Kategorie-Archiv: Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung u. Kultur Rlp

Römisch-Germanisches Zentralmuseum Mainz feiert Richtfest für das neue Archäologische Zentrum

Richtfest  für den Neubau  des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz, Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie, Neutorstraße 2. © atelier-goddenthow Foto: Heike v. Goddenthow
Richtfest am 17. August 2018 für den Neubau des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz, Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie, Neutorstraße 2. Im gesamten rechten Flügel soll auf 3000 qm über drei Etagen die ständige Ausstellung des Archäologischen Zentrums untergebracht werden.   © atelier-goddenthow Foto: Heike v. Goddenthow

Am 17. August 2018 feierten die Mitarbeiter des Römisch-Germanischen Zentralmuseums (RGZM) gemeinsam mit den Bauleuten und zahlreichen Gästen aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft 15 Monate nach der Grundsteinlegung das Richtfest für den Rohbau des Archäologischen Zentrums in der Neutorstraße.

Der Standort am südlichen Stadteingang liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum RGZM-Museum für Antike Schifffahrt und nahe des Ausgrabungsortes des Römischen Theaters, wo sich auch die gleichnamige Regional- und S-Bahnstation befindet. Rund 51,4 Millionen Euro investieren das Land Rheinland- Pfalz, die Landeshauptstadt Mainz und der Bund in dieses moderne Zentrum für archäologische Spitzenforschung und Öffentlichkeit mit großzügigen Ausstellungsbereichen.

vli.) Die Grußwortredner/innen: Michael Ebling, Mainzer, Oberbürgermeister, Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese, Vize-Präsidentin der Leibniz-Gemeinschaft, Dr. Alexandra Busch, Direktorin am RGZM, Prof. Dr. Konrad Wolf, Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, (dahinter), Holger Basten, Geschäftsführer des Landesbetriebs Liegenschafts- und Baubetrauung (LBB) und Doris Ahnen, Finanz- und Bauministerin mit Richtkranz. © Foto: Diether v. Goddenthow
vli.) Die Grußwortredner/innen: Michael Ebling, Mainzer, Oberbürgermeister, Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese, Vize-Präsidentin der Leibniz-Gemeinschaft, Dr. Alexandra Busch, Direktorin am RGZM, Prof. Dr. Konrad Wolf, Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, (dahinter), Holger Basten, Geschäftsführer des Landesbetriebs Liegenschafts- und Baubetrauung (LBB) und Doris Ahnen, Finanz- und Bauministerin mit Richtkranz. © Foto: Diether v. Goddenthow

Bei seiner Begrüßung sagte der Geschäftsführer des Landesbetriebs Liegenschafts- und Baubetrauung (LBB) Holger Basten, dass „seit der Grundsteinlegung im Mai 2017 große Herausforderungen, insbesondere bei der Gründung des Gebäudes, der Umverlegung von Leitungen und der archäologischen Begleitung gemeistert“ wurden. Der heute gerichtete Rohbau gäbe „nicht nur einen Eindruck von der Kubatur des Bauwerks, sondern ist auch von hoher konstruktiver Qualität. Daher geht ein besonderes Dankeschön des Landesbetriebs LBB an alle unsere Projektpartner.“

Finanz- und Bauministerin Doris Ahnen betonte in ihrer Rede beim Richtfest die Bedeutung des RGZM: „Das Römisch-Germanische Zentralmuseum genießt hohes Ansehen. Der entstehende Neubau trägt diesem guten Ruf Rechnung und schafft einen repräsentativen Ort für zukünftige Forschungen und Ausstellungen. Das neue RGZM wird für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger, für unsere Landeshauptstadt Mainz, für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und für das Land Rheinland-Pfalz eine Bereicherung sein.“

Der in Stahlbeton-Bauweise errichtete viergeschossige Rohbau imponiert mit einer Länge von 95 Metern entlang der Rheinstraße. In dem zur Neutorstraße hin rechtwinklig angesetzten Ausstellungsflügel wird künftig das RGZM auf drei Etagen und 3000 Quadratmetern seine völlig neu konzipierte Dauerausstellung präsentieren.

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Die vorgehängte Ziegelfassade orientiert sich am antiken römischen Mauerbild mit seinen schmalen, aufgrund der Herstellungsweise etwas rauen Ziegeln und den im Verhältnis dazu breiten Fugen. Das ist auch eine Referenz an das Forschungsfeld Wirtschaft und Technik des RGZM.

Der Rotton wird auf die Fassade des benachbarten Museums für Antike Schiffahrt, das ebenfalls zum RGZM gehört, sowie die ehemalige Neutorschule abgestimmt. Sie soll in ihrem ursprünglichen Rotton wieder hergerichtet werden. Beide Gebäude begrenzen den künftigen „Archäologischen Platz“, dessen Gestaltung die Fußwegeverbindungen in die Altstadt, das Neubaugebiet Am Winterhafen und in die Oberstadt berücksichtigt. Unter den mächtigen Platanen vor der Neutorschule wird es einen ruhigeren Bereich geben, der zum Verweilen einlädt.

© Visualisierung RGZM
Lichtdurchflutet und großzügig wird der Empfang im Eingangsbereich des Archäologischen Zentrum werden mit einer zentralen Treppe, über die Besucher unter anderem in den Lesebereich der großen Fach-Bibliothek und  in die Ausstellungsbereiche gelangen können © Visualisierung RGZM

Voraussichtlich in zwei Jahren kann das Römisch-Germanische Zentral-Museum sein bisheriges Domizil im Kurfürstlichen Schloss Mainz sowie einen Ergänzungsbau aus den 1970er-Jahren verlassen und in den Neubaukomplex einziehen, was für sich genommen nochmals eine Herkulesaufgabe bedeutet, da jedes der 220 000 Objekte gereinigt, dokumentiert, verpackt, transportiert und seinem neuem (Archiv-/Ausstellungs-)Ort zugewiesen werden muss. Jedes der 220 000 Objekte in der Sammlung des RGZM müsse einzeln angefasst werden, „von der kleinsten Scherbe bis zum tonnenschweren Artefakt“, was zusätzlicher Mitarbeiter und Mittel bedürfe, sagte Professor Konrad Wolf, Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur. Der Minister betonte, dass die Errichtung des Neubaus nicht nur ein technischer Vorgang sei, „sondern dem Römisch- Germanischen Zentralmuseum als Forschungsinstitut neue Perspektiven“ eröffne. „Genauso wichtig ist jedoch, dass er zu einer neuen Wahrnehmung der Vermittlungsarbeit des Museums in der Öffentlichkeit weit über den Standort Mainz hinaus führen wird. Der Neubau stärkt Rheinland-Pfalz als Forschungsstandort und als Ort der Wissensvermittlung.“, so der Wissenschaftsminister.

Rohbau-Impression  künftiger Restaurierungswerkstätten und Labore im EG. Die Decken werden später mit Kranträgern ausgestattet, um auch schwere Objekte bewegen zu können. Daneben liegen Fotolabore und Vortragsräume. © Foto: Diether v. Goddenthow
Rohbau-Impression künftiger Restaurierungswerkstätten und Labore im EG. Die Decken werden später mit Kranträgern ausgestattet, um auch schwere Objekte bewegen zu können. Daneben liegen Fotolabore und Vortragsräume. © Foto: Diether v. Goddenthow

„Als eines der acht Leibniz-Forschungsmuseen wird das Römisch-Germanische Zentralmuseum nicht nur Schaufenster seiner archäologischen Forschung sein. Es ist vielmehr bestrebt, Menschen unterschiedlicher Herkunft, Bildung und unterschiedlichen Alters zu erreichen und den Dialog mit der Gesellschaft zu suchen“, sagte Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese, Vize-Präsidentin der Leibniz-Gemeinschaft. „Zu sehen, wie das neue RGZM nun konkrete Formen annimmt und damit den nötigen Raum für exzellente Wissenschaft und Wissensvermittlung schafft, ist wunderbar. Ich bin sehr gespannt auf die Realisierung des zukunftsweisenden Gesamtkonzepts des RGZM, das Forschung und Wissenstransfer verbindet.“

Dr. Alexandra Busch, Direktorin am RGZM und Prof. Dr. Konrad Wolf, Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur während des Rundgangs durch den Rohbau des Archäologischen Zentrums. © Foto: Diether v. Goddenthow
Dr. Alexandra Busch, Direktorin am RGZM und Prof. Dr. Konrad Wolf, Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur während des Rundgangs durch den Rohbau des Archäologischen Zentrums. © Foto: Diether v. Goddenthow

Dr. Alexandra Busch, Direktorin am RGZM, betonte: „Der Neubau bedeutet einen Quantensprung für unser Haus und dies gleich in zweierlei Hinsicht: Einerseits werden mit großzügigen Räumlichkeiten für unsere Forschungsbibliothek, Tagungsräumen sowie zeitgemäß ausgestatteten Laboren und Werkstätten für Restaurierung und Konservierung archäologischer Objekte optimale Bedingungen für die Forschung und die internationale Positionierung des RGZM geschaffen. Gleichzeitig bietet der Neubau völlig neue Möglichkeiten für den musealen Wissenstransfer des RGZM in Mainz. Hier werden wir den Besucherinnen und Besuchern Erfahrungsräume anbieten, die es ihnen ermöglichen, kulturelles Erbe und die daraus abgeleiteten Forschungen als Zugang zur Reflexion gesellschaftlicher Dynamiken und als Ressource für ihr Leben in der Gegenwart zu begreifen“.

