Kategorie-Archiv: Junges Museum

Werk*Stoff*Textil – Vom Faden zum Gewebe – Junges Museum öffnet am 7.06. erstmals nach Corona-Pause im Historischen Museum Frankfurt Werkstatt-Ausstellung zum Leitthema „Textilien“

In der neuen Werkausstellung "Werk*Stoff*Textil - Vom Faden zum Gewebe" können die jungen Besucher an sieben interaktiven Mitmachstationen handwerkliche Techniken selbst und mit Anleitung kennenlernen, Materialproben betrachten und erforschen sowie die Techniken selbst erproben. © Foto: Diether v. Goddenthow
In der neuen Werkausstellung „Werk*Stoff*Textil – Vom Faden zum Gewebe“ können die jungen Besucher an sieben interaktiven Mitmachstationen handwerkliche Techniken selbst und mit Anleitung kennenlernen, Materialproben betrachten und erforschen sowie die Techniken selbst erproben. © Foto: Diether v. Goddenthow

Das Historische Museum steht in diesem Jahr ganz im Zeichen von Mode und dem Stoff, aus dem sie überwiegend gefertigt wird: nämlich  Textilien, so Dr. Jan Gerchow, Direktor des Historischen Museums Frankfurt, beim gestrigen Pressegespräch zur Wiedereröffnung des Jungen Museums nach der Coronapause mit der Werk- und Mitmachausstellung „Werk*Stoff*Textil – Vom Faden zum Gewebe“ ( 7. Juni 2020 bis 21. Februar 2021. Als letzte der drei Ausstellungsformate ergänzt die neue Werkstatt-Ausstellung die große Wechselausstellung „Kleider in Bewegung – Frauenmode seit 1850“ (5. Mai 2020 – 24. Januar 2021) und „Bewegte Kleider. Ein modisches Stadtlabor“ (5. Mai bis 16. August 2020) im Ausstellungshaus des Historischen Museums. Entwickelt und übernommen wurde „Werk*Stoff*Textil – Vom Faden zum Gewebe“ vom Stadt- und Industriemuseum Rüsselsheim.

Dr. Ina Hartwig. © Foto: Diether v. Goddenthow
Dr. Ina Hartwig. © Foto: Diether v. Goddenthow

Frankfurts Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig ist fasziniert davon, dass das Historische Museum das Thema Stoff und Textil schwerpunktmäßig in diesem Jahr behandelt. Das Thema Mode sei ja neben soziologischen Betrachtungen nur ein Aspekt des Themas Stoff und Textil. Besonders Kinder fasziniere Mode ja besonders. Jeder, der sich an seine eigene Kindheit erinnere, denkt auch „an Verkleidungsspiele zurück, zum einen, weil es darum geht, Rollen auszuprobieren, also um Identitätsschablonen zu wechseln, aber auch, um sich als Kind gern auch als Erwachsener zu verkleiden. Und es geht auch beim Verkleiden um dieses Changieren der Rollen und der Identität“, so die Kulturdezernentin. Kinder bewiesen eben durch ihre Verkleidungsspiele, dass die Mode dabei auch an der Oberfläche eine Rolle spiele, die mit dem Inneren korrespondiere, was ja ein Leben lang so bleibe. Mode habe auch etwas Zeichenhaftes, sage etwas über Rollenbilder und soziale Klassen und über die Veränderung und Bewegungsfreiheit. „Frauen, die arbeiten konnten oder mussten, mussten sich auch bewegen. Also hat sich die Mode entsprechend verändert“, beleuchtet Dr. Ina Hartwig mit Blick auf die Hauptausstellung „Kleider in Bewegung“ den Aspekt der Mode. Sie habe jenseits reinen Konsums etwas Zeichenhaftes  und stünde für etwas.  Besonders fasziniere sie, dass die Ausstellung „Werk*Stoff*Textil – Vom Faden zum Gewebe“ so haptisch sei, dass sie nicht nur Kindern einen so einfachen Zugang zu diesem Thema erlaube.

Eine anregende und motivierende Lernumgebung herrscht an allen Mitmachstationen wie hier beim Stricken lernen" der Werkausstellung "Werk*Stoff*Textil - Vom Faden zum Gewebe" des Jungen Museums Frankfurt. © Foto: Diether v. Goddenthow
Eine anregende und motivierende Lernumgebung herrscht an allen Mitmachstationen wie hier beim Stricken lernen“ der Werkausstellung „Werk*Stoff*Textil – Vom Faden zum Gewebe“ des Jungen Museums Frankfurt. © Foto: Diether v. Goddenthow

In einer Werkstattausstellung wie der „Werk*Stoff*Textil – Vom Faden zum Gewebe“ kann „eine anregende und motivierende Lernumgebung geschaffen werden, erläutert die Leiterin des Jungen Museums und der Vermittlung, Susanne Gesser. So würden neben dem gestalterischen Tun ganz selbstverständlich Fachinformationen und historische Exkurse zum Thema angeboten und einfließen. „Diese Art der Ausstellung ist ausgesprochen beliebt, und kommt bei unserem Publikum sehr gut an“, skizziert Susanne Gesser einen der pädagogischen Ansätze.

Susanne Gesser (mitte) demonstriert Ina Hartwig (li) u. Dr. Jan Gerchow die Idee der Werkinseln.© Foto: Diether v. Goddenthow
Susanne Gesser (mitte) demonstriert Ina Hartwig (li) u. Dr. Jan Gerchow die Idee der Werkinseln.© Foto: Diether v. Goddenthow

Was einst schon schöpferisches Wohlbefinden förderte,  tut es auch heute noch: „Handwerkliche Geschicklichkeit, innere Erlebnisse und sinnenfrohe Wahrnehmungskraft und eine durch Einsicht beflügelte Gestaltungsfreude stellen eine dreifache Einheit menschlicher Wesensäußerung dar“. Dieser  aus einem 1970er Handarbeitsbuch zitierte, ein wenig altmodisch anmutende Text hat nicht an Aktualität verloren, und träfe „ganz gut die Idee, die hinter den Werkstattausstellungen des Jungen Museums steht“, so die Museumsleiterin. „Es geht darum, etwas Neues kennenzulernen, es auszuprobieren, möglicherweise sogar die eigene Kreativität zu entdecken. Dabei können manuelle Geschicklichkeit geschult, neue Anreize und Anregungen für Kreativität aufgenommen und Neugierde geweckt werden.“

Von Rüsselsheim nach Frankfurt – Einführung in die Ausstellung

Dr. Bärbel Maul. © Foto: Diether v. Goddenthow
Dr. Bärbel Maul. © Foto: Diether v. Goddenthow

Es sei beinahe wie ein Ritterschlag, dass das Historische Museum Frankfurt, eine der wichtigsten Institutionen seiner Art bundesweit, unsere Ausstellung aus Rüsselsheim übernommen habe. „Sie fragen sich vielleicht warum und weswegen sich die Rüsselsheimer überhaupt des Themas Textilien angenommen haben?“ begrüßte Dr. Bärbel Maul, Ausstellungsmacherin und Museumsleiterin des Stadt- und Industriemuseums Rüsselsheim.

Erst gab’s die Opel-Nähmaschine 

Man müsse wissen, so die Rüsselsheimer Museumsleiterin, dass noch bevor das 10.000ste Auto aus einer Werkhalle in Rüsselsheim rollte, Opel bereits eine Millionen Nähmaschinen produziert hatte. Die Nähmaschinenproduktion sei Beginn dieser wichtigen Geschichte Rüsselsheims gewesen. Adam Opel war,  als er 1858 auf der Pariser Weltausstellung die brandneue, von Elias Howe in Amerika (fertig-)erfundene Nähmaschine kennen lernte, so  fasziniert davon, dass er beschloss, diese in Rüsselsheim nachzubauen und zu produzieren.

