Kategorie-Archiv: Hessisches Ministerium für Wirtschaft

Maßnahmen zum Wind-, Kälte- und Regenschutz nun in der gesamten Außengastronomie möglich

Mit Acrylglas-Hygieneschutz-Wänden, Zeltdächern und Heizpilzen können zahlreiche Gastronomen auch in den kälteren Jahreszeiten im Außenbereich bewirten und so durch den Winter kommen. © Foto: Diether v. Goddenthow
Mit Acrylglas-Hygieneschutz-Wänden, Zeltdächern und Heizpilzen können zahlreiche Gastronomen auch in den kälteren Jahreszeiten im Außenbereich bewirten und so durch den Winter kommen. © Foto: Diether v. Goddenthow

Der DEHOGA Hessen, Kreisverband Frankfurt, und die IHK Frankfurt am Main zeigen sich erleichtert, dass die Stadt Frankfurt geeignete Maßnahmen zum Wind-, Kälte- und Regenschutz auch in den Sommergärten, d.h. in der Außengastronomie auf öffentlichem Grund, ermöglicht hat. Bereits letzte Woche war seitens der Stadt angekündigt worden, dass die Erweiterung der Außengastronomie bis zum 30. April 2021 verlängert wird und die Schutzmaßnahmen in der kalten Jahreszeit zumindest in privaten Wirtschaftsgärten geduldet werden. Anlass für die Verlängerung ist der Wunsch der Gäste, während der Corona-Pandemie vermehrt Angebote im Freien wahrzunehmen.

„Die Möglichkeit des Betreibens der Außengastronomie in der kalten Jahreszeit ist für unsere Betriebe wichtig, da das Platzangebot innen durch die Abstandsregeln deutlich reduziert ist und sich viele Gäste zudem außen wohler fühlen. Wir sind froh, dass die Stadt Frankfurt mit dieser Maßnahme für die Gastronomie dazu beiträgt, die touristische Infrastruktur der Mainmetropole aufrecht zu erhalten und somit Existenzen und Arbeitsplätze zu sichern“, sagte Eduard M. Singer, Vorsitzender des DEHOGA Kreisverbands Frankfurt.

Ermöglicht werden sollen geeignete Maßnahmen zum Wind-, Kälte- und Regenschutz wie Windschutzelemente, Schirme, Markisen sowie Blumenkübel in aufgelockerter Form zum Schutz der Gäste im Freien. Wie das Frankfurter Amt für Straßenbau und Erschließung in einem Merkblatt (zu finden unter: https://frankfurt.de/aktuelle-meldung/amt-fuer-strassenbau-und-erschliessung/corona-sonderregelung-aussengastronomie) veröffentlicht hat, sind brandschutztechnische Voraussetzungen für einen gesicherten Betrieb von Beheizungsvorrichtungen, zum Beispiel mit Heizpilzen, eigenverantwortlich zu gewährleisten.

„Die Ermöglichung der Verlängerung der Außengastronomie im Herbst, Winter und Frühjahr ist der absolut richtige Schritt in der Corona-Pandemie. Hierbei geht es nicht nur um die berechtigten Interessen der Gastronomen und deren Kunden. Für die gesamte Wirtschaft ist es wichtig, Corona-Infizierungen möglichst zu vermeiden. Das Ansteckungsrisiko ist im Außenbereich erheblich niedriger als in geschlossenen Räumen, auch deswegen bin ich froh, dass sich die Stadt Frankfurt dem Vorschlag von IHK und DEHOGA angeschlossen hat“, betont IHK-Präsident Ulrich Caspar.

Anträge auf Verlängerung und Erweiterung können ab sofort online gestellt werden und sind unter http://www.frankfurt.de/sommergaerten im Internet zu finden.

Neun Finalisten für Hessen Champions 2020 Mehr Bewerbungen für Innovations- und Wachstumspreis

RheinMain CongressCenter. © Foto: Diether v. Goddenthow
RheinMain CongressCenter. © Foto: Diether v. Goddenthow

Neun hessische Unternehmen haben in diesem Jahr das Finale des Wettbewerbs „Hessen-Champions“ erreicht. Dies teilten das Hessische Wirtschaftsministerium, die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) und die MBG H Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Hessen mbH in Wiesbaden mit. Die Jury hat die Finalisten aus insgesamt 79 Kandidaten aus allen Regionen des Landes ausgewählt. Die Auszeichnung der Preisträger findet in diesem Jahr unter strengen Hygienevorgaben am 28. Oktober im neuen RheinMain CongressCenter statt.

Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir: „Uns ist bewusst, wie schwierig die Situation für viele Unternehmen in Hessen derzeit ist, manche Unternehmen kämpfen gerade um das wirtschaftliche Überleben. Doch Krisen wirken oft auch als Beschleuniger langfristiger Entwicklungen. Dadurch eröffnen sie immer auch neue Chancen. Mit der Auszeichnung der `Hessen Champions´ wollen wir auch zeigen, wie Unternehmen Wandel gestalten und welche Chancen sie erkennen und nutzen. Bemerkenswert ist, dass wir in diesem Jahr 15 Bewerbungen mehr als 2019 haben. Schließlich ist Hessen `ein Land unternehmerischer Champions´.“

„Unsere Hessen-Champions machen Mut. Mehr denn je brauchen wir heute Schumpeters `unternehmende Unternehmerinnen und Unternehmer´: Um den anstehenden Strukturwandel, die Digitalisierung ebenso wie die Dekarbonisierung, erfolgreich zu gestalten. Und um in der Corona-Krise und nach ihrer Überwindung auf einen wettbewerbsfähigen Wachstumspfad zurückkehren zu können“, betonte VhU-Präsident Wolf Matthias Mang. „Ohne solche Unternehmer würde unser Sozialstaat nicht funktionieren.“ Er zeigte sich tief beeindruckt vom zupackenden Lösungswillen und der ungebrochenen Zuversicht der neun Finalisten, aus dem gewaltigen Bündel Herausforderungen marktgängige Chancen zu machen: Wie risikobehaftet Unternehmertum sein könne, zeige die Tatsache, dass ein bereits nominierter pfiffiger Nischenanbieter seine Bewerbung Corona-bedingt zurückgezogen hat, um sich ganz auf das Kerngeschäft zu konzentrieren. „Es steht viel auf dem Spiel, aber gemeinsam mit starken Belegschaften werden wir die Zukunft gestalten.“

Die „Hessen-Champions“ – der Innovations- und Wachstumspreis des Landes Hessen – umfassen drei Kategorien: In der Kategorie Weltmarktführer werden hessische Unternehmen gesucht, die in ihrer Branche mit einem Produkt oder einer Dienstleistung weltweit führend sind. Bei der Auswahl des Jobmotors berücksichtigt die Jury Unternehmen, die überdurchschnittlich viele neue Arbeitsplätze in Hessen geschaffen haben. Die Kategorie Innovation wendet sich an Unternehmen mit innovativen Produkten und Ideen und spricht vor allem kleine und mittlere Betriebe an.

Die Gewinner werden von einer Jury mit Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Medien ermittelt. Für die Koordination des Wettbewerbs ist die Hessen Trade & Invest GmbH (HTAI) verantwortlich. „Die Corona-Pandemie hat insbesondere auf das Geschäft der kleinen und mittleren Unternehmen gravierende Auswirkungen. Die ‚Hessen-Champions‘ gehören zu den Zugpferden, die uns aus der Corona-Krise ziehen können“, sagt Dr. Rainer Waldschmidt, Geschäftsführer der HTAI.

Auch Jürgen Zabel, Geschäftsführer der MBG H Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Hessen mbH, verweist auf die mittelständischen Unternehmen als treibende Kraft der deutschen und auch der hessischen Wirtschaft. „Insbesondere durch ihre Innovationen und ihre Kreativität prägen sie wesentlich die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes. Der Wettbewerb Hessen-Champions zeigt einmal mehr, wie hessische Unternehmen durch ihre herausragende Innovationskraft sowie ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit die Beschäftigung sichern und immer wieder neue Arbeitsplätze in Hessen schaffen“, so Zabel.

Die neun Finalisten in den drei Kategorien:

Kategorie Weltmarktführer:

  • AKG Gruppe, Hofgeismar
    Die AKG-Gruppe entwickelt und produziert Hochleistungswärmeaustauscher sowie komplette Kühlmodule und -systeme für die Bereiche Baumaschinen, Druckluftanlagen, Industriekühler, Land- und Forstmaschinen, Fahrzeugbau, Schienenfahrzeuge, Luftfahrt und weitere Anwendungen. Seit 100 Jahren sind AKG Wärmeaustauscher ein Begriff für innovative Lösungen sowie höchste Engineering- und Fertigungskompetenz.
  • Alexander Binzel Schweisstechnik GmbH & Co. KG (ABICOR BINZEL), Buseck
    Schweißtechnik-Produkte von ABICOR BINZEL kommen auf der ganzen Welt zum Einsatz. Für nahezu alle Werkstoffe, Werkstücke und Aufgaben bietet ABICOR BINZEL abgestimmte Schweiß- oder Schneidbrenner, für den manuellen oder automatischen Einsatz, luft- und flüssiggekühlt.

