Kategorie-Archiv: Caligari Filmbühne

Die 23. Ausgabe von goEast ¬Festival des mittel- und osteuropäischen Films – in der Caligari Filmbühne eröffnet

Unter anderem mit diesem spannenden Kurzfilmbeitrag It's a date, machte Festivalleiterin Heleen Gerritsen Appetit auf das riesige Film-Programm (110 Beiträge, darunter 16 Wettbewerbsfilme) der 23. Ausgabe von goEast.
Unter anderem mit diesem spannenden Kurzfilmbeitrag It’s a date, machte Festivalleiterin Heleen Gerritsen Appetit auf das riesige Film-Programm (110 Beiträge, darunter 16 Wettbewerbsfilme) der 23. Ausgabe von goEast.

Endlich wieder ohne Maske konnten nach drei kargen Corona-Jahren gestern Abend Ellen M. Harringston, Direktorin des Deutschen Filminstituts (DFF) und Festivalleiterin Heleen Gerritsen gemeinsam mit HMWK-Staatssekretärin Ayse Asar, Kulturfonds-Frankfurt-RheinMain Geschäftsführerin Karin Wolf und Wiesbadens Kulturdezernent Axel Imholz die 23. Ausgabe von goEast ¬Festival des mittel- und osteuropäischen Films – in der Caligari Filmbühne Wiesbaden eröffnen.

Endlich wieder die legendäre drangvolle Enge herrschte gestern Abend bei der Eröffnung der 23. goEast-Ausgabe in der Filmbühne Caligari. © Foto Diether von Goddenthow
Endlich wieder die legendäre drangvolle Enge herrschte gestern Abend bei der Eröffnung der 23. goEast-Ausgabe in der Filmbühne Caligari. © Foto Diether von Goddenthow

Ellen M. Harringston, Direktorin des Deutschen Filminstituts (DFF), betonte in ihrem Grußwort, dass das Programm in diesem Jahr doch sehr durch die durch Russlands Angriffskrieg dramatisch veränderte kulturelle Landschaft in Russland selbst und in den Nachbarländern, die sich zu Recht Sorgen um ihre eigene Sicherheit und weitere Unabhängigkeit machen, geprägt sei.

Abend Ellen M. Harringston, Direktorin des Deutschen Filminstituts (DFF) © Foto Diether von Goddenthow
Abend Ellen M. Harringston, Direktorin des Deutschen Filminstituts (DFF) © Foto Diether von Goddenthow

Die neuen Herausforderungen seien „bereits beim letztjährigen goEast Festival auf dramatische Weise deutlich geworden, und das Festival reagierte darauf mit schnellen und prägnanten Programmbeiträgen, die einen wichtigen Dialog innerhalb der Gemeinschaft ermöglichten. Diese Faktoren und die Notwendigkeit, flexibel zu bleiben, haben die Planung des diesjährigen goEast Festivals und insbesondere des Symposiums beeinflusst, das sich aus einer neuen Perspektive mit dem Kino der Nachfolgestaaten der Sowjetunion beschäftigen wird“.

Festivalleiterin Heleen Gerritsen © Foto Diether von Goddenthow
Festivalleiterin Heleen Gerritsen © Foto Diether von Goddenthow

Festivalleiterin Heleen Gerritsen dankte ihrem ganzen Team und gab einen komprimierten spannenden Überblick über das Programm der nächsten Tage des goEast-Festivals 2023. Das Programm beinhalte erstaunlich viele Animationsfilme – psychedelische Klassiker aus Ungarn und Estland sowie zeitgenössische animierte Dokumentarfilme aus Tschechien und Lettland. „Unser beeindruckender Eröffnungsfilm AURORA’S SUNRISE verwendet Animationen, um verloren gegangene Stellen aus einem Hollywood Film sowie Erinnerungen aus der Vergangenheit zu rekonstruieren“.
Insbesondere werde man dem ukrainischen Kino der Vergangenheit und Gegenwart einen besonders großen Platz einräumen. Unter dem Titel „Decolonizing the (Post-)Soviet Screen” wird es zudem eine ganz Reihe Vorträge, Diskussionen und ein umfangreiches Filmprogramm mit internationaler Beteiligung geben. Die Festivalleiterin präsentierte etliche Kurz-Filmausschnitte, die Lust auf mehr machen, unter anderem den atemberaubenden Streifen „It’s a date“. Es ist eine rasend-lebensgefährliche  Fahrt  durch’s leergefegte abendliche Kiew zum Date symbolisiert  die Stimmung, und eine Besinnung zum Wesentlichen in diesen Zeiten.

Staatssekretärin Ayse Asar © Foto Diether von Goddenthow
Staatssekretärin Ayse Asar © Foto Diether von Goddenthow

Ayse Asar, Staatssekretärin des Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst unterstrich, dass „ wir die verbindende und integrierende Kraft des Films und der Kunst“ nach wie vor brauchen. „Der entsetzliche Überfall Putins auf die Ukraine hat sich gejährt und noch immer erhalten wir schmerzvolle Nachrichten über diesen Angriff auf die Freiheit in Europa.“ Umso wichtiger sei es, „sich mit der Kultur und der Geschichte unserer osteuropäischen Nachbarn auseinanderzusetzen. Das goEast Festival spielt für diesen Austausch eine zentrale Rolle. Ich freue mich, Sie zur 23. Ausgabe begrüßen zu dürfen!“

Karin Wolf , Geschäftsführerin Kulturfonds Frankfurt RheinMain. © Foto Diether von Goddenthow
Karin Wolf , Geschäftsführerin Kulturfonds Frankfurt RheinMain. © Foto Diether von Goddenthow

Auch Karin Wolff, Geschäftsführerin Kulturfonds Frankfurt RheinMain, unterstrich, dass sich das goEast Filmfestival zum 23. Mal „als Ort des Austauschs zwischen den umfangreichen mittel- und osteuropäischen Identitäten und Kulturen sowie allen Menschen in Deutschland und Westeuropa“ entpuppt. Solch eine Plattform sei gerade in Zeiten des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine nötig, „die allen Besucherinnen und Besuchern die Gelegenheit für Begegnungen und intensive Dialoge gibt“ So forme ein reflektierter Umgang mit einer umfassenden mittel- und osteuropäischen Filmlandschaft den Mittelpunkt des goEast-Festivalprogramms. Im Hinblick auf diese besondere Festivaledition wünschte Wollf allen Kinobegeisterten „eine unvergessliche Zeit voller interessanter Diskussionen, lehrreicher Gespräche sowie inspirierender Filmvorführungen.“

Wiesbadens Kulturdezernent Axel Imholz, hört leider auf. © Foto Diether von Goddenthow
Wiesbadens Kulturdezernent Axel Imholz, hört leider auf. © Foto Diether von Goddenthow

Der scheidende Wiesbadener Kulturdezernent Axel Imholz dankte Festivalleiterin Heleen Gerritsen und dem gesamten goEast-Team für all die Jahre vertrauensvoller Zusammenarbeit „für dieses anspruchsvolle und sehenswerte Programm“. Als Fan von Zeichentrickfilmen freue er sich besonders, dass „gleich mehrere Pioniere des Animationsfilms“ dabei seien, darunter „Der Gründer des Pannónia Filmstúdiós, Gyula Macskássy sowie Sándor Reisenbüchler, dessen experimentell-philosophisches Werk sich zwischen Science-Fiction und Psychedelika bewege. Außerdem Elbert Tuganov, der Gründer des Nukufilm-Studios für Stop-MotionFilme sowie Rein Raamat, einer der erfolgreichsten estnischen Animationsfilmregisseure“, so Imholz, dessen Weggehen nicht nur die vielen „Imholz-Fans“ sehr bedauerten.

