Kategorie-Archiv: Henkellsfeld Marmorsaal

Konzerte bei Henkell 2015/16: Auftakt am 20. November – Vorschau auf die Künstler der kommenden Saison

Henkellsfeld © massow-picture
Henkellsfeld © massow-picture

Die Konzerte bei Henkell in Wiesbaden gehören seit Langem zum Wiesbadener Musikleben und bieten jungen Solisten und Ensembles, die bereits Preise und Aus-zeichnungen erhalten haben, die Möglichkeit, sich zu präsentieren. In der Saison 2015/16 stellen sich in fünf Konzerten wieder hochbegabte Musiker mit ausgewählten Programmen vor.

20. November 2015: Pianist Florian Noack
Mit erst 20 Jahren wird der belgische, international preisgekrönte Pianist Florian Noack bereits als „einer der vielversprechendsten Pianisten der nächsten Generation klassischer Musiker“ gehandelt (con¬cert¬classic). Er gibt am 20. November 2015 den Auftakt zur neuen Konzertsaison bei Henkell mit Stücken von Bach, Schumann, Lyapunov sowie Rimsky-Korsakov.

Mit 16 Jahren kam er von Belgien nach Deutschland an die Musikhochschule Köln in die Klasse des russischen Komponisten und Pianisten Vassily Lobanov. Als Enthusiast für die seltener gespielte romantische und post-romantische Klavierliteratur, hat Florian Noack Transkriptionen von Werken von u. a. Tschaikowsky, Rachmaninoff und Rimsky-Korsakov verfasst. Diese Transkriptionen, die die Aufmerk¬samkeit von Dmitri Bashkirov und Boris Berezovsky auf sich zogen, wurden in Spanien, Deutschland und Frankreich aufgeführt.

2013 erschien seine erste CD bei Ars Produktion mit Werken von Sergei Lyapunov. Für die darauffolgende CD „Transcriptions & Paraphrases“ mit eigenen Bearbeitungen wurde er mit dem ECHO Klassik 2015 in der Kategorie „Nachwuchskünstler des Jahres“ ausgezeichnet.

www.floriannoack.com

11. Dezember 2015: Harfenquartett arparlando
Valeska Gleser, Sarah Günnewig, Angela Klöhn und Helene Schütz gestalten ihr Konzert unter dem Titel „Mit vier Harfen um die Welt“ und einem Programm mit Bearbeitungen von Händel, Vivaldi, Tschaikowsky, Debussy, Tarrega und Bizet. Mit ihrem filigranen Spiel entführt das Ensemble die Zuhörer in ungewöhn¬liche Klangwelten – vom irischen Volkslied bis zu Bizets „Carmen-Suite“.

Die vier Musikerinnen des Harfenquartetts arparlando haben sich während ihres Studiums kennengelernt. Alle vier Harfenistinnen haben nach erfolgreichem Studium Erfahrungen im Orchester und als Solistinnen gemacht, an Meisterkursen teilgenommen und wurden durch die Stiftung Yehudi Menuhin Live Music Now gefördert.

www.arparlando.de

29. Januar 2016: Acelga Quintett
Am 29. Januar 2016 stellt sich mit dem Acelga Quintett ein junges Bläser¬ensemble vor. Die Mitglieder lernten sich während des Studiums kennen und begegneten sich in re-nommierten Orchestern wie dem European Union Youth Orchestra, dem Schleswig-Holstein Festival Orchester und der Orchesterakademie des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks.

Dem Quintett gehören Hanna Mangold (Flöte), Sebastian Poyault (Oboe), Julius Kircher (Klarinette), Amanda Kleinbart (Horn) und Antonia Zimmermann (Fagott) an. Im März 2013 wurde das Acelga Quintett beim Deutschen Musikwettbewerb in Stuttgart mit einem Stipendium des Deutschen Musikrats ausgezeichnet und in die 58. Bundes-auswahl Konzerte Junger Künstler aufgenommen. 2014 erspielte es sich beim Interna-tionalen Musikwettbewerb der ARD in München einen dritten Platz. Seitdem gastiert das Ensemble regelmäßig bei Konzerten und Festivals in ganz Deutschland.

www.acelgaquintett.com

26. Februar 2016: Trio NeuKlang
Zum Ausklang der Saison 2015/16 betritt am 26. Februar 2016 mit dem Trio NeuKlang ein Ensemble die Bühne, dessen Intention es ist, im Wortsinn bekanntes Repertoire neu erklingen zu lassen. Die drei Musiker Nikolaj Abramson (Klarinette), Arthur Hornig (Violoncello) und Jan Jachmann (Akkordeon) gründeten 1998 ihr Trio. Sie arrangieren Werke selbst und arbeiten mit namhaften Komponisten zusammen.

