Kategorie-Archiv: Open Books

Literatur in hochpolitischen Zeiten Das Frankfurter Lesefestival Open Books der Buchmesse öffnet seine Türen

Logo-Openbooks-LSeit zehn Jahren flankiert das Lesefestival Open Books die weltgrößte Buchmesse mit Buchpräsentationen und Lesungen. Frei nach dem Motto »Bücher für alle« sollen die herbstlichen Novitäten der Verlagsbranche in die Stadt getragen werden, von Anfang an war der Andrang groß, die Plätze kostenlos und heiß begehrt.

Am Dienstagabend eröffnete die Kulturdezernentin das des Frankfurters beliebtestes Lesespektakel im mit über 300 Besuchern gefüllten Konferenzsaal der Deutschen Nationalbibliothek. Die rauschende Messestimmung hatte sich eingestellt, schließlich war auch die frisch gekürte Trägerin des Buchpreises geladen, um auf dem traditionsreichen Blauen Sofa Platz zu nehmen. Neben Inger-Maria Mahlke, deren Roman »Archipel« jüngst mit der höchsten deutschen Auszeichnung für ein Buch geehrt wurde, sprach der Schauspielerveteran und Romandebütant Christian Berkel (»Der Apfelbaum«), die Hamburger Theater- und Romanautorin Nino Haratischwili (»Die Katze und der General«) sowie der für seinen hitzigen Aufruf zur Desintegration kurzzeitig von der Lyrik abgekommene Max Czollek (»Desintegriert Euch!«).

Nichts ist unpolitisch an diesem Abend, die Zeichen stehen auf Konfrontation und wenn dies der herbstliche Ausschnitt der deutschen Literaturlandschaft im Jahr 2018 ist, dann lässt sich eines mit gutem Gewissen feststellen: Literatur kann das. Literatur kann Antworten geben auf die steigende Komplexität einer Gesellschaft. Diese Antworten sind wiederum zäh, sie sind schwierig, nicht linear, sie schmerzen und sie geben Anlass zum Streit. Vielleicht ist der literarische Raum einer, an dem wir lernen können, dass »Diversität« eben mehr als ein Begriff ist, der Gleichstellungsratgeber bewohnt.

Prominentester Gast war die frisch gekürte Trägerin den Deutschen Buchpreises 2018 Inger Maria Mahlke. © Foto: Diether v. Goddenthow
Prominentester Gast war die frisch gekürte Trägerin den Deutschen Buchpreises 2018 Inger Maria Mahlke. © Foto: Diether v. Goddenthow

Buchpreisträgerin Inger-Maria Mahlke ist Kausalitäten gegenüber misstrauisch. Sie hält sie für falsch, für fehlgeleitet. Falsche Kausalitäten verstecken sich in scheinbaren Geschichtszyklen, in der vorschnellen Identifikation von Ereignissen, in instrumentalisierbaren Fortschrittsnarrativen. Deswegen rekonstruiert  Mahlke in »Archipel« die Geschichte der Kanareninsel Teneriffa anhand zweier Familienbiographien chronologisch rückwärts. Das anachronische Erzählen bewirkt, dass das Verhältnis zur Zeitlichkeit beim Lesen neu geordnet wird. Grob vereinfacht, Plot und Story fallen auseinander, der Leser wird in die Illusion geführt, mehr zu wissen, als die Handlungsträger, was vor einer identifikatorischen oder geisteslosen Lektüre schützt: Die Lesehaltung ist eine immer schon distanzierend-puzzlende, ordnende, verwaltende, kurz, eine konzentrierte. Mahlke verrät an diesem Abend, dass ihr Schreiben genauso wenig linear verläuft, wie die Handlung ihres Romans. Sie schreibt ganze Seiten voll, die sie dann zerschneidet, verkehrt ineinander fügt, liest und wieder liest, sodass sie am Ende ihren gesamten Romantext auswendig aufsagen kann – immerhin 432 Seiten.

Jahrelang war Schauspieler Christian Berkel vor seiner Geschichte davongelaufen. Jetzt hat er sie aufgeschrieben. © Foto: Diether v. Goddenthow
Jahrelang war Schauspieler Christian Berkel vor seiner Geschichte davongelaufen. Jetzt hat er sie aufgeschrieben. © Foto: Diether v. Goddenthow

Christian Berkel, der bisher eher für sein schauspielerisches Talent bekannt war, nähert sich in »Der Apfelbaum« der Geschichte seiner jüdischen Großmutter, indem er sie neu erfindet, indem er Distanz zu vertrauten Figuren entwickelt, sie fiktionalisiert und neu anschaut. Milde lächelnd bricht er jeden autobiographischen Pakt mit dem Leser: Wie auch beim Schauspielen ist das Erschaffen einer literarischen Figur determiniert und begrenzt durch den eigenen Erfahrungsraum. Der Aufruf zur absoluten Authentizität, so klingt es an, ist vielmehr ein erdrückender Zwang zur Entscheidung.

Sich nicht entscheiden müssen zwischen verschiedenen Herkünften, darum geht es Nino Haratischwili, die zu Recherchezwecken für ihren Roman über die menschlichen Abgründe vier russischer Soldaten inmitten des Tschetschenienkriegs auch mal »als Geogierin ging«. An diesem Open Books Abend interessiert sie sich besonders für die verschlungenen und düsteren Wege des falschen Erinnerns: Warum sind die beiden Tschetschnenkriege kein Teil der kollektiven Erinnerung, obwohl sich in der Region kaum jemand finden lässt, der nicht durch die Ereignisse verformt, zumindest geprägt wurde? Wie sieht das historische Bewusstsein der nachfolgenden Generationen aus, wenn von dieser Zeit nicht berichtet wird? Dennoch, historische Instruktionsliteratur schreibt Haratschiwili nicht.

Mit etwas Mut lässt sich sagen, das der letzte und sicher kontroverseste Auftritt an diesem Abend, die gelegten Fäden zusammenführt. Max Czollek wird vom Deutschlandfunk-Kulturchef René Aguigah etwas polemisch als »vorbildlich integriert« vorgestellt: Promovierter Historiker, Autor mehrerer Lyrikbände, jüdisch. Sein Essay »Desintegriert Euch!« ist eine Absage an das Gedächtnistheater, so Czollek, das mit den Juden in Deutschland gespielt wird, und das vornehmlich dazu dienen soll, ein positives deutsches Selbstbild zu stabilisieren. Weil aber das Konzept »Integration« an sich schon davon ausgeht, dass es einen gesellschaftlichen Ziel-Ort gibt, dass das noch Fremde in den schon integrierten Kern einverleibt wird, dreht Czollek den Spieß um: Teilweise ironisch, teilweise furios ruft er eine jüdisch-muslimische Allianz aus, eine Allianz der Desintegretierten, die sich von den Rollenerwartungen des Integrationsparadigmas löst. Es bleibt zu diskutieren, wie das konkret aussieht. Czolleks Interesse ist zunächst ein hermeneutisches: Was lernen wir über uns, über die Strukturierung unserer Gesellschaft, wenn wir den Blick verändern? Wenn wir zurücktreten, um klarer zu sehen?

Das kann Literatur. Denn es gilt ja nicht, Komplexitäten zu reduzieren, sondern zu lernen, komplex zu denken. Treffend formuliert es die Buchpreisträgerin Inger-Maria Mahlke: »In so komplexen Zeiten wie den unseren müssen wir den Ball manchmal eben über die Bande spielen«.

(Miryam Schellbach /Rhein-Main.Eurokunst)

Das Lesefestival  geht weiter

Open Books, das Lesefestival zur Buchmesse im und rund um den Frankfurter Römer wurde gestern eröffnet. © Foto: Diether v. Goddenthow
Open Books, das Lesefestival zur Buchmesse im und rund um den Frankfurter Römer wurde gestern eröffnet. © Foto: Diether v. Goddenthow

Das OPEN-BOOKS-Programm auf einen Blick!

Programmheft zum Download!