Intensiver Austausch beim anschließenden FilmEmpfang mit den osteuropäischen Gästen im Museum Wiesbaden. © Foto Diether von Goddenthow
Intensiver Austausch beim anschließenden FilmEmpfang mit den osteuropäischen Gästen im Museum Wiesbaden. © Foto Diether von Goddenthow

Alle Infos und das gesamte Programm unter goEast 2023

23. Festival des mittel- und osteuropäischen Films goEast vom 26.4. bis 2. Mai 2023 – mit 110 Filmen, Filmtalks, Workshop, Partys usw.

Das diesjährige goEast-Festivalmotiv, das Sie auch auf 'dem Umschlag dieses Programmhefts wiederfinden, zeigt eine Szene aus der DDR im Jahr 1971: In der beliebten Disko im Ostberliner Alextreff" tanzen die Menschen, umarmen und unterhalten sich. Auch das soll es 2023 wieder bei goEast geben: Partys, Filmtalks und sogar eine Schifffahrt mit Lesungen, Begegnungen und Performances am 1. Mai,
Das diesjährige goEast-Festivalmotiv, das Sie auch auf ‚dem Umschlag dieses Programmhefts wiederfinden, zeigt eine Szene aus der DDR im Jahr 1971: In der beliebten Disko im Ostberliner Alextreff“ tanzen die Menschen, umarmen und unterhalten sich. Auch das soll es 2023 wieder bei goEast geben: Partys, Filmtalks und sogar eine Schifffahrt mit Lesungen, Begegnungen und Performances am 1. Mai,

Nach drei Corona-Jahren findet vom 26.4. bis 2. Mai 2023 die 23. Ausgabe von goEast ¬Festival des mittel- und osteuropäischen Films –  endlich wieder in gewohnter Präsenz statt: in der Caligari Filmbühne, im Murnau Filmtheater, Kulturzentrum Schlachthof und Apollo-Kinocenter, zudem in Spielstätten in Darmstadt, Mainz und Gießen.  Festivial Center sind das Museum Wiesbaden und zum ersten Mal auch das Alte Gericht für Filmtalks und mit Filmbar im Clubhouse.

Trotz des Ukraine-Krieges mit all seinen Folgen für den Kultursektor gelang es dem goEast-Team ein spannendes Programm mit 110 Filmen aus 18 osteuropäischen Ländern zusammenzustellen. In diesen Zeiten war es besonders aufwändig  für das goEast-Team, benötigte Einreisepapiere sowie die oftmals komplizierten Flugverbindungen für Gäste und Filmschaffende aus den osteuropäischen Ländern zu organisieren.

Umso mehr freut sich das goEast-Team, dass bereits über 350 Filmgäste ihr Kommen nach Wiesbaden zugesagt haben. Eine besondere Ehre dabei ist der Besuch der bosnischen Regisseurin Jasmila Žbanić, welcher das diesjährige Porträt gewidmet ist. Sie wird bei Filmgesprächen und in einem ausführlichen Werkstattgespräch über ihre umfangreiches Schaffen Auskunft geben.

Heleen Gerritsen, Festivalleiterin von goEast seit 2017. © Foto Diether von Goddenthow
Heleen Gerritsen, Festivalleiterin von goEast seit 2017. © Foto Diether von Goddenthow

Heleen Gerritsen, Festivalleiterin von goEast seit 2017, erklärte auf er heutigen Pressekonferenz „Die 23. Ausgabe von goEast startet mit einem starken Wettbewerb und einer Auswahl an besonderen Filmgästen. Osteuropa auf Augenhöhe – das ist seit der 1. Festivalausgabe das Motto von goEast. Es gilt, nicht nur ÜBER Osteuropa, sondern MIT Osteuropa zu reden. In Zeiten von Krieg und kulturellen Missverständnissen sind Dialogforen wie das unsere wichtiger denn je.“

So wird das Festival neben der Präsentation seltener und hierzulande praktisch nie gezeigter Filmkunst mit zahlreichen Premieren, vor allem auch eine Woche sein mit intensiven Begegnungen, mit Austausch und weiteren kulturellen Highlights. Und goEast wird  ein Ort sein, an dem erneut die Solidarität mit den Menschen in der Ukraine zum Ausdruck gebracht werden wird.

Anna Schoeppe, Geschäftsführerin von HessenFilm. © Foto Diether von Goddenthow
Anna Schoeppe, Geschäftsführerin von HessenFilm. © Foto Diether von Goddenthow

Anna Schoeppe, Geschäftsführerin von HessenFilm, ist voller Vorfreude auf goEast: „Als feste Größe im hessischen Kulturkalender bringt das goEast Festival aktuelles Kino aus Mittel- und Osteuropa in das Rhein-Main-Gebiet. goEast versteht Film dabei auch als Medium, das den kulturellen Dialog und Austausch fördert: zwischen Filmschaffenden und Publikum und zwischen Nachwuchsregisseur:innen aus Ost und West. Ich freue mich auf ein Programm, das die Vielfalt der mittel- und osteuropäischen Kultur in Wiesbaden erlebbar macht!“

Im goEast Wettbewerb konkurrieren 16 aktuelle Spiel- und Dokumentarfilme untereinander um die von einer internationalen Jury verliehenen drei Hauptpreise des Festivals. Im Einzelnen sind das die mit 10.000 Euro dotierte „Goldene Lilie“, der mit 7.500 Euro dotierte Preis für die Beste Regie der Landeshauptstadt Wiesbaden und der neu ausgelobte und mit 4.000 Euro dotierte CEEOL-Preis für den besten Dokumentarfilm. Darüber hinaus vergibt die Internationale Filmkritik FIPRESCI mit einer eigenen Jury zwei Preise.

Karin Wolff, Geschäftsführerin des Kulturfonds Frankfurt RheinMain, Festivalleiterin Heleen Gerritsen, Anna Schöppe, Geschäftsführerin der HessenFilm& Medien GmbH und Axel Imholz. Kulturdezernent der Stadt Wiesbaden gewährten bei der Pressekonferenz in der Caligari-Filmbühne Wiesbaden Einblicke in das Festivalprogramm. Während Axel Imholz sehr vom Animationsprogramm und dem armenischen Eröffnungsfilm AURORA'S SUNRISE angetan ist, empfahl Anna Schoeppe u.a. den Film PARADE herzlichst, der am 28. April um 19:00 Uhr in der Caligari FilmBühne laufen wird. © Foto Diether von Goddenthow
Karin Wolff, Geschäftsführerin des Kulturfonds Frankfurt RheinMain, Festivalleiterin Heleen Gerritsen, Anna Schöppe, Geschäftsführerin der HessenFilm& Medien GmbH und Axel Imholz. Kulturdezernent der Stadt Wiesbaden gewährten bei der Pressekonferenz in der Caligari-Filmbühne Wiesbaden Einblicke in das Festivalprogramm. Während Axel Imholz sehr vom Animationsprogramm und dem armenischen Eröffnungsfilm AURORA’S SUNRISE angetan ist, empfahl Anna Schoeppe u.a. den Film PARADE herzlichst, der am 28. April um 19:00 Uhr in der Caligari FilmBühne laufen wird. © Foto Diether von Goddenthow

In der Matinee ist Slowenien mit der Regisseurin Maja Weiss und ihrem Mystery-Film HÜTER DER GRENZE (2002) zu Gast. Ein Film, der seiner Zeit weit voraus war — feministisch, mysteriös, queer und anti-nationalistisch.

Im Symposium soll insbesondere die sich verändernde Filmlandschaft in Mittel- und Osteuropa reflektiert und unter dem Motto „Decolonizing the (Post-)Soviet Screen“ der Blick erstmals auf die Kolonialisierung Osteuropas und Unterdrückung indigener Völker durch Russland gerichtet werden- Dabei wird insbesondere dem ukrainischen Kino der Vergangenheit und Gegenwart ein großer Platz eingeräumt werden. Im Rahmenprogramm treffen sich Filmschaffende, Künstler und Künstlerinnen und Anti-Kriegsaktivisten aus indigenen Bewegungen des post-sowjetischen Raums.

