Kategorie-Archiv: 25 Jahre Deutsche Einheit

Über 1,4 Millionen Besucher beim 25. Jubiläum der deutschen Einheit in Frankfurt

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Nach Mitteilung der Stadt Frankfurt besuchten mehr als 1,4 Millionen Menschen die Feierlichkeiten zum 25. Jubiläum der deutschen Wiedervereinigung. Nachdem am ersten Veranstaltungstag bereits gut 350.000 Besucher auf der Festmeile unterwegs gewesen sind, waren, so die Organisatoren, bei bestem Herbstwetter am Samstag mindestens 600.000 Besucher in Frankfurt.

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Die spektakuläre Abendinszenierung haben bis zu 50.000 Besucher am Main mitverfolgt. Schon eine Stunde zuvor haben sich viele der Besucher an den Mainufern eingefunden, um im Gedränge noch ein gutes Plätzchen zu ergattern für die spektakuläre Light-Show mit Chor, Illumination der Mainufer, Jetski-Spektakel und Feuerwerk.

Auf dem zum "Platz der deutschen Einheit" umbenannten Paulskirchenvorplatz ging man die Einheitsfeierlichkeiten noch entspannter an © massow-picture
Auf dem zum „Platz der deutschen Einheit“ umbenannten Paulskirchenvorplatz ging man die Einheitsfeierlichkeiten noch entspannter an © massow-picture

Der heutige verkaufsoffene Sonntag sorgte heute nochmal für einen Besucherstrom von wohl gut 500.000 Menschen aus dem Umland in die Mainmetropole. An sämtlichen drei Tagen blieb es trotz einer Demo am 2. und einem Flashmob am 3. Oktober im Bundesratszelt mit der Forderung „die Europa-Grenzen Flüchtlingen der ganzen Welt zu öffnen“ in Frankfurt friedlich. Das war nicht zuletzt einer aufmerksamen wie besonnenen Polizei zu verdanken.

Internationale Tigerpalast Revue. Weltstars des Varietés live mit Varieté Orchester. © massow-picture
Internationale Tigerpalast Revue. Weltstars des Varietés live mit Varieté Orchester. © massow-picture

„Wir schauen auf drei wundervolle Tage zurück. Würdevoll und fröhlich haben wir den Tag der Deutschen Einheit in Frankfurt gefeiert. Wir sind stolz darauf, dass wir in Hessen bei tollem Wetter ein spannendes und informatives Programm

Viel Gedränge in den Zelten des Bundestages, Bundesrats und der Bundesregierung. © massow-picture
Viel Gedränge in den Zelten des Bundestages, Bundesrats und der Bundesregierung. © massow-picture

anbieten konnten“, sagte Ministerpräsident und Bundesratspräsident Volker Bouffier zum Abschluss. „Ich will an dieser Stelle Danke sagen an die Gäste aus dem ganzen Land. Sie haben eine prächtige Stimmung in die Stadt getragen. Ich will aber auch Danke sagen an all diejenigen, die seit mehr alseinem Jahr hinter den Kulissen alles dafür getan haben, dass diese Feierlichkeiten ein Erfolg werden.“

Der Hessische Ministerpräsident und amtierende Bundesratspräsident Volker Bouffier reicht mit dem Schlüssel symbolisch das Amt des Bundesratspräsidenten für ein Jahr an seinen Nachfolger Stanislaw Tillich, Sächsischer Ministerpräsident. © massow-picture
Der Hessische Ministerpräsident und amtierende Bundesratspräsident Volker Bouffier reicht mit dem Schlüssel symbolisch das Amt des Bundesratspräsidenten für ein Jahr an seinen Nachfolger Stanislaw Tillich, Sächsischer Ministerpräsident. © massow-picture

Oberbürgermeister Peter Feldmann ergänzte: „Es war nicht nur ein tolles Fest. Frankfurt hat sich als eine bunte und weltoffene Stadt präsentiert und war der richtige Ort für diese Feierlichkeiten. Die Menschen haben gezeigt: Wir wollen keine Mauern mehr in Europa.“ Die städtischen Ämter und Institutionen hätten hervorragende Arbeit geleistet und ihre Leistungsfähigkeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Impressionen vom großen Fest gibt es unter anderem:

Großes Bürgerinteresse beim Einheitsfest 

Joachim Gauck: Rede zum Festakt am 3.Okt. 2015 in der Alten Oper in Frankfurt. 
bei Facebook unter:
https://www.facebook.com/StadtFFM
http://www.tag-der-deutschen-einheit.de/
Einheits-Blog

Bürgerfest zum 25. Tag der Wiedervereinigung in Frankfurt von Bouffier und Feldmann eröffnet

Ministerpräsident Bouffier und Oberbürgermeister Feldmann eröffnen das Einheitsfest zum 25. Jubiläum der deutschen Wiedervereinigung in Frankfurt© massow-picture
Ministerpräsident Bouffier und Oberbürgermeister Feldmann eröffnen das Einheitsfest zum 25. Jubiläum der deutschen Wiedervereinigung in Frankfurt© massow-picture

Schon am Freitag-Mittag starte das dreitätige Bürgerfest in Frankfurt zum 25. Jubiläum der deutschen Wiedervereinigung bei strahlendem Sonnenschein ganz entspannt. In der Berliner Straße, der Sponsorenstraße können Besucher ihre Kräfte am Hau dem Lukas ausprobieren, Bälle in Basketballkörbe wuchten, an Preisausschreiben teilnehmen oder sich schminken lassen. Der überall massenhaft verteilte orangene bzw. weiße Leicht-Hut  beider Großsponsoren Diba-Ing und Samsung scheint zum Pseudo-Symbol des Bürgerfestes zu avancieren.

Bratwürste in allen Varianten landestypischer Rezepte scheinen des deutschen Seele besonders zu verbinden.  © massow-picture
Bratwürste in allen Varianten landestypischer Rezepte scheinen des deutschen Seele besonders zu verbinden. © massow-picture

Noch ist nicht viel los, und entspannt lässt sich über den Römerplatz an zig Zelten vorbei schlendern bis runter zur Ländermeile am rechten Mainufer. Im noch angenehm leerem Hessenzelt informiert die Staatskanzlei über die Parlamentsarbeit und das Parteiensystem, demokratische Prozesse, die Geschichte der Entstehung des Bundeslandes und und und.

Gedenkwand zur Geschichte Niedersachens Grenzerfahrungen mit Museum Friedland © massow-picture
Gedenkwand zur Geschichte Niedersachens Grenzerfahrungen mit Museum Friedland © massow-picture

Niedersachsen inszeniert  eine ganze Bilderwand zum Thema Grenzerfahrungen, unter anderem mit dem Museum Friedland. Friedland war 70 Jahre lang Grenzdurchgangslager und galt als das deutsche  „Tor zur Freiheit“. Vielfältige Prospekte und Plakate laden darüber hinaus zum Besuch in die Lüneburger Heide, Nordseebäder, Inseln und viele andere reizende Regionen des jungen Bundesalandes ein. Besonders interessant sind die Erläuterungen zu den ältesten Speer-Funden im ehemaligen  Zonenrandgebiet Schöningen. Hier entstand ein archäologisches Zentrum.

Helmholtz Zentrum Geesthacht © massow-picture
Helmholtz Zentrum Geesthacht © massow-picture

Nachbar Schleswig-Holstein punktet neben der Präsentation seiner beliebten Ferienregionen mit einer wunderbaren Präsentation der Ozean-Unterwasserwelt. Dies Projekt geht zurück auf das Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Das  Geomar Helmholtz-Zentrum bietet in seiner Mobilen Kuppel eine faszinierende simulierte Reise durch die Tiefen des Ozeans bis hoch ins All an.

Zwiesel-Glasbearbeitung. © massow-picture
Obermais und Zwiesel Glasbearbeitung. © massow-picture

Ein wenig Oktoberfest-Atmosphäre im Bierzelt, daneben der eigentliche Bayern-Pavillon mit touristischen Informationen über Schlösser, Berge und Seen. Im Zentrum steht die Präsentation der Sonderausstellung des Grenzlandmuseums  Mödlareuth, auch „Little Berlin“ genannt. Es wurde zu einem Symbol deutscher Teilung, da durch das Dorf – ähnlich wie in Berlin – einst die Grenzmauer mit Stacheldraht und Schießbefehl verlief und Nachbarn, Freunde und Verwandte für Jahrzehnte voneinander trennte. Erst durch die Wiedervereinigung wurde Mödlareuth wieder eine Gemeinde. Seine seine zu musealen Zwecken erhaltenen „Grenzzone“ ist nicht nur Mahnmal, sondern auch ein beliebtes Touristenziel.

