Kategorie-Archiv: Freilichtmuseen

Großer Bauernmarkt im Hessenpark am 22.08.21

Bauernmarkt im Hessenpark Foto: Michael Himpel
Bauernmarkt im Hessenpark Foto: Michael Himpel

Am nächsten Sonntag findet im Hessenpark der erste Bauernmarkt seit vielen Monaten statt. Hier gibt es in schöner Umgebung allerlei Köstlichkeiten von hessischen Erzeugern. Das vielseitige Angebot reicht von Wurst, Käse, Honig, Brot, Kuchen und Milchprodukten hin zu Wildspezialitäten, Konfitüren und Gewürzen. Dazu kommen saisonales Obst und Gemüse. Zum ersten Mal dabei: Eine Edelpilzzucht aus Mühlheim mit großem Sortiment und leckeren Rezeptideen.

Auf dem Markt werden auch Speisen und Getränke für den sofortigen Verzehr angeboten. Diese können in ausgewiesenen Picknickzonen genossen werden, nicht direkt an den Ständen. Es gelten die üblichen Abstands- und Hygieneregeln.

Der Besuch des Bauernmarkts kostet keinen Eintritt. Eine Kontaktdatenerfassung ist erforderlich. Diese erfolgt direkt an der Kasse per App oder Formular. Gäste, die nur zum Bauernmarkt kommen, können einen separaten Eingang und Parkplatz nutzen. Der Weg dorthin ist ausgeschildert.

Bauernmarkt im Freilichtmuseum Hessenpark
22. August 2021, 10 bis 18 Uhr

Freilichtmuseum Hessenpark GmbH
Laubweg 5
61267 Neu-Anspach
http://www.hessenpark.de

Einblick in die Alltagskultur der Karolingerzeit am Beispiel des Freilichtlabors Lauresham

Foto: Lauresham Vogelperspektive, C. Seitz, 2015
Foto: Lauresham Vogelperspektive, C. Seitz, 2015

Landesmuseum Mainz mit Online-Vortrag über „Mittelalterliche Grundherrschaft im Experiment. Das Freilichtlabor Lauresham an der UNESCO Welterbestätte Kloster Lorsch“

Der Lorscher Codex, der zu Beginn der großen Landesausstellung „Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht“ im Landesmuseum Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) ausgestellt wurde, hat einen einzigartigen Wert und ist ein ganz besonderes Anschauungsobjekt für das Verständnis mittelalterlicher Grundherrschaft. So sind hier neben einer Klosterchronik und einem Zinsregister, nicht nur Güter des Lorscher Klosterbesitzes verzeichnet, sondern auch mehr als 3800 Urkundenabschriften zusammengetragen, die die Besitzungen der Reichsabtei belegen. Das Benediktinerkloster Lorsch, das seit 1991 zum UNESCO-Welterbe zählt, wurde ca. 763 gegründet, 772 zur Reichsabtei erhoben und war eng in die karolingische Reichspolitik eingebunden.

In einem kurzweiligen Online-Vortrag gibt Claus Kropp, M.A., Leiter des Freilichtlabors Lauresham an der UNESCO Welterbestätte Kloster Lorsch, am Dienstag, 4. Mai 2021 um 18:00 Uhr, einen abwechslungsreichen Einblick in das Thema „Mittelalterliche Grundherrschaft im Experiment.“

Das Freilichtlabor Lauresham liegt im Herzen des 2014 neugestalteten und stark erweiterten Klosters Lorsch. Am Beispiel eines idealtypischen Zentralhofes des 8./9. Jahrhunderts wird hier unter anderem das für das Verständnis der frühmittelalterlichen Gesellschaftsstruktur so wichtige Thema Grundherrschaft erklärt. Zudem wurde mit Lauresham ein Forum für die experimentalarchäologische Forschung geschaffen, um verschiedene handwerkliche und landwirtschaftliche Arbeitstechniken zu erproben.

„Zahlreiche 1250-Jahr-Feiern der vergangenen Jahre liegen in einer entsprechenden Erstnennung der jeweiligen Ortschaften im Lorscher Codex begründet“, erklärt Kropp. „so verfügte das Kloster Lorsch bereits im 9. Jahrhundert über Besitzungen, die von der Nordseeküste bis nach Graubünden gereicht haben“. Dazu gehörten nicht nur ganze Ortschaften, Mühlen, Felder, Wiesen, Weiden und Wälder, sondern auch eine erhebliche Anzahl unfreier Menschen, die in direkter Abhängigkeit zum Kloster standen. „So lassen sich in unserem Freilichtlabor viele Fragen der grundherrschaftlichen Verwaltung, der Alltagskultur der Karolingerzeit oder auch des Handwerks aus dieser Zeit erforschen, aber auch sehr schön veranschaulichen“, so Kropp.

Da die Teilnehmerzahl zum Online-Vortrag begrenzt ist, wird um schriftliche Anmeldung bis zum 3. Mai, 12 Uhr, per E-Mail gebeten, unter anmeldung@gdke.rlp.de. Die Platzvergabe erfolgt in der Reihenfolge der Anmeldungen. Die Teilnahme ist kostenfrei. Der Zugangslink wird den Teilnehmenden nach Anmeldeschluss per E-Mail zugeschickt.

Freilichtmuseum Hessenpark öffnet seine Türen am 13. März 2021

Wer nur zum Einkaufen auf den Marktplatz kommt, muss ebenfalls ein Anmeldeformular ausfüllen und an der Kasse abgeben. © Foto Sascha Erdmann
Wer nur zum Einkaufen auf den Marktplatz kommt, muss ebenfalls ein Anmeldeformular ausfüllen und an der Kasse abgeben. © Foto Sascha Erdmann

Neu-Anspach, 10. März 2021. Das Freilichtmuseum Hessenpark empfängt ab Samstag wieder Besucher. „Wir starten am 13. März in die Saison und werden, wenn es das Pandemiegeschehen zulässt, das Museumsgelände in den nächsten Monaten täglich von 10 bis 18 Uhr öffnen“, bestätigt Museumsleiter Jens Scheller.