Die ersten Nähmaschinen, die Adam Opel verkauft hat, hat er nicht nur an Schneidermeister verkauft, die  Kleider individuell gefertigt haben. © Foto: Diether v. Goddenthow
Die ersten Nähmaschinen, die Adam Opel verkauft hat, hat er nicht nur an Schneidermeister verkauft, die Kleider individuell gefertigt haben. © Foto: Diether v. Goddenthow

Nach der Erfindung der Spinnmaschine Mitte des 18. Jahrhunderts und des mechanischen Webstuhls Ende des 18. Jahrhunderts war die mechanische Nähmaschine „die dritte Maschine, die in der Lage war, die Textilproduktion zu revolutionieren“, so Dr. Bärbel Maul.
„Plötzlich ist Kleidung kein Luxus mehr. Kleidung und später auch bunte Kleidung ist massenhaft und billig verfügbar. Und das, was wir heute erleben und sehen in Bezug auf Kleidung, bahnt sich dort bereits an. Die ersten Nähmaschinen, die Adam Opel verkauft hat, hat er nicht nur an Schneidermeister verkauft, die die  „Kleider“   ihren Kunden individuell auf den Leib schneiderten. Er verkaufte auch Nähmaschinen für den Hausgebrauch, oftmals an Frauen, die unter härtesten Arbeitsbedingungen in der Konfektionsindustrie tätig waren“, erläuterte Dr. Bärbel Maul die Rüsselsheimer „Textilmaschinen-Geschichte“, die zur Entscheidung führten, sich intensiv den unterschiedlichsten Facetten von „Textilien“ und ihrer Entstehung zu widmen.

Einführung in die Ausstellung

Eine besondere Herausforderung war, dieses Thema "Textil" in einer Werkstatt- und Mitmachausstellung so zu präsentieren,  die   auch Kinder und Jugendliche anspricht. © Foto: Diether v. Goddenthow
Eine besondere Herausforderung war, dieses Thema „Textil“ in einer Werkstatt- und Mitmachausstellung so zu präsentieren, die auch Kinder und Jugendliche anspricht. © Foto: Diether v. Goddenthow

Eine besondere Herausforderung war, dieses Thema „Textil“ in einer Werkstatt- und Mitmachausstellung zu präsentieren, „die sich besonders auch an Kinder und Jugendliche richtet und die ohne erhobenen Zeigefinger auskommt, was uns ganz, ganz wichtig war“, erinnert sich die Kuratorin, die Entstehung der Rüsselsheimer Ausstellung. Gemeinsam mit dem Frankfurter Museums-Team  wurde diese an die  umfangreiche Frankfurter Textil- und Farben-Geschichte für die aktuelle Ausstellung angepasst.

Die Ausstellung „Werk*Stoff*Textil“ zeige zunächst einmal „welche Schritte es denn für die Herstellung eines Textils braucht. ‚Wie kommt man denn überhaupt von einer Faser zu einer textilen Fläche? Wie kommt man dann wieder von der Fläche zu einer farbigen Fläche? Vielleicht auch mit einem bunten Muster? Und wie dann eben auch zum fertigen Kleidungsstück?’“ Die Rüsselsheimer Erfahrungen mit Kindern und Jugendlichen zeige: Wer sich dies einmal vergegenwärtigt habe, mal selber ausprobiert habe,  könne erst verstehen, wie viel Ideen, Mühe, Sorgfalt und Arbeit in so einer Textilie stecke. Und dann würde man auch empfänglich für die Überlegung, ob wir der Kleidung, die wir tragen, eigentlich die Wertschätzung zukommen lassen, die sie haben sollte?

Werkinsel Roh- und Ausgangsstoffe

Die Ausstellung zeigt zunächst einmal „welche Schritte es denn für die Herstellung eines Textils braucht. Wie kommt man denn überhaupt zu einer Faser und  von der Faser zu einer textilen Fläche? © Foto: Diether v. Goddenthow
Die Ausstellung zeigt zunächst einmal „welche Schritte es denn für die Herstellung eines Textils braucht. Wie kommt man denn überhaupt zu einer Faser und von der Faser zu einer textilen Fläche? © Foto: Diether v. Goddenthow

Deswegen startet die Ausstellung „Werk*Stoff*Textil – Vom Faden zum Gewebe“ mit einer Werkstatt-Insel, die Antworten auf die Fragen gib, welche Textilfasern es gibt, wie sie sich anfühlen, wie daraus ein Faden wird und was diese Fasern können. Gezeigt werden tierische, pflanzliche und synthetische Fasern. Präsentiert zum Anfassen werden Roh- und Ausgangsstoffe, aus denen ein Faden/Garn entsteht. Die Besucher können tierische, pflanzliche und synthetische Fasern einer Materialprobe unterziehen und die verschieden Eigenschaften der Ausgangsstoffe vergleichen (Herkunft der Stoffe, visueller und haptischer Vergleich, Elastizität, Wolle kardieren, mit der Handspindel einen langen Faden spinnen).

Werkinsel Weben

Die Museumspädagogen zeigen auch wie manuelles Weben am großen Webstuhl funktioniert. © Foto: Diether v. Goddenthow
Die Museumspädagogen zeigen auch wie manuelles Weben am großen Webstuhl funktioniert. © Foto: Diether v. Goddenthow

Mit über 30.000 Jahren ist das Weben eine der ältesten Handwerkstechniken. Als die Menschen sesshaft wurden und Faserpflanzen anbauten, konnten sie immer besser durch Spinnen und Weben textile Flächen herstellen. In diesem Bereich sind große Rahmen mit Kettfäden versehen, an denen Besucher*innen mit Hilfe eines Schiffchens eigene gewebte Werke gestalten können. Verschiedene Gewebeproben mit unterschiedlichen Bindungen (unterschiedliche Anordnung von Kett- und Schussfäden) können untersucht werden. Unter Anleitung der Publikumsbetreuung können Besucher*innen an einem großen hölzernen Webstuhl an einem großen Webstück arbeiten

Werkinsel Stricken & Knüpfen

Bevor es losgehen kann, sollte die die Wolle entsprechend gewickelt werden. © Foto: Diether v. Goddenthow
Bevor es losgehen kann, sollte die Wolle entsprechend gewickelt werden. © Foto: Diether v. Goddenthow

Beim Stricken entsteht aus einem Faden Masche für Masche, Reihe für Reihe, ein Gestrick. Die ältesten Gestricke, die sich erhalten haben, sind knapp über 1.000 Jahre alt. Das Verschlingen des Fadens findet sich auch in verschiedenen Knüpftechniken wieder – mit dem Unterschied, dass der Faden fest verknotet wird. In diesem Bereich können verschiedene Techniken ausprobiert werden: Stricken mit der Nadel, mit den Fingern, Stricken mit Strickrahmen; gemeinsames Knüpfen eines Teppichs an der Knüpfwand, Netze knüpfen.

Werkinsel Filzen

Die gängigsten Filztechniken auf einen Blick. © Foto: Diether v. Goddenthow
Die gängigsten Filztechniken auf einen Blick. © Foto: Diether v. Goddenthow

Filzen gilt als eine der ältesten Kulturtechniken der Welt, um Stoff herzustellen. So sollen schon vor 8.000 bis 10.000 Jahren Menschen damit begonnen haben, die Wolle ihrer Hausschafe zum Filzen zu gebrauchen. Beim Filzen entsteht eine textile Fläche, deren Fasern durch verschiedene Techniken direkt miteinander verbunden sind. Dabei bedient sich die Technik der natürlichen Struktur von (Tier-) Haaren, die nicht nur unterschiedliche Oberflächen, sondern auch verschiedene stoffliche Qualitäten haben. Hier kann an Filztextilien die besondere Widerstandsfähigkeit des Materials erforscht werden.

Werkinsel Färben

Öffnet man an der "Färbestation" die  unteren Farbtafeln,  entdeckt man die  entsprechenden Roh- und Pflanzenstoffe der jeweiligen  Natur-Farbe. © Foto: Diether v. Goddenthow
Öffnet man an der „Färbestation“ die unteren Farbtafeln, entdeckt man die entsprechenden Roh- und Pflanzenstoffe der jeweiligen Natur-Farbe. © Foto: Diether v. Goddenthow

Der Ausstellungsbereich zum Färben stellt zwölf heimische Färberpflanzen vor, deren natürliche Inhaltsstoffe zum Färben genutzt wurden. Im Anschluss lassen sich naturfarbene Stoffstreifen aus Baumwolle oder Leinen mit verschiedenen Lösungen in unterschiedlichen Farbtönen einfärben. Besucher*innen sind eingeladen, an einer Mischstation einen neuen Farbton zu „erfinden“ und ihn in ein bereitliegendes Musterbuch einzuheften.