Musik-Bühne an der Hauptwache. © massow-picture
Musik-Bühne an der Hauptwache. © massow-picture

Weitere 12 interessante Länderpavillons, die Hälfte davon auf dem gegenüberliegenden Museumsufer, warten auf die Besucher. Die Festgebiete wie Blaulichtmeile, Vielfalt in Hessen, Platz der Einheit, Platz der Geschichte, Sportmeile, Frankfurt FR-leben, Verfassungsorgane, Bühne Opernplatz, Ort der Begegnung – Kirchen, LichtKirche – Ev. Kirchen, dm-Kinderland und über die Abendinszenierung sowie über Rahmenprogramme auf zig Musikbühnen in der Stadt, zum Beispiel an der Hauptwache, Alten Oper oder über das Theaterfest informieren die Programmhefte, Links (www.tag-der-deutschen-einheit.de) oder Apps.

 Eröffnung des Bürgerfestes am FFH-Hessenpavillon

Ministerpräsident Bouffier und Oberbürgermeister Feldmann eröffnen das Einheitsfest zum 25. Jubiläum der deutschen Wiedervereinigung in Frankfurt© massow-picture
Ministerpräsident Bouffier und Oberbürgermeister Feldmann eröffnen das Einheitsfest zum 25. Jubiläum der deutschen Wiedervereinigung in Frankfurt© massow-picture

Gegen 16.30 Uhr warteten viele Besucher vor dem FFH-Hessenpavillon am Museumsufer auf die Hauptpersonen dieses Tages, nämlich  Ministerpräsident und Bundesratspräsident Volker Bouffier und Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann. Fast unbemerkt näherten sie sich mit ihren Mitarbeitern, bevor sie, unterstützt von einer Performance-Gruppe, gemeinsam die Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag der Deutschen Einheit in Frankfurt am Main eröffneten. „25 Jahre Deutsche Einheit – das ist ein Grund zu feiern. Wir haben mit der Stadt Frankfurt ein Programm aufgestellt, das drei Tage Interessantes aus Politik, Geschichte, Kultur und Unterhaltung bietet.

Original Mauersegmente erinnern am Mainufer an die Teilung Deutschlands und den Willen der Menschen zur Freiheit. © massow-picture
Original Mauersegmente erinnern am Mainufer an die Teilung Deutschlands und den Willen der Menschen zur Freiheit. © massow-picture

Es ist uns wichtig, daran zu erinnern, warum wir an diesem Wochenende feiern: Nachdem sich mutige Menschen gegen eine Diktatur aufgelehnt und es geschafft haben, das Unrechtsregime friedlich abzulösen, wurde vor 25 Jahren die Einheit vollendet“, sagte Volker Bouffier. Deshalb sei es dem Land und der Stadt wichtig, bei einem fröhlichen Fest, zu zeigen, dass Frieden und Freiheit keine Selbstverständlichkeit seien. Oberbürgermeister Peter Feldmann stellte fest: „Frankfurt präsentiert sich in den kommenden Tagen als weltoffene, internationale und soziale Metropole.“

Festakt am 3. Oktober mit Bundespräsident und Kanzlerin
„Wir sind stolz darauf, dass wir dieses Jubiläumsfest für die Länder ausrichten. Deshalb ist es für uns eine große Ehre, morgen gemeinsam mit Bundespräsident Joachim Gauck und Kanzlerin Angela Merkel sowie mit zahlreichen weiteren hochrangigen Ehrengästen den Gottesdienst und den zentralen Festakt zu diesem Einheitstag in Frankfurt feiern zu können“, sagte Bouffier zum Start des Bürgerfestes am Hessenpavillon und lud alle Interessierten dazu ein, die Verfassungsorgane ab 9.30 Uhr in den Zuschauerbereichen rund um die Paulskirche oder ab 11.15 Uhr an der Alten Oper in Frankfurt zu begrüßen.

Oberbürgermeister Feldmann führte aus: „Ich freue mich anlässlich der Feierlichkeiten die Spitzen der fünf Verfassungsorgane am Morgen des 3. Oktober in der Paulskirche zu empfangen. Es ist für unsere Stadt eine große Ehre, dass sich alle Spitzen der Verfassungsorgane in das Goldene Buch der Stadt eintragen.“ Die Eröffnung übertrug FFH-Radio und Hessenfernsehen live.

FFH – Vorstellung des Kreativwettbewerbs

Peter Hartmann, FFH talkt mit Axel Wintermeyer (Chef der Hessischen Staatskanzlei) und den Gewinner-Nachwuchsjournalisten des Wettbewerbs: Melanie Bäder (Hessen), Christopher Kitsche (Bayern) und Nam Nguyen (Sachsen).  © massow-picture
Peter Hartmann, FFH talkt mit Axel Wintermeyer (Chef der Hessischen Staatskanzlei) und den Gewinner-Nachwuchsjournalisten des Wettbewerbs: Melanie Bäder (Hessen), Christopher Kitsche (Bayern) und Nam Nguyen (Sachsen). © massow-picture

Radio FFH sendet pausenlos live, dazwischen präsentiert es interessante Projekte, so auch gestern den „Kreativwettbewerb des Landes Hessen“ Peter Hartmann, Leiter von FFH-Studio Wiesbaden,  stellte die Teilnehmer des unter dem Motto „Junge Menschen erzählen Geschichte“ vor. Mit dabei Staatsminister Axel Wintermeyer (Chef der Hessischen Staatskanzlei) und die Nachwuchsjournalisten des Wettbewerbs Christopher Kitsche (Bayern), Melanie Bäder (Hessen) und Nam Nguyen (Sachsen). Anlässlich der Feierlichkeiten ist die Hessische Staatskanzlei in Kooperation mit dem Deutschen Journalisten-Verband auf der Suche nach den kreativen Köpfen des Journalismus. So wurden die drei aus  25 journalistischen Nachwuchstalenten (sie hatten sich mit Texten, Reportagen, Video- oder Audiobeiträgen beworben) aus ganz Deutschland.  Die Gewinnerinnen und Gewinner wurden  Teil des Redaktionsteams des „Einheit-Blog“ im September und Oktober und berichteten bereits im Vorfeld aus dem jeweiligen Bundesland. Bei den Feierlichkeiten zur Deutschen Einheit  ist das Team nun in Frankfurt am Main vor Ort aktive und berichtet über die Geschehnisse und nimmt zudem an einem viertägigen Workshop teil! 

Zum Blog: https://www.facebook.com/DeutscheEinheit2015

Große Bühne der Kirchen auf dem Frankfurter Römer mit Gospel-Musik und vielem anderen mehr © massow-picture
Große Bühne der Kirchen auf dem Frankfurter Römer mit Gospel-Musik und vielem anderen mehr © massow-picture

200 Aussteller und mehr als 300 Veranstaltungen
Auf dem Bürgerfest werden bis zum 4. Oktober über 200 Aussteller mehr als 300 Veranstaltungen anbieten. Darunter sind neben den 16 Bundesländern, die sich auf der Ländermeile am Main präsentieren, zahlreiche Organisationen, Verbände und Unternehmen. Highlights des Bürgerfestes sind außerdem die Präsentation der Verfassungsorgane auf dem Goetheplatz und dem Roßmarkt sowie die Abendinszenierung am 3. Oktober ab 21.00 Uhr auf dem Main.

Große Bühne an der Hauptwache © massow-picture
Große Bühne an der Hauptwache © massow-picture

Das Programm reicht von Geschichtsausstellungen auf dem Liebfrauenberg und dem Paulsplatz bis hin zu musikalischen Höhepunkten auf unterschiedlichen Bühnen. „Da ist für jeden Geschmack reichlich geboten“, so Bouffier in seiner Begrüßungsrede.

FFH-Pavillon

Behördennummer 115 informiert über Bürgerfest
Wer sich telefonisch über Details des Bürgerfests sowie der besten Anreisemöglichkeit informieren möchte, bekommt bis Sonntag 16.00 Uhr unter der Behördennummer 115 rund um die Uhr Auskunft. Ein Online-Redaktionsteam nutzt zahlreiche Social-Media-Kanäle, die Website www.tag-der-deutschen-einheit.de sowie die Bürgerfest-App für eine aktuelle Berichterstattung. Darüber hinaus dient eine Informationsbox auf der Zeil als weitere Anlaufstelle, in der man unter anderem auch das Programmheft zum Bürgerfest kostenlos erhält.

