Kategorie-Archiv: Wiesbaden

Rhein-Main-CongressCenter (RMCC) Wiesbaden wird eröffnet – am 13. u. 14. April 2018 Tage der offenen Tür

Rhein-Main CongressCenter Nordhaupthalle. Noch rechtzeitig vor der morgigen Eröffnung konnte der Rasen verlegt werden. © Foto: Diether v. Goddenthow
Rhein-Main CongressCenter Nordhaupthalle. Noch rechtzeitig vor der morgigen Eröffnung konnte der Rasen verlegt werden. © Foto: Diether v. Goddenthow

Am Freitag, 13. April, und Samstag, 14. April, öffnen sich unter dem Motto „Offen für die Zukunft – offen für Sie“  die Türen des neuen RheinMain CongressCenters (RMCC) für die Öffentlichkeit. Es ist das moderne Veranstaltungs- und Kongresszentrum im Herzen der Landeshauptstadt mit lauter Superlativen der Veranstaltungstechnik und einer gelungenen Architektur.  Bürgerinnen und Bürger, die das Wachsen des Bauprojekts seit 2014 bisher nur aus der Distanz beobachten konnten, haben am Freitag von 15.00 bis  – 18.00 Uhr und am Samstag von 10.00 bis 18.00 Uhr die Chance, das Gebäude und seine Architektur mit den vielen unterschiedlichen Räumlichkeiten persönlich aus der Nähe zu erleben. „Auf dieses große Ereignis haben wir vier Jahre lang mit vielen vereinten Kräften hingearbeitet. Jetzt laden wir die Wiesbadenerinnen und Wiesbadener sowie alle Interessierten herzlich ein, ihr neues Gebäude für sich zu entdecken und live zu erleben“, freut sich Wirtschaftsdezernent Detlev Bendel.

Rhein-Main CongressCenter Haupteingangsbereich Nord. © Foto: Diether v. Goddenthow
Rhein-Main CongressCenter Haupteingangsbereich Nord. © Foto: Diether v. Goddenthow

Interessierte Besucher können das neue RMCC am Freitag von 15 bis 18 Uhr und am Samstag von 10 bis 18 Uhr kostenfrei besichtigen. Dazu bekommen alle Gäste einen RMCC-Plan, mit dem sie das moderne Gebäude selbst erkunden und live erleben können. „Wir wollen, dass die Besucher das RMCC persönlich kennenlernen können. Und ich bin mir sicher: Das moderne Gebäude im Herzen der Landeshauptstadt wird viele Menschen beeindrucken“, sagt der Wirtschaftsdezernent.

5000 Sitzplätze oder 9000 Stehplätze bietet allein die 100 Meter lange mal 50 Meter breite und bis zu 15 Meter hohe Veranstaltungshalle Nord des Rhein-Main CongressCenters. Sie kann Tageslicht nutzen und bietet eine vorzügliche Akustik. Die in hellen Hölzern ausgekleidete Großveranstaltungshalle ist in vier Segmente teilbar und verfügt über das größte mobile Tribrünensystem in Deutschland mit bis zu  3000 Plätzen. © Foto: Diether v. Goddenthow
5000 Sitzplätze oder 9000 Stehplätze bietet allein die 100 Meter lange mal 50 Meter breite und bis zu 15 Meter hohe Veranstaltungshalle Nord des Rhein-Main CongressCenters. Sie kann Tageslicht nutzen und bietet eine vorzügliche Akustik. Die in hellen Hölzern ausgekleidete Großveranstaltungshalle ist in vier Segmente teilbar und verfügt über das größte mobile Tribrünensystem in Deutschland mit bis zu 3000 Plätzen. © Foto: Diether v. Goddenthow

Der Neubau ist an beiden Tagen für die Besucher erlebbar. Eine Vielzahl an Räumlichkeiten ist geöffnet, und verschiedene Bestuhlungsvarianten verdeutlichen die flexiblen und vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten. Wie sich das konkret anfühlt, können Gäste zum Beispiel beim Probesitzen in Kino-Atmosphäre testen. So wird in einem der Räume ein Film-Klassiker mit Romy Schneider gezeigt: „Wenn der weiße Flieder wieder blüht“. Das 1953 in Wiesbaden (in den Studios „Unter den Eichen“) produzierte Werk, das zu den bekanntesten Heimatfilmen zählt, soll nun im hochmodernen Umfeld des RMCC lebendig werden.

Fotoausstellung „PRIMA VISTA“ von Studenten der Hochschulen Rhein-Main Wiesbaden, Kassel, Frankfurt und Darmstadt. Im Bild: die Werkreihe "Inside" von Markus Seibel. Er hat sich mit dem technischen Innenleben des Rhein-Main CongressCenters wie Elektrizität, Wasserversorgung, Sauerstoffversorgung, Internet, Entrauchung in Notfällen usw. auseinandergesetzt, was in seinen Werken sehr gelungen zum Ausdruck kommt. © Foto: Diether v. Goddenthow
Fotoausstellung „PRIMA VISTA“ von Studenten der Hochschulen Rhein-Main Wiesbaden, Kassel, Frankfurt und Darmstadt. Im Bild: die Werkreihe „Inside“ von Markus Seibel. Er hat sich mit dem technischen Innenleben des Rhein-Main CongressCenters wie Elektrizität, Wasserversorgung, Sauerstoffversorgung, Internet, Entrauchung in Notfällen usw. auseinandergesetzt, was in seinen Werken sehr gelungen zum Ausdruck kommt. © Foto: Diether v. Goddenthow

Im Rahmen der Eröffnung wird auch eine Fotoausstellung („PRIMA VISTA“) präsentiert. Die Ausstellung, die in Kooperation mit vier hessischen Hochschulen (aus Darmstadt, Frankfurt, Kassel und Wiesbaden) entsteht, basiert auf einem Fotowettbewerb, der die Architektur des RMCC thematisiert. Projektleiter Ralf Niggemann ist von den Wettbewerbsbeiträgen begeistert: „Kunstfotografie-Nachwuchskünstler zeigen uns ihren eigenen Blick auf die besondere Architektur des neuen Kongresszentrums. Dabei ging es nicht um die Dokumentation des Bauprozesses: Die jungen Fotografen zeigen die RMCC-Architektur ganz subjektiv und spielen mit unterschiedlichen Objektiven sowie interessanten Perspektiven.“ Der Fotowettbewerb wird begleitet von der Leica Camera AG aus dem hessischen Wetzlar: Leica unterstützt gezielt Projekte, bei denen sich Foto-Enthusiasten auf beeindruckende Werke zeitgenössischer Fotografie sowie aufstrebender Künstler freuen können.

Auch an Ruheräume, hier eine Wohlfühl-Oase, haben die Erbauer und Betreiber gedacht. © Foto: Diether v. Goddenthow
Auch an Ruheräume, hier eine Wohlfühl-Oase, haben die Erbauer und Betreiber gedacht. © Foto: Diether v. Goddenthow

Mit der Eröffnung des RMCC startet auch Kuffler Congress Catering – der exklusive Gastronomie-Partner des Hauses. Kuffler Congress Catering wird alle Veranstaltungen im RMCC kulinarisch betreuen. Zudem können alle Wiesbadener sowie Besucher der Landeshauptstadt Hessens die Kuffler-Küche ab Mitte April hier täglich genießen: Im neuen Restaurant „bagutta“ (zugänglich von der Friedrich-Ebert-Allee) wird bodenständige italienische Küche angeboten: „Das ‚bagutta‘, ein italienisches Wirtshaus mit Terrasse, haben die Innenarchitekten von Kuffler Inn Design mit grobem Altholz, rohem Eisen und viel Glas eingerichtet: Damit sich Gäste im modernen RMCC in einem warmen Ambiente wohlfühlen und stärken können“, sagt KCC-Direktor Philipp Guitton.

