Kategorie-Archiv: Murnau Filmtheater

goEast eröffnet! Die Filmwelt schaut auf Wiesbaden – Highlight „Paneuropäisches Frühstück“

GORILA SE KUPA U PODNE. Deutschland, Jugoslawien 1993 82 min, 35mm, Farbe / eng, rus, deu OmdU Regie: Dušan Makavejev. © DFF
GORILA SE KUPA U PODNE. Deutschland, Jugoslawien 1993 82 min, 35mm, Farbe / eng, rus, deu OmdU Regie: Dušan Makavejev. © DFF

Mit einer absurden Szene aus „Gorilla bathes at noon“ startete am 10. April 2019 das 19. Festival des mittel- und osteuropäischen Films GoEast in Wiesbaden im vollbesetzten Caligari, darunter viel Prominenz aus Kultur, Politik und Gesellschaft.

Nach einer halsbrecherischen Kletterpartie auf das Haupt des 1991 gestürzten Lenin-Denkmals am Internationalen Platz in Ostberlin versucht der mit der neuen Wendezeit-Situation völlig überforderte russische Major Viktor seinem Idol die weiße Farbe des Protestes  von der Stirn zu waschen, als wolle er die Zeit aufhalten – bis hin zum verzweifelten Ausruf „Ich bin ein Berliner!“.. Regisseurs Dusan Makavejevs trifft wie kaum ein anderer Film den Kern der Verunsicherung, die der Fall des Eisernen Vorhangs vor 30 Jahren in Ost und West bei vielen Menschen – von der Zivilbevölkerung bis hin zu den „Besatzungssoldaten – aufgelöst hat. Die Folgen der Öffnung des Eisernen Vorhangs ist auch der diesjährige Schwerpunkt von GoEast. Es geht im Kern um die Auseinandersetzung mit der Frage, was die Öffnung von Grenzen und der Fall der Berliner Mauer mit den Menschen ab den 1990er Jahren nach der Wendezeit in Ost und in West gemacht hat.

Festivalleiterin Heleen Gerritsen. © Foto: Diether v. Goddenthow
Festivalleiterin Heleen Gerritsen. © Foto: Diether v. Goddenthow

30 Jahre nach dem Mauerfall werde das Rhein-Main-Gebiet vom Ostblock erobert, stellte Festivalleiterin Heleen Gerritsen ein wenig augenzwinkernd bei der Eröffnung fest. Denn mit der etwas „kriegerischen“ Formulierung sei im provokanten Sinne der „Kalte Krieg“ gemeint, der noch gar nicht so lange her sei, sowie das Verhältnis zwischen Ost und West, das immer noch stürmisch sei, wie tägliche Nachrichten zeigten. „Doch wir Osteuropafans wissen, dass die Länder in unserem Osten viel mehr zu bieten haben als Kriegsrhetorik oder Nationalismus. GoEast verwandelt Wiesbaden erneut in die Hochburg für mittel- und osteuropäische Kultur“, so die Festivalleiterin. Neben vielen hochkarätigen Filmveranstaltungen und Premieren gibt es ein besonders vielfältiges Rahmenprogramm unter dem Namen „Paneuropäisches Picknick“, und mit Krzyzstof Zanussi und Sergei Loznitsa kommen zwei der produktivsten Filmemacher nach Wiesbaden. Insgesamt hätten sich über 400 Gäste, darunter 200 Filmschaffende, akkreditiert. Die Debüt- und Nachwuchsfilmschaffenden träfen sich wieder im goEast-Festivalzentrum „Casino-Gesellschaft“ oder in der Caligari Filmbühne.

Ellen Harrington. © Foto: Diether v. Goddenthow
Ellen Harrington. © Foto: Diether v. Goddenthow

Kein anderes Kinoerlebnis bringe eine so große Vielfalt von Filmen und Filmschaffenden aus mehr als 30 mittel- und osteuropäischen Ländern mit ihren westeuropäischen Pendants zusammen wie GoEast, sagte Ellen Harrington, Direktorin des Deutschen Filminstituts- und Filmmuseums. „goEast ist ein dynamisches Sammelsurium aus Ideen, Meinungen, Kunst und Debatten, in einer gastfreundlichen Stadt und mit tollen Events für alle Besucher und Besucherinnen.“, so Harrington. 2019 sei ein besonderes Jahr, nicht nur, da sich der Fall der Berliner Mauer zum 30. Mal jähre. „Auch das Dff – Deutsches Filminstitut und Filmmuseum, 1949 in Wiesbaden gegründet, feiert seinen 70. Jahrestag“, so die DFF-Direktorin. Auch vor 1989 organisierte das Deutsche Institut für Filmkunde (DIF) osteuropäische Filmwochen, um dem westlichen Publikum einen Blick hinter die Kulissen des Eisernen Vorhangs zu gewähren. „Als goEast 2001 ins Leben gerufen wurde, wurde der Aspekt der Kulturdiplomatie sofort als sehr wichtig erachtet. Dieser ist bis heute ein wichtiger Baustein, besonders im Angesicht einer sich verändernden Europäischen Union“, erläuterte die DFF-Direktorin.

 Ayse Asar, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.© Foto: Diether v. Goddenthow
Ayse Asar, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.© Foto: Diether v. Goddenthow

GoEast wolle Sterotypen aufbrechen und Klischees überwinden. Darauf ziele beispielsweise das Symposium „Konstruktion des Anderen. Roma und das Kino Mittel- und Osteuropa“ ab, sagte Staatssekretärin Ayse Asar vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst. In bewährter Tradition setze goEast auf den Austausch über das Gesehene und fördere damit den Dialog und das gegenseitige Verständnis zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Sozialisation. Genauso wende das Festival seinen Blick auf unsere nicht weniger spannende gesellschaftliche Gegenwart und die Zukunft des Filmschaffens. So sollen zwei neue Preise, der RheinMain Kurzfilmpreis und das Renovabis-Recherchestipendium für ein Dokumentarfilmprojekt mit Menschenrechtsbezug im Rahmen des Fortbildungsprogramms East-West-Talent Lab dem Filmnachwuchs ermöglichen, innovative Projektideen zu verwirklichen, sagte die Staatssekretärin. So zeige sich das Festival explizit als eine Plattform der Entwicklung und des Lernens von- und miteinander, so Asar.

