Kategorie-Archiv: Freies Deutsches Hochstift

„POETISCHE PERLEN“ AUS DEM „UNGEHEUREN STOFF“ DES ORIENTS 200 JAHRE GOETHES ‚WEST-ÖSTLICHER DIVAN‘

©  Foto: Diether v Goddenthow
© Foto: Diether v Goddenthow

Im Jahr 1819 erschien erstmals Goethes ‚West-östlicher Divan‘, mit dem der nunmehr 70 Jahre alte Dichter den Orient für sich entdeckte und noch einmal neue innovative Wege beschritt. Nur wenige Zeitgenossen erkannten das Besondere dieses fein komponierten Alterswerkes, des immerhin größten Gedichtensembles in Goethes Gesamtwerk. Der Zauber des ‚Divan‘ wirkt bis heute, und er bleibt hoch aktuell, weil er den Kulturen übergreifenden Dialog und damit Goethes Idee einer ‚Weltliteratur‘ poetisch verwirklicht. Erstaunlich auch der offen komponierte Prosateil, der die Kenntnisse der Leser über den Orient vertiefen soll.

Im Zentrum der Ausstellung stehen die ‚Divan‘-Gedichte – die „poetischen Perlen“. Wie Goethe sie aus dem „ungeheuren Stoff“ des Orients formte und darin sein „eignes Poetisches verwebte“, soll für die Besucher erfahrbar werden. An 17 Gedicht-Beispielen wird gezeigt, wie der Dichter für die Literatur und Kultur Persiens und Arabiens entflammte, mit dem persischen Dichter Hafis in poetischen Wettstreit trat und intensive Orient-Studien betrieb. Besondere Dokumente und originale Handschriften aus dem Nachlass sowie Zeugnisse von Goethes Liebe zur mitdichtenden Marianne von Willemer bieten die Chance, die überaus spannende Entstehung der Gedichte nachzuvollziehen. Am Ende der Ausstellung wird auch ein Blick auf den Prosateil des ‚Divan‘ geworfen. Einander spiegelnd entwerfen die Gedichte und der Prosateil des ‚West-östlichen Divan‘ ein ost-westliches, west-östliches Oszillieren, das Sprachen, Literaturen, Kulturen miteinander in Dialog bringt. Darin ist der ‚West-östliche Divan‘ aktueller denn je – gerade heute.

Auf Goethes arabische Schreibübungen hat der Künstler Axel Malik reagiert. Seine Palimpseste setzen einen zeitgenössischen Akzent, ebenso wie die Schriftprojektionen des Designers Stefan Matlik, der zur Gestaltung der Ausstellung beitrug.

Kuratiert wird die Schau von Univ.-Prof. Dr. Anke Bosse, die seit den 1980er Jahren zu Goethes ‚West-östlichem Divan‘ publiziert und forscht, insbesondere zum Nachlass und zu Goethes Schreibprozessen. Unterstützt wird sie in Frankfurt von Dr. Joachim Seng, dem Leiter der Bibliothek des Freien Deutschen Hochstifts.

Ermöglicht durch: Aventis Foundation, Kulturfonds Frankfurt RheinMain, Dr. Marschner Stiftung, Friede Springer Stiftung, Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung, Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten e.V., Helaba, Dr. Hans Feith und Dr. Elisabeth Feith-Stiftung

Die Ausstellung wird am Dienstag, 20. August 2019, 19 Uhr, eröffnet. Der Eintritt ist frei.

Sie ist vom 21. August bis 23. Oktober 2019 zu sehen. Der Besuch der Ausstellung ist im Eintrittspreis für das Goethe-Haus enthalten.

Zur Ausstellung wird ein vielfältiges Rahmenprogramm angeboten. Außerdem erscheint als Begleitpublikation ein Katalog (86 Seiten, Preis 15,- €).

Freies Deutsches Hochstift
Frankfurter Goethe-Museum
Großer Hirschgraben 23-25
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Goethe Haus Frankfurt: LIBERALISMUS ALS OPPOSITION LUDWIG GEIGERS VERBINDUNG VON HUMANISMUS UND JUDENTUM.

goethe-haus-logoAm Donnerstag, 6. Juni 2019, 19.00 Uhr, lädt das Freie Deutsche Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum gemeinsam mit dem Jüdischen Museum Frankfurt zur Veranstaltung ‚Liberalismus als Opposition. Ludwig Geigers Verbindung von Humanismus und Judentum‘ in den Arkadensaal ein. Anlässlich des 100. Todesjahres des deutsch-jüdischen Goethe-Philologen ist ein Vortrag von Andreas Kilcher (ETH Zürich) zu hören, dem sich ein Gespräch mit Nadine Meyer (Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung) anschließen wird.

Ludwig Geiger, heute vor allem als Begründer der modernen Goethe-Philologie bekannt, war eine Ausnahmegestalt des deutschen Judentums um 1900. Er war ein erklärter Humanist in einem doppelten Sinne: historisch und zeitgenössisch. Zum einen machte er als Philologe den Humanismus von Reuchlin bis Goethe zum Gegenstand zahlreicher historischer Arbeiten, zum zweiten behauptete er als kritischer Zeitgenosse in Zeitschriften wie der Allgemeinen Zeitung des Judentums einen neuen Humanismus, mit dem er der Position des liberalen Judentums um 1900 wesentlich Gestalt verlieh. Das war nicht etwa Opportunismus, vielmehr Opposition. Tatsächlich behauptete er die liberale Position in einem gesellschaftlichen Umfeld, das diese von zwei Seiten her in Frage stellte: einerseits durch den in den Gründerjahren entstandenen modernen Antisemitismus, der die Juden in Deutschland polemisch als die Anderen par excellence demarkierte, andererseits durch den Zionismus, der das Programm des liberalen Judentums mit seinen beiden Grundpfeilern der Emanzipation und der Assimilation gerade angesichts des Antisemitismus als gescheitert erachtete. In diesem Kontext entfaltete Geigers Verbindung von deutscher humanistischer Kultur und jüdischer Moderne seine Widerständigkeit.

