Kategorie-Archiv: Gutenberg-Universität Mainz

2. MAINZER SCIENCE WEEK „Mensch und Mobilität“ vom 28. April bis 11. Mai 2019

2.mz-sience-week.logoVom 28. April bis 11. Mai 2019 findet in Mainz die zweite Mainzer Science Week statt. Sie steht unter dem Motto „Mensch und Mobilität“. Veranstalter sind die MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ und die Landeshauptstadt Mainz. In 25 Veranstaltungen präsentieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedenster Fachrichtungen ihre Forschungen und diskutieren mit allen Interessierten über aktuelle Themen und Fragen rund um das Thema „Mobilität“.

Auch in diesem Jahr präsentieren wieder Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedenster Fachrichtungen ihre Forschungen und diskutieren mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern über aktuelle Themen und Fragen rund um das Thema „Mobilität“. Die Science Week ist ein zentrales Format der seit 2015 jährlich ausgerufenen Themenjahre der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ und der Landeshauptstadt Mainz. „In der Science Week lenken wir den Blick der Öffentlichkeit auf einen ausgewählten Aspekt unter den vielzähligen gemeinsamen Herausforderungen von Wissenschaft und Gesellschaft“ so Professor Gerhard Muth, Vorstandsvorsitzender der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ.

Mit dem Masterplan M³ „Green City Mainz“ beteiligt sich die Landeshauptstadt Mainz an dem „Sofortprogramm saubere Luft
2017-2020“, das von der Bundesregierung gefördert wird. M³ steht für eine integrierte, intelligente und vernetzte Mobilität in Mainz. Der Masterplan wurde 2018 verabschiedet. „Die Science Week bietet einen passenden Rahmen, kommunale Konzepte zur Mobilität wissenschaftsbasiert zu diskutieren“, so Oberbürgermeister Michael Ebling. „Und sie weckt Interesse an der Wissenschaft – in vielen spannenden Veranstaltungen mitten im Herzen unserer Stadt.“

Die 2. Science Week macht „Mobilität“ zum Programm und präsentiert Wissenschaft in ungewöhnlichen und auch mobilen Veranstaltungsformaten. Möglich wird das durch eine enge Kooperation mit verschiedenen Mainzer Unternehmen und Institutionen, wie der Mainzer Mobilität oder der Mainzer Werbegemeinschaft.

Mit der Science Tram wird die Mainzer Straßenbahn zum fahrenden Hörsaal. Hier sind alle Interessierten herzlich dazu eingeladen, einzusteigen, zuzuhören, mitzudiskutieren und dabei ein Stück Stadt zu sehen. „Die Science Week möchte einen Beitrag zur Stärkung und Versachlichung gesellschaftlicher Diskurse und zur Förderung des Dialoges zwischen Wissenschaft und Gesellschaft leisten. Deshalb suchen wir auch bewusst ungewöhnliche Veranstaltungsorte und Formate, die zur Diskussion und zum Gespräch anregen“, so Dominik Kimmel, der gemeinsam mit einer Arbeitsgruppe der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ die Themenjahre verantwortet. In der Tram wird die Science Week auch eröffnet: Am Sonntag, 28. April 2019, 11 Uhr pendelt die erste Science Tram zwischen Hauptbahnhof (Haltestelle A) und Campus zum Thema Mobilitätskonzepte der Zukunft. Dazu sind im Gespräch: Katrin Eder (Dezernat für Umwelt, Grün, Energie und Verkehr), Eva Kreienkamp (Geschäftsführerin der Mainzer Mobilität), Professor Dr. Gerhard Muth (Vorstandsvorsitzender der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ und Präsident der Hochschule Mainz) und Professor Dr. med. Thomas Münzel (Leiter des Zentrums für Kardiologie, Unimedizin Mainz). Die Moderation übernimmt Dominik Kimmel.

Ergänzend dazu bieten die Science City Walks die Möglichkeit, die Stadt aus einem anderen Blickwinkel kennenzulernen und dabei aktuelle, wissenschaftlich fundierte Informationen aus erster Hand zu bekommen.

Bei den Meenzer Science-Schoppe sprechen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dort zu den Menschen, wo sie nach Feierabend sind: in Lokalen, Weinstuben und Cafés. Die Meenzer ScienceSchoppe finden seit 2017 statt und haben sich zu einem beliebten Mainzer After Work Treffpunkt entwickelt. Ein Konzept, das auch die Gastronomen überzeugt, wie zum Beispiel Astrid Michel „Wir vom Weinhaus Michel unterstützen gerne die Veranstaltung Science Schoppe, weil sie wunderbar in unseren ‚Keller für Kenner‘ passt. Hier verbinden wir seit einigen Jahren Kultur mit kulinarischem Genuss!“

Der Programmflyer wird an zentralen Stellen (Tourist Service Center, Rathaus, Mainzer Wissenschaftsinstitutionen) ausliegen. Digital ist das Programm abrufbar unter www.wissenimherzen.mainz.de und www.facebook.com/wissenherzen

Mehr Vertrauen in etablierte Printmedien – Polarisierung beim Medienvertrauen – auch pauschale Kritik und Polemik verfestigen sich

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Polarisierung in der Einstellung zu den Medien – Vertrauen in Deutschland im Durchschnitt recht stabil, aber pauschale Kritik und Polemik verfestigen sich – Jeder Vierte hält die Medien für abgehoben und sagt, sie hätten „den Kontakt zu Menschen wie mir verloren“

Die Mehrheit der Deutschen vertraut den etablierten Medien weiterhin, aber die „Lügenpresse“-Debatte hinterlässt Spuren: Pauschale Kritik und Polemik haben sich in den vergangenen Jahren verfestigt. Jeder vierte Bürger in Deutschland hält die Medien nicht für vertrauenswürdig und wirft ihnen gezielte Manipulation vor. Das zeigen neue repräsentative Befunde der Langzeitstudie „Medienvertrauen“, die am Institut für Publizistik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) durchgeführt wird.

Demnach stimmen 25 Prozent der Bevölkerung der Aussage zu: „Die Medien arbeiten mit der Politik Hand in Hand, um die Meinung der Bevölkerung zu manipulieren.“ Ein Jahr zuvor stimmten 20 Prozent zu, 2016 waren es 27 Prozent. Den Vorwurf, die Medien würden die Bevölkerung in Deutschland systematisch belügen, teilen aktuell 16 Prozent (2017: 13 Prozent, 2016: 19 Prozent).

Zudem zeigen die Daten, für die im Oktober/November 2018 insgesamt 1.200 Bürger ab 18 Jahren befragt wurden, dass 44 Prozent den etablierten Medien in wichtigen Fragen vertrauen (2017: 42 Prozent, 2016: 41 Prozent) – der höchste bisher gemessene Wert. 22 Prozent äußern grundsätzliches Misstrauen (2017: 17 Prozent, 2016: 22 Prozent). Die Gruppe derjenigen, die beim Vertrauen eine mittlere Position einnehmen („teils, teils“) ist so klein wie noch nie in den bisher fünf Umfragewellen der Mainzer Forschungsgruppe. Ihr Anteil beträgt nun 34 Prozent. Im Vorjahr waren es 41 Prozent, vor zehn Jahren noch 63 Prozent. Offenbar sehen sich viele Menschen angesichts einer polarisierten Debatte dazu veranlasst, auch selbst Position für oder gegen die Medien zu beziehen.

Die Ergebnisse basieren auf einer repräsentativen Telefon-Umfrage (CATI), die das Meinungsforschungsinstitut IFAK im Auftrag der Wissenschaftler am Institut für Publizistik der JGU durchgeführt hat. Die statistische Fehlertoleranz beträgt 2,8 Prozent. Die aktuellen Daten wurden erhoben, kurz bevor der Spiegel enthüllte, dass zahlreiche Artikel eines Reporters auf gefälschten Darstellungen beruhten.