Das gesamte Rahmenprogramm ist im Veranstaltungskalender der Frankfurter Buchmesse
abrufbar: www.buchmesse.de/kalender

Veranstaltungsorte auf einen Blick
Literatur im Römer
Römerhallen, Römerberg 23,
60311 Frankfurt am Main

Römer
(Romerhalle, Schwanenhalle, Ratskeller)
Römerhalle, Römerberg 23, 60311 Frankfurt
Schwanenhalle, Römerberg 27, 60311 Frankfurt
Ratskeller, Paulsplatz 7, 60311 Frankfurt

Frankfurter Kunstverein
Steinernes Haus am Römerberg,
Markt 44, 60311 Frankfurt am Main
www.fkv.de

Haus am Dom
Katholische Akademie Rabanus Maurus
Domplatz 3, 60311 Frankfurt am Main
www.hausamdom-frankfurt.de

Evangelische Akademie Frankfurt
Römerberg 9, 60311 Frankfurt am Main
www.evangelische-akademie.de

Historisches Museum Frankfurt
Junges Museum Frankfurt
Saalhof 1, 60311 Frankfurt am Main
www.historisches-museum-frankfurt.de

Deutsche Nationalbibliothek
Adickesallee 1, 60322 Frankfurt am Main
www.dnb.de

Literaturhaus Frankfurt
Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main
www.literaturhaus-frankfurt.de

Katharinenkirche
An der Hauptwache, 60313 Frankfurt am Main
www.st-katharinengemeinde.de

10 Jahre OPEN BOOKS – Das Lesefest zur Buchmesse mit 180 Autoren und 138 Lesungen an 8 Orten rund um den Römer

Logo-Openbooks-LZum zehnten Mal findet in diesem Jahr das Lesefest OPEN BOOKS statt. Vom 9. bis 13. Oktober präsentieren rund um den Römer 180 Autorinnen und Autoren bei 138 Veranstaltungen  ihre neuen Bücheran an den folgenden 8 Orten: Frankfurter Kunstverein, Römer, Haus am Dom, Evangelische Akademie Frankfurt, Historisches Museum Frankfurt/ Junges Museum Frankfurt, Katharinenkirche, Deutsche Nationalbibliothek, Literaturhaus Frankfurt (Adressen, siehe unten!).  Auch das Angebot für Kinder wurde erweitert und lädt zu 16 Lesungen am Buchmessen-Wochenende (13./14.10.2018)  in das Junge Museum am Römerberg ein. Die Veranstaltungen sind bis auf die Eröffnung (10/ 7 €, Vorverkauf), Teil der Bewegung (5€, nur Abendkasse) und die Open Party zum Abschluss (7/ 4 €, Vorverkauf) eintrittsfrei.

Darüber hinaus präsentiert „Kultur & Bahn e.V.“ ihren LiteraturBahnhof 2018 mit weiteren eintrittsfreien Lese- und Sonderveranstaltungen, siehe: Literaturbahnhof zur Buchmesse 2018

Das OPEN-BOOKS-Programm auf einen Blick!

Programmheft zum Download!

Frankfurts Kulturdezernentin Ina Hartwig (r.) präsentiert gemeinsam mit Dr. Sonja Vandenrath, Leiterin von OPEN-BOOKS das umfangreiche Jubiläums-Programm des Lesefestes zur Buchmesse.  Rechts im Hintergrund: die  rege frequentierte, neue teilrekonstruierte Frankfurter Altstadt, die vom 28. - 30.09.2018 mit einem Bürgerfest eröffnet werden wird. © Foto: Diether v. Goddenthow
Frankfurts Kulturdezernentin Ina Hartwig (r.) präsentiert gemeinsam mit Dr. Sonja Vandenrath, Leiterin von OPEN-BOOKS das umfangreiche Jubiläums-Programm des Lesefestes zur Buchmesse. Rechts im Hintergrund: die rege frequentierte, neue teilrekonstruierte Frankfurter Altstadt, die vom 28. – 30.09.2018 mit einem Bürgerfest eröffnet werden wird. © Foto: Diether v. Goddenthow

„10 Jahre OPEN BOOKS – was 2009 im Frankfurter Kunstverein seinen Anfang nahm, hat sich mittlerweile zu einem wahren Publikumsrenner nicht nur für Lesebegeisterte entwickelt. Mit hochkarätig besetzten Lesungen, Buchvorstellungen und Literaturgesprächen gelingt es dem städtischen Lesefest Jahr für Jahr, die Welt der Bücher auf inspirierende Art und Weise erlebbar zu machen – seit der Premiere von OPEN BOOKS KIDS vergangenes Jahr sogar über alle Altersgruppen hinweg“, lobt Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig das bewährte Veranstaltungskonzept.

Rund 80 Verlagshäuser aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nutzen die Möglichkeit, die Novitäten ihres Herbstprogramms bei OPEN BOOKS vorzustellen. Neben den Veranstaltungen zu deutschsprachiger Belletristik, neuen Sachbüchern und Graphic Novels werden Lesungen internationaler Autoren mit einem besonderen Schwerpunkt auf dem diesjährigen Gastland Georgien stattfinden.

Zur Eröffnung von OPEN BOOKS am 09.10.2018, um 20:00 Uhr in der Deutschen Nationalbibliothek (Ticketpflichtig)  präsentieren Christian Berkel, Max Czollek, Nino Haratischwili und der am Tag zuvor gekürte Preisträger des Deutschen Buchpreises ihre neuesten Bücher in Zusammenarbeit mit dem Blauen Sofa. Den Abschluss des Lesefests bildet am 13.10.18, ab 21.00 Uhr die große Party in guter Tradition im Literaturhaus Frankfurt (Ticketpflichtig).
Die Leiterin von OPEN BOOKS, Dr. Sonja Vandenrath, verweist auf die große Popularität von OPEN BOOKS: „Das größte Ereignis von OPEN BOOKS ist das Publikum. Seit 2009 schenkt es uns in großer Zahl seine Gunst. Es ist neugierig, offen und hochkonzentriert. Die Zuhörer sind begeistert von dem Angebot, an vier Tagen kompakt die wichtigsten Bücher des Herbstes kennenzulernen und Autorinnen und Autoren persönlich zu erleben. Frankfurt hat auf ein Lesefest wie OPEN BOOKS gewartet. Für die Verlage ist das städtische Lesefest dagegen das Frankfurter Schaufenster für die Herbstsaison geworden.“

OPEN BOOKS in den Römerhallen
Bei Literatur im Römer in den Römerhallen stehen die wichtigsten deutschsprachigen Romane des Herbstes im Zentrum. Am Messemittwoch und -donnerstag werden jeweils acht Autoren im kurzen Gespräch mit den Moderatorinnen und Moderatoren Insa Wilke, Gerwig Epkes, Cécile Schortmann und Alf Mentzer ihre neuesten Werke vorstellen. Am Mittwoch, 10. Oktober, lesen Artur Becker, Karen Duve, Dörte Hansen, Michael Kumpfmüller, Inger-Maria Mahlke, Steffen Mensching, Jan Wagner und Meike Wetzel. Am Donnerstag, 11. Oktober, sind María Cecilia Barbetta, Wolf Haas, Alexa Hennig von Lange, Ursula Krechel, Anke Stelling, Stephan Thome, Timur Vermes und Andreas Martin Widmann zu Gast.

Ehrengast Georgien

Maria Danelia (stehend), Leiterin des Literaturprogramms von "Georgia - Made by Chracters" bei der Präsentation des georgischen Programm-Anteils des Lesefestes. © Foto: Diether v. Goddenthow
Maria Danelia (stehend), Leiterin des Literaturprogramms von „Georgia – Made by Chracters“ bei der Präsentation des georgischen Programm-Anteils des Lesefestes. © Foto: Diether v. Goddenthow

Georgien ist in diesem Jahr Ehrengast der Buchmesse und wird von einem reichen Rahmenprogramm begleitet. „Wir freuen uns sehr, dass wir unsere georgische Literatur und Kultur in der Stadt Frankfurt vorstellen und präsentieren können. Die zahlreichen Genres unserer neu übersetzten Bücher in deutscher Sprache sowie die wundervolle Kunst aus verschiedenen Epochen zeigen, wie bunt und vielfältig unser Land und unsere ‚georgian characters‘ sind“, so Maia Danelia, Leiterin des Literaturprogramms von „Georgia – Made by Characters“.