Vortrag von Andreas Kilcher (ETH Zürich), im Gespräch mit Nadine Meyer (Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung)

In Kooperation mit dem Jüdischen Museum Frankfurt

Eintritt: 4,- Euro / frei für Mitglieder des Freien Deutschen Hochstifts

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Ausstellung „Brücken bauen: Joseph von Hammer-Purgstall zwischen Hafis und Goethe‘“ im Goethe-Haus Frankfurt öffnet

goethe-haus-logoGoethe verdankt ihm die poetische Begegnung mit dem persischen Dichter Hafis (um 1315, Schiras – um 1390, Schiras): Joseph von Hammer-Purgstall (1774, Graz – 1856, Wien) – Diplomat, Forscher, Übersetzer und erster Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Er war ein Brückenbauer, ein „Hinübersetzer“ zu den kulturellen Ufern des Orients. Äußerst sprachbegabt und wissbegierig brachte es Hammer auf rund 800 Veröffentlichungen, darunter Werke wie die ‚Fundgruben des Orients‘ (1809 – 1818; erste deutschsprachige orientalische Zeitschrift) und die ‚Geschichte der schönen Redekünste Persiens‘ (1818, erste Geschichte der persischen Literatur) mit zahlreichen Textbeispielen.

Von nachhaltigem Einfluss ist seine Übersetzung des Gesamtwerks von Mohammed Schemsed-din Hafis, die bei Goethes Verleger Cotta erschien. Diese erste deutschsprachige Übersetzung des ‚Diwan‘ des berühmten persischen Dichters erhielt Goethe im Jahr 1814 geschenkt. Sie ließ ihn dichterisch produktiv werden. Die Hafis-Lektüre führte schließlich zu Goethes schönstem und außergewöhnlichstem Gedichtbuch, dem ‚West-östlichen Divan‘, das im Jahr 1819, also vor 200 Jahren, erschien. Über Hammer heißt es in den ‚Noten und Abhandlungen‘: „Wie viel ich diesem würdigen Mann schuldig geworden, beweist mein Büchlein in allen seinen Theilen.“

Als zeitgenössischen Akzent ergänzt der steirische Künstler Fritz Ganser die Ausstellung mit einer Rauminstallation aus dem Geiste des Hafis‘schen-Werkes.

Eine Ausstellung des Universalmuseums Joanneum, Graz und des Freien Deutschen Hochstifts – Frankfurter Goethe- Museum, kuratiert von Gerhard M. Dienes und Joachim Seng, Design Gerhard Kuebel.

In Zusammenarbeit mit: Steirische Kulturinitiative, Österreichische Urania für Steiermark, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Österreichisches Kulturforum Berlin.

Ermöglicht durch: Aventis Foundation, Kulturfonds Frankfurt RheinMain, Dr. Marschner Stiftung, Friede Springer Stiftung und Österreichisches Kulturforum.

Die Ausstellung wird am 26. März 2019, 19 Uhr, eröffnet. Der Eintritt ist frei, bzw. im Eintrittspreis für das Goethe-Haus enthalten
Zu sehen ist die Schau vom 27. März bis 11. Juni 2019.

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„Nie standen die Frauen an ihrem gehörigen Platze“ – Sonderausstellung im Frankfurter Goethehaus ab 29.August 2018

goethe-haus-logoAusstellung „Nie standen die Frauen an ihrem gehörigen Platze“ Charlotte von Stein. Schriftstellerin, Freundin und Mentorin,  vom 29. Augst bis 28. Oktober 2018 im Arkadensaal des Freien Deutschen Hochstifts Frankfurt

Charlotte von Stein (1742–1827) gehört als wichtigste Bezugsperson Goethes in dessen erstem Weimarer Jahrzehnt, als Freundin Herzog Carl Augusts, Wielands, Herders, des Ehepaars Schiller und enge Vertraute der Herzogin Louise zu den zentralen Figuren des klassischen Weimar. Bis heute findet sie fast ausschließlich im Bezug zu Goethes Leben und Werk Beachtung. Die historische Person verschwindet dahinter fast ganz – auch gut 190 Jahre nach ihrem Tod. Dabei war sie keineswegs allein die Freundin und Muse Goethes. Sie war eine vielseitig begabte, außergewöhnliche Frau, die Stücke schrieb, sich für Kunst, Literatur und Wissenschaft interessierte und begabt für Freundschaften war. Als Übernahme aus dem Goethe- und Schiller-Archiv der Klassik Stiftung Weimar zeigt das Freie Deutsche Hochstift eine Ausstellung mit Erinnerungsstücken, Werkmanuskripten, Bildnissen und Briefen, die durch ausgewählte Exponate aus den Hochstiftsbeständen ergänzt wurde. So entsteht das Bild einer eigenständigen Frau, die mitfühlend und klug zur Mentorin einer jüngeren Frauengeneration im klassischen Weimar avancierte. – In Weimar wurde die Ausstellung von Elke Richter und Alexander Rosenbaum kuratiert, für die Frankfurter Schau zeichnet Joachim Seng verantwortlich.

Gefördert wird die Ausstellung durch die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, die Rudolf-August Oetker-Stiftung, die Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung zu Frankfurt am Main, den Arbeitskreis selbständiger Kultur-Institute e.V. und die Fazit-Stiftung. Die Commerzbank-Stiftung fördert die museumspädagogischen Vermittlungsangebote zur Ausstellung.

