Kategorie-Archiv: Museum Angewandte Kunst

Das Museum Angewandte Kunst ist seit 9. März wieder geöffnet

Museum Angewandte Kunst  © Foto Diether v. Goddenthow
Museum Angewandte Kunst © Foto Diether v. Goddenthow

(ffm) Seit Dienstag, 9. März, hat das Museum Angewandte Kunst wieder für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Um die Sicherheit aller Besucherinnen und Besucher und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewährleisten, gelten weiterhin die Sicherheits- und Hygienemaßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus SARS-CoV-2. Die Ausstellungsfläche des Museums Angewandte Kunst ist groß genug, sodass eine Anmeldung direkt vor Ort an der Kasse möglich ist. Zusätzlich können sich die Besucherinnen und Besucher für einen Zeitslot von 90 Minuten telefonisch oder per E-Mail mit gewünschtem Datum und Uhrzeit mit mindestens einem Tag Vorlauf per E-Mail an projekte.angewandte-kunst@stadt-frankfurt.de oder unter Telefon 069/212-42358 anmelden. Das Telefon ist von Montag bis Freitag von 9 bis 11 Uhr und 14 bis 16 Uhr besetzt. Eine Anmeldung für samstags oder sonntags ist bis freitags möglich.

Der Besuch verlangt die Einhaltung des Hygienekonzeptes und erfordert das Ausfüllen eines Erfassungsbogens zur Kontaktnachverfolgung vor Ort. Diese Daten werden nach vier Wochen vernichtet.

Bereits im Eingang weisen Schilder auf alle Regelungen hin. Die Kasse im Foyer ist mit einem Schutz aus Plexiglas ausgestattet, Auf- und Abgänge wurden getrennt und die Besucherinnen und Besucher werden auf markierten Wegen durch das Museum geleitet. Beim Betreten des Museums muss für die gesamte Dauer des Aufenthaltes eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. Kinder unter sechs Jahren sowie Personen mit ärztlichem Attest sind von der Pflicht befreit. Zusätzlich muss ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Personen eingehalten werden. Maximal eine Person je angefangener für den Publikumsverkehr zugänglicher Grundfläche von zehn Quadratmetern wird ins Museum eingelassen, insgesamt maximal 150 Personen. Alle Informationen zu den Sicherheits- und Hygienemaßnahmen sind auf der Website des Museums Angewandte Kunst unter https://www.museumangewandtekunst.de/ zu finden.

Die Ausstellung „ars viva 2021. Rob Crosse, Richard Sides, Sung Tieu“ ist noch bis Sonntag, 21. März, im Museum Angewandte Kunst zu sehen. Außerdem können die Besucherinnen und Besucher die Ausstellungen „ANETTE LENZ. à propos“ und „亞歐堂meet asian art: Schalen. Metamorphosen einer Grundform“ besuchen. Mit großer Freude blickt das Museum auf die Eröffnung von zwei Ausstellungen im April: Ab dem 16. April versucht Dieter Rams in der Ausstellung „Dieter Rams. Ein Blick zurück und voraus“ Antworten auf die Frage zu finden, wie unsere Welt zukünftig gestaltet werden soll, damit sie noch überleben kann. Eine Woche später eröffnet die Ausstellung „Aus heutiger Sicht. Diskurse über Zukunft“ in Kooperation mit der Hochschule für Gestaltung Offenbach, die sich ebenfalls mit Fragen der Zukunft auseinandersetzen wird.

Der Museumsbesuch ist nur nach vorheriger Anmeldung möglich. Gewählt werden kann zwischen Zeitfenstern für die Dauerausstellung „Mediengeschichte(n) neu erzählt“, zusammen mit den Sonderausstellungen „#Feedback5“ und „Briefe ohne Unterschrift. DDR-Geschichte(n) auf BBC Radio“. Für die große Sonderausstellung im zweiten Obergeschoss ,„Back to Future. Technikvisionen zwischen Fiktion und Realität“ stehen eigene Zeitfenster zur Verfügung.

Online-Anmeldung unter https://www.mfk-frankfurt.de/anmeldung-museumsbesuch

Wiedereröffnung der Frankfurter städtischenMuseen und des Instituts für Stadtgeschichte

Frankfurter Museen öffnen wieder. Impression aus dem Archäologischen Museum  © Foto Diether v. Goddenthow
Frankfurter Museen öffnen wieder. Impression aus dem Archäologischen Museum © Foto Diether v. Goddenthow

(ffm) Nach über viermonatiger Schließung aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie öffnen die städtischen Museen für Besucherinnen und Besucher wieder sukzessive ihre Türen. Möglich macht dies der aktuelle Beschluss der Landesregierung. Voraussetzung ist, dass der Inzidenzwert hessenweit zwischen 50 und 100 pro 100.000 Einwohner liegt, die Kontaktdaten der Besucherinnen und Besucher erfasst werden und Besuchstermine vereinbart werden können.

„Ich begrüße es sehr, dass die Museen und das Institut für Stadtgeschichte zu den ersten gehören, die wieder öffnen können. Wir sind mit entsprechenden Hygiene- und Schutzmaßnahmen gut vorbereitet, um einen risikoarmen Besuch zu gewährleisten. Ich danke den Direktorinnen und Direktoren der Häuser, dass sie die aktuell geltenden Regeln so umsichtig umgesetzt haben, verantwortungsvoll mit der Situation umgehen und eine zeitnahe Öffnung der Häuser ermöglichen. In vielen der Museen wurden im zweiten Lockdown neue Ausstellungen eröffnet, die jetzt nur darauf warten, besucht zu werden“, sagt Kulturdezernentin Ina Hartwig. Für den Museumsbesuch gelten die bekannten Hygienebestimmungen: Tragen einer medizinischen Maske, Abstand halten und regelmäßig die Hände wasche und desinfizieren.

Archäologisches Museum Frankfurt

Archäologisches Museum Frankfurt  © Foto Diether v. Goddenthow
Archäologisches Museum Frankfurt © Foto Diether v. Goddenthow

Das Museum öffnet am Dienstag, 9. März, wieder seine Türen für die Besucherinnen und Besucher. Es warten zwei besondere Ausstellungen auf ihre Gäste: Die Präsentation „Der Thoraschrein der Synagoge am Börneplatz“ ist noch bis zum 18. April zu sehen, bis zum 11. April zeigt das Haus die Ausstellung „SYRIEN. Fragmente einer Reise, Fragmente einer Zeit“ mit Fotografien von Yvonne v. Schweinitz (1921-2015). Der Besuch des Archäologischen Museums ist nur unter der Voraussetzung möglich, dass die Kontaktdaten der Besucherinnen und Besucher vor Ort erfasst werden und im Vorfeld Besuchstermine vereinbart werden. Man kann sich ab Dienstag, 9. März, unter der Telefonnummer 069/212-35896 für eine bestimmte Uhrzeit anmelden. Der Zugang sowohl zur Dauerausstellung als auch zur Sonderausstellung ist aus organisatorischen Gründen vorerst nur über den Haupteingang des Museums in der Karmelitergasse 1 möglich: https://archaeologisches-museum-frankfurt.de/de/

Caricatura Museum Frankfurt

Caricatura Museum für Komische Kunst © Foto Diether v. Goddenthow
Caricatura Museum für Komische Kunst © Foto Diether v. Goddenthow

Das Caricatura Museum öffnet am Dienstag, 16. März, wieder seine Türen für die Liebhaber der komischen Kunst. Die aktuelle Ausstellung „Grober Strich und feiner Witz“ mit Cartoons von Hauck & Bauer wurde bis zum 11. Juli verlängert. Die genauen Bedingungen für einen Besuch können zeitnah der Website des Museums entnommen werden: https://caricatura-museum.de/

 

 

Deutsches Architekturmuseum

Deutsches Architekturmuseum © Foto Diether v. Goddenthow
Deutsches Architekturmuseum © Foto Diether v. Goddenthow