Einbindung der Frankfurter Museen in die Buchmesse
Auf der Frankfurter Buchmesse und in der Stadt stellt der Ehrengastauftritt georgische Literatur und Kultur in seiner ganzen Vielfalt in Zusammenarbeit mit zahlreichen Frankfurter Kulturinstitutionen vor. So beleuchtet die Ausstellung „Hybrid Tbilisi“ im Deutschen Architekturmuseum die architektonischen Besonderheiten der georgischen Hauptstadt (29.09.2018–13.01.2019). Die junge Generation Georgiens wird in der Fotoausstellung „The Future is Ours“ im ATELIERFRANKFURT portraitiert (bis 14.10.2018), während im Museum Angewandte Kunst verschiedene Künstler anhand der Geschichte „Lara protects me“ der Frage nachgehen, was den Mythos des Schmelztiegels Tbilisi ausmacht (21.09.2018- 20.02.2019). Das Archäologische Museum zeigt unter dem Titel „Gold&Wein – Georgiens älteste Schätze“ eine Vielzahl von Funden aus der Zeit ab 6000 v.Chr. (6.10.2018– 10.02.2019). Im Liebieghaus wird der Medea-Mythos anhand kostbarer Leihgaben aus dem Georgischen Nationalmuseum nacherzählt (5.10.2018–10.02.2019). Mit „Georgien. Wege und Bilder“ präsentiert die Galerie Peter Sillem Fotografien von Peter Oehlmann in den Räumen von Der Kleine Mann mit dem Blitz (29.9.-20.10.2018).

Bühne für georgische Literatur
Der georgischen Literatur wird in ganz Frankfurt eine große Bühne geboten. So findet im Haus am Dom eine Matinée mit Vernissage zu „Georgien: Eine literarische Reise“ statt (7.10.2018), der Literaturbahnhof im Haus des Buches stellt jeden Tag für eine Stunde zwei georgische Schriftstellerinnen und Schrifsteller sowie ihre Neuerscheinungen vor (10.– 13.10.2018).

Musikalische Werke
Auch der reichen Musiktradition Georgiens wird während der Buchmesse Rechnung getragen. Im Gesellschaftshaus Palmengarten veranstaltet ARTE das Konzert „The Sound of Georgia“ mit zahlreichen georgischen Stars der Klassik, Jazz und Pop-Musik (11.10.2018). Das Georgian Philharmonic Orchestra, die Violinistin Lisa Batiashvili sowie gleich zwei georgische Chöre stellen in der Alten Oper Meisterwerke der georgischen klassischen Musik vor (13.10.2018).

Bühnen-Angebote
Das Künstlerhaus Mousonturm zeigt mit acht Inszenierungen der innovativsten Bühnen des Landes einen Querschnitt durch die georgische Theaterlandschaft. Mit dabei sind u.a. das Royal District Theatre, das Kote Marjanishvili State Drama Theatre, das Shota Rustaveli State Drama Theatre und das Music and Drama Theatre (2.-12.10.2018). Im Schauspiel Frankfurt führt das Rezo Gabriadze Theater „Ramona“ auf, eine ungewöhnliche Liebesgeschichte zwischen zwei Lokomotiven in Zeiten des Krieges (17. und 18.10.2018).

Filmmuseum
Den ganzen Monat Oktober über lädt das Deutsche Filmmuseum zur „Georgian Film Series“, die die Zuschauer durch 90 Jahre georgische Filmgeschichte führt. In der Stadtbücherei können Jung und Alt anhand von Screenings, Workshops und einer Ausstellung die Welt des georgischen Animationsfilms „The Pocket Man“ entdecken.

Lesefest für Kinder

Aino Kelle, zuständig für die Koordination des Kinderprogramms, präsentiert die  Highlights von "OPEN BOOKS Kids", welches im Jungen Museum /Historische Museum stattfindet.© Foto: Diether v. Goddenthow
Aino Kelle, zuständig für die Koordination des Kinderprogramms, präsentiert die Highlights von „OPEN BOOKS Kids“, welches im Jungen Museum /Historische Museum stattfindet.© Foto: Diether v. Goddenthow

Auch in diesem Jahr findet im Rahmen von OPEN BOOKS ein Lesefest für Kinder statt. Am Samstag und Sonntag stellt OPEN BOOKS KIDS in Zusammenarbeit mit Verlagen und dem Jungen Museum Frankfurt eine Auswahl der spannendsten Herbstneuerscheinungen für Kinder im Alter ab 4 Jahren vor. In unterhaltsamen Lesungen und interaktiven Auftritten präsentieren Autorinnen und Autoren ihre neuesten Werke, häufig zusammen mit der Illustratorin oder dem Illustrator des Buches. Der Eintritt ist frei. Ort: Junges Museum Frankfurt, Saalhof 1, 60311 Frankfurt am Main.  Detaillierte Infos zum Kinderprogramm!

Das OPEN-BOOKS-Programm auf einen Blick!

Programmheft zum Download!

Das gesamte Rahmenprogramm ist im Veranstaltungskalender der Frankfurter Buchmesse
abrufbar: www.buchmesse.de/kalender

Veranstaltungsorte auf einen Blick
Literatur im Römer
Römerhallen, Römerberg 23,
60311 Frankfurt am Main

Römer
(Romerhalle, Schwanenhalle, Ratskeller)
Römerhalle, Römerberg 23, 60311 Frankfurt
Schwanenhalle, Römerberg 27, 60311 Frankfurt
Ratskeller, Paulsplatz 7, 60311 Frankfurt

Frankfurter Kunstverein
Steinernes Haus am Römerberg,
Markt 44, 60311 Frankfurt am Main
www.fkv.de

Haus am Dom
Katholische Akademie Rabanus Maurus
Domplatz 3, 60311 Frankfurt am Main
www.hausamdom-frankfurt.de

Evangelische Akademie Frankfurt
Römerberg 9, 60311 Frankfurt am Main
www.evangelische-akademie.de

Historisches Museum Frankfurt
Junges Museum Frankfurt
Saalhof 1, 60311 Frankfurt am Main
www.historisches-museum-frankfurt.de

Deutsche Nationalbibliothek
Adickesallee 1, 60322 Frankfurt am Main
www.dnb.de

Literaturhaus Frankfurt
Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main
www.literaturhaus-frankfurt.de

Katharinenkirche
An der Hauptwache, 60313 Frankfurt am Main
www.st-katharinengemeinde.de

Besucherrekord bei OPEN BOOKS, OPEN BOOKS KIDS und „Literatur im Römer“ anlässlich der Frankfurter Buchmesse

Besucherinnen und Besucher Besucherinnen und Besucher standen vor "Literatur im Römer" wieder Schlange. Foto: Alexander Paul
Besucherinnen und Besucher Besucherinnen und Besucher standen vor „Literatur im Römer“ wieder Schlange. Foto: Alexander Paul

Das von der Stadt Frankfurt veranstaltete Lesefest OPEN BOOKS erlebte im neunten Jahr seines Bestehens wieder einen deutlichen Besucherzuwachs. Das Kulturamt Frankfurt als Veranstalter zählte 2017 an den Tagen vom 10. bis zum 15. Oktober 16.000 Zuschauer, die an 120 Lesungen mit 200 Mitwirkenden teilnahmen. Wie die Jahre zuvor konzentrierten sich die Veranstaltungen auf fünf Orte rund um den Römerberg. OPEN BOOKS verwandelte die Buchmesse in ein lebendiges Fest des Lesens, das auch dank des freien Eintritts für Menschen aller Generationen und Interessen offen war. Für junge Besucher gab es erstmals den Lesungsreigen OPEN BOOKS KIDS.

Die Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt am Main, Dr. Ina Hartwig, sagt zum Abschluss: „Ich bin begeistert, dass ein so dichtes und hochkarätiges Programm wie das von OPEN BOOKS einen so großen Zuspruch findet. Das Buch erweist sich als großes Kulturereignis und Frankfurt kann mit Stolz sagen, dass es seinem Ruf als Buch- und Literaturstadt mehr denn je gerecht wird. Ganz besonders freue ich mich, dass bei OPEN BOOKS KIDS auch die kommende Lesegeneration angesprochen wird und die Kinder erleben konnten, was für ein Erlebnis für Augen und Ohren ein Buch sein kann.“ Die Leiterin von OPEN BOOKS, Dr. Sonja Vandenrath, ergänzt: „Wir haben in diesem Jahr einen regelrechten Wahrnehmungssprung gemacht. OPEN BOOKS gehört zu Frankfurt wie die Buchmesse selbst. Ich bin stolz und glücklich, dass unser Konzept aufgegangen ist, 120 Veranstaltungen an rund vier Tagen anzubieten und dies alles rund um den Römer. Der Römerberg war quirlig und lebendig wie noch nie zu BuchmessenTagen.

