Kategorie-Archiv: Goethe-Museum Frankfurt

„POETISCHE PERLEN“ AUS DEM „UNGEHEUREN STOFF“ DES ORIENTS 200 JAHRE GOETHES ‚WEST-ÖSTLICHER DIVAN‘

©  Foto: Diether v Goddenthow
© Foto: Diether v Goddenthow

Im Jahr 1819 erschien erstmals Goethes ‚West-östlicher Divan‘, mit dem der nunmehr 70 Jahre alte Dichter den Orient für sich entdeckte und noch einmal neue innovative Wege beschritt. Nur wenige Zeitgenossen erkannten das Besondere dieses fein komponierten Alterswerkes, des immerhin größten Gedichtensembles in Goethes Gesamtwerk. Der Zauber des ‚Divan‘ wirkt bis heute, und er bleibt hoch aktuell, weil er den Kulturen übergreifenden Dialog und damit Goethes Idee einer ‚Weltliteratur‘ poetisch verwirklicht. Erstaunlich auch der offen komponierte Prosateil, der die Kenntnisse der Leser über den Orient vertiefen soll.

Im Zentrum der Ausstellung stehen die ‚Divan‘-Gedichte – die „poetischen Perlen“. Wie Goethe sie aus dem „ungeheuren Stoff“ des Orients formte und darin sein „eignes Poetisches verwebte“, soll für die Besucher erfahrbar werden. An 17 Gedicht-Beispielen wird gezeigt, wie der Dichter für die Literatur und Kultur Persiens und Arabiens entflammte, mit dem persischen Dichter Hafis in poetischen Wettstreit trat und intensive Orient-Studien betrieb. Besondere Dokumente und originale Handschriften aus dem Nachlass sowie Zeugnisse von Goethes Liebe zur mitdichtenden Marianne von Willemer bieten die Chance, die überaus spannende Entstehung der Gedichte nachzuvollziehen. Am Ende der Ausstellung wird auch ein Blick auf den Prosateil des ‚Divan‘ geworfen. Einander spiegelnd entwerfen die Gedichte und der Prosateil des ‚West-östlichen Divan‘ ein ost-westliches, west-östliches Oszillieren, das Sprachen, Literaturen, Kulturen miteinander in Dialog bringt. Darin ist der ‚West-östliche Divan‘ aktueller denn je – gerade heute.

Auf Goethes arabische Schreibübungen hat der Künstler Axel Malik reagiert. Seine Palimpseste setzen einen zeitgenössischen Akzent, ebenso wie die Schriftprojektionen des Designers Stefan Matlik, der zur Gestaltung der Ausstellung beitrug.

Kuratiert wird die Schau von Univ.-Prof. Dr. Anke Bosse, die seit den 1980er Jahren zu Goethes ‚West-östlichem Divan‘ publiziert und forscht, insbesondere zum Nachlass und zu Goethes Schreibprozessen. Unterstützt wird sie in Frankfurt von Dr. Joachim Seng, dem Leiter der Bibliothek des Freien Deutschen Hochstifts.

Ermöglicht durch: Aventis Foundation, Kulturfonds Frankfurt RheinMain, Dr. Marschner Stiftung, Friede Springer Stiftung, Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung, Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten e.V., Helaba, Dr. Hans Feith und Dr. Elisabeth Feith-Stiftung

Die Ausstellung wird am Dienstag, 20. August 2019, 19 Uhr, eröffnet. Der Eintritt ist frei.

Sie ist vom 21. August bis 23. Oktober 2019 zu sehen. Der Besuch der Ausstellung ist im Eintrittspreis für das Goethe-Haus enthalten.

Zur Ausstellung wird ein vielfältiges Rahmenprogramm angeboten. Außerdem erscheint als Begleitpublikation ein Katalog (86 Seiten, Preis 15,- €).

Freies Deutsches Hochstift
Frankfurter Goethe-Museum
Großer Hirschgraben 23-25
60311 Frankfurt am Main
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BENEFIZKONZERT FÜR DAS DEUTSCHE ROMANTIK-MUSEUM am 25.6.2019 Frankfurter Goethe-Haus Frankfurt

© Christoph Mäckler Architekten in der Planungsgemeinschaft ‚Goethehöfe – Deutsches Romantik-Museum‘
© Christoph Mäckler Architekten in der Planungsgemeinschaft ‚Goethehöfe – Deutsches Romantik-Museum‘

Am Dienstag, 25. Juni 2019, 19.00 Uhr lädt das Freie Deutsche Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum zu einem Benefizkonzert für das Deutsche Romantik-Museum in den Arkadensaal ein. Bernd Glemser spielt spielt Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy und Robert Schumann. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen!

Der renommierte Pianist Bernd Glemser, der – mit seinem Repertoire von Haydn bis Debussy – seit vielen Jahren als einer der besten Interpreten der Klavierliteratur des 19. Jahrhunderts gilt, wird Werke zweier Protagonisten der Romantik präsentieren: von Felix Mendelssohn Bartholdy und Robert Schumann. Als herausragende Symbolfigur tritt zu Beginn des 19. Jahrhunderts in allen Künsten die Arabeske in Erscheinung – Schumanns ‚Arabeske‘ wird das Programm eröffnen, auch seine ‚Nachtstücke‘ kommen zu Gehör. Inspiriert vom Volkslied kam das Kunstlied damals in zahlreichen berühmten Liederzyklen zu hoher Blüte. Von Mendelssohn werden ‚Lieder ohne Worte‘ in einer Auswahl zu hören sein – er setzt ausschließlich auf die musiksprachliche Inspiration.
DAS DEUTSCHE ROMANTIK-MUSEUM

Zur Zeit findet der Innenausbau des neuen Deutschen Romantik Museums statt. © Foto: Diether v. Goddenthow
Zur Zeit findet der Innenausbau des neuen Deutschen Romantik Museums statt. © Foto: Diether v. Goddenthow

Unmittelbar neben dem Frankfurter Goethe-Haus entsteht derzeit das Deutsche Romantik-Museum, mit dem das heutige Ensemble aus Goethe-Haus und Gemäldegalerie der Goethezeit in einem Erweiterungsbau um ein innovatives Museum ergänzt wird. Basis hierfür ist die weltweit einzigartige Sammlung zur Literatur der deutschen Romantik, die in den vergangenen 100 Jahren vom Freien Deutschen Hochstift, dem Träger des Frankfurter Goethe-Hauses und -Museums, zusammengetragen wurde. Das Ausstellungskonzept des Goethe-Museum und Deutsches Romantik-Museum umgreifenden Gesamtkomplexes verbindet die Präsentation von hochkarätigen Originalen (Manuskripte, Graphik, Gemälde, Gebrauchsgegenstände) mit interaktiven und experimentellen Ausstellungsformen, die die Zeit der Romantik als deutsche und europäische Schlüsselepoche erfahrbar machen wollen. Goethe selbst wird dabei in ein neues Licht gerückt. Das neue Museum wird nach dem Entwurf von Christoph Mäckler Architekten in der Planungsgemeinschaft ‚Goethehöfe – Deutsches Romantik-Museum‘ mit dem Architekturbüro Michael A. Landes, das für das städtebauliche Gesamtkonzept verantwortlich ist, entstehen. Bauherr für das Projekt ist die ABG Frankfurt Holding.

Dass das Projekt realisiert werden kann, ist dem ausgeprägten Engagement der Bürger zu verdanken. Zahlreiche private Unterstützer haben sich bisher, neben den öffentlichen Zuwendungsgebern Bund, Land und Stadt, für das Projekt begeistert und engagiert. Die Grundfinanzierung in Höhe von 16 Mio. Euro für den Neubau und die Einrichtung der Dauerausstellung ist bereits gesichert. Um das neue Museum museografisch und museumspädagogisch angemessen ausstatten zu können, werden weitere Mittel benötigt, für die das Freie Deutsche Hochstift neue Unterstützer gewinnen möchte.

Weitere Infos: deutsches-romantik-museum-frankfurt/

https://deutsches-romantik-museum.de/

 

Goethe Haus Frankfurt: LIBERALISMUS ALS OPPOSITION LUDWIG GEIGERS VERBINDUNG VON HUMANISMUS UND JUDENTUM.

goethe-haus-logoAm Donnerstag, 6. Juni 2019, 19.00 Uhr, lädt das Freie Deutsche Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum gemeinsam mit dem Jüdischen Museum Frankfurt zur Veranstaltung ‚Liberalismus als Opposition. Ludwig Geigers Verbindung von Humanismus und Judentum‘ in den Arkadensaal ein. Anlässlich des 100. Todesjahres des deutsch-jüdischen Goethe-Philologen ist ein Vortrag von Andreas Kilcher (ETH Zürich) zu hören, dem sich ein Gespräch mit Nadine Meyer (Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung) anschließen wird.

Ludwig Geiger, heute vor allem als Begründer der modernen Goethe-Philologie bekannt, war eine Ausnahmegestalt des deutschen Judentums um 1900. Er war ein erklärter Humanist in einem doppelten Sinne: historisch und zeitgenössisch. Zum einen machte er als Philologe den Humanismus von Reuchlin bis Goethe zum Gegenstand zahlreicher historischer Arbeiten, zum zweiten behauptete er als kritischer Zeitgenosse in Zeitschriften wie der Allgemeinen Zeitung des Judentums einen neuen Humanismus, mit dem er der Position des liberalen Judentums um 1900 wesentlich Gestalt verlieh. Das war nicht etwa Opportunismus, vielmehr Opposition. Tatsächlich behauptete er die liberale Position in einem gesellschaftlichen Umfeld, das diese von zwei Seiten her in Frage stellte: einerseits durch den in den Gründerjahren entstandenen modernen Antisemitismus, der die Juden in Deutschland polemisch als die Anderen par excellence demarkierte, andererseits durch den Zionismus, der das Programm des liberalen Judentums mit seinen beiden Grundpfeilern der Emanzipation und der Assimilation gerade angesichts des Antisemitismus als gescheitert erachtete. In diesem Kontext entfaltete Geigers Verbindung von deutscher humanistischer Kultur und jüdischer Moderne seine Widerständigkeit.

Vortrag von Andreas Kilcher (ETH Zürich), im Gespräch mit Nadine Meyer (Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung)

In Kooperation mit dem Jüdischen Museum Frankfurt

Eintritt: 4,- Euro / frei für Mitglieder des Freien Deutschen Hochstifts

Freies Deutsches Hochstift
Frankfurter Goethe-Museum
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„Zur Geschichte des Freiheitsbegriffs“ – Auftaktveranstaltung der Frankfurter HausGespräche am 8. Mai 2019 im Goethe-Museum

PlakatHausgesprächeAm Mittwoch, 8. Mai 2019, 19.30 Uhr lädt das Freie Deutsche Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum zur Auftaktveranstaltung der diesjährigen Frankfurter HausGespräche ‚Zur Geschichte des Freiheitsbegriffs‘ mit Prof. Dr. Anne Bohnenkamp, Prof. Dr. Michael Stolleis und Prof. Dr. Jochen Bär in den Arkadensaal ein.

Das Freie Deutsche Hochstift trägt die ‚Freiheit‘ im Namen: 60 Jahre nach der französischen Revolution, deren Wahlspruch „Liberté, Egalité, Fraternité“ Freiheit an die erste Stelle setzte, wurde es 1859 zum 100. Geburtstag Friedrich Schillers gegründet. Es sollte in Frankfurt am Main auf kulturellem Gebiet eine Institution bürgerlicher Freiheit schaffen, die auf staatlicher Ebene hier noch immer fern war. Der facettenreiche Begriff der ‚Freiheit‘ spielte in diesen Jahrzehnten sowohl in politischen, philosophischen und ästhetisch-literarischen Zusammenhängen eine zentrale Rolle.

Zum Auftakt der Frankfurter Haus-Gespräche fragt die Direktorin Prof. Dr. Anne Bohnenkamp-Renken im Gespräch mit dem Rechtshistoriker Prof. Dr. Michael Stolleis und dem Sprachwissenschaftler Prof. Dr. Jochen A. Bär nach den Voraussetzungen, Implikationen und Perspektiven der Rede von ‚Freiheit‘ um 1800 – und danach, was wir heute daraus lernen können.

„Nie standen die Frauen an ihrem gehörigen Platze“ – Sonderausstellung im Frankfurter Goethehaus ab 29.August 2018

goethe-haus-logoAusstellung „Nie standen die Frauen an ihrem gehörigen Platze“ Charlotte von Stein. Schriftstellerin, Freundin und Mentorin,  vom 29. Augst bis 28. Oktober 2018 im Arkadensaal des Freien Deutschen Hochstifts Frankfurt

Charlotte von Stein (1742–1827) gehört als wichtigste Bezugsperson Goethes in dessen erstem Weimarer Jahrzehnt, als Freundin Herzog Carl Augusts, Wielands, Herders, des Ehepaars Schiller und enge Vertraute der Herzogin Louise zu den zentralen Figuren des klassischen Weimar. Bis heute findet sie fast ausschließlich im Bezug zu Goethes Leben und Werk Beachtung. Die historische Person verschwindet dahinter fast ganz – auch gut 190 Jahre nach ihrem Tod. Dabei war sie keineswegs allein die Freundin und Muse Goethes. Sie war eine vielseitig begabte, außergewöhnliche Frau, die Stücke schrieb, sich für Kunst, Literatur und Wissenschaft interessierte und begabt für Freundschaften war. Als Übernahme aus dem Goethe- und Schiller-Archiv der Klassik Stiftung Weimar zeigt das Freie Deutsche Hochstift eine Ausstellung mit Erinnerungsstücken, Werkmanuskripten, Bildnissen und Briefen, die durch ausgewählte Exponate aus den Hochstiftsbeständen ergänzt wurde. So entsteht das Bild einer eigenständigen Frau, die mitfühlend und klug zur Mentorin einer jüngeren Frauengeneration im klassischen Weimar avancierte. – In Weimar wurde die Ausstellung von Elke Richter und Alexander Rosenbaum kuratiert, für die Frankfurter Schau zeichnet Joachim Seng verantwortlich.

Gefördert wird die Ausstellung durch die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, die Rudolf-August Oetker-Stiftung, die Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung zu Frankfurt am Main, den Arbeitskreis selbständiger Kultur-Institute e.V. und die Fazit-Stiftung. Die Commerzbank-Stiftung fördert die museumspädagogischen Vermittlungsangebote zur Ausstellung.

Freies Deutsches Hochstift
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Goethe-Museum: ‚AHNUNGEN‘ VON GOETHES ‚GEGENWART‘ BEIM JUNGEN JOSEPH VON EICHENDORFF

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Am Dienstag, 8. Mai 2018, 19 Uhr lädt das Freie Deutsche Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum zum Vortrag ‚Ahnungen‘ von Goethes ‚Gegenwart‘ beim jungen Joseph von Eichendorff von Prof. Dr. Dennis Mahoney in den Arkadensaal ein.

Der Vortrag untersucht Goethe-Bezüge in Eichendorffs Roman ‚Ahnung und Gegenwart’ (1815). So stellt die Figur Erwin(e) eine romantische Variante zu Mignon dar, während die Integrierung von Gedichten wie ‚In einem kühlen Grunde‘ in die Handlung von Eichendorffs erstem Roman dem Muster von ‚Wilhelm Meisters Lehrjahren‘ folgt.

Goethes Darstellung des Landadels in ‚Die Wahlverwandtschaften’ führt sowohl bei Achim von Arnim (‚Gräfin Dolores‘) als auch bei Eichendorff zu einer expliziten Kritik an ihrem eigenen sozialen Stand. Der heuchlerische Erbprinz treibt ein unseliges „Egmont“-Liebesspiel mit seinem „Klärchen“ aus dem Bürgertum und entführt Rosa, die Geliebte von Eichendorffs Hauptfigur Graf Friedrich. Auch auf ‚Faust I’ wird im Roman oft angespielt. Vor allem Friedrichs älterer Bruder Rudolf und der enge Freund Leontin erweisen sich als versierte ‚Faust’-Leser mit entschieden faustischen Eigenschaften.

 Prof. Dr. Dennis Mahoney lehrt Deutsche Literatur an der University of Vermont. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen die Goethezeit und die deutsche Romantik. Internationale Anerkennung brachte ihm vor allem sein Buch ‚Der Roman der Goethezeit (1774–1829)‘.

Eintritt: 4,- Euro / frei für Mitglieder des Freien Deutschen Hochstifts. Informationen und Karten: Tel. (069) 13880-0 / E- Mail: anmeldung@goethehaus-frankfurt.de

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Vortrag zur Konfessionspoetik und Medienpolitik bei Georg Büchner im Goethe-Museum Frankfurt

goethe-haus-logoROMANTISCHE PASSION?
Konfessionspoetik und Medienpolitik bei Georg Büchner
Vortrag von Prof. Dr. Andrea Polaschegg
Donnerstag, 12. April 2018, 20.00 Uhr, Arkadensaal

Dass die literarische Romantik eine besondere Affinität zu dem besaß, was wir heute „Religion“ nennen, zählt von jeher zum festen Wissensbestand der deutschen Literaturgeschichtsschreibung, ebenso, dass Georg Büchner zu allem „Religiösen“ eine maximal kritische Distanz wahrte. Diese Selbstverständlichkeit hat im Laufe der letzten Jahre Risse bekommen: Zu dicht gesät die Bibelzitate in ‚Dantons Tod‘, in ‚Woyzeck‘, ‚Lenz‘ oder im ‚Hessischen Landboten‘, zu eng Büchners persönliche Verbindungen mit angehenden Theologen und Pfarrhaustöchtern, zu offenkundig die christliche Formatierung seiner Anthropologie und Gesellschaftskritik.

Sollte Büchner also der Romantik ausgerechnet auf dem Feld der Religion nahe gerückt sein? Diese Frage nimmt der Vortrag auf und lenkt sie dreifach um: von Büchners Biographie auf seine Texte, von „der Religion“ auf die Konfession und von der expliziten Figuren-, Erzähler- oder Briefrede auf die Medienpoetik der Büchnerschen Dichtung. Im Zentrum steht mit der Passion eine genuin christliche Figuration, in der Leiden und Leidenschaft kurzgeschlossen sind. Büchner und die Romantik, aber auch Protestantismus und Katholizismus, treten in ein produktives Spannungsverhältnis – und sie tun das tatsächlich nicht zuletzt medienpolitisch.

Es spricht die Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Prof. Dr. Andrea Polaschegg.

Eintritt: 4,00 Euro / frei für Mitglieder des Freien Deutschen Hochstifts. Informationen und Reservierung: Tel. (069) 13880-0 / E- Mail: anmeldung@goethehaus-frankfurt.de

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„Romantik in Hessen“ – Ausstellungseröffnung am 6. März 2018 im Goethe-Museum

goethe-haus-logoAm Dienstag, 6. März 2018, 19 Uhr lädt das Freie Deutsche Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum zur Eröffnung der Ausstellung „Romantik in Hessen“ des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst mit Fotografien von Kilian Schönberger in den Arkadensaal ein.

Zur Ausstellungseröffnung spricht der Hessische Minister für Wissenschaft und Kunst Boris Rhein. Prof. Dr. Wolfgang Bunzel gibt einen Überblick über prägende Personen und Orte der Romantik in Hessen, und Kilian Schönberger berichtet von seiner fotografischen Reise zu den romantischen Orten.
Der Eintritt zur Ausstellungseröffnung ist frei.

Zur Ausstellung:
Dass Hessen ein Land der Romantik ist, wurde spätestens seit dem Bau des Deutschen Romantik-Museums und dem Kauf des Brentano-Hauses in Oestrich-Winkel auch einer breiteren Öffentlichkeit bewusst. Aber auch an vielen anderen Orten in Hessen lassen sich bedeutende Kunstschätze und Sehnsuchtsorte aus dieser zentralen Epoche unserer Kulturgeschichte finden: Im Osteinschen Park, Burg Frankenstein, Schloss Auerbach, im Schloss Steinau und dem Brüder Grimm-Haus und natürlich der neu eröffneten Grimmwelt in Kassel, wo die Brüder über 30 Jahre lebten und arbeiteten.

Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst hat 2016 in seinen Räumen eine Auswahl dieser Orte in einer Fotografie-Ausstellung präsentiert: idyllische Burgen, Schlösser, Parks und Stätten, die diese Epoche erlebbar machen. Kilian Schönberger, einer der bedeutendsten Naturfotografen Deutschlands, war unterwegs und hat die romantischen Orte Hessens neu in Szene gesetzt. Dokumentiert ist die Ausstellung in einem Band, der auf 66 Seiten beeindruckende Fotografien bedeutender Kunstschätze zeigt. Die Ausstellung „Romantik in Hessen“ wird vom 7. März bis 12. August 2018 im Arkadensaal des Freien Deutschen Hochstifts zu sehen sein. Der Besuch der Ausstellung ist im Eintrittspreis ins Goethe-Haus enthalten. Informationen: Tel. (069) 13880-0 / E- Mail: anmeldung@goethehaus-frankfurt.de

„Was ist Romantik?“ – Neue Gesprächsreihe im Goethe-Museum Frankfurt

goethe-haus-logoAm Dienstag, 20. Februar 2018, 19 Uhr lädt das Freie Deutsche Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum zur neuen Veranstaltungsreihe „Was ist Romantik?“ in den Arkadensaal ein.

 Was ist Romantik? Die auf den ersten Blick einfach anmutende Frage hat es in sich. Was gilt als „romantisch” in Kunst und Literatur, was als die „Epoche der Romantik”? Wer gehört dazu? Wer nicht? Diesen Fragen geht die neue Reihe des Freien Deutschen Hochstifts in Vorträgen, Gesprächen und Lesungen nach. Dabei wird sich zunächst dem Phänomen von seinen Rändern her angenähert: In diesem Jahr stehen verschiedene „Grenzgängern“ im Fokus. Vor dem Hintergrund des derzeit entstehenden Deutschen Romantik-Museums wird die Veranstaltungsreihe in den nächsten Jahren mit wechselnden Schwerpunkten fortgesetzt.

 Die erste Veranstaltung fragt nach dem Kern der anhaltenden Bezugnahme auf die Romantik. Bezeichnet „Romantik“ vor allem eine abgeschlossene literarhistorische Epoche oder gibt es Haltungen, Ideen, Einstellungen, die sich epochenübergreifend als ‚romantisch‘ beschreiben lassen? In der Romantikerstadt Jena arbeitet seit 2015 ein interdisziplinäres Graduiertenkolleg zum „Modell Romantik“, das der Erforschung des europäischen und transatlantischen Phänomens eine neue Basis geben will und sich zum Ziel gesetzt hat, Romantik-Aktualisierungen zu untersuchen, um hinter der Vielfalt der Phänomene nach bleibenden Strukturen zu suchen. Der Sprecher des Kollegs, Stefan Matuschek, wird uns dieses „Modell Romantik“ vorstellen und seine Tauglichkeit im Gespräch mit dem Kunsthistoriker Johannes Grave und dem Frankfurter Literaturwissenschaftler Roland Borgards erörtern. Moderiert wird der Abend von Anne Bohnenkamp-Renken, Direktorin des Freien Deutschen Hochstifts.

Eintritt: 8,- Euro / 4,- für Mitglieder des Freien Deutschen Hochstifts

Informationen und Karten: Tel. (069) 13880-0 / E- Mail: anmeldung@goethehaus-frankfurt.de

Die Termine der Reihe „Was ist Romantik?“ im Überblick

  • Was ist Romantik? Podiumsgespräch mit Roland Borgards, Johannes Grave, Stefan Matuschek.
    Moderation: Anne Bohnenkamp-Renken – Dienstag, 20. Februar 2018, 19.00 Uhr
  • Friedrich Hölderlin zwischen Klassik und Romantik
    Gespräch mit Anne Bohnenkamp-Renken, Gerhard Kurz. Lesung mit Heidi Ecks
    Dienstag, 20. März 2018, 19.00 Uhr
  • Karl Marx – Ein Romantiker Diskussion mit Rainer Hank, Jochen Hörisch
    Dienstag, 24. April 2018, 19.00 Uhr
  • Der Roman des Freiherrn von Vieren
    Gespräch mit Markus Bernauer , Tilman Spreckelsen – Donnerstag, 1. November 2018, 19.00 Uhr
  • Bettine von Arnim und die Medizin Gespräch mit Martin Dinges, Wolfgang Bunzel
    Dienstag, 27. November 2018, 19.00 Uhr

Buchpräsentation ‚Handschriften der Romantik. Ein Werkstattbericht‘ im Goethe-Museum Frankfurt

goethe-haus-logoAm Mittwoch, 31. Januar 2018, 19 Uhr lädt das Freie Deutsche Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum zur Buchpräsentation ‚Handschriften der Romantik. Ein Werkstattbericht‘ in den Arkadensaal ein.

Neun zeitgenössische Autorinnen und Autoren (Feridun Zaimoglu, Thea Dorn, Peter Härtling, Michael Lentz, Eva Demski, Sibylle Lewitscharoff, Wolfgang Büscher, Katharina Hacker, Patrick Roth) haben für eine Veranstaltungsreihe von hr2-kultur ‚Handschriften der Romantik, neu gelesen von …‘ aus dem reichen Archivbestand des Hochstifts einzelne Stücke ausgewählt und in öffentlichen Gesprächen gedeutet. Die Ergebnisse dieser Auseinandersetzungen versammelt der Band ‚Welch kleiner Teufel führt Ihre Hand? Autoren der Gegenwart im Dialog mit Handschriften der Romantik‘, der im Herbst 2017 erschienen ist.

Novalis, Fragmente, Frühjahr 1798 © Freies Deutsches Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum, Foto: Alexander Paul Englert
Novalis, Fragmente, Frühjahr 1798 © Freies Deutsches Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum, Foto: Alexander Paul Englert

Am Abend der Buchvorstellung spricht Wolfgang Bunzel mit Karoline Sinur, die den Band mit Alexander Paul Englert und Konrad Heumann herausgegeben hat, über die Geschichte des Projekts und ihre Begegnungen mit den Autoren. Konrad Heumann geht mit dem Fotografen Alexander Englert der Frage nach, auf welche Weise Fotografien den Originalen gerecht werden können, und Anne Bohnenkamp diskutiert mit der Schriftstellerin Katharina Hacker darüber, was wir sehen, wenn wir Handschriften betrachten.

In Kooperation mit dem Verein der Freunde und Förderer des Literaturlands Hessen e.V.
Eintritt: 8,- Euro / 4,- für Mitglieder des Freien Deutschen Hochstifts /// Informationen und Karten: Tel. (069) 13880-0 / E- Mail: anmeldung@goethehaus-frankfurt.de

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