Kategorie-Archiv: Schlossparkmuseum Bad Kreuznach

Kubach und Kropp zeigen in der Sonderausstellung „Spannungsfelder“ mystisch anmutende Steinskulpturen – bis 31.01.2021 im Schlossparkmuseum Bad Kreuznach

Ausstellungsimpression „Spannungsfelder– Kubach& Kropp“ vom 20.09.2020 bis 31.01.2021. – hier: Gegenüberstellung einer  minimalistischen Kubach-Kropp-Skulptur und  verschiedener  Statuen der berühmten Bad Kreuznacher Bildhauer-Dynastie "Cauer“  © Foto: Diether v. Goddenthow
Ausstellungsimpression „Spannungsfelder– Kubach& Kropp“ vom 20.09.2020 bis 31.01.2021. – hier: Gegenüberstellung einer minimalistischen Kubach-Kropp-Skulptur und verschiedener Statuen der berühmten Bad Kreuznacher Bildhauer-Dynastie „Cauer“ © Foto: Diether v. Goddenthow

Bei herrlichem Spätsommerwetter begrüßten Oberbürgermeisterin  Dr. Heike Kaster-Meurer und Museumsleiter und Kurator Marco van Bel sowie das Künstlerpaar Livia Kubach und Michael Kropp  am  20. September 2020 zahlreiche Gäste zur Vernissage  der Sonderausstellung „Spannungsfelder– Kubach& Kropp“ im  Bad Kreuzbacher Schloßparkmuseum zu  einer Werkauswahl von über 30 stein-skulpturalen Kleinplastiken.

Ausstellungsimpression „Spannungsfelder– Kubach& Kropp“ - hier sehr gut gelungen die Steinkugel im Spannungsfeld mit Mamorskulptur von Cauer. © Foto: Heike v. Goddenthow
Ausstellungsimpression „Spannungsfelder– Kubach& Kropp“ – hier sehr gut gelungen die Steinkugel im Spannungsfeld mit Mamorskulptur von Cauer. © Foto: Heike v. Goddenthow

Die Werke zeigen einen repräsentativen Querschnitt des umfangreichen Schaffens von  Livia Kubach und Michael Kropp, die zum letzten Mal vor 22 Jahren im Schlossparkmuseum ihre Werke präsentiert hatten, und seither europaweit zu Ausstellungen eingeladen werden. Ihr Werkstatt-Domizil haben die beiden Künstler in unmittelbarer Nachbarschaft zum berühmten Steinskulpturen-Museum in Bad Münster am Stein. Die Absolventin der Düsseldorfer Kunstakademie sowie Meisterschülerin und der Künstler-Autodidakt bearbeiten dort die verschiedensten Gesteinsarten aus der ganzen Welt in den unterschiedlichsten Farben. Zu den präsentierten Werkgruppen gehören die sogenannten Steine für die Begegnung sowie die Klanghäuser, die das Thema des „Paares“ bildhauerisch umsetzen.

Michael Kropp erläutert die spezielle Herstellweise und Funktion eines Klangsteins. © Foto: Heike v. Goddenthow
Michael Kropp erläutert die spezielle Herstellweise und Funktion eines Klangsteins. © Foto: Heike v. Goddenthow

Das Werk von Kubach & Kropp nimmt innerhalb der Bildenden Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts eine eigene Position ein. Ihre Materialien bestehen hauptsächlich aus Granit und Marmor, woraus das Künstlerpaar mit einem unverwechselbaren, einzigartigen Charakter  seine modernen  edlen Skulpturen und Steinklangkörper erschaffen.  Mit ihrer Struktur sowie Form- und Oberflächen-Symbolik weisen die Werke über die Materie und Form hinaus. Sie wirken mitunter archetypisch und verströmen ein wenig mystische Präsenz und alles, was ihre Betrachter in ihnen  sehen und erspüren wollen.