Neben dem Römer war die deutschsprachige Belletristik auch im Frankfurter Kunstverein vertreten. Foto: Alexander Paul
Neben dem Römer war die deutschsprachige Belletristik auch im Frankfurter Kunstverein vertreten. Foto: Alexander Paul

Wir hatten ein großartiges Publikum, das dankbar für das Angebot war, Lesungen aus den wichtigsten Büchern des Herbstes bei freiem Eintritt und auf kurzen Wegen erleben zu können. Die Besucherströme bei OPEN BOOKS zeigen, dass Lesungen für die Buchkultur immer wichtiger werden.“

Bereits der erstmalig in der Deutschen Nationalbibliothek stattfindende Auftakt am 10. Oktober mit doppelt so vielen Plätzen wie die Jahre zuvor war ausverkauft. OPEN BOOKS erlebt eine furiose Eröffnung, zu der die Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt, Dr. Ina Hartwig, und die stellvertretende Generaldirektorin der Deutschen Nationalbibliothek, Ute Schwens, begrüßten.

Auf dem legendären „Blauen Sofa“ nahmen anschließend der frischgekürte Buchpreisträger des Jahres 2017 Robert Menasse, der Büchner-Preisträger 2014 Jürgen Becker, der französische Soziologe Didier Eribon und die Frankfurter Schriftstellerin Eva Demski Platz. Das Programm bot an den drauffolgenden Tagen eine Auslese der wichtigsten Neuerscheinungen des Herbstes, zu denen der diesjährige Ehrengast Frankreich hochkarätige Autoren wie Leila Slimani, Hédi Kaddour, Annie Ernaux und Marie NDiaye beitrugen. Sie lasen in der Evangelischen Akademie Frankfurt. Das Sachbuch im Haus am Dom erwies sich erneut als Besuchermagnet. Die deutschsprachige Belletristik in den Römerhallen und dem Frankfurter Kunstverein war mit den wichtigsten Titeln prominent vertreten. Die von Jakob Hoffmann kuratierte Comicreihe ist aus dem Programm nicht mehr wegzudenken. Vor den Römerhallen, dem traditionsreichen Veranstaltungsort von „Literatur im Römer“, stand das Publikum schon lange vor Beginn Schlange und wartete geduldig auf den Einlass, um die 16 besten Romane des Herbstes in kurzen Gesprächen und Lesungen präsentiert zu bekommen. Rund um den Römer war der Eintritt zu allen Veranstaltungen frei.

Besonderen Interesses erfreute sich in diesem Jahr das Kinderbuchprogramm OPEN BOOKS KIDS. Am Buchmesse Wochenende stellten unter anderem der bekannte Kinderbuchillustrator Ole Könnecke sein Buch „Sport ist herrlich“ und Tanya Stewner ihren zehnten Band der Erfolgsreihe „Liliane Susewind“ im kinder museum frankfurt vor und antworten auf die vielen Fragen der jungen Zuhörer. OPEN BOOKS KIDS, der erstmalig veranstalteten Lesungsreigen für Kinder im Frankfurter Kindermuseum, wird aufgrund des großen Erfolgs im kommenden Jahr fortgesetzt.

Solilesung für den in der Türkei inhaftierten Journalisten Deniz Yücel im Haus am Dom. Foto: Alexander Paul
Solilesung für den in der Türkei inhaftierten Journalisten Deniz Yücel im Haus am Dom. Foto: Alexander Paul

Am Samstag ging OPEN BOOKS mit der langen Lyriknacht „Teil der Bewegung“ und einer Solidaritätsveranstaltung für den in der Türkei inhaftierten Journalisten Deniz Yücel im Haus am Dom zu Ende. Gefeiert wurde bei der OPEN PARTY im Literaturhaus.

OpenBOOKS – Lesefest und Kulturprogramm mit Gastland Frankreich um die Frankfurter Buchmesse ab 10. Oktober

Auch in diesem Jahr wieder ein spannendes Literaturprogramm der besten Neuerscheinungen 2017. (v. li.) Dr. Thorsten Latzel, Direktor der Evangelischen Stadtakademie, Dr. Sonja Vandenrath, Leiterin Fachbereich Literatur im Kulturamt der Stadt Frankfurt, Leitung OPEN BOOKS, Dr. Ina Hartwig, Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt, Elisabeth Simonet, Leiterin des Verbindungsbüros „Francfort en français / Frankfurt auf Französisch“- Foto: Diether v. Goddenthow
Auch in diesem Jahr wieder ein spannendes Literaturprogramm der besten Neuerscheinungen 2017. (v. li.) Dr. Thorsten Latzel, Direktor der Evangelischen Stadtakademie, Dr. Sonja Vandenrath, Leiterin Fachbereich Literatur im Kulturamt der Stadt Frankfurt, Leitung OPEN BOOKS, Dr. Ina Hartwig, Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt, Elisabeth Simonet, Leiterin des Verbindungsbüros „Francfort en français / Frankfurt auf Französisch“- Foto: Diether v. Goddenthow

OPEN BOOKS, Literatur im Römer und ein umfassendes Rahmenprogramm – Frankfurt bietet vielseitige Kulturveranstaltungen zur Buchmesse und zum Ehrengast Frankreich. In diesem erstmalig OPEN BOOKS Kids mit Lesungen für Kinder von vier bis elf Jahren.

Bereits zum neunten Mal findet in diesem Jahr OPEN BOOKS statt. Das große Lesefest und Kulturprogramm der Stadt Frankfurt ist ein Publikumsmagnet. Vom 10. bis 14. Oktober präsentieren rund um den Römer 189 Autorinnen und Autoren bei 122 Veranstaltungen ihre neuen Bücher und Comics. Es gibt Sonderveranstaltungen, Ausstellungen und Filmveranstaltungen zahlreicher Frankfurter Institutionen rund um die Buchmesse. Neu in diesem Jahr: OPEN BOOKS Kids mit 13 Lesungen für Kinder im Stundentakt am Buchmessen-Samstag und -Sonntag im Kindermuseum an der Hauptwache. Kinder können dabei spielerisch mitwirken .

Wenn es Open-BOOKS noch nicht gäbe, müsste man es schlichtweg erfinden, schwärmte Dr. Thorsten Latzel, Direktor der Evangelischen Stadtakademie, einer der gastgebenden Ausrichter von OpenBOOKS, auf der heutigen Pressekonferenz. Dass die Buchmesse in die Stadt Frankfurt hineinkommt und an so vielen Orten den Dialog und die Begegnung von Menschen über das Medium Buch öffne, wäre großartig und passe sehr gut zum Selbstverständnis einer offenen Bürgerstadt wie Frankfurt. Der Akademiedirektor hob die drei Aspekte des Lesefests hervor:

1. Bücher öffnen Menschen: Bücherlesen, ob selbst oder vorgelesen, könne etwas mit dem Menschen machen. Lyrik, Romane und Sachbücher können Menschen verändern und sich selbst anderes erleben lassen. Dichte Sprache könne Weite schaffen und neue Horizonte öffnen.
2. Bücher öffneten Häuser: „Eine Leistung von diesem Projekt OpenBOOKS liegt meines Erachtens darin, dass es Frankfurter Häuser öffnet für die Begegnung mit Menschen, dass es Orte lesender Selbstbesinnung schafft, in einer atemlosen Zeit„ so Latzel.
3. Bücher öffnen Dialoge: So läge die eigentliche Leistung von OpenBOOKS darin, Gespräche von Menschen anzustiften für die großen Fragen des Lebens, des Liebens, des Glaubens, des Wirtschaftens, eben für die großen und kleinen Fragen unserer Welt, so der Akademiedirektor.

Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig sagte, dass die Stadt Frankfurt die Buchmesse, die größte Buchmesse der Welt, beherbergt. Es ginge längst nicht mehr nur um das traditionelle Büchermachen, sondern um einen Handelsplatz, der sowohl in die Tradition des Büchermachens hineinreiche, aber eben auch eine Zukunftsbranche vertrete, die sich durch die Digitalisierung enorm verändert habe und vor großen Herausforderungen stehe. „Die Buchmesse ist also nicht nur ein Handelsplatz, sondern auch ein Marktplatz der Ideen, der Diskurse und der Geschichten, und dieses wirkt direkt in unsere Stadt hinein. Die Verbindungen zwischen Stadt und Buchmesse sind sehr eng und sehr vielfältig“, so die Kulturdezernentin. Auf ihren Vorredner bezogen, ergänzte Hartwig, dass es natürlich nicht nur Veränderung durch Bücher im positiven Sinne, sondern auch „gefährliche Bücher“ gebe. Diese Debatte um gefährliche Bücher und gefährliche Gedanken würde ja gerade geführt.
Keine Sorge: Die Literatur von „OpenBOOKS“ ist garantiert inspirierend, unterhaltend, animierend, mitunter meditativ und humorvoll.