Jeder Museumsbesuch muss vorab angemeldet werden – so sehen es die aktuellen gesetzlichen Bestimmungen vor. Unter www.hessenpark.de/anmeldung steht ein entsprechendes Formular bereit. „Ausfüllen, absenden und die Bestätigungsmail ausgedruckt mitbringen, dann steht einem Museumsbesuch im Hessenpark nichts mehr entgegen“, erklärt Jens Scheller das Procedere. Pro Haushalt muss ein Formular ausgefüllt werden.

Für alle, die keinen Internetzugang und keine E-Mail-Adresse haben, bietet der Hessenpark alternativ eine telefonische Voranmeldung an. Unter der Rufnummer 06081 588-339 können Interessenten ihren Terminwunsch und ihre Kontaktdaten hinterlassen. Zusätzlich muss dann am Besuchstag vor Ort noch ein Formular ausgefüllt werden. „Uns war es wichtig, auch jenen Gästen eine Besuchsmöglichkeit anzubieten, die ausschließlich analog unterwegs sind“, betont Scheller. Respekt vor langen Schlangen an der Kasse hat der Museumsleiter dennoch: „Wir müssen das beobachten und gegebenenfalls nachschärfen.“

Der Hessenpark öffnet seine Türen am 13. März. Foto: Sascha Erdmann
Der Hessenpark öffnet seine Türen am 13. März. Foto: Sascha Erdmann

Im Museumsgelände gelten die gleichen Abstands- und Hygieneregeln wie im vergangenen Jahr. Der Mindestabstand zu anderen Personen beträgt 1,50 Meter, Gruppenbildungen sind zu vermeiden. In allen Gebäuden und Ladengeschäften herrscht Maskenpflicht (OP- oder FFP-Masken). Zugänglich sind zunächst nur solche Gebäude, die über separate Ein- und Ausgänge verfügen. Die Läden am Marktplatz wie die Bäckerei und der Marktladen dürfen nur von maximal zwei Personen betreten werden. Dort wie auch am Wirtshaus „Zum Adler“ und an der Martinsklause und werden Snacks und Getränke ausschließlich zum Mitnehmen angeboten.

Achtung: Wer nur zum Einkaufen auf den Marktplatz kommt, muss ebenfalls ein Anmeldeformular ausfüllen und an der Kasse abgeben.

www.hessenpark.de/anmeldung

Seele aufleben lassen im Hessenpark – Open-Air-Handwerksvorführungen bei schönem Wetter

© Freilichtmuseum Hessenpark
© Freilichtmuseum Hessenpark

Das Freilichtmuseum Hessenpark bietet auf dem 65 Hektar großen reizvollen Museumsgelände  mit über 100 historischen Gebäuden  und  üppiger Blumenpracht in zahlreichen Bauerngärten für die restlichen Ferientage ein paar besondere Highlights. Ab August gibt es im Freilichtmuseum Hessenpark wieder Handwerksvorführungen. Zum Einsatz kommen insbesondere solche historischen Techniken, die im Freien vorgeführt werden können und die Einhaltung geltender Hygienestandards ermöglichen. Auf der Vorführliste stehen Seilherstellung, Blaufärben, historisches Waschen am Waschplatz, Weideflechten und Pferde als Nutztier. Die Vorführungen finden zu ausgewählten Terminen und nur bei schönem Wetter statt.

Der Hessenparkt freut sich auf ein Wiedersehen mit seinen Kolleginnen und Kollegen aus dem Vorführhandwerk! Veranstaltungen, Mitmachaktionen und öffentliche Führungen werden weiterhin nicht angeboten. Gruppen bis zu 10 Personen können aber eine Führung oder Mitmachaktion buchen. Informationen dazu finden Sie hier:
Freilichtmuseum Hessenpark
Laubweg 5
61267 Neu-Anspach/Taunus
E-Mail: service@hessenpark.de
Tel: 06081/588-0
Fax: 06081/588-127

Velocipediade im Freilichtmuseum Hessenpark – nicht nur für Freunde historischer Fahrräder

Fotos: Frank Schulte
Fotos: Frank Schulte

Neu-Anspach, den 8. August 2019. Vom 23. bis 25. August lädt der Verein Historische Fahrräder e.V. zur Velocipediade ins Freilichtmuseum Hessenpark ein. Seit 22 Jahren nimmt diese Veranstaltung, die in den verschiedensten Orten Deutschlands stattfindet, Fahrradfreunde mit auf eine Zeitreise in die Vergangenheit. Der 1997 gegründete Verein zählt mittlerweile mehr als 650 Mitglieder in 16 Ländern. Menschen, die sich für die Historie des Fahrrads interessieren und den Kontakt zu Gleichgesinnten suchen, sind hier an der richtigen Adresse.

Von der Mobilisierung der Massen bis zur Emanzipation der Frauen – die Entwicklung des Fahrrads hatte einen nicht unwesentlichen Einfluss auf unsere Kulturgeschichte. Im Rahmen der Velocipediade können Hessenpark-Besucher dieser Geschichte nachspüren, Räder aus verschiedenen Epochen bestaunen und historisch gekleidete Radler in Aktion erleben. Geboten wird ein buntes Programm: Auktionen am Freitag, Ausfahrten und Rennen mit historischen Rädern am Samstag sowie die Vorstellung historischer Räder am Sonntag. Jeden Tag findet zudem ein Fahrradteilemarkt statt. Besucher, die mit einem Fahrrad ins Museum kommen, das über 40 Jahre alt ist, dürfen sich außerdem über freien Eintritt freuen! Die Besitzer füllen am Museumseingang ein Schild über den entsprechenden Drahtesel aus. Dieser wird dann zusammen mit dem Rad an einer zentralen Stelle in der Baugruppe Mittelhessen platziert und dient so als Ausstellungsobjekt.