Der Krieg in der Ukraine und die vielen, auch in Deutschland heftig geführten Diskussionen über den Umgang mit russischer Kultur, machen das Thema aktuell und die Debatte notwendig. In weiteren Sektionen wie den Anarcho Shorts oder der RheinMain Kurzfilmrolle werden Kurzfilme verschiedener Genres gezeigt. in der Archivpräsentation, die dieses Jahr der Slovenska Kinoteka aus Ljubljana gewidmet ist, ist FAREWELL UNTIL THE NEXT WAR von Živojin Pavlović (Jugoslawien, 1980) zu sehen.
In der Matinee am Sonntag, 30. April, in der Caligari FilmBühne wird GUARDIAN OF THE FRONTIER (Frankreich, Slowenien, Deutschland, 2002) von Maja Weiss vorgeführt. Zu Gast mit einem Filmprogramm ist auch das tschechische Institute of Documentary Film (IDF), das seit 2001 kreative Dokumentarfilme aus Mittel- und Osteuropa unterstützt – hier kann das Genre „AniDoc – animierte Dokumentarfilme – erkundet werden. Begleitend dazu gibt es einen Workshop für junge Menschen von dem Prager Duo Nazlı Kaya und Tomáš Doruška in der Wiesbadener Medienwerkstatt, wo Teilnehmer:innen selbst mit dem animierten Dokumentarfilmgenre experimentieren können.

Eine neue Generation von Filmschaffenden wird sich im Fast-West Talent Lab mit Expertinnen und Gleichgesinnten austauschen. Besonders freut das goEast-Team, dass in diesem Jahr gleich zwei ehemalige Teilnehmerinnen einen Platz im goEast Wettbewerb ergatterten: MOTHERILAND (Belarus) und FLOTACIJA (Serbien) haben ihre Reise beide im Wiesbadener Lab begonnen.

Daran, dass jeder Krieg irgendwann ein Ende nimmt, und dann eine lange Nachkriegszeit mit Wiederaufbau und Aufarbeitung folgt, soll das Oeuvre der bosnischen Star-Regisseurin Jasmila Zbanic erinnern, die in diesem Jahr im Mittelpunkt der Porträt-Sektion steht. In Bosnien und Herzegowina geht das Leben weiter, Filme helfen bei der Verarbeitung von Traumata. Jasmila Zhanic setzt sich in ihrer Heimat zudem auch aktiv für Frauenrechte ein.
Das Festival-Programm beinhaltet im 23. Festivaljahr erstaunlich viele Animationsfilme ¬psychedelische Klassiker aus Ungarn und Estland stehen neben zeitgenössischen animierten Dokumentarfilmen aus Tschechien und Lettland. Auch der beeindruckende Eröffnungsfilm AURORA’S SUNRISE verwendet Animation, um verloren gegangene Stellen aus einem Hollywood-Film sowie Erinnerungen aus der Vergangenheit zu rekonstruieren,

Axel Imholz, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden. © Foto Diether von Goddenthow
Axel Imholz, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden. © Foto Diether von Goddenthow

Für Axel Imholz, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden und Zeichentrickfilm-Liebhaber, hat das goEast Filmfestival aktuell besondere Relevanz: „Der Angriff Russlands, das unermessliche Leid und die Zerstörung in der Ukraine, all das ist Tag für Tag noch immer gegenwärtig. Ein Festival wie goEast, das nicht nur eine filmische, sondern auch eine Gesprächsplattform für Filmemacherinnen/Filmemacher und Besucherinnen/Besucher aus Ost und West bietet, bleibt daher mehr denn unglaublich wertvoll“, so Kulturdezernent Axel Imholz.

Karin Wolff, Geschäftsführerin des Kulturfonds Frankfurt RheinMain. © Foto Diether von Goddenthow
Karin Wolff, Geschäftsführerin des Kulturfonds Frankfurt RheinMain. © Foto Diether von Goddenthow

Karin Wolff, Geschäftsführerin des Kulturfonds Frankfurt RheinMain, der schon zum zweiten Mal das innovative Rahmenprogramm „Cinema Archipelago“ fördert, sieht die Aufgabe des Programms in der Stärkung von Solidarität und Verständnis: „Das Rahmenprogramm ‚Cinema Archipelago‘ des goEast Filmfestivals geht nach einem erfolgreichen Start in die zweite Runde. Das Filmfestival, das vom DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum ausgerichtet wird, nimmt neue mediale Ausdrucksformen in den Fokus und steht zugleich auch weiterhin unter dem Einfluss des andauernden russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Kunstschaffende aus Ungarn, Ukraine, Lettland, Weißrussland und vielen weiteren mittel- und osteuropäischen Nationen, die beim diesjährigen Festival zu Gast sein werden, wollen in ganz unterschiedlichen Sparten aufzeigen, wie angespannt das aktuelle Verhältnis zwischen ihrer jeweiligen und der russischen Kultur ist und welch‘ große Individualität in ihrer eigenen Kulturszene steckt. Besucherinnen und Besucher dürfen sich auf ein facettenreiches Programm aus klassischen und neuen Formaten freuen. Wir freuen uns sehr auf das Festival und wünschen viel Erfolg!“

Die Website des Festivals trägt bereits ihr neues Gewand, auch das komplette Programm ist online zu finden. Am 26. April wird goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films zum 23. Mal feierlich eröffnet – mit dem Eröffnungsfilm AURORA’S SUNRISE (Aurora – Star wider Willen, Armenien, Deutschland, Litauen, 2022) der armenischen Regisseurin Inna Sahakyanin in der Caligari FilmBühne.

Das komplette goEast-Programm mit Programm-Heft, Katalog, Timetable, goEast Fokus sowie Symposiumflyer unter https://www.filmfestival-goeast.de/

Tickets der Veranstaltungen können über die goEast-Webseite https://www.filmfestival-goeast.de/ erworben werden. Über den Reiter „Filmsuche 2023″ oder „Cinema Archipelago“ gelangt man ganz einfach zu den gewünschten Veranstaltungen.

SPIELSTÄTTEN WIESBADEN

Festivalzentrum Museum Wiesbaden
Friedrich-Ebert-Allee 2
65185 Wiesbaden

Altes Gericht (hier finden die Filmtalks jeweils um 22.00 h im Clubhouse statt)
Gerichtsstraße 2
65185 Wiesbaden

Caligari FilmBühne
Marktplatz 9
65183 Wiesbaden

Murnau-Filmtheater
Murnaustraße 6
65189 Wiesbaden

Apollo-Kinocenter
Moritzstraße 6
65185 Wiesbaden

Ostkiosk
Friedrich-Ebert-Allee 2
65185 Wiesbaden

Kulturzentrum Schlachthof
Murnaustraße 1
65189 Wiesbaden

WEITERE SPIELSTÄTTEN
Kino Palatin
Hintere Bleiche 6 – 8
55116 Mainz

Programmkino Rex
Wilhelminenstraße 9
64283 Darmstadt

Kinocenter
Bahnhofstraße 34
35390 Gießen

 

23. Ausgabe von goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films steht vor der Tür – vom 26. April bis 2. Mai 2023

goEast2023-logo-450Wiesbaden/Frankfurt, 04 April 2023. Nur noch drei Wochen bleiben bis zum Beginn der 23. Ausgabe des vom DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum veranstalteten goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films (26. April bis 02. Mai) in Wiesbaden und der umliegenden Region. Ein Teil des Programms wird in Zusammenarbeit mit dem VoD-Anbieter Filmwerte auch online zur Verfügung stehen.