 

25 Jahre Deutsche Einheit: Frankfurt bietet mehr als 300 Veranstaltungen

buergerfestAm 3. Oktober 2015 jährt sich zum 25. Mal die deutsche Wiedervereinigung. Das Land Hessen ist Gastgeber der offiziellen Jubiläums-Feierlichkeiten und hat Frankfurt als Austragungsort bestimmt. Mit über 300 Einzelveranstaltungen feiert die Mainmetropole nun drei Tage lang ein buntes und fröhliches, spannendes und informatives Fest unter dem Motto „Grenzen überwinden“.

ampelmannFrankfurt am Main (pia) Mit vereinten Kräften bereitet sich Frankfurt auf eine der größten Feierlichkeiten in seiner mehr als 1200-jährigen Geschichte vor: Zum Bürgerfest anlässlich des Jubiläums „25 Jahre Deutsche Einheit“ erwartet die Stadt vom 2. bis 4. Oktober mehr als eine Million Besucher und viel Prominenz. Auch der frühere sowjetische Staatspräsident Michael Gorbatschow und EU-Ratspräsident Jean-Claude Juncker haben ihren Besuch am Main angekündigt.

Bundespräsident Gauck und Kanzlerin Merkel sind zu Gast

Bei dem zentralen Festakt am Samstag, 3. Oktober, werden Bundespräsident Joachim Gauck, Kanzlerin Angela Merkel, Bundesratspräsident Volker Bouffier, seine Ministerpräsidenten-Kollegen und viele weitere prominente Gäste ab 12 Uhr über den roten Teppich vor der FFH-Bühne an der Alten Oper schreiten. Nach den offiziellen Ansprachen unterhält sich Moderatorin Silvia Stenger mit Zeitzeugen wie dem DDR-Flüchtling Michael Schlosser, der sein selbstgebautes Flucht-Flugzeug mitbringt, und dem DDR-Grenzbeamten Harald Jäger, der am 9. November 1989 der Bornholmer Straße in Berlin den Schlagbaum öffnen ließ.

Cro und Namika kommen auf die FFH-Bühne

Schon vor der Polit-Prominenz erobern populäre Musikstars die Bühne: Das Programm startet am Freitag, 2. Oktober, mit der Frankfurter Newcomerin Namika, die ab 19 Uhr unter anderem ihren Nummer-1-Hit „Lieblingsmensch“ anstimmt. Um 20 Uhr folgt ihr der Mann mit der Maske: CRO wird mit seinen Rap-Songs „Easy“ oder „Bye Bye“ den Opernplatz zum Beben bringen.

Sarah Connor steht am Samstagabend, 3. Oktober, ab 18 Uhr auf der FFH-Bühne – passend zum „Tag der Deutschen Einheit“ singt sie jetzt in ihrer Muttersprache, etwa ihren Hit „Wie schön Du bist“. Ab 19.30 Uhr rockt der Ire Rea Garvey („Wild Love“), der seit 1998 im hessischen Hadamar und in Berlin lebt, den Opernplatz. An die Hits von Frank Sinatra erinnert Roger Cicero mit 25-köpfiger Big Band am Sonntag, 4. Oktober, ab 13 Uhr, und die Norwegerin Marit Larsen („Traveling Alone“) folgt um 15 Uhr, bevor die Shooting-Band voXXclub („Rock mi“) um 16 Uhr das Programm beschließt. Der Eintritt zu den Konzerten ist an allen drei Tagen frei.

hr bringt Christina Stürmer, Shantel und Varieté-Stars an die Hauptwache

Stars für alle – live und kostenlos, lokal wie international – bietet auch der Hessische Rundfunk in Zusammenarbeit mit der Stadt Frankfurt auf der Bühne an der Hauptwache. Das Bürgerfest-Programm beginnt dort am Freitag um 15 Uhr mit dem „hr1-Sound of the 80s“, moderiert von Radio-Urgestein Werner Reinke. Nach SuperPhonix und The StreetLIVE Family begrüßt Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann gegen 19.45 Uhr die Besucher. Danach heißt es: Bühne frei für das Berlin Show Orchestra, das mit Stars aus den 1980-ern wie Jimmy Somerville, Nik Kershaw und Howard Jones den Sound aus den Zeiten des Mauerfalls zurückbringt.

Frankfurts und Hessens kultureller Reichtum prägt das Programm am Samstag, 3. Oktober: Die Spannweite reicht von Varieté-Weltstars der Tigerpalast Revue (18 Uhr) bis zu Shantel mit seinem Balkan-Pop aus dem Bucovina-Club (22 Uhr) und vom Landes Jugend Jazz Orchester Hessen (16.30 Uhr) bis zur Hip-Hop-Performance des Rappers Vega, der ab 20 Uhr gemeinsam mit Jugendlichen aus den Stadtteilen auftritt. Für den stimmungsvollen Auftakt des Tages sorgen ab 14 Uhr das Mobile Einsatzkommando (MEK) um den Frankfurter Saxophonisten Gernot Dechert und ab 15 Uhr der Eschersheimer Jugendchor.

Hits und Erinnerungsfotos an der Hauptwache

Hitverdächtig wird die Stimmung an der Hauptwache am Sonntag, wenn Österreichs Pop-Export Nummer eins, Christina Stürmer, ab 16 Uhr ihre Erfolgstitel wie „Millionen Lichter“ zum Besten gibt. Dem Jubiläumsmotto „Grenzen überwinden“ widmet sich die hr-Bigband bereits ab 11 Uhr: Ihr Programm „A Call for Freedom“ verbindet südafrikanischen Jazzgroove mit politischem Hintergrund. Danach erobern der Frankfurter Sänger Chima mit seinem Ohrwurm „Morgen“ (12.30 Uhr) und die Aschaffenburger Jungs von Boppin’B mit ihrer akrobatischen Live-Performance (13 Uhr) die Frankfurt-Bühne.

Lust auf Erinnerungsfotos? Am Frankfurt-Stand ganz in der Nähe der Frankfurt-Bühne direkt vor der Katherinenkirche kann man, wie früher im Passbildautomaten, in der „Foddobox“ der Firma tyntyn sein persönliches Foto zum Mitnehmen schießen lassen. Einfach rein in die Kiste, Frankfurt-Hintergrund auswählen, lächeln, fertig ist das Einheitsfeier-Erinnerungsbild. Digitale Schnappschüsse, die die Besucher beim Bürgerfest machen und unter dem Hashtag #tdde15 auf Instragram und Twitter geteilt haben, können sie am Hashtagprinter von tyntyn als Foto ausdrucken lassen. Ein Hashtagprinter steht ebenfalls am Frankfurt-Stand, einer an der Infobox vor MyZeil und einer in der Bürgerberatung am Römerberg.

„LichtKirche“ und Jan Josef Liefers im Metzlerpark

Ein umfangreiches Programm unter dem Motto „Gott. Sei Dank“ bieten die evangelischen Kirchen in Hessen zum Jubiläums-Bürgerfest. Mit einer transportablen „LichtKirche“ und einer Kulturbühne verwandeln sie den Metzlerpark am Frankfurter Museumsufer vom 2. bis 4. Oktober in einen lebendigen Ort der Begegnung, geprägt von Gesang, Gesprächen und Gebeten. Die LichtKirche steht für Hoffnung und Kraft, die Menschen dazu beflügelt, Grenzen zu überwinden und Neues zu wagen. Hier kommen zahlreiche Menschen zu Wort, die über ihre Grenzgänge und die Zeit des Mauerfalls berichten. Auf der Bühne stehen der Schauspieler und Sänger Jan Josef Liefers mit seiner Band „Radio Doria“ (Sonntag ab 16 Uhr), die Sopranistin Eva Lind (Samstag ab 16 Uhr), der Musiker Samuel Harfst (Freitag ab 19 Uhr) und die „Frankfurt City Blues Band“ mit dem Gospelchor „popCHORn“ (Samstag ab 19 Uhr). Zum Mitgrooven lädt auch der Open-Air-Gottesdienst am 4. Oktober um 12 Uhr mit dem Mainzer Chor „Colours of Gospel“ ein.

Zum traditionellen Erntedankfest am Sonntag werden im Metzlerpark Äpfel von den Frankfurter Streuobstwiesen an die Gäste verteilt. Es sind genau 9.125 Stück – die Menge der Tage, die seit der Einheit Deutschlands vergangen sind.

Der eigentliche Jubiläumstag am Samstag, 3. Oktober, beginnt mit einem ökumenischen Festgottesdienst im Frankfurter Kaiserdom, den die ARD ab 10 Uhr überträgt. Die Predigt hält Volker Jung, Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, als Gäste werden neben Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel viele weitere hochrangige Repräsentanten aus Politik und Gesellschaft erwartet.