Ausstellungsimpression „Spannungsfelder– Kubach& Kropp“ vom 20.09.2020 bis 31.01.2021.© Foto: Heike v. Goddenthow
Ausstellungsimpression „Spannungsfelder– Kubach& Kropp“ vom 20.09.2020 bis 31.01.2021.© Foto: Heike v. Goddenthow

Der Stein als Synonym für Dichte und Schwere sowie Beständigkeit würde zur geöffneten, fast zeitlos und entrückt wirkenden Steinskulptur, so Michael Kropp bei der Eröffnung. Er gebe Zeugnis der Erdgeschichte und des künstlerisch gestaltenden Menschen, was ergänzt würde durch nicht inhärente – da flüchtig und immateriell – aber künstlerisch wesentliche, gestalterische Elemente wie Licht, Klang und Kinetik, so der Künstler.

Museumsdirektor Marco van Bel begrüßte auch  seine Vorgängerin Frau Dr. Angela Nestler-Zapp, die 2015 feierlich in den Ruhestand verabschiedet wurde. © Foto: Heike v. Goddenthow
Museumsdirektor Marco van Bel begrüßte auch seine Vorgängerin Frau Dr. Angela Nestler-Zapp, die 2015 feierlich in den Ruhestand verabschiedet wurde. © Foto: Heike v. Goddenthow

Wer mehr erfahren und vor allem sehen möchte, dem sei ein Besuch der Sonder-Ausstellung „Spannungsfelder“, die noch bis zum 31. Januar 2021  auf allen drei Ebenen des Schloßparkmuseums  gezeigt wird, wärmstens empfohlen.

 

Ort:
Schlossparkmuseum Bad Kreuznach
Dessauer Str. 49, 55545 Bad Kreuznach
Tel. 0671 920 77 82
Fax 0671 920 77 92

ÖFFNUNGSZEITEN
Mittwoch – Freitag, 10 – 16 Uhr,
Samstag – Sonntag, 11 – 17 Uhr.
Montag Ruhetag. Februar und am 24.12., 25.12., 31.12. und 1.1. geschlossen.

 

Idyllisch gelegen: Schlossparkmuseum Bad Kreuznach.© Foto: Heike v. Goddenthow
Idyllisch gelegen: Schlossparkmuseum Bad Kreuznach.© Foto: Heike v. Goddenthow

Rahmenprogramm

Rahmenprogramm zur Sonderausstellung im Schlossparkmuseum:

Sonntag, 25. Oktober, und Sonntag, 17. Januar, je 11 Uhr: Spannungsfelder, „Making-of“ zur Ausstellung
Museumsleiter und Kurator Marco van Bel wird während des Rundgangs von der Entstehung der Ausstellung berichten – von der ersten Idee bis zum Bau und der Finanzierung der Ausstellungsarchitektur.

Sonntag, 15. November, und Sonntag, 20. Dezember, je 14.30 Uhr: Der Klang der Steine – ein musikalischer Rundgang
Der Künstler und Musiker Michael Kropp führt durch die Ausstellung der Klangskulpturen und bespielt diese. Je nach Form und Gesteinsart klingt jede Skulptur anders und eigen.

Mittwoch, 14. Oktober, und Mittwoch, 9. Dezember, je 18.30 Uhr: Abend-Führung durch die „Spannungsfelder“
Philomena Kubach-Kropp stellt in einer Abend-Führung die Skulpturen-Gruppen der Sonderausstellung vor und ergänzt diese mit Hintergrund-Details zum Werkprozess und der Entstehungs- und Ausstellungsgeschichte. Mit Umtrunk

Samstag, 7. November, 16 Uhr: Stein und Wein aus geologischer Sicht: vom Gabbro der Steinskulpturen bis zum Porphyr des Rotenfelsens
Im diesem Rundgang durch die Sonderausstellung mit dem Künstlerpaar liegt der Fokus auf den verschiedenfarbigen Gesteinsarten aus aller Welt, die Kubach & Kropp verwenden. Bei einer kleinen Weinprobe im Anschluss stellt Winzer Walter Rapp die geologischen Besonderheiten der Weinregion an der Nahe vor. Teilnahme 12 Euro, ermäßigt 10 Euro.