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„Was ist Romantik?“ – Neue Gesprächsreihe im Goethe-Museum Frankfurt

goethe-haus-logoAm Dienstag, 20. Februar 2018, 19 Uhr lädt das Freie Deutsche Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum zur neuen Veranstaltungsreihe „Was ist Romantik?“ in den Arkadensaal ein.

 Was ist Romantik? Die auf den ersten Blick einfach anmutende Frage hat es in sich. Was gilt als „romantisch” in Kunst und Literatur, was als die „Epoche der Romantik”? Wer gehört dazu? Wer nicht? Diesen Fragen geht die neue Reihe des Freien Deutschen Hochstifts in Vorträgen, Gesprächen und Lesungen nach. Dabei wird sich zunächst dem Phänomen von seinen Rändern her angenähert: In diesem Jahr stehen verschiedene „Grenzgängern“ im Fokus. Vor dem Hintergrund des derzeit entstehenden Deutschen Romantik-Museums wird die Veranstaltungsreihe in den nächsten Jahren mit wechselnden Schwerpunkten fortgesetzt.

 Die erste Veranstaltung fragt nach dem Kern der anhaltenden Bezugnahme auf die Romantik. Bezeichnet „Romantik“ vor allem eine abgeschlossene literarhistorische Epoche oder gibt es Haltungen, Ideen, Einstellungen, die sich epochenübergreifend als ‚romantisch‘ beschreiben lassen? In der Romantikerstadt Jena arbeitet seit 2015 ein interdisziplinäres Graduiertenkolleg zum „Modell Romantik“, das der Erforschung des europäischen und transatlantischen Phänomens eine neue Basis geben will und sich zum Ziel gesetzt hat, Romantik-Aktualisierungen zu untersuchen, um hinter der Vielfalt der Phänomene nach bleibenden Strukturen zu suchen. Der Sprecher des Kollegs, Stefan Matuschek, wird uns dieses „Modell Romantik“ vorstellen und seine Tauglichkeit im Gespräch mit dem Kunsthistoriker Johannes Grave und dem Frankfurter Literaturwissenschaftler Roland Borgards erörtern. Moderiert wird der Abend von Anne Bohnenkamp-Renken, Direktorin des Freien Deutschen Hochstifts.

Eintritt: 8,- Euro / 4,- für Mitglieder des Freien Deutschen Hochstifts

Informationen und Karten: Tel. (069) 13880-0 / E- Mail: anmeldung@goethehaus-frankfurt.de

Die Termine der Reihe „Was ist Romantik?“ im Überblick

  • Was ist Romantik? Podiumsgespräch mit Roland Borgards, Johannes Grave, Stefan Matuschek.
    Moderation: Anne Bohnenkamp-Renken – Dienstag, 20. Februar 2018, 19.00 Uhr
  • Friedrich Hölderlin zwischen Klassik und Romantik
    Gespräch mit Anne Bohnenkamp-Renken, Gerhard Kurz. Lesung mit Heidi Ecks
    Dienstag, 20. März 2018, 19.00 Uhr
  • Karl Marx – Ein Romantiker Diskussion mit Rainer Hank, Jochen Hörisch
    Dienstag, 24. April 2018, 19.00 Uhr
  • Der Roman des Freiherrn von Vieren
    Gespräch mit Markus Bernauer , Tilman Spreckelsen – Donnerstag, 1. November 2018, 19.00 Uhr
  • Bettine von Arnim und die Medizin Gespräch mit Martin Dinges, Wolfgang Bunzel
    Dienstag, 27. November 2018, 19.00 Uhr

Buchpräsentation ‚Handschriften der Romantik. Ein Werkstattbericht‘ im Goethe-Museum Frankfurt

goethe-haus-logoAm Mittwoch, 31. Januar 2018, 19 Uhr lädt das Freie Deutsche Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum zur Buchpräsentation ‚Handschriften der Romantik. Ein Werkstattbericht‘ in den Arkadensaal ein.

Neun zeitgenössische Autorinnen und Autoren (Feridun Zaimoglu, Thea Dorn, Peter Härtling, Michael Lentz, Eva Demski, Sibylle Lewitscharoff, Wolfgang Büscher, Katharina Hacker, Patrick Roth) haben für eine Veranstaltungsreihe von hr2-kultur ‚Handschriften der Romantik, neu gelesen von …‘ aus dem reichen Archivbestand des Hochstifts einzelne Stücke ausgewählt und in öffentlichen Gesprächen gedeutet. Die Ergebnisse dieser Auseinandersetzungen versammelt der Band ‚Welch kleiner Teufel führt Ihre Hand? Autoren der Gegenwart im Dialog mit Handschriften der Romantik‘, der im Herbst 2017 erschienen ist.

Novalis, Fragmente, Frühjahr 1798 © Freies Deutsches Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum, Foto: Alexander Paul Englert
Novalis, Fragmente, Frühjahr 1798 © Freies Deutsches Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum, Foto: Alexander Paul Englert

Am Abend der Buchvorstellung spricht Wolfgang Bunzel mit Karoline Sinur, die den Band mit Alexander Paul Englert und Konrad Heumann herausgegeben hat, über die Geschichte des Projekts und ihre Begegnungen mit den Autoren. Konrad Heumann geht mit dem Fotografen Alexander Englert der Frage nach, auf welche Weise Fotografien den Originalen gerecht werden können, und Anne Bohnenkamp diskutiert mit der Schriftstellerin Katharina Hacker darüber, was wir sehen, wenn wir Handschriften betrachten.

In Kooperation mit dem Verein der Freunde und Förderer des Literaturlands Hessen e.V.
Eintritt: 8,- Euro / 4,- für Mitglieder des Freien Deutschen Hochstifts /// Informationen und Karten: Tel. (069) 13880-0 / E- Mail: anmeldung@goethehaus-frankfurt.de

Frankfurter Goethe-Museum/Goethe-Haus
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60311 Frankfurt – Innenstadt
Telefon: 069/138800; Telefax: 069/13880222
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Ausstellung: Monsieur Göthé – Goethes unbekannter Großvater – 14.01. bis 25.02.2018 Goethemuseum Frankfurt

(Vermutlich) Friedrich Georg Göthé (1657-1730). Fotografie nach einem verschollenen Porträt. © Freies Deutsches Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum
(Vermutlich) Friedrich Georg Göthé (1657-1730). Fotografie nach einem verschollenen Porträt. © Freies Deutsches Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum

Er ist einer der eher Unbekannten in der Familie Goethe, obwohl ihm ein zentraler Platz zusteht: Friedrich Georg Göthé, der Großvater des Dichters. Von ihm stammt nicht nur das Geld für das sorglose Leben der Familie Goethe am Großen Hirschgraben und für den Ankauf des Elternhauses, einschließlich der edlen Weine im Keller, mit seinem Eintritt in die Frankfurter Bürgerschaft beginnt 1687 auch die Geschichte der Familie Goethe in Frankfurt.
Die Ausstellung spürt mit Abbildungen und Originaldokumenten der Lebensgeschichte des weitgereisten Schneidermeisters und Gastwirts Friedrich Georg Göthé nach und entwirft das Bild eines Mannes, der mit Neugier und Bildungshunger aus einem thüringischen Dorf aufbricht, um erst in der Welt und schließlich in Frankfurt am Main sein Glück zu machen.

Friedrich Georg Göthé: Bittschrift zur Aufnahme in die Frankfurter Bürgerschaft vom 14.12.1686 © Institut für Stadtgeschichte Frankfurt
Friedrich Georg Göthé: Bittschrift zur Aufnahme in die Frankfurter Bürgerschaft vom 14.12.1686 © Institut für Stadtgeschichte Frankfurt

Die Ausstellung wurde konzipiert von Wolfgang Schopf, dem Leiter des Literaturarchivs im Universitätsarchiv der Goethe-Universität, und Joachim Seng, Leiter der Hochstiftsbibliothek. Sie orientiert sich an dem Buch ‚Monsieur Göthé. Goethes unbekannter Großvater‘ (herausgegeben von (Prof. Dr. Heiner Boehncke, Hans Sarkowicz, Dr. Joachim Seng), das 2017 in der Anderen Bibliothek erschienen ist. Es erzählt eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte aus dem 17./18. Jahrhundert und beschreibt dabei auch ein Stück Kultur- und Sozialgeschichte.

Mit Unterstützung der Sparda-Bank Hessen eG.

Ort und Öffnungszeiten:

Der Besuch der Ausstellung ist im Eintrittspreis ins Goethe-Haus enthalten.
Öffentliche Führungen mit den Herausgebern des Buches ‚Monsieur Göthé. Goethes unbekannter Großvater‘ finden donnerstags um 16.30 Uhr und sonntags um 15.00 Uhr. Die Führung ist im Eintrittspreis inbegriffen.

Öffnungszeiten: Montag bis Samstag, 10.00-18.00 Uhr, Sonn- und Feiertage, 10.00-17.30 Uhr
Abweichende Zeiten: Die Ausstellung ist nicht zugänglich am 26. Januar, 10.00-13.00 Uhr,
3. Februar 10.00-14.00 Uhr, 7. Februar, 16.00-18.00 Uhr, 20. Februar, 10.00-13.30 Uhr

Eingang Goethemuseum Foto: Diether v. Goddenthow
Eingang Goethemuseum Foto: Diether v. Goddenthow

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Frankfurter Goethe-Museum
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Jahresprogramm Frankfurter Goethe-Haus

PROGRAMM ZUR AUSSTELLUNG ‚Monsieur Göthé. Goethes unbekannter Großvater‘

Mittwoch, 24. Januar 2018, 19.00 Uhr
Textor versus Göthé
Prof. em. Dr. Dr. h. c. Mult. Michael Stolleis im Gespräch mit Prof. Dr. Anne Bohnenkamp-Renken Lesung mit Michael Quast und Katerina Zemkanowa (Fliegende Volksbühne)

Friedrich Georg Göthé, Johann Wolfgangs Großvater väterlicherseits, hatte einst den würdigen Stadtsyndicus Dr. jur. Johann Wolfgang Textor, Ururgroßvater mütterlicherseits, verklagt, weil dieser seine Rechnungen, genauer: die seiner jungen Frau, nicht bezahlt hatte. Und neben Schneidermeister Göthé trat ein Dutzend anderer Frankfurter Geschäftsleute vor dem Schöffengericht und dem Reichskammergericht als Kläger auf. Der Rechtshistoriker Prof. Dr. Michael Stolleis ist – neben anderen Fällen – auch diesem nachgegangen. Die kuriose Prozessakte, die sich im Institut für Stadtgeschichte befindet, ergab nicht nur eine Nacherzählung, sondern auch ein kleines Stück fürs Theater. Im Gespräch geht es um den historisch-juristischen Hintergrund des Falls „Textor versus Göthé“. Die Protagonisten werden vorgestellt und der sozial- und rechtshistorische Zusammenhang beschrieben. Michael Quast und Katerina Zemankova von der Fliegenden Volksbühne lesen ausgewählte Passagen aus dem Stück von Michael Stolleis.

Eintritt 8,00 Euro, Mitglieder des Freien Deutschen Hochstifts 4,00 Euro

Öffentliche Führungen mit den Herausgebern des Buches ‚Monsieur Göthé. Goethes unbekannter Großvater‘:
donnerstags um 16.30 Uhr und sonntags um 15.00 Uhr. Die Führung ist im Eintrittspreis inbegriffen.
Sonntag, 14. Januar 2018, 15.00 Uhr (mit Prof. Dr. Heiner Boehncke)
Donnerstag, 18. Januar 2018, 16.30 Uhr (mit Prof. Dr. Heiner Boehncke)
Sonntag, 21. Januar 2018, 15.00 Uhr (mit Dr. Joachim Seng)
Donnerstag, 25. Januar 2018, 16.30 Uhr (mit Dr. Joachim Seng)
Sonntag, 28. Januar 2018, 15.00 Uhr (mit Prof. Dr. Heiner Boehncke)
Donnerstag, 1. Februar 2018, 16.30 Uhr (mit Dr. Joachim Seng)
Sonntag, 4. Februar 2018, 15.00 Uhr (mit Dr. Joachim Seng)
Donnerstag, 8. Februar 2018, 16.30 Uhr (mit Hans Sarkowicz)
Sonntag, 11. Februar 2018, 15.00 Uhr (mit Hans Sarkowicz)
Donnerstag, 15. Februar 2018, 16.30 Uhr (mit Dr. Joachim Seng)
Sonntag, 18. Februar 2018, 15.00 Uhr (mit Dr. Joachim Seng)
Donnerstag, 22. Februar 2018, 16.30 Uhr (mit Prof. Dr. Heiner Boehncke)
Sonntag, 25. Februar 2018, 15.00 Uhr (mit Prof. Dr. Heiner Boehncke, Hans Sarkowicz)

Führungen für Gruppen und Schulklassen können gesondert gebucht werden.

Samstag 24. Februar 2018, 11.00 bis 12.30 Uhr
SaTOURday
Goethe und sein Stammbaum
Für Kinder ab 5 Jahren

Eintritt für angemeldete Teilnehmer frei
INFORMATIONEN UND ANMELDUNG Tel. (069) 13880-0 / E- Mail: anmeldung@goethehaus-frankfurt.de

 

Eingang Goethemuseum Foto: Diether v. Goddenthow
Eingang Goethemuseum Foto: Diether v. Goddenthow

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Jahresprogramm Frankfurter Goethe-Haus

Die Neu-Entdeckung des bedeutendsten Vertreters der Romantik: Jubiläumsausstellung zum 250. August Wilhelm Schlegels im Frankfurter Goethe-Haus ab 5.09.2017

Aufbruch ins romantische Universum August Wilhelm Schlegel
Ausstellung vom 6. September bis 12. November 2017
Ausstellungseröffnung am Dienstag, 5. September 2017, um 19 Uhr

August Wilhelm von Schlegel, Reproduktion von Adolf Hohneck nach Öl auf Leinwand um 1830, SLUB Dresden Foto: Diether v. Goddenthow
August Wilhelm von Schlegel, Reproduktion von Adolf Hohneck nach Öl auf Leinwand um 1830, SLUB Dresden Foto: Diether v. Goddenthow

Mit der Jubiläumsausstellung zum 250. Geburtstag August Wilhelm Schlegels lässt das Freie Deutsche Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum  vom 5. September an bis zum 12. November 2017 den Universalpoeten und bedeutendsten Vertreter der Romantik aus neuem Blickwinkel lebendig werden. Gezeigt werden – didaktisch und optisch gut aufbereitet  – bislang weitgehend unbekannte Originale – Werkmanuskripte, Korrespondenzen, Stücke seiner indischen Sammlung, einen Maternkasten mit den von Schlegel eigens in Paris entwickelten Sanskrittypen, noch nie gezeigte Stücke aus Privatbesitz und vieles mehr: Sie lassen uns Schlegel neu entdecken. Einst von seinem Schüler Heinrich Heine bitterbös und  – wohl nachhaltig imageschädigend  – verspottet, stand August Wilhelm Schlegel zumeist im Schatten  seines fünf Jahre jüngeren Bruders Friedrich Schlegel.  Dies völlig zu Unrecht wie Dr. Claudia Bamberg (Philipps-Universität Marburg) und Dr. Cornelia Ilbrig (Freies Deutsches Hochstift, Frankfurt am Main) jetzt in der von ihnen kuratierten Ausstellung belegen: So war August Wilhelm Schlegel  nicht nur der europäischste von allen Romantikern,  also National- und Universalpoet in einem. Er war ebenso ein begnadeter wie gefürchteter Kritiker, Satiriker, Essayist und Begründer der Indologie. Er zählte zu den gebildetsten „Geistern“ seiner Zeit und gilt bis heute als bedeutendster Shakespeare-Übersetzer. Seine Formulierungen wie „Sein oder Nichtsein – das ist hier die Frage“ oder „Es war die Nachtigall und nicht die Lerche“ und andere „geflügelte“ Wendungen gelten zu den berühmtesten Versen in deutscher Sprache und nicht zufällig als „dritte Klassiker“, so Prof. Dr. Anne Bohnenkamp-Renken,Direktorin des Freien Deutschen Hochstifts/Frankfurter Goethemuseums in Frankfurt/Main.

Station 3: EXIL ALS KULTURELLER BRENNSPIEGEL. Schlegel lebt ab 1804 über längere Zeit mit französischen Schriftstellerin Germaine de Staël auf Schloss Coppet am Genfer See, nachdem sie Napoleon aus Paris verdammt wurde. Foto: Diether v. Goddenthow
Station 3: EXIL ALS KULTURELLER BRENNSPIEGEL. Schlegel lebt ab 1804 über längere Zeit mit französischen Schriftstellerin Germaine de Staël auf Schloss Coppet am Genfer See, nachdem sie Napoleon aus Paris verdammt wurde. Foto: Diether v. Goddenthow

Nicht zuletzt war es August Wilhelm Schlegel, der die Gedanken der Romantik einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machte und den interkulturellen Dialog weit über die deutschen Grenzen hinaus immer wieder aufs Neue suchte. Schlegels Weg als Romantiker richtete sich – anders als bei seinem Bruder Friedrich oder bei Novalis – weniger nach innen als vielmehr nach außen, sah er doch seine Aufgabe darin, die kulturellen Räume Europas im Zeichen des „Romantischen“ literarisch neu zu vermessen und bis nach Indien auszuweiten.

Zwei Medienstationen nähern sich in der Ausstellung Schlegel digital. Die erste visualisiert sein faszinierendes Briefnetzwerk: Schlegel korrespondierte zeit seines Lebens mit nahezu allen wichtigen Persönlichkeiten aus Kultur, Wissenschaft und Politik quer durch Europa. Die interaktive Visualisierung macht diese Verbindungen sichtbar und zeigt, wie sich die Schaffenszentren des Romantikers im Laufe seines Lebens verlagert haben. In der von Dr. Thomas Burch und Michael Lambertz (Trier Center for Digital Humanities) entwickelten Station können die BesucherInnen Schlegels Netzwerken aktiv nachspüren.

Der Guckkasten zur Jenaer Wohngemeinschaft

Wie  „Wohnen als progressive Universalpoesie“ ab 1796 in Europas erster Wohngemeinschaft  in Jena abgelaufen sein könnte, wie man sich stritt, liebte, nervte usw. zeigen die Kurzfilme im Guckkasten: In dieser Zeit entstehen bekannte Werke, so z. B. August Wilhelm Schlegels Shakespeare-Übersetzungen, Friedrich Schlegels Roman „Lucinde“, Friedrich von Hardenbergs „Hymnen an die Nacht“ und als Gemeinschaftswerk die Zeitschrift „Athenaeum“. Foto: Diether v. Goddenthow
Wie „Wohnen als progressive Universalpoesie“ ab 1796 in Europas erster Wohngemeinschaft in Jena abgelaufen sein könnte, wie man sich stritt, liebte, nervte usw. zeigen die studentischen Kurzfilme im Guckkasten: In dieser Zeit entstehen bekannte Werke, so z.B. August Wilhelm Schlegels Shakespeare-Übersetzungen, Friedrich Schlegels Roman „Lucinde“, Friedrich von Hardenbergs „Hymnen an die Nacht“ und als Gemeinschaftswerk die Zeitschrift „Athenaeum“. Foto: Diether v. Goddenthow

Die zweite Medienstation, der „Guckkasten zur Jenaer Wohngemeinschaft“, der das „Wohnen als progressive Universalpoesie“ in zehn Kurzfilmen porträtiert, verhilft zu einem vielfältigen Einblick in die Arbeits- und Wohngemeinschaft der Jenaer Frühromantiker. Die Inhalte wurden angeregt vom Zusammenleben und Zusammenarbeiten der Brüder Schlegel, ihrer Frauen und der WG-Besucher wie Novalis, Friedrich Wilhelm Joseph Schelling und Ludwig Tieck in den Jahren 1799 – 1801. Das Filmprojekt geht aus einem zweisemestrigen Seminarprojekt über Werke Schlegels und der Jenaer Frühromantiker an der Goethe-Universität Frankfurt im Wintersemester 2016/17 und Sommersemester 2017 hervor.
Nach Aneignung der Grundlagen zur Jenaer Frühromantik und zur WG haben die Studierenden vielfältige kreative Zugänge zum Thema gefunden und unter professioneller Anleitung kurze Konzeptfilme entwickelt.

Die Sonderausstellung vermittelt erstmals einen Gesamtblick über August Wilhelm Schlegels Werk, dessen weites Spektrum für die Romantik erst in den vergangenen Jahren wiederentdeckt wurde. Sichtbar wird dabei das faszinierende Universum eines der vielseitigsten Schriftsteller, den die deutsche Romantik hervorgebracht hat.

Auf der Flucht vor Napoleon kommen August Wilhelm Schlegel und Madame de Staël im September 1812 in Stockholm an. Hier wird Schlegel Redenschreiber gegen Napoleon beim Kronprinzen Bernadotte (Karl XIV. Johann). Dr. Illbrig vor Abbildung des janusköpfigen Napoleons mit einem Hals aus Totenköpfen. Foto: Diether v. Goddenthow
Auf der Flucht vor Napoleon kommen August Wilhelm Schlegel und Madame de Staël im September 1812 in Stockholm an. Hier wird Schlegel Redenschreiber gegen Napoleon beim Kronprinzen Bernadotte (Karl XIV. Johann). Dr. Illbrig vor Abbildung des janusköpfigen Napoleons mit einem Hals aus Totenköpfen. Foto: Diether v. Goddenthow

August Wilhelm Schlegels Schaffen ist es vor allem auch zu verdanken, dass sich die Ideen der Romantik in ganz Europa verbreiteten und auch in Frankreich, Italien, England, Russland und Skandinavien weiterwirkten.
Schlegel war sein ganzes Leben lang sehr produktiv und hat sich immer wieder neuen Gegenständen, Themen und Kulturen zugewandt. Das zeigt sich auch an seiner Mobilität: Schlegel hat an zahlreichen Orten in Europa gelebt und war oft auf Reisen. Mit seinem jüngeren Bruder Friedrich hat er von Jena aus der deutschen Frühromantik wesentliche Impulse gegeben. Viele Jahre lebte er an der Seite der französischen Schriftstellerin Germaine de Staël und hat mit ihr Europa bereist und lange in Genf gelebt. In seiner letzten Lebensphase hat er sich in Bonn der indischen Kultur gewidmet und die Indologie in Deutschland begründet.

Die Ausstellung gliedert sich in die Stationen: „Bildungsräume -Hannover – Göttingen – Amsterdam“, „Wohngemeinschaft als Progressive Universalpoesie Jena (Berlin)“, „Exil als kulturelle Brennspiegel Coppet 1804 – 1817″, „Die Romantik erobert Europa Wien 1807/8″, „Auf politischem Feld Stockholm 1812/13 und Horizont Indien“. Die für die einzelnen Stationen gewählten Farben waren zu Schlegels Zeiten für die jeweiligen Orte und für gesellschaftliche, soziale und geistige Zugehörigkeiten repräsentativ.

Station 5 präsentiert den Indologen August Wilhelm Schlegen. 1819 erhält er aufgrund seiner umfangreichen Kenntnisse der indischen Kultur die Erlaubnis, auch Indologie zu lehren. Schon seit 1814 beschäftigt er sich mit Vorlagen für Sanskrit-Stempel.Schlegels wichtigste Werke aus dieser Zeit sind die Übersetzungen der beiden indischen Epen „Bhagavadgītā“ und „Rāmāyaṇa“. Er gilt als Begründer der Indologie in Deutschland. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Station 5 präsentiert den Indologen August Wilhelm Schlegen. 1819 erhält er aufgrund seiner umfangreichen Kenntnisse der indischen Kultur die Erlaubnis, auch Indologie zu lehren. Schon seit 1814 beschäftigt er sich mit Vorlagen für Sanskrit-Stempel.Schlegels wichtigste Werke aus dieser Zeit sind die Übersetzungen der beiden indischen Epen „Bhagavadgītā“ und „Rāmāyaṇa“. Er gilt als Begründer der Indologie in Deutschland. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Visualisierung von Schlegels Briefnetzwerken
Ausgehend von einem großangelegten  Forschungsprojekt an den Universitäten Marburg und Trier wird seit 2012 die in über 100 Archiven weltweit verstreute Korrespondenz August Wilhelm Schlegels digitalisiert. Einen erheblichen Teil seiner gut 5000  Schriftstücke, die bis zur Hälfte erfasst sein dürften, sind bereits Besuchern  über die Medienstation der Ausstellung zugänglich. Dabei können per Mouseklick nicht nur die Schriftstücke  August Wilhelm Schlegels und seiner Briefpartner aufgerufen werden. Jedes Schriftstück kann auch  mit „Personen“, „Porträts“, „Orten“ (in ganz Europa) und zusätzlichen  „Zitaten“ verknüpft werden. Hierdurch lassen sich auch für Nichtfachleute Schlegels Netzwerke mit gut 700 Briefpartnern des kulturellen, wissenschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Lebens seiner Zeit erschließen.

August Wilhelm Schlegel pflegte regen Austausch mit Goethe und Schiller, den Brüdern Humboldt, den deutschen und den europäischen Romantikern, mit der französischen Schriftstellerin Germaine de Staël und ihrer Familie, den bedeutendsten Verlegern, zahlreichen Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland sowie mit führenden Politikern.
Viele Briefwechsel sind uns nicht vollständig überliefert. War die Korrespondenz zu privat, ließ Schlegel seine Schreiben nach dem Tod des Briefpartners/der Briefpartnerin in der Regel vernichten. So haben sich oftmals nur die Gegenbriefe, nicht aber seine eigenen Schreiben erhalten. Auch sind durch verschiedene Umstände nicht alle Briefwechsel vollständig überliefert worden. Die Visualisierung von Schlegels Korrespondenzen zeigt einen repräsentativen Ausschnitt aus seinem Briefnetzwerk.  Auch ist es möglich, sich einzelne Brieffaksimiles mit der Transkription anzusehen. Das Projekt wurde finanziert von der Aventis Foundation, Förderlinie „experimente#digital“.

Die Visualisierung wurde vom Trier Center for Digital Humanities der Universität Trier unter der Leitung von Dr. Thomas Burch entwickelt. Sie bezieht ihre Daten aus dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt „Digitale Edition der Korrespondenz August Wilhelm Schlegels“. Dieses wird an der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, die Schlegels Hauptnachlass verwahrt, an der Philipps Universität Marburg und am Trier Center for Digital Humanities der Universität Trier durchgeführt (www.august-wilhelm-schlegel.de).

Kuratorinnen Dr. Claudia Bamberg u. Dr. Cornelia IIbrig. Foto: Diether v. Goddenthow
Kuratorinnen Dr. Claudia Bamberg u. Dr. Cornelia IIbrig. Foto: Diether v. Goddenthow

Dr. Claudia Bamberg (Philipps-Universität Marburg) und Dr. Cornelia Ilbrig (Freies Deutsches Hochstift, Frankfurt am Main) kuratierten die Ausstellung  in Kooperation mit
• DFG-Projekt »Digitale Edition der Korrespondenz August Wilhelm Schlegels« (www. august-wilhelm-schlegel.de):
Philipps-Universität Marburg, Institut für Neuere deutsche Literatur
Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
Trier Center for Digital Humanities, Universität Trier
• Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB)
• Modell Romantik: Variation – Reichweite – Aktualität, Friedrich Schiller-Universität Jena
• Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
• StadtMuseum Bonn
• Städtische Museen Jena/Literaturmuseum Romantikerhaus
• Universitätsbibliothek Marburg

Information zur Ausstellung

Ort:
Frankfurter Goethe-Haus
Freies Deutsches Hochstift
Großer Hirschgraben 23-25
60311 Frankfurt am Main
Telefon: +49 (0)69 / 1 38 80 -0
Telefax: +49 (0)69 / 1 38 80 -222
E-Mail: info@goethehaus-frankfurt.de
Website: http://www.goethehaus-frankfurt.de

Ausstellungs-Katalog:

buchcover-romantikDr. Claudia Bamberg  und Dr. Cornelia Ilbrig (Hrsg.): Aufbruch in romantische Universum. August Wilhelm Schlegel. (236 Seiten, 19,90 Euro). Ein Muss für jeden Ausstellungsbesucher und Romantik-Fan, auch bestens als Geschenk geeignet!

 

 

PROGRAMM ZUR AUSSTELLUNG
Ausstellungseröffnung
Die Brüder Schlegel
Vortrag von Prof. Dr. Roger Paulin (University of Cambridge)
5. September 2017, 19.00 Uhr, Eintritt frei

Universalpoet und Weltliterat:
Der europäische Romantiker August Wilhelm Schlegel
Seminar mit Dr. Claudia Bamberg und Dr. Cornelia Ilbrig
22. und 29. September, 6. Oktober, jeweils 16.00 bis 18.00 Uhr
Teilnahmegebühr: 30,00 Euro, Mitglieder des Freien Deutschen Hochstifts frei
Max. 20 Teilnehmer. Anmeldung erforderlich.

Erzieher und Muse: Schlegel in Coppet
Vortrag von Prof. Dr. Jochen Strobel (Philipps-Universität Marburg)
26. September 2017, 19.00 Uhr
Eintritt: 4,00 Euro, Mitglieder des Freien Deutschen Hochstifts frei

August Wilhelm Schlegel und die Satire der Romantik
Vortrag von Prof. Dr. Günter Oesterle (Justus-Liebig-Universität Gießen) 4. Oktober 2017, 19.00 Uhr
Eintritt: 4,00 Euro, Mitglieder des Freien Deutschen Hochstifts frei

Das Romantische selbst ist eine Übersetzung.
A.W. Schlegel zwischen National- und Universalpoesie
Gespräch mit Prof. Dr. Sonja Fielitz (Philipps-Universität Marburg), Prof. Dr. Jürgen Hanneder (Philipps-Universität Marburg), Lisa Morbitzer (Goethe-Universität Frankfurt am Main) und Prof. Dr. Olaf Müller (Philipps-Universität Marburg). In Kooperation mit der Akademie der Wissenschaften und Literatur Mainz
1. November 2017, 19.00 Uhr
Eintritt 8,00 Euro, Mitglieder des Freien Deutschen Hochstifts 4,00 Euro

FÜHRUNGEN
Öffentliche Führungen donnerstags, jeweils 16.30 Uhr und sonntags, 15.00 Uhr (außer 14. September)

Besuche in der Jena-WG
Präsentation der Multimedia-Station von Studierenden
16. September (deutsch), 7. Oktober (deutsch und englisch), 4. November 2017, jeweils 15.00 Uhr (deutsch)

SaTOURday: Entdeckungstour in die Welt vor 200 Jahren
Für Kinder ab 10 Jahren. Eintritt für angemeldete Teilnehmer frei
Samstag 28. Oktober 2017, 15.00 bis 16.30 Uhr

Gesondert gebucht werden können Führungen für Gruppen und Schulklassen sowie Kuratoren-Führungen.

ANGEBOT FÜR SCHULKLASSEN
Reisen früher und heute: Wo komme ich her? Wo bin ich? Wo will ich hin?
Es gibt viele Gründe für einen Ortswechsel: Bildungs- und Erholungsreisen, Flucht, Beruf oder die große Liebe. Im 19. Jahrhundert war das nicht anders. Auf einer Landkarte schildern wir die Reisewege von Schlegel; danach können die Teilnehmer/innen ihre eigenen Geschichten erzählen und Reisen in ihre Vergangenheit und Zukunft unternehmen. Ab der Stufe 9 empfehlen wir den Workshop im Anschluss an einen Rundgang durch die Ausstellung. Für die Stufen 5 bis 8 ist er auch einzeln buchbar.

INFORMATIONEN UND ANMELDUNG
Tel. (069) 13880-0 / E- Mail: anmeldung@goethehaus-frankfurt.de

Ort:
Frankfurter Goethe-Haus
Freies Deutsches Hochstift
Großer Hirschgraben 23-25
60311 Frankfurt am Main
Telefon: +49 (0)69 / 1 38 80 -0
Telefax: +49 (0)69 / 1 38 80 -222
E-Mail: info@goethehaus-frankfurt.de
Website: http://www.goethehaus-frankfurt.de

Goethe-Haus – Goethe-Museum

Ausstellungen und Veranstaltungen

Goethehaus FrankfurtDas Geburtshaus Johann Wolfgang v. Goethes im Großen Hirschgraben 23 – 25 ist selbst begehbares Romantik-Museum: Auf vier historisch original ausgestatteten Etagen können Besucher eintauchen in die Frankfurter Großbürger-Welt des 18. und 19. Jahrhunderts.  Das Goethe-Museum im Trakt neben dem Goethehaus  führt Besucher in 14 Ausstellungsräumen durch die Malerei der Goethezeit. Goethe, selbst Zeichner und Sammler, maß zeit seines Lebens der Kunst größte Bedeutung zu: „denn was wäre die Welt ohne Kunst“.

Das Goethe-Haus Frankfurt ist ein begehbares MuseumSonderausstellungen  ergänzen das Ausstellungsangebot.  Darüber hinaus befinden sich Sammlungen und eine jedermann zugängliche Bibliothek mit rund 130 000 Büchern im Bestand des Goethe-Hauses.

Als außeruniversitäre Forschungseinrichtung hat das unter dem Dach des Goethehauses untergebrachte Hochstift national und international einen hervorragenden Ruf in der Goetheforschung.

Das Goethehaus in Frankfurt ist ein begehbares MuseumÖffnungszeiten
Montag bis Samstag
10.00 – 18.00 Uhr
Sonntag und an Feiertagen
10.00 – 17.30 Uhr
Das historische Goethe-Haus ist leider nicht für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen geeignet.
Das Goethe-Museum kann bequem über einen Aufzug erreicht werden.

Goethe-Museum / Freies Deutsches Hochstift
Großer Hirschgraben 23-25
60311 Frankfurt am Main
Tel. +49 (0)69 138800
Fax +49 (0)69 13880222