Ihre musikalische Arbeit wurde bereits mit zahlreichen Auszeichnungen belohnt, so u. a. mit dem Interpretenstipendium der Stadt Berlin, dem Brandenburgischen Kammermusikpreis und dem Ensemblepreis der Stadt Moers. In seinem aktuellen Programm „lost in tango“ vereint das Trio NeuKlang klassische Tango-Nuevos von Astor Piazzolla mit „tangoisierten“ Werken klassischer Komponisten wie Mozart, Beethoven, Brahms und Schubert. Für dieses Konzert erhielt das Trio NeuKlang viel Kritikerlob und Publikumsbeifall. Es feierte damit Erfolge auf renommierten Festivals, so u. a. bei den Internationalen Ludwigsburger Schlossfestspielen und den Branden-burgischen Sommerkonzerten.

www.trio-neuklang.de

Weitere Informationen zur Konzertsaison 2015/2016 bei Henkell finden Sie unter: http://henkell.com/de/henkell-erleben/konzerte-bei-henkell/

Konzertbeginn ist jeweils 19:30 Uhr, Einlass 18:30 Uhr
Vorverkauf ab Montag, 31. August 2015, bei: Ticketbox e. Kfr.,
Kirchgasse 28, 65185 Wiesbaden, Telefon 0611 304808

Eintrittspreise
Reihe 1–10 und Podiumsplätze 28,– € | Reihe 11–12 und Seitenplätze 20,– €
Treppen- und Galerieplätze (unnummeriert) 10,– €
Abonnements sind leider zurzeit ausverkauft.

Schriftliche Anmeldungen werden erbeten an:
Henkell & Co. Sektkellerei KG, z. H. Vera Fray
Biebricher Allee 142, 65187 Wiesbaden
Telefon 0611 63-209, Fax 0611 63-351, E-Mail: info@henkell-sektkellerei.de

Gold – Premiere moderner Kunst im Marmorsaal auf Henkellsfeld

Jan Rock, Direktor für Unternehmenskommunikation der Henkell Sektkellerei Wiesbaden, begrüßt die Gäste zur Premieren-Vernissage im Marmorsaal von Henkelsfeld an der Biebricher Allee. © massow-picture
Jan Rock, Direktor für Unternehmenskommunikation der Henkell Sektkellerei Wiesbaden, begrüßt die Gäste zur Premieren-Vernissage im Marmorsaal von Henkelsfeld an der Biebricher Allee. © massow-picture

Als im vorigen Jahr im Marmorsaal der Sektkellerei Henkell der Werbespot „So prickelnd kann Trocken sein“ gedreht wurde, kam Jan Rock, Direktor für Unternehmenskommunikation, im Lichte der Scheinwerfer die grandiose Idee, ob es nicht gelingen könne, „die Klassik und Pracht des Raumes mit zeitgenössischer Kunst zu verbinden“. Den entscheidenden Anstoß dies zu wagen, erhielt Rock beim Sommerfestes des Wiesbadener Presseclubs als er Galeristin Christine Rother von seinen Plänen berichtete und „wir uns bei dem einen oder anderem Gläschen leckeren Sekts sympathisch fanden“. Was seither aus den prickelnden Sommer-Visionen des vergangenen Jahres inzwischen geworden ist, konnte am gestrigen Donnerstagabend, dem 18. Juni 2015, auf der Vernissage der Kunstausstellung Gold besichtigt werden.

Christine Rother führt in das Werk ihrer Künstler ein. © massow-picture
Christine Rother führt in das Werk ihrer Künstler ein. © massow-picture

Die Galerie Rother Winter hat im historischen Marmorsaal der Sektkellerei Henkell diese wunderbare Ausstellung kuratiert. Das edle Metall verbinde, so die Kuratorin Christine Rother, die Arbeiten der drei gezeigten Künstler: Michael Burges, geboren 1854 in Düsseldorf – Heike Krebs Bechtel, geboren 1955 in Hofheim im Taunus – und Robert Weber, geboren 1964 in Jena.

vl.: Christine Rother, Robert Weber, Heike Krebs-Bechtel, Michael Burges, Elvira Mann-Winter. © massow-picture
vl.: Christine Rother, Robert Weber, Heike Krebs-Bechtel, Michael Burges, Elvira Mann-Winter. © massow-picture