Freitag, 29. Januar, 17 Uhr: Bildhauerinnen!?
Während eines Rundgangs durch das Museum und die Sonderausstellung spricht Livia Kubach mit Kunsthistorikerin und Museumsmitarbeiterin Caroline Heise zu Frauen in der (Stein-)Bildhauerei. Sie gehen fragend auf die Suche nach dem ‚weiblichen Blick‘ in den Skulpturen – von Hanna Cauer bis heute. Mit Umtrunk.

Rahmenprogramm zum Download

Alle Führungen/Rundgänge dauern zirka 45 Minuten. Interaktive Rundgänge für Kita-Gruppen und Schulklassen auf Anfrage. Bei allen Veranstaltungen ist die Teilnehmerzahl begrenzt und eine Anmeldung bis einen Tag im Voraus per Telefon 0671-920-777 oder E-Mail an museum-schlosspark-kasse@bad-kreuznach.de erforderlich. Die Teilnahme kostet für Erwachsene 7 Euro und für Kinder beziehungsweise ermäßigt 5 Euro. Familien (maximal zwei Erwachsene mit Kind/ern) zahlen 15 Euro. In den Museen gilt Maskenpflicht sowie das Gebot zur Einhaltung eines Mindestabstandes von 1,5 m zwischen Personen, die nicht aus einem Haushalt stammen.

Schlosspark-Museum Bad Kreuznach: Ausstellung „Wein in alten Flaschen“ – Matinee und Führung

Historische Weinflaschen aus der Sammlung Degenhard May, kombiniert mit moderner Kunst aus Weinreben von Daniela Orben, im Museum Schlosspark © Foto: Heike v. Goddenthow
Historische Weinflaschen aus der Sammlung Degenhard May, kombiniert mit moderner Kunst aus Weinreben von Daniela Orben, im Museum Schlosspark © Foto: Heike v. Goddenthow

Die Sonderausstellung „Wein in alten Flaschen“beleuchtet die internationale Kulturgeschichte des Artefakts der Weinflasche anhand von Exponaten aus dem 18. bis 20. Jahrhundert und setzt diese mit den Wandinstallationen aus Weinreben der Künstlerin Daniela Orben materialästhetisch in Beziehung.

Die Matinee„Wein und Flasche in der Literatur“am Sonntag, 16. August, um 11 Uhr bietet ein kurzweiliges, buntes Programm zur Sonderausstellung. Christiane Kasper und der Sammler und Leihgeber der Ausstellung Degenhard May durchstreifen in einer Lesung die Literatur zum Thema. Das Oboentrio mit Julia Rohlfs, Johanne Müller und Esther May aus Bonn rahmt die Matinee musikalisch ein. Parallel zur Matinee ist unsere BildhauerInnen-Werkstatt für alle großen und kleinen BesucherInnen geöffnet.Diese Veranstaltung bildet den Abschluss unseres diesjährigen Sommer-Ferienprogramms, das von Samstag, 1. August bis Sonntag, 16. August läuft.

Auf Grund der großen Nachfrage erzähltDegenhard May in einer Sonder-Führungam Samstag, 22. August, um 16 Uhrnoch ein letztes Mal aus der Geschichte der Weinflasche.

Eine Anmeldung zu den Veranstaltungenankasse-museum-schlosspark@bad-kreuznach.de oder unter 0671 920 777 ist erforderlich.

Eintritt jeweils €7,-/erm. €5,-

In unseren Häusern gilt Maskenpflicht sowie das Gebot zur Einhaltung eines Mindestabstandes von 1,5m zwischen Personen, die nicht aus einem Haushalt stammen.