Axel Imholz, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden © Foto: Diether v. Goddenthow
Axel Imholz, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden © Foto: Diether v. Goddenthow

Dass goEast zum 19. Mal in Wiesbaden stattfände, sei kein Zufall, denn, so Axel Imholz, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden: „wir haben eine lange Tradition in der Verbindung zu Osteuropa. Man denke nur an die russisch-orthodoxe Kapelle, die auf Wiesbaden herunterschaut. Künstler, die in früheren Zeiten Wiesbaden besucht haben, zum Beispiel Jawlensky. Aber auch heute ist die Geschichte vieler Wiesbadener Bürgerinnen und Bürger eng mit Osteuropa verbunden.“ Das unterstreiche goEast in diesem Jahr vielleicht einmal mehr mit seinem „Paneuropäischen Picknick“, an dem auch Wiesbadener Kulturvereine mit Osteuropaschwerpunkt wie der polnische Kultursalon „Pokusa“ und die „Kroatische Kulturgemeinschaft“ teilnähmen, so Imholz. GoEast böte auch in diesem Jahr wieder ein Filmprogramm von  ganz hoher Qualität und  großer Vielfalt und sei zurecht ein Schwerpunkt im Wiesbadener Kulturkalender, so Imholz und weiter: „Die Filmwelt schaut auf das Festival. Wiesbaden ist in der nächsten Woche wieder einmal Filmstadt!“

Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer des Kulturfonds Frankfurt RheinMain. © Foto: Diether v. Goddenthow
Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer des Kulturfonds Frankfurt RheinMain. © Foto: Diether v. Goddenthow

Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer des Kulturfonds Frankfurt RheinMain, machte in seinem Grußwort der Festivalleiterin und ihrem Team und allen Beteiligten im Namen des Kulturfonds Frankfurt RheinMain ein großes Kompliment, nämlich dass sie es verstünden “Etwas, was schon sehr gut ist, jedes Jahr noch besser zu machen“. Das Festival in allen Formaten biete nicht nur die Gelegenheit, etwas zu finden, etwas Neues kennenzulernen, sondern auch die Chance, miteinander in Dialog zu kommen.
„Die Idee mit dem Paneuropäischen Picknick finde ich einfach genial. Weil es sozusagen Realität ist, aber mehr als Realität, nämlich Erzählung sei. Und Erzählung schaffe Realität. Der knackige Text im Programm, dass Performance-Künstler diese Sache veranstaltet haben, stünde, so Dr. Müller, zumindest mit einer zweiten Gruppen in Konkurrenz, die Ähnliches behaupte: Zum einen Otto von Habsburg, der damalige Vorsitzende der Pan-Europa-Union, und zwei Außenminister, Alois Mock und sein ungarischer Amtskollege Gyula Horn, „die damals den Draht durchgeschnitten haben, symbolisch gemeint, aber das auslösend, was sie vielleicht nicht geahnt haben, nämlich: dass sehr viele Menschen dieses Symbol für etwas Ernstes genommen haben und einfach den restlichen Draht durchtrennt und einfach den Eisernen Vorhang durch eine Art Massenbewegung beseitigt haben“, so Müller. Und was immer der Kern, die Absicht der Beteiligten gewesen war, „es war eine Performance, die die Welt erlebt hat, und die zeigt, dass in unruhigen Zeiten Kunst notwendig ist, um Drahtzäune und Barrieren wegzuräumen.“ Und dies genau sei das Anliegen von GoEast: „eine neue Plattform für Kultur aus dem Osten Europas im Rhein-Main-Gebiet zu etablieren“, so Dr. Müller.

Empfang im Caligari Foyer. © Foto: Diether v. Goddenthow
Empfang im Caligari Foyer. © Foto: Diether v. Goddenthow

Aus dem Programmheft, Seite 17:
PICKNICK (Samstag, 13.April 2019, 11.00 bis 15.00 Uhr, vor dem Rathauseingang /Schlossplatz)
„Was liegt näher im Rahmen unserer neuen Veranstaltungsreihe, als ein tatsächliches Picknick zu veranstalten – direkt neben dem Wiesbadener Markt am Schlossplatz? Neben Speis und Trank, bestehend aus einer köstlichen Reise durch
Osteuropa, laden im Rhein-MainGebiet ansässige Kulturvereine mit Osteuropaschwerpunkt zum gemeinsamen Stelldichein. Untermalt von Live-Musik und DJ Janeck möchten wir die osteuropäische Alltagskultur in die Öffentlichkeit tragen, um Festivalgäste, Publikum und die Wiesbadener Nachbarschaft zu vereinen. Folgen Sie einfach dem roten Teppich zum Picknick der besonderen Art.“

Aus dem Programmheft, Seite 16
MASTERCLASS: SERGEI LOZNITSA
„Beliebt, berüchtigt und umstritten ist das Werk Sergei Loznitsas. Egal ob in seinen Dokumentarfilmen oder in seinen Spielfilmen, der (post-)sowjetische Mensch oder genauer gesagt, die Gruppendynamik des (post-)sowjetischen Kollektivs steht im Mittelpunkt all seiner Filme. Der in der weißrussischen
SSR geborene Regisseur studierte in Kiew und Moskau und ist in seinem filmischen Schaffen erstaunlich
produktiv. Dabei entwickelte er nicht eine, sondern gleich drei ganz eigene Handschriften mit hohem Wiedererkennungswert. Bekannt geworden ist Loznitsa zunächst in Fachkreisen mit seinen mal in langsamen Bildern beobachtenden, mal aus Archivmontagen entstandenen Dokumentarfilmen wie BLOKADA (Russland, 2005). Zu dieser letzten Form kehrt er mit THE TRIAL (Niederlande, 2018), der in diesem Jahr auch bei goEast gezeigt wird, zurück (Seite 8). Mit MAIDAN, AUSTERLITZ und SIEGESTAG beobachtet er dokumentarisch Massendemonstrationen und Gruppendynamiken in langen Einstellungen. Seine Spielfilme (DONBASS, DIE SANFTE, IM NEBEL, MEIN GLÜCK) dagegen sind wie Fieberträume und zeichnen ein pessimistisches (und manchmal groteskes) Bild der post-sowjetischen Gesellschaften. Vor allem in Russland erntet Loznitsa damit viel Kritik: Immer wieder wird dem Regisseur Schwarzmalerei oder sogar anti-russische Propaganda vorgeworfen. In einer öffentlichen Masterclass erzählt Loznitsa über sein Werk, seine Entscheidungen und Erfahrungen.“

Festivalzentrum So, 14.04. / 11:30 Uhr,
in russischer Sprache mit englischer
Simultanübersetzung
Eintritt: 5 Euro / ermäßigt 3 Euro

Das  Festival „Go East“ läuft vom 10. bis 16. April 2019. © Foto: Diether v. Goddenthow
Das Festival „Go East“ läuft vom 10. bis 16. April 2019. © Foto: Diether v. Goddenthow

Das www.filmfestival-goeast.de/de/auf einen Blick:
ALLE SEKTIONEN – Programm auf einen Blick
WETTBEWERB
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BLEIBT ALLES ANDERS? DIE WILDEN 90ER
HOMMAGE
OPPOSE OTHERING!
SYMPOSIUM
ANARCHO SHORTS
ADAMI SHORT FILM
SPECIALS
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RAHMENPROGRAMM

Die Spielstätten auf einen Blick

Ein großartiger Abend zum 80. für und mit Volker Schlöndorff und Wegbeleitern Mario Adorf, Klaus Doldinger und Daniel Cohn-Bendit in der Caligari-Filmbühne

Volker Schlöndorff mit Weggefährten und Freund Mario Adorf im Foyer der Caligari Filmbühne. © Foto: Diether v. Goddenthow
Volker Schlöndorff mit Weggefährten und Freund Mario Adorf im Foyer der Caligari Filmbühne. © Foto: Diether v. Goddenthow

Zu Ehren des Regisseurs Volker Schlöndorff anlässlich seines 80. Geburtstags veranstaltet das Kulturamt in Kooperation mit dem DFF – Deutsches Filminstitut und Filmmuseum, Frankfurt am Main, und der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung  eine Werkschau in drei Kinos in Wiesbaden und in Frankfurt, die vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain gefördert wird. Und gestern Abend war der Auftakt, zunächst im Rathaus mit Eintrag ins Goldene Buch der Stadt, anschließend in der Caligari-Filmbühne mit Lesung, Live-Talk, Jazz und Filmvorführung.