Werkinsel Drucken

Die wichtigsten manuellen Drucktechniken gleich zum Ausprobieren. © Foto: Diether v. Goddenthow
Die wichtigsten manuellen Drucktechniken gleich zum Ausprobieren. © Foto: Diether v. Goddenthow

Der Stoffdruck war lange Zeit ein anspruchsvolles Handwerk. Die Formenstecher schlugen mit hoher Genauigkeit die Muster in das Holz. Die „Zeugdrucker“ beherrschten das Färben der Stoffe und setzten die Modeln so kunstvoll auf den Stoff, dass das Muster sich genau fortsetzte und unendlich schien. Die Modeln waren zunächst aus Holz, später aus Metall. Dann wurden die Druckstöcke durch Walzen ersetzt, die später von Maschinen angetrieben wurden. Seit Einführung des Digitaldrucks 1995 sind keine festen Druckvorlagen mehr nötig, das Motiv wird direkt vom Computer übertragen. An einer Computer-Station kann ein eigenes Druckmuster entworfen und auf dem imaginären Stoff beliebig vervielfältigt werden. Darüber hinaus können Besucher*innen Stoffdruck mit Stempeln und Walzen ausprobieren.

Werkinsel Nähen

Auch eine  mechanische Nähmaschine wird an der großen Nahstation gezeigt. Zuschnitt, Schnittmusterbögen und Gebrauch von Nadel, Garn und Faden können  unter Anleitung am großen Tisch nebenan gemeinsam erprobt werden. © Foto: Diether v. Goddenthow
Auch eine mechanische Nähmaschine wird an der großen Nahstation gezeigt. Zuschnitt, Schnittmusterbögen und Gebrauch von Nadel, Garn und Faden können unter Anleitung am großen Tisch nebenan gemeinsam erprobt werden. © Foto: Diether v. Goddenthow

Nähen ist eine der ältesten Kulturtechniken, die Erfindung der Nähnadel aus Knochen oder Horn ist bereits für die Steinzeit belegt. Mit Nadel und Faden wird aus dem zweidimensionalen, flächigen Stück Stoff ein z.B. als Kleidung nutzbares dreidimensionales Textil. In diesem Bereich können an einer historischen Nähmaschine Wimpel genäht werden, die als sich als wachsende Wimpelkette durch die gesamte Ausstellung ziehen. Eine Informationswand verdeutlicht, wie viel Stoff und welche einzelnen Stoffteile in einer Jeans stecken und welche Arbeitsschritte in ihrer Produktion vollzogen werden.

Mensch & Umwelt

Das unbenutzte löchrige T-Shirt wird zur Tasche oder zum Badezimmerteppich. Aus ausgedienter Kleidung werden neue Accessoires.© Foto: Diether v. Goddenthow
Das unbenutzte löchrige T-Shirt wird zur Tasche oder zum Badezimmerteppich. Aus ausgedienter Kleidung werden neue Accessoires.© Foto: Diether v. Goddenthow

Dieser Themenbereich beschäftigt sich mit den Produktionsbedingungen von Textilien. Der umfangreiche Einsatz von Pestiziden bei Anbau und Produktion der Rohfasern, der enorme Wasser- und Energieverbrauch bei der Weiterverarbeitung, die ungeschützt vor giftigen Chemikalien tätigen Textilarbeiterinnen in China, Bangladesch oder Indien, Niedriglöhne und Kinderarbeit: Die europäische Textilbranche beruht auf Umweltverschmutzung und Ausbeutung, die anderswo passiert. An der Informationswand „Nachhaltigkeit“ und in der Upcycling-Werkstatt können sich Besucher*innen dem Umarbeiten und Wiederverwenden aussortierter Textilien widmen: Das unbenutzte löchrige T-Shirt wird zur Tasche oder zum Badezimmerteppich, aus ausgedienter Kleidung werden neue Accessoires.

Kleiderbügel-Objekte – die  sonstige vielfältige Verwendung von Textilien

Wussten Sie, dass in Rottweil die Fassade des 246 Meter hohen Testturms für Aufzüge der Firma thyssenkrupp Elevator aus Stoff besteht, nämlich aus einem beschichteten Glasgewebe. Solche und ähnliche Beispiele werden auf den Tafeln der vier „Kleiderbügel-Objekttafeln“ präsentiert, erläutert Dr. Bärbel Maul. © Foto: Diether v. Goddenthow
Wussten Sie, dass in Rottweil die Fassade des 246 Meter hohen Testturms für Aufzüge der Firma thyssenkrupp Elevator aus Stoff besteht, nämlich aus einem beschichteten Glasgewebe. Solche und ähnliche Beispiele werden auf den Tafeln der vier „Kleiderbügel-Objekttafeln“ präsentiert, erläutert Dr. Bärbel Maul. © Foto: Diether v. Goddenthow

Es gibt neben den Werkstatt-Stationen noch eine Rahmung dazu, so Dr. Bärbel Maul abschließend. Denn Textilien seien natürlich sehr viel mehr als das, was wir anziehen. Es gibt in unserem Alltag unglaublich viele Bereiche, in denen Textilien eingesetzt werden, an die man zuerst mal gar nicht denkt. Von der zurzeit „berühmten“ Mundschutzmaske bis hin zum industriellen Werkstoff, kämen Textilien überall zum Einsatz. An vier Garderobenständern im Raum werden Tafeln mit entsprechenden Objektbeschreibungen an Kleiderbügeln präsentiert. Die Kleiderbügel-Objekte zeigen unterschiedliche Textilien in verschiedensten Einsatzbereichen. Sie eröffnen eine Vorstellung davon, welche Bedeutung Textilien haben und erreichen können, an welchen neuen Materialien geforscht wird und welche alten und neuen Einsatzbereiche es für Textilien gibt. Man habe sich bei der Ausstellungsvorbereitung beim Deutschen Institut für Faserforschung und Textiltechnik in Denkendorf (Baden Württemberg) beraten lassen.

Es sei nicht nur eine Ausstellung, die ausschließlich  Kinder und Jugendliche begeistere: „Wir haben auch schon Erwachsene ohne Kinderbegleitung in der Ausstellung erwischt“.

UV-Desinfektionslampen im Einsatz

Karin Berrio, Leiterin der Museumskommunikation, demonstriert an der Webstation wie mit UV-Strahlung innerhalb kürzester Zeit auch Bereiche zu 99,9 Prozent desinfiziert werden können,  die man mit  Flächendesinfektionsflüssigkeiten nicht erreicht.© Foto: Diether v. Goddenthow
Karin Berrio, Leiterin der Museumskommunikation, demonstriert an der Webstation wie mit UV-Strahlung innerhalb kürzester Zeit auch Bereiche zu 99,9 Prozent desinfiziert werden können, die man mit Flächendesinfektionsflüssigkeiten nicht erreicht.© Foto: Diether v. Goddenthow

Neben den  lückenlosen Infektionsschutzmaßnahmen mit begrenzten Besucherzugangszahlen, „Einbahnstrassenverkehr“, Abstands- und Desinfektionsregeln  hat sich das Historische Museum   UV-Desinfektionslampen angeschafft. Mit deren Hilfe können die Museumsmitarbeiter sämtliche in der Werkausstellung befindlichen Materialien, ob Schafwollbürste oder Nähutensilien,  innerhalb weniger Minuten sterilisieren. Was in  OP’s für Keimfreiheit sorgt, funktioniert auch eben auch an Werktischen!

(Diether v. Goddenthow /Rhein-Main.Eurokunst)

Ort:

Immer der Wimpelkette nach.
Immer der Wimpelkette nach.