Zunehmende Entfremdung
Immer mehr Deutsche fühlen sich von den etablierten Nachrichtenmedien nicht mehr gut repräsentiert. Im Jahr 2017 stimmten 18 Prozent der Aussage zu: „Die Medien haben den Kontakt zu Menschen wie mir verloren.“ In der aktuellen Erhebung von Ende des Jahres 2018 vertreten nun 27 Prozent diese Auffassung. Von 36 auf 43 Prozent gestiegen ist auch die Wahrnehmung, dass die Medien die gesellschaftlichen Zustände ganz anders darstellen, als es die Bürger in ihrem eigenen Umfeld wahrnehmen. Weiterführende Analysen zeigen, dass mit steigender Entfremdung von den Medien das allgemeine Medienvertrauen sinkt. Angebracht erscheint demnach die Forderung, dass die Medien die Lebenswelt ihres Publikums nicht aus den Augen verlieren dürfen.

Trotz Einbußen weiterhin hohes Vertrauen in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk
Nach einem Vertrauenshoch im Jahr 2017 sind die Werte für das öffentlich-rechtliche Fernsehen in der aktuellen Erhebungswelle leicht gesunken – 65 Prozent der Bevölkerung vertrauen der Berichterstattung (2017: 72 Prozent, 2016: 69 Prozent). Damit liegt der öffentlich-rechtliche Rundfunk jedoch noch immer an der Spitze verschiedener Mediengattungen. Regionalzeitungen liegen mit 63 Prozent direkt dahinter. Erstmals wurde in der aktuellen Welle zwischen regionalen und überregionalen Zeitungen unterschieden. Überregionale Zeitungen werden demnach von 49 Prozent der Befragten als vertrauenswürdig eingeschätzt. Die Daten zeigen allerdings auch, dass viele Menschen überregionale Zeitungen nicht (mehr) aus eigenem Lesen und Erleben kennen: So enthalten sich 22 Prozent der Befragten eines Urteils über die Glaubwürdigkeit der überregionalen Presse.

Internet und Social Media wenig vertrauenswürdig
Die breite Diskussion über den Datenskandal von Facebook, über Fake News im Internet und andere Gefahren des Netzes lassen viele Menschen nachhaltig vorsichtig und misstrauisch gegenüber Online-Nachrichten werden. Das Vertrauen in Internetquellen ist nach einem eklatanten Absturz im Vorjahr auch im Jahr 2018 gering. Nur 21 Prozent der Befragten vertrauen den Nachrichten auf Seiten von Suchmaschinen (2017: 23 Prozent) und nur vier Prozent den Nachrichten in sozialen Netzwerken (2017: drei Prozent). Der Anteil derjenigen, die Nachrichten in sozialen Netzwerken generell für nicht vertrauenswürdig halten, ist innerhalb eines Jahres sogar von 42 auf 51 Prozent angestiegen.

Vertrauen in die Berichterstattung über Islam und Geflüchtete ist geringer
Das Medienvertrauen der Bürger ist nicht über alle Themen hinweg gleich groß. Übergreifend vertrauen 44 Prozent der Deutschen den etablierten Medien bei wichtigen Fragen. Dagegen stimmen nur 20 bis 25 Prozent den Aussagen zu, dass die Berichterstattung der Medien über den Islam und über die Kriminalität von Flüchtlingen vertrauenswürdig ist. Dies sind auch die Themen, die die Meinungen der Deutschen polarisieren: So bejahen und verneinen jeweils circa 35 Prozent die Aussagen, dass der Islam nicht zu Deutschland gehöre und dass durch die Flüchtlinge in Deutschland die Kriminalität steige.

Meinungsfreiheit und Redeverbote
Nicht nur unter dem Schlagwort der Political Correctness wird regelmäßig debattiert, ob es von den Medien ausgehende Tabus hinsichtlich verschiedener gesellschaftlich relevanter Themen gibt. Was dürfen die Menschen öffentlich sagen, ohne sich „den Mund zu verbrennen“? In der Mainzer Umfrage stimmt nur eine Minderheit von 16 Prozent der Aussage zu, dass die Medien die Meinungsfreiheit in Deutschland prinzipiell untergraben. Eine klare Mehrheit – 59 Prozent – hält diese Aussage für unzutreffend. Allerdings sagen auch 27 Prozent: „Die Medien schreiben einem vor, was man denken soll.“ Mit Blick auf konkrete Themen haben jeweils mehr als ein Drittel der Deutschen den Eindruck, dass man nicht öffentlich sagen dürfe: „Durch die vielen Flüchtlinge steigt in Deutschland die Kriminalität“ und „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“. Allerdings sind auch jeweils rund 40 Prozent der Meinung, dass man dies sehr wohl sagen dürfe. Kein Redeverbot nehmen die Deutschen beim Diesel-Skandal wahr – 80 Prozent meinen, dass man sich nicht den Mund verbrennt, wenn man sagt, dass die Autobauer die Diesel-Käufer systematisch belogen haben. Befragte, die den etablierten Medien wenig oder gar nicht vertrauen, nehmen über alle Themen stärkere Redeverbote wahr als Befragte mit einem moderaten oder hohen Medienvertrauen.

Mehr pauschale Medienkritik an den linken und rechten politischen Rändern
Insgesamt legen die Befunde nahe, dass das Vertrauen in die etablierten Medien im Zuge der „Lügenpresse“-Debatte keineswegs in großem Stil erodiert ist. Dennoch hat sich ein relevanter Kern an Kritikern herausgebildet, der die etablierten Medien pauschal verurteilt. Sie finden sich, so zeigt eine übergreifende Analyse der Daten aus den Jahren 2017 und 2018, überdurchschnittlich häufig an den Rändern des politischen Links-Rechts-Spektrums. Sie sind formal niedriger gebildet, politisch weniger interessiert und blicken mit mehr Sorgen auf ihre wirtschaftliche Zukunft als diejenigen Bürger, die die etablierten Medien nicht pauschal verurteilen. Darüber hinaus zeigt sich, dass die etablierten Medien vor allem von denjenigen Bürgern pauschal verurteilt werden, die häufig alternative Nachrichtenquellen im Social Web konsumieren und regelmäßig Nutzerkommentare auf den Seiten der etablierten Medien lesen.

Zur Studie
Die langfristig angelegte Studie zum Medienvertrauen basiert auf mehr als einem Jahrzehnt kommunikationswissenschaftlicher Vertrauensforschung am Institut für Publizistik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Im Mittelpunkt stehen regelmäßige repräsentative Befragungen, die die Entwicklungen, Ursachen und Folgen des Medienvertrauens erheben. Schwerpunkte der Studie sind die Verbreitung von funktionaler und dysfunktionaler Medienkritik (u.a. „Lügenpresse“-Vorwürfe) und die Beziehungen zwischen Medienvertrauen, Mediennutzung, politischen und gesellschaftlichen Einstellungen und Persönlichkeitseigenschaften. Zum Forschungsteam gehören PD Dr. Nikolaus Jackob, Dr. Ilka Jakobs, Prof. Dr. Oliver Quiring, Prof. Dr. Christian Schemer, Prof. Dr. Tanjev Schultz und Prof. Dr. Marc Ziegele.