Das Deutsche Architekturmuseum öffnet wieder am Freitag, 12. März, mit neuen Öffnungszeiten: dienstags von 12 bis 18 Uhr, mittwochs von 12 bis 20 Uhr, donnerstags von 12 bis 20 Uhr und freitags von 12 bis 20 Uhr. Am Samstag und Sonntag ist das Haus von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Das Haus zeigt derzeit „max40 – BDA Architekturpreis für junge Architektinnen und Architekten“ bis zum 11. April, „Best Highrises 2020/21 – Internationaler Hochhaus Preis 2020“ bis zum 16. Mai und „DAM Preis 2021 – Die 25 besten Bauten in/aus Deutschland“ bis 13. Juni, sowie „Einfach Grün – Greening the City“ bis 11. Juli. Die genauen Bedingungen für einen Besuch können zeitnah der Website des Museums entnommen werden; https://dam-online.de/

Historisches Museum Frankfurt und Junges Museum Frankfurt

Historisches Museum Frankfurt und Junges Museum Frankfurt © Foto Diether v. Goddenthow
Historisches Museum Frankfurt und Junges Museum Frankfurt © Foto Diether v. Goddenthow

Das Historische Museum Frankfurt öffnet wieder am Samstag, 13. März, mit den vor dem zweiten Lockdown geltenden Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag von 11 bis 19 Uhr. Über den Online-Shop der Website oder den Besucherservice des Museums (per Mail an besucherservice@historisches-museum-frankfurt.de oder unter Telefon 069/212-35154) kann ein Zeitslot gebucht werden (jeweils zweistündig, ab den Öffnungszeiten am Tag gerechnet). Die neue, große Ausstellung „Frankfurter Gartenlust – Die Stadt und das Grün“ ist ab Donnerstag, 25. März, zu sehen. Die Ausstellung des Jungen Museums ist ab Dienstag, 30. März, zu sehen, Spielräume und Werkstätten bleiben vorerst geschlossen. Für einen Besuch muss man sich ebenfalls ein Ticket des Historischen Museums über den Online-Shop holen, dass den Eintritt in das Junge Museum inkludiert: https://historisches-museum-frankfurt.de/

Institut für Stadtgeschichte

Institut für Stadtgeschichte © Foto Diether v. Goddenthow
Institut für Stadtgeschichte © Foto Diether v. Goddenthow

Das Institut für Stadtgeschichte öffnet am Dienstag, 9. März, seinen Lesesaal, die Sammlungen und Ausstellungen. Für den Lesesaal, die Sammlungen und den Ausstellungsbesuch ist eine Voranmeldung erforderlich, Informationen dazu sind auf der Website des Museums zu finden. Derzeit sind im Institut für Stadtgeschichte folgende Ausstellungen zu sehen: „Bewegte Zeiten: Frankfurt in den 1960er Jahren“ bis zum 18. April, „Eberhard Steneberg: Zwischen allen Stühlen“ bis zum 9. Mai und die Dauerausstellung „Jörg Ratgeb: Die Wandbilder im Karmeliterkloster“: https://www.stadtgeschichte-ffm.de/

Jüdisches Museum Frankfurt
Das Jüdische Museum präsentiert bis Mittwoch, 10. März, täglich zwischen 19 und 22 Uhr auf dem Museumsvorplatz eine interaktive Lichtinstallation rund um die Skulptur „Untitled“ von Ariel Schlesinger. Ab Donnerstag, 11. März, öffnet das Jüdische Museum am Bertha-Pappenheim-Platz den Lichtbau mit der Bibliothek und die Dauerausstellung im Rothschild-Palais. Besucherinnen und Besucher können sich ab Mittwoch, 10. März, auf der Website des Museums ein Zeitslot- und/oder Online-Ticket buchen. Sie werden vor Ort von Besucherbetreuerinnen und -betreuern empfangen, die individuelle Kurzführungen anbieten. Am Donnerstag, 18. März, öffnet das Haus zusätzlich die Wechselausstellung „Die weibliche Seite Gottes“ im Lichtbau. Die im Oktober eingeführten Öffnungszeiten bleiben bestehen: Dienstag und Donnerstag von 10 bis 21 Uhr, Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr; https://www.juedischesmuseum.de/

Museum Angewandte Kunst

Museum Angewandte Kunst  © Foto Diether v. Goddenthow
Museum Angewandte Kunst © Foto Diether v. Goddenthow

Das Museum Angewandte Kunst öffnet am Dienstag, 9. März, um 12 Uhr. Beim Museum Angewandte Kunst ist eine Terminvergabe per Mail, Telefon oder an der Kasse möglich. Folgende Ausstellungen sind neben der Dauerausstellung zu sehen: „ars viva 2021, Rob Crosse, Richard Sides, Sung Tieu“ bis zum 21. März, „ANETTE LENZ. à propos“ bis zum 16. Mai und „亞歐堂 meet asian art: Schalen. Metamorphosen einer Grundform“ bis zum 7. November. Ab dem 16. April zeigt das Haus „Dieter Rams. Ein Blick zurück und voraus“. Das Haus hat dienstags von 12 bis 18 Uhr, mittwochs von 12 bis 20 Uhr und donnerstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Das zugehörige Ikonenmuseum öffnet am Dienstag, 16. März, um 10 Uhr. Die genauen Bedingungen für einen Besuch befinden sich noch in der Planung und können zeitnah der Website des Hauses entnommen werden. Das Museum ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr und mittwochs von 12 bis 20 Uhr geöffnet: https://www.museumangewandtekunst.de/

Museum Judengasse

Jüdisches Museum Judengasse  © Foto Diether v. Goddenthow
Jüdisches Museum Judengasse © Foto Diether v. Goddenthow

Am Donnerstag, 25. März, erfolgt die Öffnung des Museums Judengasse. Die Öffnungszeiten sind: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Besucherinnen und Besucher können sich zeitnah vor der Wiedereröffnung online ein Zeitslot- und/oder Online-Ticket buchen: https://www.juedischesmuseum.de/besuchen/museum-judengasse/

Tower MMK
Das Museum MMK für Moderne Kunst öffnet ab Dienstag, 9. März, wieder den TOWER MMK. Dort ist die Ausstellung „Sammlung“ zu sehen. Die Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr und Mittwoch von 11 bis 20 Uhr: https://www.mmk.art/de/visit/tower/

Weltkulturen Museum

© Foto Diether v. Goddenthow
© Foto Diether v. Goddenthow

Das Weltkulturen Museum hat wegen Ausstellungsumbaus erst ab Donnerstag, 1. April, wieder geöffnet. Dann wird die neue, gerade im Aufbau befindliche Ausstellung im Haupthaus „Grüner Himmel, blaues Gras. Farben ordnen Welten“ gezeigt. Die Öffnungszeiten bleiben unverändert: Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr, Mittwoch von 11 bis 20 Uhr. Die Möglichkeiten zur Buchung von Terminen für den Ausstellungsbesuch, auch schon im Voraus, werden nach organisatorischer Klärung über die Website des Hauses bekannt geben: https://www.weltkulturenmuseum.de/de/

Weitere Informationen sind auf den Webseiten der einzelnen Häuser sowie unter http://www.museumsufer.de zu finden. Die Informationen werden laufend aktualisiert.

MuseumsuferCard
Für Inhaberinnen und Inhaber der MuseumsuferCard geht die Wiederöffnung der Museen mit einer Verlängerung ihrer Jahreskarte einher. Die Laufzeit der MuseumsuferCard wurde bereits für den ersten Lockdown um zwei Monate verlängert, für den zweiten Lockdown ist die Gültigkeit der Karte um weitere vier Monate ausgeweitet worden. MuseumsuferCard-Inhaberinnen und -Inhaber müssen nichts tun: Die Verlängerung wurde auf dem QR-Code der Karte automatisch gespeichert: https://www.museumsufercard.de/

RAY 2021 — IDEOLOGIEN – Die vierte internationale Triennale der künstlerischen Fotografie und verwandten Medien in Frankfurt/Rhein-Main

ray2021-logoDas große Versprechen der Globalisierung – den Menschen weltweit mehr Wohlstand zu bringen – weicht zunehmender Skepsis. Von Menschen gemachter Klimawandel, Raubb au an der Natur, die Macht und Abhängigkeit der Gesellschaften von den großen Tech -Konzernen und die stetige Konzentration von Reichtum in den Händen weniger führen nicht allein zu weltweiten Migrationsbewegungen, sondern zu immer mehr Frustration, was ein e zunehmende Polarisierung öffentlicher Debatten zur Folge hat. Demokratische Strukturen werden in Frage gestellt, aktuelle Modelle autokratischer Staatsführung in Ost und West finden zunehmend Anhänger:innen. Flankiert von gezielten Kommunikationsstrategien werden damit verbundene Ideologien und ideologische Einstellungen als Begründung und Rechtfertigung von Ideen, Überzeugungen und Werten einer Person, einer Gruppe oder Staatengebilden, ob über das gesprochene oder geschriebene Wort, und mehr noch über Bilder verbreitet.