Auf dem Museumsmarktplatz können sich interessierte Besucher bei verschiedenen Unternehmen über deren Angebot informieren und die mitgebrachten Fahrräder ausprobieren. Mit dabei sind zum Beispiel Goyago mit Pedelecs und Lastenrädern, HP Velotechnik mit Liegerädern, Classic Cycle mit Classic und Custom Bikes, das auf den Umbau zu E-Bikes und E-Lastenräder spezialisierte Unternehmen E-Bike Solutions sowie das regionale Fahrradhaus City Bike & Fun aus Oberursel. Der ADFC Landesverband Hessen ist ebenfalls mit einem Infostand vertreten.

Velocipediade 2019
23. bis 25. August 2019, 11 bis 17 Uhr

Freilichtmuseum Hessenpark GmbH
Laubweg 5
61267 Neu-Anspach

Ausstellungsumfeld für antiken römischen Pferdekopf Exponat wird erstmals öffentlich bei Familientag am Sonntag, 19.08.2018, präsentiert

Foto: wissenschaft.hessen.de (Christoph Schlein)
Foto: wissenschaft.hessen.de (Christoph Schlein)

Bad Homburg. Der rund 2000 Jahre alte antike Pferdekopf aus vergoldeter Bronze, der 2009 bei archäologischen Grabungen in Lahnau-Waldgirmes gefunden wurde, ist ab Sonntag, 19. August, erstmals öffentlich zu sehen. Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein hat heute auf der Saalburg die neue Dauerausstellung zu den Funden in Waldgirmes, deren Höhepunkt der Pferdekopf ist, vorab den Medien präsentiert.

Weit über die Grenzen Hessens bekannt
Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein: „Das Römerkastell Saalburg ist weit über die Grenzen Hessens hinaus bekannt und bietet mit seiner Expertise ein ideales Ausstellungsumfeld für den römischen Pferdekopf: Es ist das Vermittlungszentrum für die Provinzialrömische Archäologie in Hessen, Standort des Informationszentrums für die UNESCO-Welterbestätte Limes und widmet sich als einziges Museum in Hessen ausschließlich der Römerzeit. Aufgrund dieser ausgezeichneten Gegebenheiten ist die Saalburg für den Pferdekopf der ideale Ausstellungsort. Es ist daher eine Win-Win-Situation für alle. Denn die Saalburg ist mit dem Pferdekopf um eine Attraktion reicher.“

Teil einer Reiterstatue
Der 59 Zentimeter lange und 15 Kilogramm schwere Kopf, der Teil einer Reiterstatue gewesen ist, auf der vermutlich Kaiser Augustus saß, bildet den inhaltlichen und gestalterischen Höhepunkt der neuen Dauerausstellung über das römische Waldgirmes. In den zurückliegenden Jahren ist die Dauerausstellung der Saalburg überarbeitet und modernisiert worden. Dabei wurde die künftige Präsentation des Pferdekopfes aus Waldgirmes bereits berücksichtigt. Ein wandhohes Banner verdeutlicht die Größe der einst lebensgroßen Statue, von der neben dem Pferdekopf auch der linke Fuß und ein Stück des Zaumzeuges gefunden wurden. Ein großes Banner gibt einen Eindruck von den aufwändigen Grabungsarbeiten und den technischen Schwierigkeiten, die damit verbunden waren, in elf Metern Tiefe am Boden eines Brunnenschachts den Pferdekopf aus einem Holzfass zu bergen.

Guter allgemeiner Erhaltungszustand
Das feuchte Milieu unter Sauerstoffausschluss hat zu einem relativ guten allgemeinen Erhaltungszustands der vergoldeten Bronze geführt. Allerdings war es sehr schwierig, die an vielen Stellen der Oberfläche abgelagerten Korrosionsprodukte der Bronze auf der Goldschicht zu entfernen, denn die Vergoldung ist nur hauchdünn. An manchen Stellen mussten die Restauratoren die Oberfläche mit einem Acrylharz festigen und zum Abschluss der Restaurierung die gesamte Oberfläche mit einem dünnen Schutzüberzug aus Acrylharz versehen. Eine neuerliche Vergoldung der weiteren Teile wurde bewusst nicht vorgenommen. Die Restaurierungskosten inklusive sämtlicher Begleitanalytik belaufen sich auf 75.000 Euro.

Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein und Dr. Carsten Amrhein, Direktor des Römerkastells, enthüllen den Pferdekopf. Foto: wissenschaft.hessen.de (Christoph Schlein)
Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein und Dr. Carsten Amrhein, Direktor des Römerkastells, enthüllen den Pferdekopf. Foto: wissenschaft.hessen.de (Christoph Schlein)

Lebendigkeit und Plastizität
„Den Restauratoren muss ich ein ganz großes Lob aussprechen. Denn ohne ihre äußerst präzise Feinarbeit könnten wir den Pferdekopf jetzt nicht in so einem hervorragenden Zustand bewundern“, sagte Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein, der zudem begeistert über die präzise Gestaltung der Statue ist. „Schon auf den ersten Blick sieht man die große Lebendigkeit und Plastizität, mit der Aufbau und Erscheinung des Kopfes vom Bildhauer erfasst wurden – und das, obwohl die Herstellung des Reiterstandbildes auf die Zeit zwischen 4 v. Chr. und 16 n. Chr. geschätzt wird. Das ist wirklich sehr beeindruckend.“ Die Wiedergabe der einzelnen Details von Muskelsträngen, Nüstern und Augenbildung zeuge von großem handwerklichen Geschick und künstlerischer Auffassungsgabe.

