deus – Eine Geschichte von Morgen“ von Yuval Noah Harari ist bestes Wirtschaftsbuch – Wirtschaftsbuchpreis 2017 verliehen

Yuval Noah Harari  erhielt für „Homo Deus – Eine Geschichte von Morgen“ aus dem C.H.Beck –Verlag, den Wirtschaftsbuchpreis 2017 - Foto aus der Videobotschaft - (Handelsbltt)
Yuval Noah Harari erhielt für „Homo Deus – Eine Geschichte von Morgen“ aus dem C.H.Beck –Verlag, den Wirtschaftsbuchpreis 2017 – Foto aus der Videobotschaft – (Handelsbltt)

Der mit 10 000 Euro dotierte Wirtschaftsbuchpreis 2017 geht an Yuval Noah Hararis für sein opulentes Werk „Homo Deus – Eine Geschichte von Morgen“ aus dem C.H.Beck –Verlag München. Das Werk wurde international bereits über eine Millionen mal verkauft, und sprengt alle Denk-Dimensionen.  Der israelische Autor und Historiker Yuval Noah Harari gilt als einer der letzten Universalgelehrten und wurde mit seinem Weltbestseller «Eine kurze Geschichte der Menschheit» berühmt.

Yuval Harari: Homo Deus. Eine Geschichte von morgen. Beck, 576 Seiten, 24,95 Euro

Gabor Seingart, Herausgeber des Handelsblatts, Jury-Vorsitzender und Laudator.
Gabor Seingart, Herausgeber des Handelsblatts, Jury-Vorsitzender und Laudator.

Obwohl Hararis Werk weit über einen Wirtschaftsbuchtitel hinausragt, ist es von einer hochkarätigen Experten-Jury zum besten Wirtschaftsbuch des Jahres 2017 gekürt worden. „Wer dieses Buch liest, nimmt eine Weltbibliothek des Wissens in sich auf. Er nimmt an einem ‚Studium Generale‘ teil, das mit einem Zertifikat in Futurologie endet.“, sagte Gabor Steingart, Herausgeber des Handelsblatts und Juryvorsitzender des Deutschen Wirtschaftsbuchpreises. Der Juryvorsitzende machte es bei der Preisverleihung am vorigen Freitagabend im Steigenberger Frankfurter Hof mit der Bekanntgabe des Siegertitels aus 10 Finalisten des Wirtschaftsbuchpreises spannend.

Jury-Mitglied Professor Ann-Kristin Achleitner. Foto: Diether v. Goddenthow
Jury-Mitglied Professor Ann-Kristin Achleitner. Foto: Diether v. Goddenthow

Eröffnet hatte die Präsentation der 10 Finalisten-Titel Jury-Mitglied Professor Ann-Kristin Achleitner mit einer fulminanten Keynote über das Lesen und was gute Bücher ausmacht. Auf neuropsychologische Studienergebnisse gestützt, sei es nun auch wissenschaftlich bewiesen, dass gute Bücher unsere Neugierde und damit die Ausschüttung von Dopamin anregten, kurzum: „ein gutes Buch kann glücklich machen und hält jung“, so Achleitner, die mit Voltaires – nun posthum neurowissenschaftlich belegten – Worten schloss: „Die nützlichsten Bücher sind die, die den Leser dazu anregen, sie zu ergänzen.“.

Anschließend stellten die Shortlist-Autoren bzw. vertretungsweise ihre Verleger in zweiminütigen Statements, in einem so genannten „elevator pitch“, die 10 Finalisten-Titel vor. Das Publikum, Mitglieder des Handelsblatt-Wirtschaftsclubs, Verleger, Medienleute usw., war begeistert.

Die Spannung stieg, und bevor Gabor Steingart, in Beisein von Buchmessen-Geschäftsführer Juergen Boos und den Co-Vorstandsvorsitzenden der Goldman Sachs AG, Dr. Wolfgang Fink und Dr. Jörg Kukies die Katze aus dem Sack ließ, wurde das Saalpublikum um ein Votum gebeten. Die Handzeichen-Abstimmung brachte jedoch keinen bestimmten Trend für eins, zwei Titel.
Schließlich lüftete Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart das Geheimnis: „Der Sieger des Deutschen Wirtschaftsbuchpreises 2017 ist Yuval Noah Harari mit seinem im Beck-Verlag erschienenen Buch „Homo Deus – Eine Geschichte von Morgen.“ In der Begründung der Jury heißt es: „Es geht um die Folgen des technisch-zivilisatorischen Umbruchs, in dem wir uns befinden. Der Autor bietet brillant geschriebene Denkanstöße und startet eine Debatte, die von uns allen fortgeführt werden muss“. Das Buch sei keine Science-Fiction und Harari sei auch kein Zukunftspessimist. Der Autor habe extrem spannende Ansätze, eine neue Sicht der Dinge, um auf die Themen der Zukunft zu fokussieren, erläuterte Steingart.