Dort, wo jetzt noch der Baukran sein Fundament hat, wird ein neuer Super-Computertomograph für radiologisch-bildgebende Analyse-Verfahren aufgestellt werden. Der 1,2 Mio Euro teure Koloss  wiegt  mit seiner Beton-Bodenplatte 15 Tonnen, und könne nur dorthin, da  anderswo der Boden nachgebe, so Prof. Dr. Markus Egg, Direktor für Werkstätten und Labore. Bild: Blick  aus dem besonders gesicherten Sonderausstellungsbereich auf das Noch-Kranfundament. © Foto: Diether v. Goddenthow
Dort, wo jetzt noch der Baukran sein Fundament hat, wird ein neuer Super-Computertomograph für radiologisch-bildgebende Analyse-Verfahren aufgestellt werden. Der 1,2 Mio Euro teure Koloss wiegt mit seiner Beton-Bodenplatte 15 Tonnen, und könne nur dorthin, da anderswo der Boden nachgebe, so Prof. Dr. Markus Egg, Direktor für Werkstätten und Labore. Bild: Blick aus dem besonders gesicherten Sonderausstellungsbereich auf das Noch-Kranfundament. © Foto: Diether v. Goddenthow

Die gesamte Baugrube erhielt gegen Nachrutschen und als Schutz gegen das hoch anstehende Grundwasser einen Verbau aus dicht gesetzten Bohrpfählen. Im Schutz des Verbaus legten Archäologen der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) 15 Monate lang Festungsmauern aus verschiedenen Epochen der Stadtgeschichte frei und dokumentierten sie für die Forschung. Zu den besonderen baulichen Herausforderungen gehört es, dass unterhalb des Ausstellungsflügels die Versorgungsleitungen der Altstadt (Wasser, Gas, Strom, Kommunikation) verlaufen. Diese mussten vor dem Ausheben der Baugrube zunächst in zwei Trassen gebündelt werden. Die Bohrpfähle zur Gründung des Ausstellungsflügels wurden dann in unmittelbarer Nähe zu den Leitungstrassen eingebracht.

Der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Mainz, Michael Ebling, sagte: „Das Römisch- Germanische-Zentralmuseum leuchtet weit über die Grenzen Deutschlands hinaus. Wir können in Mainz stolz darauf sein, Heimstatt eines solchen Museums zu sein, denn mit dem neuen Haus präsentiert sich Mainz einmal mehr als einer der bedeutendsten Standorte für Wissenschaft, Forschung und Kultur in Rhein-Main.“

Trotz Baustellen-Atmosphäre schon gut erkennbar ist der neue Archäologische Platz, der links begrenzt wird durch die ehemalige Neutorschule (nicht im Bild). Der von alten Platanen dominierte Platz wird einer der größten seiner Art in Mainz werden und ist orientiert  an den Wegeverbindungen in die Altstadt, das Neubaugebiet Winterhafen und in die Oberstadt. Foto: Heike v. Goddenthow
Trotz Baustellen-Atmosphäre schon gut erkennbar ist der neue Archäologische Platz, der links begrenzt wird durch die ehemalige Neutorschule (nicht im Bild). Der von alten Platanen dominierte Platz wird einer der größten seiner Art in Mainz werden und ist orientiert an den Wegeverbindungen in die Altstadt, das Neubaugebiet Winterhafen und in die Oberstadt. Foto: Heike v. Goddenthow

Bereits am Rohbau klar erkennbar ist der auf den künftigen „Archäologischen Platz“ ausgerichtete Haupteingangsbereich mit dem dahinter liegenden Foyer. Insgesamt steht künftig eine Nutzfläche von fast 10.000 Quadratmetern für moderne Forschungslabore und Restaurierungswerkstätten, die wissenschaftliche Bibliothek, die Sammlungen, die wissenschaftlichen Arbeitsbereiche und den wissenschaftlichen Austausch wie auch für die Publikumsbereiche mit neuer Dauerausstellung auf 3000 Quadratmetern über drei Etagen und Raum für Sonderschauen, mit Bistro und Museumsshop zur Verfügung.

Rohbau-Impression der Ausstellungsfläche in der zweiten Etagen für die Ständige Ausstellung. Foto: Heike v. Goddenthow
Rohbau-Impression der Ausstellungsfläche in der zweiten Etagen für die Ständige Ausstellung. Foto: Heike v. Goddenthow

Der Neubau erhält großzügige Fensterflächen, die Einblicke in die Ausstellung gewähren und die optische Verbindung zwischen Innen- und Außenraum herstellen.

 

Kreativität an spannenden Orten: Landesprogramm „Jedem Kind seine Kunst“ geht in Rheinland-Pfalz mit neuen Projekten in die nächste Runde

jedem-kind.s.kunst.logoStartschuss für die elfte Runde des Landesprogramms „Jedem Kind seine Kunst“: Mit zahlreichen Projekten – von Bildender Kunst über Tanz, von Literatur bis Theater – bringen sich landesweit 77 Künstlerinnen und Künstler in Schulen, Kitas und vielen weiteren Einrichtungen ein, um Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene an die verschiedenen Künste heranzuführen. In nahezu allen Landkreisen setzen sie insgesamt 172 Projekte in Zusammenarbeit mit verschiedenen Kooperationseinrichtungen um.

 © Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Jedem Kind seine Kunst begeistert! Kinder und Jugendliche genauso wie Kunstschaffende, die mit vielen kreativen Ideen auf Kunst und Kultur neugierig machen. Ziel des Programms ist es, Berührungsängste gegenüber Kunst abzubauen und gerade jenen den Zugang zu ermöglichen, für die das Erleben und eigene Mitgestalten von künstlerischen Projekten nicht selbstverständlich ist. Mit den zahlreichen Projekten erreichen wir alle Altersgruppen und ermöglichen es jungen Menschen professionellen Künstlerinnen und Künstlern zu begegnen – immer wieder auch an ungewöhnlichen Orten“, betont Kulturminister Konrad Wolf.

Beispielsweise verfassen Jugendliche und junge Erwachsene unter Leitung eines erfahrenen Autors eigene Kurzgeschichten. Junge Geflüchtete arbeiten an einer filmischen Kurzdokumentation über ihren Lebensweg und ihre bisherigen Erfahrungen in Deutschland; Kooperationspartner ist hier der Bund Deutscher Pfadfinder und Pfadfinderinnen. In Zusammenarbeit mit der Ökumenischen Fördergemeinschaft, die Sozialarbeit in der Stadt Ludwigshafen leistet, erarbeiten Kinder und Jugendliche ein musikalisch begleitetes Theaterstück.

Zeitgleich zum Start der neuen Projektrunde werden rheinland-pfälzische Künstlerinnen und Künstler aufgerufen, sich mit ihren Projektideen für eine Beteiligung im ersten Halbjahr 2019 zu bewerben.

Bei „Jedem Kind seine Kunst“ lassen professionelle Künstlerinnen und Künstler ihre Projektideen in eine vom Kulturministerium eingerichtete Datenbank eintragen. Auf diese Datenbank können Kindertagesstätten, Schulen, Jugendzentren, Vereine und andere Einrichtungen zugreifen, um eine Zusammenarbeit mit einer Künstlerin oder einem Künstler ihrer Wahl zu vereinbaren.

Weitere Informationen, etwa wie sich die Projekte in der aktuellen Runde regional und auf verschiedene Kooperationspartner, verteilen, findet man über http://kulturland.rlp.de/de/kultur-vermitteln/jedem-kind-seine-kunst/

Passend zum Geburtstags-Kult um „Kapital-Autor“ Karl Marx öffnet die „Geld.Rausch“-Ausstellung in Trier

Auch Dagoberts Geldbadewanne ist zu besichtigen bei der originellen Ausstellung. © Foto: Diether v. Goddenthow
Auch Dagoberts Geldbadewanne ist zu besichtigen bei der originellen Ausstellung. © Foto: Diether v. Goddenthow

Künstlerische Positionen zu Marx, dem Kapitalismus und zur Zukunft der Gesellschaft, formuliert die Ausstellung „Geld.Rausch. Das Kapital ruft zum MoneyFest!“. Der Beitrag der TUFA Trier zum Rahmenprogramm des Marx-Jubiläums wurde heute von Kulturminister Konrad Wolf eröffnet, der auch die Schirmherrschaft über das Ausstellungsprojekt übernommen hat.

„Wohin führt der Kapitalismus? Marx‘ Thesen inspirieren noch heute. Sie regen in Künstlerinnen und Künstler in der ‚Geld.Rausch‘-Ausstellung an, das kapitalistische Wirtschaften zu hinterfragen, Gesellschaftskritik zu formulieren und neue Utopien zu entwerfen. Das kann Kunst leisten: Sie scheucht uns vom gemütlichen Sofa auf und bringt uns dazu, unsere Standpunkte zu hinterfragen. Das Künstler-Team der TUFA leistet dies mit dieser großartigen Ausstellung in herausragender Weise“, betont Kulturminister Wolf.

