Kategorie-Archiv: Literaturhaus Wiesbaden

Literaturhaus Wiesbaden mit spannenden Lesungen zu Gast im Landesmuseum und Kulturform – 26.08. bis 24.09.2020

Vom Ende August an begibt sich das Literaturhaus mit seinen gastierenden Autorinnen und Autoren auf Lesereise. Da die Räume in der Villa Clementine bei den geltenden Abstandsregelungen für Lesungen zu klein sind, finden diese vorübergehend im Museum Wiesbaden oder auch im Kulturforum Wiesbaden statt.

MI 26. August | 19.30 Uhr
INGO SCHULZE
„Die rechtschaffenen Mörder“
Autorenlesung
Moderation: Shirin Sojitrawalla (DLF und taz)

Norbert Paulini ist ein Bücherliebhaber, er schätzt das gedruckte Wort und arbeitet als Antiquar in Dresden. Tapfer behauptet er sich über die Jahre gegen sinkende Leserschaften oder das Internet. Doch so wie sich die Gesellschaft um ihn herum wandelt, so verändert sich auch der Antiquar. Er wird reizbar, aufbrausend, ja aggressiv sogar und entwickelt sich vom friedfertigen Büchernarr zum Reaktionär, bis er plötzlich beschuldigt wird, an rassistischen Ausschreitungen teilgenommen zu haben und sich wegen Mordes verantworten muss.

INGO SCHULZE, 1962 in Dresden geboren, ist Autor zahlreicher Romane, Essays und Erzählungen. Für seine Werke wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem 1995 mit dem Ernst-Willner-Preis beim Ingeborg Bachmann-Wettbewerb sowie mit dem Rheingau Literatur Preis 2017 für den Roman „Peter Holtz. Sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst“, der im gleichen Jahr auch auf der Longlist des Deutschen Buchpreises stand. „Die rechtschaffenen Mörder“ war für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert.

KARTEN: € 8 / erm. € 5 zzgl. VVG. Keine Abendkasse! VVK bis 16 Uhr am Veranstaltungstag.
VERANSTALTUNGSORT: Kulturforum Wiesbaden, Friedrichstraße 16, 65185 Wiesbaden VERANSTALTER: Literaturhaus Villa Clementine

MI 09. September | 19.30 Uhr
FRANK WITZEL
„Inniger Schiffbruch“
Autorenlesung
Moderation: Shirin Sojitrawalla (DLF und taz)

Wenn die eigenen Eltern sterben, kann man ihr Leben und ihre Geschichten entweder tief mit ihnen in die Erde einlassen oder man nimmt sich die Zeit, öffnet verschlossene Kisten und befasst sich eingehend mit ihrer und gleichzeitig auch der eigenen Vergangenheit. Frank Witzel hat solch eine Kiste geöffnet und befasst sich in „Inniger Schiffbruch“ mit dem Nachlass seiner verstorbenen Eltern. Gewohnt selbstreflexiv und autobiografisch verweist er dabei auch immer wieder auf den Entstehungsprozess des eigenen Romans und Schreibens. Den Titel leiht Frank Witzel sich dabei von dem italienischen Dichter Giacomo Leopardi und scheint mit dem Roman regelrecht selbst zu versinken in diesem unendlichen Meer der Erinnerungen.

FRANK WITZEL, geboren 1955 in Wiesbaden, gehört zu den bekanntesten deutschsprachigen Schriftstellern. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem 2015 mit dem Deutschen Buchpreis für seinen Roman „Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“. 2017 kuratierte Frank Witzel die Wiesbadener Literaturtage.

KARTEN: € 8 / erm. € 5 zzgl. VVG. Keine Abendkasse! VVK bis 16 Uhr am Veranstaltungstag.
VERANSTALTUNGSORT: Kulturforum Wiesbaden, Friedrichstr. 16, 65185 Wiesbaden VERANSTALTER: Literaturhaus Villa Clementine

DI 15. September | 19.30 Uhr
LYRIKPREIS ORPHIL
Preisträgerinnen: Marion Poschmann (Hauptpreis) & Eva Maria Leuenberger (Debütpreis) Preisverleihung & Lesung
Moderation: Alf Mentzer (hr2-Kultur)
Musikalische Umrahmung: Max Klioutchnikov (Piano)

Zu Ehren des Dichters George Konell, der viele Jahre in Wiesbaden lebte, wird zum fünften Mal der Orphil-Preis für Lyrik verliehen. Die Schriftstellerin Marion Poschmann erhält den mit 10.000 Euro dotierten Hauptpreis. Damit wird sie für ihr bisheriges lyrisches Werk, insbesondere für den 2020 erschienenen Band „Nimbus“ ausgezeichnet. Der mit 2.500 Euro dotierte Debütpreis geht an Eva Maria Leuenberger für ihren Band „dekarnation“.

Die Jury bilden der Literaturredakteur Alf Mentzer, die freie Kritikerin Beate Tröger sowie der Leiter des Hessischen Literaturforums im Mousonturm, Björn Jager. Der Wiesbadener Kulturdezernent Axel Imholz wird die Auszeichnungen übergeben.

MARION POSCHMANN, geboren 1969 in Essen, gehört mit ihren fünf Gedichtbänden zu den wichtigsten deutschsprachigen Lyrikerinnen. Für ihre Lyrik und Prosa wurde sie vielfach ausgezeichnet: 2011 erhielt sie den Peter-Huchel-Preis und 2013 den Wilhelm Raabe-Literaturpreis. Ihr Roman „Die Kieferninseln“ stand 2017 auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises und war für den International Booker Prize 2019 nominiert. 2020 wurde ihr mit dem Hölty-Preis für Lyrik der höchstdotierte Lyrikpreis im deutschsprachigen Raum zugesprochen.

EVA MARIA LEUENBERGER, Jahrgang 1991, wurde in Bern geboren und lebt heute in Biel. Sie stand zwei Mal im Finale des Open Mike in Berlin und erhielt 2016 das „Weiterschreiben“-Stipendium der Stadt Bern. „dekarnation“ wurde 2020 als erstes Lyrikdebüt mit dem Basler Lyrikpreis ausgezeichnet.

EINTRITT FREI. Einlass ist nur mit Karte möglich. Diese sind in der T-Info und online unter www.wiesbaden.de/literaturhaus erhältlich. Es gibt nur noch wenige Restkarten.
VERANSTALTUNGSORT: Kulturforum Wiesbaden, Friedrichstr. 16, 65185 Wiesbaden
VERANSTALTER: Kulturamt Wiesbaden in Kooperation mit hr2-kultur

DO 24. September | 19.30 Uhr
ZSUZSA BÁNK
„Sterben im Sommer“
Autorenlesung
Moderation: Alexander Wasner (SWR)

Ein heißer Sommer am Balaton im Schatten der Bäume. Auf dem Wasser spiegelt sich der wolkenlose Himmel, es ist schön und ruhig im Westen Ungarns. Doch im Körper des Vaters stürmt es, der Krebs ist unheilbar zurück und zwingt ihn zur Rückreise nach Frankfurt im Rettungshubschrauber und Krankenwagen. Einfühlsam und nachdenklich erzählt Zsuzsa Bánk die Geschichte einer Tochter, die am Krankenbett ihres Vaters weilt und die Erinnerungen reflektiert, wie die spiegelglatte Oberfläche eines Sees.

ZSUZSA BÁNK, Jahrgang 1965, gehört zu den renommiertesten deutschsprachigen Autorinnen. Nach ihrem Sieg beim Open Mike im Jahr 2000, erhielt sie für ihren Debütroman „Der Schwimmer“ 2002 den Aspekte Literaturpreis, den Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung sowie 2003 den Deutschen Bücherpreis. „Sterben im Sommer“ ist ihr vierter Roman.

