Kategorie-Archiv: Umweltschutz

Gebäudebrüter schützen – helfen Sie den Spatzen – Kostenlose Nisthilfe der Stadt Mainz

Spatzenfreunde Bild: Betina Kuechenhoff
Spatzenfreunde Bild: Betina Kuechenhoff

Um die vor dem Aussterben bedrohten Spatzen wirksamer zu schützen, ruft das Grün- und Umweltamt der Stadt Mainz zu einer entsprechenden Aktion auf, die helfen soll, die Spatzen in der Stadt besser zu schützen und damit zu helfen, ihre Population wieder zu erhöhen. Solange der Vorrat reicht, stellt das Grün- und Umweltamt Mainz dazu kostenlos Nisthilfen zur Verfügung. Hier muss man ein Foto von der beabsichtigten Lage, wo die Nisthilfe untergebracht werden soll, an die Stadt senden.

Der Spatz, auch Haussperling (lat.: Passer domesticus) genannt, hat sich rar gemacht. Früher waren die liebenswerten und mitunter frechen Stadtbewohner häufig anzutreffen. Heute sehen wir sie kaum noch. Inzwischen gehören die Piepmätze – einst unvorstellbar – auf Vorwarnlisten gefährdeter Arten.
Insbesondere die oftmals viel zu gründliche Art und Häufigkeit von städtischer und privater Garten- und Parkpflege mit Laubbläsern und anderem Gerät, wodurch viele Schutz- und Rückzugsorte für (brütende) Vögel und Kleingetier verschwunden sind, aber auch die „Kiesgartenmode“ („Gärten des Grauens“) sowie die Zubetonierung /Versiegelung von Flächen, Katzen sowie anhaltende Trockenperioden sind höchstwahrscheinlich ursächlich für das Verschwinden viele Vogelarten.

Was braucht der Spatz?
Zum Brüten bevorzugen die Tiere an Gebäuden kleine Nischen, etwa an Fassaden, im Giebel, unter den Dachziegeln, im Ortgang oder Traufkasten. Auch unterhalb von Attika- oder hinter Fassadenverkleidungen, an Regenfallrohren, hinter Fensterläden oder an Stuckornamenten siedelt sich der kleinere Vogel gerne an. Nisthilfen sind eine sinnvolle Alternative oder Ergänzung. Beim Anbringen der Nisthilfen sollte darauf geachtet werden, dass die Höhe mindestens 2.50 m beträgt und die Ausrichtung an Ihrem Haus in südöstliche Himmelsrichtung erfolgt. Das Einfluglochdarf nicht versperrt sein.

Als Nahrung vertilgt der Spatz vor allem Insekten Samen und Beeren. Heimische Gräser, Wildkräuter und Beerensträucher sind geeignete Futterspender – auch im Winter. Futterplätze außer Reichweite von Katzen werden gerne angenommen.
Verstecke sind für den Spatz wichtig. Spatzen leben immer in Gruppen zusammen. Als Aufenthaltsort und zum Schutz vor Fressfeinden lieben sie Verstecke wie dornige Sträucher und Hecken in der Nähe des Brutplatzes (z.B. Wildrosen, Weißdorn). Auch brauchen die kleinen Vögel Trink- und Badeplätze. Gut einsehbare Plätze für Wasserstellen zum Trinken und Sandbereiche für ein Staubbad brauchen die Spatzen, um Parasitenbefall und Infektionen des Gefieders zu verhindern.

Der Nutzen für Mensch und Natur in der Stadt ist sehr hoch. Gebäudebrüter beleben unsere Städte, tragen zur Artenvielfalt bei und vertilgen vor allem während der Brut- und Nistzeit unzählige Insekten. Spatzen sind geschickte und flinke Futterfinder, die die Ausbreitung oder Ansiedlung von Ratten, Mäusen und Tauben vorbeugen können.

Wer kann mitmachen?
Alle Mainzer Bürger, die den Spatzen eine neue Wohnung an ihrem eigenen Haus schaffen wollen.

Wie kann ich mitmachen?
Machen Sie ein Foto über die geplante Lage der Nisthilfe.
Senden Sie Ihr Foto (möglichst max. 2 MB) mit Namen, Adresse und Telefonnummer bis zum 31. Juli
2022 direkt an folgende E-Mail-Adresse mit dem Betreff „Spatzenfreund“: Spatzenfreunde@stadt.mainz.de

Bäume retten: Landeshauptstadt Mainz ruft Bürger zum Gießen auf

Bäume retten.  © Foto: Diether v Goddenthow
Bäume retten. © Foto: Diether v Goddenthow

(lvb) Bereits die vergangenen Jahre waren für unsere Stadtbäume ein echter Härtetest. Wenige Niederschläge in den Sommerhalbjahren 2018 und 2019, einhergehend mit Hitzerekorden, setzten unseren Hoffnungsträgern im Kampf gegen die Folgen des Klimawandels erheblich zu. Trotz ergiebiger Niederschläge im Februar und der ersten Märzhälfte 2020 sind nun schon wieder viele Wochen vergangen, seitdem es spürbaren Wassernachschub für unseren jungen Baumnachwuchs gegeben hat.

Der April verschärft aktuell den Negativtrend mit zu hohen Temperaturen, großen Sonnenstundenanteilen und trockenen Ostwinden. Seit Anfang April fährt das Grün- und Umweltamt der Landeshauptstadt Mainz daher schon wieder Wasser an die Bäume und versucht, das natürliche Niederschlagsdefizit auszugleichen.

„Gerade jetzt in der Austriebsphase ist der Bedarf an Wasser besonders groß. Ein Jungbaum nimmt pro Wässerungsgang gerne auch 100 Liter und mehr an Wasser auf, um die Blattneubildung und den Start in die neue Vegetationsperiode gut zu meistern“, erklärt Olaf Nehrbaß, Leiter des Grün- und Umweltamtes.

Bei der großen Anzahl des zu versorgenden Baumnachwuchses ist jede Gießkanne, jeder Eimer Wasser, den die Mainzerinnen und Mainzer zusätzlich an die Bäume bringen, willkommen.

Deshalb richtet Amtsleiter Olaf Nehrbaß schon so früh im Jahr die Bitte an alle Naturfreunde: „Unterstützen Sie unsere Jungbäume auch in diesem Jahr wieder – nicht erst im Sommer bei Hitzerekorden, sondern bereits jetzt! Aktuell wird der Grundstein für ein gesundes Wachstum gelegt und hierbei können alle mithelfen. Vielen Dank!“