Kategorie-Archiv: Kunst-Kultur-Sachbuch

Eine Bibel des Komischen oder „Komik. Ein interdisziplinäres Handbuch“, herausgegeben von Uwe Wirth, erschienen im Metzler- Verlag

komik-coverDieses Buch war längst überfällig: „Komik. Ein interdisziplinäres Handbuch“, jetzt erschienen im Stuttgarter Metzler-Verlag, herausgegeben vom Gießener Literaturprofessor Uwe Wirth und mit verfasst von 20 hochkarätigen Co-Autoren, entführt uns in ganz unterschiedliche gesellschaftspolitische, philosophische, psychologische, kulturelle, religiöse und mediale Welten des Komischen.
Erst jetzt beginnt man – auch in der akademischen Welt – wohl zu begreifen, was Komik als Forschungsgegenstand ist: der Brückenkopf für jede Erforschung der Kultur – vor allem der eigenen. Hierbei leistet Uwe Wirths „Komik. Ein interdisziplinäres Handbuch“ wahre Pionierarbeit: Auf 400 Seiten haben 20 Autorinnen und Autoren aus 10 verschiedenen Disziplinen (darunter etliche Beiträger mit praktischer Erfahrung in der Komikproduktion, so dass sich der Begriff ‚interdisziplinär‘ auch auf die ‚Praxeologie‘ des Komischen beziehen lässt) in sechsjähriger Arbeit alles zusammengetragen, was sich zurzeit über das Phänomen Komik wissen lässt.

Neben der Erschaffung einer Enzyklopädie des Komischen geht es den Autoren auch auch darum, die interkulturellen Verschiedenheiten in der Wertschätzung des Komischen und so etwas wie eine Binnenperspektive auf die Kulturen des Komischen aufzuzeigen. So werden auch die unterschiedlichen Stile des Komischen, die mitunter sogar Komikschulen hervorgebracht haben, dargestellt: Man denke nur an Loriot, Otto Waalkes, Monty Python, und natürlich an die von Robert Gernhardt mitbegründete Neue Frankfurter Schule, aus der die Satire Zeitschrift Titanic 2 hervorgegangen ist. Freilich gibt es auch – wie man zuletzt im Fall Jan Böhmermann gesehen hat, unterschiedliche Stile – und Kulturen – der Humorlosigkeit. Dabei zeigt sich gerade am Widerstand gegen das Komische, insbesondere am Wunsch, dem Witz und der Satire Grenzen aufzuzeigen, welch außergewöhnlich interessanter Untersuchungsgegenstand das Phänomen Komik ist.

„Komik“ ist das erste wissenschaftlich fundierte Kompendium des Humors, eine höchst empfehlenswerte Bibel des Komischen für alle, die sich ernsthaft mit den Phänomen des Humoristischen beschäftigen wollen. In „Komik“ erhalten sie erstmals einen breiten Überblick über die vielfältigen Formen und Themen des Komischen, methodische Zugänge und somit eine Bestandsaufnahme der aktuellen Komikforschung insgesamt.

In einem ersten Teil werden die Grundbegriffe wie Komik, Humor, Witz, Ironie, Satire, Parodie, Komödie, aber auch Randphänomene wie Dummheit, Groteske, Sarkasmus dargestellt.

Im zweiten Teil werden die vielfältigen Ansätze und methodischen Zugänge zur Komikforschung in verschiedenen Disziplinen beleuchtet: von der Anthropologie und Philosophie über die Hirnforschung, die Psychologie und die Psychoanalyse, bis hin zu Sprach- und Literaturwissenschaft, Soziologie, Gender-Forschung und Interkulturalität.

Im dritten Teil stehen die historischen Erscheinungsformen des Komischen in verschiedenen Gattungen und Medien im Fokus: von Literatur und Theater über Presse, Malerei und Grafik bis zu Film, Fernsehen, Rundfunk und den neuen Medien.

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Uwe Wirth (Hg.) Komik. Ein interdisziplinäres Handbuch
Metzler-Verlag, Stuttgart 2017, Gebundene Ausgabe: 415 Seiten, 69,95 Euro
ISBN-13: 978-3476023490

 

 

 

 Aus dem Inhaltsverzeichnis

I Grundbegriffe des Komischen
1 Komik Tom Kindt 2
2 Humor Tom Kindt 7
3 Witz Stefan Willer 11
4 Ironie Uwe Wirth 16
5 Satire Rüdiger Zymner 21
6 Parodie Uwe Wirth 26
7 Komödie/Tragikomödie Bernhard Greiner 30
8 Das Groteskkomische Günter Oesterle 35
9 Spaßmacher Hans Rudolf Velten 42
10 Lachen Christiane Voss 47
11 Dummheit Uwe Wirth 52
12 Wortspiel Alexander Brock 56
13 Sarkasmus Burkhard Meyer-Sickendiek 61