Im Hinblick auf die Veränderung der Lesekultur, erinnerte sich die Kulturdezernentin an ihre Jugend, die sie zu einem Großteil auf dem Sofa lesend verbracht habe. Ob sie als heutige Jugendliche das noch tun würde, weiß sie nicht. Denn vor dem Hintergrund der Digitalisierung lesen die Leute wahrscheinlich wirklich etwas anders als früher, so Hartwig. Und wir machten generell die Erfahrung, heute weniger Zeit zum Lesen zu haben als früher. Vor allem müsse die Kulturtechnik des Lesens verteidigt werden. „Das Lesen von Büchern erfordert bekanntlich Zeit und Konzentration. Man ist auch allein mit seinen Gedanken, ich persönlich finde das als etwas sehr Schönes, dass man durch nichts ersetzen kann.“, so Hartwig. Deswegen begrüßt die Kulturdezernentin besonders die Erweiterung um die Lesungen für Kinder, um diese so früh wie möglich an das Lesen, einer Quelle des Glücks, heranzuführen: „Dass Frankfurter Kinder mit OPEN BOOKS Kids die Möglichkeit erhalten, in die Welt der Bücher einzutauchen, ist ein phantastisches Angebot. Mir war sehr wichtig, dass die Lesungen keinen Eintritt kosten. Kinder sind die Leser von morgen.“

Zum Programm

ImageHandler67 Verlagshäuser aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nutzen die Möglichkeit, die Novitäten ihres Herbstprogramms bei OPEN BOOKS vorzustellen. Neben den Veranstaltungen zu deutschsprachigen Belletristik, neuen Sachbüchern und Graphic Novels werden Lesungen internationaler Autoren mit einem besonderen Schwerpunkt auf dem diesjährigen Gastland stattfinden. Zur Eröffnung von OPEN BOOKS 2017 präsentieren Eva Demski, Didier Eribon, Jürgen Becker und der am Tag zuvor gekürte Preisträger des Deutschen Buchpreises auf dem Blauen Sofa erstmals in der Deutschen Nationalbibliothek ihre neuesten Bücher. Den Abschluss des Lesefests bildet die große Party in guter Tradition im Literaturhaus Frankfurt. Die Leiterin von OPEN BOOKS, Dr. Sonja Vandenrath, ergänzt: „Mit dem Lesefest erreichen wir ein breites Publikum, das sehr schätzt, dass wir eine Auswahl aus der großen Anzahl an Titeln des Herbstes in kompakten Lesungen präsentieren. Besser kann man sich keinen Überblick über die Herbstprogramme verschaffen.“

Bei Literatur im Römer in den Römerhallen stehen die wichtigsten deutschsprachigen Romane des Herbstes im Fokus. Am Messemittwoch und -donnerstag werden jeweils acht Autoren im kurzen Gespräch mit den Moderatoren Sigrid Löffler, Gerwig Epkes, Cécile Schortmann und Alf Mentzer ihre neuesten Werke vorstellen. Am Mittwoch, 11. Oktober, lesen Theresia Enzensberger, Paulus Hochgatterer, Sabrina Janesch, Thomas Lehr, Marion Poschmann, Michael Roes, Norman Ohler und Jens Steiner. Am Donnerstag, 12. Oktober, sind Mirko Bonné, Mariana Leky, Robert Menasse, Petra Morsbach, Sven Regener, Ingo Schulze, Uwe Timm und Frank Witzel zu Gast.

logo_Francfort-en-françaisFrankreich tritt bereits zum zweiten Mal als Ehrengast der Buchmesse auf und wird von einem reichen Rahmenprogramm begleitet. „,Francfort en français / Frankfurt auf Französisch‘ präsentiert die französische Sprache und französischsprachige Literatur aus aller Welt über die Frankfurter Buchmesse hinaus in der ganzen Stadt Frankfurt. In enger Zusammenarbeit mit den Kulturinstitutionen zeigen wir die Vielfalt der französischsprachigen Kultur in über 100 Veranstaltungen, Lesungen, Ausstellungen, Konzerten und Performances. Wir möchten alle dazu einladen, das Ehrengastprogramm Frankreichs in ganz Frankfurt zu erleben – und danken unseren Partnern, die dies ermöglichen“, so Elisabeth Simonet, Leiterin des Verbindungsbüros von „ Francfort en français / Frankfurt auf Französisch“

So lädt unter anderem der Mousonturm lädt gleich zu drei interdisziplinären Soiréen mit französischsprachigen Autoren, Musikern und Künstlern ein, während in der Romanfabrik am 12. Oktober ein literarischer Theaterabend zur Erzählung „Delivrance (Erlösung)“ der Autorin Marie NDiaye auf die Bühne gebracht wird. In der AusstellungsHalle ist vom 5. Oktober bis 5. November 2017 die Ausstellung „Des images et des maquettes abandonnées. Bilder und verlassene Modelle“ des Künstlers Mengzhi Zeng zu sehen. Der heute in Lyon lebende Künstler ist Absolvent und Meisterschüler der Städelschule und lotet mit fragilen Pappe-Modellen die Verbindungen zwischen den Gattungen Architektur, Skulptur und Design aus. Das Filmforum Höchst widmet sich mit seinem Filmprogramm „Ciné – Littérature“ (5. bis 11. Oktober 2017) dem diesjährigen Gastland und zeigt vor allem französische Literaturverfilmungen, darunter große Klassiker wie Luis Buñuels „Belle de Jour – Schöne des Tages“. Die Stadtbücherei lässt die Buchmesse außerdem in den Stadtteilen lebendig werden und lädt zu zahlreichen Veranstaltungen ein.

OpenBooks_Programmheft_web

Kultur und Bahn – Literaturbahnhof zur Frankfurter Buchmesse 2017

OPEN BOOKS und ‚Literatur im Römer‘ auch 2016 große Publikumsmagneten

openbooksLesefest zur Buchmesse verwandelt den Römerberg in ein pulsierendes Zentrum der Lesekultur
(kus) OPEN BOOKS und Literatur im Römer haben auch zur Buchmesse 2016 die wichtigsten Neuerscheinungen des Herbstes vorgestellt. Nach einem furiosen Auftakt mit dem frisch gekürten Buchpreisträger Bodo Kirchhoff ging am Samstagabend mit der langen Lyriknacht „Teil der Bewegung“ und der OPEN PARTY das vom Kulturamt der Stadt Frankfurt veranstaltete Lesefest erfolgreich zu Ende. Die neue Angebote wie das „Büro der überflüssigen Worte“ von Dirk Hülstrunk und die „Slow-Reading-Room“ fanden beim Publikum großen Anklang.

Insgesamt fanden über 130 Veranstaltungen mit mehr als 180 Mitwirkenden statt. Bereits Wochen vorher war die Eröffnungsveranstaltung im Chagallsaal des Schauspiel Frankfurt mit dem „Blauen Sofa“ ausverkauft – dort nahmen in diesem Jahr unter anderem der Buchpreisträger Bodo Kirchhoff, die Büchnerpreisträgerin 2013 Sybille Lewitscharoff und der designierte Büchnerpreisträger 2016 Marcel Beyer Platz. Aus den Gastländern Flandern/Niederlande war Connie Palmen zu Gast.

An den Folgetagen lockte das vielseitige Programm mit den interessantesten Neuerscheinungen des Herbstes zahlreiche Besucherinnen und Besucher in die zehn Veranstaltungsorte rund um den Römer. Die deutschsprachige Belletristik wurde im Frankfurter Kunstverein und in diesem Jahr zum zweiten Mal im Ratskeller und den Römerhallen vorgestellt. Das Sachbuch hatte sein Zentrum im Haus am Dom und die internationale Literatur in der Nikolaikirche. Trotz der Vielzahl an parallel laufenden Lesungen waren alle sehr gut besucht. Bis auf den letzten Platz belegt waren etwa die Lesungen von Sibylle Lewitscharoff, Leon de Winter, Barbara Vincken und Harald Weltzer sowie das Gespräch zwischen Herfried und Marina Münkler.