Junges Museum im
Historisches Museum Frankfurt
Saalhof 1
60311 Frankfurt am Main
Tel +49 69 212 35599
Fax +49 69 212 30702
E-Mail info@historisches-museum-frankfurt.de

Mit Kulturticket freier Eintritt in 18 Frankfurter Museen für Studis der Goethe-Uni

SOS-Brutalismus - Architektur-Museum Frankfurt Foto: Diether v. Goddenthow
SOS-Brutalismus – Architektur-Museum Frankfurt Foto: Diether v. Goddenthow

ABER HALL0,-: Kulturticket für Studierende der Goethe-Universität und der Frankfurt University of Applied Sciences
Die Goethe Card, der Studierendenausweis der Goethe-Universität Frankfurt und der STUDY-CHIP, der Studierendenausweis der Frankfurt University of Applied Sciences, werden in 18 Museen der Stadt zum Kulturticket.
Einfach die Goethe Card oder den STUDY-CHIP an der Museumskasse vorzeigen und Geschichte, Architektur, alte, moderne und angewandte Kunst studieren und genießen.

Der freie Eintritt wird in Kooperation mit dem AStA der Goethe-Universität bzw. dem AStA der Frankfurt University of Applied Sciences angeboten und gilt für rund 60 000 Studierende in folgenden Häusern:
Archäologisches Museum
Caricatura Museum
Deutsches Architekturmuseum
Deutsches Filmmuseum
Hindemith Kabinett
Historisches Museum
Ikonen-Museum
Institut für Stadtgeschichte
Jüdisches Museum
Junges Museum
MMK 1 des MMK Museum für Moderne Kunst
MMK 2 des MMK Museum für Moderne Kunst
MMK 3 des MMK Museum für Moderne Kunst
Museum Angewandte Kunst
Museum Giersch der Goethe-Universität
Museum Judengasse
Porzellan Museum
Weltkulturen Museum

Die Museumsparks und -cafés mit Blick auf die Skyline laden zu entspannten Pausen zwischen dem Museums-Hopping ein.

Heute eröffnet das Junge Museum (Kindermuseum) im Historischen Museum Frankfurt

Historische Drogerie unter Anleitung in Kinderhand, hier an der Apotheker-Waage, wie sie einst üblich waren. © Foto: atelier-Goddenthow
Historische Drogerie unter Anleitung in Kinderhand, hier an der Apotheker-Waage, wie sie einst üblich waren. © Foto: atelier-Goddenthow
Programm der Feierlichen Eröffnung
Samstag, 17. Februar

15 Uhr
FEIERLICHE ERÖFFNUNG mit:
– Peter Feldmann, Oberbürgermeister
– Ina Hartwig, Kulturdezernentin
– Jan Gerchow, Direktor des Historischen Museums
– Susanne Gesser, Leiterin des Jungen Museums
– Jörg Ehtreiber, Präsident von Hands On!
International Association of Children in Museums
Musikalischer Rahmen: HMF-Allstars

16 – 19 Uhr
– Die neue Sonderausstellung „WOW! Das Beste aus 45 Jahren Kindermuseum“
– Die Werkstätten sind geöffnet und können besichtigt und ausprobiert werden:
Kolonialwarenladen, Historische Drogerie,
Radiostudio (bis 18 Uhr), Malatelier, Druckwerkstatt,
Papierwerkstatt, Textilwerkstatt

Sonntag, 18. Februar
11 – 19 Uhr
– Die neue Sonderausstellung „WOW! Das Beste aus 45 Jahren Kindermuseum“
– Die Werkstätten sind geöffnet und können besichtigt und ausprobiert werden:
Kolonialwarenladen, Musikwerkstatt, Computerlabor,
Malatelier, Druckwerkstatt, Papierwerkstatt,
Schmuckwerkstatt, Textilwerkstatt

13:30 – 17 Uhr
– Bonbon-Machen, Vorführung in der Historischen Drogerie
15 Uhr
– Comic-Lesung „Das größte Fest der Welt“ in der Ausstellung

Mit dem Umzug des „Jungen Museums“ ist das neue Museums-Quartier komplett.
Der Kolonialladen ist einer der Magnete. Wie aus einer anderen Zeit, wirkt dieser historische Kaufmannsladen, wie er noch in den 50ern, auf dem Lande bis in die 60er Jahre durchaus noch anzutreffen war. © Foto: atelier-Goddenthow
Der Kolonialladen ist einer der Magnete. Wie aus einer anderen Zeit, wirkt dieser historische Kaufmannsladen, wie er noch in den 50ern, auf dem Lande bis in die 60er Jahre durchaus noch anzutreffen war. © Foto: atelier-Goddenthow

Frankfurt, 7.2.2018. Nach über zehn Jahren Sanierungs- und Bautätigkeit ist mit der Eröffnung des Jungen Museums das Museumsquartier Historisches Museum Frankfurt fertig gestellt. 2008 wurde das Kindermuseum für die Arbeiten im Rahmen der Neukonzeption des Historischen Museums an die Hauptwache verlegt und zieht nun, wenige Monate nach seinem 45. Geburtstag, mit anderem Namen an den Ort zurück, an dem es am 7.11.1972 eröffnet wurde. Junges Museum und Historisches Museum bilden fortan zusammen einen lebendigen und anregenden Kulturort für die ganze Familie. Oberbürgermeister Peter Feldmann sagt dazu „Frankfurt ist eine Stadt, in der – im Vergleich zu anderen Großstädten  – besonders viele Kinder und Jugendliche leben. 16 % der Frankfurter/innen sind unter 18 Jahre alt. Die Hälfte der Frankfurter/innen stammt aus einem der 194 Staaten dieser Welt; bei den Grundschüler/innen sind es mehr als 80%. Das heißt, Frankfurt ist eine junge und internationale Stadt. Und wir wissen alle: Kinder sind unsere Zukunft! Für sie und ihre Eltern soll Frankfurt eine Stadt sein, in der man gut leben kann. Das Junge Museum im Museumsquartier trägt dazu entscheidend bei.“

Beispiel: Druckwerkstatt im Museumskeller.© Foto: atelier-Goddenthow
Beispiel: Druckwerkstatt im Museumskeller.© Foto: atelier-Goddenthow

Auf Ebene 0 im Gewölbe des Bernusbaus bieten Werkstätten Raum für Aktivität. In der beliebten Druckwerkstatt mit Originalen aus alten Frankfurter Druckereien wie z.B. Setzschränken mit verschiedenen Schriften und mechanischen Druckpressen kann gesetzt und gedruckt werden. In der angrenzenden Werkstatt werden Papiere geschöpft. In Zinkzubern setzen die Werkstattteilnehmer/innen selbst Papierbreie an.

Beim Papierschöpfen in den Werkstätten im Kellergewölbe.© Foto: atelier-Goddenthow
Beim Papierschöpfen in den Werkstätten im Kellergewölbe.© Foto: atelier-Goddenthow

Die dritte Werkstatt auf Ebene 0 ist das Forscherlabor, es ist neu im Programm. Hier werden Frankfurter Forscher/innen vorgestellt und man kann sich mit den Forschungsschwerpunkten von Persönlichkeiten wie Maria Sybilla Merian, Eduard Rüppell, Paul Ehrlich oder Tilly Edinger befassen.

Über dem Sonnemann-Saal hat das Junge Museum zwei weitere Ebenen zur Verfügung. Auf Ebene 2 zeigt es Sonderausstellungen, die einmal pro Jahr gewechselt werden.

Den Auftakt macht die Eröffnungsausstellung „Wow! –45 Jahre Kindermuseum Frankfurt“ (17.2.-14.9.2018). Auf Ebene 3 sind historische Spielräume versammelt. Der Kolonialwarenladen und die Urgroßelternküche laden zum Spielen und Erkunden exotischer Warenwelten und historischer Küchengeräte und Rezepte ein. Ein neues Angebot ist die originale Ladeneinrichtung einer Drogerie aus dem 19. Jahrhundert.