Zum Abschluss des Feiertags erleben die Gäste ab 21 Uhr eine 45-minütige Inszenierung mit audiovisuellen und klassischen Theaterelementen an beiden Seiten des Mainufers. Zwischen dem Eisernem Steg und dem Holbeinsteg werden symbolisch 25 Brücken gebaut, die für jedes Jahr der Deutschen Einheit stehen.

Gespräche über die Mauern von gestern und heute

„Mit Gott überspringe ich Mauern“, heißt es in Psalm 18. Über die Mauern von gestern und heute möchten die Christlichen Kirchen und Gemeinden auf dem Römerberg sprechen. Er wird vom 2. bis 4. Oktober zum Ort der Begegnung – mit Gospel und Gebeten, mit Ethno-Instrumentalgruppen und Inklusionsbands. Zeitzeugen der friedlichen Revolution kommen an den drei Tagen ebenso zu Wort wie Akteure in aktuellen Flüchtlingsprojekten.

Am Samstag führen Kerzenprozessionen aus innenstadtnahen Kirchen ab 19 Uhr zum ökumenischen Dank- und Fürbittgottesdienst mit dem DDR-Oppositionellen Pfarrer Rainer Eppelmann und der „Judy Bailey-Band“ zum Römerberg. Um 14 und 16.30 Uhr starten Besuche zum Tag der Moscheen. Bereits am Freitag laden die evangelischen und katholischen Gemeinden in der Innenstadt von 20 bis 24 Uhr zur Nacht der Kirchen in die offenen Gotteshäuser ein.

Sportmeile an der Konstablerwache lädt zum Mitmachen ein

Unter dem Motto „25 Jahre Deutsche Einheit – Sport kennt keine Grenzen“ organisiert der Sportkreis Frankfurt in Kooperation mit dem Landessportbund Hessen (LSBH) und der Barmer GEK vom 2. bis 4. Oktober eine Sportmeile auf der Zeil und an der Konstablerwache. Sie lädt die Besucher ein, neue Sportangebote auszuprobieren, ihre Fitness zu testen oder sich beraten zu lassen. Gerade für Kinder finden sich hier viele Möglichkeiten zum Spielen und Toben. Die Initiative „Deutschland bewegt sich“ bietet einen Open-Air-Fitness-Parcours und weitere Mitmachaktionen wie die ZDF-Torwand, einen Kletter- und Boulderturm, Basketball, Teppichcurling oder Tischtennis. Der Sportkreis Frankfurt, die Sportjugend Hessen, das Fair Play Forum des Hessischen Fußballs sowie viele weitere Sportvereine und -verbände aus Frankfurt und Umgebung wirken aktiv am Programm mit.

Zudem gibt es Fitness-Tipps von prominenten Sportlern und Botschaftern der Gesundheitsinitiative. Vor Ort sind Heike Drechsler (Olympiasiegerin Weitsprung), Torsten May (Olympiasieger Boxen), Christina Obergföll (Weltmeisterin Speerwerfen), Jochen Wollmert (Paralympicssieger Tischtennis) und Tanzweltmeister Michael Hull, der am 3. Oktober eine Stadt- und Tanzwette startet.

Kreatives Kinderland am Mainufer

Auch das dm-Kinderland, das Mitarbeiter der Drogeriekette in Frankfurt gemeinsam mit ihren Partnern – dem Schloss Freudenberg, dem Städel Museum sowie dem Frankfurter Kinderbüro – am südlichen Mainufer errichten, steht unter dem Motto „Grenzen überwinden“. In Bastelworkshops können große und kleine Besucher ihrer Kreativität freien Lauf lassen und kleine Kunstwerke wie Mauerstücke und Postkarten gestalten. Der Sinnesparcours zum Element Wasser lädt junge Forscher zum Experimentieren und Modellieren ein. Eine Sitzecke mit Saftbar, ein Ruhebereich samt Wickelstation und ein Familien-Info-Cafe runden das Angebot ab.

Wie die Einheits-Jubiläumsfeier nach Frankfurt kam

Die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit richtet seit der Wiedervereinigung 1990 jeweils das Bundesland aus, das den Vorsitz im Bundesrat innehat. Im Jahr 2015 ist dies das Land Hessen. Ministerpräsident Volker Bouffier hat seine gesamte Bundesratspräsidentschaft unter das Motto „Grenzen überwinden“ gestellt, das nun auch die Jubiläumsfeier prägt. Als Veranstaltungsort der zentralen Feierlichkeiten zu „25 Jahre Deutsche Einheit“ wurde – auf Vorschlag des Landes Hessen und in Abstimmung mit der Bundesregierung – auf Frankfurt am Main ausgewählt. Mit dem dreitägigen Bürgerfest in der weltoffenen, internationalen Mainmetropole möchte Oberbürgermeister Peter Feldmann „ein Bild des geeinten und modernen Deutschlands mitten in Europa zeichnen“.

Schüler diskutieren über Leben im vereinten Deutschland am 1.Okt. in der Paulskirche

Leben im vereinten Deutschland - 650 Schüler diskutieren und feiern mit viel Prominenz das 25 jährige Jubiläum der Wiedervereinigung in der Frankfurter Paulskirche © massow-picture
Leben im vereinten Deutschland – 650 Schüler diskutieren und feiern mit viel Prominenz das 25 jährige Jubiläum der Wiedervereinigung in der Frankfurter Paulskirche © massow-picture

Im Rahmen der  Feierlichkeiten zum Jubiläum 25 Jahre Wiedervereinigung Deutschland gab es am 1. Oktober 2015 in der Frankfurter Paulskirche einen ersten Höhepunkt: Über 650 Schüler der 13. Klassen Frankfurter Gymnasien waren der Einladung der Stiftung Polytechnischer Gesellschaft, dem Land Hessen und des hessischen Kultusministeriums, der Stadt Frankfurt und Frankfurter Allgemeinen Zeitung zu einer feierlichen  „Standortbestimmung“ mit der Frage gefolgt: „Was bedeutet für Dich Leben im vereinten Deutschland“. Im Zentrum standen die Reden „Was und zu was vereint? Beobachtungen eines Zeitzeugen“ vom FAZ-Redakteur Frank Pergandes und „Was es für mich heißt, Deutscher zu sein“, der in Dresden geborenen Pharmazie-Doktorandin Sarah Oelsner.

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Den musikalischen Auftakt  im großen Plenarsaal der Paulskirche gestaltete das Kammerorchester des Goethe-Gymnasiums mit Variationen  aus dem Streichquartett C-Dur op. 76 Nr. 3 von Joseph Haydn, woraus die Grundmelodie für die Deutsche Nationalhymne stammt.

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Moderatorin Marita Peters, Schülerin, Siegerin von Frankfurt schreibt! Der große Diktatwettbewerb 2014, führte professionell durch das gesamte Programm. Sie stellte alle Teilnehmenden und die Ehrengäste vor, ohne sich einmal dabei zu verhaspeln, und sorgte für einen feierlich spannenden Verlauf der Festveranstaltung am historischen Ort deutscher Freiheitsgeschichte.

 

 

 

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In seiner Begrüßung wies  Peter Feldmann, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt a. Main,  die Schüler und zahlreichen Ehrengäste darauf hin, dass die sich am  3. Oktober 2015  zum 25. Mal jährende deutsche Wiedervereinigung  das mit Abstand wichtigste Ereignis der jüngeren deutschen, vielleicht sogar europäischen Geschichte nach dem 2. Weltkrieg ist.  Frankfurt sei als die einzige Stadt in Deutschland, in der Menschen aus 180 Nationen mit 200 Sprachen und Stadtteilen mit bis zu 90 Prozent Ausländeranteilen friedlich zusammenlebten, in diesem Jahr angesichts der aktuellen Flüchtlingsproblematik  die wohl geeignetste Metropole, um die zentralen Feierlichkeiten für die Bundesrepublik „Grenzen überwinden“ auszurichten. Frankfurt könne für ganz Deutschland  eine Art Labor darstellen, wo experimentiert und gezeigt wird, dass Einwanderungs-Integration funktionieren und bereichernd sein kann. In Frankfurt hat das schon immer geklappt. Denn die Menschen eine der Kitt, freiheitlich und friedlich in Eigenverantwortung leben zu wollen.