Auch vor den Römerhallen, dem traditionsreichen Veranstaltungsort von „Literatur im Römer“, wartete das literaturinteressierte Publikum am Buchmessen-Mittwoch und Buchmessen-Donnerstag bereits eine Stunde, um die 16 besten Romane des Herbstes in kurzen Gesprächen und Lesungen präsentiert zu bekommen.

Besonderen Zulaufs erfreute sich der in diesem Jahr erstmalig eingerichtete „Slow Reading Room“, in dem die Lesefest-Besucher sich in gemütlichem Ambiente in Ruhe zum Lesen der vorgestellten Bücher zurückziehen konnten. Beim „Büro der Überflüssigen Worte“ tauschte Soundpoet Dirk Hülstrunk den Wortmüll hunderter Besucher gegen Ersatzwörter. Auch der neue Comic-Schwerpunkt an zwei Tagen in der Heussenstamm-Galerie wurde vom Publikum begeistert angenommen.

Insgesamt kamen zum städtischen Lesefest OPEN BOOKS und zu „Literatur im Römer“ rund 12.000 Menschen. Die Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt am Main, Dr. Ina Hartwig, hebt die Vielfalt der angebotenen Lesungen als besondere Stärke der beiden Formate hervor: „Die Buch- und Literaturstadt Frankfurt lebt. Literatur im Römer und das Lesefest OPEN BOOKS sind ein wunderbares Angebot der Stadt an seine Bürgerinnen und Bürger, die neuen Herbsttitel aus erster Hand kennenzulernen. Die Autorinnen und Autoren verlassen die Messe, um sich ihren Lesern im Herzen der Stadt zu präsentieren. Dass die Veranstaltungen bei OPEN BOOKS auch weiterhin eintrittsfrei sind, ist mir besonders wichtig. “ Die Leiterin von OPEN BOOKS, Dr. Sonja Vandenrath, ergänzt: „Auch Autoren schätzen das Angebot sehr, ihre neuesten Bücher bei OPEN BOOKS vorstellen zu können. Sie erleben ein interessiertes und aufmerksames Publikum, das dank einer Werbeaktion für OPEN BOOKS in der Goethe-Universität auch immer studentischer wird.“

Open Books, Literatur im Römer und ein umfassendes Rahmenprogramm rund um die Frankfurter Buchmesse

Pressekonferenz im MMK Frankfurt "Rund um die Buchmesse". (vl.) Prof. Dr. Susanne Gaensheimer, Direktorin des MMK, Dr. Ina Hartwig, Kulturdezernentin, Bart Moeyaert, Intendant des Ehrengastlandes, Dr. Sonja Vandenrath, Projektleiterin von OPEN BOOKS u. Literatur im Römer. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Pressekonferenz im MMK Frankfurt „Rund um die Buchmesse“. (vl.) Prof. Dr. Susanne Gaensheimer, Direktorin des MMK, Dr. Ina Hartwig, Kulturdezernentin, Bart Moeyaert, Intendant des Ehrengastlandes, Dr. Sonja Vandenrath, Projektleiterin von OPEN BOOKS u. Literatur im Römer. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Frankfurt bietet rund um die Buchmesse vielseitige Lese- und Kulturveranstaltungen zum Ehrengast Flandern und die Niederlande

openbookslog1Die Literaturstadt Frankfurt beheimatet die weltweit größte Buchmesse und ist jährlich im Oktober Anziehungspunkt für die nationale und internationale Buch- und Medienwelt. Fachpublikum und Literaturinteressierte treffen aufeinander und füllen das literarische Leben sowohl auf dem Messegelände als auch in der Stadt. Auch in diesem Jahr hat die Stadt Frankfurt gemeinsam mit zahlreichen Institutionen wieder ein umfangreiches Rahmenprogramm rund um die Buchmesse vom 18. bis 22.Oktober organisiert mit den Schwerpunkten OPEN BOOKS, Literatur im Römer, Ausstellungen und weitere vielseitige Kulturveranstaltungen zum Ehrengast der Buchmesse Flandern und die Niederlande.

Prof. Dr. Susanne Gaensheimer, Direktorin des MMK, verdeutlichte, dass das Rahmenprogramm rund um die Buchmesse in allen möglichen Sparten stattfindet, ein zentraler Bereich seien beispielsweise Ausstellungen, die etliche Museen und Kunsthäuser speziell im Kontext des Gastlandes konzipiert hätten. Im MMK1, Museum für Moderne Kunst, versucht Fiona Tan (u.a.: „Rise and Fall“ für den niederländischen Pavillon der Venedig Biennale 2009) sich in ihrer Ausstellung „Geographie der Zeit“ mit Film, Fotografie, Installationen, Audio und Text der Frage nach der Identität und Zeitlichkeit des Menschen im 21. Jahrhundert zu nähern. Im MMK2 werden mit Willem de Rooij „Entitled“ – eine Zusammenschau dreier bestehender Werkgruppen – neue und vertiefende Einblicke in das Schaffen des bedeutenden niederländischen Künstlers gegeben. „Im Städel Garten“ präsentiert das Städel-Museum eine eigens für diesen Anlass vom belgischen Künstler David Claerbout produzierte Adaption des Dschungelbuches „Der Film. Die reine Notwendigkeit“. Weitere Ausstellungen mit Buchmessenbezug seien im Ausstellungshaus, Basis e.V., Deutsches Architekturmuseum, Eunic Frankfurt, Fotografie Forum Frankfurt, Haus am Dom, im Portikus und an weiteren Orten zu sehen (siehe unten).

„Die Stadt Frankfurt ist mit der Buchmesse, dem Börsenverein, der Nationalbibliothek und als Heimat vieler Verlage die deutsche Buchstadt. Wenn die Buchmesse am 17. Oktober ihre Türen öffnet, prägen eine Vielzahl unterschiedlichster Institutionen das literarische Veranstaltungsleben in der Stadt. Das kulturelle Rahmenprogramm rund um den Ehrengast Flandern und die Niederlande umfasst Lesungen, Ausstellungen, Diskussionen und Gespräche bis hin zu einem Symposium mit dem Thema Architektur oder philosophischem Dinieren gemeinsam mit holländischen und flämischen Literaten. Theater-, Tanz-, Performance- und Musikveranstaltungen nehmen in dem facettenreichen Programm ebenso einen wichtigen Platz ein“, erläutert Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig.

„Die Literaturprogramme des Kulturamts ‚Literatur im Römer‘ und das Lesefest OPEN BOOKS ergänzen darüber hinaus die umfassende Bandbreite des Literaturkalenders zur Buchmessezeit. Die kostenlosen Lesungsformate erfreuen sich einer großen Besucherresonanz. Ein breites, sehr unterschiedliches Publikum nutzt die Gelegenheit, sich in besonderer Atmosphäre mit den literarischen Novitäten im Bereich der deutschsprachigen Belletristik, des Sachbuches und der internationalen Literatur vertraut zu machen“, so Hartwig weiter.

Flandern und die Niederlande treten bereits zum zweiten Mal als Ehrengast der Buchmesse auf. Der künstlerische Leiter des Gastlandauftritts ist Bart Moeyaert, den deutsche Leser als erfolgreichen flämischen Kinder- und Jugendbuchautor und Preisträger des Deutschen Jugendliteraturpreises ‚LUCHS‘ kennen. Er sieht den zweiten Besuch in Frankfurt als Chance, Flandern und die Niederlande neu kennenzulernen.

Gemäß dem Motto ‚Dit is wat we delen / Dies ist, was wir teilen‘ möchte er mit den Besuchern aus aller Welt nicht nur neue Romane, Sachbücher oder Lyrik sondern auch Eindrücke, Erfahrungen, Kunst und Kultur teilen. „Wir waren 1993 das erste Mal Gastland – dieser Fakt sagt bereits, wie wichtig die Frankfurter Buchmesse für die Literaturwelt in Flandern und den Niederlanden ist. Wenn Leute sagen: „Wir kennen dich,” finde ich das immer schade. Wenn Menschen nicht zweimal hinschauen wollen, verpassen sie Vieles. Ebenso ist es nun mit dem Gastlandauftritt. 25 Jahre sind vergangen, es gibt neue Namen, neue Menschen, eine neue Dynamik. Es ist wie das Meer, das Flandern und die Niederlande teilen: Alles ist in Bewegung, es liegen neue Schätze am Strand”, führt der Intendant aus.