KARTEN: € 8 / erm. € 5 zzgl. VVG. Keine Abendkasse! VVK bis 16 Uhr am Veranstaltungstag.
VERANSTALTUNGSORT: Museum Wiesbaden, Friedrich-Ebert-Allee 2, 65185 Wiesbaden
VERANSTALTER: Literaturhaus Villa Clementine

Die Veranstaltungen finden unter Vorbehalt der amtlichen Genehmigung statt. Bei den Veranstaltungen des Literaturhauses besteht eine Pflicht zur Bedeckung von Mund und Nase. Aktuelle Informationen erhalten Sie auf der Homepage www.wiesbaden.de/literaturhaus.

Start des 16. Deutschen FernsehKrimi-Festivals

Mit der Eröffnung zur Ausstellung „Die Macht der Hände“ mit Fotos von Heidi Schade startet am Sonntag, 1. März, um 17 Uhr das 16. Deutschen FernsehKrimi-Festivals in der Caligari FilmBühne. Anschließend findet um 18 Uhr die Ehrenpreisverleihung an Barbara Auer und Matthias Brandt statt.

Geehrt werden beide für ihre herausragenden schauspielerischen Leistungen in den „Polizeiruf 110“-Folgen „Kreise“, Tatorte“ und „Wölfe“. Inszeniert wurden die Folgen von Regisseur Christian Petzold, der bei der Ehrenpreisverleihung ebenfalls anwesend sein wird. „Kreise“ wird am Abend in der Caligari FilmBühne zu sehen sein, außerdem der aktuelle „Tatort – Die Nacht gehört dir“ (BR) als Public Viewing.

Prominent besetzt und krimiaffin ist in diesem Jahr auch die Jury, zu der neben dem diesjährigen Krimistipendiaten der Stadt Wiesbaden und Autor Max Annas („Morduntersuchungskommission“), der Drehbuchautor Sascha Arango (Tatort – Borowski), der Schauspieler Felix Klare (Tatort – Stuttgart) sowie die Schauspielerinnen Chiara Schoras( (Bozen-Krimi) und Belinde Ruth Stieve gehören.

Ganz dem neuen Krimi-Serienwettbewerb „Folgenschwer“ sind die Vorführungen am Montag, 2. März ab 16.30 Uhr, gewidmet. Nominiert und gezeigt werden Folgen aus den Serien „23 Morde“ (Sat.1/Joyn), „Der Pass“ (Sky), „4 Blocks“ (TNT Serie), „Die verlorene Tochter“ (ZDF) sowie „Babylon Berlin“ (X Filme/ARD Degeto/Sky/WDR/Beta Film). Zum Gespräch werden unter anderem Regisseur Özgür Yıldırım und Drehbuchautor Christian Jeltsch erwartet. Studierende aus Hochschulen und Universitäten der Rhein-Main-Region entscheiden über die beste Produktion.

Der Auftakt zum Wettbewerb findet am Dienstag, 3. März, um 20 Uhr mit der Premiere von „Tatort – Die Guten und die Bösen“ (HR) statt, zu der die Schauspielerinnen und Schauspieler Isaak Dentler, Wolfram Koch, Peter Lohmeyer, Dennenesch Zoudé, Regisseurin Petra K. Wagner, Drehbuchautor David Ungureit und Redakteurin Liane Jessen erwartet werden. In der HR-Produktion ist die 2019 verstorbene Hannelore Elsner in einem ihrer letzten Fernsehauftritte zu sehen.

Zahlreiche Filmschaffende haben sich zum Festival angemeldet, darunter unter anderem der Schauspieler Armin Rhode, die Regisseure Lars Becker und Eoin Moore sowie die Drehbuchautoren Erol Yesilkaya und Nils-Morten Osburg.

Insgesamt laufen zehn TV-Produktionen im Wettbewerb in der Caligari FilmBühne; darunter drei weitere Premieren mit „Das Gesetz sind wir“ (ZDF), „Tatort – Lass den Mond am Himmel stehn“ (BR) und der NDR-Produktion „Polizeiruf 110 – Der Tag wird kommen“. Eine weitere Premiere außer Konkurrenz wird mit der ZDF/Arte-Produktion „Der Schneegänger“ am Abend des 4. März um 20 Uhr im Murnau-Filmtheater zu sehen sein.

Mit den Schulvorstellungen „Das Gesetz sind wir“ (ZDF) am 4. März und „Der gute Bulle – Friss oder stirb“ (ZDF/Arte) am 5. März, jeweils um 9.30 Uhr in der Caligari FilmBühne, richtet sich das Festival gezielt an Schulen und den jungen Nachwuchs. In Kooperation mit dem Medienzentrum Wiesbaden wird Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit gegeben, im Dialog mit Filmemachern vor Ort zu diskutieren und den Arbeitsalltag in der Filmbranche aus erster Hand zu erfahren.

Das Festival widmet sich außerdem in einem Doku-Crime-Abend am Donnerstag, 5. März, dem aktuell virulenten Thema rechtsradikaler Entwicklungen in Deutschland, unter anderem mit der Doku „Der Mordfall Lübcke und rechter Terror in Deutschland“ (NDR/WDR/MDR). Auch der Wettbewerb „Deutschlands spannendster Fernsehkrimi-Drehbuchnachwuchs“ wird wieder veranstaltet, bei dem vier Autorinnen und Autoren mit ihren Stoffen nominiert sind. Die nominierten Stoffe liest der Schauspieler Florian Batholomäi am Abend des 5. März ab 19 Uhr in der Caligari FilmBühne.

Die Preisverleihung des Deutschen FernsehKrimi-Preises findet am Freitag, 6. März, um 20 Uhr in der Caligari FilmBühne statt. Zum Abschluss des Festivals findet am Samstag, 7. März, ab 18 Uhr, die „Lange FernsehKrimi-Nacht“ statt. Bis zum Morgen des 8. März werden alle zehn Wettbewerbsbeiträge in der Caligari FilmBühne als Wiederholung zu sehen sein.

Das komplette Programm finden Interessierte unter http://fernsehkrimifestival.de/fernsehkrimipreis. Informationen zum Kartenkauf stehen unter http://fernsehkrimifestival.de/tickets.

Am 27. Februar startet der vierte Wiesbadener KrimiMärz mit spannendem Programm, u.a. mit Max Annas, Ingrid Noll und Zoë Beck

krimimaerzDer vierte Wiesbadener KrimiMärz beginnt am Donnerstag, 27. Februar, mit einer Lesung und einem Werkstattgespräch mit dem diesjährigen Krimistipendiaten Max Annas. Um 19.30 Uhr spricht er mit Hannes Hintermeier (FAZ) im Literaturhaus Villa Clementine über sein Leben und Schaffen als einer der meistgelesenen Krimiautoren Deutschlands. Dabei geht es vor allem um die politische Komponente, die in seinen Romanen immer wieder eine große Rolle spielt. Gekonnt gelingt es Max Annas, fundierte Recherchen und spannende Plots miteinander zu verweben. An diesem Abend wird er zudem aus seinem aktuellen Roman „Morduntersuchungskommission“ lesen, der das Publikum in die DDR des Jahres 1983 entführt. Darin sollen die Ermittler den Mord an einem Vertragsarbeiter aus Mosambik aufklären und geraten rasch selbst in Konflikt mit den politischen Zielen des sozialistischen Regimes. Max Annas wird für die Dauer des Festivals in der Villa Clementine leben und arbeiten. Als Teil des Stipendiums ist er Mitglied der Jury des Deutschen FernsehKrimi-Festivals 2020.

Eindrucksvoll geht es am Sonntag, 1. März weiter, wenn die Grande Dame der Krimiliteratur, Ingrid Noll, in Wiesbaden zu Gast ist. Um 18.00 Uhr stellt sie im Literaturhaus im Gespräch mit Thomas Koch (SWR) ihren Roman „Goldschatz“ vor, der mitten im alternativen Lebensversuch einer Studenten-WG ansetzt. Zwischen Konsumkritik und Veganismus versucht darin eine Gruppe junger Kommilitonen ein Leben fernab des Mainstreams zu führen und dabei ein altes Bauernhaus wieder auf Vordermann zu bringen. Dass das jedoch nicht so einfach ist, zeigt sich spätestens, als sie auf ein Säckchen alter Goldmünzen stoßen. Während die Einen sich mit teuren Kleidern eindecken, wollen die Anderen lieber bitter nötige Renovierungsarbeiten davon bezahlen. Und dann gibt es da noch diesen Nachbarn mit dem Zweitschlüssel, der nach Belieben unangemeldet hereinplatzt … Auf gewohnt humoristische Weise gelingt es Ingrid Noll einmal mehr, Spannung und Unterhaltung miteinander zu verquicken. Es gibt nur noch wenige Restkarten für den Abend.