Kontakt:
Priv.-Doz. Dr. Nikolaus Jackob
Geschäftsführer
Institut für Publizistik
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
55099 Mainz
Tel. 06131 39-25763
E-Mail: nikolaus.jackob@uni-mainz.de
https://www.admin.ifp.uni-mainz.de/nikolaus-jackob/

Närrische Nachtvorlesung

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Fastnachtliche Variante der „Nachtvorlesung für jedermann“ an der Universitätsmedizin Mainz am 27. Februar

(Mainz, 27. Februar 2019, ok) Am heutigen Mittwoch, 27. Februar, um 19.11 Uhr lädt die Universitätsmedizin Mainz zur Närrischen Nachtvorlesung ein. Auch in diesem Jahr geben sich bei der Veranstaltung beliebte Größen der Meenzer Fassenacht wie beispielsweise der „Straßenmusikant“ Piet Rösch, Fastnachtssängerin Margit Sponheimer, der Bajazz mit der Laterne René Pschierer oder der Ehrenpräsident des Mainzer Carneval-Vereins (MCV) Rudi Henkel die Ehre. Veranstaltungsort ist der Hörsaal der Chirurgie der Universitätsmedizin Mainz (Gebäude 505H, Universitätsmedizin Mainz, Langenbeckstraße 1, 55131 Mainz). Eintritt und Bewirtung sind frei. Als Eintrittskarte gilt die Verkleidung.

Wie jedes Jahr werden charismatische Vertreter der politisch literarischen Mainzer Fastnacht diesen besonderen Abend gestalten. Das Publikum darf sich auf Peter Krawietz als Protokoller freuen, der sich mit seinen geschliffenen Vorträgen in die Herzen der Zuhörer gespielt hat. Rudi Henkel, Ehrenpräsident des MCV, wird in bewährter Weise das aktuelle Fastnachtsmotto politisch literarisch ausfeilen, ironisieren und gekonnt kommentieren. Rene Pschierer, der Bajazz mit der Laterne, stets ein Kandidat für die Fernsehfastnacht und eine der großen Kultfiguren des MCV, wird seinen in der Presse gepriesenen Vortrag im Hörsaal halten.

Es gibt aber auch wieder den akademischen Vortrag, in diesem Jahr zum Thema „Ist Singen gesund?“ vom Direktor der Klinik und Poliklinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie der Universitätsmedizin Mainz und Initiator der Nachtvorlesung Univ.-Prof Dr. Christian Vahl. Musik darf bei der Hörsaalfastnacht der Universitätsmedizin natürlich nicht fehlen: so dürfen sich die Hörsaalfastnachter auf den Musikzug der Fischergarde freuen und vor allem auf die emotionalen und fröhlichen Fastnachtslieder von Piet Rösch. Das lädt zum Schunkeln ein. Auch die Bänkelsänger werden in diesem Jahr als Highlight dabei sein. Und natürlich wird es auch wieder Überraschungsgäste als Aktive geben, die viele Mainzer sehr gut aus der Fernsehfastnacht kennen. Die Veranstalter sind besonders froh, dass auch der im vergangenen Jahr fastnachtlich umjubelte Wissenschaftliche Vorstand und Dekan der Universitätsmedizin Mainz Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann seine Teilnahme zugesagt hat und der Veranstaltung einen akademisch, fastnachtlichen Kick geben wird.

Unimedizin Mainz: „Nachtvorlesung für jedermann“: Schwerpunkt Pneumologie – am 6.Dez. 2018

Nachtvorlesung -Gebäude 505H, Universitätsmedizin Mainz, Langenbeckstraße 1, 55131 Mainz © Archivfoto: Diether v. Goddenthow
Nachtvorlesung -Gebäude 505H, Universitätsmedizin Mainz, Langenbeckstraße 1, 55131 Mainz © Archivfoto: Diether v. Goddenthow

Besucher der aktuellen Staffel bekommen ab 29. November „Highlights aus der Universitätsmedizin“ geboten

(Mainz, 29. November 2018, ok) An diesem Donnerstag, 29. November, startet die „Jahresabschlussstaffel“ der Veranstaltungsreihe „Nachtvorlesung für jedermann“. In bewährter Tradition präsentieren die Experten neue Highlights aus der Universitätsmedizin Mainz. Dabei richtet sich der Blick auf Neuerungen und innovative Forschungsprojekte verschiedener Bereiche der Universitätsmedizin Mainz. Die aktuelle Nachtvorlesungsstaffel findet an vier Abenden jeweils donnerstags ab 20 Uhr im großen Hörsaal der Chirurgie der Universitätsmedizin Mainz statt (Gebäude 505H, Universitätsmedizin Mainz, Langenbeckstraße 1, 55131 Mainz). Der Weg ist ausgeschildert. Eintritt und Bewirtung sind frei.

In der heutigen Auftaktveranstaltung widmet sich der Direktor der Anästhesiologie der Universitätsmedizin Mainz Univ.-Prof. Dr. Christian Werner dem Thema „Vom Notfall zur Narkose“. Anschließend stellen der Direktor der Klinik für Herz-, Thorax, Gefäßchirurgie (HTG) der Universitätsmedizin Mainz Univ.-Prof. Dr. Christian-Friedrich Vahl und Dr. Kathrin Dohle (ebenfalls HTG) die Highlights 2018 in der Aortenchirurgie vor. Einblicke in die highend-periphere Gefäßchirurgie gibt Prof. Dr. Bernhard Dorweiler (HTG). Um das Potential der plastischen Chirurgie soll es im vierten Vortrag des Abends von Dr. Hadrian Scheppler, Leiter Plastische Chirurgie in der Hautklinik der Universitätsmedizin Mainz gehen. Abschließend zeigt die Leiterin der Nephrologischen Ambulanz Dr. Julia Weinmann-Menke auf, dass die Nephrologie nicht nur auf die Niere ausgerichtet ist.

Die zweite Veranstaltung der Jahresabschlussstaffel am 06.12.2018 startet mit einem Vortrag des Leiters des Schwerpunkt Pneumologie in der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz Univ.-Prof. Dr. Roland Buhl. Er spricht über die individuelle Asthma-Therapie. Was die tiefe Hirnstimulation bei Tumorerkrankungen auszurichten vermag, berichtet Prof. Dr. Sergiu Groppa von der Neurologie der Universitätsmedizin Mainz. Das Thema Patientensicherheit vor dem Hintergrund der öffentlichen Diskussion über Mikroplastik im menschlichen Körper greift Prof. Dr. Irene Krämer von der Apotheke der Universitätsmedizin Mainz in ihrem Vortrag auf. Abschließend folgt ein Vortrag des Direktors der Klinik und Poliklinik für psychosomatische Medizin und Psychotherapie Univ.-Prof. Dr. Manfred Beutel mit dem Titel „Psychotherapie 4.0 – Onlinemedizin für die Psyche?“

Der dritte Abend der aktuellen Staffel am 13.12.2018 beginnt mit dem Vortrag „Wer rastet der rostet – Bewegung einmal anders“ des stellvertretenden Direktors des Zentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie der Universitätsmedizin Mainz Univ.-Prof. Dr. Philipp Drees. Anschließend gibt der Direktor der Poliklinik für Parodontologie und Zahnerhaltung Univ.-Prof. Dr. James Deschner Einblicke in die moderne Zahn- und Zahnfleischbehandlung an der Universitätsmedizin Mainz. Welches Potential die refraktive und rekonstruktive Augenchirurgie besitzt wird PD Dr. Urs Voßmerbäumer von der Augenklinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz in seinem Vortrag aufzeigen. Des Weiteren referiert Dr. Jürgen Alt von der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz über das Thema „Checkpoint-Inhibitoren – die neue Säule der Krebstherapie“. Der letzte Vortrag des Abends widmet sich der Frage „Leberchirurgie im Grenzbereich – was ist machbar?“ Der Referent ist der Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie Univ.-Prof. Dr. Hauke Lang.
Die vierte und letzte Veranstaltung der Jahresabschlussstaffel findet am 20.12.2018 statt. Es handelt sich dabei um eine Weihnachts-Nachtvorlesung, die wie üblich ein Überraschungsprogramm enthält.