Von der Terrasse in der Halle Süd, die vom Gastronomen Kufler "Bugetta" bewirtschaftet wird, hat man einen grandiosen Blick auf das Hessische Landesmuseum Wiesbaden und die beginnende Wilhelmstrasse, wo demnächst das neue Kunstmuseum Ernst erbaut wird. © Foto: Diether v. Goddenthow
Von der Terrasse in der Halle Süd, die vom Gastronomen Kufler „Bugetta“ bewirtschaftet wird, hat man einen grandiosen Blick auf das Hessische Landesmuseum Wiesbaden und die beginnende Wilhelmstrasse, wo demnächst das neue Kunstmuseum Ernst erbaut wird. © Foto: Diether v. Goddenthow

Beim „Tag der offenen Tür“ am Samstag, 14. April, wird Kuffler zudem Prominente beim Backen unterstützen – zu Gunsten der „Aktion Mensch“: Im Restaurant „bagutta“ werden verschiedene Brotsorten gebacken. Die frischgebackenen Brote und Zutaten können Besucher gegen eine Spende für „die gute Sache“ mitnehmen, um ihren ersten Besuch im RMCC auch zu Hause weiter genießen zu können. Ziel der „Aktion Mensch“ ist, die Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderung, Kindern und Jugendlichen zu verbessern und das selbstverständliche Miteinander in der Gesellschaft zu fördern. Neben Prominenten wie „Lottofee“ Franziska Reichenbacher und Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer, die zur Brotback-Aktion in das neue RMCC eingeladen wurden, kommen auch Sportlerinnen und Sportler: Zum Beispiel Kim Kalicki, Juniorenweltmeisterin als Pilotin im Zweier-Bob, Christian Reichert, Weltcupgesamtsieger und Teamweltmeister im Freiwasserschwimmen und Marina Mohnen, dreifache Medaillengewinnerin im Rollstuhlbasketball.

Impression aus dem Obergeschoss auf das Foyer der Halle Nord.© Foto: Diether v. Goddenthow
Impression aus dem Obergeschoss auf das Foyer der Halle Nord.© Foto: Diether v. Goddenthow

Am Freitagabend hat die Stadt Wiesbaden ehrenamtlich Engagierte zu einem Konzert mit „Glasperlenspiel“ im Rahmen des „Jahr des Engagements 2018″ eingeladen.

Das 25 000 qm große Parkhaus bietet 800 Parkplätze  in Übergröße, die per App  im Voraus gebucht und bezahlt werden können, so dass Parkscheininhaber an der Warteschlange vorbei direkt zu ihrem Parkplatz fahren können. Bei der Ausfahrt, etwa nach Großveranstaltungen werden sämtlich Ein- und Ausfahrten zur Ausfahrt bereit gestellt, so dass rein rascher Abfluss der Wagen erreicht werden kann. © Foto: Diether v. Goddenthow
Das 25 000 qm große Parkhaus bietet 800 Parkplätze in Übergröße, die per App im Voraus gebucht und bezahlt werden können, so dass Parkscheininhaber an der Warteschlange vorbei direkt zu ihrem Parkplatz fahren können. Bei der Ausfahrt, etwa nach Großveranstaltungen werden sämtlich Ein- und Ausfahrten zur Ausfahrt bereit gestellt, so dass rein rascher Abfluss der Wagen erreicht werden kann. © Foto: Diether v. Goddenthow

Am Sonntag, 15. April, findet bereits die erste Großveranstaltung im modernen Gebäude statt. Die „Ehrlich Brothers“ möchten mit ihrer neuen Show („Faszination“) auch Wiesbaden ins Zauberfieber versetzen. Die beiden Zauberbrüder Andreas und Chris Ehrlich sind bis Juni 2018 erneut mit ihrer Show unterwegs. Wenn sie einen echten Monstertruck (mit 2000 PS) aus dem Nichts erscheinen und Menschen aus dem Publikum von einem Ort an einen anderen teleportieren, kann auch die moderne Licht- und Bühnentechnik im RMCC ihre erste große Bewährungsprobe bestehen. Karten für die Vorstellung (Beginn: 19 Uhr) sind derzeit noch im Vorverkauf erhältlich.

Auch abends ein imposantes, architektonisch interessantes Gebäude. © Foto: Diether v. Goddenthow
Auch abends ein imposantes, architektonisch interessantes Gebäude. © Foto: Diether v. Goddenthow

Weitere Informationen gibt es auch im Internet unter www.rmcc.de.

Image-Broschüre

Programm-Tipp für den weiteren Abend: Kurze Nacht der Galerien und Museen in Wiesbaden, ab 19.00 Uhr bis Mitternacht.

Zum 200. Geburtstag von Herzog Adolph zu Nassau ist sein Ururenkel zu Gast in Wiesbaden

Bei Kaiserwetter feierten Seine Königliche Hoheit Henri Großherzog von Luxemburg gemeinsam mit Ministerpräsident Volker Bouffier und Oberbürgermeister Sven Gerich den 200 . Geburtstag von Herzog Adolph zu Nassau in der einstigen Familien-Sommer-Residenz Schloss Biebrich. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Bei Kaiserwetter feierten Seine Königliche Hoheit Henri Großherzog von Luxemburg gemeinsam mit Ministerpräsident Volker Bouffier und Oberbürgermeister Sven Gerich den 200 . Geburtstag von Herzog Adolph zu Nassau in der einstigen Familien-Sommer-Residenz Schloss Biebrich. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Heute empfing der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier in Wiesbaden seine Königliche Hoheit Großherzog Henri von Luxemburg anlässlich des 200. Geburtstages von Adolph Herzog von Nassau-Weilburg und Großherzog von Luxemburg (1817 – 1905). Großherzog Henri ist ein Ururenkel des letzten souveränen Herrschers mit Sitz in Wiesbaden.

vli. Oberbürgermeister Sven Gerich, Ministerpräsident Volker Bouffier und Seine Königliche Hoheit Henri Großherzog von Luxemburg. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
vli. Oberbürgermeister Sven Gerich, Ministerpräsident Volker Bouffier und Seine Königliche Hoheit Henri Großherzog von Luxemburg. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Nach dem Empfangs-Zeremoniell des Großherzogs mit der luxemburgischen und deutschen Nationalhymne durch das Landespolizeiorchester und nach Eintrag in das Gästebuch der Hessischen Staatskanzlei, legte seine Königliche Hoheit einen Kranz zum Gedenken an seinen berühmten Vorfahr am Nassauischen Landesdenkmal an der Adolfshöhe  der Biebricher Allee nieder. Dort begrüßte Oberbürgermeister Sven Gerich den hohen Gast.

Besichtigung von Ausstellungsexponaten "Adolph Herzog von Nassau-Weilburg" im Westflügel. v.r.n.li.: Hier erläutert  Karl Weber, Direktor Staatliche Schlösser und Gärten Hessen, Großherzog von Luxemburg, Seven Gerich und Volker Bouffier die Exponate in einer der Ausstellungs-Vitrinen. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Besichtigung von Ausstellungsexponaten „Adolph Herzog von Nassau-Weilburg“ im Westflügel. v.r.n.li.:  Karl Weber, Direktor Staatliche Schlösser und Gärten Hessen, erläutert Großherzog von Luxemburg, Oberbürgermeister Seven Gerich und Ministerpräsident Volker Bouffier die Exponate in einer der Ausstellungs-Vitrinen. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Gemeinsam begab sich anschließend der Jubiläumstross gegen 11.30 Uhr zum Festakt ins Biebricher Schloss. Dort besichtigte Großherzog Henri von Luxemburg, begleitet von Ministerpräsident Volker Bouffier und Oberbürgermeister Seven Gerich, unter fachkundiger Führung von Karl Weber, Direktor Staatliche Schlösser und Gärten Hessen,  die Sonderausstellung „Adolph Herzog von Nassau-Weilburg“ in der Westgalerie des Schlosses. Der eigentliche Festakt fand in der Rotunde des Biebricher Schlosses statt.