Im Mousonturm hat sich das offizielle Gastlandcafé als Treffpunkt für Autoren, Künstler und Gäste etabliert. Bis zum Ende der Buchmesse am 22. Oktober können über dreihundert literarische Neuerscheinungen und Übersetzungen bei flämischem Bier, niederländischen Matjes und vielen weiteren Spezialitäten durchstöbert werden. In der Reihe ‚Philosophischer Tisch‘ sind im Mousonturm zudem niederländische und flämische Literaten und Philosophen zu Gast, die Speisen, Trank und Gedanken austauschen. Am 4. Oktober geht es mit Marli Huijer um Disziplin und am 13. Oktober mit Chris de Stoop, darum, wie wir uns ernähren wollen.
Auf Initiative der Niederländischen Stiftung für Literatur und des Flämischen Literaturfonds finden im Rahmen des Ehrengastauftritts in ganz Deutschland über 400 Veranstaltungen statt.

Programm-Sparten mit ihren Schwerpunkten

Ausstellungen

Die Ausstellung Maatwerk / Maßarbeit des Deutschen Architekturmuseums präsentiert die Architektur des Ehrengastes und stellt der bekannten Szene der ‚Super-Dutch’ neue Perspektiven zur Seite.

Das MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt zeigt im MMK 1 in der AusstellungFionaTan.Geografie der Zeit sowohl Hauptwerke als auch neue installative Environments aus dem filmischen Oeuvre der Künstlerin. Das MMK 2 stellt parallel ab 14. Oktober in Willem de Rooij Entitled drei Werkgruppen des Städelprofessors aus, die durch ihre erstmalige Kombination vertiefende Einblicke in das Schaffen des Künstlers geben. Im MMK 3 ist bis 6. November Laure Prouvost. all behind, we’ll go deeper, deep down and she will say: mit einer raumgreifenden Installation der Künstlerin zu sehen.

Mit Werken des Comic bzw. der Graphic Novel befassen sich zwei Ausstellungen. EUNIC Frankfurt präsentiert Graphic Novels aus Europa, darunter auch das Werk des Flamen Oliver Schrauwen. Das Haus am Dom stellt in SPRACHaufZEICHNUNG – Visuelle Poesie, Comic und Graphic Novel aus Flandern und den Niederlanden das Zeitungs-Projekt ‚Parade‘, gemeinsam mit Japp Blonks DADA inspirierten Notaten und Videos, aus.

Im Fotografie Forum Frankfurt lädt die Ausstellung Emmy’s World dazu ein, durch Hanne van der Woudes Fotos in das Lieben und Leben der heute 85-jährigen Malerin Emmy Eerdmans einzutauchen.

Die Ergebnisse einer Kooperation von Artist in Residence Frankfurt mit Air Antwerpen und der Stiftung Charlois aan het Water werden ab 14. Oktober in der Produktions- und Ausstellungsplattform basis e.V. mit der Ausstellung State of the City präsentiert. Im Vorfeld haben für drei Monate je zwei Künstlerinnen und Künstler aus Rotterdam, Antwerpen und Frankfurt in einer der anderen Städte gearbeitet.
Die Ausstellungshalle 1A und der Portikus präsentieren Werke flämischer Künstler. Während in Nicole van den Plas Ausstellung Nikolaus Emil Johann Ludwig die Altniederländer als Inspirationsquelle deutlich werden, orientiert sich das Künstlerduo De Gruyter & Thys am Suprematismus.
Ebenfalls am Museumsufer, im Garten des Städel Museums, wird der Film Die reine Notwendigkeit des belgischen Künstlers David Claerbourt zu sehen sein. Die Adaption des Trickfilm-Klassikers ‚Das Dschungelbuch‘ überrascht durch tierische Protagonisten, die sich allem ‚Vermenschlichten‘ entledigt haben.
Tierisches gibt es auch im Senckenberg Museum zu entdecken. Am 19. Oktober wird inErlesene Leckerbissen aus Natur und Wissenschaft die aktuelle wissenschaftliche Literatur unter anderem aus Flandern und den Niederlanden vorgestellt.

Zu den Ausstellungen wird jeweils ein umfassendes Programm mit Führungen, Workshops und Diskussionen angeboten.
Musikveranstaltungen/Tanz/Theater/Performances

Mit Königin Lear bringt das Schauspiel Frankfurt Tom Lanoye’s Adaption des Shakespeare Klassikers ‚König Lear‘ auf die Bühne. Der belgische Autor setzt mit diesem Stück seine Arbeit an der Schnittstelle von Theater und Videokunst fort.
Die Veranstaltung Aus der Vogelperspektive und andere Sichtweisen, eine Kombination aus Lesung und Konzert, gewährt an unterschiedlichen Orten literarisch-musikalische Einblicke in die Niederlande.
Noch bis zum 4. November sind Tolle Künste aus Flandern und den Niederlanden im Mousonturm zu Gast. Bekannte Größen der niederländischen und flämischen Tanz-, Theater- und Performance-Szene stellen ihre neuesten Werke vor. So zum Beispiel die von Hieronymus Boschs Höllenvisionen inspirierte klang-, text- und bildgewaltige OperBOSCH BEACH, welche von muziektheater LOD, Vasco Mendonça, Dimitri Verhulst, Kris Verdonck und dem Asko|Schönberg Ensemble inszeniert wird. Am 18. und 19. Oktober beeindruckt der belgischen Tänzer und Choreograf Pieter Ampe mit seiner Tanzperformance So you can feel, in der er gesellschaftliche Normen verschiebt und Leitbilder vernebelt. Die Künstlerin Sarah Vanhee präsentiert im gleichen Zeitraum in ihrer, den Theatersaal erfüllenden Performance, Oblivion realen und virtuellen Müll, bestehend aus Objekten, Gedanken und Beziehungen, den sie ein Jahr lang gesammelt hat.

Film

Das Deutsche Filmmuseum zeigt in Kooperation mit dem Eye Filminstitut International zwischen dem 17. und 30. Oktober Verfilmungen bekannter niederländischer Romane, Erzählungen, Novellen und eines Comics.
Der niederländische Fotograf, Rockmusiker und Filmemacher Anton Corbijn spricht am 17. Oktober mit dem Autor Bart Chabot über ihre gemeinsame Freundschaft zum Rockmusiker Herman Brood, die Adaption von Literaturvorlagen und die Entwicklung von Drehbüchern. Im Anschluss zeigt das Kino des Deutschen Filmmuseum den Film
A MOST WANTED MAN, bei dem Anton Corbijn Regie führte und Philip Seymour Hoffman in seiner letzten Hauptrolle zu sehen ist.


Lesungen

Anlässlich des Ehrengastlandauftritts auf der Frankfurter Buchmesse werden allein in diesem Jahr mehr als 250 Titel unterschiedlichster Genres aus dem Niederländischen auf Deutsch erscheinen. Zahlreiche Lesungen laden dazu ein, sich ausführlicher mit dem Literaturangebot unserer Nachbarn auseinanderzusetzen.

Ein umfangreiches Lesungsprogramm bietet beispielsweise die Stadtbücherei an: Gemeinsam mit Laura Starink und Douwe Draaisma stellt der niederländische Publizist Geert Mak am 19. Oktober sein neustes Werk ‚Die vielen Leben des Jan Six‘ vor.
Am 22. Oktober lassen drei flämischen Autoren, Saskia de Coster, Yves Petry und Stefan Brijs, die Zuhörer an einer verkorksten Familiengeschichte, einem gewünschten Mord und einer Vater-Sohn-Geschichte teilhaben. Mit einer auffälligen Mutter-Sohn-Beziehung befasst sich dagegen Arnon Grünberg am 23. Oktober im Haus am Dom.
Im Literaturhaus spricht Cees Nooteboom am 19. Oktober über sein Werk ‘533 Tage. Berichte von der Insel‘. Die Bedeutung des ‚Tagebuch der Anne Frank‘, das Tagebuch des Amsterdamer Mädchens, das längst zur Ikone geworden ist, diskutieren die AutorenJessica Durlacher und Mano Bouzamour am 20. Oktober in der Bildungsstätte Anne Frank mit dem Publikum.
Eine ungewöhnliche Begegnung zwischen sechs Autoren aus Flandern und den Niederlanden mit Gemälden unterschiedlicher Epochen findet am 23. Oktober im Städel Museum statt.
Poesie aus dem Ehrengastaland steht am 21. Oktober im Literaturforum im Mousonturm bei Wortküsten und Sprachpolder im Fokus.

