Kategorie-Archiv: Boersenverein d. deutschen Buchhandels

Kartellrechtsbeschwerde des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels weist Hörbücher: Audible und Apple in ihre Schranken

Gute Nachrichten für den Hörbuchmarkt: Die Kartellrechtsbeschwerde des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels vom September 2015 gegen die Amazon-Tochter Audible und gegen Apple zeigt Früchte. Der Börsenverein hatte in seiner Beschwerde zwei Praktiken der beiden Unternehmen beim Einkauf und Vertrieb von Hörbüchern als kartellrechtswidrig bemängelt: Zum einen bezog das Apple-Musikprogramm iTunes seine digitalen Hörbücher exklusiv bei Audible und keinem anderen Hörbuch-Anbieter. Zum anderen zwang Audible Hörbuchverlagen und -anbietern unzumutbare Bedingungen für die Vermarktung digitaler Hörbücher auf: Die Verlage sollten durch Kündigung bestehender Lizenzverträge potenziell in ein Flatratemodell gedrängt werden, mit dem deutlich niedrigere Umsätze erzielt werden können.

In beiden Punkten zeigen sich nun Erfolge: Audible und Amazon haben die exklusive Belieferungspraxis bei digitalen Hörbüchern aufgegeben. Das Bundeskartellamt gab daraufhin bekannt, die Prüfung ohne förmliche Entscheidung aufzulösen. Zum anderen ist aus dem Markt zu vernehmen, dass Audible von seiner rigorosen Praxis bei Vertragsverhandlungen mit Hörbuchverlagen und -anbietern Abstand genommen hat.

„Anbieter von Hörbüchern können aufatmen: Durch unser kartellrechtliches Einschreiten konnten wir den marktschädlichen Praktiken von Audible und Apple einen Riegel vorschieben. Wir begrüßen es sehr, dass die beiden Unternehmen ihre Exklusivvereinbarung aufgegeben haben und iTunes so auch für andere Hörbuch-Anbieter geöffnet ist. Zudem ist es ein positiver Schritt, dass Audible derzeit offensichtlich nicht mehr daran festhält, den Vertrieb von Hörbüchern per Download-Abo zwingend mit der Einwilligung in die Nutzung für Streamingflatrates zu koppeln. Wir hoffen, dass diese Maßnahme auch nachhaltig ist. Wenn marktbeherrschende Unternehmen ihre Position ausnutzen, um monopolartige Strukturen aufzubauen, gefährden sie Qualität und Vielfalt auf dem Buchmarkt und schmälern letztlich das Angebot, das Buchnutzern zur Verfügung steht“, sagt Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins.

Der Börsenverein war Beschwerdeführer in dem Kartellverfahren der deutschen Wettbewerbshüter gegen Audible. Zudem ist er auch an dem noch laufenden Kartellverfahren der Europäischen Kommission gegen Amazon und dessen hundertprozentige Tochterfirma Audible aufgrund zweier Beschwerden beteiligt. Über die Onlineplattformen von Audible und Amazon sowie über den iTunes Store von Apple werden nach Menge und Umsatz mehr als 90 Prozent aller Downloads von Hörbüchern in Deutschland getätigt.

Börsenverein zur geplanten Urheberrechtsreform in Bildung und Wissenschaft: „Bildung zum Nulltarif können wir uns nicht leisten“

© atelier goddenthow
© atelier goddenthow

Die Bundesregierung will in diesen Tagen einen Gesetzentwurf für eine Reform des Urheberrechts auf den Weg bringen. Eine Fassung des geplanten „Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetzes“ findet sich bereits geleaked im Internet. In dem Entwurf sieht die Bundesregierung vor, Werke zur Nutzung in Bildung und Wissenschaft weitgehend aus dem Urheberrecht auszunehmen.

„Sollte der Gesetzentwurf in dieser Form veröffentlicht werden, ist er kurzsichtig und realitätsfern. Denn Bildung zum Nulltarif kann sich unsere Gesellschaft nicht leisten. Bildung ist Deutschlands wichtigste Ressource. Hochwertige und vielfältige Bildungs- und Wissenschaftsmedien sind die Initialzündung für Wachstum, Wohlstand und Demokratie. Deshalb müssen wir sie stärken statt schwächen. Autoren und Verlage benötigen die wirtschaftlichen Möglichkeiten und Anreize, ihr Wissen und ihre Erkenntnisse für Studierende und Wissenschaftler veröffentlichen zu können. Diese werden ihnen genommen, wenn ihre Lehrbücher und Publikationen künftig weitgehend kostenfrei vervielfältigt und weitergegeben werden dürfen. Die Politik schadet damit nicht nur Wissenschaftlern und Verlagen. Sie gefährdet die Qualität und Vielfalt von Bildung und damit die Basis unserer Wissensgesellschaft“, sagt Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

Laut der geleakten Fassung des Entwurfs sollen unter anderem individuelle, marktgerechte Lizenzangebote der Verlage bei der Beschaffung von Fach- und Wissenschaftsliteratur durch Bildungseinrichtungen und Hochschulen keine Rolle mehr spielen. Zudem soll die Vergütung der Urheber künftig ausschließlich pauschal und nicht werkbezogen erfolgen. Dadurch erhielten Autoren und Verlage künftig keine angemessene Vergütung mehr für ihre Leistungen. Die wirtschaftliche Grundlage vieler, gerade kleiner Verlage bräche weg. In der Folge würden Wissenschaftler keine professionellen Partner mehr finden, um ihre Erkenntnisse zu publizieren.

Sobald der Gesetzentwurf offiziell veröffentlicht ist, wird der Börsenverein dazu detailliert Stellung nehmen.

Kandidaten gesucht: Öffentliche Ausschreibung für den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2017

Einsendeschluss 1. März 2017 / Friedenspreisverleihung am 15. Oktober 2017 in der Frankfurter Paulskirche

buchpreis.logo,jpgDie öffentliche Ausschreibung für den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2017 startet: Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels ruft alle Bürgerinnen und Bürger auf, Kandidaten für die Auszeichnung zu nennen, die am 15. Oktober 2017 in der Frankfurter Paulskirche verliehen wird. Gesucht wird eine „Persönlichkeit, die in hervorragendem Maße vornehmlich durch ihre Tätigkeit auf den Gebieten der Literatur, Wissenschaft und Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen hat“, so das Statut der Stiftung Friedenspreis. Jeder Bürger kann Vorschläge einreichen.

Der Stiftungsrat des Friedenspreises nimmt im April seine Beratungen auf und wählt aus den eingegangenen Vorschlägen die Preisträgerin oder den Preisträger. Der unabhängigen Jury, die sich in der Mehrzahl aus Personen des öffentlichen Lebens zusammensetzt, gehören an: Stephan Detjen (Journalist), Karl-Josef Kuschel (Theologe), Felicitas von Lovenberg (Verlegerin), Prof. Dr. Ethel Matala de Mazza (Literaturwissenschaftlerin), Janne Teller (Schriftstellerin), Matthias Ulmer (Vorsitzender Verleger-Ausschuss), Stefan Könemann (Vorsitzender Ausschuss für den Zwischenbuchhandel) und Heinrich Riethmüller, der als Vorsteher des Börsenvereins zugleich Vorsitzender des Stiftungsrates ist.

Die Vorschläge können bis 1. März 2017 eingereicht werden. Sie sollten schriftlich begründet sein, unter Angabe von Leistungen und Veröffentlichungen, die die Vorgeschlagenen als Kandidaten für den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausweisen. Selbstvorschläge sind nicht zugelassen. Die Vorschläge sind zu richten an den Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Geschäftsstelle Friedenspreis, z. Hd. Martin Schult, Schiffbauerdamm 5, 10117 Berlin, E-Mail: m.schult@boev.de. Weitere Informationen und ein Online-Formular gibt es unter http://www.friedenspreis-des-deutschen-buchhandels.de/470553/. 

Bekannt gegeben wird der Friedenspreisträger oder die Friedenspreisträgerin des Jahres 2017 am 13. Juni. Die letzten Friedenspreisträger waren die deutsche Journalistin und Philosophin Carolin Emcke (2016), der deutsch-iranische Schriftsteller Navid Kermani (2015), der US-amerikanische Informatiker Jaron Lanier (2014), die weißrussische Autorin Swetlana Alexijewitsch (2013) und der chinesische Schriftsteller Liao Yiwu (2012).

Sparda-Bank Hessen und ihr Gewinn-Sparverein fördern Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels

© Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V.
© Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V.

Starke Partner in der Leseförderung: Der Gewinn-Sparverein bei der Sparda-Bank Hessen fördert in diesem Jahr erstmalig den Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels. Der Wettbewerb ist mit bundesweit rund 600.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern einer der größten Schülerwettbewerbe Deutschlands. Aus Hessen nehmen jährlich rund 52.000 Schüler aus rund 2.200 Klassen und knapp 850 Schulen teil. Der Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels findet seit 1959 statt und wird von der Börsenverein des Deutschen Buchhandels Stiftung in Zusammenarbeit mit Buchhandlungen, Bibliotheken, Schulen und kulturellen Einrichtungen veranstaltet.

„Bücher lesen ist eine Kernkompetenz, die ein Leben lang Türen öffnet. Sie ist elementar für die persönliche und berufliche Entwicklung und fördert Offenheit und Toleranz. Mit dem Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels setzen wir uns seit 58 Jahren dafür ein, bei Mädchen und Jungen die Lust am Lesen und an Büchern zu wecken. Wir freuen uns, den Gewinn-Sparverein der Sparda-Bank Hessen als Unterstützer für diese wichtige Aufgabe gewonnen zu haben“, sagt Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

„Wer viel liest, der weiß auch viel. Und das ist der Schlüssel zum Erfolg: in der Schule, später im Studium und im Beruf. Und obendrein macht Lesen richtig viel Spaß und fördert Kreativität, Vorstellungskraft und sogar Gemeinschaft – beim Diskutieren über das Gelesene. Daher unterstützen wir sehr gerne den bekannten Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels“, sagte Professor Jürgen Weber, Vorsitzender des Vorstandes der Sparda-Bank Hessen.

Der Vorlesewettbewerb steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Joachim Gauck. Er wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Medienpartner sind der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) und das Kindermagazin „Dein SPIEGEL“. Mehr unter: www.vorlesewettbewerb.de

Die Sparda-Bank Hessen eG ist eine hessenweit tätige Regionalbank in der Rechtsform einer Genossenschaft. Aktuell schenken ihr rund 380.000 Kunden ihr Vertrauen – wovon etwa 293.000 Menschen der Bank auch über eine Mitgliedschaft verbunden sind. Schon seit Jahren setzen sich die Sparda-Bank Hessen und ihr Gewinn-Sparverein für gemeinnützige Organisationen, Vereine und Stiftungen in den Bereichen Soziales, Sport, Bildung, Kultur und Umwelt ein. Jährlich kommen rund 700 Projekte mit insgesamt rund 1,5 Millionen Euro in den Genuss der Förderung. www.sparda-hessen.de/gewinnsparen