Lesung im Polizeipräsidium 

Ein besonderes Highlight ist zudem die Lesung der Wiesbadener Krimistipendiatin von 2019, Zoë Beck, am Sonntag, 8. März um 19.30 Uhr. Die Lesung findet an einem ganz besonderen Ort mit kriminalistischem Hintergrund statt: dem Polizeipräsidium Westhessen. Einen Monat lang wohnte die Autorin, Verlegerin und Übersetzerin im Literaturhaus Villa Clementine und recherchierte für einen Kurzkrimi. Im Gespräch mit Gerwig Epkes erzählt sie von ihrem Aufenthalt in Wiesbaden und ihren Nachforschungen in den Archiven der Stadt. Zudem liest sie ihren Kurzkrimi „Wie die Spielbank baden ging“, der während des Stipendiums entstanden ist.

Das komplette Programm des Wiesbadener KrimiMärz 2020 sowie alle Infos zu Tickets und Vorverkauf sind unter www.wiesbaden.de/krimimaerz und in der ausliegenden Programmbroschüre zu finden.

Barbara Auer und Matthias Brandt erhalten Ehrenpreis zur Eröffnung des 16. Deutschen FernsehKrimi-Festivals in Wiesbaden vom 1. bis 8.März 2020

DFKF20_Logo16. Deutsches FernsehKrimi-Festival mit Ehrenpreis an Barbara Auer und Matthias Brandt, prominenten Gästen und neuem Krimi-Serienwettbewerb

Während  der Wiesbadener Krimi-Stipendiat und Autor Max Annes den Wiesbadener KrimiMärz bereits am 27.02.2020  eröffnet, startet  komplementär dazu das 16. Deutsche Fernsehkrimifestival am 1. März 2020  in der Filmbühne Caligari: Um 17 Uhr Foyer mit einer Vernissage der Foto-Ausstellung „Die Macht der Hände“ von Heidi Schade. Hier geht es unter anderem  um Täterhände, Fingerabdrücke usw. Ab 18 Uhr wird im Kino zum zweiten Mal der  Ehrenpreis des Deutschen Fernsehkrimifestivals verliehen. Er geht in diesem Jahr an  Barbara Auer und Matthias Brandt für ihre herausragenden schauspielerischen Leistungen in den „Polizeiruf 110“-Folgen „Kreise“, „Wölfe“ und „Tatorte“.

Auer  und Brandt spielen in den von Christian Petzold inszenierten Folgen ein Ermittlerduo und fragiles Liebespaar, das in einer düsteren Welt „trotz allem der menschlichen Sehnsucht eine Stimme verleiht“. Die drei gemeinsamen TV-Auftritte seien unvergesslich und „Kriminalfilme in Vollendung“, so die Jury in ihrer Begründung. „Es freut mich ganz besonders, ein so herausragendes Schauspiel-Duo in Wiesbaden zu ehren und den noch jungen Ehrenpreis so hochrangig etabliert zu haben. Die konstant hohe Anzahl von Einreichungen für den Wettbewerb zeigt auch: der Deutsche FernsehKrimi-Preis ist und bleibt eine begehrte Auszeichnung in der Branche“, so Axel Imholz, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden.

Neu in diesem Jahr ist der Krimi-Serienwettbewerb „Folgenschwer“ am 2. März, weswegen das Deutsche FernsehKrimifestival flux um einen Tag verlängert  wurde.

Traditionell beginnt  der Film-Wettbewerb  mit einer Premiere, in diesem Jahr am 3. März  von „Tatort – Die Guten und die Bösen“ (HR), u.a. in Anwesenheit der Schauspieler Isaak Dentler, Wolfram Koch, Peter Lohmeyer, Dennenesch Zoudé, Drehbuchautor David Ungureit und der Regisseurin Petra K. Wagner.

Der Überblick im Einzelnen

 Krimi-Serienwettbewerb 

Erstmals sucht das Festival 2020 im Krimi-Serienwettbewerb „Folgenschwer“ nach der besten Krimi-Serie des Jahres. Nominiert sind „23 Morde“ (SAT.1/JOYN), „Der Pass“ (SKY), die finale Staffel „4 Blocks“ (TNT SERIE), „Die verlorene Tochter“ (ZDF) sowie Staffel drei von „Babylon Berlin“ (X FILME/ARD DEGETO/SKY/WDR/BETA FILM). Am 2. März ab 16.30 Uhr laufen ausgewählte Folgen in der Caligari FilmBühne, zum Gespräch werden u.a. Regisseur Özgür Yıldırım und Drehbuchautor Christian Jeltsch erwartet. Eine Jury von Studierenden aus Hochschulen und Universitäten der Rhein-Main-Region votet für die beste Produktion.

Tatort-Premiere am 3. März zum Wettbewerbsauftakt

Am 3. März um 20 Uhr startet der Wettbewerb mit der Premiere von „Tatort – Die Guten und die Bösen“ (HR), zu der die Schauspieler Isaak Dentler, Wolfram Koch, Peter Lohmeyer, Dennenesch Zoudé sowie die Regisseurin Petra K. Wagner, der Drehbuchautor David Ungureit und die Redakteurin Liane Jessen erwartet werden. In der HR-Produktion ist die 2019 verstorbene Hannelore Elsner in einem ihrer letzten Fernsehauftritte zu sehen. Unter der Regie von Petra K. Wagner stoßen Margarita Broich und Wolfram Koch als Frankfurter Ermittlerteam Anna Janneke und Paul Brix im Rahmen ihrer Ermittlungen auf immer neue Fragen, die ihre eigene Arbeit betreffen und ihr Selbstverständnis als Polizisten erschüttern: Ein Mann wurde offenbar ermordet und dann gefoltert. Polizeihauptmeister Ansgar Matzerath legt noch vor Ort ein Geständnis ab. Er habe die Tat begangen, weil der Mann vor sieben Jahren seine Frau entführt und vergewaltigt habe. Sagt Matzerath die Wahrheit, ist er wirklich der Täter? Und was weiß die längst pensionierte Kommissarin (Hannelore Elsner in einem ihrer letzten Fernsehauftritte), die den Fall damals bearbeitet und nie aufgelöst hat? Nach der Vorführung begrüßt Moderator Knut Elstermann im Filmgespräch die Schauspieler*innen Wolfram Koch, Peter Lohmeyer, Isaak Dentler, Dennenesch Zoudé, die Regisseurin Petra K. Wagner, den Drehbuchautor David Ungureit und die Produzentin Liane Jessen vor Ort in Wiesbaden.

Aus 68 Einsendungen gelangten insgesamt zehn TV-Produktionen in den Wettbewerb ; darunter mit „Das Gesetz sind wir“ (ZDF), „Tatort – Lass den Mond am Himmel stehn“ (BR) und der NDR-Produktion „Polizeiruf 110 – Der Tag wird kommen“ drei weitere Premieren.