Ministerpräsident Volker Bouffier. Foto: Diether v. Goddenthow
Ministerpräsident Volker Bouffier. Foto: Diether v. Goddenthow

„Das Großherzogtum Luxemburg und das luxemburgische Fürstenhaus haben einen besonderen Platz im Herzen vieler Hessinnen und Hessen, aber ganz besonders in der Landeshauptstadt Wiesbaden. Das Biebricher Schloss ist nur eines der Bauwerke, die das Gesicht der Stadt prägen, und das dank Adolph von Nassau eine Brücke zwischen Hessen und Luxemburg schlägt. Hier wurde der Herzog am 24. Juli 1817 geboren“, sagte der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier in seiner Begrüßung und Einführung und gab einen kleinen historischen Abriss über die wechselvollen 200 Jahre von 1817 bis 2017. Augenzwinkernd klärte der Ministerpräsident darüber auf, dass Nassauern nicht wie irrtümlich angenommen, etwas Negatives sei. Vielmehr habe der Herzog von Nassau, da das Herzogtum Nassau keine Uni hatte, seinen Landeskindern als Studienanreiz täglich ein kostenfreies Mittag-Essen spendiert, wenn sie sich in der Uni Göttingen einschrieben. Da nicht immer alle der für die Nassauer reservierten Essens-Plätze mit echten Nassauer besetzt waren, haben sich andere Kommilitonen an deren Stelle dorthin gesetzt, um sich das Mittagessen sozusagen zu erschnurren. Sie nassauerten also!

Oberbürgermeister Seven Gerich. Foto: Diether v. Goddenthow
Oberbürgermeister Seven Gerich. Foto: Diether v. Goddenthow

Oberbürgermeister Sven Gericht richtete den Fokus seines Grußwortes auf die Entwicklung Wiesbadens von der Nassauischen Residenzstadt 1817 bis zur Weltkurstadt in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Beispielsweise gehen der Bau des ersten Kurhauses, die Einrichtung der Spielbank, der Ausbau der Wilhelmstrasse zur attraktiven Flaniermeile oder auch die Gründung der Landeskreditanstalt Nassau 1840, aus der heutige Nassauische Sparkasse und die Helaba hervorgingen, auf das Herzoghaus Nassau zurück.

Professor Dr. Klaus Eiler, Leitender Archivdirektor des Hessischen Hauptstaatsarchiv i.R. Foto: Diether v. Goddenthow
Professor Dr. Klaus Eiler, Leitender Archivdirektor des Hessischen Hauptstaatsarchiv i.R. Foto: Diether v. Goddenthow

In seinem anschließenden Festvortrag gab Professor Dr. Klaus Eiler, Leitender Archivdirektor des Hessischen Hauptstaatsarchiv i.R., einen fundierten Gesamtüberblick über die Entwicklung der Geschichte der Grafen von Nassau vom 12. Jahrhundert, die dank enger Beziehungen zu den staufischen Königen und Kaisern einen beachtlichen wirtschaftlichen und politischen Aufstieg genommen hatten, sich später in die ottonische und in die walramische Linie teilten, wobei aus der walramischen Linie, die sich 1651 in fünf walramische Teillinien teilten, die Wiesbaden-Idsteiner (bis 1721), die Saarbrücker (bis 1723 und 1797) mit ihren Zweigen Ottweiler (bis 1728) und Usingen (bis 1816) und die jüngere Weilburger Linie (bis 1912) hervorgingen. 1688 wurden der Graf von Idstein und 1737 der von Weilburg gefürstet.

Erst durch den Wiener Kongress 1815 wurde das Herzogtum Nassau bestätigt, und Herzog Wilhelm von Nassau-Weilburg, nach dem die Wiesbadener Wilhelmstasse benannt wurde, folgte 1816 nach dem Tod und Aussterben der Usinger Linie auf den Thron des nunmehr vereinten Herzogtums Nassau. Herzog Wilhelm von Nassau-Weilburg war es auch, der durch einen Vertrag mit dem Königreich Hannover die Universität Göttingen zur Nassauischen Landesuniversität machte und als Anreiz einen Freitisch anbot, um Studierwilligen aus seinem Herzogtum, zukünftigen Nassauer Landesbeamten, dort das Studium zu ermöglichen.

Einen Tag nach dem Tode Herzog Wilhelms bestieg sein  Sohn, Erbprinz Adolph zu Nassau, dessen Geburtstag heute gefeiert wurde, den Thron. Doch sein „Pech“ war im „Deutschen Bruder-Kriege“ „Preußen gegen Österreich“ von 1866 auf der „falschen Seite“, nämlich auf der österreichischen, zu stehen, wodurch Herzog Adolf durch Preußen mit einem Abfindungsvertrag vom 18. September 1867 abgesetzt wurde und sein Land verlassen musste. Doch Glück im Unglück war, dass Adolf mit Aussterben der nassau-oranischen Linie aufgrund eines Hausgesetzes Großherzog von Luxemburg wurde.

Seine Königliche Hoheit Henri Großherzog von Luxemburg. Foto: Diether v. Goddenthow
Seine Königliche Hoheit Henri Großherzog von Luxemburg. Foto: Diether v. Goddenthow

In seinen Dankesworten hob Seine Königliche Hoheit Henri Großherzog von Luxemburg die enge Verbindung Luxemburgs zum Bundesland Hessen hervor und freute sich, dass inzwischen das Biebricher Schloss, dass seine Großmutter 1934 verlassen musste, durch das Land Hessen so hervorragend restauriert wurde.

Musikalisch umrahmt wurde die Geburtstagsfeier von der Klassik-Gruppe „HansoriCelli“.

Diether Wolf v. Goddenthow

Auftakt zur neuen Tanzplattform Rhein-Main 2016- 2018 am 2. u. 3. März im Künstlerhaus Mousonturm, Frankfurt

(vl.) Dr. Helmut Müller Geschäftsführer Kulturfonds Frankfurt Rhein Main, Anna Wagner, Dramaturgin Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt, Tim Plegge, Ballettdirektor Hessisches Staatsballett, Bernd Fülle, Geschäftsführender Direktor Staatstheater Wiesbaden, Karsten Wiegand, Intendant Staatstheater Darmstadt, Dr. Katharina Uhsadel, Stiftung polytechnische Gesellschaft, Matthias Pees, Intendant und Geschäftsführer Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt, Mareike Uhl, Leitende Projektkoordinatorin Tanzplattform Rhein-Main, Bruno Heynderickx, Kurator Hessisches Staatsballett, Foto © Gabriele Müller
(vl.) Dr. Helmut Müller Geschäftsführer Kulturfonds Frankfurt Rhein Main, Anna Wagner, Dramaturgin Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt, Tim Plegge, Ballettdirektor Hessisches Staatsballett, Bernd Fülle, Geschäftsführender Direktor Staatstheater Wiesbaden, Karsten Wiegand, Intendant Staatstheater Darmstadt, Dr. Katharina Uhsadel, Stiftung polytechnische Gesellschaft, Matthias Pees, Intendant und Geschäftsführer Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt, Mareike Uhl, Leitende Projektkoordinatorin Tanzplattform Rhein-Main, Bruno Heynderickx, Kurator Hessisches Staatsballett, Foto © Gabriele Müller

Gemeinsam mit dem Hessischen Staatsballett – einer Kooperation der Staatstheater in Darmstadt und Wiesbaden – startet das Künstlerhaus Mousonturm im Februar 2016 die dreijährige Initiative „Tanzplattform Rhein-Main 2016-2018“. Zum ersten Mal kooperieren damit über mehrere Jahre ein internationales Produktionshaus der freien Tanz- und Theaterszene und eine Staatstheaterstruktur, die mit festem Ensemble, wechselnden Residenzkünstlern und verschiedenen Gastproduktionen in zwei Städten gleichermaßen beheimatet ist. Mousonturm und Hessisches Staatsballett wollen gemeinsam ein großes Spektrum innovativer Aktivitäten entwickeln, um den Tanz in der Region nachhaltig zu stärken und zu dessen verbesserter Sichtbar- und Wirksamkeit beitragen.

