Kategorie-Archiv: Mainz

Mainzer Narrenkultur feiert ab 11.11. um 11.11 UHR die neue Kampagne mit NÄRRISCHEM GRUNDGESETZ und großem Bühnenprogramm am Schillerplatz

Foto: Diether v. Goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow

Es ist der fastnachtliche Countdown zum langersehnten Jahresereignis, wenn das närrischste Datum auf die närrischste Uhrzeit trifft: Am 11.11. um 11 Uhr 11 erklingt traditionell vom Balkon des Osteiner Hofs am Mainzer Schillerplatz ein dreifach donnerndes Helau zu den Klängen des Narrhallamarschs. Viele Narren stehen schon ab 10 Uhr parat und schunkeln gemeinsam mit den MCV-Moderatoren, Thomas Neger und Aline Leber, die die Stimmung langsam auf Betriebstemperatur bringen werden, während die Schwellköpp weithin sichtbar einen Sternmarsch vor der MCV-Bühne vollführen.

Wenn dann schließlich auch die Fahnen am Fastnachtsbrunnen gehisst sind, wird MCV-Präsident Reinhard Urban die Gäste samt Publikum begrüßen und den Verantwortlichen der Eiskalten Brüder, Andreas Schmidt und Bert Christmann, das Mikrofon überreichen. Die Eiskalten Brüder Gonsenheim 1893 e.V. feiern in der kommenden Kampagne 125-jähriges Jubiläum und werden in diesem Jahr das Närrische Grundgesetz verlesen. Auch Oberbürgermeister Michael Ebling, bekennender Fastnachter und selbst jahrelang als Protokoller aktiv, wird die Narrenschar auf das besondere Ereignis einstimmen, bevor ein kunterbuntes Bühnenprogramm das närrische Publikum zum Mittanzen und Mitsingen animieren wird.

Angeleitet von Thomas Neger und Aline Leber, die die Moderation von der MCV-Bühne aus dirigieren (präsentiert von RPR und Radio Rockland), werden zahlreiche Stimmungssänger und Fastnachtsgruppen bis in die Abendstunden aufspielen und für beste Stimmung sorgen. Darunter unter anderem die Mainzer Hofsänger, die Spaßmacher Company, Pizzabäcker Ciro Visone, Pit Rösch, die Meenzer Zippelkappe und natürlich auch Thomas Neger und Die HUMBAs.

Da der 11.11. in diesem Jahr auf einen Samstag fällt, wird ab etwa 18 Uhr die Band „Kontrollverlust“ bis ca. 21:33 Uhr auf der Bühne am Schillerplatz für Stimmung unter den Narren sorgen.

Margit Sponheimer, Fastnachtsurgestein, läßt mit ihrer Stimmer die  „deluxe“-Version des Zugplakettchen fünfzehn Sekunden lang mit dem  „Am Rosenmontag bin ich geboren“ erklingen. Beim Pressegespräch gibt  sie eine Livekostprobe. Mit ihren Fanstnachts-Songs hat sie - nicht nur vielen  Fastnachtern - während der tollen Tage ein wenig musikalische Heimat gegeben! Foto: Diether v. Goddenthow
Margit Sponheimer, Fastnachtsurgestein, läßt mit ihrer Stimmer die „deluxe“-Version des Zugplakettchen fünfzehn Sekunden lang mit dem „Am Rosenmontag bin ich geboren“ erklingen. Beim Pressegespräch gibt sie eine Livekostprobe. Mit ihren Fanstnachts-Songs hat sie – nicht nur vielen Fastnachtern – während der tollen Tage ein wenig musikalische Heimat gegeben! Foto: Diether v. Goddenthow

Ein besonderes Highlight ist die limitierte Sonderausgabe einer klingenden Zugplakette auf der  Margit Sponheimer ihren Klassiker „Am Rosenmontag bin ich geboren“ anstimmt (siehe unten Närrische Produkte)

Wie jedes Jahr weist der MCV-Präsident vorsorglich daraufhin: „Der 11.11. ist nicht der Anfang der Fastnachtskampagne, an diesem Tag wollen wir lediglich der Narrenzahl Elf huldigen.“ Gefeiert wird im und vor dem Osteiner Hof rund um den Fastnachtsbrunnen am Schillerplatz. Nach getaner Narretei werden die närrischen Fahnen erstmal wieder eingepackt und die vierfarbbunte Narrenschar verabschiedet sich in die winterliche Adventszeit, bis dann am 1. Januar 2018 mit dem Neujahrsumzug der Mainzer Garden die Kampagne so richtig losgehen wird.

Das Närrische Grundgesetz

Das Programm am Samstag, ELFTER-ELFTER, 2017 im Detail:

Uhrzeit ca. Programmpunkt
10:00-10:30 Soundcheck ab 10:30 leise Musik !!!
ca. 10:50 Schwellköpp
11:00 11:11 Countdown MCV-Präsident Reinhard Urban –
Ansprache OB – Narrencharta Eiskalte Brüder
11:35 Mottolied Pit Rösch
11:40-11:55 Hofsänger Kap.: Christoph Clemens musik.-Leit.: Michael Christ
12:00-12:30 Rheinmainzer Harald Kauth
12:35-12:45 Pit Rösch
12:50-13:20 Spassmacher Company Frank Bulling/Anja Beck-Harth
13:30-13:45 Die Moritze
13:50-14:15 Thomas Neger und die HUMBA´s
14:20-14:35 Meenzer Meedcher
14:40-15:10 Dirty Glamour
15:15-15:35 Oliver Mager
15:40-15:50 Just Dance Partenheim
15:55-16:15 Bockiusbrüder
16:20-16:35 Ciro Visone Pizzabäcker
16:40-16:55 Jeremy D. Frei Cheerleader „dieChaote“
17:00-17:20 Altrheingarde aus Ginsheim
17:25- 17:45 Oliver Wiesmann
18:00- 19:00 Aufbau und Soundcheck
19:00- 21:30 “Kontrollverlust”

(Quelle: MCV )
Das Motto der Fastnachtskampagne 2018 – und warum der 11.11. besonders gefeiert wird

Das Motto für die Fastnachtskampagne 2018 lautet „So wie der Mond die Nacht erhellt, strahlt Mainzer Fastnacht in die Welt“. Das Motto wird von der MVB unterstützt und stammt aus der Feder von Marlis Bürner-Krieg. Ausgewählt wurde es unter Mitwirkung des Mainzer Oberbürgermeisters Michael Ebling sowie unterstützt von rund 35 Juroren – Fastnachter, Politiker, Medienschaffende und Unternehmer – aus über 400 eingereichten Motto-Vorschlägen.

Erstmals offiziell verkündet wird es den Närrinnen und Narrhallesen am 11.11.2017, an einem Tag, der bereits einen Blick auf die kommende Kampagne wirft.

Der 11.11. wird vor allem deshalb gefeiert, weil er ein typisch närrisches Datum ist. Bereits in der französischen Revolution (getreu dem Leitspruch „Ègalité, Liberté, Fraternité“ = ELF/11) oder auch in der Bibel (eine Zahl mehr als die zehn Gebote und eine Zahl weniger als die zwölf Apostel) sei diese Zahlenkombination von Bedeutung gewesen – für die Fassenacht habe das Datum jedoch eine übergeordnete Symbolkraft. „Der 11.11. steht in der Fastnacht dafür, dass einer neben dem anderen steht, man in Einigkeit und Brüderlichkeit füreinander da ist und die gemeinsame Arbeit zum Gelingen des schönsten Mainzer Festes gewürdigt wird“, erklärt MCV-Präsident Prof. Dr. Dr. Reinhard Urban.

Ob Gardist, Feldmarschall oder Generalfeldmarschall, Trommler, Fahnenschwenker oder unzählige andere: In der Fassenacht könne einer nicht ohne den anderen sein, jeder profitiere voneinander, alle Beteiligten zögen gemeinsam an einem Strang. „Das ist für mich die beste Deutung dieses besonderen Datums. Genau deshalb huldigen wir am 11.11. um 11:11 Uhr diesem 11. Tag im 11. Monat des Jahres“, unterstreicht der MCV-Chef. Nach dem 11.11. komme zunächst die besinnliche Zeit des Advents. Alleine schon deshalb könne der 11.11. niemals der Anfang der Fastnachtskampagne sein, klärt Urban auf.

Närrische Produkte 2018 – damit unterstützen Sie zudem den Zug!

Der MCV präsentiert in diesem Jahr eine ganze Reihe närrischer Produkte, die sowohl in der MCV-Geschäftsstelle in der Emmeransstraße 29 erhältlich sind als auch im MCV-Online Shop unter www.mainzer-carneval-verein.de und zum Teil auch von den MCV-Plakettenverkäufern auf den Straßen und Gassen von Mainz zum Kauf angeboten werden.

 „Der Mond“ wird Zugplakette

Passend zum diesjährigen Motto „So wie der Mond die Nacht erhellt, strahlt Mainzer Fastnacht in die Welt“, unterstützt von der Mainzer Volksbank, wurde auch das Zugplakettchen ausgewählt. Der Verkauf der Zugplaketten, die für 4,50 Euro das Stück angeboten werden, ist eine wichtige Einnahmequelle zur Finanzierung des Rosenmontagszuges. Auch in diesem Jahr gibt es wieder zusätzlich eine „deluxe“-Version des Mondes. Für 9,00 Euro präsentiert sich das Zugplakettchen mit Musik und spielt fünfzehn Sekunden lang den Song von Margit Sponheimer: „Am Rosenmontag bin ich geboren“. „Das Zugplakettchen ist nicht nur ein schönes Sammelobjekt“, erklärt MCV-Präsident Reinhard Urban, „vielmehr ist es für jeden Narren, der am Zug teilnimmt sozusagen das Eintrittsgeld für den Rosenmontag“.

 Enten-Pin und Bade-Ente 2018 – die Entenfamilie wird größer

Zum 25-jährigen Jubiläum der Zugen(d)te hatte der MCV vor einigen Jahren eine Spieluhrente aufgelegt, die noch immer in limitierter Auflage für 18,11 Euro angeboten wird. Wer an der Spieluhr zieht, hört den Narrhallamarsch. Die kuschelig weiche Zugen(d)te ist mit vierfarbbunter Narrenkappe ausgestattet und hat bereits viele Kinderzimmer erobert. Im Folgejahr bekam die Spieluhr-Zugente Nachwuchs mit der Baby-Zugen(d)te, die wunderbar als Schlüsselanhänger geeignet ist oder als Glücksbringer im Auto baumeln kann, das ganze für 6,90 Euro. Inzwischen ist auch eine Bade-Ente erhältlich, sie kostet ebenfalls 6,90 Euro. Ein quietsche-entenes Vergnügen in jeder Badewanne. Und ganz neu in diesem Jahr: Der Enten-Pin mit blinkendem Schwänz’schen für 5,50 Euro.

