Kategorie-Archiv: Ehrengast Pavillon der Buchmesse

Georgia – Made by Characters Der Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2018 ist so einzigartig und kunstvoll wie sein Alphabet

Ehrengastpavillon Georgien © Foto: Diether v. Goddenthow
Ehrengastpavillon Georgien © Foto: Diether v. Goddenthow

FRANKFURT. Mit Georgien präsentiert sich eine jahrtausendealte Kulturnation vom 10. bis 14. Oktober 2018 als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse. Die georgischen „characters“, die 33 kunstvoll geschwungenen Buchstaben des einzigartigen Alphabets, zählen zum UNESCO-Welterbe und prägen das Motto des Ehrengastauftritts: Georgia – Made by Characters. Das Land zwischen Europa und dem Kaukasus stellt dabei nicht nur seine Geschichten und Werke vor, die in dieser faszinierenden Schrift niedergeschrieben wurden, sondern auch die Charaktere, die dahinterstehen: Autor*innen, Künstler*innen, Musiker*innen – kurzum, die Georgier*innen selbst. Über 150 Neuerscheinungen wurden im Gastlandjahr auf dem deutschsprachigen Buchmarkt herausgegeben. 70 deutschsprachige Verlage haben Titel zu Georgien in ihrem Programm. Seit der Gründung des Georgian National Book Center (2014) und der Einführung des Übersetzungsförderungsprogramms (2011) sind insgesamt 200 Titel aus dem Georgischen in deutscher Sprache erschienen. Mehr als 70 Autor*innen kommen nach Deutschland und werden auf der Frankfurter Buchmesse und in der Stadt Frankfurt ihre Werke auf insgesamt 350 literarischen Veranstaltungen – von Lesungen bis Konferenzen – persönlich vorstellen. Rund 100 Kulturevents laden zu weiteren spannenden Entdeckungen des Landes ein. Das Herz des Ehrengastauftritts ist der Pavillon auf dem Messegelände, der in seiner Gestaltung an die 33 Buchstaben angelehnt ist. Hier wird täglich ein umfangreiches und hochkarätiges Literatur- und Kulturprogramm geboten: von Lesungen und Diskussionen bis hin zu klassischer und elektronischer Musik.

Von Klassik bis Zeitgeist – Neue Bücher aus und über Georgien

Bücherschau im georgischen Ehrengast-Pavillon im Forum der Frankfurter Buchmesse.  © Foto: Diether v. Goddenthow
Bücherschau im georgischen Ehrengast-Pavillon im Forum der Frankfurter Buchmesse.
© Foto: Diether v. Goddenthow

Vom historischen Heldenepos über die scharfzüngige Satire bis zum persönlichen Bericht aus dem Gulag – die Neuerscheinungen in deutscher Sprache spiegeln die historische und kulturelle Vielfalt des Landes wider, dessen Literatur bereits im 5. Jahrhundert mit dem hagiographischen Werk Das Martyrium der Heiligen Schuschanik begann. Dabei werden auch unterschiedliche Genres abgedeckt: von Romanen, Krimis, Erzählungen, Märchen und Sagen bis hin zu georgischen Epen und Anthologien georgischer Poesie, Sachbüchern, Kinder- und Jugendbüchern sowie Sammlungen kritischer Essays. Auch zahlreiche „Klassiker“ der georgischen Literatur können von den deutschsprachigen Leser*innen nun entdeckt werden. So etwa das georgische Nationalepos von Schota Rustaweli Der Recke im Tigerfell (Reichert Verlag, 2014) aus dem 12. Jahrhundert, das nun auch in einer modernen Prosaversion unter dem Titel Der Held im Pardellfell, nacherzählt von Tilman Spreckelsen und illustriert von Kat Menschik (Galiani Verlag), erschienen ist. Von Micheil Javakhishvili (1880–1937), dem Begründer der modernen georgischen Prosa, sind sieben Titel in deutscher Sprache erhältlich. Mit Awelum, Der Korb und Der Garten der Dariatschangi (Matthes & Seitz Berlin) von Otar Tschiladse (1933–2009) sind drei Werke eines Vertreters der Weltliteratur erschienen, der bereits zweimal für den Literaturnobelpreis nominiert war.

Über 70 georgische Autor*innen kommen zur Frankfurter Buchmesse

Impressionen vom Ehrengast-Pavillon. © Foto: Diether v. Goddenthow
Impressionen vom Ehrengast-Pavillon. © Foto: Diether v. Goddenthow

Mehr als 70 georgische Autor*innen werden in den kommenden Tagen Frankfurt zu Gast sein und ihre Bücher vorstellen. Darunter Aka Morchiladze, einer der derzeit angesehensten georgischen Schriftsteller. Von dem in London lebenden Autor, der über 30 Werke veröffentlichte, erschienen gleich mehrere Bücher in deutscher Sprache: Santa Esperanza und Obolé (beide Mitteldeutscher Verlag) sowie Reise nach Karabach und Der Filmvorführer (beide Weidle Verlag). Er und die hierzulande wohl bekannteste Autorin Nino Haratischwili werden bei der Eröffnungsfeier der Frankfurter Buchmesse sprechen. Die in Hamburg lebende Autorin stellt ihr neues Buch Die Katze und der General (Frankfurter Verlagsanstalt) vor. Erwartet werden auch weitere der vielen engagierten georgischen Frauen, etwa Naira Gelaschwili, eine wegen ihrer nonkonformistischen Prosa beliebte Schriftstellerin, die mit ihrem 1982 unter schwierigen Umständen in Georgien veröffentlichten Buch Ich fahre nach Madrid (Verbrecher Verlag) ein glühendes Plädoyer für die Kraft der Fantasie hält. Oder Tamta Melaschwili, eine Aktivistin der feministischen Bewegung, die in ihrem neuen Werk Marines Engel (Wieser Verlag) in literarischer Form versucht, den Ursprung von Ungerechtigkeit, Ungleichheit und Unterdrückung zu begreifen. Anna Kordsaia-Samadaschwili hält mit Wer hat die Tschaika getötet (Verlag Hans Schiler) ein Plädoyer für Toleranz, und Nana Ekvtimishvili gibt den rebellischen Mädchen und Frauen in der georgischen Gesellschaft in ihrem Buch Das Birnenfeld (Suhrkamp Verlag) Gesicht und Stimme.