Museum Schlosspark und Museum Römerhalle
Dessauerstraße 49
55545 Bad Kreuznach
www.museum-roemerhalle.de
www.museum-schlosspark.de

Öffnungszeiten bis auf Weiteres

Mo + Di geschlossen
Mi  Fr 10 16 Uhr, Sa, So und Feiertage 11  17 Uhr

Sonderausstellung KENBO in den Museen Schlosspark und Römerhalle Bad Kreuznach bis 10. Sept. 2017

Trornbacher flowers low Res (Foto: Marco van Bel)
Trornbacher flowers low Res (Foto: Marco van Bel)

Die Museen Museum Schlosspark und Museum Römerhalle  präsentieren eine außergewöhnliche Kunstausstellung des Chinesen Kenbo. Die Sonderausstellung zeigt in beiden Museen Paintings und großformatige z. T. bodenlange Papier-Installationen. Ein Farbrausch, der sich in beiden Ausstellungshäusern den Besuchern bietet, wobei fernöstliche mit westlicher Kunst sich verbindet. Siehe auch: www.museen-bad-kreuznach.de
Mit Unterstützung der Meffert AG Bad Kreuznach

Einführung in die Ausstellung von Marco van Bel, Ausstellungskurator u. Museumsleiter

„健伯 Kenbo / Liang Guojian Traumland Trombacher;

Kenbo wurde als Liang Guojian in Foshan, Sanshui, (China) zur Zeit der Kulturrevolution geboren. Liang erhielt eine für traditionell orientierte chinesische Familien typische Erziehung. Bereits in seiner Kindheit nahm er Unterrichtsstunden in chinesischer Malerei. Kenbos Kunst basiert auf dieser historisch geprägten Pinsel-und-Tusche-Malerei und dem Studium des berühmten Mallehrbuchs aus dem Senfkorngarten1.
Er wird deshalb auch Onkel Ken = Kenbo genannt.

Im Zentrum seiner Arbeiten steht die uralte Tradition der chinesischen Tusche-Malerei (lavierte Tusche auf Papier), die er mit heutigen Tendenzen der chinesischen Tusche-Malerei und der modernen Kunst verbindet. Speziell die Elemente Wasser, Luft, Erde und Feuer und deren Auswirkungen werden von ihm in den gestalterischen Prozess integriert. Der Künstler und die ihn umgebende Natur und Umwelt tragen gleichsam zur Entstehung der künstlerischen Arbeit bei. Vor allem durch den von ihm initiierten kreativen Einsatz der Kraft des Feuers und den Vorgang des Verbrennens hat er der traditionellen chinesischen Tusche-Malerei neue Impulse gegeben, entstehen künstlerische Synergieeffekte und zugleich neuartige Interpretationsmöglichkeiten.

Im Jahre 2006 setzte Kenbo / Liang Guojian sich mit der internationalen Klang-Kunst auseinander und begann seine experimentellen Arbeiten. In seinem Werk verbindet er die Kunstgattungen Malerei (chinesische Tusche-Malerei), Konzeptkunst, Medienkunst/Multimedia (Video, Musik, Klang, Sprache, Tanz) und Installation zu einem Gesamtkunstwerk, um damit seine einzigartige Sprache der Tuschemalerei zu entwickeln und zu etablieren, in der der Geist der Freiheit und der Abstraktion mit den traditionellen chinesischen Wurzeln zusammenkommen.

Vor 10 Jahren, in 2007, lud Sigune von Osten den Künstler Kenbo / Liang Guojian zur ART POINT im Trombacher Hof ein, um dort eine Mal-Performance während ihres Parkmusik-Festivals Neue Ho(e)rizonte zu realisieren. Durch den Trombacher Hof und die dortige Naturlandschaft, die zu Kenbos Traumlandschaft wurde, fand er den Zugang zu der chinesischen Dao-Lehre – „zurück zur Natur“, und zu seiner einzigartigen Kunst und Formensprache.