Minister Rhein dankte bei dieser Gelegenheit auch der Kulturstiftung der Länder für ihre Bereitschaft, das Land Hessen bei der Sicherung des Pferdkopfs zu unterstützen.

Zeitstrahl hilft bei der Einordnung
Ausgangspunkt der inhaltlichen Konzeption der neuen Dauerausstellung, die in enger Zusammenarbeit von Wissenschaftlern, Ausgräbern der Römisch-Germanischen Kommission und den Museumspädagogen der Saalburg erarbeitet wurde, ist die historische Verortung des bedeutenden Fundplatzes Waldgirmes zum Ausstellungsort Römerkastell Saalburg. Denn Waldgirmes lag außerhalb der Grenzen des damaligen römischen Reiches. Daher gibt es zu Beginn der Ausstellung einen Zeitstrahl an der Wand zu sehen, der bei der Einordnung der Abfolge der historischen Epochen helfen soll. Dazu werden vorrömische Funde präsentiert, ebenso wie steinzeitliche Funde, Objekte aus der Bronzezeit und der Eisenzeit sowie aus der Kultur der Kelten und der Merowinger. Einige sind in der unmittelbaren Umgebung der Saalburg gefunden worden.

Fundstätte wird gezeigt
Zwei Räume sind gänzlich dem römischen Waldgirmes gewidmet. Mittels einer Landschaftsfotografie des modernen Waldgirmes, in das die Rekonstruktion der römischen Siedlung maßstabsgerecht eingefügt ist, sollen die Besucherinnen und Besucher einen Eindruck von der Fundstätte bekommen. „Dadurch bekommt man erst einen Eindruck von den Dimensionen des Areals, die man ohne Veranschaulichung gar nicht erahnen kann“, zeigt sich Minister Rhein beeindruckt. Etwa 4,4 der insgesamt 8 Hektar großen Siedlung, die vermutlich im Zusammenhang mit der für die Römer katastrophalen Niederlage in der Varusschlacht 9 n. Chr. zerstört wurde, sind zwischen 1993 und 2012 ausgegraben worden. In Vitrinen sind die wichtigsten Fundgattungen wie Keramik, Werkzeuge und Geräte aus Eisen sowie besondere Einzelfunde zu sehen. Dazu kommen Schriftquellen, Fundmünzen oder Holzfragmente, die zur historischen Datierung der Siedlung herangezogen wurden.

3D-Film und Objekte zum Anfassen
Auch wenn die Ausstellung so konzipiert ist, dass die Exponate selbst im Vordergrund stehen, sollen zusätzliche Angebote beim Betrachten und Verstehen helfen. Es gibt Objekte zum Anfassen und Großfotos einiger Objekte ermöglichen eine genaue Betrachtung aller Details. Ferner bieten Touchscreens die Möglichkeit, vertiefende Informationen zu erhalten. Unter anderem gibt es einen 3D-Animationsfilm, in dem anschaulich das ganze Gelände virtuell rekonstruiert wurde. Ein Blick in die rekonstruierte Werkstatt der Bronzegießer macht den Herstellungsprozess einer Bronzestatue verständlich. Auch Hörstationen, in denen Interviews mit Ausgräberin und Restauratorin zu hören sind, gehören zur modernen Gestaltung der Schau. Es soll bei der Konzeption nämlich nicht nur um die Präsentation der Fundstücke gehen, sondern auch um deren Erforschung.

Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein mit Römischen Pferderkopf. Foto: wissenschaft.hessen.de (Christoph Schlein)
Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein mit Römischen Pferderkopf. Foto: wissenschaft.hessen.de (Christoph Schlein)

Pferdekopf geht auf Reisen
In einem anderen Umfeld wird der Pferdekopf ab Mitte November zu sehen sein. Das Exponat wird dann für sechs Wochen nach Berlin ausgeliehen. Im Martin-Gropius-Bau läuft anlässlich des Europäischen Jahres des kulturellen Erbes ab Ende September die Ausstellung „Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland“, eine Sonderausstellung des Museums für Vor- und Frühgeschichte in Kooperation mit dem Verband der Landesarchäologen in der Bundesrepublik Deutschland. Gezeigt werden hochrangige Exponate aus allen Bundesländern.

Familientag auf der Saalburg
Zuerst ist der Fund jedoch in seiner Heimat Hessen zu sehen. Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein eröffnet am Sonntag, 19. August, den Familientag auf der Saalburg, bei dem Besucherinnen und Besucher erstmals selbst die Funde besichtigen können. Das Römerkastell bietet an dem Tag von 10 bis 17 Uhr zusätzlich ein umfangreiches Begleitprogramm an. Unter anderem werden Mitarbeiter der Restaurierungswerkstatt des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen beispielhaft ihre Arbeit vorstellen, es gibt eine Bildpräsentation zu den Ausgrabungen und Römer zeigen, wie Metallhandwerker gearbeitet haben und Brot gebacken wurde. Zudem werden regelmäßig Führungen durch die neue Dauerausstellung angeboten und für Kinder gibt es eigene Programmpunkte wie zum Beispiel ein Training zum Bilden der berühmten Formation der Schildkröte (Testudo) mit Übungsschilden. Zu der neuen Ausstellung ist auch ein neuer Museumsführer mit dem Titel „Rom in Germanien. Waldgirmes – Dauerausstellung im Römerkastell Saalburg“ erschienen.

„Die Saalburg ist schon immer einen Besuch wert gewesen. Aber mit dem Pferdekopf und den anderen Funden aus Waldgirmes ist ein Besuch noch interessanter geworden“, ermuntert Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein zu einem Ausflug in den Hochtaunus. Die neue Dauerausstellung im Römerkastell ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet, zwischen November und Februar dienstags bis sonntags von 9 bis 16 Uhr.