Zum 50. Geburtstag des Tatorts sind auch vier Produktionen des traditionsreichen Formats beim Festival dabei. Im 30. Jahr der deutschen Einheit sind Fernsehkrimis von Sendern aus nahezu allen Regionen Deutschlands im Wettbewerb vertreten. Neben Produktionen von ZDF, ARTE, SAT.1., NDR, BR, MDR und HR auch vom ORF. Die Werke zeigen – häufig anhand von Einzelschicksalen – eine große Bandbreite lokaler wie emotionaler Beziehungsgeflechte in der deutschen Gesellschaft.
„Die zehn ausgewählten Filme sind starke, emotionale Werke, die ein aufregendes Kaleidoskop des Landes aufzeigen, und in denen Lokalkolorit immer wieder durchdringt. Sie lassen die Zuschauer*innen auf das Schicksal der Menschen blicken, egal ob im beruflichen, familiären oder gesellschaftlichen Umfeld.
Ich freue mich darauf, gute Krimis auf großer Leinwand zu sehen, anregenden Gesprächen mit den Filmgästen des Festivals zu lauschen, und lade alle Krimifans ebenfalls sehr herzlich dazu ein“, so Axel Imholz.
Die Wettbewerbsfilme des Deutschen FernsehKrimi-Festivals 2020:

Dienstag, 3. März 2020, 20.00 Uhr – Eröffnung/Premiere
Tatort – Die Guten und die Bösen
HR
Regie: Petra K. Wagner, Buch: David Ungureit
mit Margarita Broich, Wolfram Koch, Peter Lohmeyer, Dennenesch Zoudé, Isaak Dentler,
Hannelore Elsner, u.a.

Mittwoch, 4. März 2020, 9.30 Uhr – Schulvorstellung/Premiere
Das Gesetz sind wir
ZDF
Regie: Markus Imboden, Buch: Holger Karsten Schmidt mit Julia Koschitz, Aljoscha Stadelmann, Bernadette Heerwagen, Heiner Stadelmann, Michael Wittenborn, Marc Hosemann, u.a.

Mittwoch, 4. März 2020, 12.00 Uhr
Tatort – Das Nest
MDR
Regie: Alex Eslam, Buch: Erol Yesilkaya
mit Karin Hanczewski, Cornelia Gröschel, Martin Brambach, Allessandro Schuster, Peter Trabner, Uwe Preuss u.a.

Mittwoch, 4. März 2020, 16.30 Uhr
Tage des letzten Schnees
ZDF
Regie: Lars-Gunnar Lotz, Buch: Nils-Morten Osburg nach dem Roman von Jan Costin Wagner
mit Henry Hübchen, Bjarne Mädel, Barnaby Metschurat, Victoria Mayer, Mercedes Müller, Victoria Trauttmansdorff, u.a.

Mittwoch, 4. März 2020, 19.00 Uhr – Premiere
Tatort – Lass den Mond am Himmel stehn
BR
Regie: Christopher Schier, Buch: Stefan Hafner, Thomas Weingartner
mit Udo Wachtveitl, Miroslav Nemec, Ferdinand Hofer, Laura Tonke, Lenn Kudrjawizki, Victoria Mayer, u.a.

Mittwoch, 4. März 2020, 21.15 Uhr
Todesfrist – Nemez und Sneijder ermitteln
SAT.1
Regie: Christopher Schier, Buch: Verena Kurth nach dem Roman von Andreas Gruber
mit Josefine Preuß, Raymond Thiry, Mavie Hörbiger, Nils Hohenhövel, Stefan Pohl, Heinz Arthur Boltuch, u.a.

Donnerstag, 5. März 2020, 9.30 – Schulvorstellung
Der gute Bulle – Friss oder stirb
ZDF/ARTE
Regie & Buch: Lars Becker
mit Armin Rohde, Edin Hasanović, Nele Kiper, Almila Bagriacik, Murathan Muslu, Michael Maertens, u.a.

Donnerstag, 5. März 2020, 12.00 Uhr
Das dunkle Paradies
ORF/ZDF
Regie: Catalina Molina, Buch: Sarah Wassermair, Catalina Molina
mit Stefanie Reinsperger, Manuel Rubey, Andrea Wenzl, Wolfgang Rauh, Clara Mühlthaler, Ulrike Beimpold u.a.

Donnerstag, 5. März 2020, 16.30 Uhr
Tatort – Tschill Out
NDR
Regie: Eoin Moore, Buch: Eoin Moore, Anika Wangard
mit Til Schweiger, Fahri Yardim, Tim Wilde, Zoe Moore, Udo Thies, Laura Tonke, u.a.

Donnerstag, 5. März 2020, 19.00 Uhr – Premiere
Polizeiruf 110 – Der Tag wird kommen
NDR
Regie: Eoin Moore, Buch: Florian Oeller
mit Anneke Kim Sarnau, Charly Hübner, Uwe Preuss, Andreas Guenther, Josef Heynert, Peter Trabner, u.a

Vorjury
In der Vorjury des Deutschen FernsehKrimi-Festivals 2020 wählten Burkhard Althoff (stellvertretender Leiter des Kleinen Fernsehspiel beim ZDF), Tina Ermuth (Redaktion Fernsehfilm ProSiebenSat.1), Anne Even (ehem. Arte/ZDF-Fernsehfilmredakteurin), Kathrin Flessing (Redaktion Fernsehfilm ProSiebenSat.1), Jürgen Heimbach (Krimiautor, Redakteur „Kulturzeit“/3sat), Liane Jessen (ehemalige Fernsehfilmchefin HR), Diana Kraus (Hauptredaktion Fernsehfilm/Serie ZDF) sowie die Leiterin des Festivals Cathrin Ehrlich die Filme des Wettbewerbs aus. Der Auswahl der zehn Wettbewerbsfilme sind 68 Einreichungen vorausgegangen, davon 22 Premieren und 12 Filme von Regisseurinnen. „Ein starker Jahrgang, über den die Vorjury sehr ausführlich diskutieren musste“, erinnert sich Festivalleiterin Cathrin Ehrlich. „Am Ende wurde sich auf zehn Produktionen geeinigt, die mit hochspannenden Geschichten unterhalten und deren Bildsprachen Kinoformat besitzen.“
Jury
Die Wettbewerbs-Jury für den Deutschen FernsehKrimi-Preis setzt sich 2020 zusammen aus dem Krimiautor und diesjährigen Krimistipendiaten der Stadt Wiesbaden, Max Annas, dem Drehbuchautor Sascha Arango und den Schauspieler*innen Felix Klare, Chiara Schoras und Belinde Ruth Stieve zusammen.

Zahlreiche prominente Gäste
Zahlreiche Filmschaffende haben sich zum Festival angemeldet, darunter u.a. der Schauspieler Armin Rhode, die Regisseure Lars Becker und Eoin Moore sowie die Drehbuchautoren Erol Yesilkaya und Nils-Morten Osburg.

Die Preisverleihung des Deutschen FernsehKrimi-Preises findet am Freitag, 6. März um 20 Uhr in der Caligari FilmBühne statt.

Doku-Crime-Abend
Neben dem Wettbewerb widmet sich der Doku-Crime-Abend am Donnerstag, 5. März aktuellen rechtsradikalen Entwicklungen in Deutschland, u.a. mit der Doku „Der Mordfall Lübcke und rechter Terror in Deutschland“ (NDR/WDR/MDR).

„Deutschlands spannendster Fernsehkrimi-Drehbuchnachwuchs“
Mit dem Drehbuchwettbewerb „Deutschlands spannendster Fernsehkrimi-Drehbuchnachwuchs“ sucht das Festival gemeinsam mit HessenFilm und Medien nach abendfüllenden Drehbuchstoffen von Nachwuchsautor*innen. Nominiert sind vier der eingereichten Stoffe, die am Abend des 5. März in einer Lesung live in der Caligari FilmBühne vorgetragen werden. BR-Redakteurin und Hochschuldozentin Cornelia Ackers, Sandra Duschl von der HessenFilm und Medien und Produzent Ronald Mühlfellner bilden die Drehbuchwettbewerbs-Jury. Zu gewinnen ist eine Zusammenarbeit mit TOP: Talente e. V., die bei der Entwicklung des Stoffes vom Exposé bis zum Treatment begleitet und die kostenlose Teilnahme an einem Pitch-Workshop im Herbst in Baden-Baden ermöglicht.

„Lange FernsehKrimi-Nacht“
Den Abschluss des Festivals bildet am Samstag, 7. März, ab 18 Uhr, die „Lange FernsehKrimi-Nacht“. Bis zum Morgen des 8. März werden noch einmal alle zehn Wettbewerbsbeiträge in der Caligari FilmBühne zu sehen sein.

Programmheft

Alle weiteren Informationen finden Sie unter: Fernsehkrimifestival

Wiesbadener KrimiMärz 27.2.-28.3.2020 mit Leichen im Kanalsystem und tiefen menschlichen Abgründen

krimimärzBereits drei Tage vor dem Start des 16. Deutschen Fernsehkrimifestivals startet parallel und komplementär dazu der Wiesbadener KrimiMärz am 27. Februar 2020 mit überaus spannender Unterhaltung, unter anderem über verschwundene Kunstwerke, einen Goldschatz, Leichen im hiesigen Kanalsystem und vielen anderen  Grausamkeiten und tiefen menschlichen Abgründen. Zudem werden namhafte Gäste erwartet, unter ihnen die Kimiautoren Max Annas, Ingrid Noll, Zoe Beck und Friederich Ani und andere. Wenngleich auf ein Motto verzichtet wurde, liegt der diesjährige Schwerpunkt auf Regionalkrimis.

Zum 4. KrimiMärz laden herzlich ein das Literaturhaus Villa Clementine, die VHS, das künstlerhaus 43 und viele weitere Veranstalter. „Der Wiesbadener KrimiMärz ist immer ein besonders gutes Pflaster zum Austausch und Vernetzen innerhalb der verschiedenen Sparten“, freut sich Kulturdezernent Axel Imholz auf ein spannendes Programm. „Durch die vielen interdisziplinären Verknüpfungen lerne ich immer wieder neue Facetten des Krimigenres kennen. Gerade der Fokus auf regionale Autorinnen und Autoren in diesem Jahr lässt erkennen, wie viel literarisches Potential im Rhein-Main-Gebiet liegt. Ich freue mich natürlich auch auf über die Landesgrenzen hinaus bekannte und beliebte Gäste und auf anregende Lesungen und Gespräche mit renommierten Krimiautorinnen und -autoren.“

Zum Auftakt am Donnerstag, 27. Februar stellt der diesjährige Krimistipendiat, Max Annas, der für vier Wochen im Literaturhaus Villa Clementine wohnen und arbeiten wird, seinen aktuellen Roman „Morduntersuchungskommission“ vor. Das Buch entführt seine Zuhörer und Leser in die DDR des Jahres 1983, als es gilt, den Mord an einem Vertragsarbeiter aus Mosambik aufzuklären. Dabei gerät der Ermittler in Konflikt mit den politischen Zielen des sozialistischen Regimes. Max Annas ist ein Meister des politischen Kriminalromans und vermag es, fundierte Recherchen mit spannenden Plots von politischer Brisanz zu verknüpfen. Am Sonntag, 1. März lässt die Großmeisterin der Kriminalliteratur, Ingrid Noll, die Gäste des Literaturhauses an einer gesellschaftlichen Versuchsanordnung der besonderen Art teilhaben: In ihrem Roman „Goldschatz“ stellt sie in gewohnt humoriger Weise eine alternative Studenten-WG, die sich einem Lebensstil fernab von Konsumdruck und Wegwerfgesellschaft verschrieben hat, auf die Probe, als die Aussteiger unter anderem auf einen echten Goldschatz stoßen. Tatort-Fans sollten sich den 19. März vormerken, wenn Krimi- und Drehbuchautor Friedrich Ani in „All die unbewohnten Zimmer“ einen Blick nach München wirft, wo er mehrere seiner beliebten Ermittlerfiguren aufeinandertreffen lässt, um unter anderem den Tod eines Polizisten aufzuklären.

Ein besonderes Augenmerk liegt beim diesjährigen KrimiMärz auf Autorinnen und Autoren aus der Region ebenso wie auf Geschichten, die im Rhein-Main-Gebiet verortet sind. So gilt für ehemalige Krimistipendiaten offensichtlich dasselbe, was man über Verbrecher sagt: Sie kehren immer wieder an den Tatort zurück. So auch Zoë Beck. Die Krimistipendiatin von 2019 kommt am 8. März zurück nach Wiesbaden und präsentiert ihren Kurzkrimi, der während ihre Aufenthaltes im letzten Jahr entstand, an einem ganz besonders kriminalistischen Ort: dem Polizeipräsidium Westhessen. Regionale Delikte bilden auch beim Tatort Rhein-Main am 13. März den Schwerpunkt. Uli Aechtner, Sonja Rudorf und Charly Weller lassen das Publikum an der Verbrechensbekämpfung zwischen Wetterau und Frankfurt teilhaben. Begleitet wird die Kriminacht musikalisch von dem Jazzgitarrenduo „Swing Guitars“ mit Unterstützung des bekannten Wiesbadener Kontrabassisten Alexander Sonntag. Und während am 21. März die Autoren Stefan Koldehoff und Tobias Timm über Kunst und Verbrechen im Museum Wiesbaden diskutieren, führt am 26. März die Suppenlesung während der Mittagspause rund um Edgar Allan Poe zurück zu den Wurzeln der Schauerliteratur. Als ganz besonderes Krimi-Spektakel beschließt die Wiesbadener Autorengruppe „Dostojewskis Erben“ das Abendprogramm des KrimiMärz am 27. März. Mit dem Programm „Rache, Raub und Regenwald“ wird das erfolgreiche Format des letzten Jahres fortgesetzt und in einer szenischen Lesung kriminelle Verwicklungen aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt. Sowohl die agile Senioren-WG, als auch die rigorosen Umwelt-Aktivisten und die ausgebufften Gentlemen-Gangster verfolgen das Ziel, einen zwielichtigen Wiesbadener Bankier um sein Schwarzgeld zu erleichtern – allerdings ohne voreinander zu wissen. In einer turbulenten Schlussszene treffen die drei Gruppen dabei aufeinander und lernen einmal mehr: Nichts ist, wie es scheint!

Und was wäre die Verbrechensbekämpfung schließlich ohne Nachwuchs? Getreu dem Motto „Früh übt sich, wer ein Meister werden will“ können am 2. März Kinder und Jugendliche bei einem Workshop mit der Detektei Schrumpf von einem echten Detektiv lernen oder sich am 28. März in und um die Mauritius-Mediathek bei einer Schnitzeljagd auf die Suche nach der versteckten Beute eines Bücherdiebes machen.

Das komplette Programm des Wiesbadener KrimiMärz 2020 sowie alle Infos zu Tickets und Vorverkauf sind unter www.wiesbaden.de/krimimaerz zu finden und in der ausliegenden Programmbroschüre.

„Vom Rauschen der Flügel“ – Norbert Scheuer liest aus „Winterbienen“

Norbert Scheuer © Foto: Diether v Goddenthow
Norbert Scheuer © Foto: Diether v Goddenthow

Wenn die Luft erfüllt ist von Summen und Flügelschlag, dann kann das im Jahr 1944 zwei Dinge bedeuten: Entweder sind es Bienen oder Bomber. Um diese erschreckende Situation geht es in Norbert Scheuers hochgelobtem Roman „Winterbienen“, den er am Mittwoch, 12. Februar, um 19.30 Uhr im Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Straße 1, vorstellt. Moderiert wird der Abend von Alexander Wasner (SWR).

„Winterbienen“ erzählt die Geschichte des wehruntauglichen Egidius Arimond, der sich als Epileptiker das Geld für seine teure Medizin verdienen muss. Kurzerhand funktioniert er seine Bienenstöcke um und verhilft darin Juden zur Flucht über die belgische Grenze. Norbert Scheuer behandelt dieses so schwere Thema mit seiner gewohnt federleichten Sprache und versteht es einmal mehr, das fiktive Dörfchen Kall in der Eifel zum Zentrum seiner ganzen literarischen Erzählkraft werden zu lassen.

Norbert Scheuer wurde 1951 geboren und lebt als freier Autor in der Eifel. Seine bisher acht Romane wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem stand sein Roman „Die Sprache der Vögel“ 2015 auf der Shortlist zum Preis der Leipziger Buchmesse. Die Romane „Überm Rauschen“ und „Winterbienen“ waren nominiert für die Shortlist des Deutschen Buchpreises 2009 beziehungsweise 2019. Zuletzt erhielt er für „Winterbienen“ den Wilhelm Raabe-Literaturpreis 2019.