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Über das Rahmenprogramm zum Ehrengast Flandern & die Niederlande hinaus werden zur Buchmesse die Literaturveranstaltungen OPEN BOOKS und Literatur im Römer ein Hauptanziehungspunkt für Buch- und Literaturinteressierte in der Frankfurter Innenstadt sein.

Bereits zum achten Mal findet in diesem Jahr OPEN BOOKS statt. Das große Lesefest zur Frankfurter Buchmesse ist im literarischen Kalender der Stadt fest etabliert und öffnet 2016 vom 18. bis 22. Oktober seine Türen: Im Rahmen von 132 Veranstaltungen präsentieren 181 Autorinnen und Autoren rund um den Römer ihre neuesten Werke. Das Publikum kann sich so einen vielfältigen Eindruck über die Neuerscheinungen des Herbstes im Bereich der deutschsprachigen Belletristik, des Sachbuches und der internationalen Literatur verschaffen. 90 Verlagshäuser aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nutzen die Möglichkeit, die Novitäten ihres Herbstprogramms vorzustellen. Wie in den Vorjahren ist das Kulturamt Frankfurt am Main Veranstalter von OPEN BOOKS und trifft eine Auswahl aus den Vorschlägen der Verlage.

Neu: Slow Reading-Raum im Kunstverein

Erstmalig hat das Kulturamt einen Raum im Kunstverein als erste deutsche Dependance der ‚Slow Reading-Bewegung‘ eingerichtet, in der die bedrohte Kulturtechnik des stillen und konzentrierten Lesens eingeübt wird. Dort werden die 10 Regeln der ‚Slow Reading-Bewegung‘ praktiziert, die unter anderem fordern: ‚Switch off‘.

Neu: Comics bei Open Books

Zum ersten Mal gibt es beim Lesefest Open Books einen Comicschwerpunkt. So wird der Frankfurter Comic-Experte Jakob Hoffmann am Messe-Donnerstag in der Heussenstamm-Galerie drei Graphic-Novel Projekte aus Flandern und den Niederlanden vorstellen.

Büro für überflüssige Worte 

Der ebenfalls in Frankfurt ansässige Performancekünstler Dirk Hülstrunk baut am Mittwoch und Freitag im Kunstverein und am Samstag in der Schwanenhalle sein ‚Büro für überflüssige Worte‘ auf, an dem jeder ein Wort abgeben kann, dass er für überflüssig hält und verspricht, nie wieder zu verwenden. Im Gegenzug erhält er ein Gratiswort.

OPEN BOOKS   mit  ‚Teil der Bewegung‘ der Lyriknacht an Musik

Und auch in diesem Jahr endet das offizielle Lesungsprogramm von OPEN BOOKS mit ‚Teil der Bewegung‘, der Lyriknacht an Musik, die von unabhängigen Verlagen organisiert wird. Dabei sind jüngere Stimmen der Gegenwartslyrik wie Mara-Daria Cojocaru, David Krause und Charlotte van den Broeck. Die Musik steuert Alex Mayr bei. Der Eintritt kostet 5 Euro.

Zentrale Orte wieder Frankfurter Kunstverein und Römer

Neben den Veranstaltungen im Frankfurter Kunstverein wird ein Großteil der deutschsprachigen Belletristik dieses Jahr erneut im historischen Römer der Stadt Frankfurt präsentiert. Freitag und Samstag wird in der Schwanenhalle das Festivalzentrum zu finden sein, wo man sich treffen, aber auch ausruhen kann und wo ‚Inges Küche‘ etwas zur Stärkung anbietet.

Die neuen Sachbücher werden wieder im Haus am Dom vorgestellt. Internationale Autorinnen und Autoren lesen in der Alten Nikolaikirche. Weitere Veranstaltungsorte sind in diesem Jahr das Haus des Buches, die Heussenstamm-Galerie, das Bibelmuseum und die Katharinenkirche. Die große Party zum Abschluss wird in guter Tradition im Literaturhaus Frankfurt gefeiert.

Zur Eröffnung von OPEN BOOKS 2016 präsentieren die/der am Tag zuvor gekürten Preisträger/in des Deutschen Buchpreises, Marcel Beyer als designierter Büchner-Preisträger 2016 sowie Sybille Lewitscharoff und Connie Palmen auf dem Blauen Sofa im Chagallsaal des Schauspiels Frankfurt ihre neuesten Bücher. Die Eröffnung wird in Zusammenarbeit von Bertelsmann, ZDF und Deutschlandradio Kultur gemeinsam mit der Stadt Frankfurt und dem Schauspiel Frankfurt durchgeführt.

Literatur im Römer

„Literatur im Römer“ ist die älteste literarische Großveranstaltung und unumstrittener Publikumsliebling. In Kooperation mit hr2-kultur und SWR 2 präsentiert das Kulturamt Frankfurt in den Römerhallen die wichtigsten deutschsprachigen Romane des Herbstes. Am Messemittwoch und Messedonnerstag werden jeweils acht Autoren im kurzen Gespräch mit den Moderatoren Sigrid Löffler, Gerwig Epkes, Cécile Schortmann und Alf Mentzer ihre neuesten Werke vorstellen. Mittwoch lesen Bachtyar Ali, Emma Braslavsky, Sabine Gruber, Teresa Praauer, Kathrin Schmidt, Marlene Streeruwitz, Tommy Wieringa und Gisela von Wysocki. Am Donnerstag Helmut Kuhn, Thomas Melle, Terezia Mora, Kathrin Röggla, Eugen Ruge, Heinrich Steinfest, David Wagner und Leon de Winter.

Openbooks-Programm 

OPEN BOOKS und ‚Literatur im Römer‘ erneut große Publikumsmagneten während der Frankfurter Buchmesse 2015

openbooks-logDas städtische Lesefest zur Buchmesse zieht auch in den neuen Räumlichkeiten tausende Besucher an

(pia) Mit einer großen Lyriknacht unter dem Titel „Teil der Bewegung“ in den Römerhallen und der OPEN PARTY im Literaturhaus ging Samstagnacht das vom Kulturamt der Stadt Frankfurt veranstaltete Lesefest OPEN BOOKS erfolgreich zu Ende.

Insgesamt fanden rund um den Römerberg über 120 Veranstaltungen mit mehr als 170 Mitwirkenden statt. Die Eröffnungsgala im Chagallsaal des Schauspiel Frankfurt dem ‘Blauen Sofa‘, auf dem unter anderem der Buchpreisträger Frank Witzel und Nora Bossong Platz nahmen, war bereits Wochen vorher restlos ausverkauft. An den Folgetagen lockte das vielseitige Programm mit den spannendsten Neuerscheinungen des Herbstes zahlreiche Besucher in die erstmals elf Veranstaltungsorte rund um den Römer. Bis auf den letzten Platz belegt waren etwa die Lesungen von Jenny Erpenbeck, Iris Radisch, Ulrich Wickert und Reinhold Messner sowie das Gespräch zwischen Jakob Augstein und Colin Crouch. Auch vor den Römerhallen, dem traditionsreichen Veranstaltungsort von ‚Literatur im Römer‘, trotzte das literaturinteressierte Publikum am Buchmessen-Mittwoch und Buchmessen-Donnerstag bereits eine Stunde vor Einlass Kälte und Regen, um die 16 besten Romane des Herbstes in kurzen Gesprächen und Lesungen präsentiert zu bekommen.

Insgesamt kamen zum städtischen Lesefest rund 12.000 Besucher. „Auch abseits des Messegeländes zeigte sich Frankfurt als Literaturstadt ersten Ranges“, zieht Kulturdezernent Felix Semmelroth Bilanz. „Die große Resonanz beweist einmal mehr, wie sehr die Frankfurterinnen und Frankfurter das abwechslungsreiche Programm aus Lyrik, Belletristik und Sachbuch, aus deutschsprachiger und internationaler Literatur zu schätzen wissen.“ Die Leiterin von OPEN BOOKS, Sonja Vandenrath, ergänzt: „Das Konzept von OPEN BOOKS, die Veranstaltungen rund um den Römerberg zu konzentrieren, hat sich erneut bewährt. OPEN BOOKS ist das große Lesefest der kurzen Wege.“