Harari wurde von seinem Verleger Jonathan Beck vertreten. Denn einmal im Jahr zieht sich der Historiker und Universalgelehrte Harari für zwei Monate zum Meditieren nach Indien zurück, wo er zur Zeit verweilt, und zwar: ohne E-Mails, Computer, Telefon und sogar ohne Bücher. Wie er in einer Videoeinspielung mitteile, spräche er während seiner Auszeit mit niemandem und versuche,  ganz im Jetzt zu leben und  seinen Körper und Geist tz hören. Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart hatte Yuval Noah Harari in Tel Aviv besucht und dabei die Video-Aufzeichnung des Interviews anfertigen lassen.
Per Video erläutert  Harari den Ansatz seines neuen Buches: Er habe in seinem letzten Werk «Eine kurze Geschichte der Menschheit» beschrieben, wie die einzigartige Fähigkeit des Menschen, an kollektive Mythen wie „Gott, Menschenrechte oder Geld“  glauben zu können, ihn befähigt habe, diesen Planeten zu erobern.
In seinem neuen Werk «Homo Deus» untersuche er nun, was passieren könnte, wenn unsere alten Mythen mit revolutionären neuen Technologien verbunden würden. Wie würde der Islam mit der Gentechnik umgehen? Wie würde der Sozialismus auf den Aufstieg der Nichtarbeiterklasse reagieren? Wie würde der Liberalismus mit einem Big Brother, der mit Big Data gefüttert wird, zurechtkommen? Würde das Silicon Valley am Ende nicht nur neue Geräte, sondern auch neue Religionen produzieren? Was würde mit der Demokratie passieren, wenn Google und Facebook unsere Vorlieben und unsere politischen Einstellungen besser kennen als wir selbst? Was würde aus dem Wohlfahrtsstaat, wenn Computer die Menschen vom Arbeitsmarkt verdrängen und eine gigantische Klasse der «Unnützen» schaffen? Was wäre, wenn die Biotechnologie die menschliche Lebenserwartung radikal verlängerte und es uns erlaubte, sowohl unserem Körper als auch unserem Geist ein Upgrade zu gönnen. Würden diese Verbesserungen dann für alle und jeden verfügbar sein? Oder würden wir eine noch nie dagewesene biologische Ungleichheit zwischen Arm und Reich erleben? Harari meint, dass der  Unterschied zwischen technologisch aufgerüsteten «Übermenschen» und den einfachen Menschen aus Fleisch und Blut sogar größer sein könnte, als der zwischen dem Homo Sapiens und dem Neandertaler.

Harari geht von der Grundüberzeugung aus, dass Erfolg nicht Glück bedeute, sondern  das Verlangen nach mehr hervorrufe, weswegen der Mensch letztlich alles, was machbar sei, auch zu realisieren versuche, und keine Grenzen kenne. Im Kern geht es um die Erkenntnis, dass alles in unserer Welt mehr oder weniger datengesteuert sei, und dass Jene, die die Algorithmen programmierten und Datenströme beherrschten, die Macht und das Sagen hätten. Hier setzt Hararis Erklärungsmodell der Welt an, ein Erklärungsmodell  wie wir es noch nie kennengelernt haben, so Gabor Steingart. Harari spekuliert über eine neue Datenreligion und verknüpft diese mit der Menschheitsgeschichte. „Wir sollen uns trauen, auch das bisher Undenkbare zu denken. Denn wenn wir eine Chance haben wollen, den Algorithmus zu schlagen, dann müssen wir disruptiv denken. Wir müssen den Computer erst durchschauen und dann überlisten.“, so Handelsblatt-Herausgeber Cabor Seingart in seiner Laudatio.

