Kategorie-Archiv: Paulskirche

Theodor-W.-Adorno Preis 2018 der Stadt Frankfurt an Filmemacherin und Regisseurin Margarethe von Trotta verliehen

(ffm) In einem feierlichen Festakt wurde am Dienstag, 11. September, in der Paulskirche der alle drei Jahre vergebene Theodor-W.-Adorno-Preis an die Filmemacherin und Regisseurin Margarethe von Trotta verliehen. Erst zum zweiten Mal wird damit eine Frau mit dem Adorno-Preis der Stadt Frankfurt ausgezeichnet. Nach einer Begrüßung durch Stadträtin und Kulturdezernentin Ina Hartwig hielt der Film- und Fernsehproduzent Günter Rohrbach, von 2003 bis 2010 Präsident der Deutschen Filmakademie, die Laudatio. Zahlreiche Gäste wohnten der Verleihung bei.

Kulturdezernentin Ina Hartwig begrüßt die Wahl von Margarethe von Trotta ausdrücklich: „In Zeiten, in denen das demokratische Fundament unserer Gesellschaft dringlicher denn je verteidigt werden muss, ist die Auszeichnung einer dezidiert gesellschaftspolitischen Regisseurin wie Margarethe von Trotta ein wichtiges Signal. Mit ihren großartigen Filmen etwa über Rosa Luxemburg und Hannah Arendt hat sie sich als eine herausragende Künstlerin erwiesen, die ein breites Publikum mit mutigen Denkerinnen im Geiste der Aufklärung, Humanität und Emanzipation vertraut gemacht hat.“

Der mit 50.000 Euro dotierte Preis wird alle drei Jahre von der Stadt Frankfurt zum Gedenken an den Philosophen Theodor W. Adorno vergeben und dient der Förderung und Anerkennung hervorragender Leistungen in den Bereichen Philosophie, Musik, Theater und Film. Adorno wirkte viele Jahre an der Universität Frankfurt sopie dem Institut für Sozialforschung und war einer der namhaftesten Vertreter der Frankfurter Schule. Seine Schriften, darunter „Minima Moralia. Reflexionen aus dem beschädigten Leben“, „Negative Dialektik“ und die gemeinsam mit Max Horkheimer im Exil verfasste „Dialektik der Aufklärung“, zählen zu den einflussreichsten philosophischen und kulturtheoretischen Werken des 20. Jahrhunderts.

Dem Kuratorium des Theodor-W.-Adorno-Preises 2018 gehören neben den ständigen Mitgliedern laut Satzung in diesem Jahr Prof. Petra Gehring (Technische Universität Darmstadt), Prof. Martin Saar (Goethe-Universität Frankfurt), Christian Thomas (Feuilletonleiter der Frankfurter Rundschau) und der Schriftsteller und Buchpreisträger Frank Witzel an. Vorherige Preisträger waren Georges Didi-Huberman (2015), Judith Butler (2012) und Alexander Kluge (2009). Der erste Preisträger war im Jahr 1977 der Soziologe Norbert Elias. Erstmals wurde 1995 mit Jean-Luc Godard ein Filmemacher ausgezeichnet.

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2018 geht an Aleida und Jan Assmann

Aleida und   Jan Assmann. ©   Foto: Corinna Assmann
Aleida und Jan Assmann. © Foto: Corinna Assmann

Wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels mitteilt, hat der Stiftungsrat des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels die deutsche Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann und den deutschen Ägyptologen und Kulturwissenschaftler Jan Assmann zu den diesjährigen Trägern des Friedenspreises gewählt. Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, hatte dies bei der Eröffnung der Buchtage Berlin 2018 bekannt gegebem. Die Verleihung findet zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse am Sonntag, 14. Oktober 2018, in der Paulskirche in Frankfurt am Main statt und wird live im Fernsehen übertragen. Der Friedenspreis wird seit 1950 vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert.

In der Begründung des Stiftungsrats heißt es: „Den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verleiht der Börsenverein im Jahr 2018 an Aleida und Jan Assmann und ehrt damit ein Forscherpaar, das sich in seiner Arbeit seit Jahrzehnten wechselseitig inspiriert und ergänzt. Die Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann greift mit ihren wissenschaftlich fundierten Studien engagiert die immer wieder neu virulenten Themen von Geschichtsvergessenheit und Erinnerungskultur auf. Angesichts einer wachsenden politischen Instrumentalisierung der jüngeren deutschen Geschichte leistet sie in hohem Maße Aufklärung zu Fragen eines kulturellen Gedächtnisses einer Nation. Ihr Werk weist darauf hin, dass ein offener und ehrlicher Umgang mit der Vergangenheit grundlegende Bedingung für ein friedliches Miteinander ist. Der Ägyptologe und Kulturwissenschaftler Jan Assmann hat durch sein umfangreiches wissenschaftliches Werk internationale Debatten um Grundfragen zu den kulturellen und religiösen Konflikten unserer Zeit angestoßen. Mit seinen Schriften zum Zusammenhang von Religion und Gewalt sowie zur Genese von Intoleranz und absolutem Wahrheitsanspruch leistet er einen unverzichtbaren Beitrag zum Verständnis der Friedensbereitschaft und Friedensfähigkeit der Religionen in der Weltgesellschaft von heute. Aus dieser spannungsvollen, komplementären Einheit, die Aleida und Jan Assmann bilden, ist ein zweistimmiges Werk entstanden, das für die zeitgenössischen Debatten und im Besonderen für ein friedliches Zusammenleben auf der Welt von großer Bedeutung ist.“

Aleida Assmann, geboren am 22. März 1947 in Bethel bei Bielefeld, beschäftigte sich in ihrem wissenschaftlichen Arbeiten neben der Anglistik und Archäologie seit den 1990er Jahren vornehmlich mit der Thematik des kulturellen Gedächtnisses, der Erinnerung und des Vergessens. 1993 folgte sie dem Ruf an den Lehrstuhl für Anglistik und allgemeine Literaturwissenschaft an der Universität Konstanz und nahm in den folgenden Jahrzenten zahlreiche Gastprofessuren weltweit wahr.

In ihrem 2006 erschienenen Buch „Der lange Schatten der Vergangenheit. Erinnerungskultur und Geschichtspolitik“ untersucht sie die Spannungen zwischen persönlicher Erfahrung und offiziellem Gedenken, gibt Ratschläge für eine angemessene Erinnerungskultur und plädiert dafür, dem Gedächtnis einen „gemeinsamen Erinnerungsraum“ zu geben, der sich auch in einem Gedenktag wiederfinden sollte. In ihrem jüngsten, 2017 erschienenen Buch „Menschenrechte und Menschenpflichten“ plädiert sie angesichts der aktuellen Flüchtlingsdebatte für einen neuen Gesellschaftsvertrag, für den die Menschenrechte, Werte wie Empathie und Solidarität sowie ein Kanon von Regeln für ein faires und respektvolles Zusammenleben von Einheimischen und Zugewanderten maßgeblich sind.

Ihr Ehemann Jan Assmann, geboren am 7. Juli 1938 in Langelsheim (Harz), leistete wissenschaftliche Grundlagenarbeit bei der Erschließung, Edition und Interpretation von Quellen zur ägyptischen Religion. Dabei verlegt er sich früh auf interdisziplinäre Ansätze, indem er philologische Deutungen von Texten in den Zusammenhang mit archäologischen Befunden stellt sowie den kulturellen und sozioökonomischen Hintergrund berücksichtigt. Über die Analyse des Totenkults setzt Jan Assmann sich zudem mit der Frage auseinander, welches Selbstverständnis eine Kultur späteren Generationen von sich vermitteln will.

Mit seinen ägyptologischen und kulturwissenschaftlichen Arbeiten revidiert Jan Assmann das biblische Bild des Alten Ägyptens von einer versklavten Gesellschaft unter pharaonischer Willkür und porträtiert stattdessen eine Zivilisation, die von Ordnungs- und Gerechtigkeitsvorstellungen geleitet ist. Einem erweiterten Kreis wird Jan Assmann über seine Arbeiten zur Entstehung des Monotheismus bekannt, dessen Anfänge er in dem Auszug der Israeliten aus Ägypten sieht. In dem 2016 erschienenen Buch „Totale Religion. Ursprünge und Formen puritanischer Verschärfung“ schlägt Jan Assmann schließlich einen Bogen zur aktuellen Diskussion über das Gewaltpotential monotheistisch geprägter Gesellschaften.

Zusammen mit seiner Frau Aleida gründet Jan Assmann 1978 den Arbeitskreis „Archäologie der literarischen Kommunikation“, in dem beide Vertreter verschiedener Disziplinen und Kultur-Fächer in einen Dialog bringen. Im Rahmen ihrer Arbeit formulieren Aleida und Jan Assmann das Konzept des kulturellen Gedächtnisses, das sie als offiziell institutionalisierte, konstruierte Form kollektiven Erinnerns vorstellen und von den rein subjektiven individuellen Erinnerungen abgrenzen. Sie greifen auch Themen der aktuellen Gegenwart auf wie zum Beispiel die Frage der individuellen und kollektiven Erinnerung an die Shoah, und machen es sich zur Aufgabe, auch die Erforschung von Literatur in diesen weiten kulturwissenschaftlichen Rahmen zu stellen.

Aleida und Jan Assmann erhielten zahlreiche Auszeichnungen, für ihr gemeinsames Schaffen unter anderem den Balzan-Preis (2017) und den Karl-Jaspers-Preis (2017). Aleida Assmann wurde mit dem A.H.-Heineken-Preis für Geschichte (2014), dem Max-Planck-Forschungspreis: Geschichte und Gedächtnis (2009) und weiteren Ehrungen ausgezeichnet. Jan Assmann wurde für sein Schaffen unter anderem mit dem Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa (2016) und dem Thomas-Mann-Preis (2011) geehrt. Er erhielt 2006 das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse. Aleida und Jan Assmann leben in Konstanz. Das Ehepaar hat fünf Kinder.

Weitere Informationen sind abrufbar unter www.friedenspreis-des-deutschen-buchhandels.de.

Festakt der Bürgerbewegung Pulse of Europe in der Frankfurter Paulskirche und auf dem Römerberg

Pulse of Europe Paulskirche. © Stadt Frankfurt am Main – Hauptamt und Stadtmarketing
Pulse of Europe
Paulskirche. © Stadt Frankfurt am Main – Hauptamt und Stadtmarketing

(ffm) Am Sonntag, 10. Juni, hat die Bürgerbewegung Pulse of Europe mit einem Festakt in der Frankfurter Paulskirche und einer anschließenden Kundgebung auf dem Römerberg ein Zeichen für den Erhalt einer starken und demokratischen Europäischen Union gesetzt. Zahlreiche Prominente wie Eintracht-Präsident Peter Fischer und der Publizist Michel Friedman beteiligten sich an der Veranstaltung.

Bereits um 11 Uhr fand ein Festakt in der Paulskirche statt. „Unser Frankfurt ist die internationalste Stadt Deutschlands. Die Internationalität ist in die DNA dieser Stadt eingeschrieben. Wir begreifen unsere Internationalität seit Jahrhunderten nicht als Gefahr – im Gegenteil: Wir sehen die großen sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Chancen darin“, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann und fügte hinzu: „Pulse of Europe ist eine typische Frankfurter Initiative. Sie organisiert sich bürgerschaftlich selbst, wendet sich gegen die nationalistische, rassistische Voreingenommenheit ,sucht und fordert das offene Wort“, würdigte Oberbürgermeister Peter Feldmann das Engagement der Pulse of Europe-Initiatoren.

Der gesamte Festakt wurde live auf den Römerberg übertragen, wo ab 13 Uhr die Kundgebung „Pulse of Europe XXL“ begann. Als Gastredner traten neben Eintracht-Präsident Peter Fischer und dem Journalisten und Publizisten Michel Friedman auch Kathrin Mahler Walther, die in den 1980er Jahren der Bürgerrechtsbewegung und dem organisierten Widerstand in der ehemaligen DDR angehörte, sowie Günther Nonnenmacher, Honorarprofessor für Politik- und Kommunikationswissenschaften und ehemaliger Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, auf.

Daniel Röder, Initiator der Bewegung und Vorstandsvorsitzender des Pulse of Europe, sagte während seiner Rede in der Paulskirche: „Wir freuen uns sehr und fühlen uns geehrt, dass uns die Stadt Frankfurt auf Grundlage des Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung die Paulskirche zur Verfügung gestellt hat. Dieser besondere historische Ort ist der perfekte Ausgangspunkt für unseren symbolischen Aufbruch der europäischen Zivilgesellschaft.“

„Europa gründet auf diesen Überzeugungen freier, liberaler Rechtsstaaten. Wo in einzelnen Ländern diese Grundfreiheiten in Gefahr geraten, gerät unser ganzes Europa in Gefahr. Darum ist es unsere gemeinsame europäische Verantwortung, der Versuchung des engstirnigen Nationalismus zu widerstehen. Es geht in unserer Zeit um nicht weniger als ein freies, solidarisches, rechtstaatliches Europa.
Es ist die Aufgabe unserer Zeit, hier ist der richtige Ort, um gemeinsam ein Zeichen für die Vielfalt, den Zusammenhalt und für das gemeinsame Haus Europa zu setzen“, bedankte sich Oberbürgermeister Peter Feldmann bei Daniel Röder und dessen Mitstreitern für ihre vorbildliche Initiative.

In der Paulskirche, dem Geburtsort des deutschen Parlamentarismus stellten die Initiatoren von Pulse of Europe zudem ihr neues Bürgerbeteiligungsprojekt vor: Die „Europäischen HausParlamente“. In Zusammenarbeit mit unabhängigen Forschungsinstitutionen sollen die „Europäischen HausParlamente Jedermann ermutigen, jederzeit und an jedem Ort über drängende Fragen der europäischen Einigung zu debattieren. „Mit diesem Beratungs- und Beteiligungspakt kann ein echter Dialog zwischen Politik und Bürgern entstehen“, erklärte Alexander Freiherr Knigge von Pulse of Europe Berlin, der das Projekt für Pulse of Europe koordiniert. „Die Europäischen HausParlamente sind dadurch insbesondere für europapolitische Fragestellungen geeignet, in Bezug auf die häufig kritisiert wird, dass den Politikern die notwendige Bürgernähe fehle.“

https://pulseofeurope.eu/de/

https://de.wikipedia.org/wiki/Pulse_of_Europe

https://www.hessenschau.de/tv-sendung/pulse-of-europe,video-64184.html

Paulskirche: Oberbürgermeister Peter Feldmann begrüßt 600 Ehrenamtliche zur Verleihung der Ehrenamts-Card in der Paulskirche

Vergabe der Frankfurter Ehrenamts-Card 2018 in der Paulskirche: OB Peter Feldmann mit Renate Drüker (links) und Renata Berlin (mitte), die stellvertretend für alle 1000 Ehrenamtliche die Card2018 in Empfang nahmen.© Foto: Diether v. Goddenthow
Vergabe der Frankfurter Ehrenamts-Card 2018 in der Paulskirche: OB Peter Feldmann mit Renate Drüker (links) und Renata Berlin (mitte), die stellvertretend für alle 1000 Ehrenamtliche die Card2018 in Empfang nahmen.© Foto: Diether v. Goddenthow

(ffm) Oberbürgermeister Peter Feldmann hat am Dienstag, 28. Mai, das herausragende Engagement von Bürgerinnen und Bürgern gewürdigt, die ehrenamtlich in Frankfurter Vereinen, Verbänden und gemeinnützigen Organisationen tätig sind. Er sagte: „Unsere Stadt braucht Menschen, die sich engagieren und Verantwortung übernehmen, die anpacken. Ehrenamtliches Engagement hat in Frankfurt eine lange Tradition und ist Markenzeichen unserer Stadt. Allen Engagierten gilt mein herzlicher Dank.“

Mit der Ehrenamts-Card können hessenweit Vergünstigungen beim Besuch von öffentlichen und privaten Einrichtungen und Veranstaltungen in Anspruch genommen werden. Die E-Card bietet vielfältige Möglichkeiten, attraktive Angebote für die ganze Familie zu nutzen, sie gewährt kostenlosen Eintritt in viele Museen, ermäßigten Eintritt in Schwimmbädern und bei Sportveranstaltungen und darüber hinaus die Teilnahme an Verlosungen für Freikarten und Sonderaktionen zu bestimmten Veranstaltungen.

In Frankfurt können beispielsweise die Frei- und Hallenbäder, die Eissporthalle sowie Zoo und Palmengarten mit Ermäßigung besucht werden. In diesem Jahr sind neue Partnerorganisationen dazugekommen, die das Angebot an Vergünstigungen für langjährig ehrenamtlich Aktive erweitern.

Fast bis auf den letzten Platz hatten  Frankfurts "Ehrenamtliche" die Paulskirche "besetzt". © Foto: Diether v. Goddenthow
Fast bis auf den letzten Platz hatten Frankfurts „Ehrenamtliche“ die Paulskirche „besetzt“. © Foto: Diether v. Goddenthow

Für das Jahr 2018 ist das Kontingent der jährlich zu vergebenden 1000 Karten bereits erschöpft. Die Antragstellung für besonders engagierte Frankfurter, die sich seit mindestens fünf Jahren für mindestens fünf Stunden pro Woche in einer oder mehrerer gemeinnützig tätiger Organisationen einbringen, ohne eine pauschale Aufwandsentschädigung zu erhalten, ist ab 2019 wieder möglich.

68 wird 50! Cartoons und Karikaturen in der Paulskirche vom 17. bis 30. März 2018

 © Foto: atelier-Goddenthow
© Foto: atelier-Goddenthow

(kus) 68 wird 50! Kann man kaum glauben, ist aber so. 1968, das Jahr, das von Protesten gegen herrschende Normen in sozialen, kulturellen und politischen Bereichen bestimmt und für die Entwicklung der Bundesrepublik von großer Bedeutung war, liegt ein halbes Jahrhundert zurück.

„In Frankfurt wurden und werden viele Trends vorweggenommen. Unsere Stadt war neben Berlin die zweite Hauptstadt der 68er-Bewegung. Darum feiern wir das Jubiläum von Frühjahr bis in den Herbst hinein mit Veranstaltungen aller Art“, sagt Oberbürgermeister Peter Feldmann.

Den Auftakt macht die Ausstellung „68 wird 50! – Cartoons und Karikaturen“. Vom 17. bis 30. März präsentieren das Amt für Kommunikation und Stadtmarketing in Zusammenarbeit mit dem Caricatura Museum Frankfurt im Tiefgeschoss der Paulskirche 32 Zeichnungen von Cartoonistinnen und Cartoonisten wie Franziska Becker, Peter Butschkow, Hauck & Bauer, Chlodwig Poth, Til Mette, Gerhard Seyfried und vielen mehr. Einige von ihnen sind Zeitzeugen der Bewegung, andere werfen aus heutiger Perspektive einen Blick zurück auf eine bewegte Zeit und stellen zugleich aktuelle Bezüge her. Allesamt gehören sie zu den renommiertesten ihrer Zunft im deutschsprachigen Raum.

Ihre Arbeiten setzen sich mit den Schlagworten der 68er-Bewegung auseinander: Revolution, Emanzipation, APO, Springer, Kommune 1, BH-Verbrennung. Diese Begriffe sind auch heute noch präsent im kulturellen Gedächtnis, ebenso wie Sponti-Sprüche oder Köpfe und Vorbilder der Zeit, darunter Rudi Dutschke, Benno Ohnesorg und Che Guevara. „Ich lade Sie herzlich ein, diese immer noch kontrovers diskutierte Zeit mit den Augen der Satiriker zu betrachten. Denn Satire ist eines der wirkungsvollsten Mittel der Kritik, sie bricht durch den humoristischen Blick auch die Verkrustungen auf“, sagt Kulturdezernentin Ina Hartwig.

Hartwig wird „68 wird 50! Cartoons und Karikaturen“ am Freitag, 16. März, um 18 Uhr eröffnen. Der Journalist Gerhard Kromschröder führt in die Zeichnungen und 68erBewegung ein. Der Eintritt ist wie an allen anderen Öffnungstagen frei. Besuchen kann man die Schau täglich von 10 bis 17 Uhr.

Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis 2018 an Anthony Cerami und David Wallach verliehen, Tim J. Schulz erhielt Nachwuchspreis

Impression - Verleihung des Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preises 2018 am 14. März 2018, dem Geburtstag von Paul Ehrlich, in der Frankfurter Paulskirche an den US-Amerikaner Professor Anthony Cerami und den Israeli Professor David Wallach. Tim J. Schulz erhielt Nachwuchspreis. Foto: Diether v. Goddenthow
Impression – Verleihung des Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preises 2018 am 14. März 2018, dem Geburtstag von Paul Ehrlich, in der Frankfurter Paulskirche an den US-Amerikaner Professor Anthony Cerami und den Israeli Professor David Wallach. Tim J. Schulz erhielt Nachwuchspreis. Foto: Diether v. Goddenthow

FRANKFURT am MAIN. Heute, 14.03.2018 wurde in der Frankfurter Paulskirche der Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis 2018 an den US-Amerikaner Professor Anthony Cerami und den Israeli Professor David Wallach verliehen. Professor Thomas Boehm, Vorsitzender des Stiftungsrats der Paul Ehrlich-Stiftung, überreichte die Urkunden und Medaillen. Die Laureaten teilen sich den mit €120.000 dotierten Preis. Professor Tim J. Schulz vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) Potsdam-Rehbrücke wurde mit dem €60.000 dotierten Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Nachwuchspreis geehrt. An dem Festakt nahm Patrick Burghardt, Staatssekretär beim Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst teil.

Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preisverleihung 2018 an Professor Dr. Dr. h. c. mult Anthony Cerami und Professor Dr. David Wallach

(v.l.)  Die Preisträger Professor Anthony Cerami (USA) und Professor David Wallach (Israel), Professor Thomas Boehm, Vorsitzender des Stiftungsrats der Paul Ehrlich-Stiftung, Laudator Professor Charles A. Dinarello von der Universität Colorado in Denver und Mitglied des Stiftungsrates.Foto: Diether v. Goddenthow
(v.l.) Die Preisträger Professor Anthony Cerami (USA) und Professor David Wallach (Israel), Professor Thomas Boehm, Vorsitzender des Stiftungsrats der Paul Ehrlich-Stiftung, Laudator Professor Charles A. Dinarello von der Universität Colorado in Denver und Mitglied des Stiftungsrates.Foto: Diether v. Goddenthow

„Anthony Cerami und David Wallach teilen sich diesen Preis, weil ihre Arbeiten und Entdeckungen die Grundlagenforschung und die klinische Medizin stark beeinflusst haben“, sagte Professor Charles A. Dinarello von der Universität Colorado in Denver und Mitglied des Stiftungsrates bei seiner Laudatio in der Frankfurter Paulskirche. „Beide haben in verschiedenen Hemisphären gearbeitet und kommen aus verschiedenen Forschungsgebieten, trotzdem haben sie zur Aufklärung des gleichen Krankheitsmechanismuses beigetragen und dazu, wie wir diese Krankheiten heute behandeln“. Cerami und Wallach haben die Bedeutung und die Signalwirkung des Botenstoffs TNF entschlüsselt. Rheuma, Schuppenflechte, Morbus Crohn und andere chronisch-entzündliche Erkrankungen werden heute weltweit mit Antikörpern oder Proteinen behandelt, die diesen Botenstoff neutralisieren.

„Die Arbeiten der beiden sind ein großartiges Beispiel dafür, wie ausdauernder, von wissenschaftlicher Neugier angetriebener und von keinem Rückschlag entmutigter Erkenntnisdrang in ganz unerwarteter Weise zum Wohle kranker Menschen beitragen kann“, sagt Boehm in seiner Eröffnungsansprach. Dabei seien die segensreichen Konsequenzen dieser Forschung zunächst keineswegs absehbar gewesen. Über Jahre hinweg hätte man ihr leicht das Etikett „Elfenbeinturm-Forschung“ anheften können, so Boehm weiter. Erst mit der Zeit habe sich ihre ganze Relevanz offenbart. Boehm appellierte daran, diese Lektion im Blick zu haben, wenn über den möglichen Nutzen einer stabilen und dauerhaften Forschungsförderung nachgedacht werde.

Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Nachwuchspreis 2018
Tim Julius Schulz für Arbeiten zur Fettzellbiologie ausgezeichnet

(v.l.) Laudator Professor Florian Greten vom Georg-Speyer-Haus in Frankfurt, Paul-Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Nachwuchs-Preisträger Professor Tim J. Schulz vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) Potsdam-Rehbrücke , Professor Thomas Boehm, Vorsitzender des Stiftungsrats der Paul Ehrlich-Stiftung, Foto: Diether v. Goddenthow
(v.l.) Laudator Professor Florian Greten vom Georg-Speyer-Haus in Frankfurt, Paul-Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Nachwuchs-Preisträger Professor Tim J. Schulz vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) Potsdam-Rehbrücke , Professor Thomas Boehm, Vorsitzender des Stiftungsrats der Paul Ehrlich-Stiftung, Foto: Diether v. Goddenthow

Der Nachwuchspreisträger wurde für seine Arbeiten zur Fettzellbiologie geehrt. Schulz hat gezeigt, unter welchen Bedingungen Stammzellen weißes und braunes Fett hervorbringen und wie weißes Fett der Knochengesundheit im Alter schadet. Er hat zudem ermittelt, dass eine bei der Behandlung von Diabetes oftmals benutzte Wirkstoffklasse die schädliche Wirkung des weißen Fetts im Knochen mindert. Der Nachwuchspreisträger habe mit dem Thema Übergewicht ein hoch relevantes Forschungsgebiet aufgegriffen und seine Arbeiten ebenfalls auf Translation angelegt, sagte der Stiftungsratsvorsitzende in der Paulskirche. Der Laudator Professor Florian Greten vom Georg-Speyer-Haus in Frankfurt betonte in seiner Rede, dass Schulz den Preis nicht nur für eine einzige herausragende Arbeit erhalte, sondern für eine ganze Reihe von besonderen Entdeckungen auf dem Gebiet des Energiestoffwechsels. Diese Arbeiten hätten eine hohe Relevanz für das Verständnis der komplexen Vorgänge beim Altern und beim Übergewicht. Schulz habe zudem interessante neue Therapiestrategien aufgedeckt, so Greten weiter. Eine dieser Strategien zielt darauf ab, Übergewicht durch die vermehrte Bildung von braunem Fett zu bekämpfen. Braunes Fett erzeugt nur Wärme und wäre ein perfekter Schlankmacher

Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde von Anne Siebrasse und Regina Reiter, dem Duo Saxophilie. Foto: Diether v. Goddenthow
Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde von Anne Siebrasse und Regina Reiter, dem Duo Saxophilie. Foto: Diether v. Goddenthow

Der Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis wird seit 1952 verliehen. Bisher wurden 128 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgezeichnet. 22 Preisträger wurden auch mit dem Nobelpreis geehrt. Die Paul Ehrlich-Stiftung ist eine rechtlich unselbstständige Stiftung der Vereinigung von Freunden und Förderern der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main e.V. Die Vereinigung feiert in diesem Jahr ihren 100sten Geburtstag. Sie unterstützt die Goethe-Universität jährlich mit mehreren hunderttausend Euro für konkrete Projekte. Mit mehr als 1600 aktiven Mitgliedern ist sie eine der größten und lebendigsten Einrichtungen dieser Art in Deutschland.

Weitere Informationen

Ariane Mnouchkine erhält Goethepreis 2017 – Verleihung am 28. August in der Paulskirche

© Ariane_Mnouchkine
© Ariane_Mnouchkine

Das Kuratorium zur Vergabe des Goethepreises der Stadt Frankfurt 2017 hat sich für die französische Theaterintendantin und Regisseurin Ariane Mnouchkine als diesjährige Preisträgerin entschieden. Mit der Auszeichnung wird das Lebenswerk einer Künstlerin geehrt, die mit der Gründung des „Théatre du Soleil“ eine Institution der Theaterwelt von internationaler Bedeutung geschaffen hat.

Oberbürgermeister Peter Feldmann begründet als Vorsitzender des Kuratoriums die Entscheidung: „Mit Ariane Mnouchkine wird eine wirklich große europäische Regisseurin ausgezeichnet. Ihr Lebenswerk ist untrennbar mit dem weltberühmten „Théatre du Soleil“ verbunden, das als freies Kollektiv gezeigt hat, wie produktiv ein dezidiert politisches Selbstverständnis in der Theaterkunst sein kann.“

Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig ergänzt: „Als Regisseurin ist sie eine Zauberin, deren Stücke Menschen aller Schichten und Generationen fasziniert. Ihre künstlerische Arbeit ist einmalig, weil sie unterschiedlichste Einflüsse produktiv integriert und daraus etwas unverkennbar Neues geschaffen hat. Dass das Theater die Welt verändern kann, hat sie mit ihrem Lebenswerk unter Beweis gestellt.“

Der Goethepreis wird alle drei Jahre am 28. August, dem Geburtstag Johann Wolfgang von Goethes, in der Paulskirche an eine Persönlichkeit verliehen, „die durch ihr Schaffen bereits zur Geltung gelangt und deren schöpferisches Wirken einer dem Andenken Goethes gewidmeten Ehrung würdig ist“. Er ist mit 50.000 Euro dotiert.

Das Kuratorium setzt sich in diesem Jahr neben den ständigen Mitgliedern (dem Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main, dem Stadtverordnetenvorsteher, der Kulturdezernentin, dem Hessischen Minister für Wissenschaft und Kunst, der Präsidentin der Goethe-Universität und der Direktorin des Freien Deutschen Hochstiftes) aus der Dichterin Monika Rinck, dem Schriftsteller Marcel Beyer und dem Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Jürgen Kaube zusammen.

Bisherige Preisträger:

1927 der Dichter Stefan George †
1928 der Arzt und Philosoph Albert Schweitzer †
1929 der Philosoph Leopold Ziegler †
1930 der Psychoanalytiker Sigmund Freud †
1931 die Dichterin Ricarda Huch †
1932 der Dichter Gerhart Hauptmann †
1933 der Dichter Hermann Sehr †
1934 der Musiker Hans Pfitzner †
1935 der Schriftsteller Hermann Stegemann †
1936 der Bildhauer Georg Kolbe †
1937 der Dichter und Philosoph Guido Kolbenheyer †
1938 der Arzt und Dichter Hans Carossa †
1939 der Chemiker Carl Bosch †
1940 die Dichterin Agnes Miegel †
1941 der Dichter Wilhelm Schäfer †
1942 der Mediziner Richard Kuhn †
1945 der Physiker Max Planck †
1946 der Dichter Hermann Hesse †
1947 der Philosoph Karl Jaspers †
1948 der Dichter Fritz von Unruh †
1949 der Dichter Thomas Mann †
1952 der Dichter Carl Zuckmayer †
1955 die Dichterin Anette Kolb †
1958 der Naturforscher und Philosoph Prof. Dr. Carl Friedrich von Weizsäcker †
1960 der Schriftsteller Ernst Beutler †
1961 der Architekt Walter Gropius †
1964 der Schriftsteller und Journalist Benno Reifenberg †
1967 der Wissenschaftler und Politiker Carlo Schmid †
1970 der Philosoph, Literaturwissenschaftler und Humanist Prof. Dr. Dr. h.c. Georg Lukács †
1973 der Schriftsteller Arno Schmidt †
1976 der Filmregisseur Ingmar Bergmann †
1979 der Soziologe und Publizist Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Raymond Aron †
1982 der Schriftsteller Ernst Jünger †
1985 der Historiker Prof. Dr. Dr. phil. h.c. Golo Mann †
1988 der Regisseur Peter Stein
1991 die Lyrikerin Wislawa Szymborska †
1994 der Kunsthistoriker Sir Ernst Gombrich †
1997 der Komponist und Dirigent Professor Hans Zender
1999 der Schriftsteller Siegfried Lenz †
2002 der Schriftsteller und Literaturkritiker Prof. Dr. h.c. mult. Marcel Reich-Ranicki †
2005 der Schriftsteller Amos Oz
2008 die Tänzerin, Choreografin, Tanzpädagogin und Ballettdirektorin Pina Bausch †
2011 der Dichter Ali Ahmad Said Esber – Adonis
2014 der Schriftsteller und Literaturkritiker Prof. Dr. Peter von Matt

Comicwettbewerb „Welt retten“ – Frankfurter Anne Frank-Bildungsstätte sucht Superheld*innen für heute

Cover_Comicwettbewerb.wNach den sehr erfolgreichen Jugendkunstwettbewerben der vergangenen Jahre schreibt die Bildungsstätte Anne Frank, Frankfurt/Main in diesem Jahr einen bundesweiten Comicwettbewerb zum Thema „Welt retten – Superheld*innen für heute“ aus.

Bewerber*innen jeden Alters können bis zum 3. Mai 2017 einen Strip oder eine Comic-Geschichte einreichen, die eine Seite umfassen soll. Eine Fachjury, zu der namhafte Comiczeichner*innen sowie der F.A.Z.-Redakteur und Genre-Experte Andreas Platthaus gehören, begutachtet und bestimmt die Gewinner*innen in drei Alterskategorien: bis 14 Jahre, 15 bis 19 Jahre, über 20 Jahre.
„Wir sind gespannt auf die Auseinandersetzung junger Künstler*innen mit gesellschaftspolitischen Fragen, auf ihre Ideen von einer ‘guten Welt‘ und ihre Visionen davon, wofür es sich heute zu kämpfen lohnt“, sagt Dr. Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank.
Auch in diesem Jahr gibt es wieder attraktive Preise zu gewinnen – u.a. ein MacBook Pro, eine Reise nach Amsterdam mit einem Besuch des Anne Frank Hauses oder ein Besuch des Comic Salons Erlangen. Ein oder mehrere der prämierten Comics werden Teil des neuen Lernlabors „Anne Frank. Morgen mehr.“ zu Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung in Vergangenheit und Gegenwart, das 2018 in der Bildungsstätte eröffnet wird. Die feierliche Preisverleihung findet am 12. Juni 2017 – dem Geburtstag von Anne Frank – in der Frankfurter Paulskirche im Rahmen des ersten „Anne Frank-Tags“ der Stadt Frankfurt statt. Die besten Comics werden für einige Wochen im Foyer der Paulskirche ausgestellt.

Das Caricatura Museum Frankfurt ist Kooperationspartner.

Alle Details zur Teilnahme, Altersgruppen, Formate usw. erfahren über: http://www.bs-anne-frank.de/kunstwettbewerb/

Bildungsstätte Anne Frank
Céline Wendelgaß
Hansaallee 150
60320 Frankfurt am Main
Telefon: 069/560 00 233
cwendelgass@bs-anne-frank.de
Ausschreibung
Die Welt ist voller Übel, Unrecht und Schurk*innen. Und im Comicuniversum haben ja doch nur Batman, Superman und Co. das Sagen. Es ist Zeit, dass sich das ändert. Es ist Zeit für Eure Superheld*innen! Wir wollen wissen, wie zeitgemäße Superheld*innen leben, lieben, aussehen, streiten und Widerstand leisten. Wie sie kämpfen – und wofür. Wir wollen erleben, mit welchen Gefahren, Schandtaten und Gegener*innen sie es heute zu tun haben. Wir wollen ihre Superkräfte und Überzeugungen kennenlernen, ihre Freund*innen, vielleicht auch ihre Schwächen. Wir fragen uns, ob Superheld*innen ins Kino gehen und ob sie kochen können. Aber wer sagt eigentlich, dass nur Menschen Superheld*innen sein können? Wir sind gespannt auf Eure Kreationen.

Jury
Anke Kuhl (Comiczeichnerin, Frankfurt), Marijpol (Comiczeichnerin, Hamburg), Philipp Mohr (William Blair & Company), Andreas Platthaus(Comicexperte und Redakteur im Feuilleton der F.A.Z., Frankfurt), Manuel Tiranno (Comiczeichner, Frankfurt), Barbara Yelin (Comiczeichnerin, München)

Bildungsstätte Anne Frank
Zentrum für politische Bildung und Beratung Hessen
Was können wir heute noch aus der Vergangenheit lernen? Wie handeln wir im Hier und Jetzt, wenn uns Rassismus begegnet? Wie gestalten wir die Gesellschaft, in der wir in Zukunft leben wollen – und in der alle einen Platz haben? Das sind Fragen, zu denen die Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt am Main arbeitet.

Als Zentrum für politische Bildung und Beratung Hessen entwickelt die Bildungsstätte Anne Frank innovative Konzepte und Methoden, um Jugendliche und Erwachsene für die aktive Teilhabe an einer offenen und demokratischen Gesellschaft zu stärken.
Partizipativ und interaktiv: In Workshops mit unterschiedlichen Schwerpunkten werden Jugendliche, Schüler*innen und junge Erwachsene dazu ermutigt, eigene Standpunkte einzunehmen, Handlungsspielräume zu nutzen und gesellschaftliche Entwicklungen kritisch zu hinterfragen. Fachkräfte erarbeiten sich in Fortbildungen und Seminaren einen qualifizierten Umgang mit rassistischen, antisemitischen oder diskriminierenden Handlungen und Äußerungen. Sie erhalten Beratung in (akuten) Konfliktfällen sowie zum Umgang mit Radikalisierung und radikalisierten Jugendlichen.
Zwei Beratungsstellen sind in der Bildungsstätte Anne Frank angesiedelt: response. berät Betroffene rechter und rassistischer Gewalt in ganz Hessen, das Adibe-Netzwerk Hessen begleitet und unterstützt Menschen, die Diskriminierung erfahren haben. Der Austausch von Theorie und Praxis wird in der Bildungsstätte gefördert – etwa im Rahmen der Tagungsreihe „Blickwinkel. Antisemitismuskritisches Forum für Bildung und Wissenschaft“.
Neben der Dauerausstellung zu Anne Frank zeigt die Bildungsstätte wechselnde Sonderausstellungen zu historischen und aktuellen Themen. Das Mobile Lernlabor „Mensch, Du hast Recht(e)!“ tourt seit 2014 durch Hessen, um Jugendliche gegen Rassismus und Diskriminierung in ihrem direkten Umfeld zu sensibilisieren.

Bildungsstätte Anne Frank
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Ignatz Bubis Preis an Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier in der Paulskirche verliehen

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier zusammen mit Oberbürgermeister Peter Feldmann, Foto: Diether v. Goddenthow  © atelier goddenthow
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier zusammen mit Oberbürgermeister Peter Feldmann, Foto: Diether v. Goddenthow © atelier goddenthow

(kus) Die Stadt Frankfurt hat am Dienstag, 10. Januar, den Ignatz Bubis-Preis an Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier verliehen.

In der Begründung heißt es: „Bundesminister Dr. h.c. Frank-Walter Steinmeier trägt mit seinem Eintreten für Menschenrechte, Freiheit und Gerechtigkeit und seinem vorbildlichen Wirken für die internationale Völkerverständigung zum Erhalt und zum weiteren Aufbau einer friedlichen Welt mit Offenheit und Toleranz bei und führt damit das Lebenswerk von Ignatz Bubis fort.“

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier bei seiner Dankesrede. Foto: Diether v. Goddenthow  © atelier goddenthow
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier bei seiner Dankesrede. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier goddenthow

Oberbürgermeister Peter Feldmann sagte: „Ignatz Bubis hat unsere Bundesrepublik und das friedliche Zusammenleben der Religionen in unserem Land entscheidend mitgestaltet. Frank-Walter Steinmeier steht in dieser Tradition bundesrepublikanischer Außen- und Sicherheitspolitik. Er setzt auf Verständigung und Dialog. Militärischem Säbelrasseln stellt er die Idee einer neuen Abrüstungsinitiative entgegen. Sein Nein zum Irak-Krieg war zentral. Sein Blick für die Globalisierung und sozialen Neuordnung unserer Welt ist zukunftsweisend. In dieser Tradition steht auch Ignatz Bubis. Übermorgen wäre er 90 Jahre alt geworden. Seine Bedeutung weist weit über die Grenzen unserer Stadt hinaus.“

Mit der Verleihung des Ignatz Bubis-Preises für Verständigung ehrt die Stadt Frankfurt das Lebenswerk und die Persönlichkeit von Ignatz Bubis. Die Verleihung ist darüber hinaus Ausdruck der Verpflichtung Frankfurts, für die von ihm verkörperten Werte einzutreten. Die Verleihung ist mit einem Geldpreis von 50.000 Euro verbunden.

Der Laudator und ehemalige Frankfurter Kämmerer Tom Koenigs: „Die Befürchtung von Ignatz Bubis, dass Xenophobie und alle Arten von Diskriminierung auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft sind, ist heute ja ganz aktuell und real, auch wenn sich manches noch als Biedermann verkleidet. Dagegen braucht es ein Bürgerbündnis der Liberalität und der guten Nachbarschaft, der Weltoffenheit, ein Bündnis, das das Recht zum Andersein hochhält, das Diskriminierung, Radikalisierung, Nationalismus, Vereinfachung und Dummheit entgegentritt und zwar aus der Tiefe der Gesellschaft heraus. Integration braucht Verantwortung (auch historische Verantwortung), Toleranz, Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft, Zuversicht und Beharrlichkeit. Diese Tugenden nennt Frank-Walter Steinmeier für eine gute Außenpolitik. In der globalisierten Welt sind uns die fernen nahe gekommen. Gute Nachbarschaft braucht Regeln und Institutionen und Menschen, die sie tragen, sich engagieren, Angebote machen, Gesprächskanäle ermöglichen, eröffnen und nutzen.“

„Frank-Walter Steinmeier ist ein aufrichtiger, glaubwürdiger und besonnener Politiker; dessen Gerechtigkeitssinn und Ausgewogenheit ausschlaggebend für die Verleihung des diesjährigen Ignatz Bubis-Preises an ihn waren“, so Salomon Korn, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Frankfurts und Vize-Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland abschließend.

Oberbürgermeister Peter Feldmann, Ida Bubis, Frank-Walter Steinmeier und Laudator Tom Koenigs. Foto: Diether v. Goddenthow  © atelier goddenthow
Oberbürgermeister Peter Feldmann, Ida Bubis, Frank-Walter Steinmeier und Laudator Tom Koenigs. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier goddenthow

1848: Auf den Spuren einer deutschen Revolution – Stadtrundgang rund um die Paulskirche am 3. Dez. 2015

Stadtgang mit Hannes Pflügner rund um die Paulskirche auf den Spuren der deutschen Revolution 1948
(pia) Stadtgänger erleben Frankfurt am Donnerstag, 3. Dezember, als wichtigen Ort im Kampf um die erste deutsche Demokratie. Die Frankfurter Paulskirche als Ort der Zusammenkunft der ersten frei gewählten Nationalversammlung gilt als „Wiege der Demokratie“. Der Stadtgang mit Hannes Pflügner macht aus geschichtlichen Daten ein erlebtes Nachspüren der deutschen Revolution in Frankfurt. Los geht es um 17 Uhr, Treffpunkt die das Foyer des Historischen Museums. Die Teilnahme kostet sechs Euro.

Überall in Frankfurt kann man dem Verlauf der Revolution und dem Wirken der ersten Nationalversammlung nachspüren. Im rekonstruierten Palais Thurn und Taxis beispielsweise tagte von 1816 bis 1866 der Bundestag des Deutschen Bundes. Das während des Zweiten Weltkrieges stark beschädigte Palais wurde im Zuge der Neukonzeption des gesamten Areals nach Originalplänen wieder aufgebaut. Auch der als Treffpunkt für die liberalen Parlamentarier geschaffene Salon der politisch interessierten Frankfurterin Clotilde Koch-Gontard kann im Zuge des Stadtgangs bewundert werden. Sie war enge Vertraute von Heinrich Freiherr von Gagern, dem ersten Präsidenten der deutschen Nationalversammlung und unterhielt ein Parlamentstagebuch mit Einsichten in die Debatten. Neben den politischen Wirkungsstätten wird im Rundgang durch die Stadt auch das literarische Frankfurt erkundet.