Zentrales Ziel der Tanzplattform Rhein-Main 2016 – 2018 ist  es, vielfältige professionelle Produktions-, Aufführungs-, und Vermittlungsformate für Tänzer, Tanzschaffende, Studierende  bis hin zu speziellen Tanz-in-Schulen-Programme zu entwickeln und zu vernetzen.   Dabei knüpfen die Akteure  nicht nur an die Erfahrungen des von 2006 bis 2015 am Mousonturm ansässigen Tanzlabors 21 an, sondern auch an erste Erfahrungen, die das Hessische Staatsballett in den vergangenen anderthalb Spielzeiten im Bereich von Künstlerresidenzen, Partizipation und Vermittlung gemach hat.

Geplant sind neben städteübergreifenden Residenzen für Künstlerinnen und Künstler unter anderem mobile Tanzproduktionen, die urbane und ländliche Räume jenseits konventioneller Theaterräume erobern, und ein gemeinsames Festival für Choreografie, das die Präsentation von regional produzierten Stücken mit internationalen Gastspielen verbindet. Mit diesen und weiteren gemeinsamen Angeboten und Aktivitäten möchten die Kooperations-partner Tanzschaffende und den Tanz in der Region nachhaltig stärken, Akteurinnen und Ak-teure, Institutionen und Zuschauerinnen und Zuschauer im Bereich Tanz regional und überre-gional miteinander vernetzen und ein immer breiteres Publikum für den Tanz im Rhein-Main-Gebiet gewinnen.
Während der Laufzeit der Tanzplattform Rhein-Main werden unter dem Titel Ensemble Mobil Produktionen entwickelt, mit denen Künstlerinnen und Künstler durch die ganze Region touren und Tanzaufführungen an ungewohnte Orte (z.B. Klassenzimmer, Turnhallen, Sitzungssäle oder Gemeindezentren) bringen. Städteübergreifende Residenzen geben Tanzschaffenden, Choreografinnen und Choreografen die Möglichkeit, ihre Arbeiten jeweils mehrere Wo-chen in Frankfurt, Darmstadt und Wiesbaden zu proben. So können das Hessische Staatsbal-lett und das Künstlerhaus Mousonturm die komplette Entstehung freier Tanzproduktionen in der Region unterstützen. Zahlreiche weitere Residenzprogramme und Stipendien, u.a. für Produktionen, Forschung und Probenräume, ergänzen das Angebot für Tanzschaffende, die sich und ihre Arbeit künstlerisch weiterentwickeln und vernetzen wollen. Das Festival für Choreografie präsentiert alljährlich in Frankfurt und Darmstadt oder Wiesbaden regionale und internationale Positionen und bringt diese miteinander in einen künstlerischen Austausch.
Zudem entstehen in Darmstadt, Frankfurt und Wiesbaden mehrere Tanz-Klubs, die sich an neben Jugendlichen auch an Erwachsene und Senioren richten. Bei Klub-Festivals sollen die Klubs aller Städte zusammenkommen und sich und dem Publikum ihre Arbeitsergebnisse präsentieren. Ein Residenzprogramm für Vermittlung bringt junge Tanzvermittlerinnen und Tanzvermittler sowohl an das Hessische Staatsballett als auch an das Künstlerhaus Mouson-turm um neue Strategien und spannende Formate zu erfinden und zu entwickeln. Verschiedene, regelmäßig stattfindende Plattformen wie das Forum Tanzvermittlung und das Forum Choreografie ermöglichen regionalen Akteuren und Tanzschaffenden den Austausch mit renommierten Spezialisten und Fachleuten aus ihrem Feld.

Einige vom Tanzlabor 21 initiierten Angebote, die für professionelle Tanzschaffende unab-dingbar sind, werden fortgeführt – so das werktags im Mousonturm stattfindende Profitraining, die tanzmedizinische Beratung und das Tanz-in-Schulen-Programm. Hinzu kommt ein internationales Workshop-Programm.

Tanzplattform Deutschland 2016 ist Auftaktveranstaltung für Tanzplattform Rhein-Main 2016 – 2018

TPLF-2016-log
Zum Auftakt der Tanzplattform Rhein-Main richtet das Künstlerhaus Mousonturm vom 2. bis 6. März 2016 die Tanzplattform Deutschland aus, deren Hauptspielorte Frankfurt und Darmstadt sind.

pros-tanzpf,jpgDas große Feuerwerk, das die fünftägige Tanzplattform Deutschland mit ihren über 30 Vorstellungen darstellt, soll dafür genutzt werden, nachhaltige und langfristige Basisarbeit für den Tanz in der Region zu initiieren und bekannt zu machen. Denn ohne solche Basisarbeit kann es keine Spitzenereignisse geben.

Das umfangreiche, vielfältige Angebot, Termine und Orte entnehmen Sie bitte per Klick auf nebenstehenden Prospekt-Cover.

Zentraler Veranstaltungsort ist das Künstlerhaus Mousonturm, von wo aus ein Shuttle-Service Besucher zu anderen Spielorten hin- und zurückbringt.

Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt
Waldschmidtstraße 4,
60316 Frankfurt am Main

„All die Zeit, all die Kunst“ – Bernd Brach stellt ab 19. Feb. im Kunsthaus Wiesbaden aus

Der Wiesbadener Maler Bernd Brach zeigt in der Kunsthalle des Kunsthauses Wiesbaden, Schulberg 10, Zeichnungen, Malerei mit Wachs und Objekte aus 40 Jahren künstlerischen Schaffens. Die Ausstellung wird am Freitag, 19. Februar, um 19 Uhr eröffnet und ist bis zum 17. April bei freiem Eintritt zu sehen. Zur Eröffnung wird der Wiesbadener Maler Edgar Diehl in das Werk von Bernd Brach einführen. Musikalisch ergänzt der Saxophonist Gert Zimanowski die bildnerischen Werke.

In seinem Studium an der Wiesbadener Werkkunstschule prägten Bernd Brach die damals dort lehrenden Künstler Oskar Kolb, Robert Preyer und Erwin Schutzbach. Lange war die Zeichnung, von der frühe Arbeiten aus den 70er Jahren bis heute zu sehen sind, seine Domäne. Als er Mitte der 90er Jahre das Wachs als Medium der Malerei für sich entdeckte, sollte das seine Arbeit nachhaltig verändern. Bilder aus allen Perioden zeigen einen unverwechselbaren Umgang mit der traditionellen Technik der Enkaustik. Objekte und Assemblagen aus Fundstücken sind in unterschiedlichen Werkgruppen wie „Das Jesus-Projekt“ und „Trost & Hilfe“ entstanden, aus denen Beispiele zu sehen sind. Skulptural entwickelte Objekte aus Wachs, arrangiert in einer Bodeninstallation, bilden die neueste Werkgruppe „Lost & Found“.

Führungen durch die Ausstellung, die dienstags, mittwochs, freitags, samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr sowie donnerstags von 11 bis 19 Uhr besichtigt werden kann finden an folgenden Tagen statt: Sonntag, 28. Februar, 11.30 Uhr; Donnerstag, 3. März, 18 Uhr; Sonntag, 13. März, 11.30 Uhr; Freitag, 18. März, 16 Uhr; Sonntag, 3. April, 11.30 Uhr; Donnerstag, 7. April, 18 Uhr. Die Künstlerführung mit Vorstellung der Begleitbroschüre ist am Sonntag, 20. März, um 11.30 Uhr.