Der goEast Eröffnungsfilm – AURORA’S SUNRISE
Die 23. Ausgabe von goEast eröffnet mit dem Film AURORA’S SUNRISE (Aurora – Star wider Willen, Armenien, Deutschland, Litauen 2022). Die Spurensuche von Regisseurin Inna Sahakyan führt uns in die 1910er Jahre zurück, als der grauenhafte Genozid an dem armenischen Volk verübt wurde. Die junge Armenierin Arshaluys Mardigian überlebte den Völkermord und schaffte die Überfahrt in die USA, wo sie ihre Autobiografie veröffentlichte. Das Buch wurde 1919 in Hollywood aufgegriffen, und unter dem Titel AUCTION OF SOULS verfilmt. Der Stummfilm erzählt den Überlebenskampf Arshaluys Mardigians und sie selbst spielt die Hauptrolle. Der Film war ein Box Office Hit, von dem leider nur Bruchstücke erhalten sind. Inna Sahakyan kombiniert dieses Archivmaterial mit Animationen, rekonstruiert die Geschichte und gedenkt den grauenhaften Ereignissen des Genozids am armenischen Volk, ein nach wie vor relevantes Thema.

Filme von Frauen über Frauen, Dramen, Dokumentarfilme,

Der goEast Eröffnungsfilm – AURORA’S SUNRISE (C) AURORA'S SUNRISE, INNA SAHAKYAN, 2022
Der goEast Eröffnungsfilm – AURORA’S SUNRISE (C) AURORA’S SUNRISE, INNA SAHAKYAN, 2022

Komödien und Porträts aus dem Osten und Mitte Europas – die ganze Vielfalt im goEast Wettbewerb
Das Herzstück des Festivals, der Wettbewerb, umfasst ein großes Programm und bietet dem breiten Publikum aus Wiesbaden und der Region die Chance, Höhepunkte des aktuellen mittel- und osteuropäischen Films näher kennenzulernen. Eine fünfköpfige internationale Jury vergibt drei Preise im Wert von insgesamt 21.500 Euro und die Jury der FIPRESCI vergibt zwei Preise der Internationalen Filmkritik. Besonders begehrt ist die mit 10.000 Euro dotierte „Goldene Lilie“ als Hauptpreis des Wettbewerbs von goEast. Die Landeshauptstadt Wiesbaden vergibt den Preis für die Beste Regie, der mit 7.500 Euro dotiert ist.

Nachdem bereits der Eröffnungsfilm ein Frauenschicksal von Frauenhand zeichnet, geht der Wettbewerb mit NOT A THING (Veszélyes lehet a fagyi, Ungarn, 2022) unter der Regie von Fanni Szilágyi los. Adèl und Evá sind eineiige Zwillinge, die sich in konträren Lebenssituationen befinden. Das angespannte geschwisterliche Verhältnis spitzt sich dramatisch zu. Das feministische Science-Fiction-Drama ORDINARY FAILURES (Běžná selhání, Tschechien, Ungarn, Italien, Slowakei, 2022) von Cristina Groșan bringt die Schicksale von drei Frauen kurz vor dem Ende der Welt zusammen. Bei REMEMBER TO BLINK (Per arti, Litauen, 2022) von Austėja Urbaitė handelt es sich um ein psychologisches Drama. Ein französisches Ehepaar beschließt vor der Adoption eines Geschwisterpaares aus Litauen, die litauische Studentin Gabriele einzustellen, um zu dolmetschen und die Eingewöhnung der Kinder zu unterstützen. Daraus entwickelt sich ein spannendes, psychologisch tiefgründiges Drama. Dramatisch und turbulent geht es auch in THE BEHEADING OF ST. JOHN THE BAPTIST (Usekovanje, Serbien, 2022) von Siniša Cvetić zu. Wo treffen UFOs, Paralleluniversen, Alkoholkonsum, Generationskonflikte und Drogen aufeinander? Bei einem Abendessen mit der ganzen Familie während der Pandemie im Elternhaus. Ein gesellschaftskritisches Drama ist auch Marko Šantićs WAKE ME (Zbudi me, Slowenien, Kroatien, Serbien, 2022). Nach einem Unfall leidet Rok unter einem temporären Gedächtnisverlust und erkennt selbst seine Freundin Rina nicht wieder. Nur an seine Heimatstadt und an sein ehemaliges Zuhause kann er sich erinnern. Nach einem wenig herzlichen Empfang dort setzt Rok langsam seine Vergangenheit wieder zusammen und erinnert sich an seinen xenophoben Freundeskreis, an Manipulation und Gewalt.

Das dokumentarische Gesellschaftsporträt MOTHERLAND (Mutterland, Schweden, Ukraine, Norwegen, 2022) unter der Regie von Alexander Mihalkovich und Hanna Badziaka aus Belarus wurde 2019 zum ersten Mal beim East-West Talent Lab gepitcht und gewann damals das Renovabis Recherchestipendium für Dokumentarfilme mit Menschenrechtebezug. Die Belarussin Svetlana glaubt nicht, dass ihr Sohn während seines Militärdienstes Suizid begannen hat, wie es offiziell heißt. Sie kämpft dafür, dass die Mörder ihres Sohnes zur Verantwortung gezogen werden und die brutalen Schikanen in der belarussischen Armee, denen ihr Sohn zum Opfer gefallen ist, enden. Wenig später beginnen die Proteste nach der Wiederwahl von Alexander Lukashenka und mit ihnen ihre brutale Niederschlagung durch die Staatsmacht. Im Coming-of-Age-in-War-Dokumentarfilm WE WILL NOT FADE AWAY (My ne zgasniemo, Ukraine, Frankreich, Polen, 2023) unter der Regie Alisa Kovalenkos wächst eine Gruppe Jugendlichen im Donbass auf. Der Lärm von Gewehrsalven gehört für die Freundesgruppe genauso zu ihrem Alltag wie die gewöhnliche Frage, was nach dem Schulabschluss folgt. Eine Frage mit einem besonders bitteren Beigeschmack, wenn die Perspektiven in der eigenen Heimat begrenzt sind und der Krieg vertraute Orte zerstört. Nicht zerstörbar sind ihre Hoffnungen und Träume. Alisa Kovalenko gewann mit ihrem Film HOME GAMES 2019 den Preis für kulturelle Vielfalt bei goEast.

Einen besonderen Platz im Wettbewerb haben zweizentralasiatische Filme. Gedächtnisverlust ist im Gesellschaftsporträt THIS IS WHAT I REMEMBER (Esimde, Kirgistan, Japan, Niederlande, Frankreich, 2022) des kirgisischen Altmeisters Aktan Arym Kubat Thema. Der vermisste Mann Zarlyk kehrt nach 20 Jahren Gastarbeit in Russland zurück nach Kirgisistan. Mit seiner Familie kann Zarlyk nichts anfangen, da er sein Gedächtnis verloren hat. Mit stoisch schweigender Miene macht er das, was ihm als einzige Erinnerung blieb – die Straßen des Dorfes von Müll zu befreien. Das Trauma der Gastarbeit, die gegensätzlichen Kräfte in einer postsowjetischen Dorfgemeinschaft und der Versuch, trotz aller Brüche wieder zueinanderzufinden, werden mit ruhiger Hand gezeichnet. Regisseur und goEast-Stammgast Adilkhan Yerzhanov nimmt uns mit seinem Rachewestern GOLIATH (Kasachstan, 2022) erneut mit nach Karatas: das Dorf im kasachischen Middle-of-Nowhere, wo bereits viele von Yerzhanovs vorherigen Filmen spielten. Dort herrscht der skrupellose Gangsterboss Poshaev. Yerzhanovs Neuerzählung des „David gegen Goliath“-Topos entfaltet sich bedächtig und mit Blick auf das Universelle.