Über 20 internationale, nationale und regionale Künstlerinnen und Künstler zeigen von Mai bis August 2018 auf dem Gelände der TUFA ihre Exponate und beleuchten zentrale Themen des Denkers und Philosophen Karl Marx. Neben einem umfassenden Begleitprogramm führt die Ausstellung durch drei multimediale und interaktive Bereiche: Von der Auseinandersetzung mit Bargeld, über virtuelle Zahlungsmittel in Videokunst, Rauminstallationen, Performance- und Objektkunst hin zu einer fiktiven Vision des Jahres 2030.
„Das Format dieses Ausstellungsprojektes ist durch die interaktiven ‚Mitmach-Elemente‘ etwas Besonderes. Auch durch wichtige und aktuelle Fragestellungen und das Changieren zwischen Leichtigkeit und Ernsthaftigkeit zeichnet sich das Projekt aus. Ich freue mich, dass die Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur diese besondere Ausstellung unterstützt. Herzlich möchte ich mich bei der TUFA und dem Kuratoren-Team für die große Kreativität und das herausragende Engagement bedanken“, ergänzt Wolf.

Ort:

 © Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow


Tuchfabrik Trier e.V.
Wechselstr. 4
54290 Trier
Tel.: 0651 718-2412
Fax: 0651 718-2418
http://www.tufa-trier.de
E-Mail: info(@)tufa-trier.de

Friedrich Wilhelm Raiffeisen als Pate der „Industrie-Kultur“ bei Eröffnung des Kultursommers Rheinland-Pfalz in Neuwied

ksrpl-neuwied.logoMit einem großen Kulturfest für die ganze Familie bei weitgehend freiem Eintritt wurde heute die Eröffnung des Kultursommers Rheinland-Pfalz unter dem Motto „Industrie-Kultur“ in Neuwied gefeiert. Pate stand dabei Friedrich Wilhelm Raiffeisen, der Erfinder der weltweit praktizierten Genossenenschaftsidee. Sein 200. Geburtstag wird über das ganze Jahr verteilt gebührend gefeiert werden. Raiffeisen, geboren am 30. März 1818 in Hamm/Sieg, war einstmals auch Bürgermeister von Neuwied-Heddesdorf. Raiffeisen war Vorreiter der Selbsthilfebewegung. Seine Genossenschaftsidee brachte vielen Menschen konkrete Hilfe, die ihn zu einem noch heute weltweit geschätzten Vorbild machen.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer hatte gemeinsam mit Kulturminister Konrad Wolf und Neuwieds Oberbürgermeister Jan Einig den Startschuss für den Kultursommer Rheinland-Pfalz gegeben. „Das jährlich wechselnde Motto des Kultursommers soll immer wieder neu Aufmerksamkeit auf Themen und Orte in unserem Land lenken, in diesem Jahr auf die spannenden Orte der Industriekultur. Der Industriekapitalismus hat die Gesellschaft, die Lebensverhältnisse und auch die politischen Verhältnisse massiv verändert. Zu seinem 200. Geburtstag in diesem Jahr passt es daher, den Blick auf die Industriekultur zu richten und Raiffeisens Leitsatz mit den Mitteln der Kunst und Kultur zu gestalten“, sagte die Ministerpräsidentin.

Zu der Eröffnungsveranstaltung „Zusammen! Ein Abend für Friedrich Wilhelm Raiffeisen“ kamen neben Neuwieder Bürgerinnen und Bürgern und Gästen von nah und fern auch Vertreterinnen und Vertreter von Politik, Wirtschaft sowie der Kulturszene. „Ich möchte ihnen herzlich danken für die vielen tollen Festivals und Ausstellungen, Kunst- und Kulturprojekte, mit denen sie unser Land reicher machen“, dankte Ministerpräsidentin Malu Dreyer den Künstlern. „Viele von ihnen tun das ehrenamtlich. Andere unterstützen den Kultursommer mit Geld oder mit Räumlichkeiten. Auch das ist solidarisches Handeln im Sinne Raiffeisens“, sagte die Ministerpräsidentin.

Dem Begründer der Genossenschaftsidee wird der Satz zugeschrieben „Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele“ – und so prägen viele Mitmach-Aktionen für alle Altersstufen das dreitägige Fest zu Eröffnung des Kultursommers. Kulturminister Wolf hat schon seinen Teil zum Blumenteppich und zur Fotoaktion „Ein Lächeln für Neuwied“ beigetragen, auch einige Bausteine des Projekts „vergängliche Stadt“ wurden von ihm eingesetzt. „Es ist einfach toll“, so Wolf begeistert, „hier können alle dabei sein, jede und jeder kann ihren und seinen Beitrag leisten. Das schafft Gemeinschaft, die heute genauso wichtig ist wie zu Raiffeisens Zeiten vor 200 Jahren. Das muss Kultur leisten.“

Die ganze Innenstadt ist ein großes Veranstaltungsgelände: von der ‚Kunst im Karree‘ an der Pfarrstraße bis zur Musikbühne auf der Schlossstraße und noch darüber hinaus. „Es klappt alles wunderbar“, freute sich Oberbürgermeister Einig. „Unsere Stadt ist groß genug, aber nicht zu groß, um so ein Fest zu stemmen. Die Besucherinnen und Besucher können die Entfernungen bequem zu Fuß zurücklegen, immer wieder stößt man auf beeindruckende Musik- und Straßentheatergruppen. Was will man mehr!“

Das Kulturfest zur Eröffnung des Kultursommers in Neuwied am Rhein geht noch bis zum Sonntagnachmittag. Dann wird ab 17.00 Uhr „Die vergängliche Stadt“ genauso gemeinschaftlich abgerissen, wie sie aufgebaut wurde.

Mehr zum Kultursommer 2018 unter www.kultursommer.de. Aktuelle Infos und mögliche Programmänderungen zur Kultursommer-Eröffnung in Neuwied unter https://www.facebook.com/stadtneuwied und https://www.facebook.com/kultursommer.rlp/ .

„Zisch, bäng und krawumm!!“ – Mickey, Donald & Friends laden ab 14.März 2018 zur großen Disney-Ausstellung ins Mainzer Landesmuseum

Al Taliaferro: Donald Sonntagsseite, 1946 © Disney Courtesy Sammlung Brockmann & Reichelt. Foto: Ursula Rudischer, GDKE, Landesmuseum Mainz
Al Taliaferro: Donald Sonntagsseite, 1946 © Disney Courtesy Sammlung Brockmann & Reichelt. Foto: Ursula Rudischer, GDKE, Landesmuseum Mainz

Mit rund 300 Exponaten auf fast 600 Quadratmetern Ausstellungsfläche bietet das Mainzer Landesmuseum der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) vom 14. März bis 29. Juli 2018 in der Sonderausstellung „Walt Disney – Mickey, Donald & Friends“ einen außergewöhnlichen Einblick in die Welt der berühmten Disney-Figuren, von der Skizze zum fertigen Comic, und stellt die Zeichner und ihre Arbeitsweisen in den Mittelpunkt – von den ersten Vorzeichnungen vor rund 90 Jahren bis heute. Ein umfangreiches Begleitprogramm mit einer Vortragsreihe, Veranstaltungen und Events ergänzen die Ausstellung.

Comic-Fans und Disney-Liebhaber dürfen sich auf einige außergewöhnliche Exponate mit Seltenheitswert freuen: z.B. auf das erste Micky-Maus-Buch „The Adventures of Mickey Mouse“ aus dem Jahr 1931, von dem es nur noch wenige Exemplare gibt. Originelle Gegenstände aus dem Alltag zeigen zudem, wie rasch sich die beliebten Figuren zu eigenen Sujets gewandelt haben.

„Micky, Donald und seine Freunde rund um Entenhausen zählen zu den Helden unserer Kindheit und erobern seit ihrer genialen Schöpfung Herzen wie Kinosäle gleichermaßen“, so Kurator Dr. Eduard Sebald, Leiter der Graphischen Sammlung und der Abteilung Kunsthandwerk im Landesmuseum Mainz. Hier während der Presseführung. Mit den Charakteren Micky Maus und Donald Duck sowie ihren Freunden und Verwandten schuf der amerikanische Filmproduzent und visionäre Unternehmer Walt Disney Klassiker der Comic-Literatur, machte sie auf der Kinoleinwand zu Weltstars und gleichzeitig zu Marken-Ikonen des 20. Jahrhunderts. © Foto: Diether v. Goddenthow
„Micky, Donald und seine Freunde rund um Entenhausen zählen zu den Helden unserer Kindheit und erobern seit ihrer genialen Schöpfung Herzen wie Kinosäle gleichermaßen“, so Kurator Dr. Eduard Sebald, Leiter der Graphischen Sammlung und der Abteilung Kunsthandwerk im Landesmuseum Mainz. Hier während der Presseführung. Mit den Charakteren Micky Maus und Donald Duck sowie ihren Freunden und Verwandten schuf der amerikanische Filmproduzent und visionäre Unternehmer Walt Disney Klassiker der Comic-Literatur, machte sie auf der Kinoleinwand zu Weltstars und gleichzeitig zu Marken-Ikonen des 20. Jahrhunderts. © Foto: Diether v. Goddenthow

Im Zentrum von „Walt Disney – Mickey, Donald & Friends“ stehen vor allem die Comic-Zeichner im Fokus – von den Altmeistern bis zu den aktuellen Stars. Seltene Blätter, einzelne Streifen und zusammenhängende Comics machen die künstlerische Vielfalt rund um Walt Disney erlebbar. Kurztexte, im Zeitungsstil gedruckt, liefern die passenden Hintergrundinfos zu den verschiedenen Themen.

