Kategorie-Archiv: Filmförderung

34. Hessischer Film- und Kinopreis 2023 feiert den Film wieder mit Gala und Kino-Wochenende – Karten für Vorführungen der Preisträger-Filme am Filmpreis-Wochenende zu gewinnen

Bei der gestrigen Pressekonferenz im Frankfurter Kino Cinema verrieten Angela Dorn, Ministerin für Wissenschaft und Kunst (m), Cécile Schortmann von der Jury zum Schauspieler*innenpreis des Hessischen Rundfunks (li.) und Prof. Dr. Marcus Stiglegger, Filmwissenschaftler und Mitglied der Filmpreisjury, Namen der Nominierten und eines Teils der Preisträger und Preisträgerinnen. © Foto Diether von Goddenthow
Bei der gestrigen Pressekonferenz im Frankfurter Kino Cinema verrieten Angela Dorn, Ministerin für Wissenschaft und Kunst (m), Cécile Schortmann von der Jury zum Schauspieler*innenpreis des Hessischen Rundfunks (li.) und Prof. Dr. Marcus Stiglegger, Filmwissenschaftler und Mitglied der Filmpreisjury, Namen der Nominierten und eines Teils der Preisträger und Preisträgerinnen. © Foto Diether von Goddenthow

Frankfurt/Wiesbaden. Der 34. Hessische Film- und Kinopreis kehrt zurück zu seinen Wurzeln – und schafft gleichzeitig Neues: Für Freitag, 20. Oktober 2023, lädt Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn wieder zu einer festlichen Gala mit Stars, Rotem Teppich und Musik in die Alte Oper ein, wo die Preisverleihung bis zum Einschnitt durch die Corona-Pandemie jährlich zu Gast war. Zu einer neuen Tradition soll das Filmpreis-Wochenende werden: Am Samstag und Sonntag nach der Verleihung, also am 21. und 22.Oktober, zeigen ausgewählte Kinos in Frankfurt, Bad Nauheim, Witzenhausen und Darmstadt die Siegerfilme in voller Länge. Die Nominierungen und die Gewinnerinnen und Gewinner in einigen Preiskategorien gaben Ministerin Dorn, Filmwissenschaftler Prof. Dr. Marcus Stiglegger als Mitglied der Filmpreisjury sowie Cécile Schortmann von der Jury zum Schauspieler*innenpreis des Hessischen Rundfunks heute bei einer Pressekonferenz bekannt.

„Willkommen zurück beim Hessischen Film- und Kinopreis, willkommen zurück im Kino, das nach Corona-Einschränkungen und trotz Inflationssorgen Hoffnung schöpft. Die Ticketverkäufe steigen wieder an, statt Streaming genießen wieder mehr Menschen das Gemeinschaftserlebnis vor der Leinwand. Zu dieser Entwicklung passt eine glanzvolle Gala in der Alten Oper und ein Filmwochenende, mit dem wir ausgezeichnete Kunst zu den Menschen in die Kinos bringen“, so Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. „Mit dem Preis würdigen wir die harte Arbeit und die Leidenschaft, die viele Menschen jeden Tag für den Film und das Kino aufbringen. Wir als Landesregierung haben trotz Pandemie alles umgesetzt, was wir uns im Koalitionsvertrag vorgenommen hatten. So haben wir die Filmförderung vom sogenannten Bürgschaftsmodell auf eine mit normalen Haushaltsmitteln finanzierte Förderung umgestellt und damit einen echten Standortnachteil für Hessen beseitigt. Wir haben die Förderung der Filmfestivals verdoppelt und damit die Professionalisierung und angemessenere Bezahlung in der Branche unterstützt. Wir haben zusätzliche Mittel für das ,Grüne Drehen‘ zur Verfügung gestellt und besonders für die Talent- und Nachwuchsförderung. Dass sich dieser Fokus auf Nachwuchsförderung lohnt, zeigt auch die Auswahl für den Hessischen Filmpreis: Hessen ist ein starkes Filmland!“

Der Newcomerpreis
Der mit 7.500 Euro dotierte Newcomerpreis, über dessen Vergabe die Kunst- und Kulturministerin entscheidet, geht an den deutsch-iranischen Filmemacher, Drehbuchautor, Kameramann, Cutter und Produzenten Behrooz Karamizade. Er wurde 1978 in Ahwaz geboren und lebt seit 1985 in Deutschland. Das Studium an der Kunsthochschule Kassel schloss er mit Auszeichnung ab. Sein Abschlussfilm „Bahar in Wonderland“ nahm an über 150 Filmfestivals teil und gewann zahlreiche Preise. Behrooz Karamizades erster Langfilm „Leere Netze“ ist für den diesjährigen Filmpreis in der Kategorie Spielfilm nominiert. Er erzählt die Geschichte des jungen Iraners Amir, der bei einem Fischer an der rauen Küste des Kaspischen Meeres anheuert, um das Geld für die Heirat mit seiner großen Liebe Narges aufbringen zu können. Dabei verstrickt er sich in kriminelle Machenschaften illegaler Kaviar-Wilderei.

„Behrooz Karamizade ist 1978 geboren und entspricht damit vielleicht nicht dem Bild eines typischen Newcomers. Aber es geht bei dem Preis nicht unbedingt um junge Menschen, sondern um solche, die gerade ankommen in der Hessischen Film- und Medienbranche. Es geht um Innovation, Potenzial und Talent. All das verkörpert Behrooz Karamizade, der gerade seinen ersten Langfilm ‚Leere Netze‘ vorgelegt hat. Diese Auszeichnung soll ihn dabei unterstützen, Fuß zu fassen und sichtbar zu werden“, begründet Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn ihre Entscheidung.

Schauspieler*innenpreis des Hessischen Rundfunks
Wie immer verleiht der Hessische Rundfunk im Rahmen der Filmpreis-Gala seinen Schauspieler*innenpreis. „Es ist immer eine Herausforderung, die schauspielerischen Leistungen in ganz unterschiedlichen TV-Genres zu vergleichen“, erklärt Cécile Schortmann, die beim Hessischen Rundfunk für den Preis verantwortlich zeichnet. „Dieses Mal haben wir uns entschieden, jeweils drei Schauspieler*innen in der Kategorie beste Haupt- und beste Nebenrolle zu nominieren und sind sehr glücklich über die Vielfalt der deutschen Fernsehlandschaft, die sich darin zeigt.“

Kategorie Hauptrolle
Xidir Koder Alian (in „Asbest“)
Nina Kunzendorf (in „Das Mädchen von früher“)
Petra Schmidt-Schaller (in „Ein Schritt zum Abgrund“)

Kategorie Nebenrolle
Lana Cooper (in „Martha Liebermann – Ein gestohlenes Leben“)
Brigitte Hobmeier (in „Tatort: Murot und das Paradies“)
Anatole Taubmann (in „Asbest“)

Folgende Nominierungen hat die Jury des Filmpreises beschlossen:

Spielfilm
„Leere Netze“ von Behrooz Karamizade
„Vamos a la Playa“ von Bettina Blümner
„Was man von hier aus sehen kann” von Aron Lehmann

Dokumentarfilm
„Das Kino sind wir“ von Livia Theuer
„Fitness California“ von Nadine Zacharias
„Einzeltäter Teil 3: Hanau“ von Julian Vogel

In diesen Kategorien beträgt das Nominierungsgeld 4.000 Euro.
Kurzfilm
„Emo Doc“ von Chao Wu
„Zelle 5 – Eine Rekonstruktion” von Mario Pfeifer
„Als Gottes Blut auf die Schultern der Kinder tropfte“ von Aria Azizi

Hochschulabschlussfilm
Animationsfilm „Vom Duft der roten Bete und den Menschen, die ewig leben“ von Petra Stipetic und Maren Wiese, Kunsthochschule Kassel
Dokumentarfilm „Work in Transition“ von Emiliano Proietti, Hochschule RheinMain,
Dokumentarfilm „Von dem, was bleibt“ von Johanna Groß, Kunsthochschule Kassel

Drehbuch
„Goldfisch im Dunkeln“ von Kimia Eyzad Panah
„Paws“ von Lukas Rinker
„Jumoke“ von Oliver Hardt

Das Nominierungsgeld in diesen Kategorien beträgt jeweils 1.000 Euro.

Bei der gestrigen Pressekonferenz im Frankfurter Kino Cinema verrieten Angela Dorn, Ministerin für Wissenschaft und Kunst (m), Cécile Schortmann von der Jury zum Schauspieler*innenpreis des Hessischen Rundfunks (li.) und Prof. Dr. Marcus Stiglegger, Filmwissenschaftler und Mitglied der Filmpreisjury, Namen der Nominierten und eines Teils der Preisträger und Preisträgerinnen. © Foto Diether von Goddenthow
Bei der gestrigen Pressekonferenz im Frankfurter Kino Cinema verrieten Angela Dorn, Ministerin für Wissenschaft und Kunst (m), Cécile Schortmann von der Jury zum Schauspieler*innenpreis des
Hessischen Rundfunks (li.) und Prof. Dr. Marcus Stiglegger, Filmwissenschaftler und Mitglied der Filmpreisjury, Namen der Nominierten und eines Teils der Preisträger und Preisträgerinnen. © Foto Diether von Goddenthow

Der Hessische Kinopreis richtet sich an Programmkinos und Filmkunsttheater und ist mit insgesamt 150.000 Euro dotiert. Er wird in diesem Jahr an elf gewerbliche Filmtheater oder gewerblich betriebene Kinos und an neun nicht gewerbliche Filmtheater, Abspielstätten oder Kinoinitiativen und kommunale Kinos verliehen. Dazu gehen diesmal zwei Anerkennungen an Kinos, die keine reinen Programmkinos oder Filmkunsttheater sind.

Hauptpreisträger mit einem Preisgeld in Höhe von je 20.000 Euro sind das Mal seh’n-Kino in Frankfurt, der Filmladen Kassel und das Traumstern Kino in Lich. Weitere Preise unter den nicht gewerblichen Kinos gehen an Murnau Filmtheater (Wiesbaden), Filmforum Höchst (Frankfurt), Filmkreis – Das Unikino in Darmstadt, Kino Pupille (Frankfurt), Kommunales Kino Weiterstadt, naxos.Kino (Frankfurt), KiezKino (Kassel), Kino des Deutschen Filmmuseums (Frankfurt) und Caligari FilmBühne (Wiesbaden). Unter den gewerblichen Kinos erhalten Preise: Casablanca Art House (früher Kult Kinobar, Bad Soden), BALi-Kinos Kassel, Harmonie (Frankfurt), programmkinorex (Darmstadt), Capitol Arthousekino-Center (Marburg), Lichtspielhaus Lauterbach, Cinéma (Frankfurt), Kronberger Lichtspiele. Die Anerkennungen gehen an das Eldorado (Frankfurt) und den Filmklubb Offenbach.

Karten zu gewinnen: Die ausgezeichneten Filme werden am 21. und 22. Oktober im Cinéma Frankfurt, in der FilmBühne Bad Nauheim, im programmkino rex in Darmstadt und im Capitol Kino in Witzenhausen gezeigt. Das Cinéma Frankfurt macht den 22. Oktober zum Filmpreis-Sonntag: Ab 10 Uhr laufen die Siegerfilme aller Kategorien. Auch über die drei Abende hinaus werden nominierte und ausgezeichnete Filme wieder in hessischen Kinos zu sehen sein. Auf den Social-Media-Kanälen des Filmpreises (@filmundkinopreis) und des HMWK (@hmwk_hessen) werden bis zur Preisverleihung regelmäßig Karten verlost.

Alle Informationen dazu sowie zu den Filmen auf www.hessischerfilmpreis.de

32 Millionen Filmförderung für ungewöhnliche Liebesgeschichten, Grenzgänger und Eisfrauen an 32 Film- und Serienprojekte und zwei Nachwuchsunternehmen

Wiesbaden. In der ersten Förderrunde des Jahres vergibt die HessenFilm und Medien unter Jury-Vorsitz von Geschäftsführerin Anna Schoeppe insgesamt rund 2,8 Millionen Euro an 32 Film- und Serienprojekte, die sich in der Entwicklungs-, Produktions- und Vertriebsphase befinden. Die hessischen Produktionsunternehmen Pinkshadow Films und plotlessfilm erhalten zudem jeweils 100.000 Euro Talent-Paketförderung. Erstmalig vergab die Jury auch eine Paketförderung für bereits bestehende Unternehmen und hat einen Film mit dem neuen Setzkasten-System gezielt in der Stoffentwicklung unterstützt. Beide Förderinstrumente wurden im Jahr 2022 eingeführt.

„Die HessenFilm und Medien hat sich zum Ziel gesetzt, künstlerischen Wagemut, junge Talente und die Vielfalt am Filmstandort Hessen zu unterstützen – das zeigen die aktuellen Förderergebnisse deutlich,“ sagt Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. „Im Bereich Nachwuchs ist die Vergabe zweier Talent-Paketförderungen hervorzuheben, die den beiden aufstrebenden Filmproduktionen als Starthilfe dienen soll. In dieser Runde erhält außerdem das Projekt ‚Eisfrauen‘ von Dorothea Braun Produktionsförderung, das aus eben einer solchen Talent-Paketförderung im Jahr 2019 erwachsen ist. Der Film lässt uns in ein unbekanntes Kapitel in der Geschichtsschreibung der Arktis-Expeditionen eintauchen und erschafft für mich als Wissenschafts- und Kulturministerin Hessens eine Symbiose meiner beiden Herzensthemen.“

Die Talent-Paketförderung unterstützt junge Filmunternehmen bei der Etablierung am Markt und dient der Nachwuchs- und Strukturstärkung am hessischen Filmstandort. Regisseurin Antonia Kilian erhielt 2022 den Deutschen Filmpreis für ihren Dokumentarfilm „The Other Side of The River“ und wird mit der Förderung für ihr Unternehmen Pink Shadow Films drei Filme entwickeln. Das 2021 gegründete Unternehmen plotlessfilm um Julian Gerchow, Dascha Petuchow, Max Hasenstab und Tom Schreiber balanciert zwischen Genrekino und Arthouse-Filmen und erhält ebenso 100.000 Euro im Rahmen der Talent-Paketförderung.

Die höchste Fördersumme der Jurysitzungen geht mit 500.000 Euro an die Produktion des Genrefilms „Runner“. Das Spielfilmprojekt des tschechisch-deutschen Filmemachers Štěpán Altrichter handelt von einem Einzelgänger, der sich zunächst durch Anonymität geschützt in der Großstadt bewegt, schlussendlich aber von ihr verschluckt wird. Der psychologische Thriller soll in Frankfurt und Umgebung entstehen. Mit „Henriette und Guido – Eine ungewöhnliche Liebesgeschichte“ (130.000 Euro) fördert die HessenFilm und Medien einen Dokumentarfilm, in dem Regisseurin Stella Tinbergen die Bedingungen einer gelungenen Inklusion überprüft.

Die Main Jury vergab zudem erstmalig eine Förderung im neuen Setzkasten System. Filmemacher Pavel Schnabel wird mithilfe des bislang in Deutschland einzigartigen Förderinstruments sein Projekt „Margret Zentner – Grenzgängerin und Überlebende“ entwickeln. Der Setzkasten erlaubt die kombinierte Förderung der Bausteine Treatment, Stoffentwicklung und Produktionsvorbereitung. Auch die im Jahr 2022 neu geschaffene Paketförderung wurde erstmals vergeben: Osiris Media, die zuletzt Filme wie „Bruder, Schwester, Herz“ (Hessischer Film- und Kinopreis 2019) und „Im Sommer wohnt er unten“ (Eröffnungsfilm der Reihe Perspektive deutsches Kino bei der 65. Berlinale) produzierte, erhält 100.000 Euro für die Entwicklung dreier Kinofilme.

„Ich freue mich, dass wir erstmalig unsere neuen Förderinstrumente vergeben haben, mit denen wir noch passgenauer auf die Bedürfnisse von Filmschaffenden eingehen können. Das Fördervolumen der ersten Sitzung legt außerdem einen guten Grundstein für ein Jahr, in dem wir auf viele Drehs in Hessen setzen,“ erklärt Anna Schoeppe, Geschäftsführerin der HessenFilm und Medien. „Unsere Förderungen versprechen thematische wie künstlerische Vielfalt und tragen gleichzeitig zur weiteren Entwicklung des Standorts bei. So können wir uns auf Genre-, Arthouse- und auf Wohlfühlkino aus Hessen freuen. Mit ‚Was man von hier aus sehen kann‘ läuft mit Unterstützung unserer aktuellen Verleihförderung momentan eine Bestsellerverfilmung in den Kinos, die sein Publikum mit seiner skurril-liebenswerten Geschichte verzaubert und zu Recht in der Vorauswahl für den Deutschen Filmpreis steht.“

Über HessenFilm und Medien
Als erste Ansprechpartnerin in Sachen Filmförderung stärkt die HessenFilm und Medien die hessische Film- und Medienbranche und hilft dem Land, seine Position als Kultur- und Wirtschaftsstandort für die Zukunft weiter auszubauen. Sie unterstützt sowohl die künstlerische wie auch die kommerzielle Qualität von Filmproduktionen, um optimale Bedingungen für die hessische Kreativwirtschaft zu schaffen. Gesellschafter der HessenFilm und Medien GmbH sind das Land Hessen (90 Prozent) und der Hessische Rundfunk (zehn Prozent).

Mehr Informationen unter: www.hessenfilm.de

„Die Zukunft des Kinos liegt in Afrika“ – Wissenschaftsmagazin „Forschung Frankfurt“ der Goethe-Universität zum Thema „Perspektive Afrika“ erschienen

zukunft-des-kinos-liegt-in-afrika-forschung-frankfurtDie Erfolgsgeschichte des nigerianischen Kinos hat einen Namen: Nollywood. Aus einer Notlage geboren, hat der nigerianische Film das US-amerikanische Vorbild an Umsatz und Zuschauerzahlen längst überholt. An der Goethe-Universität beschäftigen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in enger Kooperation mit Kollegen in Afrika mit dem nigerianischen Filmerbe. Über gemeinsame Forschungs- und Lehrprojekte berichtet die aktuelle Ausgabe von Forschung Frankfurt mit dem Titel „Perspektive Afrika“.

FRANKFURT. Wer den Blickwinkel der europäischen Medien- und Kulturindustrien erweitern will, sollte auf die afrikanischen Medien- und Filmindustrien sehen. Davon sind die Frankfurter Filmwissenschaftler und Filmwissenschaftlerinnen überzeugt, die die afrikanische Medienkultur mit afrikanischen Kooperationspartnern erforschen und auch gemeinsam einen einzigartigen Masterstudiengang zur Filmarchivierung anbieten. „Es ist die unglaubliche Energie, der Erfindungsreichtum von Kleinunternehmern und die kreative Kapazität, mit sehr wenig sehr viel zu bewegen“, die den Filmwissenschaftler Vinzenz Hediger am afrikanischen Kino faszinieren.

Nach dem Zusammenbruch der nigerianischen Celluloid-Filmkultur in den 1990er Jahren entwickelte sich der Filmmarkt Nigerias zu einem der größten der Welt, indem die Filmschaffenden das Vorhandene – Technik und Vertrieb – kreativ nutzten: Per VHS-Kassette und auch als Raubkopie vertrieben sie mit einfachen Mitteln gedrehte Homevideos. Das New Nollywood genannte Kino wiederum feiert seit den Nullerjahren Erfolge, indem es sich der neuen digitalen Technik und der neuen Vertriebswege im Internet bedient. Wie verändert sich die Kulturbranche, wenn die Produktion von Film und Musik zunehmend digitalisiert wird? Diesen Fragen gehen die Wissenschaftler der Goethe-Universität in dem interdisziplinären, internationalen Forschungsprojekt Cultural Entrepreneurship and Digital Transformation in Africa and Asia (CEDITRAA) nach – gemeinsam mit Partnern in Mainz im Rahmen der strategischen Allianz der Rhein-Main-Universitäten (RMU) und dem Kooperationspartner Pan-Atlantic University in Lagos in Nigeria.

In der aktuellen Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ berichten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Goethe-Universität über ihre Forschungsprojekte mit Perspektive Afrika. Da geht es zum Beispiel um die Frage, warum afrikanische Migranten im Rhein-Main-Gebiet besonders schnell Deutsch lernen, wie die Bevölkerung in Burkina Faso und Gambia das Engagement von innerafrikanischen Friedensorganisationen bewerten und wie die Verknüpfungen zwischen afrikanischen und asiatischen Ländern jenseits von Stereotypen beschaffen sind. Zu lesen ist von archäologischen Forschungen, die die Wanderungsbewegungen und Ernährungsgewohnheiten früherer Kulturen in den Blick nehmen, oder aber von der Erkundung bislang unbekannter Felsbilder in der Namib-Wüste. Auch die postkoloniale Debatte hat ihren Platz im Themenheft: Sie fragt danach, wer eigentlich über wen forschen darf und welche Rolle dabei die Herkunft der Forschenden spielen sollte.

Alle Beiträge sind online erhältlich unter www.forschung-frankfurt.de

Filmkultur und Nachwuchs im Fokus: Hessens Filmförderung vergibt gut 455.000 Euro

HessenFilm und Medien unterstützt 27 Veranstaltungen und Festivals, ein junges Filmunternehmen und vergibt zwei Drehbuchstipendien

Wiesbaden. Mit der aktuellen Förderrunde vergibt die HessenFilm und Medien insgesamt rund 455.000 Euro an filmkulturelle Veranstaltungen und den filmischen Nachwuchs. In der ersten Förderrunde des Jahres für Festivals, Veranstaltungen und Reihen gehen gut 275.000 Euro an neun hessische Filmfestivals sowie 18 Reihen und Veranstaltungen. Die Jury der Talent-Paketförderung hat zudem 150.000 Euro für das Frankfurter Produktionsunternehmen behind the screens beschlossen. Über das Programm STEP vergibt die HessenFilm zwei Stipendien für Autorinnen und Autoren in Höhe von je 15.000 Euro.

„Ein starker filmischer Nachwuchs ist für die Entwicklung einer vielseitigen und nachhaltigen Filmkulturlandschaft essentiell. Mit der Talent-Paketförderung und STEP erhalten junge Filmemacherinnen und Filmemacher künstlerischen Freiraum und Planungssicherheit, um sich in der Branche etablieren zu können“, erläutert Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. „Nach der langen und sehr kräftezehrenden Phase der Corona-Pandemie können wir uns in den kommenden Wochen und Monaten wieder auf zahlreiche Angebote freuen, die die ganze Bandbreite der Filmkunst feiern. Kinos, Vereine, Festivals und andere kulturelle Vereinigungen haben wieder einmal mit viel Engagement und auch Durchhaltevermögen facettenreiche Programme entwickelt, bei denen für jeden etwas dabei ist. Ich persönlich freue mich besonders auf das politische Dokumentarfilmfestival Globale Mittelhessen, das sich für globale Gerechtigkeit einsetzt und mit 12.000 Euro unterstützt wird.“

Unter den geförderten Projekten sind zudem Festivals mit Länderschwerpunkten wie das 11th Korean Film Festival Frankfurt (17.500 Euro), aber auch das 26. QUEER Filmfest Weiterstadt (15.000 Euro), exff – Tage des experimentellen Films Frankfurt (9.000 Euro) oder das Kasseler Randfilmfest (29.000 Euro). Auch 18 Filmreihen und Veranstaltungen, wovon zehn direkt von hessischen Kinos umgesetzt werden, erhalten eine Unterstützung in dieser Förderrunde.

Struktur- und Talentförderung
Mit der Talent-Paketförderung unterstützt die HessenFilm und Medien seit 2017 junge Produktionsfirmen, sich im Filmland Hessen zu etablieren. Die Nachwuchsförderung zählt zu den wichtigsten Aufgaben der HessenFilm und legt die Basis für eine stetig wachsende und lebendige hessische Filmszene. Das Unternehmen behind the screens der Autoren und Filmemacher Enkelejd Lluca und Sebastian Sgodzai entwickelt mit Hilfe der Förderung drei Fernsehserien sowie einen Kinofilm. Bislang erhielten insgesamt elf in Hessen ansässige Filmproduktionen finanzielle Unterstützung in Form der Talent-Paketförderung, die zum Wachstum der hessischen Filmszene beiträgt.

„Die gleichzeitige Förderung von mehreren Projekten gibt hessischen Nach-wuchsunternehmen besonders viel Flexibilität und ermöglicht es ihnen, sich auszuprobieren und sich in der oft schwierigen Phase der Marktetablierung breit aufzustellen,“ erklärt Anna Schoeppe, Geschäftsführerin der HessenFilm und Medien. „Ein ähnliches Prinzip verfolgen wir mit der Vergabe von Stipendien für Autorinnen und Autoren innerhalb unseres Förderprogramms STEP: Zwei hessische Autorinnen und Autoren erhalten mit der aktuellen Entscheidung die Möglichkeit, ihre Projektideen auszuarbeiten und ihre ganz persönliche und authentische Stimme zu finden. Unser Schwerpunkt liegt dabei auf in der Branche unterrepräsentieren Personengruppen, um so zu mehr Chancengleichheit und Vielfalt im Film beizutragen.“

Das STEP Autor*innenstipendium erhalten Veronika Bolotina und Aria Azizi, die sich in ihren Stoffen unter anderem mit ihrer persönlichen Vergangenheit und den Auswirkungen von Krieg auf die heutige Gesellschaft beschäftigen. Das Stipendium unterstützt Nachwuchs-Filmautorinnen sowie -autoren bei der Entwicklung neuer Stoffe mit monatlich 1.500 Euro über eine Laufzeit von zehn aufeinander folgenden Monaten. Begleitet werden die Stipendiatinnen und Stipendiaten von erfahrenen Mentorinnen oder Mentoren.

Mehr Informationen zum Programm STEP finden Sie unter: https://step.hessenfilm.de/#step

Land Hessen fördert Bulliwood-Filmprojekt zum Thema „Respekt“ mit 24.000 Euro

Jugendliche entwickeln Kurzfilm über Gewissenskonflikt im Freundeskreis
Wiesbaden/Niedenstein. Der Verein Bulliwood – Filme auf Rädern bringt gemeinsam mit Jugendlichen aus Nordhessen eine Miniserie zum Thema Respekt auf die Leinwand. Im vergangenen Jahr wurde das Drehbuch entwickelt; in diesem Jahr probt, dreht und schneidet die Gruppe und setzt damit ihre Ideen in die Tat um. Diesen zweiten Projektteil fördert das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst mit 24.640 Euro.

„Miniserien bieten mehr Raum für Plot und Charakterentwicklung als ein Film, sind aber trotzdem auf ein paar Folgen begrenzt – und damit ein guter Rahmen für das spannende Projekt, dessen Thema hochaktuell ist“, so Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. „Gerade vor dem Hintergrund eines furchtbaren Krieges und einer noch nicht beendeten Pandemie ist der Respekt vor der Unversehrtheit und Gesundheit unserer Mitmenschen wichtiger denn je. Aber nicht nur das Thema, auch der Schaffensprozess ist wichtig: Es geht darum Verantwortung im Team zu übernehmen, die Kompromissfähigkeit zu stärken, demokratische Entscheidungen zu treffen und zum Schluss einen Erfolg zu erleben. Diesen Prozess unterstützen wir gern. Kinder und Jugendlichen können zu klugen und kreativen Köpfen heranwachsen. Mir ist wichtig, dass sie alle auch die Chance dazu bekommen, dieses Potenzial zu entfalten, ganz gleich, welche Muttersprache sie sprechen, welches Einkommen ihre Eltern haben und ob sie in der Stadt wohnen oder auf dem Land. Dazu leisten Angebote der kulturellen Bildung wie die des Bulliwood-Filmmobils einen wichtigen Beitrag. Ich bin sehr gespannt auf den fertigen Film!“

In der Geschichte muss sich die Hauptfigur Bastian zwischen zwei Freundeskreisen entscheiden: Er ist Mitglied einer Gruppe, die sich vorrangig zum Fahrradreparieren trifft, unter Einfluss des Leiters Maximilian aber mit rechtem Gedankengut herumspielt und sich zunehmend radikalisiert. Gleichzeitig freundet sich Bastian mit einer Migrantenfamilie an – und muss sich in einer dramatischen Situation zwischen den Freundesgruppen entscheiden. Der Plot wurde von Anfang an zusammen mit Jugendlichen zwischen 13 und 16 Jahren entwickelt; sie alle haben vorher bei mindestens einem der Filmprojekte des Bulliwood-Filmmobils mitgemacht. Das Drehbuch entstand größtenteils in Online-Treffen, da die Jugendlichen verstreut in ganz Nordhessen zu Hause sind. Die Proben und Dreharbeiten finden in den Osterferien statt – Drehorte sind unter anderem das Hallenbad Niedenstein, die „Kleidertüte“ in Niedenstein-Ermeteis und der Mehrgenerationenspielplatz Edermünde-Besse. Die siebenteilige Miniserie soll voraussichtlich im Juli 2022 mit einem Fest präsentiert werden.

Der Verein Bulliwood – Filme auf Rädern mit Sitz in Niedenstein (Schwalm-Eder-Kreis) initiiert kulturelle Projekte mit Schwerpunkt Theater und Film für Kinder, Jugendliche und generationenübergreifende Zielgruppen speziell im ländlichen Raum. Ein Schwerpunkt sind die Workshops, in denen junge Filmfans an fünf Tagen eigene Kurzfilme erarbeiten und zum Schluss einem Publikum präsentieren.

32. Hessischer Film- und Kinopreis 2021 wird im Hybrid-Format verliehen Feier im Offenbacher Capitol am 22. Oktober ist live online zu sehen

30. Hessischer Film- und Kino-Preis in der Alten Oper, Archivbild © Foto Diether v Goddenthow
30. Hessischer Film- und Kino-Preis in der Alten Oper, Archivbild © Foto Diether v Goddenthow

Frankfurt/Wiesbaden. Der Hessische Film- und Kinopreis wird in diesem Jahr wieder in einer Veranstaltung mit Gästen vergeben und zusätzlich live online übertragen. Eine große Gala gibt es wegen der Corona-Pandemie aber noch nicht. Durch die Veranstaltung nach den 2G-Regeln im Capitol in Offenbach am 22. Oktober vor rund 350 geladenen Gästen führen die Moderatorin und Journalistin Bärbel Schäfer und der Frankfurter Schauspieler, Drehbuchautor und Komödiant Rainer Ewerrien. Bei einer Pressekonferenz am 5. Oktober werden wie gewohnt bereits die Gewinnerinnen und Gewinner einiger Kategorien sowie die Nominierten in weiteren Kategorien bekannt gegeben. Rund um den Verleihungstermin werden viele der nominierten und ausgezeichneten Filme in Kinos in ganz Hessen zu sehen sein.

„Beim Hessischen Film- und Kinopreis geht es um den Film und das Kino und um alle Menschen vor, auf und hinter der Leinwand, die dafür brennen“, erklärt Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. „Ich lade deshalb alle herzlich ein, online dabei zu sein, die sich für großartige Spiel- und Dokumentarfilme, für originelle Kurzfilme und Drehbücher, für herausragende Schauspielerinnen und Schauspieler und für den kreativen cineastischen Nachwuchs begeistern. Feiern Sie auch auf dem kleinen Bildschirm mit uns die große Leinwand, seien Sie dabei. Ihre Kommentare auf Social Media fließen in die Show ein, und wir vergeben unter allen Livestream-Zuschauerinnen und -zuschauern einen ,Löwen‘ für die aufmerksamste Online-Teilnahme an der Preisverleihung sowie VIP-Karten für den Hessischen Film- und Kinopreis 2022 – dann wieder in voller Pracht.“

Sieben ausgewählte hessische Kinos zeigen im Oktober Filme, die für den Hessischen Film- und Kinopreis nominiert sind. Kurz nach der Preisverleihung wird es auch Vorführungen der siegreichen Filme geben. „Wir haben in diesem Jahr besondere Energie darauf verwandt, gezielt Kinos anzusprechen, damit sie sich rechtzeitig Kopien der ausgezeichneten Filme besorgen und Plätze im Programm dafür reservieren können“, erläutert Ministerin Dorn. „Ich finde es großartig, dass das so gut gelungen ist und die Kinos so gern dabei mitmachen, denn dadurch bekommen deutlich mehr Filmfreundinnen und -freunde als bisher die Chance, die Filme zeitnah zur Verleihung in echter Kinoatmosphäre zu erleben.“

Aktuelle Informationen unter www.hessischerfilmpreis.de. Dort wird am 22. Oktober ab 20 Uhr auch die Veranstaltung im Capitol live zu sehen sein.

HessenFilm vergibt Höchstförderung an Spielfilmdebüt von Kasseler Regisseurin Insgesamt mehr als 2,5 Millionen Euro an 22 Film- und Serienprojekte

Wiesbaden. 22 Film- und Serienprojekte erhalten in der aktuellen Förderrunde der HessenFilm und Medien GmbH insgesamt mehr als 2,5 Millionen Euro. Darunter ist eine Förderung von einer Million Euro für das Langfilm-Debüt der Kasseler Filmemacherin Frauke Lodders. Das haben die jeweiligen Jurys unter dem Vorsitz von Anna Schoeppe, Geschäftsführerin der HessenFilm und Medien, entschieden.

„In den aktuellen Förderrunden unterstützen wir neue Geschichten für Leinwand und Bildschirm, die vielseitiger nicht sei könnten. Etwa den Animationsfilm ‚Whaling‘, der den Kampf zwischen Menschen und Meer zeigt, wenn die Ozeane durch die Klimakatastrophe ansteigen. Oder das Drehbuch zur Action-Komödie ‚Herr Schwarz‘, das den Nachfolger des Sensenmannes während seiner Probezeit begleitet“, erklärt Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. „In der Produktionsförderung gratuliere ich besonders Frauke Lodders, die mit der Höchstfördersumme von einer Million Euro ihr Spielfilmprojekt ‚Am Ende des Sommers‘ komplett in Hessen umsetzen wird.“

Frauke Lodders wendet sich nach ihrem Dokumentarfilm „Unzertrennlich – Leben mit behinderten und lebensverkürzt erkrankten Geschwistern“ wieder einem fiktionalen Stoff zu und arbeitet an ihrem ersten Langspielfilm. Schon für das von der HessenFilm geförderte Drehbuch des Kinofilms „Am Ende des Sommers“ erhielt sie den Hessischen Filmpreis 2019 und eine Projektentwicklungsförderung. Mit der aktuellen Produktionsförderung in Höhe von einer Millionen Euro kann die Regisseurin und Autorin nun die Dreharbeiten für ihr Familiendrama, das aus Sicht zweier jugendlicher Geschwister erzählt wird, im kommenden Frühjahr in Hessen umsetzen.

Die Frankfurter U5 Filmproduktion widmet sich in dem mit 78.000 Euro geförderten Dokumentarfilm „German Games“ dem Kosmos von Brettspielen, der während der Pandemie eine Renaissance erlebte. In seinem Film begleitet der hessische Regisseur Hendrik M. Schmitt die kreativen Köpfe im wenig bekannten Berufsfeld der Spielentwicklung, prägende Figuren ebenso wie Newcomer mit ihren neuen Ideen.

Auch sechs hessische Drehbücher entstehen mit Hilfe einer Gesamtfördersumme von knapp 145.000 Euro. Darunter die neue Tragikomödie „Vor den Mauern warten sie“. des Bensheimers Peter Meister. Für dessen skurrile Komödie „Das Schwarze Quadrat“ , die im Herbst in die Kinos kommt, fördert die HessenFilm den Verleih bei Port au Prince Pictures mit 30.000 Euro. Für Lisa Bierwirths Debütfilm „Le Prince“, der ab dem 30. September in den deutschen Kinos läuft, erhält der Berliner Verleih 30.000 Euro. Auch der hessische Nachwuchsregisseur Jakob Zapf feiert mit seinem Spielfilmdebüt „Eine Handvoll Wasser“ im Frankfurter jip Filmverleih am 24. Oktober Kinostart (14.000 Euro). „Jetzt, wo wir alle endlich wieder Filme im Kino sehen können, freue ich mich besonders, dass wir drei starke Debüts aus Hessen im Verleih unterstützen“, erklärt Anna Schoeppe. „Zudem entstehen mit den aktuellen Förderungen neue Geschichten in und aus Hessen, ‚Fellinger‘ etwa, eine Hommage der Pandora Film an den langjährigen Lektor des Frankfurter Suhrkamp Verlages, Raimund Fellinger. Mit dem Drama ‚Milchzähne‘ und dem Thriller ‚The Dive‘ unterstützen wir auch zwei hervorragende internationale Koproduktionen, an denen in Hessen ansässige Unternehmen beteiligt sind.“

Über HessenFilm und Medien

Als erste Ansprechpartnerin in Sachen Filmförderung stärkt die HessenFilm und Medien die hessische Film- und Medienbranche und hilft dem Land, seine Position als Kultur- und Wirtschaftsstandort für die Zukunft weiter auszubauen. Sie unterstützt sowohl die künstlerische wie auch die kommerzielle Qualität von Filmproduktionen, um optimale Bedingungen für die hessische Kreativwirtschaft zu schaffen. Gesellschafter der HessenFilm und Medien GmbH sind das Land Hessen (90 Prozent) und der Hessische Rundfunk (zehn Prozent).

Mehr Informationen unter: www.hessenfilm.de

HessenFilm fördert Modernisierung von Kinos, Filmfestivals, Veranstaltungen und Nachwuchs

Wiesbaden. Dreizehn Kinos erhalten in der aktuellen Förderrunde der HessenFilm und Medien GmbH über 570.000 Euro zur Modernisierung. Zudem fließen weitere 175.000 Euro in filmkulturelle Veranstaltungen und Festivals. Die Talent-Paketförderung in Höhe von je 150.000 Euro geht an Perennial Lens und Fourmat Film. Das haben die jeweiligen Jurys der HessenFilm unter dem Vorsitz von Geschäftsführerin Anna Schoeppe entschieden.

„Die hessische Festivalszene zeigt, wie vielseitig sie ist. Wir unterstützen in dieser Förderrunde eine große Bandbreite – vom Queer Filmfest Weiterstadt bis hin zum Korean Film Festival Frankfurt“, so Hessens Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. „Zudem freut es mich ganz besonders, dass mit Hilfe der Förderung eine in der Kinolandschaft bereits verloren geglaubte Spielstätte neuen Aufschwung erfährt: Das seit 2018 geschlossene Kino in Bad Nauheim wird in Zukunft wieder kultureller und sozialer Treffpunkt in der Wetterau sein und einen Beitrag leisten, das Kulturgut Kino für die Zukunft zu bewahren. Für diesen Einsatz bedanke ich mich und wünsche auch den beiden geförderten Nachwuchsunternehmen auf ihrem Weg in der Filmbranche alles Gute.“

Die geförderten Reihen und Festivals unterstreichen auch in den Pandemiejahren 2020 und 2021 die Vielfalt der Filmszene Hessens. So widmen sich die Angebote etwa skurrilen und obskuren Filmen beim Randfilmfest in Kassel (29.000 Euro), Filmen abseits von heteronormativen Mainstream-Produktionen beim 25. QUEER Filmfest Weiterstadt (9.900 Euro) oder Dokumentarfilmen für junges Publikum beim jungen dokfest –Bilderwelten denken, Kinoraum erleben (18.500 Euro) in Kassel.

Besonderes Augenmerk fällt auch auf Reihen, die kulturelle Angebote in ländlichen Regionen schaffen. So zeigt beispielsweise das Scheunenkino (4.760 Euro) des Capitol Kinos Witzenhausen in Kooperation mit regionalen Partnern wie dem Geo-Naturpark Frau Holle Land Filme an besonderen Orten. Auch die Globale Mittelhessen (10.000 Euro) wird im Herbst an zehn Standorten von Biebertal bis Weilburg Dokumentarfilme zu entwicklungspolitischen Themen und globalen Herausforderungen präsentieren.

Insgesamt 13 Kinos erhalten zudem Unterstützung bei Modernisierungs- und Umbauarbeiten in Höhe von 570.000 Euro. So wird das Cinema Frankfurt seine Umbauarbeiten mit der Renovierung des großen Saals (50.000 Euro) abschließen und das Cinema Kino Wolfhagen eine Lüftungs- und Klimaanlage installieren (96.000 Euro). Auch wird mit Hilfe der Kinoinvestitionsförderung das traditionsreiche Kino in Bad Nauheim, ehemals Fantasia, als FilmBühne neu eröffnet werden können. Mit der höchsten Fördersumme der Jurysitzung in Höhe von 140.000 Euro plant der neue Besitzer einen umfangreichen Umbau im Jugendstil sowie ein modernes Kinokonzept.

In der aktuellen Förderrunde wird auch die Talent-Paketförderung an zwei hessische Nachwuchsunternehmen vergeben: Mit Büros am Hauptsitz Darmstadt und Los Angeles produzieren die Filmschaffenden Yasmin C. Rams und Rodney Charles mit ihrer Produktionsfirma Perennial Lens sowohl szenische als auch Dokumentarfilme und erhalten 150.000 Euro für die Realisierung neuer Projekte. Ebenso unterstützt die HessenFilm das Team der Fourmat Film aus Darmstadt mit 150.000 Euro, das derzeit die Produktion des Kinodokumentarfilm „Looking for Erdnase“ abschließt.

„Trotz Corona-Pandemie entwickelt sich die die hessische Filmbranche in all ihren Teilbereichen weiter: Junge Unternehmen engagieren sich für einen lebendigen Standort, die Kinos bereiten sich auf die hoffentlich baldigen Wiedereröffnungen vor und Festivalteams und Initiativen lassen uns vorfreudig auf anstehende Veranstaltungen blicken,“ berichtet HessenFilm-Geschäftsführerin Anna Schoeppe. „Zudem ist uns bewusst, dass auch Festivals in der aktuellen Zeit einer Mehrfachbelastung ausgesetzt sind, da sie zum Teil sowohl digitale als auch analoge Angebote planen – immer mit dem Ziel, dem Publikum ein besonderes Filmerlebnis zu bieten.“

Alle Förderungen und die dazugehörigen Summen:

Foerderergebnisse Kinoinvestitionsförderung 2021 (PDF)
Foerderergebnisse Talent-Paketförderung 2021 (PDF)
Foerderergebnisse Abspiel Mai 2021 (PDF)

Über HessenFilm und Medien

Als erste Ansprechpartnerin in Sachen Filmförderung stärkt die HessenFilm und Medien die hessische Film- und Medienbranche und hilft dem Land, seine Position als Kultur- und Wirtschaftsstandort für die Zukunft weiter auszubauen. Sie unterstützt sowohl die künstlerische wie auch die kommerzielle Qualität von Filmproduktionen, um optimale Bedingungen für die hessische Kreativwirtschaft zu schaffen. Gesellschafter der HessenFilm und Medien GmbH sind das Land Hessen (90 Prozent) und der Hessische Rundfunk (zehn Prozent). Mehr: www.hessenfilm.de

 

Hessen sichert mit „Film-Ausfallfonds“ Kino- und Fernsehauftragsproduktionen ab Haushaltsauschuss genehmigt 4 Millionen Euro aus Sondervermögen

Wiesbaden. Die Corona-Pandemie trifft auch die Filmbranche hart: Kinofilme, Serien- und Fernsehauftragsproduktionen müssen unterbrochen oder ganz abgesagt werden. Um der Film- und Medienbranche durch die Krise zu helfen, haben Bund und Länder einen Ausfall-Fonds auf die Beine gestellt. Hessen beteiligt sich mit insgesamt vier Millionen Euro. Der Fonds soll coronabedingte Produktionsstörungen von Kinofilmen, Serien und Fernsehauftragsproduktionen absichern.

„Durch die Pandemie finden derzeit kaum Produktionen von Kinofilmen, Serien- und Fernsehauftragsproduktionen statt. Das hängt damit zusammen, dass das Risiko eines coronabedingten Drehabbruches groß und so teuer ist, dass kleinere und mittelständische Produktionsunternehmen schnell existenzgefährdet sind, da diese Risiken nicht über die üblichen Ausfallversicherungen abgedeckt werden können“, erklärt Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. „Zur Existenzsicherung der hessischen Produktionslandschaft und zur Stabilisierung der Auftragslage für hessische Kreative ist dieser Ausfallfonds von großer Bedeutung. Schließlich arbeiten wir in Hessen seit der Gründung der HessenFilm und Medien GmbH an einer Stärkung der Film- und Medienbranche, die nun durch die Coronakrise wieder stark gefährdet ist.“

Der Fonds besteht aus zwei Teilen:
Mit dem Ausfallfonds I werden Kinofilme und HighEnd-Serienformate abgesichert, deren Herstellung durch den Bund oder die Länder gefördert wurde. Der Bund stellt bereits seit September für diesen Fonds 50 Millionen Euro zur Verfügung. Andere Bundesländer haben ihre Beteiligung erklärt. Hessen wird sich an diesem Fonds nun ebenfalls mit drei Millionen Euro beteiligen. Der Produzent trägt in der Regel nur noch zehn Prozent vom Schaden. Den Rest übernimmt der Fonds. In den Regularien wird dabei sichergestellt, dass im Schadensfall ein Land nur herangezogen wird, wenn es an dieser Produktion mit Fördermitteln, d.h. auch mit einem nachweisbaren Standorteffekt beteiligt ist.

Mit dem Ausfallfonds II sollen von durch Sender oder Streaming-Plattformen beauftragte Produktionen abgesichert werden. Die Details des Fonds befinden sich derzeit noch in der Endabstimmung zwischen den Sendern und den Ländern. Die Regularien sollen aber weitestgehend deckungsgleich zum Ausfallsfonds I sein. Bereits jetzt steht fest, dass sich Hessen auch an diesem Fonds mit einer Millionen Euro beteiligen wird. Für die Frage, welches Land den Schaden absichert und ggf. dann auch einen Schadensausgleich vornehmen muss, soll der Sitz des Produzenten maßgeblich sein, der den Auftrag ausführt. Da in Hessen auch einige Auftragsproduzenten ihren Sitz haben, stellt die Beteiligung an diesem Fonds sicher, dass es im Schadensfalls zu keinen existenzgefährdenden Situationen für hessische Produzenten kommt.

Die Filmförderanstalt (FFA) administriert bereits den Ausfallfonds I und soll auch den Ausfallfonds II abwickeln. Zu diesem Zweck wird das Land mit der FFA eine Verwaltungsvereinbarung abschließen. Der Start ist dann für Anfang nächsten Jahres geplant.

Hessische Filmförderung für zehn Filmproduktionen und zehn weitere Projekte Jurys entscheiden über 1,7 Millionen Euro Förderung

krimimaerzWiesbaden/Frankfurt. Zehn neue Filmproduktionen sowie zehn weitere Projekte in Drehbuchentwicklung, Produktionsvorbereitung, Postproduktion und Verleih erhalten in der aktuellen Förderrunde der hessischen Filmförderung insgesamt gut 1,7 Millionen Euro. Das haben die beiden Jurys der HessenFilm und Medien GmbH entschieden, die für die Förderung von Spielfilmen mit Produktionskosten von mehr als 1,5 Millionen Euro sowie für Produktionen mit Kosten von bis zu 1,5 Millionen Euro zuständig sind.

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn verspricht rasche und unbürokratische Hilfe für Kulturschaffende. © Foto: Diether v Goddenthow
Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn  © Foto: Diether v Goddenthow

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn erklärt: „Die Vielfalt der geförderten Produktionen und Projekte beweist, wie viel filmisches Talent in Hessen steckt: Frauke Lodders, die an der Kunsthochschule Kassel studierte, widmet sich nach ihrem sehr bewegenden Dokumentarfilm ‚Unzertrennlich‘ nun mit ‚Am Ende des Sommers‘ einem fiktionalen Stoff und wird diesen sicherlich ebenso feinfühlig umsetzen. Es freut mich außerdem sehr, dass wir mit ‚Klandestin‘ ein anspruchsvolles internationales Drama mit hervorragenden Schauspielerinnen und Schauspielern sowie mit ‚Der gefallene Stern‘ eine Serie für Kinder fördern können, die schon den ganz Kleinen demokratische Teilhabe zugesteht.“

„Dies war die letzte Förderrunde, der ich als Juryvorsitz beiwohnen durfte, bevor ich die Geschäftsführung der HessenFilm und Medien an Anna Schoeppe übergeben habe. Umso mehr freue ich mich, tiefe Einblicke in so viele unterschiedliche Film- und Serienvorhaben erhalten zu haben“, sagt Günter Schmitteckert, der bis Ende April kommissarisch die HessenFilm und Medien als Geschäftsführer leitete.

Anna Schoeppe Foto "privat"
Anna Schoeppe Foto „privat“

Anna Schoeppe hat nun zum 1. Mai 2020 die Leitung der hessischen Filmförderung von Günter Schmitteckert übernommen: „Ich freue mich auf die Aufgabe als Geschäftsführerin der HessenFilm und Medien. Aktuell steht die hessische Film- und Medienbranche durch das Coronavirus vor einer großen Herausforderung. Ich bin davon überzeugt, dass wir diese Aufgabe im intensiven Austausch mit den hessischen Filmschaffenden meistern können“, sagt Anna Schoeppe, neue Geschäftsführerin Hessen Film und Medien.

Insgesamt wählte die Jury des Gremiums 1 (Spielfilme mit Produktionskosten von mehr als 1,5 Millionen Euro) drei Filme aus, die mit insgesamt 1,25 Millionen Euro gefördert werden. Die Jury des Gremiums 2 (Kino- und TV-Produktionen mit Herstellungskosten von bis zu 1,5 Millionen Euro) vergab insgesamt 487.100 Euro.

Die höchste Fördersumme von 600.000 Euro erhält das Projekt „Klandestin“ von Regisseurin Angelina Maccarone. Die internationale Koproduktion konnte bereits einen renommierten Cast um Barbara Sukowa, Lambert Wilso sowie Maryam Zaree und Nicolette Krebitz für sich gewinnen. Mit „Am Ende des Sommers“ entschied die Jury zudem Förderung in Höhe von 500.000 Euro für eine hessische Inszenierung. Regisseurin Frauke Lodders erhielt bereits 2018 größere Aufmerksamkeit für ihren Dokumentarfilm „Unzertrennlich – Leben mit behinderten und lebensverkürzt erkrankten Geschwistern“. Für das Drehbuch zu ihrem ersten Langspielfilm „Am Ende des Sommers“ erhielt sie den Hessischen Filmpreis 2019. Auch die TV-Serie „Der gefallene Stern“ erhält 155.000 Euro Fördergelder für die Produktion. Die Serie richtet sich an Kinder und Familien und thematisiert Antisemitismus und Rassismus auf deutschen Schulhöfen. Umgesetzt wird sie von Tellux Film in Koproduktion mit der hessischen Produktionsfirma sad ORIGAMI und dem ZDF, die bereits gemeinsam in der HessenFilm-geförderten Serie „Dschermeni“ gesellschaftspolitische Themen konsequent aus der Perspektive von Kindern aufbereitet haben.

Unter den Produktionen mit weniger als 1,5 Millionen Euro Kosten gehen insgesamt 487.100 Euro Fördergelder an 17 weitere Projekte. Eine Drehbuchförderung in Höhe von 25.000 Euro geht beispielsweise an Tom Sommerlatte, der mit „Reisende ohne Gepäck“ seine Geschwister-Trilogie („Im Sommer wohnt er unten“, „Bruder Schwester Herz“) abschließt. Weiter führen die geförderten Projekte nach Rio de Janeiro („Gewalt und Spektakel“, Dokumentarfilm, 82.000 Euro), Polen („SUPERBOHATER-KI*Superheldinnen“, Dokumentarfilm, 9.800 Euro), Cornwall („Son of Cornwall“, Dokumentarfilm, 14.000 Euro), Südtirol („Matters of Identity“, Dokumentarfilm, 20.000 Euro) und einmal quer durch Deutschland („Trails One – Von Frankfurt nach Frankfurt/Oder“, Kurzfilm, 39.000 Euro).

Die weiteren Förderungen und die dazugehörigen Summen finden unter: Hessenfilm und Medien

Über HessenFilm und Medien
Als erste Ansprechpartnerin in Sachen Filmförderung stärkt die HessenFilm und Medien die hessische Film- und Medienbranche und hilft dem Land, seine Position als Kultur- und Wirtschaftsstandort für die Zukunft weiter auszubauen. Sie unterstützt sowohl die kommerzielle wie auch die künstlerische Qualität von Filmproduktionen, um optimale Bedingungen für die hessische Kreativwirtschaft zu schaffen. Gesellschafter der HessenFilm und Medien GmbH sind das Land Hessen (90 Prozent) und der Hessische Rundfunk (zehn Prozent).

Mehr Informationen unter: www.hessenfilm.de