Wiesbadener Krimistipendium 2016 an Wolfgang Schorlau – Werkstattgespräch am 4. März in Villa Clementine

Der diesjährige Krimistipendiat der Landeshauptstadt Wiesbaden, der renommierte Krimiautor Wolfgang Schorlau, stellt sich am Freitag, 4. März um 19.30 Uhr in einem Werkstattgespräch mit Margarete von Schwarzkopf (NDR) und einer Lesung im Literaturhaus dem Wiesbadener Publikum vor.

Er berichtet über seine intensive Recherchearbeit über politische Geschehnisse – etwa die NSU-Morde oder das Münchner Oktoberfest-Attentat 1980 – die er in seinen Krimis um den ehemaligen BKA-Kommissar Georg Dengler literarisch verarbeitet. Aufgrund der Realitätsnähe verdeutlicht er dem Leser verborgene Zusammenhänge von Wirtschaft, Gesellschaft und Politik. Neben seiner Arbeit als Autor spricht er auch über die Fernseh-Verfilmung seiner Dengler-Krimis sowie über seine Erwartungen an seinen Aufenthalt in Wiesbaden und an das Krimistipendium, in dessen Rahmen er einen Kurzkrimi verfasst und Mitglied der Jury des Fernsehkrimifestivals ist.

Wolfgang Schorlau lebt und arbeitet als freier Autor in Stuttgart. Neben den acht „Dengler“-Krimis, darunter 2015 „Die schützende Hand“, hat er die Romane „Sommer am Bosporus“ und „Rebellen“ veröffentlicht sowie den Band „Stuttgart 21. Die Argumente“ her-ausgegeben. 2006 wurde er mit dem Deutschen Krimipreis und 2012 mit dem Stuttgarter Krimipreis ausgezeichnet.

Eintritt frei

Zeit und Ort: Fr. 4.3., 19.30 Uhr, Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Straße 1

Weitere Infos unter www.wiesbaden.de/literaturhaus

„Europäische Identität“ und „Asyl für die utopische Gesellschaft“ während der Wiesbadener Biennale 2016

Einer imaginären Gesellschaft, die niemals kommen darf, sollte man wenigstens mal Asyl gewähren, daher der eines Biennale-Projektes "Asyl des müden Europäers", so Kuratorin Maria Magdalena Ludewig auf der Pressekonferenz  © massow-picture
Einer imaginierten Gesellschaft, die niemals kommen darf,  weil sie ja ansonsten nicht mehr utopisch, sondern real wäre, sollte man wenigstens temporär  Asyl gewähren. Hieraus entwickelte sich das Motto der erstmalig auf der Biennale Wiesbaden  geplanten Eigenproduktionen : „Asyl des müden Europäers“, © massow-picture

Wiesbaden Biennale 25. August bis 4. September 2016: This is not Europe

Am Hessischen Staatstheater Wiesbaden stellten die Kuratoren Maria Magdalena Ludewig und Martin Hammer die neue Konzeption der Wiesbaden Biennale 2016 unter dem Titel »This is not Europe« vor, die vom 25. August bis zum 4. September 2016 stattfinden wird.

Anknüpfend an das traditionsreiche Festival »Neue Stücke aus Europa« steht die Frage nach einer europäischen Identität als komplexe gesellschaftliche Erzählung im Zentrum ihrer Neukonzeption. Unter dem Titel »This is not Europe« versammelt die Wiesbaden Biennale 2016 die Widersprüche der neuen Identitätserzählungen, die die massiven Erschütterungen des europäischen Selbstverständnisses hervorbringen. „Wer wollen wir sein, was macht uns aus?  Wer gehört zu uns?“ Wenn wir fragten, was denn eigentlich „unsere Identität“ sei, wer wir wären, stellten wir fest, dass „wir Identität als eine Erzählung aus unserer Biographie begreifen“, steigt Martin Hammer während der Pressekonferenz ins weite Feld „Identitätsfindung“ ein und macht den gespannten Hörer klar, dass diese Erzählungen über uns selbst immer wieder variiere, nämlich „je nachdem, wem man gegenüberstünde, wann und in welchem Zusammenhang man Persönliches erzähle“. Das bedeutete, dass Antworten auf die Frage, wer man sei, immer wieder anders ausfielen, und gleichzeitig seien aber alle Erzählungen irgendwie wahr, so Hammer weiter. Identität sei daher „etwas Flüchtiges, was jeweils neu konstruiert wird“. Und was wir für eine Biographie beschrieben, gelte natürlich auch – größer gedacht – für die Fragen „was denn eine europäische Identität“ sei: „Was ist denn eine europäische Identität?. Wer, welcher Autor, erzählt denn diese Geschichte, und wie setzt sich diese Geschichte zusammen? Welche Erzählungen werden  mitunter bewusst unterdrückt oder an den Rand gedrängt und sollen in dieser Identitätserzählung von Europa nicht vorkommen?“

Diese inhaltlichen Fragestellungen werden, so die Kuratoren, die Auswahl des Gastspielprogramms der Wiesbaden Biennale 2016 prägen. Wie bisher werden  10 internationale Produktionen zu sehen sein, in denen die Künstlerinnen und Künstler den Herausforderungen unserer Zeit mit unterschiedlichen Praktiken von Autorenschaft und Performance begegnen. Als Autoren ihrer Werke, international vernetzt arbeitend, schaffen sie transnationale Identitätserzählungen, in denen die Konflikte Europas erfahrbar werden.

„Asyl des müden Europäers“

„Aber vor allem wird es erstmals in der Geschichte des Festivals Neuproduktionen geben“, so Maria Magdalena Ludewig. Diese Neu-Produktion ist das Projekt, was wir im Moment unter „Asyl des müden Europäers“ verstehen. „Was ist das ‚Asyl des müden Europäers’?“, stellt Ludewig die Frage an die Runde, und beantwortet sie sogleich selbst: „Das fragen wir uns auch die ganze Zeit, zugegebenermaßen!“ Die Antwort ändere sich auch andauernd. Wenn man an die rechte Wandseite  schaue (siehe Foto oben), sehe man, dass der Slogan auch mal anders, nämlich „Asyl der kommenden Gemeinschaft“ hieß. Diese Motto wurde dann immer wieder ein bisschen umgedichtet, weil wir uns gefragt haben, „wie kann man eigentlich jenseits von dieser Alternativlosigkeit und diesem rein zweckorientierten Pragmatismus, wo uns die ganze Zeit gesagt wird ‚Wir müssen jetzt handeln!, Wir müssen das jetzt entscheiden, Wir haben jetzt keine Zeit für neue Ideen, neue Kultur usw.‘ wie kann man diesem festgefahrenen Denken eigentlich begegnen, und vielleicht doch einen Gegenentwurf wagen?“ Es müsse doch irgendwie möglich sein! Dann sind wir auf Herrn Agamben gestoßen und haben sein Buch über ‚Die kommende Gemeinschaft‘ gelesen“, so die Kuratorin.

„Die kommende Gemeinschaft“ bei Giorgio Agamben sei eigentlich relativ einfach beschrieben: „Es ist eine Gemeinschaft, die immer als die kommende imaginiert wird, die aber auf gar keinen Fall kommen darf. Denn wenn sie kommen würde, könnte man sie nicht mehr imaginieren, weil sie ja dann da wäre.“ Das wäre eigentlich recht komisch und beschreibe schon einen Widerspruch in sich. Aber eine Utopie sei nicht dazu da, dass sie Wirklichkeit werde, sondern sie sei dazu da, dass sie einem eine Handlungsmöglichkeit oder eine Handlungsrichtung in der Gegenwart gebe, so Ludewig. „Und wir haben uns gefragt: ‚Wie könnten wir das nutzen, wie könnten wir sozusagen einen Entwurf machen?‘ Die führte zu der Idee zu sagen: ‚Naja, wenn die kommende Gemeinschaft nie kommen darf, dann kann sie doch wenigstens mal temporär Asyl erhalten.‘ Das ist der eigentliche Überlegungsweg, der hinter dem Begriff ‚Asyl‘ steht, lange bevor die ganze Asyl-Debatte losging und sich zuspitzte, so Ludewig und weiter:.“Asyl ist erstmal etwas ganz Tolles, ein Zufluchtsort, ein Übergangsort, ein Transit-Ort. Das ist der einzige Ort des Neubeginns. Das ist ja eben ein gute Ort, an dem man Asyl findet.“, so Ludewig.