(Diether v. Goddenthow /Rhein-Main.Eurokunst)

Siehe auch  im Handelsblatt die Beiträge: von Regina Krieger:  Gegen die Gegenwartsverliebtheit von Gabor Steingart„Das System ist erstarrt“

Deutscher Wirtschaftsbuchpreis 2017: Die Shortlist

Der Wirtschaftsbuchpreis wird wieder im Frankfurter Hof in Frankfurt verliehen. Foto: Diether v. Goddenthow
Der Wirtschaftsbuchpreis wird wieder im Frankfurter Hof in Frankfurt verliehen. Foto: Diether v. Goddenthow

Düsseldorf (ots) – Die Finalisten des Deutschen Wirtschaftsbuchpreises 2017 stehen fest. Zehn Bücher haben es in die Endauswahl geschafft. Eine hochkarätige Jury wählt aus den Titeln der Shortlist das beste Wirtschaftsbuch des Jahres. Den Vorsitz der Jury hat Gabor Steingart, Herausgeber des Handelsblatts. Der Preis wird am 13. Oktober im Rahmen der Frankfurter Buchmesse verliehen.

Der Deutsche Wirtschaftsbuchpreis steht unter dem Motto „Wirtschaft verstehen“. Das Handelsblatt, die Frankfurter Buchmesse und die Investmentbank Goldman Sachs vergeben den Preis, um die Wirtschaftsliteratur zu fördern. Die drei Partner wollen mit der Auszeichnung die Bedeutung des Wirtschaftsbuches bei der Vermittlung ökonomischer Zusammenhänge unterstreichen. Zu den Auswahlkriterien gehören deshalb neben innovativer Themensetzung oder einem neuen Blickwinkel auch Verständlichkeit und Lesbarkeit. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Alle weiteren Informationen zum Preis und die Rezensionen sind auch zu finden unter: www.deutscher-wirtschaftsbuchpreis.de

Die Shortlist:

Jutta Allmendinger:Das Land, in dem wir leben wollen. Wie die Deutschen sich ihre Zukunft vorstellen,Pantheon, 272 Seiten, 16,99 Euro

 

 

Johannes Becker, Clemens Fuest: Der Odysseus-Komplex.Ein pragmatischer Vorschlag zur Lösung der Eurokrise. Hanser, 285 Seiten, 24 Euro

 

 

Thomas L. Friedman: Thank you for being late. Ein optimistisches Handbuch für das Zeitalter der Beschleunigung. Lübbe, 480 Seiten, 24 Euro

 

 

Rainer Hank: Lob der Macht Klett-Cotta, 272 Seiten, 20 Euro

Yuval Harari: Homo Deus. Eine Geschichte von morgen. Beck, 576 Seiten, 24,95 Euro

Nicolaus Heinen, Jan Mallien, Florian Toncar: Alles auf Anfang. Warum der Euro scheitert und wie ein Neustart gelingt. Campus, 235 Seiten, 24,95 Euro

Hans-Jürgen Jakobs: Wem gehört die Welt? Die Machtverhältnisse im globalen Kapitalismus. Knaus, 680 Seiten, 36 Euro

Jürgen Neffe: Karl Marx. Der Unvollendete C. Bertelsmann, 656 Seiten, 28 Euro

 

Hans-Werner Sinn: Der schwarze Juni. Brexit, Flüchtlingswelle, Euro-Desaster – Wie die Neugründung Europas gelingt Herder, 384 Seiten, 24,99 Euro

Andreas Weigend: Data for the people. Wie wir die Macht über unsere Daten zurückerobern Murmann, 352 Seiten, 26,90 Euro

Über das Handelsblatt
Das Handelsblatt ist die größte Wirtschafts- und Finanzzeitung in deutscher Sprache. Rund 200 Redakteure, Korrespondenten und ständige Mitarbeiter rund um den Globus sorgen für eine aktuelle, umfassende und fundierte Berichterstattung. Im Tageszeitungsvergleich zählt die börsentäglich erscheinende Wirtschafts- und Finanzzeitung bei Entscheidern der ersten und zweiten Führungsebene zur unverzichtbaren Lektüre. Laut „Leseranalyse Entscheidungsträger in Wirtschaft und Verwaltung“ (LAE) 2017 erreicht das Handelsblatt mehr als 299.000 Top-Entscheider börsentäglich. Handelsblatt Online ist mit monatlich bis zu 20 Millionen Visits und rund 80 Millionen Page Impressions das führende Wirtschaftsportal in Deutschland. www.handelsblatt.com