Schwellköpp zum Anstecken

Weiterhin im Angebot sind die drei Schwellköpp in der Pin-Edition, die jeweils mit einer limitierten Auflage für 3 Euro das Stück verkauft werden. Am Start sind: die Goldig Grott (weiblich). Sie hat lila gefärbte Haare, die Bluse ist rot-weiß kariert, lacht immer und hat das ganze Jahr das Wappen vom MCV umhängen. Der Lackaff (männlich) trägt einen Zylinder mit gelbem Band, seine Haare sind blond. Und der Schnorres (männlich) trägt eine Kappe in Rot und Blau. Er singt bei den „Schnorreswackler“ und ist mit der Strunzern verheiratet. Im kommenden Jahr sollen dann neue Schwellköpp-Pins aufgelegt werden

Der Wirbelmond

Neben Wirbel-Willi und Wirbel-Ente steht in diesem Jahr der Wirbel-Mond – passend zum Fastnachtsmotto – sicherlich ganz oben auf der Beliebtheitsskala. Wenn die Stimmung am Schönsten ist, wird der Wirbler hochgehalten und leuchtet den Narren entgegen. Den silbernen Wirbelmond gibt es noch in einer Restauflage zum Preis von 11,50 Euro das Stück. Natürlich ist auch noch der klassische Wirbel-Mond für 9,50 Euro erhältlich – solange der Vorrat reicht.

Für mehr Sicherheit: Mainzer Festbecher

Da Glasscherben in der Mainzer Straßenfastnacht und auf dem Rosenmontagszug immer wieder zu gefährlichen Schnittverletzungen führen, herrscht an bestimmten Stellen ein Glasverbot, in diesem Jahr auch am 11.11. auf dem Schillerplatz. Als ausschließliches Trinkgefäß hat der MCV einen Festbecher aus Kunststoff aufgelegt, der auch in der neuen Kampagne als Kaufbecher für 2 Euro angeboten wird. Man erwirbt ihn einmalig, tauscht ihn bei der nächsten Bestellung durch, erhält aber am Ende des Tages kein Pfand mehr zurück. „Auch hier kommen die Erlöse aus dem Verkauf zu 100 Prozent der Finanzierung des Rosenmontagszugs zugute“, so Reinhard Urban. Viele werden dieses System zum Beispiel von Weinfesten kennen.

Sammelband für Zugplakettchen

Das einmalige Sammelwerk der Mainzer Zugplaketten ist auch in der neuen Kampagne erhältlich. Beginnend mit dem ersten Zugplakettchen von 1950, zeigt der Sammelband alle Zugplaketten des Mainzer Rosenmontagszugs. Mitgeliefert werden Infos über Stückzahlen, Varianten und vieles mehr. Der besondere Clou – damit das Mainzer Plakettenbuch auch zeitlos aktuell bleibt, sind leere Seiten eingeplant. Hier können künftige Zugplakettchen als Sammelbilder eingeklebt werden. Damit schreibt der Sammelband die Geschichte der Mainzer Zugplaketten bequem weiter…bis 2025! Der Sammelband kostet 7,50 Euro und der Einkleber der Jahresplakettchen 1,00 Euro.

 

Als Mainz nach dem Krieg dem Schicksal entkam, „Idealstadt der Zukunft“ zu werden – Trabantenstadt-Pläne jetzt im Landesmuseum Mainz

Professor Werner Durth (4.v.li.) erläutert und überreicht die französischen Wiederaufbaupläne für den Wiederaufbau von Mainz.
Professor Werner Durth (4.v.li.) erläutert und überreicht die französischen Pläne von 1945 /48 für den Wiederaufbau von Mainz.

Im Oktober dieses Jahres hielt Prof. Dr. Werner Durth von der TU Darmstadt im Landesmuseum Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) einen beeindruckenden Vortrag über den „Wiederaufbau der Nachkriegszeit in Mainz“ und stellte in diesem Rahmen auch die städtebauliche Konzeption des Architekten und Städteplaners Marcel Lods vor, ein Kollege des einflussreichen Le Corbusier. Als Mainz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zur französischen Besatzungszone erklärt wurde, beauftragte die Militärverwaltung den jungen Architekten, ein Konzept für den Wiederaufbau der Stadt zu erstellen. Unter der Forderung nach Entflechtung der städtischen Funktionsbereiche entwarf er Pläne, die unter anderem vorsahen, die Mainzer Neustadt niederzulegen und dort Scheibenhochhäuser als Wohnbauten zu errichten. Grundlage dieser Planungen waren detaillierte, in Schaubildern und Skizzen visualisierte Analysen.

Prof. Durth beschäftigt sich bereits seit Anfang der 1980er-Jahre mit dem Wiederaufbau in der deutschen Nachkriegszeit. Foto: Diether v. Goddenthow
Prof. Durth beschäftigt sich bereits seit Anfang der 1980er-Jahre mit dem Wiederaufbau in der deutschen Nachkriegszeit. Foto: Diether v. Goddenthow

Ein vollständig erhaltener Satz dieser historischen Dokumente war bislang im Besitz von Prof. Durth – ein Experte auf dem Gebiet des Wiederaufbaus. Nun hat er sich entschieden, die Pläne-Sammlung – bestehend aus rund 50 Skizzen, Studien und Darstellungen – dem Landesmuseum zu überlassen. Eine Auswahl der Pläne wird bis zum 8. Januar 2017 in der Ausstellung „Mainz – Ein Blick viele Ansichten“ präsentiert – ein Gemeinschaftsprojekt der Direktionen Landesdenkmalpflege und Landesmuseum Mainz.

Sehr gut zu erkennen: Mainz als sterile Trabantenstadt der Scheibenhochhäuser. Foto: Diether v. Goddenthow, © Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz.
Sehr gut zu erkennen: Mainz als sterile Trabantenstadt der Scheibenhochhäuser. Foto: Diether v. Goddenthow, © Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz.

„Nach dem Zweiten Weltkrieg ging es darum, die Zerstörung der Stadt als städtebauliche Chance zu nutzen und eine moderne ´Stadt der Zukunft´ zu entwerfen. Mainz sollte die Hauptstadt dieser Besatzungszone werden“, so Werner Durth bei der Übergabe der Pläne am 13. Dezember im Landesmuseum.

Thomas Metz, Generaldirektor der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, zeigte sich hocherfreut darüber, dass die Pläne nun museal aufgearbeitet werden können. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier goddenthow
Thomas Metz, Generaldirektor der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, zeigte sich hocherfreut darüber, dass die Pläne nun museal aufgearbeitet werden können. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier goddenthow

Thomas Metz, Generaldirektor der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, zeigte sich hocherfreut darüber, dass die Pläne nun museal aufgearbeitet werden können: „Ich bin Prof. Durth überaus dankbar dafür, dass er der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz diese historisch wertvollen Zeugnisse überlassen hat. Bislang lagen uns zu dem Thema Wiederaufbau in der französischen Besatzungszeit nur wenige Materialien vor. Nun wird es endlich möglich, diesem wichtigen Aspekt in der Geschichte der Stadt Mainz eine sichtbare Plattform geben zu können“.

Blatt aus dem  pädagogischen Baulehrbuch von einst zum Neuaufbau von Mainz als Idealstadt der Zukunft. Links zu sehen in hell: die tolle Zukunft der neu erbauten Trabantenstadt. Rechts in dunkel: die rückschrittliche Enge der stinkenden, engen, Gründerzeitquartiere mit Pferdewagen usw.  Foto: Diether v. Goddenthow
Blatt aus dem pädagogischen Baulehrbuch von einst zum Neuaufbau von Mainz als Idealstadt der Zukunft. Links zu sehen in hell: die tolle Zukunft der neu erbauten Trabantenstadt. Rechts in dunkel: die rückschrittliche Enge der stinkenden, engen, Gründerzeitquartiere mit Pferdewagen usw. Foto: Diether v. Goddenthow

Die Stadt-Planung selbst war sozusagen als ein Akt volkspädagogischer Erziehung geplant,  so Professor Durth, „der die Deutschen wieder rückführen sollte an die westliche Zivilisation, an die Zivilisation der Weimarer Republik“. Durch den Neuaufbau sollte Mainz eine Idealstadt der Zukunft im Geiste der Charta von Athen 1933 /41 u. 43 werden, beispielsweise hinsichtlich der Erkenntnisse der Stadthygiene, der Trennung der Funktionen in die unterschiedlichen Bereiche: Arbeiten, Wohnen, Bildung, Verwaltung usw. In einer Art pädagogischem Bilder-Lehrbuch „Der Neuaufbau von Mainz als Idealstadt der Zukunft“ wurde in zeichnerischen Schwarz-Weiß-Gegenüberstellungen einerseits die Planungsmaximen der einzelnen Bereiche dargestellt und andererseits diese „Baustandards“ exemplarisch an der Stadt Mainz durchexerziert bis hin eben zu den Lichtungsstudien, Optimierung der Grundrisse, nach Belichtung und Belüftung. „In der Fachpresse“, so Durth, „findet man tatsächlich in diesen Jahren 1947 bis 1949 – man kann sagen  – flammende Berichte über die große Chance, die sich hier für Mainz auftut.“

Dieser Plan zeigt sehr anschaulich das Ausmaß des Neuaufbau von Mainz als Idealstadt der Zukunft. Mainz wäre eine schrecklich sterile Trabantenstadt ohne eigentliches Zentrum im traditionellen Sinne geworden. Foto: Diether v. Goddenthow,
Dieser Plan zeigt sehr anschaulich das Ausmaß des geplanten Neuaufbaus von Mainz als Idealstadt der Zukunft. Mainz wäre eine schrecklich sterile Trabantenstadt ohne eigentliches Zentrum im traditionellen Sinne geworden. Lediglich der Dombereich (li.) der sogenannte heilige Bezirk, wäre als Museums-„Insel“ erhalten geblieben.  Foto: Diether v. Goddenthow,

Eine Realisierung der französischen Pläne durch den damals  weltberühmten  Architekten Marcel Lods, einem Wegbegleiter Le Corbusiers, hätte den vollständigen Abriss der Neustadt und ihren Ersatz durch Scheibenhochhäuser bis zum Hartenberg bedeutet. Auch das Mainzer Bleichenviertel wäre komplett niedergelegt und der Verwaltung vorbehalten gewesen. Von der Altstadt wäre lediglich der Dombereich als „Museumsinsel“ geblieben, und selbst dieser historische Restbestand wäre durch neue Straßen durchschnitten worden. Die Industrie sollte in Gustavsburg angesiedelt werden. Einen architektonischen Eindruck entsprechender idealtypischer Wohnbebauung, wie sie ähnlich für Mainz geplant war,  vermitteln noch heute die  Grindelhochhäuser in Hamburg. Sie wurden vor 70 Jahren von den englischen Besatzern nach Abriss eines dortigen Gründerzeit-Viertels in fortschrittlicher standardisierter Stahl-Skelettbauweise und optimierten Wohnungsgrundrissen errichtet.