Frühe Bewegungsstudien, z.B. von Micky Maus aus den späten 1920er Jahren oder die berühmte Szene, in der Donalds Neffen zum ersten Mal das Licht der Comic-Welt erblicken, wie auch das Auftreten Dagobert Ducks 1947, markieren wichtige Entwicklungsphasen und sind u.a. in Vorzeichnungen in der Ausstellung vertreten. Originale Skizzen von Storyboards veranschaulichen die direkten Bezüge zu den Trickfilmen, von denen auch frühe Werke, wie z.B. „Steamboat Willie“, zu sehen sein werden – dem ersten vertonten Zeichentrickfilm mit Micky Maus (uraufgeführt im Nov. 1928, nachdem Disney zuvor schon den Stummfilm „Plane Crazy“ mit Micky produziert hatte). Die Wurzeln der Disney-Comics beleuchten eine Vielzahl von Tagesstreifen, sogenannte „Dailies“, und farbige Sonntagsseiten, in denen einzelne Geschichten oftmals zuerst publiziert wurden.

Ein Großteil der älteren Blätter stammt aus der Sammlung Ina Brockmann und Peter Reichelt. Außerdem präsentiert das Landesmuseum einige wertvolle Zeichnungen von Carl Bestand, z.B. die Tuschezeichnungen zweier 1966 publizierter Geschichten über Onkel Dagobert.

Dr. Birgit Heide, Direktorin des Landesmuseum Mainz war früher selbst Disney-Fan. Hier vor einem Druck von Carl Barks Werk "The golden Fleece". . „Unsere Besonderheit liegt darin“, so Dr. Birgit Heide, „dass wir uns nicht nur mit einem Thema oder einem Schwerpunkt beschäftigen, sondern für sämtliche Bereiche der Kunst- und Kulturgeschichte relevant sind: Sei es die Archäologie, Gemälde und Grafiken, Skulpturen oder das Kunstgewerbe.“ Das Museum verfüge über reiche Bestände, so auch über 42 Arbeiten von Carl Barks, dem die Ausstellung einen kompletten Raum gewidmet habe.© Foto: Diether v. Goddenthow
Dr. Birgit Heide, Direktorin des Landesmuseum Mainz war früher selbst Disney-Fan. Hier vor einem Druck von Carl Barks Werk „The golden Fleece“. . „Unsere Besonderheit liegt darin“, so Dr. Birgit Heide, „dass wir uns nicht nur mit einem Thema oder einem Schwerpunkt beschäftigen, sondern für sämtliche Bereiche der Kunst- und Kulturgeschichte relevant sind: Sei es die Archäologie, Gemälde und Grafiken, Skulpturen oder das Kunstgewerbe.“ Das Museum verfüge über reiche Bestände, so auch über 42 Arbeiten von Carl Barks, dem die Ausstellung einen kompletten Raum gewidmet habe.© Foto: Diether v. Goddenthow

In einem zweiten Abschnitt geht es um die Zeichner der Gegenwart. Deutlich wird, dass Jan Gulbransson, der Enkel des bekannten Malers und Graphikers Olaf Gulbransson, der Anfang des 20. Jahrhunderts wirkte, in Zeichen- und Erzählduktus den Altmeistern folgt. Geändert haben sich allerdings die Themen der Geschichte, sie sind zeitgemäßer. Don Rosa und Ulrich Schröder gingen und gehen ebenfalls eigene Wege. So hat sich Don Rosa u.a. der „Pflege“ Dagobert Ducks verschrieben – folgt also Carl Barks. Er entwarf u.a. Kunstharz-Figuren von Dagobert, der im Amerikanischen viel treffender Uncle Scrooge McDuck heißt, der den Geizhals schon im Namen trägt. Auch Ulrich Schröder wechselte das Medium und entwickelte großformatige Porträts von Donald. Beide – Figuren wie Porträts – werden in der Ausstellung gezeigt.

Comic-Fans und Disney-Liebhaber dürfen sich auf einige außergewöhnliche Exponate mit Seltenheitswert freuen: z.B. auf das erste Micky-Maus-Buch „The Adventures of Mickey Mouse“ aus dem Jahr 1931, von dem es nur noch wenige Exemplare gibt. Originelle Gegenstände aus dem Alltag zeigen zudem, wie rasch sich die beliebten Figuren zu eigenen Sujets gewandelt haben, die losgelöst vom Comic-Strip als Sympathieträger eine autonome Existenz aus Porzellan, auf Teeservicen, Uhren und Haushaltsreinigern entwickelten. Wer hätte vor dem Besuch der Ausstellung gedacht, dass Micky schon in den 1930ern nicht nur gute Laune beim Lesen und Kekse knabbern, sondern auch beim Bodenwienern verbreitet hat? Die Exponate der Sammlung Boecher Brand & Package Design Collection sprechen Bände!

Originale Skizzen von Storyboards veranschaulichen die direkten Bezüge zu den Trickfilmen, von denen auch frühe Werke, wie z.B. „Steamboat Willie“, zu sehen sein werden – dem ersten vertonten Zeichentrickfilm mit Micky Maus (uraufgeführt im Nov. 1928, nachdem Disney zuvor schon den Stummfilm „Plane Crazy“ mit Micky produziert hatte). © Foto: Diether v. Goddenthow
Originale Skizzen von Storyboards veranschaulichen die direkten Bezüge zu den Trickfilmen, von denen auch frühe Werke, wie z.B. „Steamboat Willie“, zu sehen sein werden – dem ersten vertonten Zeichentrickfilm mit Micky Maus (uraufgeführt im Nov. 1928, nachdem Disney zuvor schon den Stummfilm „Plane Crazy“ mit Micky produziert hatte). © Foto: Diether v. Goddenthow

Der Rundgang durch die Ausstellung beginnt im Schellbau des Landesmuseums. Dort erwartet die Besucher und Besucherinnen ein Zeitstrahl zu Walt Disney. Er beginnt im Jahre 1901, dem Geburtsjahr des Unternehmensgründers Walter Elias „Walt“ Disney und enthält die wichtigsten Daten und Fakten rund um den visionären amerikanischen Filmproduzenten und seine Filme, Comics und die Künstler, die die einzigartigen Charaktere zum Leben erweckten. Im Zeitstrahl sind zudem Comics-Piktogramme der einzelnen Künstler eingestellt, die in den Ausstellungsabschnitten wiederzufinden sind.

Eine Szene aus "Das tapfere Schneiderlein"
Eine Szene aus „Das tapfere Schneiderlein“

An der nächsten Station erfahren die Besucher und Besucherinnen anhand von mehreren Beispielen, wie Zeichentrickfilme früher entstanden sind und wie sie heute produziert werden. Wie das genau funktioniert, wird anhand eines Storyboards, einer Art Mischpult, mit originalen Zeichnungen verdeutlicht. Pro Sekunde Film werden im Übrigen mindestens sechs Zeichnungen benötigt.

Die Ausstellung wartet im vorderen Bereich des Schellbaus mit den ersten Highlights auf. So sind dort frühe Darstellungen von Donald Duck aus den 1930er-Jahren zu sehen – mit langem Hals und Schnabel. Präsentiert werden an dieser Stelle auch sogenannte „Model Sheets“, dabei handelt es sich um exakte Vorgaben, wie die einzelnen Figuren, ihre Bewegungen und ihre Farbgebung auszusehen hatten. Nur so konnte man sicherstellen, dass alle Arbeiten der Künstler – bereits in den 1930er-Jahren beschäftigte Walt Disney über 1.000 Zeichner – einheitlichen Standards folgten.

In einen kleinen Nebenraum werden verschiedene Filme von Walt Disney gezeigt. Ergänzend dazu gibt es Erläuterungen zu den Unterschieden zwischen Cartoon und Comic – sowie Hinweise auf Vorbilder, u.a. dem deutschen Zeichner Heinrich Kley, der für die Zeitschrift „Simplicissimus“ arbeitete.

Im Gang zur nächsten Abteilung wird eine dreidimensionale Donald-Figur aus den 1930er-Jahren gezeigt – damals noch mit langem Schnabel.

 Art Deco-Service mit Micky Maus-Motiven aus Frankreich war in den 30er Jahren En Vogue © Foto: Diether v. Goddenthow
Art Deco-Service mit Micky Maus-Motiven aus Frankreich war in den 30er Jahren En Vogue © Foto: Diether v. Goddenthow

Gleich daneben wird das Thema Merchandising aufgegriffen, das bei Walt Disney von Beginn an eine besondere Rolle spielte. Ausgestellt wird ein Art Deco-Service mit Micky Maus-Motiven aus Frankreich. Das Geschirr stammt aus den 1930er-Jahren. Damals war es „en vogue“, sich mit der Maus zu schmücken.

Anschließend betreten die Besucherinnen und Besucher den „Heiligen Gral“ der Comics. Dort sind eine Vielzahl beeindruckender Zeichnungen der Disney-Altmeister zu sehen. Al Taliaferro, Erfinder von Donald Duck, ist hier ebenso vertreten wie Bob Karp, einer der bekanntesten Walt Disney-Gagschreiber, der auch einige grobe Vorzeichnungen entworfen hat. In diesem Bereich wird den Besuchern und Besucherinnen vermittelt, wie ein Comic entsteht – vom ersten Scribble bis zur detaillierten Zeichnung. Ausgangspunkt ist zunächst die Story, dafür waren Taliaferro und Karp zuständig. Dann wurde ein Scribble angefertigt – eine sehr grobe Vorzeichnung in hellblau. Auf dem gleichen Blatt wurden dann in Rot und Orange Korrekturen eingezeichnet, bevor die finale Bleistift- oder Tuschezeichnung entstand. Zum Abschluss wurde das Bild fotografiert und die Farben weggefiltert, sodass nur die Bleistift- bzw. Tuschearbeit übrig blieb. Dann folgte die Kolorierung.

Im darauf folgenden Teil der Ausstellung stehen vor allem der Zeichner Floyd Gottfredson und Micky-Maus-Zeichnungen im Fokus. Hier ist auch jener Comic zu sehen, in dem Donald Duck zum ersten Mal in einer Micky Maus-Geschichte auftaucht.

Es wird eine Reihe von Sonntagsseiten mit Micky-Geschichten gezeigt – das waren längere, farbige Comics, die auf einer gesamten Seite in der Sonntagsausgabe abgedruckt wurden. Deutlich wird der Vorrang des Films vor dem Comic: Auf zwölf Bildschirmen läuft der Disney-Film „Das tapfere Schneiderlein“, daneben hängt der Comic, der den Film zeitgleich begleitete und in den Zeitungen promotete.

Carl Barks: Dagoberts Bad im Geld II. © Disney Courtesy Sammlung Brockmann & Reichelt. Foto: Ursula Rudischer
Carl Barks: Dagoberts Bad im Geld II. © Disney Courtesy Sammlung Brockmann & Reichelt. Foto: Ursula Rudischer

Der Rundgang führt nun zu Carl Barks, dem Erfinder zahlreicher Figuren wie Onkel Dagobert, Daniel Düsentrieb und den Panzerknacker. Neben den vielen Zeichnungen, die Barks für Disney entworfen hat, sind auch einige Lithographien zu sehen, die er nach seiner Pensionierung produziert hat, in denen selbstverständlich auch diverse Enten eine Rolle spielen.

Die folgende Station ist Al Taliaferro gewidmet, der sich vor allem als Zeichner von Donald Duck einen Namen gemacht hat, hier ist auch eine sehr seltene Micky Maus-Zeichnung von ihm zu sehen.

Abschnitte zu Tick, Trick und Track, die 1937 das erste Mal auftauchten, dann drei Jahre verschwanden, um 1940 wieder auf der Bildfläche zu erscheinen; sowie zu Daisy Duck, die 1938/1939 erschaffen wurde.

Im letzten Raum des Schellbaus folgt der erste lebende Zeichner, Don Rosa, der legitime Erbe von Carl Barks. Hier werden vornehmlich Arbeiten zu Dagobert Duck präsentiert – Don Rosa erzählt die Geschichte des als Greis geborenen Dagobert rückwärts, bis in seine Jugend.

00-immer.d.ente.nach3Im Eckrisalit, gegenüber dem Schellbau, werden die beiden deutschen Stars unter den Disney-Zeichnern präsentiert: Jan Gulbransson und Ulrich Schröder. Die Comic-Künstler sind mit Werken aus den eigenen Sammlungen vertreten, die zum Teil noch nie ausgestellt wurden. Gulbransson erzählt lange, moderne Geschichten, seine Zeichnungen erinnern an Carl Barks. Ulrich Schröder setzt den von Barks und Rosa beschrittenen Weg konsequent fort. Spektakulär ist sein „Yogi“, ein Gemälde, das Donald Duck als meditierend-schwebenden Mönch zeigt – auch das ein Bild unserer Zeit, das sich von den Geschichten der 1930er Jahre erheblich unterscheidet. Daneben geht es im Eckrisalit auch um die Frage, wie heutige Comics entstehen. Überraschend ist, dass die „Herstellung“ sich kaum von jener der „alten Meister“ unterscheidet.

Die Ausstellung „Walt Disney – Mickey, Donald & Friends“ wird vom Landesmuseum Mainz kuratiert und ist eine Kooperation der MainzplusCITYMARKETING GmbH mit dem Landesmuseum Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) in Zusammenarbeit mit dem artstar Verlag GmbH, Düsseldorf.

Großes Rahmenprogramm

Die Ausstellung 14. März bis 29.07.2018 wird von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet, das sich an alle großen und kleinen Comic-Fans richtet. Führungen, Workshops, Filme, Vorträge und viele Aktionen rund um den Kosmos Entenhausen laden ab März ins Landesmuseum Mainz ein.
Das detaillierte Programm findet man über die Homepage:
www.landesmuseum-mainz.de (siehe auch unten)

folderÖffnungszeiten:
Mittwoch bis Sonntag 10-17 Uhr, Dienstag 10-20 Uhr, Montag geschlossen,
für Schulklassen Sonderöffnungszeiten nach Absprache möglich
Eintrittspreise (inkl. Zutritt zur Dauerausstellung)
Erwachsene: 12 Euro /erm. 9 Euro
Kinder bis 6 Jahre Eintritt frei, Kinder ab 6 Jahre: 7 Euro
Familienkarte (max. 2 Erw., mind. 1 Kind): 24 Euro
Rollstuhlfahrer inkl. Begleitperson sowie Behinderte (ab 80%): Eintritt frei
Gruppen ab 10 Personen: 9 Euro p.P.
Audioguide: 2 Euro

Landesmuseum Mainz,
Große Bleiche 49-51

Rahmenprogramm

Eine Vortragsreihe mit Comic-Experten aus ganz Deutschland, ein Comic-Tag für die ganze Familie und ein Open Air-Kino mit Disney-Klassikern: Das Rahmenprogramm zur Walt Disney-Ausstellung im Landesmuseum Mainz liefert spannende Hintergründe rund um die Kultfiguren Micky Maus, Donald Duck und seine Freunde aus Entenhausen.

Veranstaltungsreihe

Horch, horch! Klatsch, klatsch! In sechs Veranstaltungen werfen Comic-Experten ihren ganz eigenen Blick auf Charaktere, Künstler, Geschichten und Geschichte.

Dienstag, 20. März, 18 Uhr, Forum

  • Holger Wilmesmeier, Publizist, Kunsthistoriker, Künstler
    „Archäologie der Comics. Bildergeschichten vor Mickey Mouse“

Dieser Vortrag ist ein Streifzug durch die Jahrhunderte – von ägyptischen Wandmalereien um 2000 v.Chr. bis hin zu den von Wilhelm Busch inspirierten Zeitungs-Comics Ende des 19. Jahrhunderts in den USA. Dr. Wilmesmeier zeigt auf, wie durch alle Epochen in Bildern erzählt wurde und wie Texte eine neue Dimension hinzufügten.
Mittwoch, 11. April, 18 Uhr, Forum

Filippo Carlà-Uhink, Pädagogische Hochschule Heidelberg
„Darstellungen der klassischen Antike in Disney-Comics“

Ob als Parodie der Odyssee, eine Zeitreise Mickys mit der Zeitmaschine oder eine der endlosen Schatzsuchen von Dagobert Duck – Disney-Comics beschäftigen sich häufig mit der klassischen Antike. Der Vortrag beleuchtet Beispiele dieser Antikenrezeption und ihren Zusammenhang mit der generellen Präsenz der Antike in der europäischen Geschichtskultur.

 Donnerstag, 26. April, 18 Uhr, Forum

  • Alexandra Hentschel, Direktorin Erika-Fuchs-Haus
    „Dem Ingenieur ist nichts zu schwör – Wie Erika Fuchs die deutsche Sprache prägte“

Die geniale und spracherfinderische Comic-Übersetzerin Erika Fuchs brachte die amerikanischen Comics dem deutschen Publikum nahe und verhalf ihnen zu enormer Popularität. Sie verlagerte Entenhausen dabei nach Oberfranken und prägte mit Sprachwitz, Lautmalereien, dem nach ihr benannten „Erikativ“ und der Einbindung von Zitaten unsere Sprache nachhaltig.

Mittwoch, 15. Mai, 18 Uhr, Forum

  • Patrick Bahners, Journalist, Autor
    „Können Sie den Quatsch verstehen? Der Entenhausener Kunstgeschmack“

Ein donaldistischer Vortrag, der die Frage behandelt, was die Einwohner Entenhausens als schön und als hässlich empfinden, welches Bild des Künstlers sie haben und wie es in der Kunstproduktion mit dem Verhältnis von Klassik und Avantgarde bestellt ist. Grundlage sind die Comic-Geschichten von Carl Barks, unter anderem auch jene, aus der das Titelzitat stammt.

Donnerstag, 24. Mai, 18.30 Uhr, Forum

  • Jakubowski, ARD Journalist, Autor
    „Reise zu Don Rosa. Ein Gespräch mit Dr. Alex Jakubowski“

Der Journalist und Buchautor besuchte vor einem Jahr zusammen mit Starfotograf Lois Lammerhuber die lebende Comiczeichner-Legende Don Rosa in dessen Zuhause in Kentucky. Im Gespräch lässt er ein außergewöhnliches Porträt vom „Mensch hinter den Enten“ entstehen, der vor mehr als zehn Jahren seine letzte Geschichte rund um Dagobert und Co. gezeichnet hat.

Donnerstag, 7. Juni, 18 Uhr, Forum

  • Denis Scheck, Literaturkritiker, Übersetzer, Journalist,
    „Speis und Trank in Entenhausen“

Dass man viel Lebenswichtiges aus dem eifrigen Studium von Karl Marx und Carl Barks erfahren kann, hat sich nicht nur in Mainz herumgesprochen. Aber kann man von den Enten auch kochen lernen? Diese Frage klärt Literaturkritiker und Fernsehmoderator Denis Scheck, bekennender Hobbykoch und Comicfan, bekannt aus „Druckfrisch“ in der ARD und „Lesenswert“ und „Kunscht“ im SWR.
Sonntag, 10. Juni, 10-17 Uhr, Museum und Innenhof

  • Bonk! Boom! Bäng!
    Comic-Tag für die ganze Familie

Enten, Mäuse, Abenteuer: Taler sammeln mit Dagobert, Aufgaben lösen mit dem Fähnlein Wieselschweif, den Panzerknackern auf der Spur, tauschen und handeln auf der Comic-Börse, coole Comics gestalten und vieles mehr. Da darf natürlich das legendäre von Carl Barks erfundene Erfrischungsgetränk „Blubberlutsch“ nicht fehlen.

  • Samstag, 16. und Sonntag, 17. Juni, ab 21 Uhr
    Open Air-Kino im Innenhof mit Disney-Filmen
Familien- u. Kinder-Veranstaltungen – Ferienprogramm

 „Zack!“ – Das museumspädagogische Rahmenprogramm

 Die Walt Disney-Ausstellung wird begleitet von einem umfangreichen Rahmenprogramm für große und kleine Comic-Fans. Workshops, Ferienprogramme, Familiensonntage, die Reihe „Das offene Atelier“ und Familienführungen bieten für Kinder und Familien die Gelegenheit, in die fabelhafte Welt von Entenhausen einzutauchen.

 Workshops

„Hello, Donald!“ Bei diesem halbstündigen Workshop wird der charmante Tollpatsch ganz genau unter die Lupe genommen: Seine Haltung, seine Hände und seine Augen verraten, wie Donald sich gerade fühlt. Die Kinder, die an diesem Angebot teilnehmen, ahmen Donalds Ausdrücke nach. Wer kann sich freuen wie Donald, oder genauso ärgerlich werden? Wer kann „entisch“?

  • Für Kinder von 5 – 8 Jahren, buchbar für Kindergruppen bis 20 Personen, Dauer 30 Minuten.
  • Teilnahmegebühr: 3 Euro (für Kinder). Begleitende Erwachsene haben freien Eintritt.

„Mickey and Donald get arty“. Comics zu lesen, selbst Figuren nachzuzeichnen und zu entwerfen, das können Kinder auch zuhause. Vorbilder und Anleitungen hält das Internet in Hülle und Fülle bereit. Was kann man darüber hinaus im Museum zu diesem Thema erfahren?

Wie spricht eine Ausstellung zu uns – jenseits von Texten und Audioguides? Und gehören Mickey, Donald und ihre Freunde in ein Museum?

Der Workshop lenkt den Blick auf das „Wie“ der Ausstellungssprache und lädt die SchülerInnen dazu ein, eine museale Inszenierung nachzuempfinden und für ein eigenes Thema zu entwerfen. Dabei werden die Vorstellungen und Wünsche der jeweiligen Teilnehmer mit Zeichenstift und Handykamera festgehalten. Anschließend konzipieren die Teilnehmer eine eigene Ausstellung, die alle gerne mal besuchen und vorab planen würden.

  • Für die Klassen 3 – 10; Dauer 120 Minuten; zu buchen über loechner@gdke.rlp.de
  • Es gilt der übliche Museumspreis von € 6 pro Schüler*in, zwei begleitende Lehrpersonen haben freien Eintritt.

Ferienprogramme

Osterferienprogramm vom 27. – 29. März, tägl. 10 – 14 Uhr

  • nur als Paket buchbar für insgesamt 50 Euro
  • für maximal 12 Kinder von 9 – 12 Jahren

Comicwerkstatt mit Holger Wilmesmeier. Comics kennt jeder. Aber eine Comicgeschichte selbst machen … Im Comic-Workshop zeichnen die Teilnehmer unter Anleitung des Kunstpädagogen, Dozenten und Publizisten Holger Wilmesmeier einen eigenen Comic. Dabei lernen die Nachwuchszeichner alles, was dafür wichtig ist: Figuren zeichnen, Geschichten ausdenken, Texten und vieles mehr. Ob die Geschichte ein Ministrip mit fünf Bildern oder mehrere Seiten lang wird, und ob die Figuren mehr nach Micky Maus oder nach Manga aussehen, all das liegt ganz bei den jungen Teilnehmern. Also los, mit zang, krack, bumm!

Sommerferienprogramm vom 25. – 29. Juni, tägl. 10 – 15 Uhr

  • nur als Paket buchbar für 80 Euro
  • für maximal 10 Kinder von 8 -14 Jahren

Trickfilmwerkstatt im Museum mit Dorle Voigt. Bei diesem Workshop wird eine eigene Trickfilmfigur mit charakteristischen Merkmalen und Eigenschaften entwickelt – und zum Leben erweckt. Mit Hilfe von Tablets und der Stop-Motion-Technik produzieren die Teilnehmer zusammen mit der Kulturwissenschaftlerin eigene Trickfilme. Dabei denken sich die Kinder eine Geschichte für ihre Figur aus, entwickeln einen Drehplan, basteln, malen und organisieren Figuren, Requisiten und Kulissen. Dann werden die Figuren Bild für Bild in Bewegung gesetzt und hunderte Fotos mit dem Tablet geschossen. Anschließend wird der Film vertont, Sprache und Geräusche mit dem Mikrofon aufgenommen und Musik hinterlegt. Zum Abschluss des Workshops feiert der fertige Film seine Premiere – vor Familien, Freunden und interessierten Museumsbesuchern.

Weitere Veranstaltungen

Familiensonntag am 3. Juni / 1. Juli mit Kurzführung und gemeinsamer künstlerischer Praxis für die ganze Familie; Disney-Eintritt plus 1 Euro pro Person
Offenes Atelier am 19. Mai / 16. Juni / 21. Juli  mit Kurzführung und künstlerischer Praxis für Kinder; Disney-Eintritt plus € 1,- pro Person

Familienführungen am Sonntagmorgen am 27. Mai / 24. Juni / 8. Juli / 22. Juli. Familienticket Disney plus 1 Euro pro Person

Weitere Infos :
Das detaillierte Programm findet man über die Homepage:
www.landesmuseum-mainz.de (siehe auch unten)

Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Sonntag 10-17 Uhr, Dienstag 10-20 Uhr, Montag geschlossen, für Schulklassen Sonderöffnungszeiten nach Absprache möglich.
Eintrittspreise (inkl. Zutritt zur Dauerausstellung)
Erwachsene: 12 Euro /erm. 9 Euro
Kinder bis 6 Jahre Eintritt frei, Kinder ab 6 Jahre: 7 Euro
Familienkarte (max. 2 Erw., mind. 1 Kind): 24 Euro
Rollstuhlfahrer inkl. Begleitperson sowie Behinderte (ab 80%): Eintritt frei
Gruppen ab 10 Personen: 9 Euro p.P.
Audioguide: 2 Euro

Landesmuseum Mainz,
Große Bleiche 49-51

Wissenschaftsminister Prof. Dr. Wolf verabschiedet Prof. Dr. Falko Daim

Prof. Dr. Falko Daim (Bild) freut sich über die Weltkarte der Wissenschaft, die ihm Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf im Namen der Landesregierung  zum Abschied überreicht hatte  © Foto: Diether v. Goddenthow
Univ.-Prof. Dr. Falko Daim (Bild) freut sich über die Weltkarte der Wissenschaft, die ihm Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf im Namen der Landesregierung zum Abschied überreicht hatte © Foto: Diether v. Goddenthow

Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf verabschiedete am 28. Februar 2018 feierlich Univ.-Prof. Dr. Falko Daim nach 15 Jahren an der Spitze des Römisch-Germanischen Zentralmuseums (RGZM). Der Mittelalterarchäologe leitete seit 2004 die Mainzer Forschungseinrichtung.  Rund 200 Wegbegleiter  und Mitarbeiter waren zu seinem Abschied in das Museum für Antike Schiffahrt gekommen, um gemeinsam mit  dem Daim die erfolgreichen Jahre seines Wirkens Revue passieren zu lassen. Der Generaldirektor des Römisch-Germanischen Zentralmuseums (RGZM) tritt Ende Mai offiziell in den Ruhestand.

Der Wissenschaftsminister dankte Falko Daim im Namen der Landesregierung für seine herausragenden Dienste. Wolf hob die weltweit anerkannten fachlichen Qualifikationen sowie die besondere Begeisterungsfähigkeit des scheidenden Generaldirektors hervor, die für die Vermittlung von Forschungsergebnissen in die Gesellschaft wichtig sei. „Mit diesen besonderen Fähigkeiten haben Sie das Institut entscheidend geprägt und damit auch zu einer besonderen Sichtbarkeit von Rheinland-Pfalz in der Forschungslandschaft beigetragen. Sie waren Gesicht, Geist und Gemüt des Römisch-Germanischen Zentralmuseums“, betonte Wolf.

Prof. Falko Daim, dessen Forschungsschwerpunkt die Archäologie des Frühmittelalters ist, führte das 1852 gegründete Museum und Forschungsinstitut in einer wichtigen Phase seiner Entwicklung. Seit 2003 wurden in seiner Zeit als Generaldirektor mehrere wissenschaftliche Evaluierungen erfolgreich absolviert, das Institut deutlich ausgebaut und neu ausgerichtet.

Der gebürtige Wiener Archäologe, bereits im Alter von 23 Jahren promoviert, trieb nicht nur die archäologischen Forschungen des Hauses voran, er sorgte auch für dessen Weiterentwicklung.  Über etliche Highlights seines vielfältigen Wirkens und seines Ideenreichtums berichteten unter anderem  Oberbürgermeister Michael Ebling, Prof. Dr. Irene Dingel, Direktorin am Leibniz-Institut für Europäische Gechichte (IEG), Mainz, Dr. Alexander Saftig, Landrat des Landkreises Mayen-Koblenz und Vorsitzender des Aufsichtsrates der Vulkanpark GmbH in ihren Grußworten. Prof. Dr. Egon Wamers, ehemaliger Direktor des Archäologischen Museums Frankfurt und langjähriger Freund hielt die Laudatio.

(vl.) Prof. Dr. Egon Wamers, ehemaliger Direktor des Archäologischen Museums Frankfurt und langjähriger Freund, Prof. Dr. Konrad Wolf, Wissenschaftsminister, Prof. Dr. Falko Daim, Generaldirektor des Römisch-Germanischen Zentralmuseums (RGZM), Prof. Dr. Irene Dingel, Direktorin am Leibniz-Institut für Europäische Gechichte (IEG), Mainz. © Foto: Diether v. Goddenthow
(vl.) Prof. Dr. Egon Wamers, ehemaliger Direktor des Archäologischen Museums Frankfurt und langjähriger Freund, Prof. Dr. Konrad Wolf, Wissenschaftsminister, Prof. Dr. Falko Daim, Generaldirektor des Römisch-Germanischen Zentralmuseums (RGZM), Prof. Dr. Irene Dingel, Direktorin am Leibniz-Institut für Europäische Gechichte (IEG), Mainz. © Foto: Diether v. Goddenthow

Mit Falko Daim erhielt die Vermittlung archäologischer Inhalte einen bedeutenden Schub: Er implementierte einen eigenen professionellen Arbeitsbereich für die Öffentlichkeitsarbeit und zeigte sich für einige hochkarätige Ausstellungen verantwortlich, in denen er die Forschungen des Hauses einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machte.

Mainz ist durch Falko Daim eines der wichtigsten, weltweit tätigen Forschungszentren für byzantinische Archäologie geworden. Nachdem er schon nach zwei Jahren Amtszeit gemeinsam mit weiteren Initiatoren der Johannes Gutenberg-Universität den Kooperationsverbund „Byzantinische Archäologie Mainz“ gründete, schaffte er es die Byzanz-Forschung in Mainz mit einem eigenen WissenschaftsCampus, Leibniz-WissenschaftsCampus Mainz: Byzanz zwischen Orient und Okzident, noch fester zu etablieren. Am 17. März dieses Jahres wird in der Schallaburg (3382 Schallaburg, Österreich) eine Ausstellung zu „Byzanz & der Westen. 1000 vergessene Jahre“, eröffnen, in der er noch einmal sein Schwerpunkt – die Byzanz-Forschung – ins Zentrum der Öffentlichkeit rückt.

Ein Augenmerk der Byzanzforschung liegt dabei auf der engen Zusammenarbeit von verschiedensten Disziplinen, wie Archäologie, Kunstgeschichte sowie Naturwissenschaften.

Unter Daims Führung wurde das Museum für Antike Schiffahrt saniert und neu ausgerichtet (2010), das Labor für Experimentelle Archäologie in Mayen entstand (2012) und die neue Ausstellung im Schloss Monrepos in Neuwied wurde eröffnet (2014).

Auch das Forschungsnetzwerk des RGZM konnte Daim maßgeblich ausbauen. Neue Kooperationen, auch jenseits der Fachgrenzen tragen seine Handschrift. So war das RGZM beispielsweise 2010 Gründungsmitglied des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Archäologische Prospektion und Virtueller Archäologie in Wien.

Seine maßgeblichen Arbeitsbereiche spiegelt die Festschrift für Falko Daim wider.

RGZM 2020

In die Amtszeit Daims fällt vor allem die Vorbereitung des Neubaus des neuen Hauptgebäudes. Dieses wird voraussichtlich 2020 eingeweiht werden und dem RGZM als Museum sowie als Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie ganz neue Möglichkeiten eröffnen. Der derzeit entstehende Neubau in der Mainzer Südstadt liegt Daim besonders am Herzen: Soll das Gebäude doch nicht nur beste Bedingungen für archäologische Spitzenforschung bieten, sondern auch mit 3000 qm Ausstellungsfläche ( von 14.500 qm Gesamtfläche) ein attraktives Ausflugsziel sein, an dem eben Forschung vermittelt wird.

„Seit den ersten Vorgesprächen 2006 haben wir den neuen Institutssitz als große Chance wahrgenommen! Die Vision, unter besseren Bedingungen archäologische Forschung voranzutreiben, wird nun voraussichtlich 2020 umgesetzt. Und mit der neuen Dauerausstellung wird der Dialog zwischen Öffentlichkeit und Forschung weiterhin gefördert“, erläutert Daim in seiner Dankesrede bei der er allen seinen Weggefährten und Mitarbeitern und seiner Ehefrau nochmals ganz herzlich Danke: „Ohne Euch wäre das alles nicht möglich gewesen!“.

Prof. Dr. Markus Egg, Direktor für Werkstätten und Labore sowie Leiter des Kompetenzbereichs Vorgeschichte, begrüßte die Festgesellchaft und führte durch das Programm. © Foto: Diether v. Goddenthow
Prof. Dr. Markus Egg,
Direktor für Werkstätten und Labore sowie Leiter des Kompetenzbereichs Vorgeschichte, begrüßte die Festgesellchaft und führte durch das Programm. © Foto: Diether v. Goddenthow

 

 

Siehe auch das Interview vom 27.2.2018 in der Mainzer Allgemeinen Zeitung: Römisch-Germanisches Zentralmuseum in Mainz (RGZM): Der scheidende Direktor Falko Daim über den Glanz von Byzanz und Big Data

 

Ausstellung „Drache trifft Pferd“ – Archäologisches Erbe aus China zu Gast im Landesmuseum Mainz Chinesische Stadt Xi´an trifft Rheinland-Pfalz

Schreitender Drache. Fundort: Hansenzhai (Vorort von Xi'an) Der Drache ist der älteste Talisman Chinas. Er ist seit Jahrtausenden ein glücksbringendes Symbol in Ostasien.Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Schreitender Drache. Fundort: Hansenzhai (Vorort von Xi’an) Der Drache ist der älteste Talisman Chinas. Er ist seit Jahrtausenden ein glücksbringendes Symbol in Ostasien.Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) und der rheinland-pfälzische Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf eröffneten gestern gemeinsam mit Prof. Dr. Hu Sishe, Vizepräsident der Gesellschaft des Chinesischen Volkes für Freundschaft mit dem Ausland (CPAFFC), Dr. Wang Yongkang, Oberbürgermeister von Xi´an, und dem Wirtschaftsdezernenten der Stadt Mainz, Christopher Sitte die Ausstellung „Drache trifft Pferd – Archäologisches Erbe aus Xi’an zu Gast in Mainz“ ein. Hintergrund der Ausstellung ist der Besuch einer hochrangigen Delegation aus der chinesischen Metropole Xi’an, die auf Initiative der Gesellschaft Deutsch-Chinesische Freundschaft Mainz-Wiesbaden (GDCF) unter anderem in die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt reist. Für den rheinland-pfälzischen Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf, „eine wunderbare Gelegenheit, sich über Grenzen hinweg über das kulturelle Erbe auszutauschen und dies in einem Jahr, in dem mit der Ausstellung „vorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“ das Herz der Archäologie in Deutschland ohnehin in Mainz schlägt.“

Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf und Dr. Wang Yongkang, Oberbürgermeister von Xi’an enthüllen gemeinsam eine der Vitrinen mit den wertvollen Repliken. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf und Dr. Wang Yongkang, Oberbürgermeister von Xi’an enthüllen gemeinsam eine der Vitrinen mit den wertvollen Repliken. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Zur großen Überraschung und völlig unerwartet, hatten die chinesischen Gäste dem Mainzer Landesmuseum wertvolle Repliken, z.B. Gewichte in Form kämpfender Tiger und Bären aus der Han-Dynastie (206 v. Chr. – 220 n. Chr.), Pferde bzw. Reiter auf galoppierendem Pferd aus der Tang-Dynastie (18 – 907 n. Chr.), die Replik eines vergoldeten Bronze-Drachen, dem ältesten Talisman Chinas, und viele wertvolle Stücke mehr geschenkt. Während des Festaktes wurden die in zahlreichen Vitrinen präsentierten einmaligen Exponate von Oberbürgermeister Dr. Wang Yongkang und Kulturminister Professor Dr. Wolf feierlich enthüllt.

Dr. Birgit Heide, Direktorin des Landesmuseums Mainz und Dr. Wang Yongkang, Oberbürgermeister von Xi’an  besiegeln nach der Unterzeichnung die Kooperationsvereinbarung symbolisch noch einmal mit einem Handschlag. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Dr. Birgit Heide, Direktorin des Landesmuseums Mainz und Dr. Wang Yongkang, Oberbürgermeister von Xi’an besiegeln nach der Unterzeichnung die Kooperationsvereinbarung symbolisch noch einmal mit einem Handschlag. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Den zentralen   Höhepunkt der feierlichen Ausstellungseröffnung bildete abschließend die Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung zwischen dem Landesmuseum Mainz und dem Xi’an Banpo Museum durch Direktorin Dr. Birgit Heide und Oberbürgermeister Dr. Wang Yongkang.

 

 

 

Das Ensemble vom Musik- und Tanzgheater Xi’an JIANG Yi (Erhu), HUA Wei (Hackbrett), ZHANG Sisi (Guzheng, LIU Yimeng (Suona) umrahmte die Veranstaltung mit traditioneller chinesischer Musik aus Xi’an und spielte als Zugabe für die Gastgeber den englischen Song „Auld Lang Syne“.

Das Ensemble vom Musik- und Tanzgheater Xi'an JIANG Yi (Erhu), HUA Wei (Hackbrett), ZHANG Sisi (Guzheng, LIU Yimeng (Suona). Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Das Ensemble vom Musik- und Tanzgheater Xi’an JIANG Yi (Erhu), HUA Wei (Hackbrett), ZHANG Sisi (Guzheng, LIU Yimeng (Suona). Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

 

In der Ausstellung werden Fotos und Texte und die besagten Repliken archäologischer Funde aus der Stadt Xi’an (Provinz Shaanxi) präsentiert. Im Fokus stehen dabei Tempelanlagen, Museen und Fundstellen vornehmlich aus Xi’an und der Provinz Shaanxi. Die gezeigten Funde datieren vor allem in die Han-Dynastie, die zeitgleich mit der Römerzeit in Europa zu sehen ist, und in die Tang-Dynastie, die dem Frühmittelalter in Europa zugeordnet werden kann. So lassen sich also auch hier vergleichende Schlüsse am archäologischen Objekt vornehmen.

Xi‘an war in der Qin-Dynastie (221-207 v. Chr.) die erste Hauptstadt des Kaiserreichs China. 1974 wurde die im 8. Jh. mit einer Million Einwohner größte Stadt der Erde weltbekannt, als man rund 36 km nordöstlich die Grabanlage des ersten chinesischen Kaisers Qín Shǐhuángdì entdeckte mit über 8000 lebensgroßen Terrakotta-Kriegern in Gefechtsaufstellung (seit 1987 in der Liste des Welterbes der UNESCO).

Im Gebiet der Stadt Xi’an selbst liegt als archäologische Stätte die antike chinesische Hauptstadt Chang’an. Hier ist der östliche Beginn der Seidenstraße, die zum UNESCO Welterbe gehört.

Zu einem Blick auf das eigene kulturelle Erbe gehört auch der Blick auf das kulturelle Erbe anderer Länder. Denn Kultur verbindet die Menschheit über politische und wirtschaftliche Grenzen hinweg. Die Anerkennung und der Austausch zwischen den Kulturen dieser Erde ist ein bedeutsamer Teil einer gemeinsamen Geschichte, die letztlich auch unsere gemeinsame Zukunft sein wird. „Dies ist zugleich eine Forderung der UNESCO für die Welterbestätten, die sich auf das gesamte kulturelle Erbe übertragen lässt“, betont Thomas Metz, Generaldirektor der GDKE.

Neben der Ausstellung findet im Landesmuseum seit heute auch ein Kolloquium unter dem Motto „Xi´an trifft Rheinland-Pfalz – Umgang mit dem archäologischen kulturellen Erbe“ statt. Gemeinsamkeiten aber auch die unterschiedliche Vorgehensweise mit den historischen Objekten sind zentrale Themen des Treffens mit chinesischen und deutschen Wissenschaftlern. Dabei soll zwischen den Referenten aus China und Deutschland ein Erfahrungsaustausch im Umgang mit dem kulturellen (Welt-)Erbe erfolgen. Auch hier wird ein spannender Aspekte der Vergleich der zeitgleichen Kaiserstädte Xi’an und Trier sein, die beide auf der UNESCO Welterbeliste zu finden sind.

Begleitet wird der Besuch aus Xi’an von einem umfangreichen Rahmenprogramm.

Landesmuseum Mainz: Minister Wolf ernennt Dr. Birgit Heide zur neuen Leiterin

Prof. Dr. Konrad Wolf, Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, überreicht Dr. Birgit Heide das "Bestellungsschreiben" als neue Direktorin des Landesmuseum Mainz.  Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Prof. Dr. Konrad Wolf, Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, überreicht Dr. Birgit Heide das „Bestellungsschreiben“ als neue Direktorin des Landesmuseum Mainz. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Ab dem 1. August 2017 steht das Landesmuseum unter der Leitung von Dr. Birgit Heide, die nach einem Jahr der erfolgreichen kommissarischen Leitung nun dauerhaft als Direktorin die Verantwortung übernehmen wird.

„Durch ihre langjährige Tätigkeit seit August 1999 kennt Frau Dr. Heide das Landesmuseum Mainz mit seinen Stärken und Potenzialen sicher so gut wie kaum jemand sonst“, betonte Konrad Wolf, Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur. „Diese Kenntnisse und Erfahrungen bilden für die Umsetzung der anstehenden Aufgaben eine sehr gute Grundlage. Ich bin sicher, dass es Frau Dr. Heide mit ihrer gleichermaßen teamorientierten wie konsequenten und verbindlichen Art gelingen wird, ihre überzeugenden konzeptionellen Überlegungen gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Landesmuseums zu entwickeln und umzusetzen.“

Für die Besetzung der Stelle wurde eine Persönlichkeit gesucht, die die Fähigkeit besitzt, die herausragenden archäologischen Bestände des Landesmuseums wieder in die Dauerausstellung zu integrieren und publikumswirksam zu präsentieren. „Allein der Bestand römischer Steindenkmäler ist einer der größten nördlich der Alpen und umfasst weit über 2000 Denkmäler. Der bedeutenden archäologischen Sammlung des Museums, aber auch den aktuellen Neufunden zukünftig den Raum zu geben, der ihrer Bedeutung entspricht, ist für mich aktuell eine der zentralen Aufgaben für die Zukunft des Museums“, sagte Kulturminister Wolf. „Es ist aber gleichzeitig auch seine große Chance, denn die Archäologie gehört mit Sicherheit zu den attraktivsten und bei den Besucherinnen und Besuchern gefragtesten Ausstellungsthemen.“

Thomas Metz, Generaldirektor der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) Rheinland-Pfalz, betonte: „Die Entscheidung für Frau Dr. Heide bedeutet für die GDKE den Gewinn einer Führungskraft, die ihr Metier bestens versteht und unter Kolleginnen und Kollegen anerkannt ist. Ich bin überzeugt davon, dass es Frau Dr. Heide mit ihren Ideen und ihrer Fähigkeit teamorientiert, interdisziplinär und vernetzt zu arbeiten, gelingen wird, die Herausforderungen, vor denen das Landesmuseum steht, erfolgreich zu meistern und freue mich sehr auf die gemeinsame Arbeit.“

Nach dem Studium der Vor- und Frühgeschichte an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz und ihrer Dissertation über „das ältere Neolithikum im westlichen Kraichgau“ war Dr. Birgit Heide unter anderem als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Museum für Vor- und Frühgeschichte bei den Staatlichen Museen zu Berlin tätig.

„Ich freue mich sehr auf die neuen Aufgaben. Neben den vielfältigen kunsthistorischen Sammlungsbereichen sollen nun auch die reichen und bedeutenden archäologischen Sammlungen wieder präsentiert werden. Ich möchte damit die langjährige Tradition des Museums stärken und seine überregionale Bedeutung und sein Profil als kunst- und kulturgeschichtliches herausstellen. Daneben sollen aber auch attraktive und aufsehenerregende Sonderausstellungen das breite Spektrum unserer Sammlungen zeitgemäß widerspiegeln. Wichtig ist es mir zudem, die bisherige Vermittlungsarbeit, diverse Forschungsprojekte und bestehende Kooperationen nicht nur fortzuführen, sondern auch weiter auszubauen“, erklärt Heide.