Uni-Medizin Mainz: Neuer Ansatz zur Verbesserung der Angsttherapie entdeckt

Neuer Ansatz zur Verbesserung der Angsttherapie entdeckt
Mainzer Wissenschaftler veröffentlichen neue Erkenntnisse in der Resilienzforschung in Nature Communications

(Mainz, 26. November 2018, br) Traumatische Erfahrungen können sich tief in das Gedächtnis eingraben. Wie sich eine daraus entstandene Furcht langfristig reduzieren lässt und wie es nach einer Traumatisierung gar nicht erst zu einer dauerhaften Belastungsstörung kommt, darauf haben Wissenschaftler der Universitätsmedizin Mainz neue Hinweise gefunden: Der Schlüssel liegt in entsprechenden neuen, positiven und fest im Gedächtnis verankerten Erfahrungen. Durch diese lernen die Traumatisierten, dass die angstauslösenden Reize oft harmlos sind. Dafür ist es allerdings erforderlich, dass sich Betroffene ihren Angstauslösereizen immer wieder aussetzen. Die Forscher haben die Hirnprozesse, die solchen positiven Lernerfahrungen zugrunde liegen, genauer untersucht. Die Erkenntnisse könnten helfen, die Therapie von Angsterkrankungen und Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) zu verbessern sowie entsprechende präventive Maßnahmen zu entwickeln. Sie sind nachzulesen in der renommierten Fachzeitschrift „Nature Communications“.

Während einer Extinktionslernerfahrung werden im Präfrontalkortex Aktivierungsmuster generiert, die in einer Ruhephase nach dem Lernen spontan wieder auftreten. Diese Spontanreaktivierungn verfestigen das Gelernte. Quelle: Dr. Anna M.V. Gerlicher
Während einer Extinktionslernerfahrung werden im Präfrontalkortex Aktivierungsmuster generiert, die in einer Ruhephase nach dem Lernen spontan wieder auftreten. Diese Spontanreaktivierungn verfestigen das Gelernte. Quelle: Dr. Anna M.V. Gerlicher

Das menschliche Gehirn ist veränderbar. Es lässt sich durch Erfahrungen – gute wie schlechte – (um)formen. Dies ist die Ausgangsprämisse der Resilienzforschung und der Therapien zur Behandlung von Angststörungen. Doch wieso gelingt es bei manchen Menschen, deren Angst zu mindern oder ihnen diese sogar zu nehmen, wenn sie mit einer ursprünglich angstauslösenden Situation wiederholt konfrontiert werden und dabei neue, positive Erfahrungen machen? Und warum hat diese sogenannte ‚Furchtextinktion‘ bei anderen langfristig keinen Erfolg? Wie bildet und stabilisiert das Gehirn eines Menschen dessen Langzeitgedächtnis? Welche Rolle spielen dabei spontane, neuronale Konsolidierungsprozesse, die nach dem Lernen einer neuen, überraschend positiven Erfahrung ablaufen? Diesen Fragen widmeten sich Univ.-Prof. Dr. Raffael Kalisch und Dr. Anna M.V. Gerlicher zusammen mit anderen Wissenschaftlern des Deutschen Resilienz Zentrums (DRZ) Mainz und des Sonderforschungsbereichs 1193 „Neurobiologie der Resilienz gegenüber stressinduzierter psychischer Dysfunktion: Mechanismen verstehen und Prävention fördern“ an der Universitätsmedizin Mainz in der hier vorgestellten Studie.

„Wir wissen schon ganz gut, welche neuralen Prozesse wichtig sind, um zu lernen, dass von einem gefürchteten Reiz gar keine Gefahr mehr ausgeht. Neuere Forschungen haben jedoch gezeigt, dass es sehr wichtig ist, sich auch später noch gut an solche Lernerfahrungen erinnern zu können. Denn nur so gelingt es, nicht immer und immer wieder in unnötige Angstreaktionen zu verfallen und somit resilient gegenüber einer Posttraumatischen Belastungsstörung zu sein”, erläutert Dr. Anna Gerlicher, Erstautorin der Studie. „Wir haben uns in unserer neuesten Studie daher ganz auf die Frage fokussiert, wie es nach einem solchen ‘Extinktionslernen’ zur Verfestigung des Erlernten in unserem Gedächtnis kommt.”

Das Team um DRZ-AG-Leiter Univ.-Prof. Dr. Raffael Kalisch fand heraus, dass die Gehirne ihrer Versuchspersonen während einer Extinktionslernerfahrung bestimmte Aktivierungsmuster aufwiesen, die nach dem Lernen in einer Ruhephase spontan wieder auftraten. Je häufiger diese Spontanreaktivierungen erfolgten, desto besser konnten sich die Probanden an einem anderen Versuchstag an ihre positive Erfahrung erinnern und desto geringer waren ihre Angstreaktionen auf Auslösereize.

Dass die gedächtnisrelevanten Aktivitätsmuster durch den auch als „Belohnungshormon“ bekannten Neurotransmitter Dopamin unterstützt werden, war eine weitere neue Erkenntnis. „Besonders faszinierend war für uns, dass wir durch Gabe eines handelsüblichen Medikaments, das in den Hirnstoffwechsel eingreift und zu einer Erhöhung des Dopaminspiegels im Gehirn führt, die Anzahl der Reaktivierungen erhöhen und somit im selben Maße spätere Angstreaktionen verringern konnten. Dies brachte folgende neue Erkenntnis: Das Gedächtnis für Extinktionslernen lässt sich, zumindest im Labor, relativ einfach verstärken – und zwar ganz ohne Übung oder Gedächtnistraining”, so Professor Kalisch.

Die Wissenschaftler sehen in ihren Befunden Potential für neue Einsichten in grundlegende Mechanismen der Gedächtnisbildung sowie für mögliche neue Ansätze zur Verbesserung der Traumatherapie.

Weitere Informationen zur Originalpublikation:
A.M.V. Gerlicher, O. Tüscher, R. Kalisch: Dopamine-dependent prefrontal reactivations explain long-term benefit of fear extinction; Nature Communications volume 9, Article number: 4294 (2018) |
DOI: 10.1038/s41467-018-06785-y; www.nature.com/naturecommunications.

Prof. Dr. med. Dorothea Duda-Stiftung zur Wissenschaftsförderung unter dem Dach der Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung gegründet

Prof. Dr. med. Dorothea Duda Stiftung unter dem Dach der JGU-Stiftung gegründet. Das Bild zeigt (v.l.): Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident der JGU, Stifterin Prof. Dr. med. Dorothea Duda, Helmut Rittgen, Vorsitzender des Vorstands der Johannes Gutenberg Universitätsstiftung. Foto ©: Peter Pulkowski / JGU
Prof. Dr. med. Dorothea Duda Stiftung unter dem Dach der JGU-Stiftung gegründet. Das Bild zeigt (v.l.): Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident der JGU, Stifterin Prof. Dr. med. Dorothea Duda, Helmut Rittgen, Vorsitzender des Vorstands der Johannes Gutenberg Universitätsstiftung. Foto ©: Peter Pulkowski / JGU

Die neue Treuhandstiftung unter dem Dach der Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung fördert Wissenschaft, Forschung und Lehre auf dem Gebiet der Anästhesiologie an der JGU und der Universitätsmedizin Mainz

Unter dem Dach der Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung wurde eine Treuhandstiftung gegründet: Die Prof. Dr. med. Dorothea Duda-Stiftung fördert Wissenschaft, Forschung und Lehre auf dem Gebiet der Anästhesiologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und der Universitätsmedizin Mainz. Mit den Stiftungsmitteln können insbesondere Förderungen und Preise für geeignete Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus medizinischen, pharmakologischen und biologischen Fächern der JGU finanziert werden. „Wir freuen uns sehr über dieses stifterische Engagement an unserer Universität“, erklärt der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Prof. Dr. Georg Krausch. „Die Spitzenforschung von morgen ist auf die Qualifikation intelligenter Köpfe von heute angewiesen. In der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses sehen wir daher eine Kernaufgabe unserer Universität. Allerdings können wir angesichts enger finanzieller Spielräume oft nicht die hierzu notwendigen optimalen Rahmenbedingungen schaffen und sind daher für private Initiativen wie die von Professorin Dorothea Duda sehr dankbar.“

Die Stifterin Prof. Dr. med. Dorothea Christine Duda war von 1984 bis 1999 wissenschaftliche Mitarbeiterin und Oberärztin der Klinik für Anästhesiologie der Universitätsmedizin Mainz. Hier habilitierte sie sich 1996. Im Januar 2004 wurde sie zur Außerplanmäßigen Professorin der JGU ernannt. Von 1999 bis 2017 war Dorothea Duda als Chefärztin der Klinik für Anästhesiologie des Katholischen Klinikums Mainz (kkm) tätig.

Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehörte das Gebiet der Anaphylaxie, nämlich akut auftretende allergische Reaktionen, die sämtliche Organsysteme des Körpers betreffen und tödlich enden können, oder auch die Vermeidung postoperativer Übelkeit und Erbrechen (PONV – postoperative nausea and vomiting). Darüber hinaus waren ihr insbesondere Aspekte der postoperativen kognitiven Dysfunktion (POCD) und postoperatives Delir ein tägliches Anliegen. POCD umschreibt kognitive Funktionsstörungen nach einem operativen Eingriff, die insbesondere Merkfähigkeit, Lernfähigkeit, Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigen.

Vor diesem Hintergrund errichtet die Stifterin die Prof. Dr. med. Dorothea Duda-Stiftung als Treuhandstiftung unter dem Dach der Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung. Es ist insbesondere Aufgabe und Ziel dieser Stiftung, zur weiteren Erforschung von Phänomenen wie postoperativer kognitiver Dysfunktion (POCD) und postoperativem Delir sowie zur Entwicklung und Anwendung neuer Behandlungsmethoden beizutragen.

Den Beirat der neuen Stiftung bilden die Stifterin Prof. Dr. med. Dorothea Duda, Mainz, Prof. Dr. med. Walther Schmiedt, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie, Katholisches Klinikum Mainz, Prof. Dr. med. Monika Seibert-Grafe, Mainz, Prof. Dr. Ulrich Förstermann, Wissenschaftlicher Vorstand der Universitätsmedizin der JGU, und Dr. Waltraud Kreutz-Gers, Kanzlerin der JGU.

Die Dachstiftung: Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung
Gegründet Ende 2004 unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz, verwaltet die Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung nun 37 unselbstständige Stiftungen mit einem Kapital von 8,4 Millionen Euro, aus dessen Erträgen im vergangenen Jahr nach Bildung von Rücklagen rund 250.000 Euro für Stiftungszwecke eingesetzt wurden. Privatpersonen, Institutionen und Unternehmen eröffnet die JGU-Stiftung zahlreiche unbürokratische Möglichkeiten innovativen und effizienten Stifterengagements.

Über die Form der Mitwirkung, also die Beteiligung durch Spenden, Zustiftungen ohne Mindestbetrag oder die Errichtung einer eigenen Treuhandstiftung, können die Stifterinnen und Stifter selbst entscheiden. „Die Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung macht das Stiften leicht und gewährt viele Vorteile“, erklärt der Vorstandsvorsitzende der JGU-Stiftung, Helmut Rittgen. „Kompetente Beraterinnen und Berater begleiten den Stiftungsvorgang und helfen bei allen notwendigen Schritten. Darüber hinaus übernimmt die Universitätsstiftung die Stiftungsverwaltung und garantiert eine kompetente Verwaltung des Vermögens.“

Wege in die Zukunft – Wissen stiften
Die Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung ermöglicht Stiftern, ganz konkret und dauerhaft Projekte in Forschung, Lehre, Studium, wissenschaftlicher Weiterbildung und Kunstausübung entsprechend ihrer individuellen Lebensziele und Wünsche zu unterstützen. Als eine der größten deutschen Universitäten mit über 31.500 Studierenden und 4.400 Wissenschaftlern in mehr als 150 Instituten und Kliniken bietet die JGU ein attraktives Spektrum von unterstützungswürdigen Projekten quer durch alle Fachrichtungen.

Neben der Unterstützung durch Sachmittel für Geräte oder Forschungsvorhaben besteht für die Stifterinnen und Stifter auch die Möglichkeit, mit Investitionen unter anderem in Stipendien, Graduiertenkollegs oder Auslandsaufenthalte den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern und junge Talente zu qualifizieren.

Internationale Konferenz zur dschihadistischen Videokommunikation am 4. u. 5.10.2018 im Mainzer Institut für Ethnologie und Afrikastudien

BMBF-Nachwuchsforschergruppe veranstaltet Konferenz „Audiovisueller Dschihadismus: Bedeutungen, Ästhetiken und Aneignungsformen“ am 4. und 5. Oktober in Mainz

Die internationale wissenschaftliche Konferenz „Audiovisueller Dschihadismus: Bedeutungen, Ästhetiken und Aneignungsformen“ wird am 4. und 5. Oktober 2018 an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) die vielfältigen Verflechtungen zwischen den kommunikativen Angeboten dschihadistischer Gruppen und Bewegungen, ihren Darstellungsformen und Ästhetiken sowie den unterschiedlichen Formen der Aneignung ins Zentrum rücken.

Gruppen und Bewegungen wie der „Islamische Staat“ drücken in ihrer hochprofessionellen Medienarbeit einen Machtanspruch aus, der sich auch durch die Vereinnahmung und Aneignung bekannter Codes und Symbole, Darstellungsmuster und Medienformate zeigt. Dschihadistinnen und Dschihadisten kreieren nicht nur hochgradig komplexe Medienprodukte und damit auch eine mediale Erlebniswelt im Internet, sondern konstruieren eine spezifische Realität, die weit über das World Wide Web hinaus wirkt. In der vielgestaltigen Kultur des Web 2.0 greift es jedoch zu kurz, das extremistische Angebot und seine Verbreitung auf deren Herausforderungen für Politik und Gesellschaft zu reduzieren. Dschihadistische Werbung und Imagination werden im Internet in sozialen Medien und Messengerdiensten verbreitet und von unterschiedlichen Menschen keinesfalls passiv aufgenommen, sondern sie sind selbst Gegenstand von Aneignungsprozessen. Sympathisanten schließen ebenso wie Kritikerinnen, Künstler, muslimische Laien und Geistliche im Rahmen eines komplexen Kommunikationsprozesses aktiv an diese kommunikativen Angebote an. Sie greifen selbst Teile davon auf, transformieren diese oder setzen dschihadistischen Versuchen der Vereinnahmung eigene Interpretationen entgegen.

Die Konferenz wird von der BMBF-Nachwuchsforschergruppe „Dschihadismus im Internet: Die Gestaltung von Bildern und Videos, ihre Aneignung und Verbreitung“ in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz veranstaltet. Die Tagung wird freundlich unterstützt von der Fritz-Thyssen-Stiftung und dem Zentrum für Interkulturelle Studien der JGU. Sie umfasst auch einen öffentlichen Abendvortrag sowie eine Podiumsdiskussion, jeweils am 4. Oktober, wozu die interessierte Öffentlichkeit herzlich eingeladen ist. Veranstaltungsort ist die Alte Mensa, Johann-Joachim-Becher-Weg 5, Campus der Universität Mainz. Das Programm und weitere Informationen sind unter http://jihadism-online.de/conference/ zu finden. Es wird um Anmeldung bis zum 26. September gebeten unter http://jihadism-online.de/conference/anmeldung/.

Die Nachwuchsforschergruppe wird im Zuge der Bekanntmachung „Zivile Sicherheit – Nachwuchsförderung durch interdisziplinären Kompetenzaufbau“ des BMBF im Rahmen des Programms „Forschung für die zivile Sicherheit“ der Bundesregierung seit Juli 2017 über einen Zeitraum von fünf Jahren mit 2,7 Mio. Euro gefördert.