Programm-Flyer der Werkschau

Begonnen hatte der Abend feierlich im Ratssaal mit dem Eintrag Volker Schlöndorffs ins Goldene Buch der Stadt der Landeshauptstadt Wiesbaden. Volker Schlöndorff gehöre ohne Zweifel zu den deutschen Regisseuren mit dem international größten Ansehen, betonte Oberbürgermeister Sven Gerich. Seit über 50 Jahren habe er regen Anteil an der Geschichte des Films mit über 35 sehr bekannten Filmen und unzähligen Preisen aus dem In- und Ausland, weswegen ihm einen der herausragenden Plätze in der Geschichte des Films schon heute gebühre. An erster Stelle sei hier sicherlich die Verfilmung von Heinrich Bölls Roman „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ zu nennen. Schlöndorff drehte diesen Film, so der Oberbürgermeister, gemeinsam mit seiner damaligen Frau Margarete von Trotha. Ein Jahr später, im Jahr 1980 gelingt Volker Schlöndorff mit seinem Film „Die Blechtrommel“ das beinahe Unmögliche: Als erster Deutscher Regisseur erhält er einen Oskar in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“. Diese hohe Auszeichnung haben bis heute neben ihm nur Caroline Link und Florian Henckel von Donnersmarck  erhalten.
Was aber viele nicht wüssten, so Seven Gerich, dass Volker Schlöndorff seine Wurzeln in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden habe. „1939 als Sohn eines Lungenfacharztes in Wiesbaden geboren, verbrachte Schlöndorff seine ersten Kindheitsjahre in Biebrich, um genau zu sein, so der Oberbürgermeister, in der Rathausstrasse 60, also schräg gegenüber des heutigen Polizeireviers. „Und lieber Herr Schlöndorff, was Sie nicht wissen können, ich spreche hier sozusagen von Biebricher Bub zu Biebricher Bub. Denn ich bin in unmittelbarer Nähe, in der Wilhelm-Tropp-Strasse gegenüber der alten Feuerwache großgeworden.“

Volker Schlöndorff kurz nach dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt.© Foto: Diether v. Goddenthow
Volker Schlöndorff kurz nach dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt.© Foto: Diether v. Goddenthow

Ein wenig gerührt, dankte Volker Schlöndorff für den Empfang und die Ehre, sich ins Goldene Buch der Stadt eintragen haben zu dürfen. Er sei eigentlich nie weggekommen von Wiesbaden, „ich bin zwar mit 16 abgehauen, wie man so sagt, erst nach Frankreich, dann nach München, nach USA.  Aber ich hatte immer wieder Anlass natürlich zurückzukommen, und als es keine Familie mehr gab,  gab’s die Familie im Caligari, und vielen Dank, dass ich das erlebt habe, und ich freue mich auch jedes Mal, wenn ich da bin“, sagte Schlöndorff, der auch hoffe, dass die Stadt Wiesbaden den Mut habe, das Walhalla wieder zu beleben. Denn was seien  schon 43 Millionen? „Na und! Das sollte uns doch die Kultur, die Baukultur, allemal wert sein!“.

Auftakt zur Werkschau in der CaligariFilmbühne

Volles Haus in der Caligari Filmbühne anlässlich der Eröffnung von Volker Schlöndorffs Werkschau. © Foto: Diether v. Goddenthow
Volles Haus in der Caligari Filmbühne anlässlich der Eröffnung von Volker Schlöndorffs Werkschau. © Foto: Diether v. Goddenthow

Da sie es zeitlich zum Empfang ins Rathaus nicht schaffen konnten, traf Volker Schlöndorff seine engen Weggefährten dann im Anschluss in der ausverkauften Caligari-Filmbühne, unter ihnen der Schauspieler Mario Adorf, der Jazzmusiker und Komponist Klaus Doldinger und den deutsch-französischen Publizisten und Politiker Daniel Cohn-Bendit, der zugleich die  Moderation übernahm.

Kulturdezernent Axel Imholz begrüßte die Gäste herzlich, noch einmal besonders den Ehrengast Volker Schlöndorff und seine Weggefährten. Er plauderte dabei auch ein wenig aus dem Nähkästen, etwa über die Zitterpartie hinter den Kulissen im Kulturamt im Vorfeld der Veranstaltung was die Terminkoordination angesichts der prominenten Gäste anging, und ja bestens geglückt sei, worüber er sich sehr freue.

Volker Schlöndorff  dankte herzlich für die Einladung und die Ehre, so gefeiert zu werden, und las dann ein paar Seiten über seine Wiesbadener (Jugend-)Zeit  aus seiner druckfrischen Autobiographie „Licht, Schatten und Bewegung – Mein Leben und meine Filme“, 472 Seiten, die im Hanser Verlag“ München erschienen ist. Das Werk ist absolut empfehlenswert, nicht nur als Geschenk, sondern insbesondere auch als einzigartiges Zeitzeugendokument über die 60er, 70er und 80er Jahre für nachwachsene Generationen.

Regisseur Volker Schlöndorff im Talk mit Freund und Alt-Sponti Daniel Cohn-Bendit.© Foto: Diether v. Goddenthow
Regisseur Volker Schlöndorff im Talk mit Freund und Alt-Sponti Daniel Cohn-Bendit.© Foto: Diether v. Goddenthow

Vertiefende biographische Eindrücke über Volker Schlöndorff erfuhren die Caligari-Besucher dann beim Talk mit seinem Freund, dem deutsch-französischen Alt-Sponti Daniel Cohn-Bendit.  Schlöndorff war als Regisseur mit Günter Grass, Max Frisch, Heinrich Böll und Arthur Miller befreundet. Er verfilmte zahlreiche ihrer Bücher, die als Literaturverfilmungen Filmgeschichte geschrieben haben.

