Kategorie-Archiv: Palmengarten Frankfurt

Palmengarten verlängert Jubiläumsausstellung

Ausstellungs-Impression "Frankfurts grünes Herz – 150 Jahre Palmengarten" © Foto Diether v. Goddenthow
Ausstellungs-Impression „Frankfurts grünes Herz – 150 Jahre Palmengarten“ © Foto Diether v. Goddenthow

ffm. Der Palmengarten verlängert seine Jubiläumsausstellung. Noch bis einschließlich Sonntag, 27. März, ist sie in der Galerie am Palmenhaus zu sehen.

Mit der Schau „Frankfurts grünes Herz – 150 Jahre Palmengarten“ nimmt der Palmengarten seine Besucherinnen und Besucher mit auf eine Zeitreise durch 150 Jahre Palmengarten-Geschichte, erzählt anhand von sechs Themenschwerpunkten: Gartenkunst, botanische und gärtnerische Sammlungen im Wandel der Zeit, Glanz und Gastlichkeit, Musik im Palmengarten, Sport und Spiele sowie Bildung und Engagement.

Narzissen und flatternde Exoten: Das Frühjahr im Palmengarten

Falter im Blüten- und Schmetterlingshaus (BSH) © Foto Diether v. Goddenthow
Falter im Blüten- und Schmetterlingshaus (BSH) © Foto Diether v. Goddenthow

ffm. Am Donnerstag, 3. Februar, beginnt der Frühling im Palmengarten. In der Galerie am Palmenhaus zeigen die Gärtnerinnen und Gärtner die bunte Fülle von Narzissen, Tulpen, Hyazinthen und vielen anderen mehr. Und auch im Freiland wird dann schon der ein oder andere Frühblüher seine Triebe gen Licht geschoben haben und vielleicht sogar schon blühen.

Exakt einen Monat später, am Donnerstag, 3. März, öffnet das Blüten- und Schmetterlingshaus wieder für Besucherinnen und Besucher. Kindertagesstätten, Schulen und andere pädagogische Einrichtungen bekommen bereits im Februar die Gelegenheit, die tropischen Falter hautnah zu erleben und in der benachbarten Ausstellung „Abgestaubt! Von Blüten und ihren Besuchern“ die vielfältige Welt der Insekten zu erkunden.

„Wir kommen damit der großen Nachfrage aus den Bildungseinrichtungen nach und öffnen das Blüten- und Schmetterlingshaus daher Februar exklusiv für sie“, sagt Palmengarten-Direktorin Katja Heubach. „Im März steht das Haus dann allen Besucherinnen und Besuchern offen, um sich an den Schmetterlingen zu erfreuen und zu erfahren, was es mit der Bestäubung auf sich hat und warum sie so immens wichtig für uns alle ist.“

Ebenfalls Anfang März soll die Neugestaltung des Goethe-Gartens als weiteres Modul des Palmengarten-Leitthemas „Blüten- und Bestäuberökologie“ abgeschlossen sein. „Schon jetzt lässt sich erahnen, welch ein begehrter Platz der Goethe-Garten mit seinem großen Nistplatz und den Hochbeeten voller duftender und wohlschmeckender Pflanzen bei Bienen, Hummeln und Co. sein wird“, sagt Heubach. „Die neue Nistwand misst ganze vier Meter Länge.“

Die Goethe-Garten bietet Informationen und zugleich Inspiration für die insektenfreundliche Gestaltung des eigenen Gartens oder Balkons. Bei der Grünen Börse, die am Wochenende des 19. und 20. März stattfindet, kann man diese Inspiration in konkrete Pläne umsetzen – etwa beim Kauf der einen oder anderen Pflanzenrarität.

Der Palmengarten verlängert in diesem Jahr seine Winteröffnungszeiten bis Ende Februar; er ist täglich von 9 bis 16 Uhr geöffnet. Ab März verlängern sich die Öffnungszeiten dann bis 19 Uhr.

Weitere Informationen:
Blüten- und Schmetterlingshaus (BSH)
Palmengarten Frankfurt

Besucheransturm auf Blüten- und Schmetterlingshaus im Frankfurter Palmengarten

© Foto Tom Wolf Palmengarten
© Foto Tom Wolf Palmengarten

ffm. Seit der Eröffnung seines Blüten- und Schmetterlingshauses (BSH) am 6. August erlebt der Palmengarten einen regelrechten Besucheransturm: In den ersten sechs Tagen nach der Öffnung des Hauses zählte der Garten insgesamt 18.711 Besucher. In vergleichbaren Zeiträumen waren es knapp 11.000. Der Spitzenwert pro Tag liegt bei 4300 Gästen.

„Unser neues Blüten- und Schmetterlingshaus hat sich binnen kürzester Zeit zu einem absoluten Publikumsmagneten entwickelt“, sagt Palmengarten-Direktorin Katja Heubach. „Dieser immense Zuspruch freut uns sehr und wir möchten allen unseren Gästen einen rundum gelungenen Besuch ermöglichen.“

Zurzeit ist mit rund einer Stunde Wartezeit vor dem Eintritt ins Blüten- und Schmetterlingshaus zu rechnen. Heubach sagt: „Damit alle Gäste eine Chance haben, die Schmetterlinge zu sehen, bitten wir darum, sich nicht länger als 15 Minuten im Warmhaus aufzuhalten und sich an die Einbahnstraßenregelung zu halten. So kann man im steten Fluss die flatternden Gesellen bestaunen. Gerne setzen diese sich auch mal auf Haaren, Kleidung oder Taschen von Besucher*innen ab. Daher ist es ganz wichtig, vor Verlassen des Hauses zu kontrollieren, dass man keinen der kleinen Gesellen versehentlich nach draußen befördert. Bitte schließen Sie also auch die Kettenvorhänge an den Ein- und Ausgängen zügig.“ Wichtig ist auch, die Schmetterlinge und Pflanzen nicht anzufassen. Auch nicht, wenn ein Schmetterling auf dem Boden sitzt. Tut er dies, macht er gerade eine Verschnaufpause. Gleichzeitig sollte man darauf achten, einem auf dem Boden sitzenden Schmetterling auszuweichen.

„Trotz des Besucheransturms herrscht eine beinahe andächtige Atmosphäre im Haus, die Schmetterlinge lösen bei Groß und Klein großes Staunen aus“, beschreibt Heubach. „Um dieses Erlebnis möglichst vielen Gästen zuteilwerden zu lassen, bitten wir darum, unserem kleinen Leitfaden zum Besuch der Blüten- und Schmetterlingshauses zu folgen.“

Das Blüten- und Schmetterlingshaus ist täglich von 9 bis 18.30 Uhr geöffnet. Der letzte Einlass erfolgt um 18 Uhr. Das Haus mitsamt der neuen Ausstellung „Abgestaubt – von Blüten und ihren Besuchern“ ist keine temporäre, sondern eine Dauereinrichtung. Die erste Flatterzeit dauert bis Dezember, danach wird es eine Pause geben. Ab Frühjahr 2022 werden neue Puppen geliefert, die Schmetterlinge flattern wieder.

Es empfiehlt sich eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln, da nur eine begrenzte Zahl an Parkplätzen zur Verfügung steht. Ins Blüten- und Schmetterlingshaus gelangt man über beide Eingänge des Palmengartens – den in der Siesmayerstraße und den in der Palmengartenstraße. Eine vorherige Anmeldung ist nicht notwendig.

Palmengarten Frankfurt

Schmetterlingshaus

Von Blüten und ihren Besuchern – Der Palmengarten eröffnet am 6.08.21 sein Blüten- und Schmetterlingshaus

Ausstellungsmodul im Blüten- und Schmetterlingshaus des Palmengartens (2).  © Palmengarten, Foto: Tom Wolf
Ausstellungsmodul im Blüten- und Schmetterlingshaus des Palmengartens (2). © Palmengarten, Foto: Tom Wolf

(ffm) Tropische Schmetterlinge als farbenfrohe Botschafter für das Thema Bestäubung und eine Schau, die die große Welt der Insekten unter die Lupe nimmt: Am Freitag, 6. August, eröffnet der Palmengarten sein Blüten- und Schmetterlingshaus (BSH) einschließlich der neuen Dauerausstellung „Abgestaubt – von Blüten und ihren Besuchern“.

Im Oktober 2020 begann der Testbetrieb in dem rund 800 Quadratmater großen Glashaus-Ensemble: Die ersten Puppen wurden angeliefert, schlüpften, entfalteten sich und flogen alsbald zwischen den farbenprächtigen Blüten des Warmhauses umher. Nun also können auch die Besucherinnen und Besucher des Palmengartens dieses kleiner Wunder erleben: An der Puppenstation lässt sich die Metamorphose eines Schmetterlings von der Puppe zum Falter beobachten, während man durch das Haus spaziert, kommt man Bananenfaltern, Weißen Baumnymphen, Himmels- und Atlasfaltern ganz nah.

Nur wenige Schritte weiter, im benachbarten Kalthaus, lädt die für das Blüten- und Schmetterlingshaus konzipierte Ausstellung „Abgestaubt – von Blüten und ihren Besuchern“ dazu ein, die Vielfalt der Insekten zu entdecken. Neben grundlegenden Informationen zum Thema Bestäubung und der Frage, was überhaupt alles in einer Blüte steckt, verdeutlicht die Schau die faszinierende Vielfalt, die sich im Laufe von vielen Millionen Jahren durch mannigfaltige Wechselbeziehungen zwischen Blüten und ihren Bestäubern entwickeln konnte. Warum fliegen die Bestäuber überhaupt so auf die Blüten? Wie sehen Insekten die Umwelt durch ihre Facettenaugen, wie sehen Blüten für sie aus? Diese und viele andere Fragen beantwortet die neue Ausstellung. Und dies nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch. Die Besucherinnen und Besucher können selbst den Hebelmechanismus einer Salbeiblüte auslösen oder ausprobieren, welcher Saugrüssel zu welcher Blüte passt. Im angrenzenden Workshop-Raum der Grünen Schule des Palmengartens kann das Erlernte und Erlebte weiterbearbeitet und das Thema Blütenbiologie vertieft werden.

Falter im Blüten- und Schmetterlingshaus (BSH) © Palmengarten, Foto: Tom Wolf
Falter im Blüten- und Schmetterlingshaus (BSH)
© Palmengarten, Foto: Tom Wolf

„Im Jahr seines 150-jährigen Bestehens bietet der Palmengarten seinen Besucher*innen mit dem Blüten- und Schmetterlingshaus eine neue Attraktion. Ich durfte das Haus vor ein paar Monaten schon einmal besuchen, und glauben Sie mir: Kaum ein Gast wird sich dem Zauber der Schmetterlinge entziehen können“, sagt Umweltdezernentin Rosemarie Heilig. „Der Palmengarten konzentriert sich jedoch nicht allein auf die Schönheit der Falter, vielmehr thematisiert er ihren Nutzen als bestäubende Insekten und sensibilisiert so für ein Thema, das wichtiger denn je ist: Die Bedeutung von Bienen, Hummeln, Faltern und Krabblern für unsere Umwelt, für Landwirtschaft und Nahrungsmittelversorgung. Wir alle wissen, dass die Anzahl der Insekten dramatisch zurückgeht. Um dem entgegenzuwirken, müssen wir Bewusstsein schaffen und aufzeigen, wie es anders gehen kann. Orte wie der Palmengarten beweisen, was man mit einer insektenfreundlichen Bepflanzung bewirken kann. Hunderte Arten, viele davon selten, summen und brummen auf seinen Wiesen. Der Palmengarten ist zu einer Art Arche für Insekten und andere Lebewesen mitten in der Stadt geworden.“

„Die Vorfreude auf das Blüten- und Schmetterlingshaus ist über die letzten Jahre, besonders aber die letzten Monate, noch einmal enorm gewachsen – bei unseren Besucher*innen und uns als Gartenteam gleichermaßen. Seine Pforten nun endlich öffnen zu können, macht uns sehr glücklich – und auch sehr stolz, denn es steckt viel konzeptionelle und praktische Arbeit drin“, sagt Palmengarten-Direktorin Katja Heubach.

In seinem Jubiläumsjahr hat der Palmengarten erstmals ein Leitthema für seine Vermittlungsarbeit und Programmgestaltung benannt, das er in den kommenden beiden Jahren mit Führungen, Digital- und Printformaten bespielen wird. Das Blüten- und Schmetterlingshaus ist Ausgangspunkt und Herzstück dieses ersten Leitthemas, das sich ausgiebig der „Blüten- und Bestäuberökologie“ widmet. Heubach erklärt: „Unsere tropischen Schmetterlinge sind die Sympathieträger, mit denen wir die Aufmerksamkeit unserer Besucher*innen auf ein hochrelevantes Thema lenken wollen: den enormen Nutzen von Insekten für uns Menschen und gleichzeitig die Gefahr, in der sie sich befinden.“ In der Ausstellung „Abgestaubt – von Blüten und ihren Besuchern“ erfahren Palmengarten-Gäste, was der Bembel beziehungsweise sein Inhalt, der Apfelwein, mit der Biene zu tun hat und welche weiteren kulturellen und ökonomischen Leistungen Bestäuber für uns Menschen erbringen. Im Freiland und auch im benachbarten Botanischen Garten können sie beobachten, welches Insekt welche Blüte anfliegt und wie der Bestäubungsvorgang vor sich geht. Mit digitalen Angeboten können sie ihr Wissen zuhause und unterwegs vertiefen. „So werden Palmengarten und Botanischer Garten zu einem Modell-Lernort, der die Bedeutung der Bestäubung aus ökologischer und ökonomischer Sicht erklärt und verdeutlicht. Mit unserem sich durch alle Bereiche ziehenden Leitthema entsteht ein einzigartiges Bildungsangebot für sämtliche Zielgruppen – für Erwachsene und für Kinder vom Vorschulalter bis zum Schulabschluss. Das Leitthema wird uns bis mindestens Ende 2023 begleiten – viel Zeit also, sich mit diesem vielschichtigen Thema intensiv zu beschäftigen“, sagt Heubach.

Der Entwurf des Blüten- und Schmetterlingshauses, eine verzinkte, mit Isolierglas ausgefachte Stahlkonstruktion, stammt vom Architekturbüro Kissler + Effgen. Die unterschiedlich großen und hohen Gebäudeteile sind allesamt miteinander verbunden, weshalb das Gesamtvolumen kompakt bleibt und die Flächen der Außenhülle minimiert werden konnten. Durch die Auswahl verschiedener Verglasungsarten, Energieschirm- und Beschattungssystemen entstehen in Kombination mit den Beheizungs-, Bewässerungs- und Befeuchtungsanlagen im Inneren verschiedene Klimabereiche. Diese können hausweise an die Bedürfnisse der verschiedenen Pflanzenarten angepasst werden. Fügungsprinzip, Maßordnung und Technik der Glashäuser leiten sich von modernen Gewächshauskonstruktionen ab. Die Architektur nimmt sich zurück und rückt die Exponate in den Mittelpunkt: Blüten- und Schmetterlinge.

Die Kosten für den Neubau belaufen sich auf acht Millionen Euro. 2,5 Millionen Euro trägt die Stiftung Palmengarten und Botanischer Garten, 5,5 Millionen die Stadt Frankfurt. Von städtischer Seite begleitet das Amt für Bau und Immobilien (ABI) das Bauvorhaben während aller Projektphasen – von der Vorbereitung und der Auslobung des Wettbewerbes bis hin zur Betreuung aller Gewerke.

Weitere Informationen:
Blüten- und Schmetterlingshaus (BSH)
Palmengarten Frankfurt