Kategorie-Archiv: SAM – Stadtmuseum am Markt

Archäologie-Jahr in Hessen widmet sich vom 10. März bis 31.12.2022 den Kelten mit Sonderausstellungen, Mitmachaktionen, Exkursionen und Vorträgen

Ausschnitt aus dem Gruppenbild aller am Projekt „Keltenland Hessen“ aktiv Beteiligter während der Auftaktveranstaltung am 4.08.2021 im Innenhof der Trinkkuranlage Bad Nauheim: In der ersten Reihe v.li.: Angela Dorn, Kunst- und Wissenschaftsministerin, dann hockend:Dr. Vera Rupp, Direktorin der Keltenwelt Glauberg und Sabine Philipp M.A.. Direktorin SAM Wiesbaden. In der hinteren Reihe v.li.: Prof. Dr. Udo Recker, Landesarchäologe von Hessen, Peter Krank, erster Stadtverordneter und Kulturdezernent  Bad Nauheim, Dr. Frank Verse, Direktor des Vonderau Museums Fulda, Dr. Karl-F. Rittershofer, Präsident der Archäologischen Gesellschaft in Hessen, Dr. Wolfgang David, Direktor des Archäologischen Museums Frankfurt.-v.r.: Stephan Medschinski , Wetterauer Archäologische Gesellschaft Glauberg, Dr. Daniel Burger-Völlmecke, Kurator Sammlung Nassauischer Altertümer, Sammlungsbereich Archäologie. © Foto Diether v. Goddenthow
Ausschnitt aus dem Gruppenbild aller am Projekt „Keltenland Hessen“ aktiv Beteiligter während der Auftaktveranstaltung am 4.08.2021 im Innenhof der Trinkkuranlage Bad Nauheim: In der ersten Reihe v.li.: Angela Dorn, Kunst- und Wissenschaftsministerin, dann hockend:Dr. Vera Rupp, Direktorin der Keltenwelt Glauberg und Sabine Philipp M.A.. Direktorin SAM Wiesbaden. In der hinteren Reihe v.li.: Prof. Dr. Udo Recker, Landesarchäologe von Hessen, Peter Krank, erster Stadtverordneter und Kulturdezernent Bad Nauheim, Dr. Frank Verse, Direktor des Vonderau Museums Fulda, Dr. Karl-F. Rittershofer, Präsident der Archäologischen Gesellschaft in Hessen, Dr. Wolfgang David, Direktor des Archäologischen Museums Frankfurt.-v.r.: Stephan Medschinski , Wetterauer Archäologische Gesellschaft Glauberg, Dr. Daniel Burger-Völlmecke, Kurator Sammlung Nassauischer Altertümer, Sammlungsbereich Archäologie. © Foto Diether v. Goddenthow

2022 findet das erste große Archäologie-Jahr in Hessen statt. Für das Projekt „KELTEN LAND HESSEN – Archäologische Spuren im Herzen Europas“ arbeiten Museen, Landesarchäologie, Stadt- und Kreisarchäologie, Forschungseinrichtungen und Vereine zusammen, um das reiche kulturelle Erbe der Kelten in Hessen sichtbar zu machen. Am 4. August 2021, ein halbes Jahr vor dem Start, informierten in Bad Nauheim Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn und die Beteiligten die Öffentlichkeit über das einzigartige landesweite Keltenprojekt vom 10. März bis 31.12.2022.

Ein halbes Jahr vor dem Start des ersten großen Archäologie-Jahres in Hessen informierten die Beteiligten gemeinsam mit Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn (am Pult) im Konzertsaal der Bad Nauheimer Trinkkuranlage die Öffentlichkeit über das Projekt. © Foto Diether v. Goddenthow
Ein halbes Jahr vor dem Start des ersten großen Archäologie-Jahres in Hessen informierten die Beteiligten gemeinsam mit Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn (am Pult) im Konzertsaal der Bad Nauheimer Trinkkuranlage die Öffentlichkeit über das Projekt. © Foto Diether v. Goddenthow

Zudem berichteten Projektpartner an zahlreichen Infotischen über ihre Themen und zeigten eine Auswahl an originalen Fundobjekten. Die Archäologische Restaurierungswerkstatt des Landesamt für Denkmalpflege zeigte Beispiele aus ihrer laufenden Restaurierungsarbeit keltischer Fundstücke für die geplanten Ausstellungen.

Begrüßung

Dr. Vera Rupp, Direktorin der Keltenwelt Glauberg © Foto Diether v. Goddenthow
Dr. Vera Rupp, Direktorin der Keltenwelt Glauberg © Foto Diether v. Goddenthow

Dr. Vera Rupp, Direktorin der Keltenwelt Glauberg, begrüßte gemeinsam mit Peter Krank, Erster Stadtrat und Kulturdezernent der Stadt Bad Nauheim, die Beteiligten des Keltenjahres und zahlreiche Gäste. Dabei machte die maßgebliche Initiatorin des Keltenprojektes einmal mehr deutlich, dass sämtliche Veranstaltungen im kommenden Jahr  unter das Label „Keltenland Hessen – archäologische Spuren im Herzen Europas“ gestellt wurden, um ganz gezielt den Blick auf die bewegte Zeit zwischen 800 vor Christus und den Beginn der Römerzeit am Ende des ersten Jahrhunderts vor Christus zu lenken. Bereits vor drei Jahren beschlossen auf Anregung der Keltenwelt Glauberg hessische Museen, Vereine, Institutionen und zahlreiche ehrenamtlich in der Archäologie Tätige das gemeinsame Kelten-Projekt. Coronabedingt wurde das Keltenjahr dann jedoch um ein Jahr verschoben. Doch die Motivation habe darunter keinesfalls gelitten, im Gegenteil: Die Museumsleute brennen darauf, nach Zeiten des Lockdowns endlich wieder Besucher begrüßen zu dürfen und freuen sich auf das Keltenjahr 2022. Zahlreiche Aktionen seien  geplant, darunter Exkursionen, Ausstellungen, Vorträge und Mitmachaktionen für jeden Geschmack und Alter.

Zu den wichtigsten Projekt-Partnern, so die Keltenwelt-Direktorin, gehören neben den Museen   die „Archäologische Gesellschaft in Hessen“ mit sehr vielen Mitgliedern sowie die Wetterauer Archäologische Gesellschaft Glauberg mit ihrem „Keltenmobil“. Das Keltenmobil werde auch im kommenden Jahr mit von der Partie sein, „und mit ihrem bewährten Vermittlungsprogramm Schulen besuchen“. Das Keltenmobil der Wetterauer Archäologischen Gesellschaft sei das einzige Projekt dieser Art in Hessen, „das mobil ist, und in die Schulen fährt, und dort eben Archäologie und Geschichte vermittelt und ein wenig Werbung für Besuche in Museen und Kultureinrichtungen mache“, so Dr. Vera Rupp.

Programm-Highlights

Auf Infotafeln und -tischen informierten die Museen über ihre Programmschwerpunkte zum Projektjahr Keltenland Hessen. © Foto Heike v. Goddenthow
Auf Infotafeln und -tischen informierten die Museen über ihre Programmschwerpunkte zum Projektjahr Keltenland Hessen. © Foto Heike v. Goddenthow

Neben den geplanten drei zentralen Veranstaltungen in der Keltenwelt Glauberg (Eine neue Zeit beginnt), im Archäologischen Museum Frankfurt (Kelten in Hessen?) und im Vonderau Museum Fulda (Eisen verändert die Welt), wird es auch zahlreiche Präsentationen und Sonderausstellungen in anderen hessischen Museen geben. Beispielsweise plant das Vordertaunusmuseum in Oberursel  die Sonderausstellung „Spuren aus keltischer Zeit im Hochtaunuskreis“ und zum Heide-Oppidum.  Zeiteninsel – Archäologisches Freilichtmuseum Marburger Land verspricht „ die Eisenzeit zum Anfassen“ mit Rekonstruktionen von Haus, Hof und Gärten in Originalgröße. Das Museum Bensheim beteiligt sich mit der Sonderausstellung „Die Kelten an der Bergstrasse“ und das Oberhessische Museum Gießen stellt in den Fokus seiner Ausstellung „Gold im Grab“ das bekannte Muschenheimer Schwert mit seinen spektakulären Goldresten aus der frühen Eisenzeit.  Die Städte und  Kreise Offenbach, Hanau und  Main-Kinzig-Kreis werden mit der Wanderausstellung „Mit dem Spaten ins Feld“ unterwegs sein.

Bronzener Schmuckanhänger des Pferdegeschirrs aus Hofheim. © Foto P. Odvody, hessenArchäologie, Außenstelle Darmstadt.
Bronzener Schmuckanhänger des Pferdegeschirrs aus Hofheim. © Foto P. Odvody, hessenArchäologie, Außenstelle Darmstadt.

Das Wiesbadener Stadtmuseum (SAM) wird von Anfang März bis Mitte August 2022 mit der Sonderausstellung „Hessen im Spannungsfeld der Kulturen“ an die keltischen Wurzeln Wiesbadens in römisch-germanischer Zeit erinnern. Das SAM wird zeigen, wie das Aufeinandertreffen von keltisch, germanisch und römisch geprägten Bevölkerungsteilen in der latènezeitlich geprägten Welt um 50 v. Chr. ein Prozess angestoßen wurde, aus dem neue kulturelle Formen und Traditionen entstanden,  so Dr. Daniel Burger-Völlmecke, Kurator Sammlung Nassauischer Altertümer, Sammlungsbereich Archäologie.

Bad Nauheimer Kelten betrieben größte vorindustrielle Saline Europas

Peter Krank, erster Stadtverordneter und Kulturdezernent  Bad Nauheim. © Foto Diether v. Goddenthow
Peter Krank, erster Stadtverordneter und Kulturdezernent Bad Nauheim. © Foto Diether v. Goddenthow

Wenig bekannt sei auch, dass Bad Nauheim nicht nur Jugendstil- und Sprudel-Bad, sondern auch Keltenstadt sei, weswegen er stolz sei, dass die Kick-off-Veranstaltung des Keltenjahres in Bad Nauheim stattfände, so Kulturdezernent Peter Krank bei seiner Begrüßung. Neben einem Rundweg auf den Spuren der Kelten in Bad Nauheim mit Infotafeln, gibt es einen Keltenpavillon am Gradierwerk I mit einem rekonstruiertem keltischen Siedeofen, Text- und Infotafeln sowie einen Film zum Thema „Keltische Saline“. Im dritten und zweiten Jahrhundert vor Christus haben die Kelten am Ufer der Usa auf der Länge von mehr als einem Kilometer die größte zeitgenössische Saline Europas betrieben. Obgleich die Kelten keine schriftlichen Zeugnisse hinterließen, sei ihr Tun durch archäologische Funde ausreichend belegt: Man fand beispielsweise flache gepflasterte Becken, in denen schwach salzhaltige Sole durch Verdunstung konzentrierte wurde, um den Siedeprozess zu verkürzen. Auch belegten tonnenweise Scherben von nach dem Sieden zerschlagenen Tongefäßen  den Umfang der keltischen   Salzgewinnung.

Europaweite Vernetzung frühkeltischer und mediterraner Kulturen

Angela Dorn, Kunst- und Wissenschaftsministerin. © Foto Heike v. Goddenthow
Angela Dorn, Kunst- und Wissenschaftsministerin. © Foto Heike v. Goddenthow

Kunst- und Wissenschaftsministerin Angela Dorn unterstrich in ihrem Grußwort mit Blick auf Bad Nauheim nochmals die Bedeutung der keltischen Salzgewinnung in Bad Nauheim. „Die Kelten geben der Wissenschaft bis heute Rätsel auf, da sie keine schriftlichen Zeugnisse hinterlassen haben. Wir wissen aber – unter anderem aus den Funden auf dem Glauberg –, dass schon die frühkeltischen Kulturen in Europa untereinander und mit den mediterranen Kulturen vernetzt waren“, erklärt Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. „Die Archäologinnen und Archäologen haben die faszinierende, aber auch oft kleinteilige und zeitintensive Aufgabe, die Vergangenheit anhand der Ausgrabungsergebnisse zu rekonstruieren. Viele Thesen werden im Verlaufe der Forschungen aufgestellt und verworfen, neue Funde können ein ganz anderes Bild ergeben: So ist Wissenschaft. Möglichst viele Menschen in diese Arbeit mit hineinzunehmen, das macht für mich den ganz besonderen Reiz dieses Archäologie- Jahres aus. Es ist eine einmalige Gelegenheit, die reiche Fund- und Forschungslandschaft Hessens für Klein und Groß erlebbar zu machen und vermeintlich Bekanntes aus einer neuen Perspektive zu entdecken.“

Erstmals ein archäologisches Thema  hessenweit im Fokus 

Prof. Dr. Udo Recker, Landesarchäologe von Hessen, © Foto Heike v. Goddenthow
Prof. Dr. Udo Recker, Landesarchäologe von Hessen, © Foto Heike v. Goddenthow

Prof. Dr. Udo Recker, Landesarchäologe von Hessen unterstrich: Mit dem Projekt „Keltenland Hessen – Archäologische Spuren im Herzen Europas“ finden zahlreiche wissenschaftliche Vorhaben in gewisser Weise ein Ende. Gleichzeitig weise das Projekt aber auch in die Zukunft. „Dass wir wissenschaftliche Ergebnisse in Museen präsentieren ist jetzt nichts Außergewöhnliches. Das ist der klassische Auftrag eines Museums, das zu tun und die breite Öffentlichkeit zu informieren. Dass wir das fokussiert auf das Thema Kelten tun, und dass wir das in dieser Breite tun, und dass wir uns praktisch im ganzen Land mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten dem Thema nähern, das ist neu. Das ist das erste Mal der Fall. Und das ist, glaube ich auch, ganz gut gelungen, und das ist ganz toll“, weil es auch die Bedeutung und das Interesse aller an einem solchen Projekt einmal mehr unterstreiche, so der Landesarchäologe in seinem Grußwort.

Kelten seien die Menschen der Eisenzeit

Dr. Frank Verse, Direktor des Vonderau Museums Fulda. © Foto Diether v. Goddenthow
Dr. Frank Verse, Direktor des Vonderau Museums Fulda. © Foto Diether v. Goddenthow

In seiner Einführung ins  „Keltenjahr“ machte Dr. Frank Verse, Direktor des Vonderau Museums Fulda, deutlich, dass es sich bei den Kelten nicht um eine eingewanderte Bevölkerungsgruppe handele: „Mit den Kelten wird die Bevölkerung der Eisenzeit, also die Bevölkerung des 8. bis 1. Jahrhunderts vor Christus, in Verbindung gebracht. Eisen bzw. Eisenerz, komme in der Natur deutlich häufiger vor als Kupfer und Zinn, den Metallen, aus denen Bronze legiert werde. „Dadurch ließ sich Eisen für die damalige Bevölkerung wesentlich leichter und in erheblich größeren Umfang beschaffen, was natürlich auch unmittelbare Auswirkungen auf die Herstellung von Waffen oder eisernen Geräte, und damit letztlich auch auf die Entwicklung der Kultur der Eisenzeit gehabt habe, so Dr. Frank Verse. Die Bedeutung dieses  technologischen Wandels in der Eisenzeit für die Kulturentwicklung machte der Museumsdirektor an einem Beispiel deutlich:
„Noch in der Bronzezeit wurde mit hölzernen Pflügen der Boden bestellt. Und erst in der Eisenzeit kommt der metallene Pflug, die eiserne Pflugschar dazu. Der eiserne Pflug, bzw. der Pflug mit eiserner Schar, ist natürlich deutlich stabiler gewesen, so dass sie wesentlich größere Flächen pro Tag annehmen konnten, und gleichzeitig auch schlechtere Böden bearbeitet werden konnten. Dies führte wiederum zu einer Steigerung des Ertrags und bildete die Grundlage für die Bildung größerer Ansiedlungen. Diese größeren Ansiedlungen mit Menschenansammlungen führten natürlich wiederum dazu, dass mehr Eisen benötigt wurde, und auch mehr Salz zur Konservierung von Lebensmitteln, um auf diese Weise eine Ernährungssicherheit herzustellen. Dies wiederum führte  zur Herausbildung früher Wirtschaftszentren wie hier etwa in Bad Nauheim zur Salzgewinnung oder im Bereich des Lahn-Tals zur Eisenproduktion“, erläuterte der Dr. Frank Verse.
Anhand dieses Beispiels ließe sich doch auch der Keltenbegriff grob erklären, nämlich „dass wir es bei den Kelten nicht mit einer neu eingewanderten Personengruppe zu tun haben, sondern, dass wir es mit einem materiellen und kulturellen Wandel zu tun haben, der im Wesentlichen durch die Eisentechnologie angestoßen wurde“, so Dr. Frank Verse . Dabei gäbe es innerhalb Hessens – mit einem erheblichen Nord-Südgefälle behaftet – deutliche regionale Unterschiede.

Keltenfest am Glauberg - © Foto Diether v. Goddenthow
Keltenfest am Glauberg – © Foto Diether v. Goddenthow

Wandel zur Eisenzeit vergleichbar mit digitalem Wandel
Man habe es zu Beginn der Eisenzeit  mit derselben Menschengruppe zu tun, wie am Ende der Bronzezeit, so der Museumsdirektor. Das belegten auch die Gräberfelder, die einfach am Übergang dieser Zeit Grenzen durchlaufen. Das mache aber die Beschäftigung mit der Eisenzeit umso spannender, „weil es auch deutliche Parallelen zu unserer Gesellschaft der Gegenwart gibt. Wir selber leben am Anfang des digitalen Zeitalters, und erleben bereits jetzt wie sehr diese neue Technik unser Lebens- und Arbeitsumfeld bereits nach wenigen Jahrzehnten umgeändert hat. Auch unsere Kultur befindet sich – ähnlich wie die in der eisenzeitlichen Bevölkerung – in einem starken Umbruch“, so Dr. Frank Verse.

Es ist aber auch kein Zufall, dass sich die Forschung immer wieder mit der Eisenzeit und damit mit den Kelten beschäftigt hat. Das Land Hessen ist dabei besonders gut aufgestellt, da es mit der Keltenwelt am Glauberg sowohl über ein eigenes Spezialmuseum verfügt, also auch mit dem Forschungszentrum eine entsprechende Forschungseinrichtung zu dieser Zeit besitzt. Und es wurde schon erwähnt: Es ist auch tatsächlich das einzige im Bereich der Denkmalpflege mit diesem ausschließlichen Forschungsauftrag, was für die Entwicklung sehr wichtig ist.

Info-Tisch der Restaurierungswerkstatt des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen mit Beispielen ihrer laufenden Restaurierungsarbeiten keltischer Fundstücke.  © Foto Heike v. Goddenthow
Info-Tisch der Restaurierungswerkstatt des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen mit Beispielen ihrer laufenden Restaurierungsarbeiten keltischer Fundstücke. © Foto Heike v. Goddenthow

Neben dem Glauberg mit der berühmten Statue eines Keltenfürsten sind der Dünsberg bei Wetzlar, der Altkönig und das Heidetränk-Oppidum im Taunus oder die Milseburg in der Rhön weitere bedeutende Zeugen keltischer Kultur in Hessen.
(Diether v. Goddenthow)

Informationen
Das Archäologie-Jahr umfasst Sonderausstellungen, Führungen, Mitmach-Aktionen und Vorträge vielerorts in Hessen. Der Veranstaltungskalender wird digital auf www.keltenland-hessen.de, Instagram und Facebook sowie gedruckt u.a. bei den Projektpartnerinnen und -partnern vor Ort zur Verfügung gestellt. Zudem wird es ein Begleitbuch zum Keltenjahr 2022 geben.

www.keltenland-hessen.de

Projektbüro
KELTENWELT AM GLAUBERG
Achäologisches Landesmuseum Hessen
Am Glauberg 1
63695 Glauburg
E-Mail: kontakt@keltenland-hessen.de

„Fatal genial – Ludwig-Hohlwein (1874-1949)“ – SAM Stadtmuseum Wiesbaden ehrt Erfinder des künstlerischen Werbe-Plakats

sam - Stadtmuseum am Markt im historischen Marktkeller am Dern'schen Gelände. © Foto Diether v. Goddenthow
sam – Stadtmuseum am Markt im historischen Marktkeller am Dern’schen Gelände. © Foto Diether v. Goddenthow

Auch das sam – Stadtmuseum am Markt in Wiesbaden ist nach derzeitigem Kenntnisstand bis zum 10. Januar 2021 geschlossen. Bereits begonnene Ausstellungsvorhaben wurden nun trotzdem fertig gestellt.

Zur Wiedereröffnung im kommenden Jahr ist zum einen die Sonderausstellung „Fatal genial – Ludwig-Hohlwein (1874-1949)“ zu sehen. Zum anderen hat die Schatzkammer im Marktkeller eine gestalterische Veränderung erfahren und zeigt als erste Präsentation im neuen Gewand die Ausstellung „Bei Licht besehen – Geweihleuchter aus der Sammlung Nassauischer Altertümer“.

„Fatal genial – Ludwig-Hohlwein (1874-1949)“

hohlwein-olympia-plakat1936Ludwig Hohlwein, geboren am 27. Juli 1874 in Wiesbaden, gilt als einer der großen Erfinder des künstlerischen Werbe-Plakats in Deutschland und Modernisierer der
frisch entdeckten Reklame-Kunst. 1899 ließ er sich in München als Maler, Möbeldesigner und Plakatkünstler nieder. Hohlwein erlangte erste Berühmtheit durch
seine Tiergemälde auf der Großen Berliner Kunstausstellung 1905 und avancierte vom Malerfürst zum Reklame-Gott. Er schuf zahlreiche Stil-Ikonen und prägte wie kein anderer Produktmarken renommierter Firmen. Zusammen revolutionierten sie die Werbegrafik und das Verpackungsdesign, wofür er bis heute berühmt ist. Schon vor 1933
stellte er seine Kunst jedoch auch in den Dienst faschistischer Propaganda. Seiner Geburtsstadt Wiesbaden blieb er zeitlebens durch Aufträge verbunden.

Mit dieser Ausstellung ehrt und beleuchtet das Stadtmuseum Wiesbaden erstmals die Entwicklung und internationale Bedeutung des Verpackungsdesigns dieses genialen Künstlers und wohl ersten Grafiker Ludwig Hohlwein- Mit seinen Werk schrieb er Marken- und Werbegeschichte. Mit zahlreichen Exponaten erinnert die Ausstellung an einen Mann, der vermutlich bis heute einer der prominentesten Söhne dieser Stadt geblieben ist – eine Künstlerpersönlichkeit des 20. Jahrhunderts, die viele Widersprüche in sich vereint.
Detaillierte Infos und Flyer über: Fatal genial – Ludwig-Hohlwein (1874-1949)

SAM – Stadtmuseum am Markt Wiesbaden

Jubiläumsausstellung im SAM „70 Jahre Künstlergruppe50 Wiesbaden 1950 bis 2020″

logo-jubilaeumVom 4. bis 27. September 2020 zeigt die Jubiläumsausstellung der Künstlergruppe50 Wiesbaden mit Malerei, Grafik, Fotokunst, Plastik und Installationen einen Abriss des vielfältigen Schaffens seiner Mitglieder und Mitgliederinnen im „sam – Stadtmuseum am Markt

Namensgebend für die Künstlergruppe50 ist das Jahr ihrer Gründung. 1950 taten sich Wiesbadener Künstlerinnen und Künstler zusammen, um – nachdem die Fesseln der NS-Diktatur abgelegt waren – künstlerisch frei arbeiten zu können. Gründungsmitglieder waren Christa Moering (1916 bis 2013) und der Maler Heinz-Rudi Müller (1919 bis 1992), die beide von Vincent Weber, dem langjährigen Direktor der Wiesbadener Werkkunstschule, ausgebildet wurden.

Ziel der Gruppe war und ist es jedoch nicht, einer gemeinsamen Leitlinie zu folgen, sondern sich gegenseitig auszutauschen, anzuregen und die eigene Individualität beizubehalten. So finden sich innerhalb der Gruppe unterschiedlichste Techniken wieder: Malerei, Grafik, Fotokunst, Plastik und Installationen. So vielseitig verspricht auch die Sonderausstellung im Marktkeller zu werden, die von der Galerie Nero, Susanne Kiessling, kuratiert wird. Der Eintritt in die Ausstellung ist kostenlos möglich.

Eröffnung am 3. September im kleinen Rahmen

Auf Grund der Corona-bedingten Verordnungen kann die Eröffnung am 3. September nur mit einer begrenzten Teilnehmerzahl und auch nur mit angemeldeten Teilnehmern stattfinden. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Einladungskarte. Hierzu noch der Hinweis, dass die ersten beiden Zeit-Intervalle bereits ausgebucht sind, was auch an der Gruppengröße der Künstlergruppe liegt. Anmeldungen daher bitte nur noch ab 19 Uhr, wir bitten um Ihr Verständnis.

Während der Ausstellungszeit werden die Grußworte der Eröffnung, die Einführung in die Ausstellung des Kunsthistorikers Dr. Peter Lodermeyer sowie der Trailer des Dokumentarfilms über die Künstlergruppe50 Wiesbaden von Stella Tinbergen den Besucherinnen und Besuchern auf unserer Leinwand zur Verfügung stehen.

Weitere Informationen unter https://www.wiesbaden.de/microsite/sam/ausstellungen/content/kuenstlergruppe-50.php

Begleitprogramm zur Ausstellung

  • Stephan Wiesehöfer, ehemals Redakteur des ZDF, ruft im Stadtmuseum das Stadtgespräch ins Leben.
  • 8. September 2020, 18 Uhr – Stadtgespräch im sam mit Ricarda Peters und Roman R. Eichhorn
  • 15. September 2020, 18 Uhr – Stadtgespräch im sam mit Horst Reichard und Titus Grab
  • 22. September 2020, 18 Uhr – Stadtgespräch im sam mit Petra von Breitenbach und Tom Sommerlatte

Weitere Informationen und Details zum Begleitprogramm finden Sie hier

SAM Wiesbaden präsentiert verborgene Schätze aus Frühgeschichte, Römerzeit und Frühmittelalter der Sammlung nassauischer Altertümer

Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums zeigt das Stadtmuseum die Sonderausstellung "Eine Schatz-Insel für die Sammlung Nassauischer Altertümer" vom 15. Juli 2020 bis 15. Juli 2021 mit herausragenden  Objektne. © Foto: Diether v. Goddenthow
Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums zeigt das Stadtmuseum die Sonderausstellung „Eine Schatz-Insel für die Sammlung Nassauischer Altertümer“ vom 15. Juli 2020 bis 15. Juli 2021 mit herausragenden Objektne. © Foto: Diether v. Goddenthow

Endlich dürfen die „Alten Schätze“ der Sammlung Nassauer Altertümer nach und nach wieder ans Licht der Öffentlichkeit, seit sie in den 1990er Jahren der konzeptionellen Profilbildung des Hessischen Landes-Museums Wiesbaden zum Opfer fielen und in Depots verschwanden. Damit bestand die Gefahr, dass die 340 000 Exponate der SNA drohten, gänzlich aus dem öffentlichen Blickfeld  zu fallen. Denn es sei tatsächlich so, dass Dinge, „wenn man sie nicht sieht, auch in Vergessenheit geraten“ betonte Museumdirektorin Dr. Sabine Philipp bei ihrer Begrüßung von Vorstands-Mitgliedern des Fördervereins Stadtmuseum, des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung e.V. sowie von Vertretern des Hessischen Ministeriums für Kunst und Wissenschaft und der Stadt Wiesbaden anlässlich der coronabedingt nicht öffentlichen Ausstellungs-Eröffnung am 15. Juli 2020 im Wiesbadener sam-Stadtmuseum am Markt.

Bügelfibel 5. bis 7. Jh. n. Chr. Fundort: Oberlahnstein 1885. © Foto: Diether v. Goddenthow
Bügelfibel 5. bis 7. Jh. n. Chr. Fundort: Oberlahnstein 1885. © Foto: Diether v. Goddenthow

Es war Frau Dr. Sabine Philipps Idee, das 100jährige Jubiläum der Sammlung zum Anlass zu nehmen, mit einer Reihe Sonderausstellungen auf die Geschichte und Bedeutung der SNA hinzuweisen. Das sei so kurzfristig nur möglich gewesen, so die Museumsdirektorin, da seit 1. Mai Dr. Daniel Burger-Völlmecke das sam -Team unterstützt. Er hat Ausstellung konzipiert und kuratiert: die Objektauswahl getroffen und Texte verfasst. Der neue wissenschaftliche sam -Mitarbeiter ist Archäologe, Frühgeschichtler und insbesondere Römerspezialist und wechselte von der Goethe-Universität Frankfurt nach Wiesbaden.

Dr. Rolf Faber, Ltd. Ministerialrat a.D., Vorsitzender des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung e. V. © Foto: Diether v. Goddenthow
Dr. Rolf Faber, Ltd. Ministerialrat a.D., Vorsitzender des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung e. V. © Foto: Diether v. Goddenthow

In seinem Grußwort dankte der Vorsitzender des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung e. V. Dr. Rolf Faber, Ltd. Ministerialrat a.D., der Museumsdirektorin und ihrem sam -Team ganz herzlich, „für die Initiative, die Sie ergriffen haben, die ‚Alten Schätze‘ verstärkt wieder ans Licht zu rücken“. Dr. Faber wies zugleich einmal mehr darauf hin, dass der 1812 gegründete Verein für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung e.V. Deutschlands ältester Geschichtsverein ist und von Anbeginn an eng mit der Sammlung Nassauischer Altertümer verbunden war. Es sei unbegreiflich, so Faber fortfahrend, dass eine so renommierte Sammlung von internationalem Ruf, die in einem eigenen Museumsflügel auf drei Etagen präsentiert und unzähligen Schülergenerationen Geschichte begreifbarer gemacht habe, einfach aus dem Museum genommen wurde und untergehen konnte und „bis heute in Magazinen liegt, und nicht in einem Museum untergekommen ist“, obgleich damals alles hierfür da war: „Das Grundstück war da. Es war auch das Geld da – 30 Millionen waren damals vorhanden. Und dann ist das Ganze abgesagt worden“, ärgert sich Faber. Eigentlich habe ja das Land Hessen, welches im Vertrag die Aufsicht hatte, darauf bestanden, „dass ein großes Museum für die Sammlung gebaut wird, nachdem die Sammlung wieder an die Stadt Wiesbaden zurück übertragen worden ist. Leider ist das alles nicht verwirklicht worden aus politischen Gründen“, erinnert sich Faber und fügt hinzu, „dass alle diejenigen, die sich mit der Vergangenheit unseres Landes beschäftigen, eigentlich gar nicht verstehen können, dass wir in einer solchen Stadt kein ansprechendes Museum haben, das die Schätze zeigt“. Das Interesse der Wiesbadener an ihrer Geschichte sei riesig, das zeigten auch die stets bestens ausgebuchten Vorträge im Hessischen Hauptstaats-Archiv, insbesondere, wenn die renommierte Wiesbadener Archäologin Dr. Margot Klee zum Thema „Wiesbaden in der Römerzeit“ spreche, „ dann ist das Haus gesprengt“, so Faber.

Exponate aus der Eisenzeit, zirka 6. bis 5. Jh. v. Chr. © Foto: Diether v. Goddenthow
Exponate aus der Eisenzeit, zirka 6. bis 5. Jh. v. Chr. © Foto: Diether v. Goddenthow

Deswegen sei es gut, aus Anlass des 100jährigen Jubiläums „auf diese Sammlung hinzuweisen, und zu zeigen, was eben gesammelt worden ist, und welche Schätze da sind“. Wie man am Beispiel der fast 2.000 Jahre alten bronzenen Tür, die jahrelang in unserem Depot lagerte, und nun nach Mainz gegangen ist, sehe, greife man auf die international renommierte Sammlung Nassauischer Altertümer zurück. Aber manchmal, so der Vereinsvorsitzende, müsse eingestanden werden: „Nein, wir wissen gar nicht, wo etwas ist, in welchem Magazin!“. Das sei, gelinde gesagt, „eigentlich blamabel für eine solche Stadt wie Wiesbaden!“. Es ist katastrophal wie diese Sammlung behandelt worden ist. Aber „wir vom Verein konnten nichts machen“, da die Erneuerungsaktion vom Land Hessen damals abgedeckt war, bedauerte der Vereinsvorsitzende, betonte aber: „Lasst uns aber lieber in die Zukunft schauen“.

sam-Museumdirektorin Dr. Sabine Philipp © Foto: Diether v. Goddenthow
sam-Museumdirektorin Dr. Sabine Philipp © Foto: Diether v. Goddenthow

Diese Zukunft, mit dem Wunschziel, bis 2030 das neue Museum für die SNA realisiert zu haben, hat nun begonnen mit der Sonder-Ausstellung „Eine Schatz-Insel für die Sammlung Nassauischer Altertümer“. Präsentiert wird eine feine Auswahl außergewöhnlicher Objekte von der Frühgeschichte über die Römer bis zum frühen Mittelalter. Dies sei der erste Schritt, so Dr. Philipp. „Nächstes Jahr wollen wir dann anknüpfen mit dem zweiten Obergeschoss, welches damals im Museum Wiesbaden dem Kunsthandwerk und Alltagsgegenständen gewidmet war. So dass man nach und nach eine Ahnung bekommt, was damals auch zu sehen war, und was wir immer noch haben“, so die Museumsdirektorin.

Impression der Sonderausstellung "Eine Schatz-Insel für die Sammlung Nassauischer Altertümer" vom 15. Juli 2020 bis 15. Juli 2021.© Foto: Diether v. Goddenthow
Impression der Sonderausstellung „Eine Schatz-Insel für die Sammlung Nassauischer Altertümer“ vom 15. Juli 2020 bis 15. Juli 2021.© Foto: Diether v. Goddenthow

Auch wäre es wichtig, dass die Objekte nicht nur der breiten Öffentlichkeit, sondern auch der wissenschaftlichen Forschung zugänglich gemacht würden. Regelmäßige Leihanfragen aus dem In- und Ausland belegten die Bedeutung der Sammlung. Viele herausragende Museen kämen bei der Konzeption von Sonderausstellungen nicht ohne Fundstücke der SNA aus. Zahlreiche Exponate befänden sich als Leihgabe in Dauerausstellungen großer Häuser, das uns noch einmal mehr bestätigt, „was für herausragende Schätze wir haben“, erläuterte Dr. Philipp. Aber das stelle das sam -Team zugleich auch vor ganz praktische Herausforderungen, da man an den Großteil der Sammlungsgegenstände gar nicht heran käme. Diese befänden sich nämlich immer noch weitestgehend im selben Zustand, wie sie vor 10 Jahren in Kisten verpackt wurden, beklagte die Museumsdirektorin. In den vergangenen 10 Jahren seien von den rund 340 000 Sammlungsgegenständen erst gerade mal 10 Prozent digital erfasst worden. Die Stücke seien einzeln fotografiert, digital erfasst und mit neuen Inventarnummern versehen worden, um sie in der Datenbank schnell wieder finden zu können, so Dr. Philipp. Das heißt: Um die gesamten Objekte auch der wissenschaftlichen Forschung besser und schneller zugänglich machen zu können, müsste eine Großinventarisierung stattfinden und hierzu ein Digitalisierungsprojekt angestoßen werden. Dies würde sich, von der Öffentlichkeit unbemerkt, im Hintergrund abspielen. Umso wichtiger sei es auf der anderen Seite, „immer wieder Ausstellungen und Führungen wie die jetzige SNA-Sonderausstellung „zu machen, um auf die Sammlung hinzuweisen.“

(Diether v. Goddenthow /Rhein-Main.Eurokunst )

Ort:
sam160sam – Stadtmuseum am Markt
Eingang Dern’sches Gelände

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr und Donnerstag von 11 bis 20 Uhr.
Für den Besuch im Stadtmuseum gelten die allgemeinen Hygieneverordnungen (Mund-Nasen-Schutz, Abstandshaltung).

 

Weiterführende Informationen: zur Geschichte der SNA und aktuellen Ausstellung „Eine Schatz-Insel für die Sammlung Nassauischer Altertümer“

Grußwort von  Axel Imholz, Kulturdezernent und Kämmerer der Landeshauptstadt Wiesbaden

 

Eröffnung der Ausstellung „Stadt – Jugend – Stil. Lebensreform in Wiesbaden“

lebensreformGestern Abend wurde im Wiesbadener Stadtmuseum am Markt (SAM) die Ausstellung „Stadt – Jugend – Stil. Lebensreform in Wiesbaden“ feierlich von Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende, Kulturdezernent Axel Imholz und Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer Kulturfonds Frankfurt RheinMain gemeinsam mit dem SAM-Team unter Leitung von Direktorin Dr. Vera Philipp eröffnet. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Sebastian Reckert mit klassischen Werken auf der Glasharmonikasoli.

Da Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende etwas später eintraf wegen der zur gleichen Zeit stattfindenden Ehrung des Kunstmäzens Friedrich Wolfgang Neess mit der Georg August Zinn-Medaille durch Ministerpräsident Volker Bouffier im Landesmuseum, eröffnete Kulturdezernent Axel Imholz im SAM den Grußwortreigen, und hob sogleich  Ferdinand Wolfgang Neess Jugendstil-Sammlung als Spiritus rectus auch dieser Ausstellung im SAM hervor: Da Ferdinand Wolfgang Neess dem Museum Wiesbaden so eine wunderbare Jugendstil-Ausstellung gestiftet habe, habe das Kulturamt der Landeshauptstadt Wiesbaden und das Hessische Landesmuseum Wiesbaden anlässlich der damaligen Ausstellungs-Eröffnung das Jahr des Jugendstils ins Leben gerufen, eins, das nicht mit dem Kalender Jahr identisch ist, sondern vom Juni 2019 bis zum Juni 2020 reicht, so Imholz.

Kulturdezernent und Stadtkämmerer Axel Imholz. © Foto: Diether v Goddenthow
Kulturdezernent und Stadtkämmerer Axel Imholz. © Foto: Diether v Goddenthow

Da ganz viele Kulturinstitutionen mit unterschiedlichen Kunstrichtungen sich an der inhaltlichen Gestaltung des Wiesbadener Jugendstiljahrs beteiligten, so Imholz weiter, haben „wir ein breitgefächertes Kulturprogramm im Jahr des Jugendstils, darunter: klassische Ausstellungen, historische Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Filme usw. Es ist für jeden Geschmack etwas dabei, wobei das Verbindende die Beschäftigung mit dem Thema Jugendstil ist. Ein wichtiger Beitrag zum Jugendstiljahr sei die jetzt im SAM präsentierte Ausstellung „Stadt – Jugend – Stil. Lebensreform in Wiesbaden, wobei das SAM – im Unterschied zu anderen Jugendstilprojekten – den Blick auf einen anderen Aspekt richte, nämlich auf die Frage: „Was hat der Jugendstil in der Stadtgesellschaft von Wiesbaden in dieser Zeit für eine Bedeutung gehabt, und vielleicht auch noch heute. Das ist der Fokus der Ausstellung, die wir heute eröffnen.“, so Imholz.

Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende. In der ersten Reihe v. r. Dr. Helmut Müller,Geschäftsführer Kulturfonds Frankfurt RheinMain, Kulturdezerent Axel Imholz,, Kuratorin Dr. Vera Klewitz und Direktorin Dr. Vera Philipp im historischen Marktkeller. © Foto: Diether v Goddenthow
Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (li). In der ersten Reihe (v. r.) Dr. Helmut Müller,Geschäftsführer Kulturfonds Frankfurt RheinMain, Kulturdezerent Axel Imholz,, Kuratorin Dr. Vera Klewitz und Direktorin Dr. Vera Philipp im historischen Marktkeller. © Foto: Diether v Goddenthow

Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende unterstrich, dass es „die erste große Sonderausstellung der relativ jungen Stiftung Stadtmuseum unter Leitung von Frau Direktorin Dr. Vera Philipp“ sei, und zugleich die größte und aufwendigste. „Ich finde, das Stadtmuseum nimmt damit einen Stellenwert ein als Forum für Geschichte der Gegenwart und Zukunft der Stadt Wiesbaden. Hier wird Geschichte lebendig gemacht“, so der Oberbürgermeister, der von Hause aus Historiker ist und somit mit solchen Historiken eng vertraut. Eine solch gute Präsentation sei nicht nur schön, sondern einfach wichtig, um auch jungen Menschen den Zugang zu unserer Geschichte zu erleichtern, wozu ansehen und anschauen dazu gehöre, ebenso, eine sehr sinnliche Erfahrung von Dingen zu erleben. Und das liefere auch die neue Ausstellung, so der Oberbürgermeister.

Kunst ist mehr als der Tischschmuck einer Gesellschaft

Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer Kulturfonds Frankfurt RheinMain. © Foto: Diether v Goddenthow
Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer Kulturfonds Frankfurt RheinMain. © Foto: Diether v Goddenthow

Wiesbaden sei bislang immer als eine Stadt des Historismus wahrgenommen worden. Die „Debatte war so stark, dass man an Jugendstil gar nicht oder nur ganz wenig gedacht hat“, was sich erst mit der Schenkung Neess, sozusagen als Startschuss, Wiesbaden auch als Jugendstilstadt zu sehen, geändert habe, erläuterte Dr. Helmut Müller. Das Jahr des Jugendstils mit seinen vielfältigen Angeboten, wozu auch diese Ausstellung „Lebensreform“ gehöre, sei eine Einladung, die Stadt neu zu entdecken und mit anderen Augen zu sehen. „Der besondere Wert dieser Ausstellung oder der besondere Ansatz liegt darin, zu zeigen, dass Kunst nicht nur der Tischschmuck einer Gesellschaft ist, sondern der Ausdruck eines Lebensgefühls, welches sich an Veränderungen einer Gesellschaft breit macht“, so Dr. Müller. Mit dem Ende einer bislang monarchistisch geprägten Gesellschaftsordnung gegen Ende des vorvorherigen Jahrhunderts seien ganz viele neue Bewegungen, eben auch die Jugendbewegung entstanden, die in der Kunst mit einer wirklich enormen Wucht aufgeschlagen sei und weit über die Jahrhundertwende hinaus gewirkt habe. Beispielsweise könne man im München das Lenbachhaus diese heftigen, mitunter völlig verschiedenen und doch parallel verlaufenden Strömungen und Umbrüche von einem zum anderen Zimmer selbst erleben: Sei man durch die Zimmer des Malerfürsten Lenbach gegangen, befände man sich eine Tür weiter in der „Modernen“. „Da sieht man“, so Müller, „wie zum selben Zeitpunkt eine unterschiedliche Ästhetik in einer Stadt, in einer Region da war, wie man sie sich unterschiedlicher nicht vorstellen kann. Und man bekommt auch eine Idee dafür, was welche Kraft in solchen (Jugenstil-)Strömungen stecke, und in Wiesbaden sei das genauso. Diese Ausstellung hier stelle genau diesen Weg her zwischen einer Kunstbetrachtung von Objekten (Bildern, Objekten, Skulpturen, Büchern) und einen Blick darauf zu richten, „welchen gesellschaftlichen Impact eine solche Veränderung hat, und vor allem, wie weit so etwas bis heute wirken kann“, so Müller.

Wir brauchen mehr Platz!

Direktorin Dr. Vera Philipp.© Foto: Diether v Goddenthow
Direktorin Dr. Vera Philipp.© Foto: Diether v Goddenthow

Dr. Sabine Philipp sagte, dass man bei der Erforschung des Jugendstils der Lebensreformer der damaligen Zeit in Wiesbaden auf fruchtbaren Boden gestoßen sei. „Das ist uns ein Auftrag, aber auch eine Wonne, sich mit so einer noch unbearbeiteten Zeit auseinander zu setzen, und das der breiten Öffentlichkeit eben ergänzend zu den wunderbaren anderen Veranstaltungen, die angesprochen wurden und die auch noch weiter entstehen werden, zeigen zu dürfen“. Die Direktorin dankte den Festrednern, den Sponsoren und vor allem ihrem Team, abschließend mit Blümchen und erläuterte kurz den Rahmen und Ansatz der Ausstellung, die den Spuren der Lebensreform im „Weltkurbad“ in den Jahren zwischen 1880 und 1932 auf den Grund gehe. Vor allem gäbe es ein großes Begleit- und Vermittlungsprogramm, und man arbeite auch noch am Ausstellungskatalog. Zudem ging die Direktorin auch auf „die“ Zahlen ein, machte deutlich, wie viel Arbeit in  Ausstellungen dieser Art stecke, obwohl dies   auf den ersten Blick kaum erkennbar sei. Sie  deutete zudem an, dass das SAM ein wenig zu eng sei, und man eigentlich mehr Platz benötige. Stadtkämmerer Axel Imholz als auch Oberbürgermeister  Gert-Uwe Mende hatten in ihren Grußworten bereits signalisiert, sich für die Sicherung der finanziellen Rahmenbedingungen weiterer Ausstellungsprojekte in den städtischen Gremien einsetzen zu wollen.

Lebensreform –  die Sehnsucht nach mehr Natur

Dr. Vera Klewitz, wissenschaftliche Konzeption. © Foto: Diether v Goddenthow
Dr. Vera Klewitz, wissenschaftliche Konzeption. © Foto: Diether v Goddenthow

Dr. Vera Klewitz, zuständig für die wissenschaftliche Konzeption, führte in die Ausstellung mit der Frage ein „Was Lebensreformbewegung“ bedeute, um dann auf die vielfältigen Auswirkungen und Strömungen der Lebensreform sowie der speziellen Sicht und Rezeption des Jugendstils in Wiesbaden zu sprechen zu kommen. Das alles kann man nun ausschnittweise im historischen Marktkeller am Dern‘schen Gelände nachschauen und erkunden, etwa wie die Wiesbadener Bürgergesellschaft Ende des 19. Jhd. und zu Beginn des 20. Jhd. die neuen Strömungen, Ideen und Impulse veränderter Lebensvisionen der Reformbewegung(en) vor allem aus den deutschsprachigen Zentren des Jugendstils Wien, Berlin, Weimar und Darmstadt aufgenommen und ins Geschäftsleben und die Alltagskultur integriert hat.

Jugendstil und Lebensreform – stünden für die Sehnsucht nach mehr Natur in der Kultur, für ein gesünderes Leben und mehr Freude am Körper. Der Nackte Körper sei Körperideal gewesen, so Klewitz. Die Hinwendung zur Natur habe insbesondere auch im Bereich der Gesundheit zu großen Veränderungen geführt. So wurden in Wiesbaden ein vegetarisches Restaurant und neue Erholungs- und Sportanlagen eröffnet.

Raus in die Natur - Nacktheit wurde bei den Lebensreformern zum neuen Körperideal.© Foto: Diether v Goddenthow
Raus in die Natur – Nacktheit wurde bei den Lebensreformern zum neuen Körperideal.© Foto: Diether v Goddenthow

In Neubauten wie dem Hauptbahnhof (1906), dem Kurhaus (1907) und dem städtischen Kaiser-Friedrich-Bad (1913) wurden dem historistischen Geschmack Kaiser Wilhelms II. zum Trotz Details oder auch ganze Räume im Jugendstil integriert. Die Stadt krönte ihre Glanzzeit mit einer stolzen Selbstdarstellung, der Ausstellung für Handwerk und Gewerbe, Kunst und Gartenbau im Jahr 1909. Die „Weltausstellung im Kleinformat“ lockte über eine Million Besucher an. Lange her? Nicht so sehr. Manches sei wohlerhalten, vieles wäre im historischen Gedächtnis verankert oder präge die Stadt noch heute. Darunter seien auch gebaute Zeugnisse, zum Beispiel die Trauerhalle auf dem Südfriedhof (1909), die vom Wiesbadener Jugendstilkünstler Hans Völcker ausgemalt wurde sowie das 1921 eröffnete Luft- und Lichtbad, das nach wie vor beliebte „Lufti“ Unter den Eichen.

Unter den Alltagszeugnissen sind Souvenirs wie ein Taschenmesser mit Ansichten von Wiesbaden, eine launig illustrierte Speisekarte und Fotos von Elisabeth Groitzsch mit ihren Patientinnen: Nach dem Tod ihres Mannes arbeitetet sie als Masseurin – nicht selbstverständlich für eine Frau um 1900, so Klewitz. .
Wie es in einer Pressemeldung heißt stammen historische Zeugnisse und Exponate aus den Sammlungen der Stiftung Stadtmuseum und einiger institutioneller wie privater Leihgeber. Sie sind kurz und eingängig in einem kostenlosen Exponat-Heft erklärt, das in deutscher und englischer Sprache erhältlich ist.
Mitmach-Stationen wie ein Mustergenerator oder eine Stereoskop-Apparatur laden ein, selbst kreativ zu werden beziehungsweise in ein Wiesbaden um die Wende zum 20. Jahrhundert einzutauchen. Ein vielseitiges Workshop- und Führungsangebot spricht explizit Schulklassen und Gruppen an.

Ausstellungs-Impression der Ausstellung „Stadt – Jugend – Stil. Lebensreform in Wiesbaden“  vom 23.10.2019 - 8.03.2020 © Foto: Diether v Goddenthow
Ausstellungs-Impression der Ausstellung „Stadt – Jugend – Stil. Lebensreform in Wiesbaden“ vom 23.10.2019 – 8.03.2020 © Foto: Diether v Goddenthow

 

Begleitprogramm

Das Begleitprogramm lässt die Themen der damaligen Zeit lebendig werden: Im Museum eröffnet am Mittwoch, 27. Oktober, um 11 Uhr der Salon Jugendstil. Am Dienstag, 12. November, lädt die Wiesbadener Traditionsfirma F. Ad. Müller und Söhne ins „sam – Stadtmuseum am Markt“ ein, live dabei zu sein, wenn ihre Erfindung – das Reformauge – ein besonders lebensechtes, trag- und haltbares Glasauge, angefertigt wird. Bei einem Reform-Menü kann die Lebensreform auch außerhalb im Restaurant Les Deux Dienstbach erschmeckt werden. Jugendstil und Lebensreform werden dank des „sam – Stadtmuseum am Markt“ mit allen Sinnen erfahrbar.

Das für die Ausstellung verantwortliche SAM-Team
Die Wissenschaftliche Konzeption leitet Dr. Vera Klewitz, für das Austellungsmanagement und die PR sind Carolin Falk, Eva Köhler, Antje Stöhr, und Stephan Wiesehöfer zuständig und die Museumspädagogik und Vermittlung leiten Nicole Weidel und Sabine Weber. Die Gesamtleitung trägt Sabine Philipp, die Gestaltung haben Jochen Hunger und Britta Speer von Jochen Hunger Museum and exhibition design übernommen und das Ausstellungsdesign ist von Sandra Di Maria.

Informationen zu diesen und vielen weiteren Veranstaltungen gibt es im Ausstellungs-Flyer sowie – immer aktuell – auf der Homepage des Stadtmuseums www.wiesbaden.de/sam oder unter der Telefonnummer: (0611) 44750060

Die Ausstellung „Stadt – Jugend – Stil. Lebensreform in Wiesbaden“ ist vom Mittwoch, 23. Oktober, bis zum Sonntag, 8. März 2020,

Ort: 
„sam – Stadtmuseum am Markt“, Marktplatz 3, zu sehen.

Öffnungszeiten der Ausstellung sind von Dienstag bis Donnerstag von 11 bis 17 Uhr.
Der Eintritt kostet 6 Euro, ermäßigte Karten erhält man für 4 Euro, inklusive Exponat-Heft.

 

„Gemischte Gefühle“ – inklusive Ausstellung im Wiesbadener Stadtmuseum am Markt (sam) zu 60 Jahre IFB

Höhepunkt der 60-Jahr-Feier: „Gemischte Gefühle“ – eine Gruppenausstellung von Menschen mit und ohne Behinderung im sam . Ausstellungs-Impression. ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Höhepunkt der 60-Jahr-Feier: „Gemischte Gefühle“ – eine Gruppenausstellung von Menschen mit und ohne Behinderung im sam . Ausstellungs-Impression. © Foto: Diether v Goddenthow

Es würde wohl selbst kundigen Laien kaum auffallen, wenn ihnen einige der Werke aus der jetzt im Wiesbadener sam noch bis zum 30. September 2019 gezeigten IFB-Ausstellung „Gemischte Gefühle“ in Museen und Galerien als hochpreisige zeitgenössische Kunst begegnen würden. Denn, und da möge sich ein jeder selbst ein Bild darüber machen, sind die – von Menschen mit und ohne Behinderungen – als Höhepunkt der 60-Jahr-IFB-Feier gezeigten Werke von einer solch hohen Qualität, dass eben die Unterscheidung zu Arbeiten zu manch professionellem Künstler zeitgenössischer Kunst recht schwer fallen dürfte.

Ausstellungs-Impression. ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Ausstellungs-Impression. © Foto: Diether v Goddenthow

Die  Kunst eines jeden gezeigten Künstlers des Jubiläumsprojektes der IFB  ist sehr individuell von naiv bis avantgardistisch , wobei jedoch alle Arbeiten eines miteinander verbindet: „es geht um den Menschen und seine Gefühle. Es geht um gegenseitige Menschlichkeit und Offenheit für ein vielfältigeres Zusammenleben!“ wie es in einer Pressemeldung heißt.  Sozialdezernent Christoph Manjura betonte auf der Jubiläumsveranstaltung am 11. September 2019 im sam,  stolz darauf zu sein,  Schirmherr dieser Ausstellung sein zu dürfen. Das Kunstprojekt zum 60jährigen Jubiläum der IFB mit 60 verschiedenen Künstlern setze genau da an und führe „der Gesellschaft das eigentlich Offensichtliche erneut vor Augen: Menschen mit Beeinträchtigungen haben die gleichen Chancen verdient wie alle anderen auch“, so der Sozialdezernent.

Ausstellungs-Impression. ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Ausstellungs-Impression. © Foto: Diether v Goddenthow

Anlass der Ausstellung „Gemischte Gefühle – eine Gruppenausstellung von Menschen mit und ohne Behinderung“ ist das Jubiläum der IFB-Stiftung, die in diesem Jahr 60 Jahre gelebte Inklusion feiert. 1959 als private Elterninitiative in Wiesbaden gegründet, begleitet, unterstützt und fördert die Organisation in 65 Einrichtungen heute mehr als 2.500 Betroffene und ihre Angehörigen. Seit 60 Jahren stehen Menschen mit besonderen Bedürfnissen und ihre Gefühle im Fokus der Stiftung mit dem Ziel, ihre Lebensbedingungen in jeder Lebensphase zu verbessern.
„Wir blicken auf 60 Jahre gelebte Inklusion und unermüdliche Hilfe zurück. Dabei haben wir uns stets weiterentwickelt. Gemäß unserer fünf Werte ‚ Vertrauen – Innovation – Verbindlichkeit – Chancengleichheit – Fairness‘ haben wir in den nächsten Jahren noch sehr viel vor“, sagte Wolfgang Groh, Vorstandsvorsitzender der IFB-Stiftung bei der Jubiläumsfeier am 11. September vor zahlreichen Gästen im sam.

Wolfgang Groh, Vorstandsvorsitzender der IFB-Stiftung, bei der Vernissage anlässlich der Jubiläumsfeierlichkeiten. ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Wolfgang Groh, Vorstandsvorsitzender der IFB-Stiftung, bei der Vernissage anlässlich der Jubiläumsfeierlichkeiten. © Foto: Diether v Goddenthow

Bilder können erworben werden:
Preislisten der Positionen liegen im Stadtmuseum am Markt (sam) aus. Interessenten wenden sich an info@ifb-stiftung.de. Der Verkauf erfolgt nach Vermittlung des Kontaktes direkt über den Künstler, wobei die IFB-Stiftung eine Spende erhält. Zeitgleich wird es Führungen und Workshops für Kindergärten, Schulklassen und Kinder geben.

Weitere Informationen: https://60jahreifb.de/
www.ifb-stiftung.de
www.ifb-gruppe.de
www.facebook.com/IFB-Stiftung
www.instagram.com/ifbstiftung

Löwenmut-Projekt auf der Lumen-Terrasse über dem sam-Marktkeller

Auf der Lumen-Terrasse über dem sam-Marktkeller. Links: Mit 2000 Kinderbüchern eingedeckt: die interaktive Kunstinstallation @home der Schweizer Künstlerin und Kinderhospiz Löwenmut-Botschafterin Piroska Szönye. ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Auf der Lumen-Terrasse über dem sam-Marktkeller. Links: Mit 2000 Kinderbüchern eingedeckt: die interaktive Kunstinstallation @home der Schweizer Künstlerin und Kinderhospiz Löwenmut-Botschafterin Piroska Szönye. © Foto: Diether v Goddenthow

Auf dem Dern’schen Gelände ist nach zweiwöchigem Aufbau die interaktive Kunstinstallation @home der Schweizer Künstlerin und Kinderhospiz Löwenmut-Botschafterin Piroska Szönye entstanden. Dort wurden vom rund 2.000 Kinderbücher auf der Fassade eines schlichten Holzhauses befestigt. Damit möchte die Künstlerin auf das Tabuthema von sterbenden und schwerstkranken Kindern aufmerksam machen. Das kleine Haus als Ort von Geborgenheit, Sicherheit und Schutz wird bis Weihnachten dem Wetter ausgesetzt sein. Das Zerfleddern und Ausbleichen der Seiten symbolisiert hierbei die Vergänglichkeit.

Eine Ausstellung will wachrütteln über den „Weg der Sinti und Roma“, jetzt im SAM Wiesbaden zu sehen

Mobile Ausstellung "Der Weg der Sinti und Roma" vom 30. Mai bis 24. Juni 2018 im Wiesbadener Stadtmuseum am Markt (SAM). © Foto: Diether v. Goddenthow
Mobile Ausstellung „Der Weg der Sinti und Roma“ vom 30. Mai bis 24. Juni 2018 im Wiesbadener Stadtmuseum am Markt (SAM). © Foto: Diether v. Goddenthow

Die Wanderausstellung „Der Weg der Sinti und Roma“ –  im Stadtmuseum (SAM) Wiesbaden eröffnet.
Im Rahmen der „Wiesbadener Kulturwochen gegen Antiziganismus“ eröffneten gestern Abend Oberbürgermeister Seven Gerich, Sabine Philipp, Direktorin Stiftung Stadtmuseum und Adam Strauß vom Landesverband Sinti und Roma in Hessen, die Wanderausstellung „Der Weg der Sinti und Roma“.  Christiano Gitano und seine Musiker begleiteten die Veranstaltung mit den Rhythmen der Sinti-Musik à la „Schnuckenack“ Reinhardt und –Django Reinhardt. Dr. Udo Engbring-Romag erläuterte in seiner Kuratoren-Führung die Stationen der Ausstellung.

Sabine Philipp begrüßt die Gäste. © Foto: Diether v. Goddenthow
Sabine Philipp begrüßt die Gäste. © Foto: Diether v. Goddenthow

Die Ausstellung „Der Weg der Sinti und Roma“ ist das Ergebnis langjähriger Arbeit des Landesverbandes der deutschen Sinti und Roma in Hessen. Die Ausstellung erklärt, woher Sinti und Roma kommen und wie lange sie schon im deutschsprachigen Raum leben. Im Zentrum stehen die jahrhundertealten Vorurteile gegenüber Sinti und Roma. Bereits zu Beginn der Neuzeit vor 500 Jahren wurden Sinti und Roma als „Zigeuner“ stigmatisiert und diskriminiert, mit schrecklichen Folgen für die Betroffenen. Klischees und Vorurteile wurden über die Jahrhunderte in Kunst und Literatur tradiert und hielten sich hartnäckig.

Wie es im Begleitprospekt heißt, wurde die Ausstellung „Weg der Sinti und Roma ..“ erstmals im Dezember 2015 der Öffentlichkeit vorgestellt. Sie wurde herausgegeben von Adam Strauß und konzipiert, gestaltet und getextet von Udo Engbring-Romag. Die Wanderausstellung umfasst 37 Rollup-Tafeln. Das erste Drittel der Tafeln zeigt „Zigeuner“-Bilder und Verfolgungsgeschichten aus der Zeit vor 1933.Die Ausstellung macht dazu Aussagen zu kulturellen Traditionen der Sinti und Roma.
Der zweite Teil gibt eine ganz knappe Übersicht über den NS-Vökermord und sein Folgen. Der dritte Teil zeigt die Kontinuität des Antiziganismus und vor allem auch den Kampf gegen Antiziganismus und für eine Anerkennung als Minderheit.

Kurator Dr. Udo Engring-Romang führt fachkundig und anschaulich durch die einzelnen Stationen der Ausstellung. © Foto: Diether v. Goddenthow
Kurator Dr. Udo Engring-Romang führt fachkundig und anschaulich durch die einzelnen Stationen der Ausstellung. © Foto: Diether v. Goddenthow

Der Tiefpunkt der Verfolgungsgeschichte der Sinti und Roma war der Völkermord durch die Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg. Doch auch nach dem Krieg endete die Diskriminierung gegenüber den Überlebenden nicht. Lange mussten sie um Anerkennung kämpfen. Die Ausstellung thematisiert auch die Anfänge in der Bürgerrechtsbewegung, als Sinti und Roma organisiert damit begannen, sich gegen die fortgesetzte Ungerechtigkeit zu wehren. Obwohl sie Erfolge erzielen konnten, beispielsweise die späte Anerkennung des Völkermordes im Zweiten Weltkrieg im Jahre 1982, sind die „Zigeuner“-Bilder noch immer in den Köpfen der Menschen präsent. In Presse, Film, Fernsehen und der Popmusik finden sich auch heute noch so zahlreiche Beispiele, dass man beinahe von einem kulturellen Code sprechen kann, der Sinti und Roma zu „Zigeunern“ macht und ihnen unterstellt, anders und schlecht zu sein.

Christiano Gitano (Gitarre) mit Musikern sorgten für den richtigen Swing. © Foto: Diether v. Goddenthow
Christiano Gitano (Gitarre) mit Musikern sorgten für den richtigen Swing. © Foto: Diether v. Goddenthow

Mit der Sonderausstellung „Der Weg der Sinti und Roma“ möchte das „sam – Stadtmuseum am Markt“ einen Beitrag zur Aufklärungsarbeit leisten. Vorurteile und Klischees können nicht in Frage gestellt werden, wenn kritisches Wissen fehlt. Gerade in den heutigen Zeiten – vor dem Hintergrund der politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in Deutschland und Europa – ist es enorm wichtig, populistischem Gedankengut entgegenzuwirken.

Dies setzt das „sam – Stadtmuseum am Markt“ auf unterschiedlichen Wegen um. Damit gezielt jüngere Menschen angesprochen werden, bietet das Museum zusammen mit dem Landesverband eine Schulung für Schüler im Vorfeld der Ausstellungseröffnung an. Die Schüler lernen hier, wie sie ihre Mitschüler durch die Ausstellung führen können. Angenommen haben das Projekt Schüler der Helene-Lange-Schule sowie des Campus Klarenthal.

Ausstellungs-Impression. © Foto: Diether v. Goddenthow
Ausstellungs-Impression. © Foto: Diether v. Goddenthow

Im Begleitprogramm der Ausstellung findet sich ein musikalischer Mittag. Mitglieder des Romeo Franz Ensemble werden am 10. Juni am Museumsbrunnen mit Swing und Jazz aufwarten. Das Museum möchte die Gelegenheit nutzen, um auf den musikalischen Beitrag von Sinti und Roma zur deutschen und europäischen Kultur hinzuweisen.

Ein weiteres Highlight im Rahmenprogramm ist ein Filmabend. Am 12. Juni zeigt das sam den Film „Bis zum Ende der Welt“, der einen aktuellen Bezug zur Thematik der Ausstellung herstellt, indem er antiziganistische Denkmuster und ihre Folgen thematisiert. Im Anschluss können interessierte Besucher und Zuschauer gemeinsam im sam über das Gesehene diskutieren und sich austauschen.

Eingang ins unterirdische Stadtmuseum am Markt (Dern'sches Gelände). © Foto: Diether v. Goddenthow
Eingang ins unterirdische Stadtmuseum am Markt (Dern’sches Gelände). © Foto: Diether v. Goddenthow

Führungen durch die Ausstellung können auf Anfrage gebucht werden. Einen festen Termin hierfür wird es am Abend des 19. Juni geben. Bei Fragen und Buchungswünschen: stadtmuseum@wiesbaden.de.  Weitere Infos: Stadtmuseum am Markt (SAM) Wiesbaden,  Am Dern’schen Gelände!