Ich fühlte mich wie der Größte

Mit wachsenden Erfolgen wurde Volker Schlöndorff mit Ehrungen und Preisen überhäuft, wobei jedoch die Oskar-Verleihung für „Die Blechtrommel“ als „besten fremdsprachigen Film“ der Gipfel gewesen sei, den man, so Schlöndorff, nie wieder erklimmen könne, was man aber nicht im Augenblick, sondern erst viele Jahre später wisse. An eine Szene erinnere er sich jedoch noch genau, als er am nächsten Morgen im Swimmingpool vom Hilton-Hotel Beverly Hills auf die von einem Fotograf auf den Beckenrand gestellte Statue (Oskar) zuschwamm: „Ich kam mir vor wie das Größte überhaupt, und dachte: Jetzt stehen mir alle Türen offen. Also erstmal habe ich den Ritterschlag, jetzt gehöre ich auch zu denen hier in Hollywood, womit ich solche Leute meinte wie Billy Wilder, Fritz Lang, alle die ausgewandert waren, auswandern mussten aus Deutschland, die immer meine großen Vorbilder waren. Jetzt bin ich also richtig bei denen angekommen.“, schilderte Schlöndorff, wie er sich damals  auf dem hohen Ross wähnte. „Das waren schon ein paar ganz tolle Jahre!“, aber er habe „dann ziemlich schnell diesen Credit vergeigt, indem ich nicht das Angebot von Steven Spielberg  angenommen habe, was ich gleichzeitig bekommen hatte für einen Film, den er produzieren wollte“.  Sondern er habe sich gesagt: „Das brauche ich ja jetzt nicht hier in Hollywood. Jetzt bin ich selbst in Hollywood“, und er habe abgelehnt mit der Begründung: „Ich mache einen Film über den Bürgerkrieg im Libanon, den kriege ich ja jetzt finanziert.“ Nach noch so eins, zwei Sachen sei dann in Hollywood die Oskarverleihung rasch vergessen gewesen.

Die RAF im realexistierenden Spießer-Paradies

An einen einschneidenden emotionalen „Höhepunkt“ ganz anderer Art erinnerte sich Volker Schlöndorff als er, durch den Mauerfall zur Rückkehr aus New York nach Deutschland motiviert, 1990 gleich zuerst „in den Zeitungen gelesen habe: ‚Elf der gesuchtesten RAF-Terroristen sind in der DDR untergetaucht und jetzt von den Behörden dem Westen ausgeliefert worden‘. Das war eine so unglaubliche Meldung, da er nicht begreifen konnte, wie solche durchgeknallten Terroristen vom „kleinbürgerlichen realexistierenden Sozialismus aufgenommen, mit neuen Namen, Pässen und Legenden versehen“ wurden, und in der DDR leben durften. „Das passt doch überhaupt nicht von dem Bild, was ich von der DDR hatte, oder von Herrn Mielke oder Honecker. Und noch viel weniger passt in mein Bild, mir vorzustellen, dass diese Typen, die dann wirklich durchgeknallt und ausgebrochen sind bis zum Extrem, dass die sich in diese realexistierende proletarische kleinbürgerliche Gesellschaft eingliedern, und zwar wie“, so Volker Schlöndorff, was schließlich für ihn und Wolfang Kohlhase Anlass gewesen sei, diese unglaubliche Story im Film „Die Stille nach dem Schuss“ zu verarbeiten.

Deutscher mit französischer Seele
Sein Handwerk lernte Schlöndorff in Frankreich als Assistent von Jean-Pierre Melville, Louis Malle und Alain Resnais. „Alles was ich kann, alle meine Einflüsse, alle meine Vorbilder sind alle französisch, und ich wollte auch als ersten Film natürlich einen französischen Film machen.“ Aber da hätten seine Vormeister ihm gesagt: „No, no, no!“, wir haben in Frankreich genug Regisseure. So bin ich dann zurückgekommen und hab‘ die Filme hier gemacht. Schon sein Debütfilm „Der junge Törless“ (1965/1966) wurde hierzulande zu einem großen Erfolg und gilt als einer der Schlüsselfilme des Neuen Deutschen Films. „Aber“ an Moderator Chon-Bendit gerichtet, „ich weiß nicht, wie es Dir geht, (…), ich hab einen starken französischen Teil in mir, der im Laufe der Jahre sogar irgendwie immer stärker wird. Ob das durch die Literatur oder durch die Filme ist, das ist eben so.“ Und je länger er von Frankreich fort wäre, um so französischer fühle er sich.

Beichtvater Adorf

Erweiterte Talkrunde, rechts um Mario Adorf und links um Klaus Doldinger. © Foto: Diether v. Goddenthow
Erweiterte Talkrunde, rechts um Mario Adorf und links um Klaus Doldinger. © Foto: Diether v. Goddenthow

In der erweiterten Runde erinnerte sich Mario Adorf noch recht lebhaft an die Dreharbeiten für die Günter-Grass-Verfilmung „Die Blechtrommel“ nahe bei Danzig. Mario Adorf war neben seiner Rolle unter anderem auch mit für das Wohlbefinden des kleinen 12jährigen Hauptdarstellers David Bennent, alias Oskar, zuständig, wobei die größte Angst am Set war, dass Oskar aus seiner Rolle herauswachsen könne, bevor der Dreh im Kasten sei. Auf „Oskars“ Körpergröße und Erscheinungsbild baute  maßgeblich die gesamte „Blechtrommelverfilmung“ auf. Und gerade deswegen sei auch Schlöndorff damals sehr aufgeregt und um Oskars Wohl bemüht gewesen, was ihn anfangs einmal zu den Worten brachte: „Also ich habe in diesem Film eine große Aufgabe mich um meinen Hauptdarsteller zu kümmern. Ich habe euch engagiert, ihr könnt alle sehr gut euren Beruf, spielt so gut ihr könnt. Ich lass euch machen, wenn ihr gut seid, seid ihr im Film, und wenn ihr nicht gut seid, werdet ihr geschnitten“, erinnert sich  Adorf an eine Drehsituation am Set mit seinen Freund.

Schlöndorff bestätigte das sofort und bekannte,  dass er nicht nur wegen der allgemeinen schwierigen Örtlichkeiten  oft beim Drehen verzweifelt gewesen, „selbst mit dem genialen Kameramann. Aber so genial der auch war, so schwierig war er auch“. Und da „habe ich mich oft an Mario geklammert, bin zu Dir hingekommen, hab Dir mein Leid geklagt, hab überlegt, ob ich mich von dem Kameramann trennen sollte, und du warst mein Beichtvater“. Auch wenn Günter Grass auftauchte, der oft sehr gute Ideen einbrachte, war Schlöndorff, wie er sagte, anfangs manchmal wie paralysiert gewesen. Einmal habe er einen ganzen Tag, den er in Anwesenheit von Grass gedreht hatte, neu drehen müssen, weil ihm bei dessen Anwesenheit nichts mehr eingefallen sei. Später habe er eine sehr gute Freundschaft mit Günter Grass gehabt.

Ins Boot geholt

Klaus Doldinger mit Band Passport bietet in seinem typischen Sound Jazz vom Feinsten. © Foto: Diether v. Goddenthow
Klaus Doldinger mit Band Passport bietet in seinem typischen Sound Jazz vom Feinsten. © Foto: Diether v. Goddenthow

Klaus Doldinger lernte Volker Schlöndorff näher und später als Freund während der Vorbereitung zum Film „Das Boot“ kennen. Für die Kinoverfilmung schrieb Doldinger die Filmmusik. „Für mich war das eine große Erfahrung für diesen Film die Musik zu machen, weil es eine völlig neue Art des Umgangs war für mich als Musiker, auch dass ich das erleben durfte, wie viele Musiker da mit Schauspielern zusammenkamen, um an dem Film mitzuwirken“.
Eine längere Kostprobe seiner genialen Kompositionen von der Filmmusik „Das Boot“ bis hin zur Langfassung der Tatort-Titelmusik gaben anschließend Klaus Doldinger  und seine Kollegen der 1971 gegründeten legendären Band „Passport“.