Die internationale Fotografietriennale RAY präsentiert vom 3. Juni bis 12. September 2021 zeitgenössische Fotografie sowie deren verwandte Medien unter dem Thema IDEOLOGIEN. Gezeigt wird kritisch reflexive Kunst, die ihre eigenen Grundlagen zur Entstehung und das Zeigen mit hinterfragt. Die Identifikation der Betrachtenden mit dem Kunstwerk ist hier per se durch eine Störung, Reibung, Übertreibung und durch die Produktion von etwas Neuem bestimmt, die manipulative Verschmelzung von Bild und Betrachter gehemmt. Die Werke fordern uns auf, Bilder kritisch zu betrachten, sie zu analysieren und zu verstehen. Umgeben von immer mehr Bildern, ist diese Fähigkeit wichtiger denn je. Die vierte Ausgabe der Triennale RAY findet an über 11 Ausstellungsorten in der Region Frankfurt/Rhein-Main statt.

RAY 2021 IDEOLOGIEN In den RAY Ausstellungen der Deutsche Börse Photography Foundation, der DZ BANK Kunstsammlung, des Fotografie Forum Frankfurt, des Museum Angewandte Kunst und des MUSEUM MMK FÜR MODERNE KUNST setzt das Kurator:innen-Team dazu auf vielfältige Perspektiven anhand von Beiträgen und Neuproduktionen internationaler Künstler:innen wie Akinbode Akinbiyi, Máté Bartha, Johanna Diehl, Eddo Hartmann, Paula Markert, Qiana Mestrich, Yves Sambu, Adrian Sauer und Salvatore Vitale. RAY 2021 IDEOLOGIEN wird gemeinsam kuratiert von Anne-Marie Beckmann (Deutsche Börse Photography Foundation), Christina Leber (DZ BANK Kunstsammlung), Alexandra Lechner (Freie Kuratorin), Celina Lunsford (Fotografie Forum Frankfurt), Susanne Pfeffer und Anna Sailer (MUSEUM MMK FÜR MODERNE KUNST) sowie Matthias Wagner K (Museum Angewandte Kunst).

RAY Partnerprojekte Im Rahmen von RAY Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain präsentieren sechs RAY Partnerprojekte eigens kuratierte Ausstellungen und erweitern das Thema IDEOLOGIEN um vielschichtige Perspektiven. Das Kunstforum der TU Darmstadt zeigt Hilde Roth, das Museum Giersch der Goethe-Universität Nini und Carry Hess und der Nassauische Kunstverein Wiesbaden präsentiert Eva und Franco Mattes. Die Marta HoepffnerGesellschaft für Fotografie e.V. im Stadtmuseum Hofheim setzt auf einen fotografischen Dialog von Nicole Ahland und Sibylle Fendt mit Marta Hoepffner und die Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen Rüsselsheim zeigt Lee Miller. Das Historische Museum Frankfurt ist ebenso ein RAY Partnerprojekt.

RAY Festival Im Rahmen der RAY Triennale sind drei Festivaltage mit Vorträgen und Talks geplant. Das RAY Festival lädt dazu internationale Künstler:innen, Kurator:innen und Expert:innen ein, um vielfältige Perspektiven zum Thema IDEOLOGIEN zusammenzubringen. Aufgrund der aktuellen Pandemie-Situation wird der Termin des Festivals auf Anfang September 2021 verschoben. Das RAY Festival wird im Museum Angewandte Kunst stattfinden. Weitere Informationen werden noch bekannt gegeben.

RAY MASTER CLASS In Kooperation mit den Hochschulen der Region wird die RAY MASTER CLASS zum zweiten Mal als intensiver Workshop unter Leitung einer RAY Künstlerin oder eines RAY Künstlers veranstaltet. Ziel ist es, nationale und internationale Studierende im Bereich der künstlerischen Fotografie die Chance zu geben, sich zu profilieren und ein zusätzliches Maß an Aufmerksamkeit bei jungen Besucher:innen zu generieren.

RAY JUNIOR Um möglichst viele junge Menschen für IDEOLOGIEN zu sensibilieren, setzt RAY Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain darüber hinaus auf das bewährte Format RAY JUNIOR, im Rahmen dessen Workshops in Kooperation mit unterschiedlichen Schulen in der Region Frankfurt/Rhein-Main durchgeführt werden.

Ausstellungszeitraum 3. Juni bis 12. September 2021

RAY 2021 im Internet
www.ray2021.de
RAY 2021 Social Media
www.facebook.com/rayfotografieprojekte
www.instagram.com/rayfotografieprojekte
www.youtube.com/Fotografieprojekte
www.twitter.com/rayfotoprojekte

„ANETTE LENZ. à propos“ im Museum Angewandte Kunst, Frankfurt eröffnet – bis 3. Januar 2021

© Museum Angewandte Kunst
© Museum Angewandte Kunst

Die in Paris lebende deutsche Grafikdesignerin Anette Lenz zählt zu den einflussreichsten Gestalter*innen der Gegenwart. Aus einem Misstrauen gegenüber kommerzieller Werbung heraus hat sie neue Strategien für die visuelle Kommunikation im öffentlichen Raum entwickelt. Ihr teilweise anarchisches, immer lustvolles und experimentelles Spiel mit Typografie, Farbe, Fotografie und Film brachte außergewöhnliche Plakatserien, Bücher, Ausstellungsdesigns und visuelle Identitäten mehrerer französischer Städte, Theater und Museen hervor. In einer nach wie vor männlich dominierten und von ökonomischen Faktoren bestimmten Kommunikationswelt vertraute sie stets auf die eigene Einmaligkeit, wodurch sie zur Vorreiterin einer neuen Generation von Grafikdesignerinnen geworden ist.

In dieser ersten Einzelausstellung in Deutschland kontextualisiert, ironisiert und kommentiert Anette Lenz ihr eigenes Lebensgefühl. Sie verwandelt die Museumsräume in begehbare grafische Welten, die visuelle Kommunikation als sinnlich-poetischen Denkanstoß erlebbar machen. Der Titel à propos – was so viel bedeutet wie „nebenbei bemerkt“ – steht dabei nicht nur für ein kommentierendes Hinzufügen von etwas Eigenem, sondern erhebt auch den Anspruch auf Relevanz: ein Kommentar, der genau zum richtigen Zeitpunkt kommt. Er lässt sich als Aufforderung an uns verstehen, eine Komplizenschaft mit dem Werk und der gestalterischen Haltung von Anette Lenz einzugehen. Die Wirkung ihrer Arbeiten macht uns dabei nicht zu Konsument*innen, sondern ermöglicht uns, am Ideenreichtum und der Ausdruckskraft von Grafikdesign teilzuhaben, an einem raffinierten Spiel aus immer wieder anders inszenierten Wechselbeziehungen von Information und Bildlichkeit. Das grafische Werk ICH BIN EIN TEIL DES GROSSEN GANZEN UND DAS GANZE GROSSE IST IN MIR von Anette Lenz ist dabei ein passender Auftakt für ihr Konzept eines gestalterischen Nachhalls, das in diesen Zeiten wohl kaum aktueller sein könnte.