Ein dunkles Kapitel der Landesgeschichte schlägt Lewan Berdsenischwili, ehemaliger Direktor der Georgischen Nationalbibliothek, auf. In seinem Buch Heiliges Dunkel – Die letzten Tage des Gulag (Mitteldeutscher Verlag) erzählt er von seiner Zeit als politischer Häftling. Guram Dotschanaschwili schuf mit seinem Klassiker Das erste Gewand (Carl Hanser Verlag) eine Fabel über Tyrannei und Sehnsucht und ein virtuoses Sprachkunstwerk. Archil Kikodze fängt mit seinem neuen Roman Südelefant (Ullstein Verlag) den georgischen Zeitgeist ein. Und schließlich stellt Lasha Bugadze, der wegen seiner scharfen Satire zu sozial-politischen Themen stets im Mittelpunkt des gesellschaftlichen Interesses steht, in Frankfurt sein neues Buch Der erste Russe (Frankfurter Verlagsanstalt) vor. Auch das in Georgien sehr beliebte Genre Lyrik ist stark vertreten, und so kommt etwa mit Besik Kharanauli auch einer der bekanntesten georgischen Dichter nach Frankfurt. Alle Neuerscheinungen unter: www.georgia-characters.com/Translations.aspx.

Umgeben von den 33 Buchstaben: Der Ehrengast-Pavillon auf der Frankfurter Buchmesse

Impressionen vom Ehrengast-Pavillon. © Foto: Diether v. Goddenthow
Impressionen vom Ehrengast-Pavillon. © Foto: Diether v. Goddenthow

Die Vielfalt der georgischen Kultur und Literatur wird vor allem im Ehrengast-Pavillon (Forum / Ebene 1) erfahrbar. In dem von George Bokhua Studio und Multiverse Architecture aus Tiflis gestalteten Raum spielen die Buchstaben des georgischen Alphabets, das seit 2016 auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturguts steht, eine herausragende Rolle: In dem von den 33 Schriftzeichen inspirierten Ambiente werden nicht nur die georgischen Neuerscheinungen präsentiert, es öffnen sich auch 33 Türen, 33 Lieder erklingen, 33 Boote segeln und 33 Brote werden gebacken. Der Pavillon wird zur Bühne für ein umfangreiches Programm mit Lesungen und Live-Musik. Jeden Tag klingt der Messetag um 17 Uhr bei der Happy Hour aus; etwa bei den Techno-Klängen vom Haus-DJ des berühmten Clubs Bassiani aus Tiflis oder beim Auftritt des georgischen Nationalballetts Sukhishvili. Georgischer Wein und landestypische Spezialitäten bringen die Besucher*innen auf den besonderen Geschmack. Krönender Abschluss des Ehrengast-Programms ist die traditionelle GastRollen-Übergabe u.a. mit dem georgischen Autor Zurab Karumidze und der norwegischen Schriftstellerin Åsne Seierstad (14. Okt., 15:30 Uhr).

Begegnungen mit georgischen Autor*innen, Künstler*innen und Kreativen sind ebenso bei Veranstaltungen und Lesungen auf dem gesamten Messegelände möglich, so auch am Nationalstand Georgien (Halle 5.0, B100), am Stand für Kinder- und Jugendliteratur (Halle 3.0, F152), bei THE ARTS+ (Halle 4.1, N67, N71 u.a.), auf der Agora und in der Gourmet Gallery (Halle 3.1, L140, L146). Auch die „Wissenschaft – Made by Characters“ sowie die Innovations- und Technologieagentur präsentieren sich (Halle 4.2, E93, B85). Eine Vielzahl an Vorträgen und Lesungen gibt es dazu auch an anderen Orten, so etwa im Rahmen des städtischen Lesefests OPEN BOOKS oder beim BOOKFEST, dem Festival der Frankfurter Buchmesse.

Eröffnung des Ehrengastpavillions.© Foto: Diether v. Goddenthow
Eröffnung des Ehrengastpavillions.© Foto: Diether v. Goddenthow

Ausstellungen, Performances, Filme: Georgien in Frankfurt
Außerhalb des Messegeländes geben zahlreiche Events vom Theater über Performance bis zur Ausstellung weitere Einblick in die facettenreiche Kulturlandschaft. Das Programm in Frankfurter Museen und Kultureinrichtungen vereint das Beste aus Urgeschichte, antiker und zeitgenössischer Kunst, Fotografie, Architektur, Design, Typografie und Illustration. Zu den Höhenpunkten zählen die Ausstellung „Medeas Liebe und die Jagd nach dem Goldenen Vlies“ in der Liebieghaus Skulpturensammlung mit herausragenden archäologischen Funden und antiken Kunstwerken aus Georgien sowie „Gold & Wein. Georgiens älteste Schätze” im Archäologischen Museum Frankfurt. Unter dem Motto „Tiflis on my Mind“ im Klingspor Museum in Offenbach steht erstmals das georgische Alphabet im Zentrum einer Ausstellung. Freund*innen zeitgenössischer Kunst können sich auf den Film „All is fair in Dreams and War“ von Andro Wekua, einem der populärsten zeitgenössischen Künstler Georgiens, sowie die erste Einzelausstellung zu Thea Djordjadze, einer der profiliertesten Künstlerinnen Georgiens, freuen. Weltberühmte Musiker*innen stimmen das Publikum auch musikalisch auf das Gastland ein, so etwa die Pianistin Khatia Buniatishvili bei der Eröffnungszeremonie der Buchmesse, der Jazz-Pianist Beka Gochiashvili und viele andere beim Konzert des TV-Senders ARTE und nicht zuletzt die Geigerin Lisa Batiashvili mit dem Georgian Philharmonic Orchestra sowie dem Gori Frauenchor beim Konzert in der Alten Oper Frankfurt. Ergänzt wird das Programm durch eine Reihe von Inszenierungen bedeutender georgischer Theaterensembles, darunter das renommierte Rezo Gabriadze Puppentheater, das Tumanishvili Film Actors Theatre sowie das Tskhinvali Staatstheater. Auch Filmfreund*innen kommen auf ihre Kosten, etwa bei einer Filmreihe im Deutschen Filmmuseum sowie bei der Buchvorstellung und Filmvorführung rund um den georgischen Filmemacher, Drehbuchautor, Schauspieler und Maler Kote Mikaberidze.