Karten im Vorverkauf zu acht, ermäßigt fünf Euro, zuzüglich Vorverkaufsgebühr, gibt es bei der Tourist-Information Wiesbaden, Marktplatz 1, Telefon (0611) 1729930, der TicketBox in der Wiesbadener Galeria Kaufhof, Kirchgasse 28, Telefon (0611) 304808 sowie online unter www.wiesbaden.de/literaturhaus. An der Abendkasse kosten die Karten elf, ermäßigt acht Euro.

Weitere Informationen sind unter www.wiesbaden.de/literaturhaus zu finden.

David Wagner liest aus „Der vergessliche Riese“


Am Mittwoch, 5. Februar, 19.30 Uhr, stellt David Wagner im Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Straße 1, seinen neuen Roman „Der vergessliche Riese“ vor und spricht mit Sandra Kegel (FAZ) über die sehr persönliche Entstehungsgeschichte. 2019 wurde er für den Roman mit dem Bayerischen Buchpreis ausgezeichnet.

Im Roman ist die Gegenwart das Einzige, an dem sich der Vater noch festhalten kann. Für ihn existiert die Vergangenheit nur noch von einem grauen Schleier überzogen; die Zukunft ist jeden Tag aufs Neue ungewiss, ebenso wie der weitere Verlauf der tückischen Krankheit. Der Sohn erlebt die Demenz seines Vaters als Rollenwechsel; er muss sich nun um ihn kümmern, sich mit ihm beschäftigen und Trost spenden, wenn der Vater von seiner Verzweiflung übermannt wird. Die Ruhephasen zwischen den Ausbrüchen werden immer kürzer, der Vater bricht immer mehr in sich zusammen, für den Sohn bleibt er jedoch immer noch der Riese. Nur, dass dieser nun vergesslich geworden ist und selbst immer mehr Betreuung und Beistand bedarf.

David Wagner, geboren 1971 in Andernach, ist der Verfasser zahlreicher Romane, Gedichte und prosaischer Hybridstücke. Für sein Werk wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Alfred-Döblin-Stipendium oder dem Kranichsteiner Literaturpreis. 2013 erhielt er für seinen Roman „Leben“ den Preis der Leipziger Buchmesse.

Karten im Vorverkauf zu acht, ermäßigt fünf Euro zuzüglich Vorverkaufsgebühr gibt es bei der Tourist-Information Wiesbaden, Marktplatz 1, Telefon (0611) 1729930, der TicketBox in der Wiesbadener Galeria Kaufhof, Kirchgasse 28, Telefon (0611) 304808 sowie online unter www.wiesbaden.de/literaturhaus. An der Abendkasse kosten die Karten elf, ermäßigt acht Euro.

Literatur, Kunst, Geschlecht Veranstaltungsreihe zum Jugendstiljahr im Wiesbadener Literaturhaus

jugendstil-kunst-geschlechtDrei ganz besondere Veranstaltungshighlights präsentiert das Literaturhaus Villa Clementine am 2. Februar, 6. Februar und 22. April im Rahmen der Reihe „Literatur, Kunst, Geschlecht“ anlässlich des Jugendstiljahrs in Wiesbaden. Namhafte Gäste wie Marlene Streeruwitz, Thomas Meinecke oder Jan Wilm lassen sich vom Fin de Siècle inspirieren und spiegeln die Umbrüche jener Zeit in die Gegenwart. Spannende Lesungen, Gespräche und ein literarisch-musikalischer Abend legen dabei den Fokus auf zunehmend fluider werdende Geschlechterbilder und die Umwälzungen sicher geglaubter Normen- und Rollenzuweisungen.

„Welche Ängste die Menschen in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche umtreiben, lässt sich fast nirgendwo so gut beobachten wie an den Geschlechter- und Rollenbildern, welche die Literatur und Künste zeichnen“, erläutert Susanne Lewalter, Leiterin des Literaturhauses. Während die Femme fatale der Jahrhundertwende männliche Ängste um Machtverlust widerspiegele, ließe sich an der aktuellen Genderdiskussion die Sehnsucht des Individuums nach Befreiung ebenso ablesen wie der Wunsch nach einer festumrissenen Identität. „Angesichts spannender Gäste aus Literatur, Theater, Musik und Wissenschaft können wir uns auf originelle Texte und Ideen und anregende Abende freuen.“

Zum Auftakt am Sonntag, 2. Februar, sind um 16.00 Uhr Katharina Adler, Theresia Enzensberger und Thomas Meinecke im Literaturhaus Villa Clementine zu Gast. Ausgehend von dem Motto „Im Kleide der Lulu? Vom weiblichen Dämon zur selbstbestimmten Frau der Gegenwart“ lesen die bekannten Autorinnen und der Autor eigens verfasste Texte, moderiert wird der Abend von der Journalistin und Literaturkritikerin Beate Tröger. Katharina Adler entführt ihre Zuhörer ins Jahr 1918 nach München. Ihre Erzählung handelt von der jungen Künstlerin Hermine Moos, die im Auftrag Oskar Kokoschkas eine lebensgroße Frauenpuppe nach dem exakten Abbild der Künstler-Muse Alma Mahler anfertigen soll. Bei Theresia Enzensberger steht die Dada-Künstlerin Elsa von Freytag-Loringhoven im Zentrum, der sie einen Text zwischen Essay und Experiment widmet. Schließlich legt Thomas Meinecke eine beeindruckende Textcollage vor und behandelt darin Themen von Androgynität bis Zärtlichkeit.

Beim Podiumsgespräch „Nonchalant im Literatursalon: Gender in den schönen Künsten“ am Donnerstag, 6. Februar, sprechen um 19.30 Uhr Anna Bergmann und Anna Haas vom Badischen Staatstheater Karlsruhe, die bekannte österreichische Autorin und Regisseurin Marlene Streeruwitz sowie der Literaturwissenschaftler, Übersetzer und Autor Jan Wilm miteinander. Gemeinsam mit Beate Tröger diskutieren sie über zusehends verschwimmende Gendergrenzen in der (Pop)Kultur und das Aufweichen von fest umrissenen Rollenbildern, immer im Hinblick auf die schönen Künste. Jeder der Gäste hat dazu zwei Referenzbeispiele im Gepäck: eines aus dem Bereich Literatur/Theater und ein Kunstwerk aus der Zeit des Fin de Siècle.

Zum Abschluss der Jugendstil-Reihe lädt das Literaturhaus in Kooperation mit dem Staatstheater Wiesbaden am Mittwoch, 22. April, zum Jugendstil-Salon um 19.00 Uhr ins Literaturhaus. Die Schauspielerin Klara Wördemann durchstreift in literarischen Texten und Gedichten die zwischen morbider Melancholie und überbordendem Rausch changierende Epoche. Der australische Bariton Daniel Carison lässt die Klangwelt der Jahrhunderwende in Musikstücken wieder aufleben, Levi Hammer begleitet ihn am Klavier.