Beim Durchschreiten der Räume können Besucher*innen in Anette Lenz vielschichtigen Gestaltungsprozess eintauchen. Sie spielt mit Überlagerung, Dreidimensionalität sowie Räumlichkeit und zieht verschiedenste Materialien und Medien als Inspiration heran. Die Ausstellung wird über ihre Laufzeit bis zum 3. Januar 2021 nach und nach mit weiteren Inhalten erweitert. Dies betont umso mehr das stetig Prozesshafte in der gestalterischen Praxis von Anette Lenz.
Kuratoren der Ausstellung sind Peter Zizka und Museumsdirektor Prof. Matthias Wagner K

Begleitet wird die Ausstellung von einem abwechslungsreichen Begleitprogramm. Neben öffentlichen Führungen, die im Museum Angewandte Kunst ab Juli wieder möglich sind, ist eine Art „Midissage“ im Herbst geplant, da die feierliche Eröffnung aufgrund der Corona – Maßnahmen nicht wie gewohnt stattfinden kann. Darüber hinaus ist in Kooperation mit dem Centre Pompidou in Paris ein Livestream einer lyrischen Inszenierung zur Feier des Prix Littéraire Bernard Heidsieck – Centre Pompidou im Museum Angewandte Kunst geplant, der zeitgleich an verschiedenen Institutionen weltweit stattfinden soll. Der Preis, dessen Erscheinungsbild ebenfalls von Anette Lenz gestaltet wurde, zeichnet Lyrik in Kombination mit Ton, Tanz oder Performance aus. Der Preis wird seit 2017 jedes Jahr beim Poesie -Festival Extra! in Paris vergeben. Über die genauen Termine wird das Museum Angewandte Kunst frühzeitig auf seiner Website informieren.

ITI-Festival THEATER DER WELT 2023 nach Offenbach und Frankfurt vergeben

Auf einer heutigen Pressekonferenz im Museum Angewandte Kunst (MAK) Frankfurt mit ITI-Präsident Joachim Lux, der Hessischen Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn, der Dezernentin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt, Dr. Ina Hartwig, Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke, Offenbach am Main sowie Matthias Pees, MAK-Direktor Professor Matthias Wagner K und Frankfurter Schauspiel-Direktor Anselm Weber wurde bekannt gegeben, dass das ITI-Festival THEATER DER WELT 2023 nach Offenbach und Frankfurt vergeben wird.

„THEATER DER WELT“ zählt international zu den wichtigsten Festivals für zeitgenössisches Theater. Es präsentiert alle zwei bis drei Jahre jeweils in einer anderen Stadt in Deutschland wegweisende Entwicklungen in Tanz, Theater und Performance aus allen Konti nenten in einem ca. zweiwöchigen Programm. THEATER DER WELT wurde 1981 vom deutschen Zentrum des Internationalen Theaterinstituts, im Anschluss an das ITI-Festival „Theater der Nationen“ (1979 in Hamburg) gegründet.

Das ITI vergibt die Ausrichtung und Intendanz des Festivals jeweils an ein oder mehrere Theater in der ausgewählten Stadt oder Region, und hat in einer Festivalsatzung die Grundsätze für Aufgabe und Arbeitsweise des Festivals festgelegt. Die Grundfinanzierung des Festivals soll demnach vom Bund, von der ausrichtenden Stadt und vom Bundesland, in dem diese Stadt oder Region liegt, jeweils zu etwa einem Drittel getragen werden. Die zweite Ausgabe von THEATER DER WELT fand 1985 in Frankfurt am Main statt, weitere ausrichtende Städte waren bislang Köln (1981), Stuttgart (1987 & 2005), Hamburg (1989 & 2017), Essen (1991), München (1993), Dresden (1996), Berlin (1999), Halle/Saale (2008), Mannheim (2014). 2002 fand das Festival gleichzeitig in Köln, Bonn, Düsseldorf und Duisburg statt, 2010 in Essen und Mülheim an der Ruhr. Die für 2020 in Düsseldorf vorgesehene Ausgabe wurde aufgrund der Corona-Pandemie auf 2021 verschoben. Die Ausrichtung der für 2023 vorgesehenen Festivalausgabe wurde erstmals öffentlich ausgeschrieben. Das ITI wählte aus vier Bewerbern schließlich Frankfurt-Offenbach am Main als nächste Station von THEATER DER WELT aus.

Theater der Welt 2023 in Offenbach-Frankfurt
Für die Festivalausgabe im Jahr 2023 hatten sich das Künstlerhaus Mousonturm, das Museum Angewandte Kunst und das Schauspiel Frankfurt als gleichberechtigte Partner beworben; ihre jeweiligen Leiter Matthias Pees, Matthias Wagner K und Anselm Weber übernehmen auch gemeinsam die Festivalintendanz. THEATER DER WELT 2023 wird voraussichtlich vom 29. Juni bis 16. Juli 2023 im Stadtraum Frankfurt-Offenbach stattfinden.
Dabei sollen nicht nur die Städtischen Bühnen mitsamt dem Bockenheimer Depot, der Mousonturm, das Frankfurt LAB und andere Theater der freien Szene in Frankfurt bespielt werden, sondern etwa auch das Capitol-Theater und die Alte Schlosserei der Energieversorgung Offenbach AG und die urbanen Räume in beiden Städten. Die Ausrichter wollen im Zuge des Festivals auch neue Orte performativ erschließen. Das Museum Angewandte Kunst am Frankfurter Museumsufer im Metzlerpark wird für die gesamte Festivaldauer auf allen Etagen zum Performing Arts Center.

Der urbane Raum, den Frankfurt und Offenbach bilden, dient THEATER DER WELT als Brennglas, das im Lokalen globale Entwicklungen aufgreift und spiegelt und so zum idealen Resonanzkörper für die Artikulationen internationaler Künstler*innen im Rahmen des Festivals wird. Offenbach und Frankfurt werden dabei nicht als zwei nebeneinander liegende Festivalstädte mit aufgeteiltem Programm funktionieren. Die Städte bilden eine n Raum, der soziologisch, ökonomisch, kulturell und alltäglich zusammengehört und deshalb auch künstlerisch zusammen gedacht, analysiert und reflektiert, bespielt und aktiviert werden muss. Ein urbaner Raum, der über einen der bundesweit höchsten Migration santeile in der Bevölkerung verfügt und viel über die ökonomischen Verhält-nisse in Deutschland und der Welt erzählt, insbesondere über die zunehmende Segregation, die sich als eine Auswirkung der Corona-Krise derzeit noch zu verschärfen droht.

„Gerade aufgrund des Struktur- und Finanzgefälles, aufgrund der Ambivalenz zwischen Gemeinsamkeiten und trennenden Faktoren bilden Offenbach und Frankfurt genau die Internationalität ab, die wir ins Zentrum von THEATER DER WELT 2023 stellen wollen“, so die Festivalausrichter. „Wir wollen die Verfasstheit und Zukunft dieser Internationalität untersuchen und ihren Geist verteidigen. Weil hier wie vielleicht nirgendwo sonst in Deutschland ethnische Bezüge und ökonomische Situiertheit auf komplexe, heterogene und eben nicht zu vereinfachende Weise ineinandergreifen und der Begriff der Internationalität immer wieder neu ausgehandelt wird bzw. verhandelt werden muss von und in den diversen, heterogenen Communities, die hier miteinander leben. Und für die sich immer wieder d ie Frage stellt, wie sie hier leben wollen und können.“

Die Zukunft von Internationalität und Diversität zu befragen, zu verteidigen und zu gestalten, soll zentrales Leitmotiv von THEATER DER WELT 2023 in Frankfurt-Offenbach sein. Das Festival soll zugleich wichtige Impulse gegen Vereinfachungen setzen. Diese Aspekte sollen sich auch in der Auswahl der noch zu besetzenden Programmdirektion widerspiegeln, die diekünstlerische Leitung des Festivals übernimmt. Sie soll noch im Herbst über eine weltweite Ausschreibung gefunden werden.

Die Ausrichter werden dabei nach Kurator*innen suchen, die aufgrund ihrer Lebens – und Arbeitspraxis neue Perspektiven auf den Begriff der Internationalität werfen und bereit sind, ihn im Austausch mit Offenbach-Frankfurt zu füllen. Sie wollen dabei zu Bewerbungen von Zweierteams, auch aus anderen Kontinenten als dem europäischen, explizit ermutigen.

Die Programmdirektion wird mit einem eigenen Festivalteam inhaltlich wie budgetär autonom arbeiten können. Sie wird dabei in einem kontinuierlichen Dialog von der Festivalintendanz und den Teams der ausrichtenden Häuser begleitet. Diese bringen ihr Wissen über die Region und ihre entsprechenden Kontakte in die Festivalvorbereitung ein, ebenso wie sie sich um neue Partnerschaften und Impulse bemühen. Für THEATER DER WELT wollen die drei das Festival ausrichtenden Kulturinstitutionen der Stadt Frankfurt dauerhaft mit Partner*innen und Initiativen aus der blühenden Kunst- und Kreativszene Offenbachs zusammenarbeiten, mit denen sie teilweise bereits über viele Jahre gelebte Projekterfahrungen verbindet. Weil es wenig Institutionelle Kultureinrichtungen in Offenbach gibt und die Kulturszene nicht über ausreichend schlagkräftige finanzielle Mittel verfügt, wird sich die Zusammenarbeit zeitgemäß dezentral und horizontal gestalten.

Das Künstlerhaus Mousonturm, das Museum Angewandte Kunst und das Schauspiel Frankfurt verbinden langjährige positive Kooperationserfahrungen, die sie miteinander durch das gemeinsame (Ko-)Produzieren internationaler Theater- und Kunstprojekte in Frankfurt gesammelt haben und mit THEATER DER WELT auf eine neue Stufe stellen wollen. Aus den Kooperationen eines Stadttheaters, eines internationalen Produktions -hauses und eines innovativen Museums haben sich Blickerweiterungen und Perspektiv-wechsel ergeben, die für THEATER DER WELT nutzbar gemacht und zugleich mit einem solchen internationalen, multiperspektivischen Großereignis auch auf die Probe gestellt und gespiegelt werden sollen.

Zugleich teilen die drei Ausrichter die Überzeugung, dass ein zeitgemäßes Welt-TheaterFestival durch eine langfristige lokale Verankerung auf der Basis bereits bestehender Kontakte und Erfahrungen eine besondere Qualität gewinnen kann. Auf diese Weise sollen herausragende internationale Theaterarbeiten sowohl mit diversen Stadtgesellschaften vor Ort als auch mit den „glokalen“ Communities, die lokal und international vernetzt sind, und ihren Künstlerschaften in einen Dialog gebracht werden.

Die drei Häuser wollen deshalb, möglichst gemeinsam mit ihren Partnern in FrankfurtOffenbach, das Festival nachhaltig in ihren Programmen, Spielplänen und Aktivitäten vorbereiten und einbetten, damit die Möglichkeit zur Teilhabe der diversen Stadtgesellschaften, unabhängig vom Alter der Menschen, ihrer ethnischen Herkunft und ihrer Einkommensverhältnisse, nicht nur schiere Hoffnung und Behauptung bleibt, sondern sich tatsächlich erfüllen kann.

Kritische, inklusions- und diversitätsfördernde Vermittlungs- und Outreachpogramme von Künstlerhaus Mousonturm, Museum Angewandte Kunst und Schauspiel Frankfurt befördern schon jetzt eine Vergrößerung und Durchdringung unterschiedlicher Publikums -gruppen (z.B. „All our Futures“ am Schauspiel Frankfurt, die intergene-rationelle Vermittlungsinitiative „ALL IN“ am Mousonturms, das „Create“-Programm am Museum Angewandte Kunst). Sie sollen für THEATER DER WELT 2023 genutzt und ausgebaut werden, um über eine kurzfristige Adressierung von unterschiedlichen Zielgruppen hinauszugehen und die Impulse und Fragen des Festivals längerfristig zu verwurzeln. So sollen diverse Communitys, ein hochkarätiges Stadttheaterensemble, die freie Theaterszene und auch die vielen interdisziplinär arbeitenden unabhängigen Künstler*innen und Gruppen in Frankfurt und Offenbach möglichst langfristig in ein Projekt namens THEATER DER WELT einbezogen werden.

Gemeinsam mit dem in Frankfurt-Offenbach ansässigem Kinder- und Jugend-theaterzentrum der Bundesrepublik Deutschland soll dabei auch das neue ITI-Konzept „Junges Theater der Welt“ weiterentwickelt und ausgebaut werden, und mit langfristig in die Festivalplanung einbezogenen Expert*innen Konzepte für mehr Accessibilty und die Verringerung von Barrieren sowie für klimaeffizientes und ökologisch nachhaltiges Handeln („Theater der Umwelt“) erarbeitet werden.

Weitere Informationen:
„THEATER DER WELT“
Künstlerhaus Mousonturm
Museum Angewandte Kunst
Schauspiel Frankfurt

Ab 5. Mai 2020 öffnet das Museum Angewandte Kunst wieder seine Pforten

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Nach mehr als sieben Wochen temporärer Schließung aufgrund des Coronavirus SARS-CoV-2 nimmt das Museum Angewandte Kunst den Museumsbetrieb am 5. Mai 2020 wieder auf. Der Besuch der Mode-Ausstellung Life doesn’t frighten me. Michelle Elie wears Comme des Garçons, die bereits seit dem 4. April zu sehen gewesen wäre, sowie die in der Zwischenzeit erweiterte Präsentation Elementarteile. Aus den Sammlungen, die Stilräume in der Historischen Villa Metzler und der Dieter Rams Stilraum sind jetzt möglich.

Um die Sicherheit aller Besucher*innen und Mitarbeiter*innen zu gewährleisten, hat Direktor Matthias Wagner K in Absprache mit dem Kulturdezernat und den hiesigen Gesundheitsbehörden ein Konzept und Maßnahmen zur Einhaltung der Hygiene- und Sicherheitsbestimmungen entwickelt.

Bereits im Eingang weisen Schilder auf alle Regelungen hin. Die Kasse im Foyer ist mit einem Schutz aus Plexiglas ausgestattet, Auf- und Abgänge wurden getrennt und die
Besucher*innen werden auf markierten Wegen durch das Museum geleitet. Maximal 100 Personen ist es gestattet, sich gleichzeitig im Haus aufzuhalten. Die Ausstellungs – Aufsichten und das Museumspersonal wurden diesbezüglich geschult und sind selbst mit einem Mund-Nasen-Schutz ausgestattet. Sie werden ebenfalls auf die Einhaltung eines Mindest-Abstandes von 1,5 Metern zwischen den Gästen achten.

Im Museum gilt auch für die Besucher*innen das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Für modebewusste Besucher*innen bietet das Museum gut gestaltete, wiederverwendbare Masken mit einem antibakteriell wirkenden Stoff zum Kauf an. Sie entstanden in Kooperation mit der Frankfurter Manufaktur Stitch by Stitch sowie der Berliner Agiba Service UG und kosten zwischen 6 Euro und 14 Euro.

Aufgrund der behördlichen Auflagen wurden Tabletts, Touchscreens und Kopfhörer aus den Ausstellungsräumen entfernt. Anstelle dessen stehen den Besucher*innen nunmehr Audiodateien zur Verfügung, die über das WLAN des Museums auf das eigene Smartphone heruntergeladen werden können. Daneben gibt es auf der Website des Museums eine PDFAusgabe zum kostenfreien Download und spezielle Booklets, die nach jedem Gebrauch desinfiziert werden.

Da leider öffentliche Führungen und andere Veranstaltungen weiterhin nicht möglich sein werden, bietet das Museum Angewandte Kunst neben den erwähnten Audiodateien verschiedene digitale Angebote an, die von zu Hause einen Einblick in die Ausstellungen geben. So sind in den letzten Wochen vor allem für die Plattform Instagram Videos zur Ausstellung Life doesn’t frighten me. Michelle Elie wears Comme des Gar çons entstanden.

Peu à peu werden in den kommenden Tagen und Wochen außerdem Videoclips veröffentlicht, die mit der Unterstützung des Kulturdezernats und der Agentur Urban Media Project entstanden sind. Diese bringen die Dauerausstellung Elementarteile. Aus den Sammlungen auf die Bildschirm-Bühne: Der Direktor Matthias Wagner K und die
stellvertretende Direktorin Grit Weber stellen hier Neuzugänge vor; der Restaurator Christian Dressen erläutert die aufwendigen Restaurierungsarbeiten der Frankfurter Küche aus dem Jahr 1929, die als Dauerleihgabe durch die AGB Frankfurt Holding zur Verfügung gestellt wurde.

Der dritte Film aus dieser Serie bringt das beliebte Workshopformat GestalterKids als GestalterKids@Home direkt nach Hause. Das Video richtet sich an Kinder zwischen fünf und zehn Jahren und handelt in dieser Ausgabe von der Kultur des Sitzens. Es stellt einzigartige Sitzgelegenheiten aus der Sammlung vor, wie z.B. den Garden(egg) Chair von Peter Ghyczy oder den Sylva Lounger von Mike Bouchet. Alle Kinder sind eingeladen, daheim ihre eigenen Ideen von einem Stuhl im Miniaturformat zu verwirklichen und dafür alle möglichen Haushalts- und Bastelutensilien zu verwenden. Als Foto an das Museum gesendet, werden diese anschließend auf einer Online-Galerie auf der Museumswebsite und in den sozialen Medien präsentiert.

Verzögern wird sich leider aufgrund von Lieferengpässen und Personalausfällen die Eröffnung der Ausstellung Anette Lenz. à propos, die für den 24. April geplant war. Sie wird erst Ende Mai fertig gestellt und für Besucher*innen zugänglich sein.

Direktor Matthias Wagner K schaut trotz der Einschränkungen mit großer Freude auf die Wiedereröffnung: „Wir sind uns der Verantwortung, also dem Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie unserer Besucherinnen und Besuchern bewusst und können einen wenn auch eingeschränkten, also maßvollen Besuch unserer Ausstellungen verantworten. Oder anders: Gerade in Zeiten wie diesen sind für mich Kunst- und Kultureinrichtungen systemrelevant. Denn in einer Demokratie sind diese Orte für kritische Reflexionen, für Widerständigkeit, für Anderes, Neues, einem sinnlichem Erleben und nicht zuletzt für Kontemplation unersetzlich. Und deshalb freue ich mich jetzt auf die Öffnung unseres Museums und noch dazu einer Ausstellung, bei der der Titel – Life doesn’t frighten me. Michelle Elie wears Comme des Garçons – in dieser Situation von großer Doppeldeutigkeit ist. Denn natürlich mussten und müssen wir feststellen, dass das Leben, ein Virus in der Tat uns etwas anhaben kann, zugleich steht er für ein Sich-hinweg-Setzen über Normen, Vorstellungen und Zuschreibungen und feiert mit Rei Kawakubo eine der interessantesten Modedesignerinnen der Welt und mit Michelle Elie eine nicht minder interessante Sammlerin und Trägerin dieser Mode. Ich bedanke mich bei der Stadt Frankfurt, insbesondere bei der Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig und ihrem Stab für die Unterstützung in dieser herausfordernden Zeit. Vor allem bedanke ich mich bei den zahlreichen Menschen, die uns seit der Schließung am 13. März über die digitalen Kanäle und in Gedanken die Treue gehalten haben. Ich wünsche ihnen und unseren zukünftigen Besucher*innen, dass sie ihren Aufenthalt in unserem Museum genießen können.“

Life doesn’t frighten me. Michelle Elie wears Comme des Garçons – bis 30. August 2020 Museum Angewandte Kunst Frankfurt

© Museum Angewandte Kunst
© Museum Angewandte Kunst

Das Modelabel Comme des Garçons (deutsch: So wie Jungs) wurde 1969 von Rei Kawakubo gegründet. Durch Dekonstruktion, Verschiebung, Zerstörung und durch Ausbuchtungen ohne Rücksicht auf Körperformen bricht die Designerin mit Konventionen der Schnittkunst und stört damit den durch westliche Schönheitsideale gelenkten Blick.

Das Museum Angewandte Kunst zeigt über 50 Ensembles der umfangreichen Comme des Garçons-Sammlung von Michelle Elie und fragt wie wir Kleidung nutzen, um uns selbst auszudrücken. Die Mode-Ikone, Schmuckdesignerin und Stylistin erzählt Geschichten zu einzelnen Kleidungsstücken – vom Moment der Entdeckung auf dem Laufsteg in Paris über den Erwerb bis hin zum Erleben auf dem eigenen Körper und den unterschiedlichsten Reaktionen, die das Tragen dieser Stücke bei anderen provoziert.

„Life doesn’t frighten me“ sagt Elie, und tatsächlich gehört Mut dazu, Comme des Garçons zu tragen, aufzufallen und sich damit klar gegen gesellschaftliche Normen zu positionieren. Elie eignet sich die Kleidungsobjekte als eine zweite Haut an, überspitzt ihre Körpererfahrungen selbstbewusst und fordert Betrachter*innen heraus, ihr eigenes Körpererleben zu reflektieren.

Body Meets Dress, Dress Meets Body
Michelle Elies innige Beziehung zur Marke beginnt 1997 mit dem Erwerb eines Outfits aus der Frühjahrskollektion Body Meets Dress, Dress Meets Body. Dieses ist nicht nur in der Ausstellung zu sehen, sondern auch Zentrum einer von Elies Erzählungen in der Ausstellung: Rock und Oberteil entdeckt sie in einer New Yorker Boutique. Sie ist von den außergewöhnlichen Formen, den Polsterungen und Ausbuchtungen des Stoffes fasziniert, scheitert in der Umkleide allerdings an dem Versuch, das Outfit anzuprobieren. Später in Köln bereut sie, die Teile nicht gekauft zu haben. Mit etwas Glück trifft sie dort in einem Laden auf einen Sammler, der das Outfit besitzt. Es gelingt ihr, ihn zu überzeugen, es ihr zu verkaufen. Während ihrer ersten Schwangerschaft trägt sie es für ein Fotoshooting und berichtet uns, wie für sie die Ausformungen des Kleides mit der Transformation ihres eigenen Körpers korrespondierten.
Dies ist nur ein Beispiel von mehreren persönlichen Geschichten, die sie mit jedem ihrer einzelnen Kleidungsstücke verbindet. Sie erzählt nicht nur, welchen Aufwand sie betreibt, um an die begehrten Stücke zu kommen, sondern was das Tragen der außergewöhnlic hen Kleidungsobjekte mit ihr selbst macht und welche Reaktionen sie in anderen Menschenauslöst, denen sie begegnet.

Fragen der Repräsentation
In der Ausstellung verbinden sich ein hedonistischer und lebensfroher Blick auf die Mode aus der Perspektive eines kompromisslosen Fans mit pragmatischen Antworten auf Fragen der Repräsentation. Michelle Elie wurde in Haiti geboren und wanderte als Jugendliche mit ihrer Familie nach New York aus. Dort studierte sie später an der New York University und arbeitete mehrere Jahre als Model, obwohl sie nicht den damaligen Modelstandards entsprach. Elie gestaltete sich stets ihren eigenen Raum und schafft dadurch bis heute Präsenz und Sichtbarkeit. Sie betont, dass es vor allem Kawakubos klare Positionierung gegen die Schönheitsideale der Modewelt waren, die ihr dabei geholfen haben, sich selbst und ihren Körper zu akzeptieren und eigene Visionen von Körperlichkeit zu entwickeln. Entsprechend wurde auch eine Entscheidung für Schwarze Mannequins in der Präsentation der Kleidung in der Ausstellung im Museum Angewandte Kunst bewusst getroffen. Sie sind zum einen vom Abbild Elies speziell in der Kölner Manufaktur Moch gefertigt, zum anderen kontern sie die Unterrepräsentation von Schwarzen Menschen und People of Colour in der Geschichte und Gegenwart der Mode- und Kunstwelt.

Vom Laufsteg auf die Straße
Sogenannte Streetstyle-Fotografien, die in den letzten Jahren von Michelle Elie auf den Pariser Straßen und Plätzen während der Fashionweek aufgenommen wurden, bilden einen weiteren Aspekt der Frankfurter Ausstellung. Streetstyle-Fotograf*innen haben in den letzten zehn Jahren den Fokus vom Laufsteg auf die Straße verlagert; von den Models, die Designentwürfe präsentieren, auf die aufwendig gestylten Fashionweek -Besucher*innen. Die Bilder in Magazinen und sozialen Netzwerken begründeten ein neues Genre, zu dem Michelle Elie entschieden beiträgt. Mit rund 19.000 Followern auf Instagram ist sie durch ihren eigenwilligen Stil selbst zur Modeikone und erfolgreichen Influencerin geworden. Darüber hinaus werden zwei Filme, Sitting in a Cloud und The Fashion Teller, gezeigt, in dem der Regisseur Gianluca Matarrese Michelle Elie bei ihren Besuchen auf den Pariser Fashion Weeks begleitet. Wir sehen Elie, die mittlerweile bei vielen Fashionshows in der ersten Reihe sitzt, in ihrem Element und in Interaktion mit Models und nicht zuletzt di e Erfüllung eines lang ersehnten Traums: einem Treffen mit ihrer persönlichen Heldin, Rei Kawakubo.

Begleitprogramm
Sobald die Ausstellung der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden kann, bietet die Vermittlungsabteilung des Museums ein abwechslungsreiches Begleitprogramm. Geplant sind neben öffentlichen Führungen für Kinder mit Michelle Elie und Tandemführungen mit Kuratorin Dr. Mahret Ifeoma Kupka auch Workshops, u.a. ein Modezeichnen -Workshop für Erwachsene.

Ort
Museum Angewandte Kunst
Schaumainkai 17
60594 Frankfurt am Main
Information
T +49 69 212 31286
F +49 69 212 30703
info.angewandte-kunst@stadt-frankfurt.de
www.museumangewandtekunst.de

Öffnungszeiten
Di, Do-So 10-18 Uhr, Mi 10-20 Uhr
Eintritt
12 Euro, ermäßigt 6 Euro
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie Studierende der Goethe-Universität Frankfurt, der Städelschule
und der HfG Offenbach frei

German Design Award 2020 – Gastausstellung im Museum Angewandte Kunst Frankfurt

Museum Angewandte Kunst Frankfurt.©  Foto: Diether  v Goddenthow
Museum Angewandte Kunst Frankfurt.© Foto: Diether v Goddenthow

Vom 8. bis 23. Februar präsentiert die Gastausstellung German Design Award 2020 im Museum Angewandte Kunst Frankfurt die besten Arbeien aus dem Bereich Excellent Communications Design und Excellent Architecture, die Newcomer-Finalisten sowie den Preisträger der Kategorie Personality, Jasper Morrison. Der britische Produktdesigner Jasper Morrison überzeugt mit seinen reduzierten, elegant designten Objekten, die formal unaufdringlich und maximal auf ihre Nützlichkeit fokussiert sind. Das Spektrum seiner Arbeit reicht von Möbeldesigns für Marken wie Cappellini und Vitra über Elektronik bis hin zum Entwurf der Straßenbahn in Hannover. In der Ausstellung sind Projekte aus den unterschiedlichsten Bereichen wie Corporate Design, Packaging oder Architektur vertreten.

Der 2012 initiierte German Design Award ist der internationale Premiumpreis des Rat für Formgebung. Sein Ziel ist es, einzigartige Gestaltungstrends zu entdecken, zu präsentieren und auszuzeichnen. Jährlich werden hochkarätige Einreichungen aus dem Produkt- und Kommunikationsdesign prämiert, die alle auf ihre Art wegweisend in der internationalen Designlandschaft sind.

Eröffnung: Freitag, 7. Februar 2020, 18 Uhr
Veranstaltungsort: Museum Angewandte Kunst, Schaumainkai 17, 60594 Frankfurt

Die neuen Ausstellungen im Museum Angewandte Kunst 2020

Museum Angewandte Kunst Frankfurt.©  Foto: Diether  v Goddenthow
Museum Angewandte Kunst Frankfurt.© Foto: Diether v Goddenthow

Das Museum Angewandte Kunst in Frankfurt, welches in Folge wieder einmal seine  Besucherzahlen steigern konnte, von 141.747 (2018) auf 167.144 (2019),   hält auch in 2020 wieder eine Reihe abwechslungsreicher Ausstellungshighlights bereit: vom Phänomen des Wünschens, über eine einzigartige Mode-Sammlung bis hin zu grafischen Welten als sinnlicher Denkanstoß.

Wie das MAK mitteilt, startet das neue Ausstellungsjahr  mit Ingrid Godon. Ich wünschte und verwandelt das Museum für drei Wochen in ein lebendiges und pulsierendes, aber auch stilles und kontemplatives Open House.
Im ersten Halbjahr eröffnen zwei weitere Ausstellungen, die sich zum einen Designerin und Mode-Ikone Michelle Elie und ihrer außergewöhnlichen Commes des Garçons Sammlung sowie mit Anette Lenz. à propos einer der einflussreichsten Gestalterinnen der Gegenwart widmen. Im zweiten Halbjahr feiert das Museum Angewandte Kunst unter anderem die Schönheit der archetypischen Form der Schale.

Aus dem MAK:

© MAK
© MAK

Ingrid Godon. Ich wünschte
Open House
26. Februar bis 15. März
Das Museum Angewandte Kunst lädt mit Ingrid Godons Ausstellung Ich wünschte in einen Möglichkeitsraum ein, der nicht nur das
Potenzial birgt, über die eigenen Wünsche zu reflektieren, sondern der mit seinen gestalteten Atmosphären als Raum für Prozesse, Ereignisse und Diskussionen zur Teilhabe animieren
möchte.
Zusammen mit Texten des vielfach ausgezeichneten Lyrikers Toon Tellegen öffnen Godons Bilder von Gesichtern ernster Kinder, wehmütiger Männer und nachdenklicher Frauen eine Tür für unsere Imagination. Während der gesamten Laufzeit verwandelt die für die Ausstellung konzipierte Klanginstallation sound 48H silence von d.o.o.r (Oona Kastner und Dirk Raulf) die Architektur des Museums in einen Klangkörper. Sie mündet am letzten Wochenende in einer 48-stündigen Live-Performance mit namenhaften internationalen Musiker*innen. Zwischen den Wandillustrationen und Originalen der belgischen Künstlerin lädt außerdem ein Angebot an Musik, Performances und Workshops Besucher*innen jeden Alters zum sinnlichen Erleben, Verweilen und Wandeln ein. Das Museum Angewandte Kunst präsentiert sich als ein lebendiges und pulsierendes, aber auch stilles und kontemplatives Open House: El Barrio bietet Konzerte, Livesets, ausgewählte Menüs, ein Popup-Kino und eine Barlandschaft. Die Create-Abteilung des Museums lädt zu Performances aus den Bereichen Tanz und Spoken-Word sowie Workshops u.a. von der Bildungsstätte Anne Frank ein.
Thomas Linden kuratiert Ingrid Gordons Ich wünschte.

Life doesn’t frighten me
Michelle Elie wears Comme des Garçons
3. April bis 30. August 2020

Kleidung wird durch kulturellen Kontext zu Mode. Die japanische Designerin Rei Kawakubo gründete 1969 ihr Modelabel Commes des Garçons (deutsch: Wie Jungs). Bis heute geht es ihr nicht darum zu gefallen, sondern spielerisch und lustvoll den männlichen, dur ch westliche Schönheitsideale gelenkten Blick zu stören. Konventionen der Schnittkunst bricht Kawakubo durch Dekonstruktion, Verschiebung, Zerstörung und Ausbuchtungen ohne Rücksicht auf Körperformen. Träger*innen eignen sich die Kleidobjekte an, bringen s ie in ihren je eigenen Kontexten zum Leben, nicht ohne Aufsehen zu erregen. Comme des Garçons widerspricht der Norm, fällt auf und provoziert nicht selten. Designerin und Mode-Ikone Michelle Elie liebt, sammelt und lebt Kawakubos Entwürfe leidenschaftlich – auf den internationalen Fashionweeks, die sie regelmäßig besucht, und in ihrem Kölner Alltag. Das Museum Angewandte Kunst zeigt Elies Sammlung und lässt sie selbst die Geschichten der jeweiligen Stücke erzählen: Vom Moment der Entdeckung, über den Erwerb, bis hin zum Erleben auf dem eigenen Körper und den unterschiedlichsten Reaktionen, die das Tragen bei anderen provoziert. „Life doesn’t frighten me“, sagt diegebürtige Haitianerin und tatsächlich gehört Mut dazu, Kawakubo zu tragen und sich damit klar gegen gesellschaftliche Normen zu positionieren. Als Schwarze Frau in einer weißen Mehrheitsgesellschaft mit ihren entsprechenden Vorstellungen von Schönheit, strotzt Elie bereits durch ihr bloßes Sein jeder Norm. Mit Commes des Garçons am Leib, überspitzt sie ihre Körpererfahrungen selbstbewusst und fordert damit Betrachter*innen heraus, ihr je eigenes Körpererleben zu reflektieren.
Kuratorin: Dr. Mahret Ifeoma Kupka

Anette Lenz. à propos
25. April 2020 bis 30. August 2020

Anette Lenz lebt in Paris und zählt zu den einflussreichsten Gestalter*innen der Gegenwart. In Frankfurt widmet ihr deshalb das Museum Angewandte Kunst erstmals in Deutschland eine Ausstellung.
Nach ihrem Grafikdesign-Studium in München trat sie in Paris dem Gestalterkollektiv Grapus bei, das sich mit Henryks Tomaszewskis „Kultur des Verrückten Einfalls“ und der Beuyschen Idee der „Sozialen Plastik“ an die Spitze der zu dieser Zeit allein ökonomisch orientierten französischen Gestalterwelt geputscht hatte. Aus dem Misstrauen gegen kommerzielle Werbung entwickelten Grapus und damit auch Anette Lenz völlig neue Strategien für die Kommunikation im öffentlichen Raum. Dies ist bis heute ein wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit. Unaufgeregt, aber umso relevanter für eine visuelle Wahrnehmung, hat sich Anette Lenz in den letzten 30 Jahren in der französischen Grafikwelt und international etabliert. Anette Lenz gestaltete u.a. die visuellen Identitäten mehrerer französischer Städte, Theater und Museen. Sie entwickelte mit ihrem Spiel mit Typografie, Farbe und teilweise auch Fotografie außergewöhnliche Plakatserien, Ausstellungsdesigns und Bücher, wobei für Anette Lenz „das Plakat eines der demokratischsten Medien schlechthin“ ist. In einer nach wie vor männlich dominierten und von ökonomischen Faktoren bestimmten Kommunikationswelt, hat sie sich ihre Einmaligkeit bewahrt und ist Teil einer längst überfälligen Genderkorrektur geworden. Sie kann als Vorreiterin einer neuen Generation von
Grafikdesigner*innen gewertet werden, die sich ihrer politisch-gesellschaftlichen Rolle bewusst sind. In ihrer Einzelausstellung wird Anette Lenz die Museumsräume in begehbare grafisc he Welten verwandeln, die visuelle Kommunikation nicht als Kauf- sondern als sinnlichpoetischen Denkanstoß erleben lassen werden. Kuratoren: Peter Zizka, Prof. Matthias Wagner K

亞歐堂meet asian art: Schalen. Metamorphosen einer Grundform
Ab September 2020
Ab Herbst 2020 feiert das Museum Angewandte Kunst die Schönheit der archetypischen Form der Schale. Es präsentiert ausgewählte Beispiele aus China, Korea, Japan und Südostasien, gefertigt über vier Jahrtausende hinweg in unterschiedlichsten Materialien und Techniken. Die Kabinettausstellung spürt damit einer Grundform ostasiatischer Produktgestaltung nach, deren älteste, neolithische Beispiele durchweg Keramiken sind, die jedoch auch in Materialien wie Jade, Bronze, Cloisonné oder Glas in Erscheinung tritt. Fast alle gezeigten Stücke entstammen der asiatischen Sammlung im Museum Angewandte Kunst.
Bis 30. August läuft noch in der gleichen Reihe die wunderbare Ausstellung „Von Drachen, Einhörnern und Mondhasen. Tierische und
mythische Wesen im Alten China“

Kurator beider Ausstellungen: Dr. Stephan von der Schulenburg

Die Dauerausstellungen im MAk

Dieter Rams. Ein Stilraum
Mit seiner funktionsorientierten und unprätentiösen, visuell langlebigen und dabei höchst ästhetischen Gestaltung prägte Dieter Rams das Image des deutschen Designs der Nachkriegszeit. Noch heute beeinflusst seine Designhaltung Generationen von Gestalterinnen und Gestaltern. Mit wechselnden Exponaten werden im Dieter-Rams-Stilraum die inhaltlichen und biografischen Zusammenhänge seiner Designhaltung veranschaulicht.
Kurator: Prof. Dr. Klaus Klemp

Richard Meier. Ein Stilraum
Im April 1985 bezog das Museum Angewandte Kunst, damals noch unter dem Namen Museum für Kunsthandwerk, den Richard-Meier-Bau am Schaumainkai 17. Die
Kabinettausstellung zeigt, auf welche historischen Referenzen sich der Architekt für seine Planungen bezieht: Wer sind seine gestalterischen Vorbilder aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts und welche kulturellen Bezüge aus der ersten Hälfte der 1980er Jahre unterstreichen seine Haltung?
Kurator: Thibaut de Ruyter

Darüber bietet das Museum Angewandte Kunst in Frankfurt ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm: Veranstaltungskalender

亞歐堂 MEET ASIAN ART: VON DRACHEN, EINHÖRNERN UND MONDHASEN TIERISCHE UND MYTHISCHE WESEN IM ALTEN CHINA

Räuchergefäß, Detail Cloisonné China, Qing-Zeit 18./19. Jh. Foto: Ute Kunze, © Museum Angewandte Kunst
Räuchergefäß, Detail Cloisonné China, Qing-Zeit 18./19. Jh. Foto: Ute Kunze, © Museum Angewandte Kunst

Vom 24. Oktober 2019 – 30. August 2020 zeigt das Museum Angewandte Kunst Frankfurt die Ausstellung MEET ASIAN ART. Präsentiert werden ausgewählte Beispiele aus der umfangreichen Asiatischen Sammlung des Hauses,  die mehr als 2.000 Jahre chinesische  Kultur und Geistesgeschichte widerspiegeln.

Im Zentrum der Ausstellung steht dieses Mal die Welt der Kreaturen. Die Darstellung von Tieren in der chinesischen Kunst und Kultur ist außerordentlich vielgestaltig und oft weit entfernt von einer romantischen Idee der stillen und erhabenen Natur.   Die Darstellung von Natur, besonders aber auch der Tiere, ist schon seit rund 2.500 Jahren eine der wichtigsten Ausdrucksformen im Reich der Mitte und   gehört zu den faszinierendsten Gebieten der visuellen Kultur Chinas.

Wie es im Pressetext heißt, werden in der Präsentation VON DRACHEN, EINHÖRNERN UND MONDHASEN unterschiedliche Tierbilder vorgestellt. Dabei treten mythisch-fiktive Kreaturen häufiger auf als Abbilder der realen Tierwelt. Bereits zwischen dem 4. und 2. Jh. v. Chr. erscheint das auf älterer mündlicher Überlieferung basierende Buch Shanhaijing 山海經 („Klassiker der Berge und Meere“), in dem in enzyklopädischer Aufstellung Hunderte von Sagentieren und kuriosen Wesen vorgestellt werden.

Das visuelle Erscheinungsbild von Tieren beginnt mit kaum erkennbaren Wesen, die neben vollkommen abstrakten Ornamentformen auf frühen Ritualbronzen erscheinen. Rund tausend Jahre später tritt eine neuartige, ganz und gar lebensnahe Darstellung von Pferden, Hunden, Schweinen und anderen den Menschen umgebenden Tieren an den Tag – und dies paradoxerweise in der Grabkeramik. Figuren dieser Art wurden den Verstorbenen mit ins Grab gegeben, um ihnen dort für die ihnen vertraute diesseitige Welt symbolisch zur Seite zu stehen.

Mehr noch als die reale Tierwelt beherrschen mythische Tierwesen in den späteren Jahrhunderten das visuelle Feld. Der Drache als Symbol für Kaiser und Fruchtbarkeit, die mildtätige und Kindersegen versprechende Kreatur Qilin, die wundertätige dreibeinige Kröte erscheinen ebenso wie z.B. Hirsch und Kranich als Reittiere der Unsterblichen. Als Glückssymbole prägen sie seit jeher den chinesischen Alltag.

Was ist 亞歐堂MEET ASIAN ART?
Mit MEET ASIAN ART widmet das Museum Angewandte Kunst der Kunst Asiens seit 2016 einen dauerhaften Ort des Austausches, des Entdeckens, Verstehens und Diskutierens. Hier finden wechselnde Exponate aus der Sammlung asiatischer Kunst des Museums in Form kleiner Kabinettausstellungen einen Platz. Zugleich ist MEET ASIAN ART mehr als ein Ausstellungsraum: Als Forum für Veranstaltungen und Präsentationen bietet es immer wieder neue Einblicke in Asiens Beitrag zur Kunst der Welt.

Kurator: Dr. Stephan von der Schulenburg

24. Oktober 2019 – 30. August 2020
Museum Angewandte Kunst
Schaumainkai 17
60594 Frankfurt am Main
www.museumangewandtekunst.de

Öffnungszeiten
Di, Do-So 10-18 Uhr, Mi 10-20 Uhr