Kategorie Jobmotor:

  • ADVISORI FTC GmbH, Frankfurt am Main
    Expertise in den neuesten Technologien: ADVISORI bietet Unternehmensberatung in den Bereichen Information Security, Big Data, Regulatory Reporting und Risk Management in Frankfurt am Main an.
  • Alnatura Produktions- und Handels GmbH, Darmstadt
    Die Alnatura Produktions- und Handels GmbH ist ein Unternehmen der Bio-Lebensmittel-Branche mit Sitz in Darmstadt. Unter dem Markennamen Alnatura vertreibt das 1984 gegründete Unternehmen nach ökologischen Gesichtspunkten produzierte Lebensmittel und Textilien.
  • Terminal for Kids gGmbH, Mörfelden-Walldorf
    Die Terminal for Kids gGmbH, eine Tochter der medical airport service GmbH, betreibt seit 2006 als freier Träger betriebliche und öffentliche Kinderbetreuungseinrichtungen und ist mittlerweile einer der großen privaten Träger von Betreuungseinrichtungen in Hessen. Bilinguale Erziehung und tiergestützte Pädagogik gehören ebenso zum Alltag wie täglich frisch aus Bio-Produkten zubereitete Mahlzeiten.

Kategorie Innovation:

  • Alfred PRACHT Lichttechnik GmbH, Dautphetal-Buchenau
    Die Alfred Pracht Lichttechnik GmbH gehört zu den führenden, internationalen Herstellern von Leuchten für besondere Anwendungsgebiete und setzt seit Jahren immer wieder neue Standards in Sachen Funktionalität, Langlebigkeit, Zuverlässigkeit und Energieeffizienz.
  • doks. innovation GmbH, Kassel
    Gegründet 2017 in Dortmund im Umfeld des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik IML, beschleunigt doks. innovation mit seinen Lösungen die Digitalisierung von Bestandserfassungs- und Inventurprozessen, das Stammdatenmanagements sowie den Transport über kurze Distanzen. doks. innovation kombiniert innovative Technologien, beispielsweise Drohnen, mit hochsensibler Sensorik und intelligenten Machine Learning Algorithmen zu Datenverarbeitung, mit dem Ziel, Prozesse in der Intralogistik zu automatisieren.
  • Möbelfabrik Fr. Rudolf & Sohn GmbH + Co.KG, Schlüchtern
    Die Möbelfabrik Fr. Rudolf & Sohn GmbH + Co.KG steht für nachhaltige, kundenspezifische und digitalisierte Stückzahl-1-Produktion von qualitativ hochwertigen Möbeln verbunden mit 125-jähriger Handwerks- und Familientradition. Das Portfolio umfasst nachhaltige Produkte für die Bereiche Jugendmöbel, Appartement, Hotel und Home-Office. Die hohe Qualität und zertifizierte Umweltfreundlichkeit sind zentrale Punkte der Firmenphilosophie.
  • Weiss Umwelttechnik, Reiskirchen
    Weiss Umwelttechnik ist ein innovativer Hersteller von Umweltsimulationsanlagen. Mit ihren Prüfsystemen können verschiedene Umwelteinflüsse wie Temperatur-, Klima-, Korrosions-, Staub- oder kombinierte Stressprüfung rund um den Erdball und darüber hinaus im Zeitraffer simuliert werden.

Weitere Informationen: https://www.hessen-champions.de/

 

Seit 15. Mai 2020 haben viele hessische Betriebe unter Einhaltung der Hygienevorschriften wieder geöffnet

Deutlich belebter war das Geschehen auf dem Wiesbadener Wochenmarkt. © Foto: Diether v. Goddenthow
Deutlich belebter war das Geschehen auf dem Wiesbadener Wochenmarkt. © Foto: Diether v. Goddenthow

Unter der Voraussetzung, dass geltende Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden, durften ab Freitag, 15. Mai 2020, viele Betriebe in Hessen wieder öffnen:

  • Restaurants,
  • Cafés,
  • Bars,
  • Kneipen,
  • Mensen,
  • Hotels und andere Übernachtungsangebote wie Airbnb,
  • Jugendherbergen oder Ferienwohnungen,
  • Campingplätze,
  • Fitnessstudios,
  • Freizeitparks,
  • Kanuverleih,
  • Spielbanken/Spielhallen
    .

Zu den wichtigsten Hygieneregeln der Corona-Schutzmaßnahmen gehört, dass immer ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden muss. Ausnahme: Wenn Menschen, die in einem Hausstand leben, mit anderen aus maximal einem weiteren Hausstand unterwegs sind, gilt die Abstandsregel nicht. In Übernachtungsbetrieben und gastronomischen Betrieben ist das Personal im Gastraum sowie in der Küche verpflichtet, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Zudem darf nur eine begrenzte Zahl an Gästen im Innen- und Außenbereich einer Gaststätte oder eines Cafés sitzen, es müssen fünf Quadratmeter pro Gast eingeplant werden. Darüber hinaus müssen die Betriebe auf die Abstands- und Hygieneregeln hinweisen. Für Fitnessstudios und Übernachtungsbetriebe gelten ein paar zusätzliche Regeln: So dürfen Dusch- und Waschräume und Saunen sowie Schwimmbäder nicht öffnen. Außerdem müssen in Fitnessstudios ausreichend Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt werden und es darf nur kontaktfreier Sport stattfinden.

Lokale und Cafés hatten, wie hier am Dern'schen Gelände in Wiesbaden, bei herrlichem Wetter  einen guten Start. Zu schaffen macht vielen Gastwirten das um 50 Prozent reduzierte Platzangebot. Kleinere Lokale ohne Außenbereich können wegen der "5qm-Regel-pro-Person" gar nicht öffnen, da sich ihr Aufwand für die verbliebenen möglichen Gäste kaum lohnt. Sie bieten wie beispielsweise der Asiate in der Mauergasse oder die Nudelbar in der Neugasse ihre Gerichte oftmals im Take-Away-Service an   © Foto: Diether v. Goddenthow
Lokale und Cafés hatten, wie hier am Dern’schen Gelände in Wiesbaden, bei herrlichem Wetter einen guten Start. Zu schaffen macht vielen Gastwirten das um 50 Prozent reduzierte Platzangebot. Kleinere Lokale ohne Außenbereich können wegen der „5qm-Regel-pro-Person“ gar nicht öffnen, da sich ihr Aufwand für die verbliebenen möglichen Gäste kaum lohnt. Sie bieten wie beispielsweise der Asiate in der Mauergasse oder die Nudelbar in der Neugasse ihre Gerichte oftmals im Take-Away-Service an © Foto: Diether v. Goddenthow

„Von heute an ist es also wieder erlaubt, sich mit Freunden oder einer Familie, die zusammenlebt, in einem Restaurant oder einer Bar zu treffen. Sie können dabei ganz normal an einem Tisch sitzen – aber natürlich Abstand zu den anderen Gästen halten sowie ihren Namen, Adresse und Telefonnummer hinterlassen“, sagte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir. „Viele Gewerbetreibende, die im März ihr Geschäft schließen mussten, können ab heute wieder aktiv sein und damit wieder Einnahmen erzielen. Mir ist sehr bewusst, dass die Beschränkung der Anzahl der Gäste bezogen auf die Fläche viele Gastronomen weiterhin stark einschränkt. Gleichzeitig weise ich darauf hin, dass in Hessen seit heute zum Teil deutlich mehr Öffnungen möglich sind als anderswo. Touristische Übernachtungen sind in den meisten anderen Ländern noch nicht erlaubt. Wir haben in Hessen auch keine Unterscheidung zwischen Innen- und Außengastronomie, auch Bars und Kneipen dürfen bei Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln wieder öffnen. Es wird keine Sperrstunde vorgeschrieben, die Wirtinnen und Wirte entscheiden selber, wann sie ihre Gaststätte oder ihre Kneipe abends wieder schließen. Diskotheken und Tanzlokale bleiben allerdings geschlossen. Wir sind uns sicher, dass sich die Unternehmerinnen und Unternehmer ihrer Verantwortung gegenüber den Gästen und Kunden bewusst sind. Nun ist es an den Bürgerinnen und Bürgern, mit den Öffnungen verantwortungsbewusst umzugehen. Wir werden genau beobachten, wie sich die Situation in den nächsten Tagen entwickelt und dann die Regelung – wie alle Maßnahmen, die in den vergangenen Wochen beschlossen wurden – auf den Prüfstand stellen.“

Tanzstunden können in kleinen Gruppen und unter Einhaltung der Abstandsregeln wahrgenommen werden. Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die im gleichen Hausstand leben oder, wenn sie nicht zusammenleben, Ehe- oder Lebenspartnerinnen und -partner oder Lebensgefährtinnen und Lebensgefährten sind, dürfen auch miteinander tanzen, ohne den Mindestabstand. Übernachtungsbetriebe dürfen wieder Touristen beherbergen, ob im Hotel, in der Jugendherberge oder einer Ferienwohnung. Auch hier gilt, dass diejenigen, die in einem Hausstand leben, mit Freunden oder einer Familie, die zusammen in einem weiteren Hausstand lebt, ein Zimmer oder eine Ferienwohnung gemeinsam mieten dürfen.

„Der Restaurantbesuch und das Trainieren im Fitnessstudio werden anders sein als noch im Februar oder März dieses Jahres. Jede und jeder trägt Verantwortung, dass das Virus sich nicht wieder stärker ausbreitet. Das ist nicht einfach, aber notwendig. Und die Lockerungen sind trotz der Hygiene- und Abstandsregeln auch ein Schritt zurück in einen Alltag, wie wir ihn alle gewohnt waren“, sagte der Wirtschaftsminister.

Ausführliche Informationen zu den Lockerungen in Hessen finden Sie unter
https://wirtschaft.hessen.de/wirtschaft/corona-info/was-ist-wieder-erlaubt-was-nicht
Die zu Grunde liegende Verordnung finden Sie hier:
https://www.hessen.de/sites/default/files/media/lesefassung_cokobev.pdf

Hessische Weltmarktführer, Jobmotoren und Innovationen gesucht – trotz und auch gerade in Zeiten der Corona-Krise

Hessischer Unternehmertag "Hessen-Champions" 2019. © Foto: Diether v Goddenthow
Hessischer Unternehmertag „Hessen-Champions“ 2019. © Foto: Diether v Goddenthow

Unternehmen für besondere unternehmerische Erfolge zu würdigen, ist das Ziel des Wettbewerbs „Hessen-Champions“, der 2020 zum 20. Mal stattfindet. Das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen (HMWEVW), die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU), die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Hessen mbH (MBG H) und die landeseigene Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hessen Trade & Invest (HTAI) rufen Firmen mit Sitz in Hessen auf, sich zu beteiligen. Der Wettbewerb vergibt Preise in den drei Kategorien Innovation, Weltmarktführer und Jobmotor.

Staatsminister Tarek Al-Wazir, Schirmherr des Wettbewerbs, sagt stellvertretend für die Veranstaltenden: „Wir sind uns alle der dramatischen Lage vieler Unternehmen bewusst. Es ist beeindruckend, mit welcher Energie, Flexibilität und Ideenreichtum Unternehmen ihre Expertise der Gesellschaft zur Verfügung stellen. Vor diesem Unternehmergeist ziehen wir den Hut. Deshalb halten wir trotz der Corona-Krise an diesem Wettbewerb fest und hoffen auf viele weitere Bewerbungen.“

Gesucht werden innovative Unternehmen in Hessen, die in ihrer Branche weltweit führend sind, unter Berücksichtigung ihrer Größe überdurchschnittlich viele neue Arbeitsplätze in Hessen geschaffen oder neue Produkte oder Verfahren entwickelt haben.

Eine hochrangig besetzte Jury aus Wirtschaft, Politik und Medien wählt die Gewinner. Die Preisverkündung ist für den 27. Oktober 2020 geplant.

Weitere Information zu Hessen-Champions unter https://www.hessen-champions.de/

Soforthilfeprogramm für Soloselbständige und Kleinunternehmer – Antragstellung ab 30.März 2020 möglich

t1_nebenjob_visionenDer Bund und das Land Hessen sowie das Land Rheinland-Pfalz unterstützen mit einem millionenschweren Soforthilfeprogramm Solo-Selbstständige, Freiberufler, Künstlerinnen und Künstler sowie Kleinst- und Kleinunternehmen mit bis zu 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Dafür wurde das Bundesprogramm sowohl in Hessen als auch in Rheinland-Pfalz jeweils um eigene Landesmittel kräftig aufgestockt. Am Montag geht es nun los:

Soforthilfeprogramm für Soloselbständige und Kleinunternehmer in Hessen

Soforthilfeprogramm für Soloselbständige und Kleinunternehmer in Rheinland-Pfalz 

Zuständige Stellen zur Antragsstellung in Rheinland-Pfalz

IHK Wiesbaden bietet 12-Stunden-Service zur Soforthilfe – Corona-Checkliste zur Sicherung der Liquidität.

5.000 Anträge am ersten Tag eingegangen

Wie das Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen meldet sind allein in Hessen am ersten Tag 5000 Anträge auf Corona-Soforthilfe eingegangen.

Seit heute Morgen um neun Uhr kann beim Regierungspräsidium Kassel die Corona-Soforthilfe mit Hilfe eines Online-Formulars beantragt werden. Bereits nach sechs Stunden waren rund 5.000 Anträge eingereicht worden. „Der Ansturm auf den Soforthilfe-Antrag ist erwartungsgemäß hoch ausgefallen. Insgesamt aber lief das System stabil“, sagten Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir und Regierungspräsident Hermann-Josef Klüber. Um möglichst viele Anträge gleichzeitig online annehmen zu können, waren die Kapazitäten noch einmal verdoppelt worden. Insgesamt arbeiten mehr als 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landes an der Entgegennahme, Prüfung und Bewilligung der Anträge. „Teilweise gab es allerdings mehr als 15.000 gleichzeitige Zugriffsversuche. Daher mussten sich heute etliche Antragsteller leider gedulden und es immer wieder neu versuchen. Für die kommenden Tage erwarten wir eine deutliche Entspannung und bitten noch einmal um Verständnis, wenn es mal etwas länger dauert.“

Al-Wazir: „Ausreichend Geld eingeplant.“

Wenn ein Antrag eingegangen, positiv beschieden und die Soforthilfe festgesetzt wurde, erhält der Antragssteller sofort eine Benachrichtigung. In diesem Moment wird auch die Zahlung der Soforthilfe angewiesen. „Von den 5.000 Anträgen waren etwa die Hälfte vollständig ausgefüllt. Bereits festgesetzt, also Soforthilfe bewilligt, wurden bis jetzt rund 500 Anträge. Insgesamt fünf Millionen Euro Soforthilfe konnten schon bewilligt werden. Wir rechnen damit, dass das Geld bei den Unternehmerinnen und Unternehmern je nach Banklaufzeit schon morgen auf dem Konto ist“, sagte Al-Wazir und betonte: „Wir haben für die Corona-Soforthilfe genug Geld eingeplant. Das bedeutet auch: Kein Antrag, der bis Ende Mai eingereicht wird, wird wegen fehlender Mittel abgelehnt. Es gibt hier kein Windhundprinzip, alle Anträge werden bearbeitet und die Haushaltsmittel stehen zur Verfügung.“

Die Bearbeitungszeit eines Antrags liegt bei etwa zehn bis 15 Minuten. Je mehr die Antragssteller vorbereitet haben, umso schneller und einfacher geht das Ausfüllen. „Wir bitten noch einmal darum, sich die Hilfestellungen, die wir im Internet zur Verfügung stellen, vor der Antragstellung genau anzusehen. Das entlastet letztlich auch das System“, sagte Klüber. Wichtig sei außerdem, die Anträge vollständig einzureichen. Diese werden deutlich schneller bearbeitet.

Der Online-Antrag kann täglich – auch an den Wochenenden – zwischen 6 und 24 Uhr eingereicht werden. Zwischen 24 Uhr und 6 Uhr morgens muss das System aus technischen Gründen pausieren.

Mehr Infos unter:
www.rp-kassel.de
www.wirtschaft.hessen.de

Hessen-Champions: Vier Unternehmen erhalten Innovations- und Wachstumspreis des Landes Hessen auf dem 28. Hessischen Unternehmertag – Motto „Digital gesund?“

Leitthema des diesjährigen 28. Hessischen Unternehmertags lautete: "Digital Gesund?" © Foto: Diether v Goddenthow
Leitthema des diesjährigen 28. Hessischen Unternehmertags lautete: „Digital Gesund?“ © Foto: Diether v Goddenthow

Ministerpräsident Volker Bouffier, Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir und VhU-Präsident Wolf Matthias Mang zeichneten gestern Abend im Wiesbadener Kurhaus auf dem 28. Hessischen Unternehmertag die Hessen Champions Bender GmbH & Co. KG aus Grünberg, Faubel & Co. Nachfolger GmbH aus Melsungen, Emma – The Sleep Company (Bettzeit GmbH) aus Frankfurt am Main sowie Hexagon Manufacturing Intelligence aus Wetzlar mit dem Innovations- und Wachstumspreis des Landes Hessen aus. Durch den Abend moderierte  Corinna T. Egerer. 

Begrüßt hatte die über 1000 Gäste VhU-Präsident Wolf Matthias Mang mit seiner Einführung „Zwischen Verlockungen digitaler Gesundheitswirtschaft und steigenden demografischen Kosten der Krankenversicherung“, worin er augenzwinkernd des Menschen  Wunsch auf Unsterblichkeit aufgriff und die Chancen von Digitalisierung im Gesundheitswesen nannte.

VhU-Präsident Wolf Matthias Mang. © Foto: Diether v Goddenthow
VhU-Präsident Wolf Matthias Mang. © Foto: Diether v Goddenthow

„Digital gesund heißt: 1. bessere persönliche Vorsorge, 2. bessere ärztliche Vorsorge und 3. mehr geteiltes Wissen über Krankheiten.“  Immer mehr Menschen würden durch besseres Monitoring und eine  bessere Diagnostik digital gesünder“, so Mang. Digitale Gesundheitspolitik hieße auch, „dass für die bestmögliche Behandlung alle relevanten Informationen vorliegen müssen“, womit der VhU-Präsident auf den Nutzen einer funktionierenden elektronischen Gesundheitskarte wie es sie in den skandinavischen Ländern bereits gäbe, plädierte. Außerdem müsse digitale Gesundheitspolitik generationengerecht, transparent und demokratisch legitimiert sein. Es gäbe natürlich eine große Bandbreite der Angebote zwischen dem gesundheitlich Notwendigen und der wünschenswerten Selbstvervollkommnung, so Mang.

Ministerpräsident Volker Bouffier. © Foto: Diether v Goddenthow
Ministerpräsident Volker Bouffier. © Foto: Diether v Goddenthow

Ministerpräsident Volker Bouffier unterstrich, dass Hessen mit seinem starken Mittelstand, einer exportkräftigen Industrie und seiner Innovationskraft zu den Top-Wirtschaftsstandorten Europas zähle. „Wie leistungsfähig Hessens Wirtschaft ist, belegen die Fakten: eine historisch niedrige Arbeitslosenzahl und das höchste Bruttoinlandprodukt gemessen an der Zahl der Erwerbstätigen“, so Bouffier. Motor seien innovative und wettbewerbsstarke Unternehmen, die mit herausragenden Leistungen dafür sorgten, dass Hessen in der ersten Liga spiele. „Wir haben viele Champions und es ist gut, einige von ihnen heute ins Rampenlicht zu stellen“, so der Ministerpräsident.

Wirtschaftsminister und Schirmherr Tarek Al-Wazir. © Foto: Diether v Goddenthow
Wirtschaftsminister und Schirmherr Tarek Al-Wazir. © Foto: Diether v Goddenthow

Schirmherr der Hessen Champion, Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir hob hervor, dass Hessen auch in Zeiten weltweiter Handelskonflikte und wirtschaftlicher Spannungen ein stabiler Standort mit innovativen Unternehmen sei. Laut Glückstalas der Post habe die Zufriedenheit in Deutschland einen Höchststand erreicht und Hessen belege darin erstmals Platz zwei. Die Lebenszufriedenheit sei im Vergleich zu 2018 nochmals um 0,04 Punkte auf aktuell 7,31 Punkte angestiegen, so der Wirtschaftsminister. Beigetragen dazu habe vor allem die gute Beschäftigungslage. Und so unterschiedlich die Branchen der einzelnen Wettbewerbs-Teilnehmer seien, so vielfältig seien auch ihre Lösungen. „Auch im 20. Jahr unseres Innovations- und Wachstumspreises zeigt sich die wirtschaftliche Stärke Hessens in ihrer gesamten Breite“, so Al-Wazir.

Den Weg in die digitale Medizin-Zukunft bahnen

Prof. Dr. Heinz-Walter Große, Vorstandsmitglied der B.Braun Fam-Holding. © Foto: Diether v Goddenthow
Prof. Dr. Heinz-Walter Große, Vorstandsmitglied der B.Braun Fam-Holding. © Foto: Diether v Goddenthow

Gastredner Professor Dr. Heinz Walter Große, Vorstandsmitglied der B. Braun Familienholding, gab in seinem brillanten  Festvortrag einen fiktiven, pointierten Rückblick aus dem Jahr 2039 auf das bis dahin etablierte digitale Gesundheitswesen und entfachte  einmal mehr die Diskussion darüber, ob wirklich segensreich wäre, alles was in der Medizin digital machbar ist, auch umzusetzen, etwa dass Chirurgen ihre Patienten gar nicht mehr berühren müssen, sondern aus dem Nebenraum des OPs mit Joystick OP-Roboter bedienen und von intelligenten Systemen die wahrscheinlich beste „Schnittstelle“ vorschlagen erhalten. Oder wenn Pflege-Roboter Tabletten und das Frühstück ans Bett bringen. Wie sähe also eine menschenwürdige Medizin der Zukunft aus, die derzeit, wie VhU-Präsident Mang eingangs sagte, mit der Digitalisierung die größte Revolution seit der Erfindung des Penicillins erlebe, mit großem Potential zur präventionsorientierten, personalisierten Medizin.

© Foto aus Prof. Dr. Heinz-Walter Großes  Festvortrag.
© Foto aus Prof. Dr. Heinz-Walter Großes Festvortrag.

Die vier Gewinner in den drei Kategorien:

Aus insgesamt 49 Bewerbern wurden die vier Gewinner Ende September 2019 in den Kategorien Innovation, Jobmotor und Weltmarktführer ermittelt. Die Fachjury überzeugte in diesem Jahr besonders: 1. ein innovatives Ladesystem für Elektro-Fahrzeuge der Bender GmbH & Co. KG aus Grünberg sowie smarte Einband-Etiketten für klinische Studien der Faubel & Co. Nachfolger GmbH aus Melsungen. 2. das erst vier Jahre alte Start-up Bettzeit GmbH als Jobmotor mit bereits 300 Mitarbeitern für ihren Matratzen-Internetversand, sowie 3. der Weltmarktführer Hexagon Manufacturing Intelligence aus Wetzlar mit der genauesten Messmaschine der Welt und Weltmarktanteil von 90 Prozent. Sie sind die Gewinner der 17. „Hessen-Champions 2019“ und zeigen zugleich stellvertretend für andere Unternehmen die enorme Bandbreite der hessischen Wirtschaft. Sie belegen, wie Unternehmen die Herausforderungen des Strukturwandels auf ganz unterschiedliche Art und Weise bewältigen. Dies unterstrichen das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen (HMWEVW), die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) und die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Hessen (MBG H) in Wiesbaden. Die Gewinner wurden von einer hochkarätigen Jury mit Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Medien ermittelt. Für die Koordination des Wettbewerbs war die Hessen Trade & Invest GmbH (HTAI) verantwortlich.

Kategorie Weltmarktführer:
Hexagon Manufacturing Intelligence, Wetzlar

Hessen Champion Kategorie Weltmarktführer : Hexagon Manufacturing Intelligence, Wetzlar.  © Foto: Diether v Goddenthow
Hessen Champion Kategorie Weltmarktführer : Hexagon Manufacturing Intelligence, Wetzlar. © Foto: Diether v Goddenthow

Diese Messmaschine ist weltweit einmalig: Mit der „Leitz Infinity“ kann Hexagon Manufacturing Intelligence aus Wetzlar sämtliche Konkurrenz auf Abstand halten. Das 3D-Koordinaten-Messgerät wird in der Präzisions-, Automobil-, Luftfahrt- und Maschinenbauindustrie weltweit mit einem Marktanteil von 90 Prozent eingesetzt. Bereits 1920 wurden durch das Familienunternehmen Leitz in Mittelhessen Messmaschinen produziert, heute steht Hexagon in dieser langen Tradition und fertigt in einem der größten und genauesten Klimaräume Deutschlands. Eingebunden ist diese Hochleistungs-Messtechnik-Fabrik in eine Firmengruppe des strategischen Investors Hexagon, die mit weiteren Software-Unternehmen und Qualitätsmanagement-Systemen Betriebe rund um die digitale Transformation der Produktion unterstützt. Am Standort in Wetzlar sind 460 Mitarbeiter beschäftigt.

Kategorie Innovation:
Bender GmbH & Co. KG, Grünberg

Die beiden  Hessen Champions der Kategorie "Innovation" : Bender GmbH & Co. KG, Grünberg, und Faubel & Co. Nachfolger GmbH, Melsungen.  © Foto: Diether v Goddenthow
Die beiden Hessen Champions der Kategorie „Innovation“ : Bender GmbH & Co. KG, Grünberg, und Faubel & Co. Nachfolger GmbH, Melsungen. © Foto: Diether v Goddenthow

Die Bender GmbH & Co. KG aus Grünberg im Landkreis Gießen hat sich bei den „Hessen-Champions“ mit einem innovativen Ladesystem für Elektrofahrzeuge beworben: Dabei handelt es sich um eine ganze Gerätefamilie, deren einzelne Geräte – von der Ladesteckdose bis zum Elektrofahrzeug – kompakt, sicher, fernwartungsfähig und energiesparend sind. Dadurch können E-Autos an praktisch jeder Steckdose gefahrlos geladen werden. Anstatt also aufwendig eigene Ladesäulen aufstellen zu müssen, wird die Technologie in die bereits bestehende Infrastruktur integriert. Eine innovative Idee mit enormen Vorteilen für Verbraucher und ein Wegbereiter für den Wandel zur Mobilität der Zukunft. Als weltweit agierendes mittelständisches Familienunternehmen beschäftigt Bender mehr als 800 Mitarbeiter in über 70 Vertretungen und 15 eigenen Gesellschaften.

Faubel & Co. Nachfolger GmbH, Melsungen

Den digitalen Wandel hat sich die Faubel & Co. Nachfolger GmbH aus Melsungen zunutze gemacht. Wiederverschließbare und smarte Einband-Etiketten für fast alle Gebinde in der Pharmaindustrie: Das Faubel-MED Label ermöglicht eine Rückverfolgbarkeit in Echtzeit, automatische Chargendokumentation sowie vereinfachte und verkürzte Aktualisierungen des Verfallsdatums, weil Update-Informationen direkt angezeigt werden können. Die innovative Entwicklung revolutioniert insbesondere den Markt für klinische Studien. Die Faubel-Gruppe ist ein global agierendes Unternehmen der Druck, Papier und Folien verarbeitenden Industrie, mit Standorten in Europa, den USA und Asien. Über 260 Mitarbeiter gehören der Unternehmensgruppe an, die 2018 einen Umsatz von 35 Mio. Euro erwirtschaftete, davon 60 Prozent im Export.

Kategorie Jobmotor:
Emma – The Sleep Company (Bettzeit GmbH), Frankfurt am Main

Hessen Champion Kategorie "Jogmotor". Emma – The Sleep Company (Bettzeit GmbH), Frankfurt am Main. © Foto: Diether v Goddenthow
Hessen Champion Kategorie „Jogmotor“. Emma – The Sleep Company (Bettzeit GmbH), Frankfurt am Main. © Foto: Diether v Goddenthow

Erst 2015 gegründet und inzwischen schon knapp 260 Mitarbeiter aus mehr als 40 Nationen: Emma – The Sleep Company (Bettzeit GmbH) aus Frankfurt am Main setzt auf Matratzen- und Schlafsysteme, die über das Internet vertrieben werden. Die im Vergleich zu anderen Waren eher sperrigen Produkte werden dank ausgeklügelter Technik für den Paket-Versand optimiert: So kann Emma den digitalen Wandel in seiner Branche bestens bewältigen. Gleichzeitig ist das junge Unternehmen ein außergewöhnlicher Jobmotor: Die Mitarbeiterzahl wächst um 10 bis 20 Personen – pro Monat. Jeder Freitag ist „Recruiting Friday“, an dem die Verantwortlichen rund 80 Interviews mit Bewerbern führen. Die Suche nach Talenten und Mitarbeitern, die das Unternehmen weiter voranbringen, ist ein elementarer Bestandteil des Firmenkonzepts.

„Vom innovativen Ladesystem für Elektro-Fahrzeuge über den Matratzen-Internetversand mit vorbildlicher Personalpolitik bis hin zur genauesten Messmaschine der Welt – die Gewinnerinnen und Gewinner der ‚Hessen-Champions 2019‘ belegen eindrucksvoll die enorme Bandbreite der hessischen Wirtschaft. Die Innovations- und Schaffenskraft unserer Unternehmerinnen und Unternehmer zeigt sich besonders im Umgang mit neuen Herausforderungen. So bietet uns die Digitalisierung große Chancen. Tagtäglich arbeiten in unserem Land Menschen daran, dass diese auch genutzt werden. Hessen ist ein wirtschaftsstarkes Land und soll es auch weiterhin bleiben. Dazu brauchen wir auch weiterhin innovative Ideen kluger Köpfe made in Hessen“, sagte der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier.

Veranstaltungs-Impression aus dem Friedrich-von-Thiersch-Saal des Wiesbadener Kurhauses. Er gilt als einer  der schönsten Konzertsäle und Eventräume Deutschlands. © Foto: Diether v Goddenthow
Veranstaltungs-Impression aus dem Friedrich-von-Thiersch-Saal des Wiesbadener Kurhauses. Er gilt als einer der schönsten Konzertsäle und Eventräume Deutschlands. © Foto: Diether v Goddenthow

„Unsere vier diesjährigen ‚Hessen-Champions‘ begreifen Veränderungen als Chancen und bewältigen damit Herausforderungen, mit denen Unternehmen heute konfrontiert sind. So können sie ihre Position im Wettbewerb ausbauen“, sagte Wirtschaftsminister und Schirmherr Tarek Al-Wazir.

„Hessen ist ein Land unternehmerischer Champions, die das Leben der Menschen besser machen. Sie investieren klug in menschlichen Nutzen, schaffen Arbeitsplätze und wachsen schneller mit modernen Arbeitsformen und selbst organisierten Teams“, zeigte sich VhU-Präsident Wolf Matthias Mang beeindruckt von den diesjährigen Siegern „Unsere Hessen-Champions 2019 sorgen dafür, dass Menschen besser schlafen können und fördern Gesundheit durch digitale Etikett-Aktualisierungen auf Arzneimitteln. Sie verhelfen Produkten durch bessere Messungen zu mehr Qualität oder ermöglichen sicherere und erschwinglichere Elektromobile.“

Jürgen Zabel, Geschäftsführer der MBG H, hebt hervor, dass die mittelständischen Unternehmen in Hessen durch ihre Innovationen und ihre Kreativität ganz entscheidend zum wirtschaftlichen Erfolg Hessens beitragen. „Der Wettbewerb Hessen-Champions zeigt einmal mehr, wie hessische Unternehmen durch ihre herausragende Innovationskraft sowie ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit die Beschäftigung sichern und immer wieder neue Arbeitsplätze in Hessen schaffen.“

„Innovationen sind in Zeiten des immer schnelleren Strukturwandels von entscheidender Bedeutung. Nur durch immer neue Anpassungen an diese Herausforderungen können Firmen ihren Wachstumskurs beibehalten. Darin unterstützen wir die hessischen Unternehmen und stehen ihnen mit viel Know-how und Expertise zur Seite – nicht zuletzt mit der öffentlichkeitswirksamen Auszeichnung als ‚Hessen-Champions‘“, betonte Dr. Rainer Waldschmidt, Geschäftsführer der HTAI.

„Grundeinkommen für alle“ – R. David Precht entwirft Modell zur Wohlstandsicherung im digitalen Zeitalter auf dem 3. Hessischen Innovationskongress im Wiesbadener RMCC

3. Innovationskongress am 30.10.2019 im RMCC Wiesbaden. © Foto: Diether v Goddenthow
3. Innovationskongress am 30.10.2019 im RMCC Wiesbaden. © Foto: Diether v Goddenthow

Einen Besucherrekord von mehr als 1.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer verzeichnete der 3. Hessische Innovationskongress „Zukunft denkt anders“ im Wiesbadener RheinMain CongressCenter am 30. Oktober 2019 als Forum für Vernetzung und Innovationsförderung mit Hauptredner Richard David Precht, der ein neues Konzept zur eines Realisierung eines Grundeinkommens aufzeigte. In Wiesbaden trafen kleine, mittlere und große Technologie-Unternehmen aus Hessen auf kreative Köpfe aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammen. In 93 Vorträgen auf 3 Bühnen entwarfen Visionäre, Querdenker, Macher und Mutige Zukunftsszenarien und gaben anregende Innovations-Impluse. 43 Berater boten im Coaching Café ihre mental oder wirtschaftstechnologische Schützenhilfe an. Einen Schwerpunkt bildete die Ausstellung mit 64 überwiegend hessischen, aber auch internationalen Ausstellern, die ihre technologischen Ideen, Produkte und Dienstleistungen zeigten, unter ihnen auch der Stand des Hessischen Gründerpreises. Dieser wird am 1. November 2019 in Wetzlar vergeben.

Impression in der Geming Area und Ausstellung des 3. Innovationskongresses am 30.10.2019 im RMCC Wiesbaden. © Foto: Diether v Goddenthow
Impression in der Geming Area und Ausstellung des 3. Innovationskongresses am 30.10.2019 im RMCC Wiesbaden. © Foto: Diether v Goddenthow

An 9 Stationen im Creative Parcours konnten Teilnehmer ihre eigene Kreativität und ihr Innovations-Potential entdecken oder wiederentdecken. 8 Technical Innovations Poetry Slammer sorgten zwischendrin für unterhaltende Auflockerung.
„Wir befinden uns mitten in einem Strukturwandel, der durch die Digitalisierung und die Klimaveränderungen vor große Herausforderungen stellt. Er ist aber zugleich eine Chance: Innovationen sind der Schlüssel, denn wir müssen neue und auch unbekannte Wege gehen. Wir tragen die Verantwortung dafür, Ressourcen zu schonen, das Klima zu schützen und trotzdem technologisch und wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Das Prinzip der Nachhaltigkeit und eine dynamische Innovationskultur sind daher untrennbar miteinander verbunden“, sagte Hessens Wirtschaftsstaatssekretär Philipp Nimmermann bei der Kongress-Eröffnung und verwies auch auf die Förderangebote, mit denen das Land Hessen innovative Unternehmen unterstützt.

Dr. Philipp Nimmermann, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen im Gespräch mit Moderatorin Andrea Thilo bei der Eröffnungsveranstaltung im Plenum © Foto: Diether v Goddenthow
Dr. Philipp Nimmermann, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen im Gespräch mit Moderatorin Andrea Thilo bei der Eröffnungsveranstaltung im Plenum © Foto: Diether v Goddenthow

Beispielsweise können kleine und mittlere Unternehmen für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben Zuschüsse von bis zu 50 Prozent der Kosten erhalten. Voraussetzung ist, dass die Vorhaben auf technologische Innovationen zielen, zur Vermeidung von Treibhausgasen beitragen oder Potenziale der Digitalisierung erschließen. „Damit reduzieren wir das finanzielle Risiko. Es ist wichtig, dass auch kleine und mittlere Unternehmen innovativ bleiben“, erläuterte der Staatssekretär.
„Als Marktplatz der Inspirationen ist der Kongress in Hessen zu einer festen Größe geworden“, sagte Nimmermann. Besonders beeindruckt zeigte sich Wirtschaftsstaatssekretär vom Start-up SprayPatternator aus der TU Darmstadt: Die Spray-Revolutionäre präsentierten eine effiziente und ressourcenschonende Sprühtechnologie, die sowohl in der Industrie wie auch in der Landwirtschaft einsetzbar ist. Der Automobilzulieferer EDAG aus Fulda zeigte, wie die Anwendung von Virtual Reality schon in der Berufsausbildung erfolgreich eingesetzt wird.

„Nicht ohne Grund lautet das diesjährige Motto ‚Zukunft denkt anders‘: Ich wünsche mir, dass der Innovationskongress ein Impulsgeber für neue Ideen ist. Denn wir wollen noch sichtbarer werden als innovationsstarkes Bundesland und Start-up-Region.“

Grundeinkommen vs. digitalisierungsbedingter Massenarmut 

Philosoph Richard David Precht warf aus der Vogelperspektive einen interessanten  Blick auf die derzeitigen umwälzenden  Entwicklungen und begeisterte das Publikum mit zahlreichen neuen Denkansätzen. © Foto: Diether v Goddenthow
Philosoph Richard David Precht warf aus der Vogelperspektive einen interessanten Blick auf die derzeitigen umwälzenden Entwicklungen und begeisterte das Publikum mit zahlreichen neuen Denkansätzen. © Foto: Diether v Goddenthow

Wie Zukunft anders gedacht werden könnte, entwickelte Keynote-Speaker Professor Richard David Precht in seinem spannenden Einführungsvortag „Jäger, Hirten, Kritiker“, in dem er – gestützt auf die Oxford-Studie 2017 – vor dem Hintergrund einschneidender digitaler Arbeitsplatzvernichtung und dem damit zwangsläufigen, wirtschaftssystemgefährdenden Kaufkraftverlust breiter arbeitslos gewordener Bevölkerungsschichten für ein bedingungsloses Grundeinkommen von monatlich 1.500 Euro eintrat. Diese Idee stamme nicht etwa aus der linken Szene oder esotherisch-anthroposophischer Ecke, sondern von konservativen Investoren á la Peter Thiel und Nationalökonomen des Silicon Valley aus der Erkenntnis heraus, dass „die Daten eines Armen“ nichts wert seien! „Was nützt es ihnen, personalisierte Werbung auf Ihr Smartphone zu erhalten, wenn Sie sich die Sache nicht kaufen können?“, so Precht. Er zeigte auf, dass die US-Digitalwirtschaft nicht das geringste Interesse an einer kollektiven Verelendung habe und dies in Europa gleichermaßen gelte.

Laut Oxfordstudie, deren Aktualität ihre Autoren vor fünf Wochen in der Süddeutschen Zeitung noch einmal bestätigten, entfielen in zahlreichen Berufsgruppen nicht nur bis zu 50 Prozent der Jobs. Vielmehr könnten die Leute, die ihre Arbeit verlören, nicht ohne weiteres dort arbeiten, wo neue Jobs entstünden, etwa im IT-Bereich: Denn, so Precht, werde IT immer anspruchsvoller, so dass einfache Umschulungen oder Weiterbildungen kaum hinreichten, wie sie einst die arbeitslos gewordenen Schriftsetzer und Drucker absolvieren konnten. „Sie kriegen die Leute nicht auf das Niveau gehoben, in der rasanten Entwicklung, die die IT-Entwicklung nimmt“, so Precht. Neben der IT-Branche sieht er allenfalls noch Job_Potentiale in den Bereichen der „Empathie-Berufe“ (Jobs, mit unverzichtbarer zwischenmenschlicher Komponente), im quartären Sektor (gehobene, komplexe Dienstleistungsberufe, etwa Projektmanagement, Event-Organisation) sowie im Handwerk. Die Roboter seien sehr, sehr schlecht mit den Händen, „und werden auch noch sehr lange sehr schlecht mit den Händen sein“. Vor allem kriege kein Roboter die im Handwerk geforderte Mischung aus kompliziertem Hand-Einsatz und sozialem Schach hin.
Diese vier Bereiche, in denen Jobs entstünden, reichten aber bei weitem nicht aus, den digitalisierungsbedingten massenhaften Wegfall von Tätigkeiten zu kompensieren.

Sinn sei wichtiger im Leben als Glück. Philosoph Richard David Precht. © Foto: Diether v Goddenthow
Sinn sei wichtiger im Leben als Glück. Philosoph Richard David Precht. © Foto: Diether v Goddenthow

Massenarmut könne nur mit einem bedingungslosen Grundeinkommen verhindert werden. Wenn jeder diese 1500 Euro monatlich erhielte, bedeutete dies zugleich auch eine Ent-Stigmatisierung heutiger Hartz-IV-Empfänger. Prechts Modell sieht vor, dass die ersten dazuverdienten 1000 Euro monatlich steuerfrei seien, weil das Grundeinkommen als Null gerechnet würde. Man könne so mit einem Halbtags-Job 2.500 netto erwirtschaften. Das Interessante daran sei, dass Branchen mit derzeitigem Fachkräftemangel, etwa in der Pflege oder beim Großbäcker, wieder Fachkräfte bekämen. Denn es wären viel mehr Leute bereit, in der Pflege zu arbeiten oder andere, auch schwerere Jobs zu machen, wenn sie dies nur an 3 Tagen in der Woche täten.

Aus welchen Quellen ein Grundeinkommen zu finanzieren wäre, hat auch der Philosoph Precht noch nicht gelöst, jedoch könnte man etwa an eine Finanztransaktionssteuer denken. Würde man von den jährlich von deutschen Banken und Börsen im Volumen von 250 Billionen Euro 0,3 Prozent Finanztransaktionssteuer abzweigen können, wäre das bedingungslose Grundeinkommen finanziert. Nur das Blöde sei, dass damit der „Hochfrequenzhandel „ in Europa wegbräche, was einen beträchtlichen Teil der Finanztransaktionen ausmache.Man könne vielleicht zunächst mit 0,1 Prozent Finanztransaktionssteuer starten. Das Wichtigste sei jedoch,  überhaupt jetzt damit anzufangen, sich zu überlegen, wie ein Grundeinkommen finanzierbar wäre. „Wir müssen diese Dinge jetzt vorbereiten, um auf die Umbruchssituation vorbereitet zu sein, so Precht.

(Diether v. Goddenthow /Rhein-Main.Eurokunst)

Junge Unternehmen aus Darmstadt, Frankfurt und Kassel mit dem 17. Hessischen Gründerpreis ausgezeichnet

Preisträger 2019 Hessischer Gründerpreis. Foto: TINA RÖSLER | © HESSISCHER GRÜNDERPREIS
Preisträger 2019 Hessischer Gründerpreis. Foto: TINA RÖSLER | © HESSISCHER GRÜNDERPREIS

Solorrow, Inaska, Gabelstapler Gratzer und MagnoTherm Solutions sind Sieger in den Kategorien Innovative Geschäftsidee, Gesellschaftliche Wirkung, Zukunftsfähige Nachfolge und Gründungen aus der Hochschule

Kategorie „Innovative Geschäftsidee“

Preisträger 2019 »Innovative Geschäftsidee« Hessischer Gründerpreis. Foto: TINA RÖSLER | © HESSISCHER GRÜNDERPREIS
Preisträger 2019 »Innovative Geschäftsidee« Hessischer Gründerpreis. Foto: TINA RÖSLER | © HESSISCHER GRÜNDERPREIS

„Bei der Zahl gewerblicher Gründungen liegt Hessen deutschlandweit auf dem dritten Platz, dank mutiger Unternehmerinnen und Unternehmer, die eine Geschäftsidee haben und bereit sind, ein Risiko einzugehen“, sagte Tarek Al-Wazir, Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen. „Wir unterstützen sie mit der Start-up-Initiative, mit Förderungen – oder auch dem Hessischen Gründerpreis. Denn gesellschaftliche Veränderungen wie die digitale Transformation werden ohne kreative Lösungen nicht gelingen. Der Hessische Gründerpreis ist daher Würdigung und Ansporn für alle, die mit ihrer Idee erfolgreich waren und sein wollen.“ Als Schirmherr des Preises und Laudator der Kategorie „Innovative Geschäftsidee“ zeichnete Al-Wazir dann das Team um Lionel Born von Solorrow aus Darmstadt als Sieger aus. Die App ermöglicht den Einstieg in die Präzisionslandwirtschaft. Auch den weiteren Preisträgern Daniel C. Kuczaj mit Team vom digitalen Inneneinrichter ROOMHERO aus Frankfurt sowie Serghei Glinca und Mitstreiter von Chrystals First aus Marburg erhielten ihre Urkunden aus den Händen des Ministers.

Kategorie „Gesellschaftliche Wirkung“

Preisträger 2019 »Gesellschaftliche Wirkung« Hessischer Gründerpreis. Foto: TINA RÖSLER | © HESSISCHER GRÜNDERPREIS
Preisträger 2019 »Gesellschaftliche Wirkung« Hessischer Gründerpreis. Foto: TINA RÖSLER | © HESSISCHER GRÜNDERPREIS

„Nicht ausschließlich Tradition, auch Kreativität und Innovation tragen in hohem Maße zur Weiterentwicklung der hessischen Wirtschaft bei“, stellte Dr. Frank Martin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit, fest. „Neue Ideen und Konzepte sorgen für frischen Wind und schaffen neue Arbeitsplätze. Auch gesamtgesellschaftlich relevante Themen wie Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung bilden zunehmend die Basis neuer Geschäftsideen. Dies fördert eine zukunftsorientierte Entwicklung und anhaltende Stabilität auf dem hessischen Arbeitsmarkt.“ Martin übergab den Preis als Sieger in der Kategorie „Gesellschaftliche Wirkung“ an Franziska Hannig, die mit INASKA in Frankfurt nachhaltige Bade- und Sportmoden aus recyceltem Polyamid produziert. Als Preisträger in der Kategorie zeichnete er die Brüder Sören und Oliver Gerhardt, aus, die mir ihrem Team von muli-cycles in Driedorf in Mittelhessen ein faltbares Lastenrad herstellen sowie Christian Zinke und Manuel Voigt von Grow-Grow Nut aus Leun in Mittelhessen.

Kategorie „Zukunftsfähige Nachfolge“

Preisträger 2019 »Zukunftsfähige Nachfolge« Hessischer Gründerpreis. Foto: TINA RÖSLER | © HESSISCHER GRÜNDERPREIS
Preisträger 2019 »Zukunftsfähige Nachfolge« Hessischer Gründerpreis. Foto: TINA RÖSLER | © HESSISCHER GRÜNDERPREIS

Sven Volkert, Geschäftsführer der Bürgschaftsbank Hessen und Laudator der Kategorie „Zukunftsfähige Nachfolge“ weiß: „Gründungen und vor allem Gründung durch Übernahmen sind für uns ein sehr wichtiges Thema, denn in der Fortführung eines bestehenden Unternehmens steckt viel Dynamik für die Volkswirtschaft, den Übernehmer, seine neuen Mitarbeiter und deren Familien. Wenn dann der Nachfolger noch mit neuen Impulsen und eigenen Ideen erfolgreich startet, ist er fast schon alleine deshalb preisverdächtig.“ Das trifft in besonderem Maße auf Björn Henk zu, der die Gabelstapler Gratzer GmbH in Kassel innerhalb von anderthalb Jahren vom Ein-Mann-Betrieb zum Unternehmen mit sieben Angestellten vergrößert hat. Von Volkert wurden außerdem als Preisträger ausgezeichnet Thomas Gernhard von der Hein + Gernhard GmbH, der das Oberurseler Unternehmen für Werkzeug- und Maschinenbau innerhalb der Familie erfolgreich übernommen und das Leistungsportfolio stark erweitert hat sowie Marit Wienzek, die in Wiesbaden die Berufsfachschule für Kosmetik Wienzek GmbH wieder in die Erfolgsspur gebracht hat.

Kategorie „Gründungen aus der Hochschule“

Preisträger 2019 »Gründung aus der Hochschule« Hessischer Gründerpreis. Foto: TINA RÖSLER | © HESSISCHER GRÜNDERPREIS
Preisträger 2019 »Gründung aus der Hochschule« Hessischer Gründerpreis. Foto: TINA RÖSLER | © HESSISCHER GRÜNDERPREIS

„Wir als Hochschule Fresenius sehen es als unseren gesellschaftlichen Auftrag an, Gründungen bereits an der Hochschule zu fördern. Wir wollen nicht nur angestellte Fachkräfte ausbilden – sondern gerade auch jene, die als Gründer für die Jobs anderer sorgen. Hierzu bieten wir für Gründungen aus der Hochschule ein ganzheitliches und strukturiertes Gründungskonzept basierend auf den Säulen: Coaching, Netzwerk, Events und Infrastruktur für unsere Studierenden an,“ sagte Prof. Dr. Lilia Waehlert, Prodekanin Frankfurt & Wiesbaden Hochschule Fresenius. Die Laudatorin für „Gründungen aus der Hochschule“ zeichnete drei Start-ups aus Darmstadt aus: Als Sieger Timur Sirman und seine Partner von MagnoTherm Solutions, die klimafreundliche und effiziente magnetokalorische Kühlaggregate entwickeln. Als Preisträger wurden Nico Höler und Martin Voigt ausgezeichnet, die mit der Tec4med Lifescience GmbH eine aktive mobile Kühltechnologie für den medizinischen Bereich entwickelt haben sowie Simon Staffa, Lukas Braisz und Patrick Scholl von Novapace, deren smarte, elektronische Einlegesohle bei Parkinson-Patienten den üblichen, sturzkritischen Gang verhindern soll.

„Innovationen und Unternehmergeist sind die Säulen des Hessischen Gründerpreises. Das sind auch für Familie Kaufmann und die Leica Camera wichtige Elemente. Gestern, heute wie morgen. Daher ist es uns eine besondere Freude, so viele Ideen- und Impulsgeber zum Gründertag und der Preisverleihung im Leitz-Park begrüßen zu dürfen. Menschen, die mit so viel Kreativität und Engagement an ihren unternehmerischen Erfolgsgeschichten arbeiten. Glück und Erfolg – das wünschen wir,“ sagte Dr. Andreas Kaufmann, Aufsichtsratsvorsitzender der Leica Camera AG und Gastgeber der Preisverleihung.

„In der Rückschau auf den Wettbewerb 2019 freue ich mich insbesondere darüber, dass der Frauenanteil wieder bei rund einem Drittel der Bewerbungen lag und mehrere Gründerinnen im Finale vertreten waren,“ sagte Projektleiterin Elisabeth Neumann. „Jeder Mensch, der den Schritt in die Selbstständigkeit wagt, verdient unsere Anerkennung und unseren Respekt. Nur wenige Start-ups können ein neues Amazon werden, aber immer stecken interessante Menschen und Geschichten hinter neuen Unternehmen. Das wollen wir würdigen und auszeichnen, denn es geht um mehr als nur um bloße Zahlen.“

Weltmarktführer, Jobmotoren und Innovatoren wetteifern um Innovations- und Wachstumspreis Ministerpräsident Bouffier und Wirtschaftsminister Al-Wazir zeichnen „Hessen-Champions 2019“ aus

Archivbild vom Hessischen Unternehmertag im Wiesbadener Kurhaus © Foto: Diether v Goddenthow
Archivbild vom Hessischen Unternehmertag im Wiesbadener Kurhaus © Foto: Diether v Goddenthow

Weltmarktführer, Jobmotoren und Innovatoren wetteifern um Innovations- und Wachstumspreis
Ministerpräsident Bouffier und Wirtschaftsminister Al-Wazir zeichnen „Hessen-Champions 2019“ aus

Zehn hessische Unternehmen haben in diesem Jahr das Finale des Wettbewerbs „Hessen-Champions“ erreicht. Dies teilten das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen (HMWEVW), die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) und die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Hessen (MBG H) in Wiesbaden mit. Die Jury hat die Finalisten aus insgesamt 49 Kandidaten aus allen Regionen des Landes ausgewählt. Die Preisträger werden beim Hessischen Unternehmertag am Dienstag, 5. November, ab 16 Uhr im Kurhaus Wiesbaden von Ministerpräsident Volker Bouffier und Wirtschaftsminister Tarek Al Wazir vor mehr als 1.000 geladenen Gästen geehrt.

„Hessen ist auch in Zeiten weltweiter Handelskonflikte und wirtschaftlicher Spannungen ein stabiler Standort mit innovativen Unternehmen“, sagte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir als Schirmherr des Wettbewerbs „Hessen-Champions 2019“. „So unterschiedlich die Branchen der einzelnen Wettbewerbs-Teilnehmer sind, so vielfältig sind ihre Lösungen: Auch im 20. Jahr unseres Innovations- und Wachstumspreises zeigt sich die wirtschaftliche Stärke Hessens in ihrer ganzen Breite.“

„Hessen ist ein Land unternehmerischer Champions, die das Leben der Menschen besser machen wollen“, zeigte sich VhU-Präsident Wolf Matthias Mang beeindruckt von den zehn Finalisten. „Sie sorgen u.a. dafür, dass Menschen besser schlafen können, dass Autos leichter werden, dass pflegebedürftige Personen länger ein selbständiges Leben führen und fördern Gesundheit durch digitale Etikett-Aktualisierungen auf Arzneimitteln. Sie verhelfen durch bessere Messungen Produkten zu mehr Qualität, bewahren durch hochauflösende Buchscanner Kulturgut oder ermöglichen erschwinglichere Elektromobile. Diesen klug in menschlichen Nutzen investierenden Unternehmen mit unserem Hessischen Unternehmertag auch im Jubiläumsjahr wieder eine Bühne zu geben, freut uns von Herzen.“

Die „Hessen-Champions“ – der Innovations- und Wachstumspreis des Landes Hessen – umfassen drei Kategorien: In der Kategorie Weltmarktführer werden hessische Unternehmen gesucht, die in ihrer Branche mit einem Produkt oder einer Dienstleistung weltweit führend sind. Bei der Auswahl des Jobmotors berücksichtigt die Jury Unternehmen, die überdurchschnittlich viele neue Arbeitsplätze in Hessen geschaffen haben. Die Kategorie Innovation wendet sich an Unternehmen mit innovativen Produkten und Ideen und spricht vor allem kleine und mittlere Betriebe an. Die Gewinner werden von einer hochkarätigen Jury mit Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Medien ermittelt. Für die Koordination des Wettbewerbs ist die Hessen Trade & Invest GmbH (HTAI) verantwortlich.

„Gerade den kleinen und mittleren Unternehmen möchten wir mit den „Hessen-Champions“ eine Plattform bieten, ihre wirtschaftlichen Erfolgsgeschichten zu präsentieren“, betonte Dr. Rainer Waldschmidt, Geschäftsführer der HTAI, und fügte hinzu: „So entsteht für hessische Unternehmen die Möglichkeit, ihre außergewöhnlichen Leistungen einer breiten Öffentlichkeit zu zeigen und ihre wichtige Rolle in der Gesellschaft zu unterstreichen.“ Jürgen Zabel, Geschäftsführer der MBG H Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Hessen, verweist auf die mittelständischen Unternehmen als treibende Kraft der deutschen und auch der hessischen Wirtschaft. „Insbesondere durch ihre Innovationen und ihre Kreativität prägen sie wesentlich die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes. Der Wettbewerb Hessen-Champions zeigt einmal mehr, wie hessische Unternehmen durch ihre herausragende Innovationskraft sowie ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit die Beschäftigung sichern und immer wieder neue Arbeitsplätze in Hessen schaffen.“

Die zehn Finalisten in den drei Kategorien:

Kategorie Weltmarktführer:
castwerk GmbH & Co. KG in Gründung, Frankenberg/Eder
Die castwerk GmbH & Co. KG beschäftigt in Frankenberg mehr als 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist auf Magnesium-Anwendungen im Druckguss- und Thixomoldingverfahren bei der Herstellung von Bauteilen für die Automobilbranche und urbane Mobilität spezialisiert.

Hexagon Manufacturing Intelligence, Wetzlar
Hexagon unterstützt die Industrie als führender Anbieter mess- und fertigungstechnischer Lösungen bei der Entwicklung innovativer Technologien von heute und zukunftsweisender Produkte von morgen. Am Standort in Wetzlar sind 460 Mitarbeiter beschäftigt.