II Methodische Zugänge zum Komischen
14 Philosophie Achim Geisenhanslüke 68
14.1 Zum Begriff der Komik 68
14.2 Komik und Witz in der Philosophie 68
14.2.1 Komik und Witz in der englischen
Aufklärung: Shaftesbury, Addison,
Hutcheson 69
14.2.2 Kant, der Witz und das Wissen 71
14.2.3 Ästhetik des Komischen: F. Schlegel
– Schopenhauer – Nietzsche 72
14.2.4 Witz bei Bergson und Freud 73
14.2.5 Anthropologie des Witzes: Plessner,
Ritter und Marquard 75
15 Anthropologie
Tom Kindt / Robert Vellusig 78
15.1 Bioanthropologie 78
15.2 Philosophische Anthropologie 80
15.3 Anthropologische Psychologie 83
15.4 Kulturanthropologie 86
16 Psychologie, Medizin, Hirnforschung
Willibald Ruch / Jennifer Hofmann 89
16.1 Der Lustigkeitseindruck 89
16.2 Lächeln 90
16.3 Lachen 92
16.4 Erheiterung 93
16.5 Struktur und Prozesse: Die Verarbeitung
von Komik 94
16.6 Motivationale Prozesse 95
16.7 Stimmung und Persönlichkeit 96
16.8 Humor als Tugend/Charakterstärke 96
16.9 Messverfahren 97
16.10 Weitere Aspekte einer Psychologie des
Humors 98
17 Komik, Witz und Humor in der Psychoanalyse
Michael Wetzel 101
17.1 Freuds ursprüngliche Einsicht 101
17.2 Sparsamkeit und Verausgabung 105
17.3 Andere Schauplätze des Lachens 108
18 Linguistik und Humor Helga Kotthoff 112
18.1 Sprachspiele, Rahmungsspiele,
Necken 112
18.2 Pointen und (semantische) Inkongruenzen
113
18.3 Humor, Ironie und die Griceschen
Maximen der Kommunikation 115
18.4 Komik, Humor und Ironie in der
Interaktionsforschung 117
18.5 Humor in der Gruppe und in den
Medien 118
18.6 Lachen im Gespräch 119
19 Literaturtheorie 122
19.1 Rhetorisch-poetologische Ansätze
Arne Kapitza 122
19.2 Sprechakttheorie und Komiktheorie 125
19.3 Bachtins Ansatz im Spannungsfeld von
Karneval und Literatur 128
19.4 Neuere (analytische, systemtheoretische,
performanztheoretische) Ansätze
Uwe Wirth 129
20 Komik, Gesellschaft und Politik
Arne Kapitza

usw. über: komik-inhaltsverzeichnis

Katalog zur Ausstellung „Emil Nolde. Die Grotesken“

katalog.noldeDie Abkehr von der Realität zugunsten einer grotesken Gegenwelt zieht sich durch das Werk von Emil Nolde, von seinen Anfängen über die Grotesken von 1905 und Aquarellen von 1918/1919 bis in die Jahre des Berufsverbots unter den Nationalsozialisten. Der Katalog zur Ausstellung präsentiert erstmals in großer Bandbreite eine faszinierende Seite und bizarre Bilderwelt des großen Malers und Aquarellisten. Dabei werden auch zuvor nie gezeigte Arbeiten veröffentlicht. Mit dem Grotesken und dem Fantastischen gibt es einen unübersehbaren und wichtigen Bereich innerhalb des Gesamtwerks von Emil Nolde, der bislang noch nicht explizit Gegenstand einer Ausstellung oder einer wissenschaftlichen Untersuchung gewesen war.

Der Katalog enthält Texte von Caroline Dieterich, Ulrich Luckhardt, Christian Ring, Daniel J. Schreiber und Roman Zieglgänsberger. Er erscheint im Verlag Hatje Cantz zum Preis von 29,80 € (ISBN 978-3-7757-4267-2).

Zur Ausstellung „Emil Nolde. Die Grotesken“

Die Autoren
Roman Zieglgänsberger verdeutlicht in seinem Beitrag Schlaglichter auf das Schattenreich der Grotesken um 1900 die Herkunft des um die Jahrhundertwende allgegenwärtig Grotesken vor allem im internationalen Symbolismus und im Art Nouveau. Der Autor wirft ein Schlaglicht auf die deutschsprachigen Künstler dieser Epoche, die sich mit der Groteske beschäftigten wie Arnold Böcklin, Franz von Stuck, Alexander Kubin oder Max Klinger.

In seinem Artikel Zur Kontinuität des Grotesken im Werk von Emil Nolde spürt Christian Ring der Kontinuität des Grotesken in den Arbeiten des Künstlers nach. Noldes Kunst wurzelt im deutsch-dänischen Grenzgebiet, aber auch die Großstadt Berlin faszinierte ihn. Im Winter 1923 malte er dort eine Folge von grotesken Fantasiebildern mit höchst eigenwilligen Kreaturen in heiterer Stimmung, die an die Werke von Hallig Hooge erinnern. Ab den 1930er-Jahren und noch intensiver nach dem 1941 von den Nationalsozialisten verhängten Berufsverbot erschuf Nolde über 1.300 kleinformatige, farbgewaltige Aquarelle, in denen er an die Thematik der Phantasien anknüpft. Die „Ungemalten Bilder“ bilden einen Höhepunkt in seinem Spätwerk.