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Staatsminister Axel Wintermeyer, Chef der Hessischen Staatskanzlei vertiefte Feldmanns Grußwort, indem er in den Raum stellte, und die Schüler bat, sich einmal vorzustellen, wie ihr Leben wohl verliefe, mit Einschränkungen von Freiheit, die hier in Deutschland und Mitteleuropa so selbstverständlich wäre. Freiheit müsse jeden Tag neu gelebt, geschätzt, erstritten und auch verteidigt werden.  Symbol der diesjährigen bundesweiten Jubiläumsveranstaltung sei das Ampelmännchen des Künstlers Ottmar Hörl als Botschafter der Wiedervereinigung und eines der wenigen Symbole, die den Untergang der ehemaligen DDR  überlebt und sich auch im  Westen etabliert hätten. Bis zum 27. September waren vor dem Römer in Frankfurt über 1000 Ampelmännchen als Freiheitsbotschafter installiert worden.

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Dr. Roland Kaehlbrandt, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, stellte in seinem Grußwort kurz die Aufgaben und Arbeitsweise der Stiftung vor und berichtete mit einem großen Dank an alle beteiligten Mitveranstalter, Stadt Frankfurt, Land Hessen und FAZ, wie man gemeinsam mit den Schulen diese Veranstaltung für Frankfurter Oberstufen anlässlich der Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag der Wiedervereinigung organisiert hätte. Auch dafür dankte er vor allem Lehrern und Schülern, und machte ihnen Mut, ihre große Freiheit, ihr Leben nach dem Abitur relativ frei und selbständig planen zu können, zu nutzen, und wertzuschätzen. Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft, die zur Zeit über 1000 Stipendien an hochbegabte und leistungsmotivierte Studierende und Doktoranden und Wissenschaftler vergebe, wäre immer ein Ansprechpartner, um junge hervorragende leistungs- und verantwortungsbereite Menschen zu fördern.

Den ersten Höhepunkt nach den Grußworten bildeten die Impulsreferate:

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„Wie und zu was vereint? Beobachtungen eines Zeitzeugen“, lautete das Thema von  Frank Pergande, Redakteur der F.A.Z. Pergandes Vater war, einst von Hinterpommern vor den Russen geflüchtet, dann vertrieben und in der DDR eine neue Heimat gefunden, überzeugter NVA-Offizier. „Aber“, so Pergande, „der Preis für all das war hoch. Als Offizier verleugnete er seine beiden Brüder in der Bundesrepublik, ich wusste nichts von meinen Onkeln. Es gab bei uns nichts aus dem Westen, nicht einmal Westfernsehen. Nicht einmal am Abendbrottisch durfte offen über die miesen Verhältnisse in der DDR gesprochen werden. Überhaupt: Nie wurde bei uns darüber gesprochen, was mich wirklich bewegte. Da hat es naturgemäß einige Jahre gedauert, bis ich mich aus diesem Milieu der Sprachlosigkeit lösen konnte, um meinen eigenen Weg zu gehen. Das war freilich lange vor dem Herbst 1989. Dass ich, obwohl in der DDR lebend, mancher Zumutung in der DDR entging, hatte auch mit Glück zu tun. Die DDRStaatssicherheit, der große Unterdrückungsapparat, versuchte, auch mich zu werben. Ich sagte ab. Ich tat es nicht als großer Held, sondern aus reiner Angst vor dem, was da auf mich zukommen würde. Von Bertolt Brecht aus dem „Galilei“ stammt der schlichte, aber großartige Satz: Glücklich das Land, das keine Helden braucht. Das Ende der DDR und die deutsche Einheit sind mein großes persönliches Lebensglück. Mein Beitrag daran war, zugegeben, bescheiden: Ich war bei den Demonstrationen im Herbst 1989 dabei und habe daran vor allem eine Erinnerung: Dass der Demonstrationszug an einer roten Ampel ordnungsgemäß stehenblieb und erst bei Grün die Revolution weiterging. Meine Erwartungen an die Zukunft waren aber umso größer. Ich wusste, mein Leben würde neu anfangen. Ich würde mein Leben, vor allem auch meinen Beruf als Journalist gleichsam neu lernen müssen. Ich war 30 – in Ihren Augen freilich auch schon Steinkohle –, als ich gleichsam neu geboren wurde“ (lesen Sie die komplette Rede von Frank Pergande: rede-paulskirche_pergande).

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Ein völlig anderes Schicksal war der  26jährigen Doktorandin und Pharmazeutin Sandra Oelsner, als Tochter zweier Ex-DDRler in Frankfurt im Jahr  des Mauerfalls geboren, beschieden. Sie gab in ihrem Statement zum Leben im vereinigten Deutschland Auskunft: „Was es für mich heißt, Deutsche zu sein“, etwa, dass es für sie bedeute in „Freiheit und Demokratie zu leben“. „Meine ersten 26 Lebensjahre“, so Sarah Oelsner, „verbrachte ich in einem wiedervereinigten Deutschland – freie Meinungsäußerung und Wahlrecht sind für mich ebenso selbstverständlich wie das meist visumfreie Reisen in Europa und der ganzen Welt. Ein Auslandssemester in Spanien, ein Praktikumsjahr in der Schweiz, das sind Möglichkeiten, die ich während meines Studiums gern wahrgenommen habe. Aus eigenem Erleben kann ich altersbedingt keine Vergleiche zum Leben in der DDR ziehen, doch durch Gespräche mit meinen Eltern und Großeltern wird mir sehr bewusst, dass das keine Selbstverständlichkeiten sind. Meine Eltern haben sich beim Studium in Dresden kennengelernt und haben ihre ersten 26 Lebensjahre in der DDR verbracht. Im engen Freundes- und Familienkreis konnte man offen sprechen, ansonsten folgte man besser der diktierten Meinung. Stand man nicht aus eigener Überzeugung hinter dem DDR-Regime, musste man sich jeden Tag neu überlegen, inwieweit man bereit war, sich anzupassen. Mein Vater erzählte mir: Ohne Wehrdienst – kein Studium. Keine freien Wahlen – die Teilnahme wurde kontrolliert. Dann der Anwerbeversuch als IM der Stasi – das wollte mein Vater nicht und er sagte Nein. Welche Konsequenzen sich die allgegenwärtige DDR-Diktatur für diese Absage ausdachte, war nicht absehbar. Der Mauerfall beendete für meinen Vater diese Angst. Mein Großvater baute in der DDR ein eigenes mittelständisches Unternehmen mit 100 Mitarbeitern auf. Das wurde nicht gern gesehen und so folgte 1972 die Zwangsenteignung. Er war anerkannter Verfolgter des DDR-Regimes – die Wiedervereinigung erlebte er als Befreiung. Ich habe in diesen Gesprächen viel gelernt und für mein Leben vor allem eines mitgenommen: Ohne Freiheit und Rechtsstaatlichkeit ist alles nichts! Deutsche sein heißt für mich… Bürgerin eines der reichsten und erfolgreichsten Länder der Welt zu sein. Fast 30% der Wirtschaftsleistung der Eurostaaten entfallen auf Deutschland. Wir sind nicht nur Fußball- sondern auch „Exportweltmeister“ und mit Deutschland werden weltweit Begriffe, wie Qualität und wirtschaftlicher Stärke verbunden. Aus diesem Leistungsniveau leitet sich für mich persönlich der Anspruch ab, Verantwortung zu übernehmen – sozial gesellschaftlich tätig zu sein und internationale Entwicklungen zu fördern. Das gilt für den Einzelnen aber auch für unser Land insgesamt. Mir ist bewusst: Ein wiedervereinigtes Deutschland verdanken wir auch der internationalen Hilfe unserer Partner – es ist daher für mich ebenso selbstverständlich, Hilfe zu leisten – im übrigen wird nur so wirtschaftlicher Erfolg nachhaltig zu sichern sein. Gemeinsam wollen wir ein offenes Land sein, das aus seiner Vereinigung die Kraft für die Aufnahme verfolgter Menschen aus anderen Regionen schöpfen sollte.“ (lesen Sie die komplette Rede von Sandra Oelsner: redepaulskirche_sarahoelsner).