So kippten die Mainzer die ungeliebten französischen Wiederaufbaupläne 

Um überhaupt diese Pläne vorbereiten zu können, hatten die französischen Besatzer, so Durth, eine ganz strikte Regel,  nämlich, dass die Ausgebombten, die Evakuierten wie sie hießen, nicht zurückziehen durften. Die Besatzer wollten nicht, dass sie anfingen zu reparieren, sich einzurichten, Provisorien zu schaffen; denn dann wäre die Grundlage der Verfügung über die Häuser und Parzellen verloren gewesen und damit auch die „Idealstadt der Zukunft“. „Deswegen kam es in der Bevölkerung zu einer erheblichen, zu einer ganz starken Aversion gegen die französische Besatzungspolitik, ganz im Unterschied gegenüber der zu den Amerikanern im benachbarten Hessen, die eher die „Lassy-fair-Politik“ machten und die gerade den improvisierten Wiederaufbau vor Ort unterstützten. Die reglementierten nicht.
Es waren sehr unterschiedliche Politiken und Besatzungspolitiker unterschiedlichen Zuschnitts, so Durth. Und so kam es zu einem Aufstand der Bürger gegen diese Pläne, als sie ihnen schließlich ganz frei präsentiert wurden.  Der damalige Oberbürgermeister versuchte dann in der Form zu vermitteln, dass er einen Deutschen prominenten Planer einstellte, der sozusagen einen Gegenentwurf zu den französischen machte. Und damit war klar, welche Richtung eingeschlagen würde. Bei der Wiederherstellung der ursprünglichen Eigentumsverhältnisse war dann die französische Planung gestorben, da die Franzosen ja über den Grund und Boden hätten verfügen können müssen. Das heißt: Die flächenmäßige Enteignung war eine Voraussetzung für Mainz als Stadt der Zukunft gewesen.

Prof. Durth beschäftigt sich bereits seit Anfang der 1980er-Jahre mit dem Wiederaufbau in der deutschen Nachkriegszeit. Im Rahmen seiner Forschungen hat er mit vielen Stadtplanern und Architekten aus dieser Zeit gesprochen. So lernte er Professor Adolf Bayer kennen, der lange an der Hochschule Karlsruhe lehrte und einstmals als Mitarbeiter der Mainzer Stadtverwaltung  unter der Regie von Marcel Lods an den Wiederaufbauplänen mitgewirkt hatte. Er war noch im Besitz einiger Exemplare. Professor Bayer überließ Prof. Durth seinerzeit die Pläne, die dieser nun wiederum dem Landesmuseum überreichte.

Fachleuten und interessierten Laien sei Werner Durths Serie „Verdrängte Alternativen, (1) Mainz: Blockierte Moderne“  in ARCH+67, 1.03.1983, Seite(n) 46-49,  empfohlen. Diesen Beitrag gibt es gegen eine geringe Gebühr als Download im Verlag: http://www.archplus.net/home/archiv/ausgabe/46,67,1,0.html

 

Auswahlpräsentation der Pläne im Landesmuseum

Bis zum 8. Januar 2017 wird  eine Auswahl der Pläne in der Ausstellung „Mainz – Ein Blick viele Ansichten“ präsentiert. Diese entstand als Gemeinschaftsleistung der Direktionen Landesdenkmalpflege und Landesmuseum Mainz.

Ort:
Landesmuseum Mainz
Große Bleiche 49-51
55116 Mainz

Veranstaltungen im Gutenberg-Museum vom 11.04. bis 17.04.2016

© massow-picture eurokunst
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Veranstaltungen, die vom 11.04.  bis 17.04.2015  im Gutenberg-Museum stattfinden:

Montag, 11.04.2016, 9.00-17.00 Uhr

Drucken und Setzen im Druckladen des Gutenberg-Museumsfür Kleingruppen. Setzen mit Holzlettern, Drucken der Motive im Hochdruck, Anwenden des Frottageverfahrens. Weitere Projekte nach Absprache. Kosten: Werkstattbeitrag (Voranmeldung erforderlich, Tel. 06131-122686)

Dienstag, 12.04.2016, 10.00, 11.00, 12.00, 14.00, 15.00 und 16.00 Uhr

Druckvorführung an der Gutenberg-Presse

Dienstag, 12.04.2016, 19 Uhr
Klingendes Rheinhessen: Eröffnungsveranstaltung des musikalisch-literarischen Projekts „Klingendes Rheinhessen“anlässlich des Jubiläums „200 Jahre Rheinhessen“ mit Solisten, Chor- und Instrumentalensembles der Region. Uraufführung des Rheinhessensongs „Mein Stück vom Himmel“: Literarisches Programm: Kulturdezernentin Marianne Grosse, Kulturstaatssekretär Walter Schumacher,  Museumsdirektorin Dr.  Annette Ludwig, Peter E. Eckes (Rheinhessen Marketing), Domkapellmeister Karsten Storck u.a. Eintritt frei.

Mittwoch, 13.04.2016, 10.00, 11.00, 12.00, 14.00, 15.00 und 16.00 Uhr
Druckvorführung an der Gutenberg-Presse

Donnerstag, 14.04.2016, 10.00, 11.00, 12.00, 14.00, 15.00 und 16.00 Uhr
Druckvorführung an der Gutenberg-Presse

Donnerstag, 14.04.2016, 10.00-16.00 Uhr
Drucken und Setzen im Druckladen des Gutenberg-Museums
für Kleingruppen. Setzen mit Holzlettern, Drucken der Motive im Hochdruck, Anwenden des Frottageverfahrens. Weitere Projekte nach Absprache. Kosten: Werkstattbeitrag (Voranmeldung erforderlich, Tel. 06131-122686)

Freitag, 15.04.2016, 10.00, 11.00, 12.00, 14.00, 15.00 und 16.00 Uhr
Druckvorführung an der Gutenberg-Presse


Freitag, 15.04.2016, 13.30-17.00 Uhr

Drucken und Setzen im Druckladen des Gutenberg-Museums für Kleingruppen
Setzen mit Holzlettern, Drucken der Motive im Hochdruck, Anwenden des Frottageverfahrens. Weitere Projekte nach Absprache. Kosten: Werkstattbeitrag (Voranmeldung erforderlich, Tel. 06131-122686)

Samstag, 16.04.2016, 10.00, 11.00, 12.00, 14.00, 15.00 und 16.00 Uhr
Druckvorführung an der Gutenberg-Presse

Samstag, 16.04.2016, 10.00-15.00 Uhr  
Offene Werkstatt im Druckladen des Gutenberg-Museums
für Einzelpersonen und Kleingruppen mit max. 5 Teilnehmern. Drucken von eigenen oder vorhandenen Motiven, Setzen mit Holzlettern. Sondermaterialien auf Anfrage. Kosten: Werkstattbeitrag

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Samstag, 16.04.2016, 14.00 Uhr  
Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung mit den Gästeführern der Stadt Mainz. Führung 5 Euro/erm. 4 Euro/Kinder 2,50 Euro (zzgl. Eintritt)

Sonntag, 17.04.2016, 12.00, 13.00, 14.00, 15.00 und 16.00 Uhr
Druckvorführung an der Gutenberg-Presse (15 Uhr im Rahmen der Kinderführung)

Sonntag, 17.04.2016, 13.00 Uhr  

Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung mit  den Gästeführern der Stadt Mainz. Führung 5 Euro/erm. 4 Euro/Kinder 2,50 Euro (zzgl. Eintritt)

Sonntag, 17.04.2016, 15.00-17.00 Uhr
Familiennachmittag

Von tanzenden Buchstaben und bunten Blättern – Spannende Kinderführung durch das Gutenberg-Museum für Kinder ab 4 Jahre und ihre Eltern. Treffpunkt 15 Uhr an der Museumskasse | Mobile Druckwerkstatt: Drucken im Foyer des Gutenberg-Museums. Teilnahmebeitrag 4 Euro pro Kind (Führung und Drucken), erm. Eintritt 3,50 Euro für Eltern und begleitende Angehörige

Sonntag, 17.04.2016, 11.00-15.00 Uhr
Offener Workshop „Arabische Kalligraphie“
Workshop mit Adel Ibrahim-Sudany im Foyer des Museums für Kinder ab 8 Jahre und Erwachsene; Werkstattsbeitrag 6/4 Euro (Begleitperson 3,50 Euro) inkl. Eintritt (Voranmeldung erforderlich, Tel. 06131 – 122686)

Von Montag bis Freitag zwischen 9.00-17.00 Uhr
Einzelbetreuung und Druckaufträge im Druckladen des Gutenberg-Museums
Erstellen privater Drucksachen unter fachkundiger Hilfe. Entgegennahme von Aufträgen nach persönlicher Absprache (Voranmeldung erforderlich, Tel. 06131-122686)

Kolloquium zum Schloss Mainz am 14.April im Landesmuseum

Kurfürstliches-Schloss_frühIm Rahmen der Ausstellung „Mainz – ein Blick, viele Ansichten“ stellen das Landesmuseum Mainz und die Landesdenkmalpflege der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) in regelmäßigen Abständen Beispiele „Aus der aktuellen Denkmalpflege“ vor. Jüngster Themenschwerpunkt ist das Kurfürstliche Schloss. Als Sitz des Kurfürsten und Erzbischofs von Mainz sowie des Reichserzkanzlers zählt das Schloss zu den bedeutenden Residenzen des Heiligen Römischen Reiches. Hervorgegangen aus der spätgotischen Martinsburg, spiegelt die Anlage mit ihren Bauteilen aus Renaissance und Barock eine lange Baugeschichte und wechselvolle Schicksale wider.

Ergänzend zur aktuellen Schau im Landesmuseum findet am 14. April ein eintägiges wissenschaftliches Kolloquium statt, das die historische Entwicklung des Kurfürstlichen Schlosses aufarbeitet, seine Baugeschichte darstellt und die unterschiedlichen Phasen der Residenz aufzeigt. Dabei werden erstmals zusammenhängend die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Innenausstattung sowie das städtebauliche Umfeld mit dem Schlossgarten und den Nebengebäuden beleuchtet.