Ulrich Luckhardt widmet sich einem wichtigen Thema des Frühwerks mit seinem Beitrag »Maler werden war meine Bestimmung« Noldes früher Erfolg mit den Bergpostkarten. Ab 1894 porträtierte Nolde Alpengipfel in Gestalt grotesker Sagen- und Märchenfiguren. Insgesamt sind 30 verschiedene Postkartenmotive der Alpen bekannt. Vorgefundene Gebirgsformationen, die er selbst erkletterte, wandelt er in eine oder mehrere menschliche Physiognomien um, die aus den geografisch leicht identifizierbaren Massiven herauszuwachsen scheinen. Diese Folge im Frühwerk von Emil Nolde gelangte durch den Druck und Vertrieb als Serie „Bergpostkarten“ in die Öffentlichkeit. Aufgrund des großen Erfolges ermöglichen sie dem Künstler eine finanzielle Unabhängigkeit und markieren die wichtigste Etappe auf dem Weg in die künstlerische Freiheit.

Caroline Dieterich beleuchtet Emil Noldes Reise 1919 zur Hallig Hooge: »Weltferne Vereinsamung kann reichstes Leben enthalten, rauschende Vielfältigkeit zerstreut alle geistige Sammlung« Emil Noldes Reise zur Hallig Hooge. Der 1918 beendete Krieg hatte den Künstler sehr erschüttert und er sehnte sich nach Ruhe und Einsamkeit, die er auf der Hallig Hooge fand. Hier entstand eine Serie von 71 Aquarellen, die sich heute als Konvolut in der Nolde Stiftung Seebüll befinden. Die Motive reichen von Tanz, Aktdarstellungen, alltäglichen Szenen, Schauspiel und zwischenmenschlichen Begebenheiten bis hin zu frei erfundenen Fantasiefiguren. Von keinem der Blätter hat sich Nolde je getrennt, er beließ die Serie im Ganzen, denn sie waren ihm als persönliche Skizzen wichtig.

Daniel J. Schreiber weist in seinem Thema Pareidolie statt Ideologie – Ein Versuch über Emil Noldes groteske Bilder nach, dass die Groteske bei Nolde eine malerisch ausgelebte Pareidolie ist. Sie ist ein verbreitetes Phänomen, in abstrakten Dingen und Mustern vermeintliche Gesichter und vertraute Wesen oder Gegenstände zu erkennen. Bei den frühen Bergpostkarten werden die Fratzen noch aus der akkuraten Wiedergabe der Bergwelt herausgearbeitet während sich bei den späteren Phantasien die fantastischen Figuren aus dem gestischen Aufschlag der Farbe heraus entwickeln.

Zur Ausstellung Emil Nolde. Die Grotesken.

Neuer Kulturführer „Auf den Spuren der Reformation in Rheinland-Pfalz“ vorgelegt

cover-luther-rplHeute wurde der neue Kulturführer „Auf den Spuren der Reformation in Rheinland-Pfalz“ von Gerhard Robbers, Staatsminister a.D. und Regierungsbeauftragter für das Reformationsjubiläum, in Mainz vorgestellt.

„Rheinland-Pfalz hat wie kein anderes Land im Westen Deutschlands zentrale Erinnerungsorte der frühen Reformationszeit vorzuweisen“, sagte der Regierungsbeauftragte Robbers.

Schon 1520 wurde in der Wormser Magnuskirche evangelisch gepredigt. Auf dem Wormser Reichstag 1521 forderte Martin Luther vor Kaiser und Reich Glaubens- und Gewissensfreiheit ein. 1522 feierte Johannes Oekolampad auf der Ebernburg, der „Herberge der Gerechtigkeit“, die ersten Gottesdienste mit deutschen Lesungen und dem Abendmahl unter beiderlei Gestalt. Dem Protest gegen die Unterdrückung der Religionsfreiheit auf dem Speyerer Reichstag 1529 verdanken die „Protestanten“ ihren Namen.

„Der Kulturführer ist keine bloße Auflistung von Orten, Gebäuden und Denkmälern, in denen einmal Geschichte ‚gemacht‘ wurde. Er regt auch zum Nachdenken an: Welche Bedeutung haben die mit der Region verbundenen Ereignisse und Persönlichkeiten der Reformationszeit für unsere Gegenwart und unsere Zukunft?“, fragte Robbers.

Der Führer wurde von Irene Dingel und Henning P. Jürgens vom Leibniz-Institut für Europäische Geschichte Mainz geplant. Auf 216 Seiten werden über 30 Orte mit 224 Abbildungen vorgestellt, die bis heute von der Reformation geprägt sind. Die 24 Autorinnen und Autoren behandeln nicht nur die bekannten historischen Stätten, sie weisen auch auf weitere Sehenswürdigkeiten hin. Die Orte reichen von A wie Alzey bis Z wie Zweibrücken, von Neuwied und Hachenburg im Norden bis Landau und Neustadt im Süden, von der Mosel (Trier, Veldenz, Bernkastel-Kues) bis an den Oberrhein (Mainz, Oppenheim, Frankenthal). Der im Michael Imhof Verlag, Petersberg, erschienene Band ist im Buchhandel erhältlich und kostet 16,95 Euro. Er wurde aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur als Beitrag des Landes zum Reformationsjubiläum 2017 und des Leibniz-Instituts für Europäische Geschichte Mainz gefördert.