MICROBOX GmbH, Bad Nauheim
Mit hochauflösenden Buchscannern und Kameras zur Erfassung von Kulturgut sowie weiteren Spezialanwendungen gehört die MICROBOX GmbH zu den führenden Entwicklungsunternehmen auf dem Gebiet der Kameratechnologie. Die Systeme zeichnen sich durch konkurrenzlose Produktivität und hohe Bildqualität aus und sind weltweit in über 3000 Bibliotheken, Archiven und Museen erfolgreich im Einsatz, darunter die British Library und der Deutsche Bundestag.
Kategorie Jobmotor:
ADVISORI FTC GmbH, Frankfurt am Main
Die Berater der ADVISORI FTC GmbH rund um den Gründer Boris Friedrich beraten Industriekonzerne und Finanzdienstleister zu Themen wie Big Data, Information Security, Risikomanagement und Meldewesen.

Emma – The Sleep Company (Bettzeit GmbH), Frankfurt am Main
Emma ist ein inhabergeführtes Unternehmen und einer der am schnellsten wachsenden Anbieter für Matratzen- und Schlafsysteme mit Sitz in Frankfurt am Main. Das international agierende Sleep-Tech wurde 2013 von Dr. Dennis Schmoltzi und Manuel Müller gegründet, dritter Geschäftsführer ist seit Anfang 2018 Philipp Burgtorf. Zum Portfolio zählen die starke Traditionsmarke Dunlopillo und das 2015 gegründete Direct-to-Consumer Startup Emma Matratzen, das innerhalb kurzer Zeit zu einem der Top 3 Bed-in-a-Box-Anbieter Europas wurde. Knapp vier Jahre nach Gründung sind Emma Matratzen weltweit in 20 Ländern erhältlich. Rund 260 Mitarbeiter aus mehr als 40 Nationen sind für das Unternehmen tätig.

DATRON AG, Mühltal
Die DATRON AG aus Südhessen entwickelt, produziert und vertreibt innovative High-Speed Fräsmaschinen, Dentalfräsmaschinen, Fräswerkzeuge sowie Dosiermaschinen und bietet durch neueste Technologie einzigartige Lösungen an. DATRON Produkte zeichnen sich durch eine hohe Qualität und Wirtschaftlichkeit bei niedrigem Energieverbrauch aus.

Kategorie Innovation:
Careiot GmbH, Schwalmstadt
Die Careiot GmbH in Schwalmstadt entwickelt und vertreibt digitale Notrufsysteme mit annähernd lückenloser aktiver Notfallerkennung. Zielgruppen sind die wachsende Zahl alleinstehender Senioren, Menschen mit Handicap oder gesundheitlichen Einschränkungen (z.B. Demenz), Sportler und Alleinarbeiter. Die Hardware besteht aus marktüblichen, autonom arbeitenden Smartwatches, die mit cloudbasierter, selbstlernender Software Abweichungen im Verhalten des Nutzers erkennen und weiterleiten.

Bender GmbH & Co. KG, Grünberg
Die Bender GmbH & Co. KG ist ein weltweit agierendes mittelständisches Familienunternehmen und Marktführer für elektrische Sicherheitsprodukte und -lösungen der Spitzenklasse. Weltweit beschäftigt die Bender Group über 800 Mitarbeiter (2018). Mit über 70 Vertretungen und 15 eigenen Gesellschaften ist Bender rund um den Globus vertreten. Produziert wird an zwei Standorten in Deutschland. Bender ist zu 100 Prozent in Familienbesitz.

ECOS Technology GmbH, Eschborn
ECOS ist ein deutscher Softwarehersteller für IT-Security-Produkte. Spezialisiert auf Lösungen für einen hochsicheren Fernzugriff auf zentrale Daten und Anwendungen in Behörden, Einrichtungen und Unternehmen, bietet ECOS als einziger Hersteller eine Lösung mit BSI-Zulassung für den Geheimhaltungsgrad VS-NfD zur Nutzung am privaten PC. Eine weitere Produktlinie dient der Absicherung und Verschlüsselung von Geräten und Kommunikation im Bereich der IT, der IT-Infrastruktur und der IoT.

Faubel & Co. Nachfolger GmbH, Melsungen
Die Faubel-Gruppe ist ein global agierendes Unternehmen der Druck, Papier und Folien verarbeitenden Industrie, mit Standorten in Europa, den USA und Asien. Über 260 Mitarbeiter gehören der Unternehmensgruppe an, die 2018 einen Umsatz von 35 Mio. Euro erwirtschaftete, davon 60 Prozent im Export. Das Portfolio umfasst die Produktgruppen Booklet Etiketten, mehrlagige und einlagige Etiketten sowie Smart Label mit RFID- und E-Paper-Technologie.

Aufbau einer systemischen Wasserstoffwirtschaft im Rhein-Main-Gebiet

grafik_reallabor2Überlandwerk Groß-Gerau GmbH, Hochschule RheinMain, Infraserv GmbH & Co. Höchst KG, Mainzer Stadtwerke AG und Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG bilden Projektkonsortium mit Begleitung der Hessischen LandesEnergieAgentur (LEA)

Um die Emissionsbelastungen über alle Energiesektoren hinweg zu reduzieren, soll in der Metropolregion Rhein-Main eine systemische Wasserstoffwirtschaft aufgebaut werden. Der systemische Ansatz stellt einen wichtigen Schritt zur Umsetzung der Energiewende dar. Hier kann das Reallabor Maßstäbe für die nationale Wasserstoffwirtschaft setzen und einen entscheidenden Schritt zur sektorübergreifenden Dekarbonisierung aufzeigen. Im Reallabor Rhein-Main können durch die Erzeugung und Nutzung von grünem Wasserstoff etwa 5.000 Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr eingespart werden. Außerdem werden langfristige Perspektiven für eine nachhaltige Emissionsminderung geschaffen. Beispielsweise wird bis zum Jahr 2030 die Versorgung von etwa 1.000 Brennstoffzellenbussen mit Wasserstoff angestrebt, wodurch ca. 200 Tonnen Stickstoffoxid (NOx)-Emissionen eingespart werden können.

Dr. Karsten McGovern, Leiter der Hessischen LandesEnergieAgentur (LEA), begrüßt das Vorhaben: „Wir freuen uns, dass die Wasserstoff-Partner in der Rhein-Main-Region an einem Strang ziehen und ein Projektkonsortium gegründet haben, das ein Reallabor zur Wasserstofftechnologie schaffen will. Die große Nachfrage nach Wasserstoff für mobile und stationäre Anwendung in der Region zeigt, dass es genau jetzt an der Zeit ist, die in der Region bereits vorhandenen Kompetenzen zu bündeln. So können wir gemeinsam eine nachhaltige Wasserstoffwirtschaft entwickeln, die auch als Blaupause für andere Regionen dienen kann.“

Konzept des Reallabors im Rhein-Main-Gebiet: Elekrolyse, H2-Hub, Methanisierung, Brennstoffzelle

Das Konzept des Reallabors sieht vor, eine Wasserstoffwirtschaft mit nahezu 100%iger Versorgungssicherheit aufzubauen. Hierfür werden Wasserstofferzeugung, -distribution, -speicherung und -verbrauch in der Region zusammen geplant, ausgebaut und vernetzt.

Zur Wasserstofferzeugung werden in Frankfurt, Mainz und Groß-Gerau Elektrolyseure mit einer Leistung von insgesamt ca. 15 MW betrieben. An den Standorten wird Wasserstoff netzdienlich und mit erneuerbaren Energien erzeugt. Die Anlagen sind miteinander verbunden und können sich im Fall von Produktionsausfällen gegenseitig absichern.

Um die Verteilung des Wasserstoffs zu vereinfachen, werden bis zu zwei zentrale Wasserstoffdistributionszentren (H2-Hubs) errichtet, die jedem Wasserstoffproduzenten und -abnehmer den Zugang zum Markt ermöglichen. Wie solche Distributionszentren aussehen können, wird zunächst in einer Begleitforschung erarbeitet. An den H2-Hubs soll jederzeit Wasserstoff per Pipeline oder Trailer angeliefert und bezogen werden können. Dies soll insbesondere kleinen Erzeugern und Abnehmern den Marktzugang ermöglichen und ein natürliches Wachstum der Branche anregen.

Durch die Nutzung von Wasserstoff zur Herstellung von Methan kann eine fast unbegrenzte Speicherung von erneuerbarem Strom und Wasserstoff im Erdgasnetz erfolgen. Dazu soll eine Methanisierungsanlage im Megawattbereich errichtet werden, die aus dem Elektrolysewasserstoff synthetisches Methan erzeugt. Das „grüne“, strombasierte Methan kann außerdem als Rohstoff in der Industrie zum Einsatz kommen.

Zur Erzeugung von Strom und Wärme in einem Netzengpassgebiet wird ein Brennstoffzellen-Kraftwerk mit bis zu 10 MW aufgebaut. Das Kraftwerk wird per Pipeline mit Wasserstoff versorgt und kann sowohl Netzdienst- als auch Regelleistung anbieten.

Jürgen Schmidt, Geschäftsführer der Überlandwerk Groß-Gerau GmbH (ÜWG), lobt die Zusammenarbeit: „Die beteiligten Partner verfügen über hervorragende Kompetenzen im Bereich der Wasserstofferzeugung, -speicherung und -verteilung. Mit der Idee zum Aufbau von H2-Hubs wollen wir die vorhandenen Synergiepotenziale erschließen. So wird eine versorgungssichere Infrastruktur für künftige Projekte zur Wasserstoffmobilität, etwa im Bereich des ÖPNV, geschaffen. Ein herzlicher Dank gilt den assoziierten Partnern. Sie wollen uns zum einen bei der Umsetzung des Reallabors begleiten, zum anderen bildet ihre Wasserstoffnachfrage die Grundlage für den wirtschaftlichen Weiterbetrieb nach Förderende.“