Dr. Ina Hartwig und Oberbürgermeister Peter Feldmann im Fachgespräch mit Kindern über Heilsalben in der Historischen Drogerie. © Foto: atelier-Goddenthow
Dr. Ina Hartwig und Oberbürgermeister Peter Feldmann im Fachgespräch mit Kindern über Heilsalben in der Historischen Drogerie. © Foto: atelier-Goddenthow

In porzellanenen Apothekergefäßen werden Heilkräuter und Pflanzen aufbewahrt. Bei Workshop-Angeboten werden ihre Wirkkräfte vermittelt, Tees und Salben hergestellt. Auch wenn die Ausstellungen und Angebote des Jungen Museums vor allem für Kinder zwischen 7 und 12 Jahren ausgerichtet sind: Hier finden auch Eltern und Erwachsene viele interessante Anknüpfungspunkte und Wissenswertes.

Kulturdezernentin Ina Hartwig äußert sich begeistert über die Vielfalt der Angebote: „Kulturelle Bildung meint, dass kulturelle Erlebnisse allen, und zwar möglichst früh, ermöglicht werden. Sie bedeutet zudem Partizipation – das Sich-Beteiligen – am künstlerisch kulturellen Geschehen einer Gesellschaft. Die kulturelle Bildung gehört zur Allgemeinbildung und ist eine der Voraussetzungen für ein geglücktes Leben in persönlicher und gesellschaftlicher Hinsicht. Mit dem breiten Werkstatt- und Kreativprogramm des Jungen Museums werden beste Voraussetzungen und Raum für die Entwicklung von Fantasie und Gestaltungskraft geboten. Darüber bin ich sehr glücklich.“

v.li. Susanne Gessner, Leiterin des Jungen Museums, Oberbürgermeister Peter Feldmann, Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig, Museumsdirektor Dr. Jan Gerchow. © Foto: atelier-Goddenthow
v.li. Susanne Gessner, Leiterin des Jungen Museums, Oberbürgermeister Peter Feldmann, Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig, Museumsdirektor Dr. Jan Gerchow. © Foto: atelier-Goddenthow

Leuchtend orange ist das Logo-M des Jungen Museums. Es weist im Museumsquartier den Weg über das rote Treppenhaus im Bernusgewölbe zu den 3 Ebenen. „Das Junge Museum ist mehr als eine museumspädagogische Abteilung, es ist ein Museum im Museum. Hier werden speziell für Kinder und Jugendliche Ausstellungen konzipiert und realisiert“, beschreibt Museumsleiterin Susanne Gesser das Junge Museum.

Auf die Signalfarbe Orange treffen Besucherinnen und Besucher auch in den Ausstellungen des Historischen Museums. Durch die Dauerausstellung „Frankfurter Sammler und Stifter“ und „Frankfurt Einst?“ führen Familienspuren mit insgesamt 30 interaktiven Stationen. Sie bieten die museumsuntypische Möglichkeit, Dinge anzufassen und sich spielerisch mit Themen und Objekten aus der Ausstellung zu befassen. Auch vom Jungen Museum wurden in „Frankfurt Einst?“ zwei Studierzimmer eingerichtet. Die kleinen Räume sind angefüllt mit Objekten und laden dazu ein, sich vertiefend mit einzelnen Fragestellungen zu beschäftigen. Museumsdirektor Jan Gerchow erläutert: „In knapp zehn Jahren zeigte das Kindermuseum an der Hauptwache sieben Ausstellungen und erreichte über 350.000 Besucher/innen. Die erfolgreiche Arbeit und Erfahrung zeigt sich in der Konzeption des Museumsquartiers mit den Angeboten in den Dauerausstellungen. Mit der Eröffnung des Jungen Museums auf rund 600 Quadratmetern stehen neue Ausstellungen und Angebote speziell für Kinder und Jugendliche bereit. Sie dienen der Auseinandersetzung mit der Stadt und ihrer Geschichte. Das Junge Museum verknüpft die heutige Lebenswelt mit der Geschichte und macht sie nacherlebbar.

Das Junge Museum konnte Dank der Förderung durch zehn Paten realisiert werden: Adolf Messer Stiftung  – Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung  – Ernst Max von Grunelius-Stiftung  – Evonik – FAZIT-STIFTUNG – FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH -Frankfurter Sparkasse  Mainova AG – Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen – Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main

Erste Sonderausstellung

Wow - erste Sonderausstellung . © Foto: atelier-Goddenthow
Wow – erste Sonderausstellung . © Foto: atelier-Goddenthow

WOW!
45 Jahre Kindermuseum Frankfurt und
Ausstellung zur Neueröffnung des Jungen Museums Frankfurt

  1. Februar bis 14. September 2018

Die erste Ausstellung des Jungen Museums ist eine kleine Schau, die einen Rückblick auf 45 Jahre Kindermuseum und die vergangenen Ausstellungen mit Bereichen zum Mitspielen und einem Ausblick auf die Zukunft als Junges Museum Frankfurt kombiniert.

Großelternwohnzimmer im der Ausstellung Wow! © Foto: atelier-Goddenthow
Großelternwohnzimmer im der Ausstellung Wow! © Foto: atelier-Goddenthow

In vier Zimmern werden Exponate aus der Sammlung des Museums gezeigt, aber auch Objekte, die von Kindern im Rahmen der vergangenen Ausstellungen gestaltet wurden. Außerdem besteht die  Möglichkeit, selbst aktiv zu werden. In einem historischen Schulzimmer kann man in alten Schulbänken sitzen und Schule um 1900 spielen. Ein Spielzimmer lädt ein, Objekte aus der Spielzeugsammlung zu betrachten, historische Spiele zu spielen oder selbst ein Spielzeug zu gestalten. Im Schattentheater wird mit eigenen und fremden Schatten gespielt und das  Familienzimmer lädt ein zum Erzählen, Hören und Erinnern von Familiengeschichten. Verbunden werden diese Zimmer durch einen Zeitstrahl von Fotos und Plakaten aus dem Kindermuseum seit 1972. Gleichzeitig sind alle Besucher/innen eingeladen, ihre Erinnerungen an den eigenen Besuch als Kind im Kindermuseum zur Chronik hinzuzufügen.

Wie Schule früher war - original Schulraum wie Schule noch bis in die 60er Jahre üblich war.© Foto: atelier-Goddenthow
Wie Schule früher war – original Schulraum wie Schule noch bis in die 60er Jahre üblich war.© Foto: atelier-Goddenthow

Ort:
Ort:

Junges Museum Frankfurt
Saalhof 1
60311 Frankfurt am Main
T +49 (069) 212 35599
info.junges-museum@stadt-frankfurt.de
www.junges-museum-frankfurt.de

Öffnungszeiten
Dienstag –Freitag: 10:00-18:00 Uhr
Mittwoch: 10:00- 21:00 Uhr
Samstag & Sonntag: 11:00-19:00 Uhr

Eintritt
Kinder & Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt!
Erwachsene 4,00 €

Anmeldung für Gruppenbesuche
Susanne Angetter/Irma Hoog
T +49 (069) 212 25154
Besucherservice.historisches-museum@stadt-frankfurt.de

Veranstaltungstermine
TERMINE März BIS Juni 2018

Junges Museum Frankfurt im Museumsquartier des Historischen Museums
Saalhof 1, 60311 Frankfurt am Main
www.junges-museum-frankfurt.de

Termine im März bis Juni 2018 (chronologische Darstellung)
Sa, 03.03.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

So, 04.03.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

Sa, 10.03.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

So, 11.03.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

Sa, 17.03.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

So, 18.03.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt
Sa, 24.03.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

So, 25.03.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

Mi, 28.03., 14-17 Uhr
Ferienwerkstatt für Einzelbesucher/innen
Schnitzwerkstatt – Filigrane Objekte aus Knochen und Tagua-Nüssen
für Kinder von 9 bis 12 Jahren
Maximal 10 Teilnehmer/innen
Gebühr: 12€ pro Person (Anmeldung: 069 212 35 154)

Sa, 31.03.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

So, 01.04.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

Mi, 04.04., 14-17 Uhr
Ferienwerkstatt für Einzelbesucher/innen
Druckwerkstatt – Traditionelles Handwerk und experimentelle Wort-Kreationen
für Kinder von 9 bis 12 Jahren
Maximal 10 Teilnehmer/innen
Gebühr: 12€ pro Person (Anmeldung: 069 212 35 154)

Fr, 06.04., 10-13 Uhr
Ferienwerkstatt für Einzelbesucher/innen
Papierwerkstatt – Papier schöpfen und gestalten
für Kinder von 5 bis 8 Jahren
Maximal 10 Teilnehmer/innen
Gebühr: 12€ pro Person (Anmeldung: 069 212 35 154)

Sa, 07.04.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

So, 08.04.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

Sa, 14.04.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

So, 15.04.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

Sa, 21.04.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

So, 22.04.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

Sa, 28.04.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

So, 29.04.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

Sa, 05.05.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

So, 06.05.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

Sa, 12.05.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

So, 13.05.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

Sa, 19.05.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

So, 20.05.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

Sa, 26.05.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

So, 27.05.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

Sa, 02.06.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

So, 03.06.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

Sa, 09.06.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

So, 10.06.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

Sa, 16.06.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

So, 17.06.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

Sa, 23.06.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

So, 24.06.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

Mi, 27.06., 14-17 Uhr
Ferienwerkstatt für Einzelbesucher/innen
Digitalfotografie – Aufnahmen im Stadtraum und Bearbeitung am PC
für Kinder von 9 bis 12 Jahren
Maximal 10 Teilnehmer/innen
Gebühr: 12€ pro Person (Anmeldung: 069 212 35 154)

Fr, 29.06., 10-13 Uhr
Ferienwerkstatt für Einzelbesucher/innen
Papierwerkstatt – Papier schöpfen und gestalten
für Kinder von 5 bis 8 Jahren
Maximal 10 Teilnehmer/innen
Gebühr: 12€ pro Person (Anmeldung: 069 212 35 154)

Sa, 30.06.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

Das Kindermuseum wird zum Jungen Museum und kehrt ins Historische Museum Frankfurt zurück – 17. – 18.02.2018 Eröffnungsfeier

Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow.de
Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow.de

Die Rückkehr des zum Jungen Museum metaphorisierten Kindermuseums

Kurz nach seinem 45. Jubiläum und nach knapp 10 Jahren am Spiel- und Ausstellungsort Hauptwache kehrt das Kindermuseum zurück in den Saalhof. Dort wo es 1972 eröffnet wurde wird es im Februar 2018 als Junges Museum neu eröffnet. Die erste Ausstellung des Jungen Museums ist eine kleine Schau, die einen Rückblick auf 45 Jahre Kindermuseum und die vergangenen Ausstellungen mit Bereichen zum Mitspielen und einem Ausblick auf die Zukunft als Junges Museum Frankfurt kombiniert.

eroeffnung-junges.museumIn vier Zimmern werden Exponate aus der Sammlung des Museums gezeigt, aber auch Objekte, die von Kindern im Rahmen der vergangenen Ausstellungen gestaltet wurden. Außerdem besteht die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden. In einem historischen Schulzimmer kann man in alten Schulbänken sitzen und Schule um 1900 spielen. Ein Spielzimmer lädt ein, Objekte aus der Spielzeugsammlung zu betrachten, historische Spiele zu spielen oder selbst ein Spielzeug zu gestalten. Im Schattentheater wird mit eigenen und fremden Schatten gespielt und das Familienzimmer lädt ein zum Erzählen, Hören und Erinnern von Familiengeschichten. Verbunden werden diese Zimmer durch einen Zeitstrahl von Fotos und Plakaten aus dem Kindermuseum seit 1972. Gleichzeitig sind alle Besucher/innen eingeladen, ihre Erinnerungen an den eigenen Besuch als Kind im Kindermuseum zur Chronik hinzuzufügen.

 Rückkehr an den Ursprungsort

(kus) Mitten im Gewusel: Susanne Gesser, Leiterin des Kindermuseums. Sie wirkt ruhig und entspannt. Dabei hätte sie allen Grund das Gegenteil zu sein. Seit Anfang Januar stemmen sie und ihre Mitarbeiterinnen den Umzug des Kindermuseums von der Hauptwache an seinen Ursprungsort – nämlich ins Historische Museum. Sechs Wochen Zeit sind eingeplant. In dieser Zeit müssen 15 LKW-Ladungen ausgepackt, dutzende Exponate aufgebaut und der letzte Nagel an die Wand gehämmert werden, damit am 17. Februar das Kindermuseum wiedereröffnen kann. Dann heißt das Kindermuseum „Junges Museum“.

„Ich hatte großen Respekt vor diesem Unternehmen“, sagt Gesser. Aber nun steckt sie mittendrin. „Es läuft und ich will das nun vollenden“, sagt die 53-Jährige, lächelt und schaut sich um. Die Tafelwaage steht im Kolonialwarenladen und wartet darauf, von neugierigen Kinderhänden bespielt zu werden. Die Fensterscheibe des Computerlabors bekommt die letzte Reinigung und eine Mitarbeiterin sortiert das Geschirr in Ur-Großmutters Küche. „Es wird gut“, sagt Gesser. Jahrelange Vorbereitung und Planung liegen hinter der Museumsleiterin und ihrem Team.

Susanne Gesser ist neben der Leitung des Jungen Museums auch für das didaktische Konzept des Historischen Museums sowie für die neue Dauerausstellung „Frankfurt Jetzt!“ mit dem Stadtlabor verantwortlich. Susanne Gesser hinter der Theke im "Tante-Emma-Laden" © Stadt_Frankfurt, Foto: Salome Roessler
Susanne Gesser ist neben der Leitung des Jungen Museums auch für das didaktische Konzept des Historischen Museums sowie für die neue Dauerausstellung „Frankfurt Jetzt!“ mit dem Stadtlabor verantwortlich. Susanne Gesser hinter der Theke im „Tante-Emma-Laden“ © Stadt_Frankfurt, Foto: Salome Roessler

25 Jahre Dienst für das Kindermuseum

Sechs ihrer 43 festen und freien Mitarbeiter sind für den Umzug abgestellt. Gesser, die in Frankfurt Kunstpädagogik sowie Theater-, Film- und Medienwissenschaften studiert hat, arbeitet seit 25 Jahren beim Kindermuseum, angefangen hat sie als Praktikantin. Als 1992 eine Stelle frei wurde, bewarb sie sich und es klappte. „Es ist wirklich ganz besonders, wenn man merkt: Wow, du bist schon 25 Jahre dabei“, sagt sie. Sechs Jahre nach ihrer Anstellung übernahm Susanne Gesser dann die Leitung. Als 2008 die Sanierung des Historischen Museums anstand, musste auch das Kindermuseum ausziehen. In den Räumen an der Hauptwache habe man damals eine gute Bleibe gefunden, sagt sie. „Das Junge Museum ist der Schlussstein, mit dem das Museumsquartier vollendet wird.“

Ein anspruchsvolles Publikum

Susanne Gesser ist neben der Leitung des Jungen Museums auch für das didaktische Konzept des Historischen Museums sowie für die neue Dauerausstellung „Frankfurt Jetzt!“ mit dem Stadtlabor verantwortlich. Die Ausbildung der Kuratorin erlaube ihr eine kreative und auch ungewöhnliche Herangehensweise an Themen. „Ich versuche zielgruppenorientiert zu arbeiten – ich nehme andere Sichtweisen und Positionen ein, um ein Thema zu betrachten“, erklärt sie. Museumsbesucher müssten sich angesprochen fühlen und sich einbringen können. „Kinder sind nicht weniger anspruchsvoll als erwachsene Besucher. Sie sind sehr kritisch und ehrlich. Wenn sie etwas langweilig finden, zeigen sie das auch sofort. Aber – und das ist auch so großartig an dieser Arbeit – Kinder sind auch begeisterungsfähiger als Erwachsene“, sagt Susanne Gesser.

Anfassen und Spielen erwünscht!

Kinder seien mit allen Sinnen dabei und das Konzept des Jungen Museums ist genau auf diese Art der Wahrnehmung ausgelegt: „Eine Ausstellung muss auch die Kinder aushalten können.“ Deshalb wird alles so aufgebaut und alle Exponate sind so ausgewählt, dass das Anfassen und Spielen erlaubt – ja gewünscht ist. „Es macht uns nichts, wenn die jungen Besucher mal laut sind. Wir wollen die unterschiedlichen Interessen und Vorlieben der Kinder ansprechen. Sie dürfen bei uns träumen, ausprobieren, herum rennen und alles anfassen“, sagt Gesser und lächelt. Die Museumsleiterin kennt ihre Kundschaft und schafft mit ihrem Team einen Raum für Geduldige und Ungeduldige, für Laute und Leise, für Neugierige, für Abenteurer und Entdecker. Basteln, Lesen, Spielen oder nur Anschauen – für die jungen Gäste ist alles da. „Die Eltern können ganz entspannt sein.“ Eines betont die Leiterin besonders: „Unser Museum ist kein Ort, wo Eltern vortragen und erklären müssen. Sie sollen sich auf all das hier einlassen und mit ihren Kindern entdecken.“ Das Junge Museum ist ein Ort für die ganze Familie, wo gemeinsam Geschichte und Gegenwart erlebt und gelernt werden soll.

Heilende Kräuter aus der historischen Drogerie

Auf ein neues Schmuckstück in der Ausstellung freut sich Susanne Gesser ganz besonders: Eine historische Drogerie aus dem 19. Jahrhundert. Als Geschenk übernommen aus dem im Jahr 2013 aufgelösten Darmstädter Wella-Museum. 98 Schubladen, versehen mit Porzellanschildern, beschriftet mit den Namen von Heilkräutern. Tausengüldenkraut, Kümmel oder aber auch Brombeerblätter verraten dem Besucher, was die Schubladen einst beherbergt haben. Die Restauration des komplett aus massivem Holz gebauten Schranks und der Holztheke hat ein Jahr gedauert. „Sie passt wunderbar zu dem Kolonialwarenladen, der bereits ein wichtiger Bestandteil unseres Museums ist“, erklärt Gesser.

Fragen selbst beantworten

Erleben und lernen, wie junge Leute um 1900 eingekauft oder sich gekleidet haben, können große wie kleine Besucher beim Spielen und Stöbern im Museum. Die Hauptzielgruppe sind Kinder zwischen 7 und 13 Jahren – und darin liegt auch der Ursprung des neuen Namens. Die Erfahrung habe gezeigt, dass Kinder ab dem Grundschulalter der Auffassung sind, „zu alt“ für das Kindermuseum zu sein. Mit dem Jungen Museum ist ein Ort geschaffen, an dem Kinder und Jugendliche selbstbestimmt die Welt erkunden.

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Das Junge Museum feiert am 17. März um 15 Uhr seine Wiedereröffnung. Am 17. und 18. Februar gibt es ein Familienfest. Der Eintritt ist für alle frei. Das Junge Museum hat von Dienstag bis Freitag von 10 Uhr bis 18 Uhr, Mittwoch von 10 bis 21 Uhr, Samstag und Sonntag von 11 bis 19 Uhr auf. Montags bleibt das Museum geschlossen. Der Eintritt für Kinder ist frei. Erwachsene zahlen vier Euro, für Frankfurt-Pass-Inhaber zwei Euro. Weitere Informationen finden sich unter http://junges-museum-frankfurt.de/

Kinder haben Rechte! – Interaktive Ausstellung für Kinder, Jugendliche und Familien ab 3. April 2017 im Kindermuseum Frankfurt

Für welche Anliegen würden Kinder auf die Strasse gehen? Dies und viele andere Fragen können Kinder in der neuen Ausstellung "Kinder haben Rechte" unter pädagogischer Anleitung erkunden und diskutieren. Foto: Diether v. Goddenthow
Für welche Anliegen würden Kinder auf die Strasse gehen? Dies und viele andere Fragen können Kinder in der neuen Ausstellung „Kinder haben Rechte“ unter pädagogischer Anleitung erkunden und diskutieren. Foto: Diether v. Goddenthow

Eine interaktive Ausstellung für Kinder, Jugendliche und Familien
ab 7 Jahren
3. April bis 29. Oktober 2017

Dass Kinder auch eine ganze Menge Rechte haben, können sie und ihre Eltern jetzt in einer Ausstellung im Frankfurter Kindermuseum an der Hauptwache vom 3. April bis 29.Oktober 2017 erfahren. Auf über 400 Quadratmetern wurde ein origineller Parcours mit Themen-Stationen der Kinderrechte errichtet. Diesen können Kinder und Jugendliche, in Gruppen oder mit ihren Familien, durchrunden. Dabei werden sie angehalten, sich aktiv mit den 54 Artikeln ihrer Kinderrechte der UN-Kinderrechtskonvention spielerisch zu befassen und diese ganz nebenbei kennenzulernen. Die Ausstellung wurde anlässlich des 25jährigen Jubiläums der Ratifizierung der Kinderrechte durch die Vereinten Nationen in Kooperation mit dem Kinderbüro Frankfurt entwickelt.

Das Kinderparlament steht im Zentrum

Im Kinderparlament werden die Themengebiete der Kinderrechts-Stationen gemeinsam aufgearbeitet, zusammengeführt und Wünsche an den Kinderbeauftragten der Stadt Frankfurt weitergeleitet. Foto: Diether v. Goddenthow
Im Kinderparlament werden die Themengebiete der Kinderrechts-Stationen gemeinsam aufgearbeitet, zusammengeführt und Wünsche an den Kinderbeauftragten der Stadt Frankfurt weitergeleitet. Foto: Diether v. Goddenthow

Im Zentrum der Ausstellungsarchitektur und damit auch im Fokus der Ausstellung befindet sich das Kinderparlament. Dort haben die Gruppen ihre Abschlussbesprechungen. Zuvor füllt jedes Kind in der Wahlkabine einen Wahlzettel aus und schreibt auf, worüber es mit den anderen diskutieren möchte und was zur Sprache kommen soll. Damit wird abgestimmt, welche Themen die Gruppen verhandeln. Die Ergebnisse der Diskussion werden festhalten und als Brief an den Kinderbeauftragten des jeweiligen Stadtteils formuliert.

Letterbox für die Briefe an den Kinderbeauftragten  Foto: Diether v. Goddenthow
Letterbox für die Briefe an den Kinderbeauftragten Foto: Diether v. Goddenthow

Eigens für diese Briefe gibt es eine Letter-Box. Das Kinderbüro sorgt dafür, dass die Briefe ankommen und die Kinder Gehör finden. Das heißt, dass die Themen der Kinder und die Ergebnisse ihrer Diskussionen, die in der Ausstellung gesammelt werden, später in die Arbeit des Kinderbüros mit einfließen. Über den Ausstellungsbesuch werden die Artikel des Gesetzestextes in Bezug zum alltäglichen Leben der Frankfurter Kinder gesetzt.

 

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Kinderbüro

„Es ist unsere Aufgabe, sie ihnen nahezubringen und unsere Kinder als selbstbewusste und eigenständige Persönlichkeiten zu stärken. Wir als Stadt Frankfurt investieren hier mit dem Kindermuseum und dem Kinderbüro als kommunale Kinderinteressenvertretung mehr als jede andere deutsche Kommune.

v.r. Dr.Susanne Feuerbach, Leiterin des Frankfurter Kinderbüros, Oberbürgermeister Peter Feldmann, Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig, Susanne Gesser, Leiterin des Kindermuseums, stellen Intention, Konzept und weitere Planungen zum Kindertag in Frankfurt vor. Foto: Diether v. Goddenthow
v.r. Dr.Susanne Feuerbach, Leiterin des Frankfurter Kinderbüros, Oberbürgermeister Peter Feldmann, Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig, Susanne Gesser, Leiterin des Kindermuseums, stellen Intention, Konzept und weitere Planungen zum Kindertag in Frankfurt vor. Foto: Diether v. Goddenthow

Damit sagen wir erneut: Frankfurt ist kinder- und familienfreundlich“, so Oberbürgermeister Feldmann. Er sei zudem stolz, dass in diesem Jahr zum ersten Mal die Kinderechts-Kampagne „Stadt der Kinder“ aufgelegt worden sei. „In diesem Zusammenhang werden am 2.6.2017 im ganzen Stadtgebiet verteilt 60 Veranstaltungen stattfinden. Wir wollen, dass die Frankfurter Kinder ihre Rechte kennen und wir wollen, dass sie eine gute Zeit haben. Alle können sich deshalb sowohl auf diese wunderbare Ausstellung als auch auf die „Stadt der Kinder“ freuen “, hebt das Stadtoberhaupt hervor, das gleichzeitig Schirmherr der Kampagne ist.

Der Kinderrechts-Parcours

kindermuseumspassDie Ausstellung funktioniert wie ein Stationenspiel. Wie bei einer Reise erhalten die Teilnehmer zu Beginn einen Pass mit dem Wortlaut der 54 Artikel. Damit begeben sich die Teilnehmer/innen in sechs Ausstellungsbereiche und sammeln unterwegs Stempel für ihre Pässe. Mit unterschiedlichen Angeboten erwerben sie interaktiv Informationen zu den Leitthemen „Gleichheit“, „Freie Meinungsäußerung und Information“, „Schutz im Krieg und auf der Flucht“, „Bildung und Kultur“, „Schutz der Privatsphäre“ und „Gutes Leben“ – alles konstituierende Aspekte der Kinderrechte. „Das Kinder Museum ist ein großartiger Ort für junge Menschen, an dem seit fast 45 Jahren altersgerechte Angebote für Kinder entwickelt und angeboten werden. Damals ein Novum – heute eine Selbstverständlichkeit. Kulturelle Bildung und Partizipation wurde hier schon immer groß geschrieben. Und die aktuelle Ausstellung fördert dies auf wunderbare Art und Weise, indem sie den Kindern in unserer Stadt eine Stimme verleiht, ihnen Gehör schenkt und sie anregt, sich mit ihren Themen und Gedanken einzubringen und unsere Gesellschaft mitzugestalten“, sagt Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig.

„Einen nüchternen Gesetzestext zu einer interaktiven Ausstellung zu formen, gelingt durch Angebote, bei denen die Teilnehmer aktiv werden können.

Elektronisches Wandspiel, mit dem man gemeinsam Schutzmechanismen erkunden kann. Foto: Diether v. Goddenthow
Elektronisches Wandspiel, mit dem man gemeinsam Schutzmechanismen erkunden kann. Foto: Diether v. Goddenthow

So wurde ein großes elektronisches Wandspiel entwickelt, bei dem man sich zu zweit damit befasst, wobei und wofür Schutz nötig ist: Schutzobjekte wie eine Zahnbürste, ein Fahrradhelm oder die Nummer gegen Kummer, sollen Fotos mit Situationen zugeordnet werden, in welchen ein solcher Schultz helfen würde. Hat man die richtige Zuordnung getroffen, leuchtet ein Licht auf.

Hinter diesem Türchen findet man das Bild  "E-Mail-Geheimnis" "Niemand darf mein Tagebuch, meine Briefe oder meine E-Mails lesen, ohne dass ich das will" Die Kinder vergeben rote Punkte als eine Art Ranking ihrer Intimsphäre. Foto: Diether v. Goddenthow
Hinter diesem Türchen findet man das Bild „E-Mail-Geheimnis“ „Niemand darf mein Tagebuch, meine Briefe oder meine E-Mails lesen, ohne dass ich das will“ Die Kinder vergeben rote Punkte als eine Art Ranking ihrer Intimsphäre. Foto: Diether v. Goddenthow

Im Bereich „Tut mir leid. Privat“ können Besucherinnen und Besucher einem Geheimomaten ihr geheimstes Geheimnis anvertrauen. Denn Kinder haben gemäß Artikel 16, Teil der UN-Kinderrechtskonvention auch ein Recht auf Geheimnisse. „Niemand darf mein Tagebuch, meine Briefe oder meine E-Mails lesen, ohne dass ich das will. Keiner darf die Gespräche mit meinen Freundinnen und Freunden belauschen. Wenn ich will, darf ich allein und ungestört sein.“, steht dort und darunter aus Art. 16, Teil 2 wird auf den Schutz der Ehre hingewiesen, dass Kinder das Recht haben, dass ihre Ehre und ihr Ruf geschützt werden und niemand sie beschämen, beleidigen oder bloßstellen dürfe. Einem „Geheimomaten“ können sie ihre Geheimnisse anvertrauen.

Ruckzuck und die nächste  Demotafel ist auch geschafft. Foto: Diether v. Goddenthow
Ruckzuck und die nächste Demotafel ist auch geschafft. Foto: Diether v. Goddenthow

In der Themenstation  „Sag‘ Deine Meinung“ geht es darum, bewusst zu machen, dass auch Kinder eine öffentliche Stimme haben. Beim Gestalten von Demo-Plakaten fließen die Ideen, wofür es sich auf die Straße zu gehen lohnt, in den Herstellungsprozess mit ein“, erläutert Susanne Gesser die Leiterin des Kindermuseums die Angebote.  Oberbürgermeister Peter Feldmann und Dr. Ina Hartwig ließen sich von Schülern der Klasse 5b der Leibnizschule zeigen, wie  man Demotafeln beschriftet.

"Eis für alle", gefiel Kulturdezerentin Ina Hartwig so gut, dass sie sich gleich zur Demonstrantin gesellte, und OB Feldmann war sich sicher, dass seine Kinder diese Spruchtafel auch bevorzugten. Foto: Diether v. Goddenthow
„Eis für alle“, gefiel Kulturdezerentin Ina Hartwig so gut, dass sie sich gleich zur Demonstrantin gesellte, und OB Feldmann war sich sicher, dass seine Kinder diese Spruchtafel auch bevorzugten. Foto: Diether v. Goddenthow

Am besten gefiel der Kulturdezernentin mit einem Augenzwinkern der Spruch „Eis für Alle“, mit dem sich auch OB Feldmann im Hinblick auf seine Kinder sofort anfreunden konnte.

Üben für die Kinderrechtskampagne „Stadt der Kinder“

In den nächsten sechs Monaten wird die Ausstellung ergänzt von der Kinderrechtskampagne „Stadt der Kinder“ zum Tag des Kindes am 2. Juni 2017.

Wie die Alten sungen, so zwitschern auch die Jungen: Die "Enkel" der Alt-68er proben unter professioneller Anleitung schon mal den Aufstand für ihre Rechte bei der Kinderrechts-Kampagne am 2. Juni 2017. Foto: Diether v. Goddenthow
Wie die Alten sungen, so zwitschern auch die Jungen: Die „Enkel“ der Alt-68er proben unter professioneller Anleitung schon mal den Aufstand für ihre Rechte bei der Kinderrechts-Kampagne am 2. Juni 2017. Foto: Diether v. Goddenthow

Ziel ist es, die Kinderrechten bekannt zu machen, damit sie im Alltag größere Beachtung finden und nach ihnen stärker gelebt wird. „Aus der Sicht des Kinderbüros ist das unbedingt notwendig“, so der Standpunkt von Susanne Feuerbach, Leiterin des Kinderbüros Frankfurt, „2015 wussten nur knapp 40 Prozent der 18jährigen in Frankfurt von der Existenz der Kinderechte, ein Viertel hatte noch gar nicht von ihnen gehört.“

Eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag, 2.4.2017, um 15 Uhr, wozu die Öffentlichkeit herzlich eingeladen ist.

Die Ausstellung kann von Einzelbesuchern, Gruppen und Familien besucht werden. Eine Anmeldung für Gruppen ist unbedingt erforderlich, damit keine Wartzeiten entstehen.

Die Buchung von begleiteten Besuchen mit einer Führung wird empfohlen:
Susanne Angetter
T (069) 212 35 154, Mo-Do 10:00-15:30 Uhr
besucherservice.historisches-museum@stadt-frankfurt.de

kinder museum frankfurt
An der Hauptwache 15 / Zwischenebene
60313 Frankfurt am Main
Di-So: 10-18 Uhr
Mo: 10-18 Uhr nur in den hessischen Ferien und an Feiertagen