Da das Parkplatzangebot auf der Saalburg begrenzt ist, empfiehlt die Saalburg, für den Familientag am Sonntag wenn möglich, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Die Buslinie 5 fährt an diesem Tag von Bad Homburg aus jede halbe Stunde zur Saalburg. Der erste Bus fährt ab Bad Homburg Bahnhof Richtung Saalburg um 9.25 Uhr, der letzte von der Saalburg nach Bad Homburg Bahnhof um 18.46 Uhr.

Ob das Land Hessen in der juristischen Auseinandersetzung vor dem Landgericht Limburg um eine angemessene Entschädigung für den Landwirt, auf dessen Grundstück 2009 der Pferdekopf gefunden wurde, Berufung vor dem Oberlandesgericht Frankfurt einlegt, ist noch nicht entschieden. Das Gericht hatte am 27. Juli in erster Instanz entschieden, dass das Land Hessen dem Landwirt neben bereits gezahlten 48.000 Euro weitere 773.000 Euro zahlen muss.

Weitere Infos zur Saalburg

Hessenpark eröffnet am 8. Juli 70er-Jahre-Trimm-dich-Pfad

„Trimming 130“ - Lauftreff, Heusenstamm-Rembrücken, um 1980
„Trimming 130“ – Lauftreff, Heusenstamm-Rembrücken, um 1980

Neu-Anspach, den 26. Juni 2017. Der Begriff Trimm-dich-Pfad wurde vom Duden als eines der Wörter der Jahrzehnte benannt, die stellvertretend für den Zeitgeist der 1970er-Jahre stehen. 1973 fand die Wortschöpfung erstmals Eingang in den deutschen Rechtschreibduden. Der Trimm-dich-Pfad bezeichnet nicht nur Freizeit-Sportanlagen auf Waldpfaden oder in Parks, sondern steht auch stellvertretend für die Trimm-Dich-Kampagne des ehemaligen Deutschen Sportbunds (DSB), welche 1970 ins Leben gerufen wurde. Diese zielte darauf ab, den Breitensport zu fördern und die mangelnde Bewegung der Deutschen im Alltag auszugleichen. Sport für alle unabhängig von Alter, Geschlecht und Fitnessstand – das war das Ziel des Aufrufs. Im Zuge dieser Bestrebungen entstanden Hunderte sogenannter Trimm-dich-Pfade in Deutschland, viele davon auch in Hessen. Die öffentlich zugänglichen Geräteanlagen erreichten einen enormen Bekanntheitsgrad, sodass noch heute viele Menschen aus eigener Erfahrung von deren Nutzung aus Kindertagen berichten können.

rimmy kommt ins Freilichtmuseum. Am 8. Juli geht es bei der Eröffnung des Trimm-dich-Pfads sportlich zu.
rimmy kommt ins Freilichtmuseum. Am 8. Juli geht es bei der Eröffnung des Trimm-dich-Pfads sportlich zu.

Das Freilichtmuseum Hessenpark holt nun die Erinnerung an die sportlichen Outdoor-Aktivitäten in die Gegenwart. Anhand von originalen Bauvorlagen des Deutschen Sportbunds aus dem Jahr 1973 ist in der Baugruppe Rhein-Main ein Trimm-dich-Pfad entstanden. Der als Rundweg angelegte Pfad besteht aus zehn von den Handwerkern des Museums gefertigten Gerätestationen aus Robinienholz. Insgesamt lassen sich hier 14 Übungen durchführen. Anleitungen zur Übungsausführung geben Tafeln an den jeweiligen Stationen, erarbeitet in Zusammenarbeit mit der Abteilung Sportmedizin des Instituts für Sportwissenschaften der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt. Um die Trimm-Geräte aus heutiger Sicht nutzbar zu machen, mussten dabei historische Vorgaben in Einklang mit aktuellen sicherheitstechnischen Anforderungen und sportmedizinischen Erkenntnissen gebracht werden. Ergänzt wird der Geräteparcours durch die Trimm-Bahn, eine Laufstrecke, die sich durch teilweise versteckte Pfade in der Baugruppe Rhein-Main zieht.

Die Eröffnung des Trimm-dich-Pfads wird am 8. Juli um 12 Uhr gefeiert. Von 13 bis 15 Uhr stehen für alle sportbegeisterten Besucher angeleitete Trainingseinheiten durch das Institut für Sportwissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt auf dem Programm. Nach dem Eröffnungstag kann der neu errichtete Trimm-dich-Pfad anhand der Erläuterungen an den Stationsschildern eigenständig, je nach den eigenen körperlichen Möglichkeiten, absolviert werden. Wer sich lieber in der Gruppe, angeleitet von zertifizierten Übungsleitern, trimmen möchte, darf sich auf Gruppenangebote und offene Trimm-Treffs freuen.

Der Aufbau des Trimm-dich-Pfads wurde von der Taunus Sparkasse, dem Förderkreis Freilichtmuseum Hessenpark e.V. und dem Deutschen Olympischen Sport Bund (DOSB) gefördert. Der Hessenpark greift mit der Installation die sozial-gesellschaftlichen Entwicklungen der 1970er-Jahre auf und erweitert das Museum um eine neue dauerhafte Präsentation. In einer zweiten Projektphase wird bis zum Frühjahr 2018 vor Ort in der Baugruppe Rhein-Main ein Ausstellungsmodul zur Geschichte der Trimm-dich-Bewegung entstehen. Zeugnisse in Schrift und Bild geben dann Einblicke in die Geschichte der Breitensportbewegung von den 1970er- bis 1990er-Jahren.