Die sechs Neu-Produktionen

Sechs Neuproduktionen werden derzeit vor Ort entwickelt, mit den international bekannten Residenzkünstlern Rabih Mroué, Dries Verhoeven, Thomas Bellinck, Tiago Rodrigues, Georgia Sagri, Ingo Niermann, Margarita Tsomou, Arkadi Zaides u. a. sowie weiteren. Die Idee ist, dass die Produktionen nicht im Theaterbau stattfinden, sondern in die Stadt hineingetragen werden und an vielen Orten „Asyl“ erhalten sollen, etwa im Alten Gericht, in der Anglikanischen Kirche, im Museum. im Theaterladen als Gemeinschaftszentrum usw. Der Name Asyl habe sich schon eingebürgert als Keimzelle für etwas, was später mal größer werden soll, und sich hier über die Stadt wie so ein Netzwerk von verschiedenen Orten spannen möge, erläuterten die Kuratoren.

Sich öffnen für die Stadtgesellschaft

„Wir wollen gleichzeitig aber auch versuchen,“ so Ludewig, „hier eine wirkliche Gemeinschaft mit unserem Publikum, mit unseren Künstlern um dieses 10 Tage-Festival zu leben.“ Es ginge nicht nur darum, künstlerische Projekte in die Stadt hinaus zu tragen, sondern auch um die Frage, inwiefern nicht schon das Festivalpublikum, die Künstler und alle, die hierbei „ineinander laufen, einander begegneten“ schon so etwas wie eine utopische Gemeinschaft seien, gemeinsam die Kunst wahrzunehmen. Und ihnen soll auch der Theaterladen (zwischen Kolonnaden und ehemaligem Café Wagner) Asyl (Begegnungsort) sein.

Utopia institutionell gedacht

Was braucht man für eine kommende Gemeinschaft? Jede Gemeinschaft besteht aus Institutionen. „Und wenn man Institutionen neu denkt, kann man auch eine Gemeinschaft neu denken, führt Maria Magdalena Ludewig in die Grundüberlegungen der Produktionsplanungen ein: „Das heißt: wir haben uns mit Künstlern zusammengesetzt und überlegt. wie  wir die Institutionen einer kommenden Gemeinschaft zusammen gründen können? Wie kann ein Künstler eine Institution, einen neuen Raum, einen neuen Rahmen und eine Idee davon entwickeln?“ Ganz unterschiedliche Projekte seien dabei herausgekommen, einige, die es schon mal gegen hat, andere Projekte, die absolut neu entwickelt werden,“bei denen wir noch gar nicht wissen, wo das Fertige hingeht“. Aber es ist ja auch noch ein wenig Zeit bis Ende August nächsten Jahres.

Dem Sterben imaginärer Werte, Gedanken, Geschichte etc. einen würdigen Rahmen verleihen
Dries Verhoeven (Niederlande), geboren 1976, arbeitet gemeinsam mit dem Autor Julian Pörksen (Deutschland), geboren 1985. Er wird sich ums imaginäres Abschiednehmen von Vorteilen, Werten usw. kümmern. Dazu entwickeln Dries und Pörksen zehn groß angelegte, sogenannte Beerdigungszeremonien, die täglich während des Theaterfestivals in der anglikanischen Kirche St. Augustine stattfinden werden. Welche „Werte“ beerdigt werden, steht noch nicht fest: Ist es beispielsweise an der Zeit, „uns von der ‚multikulturellen Gesellschaft‘ zu verabschieden? oder vom ‚Wohlfahrtsstaat‘ oder von der Idee des ‚Europäischen Gedanken’? Verhoeven orientiert sich mit großer Ernsthaftigkeit an christlichen Ritualen und schafft es, ganz unironisch den Blick auf »sterbende« Konzepte unserer Zeit zu lenken. 10 Tage lang wird es  mehrmals täglich zu einem thematischen Schwerpunkt  Beerdigungen geben! Verhoeven arbeitet als Performer, Theatermacher und Bildender Künstler. Seine groß angelegten Installationen, Performances und Happenings werden auf den wichtigsten europäischen Festivals gezeigt und fordern in ihrer radikalen Zuspitzung dazu heraus, den eigenen Standpunkt in Prozess der kollektiv produzierten Narration unserer Gesellschaft zu hinterfragen.

Das fiktive Museum »Domo de Eŭropa Historio en Ekzilo«.als Parodie im Alten Gericht Wiesbaden
Spannend verspricht auch Thomas Bellinck fiktives Museum als „Parodie auf das europäische Haus der Geschichte“ in Brüssel zu werden. Der Belgier wurde 1983 geboren und ist einer der bemerkenswertesten jungen Regisseure und Künstler Belgiens. Seine Arbeiten fallen durch sehr präzise Analysen der Wirklichkeit auf, die er in unterschiedlichste künstlerische Formate umsetzt. Im Rahmen des »Asyls des müden Europäers« entwirft Bellinck im »Alten Gericht« in Wiesbaden ein fiktives Museum: das »Domo de Eŭropa Historio en Ekzilo«. Aus dem Jahr 2021 blickt es auf den Zusammenbruch Europas zurück. Mit großer Liebe zum Detail entwirft Bellinck die Erzählung vom Untergang einer politischen Idee. »Dome de Eŭropa Historio en Ekzilo« entstand ursprünglich am KVS in Brüssel und wurde bei den Wiener Festwochen 2014 gezeigt. In Kooperation mit dem Onassis Centre wird eine Neuerarbeitung entwickelt, die 2016 in Athen und Wiesbaden gezeigt werden wird.

Grandhotel im prunkvollen Foyer des Theaters

© massow-picture
Theater-Foyer © massow-picture

Besonders originell und auf viel Interesse dürfte das im prunkvollen Theater-Foyer improvisierte Grandhotel stoßen.
Wiesbadenerinnen und Wiesbadener sowie ihre Gäste sind eingeladen, die Stadt und ihre Gemeinschaft durch den Blick der Künstlerinnen und Künstler neu zu entdecken: als Übernachtungsgäste im temporären Grandhotel im Foyer des Theaters als aktiv Beteiligte an einem der Projekte oder als Zuschauerinnen und Zuschauer der zahlreichen Veranstaltungen an besonderen Orten in der Stadt.
Ab 1. Dezember 2015 können Interessenten das Goldene Wellness-Ticket für 80 Euro und das Goldene Wellness Ticket de lux für 100 Euro zur Übernachtung im Foyer-Grandhotel an der Kasse des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden erwerben. Darin enthalten sind neben Tickets für vier Gastspiele ein Gemeinschafts-Frühstück, jeweils ein Bettgestell mit Matratze und Bettzeug (Feldbetten seien angesichts der gegenwärtigen Flüchtlingsdramatik unangemessen). Delux-Bucher genießen zudem mehr Privatsphäre durch zusätzliche Sichtschutzwänden.

Zwei Formate im Campus
Darüber hinaus wird es im Rahmen der Wiesbaden Biennale wieder einen Campus mit internationalen Studierenden und mit der »Academy of Translations« eine interkulturelle Plattform für Übersetzung und Sprache geben.

Tickets

Karten sind ab den o. g. Zeitpunkten an der Theaterkasse, telefonisch unter 0611. 132 325 oder auf www.staatstheater-wiesbaden.de sowie weitere Informationen auf www.wiesbaden-biennale.de erhältlich

Krimiherbst: Gila Lustiger liest am 27. Nov 2015 aus ihrem Werk Die Schuld der anderen“ –

die-Schuld-der-anderen-lustDie Schriftstellerin Gila Lustiger kommt zum Wiesbadener Krimiherbst und liest am Freitag, 27. November, im Literaturhaus aus „Die Schuld der anderen“.

Im Rahmen des Wiesbadener Krimiherbstes liest die bekannte Schriftstellerin Gila Lustiger am Freitag, 27. November 2015, um 19.30 Uhr im Literaturhaus aus ihrem Roman „Die Schuld der anderen“. Die Moderation übernimmt Lena Bopp von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ).

Zehn Zeilen – mehr hat Marc Rappaport einem 27 Jahre zurückliegenden Prostituiertenmord, der jetzt durch DNA-Abgleich gelöst sein soll, nicht zu widmen gedacht. Und doch will er mehr über die Geschichte der jungen Frau erfahren, die mit 18 aus der Enge einer Industriekleinstadt nach Paris floh, um zu studieren und dort in die Prostitution schlitterte.

Dabei stößt er bald auf einen Skandal von schockierendem Ausmaß, der die unlösbaren Verstrickungen von Wirtschaft, Geld und Politik durchscheinen lässt. Was als klassische Ermittlungsgeschichte beginnt, entpuppt sich bald als ein atmosphärisch dichter Gesellschaftsroman über ein ganzes Land und die Gegenwart. „Die Schuld der anderen“ stand wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste.

Gila Lustiger, 1963 in Frankfurt am Main geboren, studierte Germanistik und Komparatistik an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Seit 1987 lebt sie als freie Autorin in Paris. Ihr erster Roman „Die Bestandsaufnahme“ erschien 1995, und ihr Familienroman „So sind wir“ war 2005 für die Shortlist des Deutschen Buchpreises nominiert. Für ihren noch im Entstehen begriffenen Roman „Die Entronnenen“ erhielt sie dieses Jahr den Robert Gernhardt Preis.

Die Karten für den Abend mit Gila Lustiger kosten acht, ermäßigt sieben Euro und können unter der Rufnummer 0611 / 3415837 oder der E-Mail-Adresse geschützte E-Mail-Adresse als Grafik reserviert werden.

28. exground filmfest: Gewinner und Festivalbilanz 2015 – mit ersten Trailer-Wettbewerb Art for Art

Filmschaffende, Preisträger, Organisatoren und Mitarbeiter des 28. exground-filmfestival 2015 in der Caligari Filmbühne. © massow-picture
Filmschaffende, Preisträger, Organisatoren und Mitarbeiter des 28. exground-filmfestival 2015 in der Caligari Filmbühne. Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture

ER UND SIE gewinnt Deutschen Kurzfilm-Wettbewerb  – Philippinischer Beitrag WAWA ist bester Internationaler Kurzfilm – Jugendjury kürt MUSTANG von Deniz Gamze Ergüven – und erstmals dabei: Art-for-Art-Trailerwettbewerb für Kunstvereine.

(li) Rose-Lore Scholz dankt Andrea Wink und ihrem Team für die großartige, erfolgreiche wie unermüdliche Realisierung des 28. exground-Filmfestivals im Festsaal des  Wiesbadener Rathauses  © massow-picture
(li) Rose-Lore Scholz, Kulturdezernentin,  dankt Andrea Wink und ihrem Team für die großartige, erfolgreiche wie unermüdliche Realisierung des 28. exground-Filmfestivals im Festsaal des Wiesbadener Rathauses  Foto Diether v. Goddenthow © massow-picture

Nach einem herzlichen Empfang durch Kulturdezernentin Rose-Lore Scholz  mit Dank an alle Filmschaffenden und  – zumeist ehrenamtlichen – Festival-Mitarbeiter   im Wiesbadener Rathaus, klang nach der Abschluss-Vorstellung der Kurzfilme des Deutschen Kurzfilmwettbewerbs mit der feierlichen Preisverleihung  an Gewinner der verschiedenen Filmwettbewerbe das bedeutendste deutsche Independence-Filmfestival exground 2015 in der ausverkauften Caligari FilmBühne aus.

Neu: Art for Art Trailer-Wettbewerb des ADKV 
Siegerehrung "Art für Art -Trailerwettbewerb". li.: Anne Peifer (Siegertrailer), Andrea Wink (Festivalleiterin), Elke Gruhn (ADKV,), Monique Marmodée und Melina Nakaluk (2.Siegerinnen).© massow-picture
Siegerehrung „Art für Art -Trailerwettbewerb“. li.: Anne Peifer (Siegertrailer), Andrea Wink (Festivalleiterin), Elke Gruhn (ADKV,), Monique Marmodée und Melina Nakaluk (2.Siegerinnen).© massow-picture

Zum ersten Mal wurden im bundesweit ausgeschriebenen Trailer-Wettbewerb der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine (ADKV) in Kooperation mit exground filmfest am Abend gleich zwei Siegerkonzepte mit 2000 Euro beziehungsweise 1000 Euro für den 2. Platz ausgezeichnet.

Trailer ENTDECKE DAS UNERWARTETE
Trailer ENTDECKE DAS UNERWARTETE

Die Münchener Studentengruppe, bestehend aus Anne Peifer, Bernhard Kreutzer und Pius Neumaier, gewann mit ihrem Trailer ENTDECKE DAS UNERWARTETE den 1. Preis.

Trailerfilm KUNST KANN
Trailerfilm KUNST KANN

Die zweiten Gewinnerinnen waren mit ihrem Trailer KUNST KANN die Hamburger Studentinnen Monique Marmodée und Melina Nakaluk. Elke Gruhn, Leiterin des Nassauischen Kunstvereins Wiesbaden, Mitglied des ADKV-Vorstands, und Jurorin, wies in ihrer Laudatio darauf hin, dass es Aufgabe gewesen sei, einen Image-Trailer zu entwickeln, der auf das Engagement der gut 300 Kunstvereine mit über 120 000 Mitgliedern hinweise und zeige, wie ihre Arbeit in die Gesellschaft hineinwirke. Mit exground habe der ADKV einen idealen Filmpartner gefunden, so dass die Sieger-Trailer (www.kunstvereine.de) im nächsten Jahr in allen deutschen Kinos gezeigt würden.

Insgesamt wurden im Anschluss an den Deutschen Kurzfilm-Wettbewerb Geld- und Sachpreise im Wert von 17.600 Euro vergeben. Zahlreiche internationale Gäste und über 10.000 Besucher zeugen erneut von der großen Beliebtheit des bedeutendsten Independent-Festivals über die Grenzen Wiesbadens hinaus.

Deutscher Kurzfilm-Wettbewerb

dkfw_er-und-sie.jphNach der Vorführung des Deutschen Kurzfilm-Wettbewerbs entschied das Publikum über seine Favoriten und kürte ER UND SIE von Marco Gadge zum Gewinnerfilm. Der mit 3.000 EUR dotierte erste Preis wurde auch in diesem Jahr von der Landeshauptstadt Wiesbaden gestiftet. Die gesamte Produktion des Films habe zwei Tage gedauert und 4000 Euro gekostet, da die Schauspieler  ohne Honorar spielten.

dissonance_dkfw1Den zweiten Platz belegte DISSONANCE von Till Nowak, der sich über ein Preisgeld von 2.000 EUR freuen kann, gestiftet von der Wiesbadener Magenta TV Fernsehproduktionsgesellschaft. Tanja Bubbel wurde für ihren Film SPIELPLATZ mit dem dritten Preis (1.000 EUR) ausgezeichnet.

Marco Gadge dankt für die Kurzfilm- und Sachpreise von  ER UND SIE. © massow-picture
Marco Gadge dankt für die Kurzfilm- und Sachpreise für ER UND SIE. © massow-picture

Marco Gadge erhielt für ER UND SIE außerdem zwei Sachpreise: Für seinen nächsten Film kann er Filmequipment im Wert von 2.000 EUR von Pille Filmgeräteverleih und das „Post Production Color Grading Special“ der Magenta TV Fernsehproduktionsgesellschaft im Wert von 1.500 EUR nutzen.