Wie lebendig im Jubiläumsjahr die Reformation in die Gegenwart hineinwirkt, zeigt die ebenfalls heute vorgestellte neue Internet-Site LUTHER & DIE REFORMATION. Sie ist im Web auf den Seiten der Rheinland-Pfalz-Touristik zu finden: www.gastlandschaften.de/Luther/. Hier sind derzeit rund 350 Ortsführungen, Ausstellungen, Konzerte, Theateraufführungen, Vortrags- und andere Veranstaltungen an zahlreichen Orten in Rheinland-Pfalz aufgeführt.

 

Caravaggios Erben – Barock in Neapel. Publikation zur Wiesbadener Ausstellung

begleitband-cover-wZur Wiesbadener Ausstellung „Barock in Neapel“ ist im Hirmer-Verlag, München 2016, die umfangreiche Publikation „Caravaggios Erben – Barock in Neapel“ mit 576 Seiten und 650 Bildern erschienen.
Während der Ausstellung vom 14.Oktober 2016 bis 12. Februar 2017 kann das aufwändig gestaltete  Werk im Museum Wiesbaden zum Sonderpreis von 45,00 Euro erworben werden, im Buchhandel und nach der Ausstellung zum regulären Preis von  58,00 Euro.

Das Werk ist eine unverzichtbare Hilfe zur Vor- oder Nachbereitung der Ausstellung, eignet sich dank seiner lebendigen, gut verständlichen Sprache und herrlichen Abbildungen als Geschenk und ist ein Muss für alle, die beruflich oder studienbedingt mit der Epoche des Barocks zu tun haben.

Der Band entstand in Kooperation mit dem Institut für Kunstgeschichte und Musikwissenschaft, Abteilung Kunstgeschichte der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und wurde von der Ernst-von-Siemens-Stiftung umfangreich unterstützt.

Herausgeber: Peter Forster, Oy-Marra Elisabeth und Heiko Damm mit Beiträgen von: M. von Bernstorff, H. Damm, S. Ebert-Schifferer, C. Fischer, P. Forster, J. van Gastel, A. Hojer, R. Krämer, T. Michalsky, E. Oy-Marra, M. A. Pavone, S. Pisani, R. Preimesberger, K. Siebenmorgen.

Dieser wärmstens zu empfehlende Begleitband zur Wiesbadener Ausstellung ist ein unschätzbares Kompendium der wiederentdeckten neapolitanischen Barockmalerei und Zeitgeschichte des 17. Jahrhunderts der einstmals vom Spanischen Vizekönig regierten Stadt am Vesuv. In zahlreichen, aufeinander abgestimmten, leicht lesbaren Beiträgen werden chronologisch die fruchtbaren Folgen Caravaggios kurzen Aufenthaltes in Neapel (1606/07) für die Entwicklung der neuen Stilrichtung der Barockmalerei erörtert. Mit seiner schonungslosen Wirklichkeitserfassung und seinem dramatischen Hell-Dunkel gab Caravaggio, einst bevorzugter Maler römischer Kardinäle und dann wegen Totschlags aus Rom verbannt, wesentliche Impulse für die Herausbildung einer unverwechselbaren Malschule von europäischem Rang.

Diether v. Goddenthow (Rhein-Main.Eurokunst)

Weitere Infos: Hirmer-Verlag und zur Ausstellung

 

„Das Kino der jungen Bundesrepublik Deutschland von 1949 bis 1963″ – Begleitband zur Ausstellung

locarno_DE_cover-kleinKatalog zur Retrospektive „Geliebt und verdrängt: Das Kino der jungen Bundesrepublik Deutschland von 1949 bis 1963″
Deutsche und englische Ausgabe, jeweils 416 Seiten, 24,80 Euro // 27,00 CHF
Erscheint am 28. Juli 2016

Es gibt viele Ansichten und Urteile zum Kino der jungen Bundesrepublik. Die gängigsten: Seicht und belanglos sei es gewesen, ohne Interesse an der Thematisierung drängender gesellschaftlicher Probleme und der Aufarbeitung deutscher Schuld, orientiert an Kitsch und vermeintlichem Massen-geschmack, gleichförmig und vorhersehbar. Wie anders dagegen das Plädoyer, das Rainer Knepperges in seinem Beitrag zum Katalog Geliebt und verdrängt: Das Kino der jungen Bundesrepublik Deutschland von 1949 bis 1963 formuliert: „Überraschend unverschämt, erotisch, frech, frivol, vulgär, bizarr sind die Filme der 1950er und frühen 1960er.“ In dem hier aufgemachten Spannungsfeld loten die 33 Beiträge des Buches die Vielfalt des bundesrepublikanischen Nachkriegskinos aus. Vielstimmig und meinungsstark, mit Wertungen und Interpretationen, die einander mal widersprechen, mal ergänzen, entwerfen die Autorinnen und Autoren das umfassende, überraschende, neugierig machende Panorama einer Ära und eines Kinos, von dem es weite Teile noch zu entdecken gilt. Dominik Graf schließt seinen Essay mit den Worten: „Die Bruchstellen im deutschen Film sind auch seine Kontinuität. Die vermeintliche Provinzialität war in Wahrheit seine unendliche Stärke. Seine ,Falschheiten‘ waren eine sehr originelle Spielart der Wahrhaftigkeit – und dies ist der ehrliche Grund, warum man den seltsamen westdeutschen Nachkriegsfilm wirklich lieben kann.“

