Kategorie-Archiv: Deutsches FernsehKrimi-Festival

Cybermobbingdrama „Rufmord“ gewinnt in Wiesbaden den 15. Deutschen FernsehKrimi-Preis, beste Regie für Julia von Heinz, Darstellerpreise an Ulrich Tukur und Katrin Wichmann

Deutscher FernsehKrimi-Festival-Preis und Publikumspreis 2019 für „Rufmord“(ZDF/ARTE). V.l.n.r.: Drehbuchautorin Claudia Hoffmann, Regisseurin Viviane Andereggen, Britta Stöckle (Drehbuch) und ARTE-Redakteur Olaf Grunert. Im Hintergrund die Jurymitglieder Zoë Beck, Benjamin Dörr und der Kulturdezernent Wiesbadens, Axel Imholz. © Foto: Diether v. Goddenthow
Deutscher FernsehKrimi-Festival-Preis und Publikumspreis 2019 für „Rufmord“(ZDF/ARTE). V.l.n.r.: Drehbuchautorin Claudia Hoffmann, Regisseurin Viviane Andereggen, Britta Stöckle (Drehbuch) und ARTE-Redakteur Olaf Grunert. Im Hintergrund die Jurymitglieder Zoë Beck, Benjamin Dörr und der Kulturdezernent Wiesbadens, Axel Imholz. © Foto: Diether v. Goddenthow

Jury in Wiesbaden ehrt „Rufmord“ (ZDF/ARTE) und die Tatort-Produktionen „ Für immer und dich“ (SWR), „Murot und das Murmeltier“ (HR) und „Borowski und das Glück der Anderen“ (NDR). Ulrich Tukur und Julia von Heinz nehmen ihre Preise am Abend persönlich entgegen.

Am gestrigen Abend des 15. März 2019 fand in der Caligari-FilmBühne in Wiesbaden zum 15. Mal die feierliche Verleihung des Deutschen FernsehKrimi-Preises in Beisein zahlreicher prominenter Schauspieler, Filmschaffender und Gäste aus Gesellschaft und Politik statt. Durch die Gala führte 3-SAT-Moderator Rainer Maria Jilg, der auch von der Berlinale 2019 her bekannt ist. Für das pop-rockige musikalische Begleitprogramm sorgte das Streicherinnen-Duo La Finesse.

Moderator Rainer Maria Jilg im Gespräch mit taatssekretärin Ayse Asar vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.© Foto: Diether v. Goddenthow
Moderator Rainer Maria Jilg im Gespräch mit Staatssekretärin Ayse Asar vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.© Foto: Diether v. Goddenthow

Jilg begrüßte zahlreiche Ehrengäste, unter Ihnen auch Staatssekretärin Ayse Asar vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, welches über die HessenFilm und Medien GmbH das Deutsche FernsehKrimi-Festival in diesem Jahr mit 12.000 Euro gefördert hat. Im Interview Rainer Maria Jilg sagte Frau Asar, dass das FernsehKrimi-Festival eine Besonderheit in Hessens großer bunter Festivallandschaft sei und  sich zurecht zu einem starken Publikumsmagneten entwickelt habe. „Die Faszination des Verbrechens beschäftigt unsere Gesellschaft und so ist der Sonntagsabendkrimi für viele Menschen ein wichtiges Ritual. Ganz besonders gelungen ist auch das Rahmenprogramm des Festivals, das sich dem Genre ‚Krimi‘ mit Filmgesprächen, Wettbewerben, Lesungen und Kunstausstellungen nähert. Auch Schülerinnen und Schüler haben die Gelegenheit, Themen wie Cybermobbing und organisierte Kriminalität im Dialog mit Filmschaffenden zu diskutieren und den Arbeitsalltag in der Filmbranche aus erster Hand zu erfahren.“, sagte die Staatssekretärin und wünschte dem Festival weiterhin eine kluge Auswahl aus den Wettbewerbseinreichungen.

Duo-La-Finesse. © Foto: Diether v. Goddenthow
Duo-La-Finesse. © Foto: Diether v. Goddenthow

Kulturdezernent Axel Imholz glaubt, dass das Fernsehkrimifestival nicht mehr in Tradition der Film- und Fernsehstadt Wiesbaden á la „Wenn der weiße Flieder wieder blüht“ stünde. „Da sind wir ein paar Schritte weiter. Aber das Fernsehkrimifestival passe wunderbar „ins moderne Wiesbaden, in die moderne Filmstadt Wiesbaden“. Das sähe man auch am Publikum des Festivals. Das Schöne sei natürlich, dass wir Krimis mal in groß sehen können, und nicht nur in den doch nach wie vor begrenzten Flimmerkisten daheim. Im Kino hier sei das eine ganz andere Atmosphäre, insbesondere, wenn dann Filmmacher und wichtige Schauspieler in Fleisch und Blut da wären, die man sonst ja nur durch die getrennte Scheibe sähe. Das ist ein Anreiz für alle Krimifans. Imholz bevorzugt übrigens so schräge und abgedrehte Fernsehkrimis wie den „Murmeltiertatort“ „MUROT UND DAS MURMELTIER“

Damit es bis zum Schluss der Gala spannend blieb, wurden, bevor der Gewinnerfilm des Hauptpreises bekannt gegeben wurde, zunächst die Preise aller anderen Kategorien, darunter der Sonderpreis für Regie, der Publikumspreis des Wiesbadener Kurier und Nachwuchs-Preis für „Deutschlands spannendsten FernsehKrimiDrehbuchnachwuchs“ verliehen.

Dion-Schumann,„Deutschlands spannendsten FernsehKrimiDrehbuchnachwuchs“, rechts SANDRA DUSCHL von HessenFilm und Medien. © Foto: Diether v. Goddenthow
Dion-Schumann,„Deutschlands spannendsten FernsehKrimiDrehbuchnachwuchs“, rechts SANDRA DUSCHL von HessenFilm und Medien. © Foto: Diether v. Goddenthow

Seit drei Jahren wird der Nachwuchs-Preis für „Deutschlands spannendsten FernsehKrimiDrehbuchnachwuchs“ vergeben. Unter dem Aufruf „Drehbuchnotruf 110“ suchte das Deutsche FernsehKrimi-Festival von September 2018 an gemeinsam mit der HessenFilm und Medien nach abendfüllenden Stoffen kreativer Nachwuchsautorinnen und -autoren. Die Voraussetzungen: Es sollte sich um den ersten oder zweiten unverfilmten Drehbuchstoff handeln. Durchgesetzt hatte sich letztlich Dion Schumann mit seinem sehr abgefahrenen Drehbuch-Exposé „Der Apfelgriebschmann“. Dion Schumann habe ein Genre-Stück geschrieben, das so nicht alle Tage im deutschen Fernsehen zu sehen sei. „Bei allen Horror- und ThrillerElementen überwiegen aber immer der tiefschwarze Humor und die Skurrilität seiner Hauptfiguren“, begründet die Jury des Drehbuchpreises ihre Entscheidung. Juroren waren SANDRA DUSCHL von HessenFilm und Medien, DANIEL LORENZ Regisseur und Filmstoffentwickler für verschiedene Formate und Sender sowie Tom Winter, unter anderm für Programm und Wettbewerbe beim Fernsehkrimifestival zuständig. Der Gewinner erhält keinen Sach- oder Geldpreis, sondern eine fachkundige Unterstützung durch das renommierte TOP: Talente e. V.-Institut. Mit dieser professionellen Hilfe kann er seinen Exposé-Stoff bis zum Treatment entwickeln und diese dann in der Hoffnung einen Produzenten zu finden auf dem FernsehfilmFestival Baden-Baden 2019 während eines Pitch-Workshop vorstellen.

Im „Schnelldurchgang“ wurden die 10 im Wettbewerb befindlichen Fernsehkrimis ausschnittweise kurz angerissen, bevor der Reigen der Preisvergaben startet, beginnend mit dem Publikumspreis der Publikumsjury des Wiesbadener Kuriers.

Die Publikumsjury

Adolf E. Bremer, Angelika Pohl, Elke Boger, und Sarah Müller im Gespräch mit dem Moderator. © Foto: Diether v. Goddenthow
Adolf E. Bremer, Angelika Pohl, Elke Boger, und Sarah Müller im Gespräch mit dem Moderator. © Foto: Diether v. Goddenthow

Die Publikumsjury setzt sich jedes Jahr aus fünf krimibegeisterten Wiesbadener Zuschauern zusammen, die vom Wiesbadener Kurier ermittelt werden. In diesem Jahr hießen die Juroren: Elke Boger, Angelika Pohl, Heidrun Groeger, Sarah Müller und Adolf E. Bremer, die in den Tagen davor alle 10 Wettbewerbsfilme angeschaut hatten und in der Nacht zuvor diskutieren, welcher diesjährige Fernsehkrimi ihrer Meinung nach den ersten Publikums-Preis bekommen sollte. Für unsere Entscheidung des Gewinnerfilms der Publikumsjury war maßgebend, so die Jurysprecherin Angelika Pohl, die emotionale Betroffenheit, die dieser Film bei uns ausgelöst hat, die schauspielerische Leistungen, die beeindruckenden Bilder, der bis zum Ende gehaltene Spannungsbogen der Handlung, die thematische Wichtigkeit und vor allem „die eindrucksvolle Darstellung der sukzessiven Zerstörung der Persönlichkeit der Protagonistin, aber auch die Kraft, die sie gezeigt hat, aus der Opferrolle herauszutreten“.
2-rufmord.jpgDeswegen fiel die Entscheidung des Publikumspreises 2019 auf „Rufmord“, in dem das Cybermobbing zum Thema gemacht wird. Zu diesem Zeitpunkt wussten weder die Galagäste noch die Publikums-Juroren, dass sie für denselben Fernsehkrimi gevotet hatten. „Rufmord“ wird am 1. April im ZDF um 20.15 Uhr ausgestrahlt werden.

Die Jury 

(v.l.n.r.) Die Juroren des Deutschen FernsehKrimi-Festivals 2019 Schauspielerin Ann-Kathrin Kramer, Schauspieler Oscar Hoppe, Zoë Beck (Krimistipendiatin der Landeshauptstadt Wiesbaden und Krimiautorin), Heike Borufka (Gerichtsreporterin des HR) und Benjamin Dörr (Strafverteidiger), © Foto: Diether v. Goddenthow
(v.l.n.r.) Die Juroren des Deutschen FernsehKrimi-Festivals 2019 Schauspielerin Ann-Kathrin Kramer, Schauspieler Oscar Hoppe, Zoë Beck (Krimistipendiatin der Landeshauptstadt Wiesbaden und Krimiautorin), Heike Borufka (Gerichtsreporterin des HR) und Benjamin Dörr (Strafverteidiger), © Foto: Diether v. Goddenthow

Über den Gewinner des Deutschen FernsehKrimi-Preises 2019 in den Kategorien „Sonderpreis Regie“, „Bester Darsteller“, „Beste Darstellerin“ und „Hauptpreis“ entschied die Festival- Jury. In diesem Jahr gehörten ihr an: Zoë Beck (Krimistipendiatin der Landeshauptstadt Wiesbaden und Krimiautorin), Heike Borufka (Gerichtsreporterin des HR), Benjamin Dörr (Strafverteidiger) und die Schauspielerin Ann-Kathrin Kramer sowie der Schauspieler Oscar Hoppe.

Sonderpreis für Regie

Julia von Heinz  erhielt für ihren „Für immer und dich“ (SWR)  den Preis für die beste Regie.  © Foto: Diether v. Goddenthow
Julia von Heinz erhielt für ihren „Für immer und dich“ (SWR) den Preis für die beste Regie. © Foto: Diether v. Goddenthow

Mit einem Sonderpreis für Regie zeichnet die Jury Julia von Heinz für ihren sensiblen und gleichzeitig schonungslos radikalen Umgang mit dem Thema Kindesmissbrauch und Kindesentzug in dem Tatort „Für immer und dich“ (SWR) aus. Der Regisseurin sei ein Ausnahmetatort gelungen, urteilt die Jury. „Hier wird eine Geschichte wirklich ausgelotet und es wird nicht weggeschwenkt, wenn es ans Eingemachte geht. Das ist mutig und wahrhaftig und absolut preiswürdig.“

 Preis “Bester Darsteller“

Ulrich Tukur, Preis für "Bester Darsteller" im HR-Tatort „Murot und das Murmeltier“, © Foto: Diether v. Goddenthow
Ulrich Tukur, Preis für „Bester Darsteller“ im HR-Tatort „Murot und das Murmeltier“, © Foto: Diether v. Goddenthow

Für die Rolle des LKA-Ermittlers Felix Murot im HR-Tatort „Murot und das Murmeltier“, der in einer Wiederholungsschleife denselben Tag immer wieder erleben muss, erhält  Ulrich Tukur den Preis “Bester Darsteller“. In einem selten gesehenen Variantenreichtum lasse Tukur den routinierten Felix Murot erlebbar werden, „immer im Moment, sich wundernd, grummelig, verwirrt, hoffend, verzweifelt kämpfend, gleichgültig, lebensfreudig“, lobt die Jury.

 

„Beste Darstellerin“

Katrin Wichmann , Preis für "Beste Darstellerin" in ihrer Rolle im NDR-Tatort „Borowski und das Glück der Anderen“. Foto aus ihrer Video-Botschaft.
Katrin Wichmann , Preis für „Beste Darstellerin“ in ihrer Rolle im NDR-Tatort „Borowski und das Glück der Anderen“. Foto aus ihrer Video-Botschaft.

Mit dem Preis  „Beste Darstellerin“ wird Katrin Wichmann für ihre Rolle im NDR-Tatort „Borowski und das Glück der Anderen“ (NDR) ausgezeichnet. Die Tragik um die Supermarkt-Kassiererin Peggy Stresemann beginnt mit ihrem Neid auf die Nachbarn und deren vermeintliches Lottoglück. Unzufrieden, neidisch und gierig sei diese Figur, so die Jury, eine Suchende, die Gefühle anspreche, die wir alle kennen. „Wir sehen selten eine Figur aus dieser Schicht in einer solchen Wahrhaftigkeit wie Katrin Wichmann als Peggy Stresemann.“

Filme gut,  Festival gut!

Ein Hoch auf das FernsehKrimi-Festival. Festivalleiterin Cathrin Ehrlich im Gespräch mit dem Moderator bevor es zur Verleihung des Hauptpreises kommt. © Foto: Diether v. Goddenthow
Ein Hoch auf das FernsehKrimi-Festival. Festivalleiterin Cathrin Ehrlich im Gespräch mit dem Moderator bevor es zur Verleihung des Hauptpreises kommt. © Foto: Diether v. Goddenthow

Bevor die Jury den Hauptpreis bekannt geben konnte, fragte der Moderator die kurz auf die Bühne geholte Krimifestivalleiterin Cathrin Ehrlich, wie denn das diesjährige Fernsehkrimifestival für sie war: „Ich könnte jetzt weiterhin jeden Tag ins Kino gehen, Filme gucken, nette Leute treffen, Gespräche führen und Prominenz neben sich sitzen haben“, das habe man ja auch nicht jeden Tag, so Ehrlich. Es sei für sie einfach eine wirklich tolle Zeit gewesen, was „natürlich auch an der hohen Qualität der Filme“ lag. Denn seien die Filme gut, gelänge auch ein Festival, so Ehrlich. Auch habe insbesondere die hohe Qualität beider Jurys, der die Festivalleiterin herzlich dankte, zum guten Gelingen beigetragen. Darauf und auf alle Mitstreiter des Festivals und aufs Publikum stieß Krimifestivalleiterin mit Moderator Jilg an, bevor die Jury den Hauptpreis bekannt geben konnte.

Gewinner des Deutschen FernsehKrimi-Preises 2019

Gewinner des Deutschen FernsehKrimipreises Drehbuchautorin Claudia Hoffmann, Regisseurin Viviane Andereggen, Britta Stöckle (Drehbuch) und ARTE-Redakteur Olaf Grunert mit den  Jurymitgliedern Zoë Beck und Benjamin Dörr und dem Kulturdezernent  Axel Imholz bei der Preisverleihung. © Foto: Diether v. Goddenthow
Gewinner des Deutschen FernsehKrimipreises Drehbuchautorin Claudia Hoffmann, Regisseurin Viviane Andereggen, Britta Stöckle (Drehbuch) und ARTE-Redakteur Olaf Grunert mit den Jurymitgliedern Zoë Beck und Benjamin Dörr und dem Kulturdezernent Axel Imholz bei der Preisverleihung. © Foto: Diether v. Goddenthow

Der Gewinner des Deutschen FernsehKrimi-Preises 2019 ist die ZDF/ARTEProduktion „Rufmord“. Das Cybermobbingdrama um die selbstbewusste, kompromisslose junge Lehrerin Luisa Jobst (Rosalie Thomass) überzeugte die Jury. In dem Film habe nahezu jede Person einen Ruf zu verlieren und halte deshalb auch gegen besseres Wissen daran fest. Jeden und jede von uns könne es treffen, nicht nur als Opfer, sondern auch als Täter oder Täterin, so die Jury. Der in „Rufmord“ dargestellte Mikrokosmos sei „ein Abbild unserer Gesellschaft, die ausgeübte digitale Gewalt letztlich nur eine Variation archaischer Rachemotive“. Die Regie zu „Rufmord“ führte Viviane Andereggen, das Drehbuch verfassten Claudia Kaufmann und Britta Stöckle; die Schauspielerin Rosalie Thomass und der Schauspieler Johann von Bülow sind in den Hauptrollen zu sehen, produziert wurde der Fernsehfilm von der hager moss film (Kirsten Hager und Carmen Stozek). Das Filmteam erhält 1.000 Liter Wein als Preis.

Eintrag ins Goldene Buch der Stadt (vlnr.) Zoë Beck (Krimistipendiatin der Landeshauptstadt Wiesbaden und Krimiautorin), Ulrich Tukur (Schauspieler), Cathrin Ehrlich (FernsehKrimi-Festivalleiterin) und Sozialdezernent Axel Imholz. © Foto: Diether v. Goddenthow
Eintrag ins Goldene Buch der Stadt (vlnr.) Zoë Beck (Krimistipendiatin der Landeshauptstadt Wiesbaden und Krimiautorin), Ulrich Tukur (Schauspieler), Cathrin Ehrlich (FernsehKrimi-Festivalleiterin) und Sozialdezernent Axel Imholz. © Foto: Diether v. Goddenthow

Anschließend begrüßten Kulturdezernent Axel Imholz und Cathrin Ehrlich die Preisträger, Filmschaffenden und Gäste herzlich zum Empfang der Stadt Wiesbaden im Ratssaal. Dabei wurde das Team des Deutschen FernsehKrimi-Festivals mit heftigen Applaus für die großartige Organisation und Umsetzung des Festivals gefeiert. Die Gewinner des 15. Deutschen Fernsehkrimipreises sowie die Juroren trugen sich in das Goldene Buch der Stadt ein.

Abschlussbild aller Beteiligten des 15. Fernsehkrimifestivals in der Caligari FilmBühne am 15. März 2019 © Foto: Diether v. Goddenthow
Abschlussbild aller Beteiligten des 15. Fernsehkrimifestivals in der Caligari FilmBühne am 15. März 2019 © Foto: Diether v. Goddenthow

Das Deutsche FernsehKrimi-Festival ist eine Veranstaltung des Kulturamtes der Landeshauptstadt Wiesbaden mit Unterstützung der HessenFilm und Medien GmbH und des Hessischen Rundfunk, in Kooperation mit dem Literaturhaus Villa Clementine, dem Medienzentrum Wiesbaden, der Friedrich-Wilhelm-MurnauStiftung, der SV SparkassenVersicherung, dem Hessischen Staatstheater Wiesbaden und dem Wiesbadener Kurier.

 

15. FernsehKrimi-Festival mit dem Sozial-Thriller „Polizeiruf 110 – Kindeswohl“ eröffnet

Ansturm auf die Caligari Filmbühne zur Eröffnung des 15. FernsehKrimi-Festivals am 12.10.2019 in Wiesbaden. © Foto: Diether v. Goddenthow
Ansturm auf die Caligari Filmbühne zur Eröffnung des 15. FernsehKrimi-Festivals am 12.10.2019 in Wiesbaden. © Foto: Diether v. Goddenthow

Der eigentliche Wettbewerb des Fernsehkrimi-Festivals startete am Dienstag, 12. März, um 20 Uhr mit der Premiere des Wettbewerbsbeitrags „Polizeiruf 110 – Kindeswohl“. Das erschütternde, wie spannende Krimidrama im Jugendhilfe-Milieu wird wiederholt am Sonntag, 17. März 2019, 03.50 Uhr in der „LangeFernsehkrimiNacht“. Diese beginnt bereits am Samstag 16. März um 19.30 Uhr und geht bis Sonntag-Mittag um 12.00 Uhr. In den Hauptrollen sind Charly Hübner als Kommissar Alexander Bukow und Anneke Kim Sarnau als seine Kollegin Katrin König sowie Jack Owen Berglund und Junis Marlon. Regisseur und Drehbuchautor: Lars Jessen. Drehbuchautorin: Christina Sothmann. Produzentin: Iris Kiefer.

Polizeiruf 110 – Kindeswohl   © NDR_filmpool fiction
Polizeiruf 110 – Kindeswohl © NDR_filmpool fiction

Der gewaltige Sozial-Thriller „Kindeswohl“ unter der brillanten Regie von Lars Jessen, entlarvt den an mafiöse Strukturen erinnernden Verschiebebahnhof schwersterziehbarer, krimineller Jugendlicher an „Pflegefamilien“ ins osteuropäische Ausland durch staatlich beauftragte Privatunternehmen der Jugendhilfe. In diesen Kinderverschickungs-Unternehmen sei, so Jessen beim anschließenden Filmgespräch mit Moderator Knut Elstermann, das Kindeswohl anscheinend nicht unbedingt davon abhängig, was pädagogisch, sondern, was ökonomisch geboten ist. Das Ganze sei ein riesiger Skandal.

Regisseur und Drehbuchautor Lars Jessen mit Hauptdarstellers Junis Marlon "Ken" . © Foto: Diether v. Goddenthow
Regisseur und Drehbuchautor Lars Jessen mit Hauptdarstellers Junis Marlon „Ken“ . © Foto: Diether v. Goddenthow

Auf das in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannte Thema seien er und Drehbuchautorin Christina Sothmann über Jessens Frau gekommen. Diese habe selbst einmal in solch einer Einrichtung der Jugendhilfe gearbeitet, und dabei mitgekriegt, dass private Unternehmen der Jugendhilfe für „normal“ schwererziehbare Kinder und Jugendliche rund 4.900 Euro, und für schwersterziehbare um die 9.900 Euro monatlich zu deren Unterbringung in Heimen oder Pflegefamilien kriegten. Die von den örtlichen Jugendämtern beauftragten privaten Jugendhilfeunternehmen würden, ohne, dass die Ausgaben tatsächlich kontrolliert würden, häufig, wie im Film, schwersterziehbare Jugendliche in Pflegefamilien im osteuropäischen Ausland unterbringen. Die Gastfamilien erhielten dann nur einen Bruchteil der Pflegegelder, so zwischen 600 bis 800 Euro wie die polnische Pflegefamilie im Film, wobei es häufig, wie gleichfalls dargestellt, massive Sprachbarrieren gäbe. Zurzeit seien rund 850 Jugendliche so oder ähnlich im Ausland untergebracht, oftmals völlig unnötig, da Jugendbehörden bzw. deren beauftragte Einrichtungen hierzulande manche sich anbietende pädagogisch bessere und preiswertere Unterbringungsmöglichkeit, etwa wie im Film bei der Großmutter, nicht nutzen.

Im Anschluss an das Filmgespräch trafen sich die Filmschaffenden, Juroren und Gäste zum traditionellen Empfang in der Villa Clementine. Hierbei wurde gegen Mitternacht auf den 19. Geburtstag des Hauptdarstellers Junis Marlon angestoßen, der als schwersterziehbarer „Ken“ in „Kindeswohl“ sehr überzeugend rüberkommt.

Gegen Mitternacht wurde in der Villa Clementine im Kreis der Filmschaffenden auf den 19. Geburtstag des Hauptdarstellers  Junis Marlon "Ken" angestoßen. © Foto: Diether v. Goddenthow
Gegen Mitternacht wurde in der Villa Clementine im Kreis der Filmschaffenden auf den 19. Geburtstag des Hauptdarstellers Junis Marlon „Ken“, 2. v. links, angestoßen. © Foto: Diether v. Goddenthow

Die Erstausstrahlung von „Polizeitruf 110 – Kindeswohl“ erfolgt in der ARD am 7. 4.2019. Sehr empfehlenswert! Aber nur etwas für starke Nerven!

(Diether v. Goddenthow / Rhein-Main.Eurokunst)

Ehrung Ulrike Folkerts mit dem ersten Ehrenpreis des Deutschen Fernsehkrimifestivals

(v.li.): Erste Laudatorin Liane Jessen, Preisträgerin Ulrike Folkerts und Kulturdezernent Axel Imhols bei der Verleihung des ersten Ehrenpreis des Deutschen Fernsehkrimifestivals am 10.3.2019 auf der Caligari FilmBühne in Wiesbaden.  © Foto: Diether v. Goddenthow
(v.li.): Erste Laudatorin Liane Jessen, Preisträgerin Ulrike Folkerts und Kulturdezernent Axel Imhols bei der Verleihung des ersten Ehrenpreis des Deutschen Fernsehkrimifestivals am 10.3.2019 auf der Caligari FilmBühne in Wiesbaden. © Foto: Diether v. Goddenthow

Gegen 17.15 Uhr eröffneten am 10. März 2019 Kulturdezernent Axel Imholz, Fernsehkrimifestivalleiterin Cathrin Ehrlich, Schauspieler Heino Ferch und Thüringens bekanntester Künstler Harald Reiner Gratz im Foyer der Caligari FilmBühne den 2. Teils der Ausstellung „Hinter den Spiegeln“, bevor um 18 Uhr Deutschlands dienstälteste Tatortkommissarin Ulrike Folkerts, alias Lena Odenthal, mit dem allerersten Ehrenpreis des Fernsehkrimifestivals ausgezeichnet wurde. Zuvor musste die von zahlreichen Fans und Medienleuten umlagerte, beliebte Schauspielerin noch zahlreiche Autogramme und erste Interviews geben.

Krimifestivalleiterin Cathrin Ehrlich. © Foto: Diether v. Goddenthow
Krimifestivalleiterin Cathrin Ehrlich. © Foto: Diether v. Goddenthow

Die Jurysitzung habe maximal 2 Minuten betragen, da stand die erste Preisträgerin des Ehrenpreises des Deutschen Fernsehkrimifestivals, nämlich „Ulrike Folkerts“, fest. „Wir wollten anlässlich des Jubiläums zum 15. Deutschen FernsehKrimi-Festivals etwas Besonderes machen, und da kamen wir auf die Idee des „Ehrenpreises“, berichtet die Festivalleitern und freut sich, dass die Presse „unsere Auswahl sehr goutiert hat“. „Wir waren in der Bildzeitung auf der ersten Seite, die Presseresonanz ist toll“, ist Cathrin Ehrlich begeistert. Aber es ging den Veranstaltern nicht nur um Aufmerksamkeit, sondern darum, eine Persönlichkeit zu ehren, „die sich in besonderer Weise für den deutschen Fernsehkrimi verdient gemacht hat“. Ulrike Folkerts ist nicht nur als dienstälteste Tatortkommissarin eine Idealauswahl, sie habe auch den deutschen Fernsehkrimi beeinflusst und verändert. Die große Zustimmung und Beliebtheit der Person hinter der Tatortkommissarin Lena Odenthal zeigte sich einmal mehr auch und gerade in den emotionalen Laudationes von Jurymitglied und Festivalgründerin Liane Jessen vom Hessischen Rundfunk und von Regisseur Axel Ranisch, mit dem die Preisträgerin die beiden experimentellen Tatorte „Babbeldasch“ und „Waldlust“ gedreht hatte. Für diese herrlichen Drehs ohne Drehbuch hatten beide, insbesondere Ranisch, ordentlich harte Kritik aushalten müssen. Hierbei hatte sich Folkerts ganz hinter Axel Ranisch gestellt, eine weitere Tugend, die „Kommissarin Odenthal“ auszeichnet: Haltung!

(v.li.) Brigitta Lamparth, Leiterin der Feuilletonredaktion Wiesbadener Kurier, Ulrike Folkerts mit Autogramm-Jäger auf dem roten Teppich im Foyer der Caligari FilmBühne. © Foto: Diether v. Goddenthow
(v.li.) Brigitta Lamparth, Leiterin der Feuilletonredaktion  im Wiesbadener Kurier, Ulrike Folkerts mit Autogramm-Jäger auf dem roten Teppich im Foyer der Caligari FilmBühne. © Foto: Diether v. Goddenthow

„ Sehnsuchtsblick mit resignativer Ironie“ – Laudatio von Liane Jessen

Ulrike Folkerts gehöre zu den Menschen, die man, so die Leiterin Fersehspiel beim HR, leider zu selten „in unserer Branche der Eitelkeiten“, des ewigen „Hallosagens“ und „in den weiten Blumenfeldern der Narzissten“ träfe. Schon nach dem ersten Treffen sei Jessen von der Einheit von Mensch, Abbild und Fiktionalem und von der spürbaren Integrität und Leidenschaft, die Folkerts ausstrahlte, beeindruckt gewesen. Nicht nur Höhen und Tiefen des politischen und gesellschaftlichen Lebens, sondern auch die Entwicklung als Frau hätten sich „in den Themen ihrer Tatorte gespiegelt“, wobei ihr innerer Kern „in den Jahren für mich immer sichtbarer hervorgetreten“, „während das Fernsehen leider gleichzeitig immer weniger wagemutig geworden ist.“, so die Laudatorin.

Liane Jessen, Leiterin Fersehspiel beim Hessischen Rundfunk. © Foto: Diether v. Goddenthow
Liane Jessen, Leiterin Fersehspiel beim Hessischen Rundfunk. © Foto: Diether v. Goddenthow

Die Faszination gehe nicht nur von ihrer vom Glück getragenen äußeren Schönheit „und ganz altmodisch formuliert,“ von ihrer Anmut aus, sondern auch von einem „Ausdruck von Verlorenheit“ mit einem Blick, der sich bis an die Schwelle der Sehnsucht erstrecke, wobei sich ein inneres Feuer hinter einer feinen, resignativen Ironie verbürge. Und trotzdem kämpfe „Lena Odenthal wie wir alle weiter durch Alltag, Widrigkeiten, Abgründe“, so Jessen ganz emotional und persönlich. Diese spezielle Verbindung von uns zu ihrer fiktiven Person mache den Zauber dieser Tatortkommissarin aus. „Ihre Tatorte sind herausragend, haben eine Eigenschaft, auf die das Fernsehen unbedingt nicht verzichten kann: Sie alle ergänzen unseren Vorrat des persönlichen Erlebens, docken an Gefühle an und auch an Wunden, die wir alle in uns tragen.“, brachte die Laudatorin ihre Wertschätzung – wohl stellvertretend für die meisten im großen Kinosaal – „mit ein wenig Pathos“ auf den Punkt.
„Du bist im besten Sinne uneitel“ – Laudatio von Axel Ranisch

Axel Ranisch, Regisseur u.a. von den beiden Tatort-Krimis „Babbeldasch“ und „Waldlust“ © Foto: Diether v. Goddenthow
Axel Ranisch, Regisseur u.a. von den beiden Tatort-Krimis „Babbeldasch“ und „Waldlust“ © Foto: Diether v. Goddenthow

Nicht minder emotional, beinahe schon einer Liebeserklärung gleich, folgte Axel Ranisch Laudatio: “Du hast in den vergangenen drei Jahren, sehr, sehr viele liebe Dinge über mich und unsere Zusammenarbeit gesagt, dass ich mich also jetzt von ganzem Herzen freue, dass ich das jetzt hier vor großem Publikum und diesem wunderschönen Saal auch über Dich tun darf.
Du bist für die Menschen hier im Saal und da draußen, ich weiß nicht im Umkreis von 700 Kilometern oder mehr, eine Legende. Selbst Menschen ohne Fernseher kennen Dich, doch!
Du bist aber noch so unendlich viel mehr als eine TV-Kommissarin, Du bist eine Mutmacherin, eine Kämpferin, eine Heldin. Du stehst für Gerechtigkeit, für Stärke, für Verlässlichkeit, für Durchhaltevermögen und Beständigkeit. Du bist für Millionen von Menschen eine Freundin, die zweimal im Jahr zu Besuch kommt. Und die gar nicht so viele Wort braucht, um einem das Gefühl zu geben, dass man sich zuhause fühlen kann. In den letzten 30 Jahren hast Du mit Konsequenz und ganz unprätentiös die Fernsehlandschaft verändert, einfach so. Du hast sie sinnlicher gemacht. Du hast Zwischentöne zum Klingen gebracht. Du hast mit Vorurteilen aufgeräumt, und bist ein Vorbild geworden, ein Idol für Generationen“, feuerte der Laudator aus tiefstem inneren Bedürfnis eine „Liebeserklärung nach der anderen“ auf Folkerts ab, und unterstrich noch einmal seine Wertschätzung: „Das Treppchen, auf dass ich Dich jetzt da stelle, das existiert fernab dieser Laudatio. Du stehst da wirklich drauf, und gleichwohl ist es Dir fast körperlich unangenehm, diesen Platz da oben einzunehmen. Dass ist eine riesige Stärke von Dir. Du bist immer nah, Du bist kein Star, Du bist keine Diva, Du hast keine Allüren, wie viele Deiner Kollegen. Du bist eine richtige Menschenfreundin. Du bist einfach mega cool, loyal, fair und im besten Sinne uneitel.“

„Es war die richtige Rolle“ Ulrike Folkerts gerührt über die tolle Auszeichnung

Ulrike Folkerts, geehrt mit dem ersten Ehrenpreis des Deutschen FernsehKrimi-Festivals für 30 Jahre Tatortkommissarin Lena Odenthal. . © Foto: Diether v. Goddenthow
Ulrike Folkerts, geehrt mit dem ersten Ehrenpreis des Deutschen FernsehKrimi-Festivals für 30 Jahre Tatortkommissarin Lena Odenthal. . © Foto: Diether v. Goddenthow

Ulrike Folkerts, ganz gerührt über diese Lobreden und noch nach Worten ringend, sagte, dass dies ein „sehr bewegender Moment für mich“ sei, und sie sich „in den Laudatien sehr gut wiederfinde“, die sie sehr bewegt hätten. Diese Ehrenpreisverleihung, bei der auch ein kleiner Tatort-Rückblick auf 30 Jahre Kommissarin Lena Odenthal gezeigt wurde, „werfe mich zurück, wie ich angefangen habe“. Sie habe diese Bilder, diese Ausschnitte gesehen, in der auch so viel „Ulrike-Geschichte eingefangen ist“. Das war echt. Sie sei auch ein ängstlicher Mensch gewesen und habe sich in der Branche allmählich ihren Platz erkämpfen müssen, wobei die Rolle für sie perfekt gewesen sei und ist, „weil, ich nicht beispielsweise so Girlies spielen brauchte, „die sich ausziehen müssen oder die vergewaltig werden oder den Männern den Kopf abschneiden“. Sie konnte „Polizistin sein, die auf Gerechtigkeit setzt, die für andere wütend sein darf, Bösewichter einsperren, Lügner aufdecken und Arschlöcher entlarven kann, mit denen ich mich kloppen oder sie auch zu einer Schießerei herausfordern kann“, so die Folkerts, die bekennt: „Ich habe nicht immer gewonnen als Kommissarin, aber es war die richtige Rolle für mich. Ich habe mich da so wohl gefühlt, das war so richtig meins“. Danke, danke für diese tolle Auszeichnung!“

Impression aus der Caligari FilmBühne. © Foto: Diether v. Goddenthow
Impression aus der Caligari FilmBühne. © Foto: Diether v. Goddenthow

(Diether v. Goddenthow /Rhein-Main.Eurokunst)

Gemalte Tatorte – Harald Reiner Gratz Sonderausstellung „Hinter den Spiegeln“ –zum 15. Deutschen Fernsehkrimifestival in Wiesbaden eröffnet

Künstler Harald Reiner (li.) Gratz mit Schauspieler-Freund Heino Ferch bei der Eröffnung der Sonderausstellung "Hinter den Spiegeln" am 10.3..2019 in der SV-AtriumGalerie der Sparkassenversicherung anlässlich  des 15. Deutschen FernsehKrimi-Festivals. © Foto: Diether v. Goddenthow
Künstler Harald Reiner (li.) Gratz mit Schauspieler-Freund Heino Ferch bei der Eröffnung der Sonderausstellung „Hinter den Spiegeln“ am 10.3..2019 in der SV-AtriumGalerie der Sparkassenversicherung anlässlich des 15. Deutschen FernsehKrimi-Festivals. Im Hintergrund Harald Reiner Gratz Werk „Stadt sucht einen Mörder (Leihgabe aus Privatbesitz). © Foto: Diether v. Goddenthow

Dem glücklichen Umstand der Freundschaft zwischen Schauspieler Heino Ferch, Fernsehkrimipreisträger „Bester Darsteller“ 2018, und Thüringens bekanntestem Maler Harald Reiner Gratz ist die wunderbar-abgründig anmutende Festival-Begleitausstellung „Hinter den Spiegeln“ an den zwei Standorten in der SV-Sparkassen-Versicherung und in der Caligari FilmBühne zu verdanken. Kuratiert wurde die Sonderausstellung von Dr. Verena Titze-Winter. Sie wurde zwei Tage vor dem eigentlichen Start des 15. Fernehkrimiwettbewerbs am 10. März 2019 gegen 15 Uhr eröffnet von Dr. Stefan Korbach, Vorstandsmitglied der SV Sparkassenversicherung, gemeinsam mit Cathrin Ehrlich, Leiterin des Fernsehkrimifestivals und Kulturdezernent Axel Imholz in Beisein der Künstlerfreunde Gratz und Ferch.

Dr. Stefan Korbach eröffnete die Sonderausstellung "Hinter den Spiegeln" in der AtriumGalerie der Sparkassenversicherung  , Bahnhofstrasse 69.© Foto: Diether v. Goddenthow
Dr. Stefan Korbach eröffnete die Sonderausstellung „Hinter den Spiegeln“ in der AtriumGalerie der Sparkassenversicherung , Bahnhofstrasse 69.© Foto: Diether v. Goddenthow

Stefan Korbach, bekannt für seinen feinsinnigen Humor, fand so auch den Ort für eine derartige Ausstellung solch zwielichtiger, an Massaker und Tatorte erinnernde Gemälde durchaus passend: Denn vor einiger Zeit erst habe sich während zweier ZDF-Krimi-Drehtage „Der Staatsanwalt“ mit Rainer Hunold in einem „unserer Büros heraus gestellt: Der Böse war ein Versicherer, einer, der zudem noch einen Callgirlring leitete“, so Korbach augenzwinkernd.

Kulturdezernent und Krimifan Axel Imholz. © Foto: Diether v. Goddenthow
Kulturdezernent und Krimifan Axel Imholz. © Foto: Diether v. Goddenthow

Krimifan Axel Imholz verriet, dass jedes Gratz-Bild, über das er während seines Vorabrundgangs schon mal seinen Blick schweifen ließ, ihn zusehends beeindruckt habe, „gerade weil ich’s auch gerne blutrünstig mag“.

 

 

 

Einige Werke hat Gratz eigens für das Fernsehkrimifestival geschaffen, den Großteil musste der bekennende Fernsehkrimifan jedoch aus seinem Fundus und über Leihgaben für die Ausstellung gemeinsam mit der Kuratorin auswählen. Das war aber von der Motivauswahl her nicht sonderlich kompliziert, da viele seiner Bilder alltägliche Gewalt, Sex, Gemetzel und menschliche Abgründe widerspiegeln.

Harald Reiner Gratz: Porträt Tom Waits (aus der Serie Hinter den Spiegeln), 150 x 240 cm, Öl auf Leinwand 2018. © Foto: Diether v. Goddenthow
Harald Reiner Gratz: Porträt Tom Waits (aus der Serie Hinter den Spiegeln), 150 x 240 cm, Öl auf Leinwand 2018. © Foto: Diether v. Goddenthow

Stets emotional, sensibel, sind manche Werke gar robust-berührend, hervorgehoben auch durch seinen virtuos eingesetzten, mitunter dicken Farbauftrag, oder durch seine Bildaufteilungen, mittels „abgegrenzter Bildfelder, Blickachsen oder auch Überlagerungen und Motivverbindungen“.

Gratz Werke stehen, wie es an anderer Stelle in der Begleitschrift zur Ausstellung heißt, „ in der Tradition des Deutschen Impressionismus und Expressionismus eines Lovis Corinth, aber auch der DDR-Kunst des sozialistischen Realismus eines Bernhard Heisig oder Werner Tübke.“ In seiner Ausstellung „Hinter den Spiegeln“, einer Metapher, die auf das Rätselhafte und Zweideutige, aber insbesondere auch auf die Dinge hinter dem, was wir sehen, also auf unser Unterbewusstsein anspielen, hat er Werke zusammengestellt, „die uns mit szenischen Bildern eines Kriminalfilms oder eines Tatortes konfrontieren“. Unterstrichen wird dies, indem Gratz mit Schauspielern, etwa aus dem Krimi-Genre, zusammenarbeitet, und sie wie Heino Ferch in seinen Werken „Stadt sucht einen Mörder“ oder „Götz von Berlichingen“ verewigt. Vor drei Jahren hatte Ferch Gratz kennengelernt, als er diesem zusagte, für sein Werk „Reformations-Zyklus“ Model zu stehen. Seither verbindet die beiden eine Freundschaft, und Ferchs Porträt taucht auch in zahlreichen weiteren Gratz-Werken auf.

Krimifestivalleiterin Cathrin Ehrlich. © Foto: Diether v. Goddenthow
Krimifestivalleiterin Cathrin Ehrlich. © Foto: Diether v. Goddenthow

Cathrin Ehrlich lobte, gleichsam begeistert, das Gratz Werk, das so gut zum Deutschen Fernsehkrimifestival passe. Die Festivalleiterin dankte vor allem der Sparkassenversicherung, ohne die diese gewaltige Ausstellung gar nicht möglich gewesen wäre, und den Machern und ihrem Team hinter den Kulissen, insbesondere Nicole Hauptmann (Programm, Ausstellung, Preisverleihung, Sponsoring), Ethel Dadam (Gästebetreuung, Reiseorganisation), Tom Winter ( Programm, Wettbewerb, Drehbuchnachwuchswettbewerb, Serien und Social Media), Aimée Torre Brons (Presse), Bianca Wolf (Festivalassistenz) und den Festival-Fotografen Martin Ohnesorge, Tom Augustiniak & Marisa Luna Santos sowie den vielen anderen.

(v.li.): Tom Winter, Nicole Hauptmann  und Dr. Verena Titze-Winter. © Foto: Diether v. Goddenthow
(v.li.): Tom Winter, Nicole Hauptmann und Dr. Verena Titze-Winter vom Krimi-Festivalteam. © Foto: Diether v. Goddenthow

 

 

Die Ausstellung „Hinter den Spiegeln“ ist noch bis zum 30. April 2019 in der AtriumGalerie (Montag bis Freitag 9:00 bis 18:00, Bahnhofstrasse 69) und bis 17. März (17:00 bis 22:00 Uhr) Caligari Filmbühne kostenfrei zu den jeweiligen Öffnungszeiten besichtigen.

(Diether v. Goddenthow /Rhein-Main.Eurokunst)

Weitere aktuelle Infos zum 15. Deutschen Fernsehkrimifestival 

Auftakt zum 15. Deutschen FernsehKrimi-Festival in Wiesbaden ist am Sonntag, 10. März 2019

DFKF19_LogoParallel zum literarischen KrimiMärz, der  morgen Abend, 7. März, um 20 Uhr in der Villa Clementine mit dem Schwerpunktthema „Organisiertes Verbrechen“ beginnt, startet für cineastische Krimifans  das Wiesbadener Fernsehkrimifestival am Sonntag, 10. März mit Ulrike Folkerts, Heino Ferch, einem Bilderzyklus von Harald Reiner Gratz und einer Fernsehkrimi-Retrospektive in der Caligari Filmbühne.

Zum Festivalauftakt am 10. März um 15 Uhr wird das Krimigenre in Kunst, Schauspiel und Film gefeiert: Heino Ferch und der Maler Harald Reiner Gratz treffen bei der Ausstellungseröffnung „Hinter den Spiegeln“ aufeinander, Ulrike Folkerts erhält in der Caligari Filmbühne den 1. Ehrenpreis des Festivals und anschließend zeigt eine Retrospektive drei Gewinnerfilme aus den letzten 14 Jahren.

Neue Werke des Malers Harald Reiner Gratz werden in der SV AtriumGalerie, Bahnhofstraße 69, in Wiesbaden zu sehen sein. Der Künstler hat eigens für das Festival unter dem Titel „Hinter den Spiegeln“ einen Bildzyklus gemalt, inspiriert von Motiven aus der TV-Krimiszene, unter anderem sind Heino Ferch und Thomas Thieme auf den expressiven Werken dargestellt. Heino Ferch, Gewinner des Darstellerpreises 2018 und in diesem Jahr mit der Premiere von „Spuren des Bösen – Sehnsucht“ (ZDF/ORF) am 14. März im Wettbewerb vertreten, wird bereits zum Auftakt bei der Vernissage vor Ort sein. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit der SV SparkassenVersicherung und ist in der SV AtriumGalerie bis Ende April zu sehen, Zeichnungen von Harald Reiner Gratz werden im Foyer der Caligari FilmBühne, Marktplatz 9, bis 17. März ausgestellt.

„Ich habe immer davon geträumt, dass sich ganz Wiesbaden im März während des FernsehKrimi-Festivals in Deutschlands Krimihauptstadt verwandelt und die ganze Stadt im Krimifieber ist, sich vernetzt und das Genre feiert. Ich freue mich ganz besonders, dass in diesem Jahr erstmals auch das Hessische Staatstheater Wiesbaden mitmacht und Krimis in seinen Spielplan für März aufgenommen hat“, sagt Festivalleiterin Cathrin Ehrlich.

Bereits am Freitag, 8. März, um 19.30 Uhr führt das Hessische Staatstheater Wiesbaden die Premiere von „Der Club“ nach dem Roman von Takis Würger auf und hat am Montag, 11. März, um 19.30 Uhr mit „Arsen und Spitzenhäubchen“ ein weiteres Kriminalstück im Programm.

Ein weiterer Höhepunkt des Festivalauftaktes am 10. März wird die Übergabe des 1. Ehrenpreises an Ulrike Folkerts sein. Die Preisverleihung findet um 18 Uhr in der Caligari FilmBühne statt. Die Laudatio halten HR-Fernsehspielchefin Liane Jessen sowie der Regisseur und Drehbuchautor Axel Ranisch. Anschließend werden im Rahmen einer Retrospektive drei ehemalige Preisträger-Filme der vergangenen Jahre gezeigt: „Tatort – Herzversagen“ (HR, 2005), „Duell in der Nacht“ (ZDF, 2008) sowie „Tatort – Verbrannt“ (NDR, 2016). Die Programmauswahl erfolgte über ein Online-Voting auf http://www.fernsehkrimifestival.de/. Vom 19. Februar bis 1. März konnten von allen bisherigen 14 Gewinnerfilmen (2005 bis 2018) jeweils drei Favoriten angeklickt werden.

Zehn Fernsehkrimis – darunter drei Premieren

Donnerstag, 14. März 2019, 16.30 Uhr –Premiere Spuren des Bösen – Sehnsucht (ZDF/ORF). ©ZDF/Petro Domenigg
Donnerstag, 14. März 2019, 16.30 Uhr –Premiere Spuren des Bösen – Sehnsucht (ZDF/ORF). ©ZDF/Petro Domenigg

Insgesamt zehn Fernsehkrimis – darunter drei Premieren – konkurrieren im Wettbewerb vom 12. bis 15. März um den diesjährigen Deutschen FernsehKrimi-Preis in der Caligari FilmBühne. Die Bandbreite der Themen reicht von Cybermobbing bis hin zu kriminellen Clans. Häufig stehen Jugendliche oder junge Erwachsene im Fokus. Mit den Schulvorstellungen zur BR-Produktion „Polizeiruf 110 – Das Gespenst der Freiheit“ (ab 16 Jahre) am Mittwoch, 13. März, um 9.30 Uhr und zur ZDF/Arte-Produktion „Rufmord“ (ab 15 Jahre) am Donnerstag, 14. März, um 9.30 Uhr in der Caligari FilmBühne, richtet sich das Festival gezielt an Schulen und den jungen Nachwuchs. In Kooperation mit dem Medienzentrum Wiesbaden wird Schülern und Schülerinnen die Gelegenheit gegeben, aktuelle gesellschaftlich relevante Themen im Dialog mit Filmemachern vor Ort zu diskutieren und den Arbeitsalltag in der Filmbranche aus erster Hand zu erfahren.

Darüber hinaus erwartet das Festival prominente Filmgäste, so haben sich unter anderem die Schauspielerinnen Anneke Kim Sarnau, Barbara Philipp, Brigitte Hobmeier und die Schauspieler Heino Ferch, Axel Milberg, Hans-Jochen Wagner, die Drehbuchautorin Ruth Toma und die Regisseurinnen Julia von Heinz sowie Viviane Andereggen in Wiesbaden angemeldet.

Neben der Wettbewerbsjury, der in diesem Jahr die Schauspielerin Ann-Kathrin Kramer und der Schauspieler Oscar Hoppe sowie Zoë Beck (Krimistipendiatin der Landeshauptstadt Wiesbaden und Krimiautorin), Heike Borufka (Gerichtsreporterin des HR) und Benjamin Dörr (Strafverteidiger) angehören, vergibt eine Publikumsjury des Wiesbadener Kuriers auch einen Publikumspreis.

Die Preisverleihung findet am Freitag, 15. März, um 20 Uhr in der Caligari FilmBühne statt. Moderiert wird sie von Rainer Maria Jilg, für das musikalische Begleitprogramm sorgt das Streicherinnen-Duo La Finesse.

Fernsehkrimifestival auf einen Blick

Tickets zum Fernsehkrimifestival

Ulrike Folkerts erhält 1. Ehrenpreis des Deutschen Fernsehkrimifestivals 2019 in Wiesbaden

Polizeiruf 110 – Kindeswohl   © NDR_filmpool fiction
Polizeiruf 110 – Kindeswohl
© NDR_filmpool fiction

Auch im 15. Jahr seines Bestehens bietet das Deutsche Fernsehkrimifestival Wiesbaden (12. bis 17.03.2019) in Kooperation mit dem literarischen KrimiMärz (7. bis 31.03.2019) wieder ein hochspannendes wie vergnüglich schauderhaftes Film-, Lese-, Gesprächs- und Rahmenprogramm.  Während der Fernsehkrimiwoche wird wieder eine  Auswahl der besten Serien- und Einzel-Produktionen, dieses Mal aus 67 Wettbewerbs-Einreichungen, gezeigt. Gestartet wird der cinematische Gänsehaut-Reigen am 12.3. mit der Premiere  von  „Polizeiruf 110 – Kindeswohl“, der im Mai in der ARD ausgestrahlt werden wird.

Während der gesamten Krimifestivalwoche werden in Wiesbaden zahlreiche prominente Schauspieler und Autoren erwartet, unter ihnen: die Schauspielerin Barbara Philipp, die Schauspieler Heino Ferch, Axel Milberg, Hans-Jochen Wagner, die Drehbuchautorin Ruth Toma und die Regisseurinnen Julia von Heinz, Viviane Andereggen sowie Regisseur Dietrich Brüggemann.

Ehrenpreis an Ulrike Folkerts u. Vernissage „Hinter den Spiegeln“

Ulrike Folkerts © Edith Held
Ulrike Folkerts © Edith Held

Bereits zum Festival-Auftakt am 10.03.2017 wird in der Sparkassen-Versicherung Haralds Reiner Gratz Ausstellung „Hinter den Spiegeln“ eröffnet und anschließend in der Caligari-Filmbühne die bekannte Tatort-Kommissarin Lena Rosenthal alias Ulrike Folkerts mit dem 1. Ehrenpreis des Festivals für ihr 30jähriges Tatortjubiläum geehrt.

Publikums-Voting für Lieblingskrimi aus 15 Jahren
Anlässlich des Jubiläums 15 Jahre Fernsehkrimifestival, kann das Publikum aus den 14 bisherigen Gewinnerfilmen den Lieblingsfilm auswählen. Die ersten drei Gewinner-Krimis werden am Sonntag, 10. März, ab 18.30 Uhr noch einmal auf der großen Leinwand in der Caligari-Filmbühne zu sehen sein. Teilnahme ist bis zum 1. März 2019 möglich! Zum Voting

Festival-Eröffnung am 12. März um 20 Uhr
Das Fernsehkrimi-Festival wird am Dienstag, 12. März, um 20 Uhr, mit der Premiere des Wettbewerbsbeitrags „Polizeiruf 110 – Kindeswohl“ eröffnet (Wiederholung: Sonntag, 17. März 2019, 03.50 Uhr). Die Erstausstrahlung erfolgt am 12.5.2019 in der ARD. Unter der Regie von Lars Jessen haben es Charly Hübner als Kommissar Alexander Bukow und Anneke Kim Sarnau als seine Kollegin Katrin König mit einem ganz persönlichen Fall zu tun: In Rostock wird der Leiter eines privaten Kinderheimträgers erschossen. Schnell gerät das Heimkind Keno in Verdacht. Keno ist jedoch verschwunden – und zusammen mit ihm offenbar auch Samuel, der Sohn von Kommissar Bukow …

Nach der Vorführung begrüßt Moderator Knut Elstermann im Filmgespräch die Schauspielerin und Schauspieler Anneke Kim Sarnau, Charly Hübner, Jack Owen Berglund, Junis Marlon, den Regisseur und Drehbuchautor Lars Jessen, die Drehbuchautorin Christina Sothmann und die Produzentin Iris Kiefer.

Verleihung des Fernsehkrimi-Preises am 15. März 2019

Archivbild: Fernsehkrimipreisverleihung. © Foto: Diether v. Goddenthow
Archivbild: Fernsehkrimipreisverleihung. © Foto: Diether v. Goddenthow

1000 Liter köstlicher Wein vom Weingut Ott warten auf den Gewinner des Fernsehkrimi-Preises 2019, der am 15. März um 20 Uhr in der der Caligari FilmBühne verliehen wird . Zudem ermittelt die die Fachjury aus den zehn Wettbewerbsfilmen auch drei Sonderpreise für herausragende Einzelleistungen. Der Jury gehören in diesem Jahr an: Zoë Beck (Krimistipendiatin der Landeshauptstadt Wiesbaden und Krimiautorin), Heike Borufka (Gerichtsreporterin des HR), Benjamin Dörr (Strafverteidiger), die Schauspielerin Ann-Kathrin Kramer sowie der Schauspieler Oscar Hoppe.

Wettbewerbsfilme und Rahmenprogramm

Während der Festivalwoche werden die Wettbewerbsfilme gezeigt, Lesungen und Filmgespräche  mit einem weit gespannten Themenspektrum  angeboten, welches reicht von Cybermobbing und den Verstrickungen des Verfassungsschutzes in die rechte Szene bis hin zum organisierten Verbrechen krimineller Clans. Zudem stehen häufig  Jugendliche bzw. junge Erwachsene im Fokus. Darüber hinaus geht es immer wieder auch um private wie berufliche Verstrickungen. Die Filmvorführungen finden in der Caligari FilmBühne, Marktplatz 9,  statt.  Die Filmgespräche moderiert der  Berliner Filmkritiker Knut Elstermann

Details entnehmen Sie bitte den Programmen: Fernsehkrimifestival und KrimiMärz.

Fernsehkrimi-Drehbuchnachwuchs-Preis

Neben dem Hauptwettbewerb, wird in enger Kooperation mit Hessenfilm- und Medien GmbH zum dritten Mal ein Preis an den besten Fernsehkrimi-Drehbuchnachwuchs verliehen. Der Preis besteht in der dramaturgischen Begleitung des Drehbuchstoffs vom Exposé bis hin zum Treatment sowie ein Pitch-Workshop im Rahmen des Fernseh-Filmfestivals in Baden-Baden im November.

„Das Böse“ auf der Bühne – Kooperation mit dem Staatstheater

Das Hessisches Staatstheater Wiesbaden ergänzt Film und Literatur mit zwei Krimis im Spielplan, dem Klassiker „Arsen und Spitzenhäubchen“ (11.3.2019), und mit der Premiere „Der Club“ nach dem 2017er-Debüt-Roman von Spiegel-Redakteur Takis Würger (08./10./22.03.2019), eine „Crime-and-Love-Story“ ganz besonderer Art.

Zum Abschluss:  Die „Lange FernsehKrimi-Nacht“

Den Abschluss des Festivals bildet am Samstag, 16. März, ab 19.30 Uhr, die „Lange FernsehKrimi-Nacht“. Bis zum Morgen des 17. März werden noch einmal alle zehn Wettbewerbsbeiträge in der Caligari FilmBühne zu sehen sein.

Das Deutsche FernsehKrimi-Festival ist eine Veranstaltung des Kulturamtes der Landeshauptstadt Wiesbaden mit Unterstützung durch die HessenFilm und Medien GmbH und dem Hessischen Rundfunk, in Kooperation mit dem Medienzentrum Wiesbaden, der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, dem Literaturhaus Villa Clementine und dem Wiesbadener Kurier.

Kartenvorverkauf beginnt ab 22. Februar 2019
Tickets-Infos u. www.wiesbaden.de/tourismus/kartenvorverkauf-shop

Highlights-Auswahl des  Fernsehkrimifestival und  KrimiMärz 2019:

am 7. März, um 20 Uhr „Lesung & Werkstattgespräch ‚Die Liferantin‘ mit Wiesbadens Krimistipendiation Zoë Beck, moderiert von Gerwig Epkes (SWR),

am 9. März, Lesung & Film mit Volker Kutscher. Kutscher war der Wiesbadener Krimi-Stipendiat 2018. In der Ur-Lesung „Westend“ stellt er seinen im letzten Jahr dabei verfassten Wiesbaden-Kurzkrimi vor. Anschließend: „Der Hund von Baskerville“ von 1937.

10.3.2019, 18:30 Uhr. Retrospektive 15 Jahre Deutsches FernsehKrimi-Festival, Caligari FilmBühne.

13.3.2019, 18:30 Uhr, Serien-Abend. DER PASS & M – EINE STADT SUCHT EINEN MÖRDER (Murnau Filmtheater).
Doku Crime-Abend

14.3.2019, 19:00 Uh, „Cybercrime – Das Geschäft mit der Angst“ & „Gegen die Angst“, Moderation: Bärbel Schäfer (Murnau Filmtheater)

15.3.2019, 17:00 Uh. Krimi-Talk „Das Böse als ewiges Problem“, Moderation: Dr. Anton Magnus Dorn, TOP: Talente der Akademie für Film- und Fernsehdramaturgie, München. Literaturhaus Villa Clementine.

16.3.2019, 19:30 Uhr, Filmvorführung „Die Lange FernsehKrimi-Nacht“ Caligari FilmBühne
Alle zehn Wettbewerbsfilme als Marathon im Lauf einer Nacht?
19.30 – 21.00 Uhr Polizeiruf 110 – Das Gespenst der Freiheit BR
21.10 – 22.40 Uhr Rufmord ZDF
22.50 – 00.20 Uhr Nichts zu verlieren BR/ORF
00.30 – 02.00 Uhr Tatort – Borowski und das Glück der anderen NDR
02.10 – 03.40 Uhr Gegen die Angst ZDF
03.50 – 05.20 Uhr Polizeiruf 110 – Kindeswohl NDR
05.30 – 07.00 Uhr Tatort – Für immer und Dich SWR
07.10 – 08.40 Uhr Schwartz & Schwartz – Mein erster Mord ZDF
08.50 – 10.20 Uhr Spuren des Bösen – Sehnsucht ZDF/ORF
10.30 – 12.00 Uhr Tatort – Murot und das MurmeltierHR

16. u. 17.3.2019, jeweils 15:00 Uhr Traumkino für Kinder „Kommissar Gordon & Buffy“ Caligari FilmBühne

am 24. März 2019 Auf dem Krimisofa mit Simone Buchholz & Ralph Ghadbahn, Villa Clamentine, über Clankriminalität.

Alle KrimiMärz-Programmpunkte

(Diether v. Goddenthow /Rhein-Main.Eurokunst)

Der Tatortkrimi „Stau“ holt den Deutschen Fernsehkrimi-Preis 2018 – Petra Schmidt-Schaller und Heino Ferch erhalten Auszeichnung als beste Darsteller

Gala-Abschluss-Foto der Krimi-Preisverleihung am 9.3.2018 mit allen Gewinnerinnen und Gewinnern, Juroren, Mitarbeitern und Künstlern beim 18. Deutschen Fernsehkrimifestival in der Caligari-Filmbühne Wiesbaden.   © Foto: Diether v. Goddenthow
Gala-Abschluss-Foto der Krimi-Preisverleihung am 9.3.2018 mit allen Gewinnerinnen und Gewinnern, Juroren, Mitarbeitern und Künstlern beim 18. Deutschen Fernsehkrimifestival in der Caligari-Filmbühne Wiesbaden. Foto: Diether v. Goddenthow

 

Die Auszeichnung als beste DarstellerIn erhalten Petra Schmidt-Schaller und Heino Ferch. Einen Sonderpreis für seine Gesamtleistung bei der Produktion „Das Verschwinden“ geht an Hans-Christian. Den von der Publikums-Jury ausgewählten Publikumspreis gewinnt „Ein Kind wird gesucht“.

Der Gewinner des Deutschen FernsehKrimi-Preises 2018 ist der Film „Tatort – Stau“ (SWR).

Szene aus dem Tatort Stau "Polizeikontrolle auf der Stuttgarter Weinsteige". © SWR
Szene aus dem Tatort Stau „Polizeikontrolle auf der Stuttgarter Weinsteige“. © SWR

Der Gewinner des Deutschen FernsehKrimi-Preises 2018 ist der Film „Tatort – Stau“ (SWR). „Die Tatort-Folge Stau präsentiert innerhalb eines klassischen Krimiformats ein faszinierendes Figuren-Ensemble in einer ungewöhnlichen Geschichte, die den Zuschauer vom ersten Moment an in seinen Bann zieht. Im alltäglichen Setting des Staus entfaltet sich eine dramatische Ermittlung unter Zeitdruck zu einem unterhaltsamen und poetischen Kaleidoskop menschlicher Geschichten, die das Buch von Daniel Bickermann und Dietrich Brüggemann bis ins Detail authentisch und liebevoll zeichnet,“ begründet die Jury des Deutschen FernsehKrimi-Festivals 2018, das zurzeit in Wiesbaden stattfindet, ihre Entscheidung.

v.l. Hanna Doose, Laudatorin, Bärbel Schäfer, Moderatorin des Abends, Franziska Specht, Produzentin und Dietrich Brüggemann , Regisseur.  © Foto: Diether v. Goddenthow
v.l. Hanna Doose, Laudatorin, Bärbel Schäfer, Moderatorin des Abends, Franziska Specht, Produzentin und Dietrich Brüggemann , Regisseur. © Foto: Diether v. Goddenthow

Im Mittelpunkt der Produktion mit den Kommissaren Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare) steht die Aufklärung einer Fahrerflucht in einem Stau. Die Regie führte Dietrich Brüggemann, der gemeinsam mit Daniel Bickermann auch das Drehbuch geschrieben hat. Als Preis erhält das Filmteam 1.000 Liter (1200 Flaschen) Wein, gesponsert vom Weingut Udo Ott, Grorother Hof in Wiesbaden-Frauenstein.

Die  beste Darstellerin

Petra Schmidt-Schaller, hier in der Rolle der Nora Schwarz in dem Zweiteiler „Keine zweite Chance“ (Sat.1).© SAT 1
Petra Schmidt-Schaller, hier in der Rolle der Nora Schwarz in dem Zweiteiler „Keine zweite Chance“ (Sat.1).© SAT 1

Als beste Darstellerin zeichnete die Jury Petra Schmidt-Schaller für Ihre Rolle der Nora Schwarz in dem Zweiteiler „Keine zweite Chance“ (Sat.1) aus. Die Ärztin verliert bei einem Überfall ihren Mann, ihr Kind wird entführt, sie selber hat nach mehreren Tagen Koma keine Erinnerung an das Ereignis. „Petra Schmidt-Schaller liefert, in ‚Keine zweite Chance‘ einen beeindruckenden Einblick in das Seelenleben einer jungen Mutter, deren familiäres Glück auf einen Schlag zerstört wird. Ihr Spiel entwickelt dadurch ungeheure Kraft, dass sie der Versuchung widersteht, sich der Tragik ihrer Figur zu ergeben. Mit wohldosierten Mitteln zeigt sie ein komplexes Geflecht von Emotionen, das beim Zuschauer eine enorme Sogwirkung entfaltet und in jeder Sekunde glaubwürdig ist,“ lobt die Jury.

Bester Darsteller

Heino Ferch, bester Darsteller mit seiner Rolle im Drama „Ein Kind wird gesucht“ (ZDF/ARTE) © Foto: Diether v. Goddenthow
Heino Ferch, bester Darsteller mit seiner Rolle im Drama „Ein Kind wird gesucht“ (ZDF/ARTE) © Foto: Diether v. Goddenthow

Den Preis als bester Darsteller erhält Heino Ferch für seine Rolle in dem Drama „Ein Kind wird gesucht“ (ZDF/ARTE). In dem Film nach einer wahren Begebenheit spielt er den Kommissar Ingo Thiel, der mit seinem Team in einer langwierigen und zermürbenden Ermittlung fünf Monate lang nach dem zehnjährigen Mirco sucht. Die Jury zeichnet den Schauspieler mit den folgenden Worten aus: „Heino Ferchs Kommissar Ingo Thiel führt den Zuschauer durch einen bewegenden Film, der präzise und detailliert die mühselige und oft frustrierende Arbeit der Polizei zeigt. Mit seinem zurückgenommenen Spiel stellt er sich in den Dienst der Geschichte wie ein Polizist in den Dienst der Ermittlungen und öffnet dem Seite 2 von 3 Zuschauer den Freiraum, eigene Emotionen zu entwickeln. Dabei verleiht Heino Ferch seiner Figur eine hohe Authentizität, die über den gesamten Film hinweg fesselt.“

Sonderpreis für beste Gesamtleistung

Szene aus: „Das Verschwinden“  © (BR/ARD Degeto/NDR/SWR)
Szene aus: „Das Verschwinden“ © (BR/ARD Degeto/NDR/SWR)

Einen Sonderpreis für seine Gesamtleistung (Regie, Buch und Produktion) bei der Produktion der Serie „Das Verschwinden“ (BR/ARD Degeto/NDR/SWR) erhält HansChristian Schmid. Im Mittelpunkt der Produktion steht die alleinerziehende Michelle Grabowski (Julia Jentsch), die auf eigene Faust ihre 19-jährige Tochter Janine (Elisa Schlott) sucht. Je länger sie recherchiert, desto mehr fängt sie an zu zweifeln, ob Janine überhaupt gefunden werden möchte. „Die Miniserie ‚Das Verschwinden‘ besticht durch ihren atmosphärisch dichten Gesamteindruck, der sich in der herausragenden schauspielerischen Qualität des Ensembles ebenso zeigt wie in den präzisen Milieu- und Figurenbeschreibungen des Drehbuches oder der stimmigen Ausstattung. Hans-Christian Schmid hat eine eindrückliche Filmerzählung geschaffen, die als Ganzes ebenso in Erinnerung bleibt wie in vielen Details,“ lautet die Begründung der Jury.

Der Publikumspreis und der Preis für „Deutschlands spannendsten Fernsehkrimi-Drehbuchnachwuchs“

Publikumsjury des Wiesbadener Kuriers wählte den Film „Ein Kind wird gesucht“ (ZDF/ARTE) hier mit Produzent und  Darstellern. © Foto: Diether v. Goddenthow
Publikumsjury des Wiesbadener Kuriers wählte den Film „Ein Kind wird gesucht“ (ZDF/ARTE) hier mit Produzent. © Foto: Diether v. Goddenthow

Die Publikumsjury des Wiesbadener Kuriers hat sich für den Film „Ein Kind wird gesucht“ (ZDF/ARTE) als Preisträger entschieden. „Unser Siegerfilm zeichnet sich durch ein hohes Maß an Spannung und Emotionalität aus,“ so die Jury aus Leserinnen und Lesern des Wiesbadener Kuriers. „Die akribische und beharrliche Polizeiarbeit wird realistisch dargestellt. Hervorragende Schauspielerinnen und Schauspieler zeigen den Umgang der Opfer mit ihrem Leid und lösen bei den Zuschauern große Betroffenheit aus, der Film zeigt aber auch die Wege auf, mit denen die Familie ihren schweren Schicksalsschlag bewältigt.“

Preis für „Deutschlands spannendsten FernsehKrimi-Drehbuchnachwuchs“

Der Preis „Deutschlands spannendsten FernsehKrimi-Drehbuchnachwuchs“ erhielt  Jonas Dokarzek für sein Exposé „Aschenbach“,  mit Moderatorin Bärbel Schäfer und  Sandra Duschl von der HessenFilm und Medien GmbH (r.).© Foto: Diether v. Goddenthow
Der Preis „Deutschlands spannendsten FernsehKrimi-Drehbuchnachwuchs“ erhielt Jonas Dokarzek für sein Exposé „Aschenbach“, mit Moderatorin Bärbel Schäfer und Sandra Duschl von der HessenFilm und Medien GmbH (r.).© Foto: Diether v. Goddenthow

Der Preis für „Deutschlands spannendsten FernsehKrimi-Drehbuchnachwuchs“ geht an Jonas Dokarzek für das Exposé „Aschenbach“. Die Jury begründet ihre Entscheidung: „Der Autor Jonas Dokarzek ist 20 Jahre jünger als sein Protagonist, der Dorfpolizist Weiland, aber die Jury war fasziniert, wie genau er seine Hauptfigur kennt. Der Kulisse, dem 500- Seelen-Dorf Aschenbach, irgendwo in einem deutschen Grenzgebiet, verleiht er eine spürbar intensive, fast mythische Atmosphäre. Sein Exposé erinnert an einen Krimi-Noir, der mit so vielen Ideen angereichert ist, dass er Appetit auf mehr macht.“ Eine lobende Erwähnung bekommt Vanessa Aab. „Ihre Geschichte ‚Wenn der Kreis sich schließt‘ ist schon jetzt überzeugend und weit entwickelt. Der Autorin gelingt es, in einer dichten Atmosphäre grundsätzliche Fragen über Schuld und Verantwortung zu stellen,“ lobt die Jury. Der Gewinner des Preise entwickelt sein Exposé unterstützt von TOP:Talente e. V., einem Verband von Drehbuchautorinnen und Drehbuchautoren, bis zum Treatment weiter und wird es im Herbst bei einem Pitch-Workshop in Baden-Baden präsentieren.

Die Verleihung des Deutschen FernsehKrimi-Preises findet am Freitag, 9. März, in der Caligari FilmBühne statt. Durch den Abend führt die Moderatorin Bärbel Schäfer. Die Musik kommt in diesem Jahr von dem Tenor Mads Elung-Jensen und Dirk Rave mit seinem Akkordeon.

In der Jury des diesjährigen Deutschen FernsehKrimi-Festivals 2018 entschieden die Regisseurin und Drehbuchautorin Hanna Doose, die Produzentin Roswitha Ester, der Schriftsteller und Krimistipendiat der Landeshauptstadt Wiesbaden, Volker Kutscher, der SchauspielerInnen Alexander Schubert und die Schauspielerin Dennenesch Zoudé über die Preisträger.

In der Jury des Wettbewerbs „Deutschlands spannendster FernsehkrimiDrehbuchnachwuchs“ waren der Drehbuchautor Christoph Busche, Sandra Duschl von der HessenFilm und Medien GmbH und die Agentin Bernadette Langers (Verlag der Autoren).

Die zehn Wettbewerbsfilme, die von einer Vorjury aus über 60 Einsendungen nominiert wurden, waren vom 6. bis 8. März in der FilmBühne Caligari in Wiesbaden zu sehen.

Den Abschluss des Festivals bildet am Samstag, 10. März, ab 19.30 Uhr, wieder die „Lange FernsehKrimi-Nacht“. Bis zum Morgen des 11. März werden noch einmal alle zehn Wettbewerbsbeiträge in der Caligari FilmBühne zu sehen sein.

Heino Ferch trägt sich  ins Goldene Buch der Landeshauptstadt Wiesbaden ein in Beisein von; Stadtverordnetenvorsteherin Christa Gabriel und Kulturdezerent Axel Imholz, der die Gala eröffnet hatte. © Foto: Diether v. Goddenthow
Heino Ferch trägt sich ins Goldene Buch der Landeshauptstadt Wiesbaden ein in Beisein von; Stadtverordnetenvorsteherin Christa Gabriel und Kulturdezerent Axel Imholz, der die Gala eröffnet hatte. © Foto: Diether v. Goddenthow

Das Deutsche FernsehKrimi-Festival ist eine Veranstaltung des Kulturamtes der Landeshauptstadt Wiesbaden mit Unterstützung durch die HessenFilm und Medien GmbH und den Hessischen Rundfunk, in Kooperation mit dem Medienzentrum Wiesbaden, der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, dem Literaturhaus Villa Clementine, dem Kulturfonds Frankfurt RheinMain und dem Wiesbadener Kurier.

Deutsches Fernsehkrimifestival mit Tatort „Unter Kriegern“ eröffnet – Filmgespräch mit Volker Kutscher – Rotes Rauschen Caligari-Foyer-Ausstellung

Begeisterte Zuschauer in der übervollen Caligari-Filmbühne bei der Eröffnung des 14. Deutschen Fernsehkrimi-Festivals mit dem Tatort "Unter Kriegern". © Foto: Diether v. Goddenthow
Begeisterte Zuschauer in der übervollen Caligari-Filmbühne bei der Eröffnung des 14. Deutschen Fernsehkrimi-Festivals mit dem Tatort „Unter Kriegern“. © Foto: Diether v. Goddenthow

Gestern Abend eröffneten Festivalleiterin Cathrin Ehrlich, Staatssekretär Patrick Burghardt und Kulturdezernent Axel Imholz das 14. Deutsche FernsehKrimi-Festival 6. bis 11. März. Zur Eröffnung war in der Caligari Filmbühne die hessische Tatortproduktion „Unter Kriegern“ unter der Regie von Hermine Huntgeburth mit den Frankfurter Kommissaren als Preview zu sehen. Margarita Broich und Wolfram Koch ermittelten als Kommissare Anna Janneke und Paul Brix in einem Frankfurter Sportleistungszentrum. Bei der Suche nach dem Mörder des kleinen Malte Rahmani erlebten die Zuschauer im ausverkauften Caligari den Alltag in dem Leistungszentrum, das von Joachim Voss äußerst streng und leistungsorientiert geführt wird. Dies hat auch Auswirkungen auf seinen zwölfjährigen Sohn und seine Frau Mia.

Filmgespräch mit Margarita Broich, Golo Euler, Stefan Konarske,   Lili Kobbe u. Liane Jessen. © Foto: Diether v. Goddenthow
Filmgespräch mit Margarita Broich, Golo Euler, Stefan Konarske, Lili Kobbe u. Liane Jessen. © Foto: Diether v. Goddenthow

Zur Filmvorführung waren die DarstellerIn Margarita Broich, Golo Euler und Stefan Konarske, der Drehbuchautor Volker Einrauch, HR-Fernsehspielchefin Liane Jessen und HR-Redakteurin Lili Kobbe anwesend und nahmen anschließend an einem Filmgespräch teil.
Filmgespräch mit Volker Kutscher und Kat Menschik

Kat Menschik und Volker Kutscher im Filmgespräch und mit Lesungen aus dem Roman "Moabit", der die Zuschauer in die Welt der Gangster-Vereine des Berlins der 20er Jahre entführt. © Foto: Diether v. Goddenthow
Kat Menschik und Volker Kutscher im Filmgespräch und mit Lesungen aus dem Roman „Moabit“, der die Zuschauer in die Welt der Gangster-Vereine des Berlins der 20er Jahre entführt. © Foto: Diether v. Goddenthow

Bereits am 1.März 2018 hatten der diesjährige Wiesbadener Krimistipendiat und Bestsellerautor Volker Kutscher in einem Filmgespräch und Lesung mit Illustratorin Kat Menschik in der Filmbühne Caligari den Auftakt zum Wiesbadener KrimiMärz gegeben. Dabei ging es um die Figur des Kommissars Gereon Rath, der auf vielfältige Weise in den Romanen von Volker Kutscher, den Zeichnungen von Kat Menschik oder in der international erfolgreichen Fernsehserie „Babylon Berlin“ von Tom Tykwer . präsent ist.
Mit der Erfindung des Kommissars Gereon Rath ist ein wahrer Coup gelungen. An diesem Abend stellte Volker Kutscher sich, seine Kunstfigur, den Kommissar ,sowie sein Werk vor. Kat Menschik versteht es, Kutschers düstere Berlinansichten der 20er Jahre mit ebensolchen Bildern im Retro- und Reklame-Look der 20er Jahre zu bereichern.

Susanne Lewalter, Leiterin des Literaturhauses Villa Clementine begrüßte Illustratorin Kat Menschik und Krimistipendiat und Bestseller-Autor Volker Kutscher. © Foto: Diether v. Goddenthow
Susanne Lewalter, Leiterin des Literaturhauses Villa Clementine begrüßte Illustratorin Kat Menschik und Krimistipendiat und Bestseller-Autor Volker Kutscher. © Foto: Diether v. Goddenthow

Volker Kutscher lebt und arbeitet als diesjähriger Krimistipendiat vier Wochen lang in der Villa Clementine in Wiesbaden. Er schreibt einen von seinem Aufenthalt inspirierten Kurzkrimi und wirkt in der Jury des Deutschen FernsehKrimi-Festivals mit.

„Rotes Rauschen“ – Foyer-Ausstellung

 Prof. Martin Liebscher und die beteiligten Künstlerinnen und Künstler, Studierende der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main um Prof. Martin Liebscher und Clemens Mitscher führten in ihre Foto- Arbeiten ein.  © Foto: Diether v. Goddenthow
Prof. Martin Liebscher und die beteiligten Künstlerinnen und Künstler, Studierende der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main um Prof. Martin Liebscher und Clemens Mitscher führten in ihre Foto- Arbeiten ein. © Foto: Diether v. Goddenthow

Ein Highlight war auch die Eröffnung der Ausstellung „Rotes Rauschen“ am 4.März, die noch bis zum–17. MÄRZ 2018 im Foyer der Caligari Filmbühne zu sehen ist. Prof. Martin Liebscher und die beteiligten Künstlerinnen und Künstler, Studierende der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main um Prof. Martin Liebscher und Clemens Mitscher führten in die Arbeiten, die unter dem Motto „Tatorte“ stehen, ein. „Rotes Rauschen“ heißt das Projekt des Grundlagenkurses und ist eine Spurensuche, inspiriert von der Auseinandersetzung mit Bildern von Tatorten und ihrer fotografischen wie filmischen Umsetzung.

Weitere Infos zum Fernsehkrimifestival und KrimiMärz

Fernsehkrimifestival-Programm

„Wiesbadener KrimiMärz“ startet am 1. März mit Volker Kutscher im Caligari – Gesamt-Programm

Logo-Krimimaerz-2018-farbeDer „Wiesbadener KrimiMärz“ lädt vom 1. bis 25. März zu einem vielseitigen Programm mit rund 20 Lesungen, Filmen, Gesprächsrunden, einem literarischen Krimiquartett, Theaterabenden, einer Ausstellung und kulinarischen Lesungen ein. Dabei stehen mit dem Themenschwerpunkt „Rückblende“ brisante gesellschaftspolitische Fragen zur Diskussion.

Der „Wiesbadener KrimiMärz“ startet in diesem Jahr unter dem Thema „Rückblende“ im Berlin der Zwanziger Jahre. In der Caligari Filmbühne dreht sich mit Volker Kutscher und Kat Menschik alles um Kommissar Gereon Rath. In der darauffolgenden Veranstaltung geht es nach Frankreich, wenn Robert Hültners Kommissar Lazare in gleich drei Fällen auf einmal ermittelt und dabei Verbindungen zwischen Front National und NSU hergestellt. International wird es beim Literarischen Krimi-Quartett. Bereits die in den ersten Veranstaltungen des KrimiMärz vorgestellten Titel fesseln den Leser nicht nur durch einen vielschichtigen Krimiplot, sondern auch durch die aufscheinenden Verbindungen zwischen Historie und Gegenwart. Brisante Fragen können dadurch aus einem neuen Blickwinkel betrachtet werden – ein besonderer Reiz zeithistorischer Kriminalromane, den auch das literarische Krimi-Quartett diskutiert.

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Zum Auftakt des Festivals, das vom Literaturhaus in Zusammenarbeit mit der Caligari Filmbühne, dem Deutschen FernsehKrimi-Festival und anderen Partnern veranstaltet wird, entführen Volker Kutscher & Kat Menschik am Donnerstag, 1. März, um 19.30 Uhr in der Caligari Filmbühne ins Universum Gereon Rath. Das Gespräch mit ihnen führt Ulrich Sonnenschein (hr2). Volker Kutscher ist diesjähriger Krimistipendiat der Stadt Wiesbaden und gehört mit seiner Ermittlerfigur Gereon Rath seit einigen Jahren zu den bekanntesten Autoren zeithistorischer Kriminalromane. Die in der Weimarer Republik angesiedelte Reihe umfasst bereits sechs Romane sowie ein von der Illustratorin Kat Menschik gestaltetes Prequel. Die Serienadaption „Babylon Berlin“ erhielt vier Trophäen beim Deutschen Fernsehpreis 2018.

Das Literarische Quartett kennt jeder – beim KrimiMärz wird es am Samstag, 3. März, um 19.30 Uhr im Literaturhaus zum „Krimi-Quartett“. Mit viel Begeisterung und Fachwissen diskutieren die bekannten Kritiker Margarete von Schwarzkopf, Ulrich Noller und Thomas Wörtche über das Phänomen des historischen Krimis. Wanja Mues – bekannt als Privatdetektiv in „Ein Fall für zwei“ – liest spannende Passagen aus den aktuellen Werken der Altmeister John le Carré und Robert Harris sowie der Newcomer Viet Thanh Nguyen und Alex Beer. Auch Musik darf an dem Abend nicht fehlen: „Swing Guitars“ sorgen für die passende Stimmung.

Robert Hültner – dreifacher Träger des Deutschen Krimipreises – stellt am Mittwoch, 7. März, um 19.30 Uhr im Gespräch mit Hannes Hintermeier (FAZ) seine neue Ermittlerfigur im Literaturhaus vor. Große Bekanntheit erlangte Hültner mit seinem Kommissar Kajetan, nun meldet er sich mit dem in Frankreich ermittelnden Kommissar Lazare zurück. Im ersten Roman muss sich der Einzelgänger gleich durch drei Fälle gleichzeitig kämpfen. Kunstvoll verschachtelt Hültner den Mord an einem Sinto, eine Serie von Anschlägen in einem Bergdorf sowie den Komplott um einen aus Bayern geflüchteten Polizistenmörder. Die passende Atmosphäre schafft Michaela Dietl durch ihr Akkordeonspiel.

Das Programm:

© Foto: atelier-Goddenthow
© Foto: atelier-Goddenthow

• Donnerstag, 1. März, 19.30 Uhr, Volker Kutscher und Kat Menschik – „Das Universum Gereon Rath“ in der Caligari Filmbühne, Marktplatz 9. Der Eintritt kostet 9 Euro, ermäßigt 7 Euro. Karten gibt es im Vorverkauf bei der Tourist-Information Wiesbaden, Marktplatz 1, Telefon (0611) 1729930 (plus VVG) und an der Kinokasse im Caligari (täglich 17 bis 20.30 Uhr) oder unter reservierung-caligari@wiesbaden.de, online unter www.wiesbaden.de/krimimaerz.
• Samstag, 3. März, 19.30 Uhr, „Literarisches Krimi-Quartett“ mit Margarete von Schwarzkopf, Ulrich Noller, Thomas Wörtche & Wanja Mues im Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Straße 1. Der Eintritt kostet 8 Euro, ermäßigt 7 Euro. Karten gibt es im Vorverkauf bei der Tourist Information Wiesbaden, Marktplatz 1, Telefon (0611) 1729930; TicketBox in der Wiesbadener Galeria Kaufhof, Kirchgasse 28, Telefon (0611) 304808, online unter www.wiesbaden.de/krimimaerz. An der Abendkasse kostet der Eintritt 12 Euro, ermäßigt 11 Euro.
• Mittwoch, 7. März, 19. Uhr, Robert Hültner liest im Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Straße 1, „Lazare und der tote Mann am Strand“. Der Eintritt kostet 9 Euro, ermäßigt 7 Euro. Karten gibt es im Vorverkauf bei der Tourist Information Wiesbaden, Marktplatz 1, Telefon (0611) 1729930; TicketBox in der Wiesbadener Galeria Kaufhof, Kirchgasse 28, Telefon (0611) 304808, online unter www.wiesbaden.de/krimimaerz.

Wieder Spannung pur – Deutsches FernsehKrimi-Festival und Wiesbadener KrimiMärz vom 1. bis 25. März 2018

Pressekonferenz in der Caligari FilmBühne v.li. Tom Winter, Organistaion Deutsches FernsehKrimi-Festival, Dipl.-Des. Clemens Mitscher, Hochschule für Gestaltung Offenbach, Cathrin Ehrlich, Leiterin des Deutschen FernsehKrimi-Festivals, Axel Imholz, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden, Susanne Lewalter, Leiterin des Literaturhauses Villa Clementine, Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer der Kulturfonds Frankfurt RheinMain gGmbH, Bärbel Schäfer, Autorin und (TV-)Moderatorin, Florian Gröner, Medienzentrum Wiesbaden.  Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-Goddenthow
Pressekonferenz in der Caligari FilmBühne v.li. Tom Winter, Organistaion Deutsches FernsehKrimi-Festival, Dipl.-Des. Clemens Mitscher, Hochschule für Gestaltung Offenbach, Cathrin Ehrlich, Leiterin des Deutschen FernsehKrimi-Festivals, Axel Imholz, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden, Susanne Lewalter, Leiterin des Literaturhauses Villa Clementine, Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer der Kulturfonds Frankfurt RheinMain gGmbH, Bärbel Schäfer, Autorin und (TV-)Moderatorin, Florian Gröner, Medienzentrum Wiesbaden. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-Goddenthow

Viel Spannung,  kriminalhistorische Retrospektiven, Premieren, internationale Gäste und ein umfangreiches Rahmenprogramm versprechen das Deutsche FernsehKrimi-Festival und der Wiesbadener KrimiMärz 2018 vom 1. bis 25. März, deren  Programm auf der gestrigen Pressekonferenz in der Caligari FilmBühne vorgestellt wurde.

Highlights
Volker Kutscher eröffnet den Wiesbadener KrimiMärz 2018. Die Serie „Bad Banks“ mit einem Filmgespräch mit Désirée Nosbusch und Regisseur Christian Schwochow. Premiere des Tatorts „Unter Kriegern“ mit Margarita Broich, Stefan Konarske und Golo Euler. Tom Tykwer und Volker Kutscher stellen die Serie „Babylon Berlin “ vor. Weitere Gäste sind unter anderem Heino Ferch, Hannelore Hoger, Volker Schlöndorff, Silke Bodenbender und Richy Müller.

KrimiMärz 2018

 ©  3deluxe
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Krimiliteratur trifft auf Kriminalfilm – zum zweiten Mal steht Wiesbaden im März 2018 ganz im Zeichen des Krimis. Beim Wiesbadener KrimiMärz (1. bis 25. März 2018) und dem Deutschen FernsehKrimi-Festival (6. bis 11. März 2018) lädt die hessische Landeshauptstadt die Fans des Spannungsgenres zu unterschiedlichen Veranstaltungen in der ganzen Stadt ein. Prominente Gäste wie Désirée Nosbusch, Christian Schwochow, Tom Tykwer, Volker Kutscher, Volker Schlöndorff, Silke Bodenbender, Heino Ferch, Richy Müller und Margarita Broich kommen zu Filmvorführungen und Filmgesprächen. Im Rahmenprogramm erwartet die Besucherinnen und Besucher des Festivals außerdem eine besondere Premiere: „Das Joshua-Profil“ (RTL) nach einem Roman des Bestsellerautors Sebastian Fitzek, der auch anwesend sein wird.

„Rund 65 Prozent der Deutschen befassen sich regelmäßig als Zuschauer oder Leser mit dem Krimigenre. Diese Zahl zeigt, welche Bedeutung dieses Genre in Literatur und Film hat – nicht nur als Unterhaltungsformat, sondern auch als gesellschaftlicher Spiegel unserer Zeit. Aus dieser Erkenntnis heraus sind die Formate Wiesbadener KrimiMärz und Deutsches FernsehKrimi-Festival entstanden. Erfolgreiche Formate, die auch in Zukunft einen festen Platz im Kulturkalender der Stadt Wiesbaden haben werden“, so Wiesbadens Kulturdezernent Axel Imholz.

Wiesbadener KrimiMärz 2018 im Überblick

Deutsches FernsehKrimi-Festivals

DFKF18_Logo2Mit Regisseur Christian Schwochow und der Schauspielerin und Moderatorin Désirée Nosbusch beginnt am Sonntag, 4. März der Reigen der prominenten Gäste beim Deutschen FernsehKrimi-Festival 2018. Ab 18.00 Uhr sind in der Caligari FilmBühne alle sechs Folgen der Serie „Bad Banks“ (ZDF/ARTE) zu sehen. Anschließend gibt es ein Filmgespräch mit Christian Schwochow, Désirée Nosbusch, der Produzentin Lisa Blumenberg und dem Drehbuchautor Oliver Kienle.

Mit der Premiere „Tatort – Unter Kriegern“ (HR) beginnt am Dienstag, 6. März, 20 Uhr, der Wettbewerb des diesjährigen Deutschen FernsehKrimi-Festivals. Neben den SchauspielerInnen Margarita Broich, Golo Euler und Stefan Konarske geben die Redakteurin Lili Kobbe und die Fernsehspielchefin des Hessischen Rundfunks, Liane Jessen, Auskunft über die Entstehung dieses Tatorts. Er erzählt ausgehend von einem Mord an einem Schüler in einem Sportleistungszentrum die dramatischen Auswirkungen von übersteigertem Leistungsdruck auf eine Familie und ihr Umfeld.

Der Wettbewerb des Deutschen FernsehKrimi-Festivals 2018 – In der Jury die Schauspielerin Dennenesch Zoudé

Familiäre Tragödien spielen im Wettbewerb des Deutschen FernsehKrimi-Festivals 2018 eine besondere Rolle. Weitere Filme stellen korrupte Strukturen in Institutionen in den Mittelpunkt der Handlungen. Dies gilt unter anderem für die letzte Folge der Bella Block-Reihe „Am Abgrund“ (ZDF), zu der die Schauspieler Hannelore Hoger und Rudolf Kowalski als Gäste erwartet werden. Nach dem Auftakt am 6. März, sind am 7. und 8. März jeweils ab 9.30 Uhr bis zu fünf Filme im Wettbewerb in der Caligari FilmBühne zu sehen. Weitere Gäste in den Filmgesprächen sind Heino Ferch, Silke Bodenbender, Richy Müller und Volker Schlöndorff. Moderiert werden die Filmgespräche auch in diesem Jahr wieder von dem Berliner Filmkritiker Knut Elstermann. Erstmals ist mit „Das Verschwinden“ (BR/ARD DEGETO/NDR/SWR) 2018 auch eine Serie im Wettbewerb zu sehen.

Über den Gewinner des Deutschen FernsehKrimi-Preises 2018 entscheidet die Jury bestehend aus den SchauspielerInnen Dennenesch Zoudé und Alexander Schubert, der Regisseurin und Drehbuchautorin Hanna Doose („Staub in unseren Herzen“, „24 Stunden Jerusalem“), der Produzentin Roswitha Ester („Kästner und der kleine Dienstag“, „Wir Monster“) und dem diesjährigen Krimistipendiaten der Landeshauptstadt Wiesbaden, der Schriftsteller Volker Kutscher.

Die Verleihung des Deutschen FernsehKrimi-Preises findet am Freitag, 9. März, in der Caligari FilmBühne statt. Durch den Abend führt die Moderatorin Bärbel Schäfer. Die Musik kommt in diesem Jahr von dem Tenor Mads Elung-Jensen und Dirk Rave mit seinem Akkordeon.

Rahmenprogramm: Vom Kurzfilm bis zur Serie / Premiere „Das Joshua Profil“ nach dem Roman von Sebastian Fitzek

Neben dem Wettbewerb hat das Team ein Programm zusammengestellt, das von Kurzfilm, über Krimi-Doku bis zur Serie einen Überblick gibt, wie kriminalistische Themen in bewegten Bildern umgesetzt werden.

„Kriminalfälle faszinieren, unterhalten und setzen sich immer auch mit unseren eigenen Ängsten auseinander“, beschreibt die Leiterin des Festivals, Cathrin Ehrlich, die Veranstaltungen des Krimi-Festivals. „Filmemacher greifen diese Faszination auf. Je nach Genre stellen sie Verbrechen, ihre Ursachen und ihre Folgen mit unterschiedlichen Mitteln und dramaturgischen Ansätzen dar. Wie dies geschieht, zeigt unser diesjähriges Programm.“

Parallel zum Festival ist im Foyer der Caligari FilmBühne die Ausstellung „Rotes Rauschen“ zu sehen. Präsentiert werden Werke von Studierenden der Hochschule für Gestaltung Offenbach. Es handelt sich um eine Spurensuche, inspiriert von der Auseinandersetzung mit Bildern von Tatorten.

Am Mittwoch, 7. März, ab 17 Uhr, lädt das Murnau-Filmtheater zu einem Krimi-Serien-Nachmittag mit zwei Premieren ein. Der kleine Bruder des Spielfilms steht dann ab 20.00Uhr auf dem Programm: Der Kurzfilm-Abend „Krimi – Thriller – Mystery“ zeigt cineastische Kleinode, die beim Krimifestival „Tatort Eifel“ 2017 für den Kurzfilm-Wettbewerb nominiert waren.

Gemeinsam mit dem Wiesbadener KrimiMärz lädt das Festival zu einem Abend mit Regisseur Tom Tykwer und Volker Kutscher ein. Im Museum Wiesbaden sprechen sie am Freitag, 9. März, 18 Uhr, über das Projekt „Babylon Berlin “. Die Serie – entstanden nach den Romanen von Volker Kutscher – zeigt auf eindrückliche Weise, wie aus einem Roman eine internationale Fiction-Produktion wird. Eine weitere Zusammenarbeit ist der Doku-Crime-Abend am Donnerstag, 8. März, ab 16.30 Uhr, im Murnau-Filmtheater. Bis in die Nacht hinein sind dort vier Dokumentationen zu sehen, die sich mit realen Kriminalfällen beschäftigen. Bärbel Schäfer moderiert zwei Filmgespräche ergänzend zu den Dokumentationen „Szene Deutschland – Unter Tätern“ (18.15 Uhr) und „Mysteriöse Kriminalfälle in der DDR“ (20 Uhr). Als Gäste werden der Reporter Sascha Bisley, der Landesvorsitzende Weißer Ring Patrick Liesching, der Historiker Philip Felsch und Filmemacher Klaus Wollscheid (filmkombinat Leipzig) erwartet.

Die Premiere der RTL-Produktion „Das Joshua-Profil“ nach einem Roman des Bestsellerautors Sebastian Fitzek ist am Donnerstag, 8. März, 21 Uhr, in der Caligari FilmBühne zu sehen. Im Anschluss äußern sich zu der Produktion der Schriftsteller Sebastian Fitzek, der Regisseur Jochen Alexander Freydank, der Drehbuchautor Jan Braren und die Schauspielerin Inez Bjørg David.

Deutschlands spannendster Fernsehkrimi-Drehbuchnachwuchs – Live-Lesung mit Schauspieler Max Felder

Zum zweiten Mal sucht das Deutsche FernsehKrimi-Festival gemeinsam mit Hessen-Film und Medien nach abendfüllenden Drehbuchstoffen kreativer Nachwuchsautorinnen und -autoren. Bis Anfang Januar 2018 durften Konzepte eingereicht werden. Vier der Stoffe wurden von einer Jury für die Endrunde in Wiesbaden nominiert und werden am Mittwoch, 7. März, ab 18 Uhr, in der Caligari FilmBühne von Schauspieler und Synchronsprecher Max Felder live gelesen. In der Jury sitzen der Drehbuchautor Christoph Busche, Sandra Duschl von der Hessenfilm und Medien und die Agentin Bernadette Langers (Verlag der Autoren).

Dem Gewinner beziehungsweise der Gewinnerin winkt eine Zusammenarbeit mit TOP:Talente e. V., einem Verband von Drehbuchautorinnen und Drehbuchautoren. Dieser wird die Entwicklung des Stoffes vom Exposé bis zum Treatment begleiten und die kosten-lose Teilnahme an einem Pitch-Workshop im Herbst in Baden-Baden ermöglichen.

Den Abschluss des Festivals bildet am Samstag, 10. März, ab 19.30 Uhr, wieder die „Lange FernsehKrimi-Nacht“. Bis zum Morgen des 11. März werden noch einmal alle zehn Wettbewerbsbeiträge in der Caligari FilmBühne zu sehen sein.

Der KrimiMärz bietet vom 1. bis 25. März insgesamt 24 Veranstaltungen mit Autorinnen und Autoren der deutschsprachigen Kriminalliteratur. Unter dem Motto „Rückblende“ steht dort 2018 der historische Krimi im Fokus.

Das Deutsche FernsehKrimi-Festival ist eine Veranstaltung des Kulturamtes der Landeshauptstadt Wiesbaden mit Unterstützung durch die HessenFilm und Medien GmbH und den Hessischen Rundfunk, in Kooperation mit dem Medienzentrum Wiesbaden, der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, dem Literaturhaus Villa Clementine, dem Kulturfonds Frankfurt RheinMain und dem Wiesbadener Kurier.