 

Wiesbadener Kulturwochen gegen Antiziganismus vom 29. Mai bis 22. Juni 2018

„Tag der offenen Tür“ im Stadtmuseum Wiesbaden am 6. Januar 2018

© atelier-goddenthow Foto: Diether v. Goddenthow
© atelier-goddenthow, Foto: Diether v. Goddenthow

Am kommenden Samstag, 6. Januar, lädt das „sam – Stadtmuseum am Markt“ – wie an jedem ersten Samstag im Monat – Groß und Klein bei kostenfreiem Eintritt zum Besuch des Museums und zu zwei Führungen ein.

Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren können die Kinderausstellung „Die spinnen, die Mattiaker!“, betreut vom erfahrenen Museumspädagogen Marcus Resch, erleben. Die Kinder können mit Playmobil das zivile römische Leben in Wiesbaden nachspielen, malen oder Rundmühle spielen. Fragen rund um das Thema Römer dürfen natürlich gestellt werden. Die Erwachsenen können währenddessen die Dauerausstellung oder die Sonderausstellung ansehen. Die Kinderbetreuung ist von 11 bis 14 Uhr besetzt.

Um 14 Uhr erwartet die erwachsenen Besucher, begleitet durch Marcus Resch, die neue Sonderausstellung „Impulse – Nassau im Spannungsfeld der Konfessionen“. Wer sich für Geschichte und Religion in unserer Region interessiert, ist hier genau richtig: Warum war die prima diviso im Jahre 1255 im Hause Nassau so entscheidend? Wie gingen die daraus entstehenden Hauptlinien mit der neuen Glaubenslehre um? Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer tauchen in die Glaubenswelt des Spätmittelalters ein; sie begegnen Wilhelm dem Schweiger und lernen die hohe Schule Herborn, die Nassauische Union und das Wiesbadener Kirchenbauprogramm näher kennen. Die Führung dauert 45 bis 60 Minuten.

Stadtmuseum feiert am 10. September ersten Geburtstag mit „Tag der offenen Tür“

Eingang des Stadtmuseums im historischen Marktkeller unter dem Dernschen Gelände. Foto: Diether v. Goddenthow
Eingang des Stadtmuseums im historischen Marktkeller am Dernschen Gelände. Foto: Diether v. Goddenthow

Am Wochenende 9. bis 11. September des vergangenen Jahres wurde in Wiesbaden das „sam-Stadtmuseum am Markt“ eröffnet. Daran erinnert das „sam“ in diesem Jahr mit einem „Tag der offenen Tür“ am Sonntag, 10. September. Bei freiem Eintritt können die Besucherinnen und Besucher nicht nur die laufenden Ausstellungen kennenlernen, sondern erleben ein Programm für Jung und Alt, das gezielte Veranstaltungen im historischen Marktkeller beinhaltet.

Schon der Rahmen scheint gut gewählt: Am 10. September wird national der „Tag des offenen Denkmals“ gefeiert. Seit mehreren Jahren findet deshalb auf dem Dernschen Gelände und dem Schlossplatz der „Tag des rollenden Kulturguts“ statt. Oldtimerfreunde präsentieren rund um das Wiesbadener Rathaus ihre schönsten und ältesten Fahrzeuge. In direkter Nachbarschaft hatte bereits im letzten Jahr das „sam-Stadtmuseum am Markt“ ebenfalls den Denkmal-Tag mit einem Familientag gefeiert – und war von über 2000 Wiesbadenerinnen und Wiesbadenern besucht worden.

sna-schatzkammerDas Motto des diesjährigen „Tag des offenen Denkmals“ lautet „Macht und Pracht“. Zu beidem hat der Marktkeller einiges zu bieten: Die Sonderausstellung „Görlitz – Wiederauferstehung eines Denkmals“ präsentiert in den Bildern des Dresdner Fotografen Professor Jörg Schöner die ganze Pracht der Renaissance- und Barockstadt an der Neiße, dem größten zusammenhängenden Denkmalgebiet in Deutschland. Die Ausstellung ist noch bis zum 24. September im Stadtmuseum zu sehen.

Was das Thema „Macht“ angeht, so nimmt das Team des Stadtmuseums die Römische Geschichte der hessischen Landeshauptstadt in den Fokus und hat sich dabei Unterstützung geholt: Der ausgebildete Limes-Cicerone Marcus Resch wird sich dem Thema „Macht und Pracht bei den Römern“ zuwenden. Am 10. September wird er ab 11 Uhr im sam sein und die Fragen der Besucher beantworten. Vorführungen zu seinem Thema finden um 12 und um 14 Uhr an seinem Stand statt. Was erwartet die Besucher? Macht bedeutet auch, heilen zu können, also den Segen der Götter auf seiner Seite zu wissen. Wie in Wiesbaden viele Weihesteine belegen, war Aquae Mattiacorum ein Zentrum der römischen Medizin in der germanischen Provinz. Aber wie sah die römische Medizin aus im Vergleich mit der normalen antiken Welt? Wo lagen ihre Vorteile, ihre Organisation und ihre Wurzeln? Was von ihr konnte sich in die Gegenwart retten und was ging verloren? Diesen Fragen wird in den Vorträgen auf den Zahn gefühlt.

Und für Diejenigen, die etwas mehr zum Thema „Macht und Herrschaft“ in Wiesbaden wissen wollen bietet Museumspädagogin Sabine Weber um 15.30 Uhr eine Führung zum Thema an. Die Tour geht quer durch alle zeitgeschichtlichen Epochen unserer Stadt. Ob römische Prunkdolchscheide, der spätmittelalterliche Wappenstein, die hölzerne Stadtkasse mit enormen Ausmaßen – jedes Objekt hat seinen Betrachtern eine Menge zu erzählen.

Übrigens wurden das „sam-Stadtmuseum am Markt“ und seine Gestalterinnen für die Ausstellung „Wiesbadens Lieblingsstücke“ erst jüngst als eine der Gewinner des „iconic award“ 2017 ausgezeichnet. Das „sam“ ist nun sogar nominiert für den „Deutschen Design Preis“ 2017. Wer also bis jetzt keine Zeit hatte, das Stadtmuseum im historischen Marktkeller zu besuchen, kann das am 10. September gut nachholen.

Eröffnungsfeier mit Ehrengästen für Wiesbadener „sam – Stadtmuseum am Markt“ – Am 11.09.16 großes öffentliches Eröffnungsfest.

(vli) Dr. Bernd Blisch (rücken), Staatssekretär Ingmar Jung, Kulturdezernentin Rose-Lore Scholz und Oberbürgermeister Sven Gerich durchschneiden das Band. Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture
(vli) Dr. Bernd Blisch (rücken), Staatssekretär Ingmar Jung, Kulturdezernentin Rose-Lore Scholz und Oberbürgermeister Sven Gerich durchschneiden das Band. Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture

Bei herrlichstem Wetter wurde am 09.September 2016 das neue Wiesbadener“Stadtmuseum am Markt – sam“ von Kulturdezernentin Rose-Lore Scholz, Oberbürgermeister Sven Gerich, dem kommissarischen Direktor des Stadtmuseums Wiesbaden Dr. Bernd Blisch und Staatssekretär des Hessischen Wissenschafts- und Kunstministeriums Ingmar Jung mit 250 Ehrengästen feierlich eröffnet.

Zum ersten Mal konnte die "Schatzkammer" des Museums, Exponate aus der Sammlung Nassauer Altertümer, besichtigt werden. Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture
Zum ersten Mal konnte die „Schatzkammer“ des Museums, Exponate aus der Sammlung Nassauer Altertümer, besichtigt werden. Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture

Die Eröffnungsfeierlichkeiten  mit Grußworten, Reden, der Übergabe von kleineren Geschenken an die Paten der „Wiesbadener Lieblingsstücke“ (Sammlerstücke) sowie die Durchtrennung des Bandes als Symbol für die Eröffnung wurden per Bildschirm auch nach außen übertragen, so dass viele  Festgäste dennoch den Festakt mitverfolgen konnten.

(li) Dr. Philipp Salamon-Menger, Nachfolger von VHS-Direktor Hartmut Boger (re) im Gespräch mit Theo Baumstark (m.), Pate eines "Wiesbadener Lieblingsstücks". Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture
(li) Dr. Philipp Salamon-Menger, Nachfolger von VHS-Direktor Hartmut Boger (re) im Gespräch mit Theo Baumstark (m.), Pate eines „Wiesbadener Lieblingsstücks“. Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture

Überirdisch wurde anschließend  bei mediterranen Temperaturen und  Fingerfood- Catering des gastronomischen Nachbarn Lumen ausgiebig bis in die späten Abendstunden weitergefeiert.

Heute großes Eröffnungsfest am „Tag des Denkmals“

flyer-stein-d-weisenDie eigentliche Eröffnung des „sam – Stadtmuseum am Markt“ für die Öffentlichkeit findet am Sonntag, dem 11. September 2016, am „Tag des offenen Denkmals“ mit einem großen Museums-Fest im und rund um den Marktkeller statt, darunter: Führungen, Exkursionen zu anderen historischen Gebäuden und Oldtimer-Show des Rollenden Museums. Gesucht wird Wiesbadens ältester Old-Timer. Zudem  lädt ein historischer Reisebus der ESWE zu   Stadtrundfahrten ein.

Die Abfahrt erfolgt zwischen 11 und 16.30 Uhr jeweils zu jeder vollen und zu jeder halben Stunde an der Oldtimerbus-Haltestelle „Dern’sches Gelände, Bussteig A“. Bei dieser kleinen Stadtrundfahrt erkundet man das historische Fünfeck aus einer ganz neuen, historischen Perspektive und das ganz ohne Teilnahmegebühren.