Poetry Slam von Anna Knechtel

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Anna Knechtel, 17jährige Schülerin der Liebigschule – Europaschule, performierte wunderbar, intelligent, ideenreicht und pointiert auf den Punkt gebracht, ihre Gedanken und Gefühle zu Wiedervereinigung, Freiheit und Frankfurt.
„Eine Gesellschaft, Schicht für Schicht, strebt nach oben, zweifelt nicht, immer weiter,
immer mehr, wachsen, steigen, Stärke zeigen
Doch halt, einen Moment inne
Es war nicht immer so, wie es jetzt ist und vieles ist jetzt, was nie so war
Wahrheit war nicht immer Wahrheit
Blick in die Vergangenheit
Ein Teil, ein Land, das wir heut’ sind, war mal geteilt, zerrissen, entzweit
Da war Hass und Konkurrenz, Ost gegen West
Rivalitäten, gab keine Grenze, was immer die Rivalen täten
Doch eine Grenze war da
Über Nacht eine Mauer gebaut, aus kaltem Stein
Und mit jedem weiteren Tag wuchs sie in den Köpfen der Menschen
Stein auf Stein baute man ein auf ein anderes Wort der Lüge
Die einen in der Sonne, die anderen nicht
In einer Wolke, stumm, gedrückt, unterdrückt, kein Ausweg
Stattdessen in Schlangen stehen, zu wahllosen Wahlen gehen
Was man sieht? Ein schwarzer Kanal, weit auf der andere Seite das Kennzeichen D
D für Deutschland, das war Deutschland damals
Alles schon gehört, schon zehn mal durchgekaut
Auf Krieg folgt Frieden, nach schweren Zeiten kommen schwere Zeiten,
Dann ein Neuanfang, man bleibt nicht stehen, immer weitergehen, hinter sich lassen,
neue Zeiten fassen
Ankommen, heute, hier, jetzt. Und was ist das?“ (lesen Sie den Poetry-Slam von Anna Knechtel: poetry-slamanna)

Podiumsgespräch

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Beim folgenden Podiumsgespräch „Leben im vereinten Deutschland und Erwartungen“ gaben vier Oberstufenschüler Einblicke in  ihre privaten und beruflichen Wünsche, Ziele und Lebensentwürfe nach dem Abitur.  Werner D’Inka, Herausgeber der F.A.Z. leitete das spannende Gespräch mit den jungen Leuten aus Familien mit Migrationshintergrund. Sie wollten nach dem Abi erst einmal vereisen und etwas von der Welt kennenlernen. Sie sind dankbar dafür, dass sie dies in Deutschland ohne Einschränkungen in Freiheit tun könnten.

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Im Schlusswort betonte Prof. Dr. Ralph Alexander Lorz, Hessischer Kultusminister: „Einigkeit Ja!“, aber vor allem „Recht und Freiheit“ und „Demokratie“ sei, was Europa so attraktiv gemacht hat, und das gelte es zu schützen und zu verteidigen. Den jungen Menschen machte er Mut zu reisen, am Programm „Erasmus Plus“ teilzunehmen, vielfältige Erfahrungen zu sammeln als Grundlage für eine gemeinsame Zukunft in Europa.

Musikalisch lies der Chor der Schillerschule die zweistündige Festveranstaltung in der Paulskirche mit Ludwig van Beethovens „Ode an die Freude“ (Ausschnitt aus 9. Sinfonie d-Moll op. 125) feierlich ausklingen. Anschließend gab es noch einen kleinen Brezel-Imbiss im Foyer.

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Frankfurt lädt ein zur multireligiösen Feier in den Plenarsaal der Paulskirche

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(pia) In diesem Jahr wird in Frankfurt der 25. Jahrestag der Deutschen Einheit gefeiert. Anlässlich dieses Ereignisses lädt die Stadt am Mittwoch, 30. September, um 18.30 Uhr, zu einer multireligiösen Feier in den Plenarsaal der Paulskirche ein. Mit ihr möchte die Stadt ein Signal mit einer klaren Botschaft setzen: Die Deutsche Einheit ist ein Miteinander in Vielfalt. Zu Frankfurt gehören heute Menschen mit Lebensgeschichten, die so unterschiedlich sind, wie die Gründe und Wege, die sie in unsere Stadt geführt haben – und so verschieden wie ihre Glaubenswelten.

Oberbürgermeister Peter Feldmann wird die Gäste begrüßen. Es folgen Beiträge der Religionsgemeinschaften Sikh-Religion, Judentum, Buddhismus, Islam, Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, Hinduismus, Ahmadiyya Muslim und Bahá’ítum. Das Schlusswort spricht Integrationsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg.

Schüler diskutieren über Leben im wiedervereinten Deutschland in der Paulskirche am 1.Oktober

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Was bedeutet die Wiedervereinigung für junge Menschen heute?
(pia) Deutschland blickt 2015 auf 25 Jahre Wiedervereinigung zurück. Die zentralen Feierlichkeiten richtet das Land Hessen unter dem Motto „Grenzen überwinden“ in Frankfurt am Main aus. Im Rahmen der Festwoche laden die Stiftung Polytechnische Gesellschaft, das Land Hessen und das Hessische Kultusministerium, die Stadt Frankfurt und die Frankfurter Allgemeine Zeitung Schüler aus Frankfurter Oberstufen in die Paulskirche ein. Die bereits ausgebuchte Veranstaltung, zu der rund 650 Gäste aus den Schulen erwartet werden, befasst sich am Donnerstag, 1. Oktober, um 10 Uhr, mit der Frage, was die Wiedervereinigung Deutschlands für uns heute bedeutet.

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Im Zentrum stehen die Reden „Wie und zu was vereint? Beobachtungen eines Zeitzeugen“ von FAZ-Redakteur Frank Pergande und „Was es für mich heißt, Deutsche zu sein“ der in Dresden geborenen Pharmazie-Doktorandin Sarah Oelsner. Im Anschluss moderiert FAZ-Mitherausgeber Werner D’Inka ein Podiumsgespräch mit Frankfurter Schülern zum Thema „Leben im vereinten Deutschland: Erfahrungen und Erwartungen“. Grußworte entrichten Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann, der Chef der Hessischen Staatskanzlei, Staatsminister Axel Wintermeyer, und der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, Roland Kaehlbrandt. Das Schlusswort spricht der hessische Kultusminister Alexander Lorz.

„Liebesbriefe und Passierscheine“ – Ausstellung zur Geschichte des Ehepaars Illian im Historischen Museum Frankfurt

© Historisches Museum Frankfurt
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Mehr als 18 Monate lang trennte die Berliner Mauer Doris Illian von ihrem in Frankfurt lebenden Ehemann. In dieser Zeit schrieben sie sich fast täglich. In ihrem Buch berichtet die ehemalige Ost-Berlinerin von den Repressalien und Schikanen, denen das junge Paar bis zur Ausreise von Frau Illian im Februar 1963 ausgesetzt war. Es enthält Ausschnitte aus Briefen, Zeitungsartikeln und Erinnerungen und vermittelt so einen Eindruck vom beruflichen und privaten Alltag der Menschen in Ost-Berlin nach dem Mauerbau.

Ebenfalls am 2. Oktober eröffnen wir in der Bibliothek der Alten eine Ausstellung zur Geschichte des Ehepaars Illian.

Lesung und Ausstellungseröffnung mit Doris Illian
Eintritt: 4 €
Ort: Sonnenmann-Saal im hmf

Weitere Informationen erhalten sie beim Historischen Museum Frankfurt

hmf-Programmheft-September bis Dezember 2015

‚Kommt die D-Mark, bleiben wir‘ – Währungsunion vor 25 Jahren in kürzester Zeit gestemmt.

Goldregen für die Ossis oder was?
Goldregen für die Ossis oder was?

‚Kommt die D-Mark, bleiben wir‘
Deutschland vor 25 Jahren: In kürzester Zeit stemmte die Bundesbank die Währungsunion

Bereits drei Monate vor der Wiedervereinigung legte die Währungsunion zwischen BRD und DDR einen der Grundsteine für das Zusammenwachsen beider Staaten. Ausführender Hauptakteur war die Deutsche Bundesbank. Von Frankfurt aus regelte sie den Druck neuer Banknoten, deren Transport nach Ostdeutschland, die Eröffnung neuer Filialen und die Ausgabe der ersehnten D-Mark.

(pia) Wenn zum 3. Oktober die Politprominenz in Frankfurt den 25. Jahrestag der Deutschen Einheit feiert, blickt eine große in der Mainmetropole beheimatete Institution bereits zurück: Die Deutsche Bundesbank hat ihr großes Jubiläum schon hinter sich gebracht. Die Behörde war in den neuen Bundesländern mit der Durchführung der deutsch-deutschen Währungsunion zum 1. Juli 1990 betraut und so schon vor der eigentlichen Einheit besonders gefordert. Die Einführung der D-Mark ist vielen Ostdeutschen fast stärker im Gedächtnis haften geblieben als die offiziellen Einheitsfeierlichkeiten am 3. Oktober.

Der Druck war groß
Erdacht wurde die Währungsunion im Bundesfinanzministerium von Theo Waigel (CSU), parallel verhandelte Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) seit Februar 1990 mit dem Ministerpräsidenten der DDR, Hans Modrow. Gespräche, an denen die Bundesbank beteiligt war, wie es in der Jubiläumsfestschrift heißt.