„Was von uns bleibt“ – RGZM eröffnet Sonderausstellung mit Videokünstlerin Sarah Mock

Collage aus diversen S/W-Fotografien, Papier, Metall, Glas, Plastik, Zeichnungen © massow-picture
Collage aus diversen S/W-Fotografien, Papier, Metall, Glas, Plastik, Zeichnungen © massow-picture

Mainz. »PHASO. Was von uns bleibt« ist der Titel der Sonderausstellung, die ab dem 7. April im Kurfürstlichen Schloss zu sehen ist. Unter der Teilnahme des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt Mainz wurde die Ausstellung am Vorabend feierlich eröffnet. Die Videokünstlerin Sarah Mock setzt ihre künstlerische Perspektive der Wissenschaft gegenüber: Ihre Arbeiten zum Thema der Archäologie sind noch bis zum 17. Juli 2016 im Römisch-Germanischen Zentralmuseum (RGZM) zu sehen. Mit der Ausstellung einer Gegenwartskünstlerin erprobt das RGZM, inwieweit andere als die rein wissenschaftliche Perspektive andere Zugänge zur Archäologie schaffen und neue Zielgruppen erschließen kann.

vli.:Prof. Dr.Falko Daim, Leiter des RGZM, Sarah Mock, Künstlerin und Michael Ebling, Oberbürgermeister von Mainz beim Rundgang durch die Ausstellung. © massow-picture
vli.:Prof. Dr.Falko Daim, Leiter des RGZM, Sarah Mock, Künstlerin und Michael Ebling, Oberbürgermeister von Mainz beim Rundgang durch die Ausstellung. © massow-picture

Die Idee zur Kooperation zwischen dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum und der Künstlerin Sarah Mock entstand unter dem Gesichtspunkt Perspektiven der Kunst und Wissenschaft gegenüberzustellen. „Im Grunde ist es eine Versuchsanordnung. Wir möchten testen, inwieweit sich andere Ausstellungen als rein wissenschaftliche dafür eignen, den Besuchern archäologische Methoden nahezubringen und ihnen Lust auf Archäologie zu machen. Im Idealfall sollten die Besucher anders aus der Ausstellung herauskommen, als sie reingekommen sind“, erklärt Professor Falko Daim, Generaldirektor des RGZM und gleichzeitig Ideengeber zur Kooperation der Sonderausstellung. Oberbürgermeister Michael Ebling eröffnete die Ausstellung mit den Worten: „Mit „PHASO. Was von uns bleibt“ wagt sich das RGZM auf ungewohntes Terrain: weg vom Betrachten und Interpretieren realer Dinge, weg von der reinen Vernunft, und hin zum Surrealen, Bedrohlichen und Phantastischen, hin zu einer Welt voller Rätsel und Absurditäten.“

Die Sonderausstellung »PHASO. Was von uns bleibt« basiert auf dem Gedanken der Zeit nach der menschlichen Zivilisation. In einer fernen Zeit, nachdem die Menschheit seit Jahrhunderten ausgestorben ist, werden die Forschungsergebnisse der fiktiven Post-Human Archaeological Studies Organisation (PHASO) einer intelligenten nachmenschlichen Weltbevölkerung präsentiert. PHASO definiert sich folgendermaßen: „PHASO is a non-profit association to administrate the open source collection of evidences for the former life of human beings on the planet earth“.

Eine Collage aus verschiedenen Videoarbeiten, Graphiken und Objekten enthüllt die nach und nach gewachsen Erkenntnis der PHASO Wissenschaftler, dass es auch vor ihnen schon intelligentes Leben gegeben haben muss. Kurz vor ihrem Untergang in einer Flut  entfremdete sich die Menschheit zunehmend von der Natur.

Post-Human Archaeological Studies Machine "Der Krieg" beschäftigt sich mit der kriegerischen Selbstausrottung des Menschen sowie mit dessen Wirkung auf das Individuum. Einige uralte Medienfragmente der Menschen, die Bild und Ton enthalten, wurden in der versunkenden Wüstenstadt entdeckt und konnten restauriert werden. Sie überliefern erschreckende Zeugnisse darüber, wie sich die Menschheit immer wieder selbst ihrer Lebensgrundlage beraubt und ihre eigenen Individuen vernichtet hat. © massow-picture
Post-Human Archaeological Studies Machine „Der Krieg“ beschäftigt sich mit der kriegerischen Selbstausrottung des Menschen sowie mit dessen Wirkung auf das Individuum. Einige uralte Medienfragmente der Menschen, die Bild und Ton enthalten, wurden in der versunkenden Wüstenstadt entdeckt und konnten restauriert werden. Sie überliefern erschreckende Zeugnisse darüber, wie sich die Menschheit immer wieder selbst ihrer Lebensgrundlage beraubt und ihre eigenen Individuen vernichtet hat. © massow-picture

Die „Funde“, die PHASO gemacht hat, zeigen, dass die Menschen immer mehr in organisches Leben eingriffen und dabei Natürliches durch Künstliches optimierten und ersetzten. Die Abgrenzung dieser beiden Kategorien voneinander wurde brüchig. Zentrales Ausstellungsstück der PHASO- Ausstellung ist ein „archäologischer Fund“, die „Golden Record“. Auf diesem ist ein Video (The Deluge/ 대홍수/ Die Flut) wiederzufinden. Es handelt sich um Videomaterial, das der letzte Protagonist auf der Erde zur Erinnerung an die Menschheit und die Geschichte ihres Untergangs bewahrt hat, ähnlich der Voyager Golden Record, die 1977 ins All geschossen wurde.

Sarah Mock

Sarah Mock mit dem Begleitband ihrer Ausstellung © massow-picture
Sarah Mock mit dem Begleitband ihrer Ausstellung © massow-picture

geboren 1984 in Worms, ist preisgekrönte Videokünstlerin und Bildhauerin. Sie hat in Mainz, Kassel und Berlin studiert. Für die Arbeit am PHASO-Projekt hat sie eine Künstlerresidenz in Seoul verbracht und ein DAAD-Reisestipendium erhalten sowie am Anthropozän-Projekt des Hauses der Kulturen der Welt in Berlin teilgenommen. Für die Vorbereitung der Ausstellung hat sie ein Stipendium der Sparkasse Mainz erhalten.

Interventionen im RGZM

Im Hinblick auf den Museumsneubau und den Umzug in das Archäologische Zentrum (AZM) in Mainz experimentiert das RGZM mit Besucherinnen und Besuchern neue Vermittlungsformate. Probeaufbauten sollen neue Perspektiven auf Altbekanntes öffnen und werden als »Interventionen« in die bestehenden Ausstellungen integriert. Die Eröffnung zur Dauerausstellung »Codes der Macht – Mit 16 auf den Thron« im November 2015 machte den Anfang, Archäologie und die damit verbundene Arbeit des RGZM neuen Zielgruppen zugänglich zu machen. Die Besonderheit der Ausstellung ist die Einbindung in eine multimediale Kampagne, in der die Geschichte der Machtübernahme des späteren Frankenkönigs Chlodwigs in der Medienwelt der Gegenwart erzählt wird.

Römisch-Germanisches Zentralmuseum (RGZM)

Das RGZM ist eine weltweit tätige Forschungseinrichtung für Archäologie mit Hauptsitz in Mainz sowie Nebenstellen in Mayen und Neuwied. 1852 vom Gesamtverein der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine gegründet, ist es seit 1870 eine Stiftung des öffentlichen Rechts und seit 2002 Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

Das Römisch-Germanische Zentralmuseum (RGZM) richtet seine Forschung derzeit neu aus. Der Beitrag, den archäologische Forschung mit ihrem weit zurück reichenden Blick für die Bearbeitung und Bewältigung von Problemstellungen des gegenwärtigen Menschen leisten kann, wird zukünftig noch mehr im Fokus seiner wissenschaftlichen Arbeit und deren Vermittlung stehen. Die Kompetenzen des RGZM liegen u.a. im Zusammenspiel von Restaurierung, Archäometrie, experimenteller und antiquarischer Archäologie. Die Forschungen erfolgen in einem internationalen und interdisziplinären Netzwerk. In mehreren Museen und breitgefächerten Publikationen aus dem eigenen Verlag vermittelt es seine Forschungsergebnisse an die Öffentlichkeit.

„Schönheit unter unseren Füßen“ im Naturhistorischen Museum Mainz eröffnet

Das hier auf unzähligen Holzquadraten künstlerisch und dokumentarisch aufgetragene Sand- und Erdmaterial stammt aus Rheinhessen. Auf einer nebenstehenden Tafel erfahren Betrachter, Fundort und Art der Böden. Diese Art der künstlerischen Präsentation der Vielfalt unserer Böden, macht neugierig und hilft Eltern und Pädagogen auch,  Kinder und Jugendliche stärker für die Faszination "Sand- und Erdböden" zu interessieren. © massow-picture
Das hier auf unzähligen Holzquadraten künstlerisch und dokumentarisch aufgetragene Sand- und Erdmaterial stammt aus Rheinhessen. Auf einer nebenstehenden Tafel erfahren Betrachter, Fundort und Art der Böden. Diese Art der künstlerischen Präsentation der Vielfalt unserer Böden, macht neugierig und hilft Eltern und Pädagogen auch, Kinder und Jugendliche stärker für die Faszination „Sand- und Erdböden“ zu interessieren. © massow-picture

„SCHÖNHEIT UNTER UNSEREN FÜSSEN – Rheinhessens farbige Sande und Erden“ ist Titel einer Ausstellung der Künstlerin und Museumspädagogin Verena Reinmann, die am Dienstag, den 5. April 2016, in Beisein von Kulturdezernentin Marianne Grosse und  Museumsdirektor Dr. Michael Schmitz  eröffnet wurde. Die Ausstellung ist eine Veranstaltung im Rahmen der diesjährigen Jubiläumsfeierlichkeiten 200 Jahre Rheinhessen, wobei die gezeigten Sande und Erden dieser Region natürlich weitaus älter sind, nämlich in Jahrmillionen entstanden.

Verena Reinmann führt durch die Ausstellung und erläutert die große farbige Vielfalt von Sanden und Erden aus unterschiedlichen Regionen. li. Museumsdirektor Dr. Michael Schmitz, der über die Wirkung und Voraussetzung von Erosion zur Entstehung von unterschiedlich farbigen Sanden und Böden referierte.
Verena Reinmann führt durch die Ausstellung und erläutert die große farbige Vielfalt von Sanden und Erden aus unterschiedlichen Regionen. li. Museumsdirektor Dr. Michael Schmitz, der über die Wirkung und Voraussetzung von Erosion zur Entstehung von unterschiedlich farbigen Sanden und Böden referierte.