Zeit und Ort:

IM KLEIDE DER LULU?
„Vom weiblichen Dämon zur selbstbestimmten Frau der Gegenwart“
Katharina Adler, Theresia Enzensberger, Thomas Meinecke
Drei erzählerische Betrachtungen
So 02.02.2020, 16.00 Uhr, Literaturhaus Villa Clementine Wiesbaden, Frankfurter Straße 1, 65189 Wiesbaden
Eintritt: € 10 / erm. € 6 zzgl. VVG. Abendkasse: € 13 / erm. € 8

NONCHALANT IM LITERATURSALON
Gender in den schönen Künsten
Anna Bergmann, Anna Haas, Marlene Streeruwitz, Jan Wilm
Podiumsgespräch
Do 06.02.2020, 19.30 Uhr, Literaturhaus Villa Clementine Wiesbaden, Frankfurter Straße 1, 65189 Wiesbaden
Eintritt: € 10 / erm. € 6 zzgl. VVG. Abendkasse: € 13 / erm. € 8

WELTSCHMERZ, WOLLUST, WILDE PEIN
Jugendstil-Salon
Mi 22.04.2020, 19.00 Uhr, Literaturhaus Villa Clementine Wiesbaden, Frankfurter Straße 1, 65189 Wiesbaden
Eintritt: € 12 / erm. € 8 zzgl. VVG. Abendkasse: € 16 / erm. € 12

Kartenvorverkauf:
Tourist-Information Wiesbaden, Marktplatz 1, Telefon: 0611 / 1729-930;
TicketBox in der Wiesbadener Galeria Kaufhof, Kirchgasse 28, Telefon 0611 / 304808;
Online unter www.wiesbaden.de/literaturhaus

Terminübersicht Februar 2020 – Literaturhaus Villa Clementine Wiesbaden

Saša Stanišić, der Gewinner des Deutschen Buchpreises 2019 für sein Werk Herkunft und Kritiker über die Auszeichnung Peter Handkes mit dem Literaturnobelpreis 2019 konnte vom Literaturhaus-Team für eine Lesung am 13.02.2020 in der Villa Clementine Wiesbaden gewonnen werden. © Foto: Diether v Goddenthow
Saša Stanišić, der Gewinner des Deutschen Buchpreises 2019 für sein Werk Herkunft und Kritiker über die Auszeichnung Peter Handkes mit dem Literaturnobelpreis 2019 konnte vom Literaturhaus-Team für eine Lesung am 13.02.2020 in der Villa Clementine Wiesbaden gewonnen werden. © Foto: Diether v Goddenthow

Der Februar startet im Literaturhaus Villa Clementine passend zum von der Stadt Wiesbaden ausgerufenen Jugendstiljahr mit zwei besonderen Veranstaltungen: Katharina Adler, Theresia Enzensberger und Thomas Meinecke haben sich vom Frauenbild im Fin de Siècle inspirieren lassen und eigene, facettenreiche Kurztexte dazu verfasst. Beim Podiumsgespräch „Nonchalant im Literatursalon“ geht es ausgehend von der zunehmenden Fluidität der Geschlechtergrenzen Ende des 19. Jahrhunderts um Gender in den schönen Künsten vom Theater bis zur Literatur. Anna Bergmann und Anna Haas vom Badischen Staatstheater Karlsruhe, Literaturwissenschaftler und Autor Jan Wilm sowie die bekannte Autorin Marlene Streeruwitz bringen je zwei Beispiele mit, über die im Gespräch diskutiert und Brücken zur heutigen Zeit geschlagen werden.

Im Programm des Literaturhauses ist außerdem David Wagner zu Gast und liest aus seinem von Demenz handelnden Roman „Der vergessliche Riese“, für den er den Bayerischen Buchpreis 2019 erhalten hat. Norbert Scheuer liest aus seinem für den Deutschen Buchpreis nominierten Roman „Winterbienen“. Darin verkauft ein verzweifelter Imker Plätze in seinen Bienenstöcken, um Juden zur Flucht zu verhelfen. Ende des Monats tritt Buchpreisträger Saša Stanišić mit einer Einführungsveranstaltung und einer Vorlesung die Poetikdozentur: junge Autoren an.

So 02.02. | 16.00 Uhr
Im Kleide der Lulu?
„Vom weiblichen Dämon zur selbstbestimmten Frau der Gegenwart“
Katharina Adler, Theresia Enzensberger, Thomas Meinecke
Drei erzählerische Betrachtungen und Gespräche
Moderation: Beate Tröger (FAZ, SZ, DLF u.a.)

Ob Lulu oder Salomé, bis hin zur Maschinen-Maria in „Metropolis“: Die Kunst um 1900 reflektiert einen Frauentypus zwischen Kindfrau und aufreizender Femme fatale, der die Männer gewissenlos mit seiner scheinbar unschuldigen Anmut verführt.

Katharina Adler, Theresia Enzensberger und Thomas Meinecke haben sich von solchen Frauen- und Geschlechterbildern des Fin de Siècle inspirieren lassen und für das Literaturhaus Texte entwickelt, die Assoziationsräume schaffen und in der heutigen Zeit verankern.

Katharina Adlers Expertise zur Jahrhundertwende spiegelt sich besonders in ihrem Debütroman „Ida“ wider. Darin folgt sie ihrer Urgroßmutter, die als eine der bekanntesten Patientinnen Sigmund Freuds erfolgreich gegen dessen falsche Diagnose kämpft. Katharina Adler forscht nicht nur in der eigenen Familienhistorie, sondern unterfüttert ihren Roman mit einem fundiert recherchierten Zeitbild. Die Emanzipationsgeschichte einer jungen Frau am Bauhaus erzählt Theresie Enzensberger in ihrem Roman „Blaupause“. Sie kennt sich daher nur zu gut mit festgefahrenen Geschlechterbildern im beginnenden 20. Jahrhundert aus und wirft dabei ihren feministischen Blick auf eine männerdominierte Gesellschaft. Thomas Meinecke beschreibt sich selbst als „feministischer Autor“ und behandelt in seinem Werk Themen wie Gender, Weiblichkeit und Identität. So geht es in einem seiner bekanntesten Romane, „Selbst“, etwa um das schrillbunte Leben einer Mädchen-WG im Zerrspiegel des eigenen Geschlechts.

€ 10 / erm. € 6 zzgl. VVG. Abendkasse: € 13 / erm. € 8
Veranstalter & Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden

Di 04.02. | 19.30 Uhr
Literaturforum
Leitung: Rita Thies
Das Literaturforum ist eine offene Veranstaltung, in der jeweils zwei Bücher aus dem Bereich der aktuellen Literatur und/oder der Literatur des 20. Jahrhunderts diskutiert werden. Nähere Infos zu den Titeln können vor den Veranstaltungen unter www.literatur-in-wiesbaden.de nachgelesen werden oder sind auf Nachfrage unter literaturforum.wiesbaden@online.de erhältlich.
Eintritt frei
Ort: Literaturhauscafé, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden
Veranstalter: Förderverein Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine e.V.

Mi 05.02. | 19.30 Uhr
David Wagner
„Der vergessliche Riese“
Autorenlesung
Moderation: Sandra Kegel (FAZ)

Die Gegenwart ist das Einzige, an dem sich der Vater festhalten kann. Für ihn existiert die Vergangenheit nur noch von einem grauen Schleier überzogen, die Zukunft ist jeden Tag aufs Neue ungewiss. Der Sohn erlebt die Demenz seines Vaters als Rollenwechsel, er muss sich nun um ihn kümmern, sich mit ihm beschäftigen und Trost spenden, wenn der Vater von seiner Verzweiflung übermannt wird. Für den Sohn bleibt der Vater zwar immer der Riese, jedoch ist er nun vergesslich geworden und bedarf selbst Betreuung und Beistand.

David Wagner, geboren 1971 in Andernach, ist der Verfasser zahlreicher Romane, Gedichte und prosaischer Hybridstücke. Für sein Werk wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Alfred-Döblin-Stipendium oder dem Kranichsteiner Literaturpreis. 2013 erhielt er für seinen Roman „Leben“ den Preis der Leipziger Buchmesse. Für seinen aktuellen Roman wurde ihm der Bayerische Buchpreis 2019 verliehen.

€ 8 / erm. € 5 zzgl. VVG. Abendkasse: € 11 / erm. € 8
Veranstalter & Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden

Do 06.02. | 19.30 Uhr
Nonchalant im Literatursalon: Gender in den schönen Künsten
Anna Bergmann, Anna Haas, Marlene Streeruwitz, Jan Wilm
Podiumsgespräch
Moderation: Beate Tröger (FAZ, SZ, DLF u.a.)
Geschlechterbilder sind in der Literatur des Fin de Siècle ein vorherrschendes Thema. Schnitzler, Mann oder später Woolf stellen animalische Liebe, Homosexualität und sogar Geschlechtertausch offen in ihren Werken zur Schau. Ab den 1990ern erleben Genderfragen wieder ein Revival und werden von Butler bis Jelinek heiß diskutiert. Doch welche Auswirkungen hat der immer fluider werdende Geschlechterbegriff auf die Rollenbilder unserer Gesellschaft? Wie wirkt sich dies auf Familienkonzepte oder Machtstrukturen aus – und wie reagiert die Kunst?