Der Genrefilm ist nicht nur durch Adilkhan Yerzhanov, sondern auch durch den ukrainischen Film noir LA PALISIADA (Ukraine, 2023) von Philip Sotnychenko vertreten. Er erzählt die Geschichte von Aisel und Kiril, die Mitte der 1990er Jahre innerhalb starker patriarchalischer Strukturen aufwachsen. Die Väter, beides Polizisten, ermitteln in einem Mordfall. Doch um der Öffentlichkeit einen Täter präsentieren zu können, überschreiten die Ermittler das Gesetz. Der Verschwörungsthriller TRAIL OF THE BEAST (Trag divljači, Serbien, 2022) von Nenad Pavlović spielt 1979 in Belgrad. Der angehende Journalist Jugoslav Bucilo beginnt im Fall des als vermisst geltenden ehemaligen Studentenführers Aljoša Josić Nachforschungen anzustellen. Im Zuge dessen wird er in einen Mordfall verwickelt, in den nicht nur Aljoša, sondern auch sein Vater Blagoje – ein hoher Angestellter beim Geheimdienst, von Kultschauspieler Miki Manojlović verkörpert – verstrickt zu sein scheinen. Im Rahmen der diesjährigen Archivpräsentation zeigen wir in diesem Jahr auch einen Film von Nenad Pavlović‘ Vater Živojin FAREWELL UNTIL THE NEXT WAR (Nasvidenje v naslednji vojni, Jugoslawien, 1980). TRAIL OF THE BEAST ist auch eine Hommage an das Werk des Vaters.

Mit JANUARY (Janvāris, Lettland, Litauen, Polen, 2022) nimmt Regisseur Viesturs Kairišs das Publikum mit in das Baltikum im Jahr 1991, als die sowjetischen Spezialeinheiten im Einsatz sind und versuchen, das baltische Bestreben nach Unabhängigkeit zu unterdrücken. POLISH PRAYERS (Polnische Gebete, Schweiz, Polen, 2022), das Dokumentarfilmdebüt der Regisseurin Hanka Nobis, ist ein paradoxes Porträt. Vier Jahre lang begleitet sie Antek, der inmitten einer tiefreligiösen und konservativen Familie im heutigen Polen aufwächst. Katholizismus, Nationalismus und eine patriarchale Vorstellung von Männlichkeit bestimmen sein Leben. Aufgezeigt werden nicht nur die innere Zerrissenheit eines jungen Mannes, sondern auch die tiefe Spaltung der polnischen Gesellschaft. Der gewaltvolle Montagefilm MANIFESTO (Russland, 2022) von Angie Vinchito (ein Künstler:innenpseudonym, um die Identität des russischen Filmschaffenden zu schützen) zeigt Gewalt im Schulsystem und im Alltag im gegenwärtigen Russland, aus der Perspektive von Schulkindern und Jugendlichen. Der aus Youtube- und Handyvideos zusammengesetzte Film veranschaulicht eine systematische Brutalität gegen junge Menschen.

Der magisch-realistische FLOTACIJA (Serbien, 2023) feiert in Wiesbaden seine internationale Premiere. Im ostserbischen Majdanpek lässt Regieduo Alessandra Tatić und Eluned Zoë Aiano Magie und Wirtschaftskrise aufeinandertreffen. Auch FLOTACIJA begann seine Reise im Wiesbadener East-West Talent Lab.

Last but not least: In der brillanten Komödie PARADE (Paradas, Litauen, 2022) inszeniert Regisseur Titas Laucius ein gewieftes Match gegen das kirchliche Tribunal. Als Miglės Jugendblaskapelle für eine städtische Parade auserwählt wird, überschlagen sich im Leben der taffen Dirigentin die Ereignisse: ihre Tochter sorgt dafür, dass sich ein Junge mit der eigenen Trompete einen Zahn ausschlägt. Anschließend offenbart die Schülerin, dass sie sich statt der Musik lieber Capoeira widmen möchte. Zu guter Letzt informiert Miglės Ex-Mann die Familie noch über den Tod seiner Mutter, und bittet Miglė vor dem Gericht der katholischen Kirche, die Annullierung ihrer Ehe zu beantragen.

© Foto Diether von Goddenthow
© Foto Diether von Goddenthow

Bioskop: Sehenswertes aus Mittel- und Osteuropa
Abseits des Wettbewerbsfiebers und Premierenzwangs stehen im Bioskop einzigartige Filmerlebnisse und Festivalhighlights auf dem Programm. Geboten wird ein weitgefächertes Spektrum aktueller mittel- und osteuropäischer Filmproduktionen in all ihrer künstlerischen wie inhaltlichen Breite – von diversen Genrefilmen bis hin zu experimentellen Werken. Im vielfach preisgekrönten MY LOVE AFFAIR WITH MARRIAGE (Lettland, USA, Luxemburg, 2022) erzählt Signe Baumane mit viel Humor und Gefühl in ihrem typischen Animationsstil persönlich und versöhnlich die Etappen der Emanzipation ihrer Protagonistin Zelma nach. Mit von der Partie ist Berlinale-Preisträger Radu Jude, ein altbekannter Gast bei goEast. Seine jüngsten Kurzfilme wurden nun erstmalig in einem CINEMA ALMANAC (Almanah Cinema: Șase filme scurte de Radu Jude, Rumänien, 2022) gesammelt, die sein breites Interesse an Themen- und Formenvielfalt widerspiegeln. THE HAMLET SYNDROME (Das Hamlet-Syndrom, Polen, Deutschland, 2022) von Elwira Niewiera und Piotr Rosołowski begleitet die Theaterproben von fünf jungen Ukrainer:innen, die ihre Kriegserfahrungen in einer Neuinterpretation von Shakespeares „Hamlet” verarbeiten. Das Regieduo gibt bei goEast auch eine öffentliche Masterclass über ihr filmisches Schaffen. Das Familienporträt FRAGILE MEMORY (Ukraine, 2022) des Regisseurs Igor Ivankov führt in die filmische Vergangenheit seines Großvaters Leonid Burlaka ein, der als Kameramann am Odessa Filmstudio tätig war. Während Igor anhand der in der Garage gefundenen Filmrollen das Gesamtwerk seines Großvaters entdeckt, verblasst dessen Gedächtnis aufgrund seiner Demenzerkrankung immer mehr. Die psychologische Weihnachtsgroteske THE UNCLE (Stric, Kroatien, Serbien, 2022) von David Kapac und Andrija Mardešić spielt in Jugoslawien der späten 1980er Jahre. In der Titelrolle als fieser Onkel zu sehen: Miki Manojlović. Außerdem dabei ist ein wahrer Altmeister des Filmschaffens, Jerzy Skolimowski, mit seiner mitreißenden Hommage EO (IO, Polen, Italien, 2022) an Robert Bressons Klassiker BALTHASAR aus dem Jahr 1966.

Kurzfilmliebhabende

Aber auch für Kurzfilmliebhabende gibt es ein wildes Programm auf der großen Leinwand zu sehen: die Anarcho Shorts. „Live, laugh, love” lautet das diesjährige Motto, unter dem die bunten, unkonventionellen Filme präsentiert werden.

„Meet the Activists, Illustrators_Native“ Ausstellung, Rheinschifffahrt mit Dichtern und Denkern am Tag der Arbeit und Party-Trilogie

Seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine ist ein neues Nationalbewusstsein und ein dekolonialer Diskurs unter den indigenen Völkern und ethnischen Minderheiten entstanden, die unter der Russischen Föderation leben. Damit verbunden sind neue Protestbewegungen gegen den Krieg und gegen systematischen Rassismus. Darüber wird im goEast-Panel mit Alexandra Garmazhapova, Sprecherin der Free Buryatia Foundation und der Autorin und Aktivistin der Bewegung Asians of Russia und Free Tuva Movement Dankhaiaa Khovalyg aus der sibirischen Tuva-Republik diskutiert. Daran nehmen auch Seseg Jigjitova und Rinchina Azheeva aus der Republik Burjatien teil, die Anfang 2023 das Kollektiv „illustrators_native“ gegründet haben. Das Projekt hat sich das Ziel gesetzt, eine unterstützende und inspirierende Gemeinschaft für verschiedene Illustrator:innen aus indigenen Völkern Russlands zu schaffen und Werke von Illustrator:innen, die sich der Darstellung und dem Überdenken ihrer einheimischen Kulturen und Erzählungen widmen, zu präsentieren. Eine Auswahl der Werke – von Graphic Novel über Textilkunst bis hin zu Videoinstallationen – wird im Ausstellungsraum des Murnau-Filmtheaters während der Festivalwoche zu sehen sein.