Georgia is cooking – kulinarische Erlebnisse in ganz Frankfurt
Nicht nur im Georgien-Pavillon und in der Gourmet Gallery können Messebesucher*innen auf den besonderen georgischen Geschmack kommen. Unter der Motto „Georgia is cooking“ macht Veranstalter Leon Joskowitz mit fünf georgischen Top-Köch*innen und kulinarischen Botschafter*innen, darunter die gefeierte Köchin Tekuna Gachechiladze, die eigens zur Buchmesse nach Frankfurt reisen, die kulinarische Vielfalt des Landes auch im Frankfurter Stadtgebiet erlebbar, etwa mit der Reihe „Books n‘ Wines“.

Georgia is COOKING – Georgische Küche im Rahmen der Frankfurter Buchmesse

Der Auftritt von Georgien als Ehrengastland der diesjährigen Frankfurter Buchmesse wird von einem umfassenden kulinarischen Rahmenprogramm begleitet. Unter dem Titel „Georgia is Cooking“ stellt Georgien seine reichhaltige kulinarische Kultur in Frankfurt am Main vor. Fünf der besten georgischen Köchinnen und Köche werden auf der Messe und an verschiedenen Spots im Stadtraum georgische Speisen zubereiten und die Qualität und regionale Vielfalt der Küche Georgiens vorzustellen.

Die freitagsküche verwandelt sich vom 10. bis 12. Oktober in ein Georgisches Haus voller Gastfreundschaft, landestypischer Spezialitäten und poetischer Begegnungen. Weinliebhaber kommen in der Reihe „Books n Wines“ auf den Geschmack der landestypischen Weinsorten und genießen diese zusammen mit Literatur des Landes. Sechs georgische Top-Köche und kulinarische Botschafter reisen nach Frankfurt, um gemeinsam mit dem Veranstalter Leon Joskowitz die kulinarische Vielfalt des Landes erlebbar zu machen. Besucher können Mittags und Abends in traditionelle und neue georgische Küche speisen und natürlich auch den berühmten bernsteinfarbenen Wein aus den Tonamphoren, den Quevris, kosten.

Georgia is Cooking
in der „freitagsküche“
Mainzer Landstraße 105,
60329 Frankfurt am Main

Vom 10.-12.10.2018 jeweils von 12-15 Uhr, preisgünstiger Mittagstisch á la carte
Jeweils ab 19.30 Uhr, Supra, eine georgische Festtafel, 49 Euro inkl. Aperitif.
Reservierung unter info@freitagsküche.de

Books n Wines

Sonntag, 7.10.2018, 11-12 Uhr, Haus am Dom
Der Leiter des georgischen Literaturmuseums Lasha Bakradze spricht mit Martin Maria Schwarz über georgische Literatur und Wein.

Mittwoch, 10.10.2018, 19-20 Uhr, Georgischer Wein – Lesung, Gespräch und Verkostung mit Anna Saldadzé in der Lenau Weinhandlung, Glauburgstr. 83A, 60318 Frankfurt

Donnerstag, 11.10.2018, 19.30 Uhr, Buchhandlung Weltenleser
Lesung aus „Heiliges Dunkel – Die letzten Tage des Gulag“ von und mit Lewan Berdsenischwili, mit Degustation georgischer Weine.

Samstag, 13.10.2018, 15 Uhr, Archäologisches Museum
Der georgische Autor Kote Jandieri liest aus seinem neuen Buch im historischen Ambiente des archäologischen Museums. Alle Besucher können ein Glas des georgischen Weines probieren.

Auf der Frankfurter Buchmesse

10.10.2018, 18 Uhr, Georgien als Gastgeber der Nocturne Party auf der Gourmet Gallery.

11.10.2018, 13-14 Uhr, Gourmet Gallery, Cooking Show und Buchpräsentation von „Tasting Georgia – a food and wine journey in the Caucasus“ mit der Köchin Carla Capalbo.

12.10.2018, 15-16 Uhr, Gourmet Gallery, Cooking Show und Buchpräsentation von „Savoring Georgia“ mit dem georgischen Koch und Autor Luka Nachkebia.

13.10.2018, 12-13 Uhr, Gourmet Gallery, Cooking Show und Buchpräsentation von „“Georgian Taste“ mit der georgischen Köchin und Autorin Risudan Gorgiladze.

10.-13.10.2018, täglich um 17 Uhr lädt Georgien zur Happy Hour in den Ehrengast-Pavillon ein.

Georgien, Ehrengastland der Frankfurter Buchmesse, mit facettenreichem Literatur- u. Kulturangebot „Georgia – Made by Characters“ vertreten

v.r.n.li.:Peter Cachola Schmal (Direktor des Deutschen Architekturmuseums), George Bokhua (Künstlerischer Leiter des Ehrengastauftritts), Medea Metreveli (Direktorin des Georgian National Book Center), Mikheil Giorgadze (Minister für Kultur und Sport in Georgien), Juergen Boos (Direktor der Frankfurter Buchmesse), Ana Kordzaia-Samadashvili (Autorin),© Foto: Diether v. Goddenthow
v.r.n.li.:Peter Cachola Schmal (Direktor des Deutschen Architekturmuseums) erläutert als eine kleine Einführung über die alte Kulturnation Georgiens die Architektur in Tiflis., George Bokhua (Künstlerischer Leiter des Ehrengastauftritts), Medea Metreveli (Direktorin des Georgian National Book Center), Mikheil Giorgadze (Minister für Kultur und Sport in Georgien), Juergen Boos (Direktor der Frankfurter Buchmesse), Ana Kordzaia-Samadashvili (Autorin),© Foto: Diether v. Goddenthow

Wir haben erst Mai, und  die Frankfurter Buchmesse (10. bis  14. Oktober 2018) wirft bereits ihre Schatten voraus. Heute wurden im Deutschen Architekturmuseum (DAM) in Frankfurt die georgischen Autorinnen und Autoren, die im Herbst am Main erwartet werden, das Konzept des Ehrengast-Pavillons auf der Frankfurter Buchmesse sowie das begleitende Kulturprogramm in der Stadt vorgestellt.  Im Herbst werden rund 70 georgische AutorInnen zur Frankfurter Buchmesse erwartet und der Ehrengast-Pavillon lädt zu einer literarischen und kulturellen Entdeckungsreise – Made by Characters ein. Darüber hinaus bieten zahlreiche Frankfurter Museen und Institutionen ein umfangreiches Programm an.

Mit Georgien präsentiert sich in diesem Jahr eine jahrtausendealte Kulturnation als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse (10. bis 14. Oktober 2018). Unter dem Motto „Georgia – Made by Characters“ präsentiert Georgien nicht nur seine Literatur und die Neuerscheinungen in deutscher Sprache, sondern gibt auch mit einem umfangreichen Programm in den Frankfurter Kultureinrichtungen vielschichtige Einblicke in seine reiche Kulturlandschaft.

Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse unterstrich, dass Georgiens geografische Lage zwischen Europa und dem Kaukasus, seine ausgeprägte Individualität trotz – oder gerade wegen – der vielfältigen kulturellen und politischen Einflüsse, das Land zu einem der spannendsten Ehrengäste der letzten Zeit mache. Im Zuge der Vorbereitungen auf diesen Gastlandauftritt habe die georgische Buchbranche neue Strukturen eingeführt: „Die Gründung des Georgian National Book Centers (GNBC) steht unmittelbar im Zusammenhang mit dem Gastlandauftritt, ein Übersetzungsförderungsprogramm wurde aufgesetzt und die Verlage haben sich im Hinblick auf den Rechtehandel professionalisiert“, so Boos. Zu sehen, wie das Programm immer mehr Gestalt annehme, und wie vielfältig die Themen sein, wäre unglaublich spannend, so der Direktor der Frankfurter Buchmesse weiter. „Einen Meilenstein haben wir erreicht – aktuell liegen 80 georgische Titel in deutscher Übersetzung vor. Die engen Verbindungen, die bei der Planung eines solchen großen Auftritts entstehen, zeigen in beiden Ländern Wirkung: So richtet die Frankfurter Buchmesse 2018 auf der Buchmesse in Tiflis mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes einen großen Deutschen Gemeinschaftsstand aus. Zahlreiche deutsche Autorinnen und Autoren werden Ende Mai vor Ort sein. Von diesem Austausch profitieren beide Länder enorm und diese Nachhaltigkeit und Gegenseitigkeit ist ein wesentlicher Bestandteil des Gastlandprogramms.“ sagte Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse.

Mikheil Giorgadze, Minister für Kultur und Sport in Georgien und Leiter des Ehrengast-Projekts, erläuterte, dass der Countdown laufe und das Gastland sich auf Oktober sehr freue, „denn dann werden Sie die reiche Kultur und Geschichte eines modernen Landes näher kennenlernen. Eines Landes, das mit Europa grundlegende Werte und Hoffnungen teilt und sich nun mit seiner historischen europäischen Familie wiedervereinen wird, so Giorgadze. Georgien wäre ein altes Land mit einer langen christlichen Tradition, das schon
immer zu Europa gehört habe. Das georgische Alphabet sei 2016 von der UNESCO in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen worden und bilde das Herzstück des Ehrengast-Konzepts und Mottos: Georgia –Made by Characters, so der Kulturminister weiter. „Für Georgien und seine Verbundenheit mit Europa ist 2018 ein sehr symbolträchtiges Jahr, denn vor 100 Jahren wurde die Unabhängigkeit der Ersten Demokratischen Republik Georgien durch Deutschland anerkannt. Vor etwa 200 Jahren entstanden außerdem die ersten deutschen Siedlungen in Georgien. Eine Vielzahl der Kulturbauten des Landes entstand nach den Entwürfen deutscher Architekten. Die deutschen Bewohner Georgiens haben sich sehr gut in das kulturelle Gefüge von Tiflis integriert und einen gewissen europäischen Charme beigesteuert. Bis heute gibt es praktisch keine kulturellen Aktivitäten, bei denen Georgien und Deutschland nicht Hand in Hand zusammenarbeiten. Diese lebhafte Beziehung wäre natürlich nicht möglich ohne die Menschen, die aktiv dazu beitragen. Die beiden Länder verbindet also eine besondere Beziehung und eine gemeinsame Geschichte. Gerade deshalb ist es für die Menschen aus Georgien und Deutschland besonders wichtig, die Kultur des jeweils anderen Landes zu kennen.
Ab Frühling 2018 werden wir insgesamt 100 kulturelle Events in etwa acht deutschen Städten veranstalten. Georgien wird das ganze Jahr über die Gelegenheit haben, seine Kultur und seine Werte in Deutschland zu präsentieren. Wir hoffen, dass diese Aktivitäten letztlich zur Integration Georgiens in Europa beitragen und das Bewusstsein für die georgische Kultur stärken.“ sagte Mikheil Giorgadze, Minister für Kultur und Sport in Georgien und Leiter des Ehrengast-Projekts.

Georgische Autoren und Literaturprogramm
Bisher stehen 60 Autorinnen und Autoren fest, die im Oktober auf der Buchmesse ihre Werke in deutscher Sprache vorstellen. Weitere werden in den nächsten Monaten dazukommen. Einige davon sind bereits seit März auf Lesetour im deutschsprachigen Raum und haben ihre Bücher schon dem interessierten Publikum vorgestellt.

Heute bestätigte Medea Metreveli, Direktorin des Georgian National Book Center (GNBC), dass Aka Morchiladze, einer der berühmtesten Autoren der modernen georgischen Literatur, zusammen mit Nino Haratischwili, der renommierten deutschen Autorin georgischer Herkunft, die beiden Hauptredner des diesjährigen Ehrengastes Georgien bei der Eröffnungszeremonie der Frankfurter Buchmesse am 9. Oktober 2018 sein werden. Die Werke der georgischen Autorinnen und Autoren decken alle Genres der Literatur ab: von Kurzgeschichten, Romanen und Epen über Gedichtsammlungen, Krimis und Kinderbücher bis hin zu Sachbüchern und Essaysammlungen. Rund 130 deutschsprachige Neuerscheinungen und davon über 80 Übersetzungen aus dem Georgischen von mehr als 60 Verlagen wurden angekündigt oder bereits veröffentlicht. Dabei handelt es sich um eine Zahl, die bis zur Buchmesse weiter steigen wird. Aber nicht nur die Autoren kommen nach Frankfurt, auch der wichtigste georgische Literaturpreis: der SABA-Literaturpreis. Die Preisverleihung findet am 12. Oktober im Kaisersaal – dem historischen Rathaus von Frankfurt – statt.

Eine weiterer Höhepunkt ist das diesjährige Illustrations-Programm. Rund 20 georgische Illustratoren werden ihre Werke in Berlin, Frankfurt und Hamburg präsentieren. Darüber hinaus wird kulturkind e.V. die Ausstellung „My Image of Georgia“ zeigen, die als Vorpremiere zur Frankfurter Buchmesse bereits am 29. Mai in Berlin zu sehen sein wird. Im Oktober begrüßt dann das Struwwelpeter-Museum in Frankfurt georgische Illustratoren mit der Ausstellung „Tsikara – Museum im Museum“.