Über solche Fragen sprechen unter anderem der Frankfurter Autor, Übersetzer und Literaturwissenschaftler Jan Wilm und die Wiener Dramatikerin und Autorin Marlene Streeruwitz und stellen mit ihren mitgebrachten Referenzbeispielen binäre Kategorien auf den Kopf.
€ 10 / erm. € 6 zzgl. VVG. Abendkasse: € 13 / erm. € 8
Veranstalter & Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden

Di 11.02. | 10.30 Uhr
Anne Becker
„Die beste Bahn meines Lebens“
Schullesung
Moderation: Sarah Beicht
Themenreihe: „Besser als ihr – Konkurrenz und Rivalität“

Wenn Jan etwas gut kann, ist es schwimmen. Wie ein Fisch bewegt er sich im Wasser und wird von seinem Trainer für das nächste große Talent gehalten. Was er allerdings nicht gut kann, ist lesen und das versucht er in seiner neuen Klasse so gut es geht zu verbergen. Schnell freundet er sich mit dem Nachbarsmädchen Flo an, die Hühner hält und immer in bunten Kleidern herumläuft. Gemeinsam stellen sie sich dem Klassenfiesling Linus entgegen, der kein gutes Haar an Flo lässt. Als dieser dann von Jans Kampf mit den Buchstaben erfährt, müssen die Freunde fest zusammenhalten.

Anne Becker arbeitet seit ihrem Studium hauptsächlich als Marktforscherin. „Die beste Bahn meines Lebens“ ist ihr Debüt und wurde vom Deutschlandfunk unter die „7 besten Bücher für junge Leser“ gewählt.

€ 2, geschlossene Veranstaltung für Schulklassen – Infos unter 0611 – 31 57 48
Veranstaltungsort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden
Veranstalter: Literaturhaus Villa Clementine & Börsenverein des Deutschen Buchhandels – Landesverband Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland e.V.

Mi 12.02. | 19.30 Uhr
Norbert Scheuer
„Winterbienen“

Norbert-Scheuer © Foto: Diether v Goddenthow
Norbert-Scheuer © Foto: Diether v Goddenthow

Autorenlesung
Moderation: Alexander Wasner (SWR)

Wenn die Luft erfüllt ist von Summen und Flügelschlag, dann kann das im Jahr 1944 zwei Dinge bedeuten: Entweder sind es Bienen oder Bomber. Norbert Scheuers hochgelobter Roman „Winterbienen“ setzt genau an dieser Stelle an und erzählt die Geschichte des wehruntauglichen Egidius Arimond, der sich als Epileptiker das Geld für seine teure Medizin verdienen muss. Kurzerhand funktioniert er seine Bienenstöcke um und verhilft darin Juden zur Flucht über die belgische Grenze. Norbert Scheuer behandelt dieses schwere Thema mit seiner gewohnt federleichten Sprache und versteht es einmal mehr, das fiktive Dörfchen Kall in der Eifel zum Zentrum seiner ganzen literarischen Erzählkraft werden zu lassen.

Norbert Scheuer, geboren 1951, lebt als freier Autor in der Eifel. Seine bisher acht Romane wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem stand sein Roman „Die Sprache der Vögel“ 2015 auf der Shortlist zum Preis der Leipziger Buchmesse. Die Romane „Überm Rauschen“ und nun auch „Winterbienen“ standen auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2009 beziehungsweise 2019. Zuletzt erhielt er 2019 für „Winterbienen“ den Wilhelm Raabe-Literaturpreis.

€ 8 / erm. € 5 zzgl. VVG. Abendkasse: € 11 / erm. € 8
Veranstalter & Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden

Do 13.02. | 12.15 Uhr
Saša Stanišić
„Ein Autor stellt sich vor“
21. Poetikdozentur: junge Autoren
Moderation: Prof. Dr. Michael May

Mit einer kraftvollen Rede nahm Saša Stanišić im Oktober 2019 den Deutschen Buchpreis für seinen Roman „Herkunft“ entgegen und bewies damit einmal mehr, dass er zu den wichtigsten Stimmen der deutschen Gegenwartsliteratur gehört. Als Poetikdozent der Hochschule RheinMain und der Landeshauptstadt Wiesbaden spricht er darüber, was Heimat, Herkunft und Identität für ihn bedeuten. Im Zentrum steht dabei stets seine schriftstellerische Arbeit, die er in zwei Vorlesungen in der Hochschul- und Landesbibliothek sowie zwei Autorenlesungen im Kulturforum Wiesbaden näher beleuchtet. Zuvor spricht er unter dem Motto „Ein Autor stellt sich vor“ über sein Schaffen und Wirken im Literaturbetrieb.

Saša Stanišić wurde 1978 in Višegrad (ehemaliges Jugoslawien, heute Bosnien und Herzegowina) geboren und lebt seit 1992 in Deutschland. Für seine Werke – unter anderem „Wie der Soldat das Grammofon repariert“ (2006) und „Vor dem Fest“ (2014) – wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Schubart-Literaturpreis der Stadt Aalen, dem Rheingau Literatur Preis sowie dem Preis der Leipziger Buchmesse im Jahr 2014.
Eintritt frei
Veranstaltungsort: Hochschule RheinMain, Campus Kurt-Schumacher-Ring 18, 65197 Wiesbaden
Veranstalter: Hochschule RheinMain und Kulturamt Wiesbaden.

Weitere Infos

 © Foto: Diether v Goddenthow
© Foto: Diether v Goddenthow

Literaturhaus Villa Clementine
Frankfurter Str. 1
65185 Wiesbaden
literaturhaus@wiesbaden.de
www.wiesbaden.de/literaturhaus

Nora Bossong liest am Mittwoch, 25. September, 19.30 Uhr, im Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine

schutzzone-coverNora Bossong liest am Mittwoch, 25. September, 19.30 Uhr, im Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Straße 1, aus ihrem Roman „Schutzzone“. Karten gibt es im Vorverkauf zu acht, ermäßigt fünf Euro, zuzüglich Vorverkaufsgebühr, bei der Tourist-Information, Marktplatz 1, Telefon (0611) 1729930, der TicketBox, Galeria Kaufhof, Kirchgasse 28, Telefon (0611) 304808, sowie online unter www.wiesbaden.de/literaturhaus. An der Abendkasse kosten die Karten elf, ermäßigt acht Euro.

In ihren Vorlesungen als Poetikdozentin der Hochschule RheinMain hat Nora Bossong bereits von ihrem Romanprojekt berichtet. Nun ist „Schutzzone“ erschienen und wird im Literaturhaus Villa Clementine vorgestellt. Nora Bossong geht darin der Frage nach Vertrauen und Verantwortung in privaten Beziehungen wie auf der großen politischen Bühne nach: Wie greifen Schutz und Herrschaft ineinander? Wie verhält sich Zeugenschaft zur Wahrheit? Und wer sitzt darüber zu Gericht?

Mira arbeitet für das Büro der Vereinten Nationen in Genf. Tagsüber schreibt sie Berichte über Krisenregionen, abends eilt sie durch die Gänge der Luxushotels, um zwischen verfeindeten Staatsvertretern zu vermitteln. Als ihre Rolle bei der Aufarbeitung des Völkermords in Burundi hinterfragt wird, gerät Miras Souveränität ins Wanken.

Nora Bossong wurde 1982 in Bremen geboren. Sie studierte in Berlin, Leipzig und Rom. Neben Gedichten und Romanen verfasst sie Essays und Reportagen. Zuletzt erschien ihr Gedichtband „Kreuzzug mit Hund“. Sie wurde unter anderem mit dem Peter-Huchel-Preis, dem Kunstpreis Berlin und dem Roswitha-Preis ausgezeichnet. „Schutzzone“ stand 2019 auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. Im Wintersemester 2018/19 war sie Poetikdozentin der Hochschule RheinMain und der Landeshauptstadt Wiesbaden.

Weitere Infos finden Interessierte unter www.wiesbaden.de/literaturhaus.