Herausgeber: Claudia Dillmann, Olaf Möller
Verlag: Deutsches Filminstitut – DIF e.V., Frankfurt am Main
ISBN: 978-3-88799-089-3 (deutsch) // 978-3-88799-090-9 (englisch)
Softcover, fadengeheftet, 416 Seiten, 270 Szenenbilder, Stand- und Werkfotos, Plakatabbildungen aus dem Archiv des Deutschen Filminstituts und weiteren Archiven; 24,80 Euro // 27,00 CHF
Ab 28. Juli auf www.shop-filmmuseum.de und im Handel

Inhaltsverzeichnis:

Carlo Chatrian: Grußwort
Olaf Möller: Adenauerland
Claudia Dillmann: Der Pakt mit dem Publikum. Zu den Produktionsbedingungen des Adenauer-Kinos
Miguel Marías: Die Transluzenz des deutschen Kinos. Ludwig II. – Glanz und Ende eines Königs
Lars Henrik Gass: Resignatorische Befunde. Manifeste vor Oberhausen
Ralph Eue: »Im Geiste eines Aufbaus für morgen«. Re-Education durch Film
Rolf Aurich, Wolfgang Jacobsen: Gestalter nützlicher Bilder. Rudolf Werner Kipp, Ekkehard Scheven, Herbert Viktor, Raphael Nußbaum Fabian Tietke: Vom Lüpfen der Schlafmütze. Der westdeutsche Animationsfilm von 1945 bis 1963
Rudolf Worschech: Das Neue im Alten. Kameraarbeit in den 1950er Jahren
Fritz Tauber: Heimatfilm. Versuch der Systematisierung eines Phänomens
Jörg Gerle: Das grüne Gewissen. Natur und Film, der Versuch einer Symbiose
Uwe Mies: Khaki, Pfeife, Anzug, den Scheitel fest gezogen. Das deutsche Kino entsendet Stars in die Welt – und schafft dabei auch welche
Dominik Graf: „Hunde, wollt ihr ewig leben?“ Einige Männerbilder und ihre Darstellungsstile im westdeutschen Nachkriegsfilm
Stefanie Plappert: Visionen vom kleinen Glück im großen Scheitern. Victor Vicas‘ deutsche Spielfilme 1953 bis 1963
Werner Sudendorf: Umwege zum Melodram. Damit das Opfer einen Sinn hat
Rainer Knepperges: Mamas Kino lebt!
Stefanie Mathilde Frank: Komische Kontinuitäten? Remakes von Spielfilmen aus der Zwischenkriegszeit am Ende der 1950er Jahre
Christoph Huber: Der Simmel-Komplex. Zu Trivialliteratur und Kino der Adenauer-Ära
Peter Ellenbruch: Verbrechen lohnt sich! Der bundesdeutsche Kriminalfilm 1950 bis 1963
Hervé Dumont: Robert Siodmak in der Bundesrepublik
Marcus Stiglegger: Aus den Gräben, aus den Trümmern – Der deutsche Kriegsfilm der 1950er Jahre
Fabian Schmidt: Der Unbekannte. Frank Wisbars bundesdeutsche Filme nach 1957
HT Nuotio: Fröhliche Gespenster, heimliches Gedächtnis. Westdeutsches Nachkriegskino in Finnland
Marco Grosoli: Der Professor, der Tourist und die Sexbombe. Die junge Bundesrepublik Deutschland im italienischen Kino
Chris Fujiwara: Die Bundesrepublik Deutschland in amerikanischen und britischen Filmen
Ralf Schenk: Zwischen den Welten. Deutsch-deutsche Koproduktionsversuche mitten im Kalten Krieg
Andreas Goldstein: Historische Subjekte. Notizen zur DEFA und ihren „Westfilmen“ in den 1950er und frühen 60er Jahren
Elisabeth Streit: Vorwärts und nicht vergessen. Die nicht realisierten Projekte von Lorre und Brecht
Carolin Weidner: Junge deutsche Literatur und die Filmindustrie
Jürgen Dünnwald: 13 Minuten Filmgeschichte. Die Zusammenarbeit von Peter Weiss und Christer Strömholm
Jennifer Lynde Barker: Dort und Hier. Hans Fischerkoesen in den 1950er Jahren
Norbert Pfaffenbichler: „Maler und zeitweise Chemiker“. Der Avantgardefilmer Franz Schömbs
Thorsten Krämer: Verführer im System. Der Film- und Fernsehregisseur Michael Pfleghar

Eine Kooperation des Deutschen Filminstituts mit dem Festival del film Locarno.

Der Katalog wird ermöglicht durch die Förderung der
Georg und Franziska Speyer’schen Hochschulstiftung, des Förderkreises des Deutschen Filminstituts und von German Films.

Fotobildband „Rheinhessen Himmel und Erde“ von Volker Gallé, Robert Dieth u. Iris Schröder

himmel-erde-buchcoverVolker Gallé, Roberth Dieth, Iris Schröder : Rheinhessen – Himmel und  Erde. Erschienen im  Verlag Nünnerich-Asmus,  Mainz 2015, 168 Seiten, reich bebildert, Euro 29,90, ISBN-13: 978-3945751060

 

Kommentar: Ein wunderbares Fotobilderbuch im besten Sinne mit hochprofessionellen Aufnahmen, perfekt zusammengefügt,  für alle Rheinhessen-Liebhaber oder die, die es noch werden wollen. Der Fotobildband „Rheinhessen – Himmel und  Erde“ eignet sich auch bestens als Geschenk, mit dem man nichts falsch machen kann.
Sehr empfehlenswert!
Diether v. Goddenthow (rhein-main.eurokunst)

Verlagstext:
Rechtzeitig zum 200jährigen Jubiläum Rheinhessens wurde ein neuer Bildband aufgelegt, der eine fotografische Bestandsaufnahme der Region beinhaltet und die Themen der Region aufgreift. Rheinhessen ist die große, farbenfrohe Weinregion am Rhein. Wein- und Ackerbau prägen die Kulturlandschaft, die südlich des Rheinknies gelegen ist. Himmel und Erde beeindrucken beim Blick in die Weite der Landschaft und stoßen am Horizont in wunderbaren Farbspielen aufeinander. Die Landeshauptstadt Mainz, die Nibelungenstadt Worms und die Weinstadt Bingen sind die Tore in die Region und wichtige Standorte für die prosperierende Wirtschaft. Dort treffen noch heute die unterschiedlichsten Kulturen aufeinander. Dort wird gewohnt, gelebt und gefeiert. Dort hat sich neben dem kulturellen Angebot und geschäftigem Treiben in den geschichtsträchtigen Städten eine individuelle kulturelle Szene auf dem Land entwickelt. Gleichzeitig hat die Region Rheinhessen weltberühmte Erfinder hervorgebracht und zeichnet sich als besonders innovativ aus. Die Fotografen Robert Dieth und Iris Schröder (St. Johann) haben die Menschen und die Region in den Fokus genommen und die Schönheiten und Besonderheiten Rheinhessens fotografisch herausgearbeitet. Volker Gallé (Mauchenheim), Schriftsteller und selbst Rheinhesse, hat die Texte verfasst. Daraus entstanden ist dieser Bildband zu Rheinhessen, der dem Betrachter und Leser einen ganz besonderen Zugang zur Region verschafft. Rheinhessen Himmel und Erde beeindruckt durch die einzigartige Fotografie, berührt durch seine Texte, die die Themen der Region aufgreifen und stellt in durchaus poesievollen Zitaten einige der bedeutenden Schriftsteller der Region vor.

Begleitband zur Ausstellung: GEORG BASELITZ. DIE HELDEN im Hirmer-Verlag

katalog-coverZur Ausstellung erscheint im Hirmer Verlag ein von Max Hollein und Eva Mongi-Vollmer herausgegebener Katalog mit einem Vorwort von Max Hollein und Beiträgen von Uwe Fleckner, Max Hollein, Alexander Kluge, Richard Shiff und Eva Mongi-Vollmer. Deutsche und englische Ausgabe, ca. 172 Seiten, 29,90 Euro (Museumsausgabe).

Herausgeber Max Hollein schreibt einleitend über die Malerei als Befreiung, während Alexander Kluges literarische Texte einen ganz eigenen eindrucksvollen Wahrnehmungsraum entstehen lassen. Uwe Fleckner wendet sich in einem Kapitel dem post-heroischen Helden zu.  Der Kunsthistoriker Richard Shiff verschafft sich einen lebendigen Eindruck von verlorenen Helden.  Städel Kuratorin Eva Mongi-Vollmer widmet sich im Katalog der Entstehungsjahre der „Helden“.

 

Alexander Klar (Hrsg.) Fritz Erler Von der Scholle in den Krieg. Begleitband zur Ausstellung

begleitbuch-fritz-erlerDer seinerzeit gefragte Maler und Grafiker Fritz Erler (1868–1940) nahm als Mitbegründer der Künstlergruppe Die Scholle um die Jahrhundertwende eine eigenständige Position zwischen Jugendstil und Impressionismus ein. 1914 war der begeisterte Nationalist als Kriegsmaler an der West- und Ostfront tätig. Im Anschluss entstand seine Gruppe von fünf Kriegsgemälden, deren ambivalenter historischer Wirkung der vorliegende Band in einer wissenschaftlichen Untersuchung nachgeht. Erlers suggestive Bilder sollten – in ihrer Monumentalität und Komposition – zunächst zum ästhetischen Vorbild nationalsozialistischer Kriegspropaganda werden. Doch schildern sie – meist weit entfernt von Propaganda – nüchtern den Kriegsterror: verletzte Soldaten und ihre Feinde in ebenso leidvollem wie grimmigem Fatalismus.

Hg. Alexander Klar für das Museum Wiesbaden
Mit Beiträgen von Peter Forster, Alexander Klar, Roman Zieglgänsberger
88 Seiten
54 farbige Abb., 10 s/w Abb.
20 x 25,5cm
gebunden

Preis: ca. EUR 24,80 (SFr 31,40)
Alle Preise verstehen sich inkl. der gesetzlichen MwSt. und zzgl. Versandkosten
ISBN 978-3-86832-328-3

Begleitband zur Ausstellung: Ein Stück norddeutschen Himmel. Emil Nolde und die „Brücke“.

Begleitband zur Ausstellung: Ein Stück norddeutscher Himmel. Emil Nolde und die „Brücke“. Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.), bearbeitet von Karoline Feulner 1. Auflage 2016, 144 Seiten, ca. 90 farbige Abb.  21 x 28 cm, Hardcover Michael Imhof Verlag, Petersberg, ISBN 978-3-7319-0332-1 19,90 € (Buchhandelsausgabe 24,95 € (D))
Begleitband zur Ausstellung: Ein Stück norddeutscher Himmel. Emil Nolde und die „Brücke“.
Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.), bearbeitet von Karoline Feulner
1. Auflage 2016, 144 Seiten, ca. 90 farbige Abb.
21 x 28 cm, Hardcover
Michael Imhof Verlag, Petersberg, ISBN 978-3-7319-0332-1
19,90 € (Buchhandelsausgabe 24,95 € (D))

Ein wunderbarer, erstklassig bebilderter und textuell auch für interessierte Laien, Schüler und Studenten gut auf den Punkt formulierter  Begleitband hat die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz zur Sonderausstellung Ein Stück norddeutscher Himmel. Emil Nolde und die „Brücke“ zu einem sehr günstigen Preis von 19,90 Euro (während der Ausstellung Museums-Shop)  herausgegeben.  Die Autorinnen und Autoren (siehe unten) thematisieren die intensive Auseinandersetzung der Künstlergemeinschaft „Brücke“ mit der charakteristischen Landschaft Norddeutschlands.

Nolde, der berühmte Vertreter des Expressionismus, der nur für eine relativ kurze Zeit der „Brücke“ angehörte, man munkelt, dass andere Mitgliederzu sehr für seine Frau schwärmten, setzte bei seinen Darstellungen stets auf ausdrucksstarke Farben.
In wahren „Farbenstürmen“ malten die Expressionisten die charakteristische Landschaft Norddeutschlands. Die markante und zugleich in ihren Formen einfache Natur war die ideale Voraussetzung für eine neuartige und auf die wesentlichen Elemente reduzierte Malerei. Wie in dem Gründungsprogramm der „Brücke“ formuliert, sollte diese Malerei „Unmittelbar und unverfälscht“ das wiedergeben, was zum Schaffen dränge. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht der Künstler Emil Nolde, dessen Auffassung von Landschaft im Besonderen durch das eigene seelische Erleben geprägt war und den Weg seiner Künstlerfreunde beeinflusste.

Eine „Sehnsucht nach dem Meer“ ließ die Maler der Künstlergemeinschaft „Brücke“ die Küsten der Nord- und Ostsee entdecken. Vermutlich war es der Besuch von Karl Schmidt-Rottluff bei Emil Nolde auf der abgelegenen Insel Alsen (1906), der ihre Begeisterung weckte. Folgend war ihr Schaffensrhythmus geprägt durch ein regelmäßiges Pendeln zwischen der lebendigen Großstadt und der Abgeschiedenheit einsamer Orte an den Küstengebieten wie etwa Dangast, der Insel Fehmarn oder der Flensburger Förde.

Emil Nolde steht im Mittelpunkt der Sonderausstellung und des gleichnamigen Begleitbandes „Ein Stück norddeutscher Himmel“, die vom 5. Juni bis 9. Oktober im Landesmuseum Mainz zu sehen ist. Neben Nolde sind auch alle in der Ausstellung vertretenden Mitglieder der Künstlergemeinschaft „Brücke“ mit ihren Werken vertreten. Die Vereinigung, der Nolde kurzzeitig ebenfalls angehörte, hatte sich zum Ziel gesetzt, die Natur „unmittelbar und unverfälscht“ darzustellen und dadurch alte Konventionen zu überwinden.

Die Ausstellung zeigt ca. 70 Werke – Gemälde, Aquarelle und Druckgrafiken –  von den bedeutenden Expressionisten Emil Nolde (1867-1956), Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938), Erich Heckel (1887-1947), Max Pechstein (1881-1955) und Karl Schmidt-Rottluff (1884-1976). Sie entsteht in Kooperation mit dem Museumsberg Flensburg, seit über hundert Jahren eine der wichtigsten Kunstsammlungen Norddeutschlands. All diese Kunstwerke finden sich in guter Qualität abgedruckt und erläutert im Katalog, der hierdurch zugleich ein unverzichtbares Nachschlage- und Nachbereitungs-Werk der Ausstellungen im Landesmuseums Mainz ist.

Essays renommierter Wissenschaftler erläutern das Thema aus verschiedenen Perspektiven. Überwiegend großformatige Abbildungen veranschaulichen die farbgewaltige Darstellung des norddeutschen Himmels durch die Künstler.

Ein Stück norddeutscher Himmel.
Emil Nolde und die „Brücke“
Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.), bearbeitet von Karoline Feulner
1. Auflage 2016, 144 Seiten, ca. 90 farbige Abb.
21 x 28 cm, Hardcover
Michael Imhof Verlag, Petersberg, ISBN 978-3-7319-0332-1
19,90 € (Buchhandelsausgabe 24,95 € (D))

Mit Beiträgen von Dr. Eva Brachert (Mainz), Dr. Janina Dahlmanns (Berlin), Dr. Karoline Feulner (Mainz), Dr. Michael Fuhr (Flensburg), Maria Migawa M.A. (Flensburg), Dr. Philipp Reutter (Mainz) und Monika Uliarczyk M.A. (Mainz).

Verlag
Michael Imhof Verlag GmbH & Co. KG ,Stettiner Straße 25, 36100 Petersberg
E-Mail: info@imhof-verlag.de, Tel.: 0661 2919166 0, Fax: 0661 2919166 9

„Von der Fläche zur Form“ – Retrospektive und Buchvorstellung zu Reinhold Petermanns 90. im Eisenturm

Dagmar  Bronze 178 cm Reinhold Petermann 1968 Foto © massow-picture
Dagmar
Bronze 178 cm
Reinhold Petermann 1968
Foto © massow-picture

Am 9. Oktober 2015 wurde im Kunstverein Eisenturm Mainz mit der Ausstellung „Von der Fläche zur Form“ und Vorlesung  von Petermanns Biographie   der Reigen der  Retrospektive des Lebenswerks zum 90. Geburtstag des Mainzer Bildhauers Reinhold Petermanns eröffnet. Exponate von 1946 bis 1985 zeigen die erste Schaffenphase des Mainzer Bildhauers, beginnend mit „der Stunde Null“ nach dem 2. Weltkrieg. Am 10. Oktober 2015, folgte die Vernissage von „Tierisch – Menschlich – Skulpturen und Aquarelle (1985 bis 2015)“ in der Galerie Mainzer Kunst und seit dem 13. Oktober 2015 können Besucher in der Rathausgalerie  „Die Frau im Sessel“ und den „Flötenspieler“ und andere Werke Petermanns bewundern.

Das Begleitbuch zur Ausstellung – Werkverzeichnis von Reinhold Petermann

Das künstlerische Schaffen hat Tochter Barbara Petermann in dem wunderbaren  Begleit-Bildband „Am Anfang war das Holz. Eine Dokumentation zum 90. Geburtstag des Künstlers Reinhold Petermann“, Medien Verlag Reiser, Mainz 2015, auf 190 Seiten festgehalten. Der Buchtitel weist auf Reinhold Petermanns autodidaktischen künstlerischen Anfänge als jugendlicher  Holzschnitzer hin, wodurch sein Lebensweg vorgezeichnet war. Aber erst nach Rückkehr aus einem Edinburgher Genesungslazarett, in dem der Gefangene Petermann zum hofierten Holzbildhauer und (Weihnachtskrippen-)Schnitzer aufgestiegen war, konnte der Sohns eines Drahziehers und einer Landwirtin aus Boos (Nahe)  im Herbst 1946 an der gerade eröffneten staatlichen Mainzer Bau- und Kunstschule  als Meisterschüler Emy Roeders ausgebildet werden.   Das Buch  zeichnet  die wichtigsten biographischen Stationen eines außerordentlich erfolgreichen und erfüllten Bildhauerlebens nach und bietet eine umfangreiche Bilddokumentation  von der Holzbüste über Kunstharzreliefs, Bronzeplastiken, Eisenguss-Arbeiten bis hin zu Zeichnungen und Aquarellen. Barbara Petermann ist es bestens gelungen, eine  Biographie und ein Werkverzeichnis ihres Vaters in einem Band zu verfassen, welches sich nicht nur gut verschenken lässt, sondern insbesondere für Sammler und Studenten eine wertvolle Quelle zur Erschließung  Reinhold Petermanns Werk darstellt.

petermann-coverBarbara Petermann: Am Anfang war das Holz. Eine Dokumentation zum 90. Geburtstag des Künstlers Reinhold Petermann.
Medien Verlag Reiser, Mainz 2015,
Gebundene Ausgabe: 190 Seiten, € 24,00.
(ISBN-10: 3981482948, ISBN-13: 978-3981482942)

 

 

Buchvorstellung und Lesung mit Finissage:

3. November 2015 | 18 Uhr
Buchvorstellung: „Am Anfang war das Holz…“
Dokumentation zum 90. Geburtstag des Künstlers

14. November 2015 | 15 Uhr | Finissage
Lesung: Reinhold Petermann liest aus seinen Büchern
„Tierisch – Menschlich!“

Veranstaltungsort
Eisenturm – Kunstverein Eisenturm Mainz e.V.
Rheinstr. 59
55116 Mainz
Telefon: 06131-228559