Internationaler Kurzfilm-Wettbewerb
 Anj Macalanda dankt zum 1. Preis in Höhe von 1.500 Euro für ihren Film WAWA , der vom exground-Freundeskreis gestiftet wurde. © massow-picture
Anj Macalanda dankt zum 1. Preis in Höhe von 1.500 Euro für ihren Film WAWA , der vom exground-Freundeskreis gestiftet wurde. Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture

Im Internationalen Kurzfilm-Wettbewerb kürte die internationale Jury den philippinschen Beitrag WAWA von Anj Macalanda zum Gewinner und überreichte das Preisgeld von 1.500 EUR, gestiftet vom exground-Freundeskreis. Die Jury-Mitglieder Bettina Schoeller (Regisseurin, Produzentin, Autorin), Iliana Zakopoulou (Leiterin Vertrieb Hellas Film) und Gerald Weber (sixpackfilm) begründeten ihre Entscheidung mit den Worten: „Der Film […] basiert auf einem wawa-ikfwGedicht und erzählt in eindringlichen cinematographischen Bildern Rituale und gelebte Mythologie. Er nimmt uns mit auf eine mysthische Bootsreise in das Herz der Traurigkeit und lässt uns flussaufwärts ohne Tränen zurück.“
Eine lobende Erwähnung ging an MY LEG von Khon Soe Moe Aung aus Myanmar.

exground youth days
li.Gerald Pucher, exground-Youth-days mit Rose-Lore Scholz und der Jugendjury beim Verlesen Ihrer Begründung für die Auswahl "Mustang". © massow-picture
li.Gerald Pucher, exground-Youth-days mit Rose-Lore Scholz und der Jugendjury beim Verlesen Ihrer Begründung für die Auswahl „Mustang“. Foto: Diether v. Goddenthow  © massow-picture

MUSTANG von Deniz Gamze Ergüven überzeugte die Mitglieder der Jugendjury im Internationalen Jugendfilm-Wettbwerb youth days: „Die türkisch-französisch-deutsche Gemeinschaftsproduktion hat uns von Anfang bis Ende mitgerissen und begeistert. Grund dafür war besonders die kraftvolle Geschichte, in farbenfrohen yd_mustang2Bildern von der Kamera eingefangen. Das Zusammenspiel der Schwestern, als verschworene Gemeinschaft, war eine grandiose und sehr authentische schauspielerische Leistung.“ Das Preisgeld von 2.500 EUR stiftete die Landeshauptstadt Wiesbaden. Die Jugendjury wählte außerdem noch den besten Vorfilm aus: Laura Lehmus’ Animation ALIENATION.

Das Publikum entschied ebenfalls über seinen Favoriten im Jugendfilm-Wettbewerb und kürte SHORT SKIN von Duccio Chiarini aus Italien zum Gewinnerfilm. Die mit 1.000 EUR dotierte Auszeichnung wurde ebenfalls von der Landeshauptstadt Wiesbaden gestiftet.

Wiesbadener Jugendfilm-Wettbewerb

Schueler des Wiesbadener Jugendfilm-Wettbewerbs.© massow-picture
Schueler des Wiesbadener Jugendfilm-Wettbewerbs.© massow-picture

Im Wiesbadener Jugendfilm-Wettbewerb setzte sich ICH MUSS WEG von Anthony Jole, Finn Jensen und Tom Lord im Publikumsvoting durch. Der erste Platz ist dotiert mit 450 EUR, gestiftet von der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung. Den zweiten Platz belegte VERSCHOSSEN von Isabelle Petri, die sich über einen Einkaufsgutschein des Apple-Fachhändlers ergo sum im Wert von 150 EUR freuen kann.

Wiesbaden Special – Kurzfilm-Wettbewerb
Im Publikumswettbewerb um den besten Wiesbadener Kurzfilm konnte Melissa Klingelhöfers LEBENS*WERT überzeugen. Neben dem Preisgeld von 500 EUR, gestiftet vom Medienpartner Wiesbadener Kurier kann die Gewinnerin außerdem an zwei Tagen Technik und Know-how des Wiesbadener Tonstudios klangBezirk im Wert von 2.000 EUR für die finale Tonmischung ihres nächsten Films nutzen.

exground-Gong-Show
Trash ist Kult – das bewiesen in diesem Jahr erneut die Teilnehmer der legendären exground-Gong-Show. Verdiente Gewinner von 50 EUR Preisgeld sowie der Goldenen exground-Gurke sind Ari Estavillo und Gereon Weber mit ihrem Werk BUDDY BONER.

Nach exground ist vor exground

Der Termin für das 29. exground filmfest 2016 ist der 11. bis 20. November.

Casting des Jungen Staatsmusicals am 5. Dezember 2015 für junge Leute von 15 bis 25 Jahren

©  Hessisches Staatstheater Wiesbaden
© Hessisches Staatstheater Wiesbaden

Für die neue Musical-Produktion des Jungen Staatsmusicals (Titel wird noch bekanntgegeben) unter der Leitung von Iris Limbarth werden begabte junge Leute im Alter von 15 bis 25 Jahren für verschiedene Hauptrollen und das Ensemble gesucht. Es ist keine Anmeldung erforderlich.

Das Casting findet am Samstag, den 5. Dezember 2015, ab 10:00 Uhr bis ca. 18:00 Uhr statt.
Die Fortsetzung, für diejenigen, die weiterkommen, findet am Sonntag, den 6. Dezember ab 15:00 Uhr statt.
Treffpunkt ist am Samstag ab 9:30 Uhr am Bühneneingang des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden (Am Warmen Damm).

Vorzubereiten sind zwei Songs nach Wahl (bitte Noten oder Playback-Band selbst mitbringen) und ein gestalteter Schauspieltext. Die Songs sollen bitte möglichst aus dem Bereich Musical oder Pop stammen. Außerdem findet ein Tanz- und Bewegungstraining statt, deshalb bitte auch bequeme Trainingsbekleidung mitbringen. Da man mit Straßenschuhen nicht in den Ballettsaal darf, bitte auch Schläppchen, Dancesneaker oder Socken mitbringen.

Für Interessentinnen und Interessenten gibt es einen Infoabend am Montag, den 23. November, um 19:00 Uhr. Treffpunkt hierfür ist ebenfalls der Bühneneingang.

Casting-Ablauf

Weitere Informationen, wie das Casting abläuft sind unter: www.junges-staatsmusical.de zu finden. Dort können auch Fragen gestellt werden.

Stadtrundgang zu Drehorten: Von „Klein-Hollywood“ zu Staatsanwalt und Tatort am 15.Nov in Wiesbaden

© ZDF
© ZDF

Am Sonntag, 15. November, bietet die Wiesbaden Marketing GmbH um 14 Uhr die Führung „Von Klein-Hollywood zu Staatsanwalt und Tatort“ an. Treffpunkt ist die Tourist-Information am Marktplatz, hier gibt es auch die Karten im Vorverkauf. Der Preis pro Person beträgt 9,50 Euro.

Wiesbadens Entwicklung zur Film- und Medienstadt beginnt in den 1950-er Jahren – und am Kochbrunnen etabliert sich ein „Klein Hollywood“. Filmstars wie Curd Jürgens, Hans Albers und Romy Schneider drehten hier. Heute sind neben Produktionen auch Filmfestivals bedeutsame Leuchttürme in der filmkulturellen Landschaft. Die Teilnehmer des Stadtrundgangs können dabei Original-Schauplätze der beliebten Krimi-Serie „Der Staatsanwalt“ und der aktuellen Tatort-Verfilmungen besichtigen sowie prominente Plätze und ihre Geschichten hinter den Kulissen kennenlernen.