Am Tag der Arbeit hat goEast ein traditionelles Rhein-Kreuzfahrtschiff gemietet und lädt herzlich zu einer Schifffahrt mit Festivalgästen ein. Während die idyllischen Landschaften des Rheingaus am Schiff vorbeiziehen, werden kurze Lesungen und Poesie-Performances für intellektuelle Stimulation sorgen. Ausgewählte Filmemacher:innen werden aus den Werken ihrer Lieblingsautor:innen lesen, mit Übersetzung. Der Wiesbadener Schriftsteller Alexander Pfeiffer übernimmt die Moderation. Am 1. Mai um 13:30 Uhr ab Anlegestelle: Rheingaustraße 148, 65203 Wiesbaden-Biebrich.

Nachgefeiert werden müssen diverse Partys, die im Laufe der letzten dreieinhalb turbulenten, von Corona geprägten Jahre ausgefallen sind. Partystart ist mit dem goEast-Partykeller und DJ Janeck am 28. April um 23:00 Uhr in der neuen Location im Alten Gericht. Estonian Funk Embassy lässt am Samstag, 29. April um 22:30 das Kulturzentrum Schlachthof beben. Anknüpfend an das ungarisch-estnisches Space-Age-Animationsfilmprogramm sind der „Ambassador of Funk“ aka Henrik Ehte und sein Kollege Ingvar „Indo“ Kassuk nach Wiesbaden entsandt, um das Publikum mit Funk-, Soul-, Disco- und Jazz-Aufnahmen estnischer Künstler:innen aus den 70er und 80er Jahren das Publikum in einer Trance zu versetzen. Die Abschlussparty am 02. Mai steigt um 23:00 Uhr im Alten Gericht mit einer bunten Mischung aus Gypsy, Klezmer-Melodien und moderner Elektro-Rhythmen.

Informationen: goEast2023

Doppelsieg für „Das Schweigen der Esel“ beim FernsehKrimi-Festival Wiesbaden

Karl Markovics, Autor und Hauptdarsteller des GewinnerKrimis „Das Schweigen der Esel“ (ORF/ARTE) u. beste Darstellerin Julia Koch als Dorfpolizistin Sophie Landner sind die Sieger des Abends. © Foto Diether von Goddenthow
Karl Markovics, Autor und Hauptdarsteller des GewinnerKrimis „Das Schweigen der Esel“ (ORF/ARTE) u. beste Darstellerin Julia Koch als Dorfpolizistin Sophie Landner sind die Sieger des Abends. © Foto Diether von Goddenthow

Der LandKrimi aus Vorarlberg gewinnt den Hauptpreis des Festivals und den Sonderpreis Beste Darstellerin für Julia Koch. Weitere Preise gehen an Babylon Berlin – Staffel 4, Schauspieler David Schütter (Die Macht der Frauen, ZDF/ARTE), Das Mädchen von früher (U5 Filmproduktion, ZDF) sowie an Nachwuchs-Drehbuchautorin Amy Holbach.

Wiesbaden, den 17. März 2023 – Triumph für Das Schweigen der Esel (ORF/ARTE): Der „LandKrimi“ von Karl Markovics gewinnt den Deutschen FernsehKrimi-Preis 2023. Das Votum der Jury: „Diese Perle von einem Film glänzt in diesem Kontext so frech und schelmisch wie Max und Moritz, mit einer eigenwilligen cineastischen Vision, ohne politisches Statement oder moralischen Zeigefinger. Karl Markovics tobt sich mit diesem Film kreativ aus und wir dürfen uns begeistert an jedes Detail, jedes Märchen-, jedes Filmzitat und auf jede originelle Idee erfreuen. Dieses Werk ist intelligent, modern, leicht, gruselig, anarchistisch. Fantastisch in jedem Sinne.“ Der Film sei ein „gelungener Guss aller Gewerke: Von Markovics‘ Drehbuch und Regie angefangen über die Bildgestaltung von Leena Koppe, das Szenenbild von Andreas Sobotka, die Musik von Herbert Tucmandl, den Schnitt von Alarich Lenz, das Kostümbild von Catarina Czepek und und und…“

Das Schweigen der Esel. © ORF/Superfilm/Manuel Riesterer
Das Schweigen der Esel. © ORF/Superfilm/Manuel Riesterer

Karl Markovics schrieb das Buch, führte Regie und übernahm die Hauptrolle. In weiteren Rollen sind Julia Koch, Stefan Pohl, Caroline Frank, Gerhard Liebmann und Valentin Sottopietra zu sehen. Produziert wurde der Film von John Lueftner und David Schalko (Superfilm), die Redaktion hatten Klaus Lintschinger (ORF) und Claudia Tronnier (ARTE) inne. Der Hauptpreis des Deutschen FernsehKrimi-Festival ist mit 1000 Litern Rheingau-Wein dotiert.

Große Freude auch bei Schauspielerin Julia Koch, die den Sonderpreis Beste Darstellerin für ihre Rolle als Dorfpolizistin Sophie Landner erhält. Koch überzeugte die Jury mit ihrer enormen Wandlungsfähigkeit, „als sie ihren Dämon in sich offenbart.

Julia Koch Julia Koch, erhielt den Sonderpreis Beste Darstellerin für ihre Rolle als Dorfpolizistin Sophie Landner in Das Schweigen der Esel. © Foto Diether von Goddenthow
Julia Koch Julia Koch, erhielt den Sonderpreis Beste Darstellerin für ihre
Rolle als Dorfpolizistin Sophie Landner in Das Schweigen der Esel. © Foto Diether von Goddenthow

Man bekommt förmlich ein Messer in den Rücken gestochen, da man von der erschreckend authentischen Bedrohung und Bösartigkeit in ihren Augen völlig überrumpelt wird. So erweckt sie ein starkes Gefühl der Beklemmung – denn man hatte Sophie Landner bis zu diesem Zeitpunkt doch sehr liebgewonnen. Julia Koch versteht es, sich als Schauspielerin zugunsten des Gesamtwerkes in den einzelnen Momenten zurückzunehmen, um so ihre Figur der Geschichte voll und ganz zur Verfügung zu stellen.“

In der Kategorie Krimiserie des Jahres entschied sich die Studierendenjury für Babylon Berlin – Staffel 4. 

Babylon Berlin - Staffel 4 © Frédéric Batier, X Filme Creative Pool, SKY, Degeto
Babylon Berlin – Staffel 4 © Frédéric Batier, X Filme Creative Pool, SKY, Degeto

In der Kategorie Krimiserie des Jahres entschied sich die Studierendenjury für Babylon Berlin – Staffel 4. An der Serie beeindrucke die filmische „Zeitreise in eine Stadt voller spannender Intrigen und politischer Veränderung. Man folgt den Protagonist*innen nur zu gern durch den Lauf der Geschichte und lässt sich von den dramaturgischen Wendungen und Irrungen überraschen.“ „Babylon Berlin“ biete Höchstleistungen auf jedem Gebiet: „Ob Schauspiel, Drehbuch, Szenenbild, grandiose Tanzszenen – Die Serie brilliert in jedem einzelnen Department.“

Das Mädchen von früher Sonderpreis Beste Produzent*innen-Leistung

Das Mädchen von früher © ZDF/Conny Klein
Das Mädchen von früher © ZDF/Conny Klein