Dennoch wurde es erst später richtig konkret. „Der Druck zur raschen Einführung wurde immer größer, gerade von Regierungsseite“, erinnert sich der damals zuständige Organisationschef der Bundesbank, Wendelin Hartmann. „Ich bekam von dort an einem Wochenende Ende März in meinem Urlaub einen Anruf: ‚Wir müssen jetzt konkret werden und einen Termin festlegen. Klappt das bis zum 1. Juli?‘ Dann hatte ich eine Minute Zeit, ja oder nein zu sagen. Ich sagte ja.“

Zwei Monate Zeit
Zwischen der Unterzeichnung des Staatsvertrags zwischen den beiden deutschen Staaten über die Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion im Mai und der Einführung der D-Mark in der DDR zum 1. Juli lagen nur zwei Monate. Der große Zeitdruck und die logistische Herausforderung dieser Währungsunion sind es, die die

Bundesbank heute besonders herausstellt. In den Wochen vor der Währungseinführung in der DDR – deren Staatlichkeit endete erst drei Monate später – baute sie insgesamt 15 Filialen neu auf. Mitarbeiter der DDR-Staatsbank wurden für die neuen Aufgaben geschult. Bundesbank-Beschäftigte leisteten Aufbauarbeit in der DDR. Die Logistik der Währungsunion wurde von der Zentrale in der Frankfurter Wilhelm-Epstein-Straße sowie der damals vorläufigen Verwaltungsstelle in Berlin geplant und geregelt, an der praktischen Umsetzung waren sämtliche Landeszentralbanken der Bundesrepublik beteiligt.

Sonderschichten in allen Bereichen
Unzählige Geldtransporter, begleitet von Blaulicht-Eskorten, brachten 440 Millionen bundesdeutsche Banknoten mit einem Gewicht von etwa 460 Tonnen in den Osten. Dazu kamen rund 102 Millionen Münzen mit einem Gewicht von 750 Tonnen. Insgesamt waren es 28 Milliarden D-Mark, die ab dem 1. Juli an die DDR-Bürger ausgezahlt werden sollten. Das meiste wurde mit Lastwagen befördert, es sollen aber auch Flugzeuge zum Einsatz gekommen sein. „Viele Straßen und Brücken in der DDR hielten die schweren Geldtransporter nicht aus“, beschreibt Carl-Ludwig Thiele, Vorstandsmitglied der Bundesbank. Problematisch war auch, dass die Buchungssysteme im unbaren Zahlungsverkehr beider Länder nicht kompatibel waren.

In den westdeutschen Bundesdruckereien wurden derweil Sonderschichten auf allen Maschinen gefahren, um den Geld-Nachschub auch im Westen sicherzustellen. Druckereien in der DDR wurden in die Geld-Produktion einbezogen. Für die sichere Lagerung wurden Tresore aus dem Westen herbeigeschafft. Um diese wiederum rangieren zu können, importierte die Bundesbank eigens Gabelstapler aus dem Westen.

Abwanderung verhindern
Die logistische Vorbereitung war das eine, das andere war der Disput über die Vorgehensweise. Der heutige Bundesbank-Chef Jens Weidmann sprach in einem Gastbeitrag im Tagesspiegel erst kürzlich wieder von Entscheidungen, die „entgegen auch von Bundesbankseite geäußerten Bedenken“ getroffen wurden. Kernargument der damaligen Bundesregierung für das hohe Tempo war es, dass die Abwanderung der Menschen von Ost nach West zu stoppen und der eingeleiteten politischen Einigung endgültig den Weg zu ebnen. Auf den Montagsdemonstrationen in Leipzig war Anfang des Jahres 1990 ein Plakat aufgetaucht, dessen Slogan es zur Berühmtheit brachte. „Kommt die D-Mark, bleiben wir, kommt sie nicht, geh’n wir zu ihr.“

Andererseits waren die an die Bundesbank gestellten Anforderungen schwer miteinander in Einklang zu bringen: Das Inflationsrisiko sollte möglichst gering gehalten werden. Die DDR-Unternehmen sollten möglichst wettbewerbsfähig bleiben. Die Ersparnisse der DDR-Bürger sollten möglichst große Kaufkraft behalten, um die Akzeptanz für die Umstellungssätze hoch zu halten.

Wie im Wirtschaftswunderland
Löhne und Gehälter, Stipendien, Renten, Mieten und Pachten wurden damals auf das Umtauschverhältnis 1:1 festgelegt, Ersparnisse zu einem Kurs von 2:1. So durften Bürger ab 60 Jahren bis zu 6000, Erwachsene bis zu 4000 und Kinder bis 14 Jahren bis zu 2000 Ostmark zum Kurs von 1:1 umtauschen. Darüber liegende Sparguthaben wurden zum Kurs 2:1 gewechselt, Schulden wurden ebenfalls halbiert. 900 D-Mark holten sich DDR-Bürger durchschnittlich am 1. Juli, dem ersten Tag der Währungsausgabe. Sie kauften Malereimer, Farben, Schuhe, Gebrauchtwagen oder Reisen. In der Nacht zuvor waren bereits 24,7 Millionen Bankkonten von Ostmark auf D-Mark umgestellt worden.

Die Folgen waren eine sofortige Öffnung des DDR-Marktes für westliche Produkte, die Menschen standen staunend vor Läden, deren Auslagen sich über Nacht gefüllt hatten – in dieser Hinsicht trug diese Währungsreform viele Aspekte des westdeutschen Wirtschaftswunders 1948 in sich. Allerdings mussten sich die DDR-Unternehmen quasi über Nacht der Konkurrenz des Weltmarktes und gleichzeitig dem vorgeschriebenen Umtauschkurs bei den Löhnen beugen, was viele nicht lange durchhalten konnten. Insolvenzen und Massenentlassungen waren die Folge.

Kaufkraft, Stabilität und internationales Ansehen
Carl-Ludwig Thiele spricht im Nachhinein von einer „Schocktherapie“, deren wirtschaftliche und soziale Folgen daraufhin über die vormals westdeutschen Sozialsysteme abgefedert worden seien. „Mit der D-Mark Einführung wurde der Inbegriff von Kaufkraft, Stabilität und internationalem Ansehen in die DDR transportiert.“ Allerdings habe die Währungsunion für sich allein genommen der kranken Realwirtschaft nicht helfen können. Dafür sei ein längerer Atem nötig gewesen.
Bei Bundesbankpräsident Weidmann überwiegt nichtsdestotrotz aus heutiger Sicht die positive Bewertung. Die Bürger Ostdeutschlands hätten eine stabile und kaufkräftige Währung erhalten. Sie habe Transparenz und Planungssicherheit gebracht und dank der erreichten Preisstabilität gerade für den sozialen Frieden einen wichtigen Beitrag geleistet. Der damalige Finanzminister Theo Waigel, der als Festredner der Bundesbank beim Jahrestag in Leipzig auftrat, bezeichnete die D-Mark für die Ostdeutschen als „Überbringer der Freiheit und der menschlichen Würde.“ Dies überlagere sowohl die Kosten als auch die notwendigen Umstellungen der ostdeutschen Wirtschaft.
Elfeinhalb Jahre war Deutschland mit der D-Mark vereint, bevor die Einführung des Euro-Bargelds am 1. Januar 2002 auch die Mark zur historischen Währung machte. Der 1. Juli 1990 markierte zugleich die erste Stufe der europäischen Wirtschafts- und Währungsunion, die später in der Einführung des Euro und dem System der europäischen Zentralbanken münden sollte. „Nicht nur Ost- und Westdeutschland wollten in dieser Zeit näher zusammenrücken, auch die Europäische Gemeinschaft strebte nach einem höheren Grad der Integration“, so Thiele.
Stefan Röttele

Dass Frankfurt als Sitz der Deutschen Bundesbank nicht nur im Jubiläumsjahr, sondern auch vor 25 Jahren eine wichtige Rolle bei der Wiedervereinigung spielte, zeigt die Ausstellung „FRANKFURTinsights – Die 1000 Wunder von Frankfurt“ in den Römerhallen vom 28. September bis 4. Oktober .

Auf großen Leinwänden laufen Videoinstallationen des Presse- und Informationsamtes, die die Betrachter mitnehmen in die Welt der Scheine, Münzen und des Goldes, in die Welt der Menschen, die täglich mit ihnen arbeiten. Aber auch zu den Frankfurtern jenseits der Tresore. Die Ausstellung ermöglicht Einblicke in ihren Alltag und zeigt den Zuschauern Orte, die gewöhnlich verborgen bleiben.

Quelle: Presse und Informationsamt der Stadt Frankfurt am Main, PIA.

25 Jahre Deutsche Einheit Der endlose Weg zum Hause des Nachbarn im Literaturforum im Mousonturm am 22.09.2015

Programm im Mousonturm

Dienstag, 22. September 2015, 20 Uhr:
25 Jahre Deutsche Einheit
Der endlose Weg zum Hause des Nachbarn
Michael Augustin und Klaus Völker über Johannes Bobrowski

Als der aus dem ostpreussischen Tilsit stammende, in Ost-Berlin lebende Lyriker und Erzähler Johannes Bobrowski 1965 starb, war er gerade mal 48 Jahre alt. Seine kurze literarische Karriere, 1962 mit dem Preis der Gruppe 47 gekrönt, umfasste nur wenige, aber dafür ausgesprochen produktive Jahre. Sein großes Thema, sowohl in der Lyrik als auch in seinen unvergleichlichen Kurzprosastücken und den beiden Romanen Litauische Claviere und Levins Mühle, hatte er mit Sarmatien gefunden, das ihm Heimat, Sehnsuchtslandschaft und kulturhistorisches Programm war.
Der Bremer Schriftsteller Michael Augustin, Kulturredakteur bei Radio Bremen, präsentiert Originaltöne aus seiner Radiodokumentation zum 50.Todestag Johannes Bobrowskis. Neben Bobrowski höchstpersönlich sind auch die Stimmen seiner Freunde und Weggefährten zu hören: Günter Bruno Fuchs, Christa Reinig, Christoph Meckel, Robert Wolfgang Schnell, Michael Hamburger u.v.a. Anschließend erinnert sich der Dramaturg, Publizist und Theaterhistoriker Klaus Völker im Gespräch an seine Freundschaft und seine Begegnungen mit Johannes Bobrowski. Als Organisator und Veranstalter der legendären Lesungen in der Westberliner Waitzstraße 28 hatte Völker schon in den frühen 60er Jahren lebhaften Anteil am literarischen Leben der Stadt und ist heute ein Zeitzeuge par excellence.

Hessisches Literaturforum im Mousonturm e.V.
Waldschmidtstraße 4
60316 Frankfurt am Main

Frankfurt vom 2. bis 4. Oktober Hauptstadt der Wiedervereinigung

Alle Infos zum großen Fest Tag der Deutschen Einheit

Die Hessische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten, Lucia Puttrich, hat heute gemeinsam mit Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann und Professor Ottmar Hörl tausende Einheitsmännchen auf ihrer letzten Etappe auf dem Frankfurter Römerberg begrüßt. Fotomontage: Personenfoto © Staatskanzlei, Abbildung © massow-picture
Die Hessische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten, Lucia Puttrich, hat heute gemeinsam mit Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann und Professor Ottmar Hörl tausende Einheitsmännchen auf ihrer letzten Etappe auf dem Frankfurter Römerberg begrüßt. Fotomontage: Personenfoto © Staatskanzlei, Abbildung © massow-picture

Die Hessische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten, Lucia Puttrich, hat heute gemeinsam mit Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann und Professor Ottmar Hörl tausende Einheitsmännchen auf ihrer letzten Etappe auf dem Frankfurter Römerberg begrüßt. „Das Kunstprojekt ‚Grenzen überwinden‘ ist ein starkes Symbol für das Zusammenwachsen unseres Landes in den vergangen 25 Jahren. Ottmar Hörl ist es gelungen, das bekannte Ost-Ampelmännchen zu einer neuen dreidimensionalen Einheitsmännchen-Skulptur weiterzuentwickeln, die für das wiedervereinigte Deutschland steht und die Menschen dazu anregt, sich mit dem Geschehen vor einem Vierteljahrhundert auseinanderzusetzen“, sagte Puttrich in Frankfurt. Die Vision des Künstlers sei es, möglichst viele Menschen in einen kulturellen Diskurs miteinzubeziehen. „Das passt sehr gut zu unserer Idee, möglichst viele Menschen mit einem breiten Veranstaltungsprogramm mitzunehmen auf den Weg bis zum 3. Oktober“, sagte die Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten.

Deutschlandreise der Einheitsmännchen
In den vergangen Monaten sind tausende Einheitsmännchen in den Farben grün, schwarz, rot und gelb als Botschafter auf Deutschlandreise gegangen. Nach Stationen in Berlin, auf dem Hessentag in Hofgeismar, Schwerin und Stuttgart hat die Kunstinstallation nun ihr Ziel auf dem Frankfurter Römerberg erreicht. Bis zum 27. September sind die Einheitsmännchen im Herzen der Frankfurter Innenstadt zu sehen. „Das Einheitsmännchen kommt ursprünglich aus den ostdeutschen Bundesländern und gehört nun, ganz selbstverständlich, zu unserer Kultur. Damit steht es symbolisch dafür, wie Grenzen überwunden werden können und passt damit perfekt zu einer toleranten und weltoffenen Stadt wie Frankfurt“, so Oberbürgermeister Feldmann. Dem Künstler sei es gelungen, mit Mitteln der zeitgenössischen Kunst die jüngste Geschichte, die Gegenwart und die Zukunft zu beleuchten.

Aus Anlass der im Oktober stattfindenden Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung in Frankfurt hatte die Hessische Staatskanzlei den international renommierten Konzeptkünstler Prof. Ottmar Hörl gebeten, ein neues Kunstprojekt zu entwickeln. Am 15. April 2015 wurden aus der Hessischen Staatskanzlei in Wiesbaden tausende Skulpturen des von ihm gestalteten Einheitsmännchens auf eine Tour durch Deutschland geschickt.

Sinnbild für freiheitlich-demokratische Prinzipien
„Für mich ist das Einheitsmännchen ein Sinnbild für freiheitlich-demokratische Prinzipien, für Wandlungsfähigkeit, für Hoffnung und Zukunft. Das Männchen ist weltoffen und freundlich. Es lächelt, reicht die Hand für ein Aufeinander-Zugehen, ist voller Energie, mutig und schreitet entschlossen voran“, sagte Ottmar Hörl. „Es ist ein Symbol für die Mobilität einer Gesellschaft, die Veränderung bewirken kann.“

Während der Ausstellung der Installation kann eine Figur zum Preis von 50 Euro im Projektbüro des Künstlers vor Ort erworben werden. Jeder neue Besitzer wird somit zu einem Botschafter für den 25. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung. Zehn Euro des Erlöses kommen einem guten Zweck zugute, und gehen an die Stiftung „Ein Herz für Kinder“, davon jeweils fünf Euro für Kinderheime in ost- und westdeutschen Ländern.

Informationen zum Künstler Professor Ottmar Hörl:
Ob mit 10.000 neuentwickelten Berliner Bären zum zehnten Jahrestag der Wiedervereinigung in Berlin oder mit der Deutschlandreise der Einheitsmännchen-Skulpturen zum 25. Jahrestag der Deutschen Einheit, immer geht es Ottmar Hörl darum, Grenzen zu überwinden. Ottmar Hörl, 1950 im hessischen Nauheim geboren, Professor und Präsident an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg, ist Konzeptkünstler und Bildhauer. International berühmt wurde er vor allem durch temporäre Großprojekte. So hat Ottmar Hörl einprägsame Identifikationsmodelle entwickelt, wie die Euro-Skulptur (2000) in Frankfurt am Main, das am meisten fotografierte und gefilmte Kunstwerk, die Unschuld-Seife (seit 1997) mit der konzeptionellen Auflage von 82 Millionen oder die Trophäe für den Hessischen Filmpreis (2014) in Form eines Weltanschauungsmodells. Zuletzt hat Hörl Großprojekte für das Daegu Art Museum in Südkorea, die Goethe-Universität in Frankfurt, die Architektur-Biennale in Venedig und die Albertina in Wien realisiert. Viele seiner Werke befinden sich in öffentlichen Sammlungen wie dem Museum für Moderne Kunst in Frankfurt oder dem San Francisco Museum of Modern Art. Für seine Arbeit wurde er mit Preisen wie dem Cologne Fine Art Preis, dem Wilhelm-Loth-Preis oder dem intermedium-Preis ausgezeichnet. Fakten im Überblick:

Anlass: 25. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung
Titel der Installation: „Grenzen überwinden“
Künstler: Prof Ottmar Hörl (*1950 Nauheim/Hessen)
Dauer: bis 27. September 2015 (Deutschlandreise)
Maße je Figur: 38 H x 19 B x 26 T cm
Farben: Grün (Hauptfarbe), Schwarz, Rot und Gelb

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