Diese auf den ersten Blick so unterschiedlichen Künstler fasziniere der warme Glanz des Arbeitsmaterials Gold ebenso wie sein Bedeutungs- reichtum. „Die Reflektion des Lichts durch das Metall läßt es heller strahlen als eine vergleichbare Farbfläche, aufgelegtes Blattgold erscheint in seinen ganz eigenen Schattierungen“, so Rother und: Bereits in den Anfängen er Kunst wurde Gold im sakralen Bereich zur Erhöhung des Dargestellten genutzt. Und auch in heutiger Zeit gelte Gold als Sinnbild für Fülle und Reichtum und erzeuge beim Betrachter eine höhere Wert-Schätzung, so die Kuratorin bei Ihrer Einführung, bevor sie jeden einzelnen der drei präsentierten Künstler, die Christine Rother und Elvira Mann-Winter, Chefinnen der 2013 fusionierten Galerie Rother-Winter, für das Projekt gewinnen konnten.

Der Düsseldorfer Künstler Michael Burges arbeitete mit einer ganz eigenen Technik der Hinterglasmalerei, u.a. mit Blattsilber/-messing und 23,75 Karat Blattgold. Seine Hinterglasbilder besitzen eine außergewöhnliche farbliche Präsenz und ästhetische Präzision, so Winter. Die Glasscheibe bricht dabei die Bildoberflächen, sei zugleich Trennung und Portal. In diesem Sinne seiten sie eher „Malerei-Objekte“, die bei ihrem Soiel mit dem Licht und den Bildstrukturen eine Art „visuellen Klang“ erzeugten, nämlich den Klang der Malerei.

Der vier Jahre vor dem Mauerfall nach West-Berlin übersiedelte Künstler Rober Weber verarbeitete in den Gemälden auf Holz- und Goldgrund seine Grenzerfahrungen, so Christine Winter. „Über die Mauer gelangen, hieße noch lange nicht, auch ans Ziel gekommen zu sein!“, Die Bilder tragen Titel, die Weber Gedichten der großen italienischen Poeten Giuseppe Ungaretti entnommen hat. Die Fähigkeit, angesichts der Überwältigung der Sinne durch wahrnehmungssprengende Erfahrungen von Größe, Unendlichkeit, Fülle nicht innezuhalten, sondern kreativ zu werden – und den Schock der Überwältigung zum Initial des künstlerischen Prozesses umzudeuten, kennzeichnete die ästhetische Figur des Erhabenen, die trefflich wie keine andere Kategorie die Bilder von Robert Werber beschrieben, so Christine Rother.

Gegenüber den wuchtigen Werken von Burges und Weber wirken die Werke der Bischofsheimerin Heike Krebs Bechtel eher klein. Ihre Miniaturen sind mit 300 Euro oder auch 1.800 Euro gegenüber den Größenordnungen ihrer beiden Mitausstellenden eher Schnäppchen. Ausgehend von den Grundformen des Quadrats und des Rechtecks entwickele Heike Krebs Bechtel mal geometrische, mal organische plastische Objekte, die durch die malerischen Farbaufträge zu Farbköpern, zu Farbobjekten würden, erläuterte Christine Rother und zitierte Dr. Otto Martin aus seiner Einführung zur Ausstellung im Kunstverein Eisenturm, Mainz:“ Farbschichten immer wieder abgeschliffen, immer wieder aufgelegt, es entstehen dabei wie aus dem Inneren, auf Tiefenschichten freigelegte Farbformen in ungemeiner Bildtiefe. Dieser Arbeitsprozess legt Bilder frei, die sich der Eindeutigkeit entziehen, die einmal den Blick ins Universum öffnen, dann Anthropomorphes schemenhaft aufbauen oder im Farbnebel bleiben, Meditativen Raum geben.“

gold.henkelsfeldIn dem herrlichem Ambiente des großen Marmorsaals ließen sich die Gäste von den Werken bei Livemusik und kleinen Köstlichkeiten faszinieren. Künftig will die Sektkellerei Henkel regelmäßig moderne Kunst in der prunkvollen Diele des Sektschlosses an der Biebricher Allee 142, Wiesbaden, ausstellen. Die Premiere ist gelungen. Wer die Ausstellung besichtigen möchte, muss sich zuvor anmelden über: www.henkell-sektkellerei.de/kontak.