Kontakt:
Dr. Christoph Günther
Nachwuchsforschergruppe Dschihadismus im Internet
Institut für Ethnologie und Afrikastudien
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-38421
E-Mail: c.guenther@uni-mainz.de
http://www.ifeas.uni-mainz.de/2866.php

Weiterführende Links:
http://jihadism-online.de/conference/ – Konferenz-Homepage
http://www.ifeas.uni-mainz.de/2899.php – Dschihadismus im Internet: Die Gestaltung von Bildern und Videos, ihre Aneignung und Verbreitung
https://politische-bildung-rlp.de/ – Landeszentrale Politische Bildung Rheinland-Pfalz
https://www.sifo.de/ – Sicherheitsforschungsprogramm der Bundesregierung
Islamistischer Propaganda auf der Spur

 

17. Mainzer Wissenschaftsmarkt MENSCH UND KOMMUNIKATION – VON DER KEILSCHRIFT ZUM HACKATHON – 8.u.9.09.2018

© Archivbild: Diether v. Goddenthow
© Archivbild: Diether v. Goddenthow

MENSCH UND KOMMUNIKATION – VON DER KEILSCHRIFT ZUM HACKATHON
Der spannende Weg der Medienrevolution

(Mainz, 27.08.2018-BL) – Was wissen wir über Keilschrift & Co. oder über 3D-Bilder in der Antike? Sagt uns der Handschriftencensus etwas? Was war die Grundlage für die Massenkommunikation? Und was genau bezeichnet das Zeitalter der Digitalisierung? Sind wir in den Bereichen Augmented und Virtual Reality, künstliche Intelligenz, Robotik und interaktive Medien auf dem neuesten Stand? Was ist ein Hackathon und wie bündelt man digitale Kompetenzen? Was verbirgt sich hinter LCD und OLED? Oder hinter Spin für schnellere Netze? Haben wir uns schon mal Gedanken über Multi-, Inter- und Transkulturalität gemacht?

Alles das ist Kommunikation. Sie war schon immer vielfältig und komplex. Und nun ist sie auch noch digital. Daraus ergibt sich ein riesengroßes Forschungsfeld, das am 8. und 9. September 2018 zum Themenjahr „Mensch und Kommunikation“ die Besucherinnen und Besucher des 17. Mainzer Wissenschaftsmarktes auf dem Gutenbergplatz im Herzen der Landeshauptstadterwartet. Mit viel Engagement und Ideenreichtum haben rund 400 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der 22 Mitgliedsinstitutionen und Kooperationspartner der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ e.V. 42 spannende Projektpakete gepackt und auf 800 Quadratmetern Fläche aufgebaut. Sie freuen sich darauf, Jungen und Alten, Laien und Experten auf leicht verständliche Art und Weise ihre Herzensprojekte vorzuführen und sie zum Mitmachen, Mit(er)leben und Mitreden einzuladen.

„Das Themenjahr 2018 ‚Mensch und Kommunikation‘ steht im engem Zusammenhang mit dem Mainzer Gutenbergjahr 2018 – und verbindet so den Blick in die regionale wie überregionale Geschichte mit der Erforschung und Weiterentwicklung der Kommunikation von morgen,“ erklärt der Vorstandsvorsitzende der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ und Hochschulpräsident, Professor Dr. Gerhard Muth. „An der Universität und an den Hochschulen wird zur Weiterentwicklung und zur Anwendung moderner Medien sowie zur Medienrezeption geforscht und gelehrt. Wissenschaftlichen Museen, Forschungsinstitute und Unternehmen entwickeln innovative Kommunikations- und Vermittlungsformate und erproben den Einsatz neuer Medien. Eindrucksvoll zeigen unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit ihren Projekten auf dem Wissenschaftsmarkt mit dem Jahresthema wiederum einen weiteren für unsere Gesellschaft bedeutsamen Schwerpunkt der Mainzer Wissenschaft und Forschung“, freut sich Muth.

17. Wissenschaftsmarkt im Detail

KRISTALISATIONSFIGUR JOHANNES GUTENBERG
Im Zeitraffer durch die Mediengeschichte
Stimmen, Stationen und Inspirationen

Wie in vergangenen Kulturen mit Bild- und Körpersprache kommuniziert wurde, vermittelt das Graduiertenkolleg (GRK) 1876 „Frühe Konzepte von Mensch und Natur“ der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). Das Institut für Altertumswissenschaften der JGU gibt Einblicke in frühe Informationstechnologien. „3D-Bilder auf antikem Tafelgeschirr“ titelt ein Projekt der Hochschule Mainz und des Römisch-Germanischen Zentralmuseums (RGZM), das sich auf die Suche nach der Sprache der Dinge macht. Auch das Landesmuseum Mainz zeigt anhand von Restaurierungen der großen Mainzer Jupitersäule und der sogenannten Stadioner-Säule die Möglichkeiten der Kommunikation auf. „Gab es auch vor Gutenberg schon Bücher?“ fragt die Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz, und erzählt von der Erfassung und Beschreibung von mittelalterlichen Handschriften und neuzeitlichen Aktendeckeln für den Handschriftencensus.

Mitte des 15. Jahrhunderts druckte Johannes Gutenberg seine legendäre Bibel mit beweglichen, wiederverwendbaren Lettern und legte die Basis auch zu unserer heutigen Kommunikationsgesellschaft. Da darf das Gutenberg-Museum, seit Jahresbeginn offizielles Mitglied der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ, auf diesem „besonderen“ Wissenschafts-markt natürlich nicht fehlen. „Wir geben einen Vorgeschmack auf unsere bevorstehende Sonderausstellung zum Gutenberg-Jahr, die Bedeutung, Entwicklung und Auswirkungen des frühen Drucks in Europa und Asien eindrucksvoll in direktem Vergleich präsentieren wird. Wer möchte, kann bei uns auch selbst einmal `Druck machen´ und sich seinen Gutenberg mit nach Hause nehmen“, freut sich Dr. Annette Ludwig, Direktorin des Gutenberg-Museums. Selbstverständlich ist auch die Mainzer Buchwissenschaft der JGU mit von der Partie, die den großen Bogen schlägt von der Antike über Gutenberg bis zur Zeit der Digitalisierung – mit Impulsvorträgen, interaktiven Aktionen sowie der Uraufführung der Jazz-Suite „Aus dem Leben eines Heidelberger Tiegels“ durch das Marko-Mebus-Quartett. „Eine Ausstellungs-eröffnung hat mich mit dem Jazzer Marko Mebus zusammengebracht und die Idee entstand, eine Hommage an die vergessenen Helden der bedeutendsten Medienrevolution, die Druckmaschinen, aufzuführen“, erzählt Albert Ernst, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Mainzer Buchwissenschaft und Projektverantwortlicher.

Natürlich ist auch für Michael Ebling, den Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Mainz, der Zusammenklang von Themenjahr und Mainzer Gutenbergjahr ein wichtiger Aspekt. „Wir feiern in diesem Jahr den 550. Todestag Johannes Gutenbergs, des wichtigsten Sohnes unserer Stadt, dessen Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern zu einer der großen Medienrevolutionen der Geschichte und in der Folge zu wesentlichen Veränderungen im Kommunikationsverhalten des Menschen geführt hat. Heute erleben wir mit der Durchdringung unserer Kommunikation mit digitalen Medien einen vergleichbaren Umbruch. Mainz ist eine Stadt der Medien – das wird auch heute hier beim Wissenschaftsmarkt einmal mehr deutlich. All diese wunderbaren Projekte spannen den Bogen von den Anfängen der Informationstechnologie über den ‚Mann des Jahrtausends‘ Gutenberg bis heute, der Zeit der Digitalisierung mit all seinen Facetten!“, zeigt sich Ebling begeistert.