Über Goldman Sachs

Goldman Sachs gehört zu den führenden globalen Investmentbanking-, Wertpapier- und Vermögensverwaltungshäusern. Die Bank bietet weltweit einem breit gefächerten Klientenstamm, zu dem Unternehmen, Finanzinstitutionen, staatliche Stellen und vermögende Privatpersonen gehören, ein umfangreiches Dienstleistungsspektrum an. Die 1869 gegründete Gesellschaft hat ihren Hauptsitz in New York und unterhält Niederlassungen in allen großen Finanzzentren auf der ganzen Welt. In Deutschland ist Goldman Sachs seit 1990 mit einer Niederlassung in Frankfurt vertreten

Über die Frankfurter Buchmesse

Die Frankfurter Buchmesse ist mit 7.300 Ausstellern aus über 100 Ländern, rund 280.000 Besuchern, über 3.400 Veranstaltungen und rund 9.000 anwesenden akkreditierten Journalisten die größte Fachmesse für das internationale Publishing. Darüber hinaus ist sie ein branchenübergreifender Treffpunkt für Player aus der Filmwirtschaft und der Gamesbranche. Einen inhaltlichen Schwerpunkt bildet seit 1976 der jährlich wechselnde Ehrengast, der dem Messepublikum auf vielfältige Weise seinen Buchmarkt, seine Literatur und Kultur präsentiert. Die Frankfurter Buchmesse organisiert die Beteiligung deutscher Verlage an rund 20 internationalen Buchmessen und veranstaltet ganzjährig Fachveranstaltungen in den wichtigen internationalen Märkten. Die Konferenzen CONTEC und STORYDRIVE gehören dabei zu den etablierten Treffpunkten der Branche. Die Frankfurter Buchmesse ist ein Tochterunternehmen des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. www.buchmesse.de

10. Deutscher Wirtschaftsbuchpreis unter dem Motto „Wirtschaft verstehen“ – Finalisten stehen fest

reichtum-o.gierZehn Finalisten stehen fest / Preisverleihung am 21. Oktober<Frankfurt, 12. August 2016 – Die Finalisten des Deutschen Wirtschaftsbuchpreises, der in diesem Jahr zum zehnten Mal verliehen wird, stehen fest. Zehn Bücher haben es in die Endauswahl für 2016 geschafft. Eine hochkarätige Jury wählt aus den Titeln der Shortlist das beste Wirtschaftsbuch des Jahres. Den Vorsitz der Jury hat Gabor Steingart, Herausgeber des Handelsblatts. Der Preis wird am 21. Oktober im Rahmen der Frankfurter Buchmesse (19.-23. Oktober 2016) verliehen.

Der Deutsche Wirtschaftsbuchpreis steht unter dem Motto „Wirtschaft verstehen“. Das Handelsblatt, die Frankfurter Buchmesse und die Investmentbank Goldman Sachs vergeben den Preis, um die Wirtschaftsliteratur zu fördern. Die drei Partner wollen mit der Auszeichnung die Bedeutung des Wirtschaftsbuches bei der Vermittlung ökonomischer Zusammenhänge unterstreichen. Zu den Auswahlkriterien gehören deshalb neben innovativer Themensetzung oder einem neuen Blickwinkel auch Verständlichkeit und Lesbarkeit. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Die zehn Bücher der Shortlist stellt das Handelsblatt in den kommenden Wochen auf der Literaturseite in der Wochenendausgabe vor.

Die Titel der Shortlist 2016:

George Akerlof, Robert Shiller
Phishing for Fools: Manipulation und Täuschung in der freien Marktwirtschaft
Econ, Berlin 2016,
416 Seiten, 24 Euro

Adam Grant
Nonkonformisten: Warum Originalität die Welt bewegt
Droemer, München 2016,
384 Seiten, 22,99 Euro

Christoph Keese
Silicon Germany: Wie wir die digitale Transformation schaffen
Knaus, München 2016,
368 Seiten, 22,99 Euro

Paul Mason
Postkapitalismus: Grundrisse einer kommenden Ökonomie
Suhrkamp, Berlin 2016,
430 Seiten, 26,95 Euro

Alec Ross
Die Wirtschaftswelt der Zukunft
Plassen, Kulmbach 2016,
400 Seiten, 24,99 Euro

Alvin E. Roth
Wer kriegt was und warum? Bildung, Jobs und Partnerwahl: Wie Märkte funktionieren
Siedler, München 2016,
304 Seiten, 24,99 Euro

Wolfgang Schäuble (und Michel Sapin)
Anders gemeinsam (im Gespräch mit Ulrich Wickert)
Hoffmann und Campe, Hamburg 2016,
256 Seiten, 22 Euro

Mark C. Schneider
Volkswagen: Eine deutsche Geschichte
Berlin Verlag, 2016,
304 Seiten, 22 Euro

