Kategorie-Archiv: Frankfurt

500 Jahre deutsche Bierbraukunst Geburtstagsausstellung „1516“ im Museum für angewandte Kunst in Frankfurt ab 23. April 2016

© Museeum für angewandte Kunst
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1516. 500 Jahre deutsche Bierbraukunst
23. April bis 1. Mai 2016

Eine Ausstellung zum 500. Geburtstag des Reinheitsgebotes für Bier

Vom Grundnahrungsmittel zum Exportschlager: Das Bier ist aus Deutschland nicht mehr wegzudenken. Vom Feierabendbier über die Oktoberfest-Maß bis hin zum Ausdruck „Hopfen und Malz verloren“— der Gerstensaft hat die deutsche Kultur geprägt. Der Grundstein für die Erfolgsgeschichte des deutschen Bieres wurde am 23. April 1516 gelegt: An diesem Tag veröffentlichten die bayrischen Herzöge Wilhelm IV. und Ludwig X. eine verbindliche Anweisung „wie das Bier im Sommer und Winter auf dem Land ausgeschenkt und gebraut werden soll“. Der Erlass war eingebunden in einen Gesetzestext zur Neuregelung des Landes Bayern und bildet die Grundlage für das, was heute Reinheitsgebot genannt wird.

Diesen 500. Jubiläumstag am 23. April 2016 nehmen das Museum Angewandte Kunst in Frankfurt und die Binding-Brauerei zum Anlass, eine einwöchige Ausstellung zu eröffnen, in deren Mittelpunkt die Geschichte des Biergenusses steht. In einem Raum der Historischen Villa Metzler präsentiert das Museum zierreiche Bierkrüge und Humpen aus seinen Sammlungen und ergänzt sie durch zwei Leihgaben rund um die Themen Gerstensaft und Trinkkultur: ein Zunftsiegel und eine frühe Abschrift des Originaldokuments des Reinheitsgebotes aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Flankierend zur Ausstellung in der Villa demonstriert die Binding-Brauerei in den Räumen des Restaurants „Emma Metzler“ im Museumsgebäude, wie und womit Bier gebraut wird, stellt Geschmacksproben für die Besucherinnen und Besucher bereit und erzählt von der traditionsreichen Bierbraukunst des Unternehmens.

© Museeum für angewandte Kunst
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Museum Angewandte Kunst
Schaumainkai 17
60594 Frankfurt am Main
www.museumangewandtekunst.de

Rund um die Welt und bis auf den Mond – Gebrauchsgrafik im Fokus im Museum für angewandte Kunst in Frankfurt

Foto © massow-picture
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Die Schrifttype ‚Futura‘ – entworfen in Frankfurt und weltweit beliebt

Noch heute ist die „Futura“ die Hausschrift der Stadt Frankfurt. Hier wurde sie entwickelt und schaffte es zur weltweit beliebtesten Reformschrift. Das Museum für Angewandte Kunst zeigt in seiner neuen Ausstellung, wie im Frankfurt der 1920er Jahre die deutsche Typografie insgesamt maßgeblich beeinflusst wurde und blickt auf 100 Jahre Schrift- und grafische Gestaltung zurück.

Frankfurt am Main (pia) Heute sind ihre klaren, geometrischen Linien wieder modern. Bereits im 20. Jahrhundert war die „Futura“ eine der populärsten Schriftarten. Sie ist die einzige, die es sogar bis ins Weltall schaffte. Denn die Plakette, die die beiden Astronauten Neil Armstrong und Edwin Aldrin 1969 bei der ersten Mondlandung auf dem Erdtrabanten zurückließen, ist in Futura gesetzt. Entwickelt wurde die Schriftart in den 1920er Jahren in Frankfurt und trat von hier aus ihren Siegeszug um die Welt an. Dabei war sie kein einzelnes Phänomen. Vielmehr steht sie programmatisch für den damaligen gestalterischen Aufbruch, der zu einem wichtigen Bestandteil des einzigartigen Stadtplanungsprogramms „Das Neue Frankfurt“ wurde.

Gebrauchsgrafik im Fokus

„Alles Neu! 100 Jahre Neue Typografie und Neue Grafik in Frankfurt am Main“ heißt daher die Ausstellung, mit der das Museum für Angewandte Kunst auf diese Phase der Stadtentwicklung zurückschaut. Sie steht in einer Reihe mit bereits gezeigten Ausstellungen zu diesem Thema wie „Das Frankfurter Zimmer“ oder die Ferdinand-Kramer-Schau. Während die architektonischen Leistungen des „Neuen Frankfurt“ mittlerweile wiederholt gewürdigt wurden, ist nun erstmals die Gebrauchsgrafik in den Mittelpunkt gerückt.

Für die Ausstellung konnte das Museum auf eine umfangreiche Sammlung aus dem Nachlass des Buchdruckermeisters und Schriftsetzers Philipp Albinus zurückgreifen. Er war von 1924 an zehn Jahre lang Fachlehrer für Typografie und Werkstattleiter für Schriftsatz an der Städtischen Kunstgewerbeschule. Rund 7.000 Blätter, Geschäfts- und Privatdrucksachen, hatten seine Erben dem Museum zur Verfügung gestellt, von denen eine Auswahl nun zum ersten Mal öffentlich gezeigt wird.

Wandel der Schrifttypen

Die Ältesten stammen aus dem 19. Jahrhundert, wie etwa ein Blatt aus Friedrich Stoltzes „Frankfurter Latern“. Die dort verwendete so genannte Frakturschrift mit den typisch gebrochenen Lettern, die an mit Feder geschriebene Buchstaben erinnern, war damals für fast alle Drucksachen in Deutschland Standard. Klaus Klemp, Kurator der Ausstellung, stellt dem Blatt vier Einladungskarten aus den 1920er Jahren zu unterschiedlichen Veranstaltungen an die Seite. Sie zeigen die damalige rasante Entwicklung. Die erste vom Juni 1925 nutzt noch den Fraktursatz, eine weitere vom Oktober 1925 eine Antiquaschrift, die auf dem lateinischen Alphabet basiert. Die beiden nächsten Blätter vom Mai und November 1926 sind bereits in einer so genannten Groteskschrift gesetzt, mit klaren Formen und ohne Serifen, also den feinen Linien, die bei anderen Schriften den Buchstabenstrich am Ende abschließen.

„Deutschland erlebte zu jener Zeit den größten Wandel seiner Schriftgeschichte in nur einem einzigen Jahrzehnt, den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts“, erläutert Klemp dazu. Der Anstoß sei damals aus der Kunst gekommen, von Avantgardisten wie dem Russen El Lissitzky und dem Bauhaus in Weimar. Man suchte nach einem adäquaten Ausdruck für das neue Zeittempo. „Die Groteskschrift war für die Drucksachen, was das flache Dach für die Architektur war: funktionsorientiert und gleichzeitig Symbol der neuen Gestaltungshaltung“, betont der Kurator.

Bauhausgedanke verfeinert

Frankfurt und Offenbach seien dabei mit ihren Schriftgießereien der wohl wichtigste Standort zur Reform der Typografie gewesen, stellt Klemp weiter fest und schätzt, dass dort damals mindestens 50 bis 60 neue Schriften entstanden. Wichtiger Anstoß dafür war die vom fortschrittsgläubigen Oberbürgermeister Ludwig Landmann ab 1924 geführte Stadt Frankfurt, die dieser mit einem umfangreichen Bauprogramm zum Zentrum einer süddeutschen Großregion machen wollte und dafür unter anderem den Architekten Ernst May als Leiter des Siedlungsamtes und seinen Kollegen Martin Elsaesser als Hochbauamtsleiter nach Frankfurt holte. Aufgrund der hohen Inflation hatte die Stadt bereits 1923 die Städel’sche Kunstschule sowie die Kunstgewerbeschule übernommen und beide zusammengeführt zu einer städtischen „Kunstschule für freie und angewandte Kunst“. Ihr Gründungsdirektor Fritz Wichert habe im Briefkontakt mit Walter Gropius in Weimar gestanden, aber eine eigene ganz bodenständige Verwirklichung des Bauhausgedankens für Südwestdeutschland angestrebt, stellt Klemp fest. Zur Architektur, Innenarchitektur und Produktgestaltung kam der Bereich Typografie und Drucksachengestaltung hinzu. Gerade auf diesem Gebiet habe Frankfurt mit dem Bauhaus in Weimar mithalten können. „Es gab dort weder so bedeutende Lehrer noch so viele neue Schriften wie hier.“

Verkaufsschlager ‚Futura‘

Leiter und Fachlehrer der neuen Satz-, Druck- und Buchbindewerkstatt der Schule wurde Philipp Albinus, der schon damals ein erfahrener und gut vernetzter Typograf war. Er war modernen Schriften gegenüber aufgeschlossen, verwendete zum Beispiel bereits die von Rudolf Koch entwickelte Schrift „Neuland“, die 1923 bei den Gebrüdern Klingspor in Offenbach erschienen war. Die Schule war daher bereits experimentierfreudig, noch bevor Paul Renner ab Mai 1925 als Typografielehrer für ein knappes Jahr dort unterrichtete. Renner entwarf schließlich 1927 die „Futura“-Schrift, von der ein erster Entwurf mit stark geometrischen Formen wie zum Beispiel einem Dreieck als unterem Teil des Buchstabens „g“ in der Ausstellung zu sehen ist. Erschienen ist die „Futura“ schließlich in der Bauerschen Gießerei, die diese weiterentwickelte und sie massentauglich machte. Da das Frankfurter Unternehmen Niederlassungen in New York und Barcelona besaß, schaffte es die „Futura“ schnell bis nach Nord- und Südamerika und wurde zur am besten verkauften Schrift der Firma. Anders als am Bauhaus habe es in Frankfurt eine enge Verbindung zwischen der Kunstgewerbeschule und der Wirtschaft gegeben, so dass viele Ideen praktisch umgesetzt worden seien, betont der Kurator.

Preziosen der Ausstellung

Hans Leistikow, ebenfalls Lehrer an der Schule und zugleich Leiter des städtischen Drucksachenbüros, bildete das Bindeglied zum Hochbauamt. Er habe Aufträge an fähige Studenten vermittelt, berichtet Klemp. Der Typograf Leistikow entwickelte zudem das konstruktivistische Adlersignet, das in der Bauverwaltung seit 1926 und seit 1930 für weite Teile der Stadtverwaltung genutzt wurde. Auch der Adler ist auf einem Protokollauszug des Magistrats der Stadt in der Ausstellung zu sehen. Leistikow gestaltete auch die von Ernst May herausgegebene Zeitschrift „Das Neue Frankfurt“, die in einigen Heften auch die Neue Typografie zum Thema machte. 1930 übernahm der namhafte Stuttgarter Maler und Grafiker Willi Baumeister, der seit 1928 an der Frankfurter Kunstgewerbeschule lehrte, die Gestaltung und nutzte dafür bald auch die „Futura“. Er muss ein gutes Verhältnis zu Philipp Albinus gepflegt haben, denn in dessen Nachlass fanden sich drei originell gestaltete Neujahrskarten des Stuttgarters, die nun als besondere Preziosen die Ausstellung schmücken.

Neue Wege der Kommunikation

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten endete der Aufbruch in die gestalterische Avantgarde. Sie führten die Fraktur-Schrift wieder ein und entließen den Direktor der Kunstgewerbeschule sowie die meisten Lehrenden. Auch Philipp Albinus musste gehen. Das Projekt des „Neuen Frankfurt“ überdauerte die NS-Zeit nicht. Anders als dem Bauhaus war es den Frankfurter Protagonisten nicht gelungen, den Ruf nachhaltig zu bewahren. „Es hat nie ein einheitliches Erscheinungsbild gegeben und keinen Marketingmann, wie Walter Gropius es war“, erklärt sich Klemp diese Entwicklung.

Dass die Typografie in Frankfurt dennoch auch nach dem Krieg eine wichtige Rolle spielte, zeigt der zweite Teil der Ausstellung mit Arbeiten etwa der Vertreter der unter Leistikow nach dem Krieg entstandenen Kasseler Plakatschule, die ihren Arbeitsschwerpunkt in Frankfurt hatte. Auch die Protagonisten der 1980er Jahre schlugen neue Wege der Kommunikation ein und sind ebenfalls in der Schau vertreten wie auch aktuelle Gestalter, die an zwölf Stationen in der Ausstellung ihre Konzepte den historischen gegenüberstellen, damals wie heute mit der gleichen Grundhaltung: „Alles neu!“

Sabine Börchers (Presse- u. Informationsamt der Stadt Frankfurt a. Main)

Wiedereröffnung des Frankfurter Museums Judengasse am 20. März 2016

Geschichte der jüdischen Geschichte in Frankfurt auf einen Blick. Foto © massow-picture
Geschichte der jüdischen Geschichte in Frankfurt auf einen Blick. Foto © massow-picture

Die neue Dauerausstellung eröffnet spannende Einblicke in das Leben der Frankfurter Judengasse ( Eröffnungsprogramm)

Am Sonntag, den 20. März 2016, wird das Museum Judengasse nach rund zweijähriger Schließung wieder eröffnet.
Die neue Dauerausstellung thematisiert die jüdische Geschichte und Kultur Frankfurts vom Mittelalter bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts und bildet den ersten Teil der Neukonzeption des Jüdischen Museums. Der zweite Teil der Dauerausstellung, der die Zeit von der Emanzipation bis zur Gegenwart präsentiert, wird ab 2018 im frisch sanierten und erweiterten Rothschild-Palais zu sehen sein.

Museum Judengasse: Blick in die Ausstellung – Bilder in der Judengasse © Norbert Miguletz, Jüdisches Museum Frankfurt
Museum Judengasse: Blick in die Ausstellung – Bilder in der Judengasse © Norbert Miguletz, Jüdisches Museum Frankfurt

Vor der feierlichen Eröffnung wurde heute das neu gestaltete Museum in einer ausführlichen Pressevorbesichtigung präsentiert. Es sprachen die Direktorin des Jüdischen Museums Dr. Mirjam Wenzel, Kulturdezernent Prof. Dr. Felix Semmelroth und für die MuseumsBausteine Frankfurt GmbH deren Geschäftsführerin Carolina Romahn.

 Dr. Mirjam Wenzel, Direktorin des Jüdischen Museums , Prof. Dr. Felix Semmelroth, Kulturdezernent, Carolina Romahn, Leiterin des Kulturamtes und nebenamtliche Geschäftsführerin der MuseumsBausteine Frankfurt GmbH. © massow-picture
Dr. Mirjam Wenzel, Direktorin des Jüdischen Museums , Prof. Dr. Felix Semmelroth, Kulturdezernent, Carolina Romahn, Leiterin des Kulturamtes und nebenamtliche Geschäftsführerin der MuseumsBausteine Frankfurt GmbH. Foto © massow-picture

„Die Neugestaltung des Museums Judengasse zeigt, wie gut es gelungen ist, die beiden Standorte des Museums zusammenzuführen und aufeinander abzustimmen. Die in den Jahren 2012 bis 2014 von der Stadtverordnetenversammlung gefassten Beschlüsse zur Sanierung und Erweiterung des Jüdischen Museums ermöglichten den Umbau hin zu einer zeitgemäßen Ausstellungskonzeption am authentischen Schauplatz“, sagt Kulturdezernent Prof. Dr. Felix Semmelroth. „Am Börneplatz ist durch die räumliche Nähe des Museums Judengasse mit der Gedenkstätte für die deportierten und ermordeten Frankfurter Juden und dem alten jüdischen Friedhof ein historisches Ensemble entstanden, das die Auseinandersetzung mit der jüdischen Geschichte Frankfurts auf besondere Weise ermöglicht.

im Vordergrund älteste Jüdische Begräbnisstätte der Stadt Frankfurt, im Hintergrund das Jüdische Museum, links der neue Eingangsbereich Battonnstrasse 47. Foto u. Montage: © massow-picture
im Vordergrund älteste Jüdische Begräbnisstätte der Stadt Frankfurt, im Hintergrund das Jüdische Museum, links der neue Eingangsbereich Battonnstrasse 47. Foto u. Montage: © massow-picture

Frankfurt ist die einzige Großstadt in Deutschland, in der die jüdische Gemeinschaft vor Ort bis ins 12. Jahrhundert zurückgeht. Das neue Jüdische Museum ist ein Lernort gerade auch für die junge Generation. Die interaktive Ausstellung trägt dazu bei, das Verständnis füreinander und ein tolerantes Miteinander zu fördern“, so Semmelroth weiter. „Mit der multimedialen Installation zu Beginn der Ausstellung und dem besonderen Angebot für Kinder werden insbesondere Familien zu einem Museumsbesuch eingeladen“, ergänzt Dr. Mirjam Wenzel. „Die zeitgemäße Inszenierung soll dabei vor allem den Ort selbst zum Sprechen bringen und unseren Besuchern einen vielseitigen und abwechslungsreichen Einblick in die jüdische Alltagskultur der Frühen Neuzeit geben“.

Dr. Mirjam Wenzel erläutert, dass nur durch  großen Bürgerprotest  die 1987 beim Bau des Verwaltungsgebäudes der Stadtwerke ausgegrabenen Fundamente von zwei Mikwen und 19 Häusern der Judengasse am Börneplatz gerettet werden konnten  Diese archäologischen Funde waren die Grundlage des Museums Judengasse. Foto © massow-picture
Dr. Mirjam Wenzel erläutert, dass nur durch großen Bürgerprotest die 1987 beim Bau des Verwaltungsgebäudes der Stadtwerke ausgegrabenen Fundamente von zwei Mikwen und 19 Häusern der Judengasse am Börneplatz gerettet werden konnten Diese archäologischen Funde waren die Grundlage des Museums Judengasse. Foto © massow-picture

Bereits der erste Raum der neuen Dauerausstellung betont die Vielschichtigkeit des Platzes: Neben Zeugnissen aus der Börneplatzsynagoge und Fotos von deren Zerstörung thematisiert er die Protestkundgebungen, die hier im Jahr 1987 stattfanden. Damals stieß man bei Bauarbeiten auf die Fundamente von zwei Mikwen und mehreren Häusern der Judengasse. Daraufhin entbrannte eine heftige Auseinandersetzung um das öffentliche Verantwortungsbewusstsein der Bundesrepublik Deutschland im Umgang mit jüdischem Kulturgut. Der Konflikt führte zur Bewahrung der archäologischen Zeugnisse von fünf Häusern sowie zur Entstehung des Museums Judengasse.

Ostzeile der Judengasse kurz vor dem Abbruch und Verschwinden aus dem Stadtbild Frankfurts um 1880 von Carl Friedrich Mylius (1827 - 1916), © Museum Judengasse
Ostzeile der Judengasse kurz vor dem Abbruch und Verschwinden aus dem Stadtbild Frankfurts um 1880 von Carl Friedrich Mylius (1827 – 1916), © Museum Judengasse

Die neue Dauerausstellung im Museum Judengasse eröffnet verschiedene Zugänge zum alltäglichen Leben im ersten jüdischen Ghetto Europas. Inmitten von Ruinen werden Objekte anschaulich gezeigt, die einst vor Ort gefertigt oder genutzt wurden.

Der Besarmimturm, Gewürzturm, 1. Hälfte   18. Jh., Silberfiligran, Emaille, Glassteine Foto © massow-picture
Der Besarmimturm, Gewürzturm, 1. Hälfte 18. Jh., Silberfiligran, Emaille, Glassteine Foto © massow-picture

Den Auftakt der Rauminszenierung bilden jüdische Zeremonialobjekte und Druckzeugnisse aus der Frühen Neuzeit. Sie eröffnen einen Einblick in die Traditionen, die in der Judengasse gepflegt und weiter entwickelt wurden, sowie in die damaligen Beziehungen zwischen Juden und Christen.

 

 

 

In der Frankfurter Judengasse arbeiteten viele Geldwechsler. Münzen wurden über ihr Metallgewichtverglichen. Deshalb war die Waage das wichtigste Instrument der Geldwechsler. Man muss wissen, dass jedes der vielen Territorien in Deutschland seine eigenen Münzen hatte. Vor allem zu Messezeiten hatten Geldwechsler Hochbetrieb. Foto © massow-picture
In der Frankfurter Judengasse arbeiteten viele Geldwechsler. Münzen wurden über ihr Metallgewichtverglichen. Deshalb war die Waage das wichtigste Instrument der Geldwechsler. Man muss wissen, dass jedes der vielen Territorien in Deutschland seine eigenen Münzen hatte. Vor allem zu Messezeiten hatten Geldwechsler Hochbetrieb. Foto © massow-picture

Die wirtschaftsgeschichtlichen Zeugnisse, die an anderer Stelle präsentiert werden, legen nahe, dass Juden das Ghetto häufig verließen, um Geschäften nachzugehen. In Anlehnung an jüngere Forschungsergebnisse zeigt die Ausstellung, dass die Judengasse kein in sich geschlossenes Wohngebiet mit eigenen Regeln war. Sie präsentiert anstatt dessen ein differenziertes Geschichtsbild, das verschiedene Formen der Zusammenarbeit und wechselseitigen Einflussnahme zwischen den jüdischen Einwohnern der Gasse und den christlichen Stadtbewohnern thematisiert. Dass Juden in Frankfurt trotz kaiserlichen Schutzes auch antijüdischen Maßnahmen und Gewalt ausgesetzt waren, verdeutlichen rechtliche Anordnungen und die Spuren von Pogromen an geraubten und geschändeten Schriften. Mit diesen Dokumenten der jiddischen wie auch hebräischen Schriftkultur und den vertonten Gesängen und Gedichten aus der Judengasse findet der Ausstellungsrundgang seinen Abschluss.

Foto © massow-picture
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Das Vermittlungsangebot in der Ausstellung umfasst sowohl mediale wie auch interaktive Elemente. Der Multimediaguide, der als App auf mobilen Geräten installiert werden kann, bezieht eine der bedeutendsten jüdischen Grabstätten Europas in den Ausstellungsrundgang mit ein. Eine multimediale Installation zu Beginn sowie mehrere Medienstationen innerhalb der Ausstellung geben einen Überblick über die jüdische Alltagskultur der Frühen Neuzeit. Kinder zwischen 6 und 12 Jahren können die Ausstellung mit spielerischen Mitmachangeboten, einem eigenen Katalog und einer Audioführung erkunden. Das Kinderprogramm des Pädagogischen Zentrums und besondere Führungen ergänzen das Angebot für Familien.

Direktorin Mirjam Wenzel (li) und Fritz Backhaus, stv. Direktor (ganz rechts) erläutern den Aufriß der Judengasse mit allen einstigen Gebäuden und ihren Hausnamen, z.B. Rotes Schild, woraus später einmal der Name der berühmten Banker-Familie Rotschild werdem sollte. Foto © massow-picture
Direktorin Mirjam Wenzel (li) und Fritz Backhaus, stv. Direktor (hinten) erläutern den Aufriß der Judengasse mit allen einstigen Gebäuden und ihren Hausnamen, z.B. Rotes Schild, woraus später einmal der Name der berühmten Banker-Familie Rotschild werdem sollte. Foto © massow-picture

Die städtischen Mittel der Stadt Frankfurt für die gesamten Neubau- und Sanierungsarbeiten des Jüdischen Museums inklusive der Neugestaltung des Museums Judengasse belaufen sich auf bis zu 50 Millionen Euro. Für die Verlegung des Eingangs sowie die neue Dauerausstellung im Museum Judengasse wurden davon 3,25 Millionen Euro eingesetzt. Die Stadt Frankfurt legte dieses Bauprojekt in die Hände der städtischen MuseumsBausteine Frankfurt GmbH. Die Museums- und Ausstellungsgestaltung erfolgte nach dem Entwurf der Planungsgemeinschaft Space 4/teamstratenwerth GmbH. Den Gebäudeumbau gestaltete die Firma Dirschl.Federle_architekten. Durch Drittmittel der Art Mentor Stiftung und der Hertie-Stiftung wurden der letzte Raum der Ausstellung sowie die Realisierung des Multimediaguides finanziert und die Neugestaltung des Museums damit abgeschlossen.

Von den Galerien, die sich auf der Höhe des ursprünglichen Erdgeschosses der Häuser Judengasse befinden, blicken die Besucher auf die Ruinen von fünf Häusern, die in Form von kleinen 3 D-Modellen rekonstruiert wurden. Foto © massow-picture
Von den Galerien, die sich auf der Höhe des ursprünglichen Erdgeschosses der Häuser Judengasse befinden, blicken die Besucher auf die Ruinen von fünf Häusern, die in Form von kleinen 3 D-Modellen rekonstruiert wurden. Foto © massow-picture

Das Jüdische Museum lädt alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt Frankfurt und der Region zur feierlichen Eröffnung des Museums Judengasse ein. Das Fest findet am 20. März 2016 zwischen 14 und 21 Uhr statt, der Eintritt ist kostenfrei. Kuratoren- und Familienführungen geben einen Einblick sowohl in die Alltagskultur als auch in die Bestattungsrituale in der Judengasse. Ein eigenes Kinderprogramm bietet Spiel, Spaß und Spannung. Das Theater Willy Praml inszeniert Auszüge aus Heinrich Heines „Rabbi von Bacharach“ und die Global Shtetl Band schließt den Tag mit einem Konzert ab. Auf den festlichen Tag folgt ein Eröffnungsmonat mit einem umfangreichen Führungs-, Veranstaltungs- und Konzertprogramm.

Ort: Neuer Eingang: Battonstrasse 47
( Eröffnungsprogramm)

Museum Judengasse
Battonnstraße 47
60311 Frankfurt am Main
Tel: +49 69 212 70790
Fax: +49 69 212 30705
info@museumjudengasse.de
www.museumjudengasse.de
www.facebook.com/juedischesmuseumfrankfurt #MuseumJudengasse

Öffnungszeiten
Dienstag: 10-20 Uhr
Mittwoch – Freitag: 10-18 Uhr
Samstag – Sonntag: 10-18 Uhr
Montag: geschlossen

Eintritt 6 Euro, ermäßigt 3 Euro (Audioguide 2 Euro)
Führung 50 Euro, Führung für SchülerInnen: 3 Euro pro Person

Kostenlose öffentliche Führungen Dienstag 18 Uhr und Sonntag 14 Uhr

Führungsthemen
 Alltagsleben in der Judengasse
 Judengasse und alter Friedhof
 Jüdische Geschichte im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit

Öffentliche Verkehrsmittel: S 1, S 8, S 9, U 4, U 5 (Konstablerwache), Tram 11, 12 (Battonnstraße)

Auftakt zur neuen Tanzplattform Rhein-Main 2016- 2018 am 2. u. 3. März im Künstlerhaus Mousonturm, Frankfurt

(vl.) Dr. Helmut Müller Geschäftsführer Kulturfonds Frankfurt Rhein Main, Anna Wagner, Dramaturgin Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt, Tim Plegge, Ballettdirektor Hessisches Staatsballett, Bernd Fülle, Geschäftsführender Direktor Staatstheater Wiesbaden, Karsten Wiegand, Intendant Staatstheater Darmstadt, Dr. Katharina Uhsadel, Stiftung polytechnische Gesellschaft, Matthias Pees, Intendant und Geschäftsführer Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt, Mareike Uhl, Leitende Projektkoordinatorin Tanzplattform Rhein-Main, Bruno Heynderickx, Kurator Hessisches Staatsballett, Foto © Gabriele Müller
(vl.) Dr. Helmut Müller Geschäftsführer Kulturfonds Frankfurt Rhein Main, Anna Wagner, Dramaturgin Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt, Tim Plegge, Ballettdirektor Hessisches Staatsballett, Bernd Fülle, Geschäftsführender Direktor Staatstheater Wiesbaden, Karsten Wiegand, Intendant Staatstheater Darmstadt, Dr. Katharina Uhsadel, Stiftung polytechnische Gesellschaft, Matthias Pees, Intendant und Geschäftsführer Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt, Mareike Uhl, Leitende Projektkoordinatorin Tanzplattform Rhein-Main, Bruno Heynderickx, Kurator Hessisches Staatsballett, Foto © Gabriele Müller

Gemeinsam mit dem Hessischen Staatsballett – einer Kooperation der Staatstheater in Darmstadt und Wiesbaden – startet das Künstlerhaus Mousonturm im Februar 2016 die dreijährige Initiative „Tanzplattform Rhein-Main 2016-2018“. Zum ersten Mal kooperieren damit über mehrere Jahre ein internationales Produktionshaus der freien Tanz- und Theaterszene und eine Staatstheaterstruktur, die mit festem Ensemble, wechselnden Residenzkünstlern und verschiedenen Gastproduktionen in zwei Städten gleichermaßen beheimatet ist. Mousonturm und Hessisches Staatsballett wollen gemeinsam ein großes Spektrum innovativer Aktivitäten entwickeln, um den Tanz in der Region nachhaltig zu stärken und zu dessen verbesserter Sichtbar- und Wirksamkeit beitragen.

Zentrales Ziel der Tanzplattform Rhein-Main 2016 – 2018 ist  es, vielfältige professionelle Produktions-, Aufführungs-, und Vermittlungsformate für Tänzer, Tanzschaffende, Studierende  bis hin zu speziellen Tanz-in-Schulen-Programme zu entwickeln und zu vernetzen.   Dabei knüpfen die Akteure  nicht nur an die Erfahrungen des von 2006 bis 2015 am Mousonturm ansässigen Tanzlabors 21 an, sondern auch an erste Erfahrungen, die das Hessische Staatsballett in den vergangenen anderthalb Spielzeiten im Bereich von Künstlerresidenzen, Partizipation und Vermittlung gemach hat.

Geplant sind neben städteübergreifenden Residenzen für Künstlerinnen und Künstler unter anderem mobile Tanzproduktionen, die urbane und ländliche Räume jenseits konventioneller Theaterräume erobern, und ein gemeinsames Festival für Choreografie, das die Präsentation von regional produzierten Stücken mit internationalen Gastspielen verbindet. Mit diesen und weiteren gemeinsamen Angeboten und Aktivitäten möchten die Kooperations-partner Tanzschaffende und den Tanz in der Region nachhaltig stärken, Akteurinnen und Ak-teure, Institutionen und Zuschauerinnen und Zuschauer im Bereich Tanz regional und überre-gional miteinander vernetzen und ein immer breiteres Publikum für den Tanz im Rhein-Main-Gebiet gewinnen.
Während der Laufzeit der Tanzplattform Rhein-Main werden unter dem Titel Ensemble Mobil Produktionen entwickelt, mit denen Künstlerinnen und Künstler durch die ganze Region touren und Tanzaufführungen an ungewohnte Orte (z.B. Klassenzimmer, Turnhallen, Sitzungssäle oder Gemeindezentren) bringen. Städteübergreifende Residenzen geben Tanzschaffenden, Choreografinnen und Choreografen die Möglichkeit, ihre Arbeiten jeweils mehrere Wo-chen in Frankfurt, Darmstadt und Wiesbaden zu proben. So können das Hessische Staatsbal-lett und das Künstlerhaus Mousonturm die komplette Entstehung freier Tanzproduktionen in der Region unterstützen. Zahlreiche weitere Residenzprogramme und Stipendien, u.a. für Produktionen, Forschung und Probenräume, ergänzen das Angebot für Tanzschaffende, die sich und ihre Arbeit künstlerisch weiterentwickeln und vernetzen wollen. Das Festival für Choreografie präsentiert alljährlich in Frankfurt und Darmstadt oder Wiesbaden regionale und internationale Positionen und bringt diese miteinander in einen künstlerischen Austausch.
Zudem entstehen in Darmstadt, Frankfurt und Wiesbaden mehrere Tanz-Klubs, die sich an neben Jugendlichen auch an Erwachsene und Senioren richten. Bei Klub-Festivals sollen die Klubs aller Städte zusammenkommen und sich und dem Publikum ihre Arbeitsergebnisse präsentieren. Ein Residenzprogramm für Vermittlung bringt junge Tanzvermittlerinnen und Tanzvermittler sowohl an das Hessische Staatsballett als auch an das Künstlerhaus Mouson-turm um neue Strategien und spannende Formate zu erfinden und zu entwickeln. Verschiedene, regelmäßig stattfindende Plattformen wie das Forum Tanzvermittlung und das Forum Choreografie ermöglichen regionalen Akteuren und Tanzschaffenden den Austausch mit renommierten Spezialisten und Fachleuten aus ihrem Feld.

Einige vom Tanzlabor 21 initiierten Angebote, die für professionelle Tanzschaffende unab-dingbar sind, werden fortgeführt – so das werktags im Mousonturm stattfindende Profitraining, die tanzmedizinische Beratung und das Tanz-in-Schulen-Programm. Hinzu kommt ein internationales Workshop-Programm.

Tanzplattform Deutschland 2016 ist Auftaktveranstaltung für Tanzplattform Rhein-Main 2016 – 2018

TPLF-2016-log
Zum Auftakt der Tanzplattform Rhein-Main richtet das Künstlerhaus Mousonturm vom 2. bis 6. März 2016 die Tanzplattform Deutschland aus, deren Hauptspielorte Frankfurt und Darmstadt sind.

pros-tanzpf,jpgDas große Feuerwerk, das die fünftägige Tanzplattform Deutschland mit ihren über 30 Vorstellungen darstellt, soll dafür genutzt werden, nachhaltige und langfristige Basisarbeit für den Tanz in der Region zu initiieren und bekannt zu machen. Denn ohne solche Basisarbeit kann es keine Spitzenereignisse geben.

Das umfangreiche, vielfältige Angebot, Termine und Orte entnehmen Sie bitte per Klick auf nebenstehenden Prospekt-Cover.

Zentraler Veranstaltungsort ist das Künstlerhaus Mousonturm, von wo aus ein Shuttle-Service Besucher zu anderen Spielorten hin- und zurückbringt.

Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt
Waldschmidtstraße 4,
60316 Frankfurt am Main

Deutsches Filminstitut Frankfurt: Kinoprogrammheft März 2016

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Jetzt online abrufbar: Kinoprogrammheft März  des Deutschen Filminstitut 

Die Highlights im März:

Hou Hsiao-hsien
Filmreihe mit Werken des taiwanesischen Regisseurs, von seinem ersten Film JIU SHI LIU LIU DE TA (Cute Girl, TW 1980) bis zu seiner jüngsten Rückkehr zum Genrefilm mit
NIE YIN NIANG (The Assassin, TW/CN/HK/FR 2015).

Soziale Utopien
Filmreihe mit lauten Aufrufen zur Revolution, leisen Protesten gegen bestehende Strukturen und eskapistischen Reisen an andere Orte

Dino Risi, Luigi Comencini und die Commedia all´italiana
Filmreihe. Parallel zum italienischen Neorealismus entstand im Italien der 1950er Jahre ein satirisches Komödienformat: die Commedia all’italiana. Zwei führende Vertreter des Genres sind Dino Risi und Luigi Comencini, die in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag gefeiert hätten.

Junger Filmclub Treppe 41
Zwei Verfilmungen kompletter Musikalben: PINK FLOYD – THE WALL (GB 1982, R: Alan Park) und die Daft-Punk-Space-Opera INTERSTELLA 5555 – THE 5TORY OF THE 5EcRET 5TAR 5YSTEM (JP/FR 2003, R: Kazuhisa Takenouch)

Was tut sich: GRÜSSE AUS FUKUSHIMA
Doris Dörrie zu Gast!
Was tut sich: 4 KÖNIGE
Theresa von Eltz zu Gast!

Luminale-Special
Zwei Filme zum Thema „Licht“

„Schauplätze Frankfurt in den 50er Jahren“ – Foto-Ausstellung im Institut für Stadtgeschichte

"Berliner Straße beim Durchbruch, 1952" © ISG/W. Woscidlo, S7C1998_4461 Westlich der Neuen Kräme wurde die Berliner Str. neu durchgebrochen und im Bogen zur Weißfrauenstr. geführt. Dafür fielen die Ruinen der Weißfrauenkirche sowie von Teilen des Hirschgrabens und des Kornmarkts; mehrere kl. Straßen verschwanden ganz.
„Berliner Straße beim Durchbruch, 1952″
© ISG/W. Woscidlo, S7C1998_4461
Westlich der Neuen Kräme wurde die Berliner Str. neu durchgebrochen und im Bogen zur Weißfrauenstr. geführt. Dafür fielen die Ruinen der Weißfrauenkirche sowie von Teilen des Hirschgrabens und des Kornmarkts; mehrere kl. Straßen verschwanden ganz.

Ausstellung thematisiert Frankfurt am Main in den 50er Jahren
„Das Interesse der Öffentlichkeit am Wandel des Stadtbildes wächst stetig“, unterstrich Kulturdezernent Prof. Dr. Felix Semmelroth bei der Vorstellung der Fotoausstellung „Schauplätze. Frankfurt in den 50er Jahren“ im Institut für Stadtgeschichte. Sie zeigt vom 16. Februar bis 6. November 2016 in 15 Kapiteln die Veränderungen der Stadt in der Nachkriegs- und Wirtschaftswunderzeit und spürt dem Lebensgefühl dieser zunehmend von US-amerikanischen Einflüssen geprägten Jahre nach.

„Unsere neue Sonderausstellung lenkt mit 150 Abbildungen den Blick auf einen Zeitraum, der von größter Bedeutung für die Frankfurter Stadtentwicklung war“, sagte die Leitende Direktorin des Instituts Dr. Evelyn Brockhoff – mit dem Geburtsjahr 1955 selbst ein Kind dieser Zeit. So freut sie sich besonders, dass „alte“ Frankfurter, die diese Jahre selbst erlebt haben, angesichts der gezeigten „Schauplätze“ ihren eigenen Erinnerungen nachgehen können.

"Nachtleben, 1960"  © ISG/F. Frischmann, S7FR_254 In den fünfziger Jahren entwickelte sich im „Flussgebiet“ des Bahnhofsviertels, zwischen Mosel- und Weserstraße, ein Vergnügungszentrum, in dem sich deutsche und internationale Messebesucher, Bewohner der Stadt und ihrer Umgebung und amerikanische Militärangehörige mischten. An den Wochenenden, vor allem am Pay-day, wenn sich die Soldaten in Gaststätten, Musik- und Striplokalen sowie Bordellen amüsierten, gab es für den Streifendienst der amerikanischen Militärpolizei häufig Anlass einzuschreiten.
„Nachtleben, 1960″
© ISG/F. Frischmann, S7FR_254
In den fünfziger Jahren entwickelte sich im „Flussgebiet“ des Bahnhofsviertels, zwischen Mosel- und Weserstraße, ein Vergnügungszentrum, in dem sich deutsche und internationale Messebesucher, Bewohner der Stadt und ihrer Umgebung und amerikanische Militärangehörige mischten. An den Wochenenden, vor allem am Pay-day, wenn sich die Soldaten in Gaststätten, Musik- und Striplokalen sowie Bordellen amüsierten, gab es für den Streifendienst der amerikanischen Militärpolizei häufig Anlass einzuschreiten.

Das Frankfurt der 50er Jahre war eine Stadt des Übergangs und der harten Kontraste. Neben Neubauten lagen Trümmer, Tausende warteten auf die Zuteilung einer Wohnung, während das Wirtschaftswunder von der Stadt Besitz ergriff und die provisorischen Verkaufsstände auf der Zeil den Einkaufspalästen Platz machten. Bei allen Vorbehalten den amerikanischen Besatzern gegenüber waren viele fasziniert von den Versprechungen des American Way of Life, der mit Musik, Film, Mode und Konsum im Alltag an Bedeutung gewann. Frankfurt gehörte zu den Kommunen in Westdeutschland, die ihre alte Stadtgestalt preisgaben, um dem motorisierten Verkehr gerecht zu werden. Nahezu alle Verkehrswege wurden verbreitert, kleinere Straßen und Gassen verschwanden, neue Verkehrsachsen wurden durchgebrochen sowie erste Parkhäuser errichtet. Der „Wiederaufbau Innenstadt“, als Frankfurter Lösung bekannt, gab dem zerstörten Zentrum ein neues Gesicht. Der Altstadtkern jedoch, wie in der Folgezeit das kleine Areal zwischen Römer und Dom bezeichnet wurde, blieb von dem Aufbau ausgenommen; die damals ungelöste Frage des Wiederaufbaus begleitet die Frankfurter bis heute.

(vl.)Tobias Picard M.A., Kurator, Dr. Evelyn Brockhoff, Leitende Direktorin des Instituts, Dr. Michael Fleiter, Kurator
(vl.)Tobias Picard M.A., Kurator, Dr. Evelyn Brockhoff, Leitende Direktorin des Instituts, Dr. Michael Fleiter, Kurator

Die beiden Kuratoren Dr. Michael Fleiter und Tobias Picard haben die umfangreichen Sammlungen des Instituts für Stadtgeschichte ausgewertet und aus mehreren zehntausend Motiven die eindringlichsten ausgewählt. Die Ausstellung ist das erste größere Projekt, für das auch die von der Frankfurter Rundschau übernommenen Fotobestände systematisch durchgegangen wurden – augenscheinlich ein Riesengewinn für die Bebilderung der jüngeren Stadtgeschichte. Ausgehend von Orten wie Paulskirche, Römerberg, Konsummeile Zeil, Flughafen, Messegelände oder Stadionbad lässt sie Schauplätze lebendig werden, die im Leben der Bevölkerung in den 50er Jahren eine Rolle spielten. Ihr Design ist in Form und Farben der „Nierentisch-Ära“ angelehnt.

Die Ausstellung soll die erste in einer Reihe von Dokumentationen zur Entwicklung Frankfurts sein. Das Institut für Stadtgeschichte plant Folgeveranstaltungen zu den 60er, 70er, 80er und 90er Jahren, wie Brockhoff ankündigte.

"Begleitbuch zur Ausstellung“" © ISG, Michael Fleiter und Tobias Picard
„Begleitbuch zur Ausstellung““
© ISG, Michael Fleiter und Tobias Picard

Zur Schau ist unter dem Ausstellungstitel bei Henrich Editionen ein 192seitiger, reich bebilderter Begleitband (ISBN 978-3-943407-59-4) erschienen. Er ist im Institut für Stadtgeschichte sowie im Buchhandel für 14,90 Euro erhältlich.

 

 

 

Ein vielseitiges Begleitprogramm widmet sich Einzelaspekten.
Neben regelmäßigen Kuratorenführungen wird eine Vortragsreihe angeboten, die Kurator Tobias Picard M. A. mit dem Filmabend über Frankfurt im Wiederaufbau am 4. April 2016 um 18.30 Uhr eröffnet.

Der Leiter des Eintracht Frankfurt Museums Matthias Thoma stellt am 9. Mai 2016 unter dem Titel „Vom Neubeginn bis zur Deutschen Meisterschaft“ das sportliche Frankfurt vor. Es folgt am 4. Juli 2016 das Referat von Dr. Thomas Bauer „Ein Hoffnungsträger im Wiederaufbau: Walter Kolb, Oberbürgermeister 1946-1956“.

Ausstellungstafel "Schauplätze" zeigt historischen Fotos der Stunde Null mit erläuternden Texten.
Ausstellungstafel „Schauplätze“ zeigt historischen Fotos der Stunde Null mit erläuternden Texten.

Nach der Sommerpause geht es am 22. August 2016 mit Dr. Almut Gehebe-Gernhardt weiter, die über „Bomben – Bagger – Bauen. Planung und Entwicklung im Frankfurter Städtebau nach 1945“ spricht. Am 12. September 2016 geht es bei Jürgen Schwab unter dem Titel „Durchgejazzt“ um Streifzüge durch die Jazzhauptstadt der Republik in den 50er Jahren.

 

 

Dr. Bettina Tüffers beschäftigt sich am 17. Oktober 2016 mit Frankfurts Umgang mit der NS-Vergangenheit. Den Schlusspunkt der Reihe bildet der Vortrag „Welcome to little America“ von Thorsten Halsey M. A. Bis auf den Filmabend beginnen sämtliche Veranstaltungen um 18 Uhr.

Der Eintritt beträgt jeweils vier Euro, ermäßigt drei Euro. Daneben veranstaltet das Institut für Stadtgeschichte am 12. März 2016 um 16 Uhr ein Frankfurter Erzählcafé mit Stadtrat a. D. Dr. h. c. Ernst Gerhardt, der einen Rückblick auf seine Zeit als Stadtverordneter in den 50er Jahren wirft. Die Teilnahme kostet inklusive Umtrunk sechs Euro.

Die Archivpädagogin Manuela Murmann bietet für Gruppen die Arbeit mit Originalquellen unter dem Titel „Trümmer, Flüchtlinge und Wirtschaftswunder: Was die Frankfurter in den 50er Jahren bewegte“ an.

Die Angebote finden Sie auch auf dem flyer_schauplaetze

Anmeldung unter Tel. 069-212 339 51 oder manuela.murmann@stadt-frankfurt.de. Kosten entstehen den Teilnehmern nicht.

Die neue Sonderausstellung lenkt mit 150 Abbildungen. Foto © massow-pictureden Blick auf einen Zeitraum, der von größter Bedeutung für die Frankfurter Stadtentwicklung war. (Dr. Evelyn Brockhoff , leitende Direktorin des Instituts für Stadtgeschichte)
Die neue Sonderausstellung lenkt mit 150 Abbildungen. Foto © massow-pictureden Blick auf einen Zeitraum, der von größter Bedeutung für die Frankfurter Stadtentwicklung war. (Dr. Evelyn Brockhoff , leitende Direktorin des Instituts für Stadtgeschichte)

Die Ausstellung ist im Institut für Stadtgeschichte im Karmeliterkloster, Münzgasse 9, zu sehen und montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

Der Eintritt ist frei. Für Gruppen können Führungen unter 069-212 314 17 oder info.amt47@stadt-frankfurt.de gebucht werden.

Nähere Informationen und genaue Termine der Veranstaltungen sind im Internet unter www.stadtgeschichte-ffm.de zu finden.

Museum Angewandte Kunst Frankfurt präsentiert ‚Depotschau: Glück und Verheißung‘ ab 17. Feb. 2016

Knaben, die in den Händen Vasen mit Blütenzweigen halten, figürliche Keramik, China 1600-1619. Sie stellen die beiden lachenden Zwillingsgenien der Einigkeit und Harmonie (Hehe erxian) dar. © Museum für Angewandte Kunst
Knaben, die in den Händen Vasen mit Blütenzweigen halten, figürliche Keramik, China 1600-1619.
Sie stellen die beiden lachenden Zwillingsgenien der Einigkeit und Harmonie (Hehe erxian) dar. © Museum für Angewandte Kunst

(pia) Glück – welch ein großes Wort. Doch was genau ist Glück? Ein Gefühl, ein Lebensziel, ein utopischer Gedanke oder doch bloßer Zufall?

So vielschichtig der Begriff, so unterschiedlich fallen die Aktivitäten aus, die Menschen unternehmen, um sich dem Glückszustand zu nähern: das Streben nach Reichtum und materiellen Gütern einerseits, die vollständige Konzentration auf das Geistliche andererseits. Manche verlagern jegliche Glückswünsche auf die Zukunft oder gar auf ein Leben nach dem Tode. Oder erfüllt sich Glück allein in ekstatischer Liebe?

Die Suche in den Depots des Museum Angewandte Kunst hat Artefakte zutage gefördert, die vom Streben nach dem glücklichen Leben zeugen: ein Tafelaufsatz in der Form eines Liebestempels, Trinkgläser, die auf den Alkoholgenuss in geselliger Runde verweisen, oder auch ein kleines Ein-Cent-Stück aus jenem Land, das als einziges das Streben nach Glück in seine Staatsverfassung aufgenommen hat. Kuratorin der Depotschau ist Grit Weber. „Glück und Verheißung 99 Stücke aus den Sammlungen“ läuft samt Kurzfilmprogramm von 17. Februar bis 10. April. Eröffnet wird die Ausstellung am Dienstag, 16. Februar, um 19 Uhr.

Museum Angewandte Kunst
Schaumainkai 17
60594 Frankfurt

Fotoausstellung im Senckenbergmuseum stellt ab 5. Feb. 2016 Frankfurter Senioren an ihren Lieblingsorten vor

Foto: Diether v. Goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow

Neue Altersbilder

(pia) Anti-Aging ist ein zentrales Schlagwort unserer Gesellschaft – dabei erreichen immer mehr Menschen ein immer höheres Alter. Einen neuen, bejahenden Blick auf diesen Lebensabschnitt eröffnet ab dem 5. Februar die Sonderausstellung „Das ist doch noch kein Alter! Meine Zukunft in Frankfurt gestalten“ im Senckenberg Naturmuseum. Großformatige Fotografien zeigen Senioren an ihren Lieblingsorten in der Stadt, sie erzählen persönliche Geschichten und vermitteln viel Lebensfreude.

„Wir werden alle nicht jünger und hübscher – aber dafür bekommen wir Weisheit, Erfahrung und Reife geschenkt“, sagt Cäcilia H. Die 83-Jährige ist eine der dreizehn Frauen und Männer, die der Fotograf Hans Keller in Zusammenarbeit mit der Seniorenagentur Frankfurt der gemeinnützigen GFFB für das Projekt ausgesucht hat. Ziel der Ausstellung ist es, die sehr heterogene Gruppe von älteren Menschen in Frankfurt in den Fokus zu nehmen, ihre Vielfalt fernab von Klischees zu verdeutlichen. „Die Ausstellung zeigt, wie selbstverständlich aktiv unsere Senioren am städtischen Alltag teilnehmen. Sie gehören in unsere Mitte und leisten wertvolle Beiträge zum gesellschaftlichen Leben. Wir können von ihrer Lebenserfahrung nur profitieren“, sagt Oberbürgermeister Peter Feldmann, der die Ausstellung eröffnen wird.

„Wir zeigen Senioren in anderen Zusammenhängen, als man es von ihnen erwartet“, sagt Barbara Wagner, Geschäftsführerin der GFFB. Oft werde das Alter mit Krankheit, Trauer und Einsamkeit assoziiert. „Die Lebensfreude, das Interesse oder auch die Fitness kommen viel zu kurz.“ Also rief die Seniorenagentur während der Aktionswochen Älterwerden im Sommer 2015 Menschen ab 65 Jahren dazu auf, an einem Workshop und Casting teilzunehmen und ihre persönliche Sicht auf Frankfurt zu schildern. Aus mehr als 30 Bewerbern wurden schließlich dreizehn Personen für das Foto-Shooting an ihren individuellen Lieblingsorten ausgewählt. Dabei ging es vor allem darum, den Geschichten der Senioren ein Gesicht zu verleihen.

Stiftsfrauen machten den Anfang

Dieses Ziel verfolgt der Bockenheimer Fotograf Hans Keller schon seit 2012. Damals traf er 140 Frauen des Frankfurter Katharinen- und Weißfrauenstifts zusammen, die zwischen 60 und 101 Jahre alt waren. „Das war für das gesamte Team eine überraschende Erfahrung und ein Riesenspaß“, erinnert sich Keller. Der Fotograf war bis dahin hauptsächlich in der oft künstlichen, von jungen Menschen geprägten Welt der Werbebranche tätig. „Dann kamen wir in Berührung mit dem wahren Leben und merkten, dass diese alten Damen, die auch viel Schlechtes im Leben durchgemacht hatten, voller Energie und guter Laune steckten.“ Die Fotos der Stiftsfrauen waren ab Herbst 2013, als erster Teil des Projekts „DIE KUNST ZU ALTERN“ (DKZA), öffentlich in Frankfurt zu sehen, unter anderem im Rathaus für Senioren. So kam der Kontakt zwischen der Seniorenagentur Frankfurt und Hans Keller zustande, der nun zur gemeinsamen Sonderausstellung führte.

86-jährige Sportskanone am Skaterpark abgelichtet

„Die älteren Leute freuen sich sehr, wenn sie gesehen und gehört werden – das setzt ganz viel Potenzial frei“, berichtet Barbara Wagner. Begeistert nutzten die Auserwählten des Castings die Gelegenheit, sich an ihren Lieblingsorten professionell ablichten zu lassen. Die Sportskanone Horst G. (86) spielte Guerilla Golf in dem neuen Hafenpark an der Europäischen Zentralbank. Vittoria M. (84) und Thomas B. (69) tanzten in der Frankfurter Liebfrauenkirche, um symbolisch ihre zwei Leidenschaften zu verbinden: „Den Tanz und den Glauben und der Freude an beidem“. Auch Bodo B. (78), der auf einen Rollstuhl angewiesen ist, ließ es sich nicht nehmen, sich auf dem Oberdeck eines Ausflugsschiffes mit seiner Ehefrau Christa in Szene setzen zu lassen. Die beiden versuchen, trotz mancher Hürden, ihre Freizeit so zu gestalten, wie vor seiner Erkrankung. „Sie posierten wie einst Leonardo di Caprio und Kate Winslet in „Titanic“, das war ein richtig romantischer Moment“, erinnert sich der Fotograf.

„Wie eine Prinzessin“: Mit Krönchen auf dem Römerberg

Aus „reiner Neugier“ hatte sich Edith P.-S. (75) am Casting beteiligt, und auch sie wurde für das Shooting auserwählt. „Offenbar ist meine Sachsehäuser Babbelgosch gut angekommen“, sagt sie lachend. Getreu ihrem Lebensmotto: „Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten, weitergehen“, wurde Edith mit Krönchen auf dem Römerberg abgelichtet, auf dem sie damals als Kind mit den Trümmerfrauen Steine geklopft hatte. „Da fühlte ich mich wirklich wie eine Prinzessin.“ Gerne gibt die Seniorin ihre Erfahrungen an jüngere Leute weiter – ob es nun darum geht, aus wenigen Resten eine leckere Suppe zu kochen oder im Waschsalon ein Spannbettlaken vernünftig zusammenzulegen. „Ich hoffe, dass die Ausstellung den Dialog zwischen den Generationen belebt“, meint sie.

Das ist auch erklärtes Ziel der Verantwortlichen, und Keller freut sich sehr darüber, dass die Seniorenagentur das Senckenbergmuseum als Ausstellungsort gewinnen konnte. „Hier erreichen wir sehr viele Menschen aus allen Altersgruppen.“ Fester Bestandteil der Schau ist der Katalog, in dem die Porträtierten aus ihrem Leben berichten und die Wahl ihres Lieblingsortes erklären.

Eigenes Schicksal weckt Verständnis für Flüchtlinge

Cäcilia H. ließ sich am Frankfurter Hauptbahnhof ablichten, weil sie hier 1950, als 18 Jahre alter Flüchtling aus Ostschlesien, ganz alleine in der Freiheit ankam. „Wenn ich jetzt die Flüchtlingsströme sehe, kommt das natürlich wieder hoch“, sagt sie. Daher hilft sie seit Jahren ehrenamtlich: Cäcilia hat Flüchtlingskindern vorgelesen, Deutschunterricht gegeben und Neuankömmlinge zu Behörden oder Ärzten begleitet. Auch in der gegenwärtigen Situation will sie sich wieder engagieren. „Wir leben hier seit 70 Jahren in Frieden, und viele scheinen vergessen zu haben, wie gut es uns geht“, meint die Seniorin. Mit dem Projekt möchte sie um Verständnis für die Flüchtlinge werben – und ihre Altersgenossinnen ermutigen: „Was ich kann, das können sie auch.“

Ältere Menschen, die das Leben genießen und die Zukunft mitgestalten: „Das schreit nach mehr“, sagt Hans Keller. Noch steht der Gedanke des „Pro-Aging“ gesellschaftlich am Anfang – aber den Fotografen hat die Arbeit an „DIE KUNST ZU ALTERN“ schon ganz persönlich verändert: „Durch das Projekt habe ich die Angst vor dem Alter verloren.“

Nicole Unruh 

Informationen zur Ausstellung

Die Ausstellung „Das ist doch noch kein Alter! Meine Zukunft in Frankfurt gestalten“ ist vom 5. Februar bis 24. April 2016 zu sehen im 2. OG des Senckenberg Naturmuseums, Senckenberganlage 25, in Frankfurt.
Die Öffnungszeiten sind montags, dienstags und donnerstags von 9 bis 17 Uhr, mittwochs von 9 bis 20 Uhr, am Wochenende sowie an Feiertagen von 9 bis 18 Uhr.
Anschließend zeigt die GFFB die Bilder dauerhaft in ihren Räumlichkeiten in der Mainzer Landstraße 349. Die Ausstellung kann auch ausgeliehen werden. Weitere Informationen zu dem Projekt und der Ausstellung gibt es bei Lea Wissel, Telefon 069/951097-311, E-Mail an wissel@gffb.de .

 

Kultur und Religion in der Vorgeschichte am 10. Jan 2016 Archäologischen Museum Frankfurt

Menschenfiguren, © C. Breckle, M. Schumann, rem
Menschenfiguren, © C. Breckle, M. Schumann, rem

 

 

 

 

 

 

Rudi Gerharz erläutert Kultur und Religion in der Vorgeschichte
(pia) In allen Phasen der Menschheitsgeschichte sind Kultur und Religion eng miteinander verbunden. Häufig kann dies auch im Fundgut der Archäologen nachgewiesen werden.

In der Führung am 10. Januar im Archäologischen Museum erläutert der Archäologe Rudi Gerharz, dass durch Analogien mit ethnographischem Material die Relikte der Vorgeschichte zum Leben erweckt werden können und dadurch gleichsam die Ursprünge religiösen Denkens wahrnehmbar werden, dessen Wirkungen bis in unsere heutige Lebenswelt reichen. Die Führung beginnt um 11 Uhr, Treffpunkt ist das Museumsfoyer. Der Eintritt kostet 7 Euro, ermäßigt 3,50 Euro, die Teilnahme ist kostenlos.

1848: Auf den Spuren einer deutschen Revolution – Stadtrundgang rund um die Paulskirche am 3. Dez. 2015

Stadtgang mit Hannes Pflügner rund um die Paulskirche auf den Spuren der deutschen Revolution 1948
(pia) Stadtgänger erleben Frankfurt am Donnerstag, 3. Dezember, als wichtigen Ort im Kampf um die erste deutsche Demokratie. Die Frankfurter Paulskirche als Ort der Zusammenkunft der ersten frei gewählten Nationalversammlung gilt als „Wiege der Demokratie“. Der Stadtgang mit Hannes Pflügner macht aus geschichtlichen Daten ein erlebtes Nachspüren der deutschen Revolution in Frankfurt. Los geht es um 17 Uhr, Treffpunkt die das Foyer des Historischen Museums. Die Teilnahme kostet sechs Euro.

Überall in Frankfurt kann man dem Verlauf der Revolution und dem Wirken der ersten Nationalversammlung nachspüren. Im rekonstruierten Palais Thurn und Taxis beispielsweise tagte von 1816 bis 1866 der Bundestag des Deutschen Bundes. Das während des Zweiten Weltkrieges stark beschädigte Palais wurde im Zuge der Neukonzeption des gesamten Areals nach Originalplänen wieder aufgebaut. Auch der als Treffpunkt für die liberalen Parlamentarier geschaffene Salon der politisch interessierten Frankfurterin Clotilde Koch-Gontard kann im Zuge des Stadtgangs bewundert werden. Sie war enge Vertraute von Heinrich Freiherr von Gagern, dem ersten Präsidenten der deutschen Nationalversammlung und unterhielt ein Parlamentstagebuch mit Einsichten in die Debatten. Neben den politischen Wirkungsstätten wird im Rundgang durch die Stadt auch das literarische Frankfurt erkundet.