Wo digitale Medien heute überall zum Einsatz kommen, zeigen viele spannende Projekte. Das Mainzer Zentrum für Digitalität in den Geistes- und Kulturwissenschaften (mainzed) und das Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (IEG) zeigen anhand des Projektes „LOD – Wie Wis-sen vernetzt wird“, was es braucht, um im Netz zwischen Daten Verbindungen herzustellen und welche Erkenntnisse dadurch gewonnen werden können. Zudem stellen mainzed, die Universitätsbibliothek der JGU und die Akademie der Wissenschaften und Literatur Mainz (ADW) den Kultur-Hackathon Coding da Vinci vor, der 2018 erstmals in der Rhein-Main-Region stattfindet. „Coding da Vinci Rhein-Main hat das Ziel, Daten aus dem Kulturbereich neues Leben einzuhauchen, indem man etwas Neues daraus macht. Das funktioniert sehr gut, weil Menschen aus ganz verschiedenen Bereichen wie etwa Programmierung, Design und verschiedensten Wissenschaften in kleinen Teams eng mit Kultureinrichtungen zusammenarbeiten“, erläutert Dr. Elisabeth Klein, Universitätsbibliothek Mainz.

Um die Grundlagen, die die moderne Kommunikation erst möglich machen, geht es unter anderem bei Projekten der JGU wie dem von NaT-Lab für Schülerinnen und Schüler und dem Fachbereich Chemie, Pharmazie und Geowissenschaften, die LCD-Displays und Displays aus OLED unter die Lupe nehmen. Der Sonderforschungsbereich Spin+X der JGU und der TU Kaiserslautern zeigen, dass Magnetismus und Spin auch bei der Datenspeicherung eine Rolle spielen und in Zukunft noch ganz anders eingesetzt werden könnten. Am Stand des Exzellenzclusters PRISMA der JGU erfahren Besucherinnen und Besucher auch, wie am CERN in Genf neben der Entdeckung des Higgs-Teilchens auch das Internet entwickelt wurde. Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident der JGU und stellvertretender Vorsitzender der Mainzer Wissenschaftsallianz, zeigt sich sehr erfreut: „Ich bin immer wieder beeindruckt von der Bereitschaft so vieler Forscherinnen und Forscher, die Öffentlichkeit an ihrer Arbeit teilhaben zu lassen und sie für die Wissenschaft zu begeistern. Daher geht mein herzliches Dankeschön und das des Vorstands der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ an alle Beteiligten!“

Weitere wichtige Schlagworte zum weiten Feld der Kommunikation sind Robotik und künstliche Intelligenz (KI). Die TH Bingen widmet an ihrem Stand der Interaktion zwischen Mensch und Roboter. Z Quadrat zeigt anhand von in der Forschung zum Testen von KI eingesetzten Computerspielen, welches Wissen ein Computer besitzen muss. Augmented und Virtual Realtity haben ebenfalls ihren Platz gefunden. Am Stand des Instituts Designlabor Gutenberg der Hochschule Mainz beispielsweise kann unter „Hidden Zoo – Augmented Reality Tiere in Mainz“ ein virtueller Zoo ganz real erkundet werden, und das Institut für Informatik der JGU zeigt ein virtuelles Modell des Gutenberg-Campus, das mit Hilfe von Virtual Reality-Brillen einen Rundgang über den Campus erlaubt. Wissenschaft mit Videos, Podcasts oder interaktiven Medien verständlich zu erklären, ist längst Alltag. Das Zentrum für Audiovisuelle Produktion (ZAP) der JGU zeigt, wie Legetrickfilme funktionieren und lädt die Besucherinnen und Besucher zum Legetrick-Karaoke ein.

Mit Sprache als Medium der Vermittlung von Kultur und Identität beschäftigt sich der Fachbereich Soziale Arbeit und Sozialwissenschaften der Katholischen Hochschule Mainz. Die Universitätsmedizin Mainz bringt Projekte zur Erforschung von Resilienz und zur Sprache des Körpers sowie zur Medizingeschichte mit ein. Daran beteiligt sind das Deutsches Resilienz Zentrum, das Universitäre Centrum für Tumorerkrankungen (UCT) Mainz und das Institut für Geschichte, Theorie und Ethik. Zeit und Raum, um miteinander ins Gespräch zu kommen und zu netzwerken – und das bei „coolen“ Getränken, kommunikationsstark ausgeschenkt von unserem Kooperationspartner „Vogelfrei.Barkultur“, bietet zudem das Zelt „place to be“.

„Die MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ ermöglicht erneut einen faszinierenden Einblick in das große Leistungsspektrum der Mainzer Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Den Forscherinnen und Forschern gelingt es Jahr für Jahr, die Türen der Wissenschaft weit zu öffnen, alle Mitbürgerinnen und Mitbürger, ob jung oder alt, zum Mitmachen einzuladen und das Wissenschaftsverständnis und –interesse, insbesondere auch bei Kindern und Jugendlichen zu fördern“, betont Prof. Dr. Salvatore Barbaro, Staatssekretär für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur. „Das Angebot an Projektideen geht quer durch die verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen und bietet den Besucherinnen und Besuchern einen Einblick in das große Spektrum der Forschungsaktivitäten am Standort Mainz. Das diesjährige Thema ‚Mensch und Kommunikation‘ gibt zum Beispiel spannende Einblicke in Bild- und Körpersprache, lädt zur Suche nach der Sprache der Dinge ein oder gewährt Einblicke in frühe Informationstechnologien.“

ERÖFFNUNG, ZAHLEN UND FAKTEN
Der 17. Mainzer Wissenschaftsmarkt wird am Samstag, 8. September 2018, um 10 Uhr, auf dem Balkon des Staatstheaters eröffnet. Es sprechen Staatssekretär Professor Dr. Salvatore Barbaro (Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz), der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling, der Intendant des Staatstheaters, Markus Müller, sowie Professor Dr. Gerhard Muth, Vorstandsvorsitzender der MAINZER WISSENSCHAFTS-ALLIANZ und Präsident der Hochschule Mainz. Die Eröffnungsfanfare gestalten auch in diesem Jahr Mitglieder des Philharmonischen Staatsorchesters Mainz.

Öffnungszeiten Wissenschaftsmarkt 2018:
Samstag, 8. September 2018, 10 bis 18 Uhr
Sonntag, 9. September 2018, 11 bis 18 Uhr
Eröffnung, Samstag, 8. September 2018, 10 Uhr, vor dem Staatstheater

Zeitpläne /Begleitprogramm

Weitere Infos zum 17. Mainzer Wissenschaftsmarkt

Podiumsdiskussion „Verein – Alter – Zukunft“ beim 3. Seniorensport-Kongress in Mainz am 25.08.2018

Das Institut für Sportwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) veranstaltet zusammen mit dem Rheinhessischen Turnerbund und dem Deutschen Turner-Bund am 25. und 26. August 2018 den 3. Seniorensport-Kongress auf dem Campus der Universität.

Senionren-Sportkongress Archivfoto: Expertengespräch. © Foto: Diether v. Goddenthow
Senionren-Sportkongress
Archivfoto: Expertengespräch. © Foto: Diether v. Goddenthow

In rund 100 Praxis- und Theorie-Workshops wird den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein vielseitiges Weiterbildungsangebot präsentiert. Übungsleiter können damit ihr Bewegungsangebot für Ältere spezialisieren und erweitern. Im Rahmen des Kongresses, der erstmals auch ein Forschungssymposium zum Thema Seniorensport anbietet, findet eine Podiumsdiskussion über die Zukunft der Sportvereine statt.

Podiumsdiskussion „Verein – Alter – Zukunft“ beim 3. Seniorensport-Kongress
am Samstag, 25. August 2018, um 13:45 Uhr

Hörsaal 1
Institut für Sportwissenschaft
Albert-Schweitzer-Straße 22
auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Teilnehmer der Podiumsdiskussion sind
– Franz Müntefering, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V.
– Prof. Dr. Salvatore Barbaro, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz
– Prof. Dr. Wolfgang Schöllhorn, Geschäftsführender Leiter des Instituts für Sportwissenschaft der JGU
– Marina Scherrer, Vizepräsidentin Rheinhessischer Turnerbund e.V.
– Michaela Werkmann, Vizepräsidentin Deutscher Turner-Bund e.V.

Bei der Diskussion wird insbesondere erörtert, wie sich Vereine auf die zunehmend alternde Gesellschaft einstellen können. Es besteht die Möglichkeit, Fragen an die Podiumsteilnehmer aus Politik, Forschung und Praxis zu richten.

Die Anmeldung sollte bis zum 24. August 2018 erfolgen. Wer Interesse hat, auch an anderen Programmpunkten des Kongresses teilzunehmen, wendet sich bitte an seniorensportkongress@uni-mainz.de.

Der 3. Seniorensport-Kongress findet am Institut für Sportwissenschaft, Albert-Schweitzer-Straße 22, Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz statt.

3. Seniorensport-Kongress an der Uni Mainz

Workshops, Forschungssymposium und Podiumsdiskussion zum Themenkomplex Sport und Bewegung im Alter am 25. und 26. August auf dem JGU-Campus

Unter dem Leitthema „Bewegung – Wohlbefinden – Innovation“ veranstaltet das Institut für Sportwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) zusammen mit dem Rheinhessischen Turnerbund und dem Deutschen Turner-Bund am 25. und 26. August 2018 den 3. Seniorensport-Kongress auf dem Campus der Universität. Erstmalig wird es am 25. August 2018 im Rahmen der Veranstaltung ein Forschungssymposium rund um das Thema Seniorensport geben, um auch von Seiten der Wissenschaft neue Impulse zu setzen. Zu dem Seniorensport-Kongress werden 200 bis 250 Teilnehmer in Mainz erwartet – Übungsleiter ebenso wie Sportstudierende, Wissenschaftler und andere Interessenten.

In rund 100 Praxis- und Theorie-Workshops wird den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein vielseitiges Weiterbildungsangebot präsentiert, das es Übungsleitern ermöglicht, ihre Bewegungsangebote für Ältere zu spezialisieren und zu erweitern. Dazu gehören bekannte und bewährte Methoden wie Pilates und Rückentraining oder auch Workshops zur Demenzprophylaxe und Sturzprophylaxe. Hinzu kommen neue Themen wie Gateball und Cornhole – zwei Mannschafts- oder Gruppenspiele, die bis ins hohe Alter ausgeübt werden können, Spaß machen und soziale Kontakte fördern. Neu ist auch Pixformance: Übungen vor einer „intelligenten“ Kamera, die die Bewegungen erfasst, analysiert und Rückmeldung gibt. Das System soll helfen, Hemmschwellen abzubauen und ohne Angst vor Fehlern eigenständig zu üben. Ein weiterer Beitrag befasst sich damit, wie durch sogenanntes differenzielles Gehen Kopf und Körper trainiert werden – ebenfalls eine Hilfe zur Sturzprophylaxe, die gut im Alltag integriert werden kann.

Erstmalig wird es am 25. August 2018 im Rahmen des Kongresses ein Forschungssymposium rund um das Thema Seniorensport geben. Das Programm wird somit um Beiträge von wissenschaftlich tätigen Experten aus den Sozial-, Geistes-, Kultur- und Naturwissenschaften erweitert. Für die Hauptvorträge des Symposiums konnten Prof. Dr. Dr. Winfried Banzer (Frankfurt), Prof. Dr. Michael Kolb (Wien) und Dr. Christoph Rott (Heidelberg) gewonnen werden. Dieses erste Forschungssymposium zeichnet sich durch eine große Bandbreite von Themen aus, um ein breites Publikum anzusprechen, das sich für Sport und Bewegung im Alter interessiert. Mit der Verbindung von Theorie und Praxis wendet sich das Symposium somit nicht nur an Wissenschaftler, sondern ebenso an Übungsleiter.

Zudem findet am Samstag, 25. August eine Podiumsdiskussion statt, für die unter anderem Franz Müntefering, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V., seine Teilnahme zugesagt hat. Unter der Überschrift „Verein – Alter – Zukunft“ soll unter anderem diskutiert werden, wie sich Vereine auf die zunehmend alternde Gesellschaft einstellen können. Hier besteht die Möglichkeit, Fragen an die Podiumsteilnehmer aus Politik, Forschung und Praxis zu richten.

Der 3. Seniorensport-Kongress findet am Institut für Sportwissenschaft, Albert-Schweitzer-Straße 22, Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz statt.

Vortragsreihe im Resilienz Zentrum der Mainzer Unimedizin – Auswirkungen von Stress im Zusammenhang von Schwangerschaft und Geburt

Auswirkungen von Stress im Zusammenhang von Schwangerschaft und Geburt

Deutsches Resilienz Zentrum (DRZ) Mainz setzt am 29. August seine Vortragsreihe „Mainzer Resilienz Gespräche“ fort

(Mainz, 22. August 2018, as) „Auswirkungen von Stress im Zusammenhang von Schwangerschaft und Geburt“ – unter diesem Titel führt das Deutsche Resilienz Zentrum (DRZ) Mainz am Mittwoch, den 29. August 2018, seine Veranstaltungsreihe „Mainzer Resilienz Gespräche“ weiter. Referent des Abends ist Prof. Dr. Michael Deuschle vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim. Er geht der Frage nach, wie Stress in der Schwangerschaft und der frühen Kindheit nachhaltig die Gesundheit beeinflusst. Der Vortrag findet von 18.00 bis 19.30 Uhr in der Alten Mensa auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Johann-Joachim-Becher-Weg 3-9, 55128 Mainz) statt. Der Eintritt ist frei.

Stress: Ein Zustand, den wohl jeder kennt und dessen möglichen Folgen kaum Aufmerksamkeit geschenkt wird. Doch gerade bei Schwangeren kann Stress schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen – für Mutter und Kind. Denn die Stressreaktion von heute beeinflusst die Entwicklung von morgen.

In seinem Vortrag beleuchtet Prof. Dr. Michael Deuschle die Risiken von Stress während Schwangerschaft und Geburt. Er erklärt, wie Reize und Belastungen während einer Stresssituation den Körper zwingen sich anzupassen, um die sogenannten Stressoren zu bewältigen. Auf lange Sicht kann diese Anpassungsreaktion Folgen auf die körperliche und seelische Gesundheit haben. Zum Beispiel kann Stress über die gesamte Lebensspanne nachhaltig das Risiko für spätere Erkrankungen beeinflussen.

Die vom Referenten präsentierte POSEIDON Studie gibt Hinweise darauf, dass insbesondere Stress in der Schwangerschaft und frühen Kindheit nachhaltige Effekte auf die Gesundheit hat. Die Studie analysiert eine Kohorte von 400 Kindern, die seit der Schwangerschaft prospektiv untersucht werden. Die bislang vorliegenden Daten befassen sich mit dem Zusammenhang zwischen mütterlichem Stress in der Schwangerschaft und epigenetischen Merkmalen, Schwangerschaftsverlauf und Geburtsgewicht, Mutter-Kind-Interaktion und Aktivität des Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Systems bei Kindern im Alter von 45 Monaten.

Der Vortrag behandelt hauptsächlich die Folgen von Stress in der Schwangerschaft. Die Daten geben jedoch auch Aufschluss über den Gesamtzusammenhang mit Effekten von Stress auf die Gesundheit über die Lebensspanne, von prä-konzeptionell bis zum Erwachsenenalter. Als Beispiel wird die Stressaktivierung bei Depressionen herangezogen.

Durch den Abend führt Univ.-Prof. Dr. Klaus Lieb, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des Deutschen Resilienz Zentrums und Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz.