Kategorie-Archiv: Hessisches Landesmuseum Wiesbaden

Eine der bedeutendsten europäischen Privatsammlungen des Jugendstils und Symbolismus öffnet am 29.6.2019 für immer im Wiesbadener Museum für Kunst und Natur

Der dem Foyer folgende  Raum ist der Idee des Gesamtkunstwerks des Jugendstils gewidmet. Dabei spielt der Einsatz  von elektrischem Licht eine besondere Rolle, mit dem sie eine künstlich beleuchte Welt aus Blumenblättern und Früchten auf transparentem Glas zauberten. Louis Comfort Tiffanys berühmter Ausspruch »Das Licht der Lampe soll uns jederzeit die Sonnenstunden des Tages herbei ¬ zaubern« steht stellvertretend für den Fortschrittsglauben der Künstler der Zeit“ (zit. N. Begleitkatalog,  S. 34.) © Foto: Diether v. Goddenthow
Der dem Foyer folgende Raum ist der Idee des Gesamtkunstwerks des Jugendstils gewidmet. Dabei spielt der Einsatz von elektrischem Licht eine besondere Rolle, mit dem sie eine künstlich beleuchte Welt aus Blumenblättern und Früchten auf transparentem Glas zauberten. Louis Comfort Tiffanys berühmter Ausspruch »Das Licht der Lampe soll uns jederzeit die Sonnenstunden des Tages herbei ¬ zaubern« steht stellvertretend für den Fortschrittsglauben der Künstler der Zeit“ (zit. N. Begleitkatalog, S. 34.) © Foto: Diether v. Goddenthow

Mit der millionenschweren Schenkung der Familie Ferdinand Neess steigt das Hessische Landesmuseum für Kunst und Natur Wiesbaden zu einem der international bedeutendsten Häuser für Jugendstil und Symbolismus auf. Morgen, am 29. Juni 2019, wird parallel zum Museumsfest (Beginn 17.00 Uhr) mit der Dauer-Ausstellung „Jugend­stil. Schen­kung Samm­lung F. W. Neess“ um 18.00 Uhr der neue permanente Sammlungsbereich der Galerien im Südflügel seiner Bestimmung übergeben. Die neue Jugendstil-Dauerausstellung präsentiert auf 800 qm Ausstellungsfläche in sieben Räumen über 500 Objekte von höchster Qualität, darunter komplette Möbelensembles, Lampen, Glasarbeiten, Silber, Keramik und 63 Gemälde, Pastelle und Aquarelle unter anderem von Franz von Stuck, Heinrich Vogeler und Gustave Moreau, die sich als „Gesamtkunstwerk“ in den neu gestalteten Ausstellungsräumen vereint finden.

Kunstministerin Angela Dorn. © Foto: Diether v. Goddenthow
Kunstministerin Angela Dorn. © Foto: Diether v. Goddenthow

Es sei „ein großer Tag für das Museum Wiesbaden und ein Anlass zu großer Dankbarkeit“, betonte die Hessische Kunstministerin Angela Dorn beim gestrigen Pressegespräch, und dankte Ferdinand Wolfgang Neess und seiner Frau Danielle im Namen der hessischen Landesregierung „und aller künftigen, hoffentlich zahlreichen Besucherinnen und Besucher des Landesmuseums dafür, dass wir in den Genuss dieser großartigen Sammlung kommen dürfen.“ Die Ministerin hob hervor, dass das die morgige Eröffnung einen „ Meilenstein in der Geschichte des Museums Wiesbaden“ markiere. Denn nunmehr könne das Landesmuseum Wiesbaden nun Kunst- und Kulturgeschichte von 1850 bis in die Gegenwart durchgängig in Spitzenwerken präsentieren. „Besonders freut mich,“ so Dorn,“ dass der Jugendstil ab jetzt mit Wiesbaden einen neuen prominenten Ort auf der hessischen Landkarte bekommen hat, neben dem Landesmuseum und der Mathildenhöhe in Darmstadt und den Kuranlagen in Bad Nauheim.“

Ausstellungs-Impression. © Foto: Diether v. Goddenthow
Ausstellungs-Impression. © Foto: Diether v. Goddenthow

Die auf einen Wert von mindestens 41 Millionen Euro geschätzte Ausstellung hat nach ihrem Umzug aus der von Josef Beitscher 1901/02 erbauten Jugendstil-Villa »Weisse Haus« in der Bingertstraße 10, nunmehr ihren neuen Ausstellungsort auf der Ebene 1 des Südflügels des Museums, in den historischen Ausstellungsräumen der Nassauischen Altertümer gefunden. Für die 1,5 Millionen Euro teure Sanierung steuerte die Familie Neess noch einmal eine Millionen dazu. Mit der neuen dauerhaften Nutzung würden, so Direktor Alexander Klar, die von Theodor Fischer für die Ausstellung von Objekten und Skulpturen vorgesehenen Räume wieder ihrer ursprünglichen Anmutung als Tageslichtgalerien für Objekte zugeführt. „Theodor Fischers Raumfolge ist eine für die Präsentation von Objekten, Möbeln und Interieurs maßgeschneiderte Architektur, die nun wieder ihre ursprüngliche Erscheinung als Ausstellungsräume für eine kulturhistorische Sammlung erhalten hat.“, sagte Klar und dankte allen Unterstützern, die es möglich gemacht haben, die Sammlung Neess in diesen Räumen zu zeigen, darunter in erster Linie den Stiftern, dem Land Hessen, der Hessischen Kulturstiftung und der Stadt Wiesbaden und insbesondere Peter Forster, Kustos Alte Meister und Jugendstil Sammlung F.W. Neess. Peter Forster ist es maßgeblich zu verdanken, dass die Schenkung ans Museum Wiesbaden kam und die Ausstellung aus dem Privatbereich des „Weissen Hauses“ so gekonnt ins Wiesbadener Museum überführt und zu dieser sensationellen, wissenschaftlich fundierten Präsentation gebracht werden konnte.

Peter Forster, Kustos Alte Meister und Jugendstil Sammlung F.W. Neess führt durch die auch brillant präsentierte Jugendstilausstellung Hier erläutert er die große Bodenvase mit Masken, deren Besonderheit in der Entwicklung der sich an der französischen Kunstkeramit orientierenden Steinzeugserie Grès-Bijou lag. © Foto: Diether v. Goddenthow
Peter Forster, Kustos Alte Meister und Jugendstil Sammlung F.W. Neess führt durch die auch brillant präsentierte Jugendstilausstellung Hier erläutert er die große Bodenvase mit Masken, deren Besonderheit in der Entwicklung der sich an der französischen Kunstkeramit orientierenden Steinzeugserie Grès-Bijou lag. © Foto: Diether v. Goddenthow

Stifter Ferdinand Wolfgang Neess sei ein „Pionier in der Wiederentdeckung des Jugendstils“, sagte Peter Forster, denn er habe zu einem Zeitpunkt Jugendstil zu sammeln begonnen , als diese Kunstrichtung nicht hoch im Kurs stand. Wie kaum ein zweiter Sammler habe er sich in den Stil der Jugend eingefühlt, habe deren Credo der Einheit aus Kunst und Leben zu seinem eigenen gemacht. Und das von ihm selbst so apostrophierte Bauchgefühl habe ihn niemals im Stich gelassen. Neess sei immer, so Foster, von seiner Fachkompetenz geleitet gewesen. „Mit einer einzigartigen Treffsicherheit hat er sich der Materie angenommen und eine Sammlung aufgebaut, die aus dem Geist des Gesamtkunstwerks geboren und selbst zum Gesamtkunstwerk geworden ist und die europaweit ihresgleichen sucht“, lobt der Kustos das hohe Niveau der Schenkung Neess. Forster dankte der Familie Neess, insbesondere auch Direktor Alexander Klar, der ihn habe „machen lassen“, seinem engagierten Mitarbeiterteam.

Filmaufnahmen der Tänzerin Loïe Fuller (1862-1928) mit Nutzung von Lichteffekten im Foyer-Bereich. © Foto: Diether v. Goddenthow
Filmaufnahmen der Tänzerin Loïe Fuller (1862-1928) mit Nutzung von Lichteffekten im Foyer-Bereich. © Foto: Diether v. Goddenthow

Der Rundgang beginnt mit historischen Filmaufnahmen der Tänzerin Loïe Fuller (1862-1928), einer Amerikanerin, die sich das kurz zuvor erfundene elektrische Licht auf der Bühne zu eigen machte, und mit ihrem Tanz auf der Pariser Weltausstellung 1900 die Kunstwelt inspirierte. Parallel dazu wird eine bedeutende Quelle für den biomorphen Formenschatz des Jugendstils im Vorraum des Saales der Formenvielfalt mit lithografischen Bildtafeln aus Ernst Haeckels (1834-1919) Kunstformen der Natur vorgestellt, zumal die Natur von Beginn an das Wörterbuch der Jugendstilkünstler bildete. Der folgende Ausstellungsraum beschäftigt sich mit der Idee des „Gesamtkunstwerks“. Eine besondere Rolle spielte dabei auch hier der Einsatz von elektrischem Licht. Die Jugendstilkünstler schufen mit ihrem Fantasie¬ und Formenreichtum eine künstlich beleuchtete Welt aus Blumenblättern und Früchten auf transparentem Glas.

Wohnen im individuellen Gesamtkunstwerk - Ausstellungs-Raum D. © Foto: Diether v. Goddenthow
Wohnen im individuellen Gesamtkunstwerk – Ausstellungs-Raum D. © Foto: Diether v. Goddenthow

Die Kunst sollte insgesamt den privaten Lebensraum vollständig durchdringen, Alltagsgegenstände wurden künstlerisch überformt und das Ideal ging dabei über das bloße Wohnen inmitten der Kunst weit hinaus; erfüllte sich erst in einer existenziellen Verschränkung von Leben und Kunst. Der zweite Raum konzentriert sich auf Art Nouveau in Frankreich. In Form einer begehbaren Skulptur mit Hauscharakter vereint er die wesentlichen Strömungen der floral¬ symbolistischen Variante des Jugendstils. Wichtige Positionen sind Hector Guimard und Vertreter der École de Nancy, des Zentrums des Art Nouveau, mit ihren Hauptprotagonisten Émile Gallé und Louis Majorelle. Frauenbilder und Geschlechterrollen um 1900 sind Schwerpunkt zahlreicher Gemälde und Objekte. Ein weiterer Raum ist der Weltausstellung 1900 in Paris gewidmet. Zahlreiche Objekte aus der Sammlung befanden sich in der Kunstausstellung und werden atmosphärisch von originalen Film¬ und Bildaufnahmen umfangen. Ferner stellt ein Ausstellungsraum die Wiener Werkstätte und die sogenannte Wiener Secession vor. Der Rundgang endet mit der deutschen Ausprägung des Jugendstils und präsentiert Künstlerpositionen zwischen München und Worpswede.

Zahlreiche der gezeigten Exponate  wurden auf der Pariser Weltausstellung ausgestellt. © Foto: Diether v. Goddenthow
Zahlreiche der gezeigten Exponate wurden auf der Pariser Weltausstellung ausgestellt. © Foto: Diether v. Goddenthow

Die Eröffnung der Jugendstilschenkung wird im Rahmen des eigens aus diesem Anlass ins Leben gerufene „Jugendstiljahr Wiesbaden 2019/2020“ über die Dauer eines Jahres würdig gefeiert. Rund um die morgige Eröffnung im Museum Wiesbaden warten übers Jahr verteilt, zahlreiche Wiesbadener Institutionen mit einem vielfältigen und abwechslungsreichen Programm auf. Mehr Informationen unter www.jugendstiljahr.de

Ort:
museum-wsbMuseum Wiesbaden
Friedrich-Ebert-Allee 2,
65185 Wiesbaden

Weitere Informationen Jugendstilausstellung!

Zum ersten Mal in Deutschland: Joanna Pousette-Dart „Die Leinwand als Landschaft“ im Landesmuseum Wiesbaden

Ausstellungs-Impression der Künstlerin Joanna Pousette-Dart, Jahrgang 1947, lebt und arbeitet heute in New York. Die ausbalancierten Bogenformen der abstrakten zugleich aber farbenfrohdynamischen Arbeiten Pousette-Darts laden die Betrachter ein, die Licht- und Farbspiele in immer neuen Variationen zu erkunden.  © Foto: Diether v. Goddenthow
Ausstellungs-Impression der Künstlerin Joanna Pousette-Dart, Jahrgang 1947, lebt und arbeitet heute in New York. Die ausbalancierten Bogenformen der abstrakten zugleich aber farbenfrohdynamischen Arbeiten Pousette-Darts laden die Betrachter ein, die Licht- und Farbspiele in immer neuen Variationen zu erkunden. © Foto: Diether v. Goddenthow

Gestern Abend eröffneten Dr. Alexander Klar, Direktor des Museums Wiesbaden und der Kurator der Ausstellung, Dr. Jörg Daur, Stellvertretender Direktor sowie Kustos moderne und zeitgenössische Kunst, die erste in Deutschland gezeigte Ausstellung der bekannten US-amerikanischen Künstlerin Joanna Pousette-Dart (*1947). Die New Yorkerin ergründe, so Daur in seiner Einführung, in ihren großformatigen Wandtafeln die Weite lichtdurchfluteter Landschaften. Bereits seit den 1970er-Jahren seien die Leinwände, auf denen ihre Gemälde entstünden dynamisch-ausbalancierte Tafeln, deren gekurvte Formen Horizontlinien, sich wandelnde Lichtverhältnisse und den weit ausgreifenden Raum zu fassen suchten. Neben diesen landschaftlichen Bezügen prägten ornamentale Formen, historische romanische, wie auch islamische und indigene Einflüsse ihre Malerei. Eine Malerei, die sich zwischen Landschaft und Abstraktion bewege, so der Kurator.

Die ausbalancierten Bogenformen der abstrakten zugleich aber farbenfrohdynamischen Arbeiten Pousette-Darts laden die Betrachter ein, die Licht- und Farbspiele in immer neuen Variationen zu erkunden. Ab dem 29. März 2019 präsentiert das Museum Wiesbaden 25 ihrer ‚shaped canvases‘, ergänzt durch 13 Arbeiten auf Papier in der ersten Einzelausstellung der Künstlerin in Deutschland.

Joanna Pousette-Dart lebt und arbeitet in New York. Ab Mitte der 1970er-Jahre reist sie wiederholt nach New Mexico und entwickelt zu dieser Zeit ihre charakteristische Formensprache. Sie entwickelt die traditionell rechteckige Leinwand weiter zu ‚shaped canvases‘, dynamisch-ausbalancierten Tafeln, deren gekurvte Formen Horizontlinien, sich wandelnde Lichtverhältnisse, und ihr linearer Aufbau den weit ausgreifenden Raum zu fassen suchen. Ihre Arbeiten erscheinen vertikal gestapelt.
Jedes Element hat eigens auf die Arbeit abgestimmte Maße, seine Umrissformen bestimmen die farbige Binnenstruktur, so dass sich die einzelnen Elemente in Farbe, Größe und Form voneinander unterscheiden. Dabei ist die Farbwahl der Künstlerin klar strukturiert, mit einer leicht pastelligen Farbpalette. Verbindendes Glied der shaped canvases ist eine lineare Struktur, welche die geschwungene Form widerspiegelt, aber nicht wiederholt. So beziehen sich die einzelnen Formen von Pousette-Darts Komposition fast wie ein Echo aufeinander.

Neben landschaftlichen Assoziationen – so schafft Pousette-Dart beispielsweise mit Farbtönen wie Rot und kontrastreichem Gelb-Orange einen Eindruck der Landschaft der American Southwest Desert – prägen ornamentale Formen, historische romanische, wie auch islamische und indigene Einflüsse ihre Malerei. Eine Malerei, die sich zwischen Landschaft und Abstraktion bewegt und dabei auf eine Weise mit Linien, Farben und Formen spielt, die äußerst modern erscheint und doch einen ausgesprochen poetischen Ausdruck findet. Die geschwungenen Linien der Arbeiten Pousette-Darts nehmen den Betrachter mit auf eine imaginäre Reise durch weite Räume, lichtdurchflutete Landschaften.

„Mit den Shaped Canvases begann ich in Galisteo, New Mexico. Die gebogene Form ermöglichte es mir, einen Bildausdruck zu entwickeln, der sich auszudehnen scheint, der Bewegung andeutet und der einen Ausdruck der unermesslichen Weite und Wandlungsfähigkeit des Raumes zu ermöglichen schien, den ich dort erfahren hatte. Ich verstand diese Bilder als eine Art Dialog zwischen mir selbst und dem fernen Horizont.“ Joanna Pousette Dart

Die Ausstellung Joanna Pousette-Dart (29. März – 30. Juni 2019) stellt das Werk der US-amerikanischen Künstlerin zum ersten Mal in Deutschland vor. Es ist die erste umfassende Museumsausstellung der Künstlerin überhaupt. In einem thematisch angelegten Rundgang zeigt die Schau auf rund 600 qm Ausstellungsfläche 25 Wandtafeln und 13 Arbeiten auf Papier aus den letzten fünfzehn Jahren.

Begleitend zur Ausstellung erscheint im Mai ein gleichnamiger Ausstellungskatalog mit aktuellen Installationsansichten der Wiesbadener Präsentation.

Laufzeit der Ausstellung: 29. März – 30. Juni 2019
https://museum-wiesbaden.de/joanna-pousette-dart

Forms larger and bolder: Überblicksschau zu Eva Hesses Zeichnungen im Museum Wiesbaden

Kurator und Hesse-Experte Dr. Jörg Daur, stellvertretender Direktor Kustos moderne und zeitgenössische Kunst, beim Presserundgang in der neuen Überblicksausstellung "Eva Hesse – Zeich­nun­gen" vom 15.3. bis 23.06. 2019 © Foto: Diether v. Goddenthow
Kurator und Hesse-Experte Dr. Jörg Daur, stellvertretender Direktor Kustos moderne und zeitgenössische Kunst, beim Presserundgang in der neuen Überblicksausstellung „Eva Hesse – Zeich­nun­gen“ vom 15.3. bis 23.06. 2019 © Foto: Diether v. Goddenthow

Das Hessische Landesmuseum Wiesbaden rückt fünfzehn Jahre nach der groß angelegten Retrospektive in einer Überblicksausstellung „Eva Hesse – Zeichnungen“ (15. März– 23. Juni 2019) erneut das Schaffen einer der bedeutendsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts seinen Mittelpunkt. Vernissage ist am 14. März um 19.00 Uhr.

Die wenigsten wissen, dass das Museum Wiesbaden der wohl wichtigste Sammler von Werken von Eva Hesse (1936–1970) in Europa ist. Tatsächlich seien dies zahlenmäßig lediglich fünf skulpturale Arbeiten, drei Gemälde und drei Zeichnungen. Das sei aber bei Eva Hesse schon sehr viel, so Dr. Jörg Daur, stellvertretender Direktor, Kustos moderne und zeitgenössische Kunst, und Kurator der Ausstellung. Dauer hat bereits die erste Hesse-Ausstellung 2002, damals noch als Assistent, mitorganisiert und über die Ausnahmekünstlerin promoviert. Denn in ihrem kurzen Leben konnte Eva Hesse im Bereich der Malerei und der Skulptur nur wenig mehr als 100 Arbeiten überhaupt schaffen, so der Kurator heute beim Presserundgang. Eva Hesse ist 1970 im Alter von 34 Jahren an einem Gehirnturmor viel zu früh verstorben.
Insofern sei es „auch immer ein bisschen schwierig beim Werk von Eva Hesse von Früh- und Spätwerk, von Chronologie und Entwicklung zu reden“. Es handele sich letztlich eben nur um eine Schaffensperiode von 10 Jahren. Aber in diesen 10 Jahren sei wirklich Wesentliches passiert, „was uns auch hier im Museum Wiesbaden seit vielen Jahren beschäftigt“, so Daur. Allerdings sei neue Ausstellung, „natürlich eine andere als damals, wobei der Fokus jetzt nicht auf dem skulpturalen Werk, sondern auf den Zeichnungen liege.

Ein Grund dafür sei natürlich auch, dass seit der Wiederentdeckung von Eva Hesses Werk nach Erscheinen ihres Werkverzeichnisses 1989 mit der folgenden Rezeptionsgeschichte in den 1990er Jahren die Skulpturen im Wert so extrem gestiegen sind, dass sie kaum mehr verliehen werden, da sich selbst größere Häuser die horrenden Versicherungssummen kaum mehr leisten können. Insofern ist das Museum Wiesbaden natürlich sehr glücklich über seinen eigenen Fundus.

Dennoch ist es zum ersten Mal mit der Ausstellung „Eva Hesse – Zeichnungen“ gelungen das gesamte Schaffen der US-amerikanischen Künstlerin mit deutschen Wurzeln in den Fokus zustellen. Anhand der 72, teils kleinformatigen zeichnerischen Arbeiten lassen sich unterschiedliche Stränge in Hesses Werk verfolgen und Rückschlüsse auf die Gemeinsamkeiten und Differenzen zwischen Zeichnung, Malerei und Skulptur ziehen. Die Ausstellung zeigt in einem chronologisch angelegten Rundgang frühe Studienskizzen neben malerischen Gouachen und Aquarellen, dazu expressive Tusch- und Farbstiftzeichnungen, Collagen wie auch Konstruktionszeichnungen und Entwürfe für skulpturale Arbeiten. Eine Auswahl von Gemälden und Skulpturen aus der Sammlung des Museums Wiesbaden ergänzen die Schau, der Großteil der Leihgaben speist sich aus den Beständen des Allen Memorial Art Museums, Oberlin College (Ohio).

Die Künstlerin selbst sei natürlich auch mit ihrem deutschen Bezug zu sehen, so der Kurator. Eva Hesse, 1936 in Hamburg als zweite Tochter eines renommierten Rechtsanwalts geboren, wird im Rahmen der elterlichen Fluchtpläne nach den Ereignissen der Reichspogromnacht bereits 1938 mit ihrer älteren Schwester Helen über Amsterdam nach London geschickt und von dort ging es dann 1939 in die USA nach New York, wo die Familie, wieder zusammengeführt, sich in der deutsch-jüdischen Nachbarschaft in Washington Heights niederließ. Eva Hesse, die ihr malerisches Talent wohl von ihrer künstlerisch begabten Mutter geerbt hatte, und nach der elterlichen Scheidung und Selbstmord ihrer Mutter, zunächst beim sorgeberechtigten Vater aufwuchs, studierte später an der Cooper Union School und an der Yale School of Art and Architecture. 1961 heiratete sie den berühmten Bildhauer Tom Doyle.
Damals war sie als Künstlerin noch völlig unbedeutend, galt eher als Ehefrau des großen Bildhauers, die eben auch Kunst studiert hatte, so Daur. Das sollte sich aber bald ändern, nachdem sie zusammen mit Doyle von 1964 bis 1965 ein Jahr lang in Deutschland, Kettwig an der Ruhr, auf Einladung des Industriellenpaares Isabell und Friedrich Arnhard Scheidt verbrachte. Hier fand sie zu ihrer eigenen Kunst, arbeitete schließlich nur noch figural.

Während des Deutschlandaufenthalt unternehmen sie gemeinsam Reisen durch ganz Europa, unter anderem nach Kassel (Besuch der documenta 3), Basel, Bern, Brüssel, Paris, Rom, Florenz, Zürich und Berlin. Im Atelier des stillgelegten Teils der Scheidt’schen Textilfabrik entstehen Zeichnungen und Gemälde mit Motiven der dort herumliegenden Maschinenteile. Im März 1965 entsteht Hesses erstes Relief Ringaro und Arosie. Im Mai stellt sie im Gewächshaus auf dem Scheidt’schen Anwesen ihre fünf Reliefs und Maschinenzeichnungen aus. Die Kunsthalle Düsseldorf zeigt unter dem Titel „Materialbilder und Zeichnungen“ im August alle vierzehn Reliefs. Im September kehren Hesse und Doyle nach New York zurück.

New York 1966–1970 Im Januar 1966 trennt sich das Paar. Im August stirbt Wilhelm Hesse. Im September zeigt Hesse in der von Lucy Lippard kuratierten Ausstellung „Eccentric Abstraction“ in der Fischbach Gallery Metronomic Irregularity II. Zu Hesses Freundeskreis gehören inzwischen Robert Smithson, Nancy Holt, Dan Graham, Mel Bochner, Donald und Julie Judd sowie Dan und Sonja Flavin. Im Januar 1967 geht Hesse bei der Fischbach Gallery unter Vertrag. In der School of Visual Arts nimmt sie gemeinsam mit Louise Bourgeois und Paul Thek an einer Podiumsdiskussion über erotischen Symbolismus teil. Sie entdeckt Latex als künstlerischen Werkstoff und es entstehen erste Teststücke.

Ab 1968 experimentiert Hesse zusammen mit Doug Johns mit Fiberglas und Polyester. Im September übernimmt sie einen Lehrauftrag an der School of Visual Arts. Ihre erste Ausstellung als Objektkünstlerin feiert Hesse im November in der Fischbach Gallery mit der Ausstellung „Eva Hesse: Chain Polymers“. Im Januar 1969 vollendet Hesse die beiden Arbeiten Sans III und Vinculum II, die für die Ausstellung „Live in Your Head. When Attitudes Become Form“ von Harald Szeemann in der Kunsthalle Bern bestimmt sind. Sie nimmt einen Lehrauftrag an der Boston Museum School an. Im März mehren sich die Anzeichen einer beginnenden Krankheit und sie ist zunehmend auf Hilfe durch die Assistenten Doug Johns und Martha Schieve angewiesen. Die Ärzte diagnostizieren einen Hirntumor. Trotz ihrer Erkrankung ist mit der Beteiligung an 21 Gruppenausstellungen 1969 das Jahr ihrer großen Ausstellungserfolge.

Im Mai 1970 erscheint ein ausführliches Interview mit Cindy Nemser. Ende März wird sie zum dritten Mal an einem Gehirntumor operiert. Im Frühjahr findet eine Einzelausstellung ihrer Zeichnungen in der Fischbach Gallery statt und sie beteiligt sich an einer Gruppenausstellung im Owens-Corning Fiberglas Center in New York. Nachdem Eva Hesse eine Woche im Koma liegt stirbt sie am 29. Mai im Alter von 34 Jahren.

Die Ausstellung „Eva Hesse – Zeichnungen“ stellt das gesamte Schaffen der US-amerikanischen Künstlerin in den Fokus. Anhand der 72, teils kleinformatigen zeichnerischen Arbeiten lassen sich unterschiedliche Stränge in Hesses Werk verfolgen und Rückschlüsse auf die Gemeinsamkeiten und Differenzen zwischen Zeichnung, Malerei und Skulptur ziehen. Die Ausstellung zeigt in einem chronologisch angelegten Rundgang frühe Studienskizzen neben malerischen Gouachen und Aquarellen, dazu expressive Tusch- und Farbstiftzeichnungen, Collagen wie auch Konstruktionszeichnungen und Entwürfe für skulpturale Arbeiten. Eine Auswahl von Gemälden und Skulpturen aus der Sammlung des Museums Wiesbaden ergänzen die Schau, der Großteil der Leihgaben speist sich aus den Beständen des Allen Memorial Art Museums, Oberlin College (Ohio).

Diese Ausstellung wurde organisiert in Zusammenarbeit mit dem Estate of Eva Hesse, der Galerie Hauser & Wirth sowie dem Allen Memorial Art Museum, Oberlin College.

Laufzeit der Ausstellung: 15. März – 23. Juni 2019
https://museum-wiesbaden.de/hesse

Begleitpublikation
eva-hesse-publikationDie Publikation „Eva Hesse – Unheimlich lustig“, 2019, MuWi-Buch / MuWi Book (ISBN: 978-3-89258-122-2, Preis: 14,50 Euro) beschreibt Werk und Schaffen sowie systematisch die Eva Hesses Ausstellung. Es ist sehr empfehlenswert.

 

 

 

Auswahl der wichtigsten Ausstellungen

Einzelausstellungen (Auswahl)
1963 Eva Hesse, Recent Drawings, Allan Stone Gallery, New York
1965 Eva Hesse. Materialbilder und Zeichnungen, Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen / Kunsthalle Düsseldorf, Düsseldorf
1968 Eva Hesse. Chain Polymers, Fischbach Gallery, New York
1970 Eva Hesse. New Drawings, Fischbach Gallery, New York
1972 Eva Hesse. A Memorial Exhibition, Solomon R. Guggenheim Museum, New York; Albright-Knox Art Gallery, Buffalo; Museum of Contemporary Art, Chicago; Pasadena Museum of Modern Art, Pasadena; University Art Museum, Berkeley
1979 Eva Hesse. Sculpture, Whitechapel Art Gallery, London; Rijksmuseum Kröller-Müller, Otterlo; Kestner-Gesellschaft, Hannover
1992 Eva Hesse. A Retrospective, Yale University Art Gallery, New Haven; The Hirshhorn Museum and Sculpture Garden, Smithsonian Institute, Washington
2002 Eva Hesse Retrospective, San Francisco Museum of Modern Art, San Francisco; Museum Wiesbaden, Wiesbaden; Tate Modern, London
2013 Eva Hesse. One More than One, Hamburger Kunsthalle, Hamburg

Gruppenausstellungen (Auswahl)
1961 Drawings. Three Young Americans, John Heller Gallery, New York
1966 Eccentric Abstraction, Fischbach Gallery, New York
1969 Live in Your Head. When Attitudes Become Form. Works, Concepts, Processes, Situations, Information, Kunsthalle Bern, Bern; Museum Haus Lange, Krefeld; ICA – Institute of Contemporary Art, London

Führungen und Veranstaltungen

Öffentliche Führungen
Sa 16 Mär 15:00 Uhr
So 17 Mär 15:00 Uhr
Sa 23 Mär 15:00 Uhr
So 31 Mär 15:00 Uhr
So 7 Apr 15:00 Uhr
So 14 Apr 15:00 Uhr
Fr 19 Apr 15:00 Uhr
Mo 22 Apr 15:00 Uhr
So 28 Apr 15:00 Uhr
Sa 4 Mai 15:00 Uhr
Di 14 Mai 18:00 Uhr Kuratorenführung
So 12 Mai 15:00 Uhr
Di 14 Mai 18:00 Uhr
Di 28 Mai 18:00 Uhr
So 2 Jun 15:00 Uhr
Sa 15 Jun 15:00 Uhr
So 23 Jun 15:00 Uhr

Vortrag
Do 25 Apr 18:00 Uhr
Zwischen Gemälde und Skulptur –Die Zeichnung im Werk von Eva Hesse. Mit Dr. Renate
Petzinger. In Kooperation mit den Freunden des Museums Wiesbaden e.V.

Film
Do 4 Apr 17:30 Uhr
„Eva Hesse“. Regie: Marcie Begleiter, 2015. In Kooperation mit der Caligari FilmBühne.

Kunstpause
Mi 3 Apr 12:15 Uhr
Mi 12 Jun 12:15 Uhr
Art after Work
Di 16 Apr 19:00 Uhr
Kunst und Religion
Di 2 Apr 18:30 Uhr

„Preziosen auf Papier“ – Eva Hesse, ohne Titel, 1965
60+
Di 16 Apr 15:00 Uhr
Kunst und Kuchen
Do 11 Apr 15:00 Uhr

Angebote für Kinder und Familien
Sa 23 Mär 11:00 – 13:30 Uhr

Museumswerkstatt für Kinder: Den Rätselhaften Formen der Künstlerin Eva Hesse in der
Ausstellung „Zeichnungen“ auf der Spur.

Freier Samstag Sa 6 Apr
Maltisch in der Wandelhalle 11:00 – 14:00 Uhr
Familienführungen 12:00 Uhr, 12:45 Uhr

Angebote für KITAS und Schulen
Pädagogische Gruppen und zwei Begleitpersonen erhalten freien Eintritt in die Dauer- und Sonderausstellungen des Museums Wiesbaden.
Eintritt frei für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.

Einfache Führungen
Dauer: 45 Minuten (1 Schulstunde)
Kosten für Schul- und Kindergartengruppen:
45,— Euro, Freier Eintritt für Kinder und 2 Betreuer
Kosten für Privatgruppen: 70,— Euro zzgl. Eintritt

Erweiterte Führungen
Dauer: 90 Minuten (2 Schulstunden)
Kosten für Schul- und Kindergartengruppen:
75,— Euro, Freier Eintritt für Kinder und 2 Betreuer

Führung mit Workshop
Dauer: 135 Minuten (3 Schulstunden)
Kosten für Schul- und Kindergartengruppen:
90,— Euro, Freier Eintritt für Kinder und 2 Betreuer

Der wilde Raum: Zeichnungen und Collage bei Eva Hesse
Das Ringen um naturalistische Abbildung kennen alle Schülerinnen und Schüler. Inspiriert durch Hesses Lust an der Form und ihrem spielerischen Umgang damit – fernab von naturalistischen Zwängen – geht es in der Vermittlung darum, sich in der Begegnung mit ihren Arbeiten für den eigenen Ausdruck inspirieren zu lassen. Eva Hesse verwendet u.a. die Technik der Collage, um sich in der Arbeit im Zweidimensionalen auf der Bildfläche vorhersehbaren Kompositionsschemata zu entziehen und erweitert dadurch auch gleichzeitig den Bildraum ins Dreidimensionale. Dieses Verfahren wird auch als Strategie in der Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern genutzt und erprobt, damit ihr jeweils eigener zeichnerische Ausdruck einen „wilden Raum“ findet.

Workshop:
Eigenes kreatives Erproben in unseren Ateliers mittels der künstlerischen Arbeitsweisen: Collage • Formwiederholung • Mixed Media

Anmeldung, Buchung und Beratung für Schulgruppen unter 0611 / 335 2185 oder
bildungundvermittlung@museum-wiesbaden.de.

Museum Wiesbaden
Hessisches Landesmuseum für Kunst und Natur
Friedrich-Ebert-Allee 2, 65185 Wiesbaden
Fon 0611 ⁄ 335 2170, Fax 0611 ⁄ 335 2192
direktion@museum-wiesbaden.de

Der vergessene Mondrian: Museum Wiesbaden zeigt erste Mondrian-Retrospektive im Rhein-Main-Gebiet

Piet Mondrian, Komposition mit großer roter Fläche, Gelb, Schwarz, Grau und Blau, 1921. Sammlung Gemeentemuseum Den Haag, Den Haag, Niederlande
Piet Mondrian, Komposition mit großer roter Fläche, Gelb, Schwarz, Grau und Blau, 1921. Sammlung Gemeentemuseum Den Haag, Den Haag, Niederlande

Das Museum Wiesbaden zeigt vom 26. Oktober 2018 bis 17. Februar 2019 die erste groß angelegte Retrospektive zum Schaffen des niederländischen Malers Piet Mondrian im Rhein-Main-Gebiet. 49 Gemälde und 11 Grafiken zeichnen anhand von 8 thematisch gegliederten Ausstellungsräumen den Werdegang des niederländischen Malers nach, von den Anfängen in der naturalistischen Malerei bis zur absoluten Gegenstandslosigkeit. Arbeiten von Bart van der Leck und Friedrich Vordemberge-Gildewart sowie Korrespondenz Mondrians ergänzen die Schau.

„Ich konstruiere auf einer Fläche Linien und Farbkombinationen mit dem Ziel, die allgemeine Schönheit möglichst bewusst darzustellen. Die Natur (beziehungsweise das, was ich sehe) inspiriert mich; ich möchte jedoch der Wahrheit möglichst nahe kommen und deshalb alles abstrahieren, bis ich zum Fundament (einem immer noch äußerlichen Fundament!) der Dinge gelange.“ Piet Mondrian (1872–1944) beschreibt 1914 seinen Zwischenschritt hin zu den streng geometrischen, in Primärfarben ausgeführten Werken als Abstraktionen der Natur und seines Erfahrungsfeldes. Die Gemälde gelten heute als Ikonen der modernen Kunst; der niederländische Maler zählt zu den wichtigsten Künstlern der Klassischen Moderne.

Was im kollektiven Gedächtnis zu einem Œuvre moderner, rasterförmiger Arbeiten verschmilzt, ist das Ergebnis eines langen Prozesses der Rekonstruktion von Natur durch die Malerei. Mondrian vermochte es, in seinem Spätwerk die Essenz seiner weniger bekannten, naturalistischen Landschaftsmalerei auf Primärfarben und geometrische Raster und Formen zu reduzieren. Natur und Konstruktion beschäftigen den Künstler, der zunächst im Stil der Haager Schule, später angelehnt an sein zwischenzeitliches holländisches Vorbild Vincent van Gogh malte, sein ganzes Leben lang. Ansichten von Windmühlen, Bäumen und Bauerngehöften charakterisieren das künstlerische Schaffen Piet Mondrians vor seiner neoplastischen Schaffensperiode ab 1921. Doch auch im Spätwerk des Künstlers spiegeln sich diese frühen Arbeiten wider, die intensive Auseinandersetzung mit der Natur ist das Fundament der neoplastischen Rasterbilder – auch wenn der Naturbezug visuell nicht mehr nachvollziehbar ist. Die Natur und ihre Konstruktion bleiben trotz des hohen Grades der Abstraktion stets fest miteinander verbunden: „Um eine Harmonie zu erzielen, sollte die Kunst sich nicht nach der äußeren Erscheinung der Natur, sondern nach deren Wesen richten.“ Piet Mondrian, 1941

Das Museum Wiesbaden stellt mit „Piet Mondrian – Natur und Konstruktion“ (26. Oktober 2018 – 17. Februar 2019) in enger Kooperation mit dem Gemeentemuseum Den Haag einen Maler vor, der hinsichtlich des radikalen Umbruchs an der Schwelle des 19. und 20. Jahrhunderts eine entscheidende Rolle spielt. Anhand von acht Stationen stellt die Retrospektive schrittweise alle Entwicklungsstufen Mondrians vor – ausgehend von der naturalistischen Malerei Mitte der 1890er-Jahre, über eine abstrahierende Phase zwischen 1908 und 1917 bis hin zur abstrakten, gegenstandslosen Malerei der 1920er- und 1930er-Jahre. Ausgewählte Arbeiten von Bart van der Leck treten mit den 47 Gemälden und 10 Zeichnungen und Aquarellen Mondrians in Diskurs. Darüber hinaus ermöglichen Briefe und Postkarten an seinen Freund Friedrich Vordemberge-Gildewart Einblicke in die Gedanken-welt des Malers.

Zur Ausstellung erscheint ein gleichnamiger Katalog beim Wienand Verlag, Köln (ISBN: 978-3-86832-463-1, Preis: 32,- €).

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Wepke Kingma, Botschafter des Königreichs der Niederlande und wird gefördert durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain.
Laufzeit der Ausstellung: 26. Oktober 2018—17. Februar 2019
https://museum-wiesbaden.de/mondrian

Ab Sonntag geht’s im Wiesbadener Museum auf „Eiszeit-Safari“ – Sensationelle Tier-Rekonstruktionen hautnah erleben!

Eiszeit-Safari im Wiesbadener Landesmuseum entführt die Besucher in eine faszinierende Welt,  als Mammutherden und Wollnashörner noch durch unsere Landschaft streiften, als Höhlenlöwen zu den gefährlichsten Raubtieren gehörten und Riesenhirsche mit ihrem Geweih selbst Wölfe beeindruckten.© Foto: Diether v. Goddenthow
Eiszeit-Safari im Wiesbadener Landesmuseum entführt die Besucher in eine faszinierende Welt, als Mammutherden und Wollnashörner noch durch unsere Landschaft streiften, als Höhlenlöwen zu den gefährlichsten Raubtieren gehörten und Riesenhirsche mit ihrem Geweih selbst Wölfe beeindruckten.© Foto: Diether v. Goddenthow

Die Eiszeit lebt: Ab Sonntag dem 7. Oktober 2018 öffnet das Museum Wiesbaden in Kooperation mit den Mannheimer Reiss-Engelhorn Museen das Tor zu einer Zeitreise der ganz besonderen Art. Es lädt zu einer wissenschaftlich flankierten Safari in die letzte Kaltzeit Europas ein. Diese war vor zirka 30 000 bis 15 000 Jahren, als noch Mammutherden, Wollnashörner und Riesenhirsche durch das Rhein-Main-Gebiet streiften, der Höhlenlöwe zu den gefürchtetsten Raubtieren zählte und unsere Vorfahren recht erfinderisch sein mussten, um als Jäger und Sammler in der unwirtlichen Umgebung mit karger Vegetation über die Runden zu kommen.
Dies uns vieles mehr können Besucher anhand von 100 sensationellen, lebensechten Tierrekonstruktionen und Pflanzen-Präparaten sowie Skeletten, Fossilien und Artefakten aus der Region Hessen auf 1000 Quadratmetern Ausstellungsfläche hautnah erleben.

Prof. Dr. Wilfried Rosendahl, Direktor der Reiss-Engelhorn-Museen und Ausstellungskurator , stellt Urs und Lena,  die  beiden Reiseführer der Eiszeitsafari vor.  Menschen der Eiszeit haben vor etwa 30 000 bis 12 000 Jahren gelebt. Vor 30 000 Jahren  hatten sie noch eine etwas dunklere Hautfarbe vergleichbar mit der heutiger  Marokkaner. Der Homo sapiens sapiens, vor zirka 40 000 Jahren aus Afrika gekommen, hat sich auch mit dem hier lebenden Neandertaler vermischt.  © Foto: Diether v. Goddenthow
Prof. Dr. Wilfried Rosendahl, Direktor der Reiss-Engelhorn-Museen und Ausstellungskurator , stellt Urs und Lena, die beiden Reiseführer der Eiszeitsafari vor. Menschen der Eiszeit haben vor etwa 30 000 bis 12 000 Jahren gelebt. Vor 30 000 Jahren hatten sie noch eine etwas dunklere Hautfarbe vergleichbar mit der heutiger Marokkaner. Der Homo sapiens sapiens, vor zirka 40 000 Jahren aus Afrika gekommen, hat sich auch mit dem hier lebenden Neandertaler vermischt. Aus „Gendergründen“ habe man Lena (r.) auch einen Speer in die Hand gedrückt. © Foto: Diether v. Goddenthow

„Eiszeitsafari“ klinge erstmal nach einem Widerspruch, so Professor Dr. Wilfried Rosendahl, Direktor der Reiss-Engelhorn-Museen und Ausstellungskurator. Denn schließlich stünde ja „Eiszeit“ für „kalt, eisig und lebensfeindlich“, „Safari“ hingegen für „sonnig, heißt und voller Leben“, würde mit Afrika assoziiert, was eigentlich gar nicht zusammenpasse. Doch wenn man genauer hinschaue, erkenne man, dass es auch verblüffende Ähnlichkeiten, etwa die Begegnung mit großen exotischen Tieren gebe. Im heutigen Afrika sind das beispielsweise Elefant, Löwe, Hyäne, Nashorn und Büffel. In der Eiszeit waren es in dieser Region: Mammut, Höhlenlöwe, Höhlenhyäne, Wollnashorn und Steppenbison.

Bis in letzte Detail, wie hier die überlangen Augenwimpern des Wollhaarmammuts, wurden die vorzeitlichen Tiere der Eiszeit rekonstruiert. © Foto: Diether v. Goddenthow
Bis in letzte Detail, wie hier die überlangen Augenwimpern des Wollhaarmammuts, wurden die vorzeitlichen Tiere der Eiszeit rekonstruiert. © Foto: Diether v. Goddenthow

Das Konzept und die Tierrekonstruktionen der Schau sind von den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim entwickelt worden und gehen von dort aus auf Wanderschaft. Darüber hinaus haben die Naturhistorischen Sammlungen des Landesmuseums die Ausstellung mit Tierpräparaten, Fossilien und Zeugnissen menschlichen Wirkens aus den eigenen Sammlungen erweitert.

Leihgaben von bedeutenden Fundstätten der Region zeigen, wie Menschen in der Eiszeit lebten, jagten und sich künstlerisch betätigten. Diese hinterließen ihre Spuren an unterschiedlichen Orten: Sie jagten Wildpferde in Igstadt und badeten in den heißen Quellen von Wiesbaden. An der Lahn stellten sie Schmuck aus Knochen her und im Mittelrheintal zeichneten sie tausende von Tieren und Menschen auf Schiefertafeln.

Urs und Lena haben wohl in solch einem Zelt gelebt. Etliche Menschen haben zu der Zeit aber auch noch in Höhlen gewohnt.© Foto: Diether v. Goddenthow
Urs und Lena haben wohl in solch einem Zelt gelebt. Etliche Menschen haben zu der Zeit aber auch noch in Höhlen gewohnt.© Foto: Diether v. Goddenthow

Ein Highlight der Ausstellung sind die Nachbildungen eines Sommer- und Winterzelts der eiszeitlichen Jäger, die insbesondere Kindern beim Betreten große Freude bereiten. Ein Modell der Steedener Höhlen bei Runkel an der Lahn aus dem Bestand des Stadtmuseums veranschaulicht einen der wichtigsten hessischen Fundorte eiszeitlicher Natur und Kultur. Zu sehen sind Stein- und Knochenwerkzeugen sowie verzierter Knochen, Schmuckstücke und Nähnadeln.

Modell der Steedener Höhlen bei Runkel an der Lahn.© Foto: Diether v. Goddenthow
Modell der Steedener Höhlen bei Runkel an der Lahn.© Foto: Diether v. Goddenthow

Die Funde stammen von unterschiedlichen Kulturstufen zwischen 38.000 bis vor 12.000 Jahre vor unserer Zeit an. Ein besonderer Fund aus diesen Höhlen – die bedauerlicherweise 1953 für den Kalkabbau zerstört wurden – ist der Unterkiefer eines Höhlenlöwen.

Dipl.- Biol. Fritz Geller-Grimm, Abteilungsleiter und  Kurator  Naturwissenschaft im Museum Wiesbaden, erläutert die zirka 600 000 Jahre alten Fossilien, die 2017 in der Baugrube gegenüber der Rheinstrasse 5, Bauprojekt Wilhelm IX, gefunden und vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen geborgen wurden. Sie stammten aus dem mittelpleistozänen Cromer-Komplex. Damals gab es mitten im heutigen Wiesbaden Flussablagerungen am Rande eines stehenden und morastigen Gewässers. © Foto: Diether v. Goddenthow
Dipl.- Biol. Fritz Geller-Grimm, Abteilungsleiter und
Kurator Naturwissenschaft im Museum Wiesbaden, erläutert die zirka 600 000 Jahre alten Fossilien, die 2017 in der Baugrube gegenüber der Rheinstrasse 5, Bauprojekt Wilhelm IX, gefunden und vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen geborgen wurden. Sie stammten aus dem mittelpleistozänen Cromer-Komplex. Damals gab es mitten im heutigen Wiesbaden Flussablagerungen am Rande eines stehenden und morastigen Gewässers. © Foto: Diether v. Goddenthow

Im Zuge der Kooperation mit den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim wurde aktuell für die Eiszeit-Schau das absolute Alter dieses Fossils aus der Sammlung des Museums Wiesbaden mit der 14C- oder -Radiokarbonmethode bestimmt. Das Curt-Engelhorn-Zentrum für Archäometrie hat ein Alter zwischen 36.600 bis 35.900 Jahre ermittelt. Der rund 36.000 Jahre alte Unterkiefer wird auch in der Ausstellung präsentiert. Damit trafen die ersten modernen Menschen Europas auf dieses Tier.

Ausstellungs-Impression. Ein Riesenhirsch begrüßt die Besucher. © Foto: Diether v. Goddenthow
Ausstellungs-Impression. Ein Riesenhirsch begrüßt die Besucher. © Foto: Diether v. Goddenthow

In der 1000 Quadratmeter großen Ausstellung „Eiszeit-Safari“ (7. Oktober 2018 – 21 April 2019) können die Besucherinnen und Besucher auf dem Weg durch drei Ausstellungsräume die Big Five der Eiszeit entdecken: Mammut, Höhlenlöwe, Höhlenhyäne, Wollhaarnashorn und Steppenbison. Dabei stehen ihnen unsere Vorfahren Urs und Lena zur Seite. Beide Scouts, die auch in der Ausstellung mit Kleidung, Schmuckstücken und Werkzeugen zu sehen sind, begleiten die Gäste bis zum Ausgang.

Die Pflanzenwelt der letzten Kaltzeit Europas.© Foto: Diether v. Goddenthow
Die Pflanzenwelt der letzten Kaltzeit Europas.© Foto: Diether v. Goddenthow

Die Vielfalt der Tiere erstaunt insbesondere auch deshalb, weil sowohl kälteliebende Tiere, wie das Mammut als auch wärmeliebende Tiere, wie zum Beispiel das Wisent, Teil der Eiszeit-Safari sind. Die Ausstellung konzentriert sich zwar auf die letzte große Kaltzeit des Eiszeitalters bis vor 12.000 Jahren. Doch seit etwa 12.000 Jahren wird es wärmer und die heutige Tier- und Pflanzenwelt zog nach Mitteleuropa ein. Mammut, Wollnashorn, Riesenhirsch und Steppenbison starben aus.

Das Europäische Waldbison erscheint in am Ende der letzten Eiszeit, als Wälder häufiger werden. Damit löst er das Steppenbison ab. Die Berberaffen (u.Mitte i Bild) verschwanden hierzulande mit der letzten Kaltzeitphase vor 30 000 Jahren. © Foto: Diether v. Goddenthow
Das Europäische Waldbison 8r.) erscheint in am Ende der letzten Eiszeit, als Wälder häufiger werden. Damit löst er das Steppenbison ab. Die Berberaffen (u.Mitte i Bild) verschwanden hierzulande mit der letzten Kaltzeitphase vor 30 000 Jahren. © Foto: Diether v. Goddenthow

Am Ende des Rundgangs begegnen die Besucher einem Flusspferd, das heute nur noch aus Afrika bekannt ist. Noch zur letzten großen Warmzeit vor 115.000 Jahren gab es diese auch in unserer Region. Originale Zähne und Knochen lassen sich in den Rheinschottern finden. Wer weiß, ob diese bei noch stärkerer Erwärmung zurück nach Wiesbaden finden?

Veranstaltungsprogramm mit Vorträgen und Aktionstagen

Blick in den oberen Teil der fantastischen Ausstellung. © Foto: Diether v. Goddenthow
Blick in den oberen Teil der fantastischen Ausstellung. © Foto: Diether v. Goddenthow

Ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm mit Vorträgen und Aktionstagen für Familien und Kinder umrahmt die Ausstellung. Die nächsten Eiszeittage finden zum Thema „Leben als Jäger und Sammler“ am eintrittsfreien Samstag, den 3. November 2018 von 12 bis 15 Uhr statt. Das gesamte Begleitprogramm ist online verfügbar.

Zur Ausstellung sind die Begleitbücher „Eiszeit-Safari —Reisebegleiter“ (ISBN 978-3-89937-204-5; 19,90 €) und „Eiszeit-Safari —Urzeitabenteuer für Kinder“ (ISBN 978-3-89937-205-2; 7,90 €) im Verlag Dr. Friedrich Pfeil erschienen. Die bilinguale App „Eiszeit-Safari“ steht zum kostenlosen Download im App Store und bei Google Play sowie im Museum auf Leihgeräten gegen Gebühr zur Verfügung.

Informationen zum umfangreiches Begleit- und Pädagogikprogramm

Ort:

Museum Wiesbaden
Hessisches Landesmuseum für Kunst und Natur
Friedrich-Ebert-Allee 2, 65185 Wiesbaden
Fon 0611 ⁄335 2250, Fax 0611 ⁄335 2192
www.museum-wiesbaden.de, museum@museum-wiesbaden.de

Öffnungszeiten*
Mo geschlossen
Di, Do 10:00—20:00 Uhr
Mi, Fr-So, Feiertage 10:00—17:00 Uhr

Eintritt
Sonderausstellung* 10,— Euro (7,— Euro)
Dauerausstellung* 6,— Euro (4,— Euro ermäßigt)
* Der Eintritt in die Sonderausstellungen beinhaltet den Besuch der Dauerausstellung. Kinder und Jugendliche
unter 18 Jahre freier Eintritt in die Sammlungen. Weitere Ermäßigungen und Tarife für Gruppen unter:
www.museum-wiesbaden.de ⁄preise

Service
Ausleihbare Rollstühle, Buggies und Sitzhocker im Foyer. Die die Ausstellungsbegleitende App mit dem Multimedia-Guide ist auf Leihgeräten in begrenzter Anzahl gegen eine Gebühr erhältlich.

„Lieblingsorte – Erinnerungen verbinden“ – Coop-Projekt des Museum Wiesbaden und der Opelvillen Rüsselsheim

„Lieblingsorte – Erinnerungen verbinden“ – Das Museum Wiesbaden und die Opelvillen Rüsselsheim laden ein zum gemeinsamen Vermittlungsprojekt

Das Museum Wiesbaden und die Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen Rüsselsheim kooperieren zum ersten Mal im Bereich der Kunstvermittlung. Die beiden Häuser haben durch ihre jeweils außergewöhnlichen Vermittlungsprogramme für ältere Menschen zusammengefunden. Ihr erstes gemeinsames Kooperationsprojekt „Lieblingsorte – Erinnerungen verbinden“ von Oktober bis November 2018 richtet sich sowohl an interessierte Menschen in Rüsselsheim als auch in Wiesbaden. Gemeinsam laden die Institutionen ein, auf Zeitreise zu gehen, um Erinnerungen und Anekdoten auszutauschen, die von den jeweiligen Orten handeln. Ein gegenseitiges Besuchen und Kennenlernen ist Teil des Projektes. Geplant ist, dass sich an vier aufeinander folgenden Dienstagnachmittagen: 16. Oktober, 23. Oktober, 30. Oktober und 6. November bis zu acht Teilnehmer nachmittags in den jeweiligen Kultureinrichtungen treffen. Am 16. und 23. Oktober treffen sich die Rüsselsheimer in den Opelvillen und die Wiesbadener im Museum Wiesbaden. Am 30. Oktober besucht die Rüsselsheimer Gruppe dann das Museum Wiesbaden und am 6. November erwarten die Rüsselsheimer ihre Gäste aus dem Museum Wiesbaden. Die jeweiligen Transfers sind organisiert und kostenfrei für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Bei den ersten beiden Treffen in den jeweiligen Kulturinstitutionen stehen ein erstes Kennenlernen und eine gemeinsame Erkundung des Hauses, sowie Kaffee und Gebäck auf dem Programm. Das Vermittlungsteam möchte über Zeitzeugen mehr über die Historie ihrer Häuser erfahren. Eine Erinnerung an ein Exponat, eine Ausstellung, an Personen oder auch Hintergründe sind von großem Nutzen für die Geschichtsschreibung beider Institutionen.

Anmelden können sich interessierte Bürgerinnen und Bürger aus Rüsselsheim und Wiesbaden ab sofort mit der Angabe ihres Namens, ihrer Telefonnummer und Adresse unter info@opelvillen.de oder 06142835907. Da die Plätze begrenzt sind, zählt das Datum der Anmeldung. Das Mitbringen einer Anekdote oder auch eines Fotos zum jeweiligen Haus wünschen sich die Veranstalter. Gefördert wird das Projekt durch die Seniorenpolitische Initiative des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration. Die Teilnahme ist kostenlos. Die Vermittlungsprogramme sowohl der Opelvillen als auch des Museums Wiesbaden richten sich an Besucherinnen und Besucher, verschiedener Altersstufen und Herkunftsländer.

Im Kooperationsprojekt »Erinnerungen verbinden« können Geschichten zur Entwicklung beider Häuser ausgetauscht werden. Die Kunstvermittlerinnen Samira Idrisu für die Opelvillen und Astrid Lembcke-Thiel für das Museum Wiesbaden freuen sich auf einen regen Dialog. Die Historie beider Häuser lässt viele Anekdoten vermuten, die sie festhalten möchten. Die Opelvillen wurden vor Stiftungsgründung 2001 als Krankenhaus und später Amtsgericht vielfältig genutzt. Stets waren die Villen über Jahrzehnte ein wichtiger Bezugspunkt für Rüsselsheimer Bürgerinnen und Bürger. Hier wurde gewohnt, operiert, geheiratet, sich getrennt, politisch diskutiert und gefeiert. Seit 1973 gehört das Museum Wiesbaden zu den drei großen Landesmuseen in Hessen. Seine Geschichte reicht zurück bis in das frühe 19. Jahrhundert. Heute finden Besucherinnen und Besucher im Zweispartenhaus Kunstwerke aus neun Jahrhunderten sowie eine exquisite Sammlung naturhistorischer Präparate.

Carl Remigius Fresenius: Chemie des Alltags – Museum Wiesbaden würdigt den Wiesbadener Ehrenbürger im Jahr seines 200. Geburtstags mit einer Kabinettausstellung

Ausstellungsansicht. Foto: Museum Wiesbaden/Bernd Fickert
Ausstellungsansicht. Foto: Museum Wiesbaden/Bernd Fickert

Heute mit Beginn der Wiesbadener Biennale eröffnet um 18.00 Uhr das Museum Wiesbaden die Kabinettausstellung „Chemie des Alltags“ anlässlich des 200. Geburtstags von Carl Remigius Fresenius.

Am 28. Dezember 2018 wäre Carl Remigius Fresenius 200 alt geworden. Das Wirken des Mitbegründers der modernen Chemie steht im Zentrum der Kabinettausstellung der Naturhistorischen Sammlungen des Museums Wiesbaden. In Zusammenarbeit mit der Hochschule Fresenius werden vom 23. August 2018 bis zum 20. Januar 2019 anhand von rund 200 Objekten Aspekte der Wasseranalytik, Kriminaltechnik und Materialforschung vorgestellt.

Wenigen Chemikern ist es vergönnt, über lange Zeit hinweg im allgemeinen Bewusstsein zu bleiben. Der Frankfurter Carl Remigius Fresenius (1818–1897), widmete sein Leben und Wirken der Analytik. Seine chemischen Analyseverfahren dienten der Untersuchung von Mineralwassern, aber auch anderen alltäglichen Dingen wie der Nahrungsmittel- oder Weinanalytik. Um die entscheidenden Fragen „Was ist drin? – Wieviel ist drin?“ zu beantworten, entwickelte und prüfte er Methoden und wendete sie auf alltägliche und industrielle Fragestellungen an. In fast fünfzig Jahren veröffentlichte er zahlreiche Bücher, eine Fachzeitschrift und hatte über 2000 Schüler. Noch heute ist Fresenius Forschung zur chemischen Analytik relevant und moderne Adaptionen seiner Analyseverfahren finden in der Wissenschaft gebrauch. Aus dem Kreis von Fresenius Studenten gingen Begründer großer Chemiekonzerne und zahlreicher weiterer Firmen hervor. Andere Gründer schickten ihre Söhne und Enkel zur ersten Ausbildung zu Fresenius.

Fresenius studierte nach einer Apothekenlehre in Bonn und Gießen. 1842 wurde er zum Staatsassistenten am Universitätslaboratorium zu Gießen berufen und promovierte und habilitierte sich bei Justus Liebig. Nach seiner Berufung an das Landwirtschaftliche Institut in Wiesbaden gründete er in der Hauptstadt des Herzogtums Nassau das Chemische Laboratorium Fresenius, aus dem das SGS-Institut Fresenius in Taunusstein und die Hochschule Fresenius Idstein hervorgingen. Die Hochschule wird ab 2019 in ihrem Neubau in der Moritzstraße nach 23 Jahren und kurz nach dem 200. Geburtstag ihres Gründers mit den Fachbereichen Wirtschaft & Medien, Design sowie Gesundheit & Soziales wieder in Wiesbaden ansässig werden.

Die Kabinettausstellung „Carl Remigius Fresenius“ (23. August 2018-20. Januar 2019) veranschaulicht viele Facetten der Analytik. Ausgehend von rund 200, zum Teil historischen Laborgeräten aus der Sammlung Rainer Friedrich rekapitulieren sieben Ausstellungskapitel den Werdegang des Wegbereiters der Analytik. Beginnend mit seinen Anfängen als Wissenschaftler bis hin zu Fresenius Tätigkeit als Unternehmer werden Einblicke in die wichtigsten Aspekte des Lebens und die bedeutendsten Errungenschaften Carl Remigius Fresenius gegeben. Darüber hinaus werden Messprinzipien sowie moderne Entsprechungen der von Fresenius genutzten oder entwickelten Analyseverfahren vorgestellt. Die gezeigten Geräte und Messergebnisse stammen alle aus Partnerfirmen und -instituten der Hochschule Fresenius, so z.B. dem Bundeskriminalamt, und den Forschungslabors der Hochschule.

Die Kabinettausstellung ist in Zusammenarbeit mit der Hochschule Fresenius entstanden.
Begleitend zur Ausstellung ist der Katalog „Carl Remigius Fresenius– Vater der Analytischen Chemie“ erschienen (Autor: Leo Gros, ISBN: 978-3-89258-120-8, Preis: 7,-€).

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein verleiht Wiesbadener Kunstmäzen Frank Branbant die Goethe-Plakette

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein  hat dem Kunstmäzen Frank Brabant die höchste Auszeichnung seines Ministeriums überreicht bei der Eröffnung der Sonderausstellung "von Beckmann bis Jawlensky. Die Sammlung Frank Brabant in Schwerin und Wiesbaden. Foto: Heike v. Goddenthow
Kunst- und Kulturminister Boris Rhein hat dem Kunstmäzen Frank Brabant die höchste Auszeichnung seines Ministeriums überreicht bei der Eröffnung der Sonderausstellung „von Beckmann bis Jawlensky. Die Sammlung Frank Brabant in Schwerin und Wiesbaden. Foto: Heike v. Goddenthow

Wiesbaden. Kunst- und Kulturminister Boris Rhein hat heute dem Kunstliebhaber und Wahl-Wiesbadener Frank Brabant die Goethe-Plakette des Landes Hessen für seine außerordentlichen Verdienste um die Kunst und Kultur überreicht. Anlass für die Ehrung war die Eröffnung der Sonderausstellung „Von Beckmann bis Jawlensky. Die Sammlung Frank Brabant“ im Museum Wiesbaden am heutigen Abend. Frank Brabant hat dem Museum Wiesbaden einen Teil seiner umfangreichen Sammlung geschenkt.

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: „Für Frank Brabant sind seine gesammelten Werke nicht nur Bilder, sie sind Teil seines Lebens, seiner Biographie – und seines persönlichen Umfeldes: Immer, wenn er die Gemälde ausstellte, waren seine Wände zu Hause leer. So viel Leidenschaft für die Kunst berührt. Deswegen ist es für mich eine umso größere Ehre, Herrn Brabant mit der Goethe-Plakette des Landes Hessen die höchste Auszeichnung des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst zu verleihen.“

Siehe zur Ausstellung selbst: ZU SEINEM 80. STIFTET FRANK BRABANT SEINE HOCHKARÄTIGE KUNSTSAMMLUNG – ÜBERBLICKS-AUSSTELLUNG „VON BECKMANN BIS JAWLENSKY“ AB 13.APRIL IM MUSEUM WIESBADEN

Zu seinem 80. stiftet Frank Brabant seine hochkarätige Kunstsammlung – Überblicks-Ausstellung „Von Beckmann bis Jawlensky“ ab 13.April im Museum Wiesbaden

Der Kunstmäzen Frank Brabant, bei seinem 80.Geburtstag am 11.April 2018, vor Rudolf Schlichters (1890 - 1955) Werk "Der Würger" von 1938.© Foto: Diether v. Goddenthow
Der Kunstmäzen Frank Brabant, bei seinem 80.Geburtstag am 11.April 2018, vor Rudolf Schlichters (1890 – 1955) Werk „Der Würger“ von 1938.© Foto: Diether v. Goddenthow

Das Museum Wiesbaden präsentiert vom 13. April bis 30. September 2018 eine einzigartige Überblicks-Ausstellung der wichtigsten Werke „Von Beckmann bis Jawlensky – Die Sammlung Frank Brabant (13. April bis 30. September 2018).

Spätestens als Kunstsammler Frank Brabant zum 150. Geburtstag des Malers Alexej von Jawlensky (18 64–1 941) dem Landesmuseum Wiesbaden das Gemälde „Helene im spanischen Kostüm“ schenkte, statt einem Angebot aus Russland von gebotenen 8 Mio. Euro nachzugeben, kennt den Kunstmäzen in der Landeshauptstadt jeder. Jetzt, zu einem 80. Geburtstag, am 11.April 2018, hat der frühere Gastronom und Diskothekenbetreiber noch eins drauf gesetzt: Er verschenkt im Rahmen einer Stiftung seine gesamte, auf 20 bis 40 Millionen geschätzte Kunstsammlung je hälftig dem Staatlichen Museum Schwerin (Geburtsort von Brabant) und dem Landesmuseum Wiesbaden (seit 60 Jahren seine Wahlheimat).

v.l. Dr. Alexander Klar, Direktor des Wiesbadener Landesmuseum, Dirk Blübaum, Direktor des Staatlichen Museums Schwerin, Kunstsammler und Sammlungs-Stifter Frank Brabant, Dr. Roman Zieglgänsberger, Kustos Klassische Moderne am Landesmuseum Wiesbaden und Kurator der Ausstellung, der maßgeblich mit Dirk Blübaum die Aufteilung der Sammlung realisierte. Frank Brabant erzählt den Journalisten wie alles mit seiner Sammelleidenschaft anfing, welche Schwierigkeiten er mit seiner ersten Disko mit der Obrigkeit hatte, und kleine Anekdoten aus seinem wechselvollen Leben © Foto: Diether v. Goddenthow
v.l. Dr. Alexander Klar, Direktor des Wiesbadener Landesmuseum, Dirk Blübaum, Direktor des Staatlichen Museums Schwerin, Kunstsammler und Sammlungs-Stifter Frank Brabant, Dr. Roman Zieglgänsberger, Kustos Klassische Moderne am Landesmuseum Wiesbaden und Kurator der Ausstellung, der maßgeblich mit Dirk Blübaum die Aufteilung der Sammlung realisierte. Frank Brabant erzählt den Journalisten wie alles mit seiner Sammelleidenschaft anfing, welche Schwierigkeiten er mit seiner ersten Disko mit der Obrigkeit hatte, und kleine Anekdoten aus seinem wechselvollen Leben © Foto: Diether v. Goddenthow

Aufgeteilt wurde die über 600 Werke umfassende Kunstsammlung der Klassischen Moderne seit 2017 im besten und freundschaftlichen Einvernehmen, so dass jedes Haus diejenigen Werke aus der Sammlung Frank Brabants zugesprochen bekam, die sich am besten mit der eigenen über Jahrhunderte gewachsenen Sammlungsgeschichte zusammenbringen ließen, so Dr. Roman Zieglgänsberger, Kustos Klassische Moderne am Landesmuseum Wiesbaden und Kurator der Ausstellung. Frank Brabants Bilder sollten nicht wie zufällig hinzugekommen erscheinen, sondern sie sollen, immer mit dem Namen des Schenkens kenntlich gemacht, als integrativer Bestandteil der Wiesbadener und der Schweriner Sammlung erscheinen. „Die Aufteilung der Bilder sei ja nicht wie in Stein gemeißelt, sondern das zudem Reizvolle dabei sei, dass die Museen Wiesbaden und Schwerin Werke für Ausstellungen rund um das Themengebiet des Sammlers einander zur Verfügungen stellen und damit die Zusammenarbeit der beiden Häuser stärken könnten, erläuterten Dirk Blübaum, Direktor des Staatlichen Museums Schwerin und Dr. Alexander Klar, Direktor des Hessischen Landesmuseums Wiesbaden. So erkläre sich auch der Titel des Begleitkatalogs „Von Beckmann bis Jawlensky – Die Sammlung Frank Brabant in Wiesbaden und Schwerin“ zur jetzt in Wiesbaden gezeigten Überblicksausstellung „Von Beckmann bis Jawlensky“ vom 13. April bis 30.September 2018.

Dr. Roman Zieglgänsberger, Kustos Klassische Moderne am Landesmuseum Wiesbaden und Kurator der Ausstellung, führt die Presse durch die Ausstellung, hier im Raum 1, Räum der Mäzene.© Foto: Diether v. Goddenthow
Dr. Roman Zieglgänsberger, Kustos Klassische Moderne am Landesmuseum Wiesbaden und Kurator der Ausstellung, führt die Presse durch die Ausstellung, hier im Raum 1, Räum der Mäzene.© Foto: Diether v. Goddenthow

Mit über 600 Werken zählt die Sammlung Brabant zu den großen privaten Kunstsammlungen der Klassischen Moderne in Deutschland. Die Sammlung Brabant zeichnet sich nicht nur durch ihre hohe Qualität aus: Ihre besondere Bedeutung liegt in der Vielfalt, die das Kunst- und Kulturgeschehen sowie die politischen und sozialen Verwerfungen, Ängste, Hoffnungen und Utopien der Menschen zwischen den beiden großen Weltkriegen des 20. Jahrhunderts widerspiegelt. 2017 verfügte Frank Brabant, dass seine Sammlung nach seinem Tod der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden solle. Dazu überlässt er sie dem Museum Wiesbaden und dem Staatlichen Museum Schwerin in einer Stiftung.

Der Kunstmäzen Frank Brabant

Der "Kreuzgang", so der letzte Raum der Ausstellung gehört zu den absoluten Höhepunkten, hier mit  Frank Brabant, der einem Journalisten die Hängung seiner Werke erläutert.© Foto: Diether v. Goddenthow
Der „Kreuzgang“, so der letzte Raum der Ausstellung gehört zu den absoluten Höhepunkten, hier mit Frank Brabant, der einem Journalisten die Hängung seiner Werke erläutert.© Foto: Diether v. Goddenthow

Der 1938 in Schwerin geborene Kunstsammler Frank Brabant (*1938 in Schwerin), der heute in der Tradition bedeutender Wiesbadener Sammler wie Heinrich Kirchhoff und Hanna Bekker vom Rath steht, machte Wiesbaden vor knapp 60 Jahren zu seiner Wahlheimat. 1969 eröffnet er die erfolgreiche Diskothek „Pussycat“, in der er zu „ZDF Zeiten“ der Stadt Wiesbaden bis in die späten 1980er Jahre prominente Gäste wie Udo Jürgens oder Donna Summer begrüßte. Die Schwerpunkte seiner Sammeltätigkeit liegen vornehmlich auf expressionistischer und neusachlicher Kunst der Avantgarde am Beginn des 20. Jahrhunderts und der Weimarer Zeit der Zwischenkriegsjahre.
Das erste Kunstwerk – einen Holzschnitt von Max Pechstein – erwarb Brabant 1964 im „Frankfurter Kunstkabinett Hanna Bekker vom Rath“. Die Sammlerin, Mäzenin und Kunsthändlerin Hanna Bekker (1893–1983) prägte mit ihrem Galerieprogramm, dessen Basis die Malerei der Künstlervereinigungen „Brücke“ und „Der Blaue Reiter“ war, auch den Geschmack Frank Brabants. Immer wieder kaufte er bei ihr hochrangige Werke, teils in Ratenzahlung. Hanna Bekker wiederum wurde geprägt von dem ebenfalls mäzenatisch ausgerichteten Wiesbadener Sammler Heinrich Kirchhoff (1874–1934), den sie zweimal (1918 und 1927) in seiner Villa besuchte und dessen Begeisterung sie angesteckt haben muss.
Brabant erwarb stets zielgerichtet Werke der frühen Avantgarde, zumeist Maler der Künstlervereinigungen „Brücke“, „Der Blaue Reiter“ oder „Junges Rheinland“ sowie der Berliner Gruppen „Neue Sezession“, „Freie Sezession“, „November-Gruppe“ oder „Sturm“.

Die Ausstellung „Von Beckmann bis Jawlensky

Ausstellungs-Impression. © Foto: Diether v. Goddenthow
Ausstellungs-Impression. © Foto: Diether v. Goddenthow

Heute versammeln sich in der reichhaltigen Kollektion neben großen Namen wie Otto Dix, Wassily Kandinsky, Alexej von Jawlensky vor allem auch viele Künstlerinnen, darunter Käthe Kollwitz, Jeanne Mammen oder Hanna Höch, deren Arbeiten erst vor kurzem im kunstgeschichtlichen Diskurs wiederentdeckt wurden.

Die jetzt gezeigte Überblicks-Ausstellung „Von Beckmann bis Jawlensky“ stellt anhand von 138 Werken neben namhaften künstlerischen Positionen des Expressionismus, des Magischen Realismus und der Neuen Sachlichkeit insbesondere das breite Spektrum der Kunst der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor. Einen Filmraum, indem ein ausführliches Interview mit Frank Brabant zu sehen ist und spannende Einblicke in die Wohnung des Sammlers gegeben werden, sowie neun thematisch gegliederte Räume umfassend, gibt die Ausstellung Einblicke in Brabants Sammlertätigkeit und die Kunstströmungen vom Expressionismus bis hin zur Neuen Sachlichkeit, aber auch Blumendarstellungen ist ein Raum gewidmet – darunter Max Beckmanns „Stillleben mit grüner Kerze“. Eigens für die Ausstellung hat der Sammler Mobiliar aus seiner Wohnung zur Verfügung gestellt.

Ausstellungskatalog
katalog-cover.wVon Beckmann bis Jawlenksy. Die Sammlung Frank Brabant in Schwerin und Wiesbaden Hg. Dirk Blübaum, Gerhard Graulich, Alexander Klar und Roman Zieglgänsberger Mit Beiträgen von Gerhard Graulich, Roman Zieglgänsberger, Katharina Uhl, Deborah Bürgel, Sibylle Discher, Moritz Jäger, Vera Klewitz, Kornelia Röder und Rebecca Krämer. 304 Seiten, Michael Imhof Verlag 2017 ISBN: 978-3-7319-0557-8, 29,90,- Euro (Museumskasse).
Besonders hilfreich sind die Künstlerbiografien und das komplette Sammlungsverzeichnis der Sammlung Frank Brabants.

Bei der Orientierung, in wie die Werke der Sammlung  auf die Museen aufgeteilt wurden, hilft die unterschiedliche Farbigkeit der Bildlegenden. Rote Bildunterschriften stehen für Werke im Staatlichen Museum Schwerin, blaue Bildunterschriften für die ans Wiesbadener Landesmuseum gegangenen Werke.

Führungen und Veranstaltungen

Führungen
Sa 14 Apr 15:00 Uhr
So 15 Apr 15:00 Uhr
Sa 5 Mai 15:00 Uhr
Sa 12 Mai 15:00 Uhr
So 20 Mai 15:00 Uhr
Mo 21 Mai 15:00 Uhr
Sa 26 Mai 15:00 Uhr
Sa 23 Jun 15:00 Uhr
Di 26 Jun 18:00 Uhr
Sa 30 Jun 15:00 Uhr
Di 10 Jul 18:00 Uhr
So 15 Jul 15:00 Uhr
Di 17 Jul 18:00 Uhr
Sa 21 Jul 15:00 Uhr
So 22 Jul 15:00 Uhr
So 29 Jul 15:00 Uhr
Sa 4 Aug 15:00 Uhr
Sa 11 Aug 15:00 Uhr
So 19 Aug 15:00 Uhr
Di 21 Aug 18:00 Uhr
So 26 Aug 15:00 Uhr

KunstPause
Mi 18 Apr 12:15 Uhr Max Beckmann
Mi 30 Mai 12:15 Uhr Karl Hofer
Mi 27 Jun 12:15 Uhr Max Pechstein
Mi 8 Aug 12:15 Uhr Conrad Felixmüller

Kunst & Religion
Di 8 Mai 18:30 Uhr
„Blau, blau, blau sind alle meine…“ Karl Hofer, Mädchen mit blauer Vase, 1923

Kunst & Kuchen
Do 10 Mai 15:00 Uhr
Kunst interaktiv
Do 19 Jul 10:30 Uhr Tendenzen der Neuen Sachlichkeit
Art after Work
Di 17 Apr 19:00 Uhr Die Zukunft der Sammlung Brabant in Schwerin und Wiesbaden

Angebote für Kinder und Familien
Sa 14 April 11:00 – 13:30 Uhr

Museumswerkstatt für Kinder: „Kräftige Farben, vereinfachte Formen, ausdrucksstark“ Porträts in der Ausstellung „Von Beckmann bis Jawlensky“ entdecken und eigene malen

Sa 7 Juli 11:00 – 14:00 Uhr Maltisch in der Wandelhalle
Sa 7 Juli 12:00 Uhr Familienführung „Von Beckmann bis Jawlensky“

Angebote für Schulen
Wege in die Abstraktion ( Sek I ab Kl. 9 + Sek II)
Anhand ausgewählter Werke und Künstler der Sammlung Brabant werden in den Workshops in einer dialogischen Führung die Vielfalt und Motive der Abstraktion des Expressionismus bis hin zur Gegenbewegung der Neuen Sachlichkeit der Weimarer Zeit erschlossen.

Workshop I: nach freier Wahl eines Kunstwerkes Stilmerkmale zeichnerisch herausarbeiten und im Atelier in Ölkreide auf Holz oder Pappe malerisch paraphrasieren.

Workshop II: Kreatives Schreiben zu Werken nach Wahl – mit Textvortrag Von Brücke bis Blaue Reiter und mehr! ( Sek I )
Die Vielfalt der Porträts (wahlweise Landschaft oder Stillleben) in der Sammlung Brabant und ihre Bedeutung als Ausdrucksträger für Empfindungen und Seelenzustände von Künstlern entdecken und verstehen lernen

Workshop I: Malen eines eigenen Portraits ( Landschaft/ Stillleben) in Ölkreide auf Packpapiertüte oder Holzplatte. Nach Anregung durch Skizzen vor Originalen in der Ausstellung
Workshop II: Kreatives Schreiben zu Werken nach Wahl (Sek I ab Kl. 8)

Das bist Du und das bin ich! (Kita und Grundschule)
Grüne Wangen, gelbe Nasen, gestreifte Münder– warum sind hier Menschen und Gesichter so anders geformt und farbig? In der Ausstellung „Von Beckmann bis Jawlensky“ können Kinder im Dialog mit einer Kunstvermittlerin mit Papier und Zeichenstift selbst erkunden, warum Künstler vor rund 100 Jahren so abstrakt und nicht naturgetreu gemalt haben.

Workshop: Malen eines ausdrucksstarken Gesichts in Jaxon-Ölkreide auf Papiertüte

Öffnungszeiten
Mo geschlossen
Di, Do 10:00—20:00 Uhr
Mi, Fr—So 10:00—17:00 Uhr
An Feiertagen 10:00—17:00 Uhr geöffnet.
Auch Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag und Fronleichnam geöffnet.

Eintritt
Sonderausstellung* 10,— Euro (7,— Euro) * Eintritt in die Sonderausstellungen beinhaltet den Besuch der Sammlungen.
Familienangebot: Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre in Begleitung ihrer Eltern freier Eintritt. Weitere Ermäßigungen und Tarife für Gruppen unter: www.museum-wiesbaden.de ⁄preise

Ort:
Museum Wiesbaden Hessisches Landesmuseum für Kunst und Natur
Friedrich-Ebert-Allee 2, 65185 Wiesbaden Fon 0611 ⁄335 2250, Fax 0611 ⁄335 2192
www.museum-wiesbaden.de
museum@museum-wiesbaden.de

Von Beckmann bis Jawlensky – Die Sammlung Frank Brabant vom 13. 04. – 30.09.2018 im Museum Wiesbaden

Abb.: Sammlung Frank Brabant, Foto: Museum Wiesbaden /  Bernd Fickert
Abb.: Sammlung Frank Brabant, Foto: Museum Wiesbaden / Bernd Fickert

Die Sammlung Frank Brabant zählt zu den großen privaten Kunstsammlungen der Klassischen Moderne in Deutschland. Bedeutsam ist die Sammlung neben ihrer hohen Qualität vor allem, weil sie aufgrund ihrer Vielfalt das Kunst- und Kulturgeschehen sowie die politischen und sozialen Verwerfungen, Ängste, Hoffnungen und Utopien der Menschen zwischen den beiden großen Weltkriegen des 20. Jahrhunderts spiegelt.

Das erste Kunstwerk – einen Holzschnitt des Brücke-Künstlers Max Pechstein – erwarb Frank Brabant 1964 im „Frankfurter Kunstkabinett Hanna Bekker vom Rath“. Später kamen Werke von Max Beckmann, Otto Dix, Alexej von Jawlensky, Ernst Ludwig Kirchner, August Macke, Emil Nolde und vielen anderen hinzu.

Museum Wiesbaden
Hessisches Landesmuseum für Kunst und Natur
Friedrich-Ebert-Allee 2, 65185 Wiesbaden

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