Hans-Werner Sinn
Der Euro: Von der Friedensidee zum Zankapfel
Hanser, München 2016,
560 Seiten, 24,90 Euro

Sahra Wagenknecht
Reichtum ohne Gier: Wie wir uns vor dem Kapitalismus retten
Campus, Frankfurt 2016,
292 Seiten, 19,95 Euro

 

Black-Rock – Eine heimliche Macht greift nach unserem Geld

 

v. l. Jane Uhlig (PR-Steigenberger Frankfurter Hof), Heike Buchter (Autorin), Oliver Feldforth (ARD aktuell) Die US-Wirtschaftskorrespondentin für Die Zeit präsentierte gestern Abend im Rahmen einer kleinen Talkrunde im Frankfurter Hof ihr viel diskutiertes, wichtiges Werk "Black Rock" .
v. l. Jane Uhlig (PR-Steigenberger Frankfurter Hof), Heike Buchter (Autorin), Oliver Feldforth (ARD aktuell) Die US-Wirtschaftskorrespondentin für Die Zeit präsentierte gestern Abend im Rahmen einer kleinen Talkrunde im Frankfurter Hof ihr viel diskutiertes, wichtiges Werk „Black Rock“ .

Noch nie hat es ein solches Finanzimperium gegeben. Heike Buchter schreibt das erste Buch über den Finanzriesen BlackRock. Geld. Macht. BlackRock. Das bringt es auf den Punkt, denn obwohl viele den amerikanischen Vermögensverwalter noch gar nicht kennen, ist BlackRock so mächtig wie kein anderes Unternehmen der Welt. BlackRock investiert, analysiert und berät Großinvestoren, Finanzministerien und Notenbanken. 4,6 Billionen Dollar verwaltet der Finanzriese in seinen Fonds. Das übersteigt das deutsche Bruttoinlandsprodukt um nahezu eine Billion Dollar. Heike Buchter, Wirtschaftsjournalistin und Wall Street-Korrespondentin für „Die Zeit“ hat das erste Buch über BlackRock geschrieben. Sie macht klar: Keine Bank, kein Fonds hat annährend so viel Einfluss. Und es ist höchste Zeit zu erfahren, warum es jeden von uns persönlich betrifft, wenn der »schwarze Riese« von diesem Einfluss Gebrauch macht. Heike Buchter hat BlackRock gründlich unter die Lupe genommen. Fachlich versiert und spannend wie ein Finanzkrimi entfaltet sie das Bild einer international agierenden Schattenbank, die unterhalb des Radars von Aufsichtsbehörden agiert und die große Öffentlichkeit bewusst meidet. Die Autorin beschreibt, wie Gründer Larry Fink das ehemalige Start-up in nicht einmal drei Jahrzehnten zu einem internationalen Imperium aufbauen konnte – BlackRock agiert in 100 Ländern weltweit. In Deutschland ist das Unternehmen der größte Investor im Deutschen Aktienindex (DAX) mit relevanten Anteilen der wichtigsten Unternehmen wie Allianz, BASF, Adidas oder der Deutschen Bank. Ein stiller Teilhaber der Deutschland AG. Bisher wusste niemand so genau, welche Folgen der Einfluss von BlackRock auf unsere Finanzsysteme hat. Heike Buchter ändert das. Ihr erhellendes Buch ist unverzichtbar für alle, die sich mit der Finanzwelt auseinandersetzen. Ebenso für alle, die wissen wollen, was die heimliche Geldmacht konkret mit unserem Geld macht. Buchter zeigt, wo die Geldströme hinfließen und welche Risiken eine solche Machtkonzentration für Wirtschaft, Politik und jeden einzelnen Bürger birgt. Für die Autorin ist klar: Eine falsche Bewegung von BlackRock und das Finanzsystem könnte ins Wanken geraten.

Die Autorin: Heike Buchter berichtet seit 2001 als Wirtschaftsjournalistin aus New York. Zunächst als freie Wall Street- und Finanzberichterstatterin unter anderem für „Financial Times Deutschland“, „Neue Zürcher Zeitung am Sonntag“ und „Die Zeit“. Seit 2008 als USWirtschaftskorrespondentin für „Die Zeit“.

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Heike Buchter: BlackRock. Eine heimliche Weltmacht greift nach unserem Geld
Campus Verlag, Frankfurt 2015
288 Seiten, 24,99 Euro, als E-Book 20,99 Euro