Den Sonderpreis Beste Produzent*innen-Leistung erhalten Katrin Haase, Oliver Arnold und Norbert Walter von U5 Filmproduktion aus Frankfurt für Das Mädchen von früher (ZDF). Die Begründung der Jury: „Die Leidenschaft für die Geschichte ist in allen Szenen erlebbar und wir hatten den Eindruck, dass die Umsetzung der filmischen Idee über die wirtschaftliche Auswertung des Films gestellt wurde. In Zeiten von steigenden Produktionskosten und einer wachsenden Inflation bewundern wir den unternehmerischen Mut, einen so anspruchsvollen, kreativen und vielschichtigen Film zu produzieren.“

Der Film von Lena Knauss (Regie) und Martina Mouchot (Buch) erhält außerdem den Publikumspreis 2023. Die Jury der Leserinnen und Leser des Wiesbadener Kuriers würdigte, dass der Krimi es schaffe, „die Thematik erzwungener Adoptionen in der DDR mit der persönlichen Geschichte der Kommissarin und einem komplexen Todesfall zu verbinden.“ Der Film überzeuge mit seiner Geschichte „über die Verflechtung des Schicksals der in der DDR aufgewachsenen und in den Westen geflohenen Kommissarin mit dem dramatischen Tod von drei jungen Frauen, sowie mit einer Bildsprache und Symbolik, mit der es der Film schafft, die Zuschauer*innen in die Anspannung, Verzweiflung und Atmosphäre der Handlung zu fesseln.“

David Schütter erhielt den  Sonderpreis Bester Darsteller  für seine Schauspielleistung als Polizeibeamter Leon in Die Macht der Frauen (ZDF/ARTE) © Foto Diether von Goddenthow
David Schütter erhielt den Sonderpreis Bester Darsteller für seine Schauspielleistung
als Polizeibeamter Leon in Die Macht der Frauen (ZDF/ARTE) © Foto Diether von Goddenthow

Der Sonderpreis Bester Darsteller geht in diesem Jahr an David Schütter für seine Schauspielleistung als Polizeibeamter Leon in Die Macht der Frauen (ZDF/ARTE) an der Seite von Natalia Wörner. Die Jury lobte das differenzierte und perfide Spiel David Schütters. Trotz seiner Gefährlichkeit, die tief aus ihm ausstrahle, „möchte man seinem Charme, seiner ungebrochenen Selbstsicherheit und dem verzerrten Unrechtbewusstsein erliegen möchte, und man versteht, dass seine Frau, die er tyrannisiert und beherrscht, nicht von ihm loslassen kann. David Schütter spielt Vergangenheit, Zukunft und unausgesprochene Auslassungen in einem Wimperschlag mit, er muss nichts herstellen. Er hat eine solche Präsenz, dass er – ob man will oder nicht – immer nahbar, aber unfassbar bleibt.“

Amy Holbach © Deutsches FernsehKrimi-Festival/Jason Sellers
Amy Holbach © Deutsches FernsehKrimi-Festival/Jason Sellers

Zum vielversprechendsten Drehbuchnachwuchs wurde Amy Holbach gekürt. Juror Richard Kropf lobte an der Drehbuchidee „Pflicht“, dass es Amy gelungen sei, „auf wenigen Seiten ein tolles Setting mit spannenden, tiefgründigen Figuren zu skizzieren und einen ausgereiften Plot mit vielen Wendepunkten zu präsentieren.“

Die Preisverleihung fand am Abend des 17. März um 20 Uhr in der Caligari FilmBühne in Wiesbaden statt.

Überblick: Preisträgerinnen und Preisträger 2023

Abschlussbild der feierlichen  Preisverleihung beim Deutschen Fernsehkrimifestival 2023   in der Filmbühne Caligari Wiesbaden. © Foto Diether von Goddenthow
Abschlussbild der feierlichen Preisverleihung beim Deutschen Fernsehkrimifestival 2023 in der Filmbühne Caligari Wiesbaden. © Foto Diether von Goddenthow

Deutscher FernsehKrimi-Preis
Das Schweigen der Esel (ORF/ARTE)
Buch und Regie: Karl Markovics, Kamera: Leena Koppe, Schnitt: Alarich Lenz, Musik: Herbert Tucmandl, Casting: Nicole Schmied, Darsteller*innen: Karl Markovics, Julia Koch, Stefan Pohl, Caroline Frank, Gerhard Liebmann, Valentin Sottopietra, u.v.m., Redaktion: Klaus Lintschinger (ORF), Claudia Tronnier (ARTE), Produktion: John Lueftner, David Schalko, Superfilm Filmproduktion GmbH

Krimiserie des Jahres
Babylon Berlin – Staffel 4 (ARD Degeto/SKY)
Regie: Achim von Borries, Henk Hendloegten, Tom Tykwer, Buch: Achim von Borries, Henk Hendloegten, Tom Tykwer, Khyana el Bittar, Bettine von Borries, Kamera: Bernd Fischer, Christian Almesberger, Philipp Haberlandt, Schnitt: Claus Wehlisch, Antje Zynga, Musik: Johnny Klimek, Tom Tykwer, Casting: Simone Bär, Alexandra Montag, Darsteller*innen: Volker Bruch, Liv Lisa Fries, Irene Böhm, Ivo Pietzcker, Lars Edinger, Hannah Herzsprung, Redaktion: Christine Strobl, Thomas Schreiber, Christoph Pellander, Caroline Haasis (ARD Degeto), Marcus Ammon, Frank Jastfelder, Lucia Vogdt (Sky), Produktion: Stefan Arndt, Uwe Schott, Michael Polle (X Filme Creative Pool GmbH), Ko-Produktion Jan Mojto, Dirk Schürhoff, Moritz von Herzogenberg (Beta Film GmbH)

Sonderpreis Beste Darstellerin
Julia Koch für ihre Rolle in Das Schweigen der Esel (ORF/ARTE)

Sonderpreis Beste Produzent*innen-Leistung
Katrin HaaseOliver Arnold und Norbert WalterU5 Filmproduktion GmbH & Co. KG, für
Das Mädchen von früher (ZDF).

Sonderpreis Bester Darsteller
David Schütter für seine Rolle in Die Macht der Frauen (ZDF/ARTE)

Publikumspreis Wiesbadener Kurier
Das Mädchen von früher (ZDF/ARTE)

Nachwuchspreis-Drehbuchwettbewerb
Amy Holbach für die Drehbuchidee Pflicht

5. Ehrenpreis des Deutschen FernsehKrimi-Festivals
Alexander Held für seine Rolle als Ludwig Schaller in München Mord (ZDF)

Über das Festival

Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende begrüßt anlässlich des Deutschen Fernsehkrimi-Festivals die Gäste zur Aftershow-Party im Wiesbadener Rathaus.  © Foto Diether von Goddenthow
Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende begrüßt anlässlich des Deutschen Fernsehkrimi-Festivals die Gäste zur Aftershow-Party im Wiesbadener Rathaus. © Foto Diether von Goddenthow

Das Deutsche FernsehKrimi-Festival ist eine Veranstaltung des Kulturamtes der Landeshauptstadt Wiesbaden mit Unterstützung durch die Hessen Film & Medien, den Hessischen Rundfunk und die Sparkassenversicherung, in Kooperation mit dem Medienzentrum Wiesbaden und dem Wiesbadener Kurier.