Seit dem Frühjahr werden bereits Buchhändler in ganz Deutschland auf den diesjährigen Ehrengast und dessen abwechslungsreiche Literatur eingestimmt.

Ehrengast-Pavillon – Made by Characters
Die Vielfalt der georgischen Kultur und Literatur wird im Ehrengast-Pavillon „Made by Characters“ erfahrbar: Das George Bokhua Studio und Multiverse Architecture aus Tiflis ließen sich bei der konzeptuellen sowie formellen Gestaltung von den 33 geschwungenen Buchstaben des einzigartigen georgischen Alphabets inspirieren: So öffnen sich 33 Türen, 33 Lieder erklingen, 33 Boote segeln und 33 Brote werden gebacken. Daneben bietet der Pavillon eine Bühne für die georgischen Neuerscheinungen. Wie jedes Jahr können Verlage aus aller Welt in der „Books on Georgia“-Ausstellung, organisiert und umgesetzt von der Frankfurter Buchmesse, ihre aktuelle Titelproduktion rund um den Ehrengast präsentieren.

Das Kulturprogramm – Made by Characters

Während auf der Buchmesse die georgische Literatur, Autoren und Verlage im Fokus stehen, können interessierte Besucher auch jenseits des Messegeländes weitere faszinierende Facetten der georgischen Kultur kennenlernen: Museen und Institutionen in Frankfurt realisieren in diesem Kontext naturhistorische, archäologische, kultur- und kunsthistorische Ausstellungen und inszenieren Vorführungen darstellender Künste und filmischer Werke. Sie illustrieren damit die Vielfalt des Landes, das über viele Jahrhunderte unter östlichen wie westlichen Einflüssen stand und heute ein eigenständiges, kulturelles Selbstverständnis pflegt. So zeigt etwa die Liebieghaus Skulpturensammlung in der Schau „Medeas Liebe und die Suche nach dem Goldenden Vlies“ archäologische Funde und antike Kunstwerke aus Georgien, die den Reichtum der beiden antiken Königreiche von Kolchis und Iberien repräsentieren. Das Senckenbergmuseum plant „Homo georgicus – der Schädel aus dem Ursprungsland der ersten Europäer“, wo 1991 mit dem Kieferknochen eines Hominiden die ältesten menschlichen Überreste jenseits von Afrika gefunden wurden. Unter dem Titel „Gold & Wein. Georgiens älteste Schätze” zeigt das Archäologische Museum Frankfurt ein umfassendes Bild der frühen kulturellen Entwicklungen Georgiens – vom Beginn der Landwirtschaft im Kaukasus ab 6000 v. Chr. bis zur Trialeti-Kultur der Mittelbronzezeit um 2100 – 1700 v. Chr. Die Deutschlandpremiere der neuen Filminstallation „Burning Palm“ (2018) des gebürtigen Georgiers und Wahlberliners Andro Wekua wird am 11. Oktober im MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main gezeigt. Das Klingspor Museum in Offenbach am Main rückt zum ersten Mal das georgische Alphabet – seit 2016 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes – und dessen Geschichte in den Fokus einer Ausstellung. Im Deutschen Architekturmuseum (DAM) steht die Hauptstadt Tiflis mit ihrer Architektur im Zentrum der großen Schau „Hybrid Tbilisi“. Das Museum Angewandte Kunst erzählt in der Ausstellung „Lara protects me” mithilfe von Videos, Fotos und Zeichnungen sowie Design- und Mode-Objekten Geschichten aus Georgien. Das Georgian Video Art Archive präsentiert in der Ausstellung „DESCRIPTIONS“ im ATELIERFRANKFURT e.V. georgische Videokunst. In der Schau „Picture Languages“ können sich Besucher im Fotografie Forum Frankfurt ein Bild von den aktuellen Entwicklungen der georgischen Fotokunst machen. Im PORTIKUS treten bei der ersten Einzelausstellung von Thea Djordjadze, der wohl profiliertesten georgischen Künstlerin, die Skulpturen in einen Dialog mit dem Raum. Ein weiteres Highlight des Kulturprogramms sind die Performances der Bouillon Group, die in der Frankfurter Produktions- und Ausstellungsplattform basis e.V. erstmals in Deutschland einen Überblick über ihr umfangreiches Werk bietet.

Bekannte Musiker präsentieren Georgien in den führenden Konzerthallen Deutschlands, darunter in der Elbphilharmonie in Hamburg, im Konzerthaus und in der Philharmonie in Berlin, in der Alten Oper Frankfurt sowie im Pavillon der Frankfurter Buchmesse. Zu den Künstlern zählen etwa Khatia Buniatischwili, Lisa Batiaschwili, Nino Machaidze, Beka Gochiaschwili, Nino Katamadze, das Georgische Nationalballett „Sukhishvili“, das Volkslied-Ensemble „Rustavi“, das Georgische Philharmonische Orchester, der Gori Frauen-Kammerchor und das Symphonie-Orchester Tiflis.

Zusammen mit dem Schauspiel Frankfurt, dem Künstlerhaus Mousonturm Frankurt und dem Badischen Staatstheater Karlsruhe präsentiert der Ehrengast Georgien aktuelle Werke der bekanntesten zeitgenössischen Autoren, Theaterstücke und Performance-Projekte von jungen unabhängigen Gruppen, darunter das Rezo Gabriadze Marionetten-Theater mit „Ramona“, das Staatstheater Rustaweli mit „Styx“, das Staatstheater Marjanishvili mit „Navigator“, das Königliche Bezirkstheater mit „Prometheus – 25 Jahre Unabhängigkeit“ sowie Musik- und Theaterprojekte unabhängiger Gruppen. Sie alle laden das Publikum ein, Georgien und sein Theater „auf dem Balkon Europas“ neu zu entdecken.

Gemeinsam mit dem Deutschen Filmmuseum zeigt das Georgian National Film Center während der Buchmesse eine Filmreihe über das georgische Kino – von der Stummfilmzeit bis zu den Produktionen, die 1991 über die Unabhängigkeit Georgiens entstanden. Der preisgekrönte Animationsfilm „The Pocket Man“ von Ana Chubinidze wird in der Stadtbücherei Frankfurt, Bibliothekszentrum Höchst, zu sehen sein.

Außerdem wird es eine Vielzahl an Vorträgen und Lesungen geben, unter anderem im Rahmen von OPEN BOOKS, dem städtischen Lesefest, sowie dem BOOKFEST, dem Festival der Frankfurter Buchmesse, oder auch im Künstlerhaus Mousonturm. Feinschmecker erhalten bei zahlreichen Anlässen Gelegenheit, authentische Speisen und Getränke aus dem ältesten Weinland der Welt zu probieren. So bringt der diesjährige Ehrengast etwa auf dem Frankfurter Museumsuferfest (24. bis 26. August 2018) mit Auftritten bekannter Musiker sowie einem breiten kulinarischen Programm die Besucher auf den Geschmack. Während der Frankfurter Buchmesse wird die Freitagsküche dann zum offiziellen kulinarischen Standort des Ehrengastes außerhalb des Messegeländes – vom Mittagstisch bis zum allabendlichen Dinner mit literarischem oder philosophischem Begleitprogramm kann man sich hier landestypisch verwöhnen lassen.

Weitere Information: www.georgia-characters.com

Buchmesse: Ehrengast Frankreich (2017) übergab die GastRolle an Georgien (2018)

Pénélope Bagieu erhält von Paul de Sinety, Vorsitzender von „Francfort en français / Frankfurt auf Französisch symbolisch die Gastrolle 2018 übertragen. © Marie Preaud
Pénélope Bagieu erhält von Paul de Sinety, Vorsitzender von „Francfort en français / Frankfurt auf Französisch symbolisch die Gastrolle 2018 übertragen.
© Marie Preaud

Der Messesonntag der Frankfurter Buchmesse steht jedes Jahr unter dem Motto eines symbolischen Verabschiedens und Begrüßens / Auftritt Katie Melua

Frankfurt, 15.10.2017 – Jedes Jahr am letzten Tag der Frankfurter Buchmesse findet eine ganz besondere Veranstaltung statt. Am Nachmittag des Messesonntags verabschiedet sich der amtierende Ehrengast und übergibt in einer feierlichen Zeremonie an den künftigen. Eigens dafür wurde das Objekt der GastRolle kreiert, welches jährlich um einen literarischen Beitrag des folgenden Ehrengastes erweitert wird. Frankreich hatte ein Zitat von Paul Ricœur gewählt:

„Hospitalité où le plaisir d’habiter la langue de l’autre est compensé par le plaisir de recevoir chez soi, dans sa propre demeure d’accueil, la parole de l’étranger.“
„Sprachliche Gastfreundschaft also, bei der das Vergnügen, die Sprache des anderen zu bewohnen, vergolten wird durch das Vergnügen, bei sich, in seiner eigenen, gern aufnehmenden Bleibe, das Wort des Fremden zu empfangen.“

Georgien präsentierte sich auf der GastRolle mit einem Auszug aus dem Nationalepos „Der Recke im Tigerfell“ von Schota Rustaweli aus dem 12. Jahrhundert.

Wie die Sonne gleiche Lichtflut auf Gestrüpp und Rosen gießt,
sieh, dass Arm’ und Reiche du mit gleicher Fürstengnade misst.
Auch den Trotz bezwing durch Güte, die allzeit bezwingend ist
spende – wie die Flut, vom vollen Meere kommend, meerwärts fließt.

Auf der Bühne begleiteten Pénélope Bagieu, französische Autorin und Illustratorin und der georgische Autor Davit Gabunia die GastRollen-Übergabe.

Paul de Sinety, Vorsitzender von „Francfort en français / Frankfurt auf Französisch“, resümierte: „Mit dem Ehrengastauftritt Frankreichs auf der Frankfurter Buchmesse war gleichwohl auch die französische Sprache eingeladen. Dies war uns eine große Ehre und Freude und die außergewöhnliche Gelegenheit zusammen mit unseren deutschen Freunden das Europa der Kultur neu zu denken. Dies ist eine Vision, die wir gerne mit unseren georgischen Freunden teilen möchten. Die Einladung Georgiens als Gastland der Frankfurter Buchmesse 2018 ist in dieser Hinsicht sehr symbolträchtig und wir wünschen unserem europäischen Nachbarn über die Grenzen der Europäischen Union hinweg alles Gute.“

„Unser diesjähriger Ehrengast Frankreich öffnete uns den Blick für den französischen Sprachraum. Wir haben den Reichtum, die thematische Vielfalt und Widersprüchlichkeit der französischsprachigen Literatur kennengelernt, die weit über die Staatsgrenzen unseres Nachbarlandes hinweg geschrieben und gelesen wird. Mit Georgien kündigt sich nun ein Ehrengast an, dessen jahrtausendealte kulturelle Wurzeln vielen von uns noch weitgehend unbekannt sind. Wir freuen uns auf die literarischen Entdeckungen und sind sehr gespannt auf die Persönlichkeiten und Geschichten, die uns das georgische Organisationskomitee im Oktober 2018 vorstellen wird“, sagte Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse.

Der Beitrag Georgiens auf der GastRolle ist in den kunstvoll geschwungenen Buchstaben des georgischen Alphabets verfasst. Die einzigartige Schrift spielt auch für die britisch-georgische Sängerin Katie Melua, die die GastRollen-Übergabe musikalisch begleitete, eine große Rolle: „Ihr verdanke ich, dass ich das Bücherlesen liebgewonnen habe und das spielte eine entscheidende Rolle bei der Herausbildung meiner Persönlichkeit“, so die Künstlerin. „Georgien ist stets in meinem Herzen. Mein Schaffen ist ein Teil meines Charakters, der nicht zuletzt aus georgischen Buchstaben geformt wurde.“

Medea Metreveli, Leiterin des Ehrengastkomitees Georgien 2018, versprach für das nächste Jahr weitere spannende und ungewöhnliche Begegnungen. „Unter dem Motto ‚Georgia – Made by Characters‘ wollen wir die große literarische Tradition des Landes, die bis ins 5. Jahrhundert zurückreicht und so reich an Genres ist, und die einzigartige Schrift präsentieren, in der sie niedergeschrieben wurde“, erklärte Medea Metreveli. „Wir wollen zeigen, wie sich die georgische Literatur seit der Unabhängigkeit Georgiens auf eine ganz andere und experimentelle Weise etabliert und wieder ihre eigene Identität entwickelt hat. Und schließlich möchten wir unsere historischen und kulturellen Erfahrungen und unsere Antwort auf die Herausforderungen der modernen Welt mit der ganzen Welt teilen.“

Begleitprogramm August 2017: „Francfort en français / Frankfurt auf Französisch – Frankreich, Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2017“

logo-Francfort-en-français2Der Ehrengastauftritt Frankreichs auf der Frankfurter Buchmesse bildet den Höhepunkt eines französischen Kulturjahrs in ganz Deutschland mit einem vielfältigen und spartenübergreifenden Programm, das gemeinsam mit dem Institut français Deutschland umgesetzt wird. Mehr als 350 Veranstaltungen finden 2017 unter dem Label „Francfort en français / Frankfurt auf Französisch“ bundesweit statt: Theater, aktuelle Musik, Bildende Kunst, Kino, Literaturbegegnungen und vieles mehr mit 250 beteiligten Künstlern und französischsprachigen Autoren.

Begleitprogramm August 2017: „Francfort en français / Frankfurt auf Französisch“

Vortrag & Verkostung: Emmanuel Cosnard – Sur la route du champagne
Wann : 4. August 2017, 19:30 Uhr
Wo : DFKI Aachen
Der Weingutbesitzer Emmanuel Cosnard aus Béru bei Reims widmet sich in seinem Vortrag dem Weinanbaugebiet Champagne.
https://aachen.institutfrancais.de/kalender/veranstaltung/2017-08-04t173000-vortrag-verkostung-emmanuel-cosnard-sur-la-route-du-champagne

Schleswig-Holstein Musik Festival 2017 Hommage à Maurice Ravel
Jeden Tag ein Konzert von verschiedenen Ensemble in Andenken an Maurice Ravel.
https://kiel.institutfrancais.de/kalender/veranstaltung/2017-07-01t180000-bis-2017-08-27t180000-schleswig-holstein-musik-festival-2017-hommage-a-maurice-ravel

Ausstellung: „Titos Bunker“
Wann: bis zum 06. August 2017
Wo: Württembergischer Kunstverein Stuttgart
Ausgangspunkt dieser Ausstellung ist ein besonderer Ort: Titos Bunker in Konjic (BosnienHerzegowina), der gleichermaßen als konkreter Ort und offene Metapher verhandelt wird. Die Ausstellung befragt Fiktionen der Kontrolle, Errettung und des Entkommens. Es geht um die „Stunde null“ als post-katastrophische Projektionsfläche, um Strukturen der Selektion – die dem Bunker wie dem Museum zu Eigen sind –, um Motive der Tarnung und Verdrängung, um dystopische aber auch utopische Räume. Die eingeladenen KünstlerInnen greifen diese und weitere Aspekte sowohl direkt als auch indirekt auf.
http://www.wkv-stuttgart.de/programm/2017/ausstellungen/titos-bunker/

Ausstellung: „Meisterwerke der französischen Kunst aus dem Puschkin-Museum Moskau“
Wann: bis zum 13. August 2017
Wo: Herzogliches Museum Gotha
Im berühmten Moskauer Museum für Bildende Künste A. S. Puschkin bildet die französische Kunst einen bedeutenden Schwerpunkt. Hauptwerke etwa von Claude Lorrain, Nicolas Poussin, François Boucher und Jacques-Louis David zeigen einen repräsentativen Überblick der Malerei Frankreichs vom frühen 17. bis in das späte 18. Jahrhundert. Die Gothaer Ausstellung präsentiert nun eine bedeutende Auswahl dieser Meisterwerke, die zum großen Teil noch nie in Deutschland zu sehen waren. Die Werke bieten dem Besucher die einmalige Gelegenheit, ein Herzstück der prachtvollen Kollektion des Puschkin-Museums zu besichtigen.
http://www.stiftungfriedenstein.de/puschkin-museum-zu-gast-2017

Ausstellung : „This is my body, This is my software“
Wann : bis 16. August 2017
Wo : La Plaque tournante, Berlin
Die französische Künstlerin Orlan wird diesen Sommer im multimedialen, multidisziplinären Projektraum La Plaque Tournante erstmals in einer Einzelausstellung in Berlin gezeigt. Die Ausstellung wird unter anderem Arbeiten aus den Serien „Self-Hybridisation“ (ab 1998) und „Exogene“ (1997) enthalten wie auch das originale „Birth of War“ (1989).
http://www.laplaquetournante.org/03-11.html

Ausstellung: „Eclats DDRDA Splitter“ – Verlängerung
Wann: bis zum 31. August 2017
Wo: Galerie des Institut français Berlin
Das Ende der DDR kam ebenso plötzlich wie unumkehrbar. Dieser Staat hatte alles geplant, mit Ausnahme seines Zusammenbruchs. Mit dem politischen System zerfielen auch, bedingt durch verschiedene Prozesse und mehr oder weniger schnell, die Dinge des Alltags und die Orte, die damit verknüpft waren. Pierre-Jérôme Adjedj bringt durch seine Fotografien in unvergleichlicher Weise diese unbedeutend erscheinenden Orte zum Sprechen.
https://berlin.institutfrancais.de/kalender/veranstaltung/2017-05-09t120000-bis-2017-08-31t160000-
ausstellung-eclats-ddrda-splitter-verlaengerung

Ausstellung: „Tête-à-tête – Kopf an Kopf“
Wann: Juli (bis zum 2. September 2017)
Wo: Institut français Hamburg
Im tête-à-tête zeigt die Ausstellung fünfzig spielerische bis gesellschaftskritische Zeichnungen deutscher und französischer Politiker und Literaten. Portraitiert werden die deutsch französischen Liaisonen von renommierten deutschen (Rainer Ehrt, Walter Hanel, Frank Hoppmann) und französischen (Daniel Maja, Pancho, Honoré, Nicolas Vial) Karikaturisten und Pressezeichnern.
Kurator: Walther Fekl.
https://hamburg.institutfrancais.de/kalender/veranstaltung/2017-06-29t170000-bis-2017-09-02t170000-tete-a-tete-kopf-an-kopf

Ausstellung: „Paris sera toujours Paris“
Wann: August (bis zum 7. September 2017)
Wo: Institut français Bonn
Der Bonner Fotograph Jörg Balthasar ist der Promenade Plantée in Paris gefolgt, einem gut 4 Kilometer langen Eisennbahndamm mit Viadukten, dekorativen Rosenbögen, plätscherndem Wasser und Skulpturen. Der wohl schmalste und längste Park der Welt nimmt nahe der Place de la Bastille seinen Anfang und bietet besondere Ausblicke auch auf die Dächer und Häuserfassaden der Stadt.
https://bonn.institutfrancais.de/kalender/veranstaltung/2017-05-19t120000-bis-2017-09-07t150000-ausstellung-paris-sera-toujours-paris

Ausstellung: Capucine Vandebrouck: „Fata Morgana“
Wann: August (bis zum 10. September 2017)
Wo: Galerie Stadt Sindelfingen
Die französische Bildhauerin Capucine Vandebrouck enthüllt in ihrem Werk die Geheimnisse der Materie und die unsichtbare Aura der Objekte. Mit Hilfe von Installationen macht sie Verborgenes sichtbar und zeigt die pure Realität, indem sie spiegelt, reflektiert und beleuchtet. Sie erzeugt eine Spannung zwischen der Macht der Imagination, die ihre Arbeiten hervorrufen und dem Realen, das durch das reine Sehen wahrgenommen wird.
http://www.galerie-sindelfingen.de/

Ausstellung: Clément Cogitore „The resonant interval“
Wann: bis zum 15. September 2017
Wo: Galerie Reinhard Hauff, Stuttgart
Einzelausstellung des in Paris lebenden Künstlers Clément Cogitore in der Galerie Hauff.
https://stuttgart.institutfrancais.de/kalender/veranstaltung/2017-07-21t170000-bis-2017-09-15t130000- ausstellung-clement-cogitore-the-resonant-interval

Ausstellung: „Charles Perrault und die Brüder Grimm“
Wann: August (bis zum 28. Januar 2018)
Wo: Historisches Museum Hanau
Hanau ist die Geburtsstadt der Brüder Grimm und widmet ihnen und deren weltberühmten Märchen eine Ausstellung. Zur Vermittlung französisch-deutscher Kulturtradition präsentiert das Historische Museum Hanau Schloss Philippsruhe in einer Kabinettausstellung, wie Hugenotten aus Südfrankreich die Märchen von Charles Perrault (1628–1703) nach Hanau brachten. Perrault stand als Jurist und Autor in den Diensten von König Ludwig XIV. 1697 veröffentlichte er seine Contes de Fées, die das Märchengenre – mit moralisierender Betrachtung am Ende – in den französischen Salons äußerst populär werden ließ.
http://www.philippsruhe.hanau.de/mam/cms01/kultur/museen/hanau/va/flyer_cp.pdf

Lesung: „Romane in der Rotunde“ – Fiston Mwanza Mujila, Tram 83
Wann: 17. August 2017, 20:00 Uhr
Wo: Literarisches Colloquium Berlin
Eine kaputte, laute Großstadt in Afrika; der einzige Nachtclub vor Ort; die zwei ungleichen Freunde Lucien und Requiem; eine Sprache, deren Rhythmus vom Jazz eines John Coltrane getrieben ist – das sind die Zutaten für Fiston Mwanza Mujilas Roman Tram 83 (Zsolnay Verlag, aus dem Französischen von Katharina Meyer und Lena Müller). Die deutsche Fassung erhielt dieses Jahr den Internationalen Literaturpreis des Haus der Kulturen der Welt. Mujila, der seit 2009 in Graz lebt und dort an der Universität afrikanische Literatur lehrt, will in der Prosa nicht auf die Vorzüge der Poesie verzichten:
Seine Auftritte gleichen Performances, Mujila singt, manchmal schreit er seine Texte. Im Gespräch mit dem Berliner Romancier Thomas Lehr lässt uns der Autor seiner kunstvollen wie leidenschaftlichen Poetik näherkommen.
http://www.lcb.de/home/

France @Pop Kultur Festival 2017
Wann: vom 23. bis 25. August 2017
Wo: Kulturbrauerei Berlin
Für die 2017er Ausgabe des internationalen Festivals konnten auch zahlreiche Künstler „made in France“ gewonnen werden. Auf dem Line-Up stehen in diesem Jahr erneut französische Produktionen. Neu auf dem Line-Up sind Acid Arab, Michelle Blades und Rouge Gorge. Sie folgen auf die bereits bestätigten Acts Emel Mathlouthi, Fishbach, La Femme und Riff Cohen, unterstützt von bureauexport und Institut Français.
http://www.kulturbrauerei.de/veranstaltungen/

Workshops rund um den Prix des lycéens allemands
Wann: 23. August 2017
Wo: Frankfurt-Am-Main
LESartEN und die frankofone Bibliothek Au Plaisir De Lire organisieren drei Ateliers zum Prix des Lycéens allemands für Lehrerinnen und Lehrer: „Erste Schritte mit dem Prix des lycéens allemands“; „Wie kann ich mit der Auswahl des Prix des lycéens allemands arbeiten?“; „Wie bereite ich meine SchülerInnen mit dem Prix des lycéens allemands auf das Abitur vor?“.
https://mainz.institutfrancais.de/kalender/veranstaltung/2017-08-23t130000-bis-2017-08-23t150000-ateliers-autour-du-prix-des-lyceens-allemands

Sommerkonzert: Divertissement à la française
Wann: 23. August 2017
Wo : Weihergarten 5, Mainz, 19:00 Uhr
Das große Sommerkonzert des Institut français Mainz lockt in diesem Jahr mit klassischer Musik:
Mit: Renate Kehr (Querflöte) und Uwe Zeutzheim (Piano).
Mit Werken von Camille Saint-Saëns, Francis Poulenc, Gabriel Fauré oder auch Astor Piazolla.
https://mainz.institutfrancais.de/kalender/veranstaltung/2017-08-23t170000-sommerkonzertdivertissement-a-la-francaise

Malalai, die afghanische Jungfrau von Orléans Theateraufführung
Wo: Deutsches Nationaltheater Weimar
In Afghanistan erzählt man die Geschichte der Malalai von Maiwand, auch afghanische Jungfrau von Orléans genannt. Sie war eine Sanitäterin im Unabhängigkeitskrieg gegen die britische Kolonialmacht 1880. Als die Afghanen die letzte Hoffnung auf den Sieg verloren hatten und flohen, löste Malalai ihren Schleier, machte eine Flagge daraus und rannte auf den Feind zu. Die Soldaten kehrten um, folgten ihr und gewannen die Schlacht.
Malalai ist ein deutsch-französisch-afghanisches Projekt von Robert Schuster und Julie Paucker mit Texten von Schiller, Anouih, Brecht und Khattak.
Termine:
 25. und 27. August 2017, 20:00 Uhr
 03. September 2017, 18:00 Uhr
https://thueringen.institutfrancais.de/kalender/veranstaltung/2017-08-25t180000-malalai-dieafghanische-jungfrau-von-orleans?language=de