Werkschau
Den Anfang von Volker Schlöndorffs Werkschau machte die auf einer wahren Begebenheit beruhende Kriminalgeschichte „Der plötzliche Reichtum der armen Leute von Kombach“ aus dem Jahr 1971. Filmisch nacherzählt wird ein 1822 von armen Bauern in Nordhessen begangener Raubüberfall, der in die Kriminalgeschichte als der Postraub in der Subach einging. Das Drehbuch hierzu hatte Schlöndorff gemeinsam mit seiner Frau Margarethe von Trotta verfasst. Bei diesem Film, für den er auch auf Grimm’sche Märchen zurückgriff und tief in die Sozialgeschichte einstieg, lernte er seine hessische Heimat nochmal ganz neu kennen und schätzen.

Programm-Flyer der Werkschau

Schlöndorffs Archiv wird im Deutsche Filmmuseum bewahrt
Im Jahr 1992 übergab Schlöndorff sein Archiv dem Deutschen Filmmuseum in Frankfurt. Die Sammlung Schlöndorff, die als eine der wichtigsten zum Neuen Deutschen Film gilt, wird beständig um Exponate erweitert und ist seit 2014 online zugänglich. Auch den beiden in Wiesbaden beheimateten Kooperationspartnern der Werkschau ist der Regisseur seit Jahren treu verbunden. Als engagiertes Gründungsmitglied des Fördervereins der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung setzt sich Schlöndorff für die Bewahrung und Erhaltung des Filmerbes ein. In der Caligari Filmbühne präsentiert Schlöndorff nicht nur seine Werke, er ist auch seit Jahrzehnten ein profilierter Fürsprecher und Pate des Wiesbadener kommunalen Kinos.

(Diether v. Goddenthow /Rhein-Main.Eurokunst)

Internationale Gäste beim 30. exground filmfest 17.–26. November 2017


In zwei Tagen startet die 30. Ausgabe von exground filmfest mit einem abwechslungsreichen Programm aus rund 200 internationalen Lang- und Kurzfilmen sowie zahlreichen Rahmenveranstaltungen. Ein besonderes Augenmerk liegt in diesem Jahr auf dem Film- und Kulturschaffen aus der Türkei. Rund 100 internationale Filmgäste werden in Wiesbaden sowie zu den Nachspielterminen in Darmstadt und Frankfurt erwartet und stehen für Interviews zur Verfügung.

Gäste bei exground filmfest: Paul Hipp, Zeki Demirkubuz, Claus Withopf, Jan Soldat

INTERNATIONAL
NTERNATIONAL
In der Reihe „International“ stellt US-amerikanische Schauspieler und Sänger Paul Hipp den Dokumentarfilm ALIVE IN FRANCE von Kultregisseur Abel Ferrara vor. Das spanische Musical-Drama AT YOUR DOORSTEP (CERCA DE TU CASA) von Eduard Cortés wird von Produzent Loris Omedes vertreten und der argentinische Regisseur Moroco Colman wird dem Publikum zu seinem Film WEEKEND (FIN DE SEMANA) Rede und Antwort stehen.

AMERCIAN INDEPENDENTS
Die beiden Regisseure P. David Ebersole und Todd Hughes stellen ihre packende Doku MANSFIELD 66/67 in einer Deutschland-Premiere vor, in der sie versuchen den wahren Grund für den Tod des Hollywood-Stars mit nur 34 Jahren zu klären.

FOKUS TÜRKEI
Aus dem „Fokus Türkei“ begrüßt exground filmfest eine Reihe Filmgäste, darunter Altmeister Zeki Demirkubuz, der sein neues Werk EMBER (KOR) vorstellt, sowie den Regisseur des Eröffnungsfilms THE GULF (KÖRFEZ), Emre Yeksan und den Wiesbadener Produzenten Dirk Engelhardt, die Regisseurin Ceylan Özgün Özçelik mit INFLAME (KAYGI) und den Produzenten Donat Keusch, der in einer Deutschland-Premiere die restaurierte Fassung des Klassikers YOL – THE FULL VERSION in Wiesbaden präsentiert. Auch die Regisseurin des Titelmotiv gebenden Films CLAIR OBSCUR (TEREDDÜT), Yeşim Ustaoğlu, kommt zum Festival ganauso wie der Regisseur von ALBÜM, Mehmet Can Mertoğlu, der außerdem an der Paneldiskussion „Facetten und Möglichkeiten des gegenwärtigen türkischen Kinos.“ am 25.11.2017 um 16:00 im Murnau-Filmtheater teilnehmen wird.

YOUTH DAYS
Bei den exground youth days stellt unter anderem Julia Langhof ihren Film LOMO – THE LANGUAGE OF MANY OTHERS sowie Abini Gold, deren Kurzfilm JOY vor dem Spielfilm FILTHY [ŠPÍNA] läuft und die mit Kamermann Marvin Schatz nach Wiesbaden kommt.

MADE IN GERMANY
In der Reihe „Made in Germany“ präsentiert unter anderem Regisseur Claus Withopf seinen Dokumentarfilm ANNE CLARK – I’LL WALK OUT INTO TOMORROW. Johannes F. Sievert stellt seinen Science-Fiction-Thriller REWIND vor und der gebürtige Iraner Ali Soozandeh bringt seinen Debütfilm TEHERAN TABU mit. Das Drama FREMDE TOCHTER wird von Regisseur Stephan Lacant präsentiert und Oliver Kienle kommt mit seinem Psychothriller DIE VIERHÄNDIGE nach Wiesbaden. Regisseurin Laura Lackmann stellt ihre Komödie ZWEI IM FALSCHEN FILM vor.

KURZFILME
Auch zu den Vorführungen der Kurzfilme, sei es in einem Wettbewerb oder als Vorfilme, begrüßt exground filmfest eine große Anzahl von Filmemacherinnen und Filmemachern in Wiesbaden. Darunter ist der preisgekrönte Regisseur Jan Soldat, der sein ihm gewidmetes Kurzfilmprogramm ZUCHT, ORDNUNG UND MEHR vorstellen wird. Erfreulicherweise werden auch zum Kurzfilmprogramm IRAN diverse Gäste erwartet, darunter Saman Hosseinpuor (THE MAN WHO FORGOT TO BREATHE [MARDI KE YADASH MIRAFT NAFAS BEKESHAD]), Mohammad Toriwaryan (THE SNAIL [HALEZOON]), Karim Azimi (999999999) und Behnam Afiat Talab (SLEEPWALKER [KHABGARD]).

30. exground filmfest Wiesbaden: Jubiläumsprogramm vollständig 17.–26. November 2017

logo2200 Filme aus 42 Ländern // 58 Premieren // Pressekonferenz 9.11. // Akkreditierung ab sofort möglich // Geld- und Sachpreise im Wert von 22.000 Euro

Zur Jubiläumsausgabe präsentiert exground filmfest 30 vom 17. bis 26. November ein außergewöhnliches Programm mit rund 200 unabhängig produzierten Lang- und Kurzfilmen aus 42 Ländern auf der großen Leinwand. Dem Kuratoren-Team gelang es, insgesamt 21 Welt-, fünf internationale, zwei Europapremieren und 30 Deutschland-Premieren für das Festival zu gewinnen. Ausgewählte Filme aus dem Länderschwerpunkt Türkei sind nicht nur in Wiesbaden, sondern auch in Darmstadt und Frankfurt am Main zu sehen (PM Fokus Türkei). In insgesamt sechs Wettbewerben werden Geld- und Sachpreise im Wert von rund 22.000 EUR vergeben.

Neben dem Filmprogramm öffnen die Spielstätten Caligari FilmBühne, Murnau Filmtheater, der Kulturpalast und das Kulturzentrum Schlachthof ihre Pforten für ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm aus Konzerten, Diskussionen und Partys.

Das Programmheft von exground filmfest 30 kann hier als PDF-Download heruntergeladen werden:
http://exground.com/programm/

Das komplette Programm wird Ende Oktober online auf www.exground.com erscheinen.

Kulturpreis 2016 der Landeshauptstadt Wiesbaden an Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung verliehen

v.l. Jury-Vorsitzende u. Kulturdezernentin Rose-Lore Scholz, Ernst Szebedits, Vorsitzende der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, Oberbürgermeister Sven Gerich, Stadtverordnetenvorsteherin Christa Gabriel. Foto: Diether v Goddenthow
v.l. Jury-Vorsitzende u. Kulturdezernentin Rose-Lore Scholz, Ernst Szebedits, Vorsitzender der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, Oberbürgermeister Sven Gerich, Stadtverordnetenvorsteherin Christa Gabriel. Foto: Diether v Goddenthow

Im Rahmen einer Feierstunde im Festsaal des Rathauses wurde am 21. November 2016 die Friedrich-Murnau-Stiftung mit dem Kulturpreis der Landeshauptstadt Wiesbaden für das Jahr 2016 ausgezeichnet. Den mit 5000 Euro dotierten Preis nahm für die Murnau-Stiftung deren Vorsitzender Ernst Szebedits aus den Händen von  Oberbürgermeister Sven Gerich, Kulturdezernentin Rose-Lore Scholz und Stadtverordnetenvorsteherin Christa Gabriel entgegen. Die Laudatio hielt Dr. Gottfried Langenstein, Direktor Europäische Satellitenprogramme des ZDF. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Jan-Filip Tupa (Cello) und Daniel Lorenzo (Klavier).

Oberbürgermeister Sven Gerich. Foto: Diether v Goddenthow
Oberbürgermeister Sven Gerich. Foto: Diether v Goddenthow

Oberbürgermeister Gerich zeigte sich ein wenig verwundert, weshalb die Friedrich-Murnau-Stiftung erst in diesem Jahr den Kulturpreis der Landeshauptstadt Wiesbaden erhalte, „angesichts nationalen Bedeutung dieser Einrichtung und ihrer 50-jährigen Geschichte“. Umso mehr freue es ihn, dass es nun im Jubiläumsjahr geklappt habe. Die Stadt Wiesbaden, so der Oberbürgermeister, sei dankbar und auch ein wenig Stolz darauf, dass die Murnau Stiftung in Wiesbaden beheimatet sei. Seit der Eröffnung des Deutschen Filmhauses im Jahre 2009 und die Aufnahme des öffentlichen Kinospielbetriebs im dortigen Murnau Filmtheater hätten sich die Beziehungen zwischen Murnau-Stiftung und der Stadt in hervorragender Weise vertieft und gefestigt, so Gerich.

Jury-Vorsitzende und Kulturdezernentin Rose-Lore Scholz. Foto: Diether v Goddenthow
Jury-Vorsitzende und Kulturdezernentin Rose-Lore Scholz. Foto: Diether v Goddenthow

Auf den unschätzbaren Wert der Arbeit der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung für den Erhalt des deutschen Film-Erbes, wies Jury-Vorsitzende und Kulturdezernentin Rose-Lore Scholz in ihrem Grußwort hin. Hierfür stünden Filme wie  „Metropolis“, „Das Cabinet des Dr. Caligari“ oder „Der blaue Engel“. Daneben leistet die Murnau-Stiftung mit dem seit 2009 bestehenden Filmtheater einen zentralen Beitrag für das cineastische Angebot jenseits des Mainstreams in Wiesbaden und der Region. Die Murnau-Stiftung steht wie kaum eine andere Einrichtung für die Filmstadt Wiesbaden und fördert mit ihrer Arbeit seit vielen Jahrzehnten die Filmkultur in Wiesbaden.

Dr. Gottfried Langenstein, Direktor Europäische Satellitenprogramme des ZDF. Foto: Diether v Goddenthow
Dr. Gottfried Langenstein, Direktor Europäische Satellitenprogramme des ZDF. Foto: Diether v Goddenthow

Die Erhaltung des wertvollen Filmbestandes sei vor allem ein Kampf gegen die Zeit, mahnte Laudator Dr. Gottfried Langenstein, Direktor Europäische Satellitenprogramme des ZDF , der ein Porträt des Stiftungsnamensgebers Friedrich Wilhelm Murnau, der eigentlich Friedrich Wilhelm Plumpe hieß, zeichnete. Murnau war sein Künstlername, wohl gewählt zur Abgrenzung von seinen Eltern, die weder seine Schauspiel- und Regie-Ambitionen noch seine Homosexualität akzeptieren wollten. Murnau wurde während einer Studentenaufführung vom berühmten Regisseur Max Reinhard entdeckt, nahm trotz seiner 2,10 Meter Körpergröße als Flieger am ersten Weltkrieg teil, landet wegen eines Navigationsfehlers in neutralen Schweiz, konnte dort seine Filmarbeit fortsetzen, erhielt wegen seiner Erfolge 1924 einen Ufa-Vertrag und schrieb internationale Filmgeschichte.

Schon vor wenigen Jahren sorgte die Rettung Fritz Langs Stummfilms „Metropolis“ aus den 20er Jahren für Schlagzeilen, als man in Buenos-Aires noch eine vollständige Kopie des nur noch in Fragmenten bestehenden Films entdeckte. Diese wurde dann von der Murnau-Stiftung restauriert und in Berlin 2010 während der Berlinale gezeigt.

In den 50er Jahren verwendete man Filmträger auf Nitratbasis,   ein hochbrisantes Material,  das eine höhere Sprengkraft als Schwarzpulver besitze, unter das Sprengstoffgesetz falle und vor allem die alten Filme zersetze. Die Filme würden zwar zu Lagerung und Erhalt im Film-Archiv der Murnau-Stiftung permanent heruntergekühlt. Das würde aber nicht wirklich ihren Verfall aufhalten. Um sie zu retten, müssten sie restauriert und digitalisiert werden.