Weitere Informationen: Deutsches FernsehKrimi-Festival

München-Mord-Kommissar Ludwig Schaller, alias Alexander Held, mit dem 5. Ehrenpreis des Deutschen FersehKrimi-Festivals in Wiesbaden ausgezeichnet

„Ich bin überwältigt!“ Der Starschauspieler Alexander Held zeigte sichstolz und gerührt über den Ehrenpreis des 19. Deutschen FernsehKrimi-Festivals, den er am Sonntagabend in der ausverkauften Caligari FilmBühne entgegen nahm. Das Wiesbadener Publikumfeierte den Ehrenpreisträger 2023 mit großem Applaus. © Foto Diether von Goddenthow
„Ich bin überwältigt!“ Der Starschauspieler Alexander Held zeigte sichstolz und gerührt über den Ehrenpreis des 19. Deutschen FernsehKrimi-Festivals, den er am Sonntagabend in der ausverkauften Caligari FilmBühne entgegen nahm. Das Wiesbadener Publikumfeierte den Ehrenpreisträger 2023 mit großem Applaus. © Foto Diether von Goddenthow

Alexander Held, der am gestrigen Abend in der ausverkauften Caligari Filmbühne in Wiesbaden mit dem 5. Ehrenpreis des Deutschen Fernsehkrimis ausgezeichnet wurde, spiele „diesen wunderbaren hintergründigen Kriminalhauptkommissar Ludwig Schaller, dem nichts Menschliches fremd ist, mit Wärme, Witz und charmanten Starrsinn“, würdigte Knut Elstermann, renommierter Berliner Filmjournalist und Juror, den Preisträger in seiner Laudatio. Schallers Wege seien immer glücklich, „manchmal scheine er nicht ganz so von dieser Welt zu sein, doch gerade in solchen Momenten des Sich-Versenkens, der Abwesenheit, bewegt er sich gedanklich in den verborgenen Katakomben des Falls“. Er sehe, was andere nicht sähen, und spüre, was andere nicht einmal erahnten, so Elstermann über Held, der als Kommissar im Grunde wie ein Schauspieler arbeite, nämlich, die Wirklichkeit nachspielend, sich in den Täter einfühle.

Der renommierte Berliner Filmjournalist Knut Elstermann, Mitglied der Jury, betonte Helds nuancierteSchauspielkunst. © Foto Diether von Goddenthow
Der renommierte Berliner Filmjournalist Knut Elstermann, Mitglied der Jury, betonte Helds nuancierteSchauspielkunst. © Foto Diether von Goddenthow

Dieser Kommissar sei „ein melancholischer, philosophischer Weltbetrachter im großartigen Zusammenwirken mit dem Team Bernadette Heerwagen als Kommissarin Angelika Flierl und
Marcus Mittermeier als Kommissar Harald Neuhauser. Er schaffe es immer wieder, „dieses Team zu verblüffen mit seiner Intuition“. Die Komik einer solchen Konstellation, hier das junge Ermittlerteam, dort der „gereifte nicht immer zugängliche Kommissar“ schaffe „das Hintergrundrauschen der Folgen“, lobte Knut Elstermann in seiner wunderbar trefflichen Analyse. Ganz wichtig sei ihm auch, dass sich der Witz in den Folgen München Mord nie nach vorne dränge, „er überdeckt nie die Ernsthaftigkeit der Fälle, nicht einmal den Schaller“. Als Schaller verbände „Alexander Held auf einmalige Weise höchsten künstlerischen Anspruch, differenzierte, feinfühlige Charakterisierungskunst und perfekte Sprechkultur mit Unterhaltsamkeit und einer eigensinnigen Komik, an der auch Karl Valentin seine helle Freude gehabt hätte.“

Der Ehrenpreis sei für Künstler wie Alexander Held geschaffen worden, „für Menschen, die einen neuen, einen unverwechselbaren Ton in die Krimi-Landschaft gebracht haben, die bleibende Figuren schufen, deren Eigenarten uns so vertraut sind, wie bei einem Verwandten“, befand der Laudator

Bernadette Heerwagen und Marcus Mittermeier, Alexander Helds Ermittlerteam im Kultkrimi aus Bayern,würdigten den Preisträger mit einer Performance. © Foto Diether von Goddenthow
Bernadette Heerwagen und Marcus Mittermeier, Alexander Helds Ermittlerteam im Kultkrimi aus Bayern,würdigten den Preisträger mit einer Performance. © Foto Diether von Goddenthow

Quasi als Überraschungsgäste war Schallers Ermittlerteam im Kultkrimi München Mord heimlich nach Wiesbaden mitgereist. Leider hatten Angelika Flierl, und Harald Neuhauser in ihrer  mitunter fahrigen Art natürlich ihre vorbereitete Lob-Rede vertauscht. Das hatte unbeabsichtigte Folgen. Mit dieser humoristischen Performance würdigten Bernadette Heerwagen und Marcus Mittermeier ihren „Ermittler-Chef“.

Dieser war von so viel Lob und Zuspruch ganz gerührt: „Ich bin überwältigt und freue mich sehr über diese große Ehre, den Ehrenpreis des 19. Deutschen FernsehKrimi-Festivals heute Abend hier entgegennehmen zu dürfen. Alexander Held dankte der Jury, seinem Ermittler-Team und „all jenen, die mir das Vertrauen geschenkt haben. Vor allem aber danke ich dem Publikum. Ohne das Publikum stünde ich nicht hier.“

Marcus Mittermeier, Bernadette Heerwagen, Alecander Held  und Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende, der den Preis überreichte.© Foto Diether von Goddenthow
Marcus Mittermeier, Bernadette Heerwagen, Alexander Held und Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende, der den Preis überreichte.© Foto Diether von Goddenthow

Zur Eröffnung des Wettbewerbs um den FernsehKrimi-Preis des Jahres kommen am morgigen Dienstag, dem 14. März 2023, Claudia Michelsen und UlrikeFolkerts nach Wiesbaden.

Am Mittwoch und Donnerstag geben sich Natalia Wörner und Julia Jentsch die Ehre, außerdem Wotan Wilke Möhring, André Hennicke und Karl Markovics. Die Filmgespräche im Anschluss an die Vorführungen – stets ein Highlight des Festivals – führt Filmexperte Knut Elstermann.

Impression Caligari-Filmbühne © Foto Diether von Goddenthow
Impression Caligari-Filmbühne © Foto Diether von Goddenthow

Mehr Informationen zu den Film- und Seriengästen, Vorführungen und zum Rahmenprogramm unter unter
www.fernsehkrimifestival.de

Spannendes Programm beim 19. Deutschen FernsehKrimi-Festivals 2023 Wiesbaden – Prominente Jury und Gäste vor Ort


Wiesbaden, den 27. Februar 2023 – Das Deutsche FernsehKrimi-Festival vom 12. bis 19. März in Wiesbaden bietet ein hochkarätiges Programm mit insgesamt sechs Premieren und heißt zahlreiche Filmgäste willkommen, darunter die Schauspielerinnen Claudia Michelsen, Ulrike Folkerts, Lea van Acken und Julia Jentsch sowie die Schauspieler Sebastian Koch, Wotan Wilke Möhring und Karl Markovics.

Über die Vergabe des Deutschen FernsehKrimi-Preises wird auch 2023 eine prominent besetzte Jury entscheiden. Dafür konnte Regisseur und Drehbuchautor Eoin Moore gewonnen werden, der 2021 den Ehrenpreis des Festivals erhielt und im vergangenen Jahr mit „Polizeiruf 110 – Hildes Erbe“ selbst im Wettbewerb vertreten war. Die Schauspieler*innen Barbara Philipp und Ferdinand Hofer sind in ihren Rollen als Magda Wächter bzw. als Kalli Hammermann einem breiten „Tatort“-Publikum bekannt. Schauspielerin und Synchronsprecherin Dela Dabulamanzi („Almania“) und die Festivalleiterin der Filmtage Oberschwaben Helga Reichert komplettieren die diesjährige Jury.

Hochkarätige Wettbewerbe und Talks
Im Wettbewerb um den Deutschen FernsehKrimi-Preis konkurrieren zehn Filme, darunter sind fünf Premieren. Eröffnet wird der Wettbewerb am 14. März um 18 Uhr mit der Folge „Ronny“ aus der Reihe „Polizeiruf 110“ (MDR) – eine Premiere in Anwesenheit von Hauptdarstellerin Claudia Michelsen, Regisseurin Barbara Ott und Drehbuchautor Jan Braren.

Polizeiruf 110 – