Kategorie-Archiv: 200 Jahre Senckenberg Naturmuseum

„Ursprung der Musik und ihrer Funktion für den Menschen“ – Vortrag im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt

Foto: Diether v. Goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow

„Ständchen, Schlaflied oder Kriegsgeschrei? Theorien zum Ursprung der Musik und ihrer Funktion für den Menschen“ Vortrag von Prof. Dr. Melanie Wald-Fuhrmann, Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik, Frankfurt

Warum gibt es Musik? Und was ist Musik eigentlich? Mit diesen Fragen beschäftigen sich die Wissenschaft nicht erst seit unseren Tagen. Schon die Mythen und Legenden vieler Völker weltweit beschäftigen sich damit und bieten oft auf erstaunlich ähnliche Weise Antworten. Zur Erklärung des Ursprungs und Wesens der Musik gehört immer auch eine Bestimmung ihrer Funktionen. Im Vortrag kommen fünf Funktionen zur Sprache, die am intensivsten als möglicher Ursprung diskutiert wurden und werden. Dabei gilt es, Argumente und Erkenntnisse aus so verschiedenen Disziplinen wie Evolutionstheorie, Biologie, Sprachwissenschaft und Psychologie zusammenzutragen und gegeneinander abzuwägen. Melanie Wald-Fuhrmann studierte Musikwissenschaft und Gräzistik in Rostock, Marburg, Salzburg und an der Freien Universität Berlin und wurde am Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Zürich promoviert. 2009 erfolgte ihre Habilitation zum Thema Melancholie in der Instrumentalmusik um 1800. Melanie Wald-Fuhrmann war 2010/11 Professorin für Musikwissenschaft an der Musikhochschule Lübeck und lehrte dann an der Humboldt-Universität zu Berlin als Professorin für Musiksoziologie und historische Anthropologie der Musik. Seit 2013 leitet sie die Musik-Abteilung am Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik in Frankfurt.

Referentin: Prof. Dr. Melanie Wald-Fuhrmann (Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik, Frankfurt).
Datum: Mittwoch, 8. Februar 2017, 19:30 Uhr
Ort: Hörsaal des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums
(BiK-F), Georg-Voigt-Straße 14, 60325 Frankfurt.
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

In den kommenden Jahren erweitert die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ihr Naturmuseum in Frankfurt von 6.000 auf 10.000 Quadratmeter. Vier neue Ausstellungsbereiche (Mensch – Erde – Kosmos – Zukunft) nehmen die Besucher mit auf die Reise zu unseren Anfängen, zu den aufregendsten Plätzen der Erde, in die Weiten des Universums und beleuchten die Zukunft unseres Planeten. (siehe auch http://die-welt-baut-ihr-museum.de)

Zudem werden 2016 und 2017 die Themen der vier Ausstellungsbereiche in vier Vortragsreihen aufgegriffen und vertieft. Die Reihe „Woher kommt der Mensch? Ein neuer Blick auf Homo sapiens“ betrachtet unsere gemeinsamen Wurzeln, und zwar nicht nur im Hinblick auf die Entwicklung des menschlichen Körpers. Vielmehr steht auch die Evolution geistiger, kultureller und emotionaler Fähigkeiten im Fokus. Die Reihe rückt die Evolution des Menschen als Ganzes in den Mittelpunkt und bringt große Köpfe und neue Ideen zu diesem Thema nach Frankfurt: Die Referentinnen und Referenten stellen aktuelle Erkenntnisse zur körperlichen Entwicklung von Homo sapiens wie auch zur Entwicklung menschlichen Denkens, der Gefühle und des Bewusstseins für Kunst und Ästhetik vor. Die Reihe wird veranstaltet von der Goethe-Universität Frankfurt und der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und im Rahmen der Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“ von der Deutsche Bank AG gefördert.Medienpartner der Reihe ist die Frankfurter Allgemeine Zeitung.
Mehr unter:
www.senckenberg.de/woherkommtdermensch

Weiterer Termin:

15. Februar 2017
Ein neuer Blick auf Homo sapiens – die Zukunft des Menschen Podiumsdiskussion mit Impulsvorträgen
Moderation: Joachim Müller-Jung, Frankfurter Allgemeine Zeitung Gesprächspartner:
Prof. Dr. Dr. h. c. Volker Mosbrugger, Senckenberg Gesellschaft für
Naturforschung, Frankfurt
PD Dr. Miriam N. Haidle, Heidelberger Akademie der Wissenschaften
Prof. Dr. Hans-Dieter Mutschler, Hochschule Ignatianum, Krakau
Prof. Dr. Annette Kehnel, Universität Mannheim

Meeresforscher und Clear-Watermitbegründer auf der Senckenberg-Night 2017 mit dem Senckenberg-Preis ausgezeichnet

Lichthof 1: Feiern mit Diplodokucus, Iguanodon, T-rex und weitern Dinos in der Senckenberg-Night 2017 Foto: Diether v. Goddenthow  © atelier-goddenthow
Lichthof 1: Feiern mit Diplodokucus, Iguanodon, T-rex und weitern Dinos in der Senckenberg-Night 2017 Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Frankfurt, den 28.01.2017. Senckenberg startet mit einem Veranstaltungshighlight ins Jubiläumsjahr: Am Samstagabend wird zum dritten Mal der Senckenberg-Preis für herausragende Leistungen in der Naturforschung und besonderen persönlichen Einsatz für den Schutz und Erhalt unserer Natur verliehen. Den Senckenberg-Preis in der Kategorie Natur-Forschung erhält Prof. Dr. Craig R. Smith, Professor für Ozeanographie an der Universität von Hawaii auf Manoa. Sein Arbeitsschwerpunkt gilt der Artenvielfalt und der Erforschung von Störungsereignissen und menschlichen Eingriffen in Systemen am Meeresboden – wie beispielsweise Tiefseebergbau. Der Senckenberg-Preis in der Kategorie Natur-Engagement geht an den Musiker und ClearWater-Mitbegründer und -Botschafter Rea Garvey. Er setzt sich mit der Problematik von Ölbohrungen im Amazonasgebiet auseinander und unterstützt mit seinem Projekt davon betroffene Familien in Ecuador durch Sicherstellung der Versorgung mit sauberem Wasser.

Senckenberg-Night 2017 Foto: Heike v. Goddenthow  © atelier-goddenthow
Senckenberg-Night 2017 Foto: Heike v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Im Anschluss an die Preisverleihung findet zum neunten Mal die Senckenberg night statt. Dieses Jahr steht die Veranstaltung unter dem Motto „Blauer Planet“.

(v.r.) Senckenberg-Generaldirektor Prof. Dr. Dr. h. c. Volker Mosbrugger im Gespräch mit TerraX-Wissenschaftsredakteur u. Moderator des Abends Dirk Steffen und Senckenberg-Präsidentin Dr. h. c. Beate Heraeus. Senckenberg-Night 2017 Foto: Diether v. Goddenthow  © atelier-goddenthow
(v.r. n. li.) Senckenberg-Generaldirektor Prof. Dr. Dr. h. c. Volker Mosbrugger im Gespräch mit TerraX-Wissenschaftsredakteur u. Moderator des Abends Dirk Steffen und Senckenberg-Präsidentin Dr. h. c. Beate Heraeus. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

„Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung feiert in diesem Jahr ihr zweihundertjähriges Bestehen: 200 Jahre Senckenberg stehen dabei für zwei Jahrhunderte naturwissenschaftliche Spitzenforschung und Wissensvermittlung und auch für herausragendes bürgerschaftliches Engagement“, sagt der Generaldirektor der Gesellschaft Prof. Dr. Dr. h. c. Volker Mosbrugger und fährt fort: „Im Jubiläumsjahr haben wir drei große Ziele: Wir möchten allen Senckenberg-Fans, unseren Besuchern, Förderern, Mitgliedern, Spendern und Sponsoren danken. Wir wollen unsere Forschung stärker in den Mittelpunkt rücken und schließlich noch mehr Freunde und Unterstützer für Senckenberg begeistern. Mit der Verleihung des Senckenberg-Preises vereint die Senckenberg night all dies in einer Veranstaltung.“

Ministerpräsident Volker Bouffier macht in seiner beeindruckenden Rede  den rund 400 Gästen aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik klar, dass es bei der international aufgestellten Forschung von Senckenberg mit 10 Niederlassungen letztlich um nichts mehr oder weniger ginge, als um die Rettung der Welt. Foto: Heike v. Goddenthow  © atelier-goddenthow
Ministerpräsident Volker Bouffier macht in seiner beeindruckenden Rede den rund 400 Gästen aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik klar, dass es bei der international aufgestellten Forschung von Senckenberg mit 10 Niederlassungen letztlich um nicht mehr oder weniger ginge, als um die Rettung der Welt. Foto: Heike v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Der Hessische Ministerpräsident und Schirmherr der Senckenberg night, Volker Bouffier, gratuliert: „Was sich 1817 aus der Idee von knapp drei Dutzend Frankfurter Bürgern entwickelte, ist heute eine der umfangreichsten Forschungssammlungen der Welt. Der Begriff Senckenberg steht für eine international hoch geschätzte Kapazität in den Naturwissenschaften. Das Land Hessen unterstützt die Senckenberg-Gesellschaft bei dieser Arbeit seit Jahren tatkräftig mit Förderprogrammen. Auch nach zwei Jahrhunderten ist die Neugier, die Umwelt zu erforschen, ungebrochen. Zwei Personen haben sich im vergangenen Jahr um den Schutz des größten Lebensraums der Erde verdient gemacht und die elementare Bedeutung des Wassers einer breiten Öffentlichkeit nähergebracht. Deshalb freut es mich, dass Prof. Dr. Craig Smith für seine Arbeit über die Folgen menschlicher Eingriffe am einzigartigen Ökosystem Ozean und der Musiker Res Garvey für sein herausragendes Engagement bei der Initiative für sauberes Trinkwasser ClearWater mit dem Senckenberg-Preis ausgezeichnet werden. Im Namen der´hessischen Landesregierung, aber auch ganz persönlich, gratuliere ich herzlich.“

Senckenberg-Preis in der Kategorie Natur-Forschung 2016

Mit dem Senckenberg-Preis in der Kategorie Natur-Forschung, dotiert mit 10.000 Euro, werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgezeichnet, die exzellente, international sichtbare Leistungen in der Naturforschung erbracht haben.

(v.l.) Ozeanograph Prof. Dr. Craig R. Smith mit dem „Senckenberg-Preis für Natur-Forschung“, Senckenberg-Generaldirektor Prof. Dr. Dr. h. c. Volker Mosbrugger und Moderator Dirk Steffen bei der Preisübergabe. Foto: Diether v. Goddenthow  © atelier-goddenthow
(v.l.) Ozeanograph Prof. Dr. Craig R. Smith hält den „Senckenberg-Preis für Natur-Forschung“ in Händen; Senckenberg-Generaldirektor Prof. Dr. Dr. h. c. Volker Mosbrugger und Moderator Dirk Steffen bei der Preisübergabe. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Der Preisträger Prof. Dr. Craig R. Smith ist seit 1995 Professor für Ozeanographie an der Universität von Hawaii auf Manoa. Er beendete 1983 seine Promotion in Biologischer Ozeanographie am Scripps-Institut für Ozeanographie. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Ozeanographie und die Benthosökologie, wobei sein primäres Interesse der Biodiversität und der Rolle von Störungsereignissen und menschlichen Eingriffen (z. B. Tiefseebergbau) in benthischen Lebensräumen, also Systemen am Meeresboden gilt. Diese untersuchte er in unterschiedlichen Ökosystemen in der Antarktis, in Mangroven, Tiefseegräben, an kalten Rauchern, Kontinentalhängen und auf Tiefseeebenen. Aufgrund seiner Forschung wurde die Bedeutung von Walkadavern für eine artenreiche Fauna in der Tiefsee bekannt – an diesen sogenannten „Whale falls“ arbeitet Smith seit über 30 Jahren. Der Ozeanograph war Fahrtleiter von über 50 Meeresexpeditionen vom Äquator bis in die Antarktis, hat an mehr als 100 Tauchgängen von bemannten und unbemannten Unterwasserfahrzeugen teilgenommen und ist einer der Projektleiter von „CeDAMar“ – einer „Volkszählung“ in den Tiefseebecken.

Prof. Dr. Antje Boetius,  leitende Wissenschaftlerin am Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie und Professorin an der Universität Bremen, Trägerin des Leibniz-Preises. erläutert in ihrer Laudatio, dass die toten Wale am Meeresboden bis zu 2000 Jahre Lebensquelle für ein ganzes sich um den Walkadaver herum bildenden Ökosystems sein können. Foto: Heike v. Goddenthow  © atelier-goddenthow
Prof. Dr. Antje Boetius, leitende Wissenschaftlerin
am Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie und Professorin an der
Universität Bremen,  Foto: Heike v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Die Laudatio hält Prof. Dr. Antje Boetius, leitende Wissenschaftlerin am Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie und Professorin an der Universität Bremen. Sie begleitete vor 28 Jahren als Studentin über ein Jahr lang Professor Craig R. Smith auf seinen Meeresexpeditionen und bei unzähligen Tauchgängen und hat an mehr als 40 Expeditionen teilgenommen. In ihrer Laudatio zeigt die Leibniz-Preisträgerin unter anderem noch einmal die Wichtigkeit der Erhaltung der weltweiten Walbestände auf.  So können tote Wale am Meeresboden bis zu 2000 Jahre lang Lebensquelle für ein ganzes sich um den öligen Wal-Kadaver herum bildendes Ökosystem sein.

Senckenberg-Preis in der Kategorie Natur-Engagement 2016

Der Senckenberg-Preis in der Kategorie Natur-Engagement, ebenfalls mit 10.000 Euro ausgelobt, wird an Personen vergeben, die sich durch ein herausragendes privates Engagement für den Erhalt der Natur, Naturbildung und eine nachhaltige Nutzung von Naturressourcen verdient gemacht haben.

Der Preisträger Rea Garvey (m.) ist Sänger und Songwriter mit irischen Wurzeln sowie ClearWater-Mitbegründer und -Botschafter, dankt  Senckenberg-Präsidentin Dr. h. c. Beate Heraeus  und Dirk Steffen für den Preis. Foto: Diether v. Goddenthow  © atelier-goddenthow
Der Preisträger Rea Garvey (m.) ist Sänger und Songwriter mit irischen
Wurzeln sowie ClearWater-Mitbegründer und -Botschafter, dankt Senckenberg-Präsidentin Dr. h. c. Beate Heraeus und Dirk Steffen für den Preis. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Der Preisträger Rea Garvey ist Sänger und Songwriter mit irischen Wurzeln sowie ClearWater-Mitbegründer und -Botschafter. Er ist seit vielen Jahren äußerst erfolgreich, verkaufte Millionen CDs und absolvierte unzählige Auftritte. 2011 traf er Mitch Anderson in Berlin und wurde erstmals auf die Trinkwasserproblematik in Ecuador aufmerksam.
Jahrzehntelang wurde im Nordosten Ecuadors Erdöl gefördert; Flüsse und Böden wurden dabei durch die Ausbeutung verunreinigt, verseucht und unfruchtbar gemacht. Nach seinem ersten Besuch in dem südamerikanischen Land wurde Rea Garvey klar, dass er die Lebensbedingungen der Einwohner im Amazonasgebiet verbessern möchte. Er gründete daraufhin gemeinsam mit Mitch Anderson ClearWater und ist seitdem als ClearWater-Botschafter engagiert. Ziel des Projekts ist es, über 2000 Familien von Ur-Einwohnern und Bauern nachhaltig mit sauberem Wasser zu versorgen.

Prof. Dr. Martin Visbeck, leitender Wissenschaftler in physikalischer Ozeanographie am Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel.Foto: Heike v. Goddenthow  © atelier-goddenthow
Prof. Dr. Martin Visbeck, Foto: Heike v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Die Laudatio hält Prof. Dr. Martin Visbeck, leitender Wissenschaftler in physikalischer Ozeanographie am Helmholtz Zentrum für Ozeanforschung in Kiel. „Richman, Poorman, Everybody pays“ zitiert Visbeck Rea Garvey Song als Einstieg seiner Würdigung des ClearWater-Projektes. Letztlich bezahlen wir alle für die Umweltzerstörung wie sie alltäglich auf der ganzen Welt ungestört voranschreitet.

Senckenberg-Präsidentin Dr. h. c. Beate Heraeus übt ihr Amt ehrenamtlich aus, so wie auch alle Helfer die Senckenberg-Night weitestgehend ehrenamtlich organisiert haben. Foto: Diether v. Goddenthow  © atelier-goddenthow
Senckenberg-Präsidentin Dr. h. c. Beate Heraeus übt ihr Amt ehrenamtlich aus, so wie auch alle Helfer die Senckenberg-Night weitestgehend ehrenamtlich organisiert haben. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Die Senckenberg-Präsidentin und Initiatorin der Senckenberg night, Dr. h. c. Beate Heraeus, resümiert: „Prof. Dr. Craig R. Smith und Rea Garvey sind zwei starke Persönlichkeiten, die ihr Wissen über Natur mit ihrer Begeisterung dafür verbinden und authentisch verkörpern. Sie ziehen daraus ihre Konsequenzen, einer als Wissenschaftler, der andere als Bürger und machen damit auf ihre Weise eine breite Öffentlichkeit darauf aufmerksam, sorgsam mit unserem Planeten umzugehen. Mit der Auszeichnung von Persönlichkeiten wie Craig Smith und Rea Garvey will der Senckenberg Preis viele Menschen dafür sensibilisieren, wie wichtig die Erforschung und der Erhalt unserer Natur und ihrer Vielfalt ist.“

 Lichthof 2, Dinieren und Plaudern unter Mamut-Zähnen im   "Waal- und Elefanten-Saal" Foto: Heike v. Goddenthow  © atelier-goddenthow
Lichthof 2, Dinieren und Plaudern unter Mamut-Zähnen im „Waal- und Elefanten-Saal“ Foto: Heike v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Offizieller Partner der Preisverleihung sowie der anschließenden Senckenberg night ist zum dritten Mal die BMW-Niederlassung Frankfurt, die das Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro zur Verfügung stellt, um das kulturelle und gesellschaftliche Leben der Stadt Frankfurt zu fördern.
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Senckenberganlage 25
60325 Frankfurt
Telefon: +49 69 7542 0
Fax: +49 69 746238

Evolution des Fluges Eine Kooperationsausstellung des Senckenberg Naturmuseums und der Fraport AG

 © fraport
© fraport

Frankfurt, den 26.01.2017. Was haben Tintenfische und Raketen gemeinsam? Und wie haben Flugsaurier die Konstruktion von Segelflugzeugen inspiriert? Diese und viele andere Fragen beantwortet „Evolution des Fluges“, eine Kooperationsausstellung der Fraport AG und der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, die seit heute im Terminal 2 des Frankfurter Flughafens zu sehen ist.

Etwa 200.000 Menschen kommen jeden Tag zum Frankfurter Flughafen. Die meisten um zu reisen. Viele auch zum Arbeiten, Einkaufen, Essengehen oder um aufsteigende und landende Flugzeuge zu beobachten. Seit dem 26. Januar 2017 wartet eine weitere Attraktion auf alle Reisenden und Flughafenbesucher: Im Terminal 2 zeigen die Fraport AG und die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ihre Kooperationsausstellung „Evolution des Fluges“: Unter riesengroßen Nachbildungen von Flugsauriern werden auf zwei „Sciencecubes“ in Texten, Bildern und Filmen faszinierende Fakten zum Thema Fliegen präsentiert.

Die ersten Lebewesen, die sich in die Luft erhoben, waren vor 400 Millionen Jahren Insekten. Reptilien, Vögel und Säugetiere folgten. Der Mensch ließ sich von den Bauplänen der Natur inspirieren und entwickelte verschiedene Fluggeräte. Wie ähnlich sie den Originalen sind, wird im direkten Vergleich deutlich. Der Propeller eines Hubschraubers erinnert zum Beispiel stark an Libellen, die eine erstaunliche Flugleistung erbringen: Edellibellen erreichen bei einer Flügelschlagfrequenz von 30 Schlägen pro Sekunde Geschwindigkeiten von bis zu 50 Kilometer pro Stunde. Die Beschleunigung erreicht den dreißigfachen Wert der Erdbeschleunigung, das ist weit mehr als bei einem modernen Kampfjet.

Die Tragflächen von Flugzeugen sind ein Geniestreich der Ingenieurskunst und inspiriert von Flugsaurier-, Fledermaus- und Vogel-Flügeln. „Geflogen“ wird übrigens nicht ausschließlich in der Luft, sondern auch im Wasser: Tintenfische bewegen sich per Rückstoß durchs Meer – dieses Prinzip wird auch bei Raketen genutzt.

„Unsere Forschung über Form und Funktion von Organismen ist nicht nur für einen kleinen Kreis spezialisierter Wissenschaftler relevant. Wie die Ausstellung zeigt, findet sie praktische Anwendung und wird umgesetzt – in diesem Fall im Flugzeugbau. Deshalb freuen wir uns ganz besonders, dass wir diese Forschung nicht nur in unserem Museum, sondern auch am größten Flughafen Deutschlands präsentieren dürfen“, sagt  Prof. Dr. Dr. h. c. Volker Mosbrugger, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung.

„Frankfurt Airport ist immer wieder ein Erlebnis, das Gäste und Passagiere gleichermaßen bei jedem Besuch mit neuen Veranstaltungen, individuellen Services, modernen Einrichtungen und überraschenden Aktionen begeistert“, erläutert Dr. Pierre Dominique Prümm, Geschäftsbereichsleitung Flugbetriebs- und Terminalmanagement sowie Unternehmenssicherheit der Fraport AG. Die Ausstellung sei eine solche Aktion, die man an einem Flughafen erstmal nicht erwarte, die aber positiv in Erinnerung bleibe. „Die außergewöhnliche Kooperation mit derSenckenberg Gesellschaft für Naturforschung verdeutlicht einmal mehr, dass Fraport auch auf Lokalkolorit setzt, um das Drehkreuz Frankfurt noch attraktiver zu machen und von der Anonymität anderer Airports abzuheben“, so Prümm weiter. Denn der Flughafen Frankfurt und das Senckenberg Naturmuseum seien zwei Wahrzeichen und Traditionseinrichtungen der Stadt Frankfurt, die sich in dieser Kooperation erstmals sehr öffentlichkeitswirksam zusammengeschlossen haben.

© fraport
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Die Ausstellung „Evolution des Fluges“ ist rund um die Uhr für alle Interessierten geöffnet. Sie befindet sich im Bereich der Skyline-Plattform in Terminal 2. Der Eintritt ist frei. Regelmäßig führen Guides des Senckenberg Naturmuseums durch die Ausstellung.

Weitere Informationen

Die Ausstellung „Evolution des Fluges“ wird präsentiert von der Fraport AG und ist ein Kooperationsprojekt der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung mit der Flughafenbetreibergesellschaft.

„Die dünne Haut der Erde – Unsere Böden“ – Senckenberg-Naturmuseum zeigt ab 20. Jan. 2017 Sonderausstellung

Ausstellunge-Impression: Dünne Haut der Erde, hier in der Kammer der Krümel, in der es um Bodenkunde geht. Foto: Diether v. Goddenthow  © atelier goddenthow
Sonderausstellung: Dünne Haut der Erde. Hier Blick in die „Kammer der Krümel“, in der es um Bodenkunde geht und die Fragen nach verschiedenen Bodentypen, ihrer Funktionalität und von Bodenentstehung beantwortet werden.. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier goddenthow

Neue Sonderausstellung im Senckenberg Naturmuseum
Frankfurt, 2. OG, Wolfgang-Steubing-Saal
20. Januar bis 13. August 2017

Frankfurt, den 19.01.2017. Zum Auftakt des Jubiläums 2017 rücken bei Senckenberg echte Multitalente in den Mittelpunkt, unsere Böden: Sie ermöglichen Pflanzenwachstum, filtern Schadstoffe aus dem Wasser und bieten verschiedensten Organismen einen Lebensraum. Die Sonderausstellung „Die dünne Haut der Erde – Unsere Böden“ gibt vom 20. Januar bis zum 13. August 2017 spannende Einblicke in die verborgene Welt unter unseren Füßen. In vier thematischen Kammern werden Informationen über die Vielfalt des Lebens im Boden, seine Funktion und Entstehung anschaulich präsentiert. Zudem sind die Nutzung von Böden durch den Menschen und der dabei verursachte Schaden ein zentrales Thema. Zahlreiche interaktive Ausstellungsstücke stellen verschiedene Bodenbewohner und Bodentypen vor und verraten, was jeder Einzelne für den Bodenschutz tun kann.

Eine Raubmilbe ergreift mit ihren Kiefernscheren blitzschnell einen Springschwanz. Die in 500facher Vergrößerung gezeigte Raubmilbe gibt ein Beispiel für das ständige "Fressen" und "Gefressenwerden" von Bodentierchen untereinander.  Foto: Diether v. Goddenthow  © atelier goddenthow
Eine Raubmilbe ergreift mit ihren Kiefernscheren blitzschnell einen Springschwanz. Die in 500-facher Vergrößerung gezeigte Raubmilbe gibt ein Beispiel für das ständige „Fressen“ und „Gefressenwerden“ von Bodentierchen untereinander. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow.de

Was lebt im Boden, welche Abbauprozesse laufen dort ab und was hat das alles mit uns Menschen zu tun? Mehr als man denkt, denn Böden bilden einen Teil unserer Lebensgrundlage: Im Boden versteckte Lebewesen zersetzen organisches Material und machen es für Pflanzen in Form von Nährstoffen verfügbar. Dadurch entsteht fruchtbarer Boden. Doch der Mensch zerstört jährlich große Mengen dieser kostbaren Ressource durch Pestizideinsatz, Erosion, Versiegelung und Bodenverdichtung.

Die neue Ausstellung im Senckenberg Naturmuseum veranschaulicht mit interaktiven Stationen, Animationen, Kurzfilmen und Infotafeln alles Wissenswerte rund ums Erdreich. Gleich zu Beginn der Entdeckungstour erwartet die Besucherinnen und Besucher eine eindrucksvolle Verwandlung: Sie werden auf die Größe einer Landassel geschrumpft. Dieser – selbstverständlich reversible – Prozess ermöglicht es, das Höhlen- und Spaltensystem des Bodens zu erkunden. Gleichzeitig macht der Skalensprung winzig kleine Bodenbewohner sichtbar, die durch um das

Modell einer Springschwanz Milbe, 500fach vergrößtert.Foto: Diether v. Goddenthow  © atelier goddenthow
Modell einer Springschwanz Milbe, 500-fach vergrößtert.Foto: Diether v. Goddenthow © atelier goddenthow

Tausendfache vergrößerte Modelle vorgestellt werden. Mit maximal vier Millimetern Länge ist der Dunkelbraune Kugelspringer in der Natur leicht zu übersehen. In der Vergrößerung sind sogar die schütteren, langen Haare auf dem runden Körper des Insekts sichtbar, das sich bei Gefahr mit einem gewaltigen Sprung in Sicherheit katapultieren kann. In einer spektakulären Szene wird der Boden zum Tatort: Eine Raubmilbe umklammert mit ihren langen Beinen einen Springschwanz, um ihn auszusaugen – im 500fach vergrößerten Modell.

Inhaltlich ist die Ausstellung in vier verschiedene Bereiche gegliedert, die durch unterschiedliche Grundfarben leicht voneinander zu unterscheiden sind. Von der zentralen „Kammer des Lebens“, an ihrer dunkelbraunen Erdfarbe zu erkennen, gehen die „Kammer der Krümel“ (hellbraun), „Kammer des Wissens“ (hellblau) und „Kammer des Schreckens“ (betongrau) ab, um zum Schluss im orangenen „Gang der Visionäre“ zu münden.

Kammer des Lebens

Die  „Kammer des Lebens“ (erste Station) zeigt auf anschauliche und leicht verständliche Weise den Nährstoff-Recyclingsprozess der Böden durch Pflanzen, Pilze, Boden-Tiere (inklusiv eines Mausbegräbnis) und Mikroorganismen, wodurch Nährstoffe für Pflanzen wieder verfügbar werden. Die Modelle zeigen die Abfolge des Zerkleinerns von den Großen, etwa einem Saftkugler (Tausendfüsser) bis hin zur Thekamöbe (0,075 Millimeter) in 130facher Vergrößerung. Foto: Diether v. Goddenthow  © atelier goddenthow
Die „Kammer des Lebens“ (erste Station) zeigt auf anschauliche und leicht verständliche Weise den Nährstoff-Recyclingprozess der Böden durch Pflanzen, Pilze, Boden-Tiere (inklusiv eines Mausbegräbnisses) und Mikroorganismen, wodurch Nährstoffe für Pflanzen wieder verfügbar werden. Die Modelle zeigen die Abfolge des Zerkleinerns von den Großen, etwa einem Saftkugler (Tausendfüsser) bis hin zur Thekamöbe (0,075 Millimeter) in 1000-facher Vergrößerung. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier goddenthow

In der „Kammer des Lebens“ geht es um Biodiversität. Besucher lernen die Organismen des Bodens, ihre Funktionen und Lebensweisen sowie natürliches Recycling kennen: Es wird gezeigt, wie die Ausscheidungen von Tieren sowie abgestorbene Pflanzen durch eine Vielzahl von aufeinanderfolgenden und ineinandergreifenden Zersetzungsschritten abgebaut und zu neuen Nährstoffen werden.
An den Abbauprozessen sind (Boden-)Tiere, Bakterien und Pilze beteiligt. Diese Organismen zersetzen das organische Material mechanisch (durch Zerrupfen, Zerkauen etc.) und chemisch (durch Enzyme). Dabei fällt den Bodentieren – vom Maulwurf, über Regenwurm und Milbe bis hin zu Mikroben – eine essentielle Rolle zu, ohne die unsere Landökosysteme, so Professor Dr. Willi Xylander, Direktor des Senckenberg Museums für Naturkunde Görlitz, nicht funktionieren würden. Sie sind nämlich, so Xylander, maßgeblich mit Mikroorganismen am Recycling  von Nährstoffen beteiligt. Sie stellen die Nährstoffe wieder zur Verfügung, die man braucht, um Pflanzen wachsen zu lassen. Diesen Recycling-Prozess zeigen die Tafeln, wobei es darum geht, wie abgebaut und zerkleinert wird, so der Görlitzer Museumsdirektor weiter.

Der sieben bis 20 Millimeter kleine Saftkugler wächst im Modell auf Terriergröße. Foto: Diether v. Goddenthow  © atelier goddenthow
Der sieben bis 20 Millimeter kleine Saftkugler wächst im Modell auf Terriergröße. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier goddenthow

Dabei wird die Abfolge der Zerkleinerung, von größeren zu kleineren und kleinsten Bodentieren gezeigt, der eine verwertet und verwandelt, was der andere als Kot und Vorverdautes hinterlässt. Besonders schön wird die Zersetzerkette dargestellt an Modellen in der Nierenvitrine: Da wirkt neben dem „großen“ Saftkugler (Tausendfüsser), der mit seinen Zangen Stücke aus Blättern herausfuttert, die Hornmilbe, die sich auf dessen Kot-Pellets stürzt, ziemlich klein. Geradezu winzig ist mit ihren lediglich 0,075 Millimeter die Thekamöbe, die wie die Schaltmöbe am Ende des Recyclingsprozesses steht und die Nährstoffe für Pflanzen wieder verfügbar macht.

Kammer des Wissens

Professor Dr. Willi Xylander, Direktor des Senckenberg Museums für Naturkunde Görlitz, berichtet in der "Kammer des Wissens" 1. über den "Pizza-Effekt" bei  Asseln, Tausendfüsser und Springschwänze, die, statistisch betrachtet,  lieber Laub mediterraner Bäume als  heimische Buchenblätter mögen; 2. wie Touristen über ihre Schuh-Einträge  die Bodentierwelt Alaskas seit 30 Jahren verändert haben. Foto: Diether v. Goddenthow  © atelier goddenthow
Professor Dr. Willi Xylander, Direktor des Senckenberg Museums für Naturkunde Görlitz, berichtet in der „Kammer des Wissens“ beim Presserundgang 1. über den „Pizza-Effekt“ bei Asseln, Tausendfüsser und Springschwänze, die, statistisch betrachtet, Laub mediterraner Bäume  heimischen Buchenblättern vorziehen; 2.dass Touristen über ihre Schuh-Einträge die Bodentierwelt Alaskas seit 30 Jahren verändert haben. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow.de

In der Kammer des Wissens werden aktuelle Beispiele aus der Bodenforschung bei Senckenberg gezeigt. Ein Forschungsprojekt ging der Frage nach, ob hiesige Bodentiere Laub von Bäumen aus dem Mittelmeerraum vertragen würden, etwa, wenn man im Hinblick auf den Klimawandel hitze- und trockenheits-resistentere Arten  in unseren Breiten pflanzen würde. „Wir haben also Asseln, Tausendfüsser und Springschwänze getestet auf ihre Verwertbarkeit von aus anderen Gebieten eingebrachten Laub“, so Professor Willi Xylander, „und gefragt, ob die Bodentiere ihre ökoystemaren Leistungen auch mit fremden Arten erbringen würden.“ Und, obgleich die Ergebnisse noch nicht endgültig sind, gab es einen „Pizza-Effekt“, so der Professor: „Es kam also heraus: die essen dieses mediterane Essen, statistisch betrachtet, ein bisschen lieber als unsere Linden oder Rotbuchen, die wir ihnen parallel angeboten haben!“

Ein weiteres spannendes, auf den Tafeln leicht verständlich dargestelltes Forschungsprojekt ging der Frage nach, ob Touristen in Alaska, wenn sie an Land gehen, nicht die an ihren Schuhen anhaftenden Bodentiere und deren Eier  in die dortigen Böden eintrügen und somit die ökosystemaren Leistungen und Zusammensetzungen veränderten. Und in der Tat: „Anhand von Referenz-Bodenproben, die vor gut 30 Jahren in Alaska genommen wurden, hat man erhebliche Veränderungen der Faunen-Zusammensetzung von vorher zu heute festgestellt, die signifikant sind“, so Xylander. Aber „da kann man noch gegensteuern“, so der Bodenforscher, „aber das müsse man wissen, dass man gegensteuern muss, und dazu brauchen wir Grundlagenforschung mit angewandten Aspekten, und das ist das, was Senckenberg macht.“

Kammer des Schreckens.

In der Kammer des Schreckens werden  alle nur denkbaren "Bodensünden" dargestellt und diskutiert. Foto: Diether v. Goddenthow  © atelier goddenthow
In der Kammer des Schreckens werden alle nur denkbaren „Bodensünden“ dargestellt und diskutiert. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

In der Kammer des Schreckens wird gezeigt,  inwieweit der Mensch in die Bodenökosysteme eingreift,  welche Folgen die voranschreitende Zerstörung von Böden für den Menschen hat. Angefangen vom sintflutartigen Magdalenenhochwasser 1342, der ersten dokumentierten durch Kahlschlag vom Menschen verursachten Katastrophe, über heutige Erosionen, Abträge, Verdichtungen und Versiegelungen bis hin zu Pestizid-Vergiftungen, Überdüngung und Fehlnutzungen (z.B. Viehfutter- Nahrungsmittel-Anbau zur Fleischproduktion), wird nichts „Schreckliches“ ausgelassen, um auf die Dringlichkeit von Bodenschutz hinzuweisen.  Denn „Böden sind nicht unbegrenzt verfügbar“, so Professor Xylander. Nur 40 Prozent der Erde seien überhaupt Land. Von diesen 40 Prozent der Erde sind wiederum zwei Fünftel ohne Boden wie etwa die Arktis oder Grönland. Nur drei Fünftel der 40 Prozent  sind  Böden, und von denen sind etwas mehr als 20 Prozent zu trocken, 5 Prozent zu nass, 10 Prozent unfruchtbar, 20 Prozent zu steil und 20 Prozent zu kalt. Lediglich 22 Prozent, aufgerundet ein Viertel, der 40 Prozent Erde sind landwirtschaftlich nutzbar, und diese versiegeln wir zusehends mit Städte- und Straßenbau, warnt Xylander.

Kammer der Krümel

 Gelbhalsmaus, Schermaus, Feldmaus, Mauswiesel und andere Bodensäugetiere werden im Modell in ihren Bodenbehausungen gezeigt. Foto: Diether v. Goddenthow  © atelier goddenthow
Gelbhalsmaus, Schermaus, Feldmaus, Mauswiesel und andere Bodensäugetiere werden im Modell in ihren Bodenbehausungen gezeigt. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier goddenthow

Welche verschiedenen Boden- und Gesteinstypen (z.B. Sandstein, Granit, Kalkstein, Basalt, Lehm, Sand, Lös usw.) es gibt, ihre Eigenschaften und Entstehung sowie Säuger, die im Boden leben, können Besucher in der Kammer der Krümel kennenlernen.

 

Gang der visionären Menschen

Im Gang der Visionäre erfahren Besucher zum Schluss der Sonderausstellung, dass die bodenzerstörenden Szenarien der "Kammer des Schreckens" nicht unabwendbares Bodenschicksal sein müssen, sondern  es durchaus hoffnungsfrohe Visionen aus dem Dilemma der Bodenzerstörung gibt und wir alle mitmachen könnten. Foto: Diether v. Goddenthow  © atelier goddenthow
Im Gang der Visionäre erfahren Besucher zum Schluss der Sonderausstellung, dass die bodenzerstörenden Szenarien der „Kammer des Schreckens“ nicht unabwendbares Bodenschicksal sein müssen, sondern es durchaus hoffnungsfrohe Visionen aus dem Dilemma der Bodenzerstörung gibt und wir alle zur Rettung der Böden beitragen könnten. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier goddenthow

Alle Themenkammern münden im optimistisch stimmenden „Gang der visionären Menschen“. Hier werden vom Ökobauern bis zum urbanen Naturschützer Menschen vorgestellt, die sich in der einen oder anderen Weise für Bodenschutz einsetzen. Beispielsweise Sepp Holzer, erläutert Professor Xylander, sei einer der bekanntesten Vertreter der Permakultur, jemand der sage, Pflanzen könne man nebeneinander anbauen. Es gäbe verschiedene Formen synergetischen Landbaus, der uns ermögliche, ausreichend zu produzieren, ohne Pestizide einsetzen zu müssen. Jeder Protagonist des Bodenschutzes wird persönlich abgebildet, Kinder und Jugendlich können über einen Spiegel in deren Porträts schlüpfen. Tipps, wie das eigene Verhalten einen Beitrag zur nachhaltigen Nutzung von Böden leisten kann, sowie eine Selfie-Wand, vor der man sich mit guten „Bodenschutzvorsätzen“ in Form von Sprechblasen ablichten kann, runden die Ausstellung ab.

Wie viel Boden beanspruchen wir für unsere Lebensmittel? Die Ausstellung verrät es! Foto: Senckenberg, Jacqueline Gitschmann
Wie viel Boden beanspruchen wir für unsere
Lebensmittel? Die Ausstellung verrät es!
Foto: Senckenberg, Jacqueline Gitschmann

Kleine Entdeckerinnen und Entdecker tauchen mit Texten und Mitmachangeboten auf Kinderebene, die durch die ganze Ausstellung führen, in das Erdreich ein. Wer zum Beispiel selbst einmal am Zersetzungsprozess mitwirken möchte, kann ausprobieren, wie Bodentiere mit ihren Mundwerkzeugen Holz und Blätter zerkleinern. Bodeninsekten wie Klara Kugelspringer und die maulende Milbe erklären den Kleinen, mit welchen durch den Menschen verursachten Schwierigkeiten sie in ihrem Lebensraum zu kämpfen haben.

Die vom Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz konzipierte Ausstellung wurde anlässlich des 200-jährigen Jubiläums der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung im Jahr 2017 erweitert.
Nach Stationen unter anderem im EU-Parlament in Brüssel ist die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Ausstellung nun im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt zu sehen.

Die dünne Haut der Erde – Unsere Böden Bild: Bernd Pöppelmann
Die dünne Haut der Erde – Unsere Böden
Bild: Bernd Pöppelmann

„Die dünne Haut der Erde – Unsere Böden“ kann nur in Verbindung mit der Dauerausstellung besichtigt werden. Kombiticket „Dünne Haut der Erde“: 9 Euro für Erwachsene, 4,50 Euro für Kinder und Jugendliche (6- 15 Jahre) sowie 23 Euro für Familien (2 Erwachsene und bis zu 3 Kinder).

Senckenberg
Forschungsinstitut und Naturmuseum
Senckenberganlage 25
60325 Frankfurt

Begleitprogramm zur Sonderausstellung
Die Ausstellung "Dünne Haut Erde - unsere Böden" bietet spezielle Führungen und ein umfangreiches, intensives Begleitprogramm für alle Alters- und Interessensgruppen. Für die kleinsten Besucher gibt es eine Kinderebene.Foto: Diether v. Goddenthow  © atelier goddenthow
Die Ausstellung „Dünne Haut Erde – unsere Böden“ bietet spezielle Führungen und ein umfangreiches, intensives Begleitprogramm für alle Alters- und Interessensgruppen. Für die kleinsten Besucher gibt es im unteren Bereich der Tafeln eine Kinderebene. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier goddenthow

„Die dünne Haut der Erde – Unsere Böden“
Februar – April 2017

Weitere Angebote und Termine finden Sie im regelmäßig erscheinenden Programm unter www.senckenberg.de/veranstaltungen

Führungen zur Sonderausstellung für Schulklassen sowie Familien und Erwachsene „Die dünne Haut der Erde“ – Führung zur Sonderausstellung
In unserer Sonderausstellung „Die dünne Haut der Erde – Unsere Böden“ schrumpfen wir auf Käfergröße und entdecken das Leben im Boden aus neuer Perspektive. Was ist Boden überhaupt? Welche Tiere leben hier? Wie viel Boden braucht jeder von uns für sein Frühstück und warum ist ein Haufen Erde etwas Wertvolles? Gemeinsam erkunden wir die Lebenswelt unter unseren Füßen.
Buchbar für alle Klassenstufen, ab Februar 2017
Dauer: 50 Minuten
Teilnehmer: max. 10
Kosten: Schulführung 30,- Euro, Erwachsenenführung 40,- Euro
Anfragen und Buchung unter 069 – 7542 1357 (Mo-Do 9-12 Uhr und 13-17 Uhr)

17. Februar 2017, 15 Uhr
Schnupperstunde für Kinder ab 3 Jahren (in Begleitung eines Erwachsenen) „Der Maulwurf Manni und seine Freunde im Boden“ Maulwurf Manni begleitet uns auf eine spannende Reise unter die Erde. Dabei treffen wir auch andere Tiere des Bodens, wie Käfer, Regenwürmer und das Erdchamäleon. Von den krabbelnden Bodentieren geht keine Gefahr aus, auch wenn es unter der Erde dunkel ist und gruselig aussieht. Wir erleben spielerisch verschiedene Abenteuer und Maulwurf Manni erklärt uns sein faszinierendes Reich. Am Ende unserer Schnupperstunde ist allen klar, dass buddeln in der Erde nicht nur viel Spaß macht, sondern dass der Boden von großer Bedeutung für das Leben auf der Erde ist und zu den schützenswertesten Grundlagen unseres Planeten gehört.
Teilnahmegebühr: 12,- Euro, Senckenberg-Mitglieder 10,- Euro
Anmeldung unter www.senckenberg.de/veranstaltungen
Treffpunkt: Foyer des Museums

12. April 2017, 18 Uhr
Öffentliche Mittwochabendführung für Erwachsene „Der Boden im Wandel der Jahreszeiten – Frühling“
Jahreszeiten gehen nicht spurlos an unserem Untergrund vorbei. Jedes Jahr im Frühling müssen Straßenschäden in Höhe von mehreren Millionen Euro ausgebessert werden.
Pflanzen reagieren mitunter sehr sensibel auf kleine Veränderungen der Temperatur und auch für Bodenlebewesen ändert sich vieles im Verlauf der Jahreszeiten. In der Mittwochabendführung gehen wir auf Veränderungen der Bodenverhältnisse im Wandel der Jahreszeiten ein.
Keine Anmeldung, es wird nur der Museumseintritt erhoben

20. April 2017, 11 – 15 Uhr,
21. April 2017, 12:30 – 16 Uhr
Offene Forscherstation in den Osterferien „Das Leben unter unseren Füßen – Bodentieren auf der Spur
Zu Besuch bei Assel, Kugelspringer und Regenwurm – im Boden unter unseren Füßen ist
einiges los! In unserer neuen Sonderausstellung „Die dünne Haut der Erde – Unsere Böden“ schrumpft ihr auf Käfergröße und entdeckt das Leben im Boden aus neuer Perspektive. Was ist Boden überhaupt und wie entsteht er? An unserer offenen Forscherstation untersuchen wir gemeinsam eine Bodenprobe und nehmen die krabbeligen Bodenbewohner genauer unter die Lupe.
Keine Anmeldung, es wird nur der Museumseintritt erhoben
Kinder unter 14 Jahren nur in Begleitung Erwachsener

21. April 2017, 15 Uhr
Schnupperstunde für Kinder ab 3 Jahren (in Begleitung eines Erwachsenen) „Mal sehen was da unten im Boden steckt“
Heute gehen wir spannenden Fragen rund um die Sonderausstellung nach: Woraus besteht Boden? Was lebt im Boden? Wofür brauchen wir Boden? Wir wagen einen Blick unter die Erde und schauen uns genauer an, worauf wir täglich laufen. Dabei buddeln wir kräftig im Erdreich, gehen auf Spurensuche nach unseren Vorfahren und erkennen wie wichtig der Boden für Tiere und Pflanzen ist.
Teilnahmegebühr: 12,- Euro, Senckenberg-Mitglieder 10,- Euro
Anmeldung unter www.senckenberg.de/veranstaltungen
Treffpunkt: Foyer des Museums

27. April 2017, 15 Uhr
Abenteuer Museum für Kinder von 4-6 Jahren
„Abenteuer im Reich der Minimonster“
In der Sonderausstellung „Die dünne Haut der Erde – Unsere Böden“ schrumpfen wir auf die Größe einer Landassel und erfahren welche Lebewesen dort wohnen. Wir werden einiges über den Boden unter unseren Füßen lernen und staunen auf wie vielen Lebewesen wir täglich herumspazieren. Wer hat die meisten Beine, wie kriecht es sich nur mit Borsten am Körper? Seltsam klingende Namen wie Saftkugler, Rollassel oder Kugelspringer begegnen uns bei unserem Abenteuer unter dem Boden und wir bekommen so manch lebendes Exemplar in der Becherlupe zu sehen.
Teilnahmegebühr: 15,- Euro, Senckenberg-Mitglieder 10,- Euro
Anmeldung unter www.senckenberg.de/veranstaltungen
Treffpunkt: Foyer des Museums

Senckenberg
Forschungsinstitut und Naturmuseum
Senckenberganlage 25
60325 Frankfurt

200 Jahre Senckenberg Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung feiert 2017 Jubiläum

(v.li.) Stifter Johann Christian Senckenberg, Prof. Dr. Dr. h. c. Volker Mosbrugger, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Dr. h. c. Beate Heraeus, Präsidentin der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung u. Peter Feldmann, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main schnitten gemeinsam die Senckenberg-Geburtstagstorte an. Zuvor hatten sie ,  während eines Pressegespräches einen kurzen Überblick über die Entwicklung und Bedeutung der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung in den letzten 200 Jahren berichtet und das Festprogramm für 2017 vorgestellt. Foto: Diether v. Goddenthow  © atelier goddenthow
(v.li.) Stifter Johann Christian Senckenberg, Prof. Dr. Dr. h. c. Volker Mosbrugger, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Dr. h. c. Beate Heraeus, Präsidentin der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung u. Peter Feldmann,
Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main schnitten gemeinsam die Senckenberg-Geburtstagstorte an. Zuvor hatten sie bei einem Pressegespräches einen kurzen Überblick über die Entwicklung und Bedeutung der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung in den letzten 200 Jahren gegeben und die fünf Schwerpunkte des Festprogramms für 2017 vorgestellt. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier goddenthow

Frankfurt, den 16.01.2017. In diesem Jahr wird die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN) 200 Jahre alt. Unter dem Motto „Senckenberg forscht für IHR Leben gern“ feiert die Gesellschaft dieses Ereignis mit einem großen Programm über das gesamte Jahr hinweg und an allen elf Standorten in Deutschland: Ausstellungen und Führungen, Wettbewerbe, ein Wissenschaftskongress, ein Festakt und ein großes Bürgerfest am 19. November 2017 im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt sowie viele weitere Veranstaltungen gehören dazu. Hierbei steht, dem Motto gemäß, die Senckenberg-Forschung im Fokus.

Höchstpersönlich erläuterte der von schweren Schicksalsschlägen geprüfte Johann Christian Senckenberg, wie er  in »Ermangelung ehelicher Leibes-Erben« sowie aus Liebe »zu meinem Vaterland« die Beweggründe, sein gesamtes Vermögen für »bessere Gesundheits-Pflege hiesiger Einwohner, und Versorgung der armen Kranken gerichtet« gestiftet hatte. Foto: Diether v. Goddenthow
Höchstpersönlich erläuterte der von schweren Schicksalsschlägen geprüfte Johann Christian Senckenberg, wie er in »Ermangelung ehelicher Leibes-Erben« sowie aus Liebe »zu meinem Vaterland« die Beweggründe, sein gesamtes Vermögen für »bessere Gesundheits-Pflege hiesiger Einwohner, und Versorgung der armen Kranken gerichtet« gestiftet hatte. Foto: Diether v. Goddenthow

„Wer nicht neugierig ist, erfährt nichts“, sagte schon Johann Wolfgang von Goethe. Der Neugier von 32 wissenschaftlich interessierten Frankfurter Bürgern ist es zu verdanken, dass die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung am 22. November 1817 gegründet wurde. Am Anfang der Senckenberg-Geschichte standen eine Bürgergesellschaft und ein kleines naturkundliches Museum in Frankfurt am Main, in dem die frühen Forschungsreisenden nie zuvor Gesehenes einem staunenden Publikum vor Augen führten. Seitdem ist viel passiert: Die Neugier und die Begeisterung für die Natur teilen inzwischen rund 800 Senckenbergerinnen und Senckenberger an elf Standorten in ganz Deutschland. Darunter sind 300 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, die an Projekten auf der ganzen Welt forschen – von der Tiefsee bis in den Himalaya, von der Arktis bis zur Wüste Gobi – mit einem großen Ziel: das System Erde als Ganzes zu verstehen und einen nachhaltigen Umgang damit zu ermöglichen. In mittlerweile vier Museen in Frankfurt am Main, Dresden, Görlitz und Tübingen werden die Ergebnisse anschaulich präsentiert. Über 7.000 Mitglieder tragen inzwischen die gemeinnützig arbeitende Gesellschaft.

„Es ist großartig, auf diese bemerkenswerte Geschichte zurückzublicken und zu sehen, wie aus der Begeisterung und Neugier einzelner Bürger und dem Engagement vieler eines der größten und renommiertesten Forschungsinstitute in Deutschland geworden ist“, sagt Senckenberg-Generaldirektor Prof. Dr. Dr. h. c. Volker Mosbrugger und fährt fort: „Für dieses einmalige bürgerschaftliche Engagement wollen wir uns im Jubiläumsjahr bedanken und auch neue Freunde und Förderer gewinnen, die mit uns gemeinsam bevorstehende Meilensteine wie die Erneuerung des Frankfurter Museums realisieren.“

Familienfestim Senckenberg Naturmuseum Frankfurt, Foto Senckenberg
Familienfestim Senckenberg Naturmuseum Frankfurt, Foto Senckenberg

Das Jubiläumsjahr startet mit einem glamourösen Highlight am 28. Januar: Die Galaveranstaltung Senckenberg night steht unter dem Motto „Der blaue Planet“. Höhepunkt der jährlich stattfinden Feier ist die Verleihung des Senckenberg-Preises in den Kategorien Natur-Forschung und Natur-Engagement, die in diesem Jahr an den Wissenschaftler und Ozeanographen Prof. Dr. Craig Smith aus Hawaii sowie den Musiker Rea Garvey für sein Projekt „Clear Water“ in Ecuador gehen. Wenige Restkarten können noch unter www.senckenbergnight.de erworben werden. Zu den weiteren Glanzpunkten des Jubiläums zählen ein Festakt im August/September, an dem unter anderem Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier und der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann teilnehmen, sowie ein großes Familienfest im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt am 19. November, drei Tage vor dem Gründungsdatum der Gesellschaft.

senckenbergdisplaysDie Erforschung der Natur und ihr Erhalt ist das zentrale Anliegen Senckenbergs und steht deshalb im Fokus einer Vielzahl von Veranstaltungen im Jubiläumsjahr. Gemeinsam mit dem Medienpartner hr-iNFO stellt Senckenberg Forschungsprojekte vor, bei denen Bürger und Bürgerinnen mitmachen können, indem sie Beobachtungen melden, Messungen durchführen oder Daten auswerten. Mit der Frankfurter Rundschau ist ein Stadtgespräch zum Thema Artenschutz in Frankfurt geplant, und im ZDF wird im November die Senckenberg-Nacht der Wissenschaft zum Thema Biodiversität ausgestrahlt. Einen Einblick in die Forschung geben zudem Tage der offenen Tür an den Senckenberg-Standorten in Görlitz, Tübingen, Müncheberg, Gelnhausen und Dresden sowie populärwissenschaftliche Vortragsreihen in Frankfurt und Weimar. Und auf einem großen internationalen Fachkongress im Oktober tauschen sich Forschende erstmals disziplinübergreifend zum Thema Geobiodiversität aus und beraten über künftige Forschungsschwerpunkte.

Im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt begleiten drei Sonderausstellungen das Jubiläumsjahr. Bereits am 20. Januar eröffnet die Ausstellung „Die dünne Haut der Erde – Unsere Böden“, erstellt von Bodenzoologen am Senckenberg-Standort in Görlitz. Geschrumpft auf die Körpergröße eines Käfers können Besucherinnen und Besucher in der Ausstellung das Leben im Boden aus einer neuen Perspektive entdecken. Die Ausstellung „200 Jahre Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung“ gibt ab Juni einen Überblick zu den Highlights der Geschichte Senckenbergs aus der Forschungsperspektive. In der Ausstellung „Vielfalt schafft Leben“ öffnet Senckenberg ab dem 29. September die Forschungssammlung für die Öffentlichkeit und zeigt in einer 15 Meter breiten und über vier Meter hohen Vitrine die beeindruckende Vielfalt von 6.000 Objekten vom winzigen Käfer, seltenen Pflanzen und außergewöhnlichen Fossilien bis zum Okapi.

Im Rahmen der Reihe „Kultur trifft Natur“ gratulieren Chor und Orchester des Collegium Musicum der Goethe-Universität mit zwei Konzerten am 13. Juli auf dem Campus Westend und am 2.November im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt. Bei dem Fotowettbewerb „Ich und mein Senckenberg“ können Senckenberg-Fans vom 26. Juni bis 16. Juli ihren gelungensten Schnappschuss zu ihrem schönsten Senckenberg-Erlebnis in den sozialen Netzwerken Instagram und Facebook mit dem Schlagwort #MeinSenckenberg einreichen.

Anlässlich des Jubiläumsjahres erscheinen gleich mehrere Publikationen: Die wichtigsten sind eine Chronik in zwei Bänden mit einem Überblick der Highlights der Senckenberg-Forschung aus den letzten 25 Jahren sowie Berichten aus den wissenschaftlichen Abteilungen, eine Monografie des Historikers Andreas Hansert zur Geschichte der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung in der NS-Zeit, ein Buch mit Geschichten anhand ausgewählter Funde aus dem Senckenberg-Archiv sowie ein populärwissenschaftlicher, bunt bebilderter Bericht über die aktuelle Forschung der letzten beiden Jahre.

senckenbergspendenAlle Veranstaltungen des Jubiläumsjahres, Informationen über die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung sowie aktuelle Projekte sind auf der Jubiläumswebseite www.200jahresenckenberg.de sowie in den Social-Media-Kanälen unter dem Hashtag #Senckenberg200 zu finden.