Im großen Archiv von insgesamt über 6500 Filmen lagern auch sogenannte „Vorbehaltsfilme“, Propaganda-Streifen aus der Nazi-Zeit mit Titeln à la „Jud-Süß“ oder „Kolberg“ von Veit Harlan. Diese Filme, gegen deren Vorführung lange Zeit verständlicherweise Vorbehalte bestanden, könnten dank der filmpädagogisch begleitenden Arbeit der Murnau-Stiftung wieder gezeigt werden. Denn, so Langenstein, sei es  wichtig, dass junge Leute auch solche Filme sehen, um hierdurch einmal mehr den Wert der Demokratie schätzen zu lernen. Langenstein forderte vor allem auch mehr Bundesmittel für die Arbeit der Murnau-Stiftung zum Erhalt des deutschen Filmerbes mit Weltrang.

Ernst Szebedits, Vorsitzende der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung. Foto: Diether v Goddenthow
Ernst Szebedits, Vorsitzender der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung. Foto: Diether v Goddenthow

Ernst Szebedits, Vorsitzender der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, „hätte noch stundenlang zuhören können“ und dankte dem Laudator, der  Stadt Wiesbaden  und allen Mitstreitern für die bisherige Arbeit und das gemeinsam Erreichte, und hoffte, dass  „wir noch viel bewegen können“.
murnaufilmtheater360

Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
Murnaustraße 6
65189 Wiesbaden
Deutschland
Tel.: +49 611 97708-0
Fax: +49 611 97708-29
vorstand@murnau-stiftung.de
www.murnau-stiftung.de

Über die Murnaustiftung:

„Seit ihrer Gründung im Jahr 1966 setzt sich die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, eine Stiftung bürgerlichen Rechts, für den Erhalt und die Pflege eines Großteils des deutschen Filmerbes ein. Ihre einzigartigen Bestände öffentlich zugänglich zu machen, gewinnt seit Jahren an Bedeutung und wird die Arbeit auch künftig zunehmend prägen. Wichtigstes Stiftungskapital ist der einzigartige, in sich geschlossene Filmstock, der Kopien und Materialien der ehemaligen Produktionsfirmen Ufa, Universum-Film, Bavaria, Terra, Tobis und Berlin-Film – samt den damit verbundenen Rechten – aus über sechs Jahrzehnten deutscher Filmproduktion umfasst.“ mehr

Filmprogramm des Murnau-Filmtheaters

200 Lang- und Kurzfilme mit 47 Premieren beim 29. exground Filmfest vom 11. bis 20.11.2016 in Wiesbaden

cover-exgroundRund 200 Lang- und Kurzfilme aus 32 Ländern wurden in die 29. Ausgabe von exground filmfest (11. – 20.11.16) ausgewählt. Mit acht Welt-, fünf internationalen, einer Europa- und 33 Deutschland-Premieren bringt das exground filmfest in diesem Jahr erneut eine große Auswahl an Filmen abseits des Mainstreams auf die große Leinwand. In insgesamt sechs Wettbewerben werden Geld- und Sachpreise im Wert von rund 20.000 Euro vergeben.

Neben dem Filmprogramm präsentieren die Spielstätten Caligari FilmBühne, das Murnau Filmtheater und der Kulturpalast vom 11. bis 20. November außerdem ein abwechslungsreiches Programm aus zahlreichen Sonderveranstaltungen (Programm-Timetable).

Zur heutigen Pressekonferenz begrüßte Dagny Kleber (r.stehend) von links nach rechts: Rose-Lore Scholz (Kulturdezernentin), Gerald Pucher (GP Organisationsteam), Andrea Wink, Festivalleiterin und Ex-OB Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer des Kulturfonds Rhein-Main. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Zur heutigen Pressekonferenz begrüßte Dagny Kleber (r.stehend) von links nach rechts: Rose-Lore Scholz (Kulturdezernentin), Gerald Pucher (GP Organisationsteam), Andrea Wink, Festivalleiterin und Ex-OB Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer des Kulturfonds Rhein-Main. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Jarmusch, Jodorowsky, Berben – Starpower im Filmprogramm
Noch vor dem offiziellen Kinostart zeigt exground filmfest in der Reihe American Independents die beiden neuesten Werke der Ikone des US-Independent-Kinos, Jim Jarmusch: Mit PATERSON, dem bewegenden Außenseiterporträt über einen Busfahrer und heimlichen Poeten, gelingt ihm buchstäblich ein Gedicht von einem Film . Wesentlich lauter lässt es der Kultregisseur in seinem Dokumentarfilm GIMME DANGER zugehen, über Iggy Pop und seine Band „The Stooges“.

Endless Poetry. © exground filmfest 29
Endless Poetry. © exground filmfest 29

Aus Chile stammen zwei weitere Ausnahmeregisseure, deren neuen Werke in der Sektion International zu sehen sein werden: Pablo Larraín (¡NO!, EL CLUB) erzählt in NERUDA die Geschichte des Nobelpreisträgers Pablo Neruda. In ENDLESS POETRY erinnert sich Regisseur Alejandro Jodorowsky (LA DANZA DE LA REALIDAD) in einer poetischen und zugleich verrückten Reise an die Avantgarde in den 1940er- und 1950er-Jahren.

Zeigen Was man liebt. © exground filmfest 29
Zeigen Was man liebt. © exground filmfest 29

Ebenfalls auf einen wilden Trip in die Vergangenheit nimmt uns Iris Berben in ZEIGEN WAS MAN LIEBT mit. Der Dokumentarfilm von Torsten Stegmann, Frank Göhre und Borwin Richter taucht ein in die Geschichte der Filmemacher der „Münchener Gruppe“ um Klaus Lemke, Rudolf Thome und Dominik Graf. Der Film geht gemeinsam mit den übrigen fünf Produktionen der Reihe Made in Germany ins Rennen um den besten Film im neuen Wettbewerb DAS BRETT. Eine Jury aus Gefangenen der JVA Wiesbaden vergibt den mit mindestens 1.000 EUR dotierten Preis, gestiftet von „Die WERFT – Kulturbühne in der JVA Wiesbaden.“

exground filmfest verbindet – Internationale Gäste in Wiesbaden
Zahlreiche Gäste erwartet das Team von exground filmfest in diesem Jahr in Wiesbaden: In der Reihe International wird die Schauspielerin Edwarda Gurrola das mexikanische Beziehungsdrama THE PLEASURE IS MINE vorstellen. Sie spielt die Akademikerin Rita, die mit Mateo, einem Automechaniker, als Aussteiger in der Einöde lebt. Einfühlsam zeigt die Regisseurin Elisa Miller Anfang und Ende einer großen Liebe.

HORTENSIA . © exground filmfest 29
HORTENSIA . © exground filmfest 29

Aus Argentinien kommt Álvaro Urtizberea, einer der beiden Regisseure der Komödie HORTENSIA. Die gleichnamige Titelheldin entsinnt sich nach einigen Schicksalsschlägen einer Anleitung zum Glücklichsein aus ihrer Jugend: „Finde einen blonden jungen Mann“ und „Entwirf die schönsten Schuhe der Welt“.

amok. © exground filmfest 29
amok. © exground filmfest 29

Ebenfalls in der Sektion International begrüßt das Festival zwei Gäste zum mazedonischen Thriller AMOK: Regisseur Vardan Tozija bringt seinen Hauptdarsteller Martin Giorgosk mit, der im Film den skrupellosen Anführer einer Gang verkörpert. Regisseur Tozija zeichnet ein düsteres Bild von einem Land zwischen Korruption und Kriminalität.

Eine interessante Podiumsdiskussion garantieren die Gäste des hessischen Dokumentarfilms EUROPA – EIN KONTINENT ALS BEUTE über die Ursachen der europäischen Finanzkrise. Neben den beiden Regisseuren Christoph Schuch und Reiner Krausz werden auch Protagonisten an dem Panel nach dem Film teilnehmen, zum Beispiel Fabio De Masi, Mitglied des Europäischen Parlaments, und der Finanzexperte „Mister Dax“ Dirk Müller.

Starless Dreams. © exground filmfest 29
Starless Dreams. © exground filmfest 29

In der 13. Auflage der exground youth days erwartet die Zuschauer spannende Geschichten aus anderen Länder und Kulturen sowie zahlreiche Gäste: darunter zum Beispiel der iranische Regisseur Mehrdad Oskouei, der seinen vielbeachteten Dokumentarfilm STARLESS DREAMS vorstellen wird. Oskouei gelingen darin seltene Einblicke in die sonst verschlossene Welt eines iranischen „Korrektur- und Rehabilitationszentrums“ für junge Frauen.

Mellow Mud. © exground filmfest 29
Mellow Mud. © exground filmfest 29

Aus Lettland wird der Regisseur Renārs Vimba erwartet, der für seinen Spielfilm MELLOW MUD den Gläsernen Bären für den besten Jugendfilm auf der diesjährigen Berlinale gewann. Die 17-jährige Raya muss die Wirren um ihre erste Liebe mit der Verantwortung für ihren kleinen Bruder unter einen Hut bringen.

exground filmfest 29 wird von folgenden Institutionen und Unternehmen unterstützt:
(v.l.n.r.) Rose-Lore Scholz Kulturdezernentin der Landeshauptstadt Wiesbaden, Gerald Pucher vom Organisationsteam exground28, Andrea Wink, Festivalleiterin, Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer des Kulturfonds Frankfurt RheinMain zeigen auf das iranische Nummernschild der Exground-Plakatierung auf einem Linienbus von Eswe, einem der Hauptsponsoren des diesjährigen Filmfestivals. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
(v.l.n.r.) Rose-Lore Scholz Kulturdezernentin der Landeshauptstadt Wiesbaden, Gerald Pucher vom Organisationsteam exground28, Andrea Wink, Festivalleiterin, Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer des Kulturfonds Frankfurt RheinMain zeigen auf das iranische Nummernschild der Exground-Plakatierung auf einem Linienbus von Eswe, einem der Hauptsponsoren des diesjährigen Filmfestivals. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Förderer
■ Kulturamt der Landeshauptstadt Wiesbaden
■ HessenFilm und Medien
■ Kulturfonds Frankfurt RheinMain
■ Medienzentrum Wiesbaden
■ Hessische Landeszentrale für politische Bildung

Sponsoren
■ ESWE Verkehrsgesellschaft
■ Magenta TV – Fernsehproduktionsgesellschaft
■ Pille Filmgeräteverleih
■ klangBezirk
■ Renault Enders – ENDERS Automobile + Service
■ SV SparkassenVersicherung Wiesbaden
■ ergo sum
■ Weingut Udo Ott
■ fritz-kulturgüter
■ Radeberger Gruppe
■ UNITED PLANETS
■ Die Hofköche
■ Blumenladen Zaubernuss Wiesbaden
■ Palast Promotion

Kooperationspartner
■ Caligari FilmBühne
■ F.W. Murnau Stiftung
■ Kulturpalast Wiesbaden
■ Nassauischer Kunstverein Wiesbaden
■ „Die WERFT – Kulturbühne in der JVA Wiesbaden“
■ Wiesbaden Marketing
■ Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft
■ Amt für Soziale Arbeit, Abteilung Jugendarbeit: wi&you
■ longplay promotions
■ Mr. Schilling

Medienpartner
■ Wiesbadener Kurier/Verlagsgruppe Rhein Main
■ sensor/Verlagsgruppe Rhein Main
■ Journal Frankfurt

 

Murnau-Filmtheater

Aktuelles Programm im Murnau-Filmtheater

© Murnau Filmtheater
© Murnau Filmtheater

Das Wiesbadener Murnau-Filmtheater ist als Zentrum  des Filmhauses der Murnau-Stiftung und des Filmarchivs mit über 6000 Stummfilmen, Tonfilmen und Kurzfilmen aus mehr als sechs Jahrzehnten deutscher Filmproduktion ein ganz besonderer Kinospielbetrieb mit: Mit täglich wechselndem Filmangeboten hat die Öffentlichkeit hier die Möglichkeit Teile des einzigartigen und geschlossenen Filmstocks zu sehen, die – bis auf geringe Ausnahmen – ansonsten kaum mehr zu betrachten wären.

Darüber hinaus finden im Multi-Funktionsbereich des Filmtheaters  zahlreiche Veranstaltungen und Ausstellungen statt, welches auch als repräsentativer Ort für Events gemietet werden kann.

Die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung vergibt den jährlichen Murnau-Kurzfilmpreis. Mit dem Preis werden Spiel-, Dokumentar- und Animationsfilme zur Nachwuchsförderung ausgezeichnet. Der Murnau-Kurzfilmpreis, der während des Wiesbadener Exground-Filmfestes in der Caligari-Filmbühne vergeben wird, zählt bundesweit zu den begehrtesten Auszeichnungen dieser Art, da er für die FFA-Kurzfilmförderung relevant ist. In den Preisträgerlisten seit 1995 finden sich Kurzfilme von Pepe Danquart, Tyson Montgomery, Jochen Alexander Freydank, Fatih Akin und Florian Henckel von Donnersmarck. 

Weitere Höhepunkte im Murnau-Filmtheater
 Naturfilm-Nacht
 Weltfrauentag im Murnau-Filmtheater

Zu den bekanntesten Titeln des Murnauer Filmbestands  zählen unter anderem: DAS CABINET DES DR. CALIGARI (1919/20),METROPOLIS (1925/26),  DER BLAUE ENGEL (1929/30), DIE DREI VON DER TANKSTELLE (1930), MÜNCHHAUSEN (1942/43), GROSSE FREIHEIT NR.7(1943/44).

Preise und Reservierungen

  • Eintritt  6 € (Normalpreis), 5 € (ermäßigt)
  • bei Filmen mit Überlänge werden  1 € und bei 3D-Filmen 2 € auf den Normal- bzw. Ermäßigungs-Preis aufgeschlagen.
  • Reservierung (Mo – Fr, 10 – 12 Uhr)
    Carmen Prokopiak, Telefon 0611 – 97708-41
    Email: filmtheater@murnau-stiftung.de

Adresse
Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
(
Filmhaus und Murnau-Filmtheater)
Murnaustraße 6
65189 Wiesbaden
Deutschland
Tel.: +49 611 97708-0
Fax: +49 611 97708-29
Email: filmtheater@murnau-stiftung.de
Anfahrtskizze hier