In großen Wandfriesen dokumentiert die Künstlerlin die farbige Vielfalt von Sanden und Erden aus unterschiedlichen Regionen Rheinhessens. Geschaffen wurden diese Mosaike von Verena Reinmann aus Bodenheim am Rhein, die – fasziniert von der Farbigkeit des in Jahrmillionen entstandenen Erdmaterials – seit über 10 Jahren künstlerisch mit Sanden und Erden arbeitet. Dabei hat Verena Reinmann in unglaublicher Kleinarbeit, unzählige Fundorte unterschiedlich farbiger Böden vor allem  in Rheinhessen aufgesucht und dort Sand- und Erdproben gesammelt, klassifiziert, archiviert  und künstlerisch auf zumeist variierenden, quadartischen Holzgründen in mehrfachen Schichten  aufgebracht.

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Die erd- und sandfarbenen Mini-Holz“Leinwände“ hat Verena Leinmann gekonnt nebeneinander gestellt, so dass sie besonders kontrastreich wirken. Auf Infotafeln kann zugleich nachgelesen werden, aus welchem Ort die farbigen Sand- und Erdmaterialien stammen, etwa aus dem Weisenauer Steinbruch, aus Bodenheim (dem Heimatort der Künstlerin), aus Nierstein, Oppenheim, Worms, Ingelheim, den Fossilfundstätten Weinheim mit dem berühmten Naturdenkmal, der „Trift“, den „Dinotheriensanden“ bei Sprendlingen und aus vielen anderen Fundstellen. Und selbstverständlich ist in den Wandmosaiken im Naturhistorischen Museum aus Erdmaterial vertreten, das kürzlich bei den Ausschachtungen für den Umbau unterhalb des Museums zutage trat. Erde vom ehemaligen Gelände des Reichklaraklosters. Und Material von den archäologischen Ausgrabungen in der Johanniskirche aus dem Zeithoriziont des 4.  bis 7. Jahrhunderts.

Insgesamt hat Verena Reinmann 262 Sande und Erden aus hiesiger Gegend zusammengetragen, darunter drei  Eifelmaterialien geschmuggelt und darüber hinaus eine Arbeit aus 123 Sanden und Erden aus UN-Staaten.

Diese Art der künstlerischen Präsentation der Vielfalt unserer Böden, macht neugierig und hilft Eltern und Pädagogen,  Kinder und Jugendliche stärker für die Faszination „Sand- und Erdböden“ zu interessieren.

Die Ausstellung läuft bis Jahresende.

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Öffnungszeiten:
Di: 10 – 20 Uhr
Mi: 10 – 14 Uhr
Do-So: 10 – 17 Uhr
Mo: geschlossen!

Naturhistorisches Museum
Landessammlung für Naturkunde Rheinland-Pfalz
Mitternacht/Reichklarastraße 10
55116 Mainz
Telefon: 0 61 31/12 26 46
Telefax: 0 61 31/12 29 75
naturhistorisches.museum@stadt.mainz.de
www.naturhistorisches-museum.mainz.de

Veranstaltungen im Gutenberg-Museum vom 29.03. bis 03.04.2016

Foto © massow-picture
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Veranstaltungen, die vom 29.03.  bis 03.04.2016 im Gutenberg-Museum stattfinden:

Dienstag, 29.03.2016, 9.00-17.00 Uhr
Ferienprogramm: Drucken und Setzen – Drucken mit Holzlettern und Bildmotiven
für Kinder ab 6 Jahren in Kleingruppen (bis 5 Teilnehmer). Unter fachkundiger Anleitung kann die Werkstatt des Druckladens des Gutenberg-Museums umfassend genutzt werden: Drucken vorhandener oder eigener Motive, Setzen mit Holzlettern, Erlernen und Anwenden des Frottageverfahrens. Voranmeldung erforderlich,  Tel. 06131-122686. Dauer jeweils 1 Stunde. Werkstattbeitrag 3 Euro pro Kind.

Dienstag, 29.03.2016, 10.00, 11.00, 12.00, 14.00, 15.00 und 16.00 Uhr

Druckvorführung an der Gutenberg-Presse

Dienstag,  29.03.2016, 14.00 Uhr
Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung mit den Gästeführern der Stadt Mainz. Führung 5 Euro/erm. 4 Euro/Kinder 2,50 Euro (zzgl. Eintritt)

Mittwoch, 30.03.2016, 9.00-17.00 Uhr
Ferienprogramm: Drucken und Setzen – Drucken mit Holzlettern und Bildmotiven für Kinder ab 6 Jahren in Kleingruppen (bis 5 Teilnehmer). Unter fachkundiger Anleitung kann die Werkstatt des Druckladens des Gutenberg-Museums umfassend genutzt werden: Drucken vorhandener oder eigener Motive, Setzen mit Holzlettern, Erlernen und Anwenden des Frottageverfahrens. Voranmeldung erforderlich,  Tel. 06131-122686. Dauer jeweils 1 Stunde. Werkstattbeitrag 3 Euro pro Kind.

Mittwoch, 30.03.2016, 10.00, 11.00, 12.00, 14.00, 15.00 und 16.00 Uhr
Druckvorführung an der Gutenberg-Presse

Mittwoch, 30.03.2016, 14.00-16.30 Uhr
Ferienprogramm: Papierfalten/Origami: Workshop mit Beate Krüger für Kinder ab 7 Jahre. Unkostenbeitrag 5 Euro pro Person (Voranmeldung erforderlich, Tel. 06131/122686)

Mittwoch, 30.03.2016, 14.00 Uhr
Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung mit den Gästeführern der Stadt Mainz. Führung 5 Euro/erm. 4 Euro/Kinder 2,50 Euro (zzgl. Eintritt)

Donnerstag, 31.03.16, 9.00-17.00 Uhr
Ferienprogramm: Drucken und Setzen – Drucken mit Holzlettern und Bildmotiven für Kinder ab 6 Jahren in Kleingruppen (bis 5 Teilnehmer). Unter fachkundiger Anleitung kann die Werkstatt des Druckladens des Gutenberg-Museums umfassend genutzt werden: Drucken vorhandener oder eigener Motive, Setzen mit Holzlettern, Erlernen und Anwenden des Frottageverfahrens. Voranmeldung erforderlich,  Tel. 06131-122686. Dauer jeweils 1 Stunde. Werkstattbeitrag 3 Euro pro Kind.

Donnerstag, 31.03.2016, 10.00, 11.00, 12.00, 14.00, 15.00 und 16.00 Uhr
Druckvorführung an der Gutenberg-Presse

Donnerstag, 31.03.2016, 10.00-16.00 Uhr
Drucken und Setzen im Druckladen des Gutenberg-Museums
für Kleingruppen. Setzen mit Holzlettern, Drucken der Motive im Hochdruck, Anwenden des Frottageverfahrens. Weitere Projekte nach Absprache. Kosten: Werkstattbeitrag (Voranmeldung erforderlich, Tel. 06131-122686)

Donnerstag,  31.03.2016, 14.00 Uhr
Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung mit den Gästeführern der Stadt Mainz. Führung 5 Euro/erm. 4 Euro/Kinder 2,50 Euro (zzgl. Eintritt)

Freitag, 01.04.2016, 9.00-17.00 Uhr
Ferienprogramm: Drucken und Setzen – Drucken mit Holzlettern und Bildmotiven für Kinder ab 6 Jahren in Kleingruppen (bis 5 Teilnehmer). Unter fachkundiger Anleitung kann die Werkstatt des Druckladens des Gutenberg-Museums umfassend genutzt werden: Drucken vorhandener oder eigener Motive, Setzen mit Holzlettern, Erlernen und Anwenden des Frottageverfahrens. Voranmeldung erforderlich,  Tel. 06131-122686. Dauer jeweils 1 Stunde. Werkstattbeitrag 3 Euro pro Kind.

Freitag, 01.04.2016, 10.00, 11.00, 12.00, 14.00, 15.00 und 16.00 Uhr
Druckvorführung an der Gutenberg-Presse


Freitag, 01.04.2016, 13.30-17.00 Uhr

Drucken und Setzen im Druckladen des Gutenberg-Museums für Kleingruppen
Setzen mit Holzlettern, Drucken der Motive im Hochdruck, Anwenden des Frottageverfahrens. Weitere Projekte nach Absprache. Kosten: Werkstattbeitrag (Voranmeldung erforderlich, Tel. 06131-122686)

Freitag, 01.04.2016, 14.00 Uhr
Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung mit den Gästeführern der Stadt Mainz. Führung 5 Euro/erm. 4 Euro/Kinder 2,50 Euro (zzgl. Eintritt)

Samstag, 02.04.2016, 10.00, 11.00, 12.00, 14.00, 15.00 und 16.00 Uhr
Druckvorführung an der Gutenberg-Presse

Samstag, 02.04.2016, 10.00-15.00 Uhr
Ferienprogramm: Drucken und Setzen – Drucken mit Holzlettern und Bildmotiven für Kinder ab 6 Jahren in Kleingruppen (bis 5 Teilnehmer). Unter fachkundiger Anleitung kann die Werkstatt des Druckladens des Gutenberg-Museums umfassend genutzt werden: Drucken vorhandener oder eigener Motive, Setzen mit Holzlettern, Erlernen und Anwenden des Frottageverfahrens. Voranmeldung erforderlich,  Tel. 06131-122686. Dauer jeweils 1 Stunde. Werkstattbeitrag 3 Euro pro Kind.

Samstag, 02.04.2016, 10.00-15.00 Uhr  
Offene Werkstatt im Druckladen des Gutenberg-Museums
für Einzelpersonen und Kleingruppen mit max. 5 Teilnehmern. Drucken von eigenen oder vorhandenen Motiven, Setzen mit Holzlettern. Sondermaterialien auf Anfrage. Kosten: Werkstattbeitrag

Samstag, 02.04.2016, 14.00 Uhr  
Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung mit den Gästeführern der Stadt Mainz. Führung 5 Euro/erm. 4 Euro/Kinder 2,50 Euro (zzgl. Eintritt)

Sonntag, 03.04.2016, 12.00, 13.00, 14.00, 15.00 und 16.00 Uhr
Druckvorführung an der Gutenberg-Presse (15 Uhr im Rahmen der Kinderführung)

Sonntag, 03.04.2016, 13.00 Uhr  

Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung mit  den Gästeführern der Stadt Mainz. Führung 5 Euro/erm. 4 Euro/Kinder 2,50 Euro (zzgl. Eintritt)

Sonntag, 03.04.2016, 15.00-17.00 Uhr
Familiennachmittag

Von tanzenden Buchstaben und bunten Blättern – Spannende Kinderführung durch das Gutenberg-Museum für Kinder ab 4 Jahre und ihre Eltern. Treffpunkt 15 Uhr an der Museumskasse | Mobile Druckwerkstatt: Drucken im Foyer des Gutenberg-Museums. Teilnahmebeitrag 4 Euro pro Kind (Führung und Drucken), erm. Eintritt 3,50 Euro für Eltern und begleitende Angehörige

Von Montag bis Freitag zwischen 9.00-17.00 Uhr
Einzelbetreuung und Druckaufträge im Druckladen des Gutenberg-Museums
Erstellen privater Drucksachen unter fachkundiger Hilfe. Entgegennahme von Aufträgen nach persönlicher Absprache (Voranmeldung erforderlich, Tel. 06131-122686)

Stadt Mainz gibt „Refugee Guide“ an Flüchtlinge aus

© Refugeeguide.de
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(rap) – Deutschland verstehen: Schon über 2000 Ratgeber verteilt

Seit der vergangenen Woche wird an neu ankommende Flüchtlingen in Mainz der „Refugee Guide“ ausgegeben. Sie erhalten ihn bei Ihrer Ankunft in Mainz als Begrüßung durch das Amt für Soziale Leistungen der Landeshauptstadt Mainz. Der Guide ist als Orientierungshilfe für die erste Zeit des Aufenthalts von Flüchtlingen in Deutschland gedacht.
Entwickelt wurde der Leitfaden von zahlreichen ehrenamtlichen Unterstützern, vor allem aber Studierende verschiedenster Fachbereiche aus dem Raum Hamburg. Der „Refugee Guide“ wurde auch in enger Zusammenarbeit mit Menschen aus verschiedensten Ländern und Kulturkreisen verfasst. Auch Geflüchtete haben am Guide mitgewirkt und dabei geholfen, ihn zielgruppengerecht zu gestalten.
Der Guide wird kostenlos über die Homepage www.refugeeguide.de zur Verfügung gestellt und kann dort in 16 verschiedenen Sprachen heruntergeladen werden.

Im Guide enthalten sind nützliche Informationen, die dabei helfen sollen, sich in Deutschland – respektive Mainz – zurechtzufinden. Dabei befasst er sich unter anderem mit den Themen öffentliches Leben, persönliche Freiheiten, gesellschaftliches Zusammenleben, Gleichberechtigung, Umweltfreundlichkeit, Essen & Trinken, Formalitäten und Notfällen. Dabei geht er ebenso auf Begrüßungsformalitäten und Umgangsformen ein, wie auch auf die Gleichberechtigung von Frau und Mann und die Arbeitsweise deutscher Behörden.

Der Guide steht den Menschen in den Sprachen
– deutsch,
– englisch,
– französisch,
– arabisch,
– pashto,
– dari,
– farsi,
– urdu,
– tigrinya,
– russisch,
– serbisch,
– albanisch und
– mazedonisch

zur Verfügung und sichert damit eine niedrigschwellige Informationsvermittlung, welche zugleich Sprachbarrieren zu überwinden hilft.

Hier zum Herunterladen auf Broschüren-Download klicken!

„Die Verteilung des Guides unterstützt die wertvolle Integrationsarbeit, die bei uns in Mainz an vielen Stellen – ob durch Betreuungsorganisationen, Ämter, Anbieter von Integrationskursen oder aber die zahlreichen Bürgerinnen und Bürger, die sich im Bereich der Flüchtlingshilfe engagieren – geleistet wird. Bis heute wurden bereits mehr als 2000 Refugee Guides an neu ankommende Flüchtlinge und bereits in Mainz lebende Geflohene verteilt“, sieht Sozialdezernent Kurt Merkator den Leitfaden für Flüchtlinge als praxisnahe Unterstützung für die ersten Schritte zum Einleben in Mainz an.

Siehe auch die Ausstellung „Flucht 2.0 – AN ODYSSEY TO PEACE EINE AUSSTELLUNG VON FLÜCHTLINGEN“  im Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseum Mainz

5 WICHTIGE FAKTEN ZU DEUTSCHLANDS FLÜCHTLINGE, DIE JEDER WISSEN MUSS!
5 wichtige Fakten zu Deutschlands Flüchtlinge

 

Studieren als Flüchtling in Deutschland

Weitere fundierte Informationen für Flüchtlinge, die in Deutschland studieren möchten, finden Sie unter:
http://www.studieren-in-deutschland.org/als-fluechtling-studieren/
und unter: http://www.studieren-in-deutschland.org

Dommuseum Mainz: Flucht 2.0 eröffnet – Großes Rahmenprogramm zur Ausstellung!

Foto © massow-picture
Foto © massow-picture

Während einer kleinen Feierstunde wurde am Freitag, den 18. März 2016,  die  Ausstellung „Flucht 2.0 – AN ODYSSEY TO PEACE EINE AUSSTELLUNG VON FLÜCHTLINGEN“ im Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseum Mainz eröffnet. Für die musikalische Umrahmung sorgten Musiker von der Mainzer Weltmusik Akademie.
Die Ausstellung wird gezeigt vom 18. März bis 1. Mai 2016

Prälat Dietmar Giebelmann, Generalvikar des Bistums Mainz. "Von unseren acht Schutzbefohlenen, von unseren acht Gästen, sprechen alle inzwischen etwas deutsch, in kurzer Zeit, manche nach einem halben Jahr. Und wir spüren die Bedeutung von diesen Jungs von Sprachbildung und Ausbildung in dieser schlimmen Lage." Foto © massow-picture
Prälat Dietmar Giebelmann, Generalvikar des Bistums Mainz. „Von unseren acht Schutzbefohlenen, von unseren acht Gästen, sprechen alle inzwischen etwas Deutsch, in kurzer Zeit, manche nach einem halben Jahr. Und wir spüren die Bedeutung bei diesen Jungs von Sprachbildung und Ausbildung in dieser schlimmen Lage.“ Foto © massow-picture

Die Sonderausstellung „Flucht 2.0 – an odyssey to peace“ im Mainzer Dom- und Diözesanmuseum sei ein „Mahnmal für die Republik und unser Bistum“ sagte Generalvikar des Bistums Mainz, Prälat Dietmar Giebelmann. Sie sei auch „unsere Antwort auf einen Wahlsonntag“ und „unsere Antwort auf Grenzzäune“. „Wir haben zum ersten Mal die Ausstellung in einem Möbelhaus in Ingelheim gesehen, und uns wurde klar: Diese Ausstellung gehört in das Herz unseres Landes, und unseres Bistums, also letztlich in den Dom, oder in das Dom- und Diözesanmuseum!“, so Giebelmann begeistert weiter, der die Ausstellung als Wanderausstellung auf Reisen weiterschicken möchte „in das Bistum hinein und in die Republik hinein“.

 

 

Dr. Anja Lempges, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, die in Vertretung von Dr. Winfried Wilhelmy, Direktor des Dommuseums, ist persönlich aufgrund familiärer Fluchterfahrungen zu tiefst berührt von der Ausstellung, und dankte allen, die diese Ausstellung in kurzer Zeit auf die Beine gestellt haben.Foto © massow-picture
Dr. Anja Lempges, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, die in Vertretung von Dr. Winfried Wilhelmy, Direktor des Dommuseums, ist persönlich aufgrund familiärer Fluchterfahrungen zu tiefst berührt von der Ausstellung, und dankte allen, die diese Ausstellung in kurzer Zeit auf die Beine gestellt haben.Foto © massow-picture

Dr. Anja Lempges, wissenschaftliche Mitarbeiterin, die in Vertretung von Dr. Winfried Wilhelmy, Direktor des Dommuseums, die Veranstaltung eröffnete, konnte es, wie sie sagte, „zunächst nicht deuten, warum sie das Thema Flucht so packt“, bis sie merkte, dass die Thematik „mich an meinen Großvater erinnerte“. Dieser, nahe an der Luxemburgischen Grenze auf deutscher Seite geboren,  hatte sich, so Lempges, in russischer Kriegsgefangenschaft  als „Luxemburger“ ausgegeben, da die Russen nicht den moselfränkischen vom luxemburgischen Dialekt zu unterscheiden vermochten. Die luxemburger wie französischen Soldaten hatten jedoch bei der Übergabe des unechten Luxemburgers an ihre Einheit geschwiegen. „Weil andere Menschen menschliche Größe gezeigt haben, hat mein Großvater überlebt. Wäre das nicht geschehen, ich stünde heute nicht hier“, stellte Lempges fest und appellierte an unser aller gesellschaftliche Verpflichtung, eben solch menschliche Größe heutigen Flüchtlingen gegenüber zu zeigen.

Dr. Doaa Elsayed, Kunsthistorikerin aus Kairo und Kuratorin der Ausstellung, führte die Gäste durch alle Stationen der Ausstellung und interviewte einfühlsam einige der jungen Gäste zu ihren zum Teil unglaublichen, lebensgefährlichen Erlebnissen . Foto © massow-picture
Dr. Doaa Elsayed, Kunsthistorikerin aus Kairo und Kuratorin der Ausstellung, führte die Gäste durch alle Stationen der Ausstellung und interviewte einfühlsam einige der jungen Gäste zu ihren zum Teil unglaublichen, lebensgefährlichen Erlebnissen . Foto © massow-picture

Dr. Doaa Elsayed, Kunsthistorikerin aus Kairo und Kuratorin der Ausstellung, nannte die Ausstellung „eine Brücke zwischen Menschen auf der Flucht und der Bevölkerung in Deutschland“, die Hoffnung spenden und Menschen auf der Flucht ein Gesicht geben wolle. Doaa Elsayed sagte: „es gibt zwei Gruppen von Menschen, zwischen ihnen liegt ein tiefes Tal. Ein Tal voller Krieg, Tod, Armut, Angst und Traurigkeit. Jeder von diesen beiden Gruppen sieht jeweils auf die andere Seite, die Seite, die für ihn völlig unbekannt ist. Diese Ausstellung verbindet die Gruppen der beiden Seiten, oder die beiden Gruppen, und erlaubt, das Tal zu überqueren“.
Für einen Teil der deutschen Gesellschaft seien Flüchtlinge, so Elsayed, ein abstraktes Bild, einfach tausende, ja gar Millionen Menschen, also eine Masse ohne Gesicht. „Wer die Gesichter nicht kennt, hat Angst, Angst vor einer fremden Kultur, Angst vor einer fremden Religion, Angst vor einer fremden Tradition, Angst davor, die eigene Kultur zu verlieren, vielleicht sogar, die eigene Persönlichkeit.“, so Elsayed.
Mit der Brücke, die diese Ausstellung schaffe, wollen wir diese Angst nehmen. Die Flüchtlinge nähmen dazu die Besucher mit auf die andere Seite des Tales, so Elsayed, und weiter: „Durch die Geschichte dieser acht jungen Menschen bekommen Millionen Flüchtlinge ein Gesicht. Ein Gesicht, das selbst Angst hat, weinte, hoffte, und bangte, Tag für Tag, das kämpfte, und alles verloren glaubte, und doch endlich hierher kam, endlich auf die andere Seite des Tals. Sie haben es geschafft.“

Die acht Flüchtlinge haben fast ein Jahr an der Ausstellung gearbeitet. Ahmed, Aron, Farhad, Fisseha, Khaled, Khanum, Rami und Sufyan sind seit 2013/14 in Deutschland. Sie kommen aus Afghanistan, Eritrea, Pakistan und Syrien, sind Muslime und orthodoxe Christen und sprechen drei verschiedene Sprachen: Arabisch, Tigrinia und Englisch und inzwischen auch Deutsch.

Gemeinsam mit zwei Projektleiterinnen, der Journalistin Jeanette Schindler und der Dr. Doaa Elsayed, haben sie das Ausstellungskonzept entwickelt und zuerst in einem Ingelheimer ehemaligen Baumarkt gezeigt.

Foto © massow-picture
Foto © massow-picture

Die Ausstellung zeigt in sechs Stationen – Aufbruch, Marsch, Lager, Mittelmeer, Europa, Ankommen – die persönlichen Fluchterlebnisse der Gruppenmitglieder und wie sie ihre erste Zeit in Deutschland erlebt haben. Die Flüchtlinge in Deutschland sehen sich oft der vorwurfsvollen Frage ausgesetzt, warum sie teure Smartphones besitzen. Ein Aspekt der Ausstellung ist daher, deutlich zu machen, wie wichtig neue Medien für Menschen auf der Flucht sind und wie sie genutzt werden.

Lebensgeschichten auf Videointerviews festgehalten, die die Besucher abrufen können.
Lebensgeschichten auf Videointerviews festgehalten, können  Besucher abrufen.

In der Ausstellung werden stark vergrößerte Handyfotos präsentiert, die Menschen auf ihrem Weg nach Deutschland gemacht haben. Außerdem sind Facebook-Einträge von Geflüchteten und auch von Schleusern zu sehen. In selbstgedrehten Kurzfilmen  erzählen die Gruppenmitglieder persönliche Erfahrungen auf ihrem Weg nach Deutschland. Interaktive Installationen sollen dem Ausstellungsbesucher diese Erfahrungen näher bringen. So können die Besucher in einem nachgebauten Flüchtlingsboot Platz nehmen.

 

In der letzten Station der Ausstellung befassen  sich Ahmed, Aron, Farhad, Fisseha, Khaled, Khanum, Rami und Sufyan mit ihren Eindrücken und Gefühlen während der ersten Zeit in Deutschland – ein Aspekt, der bisher in der gesamten Flüchtlingsdebatte völlig untergegangen ist. Auf kleinen mit Bildern versehenen Texttafeln können Besucher die wichtigsten ihrer Empfindungen  nachlesen, etwa wie die folgende von Farhad:
neuefluegelbekommen

Während Farhad seit geraumer Zeit auf die Bearbeitung seines Asylantrags wartet, arbeitet er wöchentlich drei Tage in einem Restaurant und lernt eifrig Deutsch. Später einmal möchte er deutsche Literatur studieren, um Dolmetscher zu werden.

Khaled hat Asyl in Deutschland bekommen, wohnt in Mainz u. besucht die 10. Gymnasiumklasse und möchte Zahnarzt werden. Dieses Armband hat er von seinem Bruder bekommen, welche er für "kein Geld der Welt verlieren" möchte.  Foto © massow-picture
Khaled hat Asyl in Deutschland bekommen, wohnt in Mainz u. besucht die 10. Gymnasiumklasse und möchte Zahnarzt werden. Dieses Armband hat er von seinem Bruder bekommen, welche er für „kein Geld der Welt verlieren“ möchte. Foto © massow-picture

Zudem zeigen die Projektmitglieder persönliche Dinge, die sie auf ihrer Flucht auf keinen Fall verlieren wollten. Sie waren/ sind die einzigen Erinnerungsstücke an geliebte Menschen und an ihre alte Heimat.

 

 

 

vl. Dr. Doaa Elsayed, Prälat Dietmar Giebelmann, Dr. Anja Lempges. Foto © massow-picture
vl. Dr. Doaa Elsayed, Prälat Dietmar Giebelmann, Dr. Anja Lempges. Foto © massow-picture

Flüchtlinge sind in mehrfacher Hinsicht ihrer Stimme beraubt. Weil sie überwiegend kein Deutsch sprechen, können sie weder ihre Gefühle und Bedürfnisse artikulieren, noch Freundschaften knüpfen. Dazu kommt, dass der „lange Arm“ der Unterdrückerregime, aus denen sie geflohen sind, oft bis in ihre Zufluchtsländer reicht. Sie können selbst in Deutschland nicht frei und öffentlich ihre Interessen vertreten oder über ihre traumatischen Erfahrungen sprechen, auch weil sie fürchten müssen, damit ihre zurückgebliebenen Angehörigen in Gefahr zu bringen. Deswegen können wir an dieser Stelle nicht alle Beteiligten zeigen.

Von diesen hier porträtierten jungen Menschen gehen so viel Lebenswille und Hoffnung, aber auch Leistungsstärke und der Wunsch aus, durch eigene Leistung  den Deutschen einmal für all die Hilfen danken zu können. Ahmed, Aron, Farhad, Fisseha, Khaled, Khanum, Rami und Sufyan dankten –  zum Teil mit Tränen in den Augen – für all das, was ihnen hier Gutes getan wurde, von ihren Gasteltern, den Institutionen, dem Bistum Mainz und den Deutschen.
christenhelfenmuslims

 

 

 

Annita Müller, Medienpädagogin der "medien.rlp, Institut für Medien und Pädagogik e.V.2  führte die Video-Interviews mit den jungen Menschen. Diese sind in der Ausstellung abrufbar.Foto © massow-picture
Annita Müller, Medienpädagogin der „medien.rlp, Institut für Medien und Pädagogik e.V.2 führte die Video-Interviews mit den jungen Menschen. Diese sind in der Ausstellung abrufbar.Foto © massow-picture

Die Filme in der Ausstellung sind mithilfe des großen Engagements der medien.rlp, Institut für Medien und Pädagogik e. V. entstanden.

Das Rahmenprogramm der Ausstellung wird Geflüchteten, Helfern, Gemeinden und Verantwortlichen im Bereich Migration sowie allen Interessierten breiten Raum bieten, miteinander ins Gespräch zu kommen und einen Blick in die gemeinsame Zukunft zu werfen.

 

Refugee Guide Online 

Der Guide (http://www.refugeeguide.de) /steht den Menschen in den Sprachen
– deutsch,
– englisch,
– französisch,
– arabisch,
– pashto,
– dari,
– farsi,
– urdu,
– tigrinya,
– russisch,
– serbisch,
– albanisch und
– mazedonisch

RAHMENPROGRAMM
Rahmenprogramm_FLUCHT 2.0

 ÖFFENTLICHE FÜHRUNGEN

 Jeden Samstag um 15 Uhr und jeden Sonntag um 14 Uhr starten wir gemeinsam in
 die Ausstellung. Sie erzählt von Menschen, deren Verzweiflung sie nach Europa treibt –ungeachtet aller Gefahren. Die jungen Menschen, die diese Ausstellung zusammengestellt haben, erzählen, warum sie geflohen sind, wie es in ihrer Heimat heute aussieht, wie es ihnen auf der Flucht ergangen ist und wie man überhaupt eine Flucht bewerkstelligt und organisiert. Dauer: 60 Min.

 Kosten: 2,50 € + Eintritt, samstags inkl. Aufbewahrung Ihres Markteinkaufs.
(Eintritt regulär: 4 € / ermäßigt: 2 €; Familienkarte I: 4 € / Familienkarte II: 8 €)

 ABENDÖFFNUNG UND GESPRÄCHSRUNDE – Gäste, Gastgeber und Unterstützer
 In Kooperation mit der Katholischen Hochschule Mainz, Prof. i. K. Dr. Ulrich Papenkort.
 Jeden Mittwoch geben wir unterschiedlichen Verbänden, Helfern und Unterstützern  aber auch den Flüchtlingen selbst ein Forum. Bei der Abendöffnung ab 17 Uhr haben unsere Besucher die Möglichkeit, sich die Ausstellung vor den Gesprächsrunden anzusehen, sich Gedanken zu machen und sich Fragen zu stellen. Anschließend (18 Uhr) setzen wir uns in großer Gesprächsrunde zusammen und diskutieren, thematisieren unsere Ängste und blicken in eine gemeinsame Zukunft. Dauer: ca. 60 Min.
 Kosten: Spenden sind willkommen.

  23.3. und 13.4.: Flucht damals und heute – Ein moderiertes Gespräch.
 30.3.: Gesprächsrunde mit Petra Matthes und Ute Lippert  Psychosoziales Zentrum für Flucht und Trauma des Caritasverband Mainz e. V.

 20.4.: Gesprächsrunde mit Vertretern der Stiftung Juvente Mainz
 27.4.: Gesprächsrunde mit Rudolf Höser, Pressesprecher der Bundespolizeiinspektion Trier

 PODIUMSDISKUSSION
Wir haben alle an einen Tisch und in einen Saal geholt. Generalvikar Giebelmann und Frau Joanna Worytko sprechen über die Motivation eines Bistums, sich Flüchtlingen anzunehmen. Wie können wir unsere Gäste aufnehmen, und wie funktioniert die Unterbringung? Welche Sorgen und Nöte haben die Menschen, welche Sorgen bringt die Hilfe mit sich? Pfarrer Stipinovich aus Viernheim berichtet von seinen Ideen zur Hilfe und seinem Modellprojekt in Viernheim. Dr. Elsayed erklärt die Ausstellung und was sie bewegt hat, diese zusammen mit Flüchtlingen zu entwickeln. Rainer Stephan berichtet von seiner Arbeit, dem Umgang mit dem Erwachsenenkatechumenat, dem Taufwunsch von Flüchtlingen und den daraus resultierenden Problemen. Und Irene Alt stellt sich als Ministerin für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen des Landes Rheinland-Pfalz den Fragen, die mit der „Flüchtlingswelle“ auf uns zugekommen sind.

 Termin: 6.4. um 18.00 Uhr. Dauer: ca. 90 Min. Abendöffnung der Ausstellung ab 17 Uhr.
 Kosten: Spenden sind willkommen.