Eröffnung des Trimm-dich-Pfads
8. Juli 2017, 12 Uhr
Ort: hinter der Hofanlage aus Anspach, Baugruppe Rhein-Main

13 bis 15 Uhr: Praktische Übungseinheiten an den Trimm-Geräten unter Anleitung von Sportwissenschaftlerinnen der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt

Für den Fußweg von der Museumskasse bis zum Trimm-dich-Pfad sollte man zirka 15 Minuten einplanen.

Freilichtmuseum Hessenpark GmbH
Laubweg 5
61267 Neu-Anspach

Die Saison 2017 im Freilichtmuseum Hessenpark

In der Museumssaison 2017 gibt es viele Anlässe für einen Ausflug in den Hessenpark. Foto: Christian Gahmann
In der Museumssaison 2017 gibt es viele Anlässe für einen Ausflug in den Hessenpark. Foto: Christian Gahmann

Ein neuer Trimm-Dich-Pfad in der Baugruppe Rhein-Main, die Wiedereröffnung des Frisörsalons im Haus aus Idstein, eine große Sonderausstellung zum Thema Elektrizität in Hessen, Schwarz-Weiß-Fotografien aus Hessen von Barbara Klemm, die erneute Beteiligung an den Blickachsen und ein buntes Veranstaltungsprogramm – 2017 können Besucher im Hessenpark viel erleben!

Neu-Anspach, den 23. Februar 2017. Am 1. März beginnt im Freilichtmuseum Hessenpark die neue Museumssaison. Bis Ende Oktober können Besucher dann täglich von 9 bis 18 Uhr eine Zeitreise in die Vergangenheit unternehmen. Über 100 historische Gebäude bieten auf dem 65 Hektar großen Gelände spannende Einblicke in 400 Jahre ländliches und kleinstädtisches Leben in Hessen. Neben interessanten Ausstellungen und original eingerichteten Häusern gehören traditionelle Handwerksvorführungen, Mitmachaktionen, öffentliche Führungen und ein vielseitiges Veranstaltungsprogramm zum lebendigen Erscheinungsbild des Museums.

Neue Attraktionen

Hunde erlaubt. Ins Freilichtmuseum dürfen Besucher ihre Vierbeiner mitbringen. Foto: Jürgen Lamberti
Hunde erlaubt. Ins Freilichtmuseum dürfen Besucher ihre Vierbeiner mitbringen. Foto: Jürgen Lamberti

Nach umfassender Sanierung öffnet das einstige Lehrerwohnhaus aus Idstein ab dem 11. Juni wieder seine Türen. Dort kann im Erdgeschoss der eingerichtete Frisörsalon Spielmann aus Steinau an der Straße besichtigt werden. Der Frisör und Nebenerwerbslandwirt Nikolaus Spielmann hatte sich 1890 als Barbier und Herrenfrisör selbständig gemacht. Sein Sohn Heinrich übernahm in zweiter Generation das Geschäft und führte es bis ins hohe Alter weiter. Wesentliche Teile des Salons sind erhalten geblieben und ab Juni wieder im Hessenpark zu besichtigen. Zwei Medienstationen lassen das geschäftige Treiben im Frisörsalon lebendig werden. Die Wiederöffnung am 11. Juni ist eingebettet in den Thementag Haare, an dem Besucher auf historischen Frisierstühlen Platz nehmen und sich von Könnern ihrer Zunft die Haare schneiden lassen dürfen. Außerdem erhalten die Hessenpark-Schafe ihre Sommerfrisur.

In die Baugruppe Rhein-Main zieht im Sommer der Zeitgeist der 1970er-Jahre ein. Anhand von originalen Bauvorlagen aus dem Jahr 1973 errichtet das Freilichtmuseum dort einen Trimm-Dich-Parcours. Die insgesamt zehn Stationen aus Holz haben historische Trimmgeräte zum Vorbild, sind aber natürlich an aktuelle Sicherheitsanforderungen angepasst. Text- und Bildtafeln geben Einblick in die Hintergründe und Entwicklung der Trimm-Dich-Bewegung bis in die 1990er-Jahre. Besucher sind herzlich eingeladen, die neue Sportanlage aktiv zu nutzen. Je nach Fitnessgrad und körperlichen Möglichkeiten ist das aufgrund der Erläuterungen an den einzelnen Stationen auf eigene Faust möglich. Wer sich lieber in der Gruppe, angeleitet von zertifizierten Übungsleitern, trimmen möchte, darf sich auf Gruppenangebote und offene Trimm-Treffs freuen. Die Eröffnung wird am 8. Juli um 12 Uhr gefeiert.

Auch von der Ladenzeile auf dem Marktplatz gibt es Neuigkeiten zu berichten. Tobias Gerschewski hat seine Käsekiste Ende 2016 geschlossen, um sich künftig ganz der Hungener Käsescheune zu widmen. Das attraktive Ladenlokal übernimmt im April Ingrid Schick. Unter dem Namen „Feinhessisch im Hessenpark“ wird die Gastro-Autorin, die in der Region bestens vernetzt ist, Produkte aus Hessen zum Kosten und Kaufen anbieten.

Sonderausstellungen
In der Saison 2017 zeigt das Freilichtmuseum fünf neue Sonderausstellungen: Den Auftakt bildet eine kleine Sonderschau zum Thema Miniaturkameras im Fotohaus, die am 26. Februar eröffnet wird. Vom 12. März bis zum 23. April macht traditionell der Licher Fotopreis im Hessenpark Station. Im Haus aus Gemünden (Wohra) sind ab dem 5. März Bilder von Barbara Klemm zu sehen. Unter dem Titel „Alltag, Aufbruch und Anstoß“ zeigt die renommierte Fotografin erstmals eine Auswahl ihrer zwischen 1969 und 2001 in Hessen entstandenen Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Die große Sonderausstellung in der Stallscheune aus Asterode widmet sich dem Thema „Hessen unter Strom“. Vom 26. März bis zum 3. Dezember können sich Besucher hier über die Elektrizitätswirtschaft in der Region von den 1880er Jahren bis heute informieren. Die Ausstellung ist in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Wirtschaftsarchiv in Darmstadt entstanden. „Die Vogelsbergbahn zwischen Lauterbach und Stockheim“ ist Thema einer Fotodokumentation, die Wilfried Kohlmeier und Ernst Bäppler ab dem 28. Mai im Festen Haus aus Ransbach präsentieren. Auch der Marktplatz des Museums wird durch die erneute Beteiligung an der Skulpturenbiennale Blickachsen 2017 wieder zur Ausstellungsfläche. Hier ist ab Mai eine Gruppe von Figuren des kanadischen Künstlers Jean Yves Klein zu bewundern.

Mehr öffentliche Führungen und Vorträge

Pro Tag können Besucher in der Hauptsaison mindestens drei Handwerksvorführungen bestaunen. Hier zu sehen: Korbmacher Horst Pfetzing. Foto: Christian Gahmann
Pro Tag können Besucher in der Hauptsaison mindestens drei Handwerksvorführungen bestaunen. Hier zu sehen: Korbmacher Horst Pfetzing. Foto: Christian Gahmann

Das Angebot an öffentlichen Führungen wird 2017 deutlich ausgeweitet. Diese finden in der Hauptsaison von März bis Oktober jeden Samstag und Sonntag um 15 Uhr im Freilichtmuseum statt. Allgemeine Museumserkundungen, Themenführungen, Schauspielführungen und landwirtschaftliche Rundgänge – Besucher können das Museum an den Wochenenden künftig aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln kennenlernen. Und das Beste: Alle öffentlichen Führungen sind im Museumseintritt inklusive. Der erste Mittwoch im Monat ist wieder für Restaurator Matthias Stappel reserviert. Er bietet von März bis Oktober um 16 Uhr in der Schreinerei aus Fulda das beliebte Format „Im Dialog mit dem Restaurator“ an.

Vielfältiges Veranstaltungsprogramm

Zum Deutschen Mühlentag stehen die Mühlen des Museums im Fokus. Jürgen Lamberti
Zum Deutschen Mühlentag stehen die Mühlen des Museums im Fokus. Jürgen Lamberti

Spannende Thementage, Ferienprogramme mit Aktionen zum Mitmachen, traditionelle Feste und verschiedene Märkte – das Veranstaltungsprogramm 2017 ist ebenso interessant wie vielfältig. Im Mai präsentiert der Hessenpark während der Dampftage eine eindrucksvolle Sammlung historischer Dampfmaschinen. Im Juni stehen anlässlich des Deutschen Mühlentags Führungen und Aktionen zu den Mühlen des Museums im Veranstaltungskalender. Im August wird in der Martinsklause ein Wirtshausfest mit historischen Brauvorführungen gefeiert. Im Dezember lädt der beliebte Adventsmarkt zu einem vorweihnachtlichen Bummel durch den Hessenpark ein. Außerdem auf dem Programm: ein Waschtag mit Aktionen rund um den Waschplatz aus Ebsdorf, der Märchentag, die Kinderwoche, der Treckertreff, die bewährten Klassiker Ernte- und Apfelfest, die Pflanzenmärkte im Frühling und Herbst und vieles mehr. Ein wichtiger Bestandteil des Jahresprogramms ist auch 2017 das Museumstheater. Besucher dürfen sich im Frühjahr, Sommer und Herbst auf die Tage der Schauspielführungen freuen. Am 14. Mai wird das Freilichttheater „Ein Dorf verschwindet“ wiederaufgenommen: Krieg, Hungersnot, Naturkatastrophen – Gründe, seine Heimat zu verlassen, gibt es viele. Aber was passiert, wenn ein ganzes Dorf beschließt zu gehen? Dies erfahren Besucher an insgesamt sieben Aufführungstagen im Rahmen einer Zeitreise ins Jahr 1779.

Baumaßnahmen im Gelände
Zu den wichtigsten Baumaßnahmen gehört 2017 die Sanierung des Fruchtspeichers aus Trendelburg, in dem der gescheckte Nagekäfer sein Unwesen treibt. Das imposante Gebäude in der Baugruppe Nordhessen wird in den Sommermonaten 2017 zur Schaubaustelle. Im Erdgeschoss entsteht durch einige Umbauten wie die Verlegung des Eingangs ein schöner Veranstaltungsraum. Im ersten Stock präsentiert das Museum künftig eine kleine Ausstellung zur Geschichte des Gebäudes. Hier lässt sich dann auch die besonders eindrucksvolle Fachwerkkonstruktion des Dachstuhls bewundern. Das ambitionierte Projekt soll, wenn alles nach Plan verläuft, 2018 abgeschlossen sein. Über den aktuellen Stand der Baumaßnahmen können sich Museumsgäste stets vor Ort informieren.

Ebenfalls im Sommer beginnen in der Baugruppe Rhein-Main die Bauvorbereitungen für das geplante Fachwerk-Musterhaus für Energieeffizienz. Das Projekt wird im Rahmen des vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit geförderten Kompetenzzentrums für Klimaschutz in Fachwerkstädten realisiert. „Unser Ziel ist, die Verknüpfung von Energieeffizienz, zeitgemäßer Haustechnik und aktuellem Wohnambiente in einem Fachwerkhaus praktisch zu zeigen“, erklärt Museumsleiter Jens Scheller. Hier können sich Hausbesitzer und Bauherren über moderne Standards und Sanierungskonzepte informieren. Zugleich soll das Gebäude Anlaufstelle für Aus- und Weiterbildung werden. Die Fertigstellung des Gebäudes ist für 2019 geplant. Am Haus aus Rörshain auf dem Marktplatz steht eine Fassadensanierung an. Das Standesamt zieht deshalb vorübergehend um ins Haus aus Münchhausen in der Baugruppe Mittelhessen. Ein Stück die Dorfstraße hinunter wird das Haus aus Grebenau saniert. Nach Abschluss der Arbeiten entsteht hier ein Textilhandwerkshaus, in dem die verschiedenen Handwerksvorführungen zum Thema zusammengefasst werden. Außerdem beginnen im Frühjahr die Bauarbeiten an der Gärtnerei aus Rechtenbach, die zum Jahresende in Betrieb gehen soll.

Jens Scheller und sein Team freuen sich auf die neue Museumssaison: „Wir konnten drei Jahre in Folge neue Besucherrekorde erzielen und hoffen auch 2017 auf gute Resonanz“, erklärt Scheller. Anlässe für einen Besuch gibt es auch in der neuen Museumssaison reichlich. Dazu trägt der Museumsleiter seit einigen Jahren auch höchstpersönlich bei: Am 5. März bietet er um 15 Uhr seine große Führung zum Saisonstart an. Interessierte Besucher erfahren hier, was sich in den letzten Monaten im Hessenpark getan hat, wie der aktuelle Stand der Baumaßnahmen im Gelände ist und auf welche Attraktionen sich die Museumsgäste 2017 freuen können.

Die Eintrittspreise bleiben 2017 unverändert.

Römerkastell Saalburg Bad Homburg

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römerkastell Saalburg Bad Homburg auf rhein-main.eurokunst.comEntdecken Sie die Vergangenheit an ihrem Originalschauplatz: im wieder aufgebauten Römerkastell und archäologischen Museum. Das Kastell gehört zum UNESCO-Welterbe Limes, der ehemaligen Grenze zwischen dem Römischen Reich und den germanischen Stammesgebieten.Auf Ihrer Zeitreise können Sie sich ein anschauliches und lebendiges Bild von der Geschichte, Kultur und Lebensart einer Epoche machen, die nahezu 2000 Jahre zurückliegt, deren Erbe aber heute noch gegenwärtig ist. Der Rundgang durch die parkartige Anlage in der herrlichen Taunuslandschaft macht Ihren Besuch zu einem angenehmen und erholsamen Erlebnis.

Römische Reiterei während einer Vorführung auf der Saalburg
Römische Reiterei während einer Vorführung auf der Saalburg

Mit informativen und unterhaltsamen Veranstaltungen, Führungen und Aktivprogrammen lassen wir die Antike für Sie lebendig werden.

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• Saalburg am Abend
• Feiern im Römerkastell

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• Museumsshop

• Rundweg Saalburg
• Kastellgeschichte
• Archäologischer Park

• Museumspädagogik
• Institut / Publikationen
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• Förderverein
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Weitere Auskünfte im Limesinformationszentrum

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Museumstheatertag „Und über uns der Himmel“ im Hessenpark am 13.09.2015

 Vater Loch blickt einer ungewisse Zukunft entgegen – noch weiß er nichts vom Lotteriegewinn seiner Familie.
Vater Loch blickt einer ungewisse Zukunft entgegen – noch weiß er nichts vom Lotteriegewinn seiner Familie.

Am 13. September erwecken ehemalige Bewohner die historischen Gebäude im Freilichtmuseum Hessenpark zum Leben.

Neu-Anspach, den 2. September 2015. Am 13. September wird das Freilichtmuseum Hessenpark von 11 bis 17 Uhr zu einer großen Theaterbühne. Am Museumstheatertag  „Und über uns der Himmel“ schlüpfen 30 Schauspielerinnen und Schauspieler in die Rollen der früheren Hausbewohner. In zehn Gebäuden, hauptsächlich in der Baugruppe Mittelhessen, werden Hausgeschichten vom frühen 18. Jahrhundert bis ins Jahr 1950 nachgespielt.

Das Haus aus Mademühlen wird zum Schauplatz des Museumstheatertags „Und über uns der Himmel“.
Das Haus aus Mademühlen wird zum Schauplatz des Museumstheatertags „Und über uns der Himmel“.

Besonders spannend wird es rund um das Haus Bamberger und das gegenüberliegende Haus Heck aus Friedensdorf. Wie an ihren ursprünglichen Standorten stehen die beiden Häuser auch im Hessenpark in direkter Nachbarschaft zueinander. Hier streiten zwei Familien über den Verbleib des bäuerlichen Misthaufens. Auch das Haus aus Heskem und das Haus aus Launsbach werden miteinander verknüpft: An diesen beiden Gebäuden erfahren die Besucher einiges über die Auswirkungen der hessischen Auswanderer-bewegung in die USA im 19. Jahrhundert. Vor dem Haus aus Mademühlen freut sich die verarmte Familie Loch über einen Lotteriegewinn. Und das Haus aus Laubach (Baugruppe Marktplatz) wird von zwei echten Laubachern bewohnt, die Geschichten aus ihrem Ort nacherzählen werden. Doch nicht nur menschliche Schauspieler beteiligen sich am Museumstheatertag, auch unsere Schweine dürfen ihr schauspielerisches Talent unter Beweis stellen. Geführt vom Dorfschweinehirten werden sie rund um das „Feste Haus“ aus Ransbach zu sehen sein.

Um 11.30, 13.30 und 15.30 Uhr stehen Schauspielführungen auf dem Programm: Ein Haus- und Bauforscherteam berichtet interessierten Besuchern dann über das frühere Leben in den Gebäuden. Doch die Forscher haben die Rechnung ohne die Hausbewohner gemacht – die historischen Gestalten übernehmen die Regie und zeigen, was sich wirklich zugetragen hat. Nach der letzten Führung kommt es zum großen Finale …

Museumstheatertag „Und über uns der Himmel“
Sonntag, 13. September, 11 bis 17 Uhr

Freilichtmuseum Hessenpark GmbH
Laubweg 5
61267 Neu-Anspach