2008 begann Kenbo / Liang Guojian sein Rice-Project, bei dem der Fokus auf der sozio-kulturellen Erziehung und Bildung liegt. Seine vom Reis inspirierte Stimmen- und Klang-Installation des Reis Projekts gewann 2011 den China Redstar Design Award.
Als Gegenentwurf zum immer kommerzielleren Kunstmarkt, schlägt Kenbo einen neuen konfuzianischen Weg ein, ausgehend von der Natur. So verarbeitete er seit 2010 die Thematik vom Moos 3 im Rahmen eines internationalen Kunstprojekts (Moss-Project) in Form von Gedichten, Malerei, Musik und Tanz.

Alle in den Museen Schlosspark und Römerhalle präsentierten Kunstwerken basieren auf der Chinesischen Philosophie und Kunst und sind größtenteils innerhalb des Moss-Projektes entstanden. Sie haben aber gleichzeitig einen starken regionalen Bezug zu Bad Kreuznach, dem Trombacher Hof und der Musikkünstlerin Sigune von Osten, der Landschaft, den Naturgeräuschen und der Stille.

Kenbo / Liang Guojian im Museum Schlosspark, Bad Kreuznach, 12. Juli 2017 (Foto: Marco van Bel)
Kenbo / Liang Guojian im Museum Schlosspark, Bad Kreuznach, 12. Juli 2017 (Foto: Marco van Bel)

Ein Fluss der Farben.

Sinnbildlich vergleichbar der daoistischen Fünf-Elemente-Lehre (Holz, Feuer, Metall, Wasser und Erde) und mit dem lateinischem fluxus4 oder griechischem panta rhei5, alles fließt / alles ist veränderlich.
Die Kunst von Kenbo / Liang Guojian ist eine Symbiose. Für den westlich orientierten Kunstbetrachter ist sie eher fernöstlich, asiatisch anmutend; für den Asiaten aber mehr eine westlich anmutende Kunst.

Seine Arbeiten vermitteln zum einen eine mysteriös-spirituelle und auch melancholische Stimmung, zum anderen jedoch auch eine urwüchsige Kraft und Energie, die dem Geist der traditionellen chinesischen Tusche-Malerei entspricht. In dem von ihm entwickelten persönlichen Malstil werden bei aller Abstraktion auch häufig gewisse realistische, erdverbundene und kosmische Assoziationen geweckt. Kenbo bewahrt damit nicht nur die alten überlieferten Maltechniken und -formate (z. B. die alte Kunst der Rollbilder), sondern transportiert auch die humanistische Geisteshaltung des Konfuzianismus und Taoismus, die für die alte chinesische Malkunst charakteristisch sind.

Auf den ersten Blick erinnert Kenbos Malerei an westliche Kunstformen des Informel, Action Painting, Dripping. Doch in der Auseinandersetzung mit seinem Werdegang und seiner Vorgehensweise wird deutlich, dass seine Arbeiten andersgearteten künstlerischen, technischen und geistigen Quellen entspringen und folglich auch andersartige Prozesse zur Bildentstehung beitragen. Das Kalligrafische und Grafische in seiner Kunst ist weniger unbewusst und rein zufällig motiviert, sondern vielmehr durch alte chinesische Kunstpraktiken und Lehren sowie konkrete Sinneseindrücke und Naturempfindungen inspiriert.

Kennzeichnend ist der Aspekt des crossing border, der fast wörtlich zu nehmenden grenzüberschreitenden Kunst und Kultur; eine internationale Kunst mit eigenständigem Charakter und Qualität. Dabei ist die sinnliche Wahrnehmung, die Ästhetik, die Schönheit der Kunst offensichtlich, sie steht im Vordergrund, wobei nicht nur der Künstler sondern auch die Natur und der Zufall im Schaffungsprozess gestaltend eingreifen.

Kenbo / Liang Guojian malt oft mit schwarzer Tusche oder Farbe auf langen Papierbahnen eine linienstarke, vibrierende Grundstruktur, die mit gedämpften oder starken Farben in ein harmonisches Gesamtgefüge kumuliert. Seine abstrakten, kalligrafischen Arbeiten (in Groß- und Kleinformat) wirken poetisch, sind zurückhaltend und gleichzeitig – in wahrstem Sinne des Wortes – bildgewaltig, monumental, raumgreifend und ausdrucksvoll. Seine Kunst lässt die weiße Fläche des Papiers, des Bildträgers, die gleiche Bedeutung zukommen wie die der aufgetragenen Farbe. Erst in ihrer Synthese entsteht die Kunst – eine Komposition, eine Partitur aus Form und Farbe. Seine Kunst bietet einen geistigen Freiraum und steht trotz aller Dynamik und Kontraste in einem Gleichgewicht, es bewirkt eine innerliche Ruhe, Ausgewogenheit und Naturverbundenheit.“

Marco van Bel (Ausstellungskurator)

Orte:

Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Museum Schlosspark 
Dessauerstraße 49
55545 Bad Kreuznach

Museum Römerhalle
Hüffelsheimer Straße 11
55545 Bad Kreuznach

Öffnungszeiten:
Dienstag 10.00 bis 13.00 Uhr
Mittwoch bis Freitag 10.00 bis 16.00 Uhr
Samstag und Sonntag 11.00 bis 17.00 Uhr

Weiterer Terminhinweis:
Sonntag 20. August 2017, 11.00 Uhr
Museum Schloßpark
„Vom Haus im Wasser zum fürstlichen Schloss“ – Die Geschichte des Schlösschens im Bangert und seiner Familien
Führung mit Dieter Stöck
Treffpunkt: Museum Schlosspark, Dessauerstraße 49, Bad Kreuznach
Teilnehmerbeitrag: 7 €, erm. 5 €, inkl. Museumseintritt
Führung der Gesundheit und Tourismus für Bad Kreuznach GmbH

Museum Schlosspark Bad Kreuznach – Nacht der Museen am 20. Mai 2017

Museum Schlosspark Bad Kreuznach Foto: Diether v. Goddenthow
Museum Schlosspark Bad Kreuznach
Foto: Diether v. Goddenthow

Samstag, 20. Mai 2017, 19.00 – 23.00 Uhr
Museum Schloßpark
Nacht der Museen im KulturViertel Bad Kreuznach
Museum Schloßpark
„Prinzessin trifft Prinzessin, Wein und Geschichte“
Unsere neue Nahe-Weinprinzessin, Julia Peitz, trifft auf Prinzessin Amalie von Anhalt-Dessau, die historische Vorbesitzerin des Schlosses. Die Nahe-Weinprinzessin Julia Peitz übermittelt den Besuchern moderne Winzer- und Weinkenntnisse – Amalie von Anhalt Dessau erzählt über ihr Leben im Schloss und ihren Wein.
Einen angenehmen Tropfen Wein verkauft an diesem Abend das Weingut Karl Schmidt, Bretzenheim. Genießen Sie bei Kerzenschein und klassischer Musik einen angenehmen Abend im Museum Schlosspark.

Sonntag, 21. Mai 2017 – Internationaler Museumstag 2017
Museen im KulturViertel der Stadt Bad Kreuznach geschlossen

Große Sonderausstellung zu Ehren des Künstlerpaars Eichenauer im Schlossparkmuseum Bad Kreuznach

Schlossparkmuseum Bad Kreuznach. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Schlossparkmuseum Bad Kreuznach. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Zum 90. Geburtstag präsentiert das Bad Kreuznacher Schlossparkmuseum eine persönliche Retrospektive des verstorbenen Künstlerehepaares Franz Eichenauer (*02.11.1926 – †22.11.1995) und Ute Eichenauer-Best (*23.02.1927 -†17.02.2008).

Dr. Heike Kaiser Meurer,Oberbürgermeisterin und Kulturdezerntin.Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Dr. Heike Kaiser Meurer,Oberbürgermeisterin und Kulturdezerntin.Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Oberbürgermeisterin und Kulturdezernentin  Dr. Heike Kaster-Meurer eröffnete am 30. Oktober 2016 die Sonder-Ausstellung zu Ehren des Künstlerehepaares Franz Eichenauer und würdigte deren Werk, welches an vielen Gebäuden bis hin zum Salinenbrunnen in Bad Kreuznach in anderen  Orten der gesamten Naheregion zu sehen sei.  An die 200 Besucher waren gekommen,   darunter die Kinder des Künstlerpaars, Claudia Frey M.A. und Dr. Rolf Eichenauer, die Enkel, sowie etliche Weggefährten.  Dr. Rolf Eichenauer dankte in seinem Grußwort allen, die diese erstmalige Doppelausstellung seiner Eltern ermöglich haben und gab ein paar Anekdoten aus seiner Jugend in einem Künstlerhaushalt zum Besten.

Katharina Fischborn. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Katharina Fischborn. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Die Künstlerin Katharina Fischborn erinnerte sich an ihre erste Begegnung mit Franz Eichenauer, der sie einst in die Künstler-Gruppe Nahe brachte und Einfluss auf ihre künstlerische Entwicklung hatte.

 

 

 

Horst Frick Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Horst Frick Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Der langjährige Vorsitzende der Künstlergruppe Nahe und einst Nachfolger von Franz Eichenauer, Horst Frick, würdigte Franz und Ute Eichenauer als langjährige Weggefährten und Freunde. Sie seien ihm vor allem Vorbild  im Umgang mit Menschen gewesen. Frick schätzte stets Eichenauers ansteckende, künstlerische Leidenschaft und zugleich ihre große Menschlichkeit. Franz Eichenauer sei auch die treibende Kraft gewesen, „der Künstlergruppe Nahe im Rahmen der 1963 besiegelten Städtepartnerschaft „Bad Kreuznach mit Bourg-en-Bresse“ die Möglichkeit des Austausches mit gegenseitigen Ausstellungen der dortigen Künstlergruppe zu ermöglichen.“, so Horst Frick.

Museumsleiter Marco van Bel. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Museumsleiter Marco van Bel. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Der Fokus der Ausstellung liegt, so Museumsleiter Marco van Bel,  einerseits auf den Künstlern selbst, andererseits auf ihrer autonomen Entwicklung. Das Schloßparkmuseum zeige hierbei Entwürfe, Gemälde und Zeichnungen, die größtenteils noch nicht der Öffentlichkeit bekannt sind.
Im Erdgeschoss befinden sich Arbeiten, Porträts und Biographisches, unter anderem  die Erinnerungen von Katharina Fischborn und Horst Frick an ihre Begegnungen mit dem Künstlerpaar  im Raum: „Eichenauer I, Das Künstlerpaar“,

Mosaik in Römerhalle. Bad Kreuznach. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Ute Best restaurierte Anfang der 1950er Jahre die weltberühmten Mosaike der Römervilla, die in der Römerhalle von Bad Kreuznach zu besichtigen sind. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Ebenfalls im EG befindet sich der Bereich „Eichenauer II, Kunst am Bau“ mit für viele in Vergessenheit geratenen oder gänzlich unbekannten Arbeiten zum Broterwerb des Künstler-Paars. „Anfang der 1950er Jahre“, so van Bel  in seiner Rede, hatten Ute Best den Auftrag zur Restaurierung des Kreuznacher altrömischen Gladiatorenmosaiks angenommen. Sie zog ihren befreundeten Künstlerkollegen Franz Eichenauer für diese besondere und verantwortungsvolle Tätigkeit hinzu. Gemeinsam restaurierten sie in 1953 – 54 das weltberühmte Kreuznacher Mosaik, welches in der Römerhalle in Bad Kreuznach zu besichtigen ist.

kinoAber auch auf ganz anderen Gebieten, etwa bei der Gestaltung von Kinos, Weinstuben, inklusive der „Regina-Bar“,(der „Lasterhöhle am Stadthaus“) und vielen anderen Projekten des Wiederaufbaus waren die Eichenauers beteiligt. Fotos und Informationen hierüber wie etliche Entwürfe von „Kunst am Bau“ für Kurgebäude, Schulen, Privathäuser und Kirchen bis hin zur Gestaltung von Kirchenfenstern sind in der Ausstellung „Eichenauer II, Kunst am Bau“ zu bestaunen.

Die Kinder des Künstlerpaars, Claudia Frey M.A. und Dr. Rolf EichenauerFoto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Die Kinder des Künstlerpaars, Claudia Frey M.A. und Dr. Rolf EichenauerFoto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Das übergeordnete Thema der Eichenauer-Retrospektive ist im O.G zu sehen. „In ‚Eichenaus III, Freie Kunst‘ zeige das Schlossparkmuseum, so van Bel, das kennzeichendste in Oeuvre der Kunst Eichenauers, welches auch für die Kunst des ausgehenden 19. und gesamten 20. Jahrhunderts gelte:
„Der Weg in die Abstraktion und Farbigkeit“. Dieses Hauptthema der Ausstellung zeige, so von Bel, die Wiedergabe des Gegenständlichen, des Figürlichen, gegenüber der des Ungegenständlichen, des Abstrakten.  Einflüsse, vor allem von Paul Cezanne, aber auch zum Teil von Paul Gaugin oder Vincet van Gogh seien in vielen Werken zu erkennen.
Die Eichenauer-Ausstellung kombinierte Kunstwerke und konfrontiere diese miteinander (Diptychon, Triptychon usw.), womit seine Kommunikation auch mit dem Betrachter entstehe.

Weitere Informationen über Franz und Ute Eichenauer findet man hier auf der Website Eichenauer-Stiftung

Die Sonderausstellung geht vom 30. Oktober 2016 bis 18. April 2017

Öffnungszeiten:
Montag: geschlossen
Dienstag:  10.00 bis 13.00 Uhr
Mittwoch bis Freitag: 10.00 bis 16.00 Uhr
Samstag und Sonntag: 11.00 bis 17.00 Uhr

Rahmenprogramm:
Führungen mit Claudia Frey M.A., Tochter des Künstlerpaars und Kunstexpertin, durch die Ausstellung am:

Sonntag, 20. November 2016
Sonntag, 18. Dezember 2016 (4.Advent)
Sonntag, 22. Januar 2017

Ort:
Schloßparkmuseum
Dessauerstraße 49
55545 Bad Kreuznach
Anmeldung zur Teilnahme am Rahmenprogramm bei
Erika Breckheimer
Telefon: 0671 92077 82
Telefax: 0671 92077 92
E-Mail: museumsinfo@
bad-kreuznach.de

Römer-Mosaike

Die beiden aus der Mitte des 3. Jahrhunderts stammenden Mosaikböden können zu den üblichen Öffnungszeiten der Bad Kreuznacher Römerhalle, 10 Fußminuten vom Schlossparkmuseum entfernt, besichtigt werden.

Römerhalle/römische Villa
Hüffelsheimer Straße 11
55545 Bad Kreuznach
Montag geschlossen
Dienstag 10 – 13 Uhr
Mittwoch bis Freitag 10 – 16 Uhr
Samstag und Sonntag 11 – 17 Uhr

Schloßparkmuseum Bad Kreuznach

© massow-picture
© massow-picture

Das Schloßparkmuseum, ehemals Herrenhaus des Gutes, in dem die prägende Innenausstattung des 19. Jahrhunderts in Teilbereichen erhalten ist, beherbergt neben den stadt- und kunstgeschichtlichen Sammlungen auch eine vor- und frühgeschichtliche Abteilung. Vom Schloßparkmuseum führt der Weg durch den Park zu den ehemaligen Wirtschaftsbauten, wo ein Trakt das Museum für PuppentheaterKultur mit der Sammlung Rother (Eigentum des Landes Rheinland-Pfalz) beherbergt.

Aktuelle Ausstellungen