 „FREMD SIND WIR EINGEZOGEN“ – Konzert
Ein interkulturelles Konzertprojekt mit Liedern aus der „Winterreise“ von Franz Schubert sowie Texten von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen über ihre „Reise“ nach Deutschland. Gesang: Heidrun Kordes, Birgit Thomas. Sprecher: Ulrike Neradt, Wiltrud Heine, Gottfried Herbe, Bernhard Plechinger. Gitarre: Ali Neander, Rainer Michel. Arabische Geige: Walid Khadba. Klavier: Markus Neumeyer.

Konzept und Regie: Sabine Fischmann.
 Termin: 22.4. um 19.30 Uhr. Dauer: ca. 90 Min.
 Kosten: Spenden sind willkommen.

  FINISSAGE am Sonntag, 1. Mai
 Öffentliche Führung 12.00 Uhr, 14.00 Uhr und 16.00 Uhr

 Familienprogramm in der museumspädagogischen Werkstatt von 14.00 – 18.00 Uhr.
VERANSTALTUNGEN für FAMILIEN UND KINDER
 FAMILIENTAG – Das Vertraute im Fremden
Laut UNICEF ist jeder dritte nach Deutschland einreisende Flüchtling ein Kind oder Jugendlicher. Schätzungsweise 65.000 Flüchtlingskinder leben mit unsicherem Aufenthaltsstatus in Deutschland. Deshalb wollen wir gerade auch Kindern und Jugendlichen breiten Raum geben, sich gegenseitig kennenzulernen. Beim Familientag schaffen wir hierfür eine zwanglose Atmosphäre. Kinder erzählen einander von ihrer Heimat, lesen Geschichten, basteln und spielen. Vielleicht entdecken wir beim Lesen, Hören von Geschichten und Basteln Gemeinsamkeiten… und das Vertraute im Fremden.
Das Angebot richtet sich insbesondere an Familien und Kinder ab 8 Jahren.
 Termine: 19. März, 9. April und 23. April, jeweils um 15 Uhr. Dauer: ca. 90 Min.
 Kosten: Spenden sind willkommen. Bitte vorher anmelden!

 

 MEIN TRAUMBAUM
Mit seinen tiefen Wurzeln ist ein Baum ein starkes Symbol für Heimat. Und Heimat bedeutet für jeden Einzelnen etwas anderes. Wir wollen gemeinsam Euren Träumen, Wünschen und Vorstellungen von Heimat nachgehen. Wir malen auf großer Leinwand unseren Traumbaum, unsere Vorstellung von Heimat. Dabei können wir andere Menschen und andere Kulturen kennenlernen und ihnen begegnen. Das Fremde bekannt machen… Workshop für Kinder ab 8 Jahren.
 Termine: 22. März und 1. April, jeweils um 11 Uhr. Dauer: ca. 180 Min.
 Kosten: Spenden sind willkommen. Bitte vorher anmelden!

 ZEICHEN UND SYMBOLE – Ornamentworkshop
Symbole sind ein elementarer, kraftvoller Ausdruck jeder Kultur. Sie geben uns Sicherheit und ein Gefühl von Heimat in einem fremden Land. In diesem Workshop suchen wir nach unseren eigenen Symbolen und lernen fremde kennen. Workshop für Familien, Erwachsene und Kinder.
 Termine: 16.4. und 30.4., jeweils um 11 Uhr. Dauer: ca. 120 Min.
 Kosten: Spenden sind willkommen. Bitte vorher anmelden!

 „MIT DEM TEDDY AUF DER FLUCHT“ – Erzählrunde mit Zeitzeugen
In Kooperation mit dem Museum bei der Kaiserpfalz, Ingelheim
Der aus dem Libanon stammende Alexander Iskanderani musste vor über vierzig Jahren als Kind zweimal seine Heimat verlassen. Seine Flucht endete glücklich. Heute kann er uns davon erzählen. In der etwa zweistündigen Veranstaltung wird eine kurze historische Einführung zeigen, dass die derzeitige Flüchtlingswelle keineswegs einzigartig in der Geschichte ist.
Im anschließenden Gespräch zwischen der Kulturwissenschaftlerin Dr. Nicole Nieraad- Schalke mit Alexander Iskanderani werden Erinnerungen wach. In einem Koffer gesammelte Erinnerungsstücke regen zum gemeinsamen Gespräch an.
Workshop für Familien und SchülerInnen ab 12 Jahren
Termin: 17.4. um 11 Uhr. Dauer: ca. 120 Min.
 Kosten: Spenden sind willkommen. Bitte vorher anmelden!

  FINISSAGE am Sonntag, 1. Mai
 Öffentliche Führung 12.00 Uhr, 14.00 Uhr und 16.00 Uhr
 Familienprogramm in der museumspädagogischen Werkstatt von 14.00 – 18.00 Uhr.

 AUSSERDEM
 MIT LEEREN HÄNDEN – Was Flüchtlinge durchmachen, bis sie bei uns ankommen
 Workshop für Leute ab 10 Jahren
Niemand verlässt seine Heimat ohne wichtigen Grund. Wir können nur schwer nachvollziehen, was die Flüchtlinge erlitten haben, die deutschen Boden betreten. Diese Gemeinschaftsstunde soll Kindern und Schülern helfen, sich in Flüchtlinge hineinzuversetzen, um ein Verständnis dafür zu bekommen, was sie durchmachen, bis sie bei uns ankommen.
 Termine: nach Vereinbarung. Dauer: 60 Min.
Kosten: Spenden sind willkommen.

Zeit und Ort

Öffnungszeiten DI bis FR 10–17 Uhr | SA, SO und ges. Feiertage 11–18 Uhr
Bei Veranstaltungen ggf. länger geö¬ffnet. Geschlossen 25.-28.3. (Karfreitag bis Ostermontag). Am 1. Mai geöffnet.

Eintrittspreise Regulär: 4 € | Ermäßigt: 2 €
Familienkarte I: 4 € | Familienkarte II: 8 €.

Am persönlichen Namenstag ist der Eintritt frei.

Führungen Ö¬ffentliche Führungen
Samstags um 15 Uhr, Sonntags um 14 Uhr
Jeweils 60 Min., Teilnahmegebühr: 2,50 € + Eintritt

Private Gruppenführungen (bitte telefonisch / per E-Mail vereinbaren):
60 Min. / 60 € + erm. Eintritt

Veranstaltungen Im Rahmen der Sonderausstellung gibt es ein umfangreiches
Veranstaltungsprogramm. Alle Termine auf der Homepage.

Ort:
Bischöfliches Dom- und Diözesanmuseum
Domstraße 3
55116 Mainz
Tel.: 06131 / 253 344
Fax: 06131 / 253 349
Internet: www.dommuseum-mainz.de
Mail: info@dommuseum-mainz.de

FLUCHT 2.0 im Mainzer Dommuseum – Rahmenprogramm legt Schwerpunkt auf Begegnung

Flucht2PlakatAm Freitag, 18. März, öffnet das Mainzer Dommuseum ab 13 Uhr seine Räume zur Sonderausstellung FLUCHT 2.0 – an odyssey to peace. Die Ausstellung, die von acht Flüchtlingen konzipiert und im letzten November erfolgreich in Ingelheim gezeigt wurde, berichtet anhand von Handybildern, -filmen und ergänzenden Interviews von den Gefahren, die Flüchtende in der Hoffnung auf ein friedliches Leben auf sich nehmen.

Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Programm begleitet, das die Begegnung zwischen Geflüchteten, Interessierten, Helfern und Verantwortlichen zum Ziel hat.

So bieten die öffentlichen Führungen (samstags um 15 Uhr, sonntags um 14 Uhr) nicht nur Gelegenheit, die Ausstellungsmacher selbst kennenzulernen, die Auskunft geben über die Gründe und Umstände ihrer Flucht, wie es in ihrer Heimat heute aussieht und wie man überhaupt eine Flucht bewerkstelligt.

Jeden Mittwoch um 18 Uhr bekommen unterschiedliche Verbände, Helfer und Unterstützer aber auch Flüchtlingen selbst ein Forum. Bei der Abendöffnung um 17 Uhr haben die Besucher die Möglichkeit, sich die Ausstellung vor den Gesprächsrunden anzusehen und sich Fragen zu stellen. Anschließend wird in großer Runde diskutiert, Ängste thematisiert und ein Blick in eine gemeinsame Zukunft geworfen.

Bei der Podiumsdiskussionam 6. April um 18 Uhr sprechen Generalvikar Giebelmann und Frau Joanna Worytko (Stabsstelle Migration/Integration Bistum Mainz) mit Subregens Lerchl (Bischöfliches Priesterseminar), Pfarrer Stipinovich aus Viernheim, der Ausstellungskuratorin Dr. Elsayed und Irene Alt (Ministerium für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen des Landes Rheinland-Pfalz) über Motivation und Organisation der Flüchtlingshilfe, die dabei aufkommenden Sorgen, Fragen und Probleme und ihre Ideen und Projekten zur Integration.

„FREMD SIND WIR EINGEZOGEN“ ist ein interkulturelles Konzertprojekt mit Liedern aus der „Winterreise“ von Franz Schubert sowie Texten von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen über ihre „Reise“ nach Deutschland. Das Konzert findet statt am 22. April um 19.30 Uhr.

Flucht und Vertreibung sind nicht zuletzt auch in der christlichen Bildwelt verankert. So berichtet uns zum Beispiel das Matthäus-Evangelium von der Flucht der hl. Familie nach Ägypten. In kurzen Vorträgen wird am 10. und 24. April um 11 Uhr in Sichtweisen – Flucht und Vertreibung in der Kunst den Themen auf den Grund gegangen.

Auf für Kinder und Familien gibt es zahlreiche Angebote: An drei FAMILIENTAGEN erzählen Kinder einander von ihrer Heimat, lesen Geschichten, basteln und spielen. Vielleicht entdecken wir beim Lesen, Hören von Geschichten und Basteln Gemeinsamkeiten… und das Vertraute im Fremden. Termine: 19. März, 9. April und 23. April, jeweils von 15-16.30 Uhr.

Beim Workshop MEIN TRAUMBAUM malen alle ihre jeweiligenTräume, Wünsche und Vorstellungen von Heimat auf eine große Leinwand. Termine: 22. März und 1. April, jeweils von 11-14 Uhr.

Am 17. April um 11 Uhr erzählt der aus dem Libanon stammendeAlexander Iskanderani von seiner Flucht als Kind vor 40 Jahren. In der ERZÄHLRUNDE wird eine kurze historische Einführung zeigen, dass die derzeitige Flüchtlingswelle keineswegs einzigartig in der Geschichte ist. In einem Koffer gesammelte Erinnerungsstücke regen zum gemeinsamen Gespräch an.

ALLE TERMINE, Kosten, Anmeldungen und Altersempfehlungen unter www.dommuseum-mainz.de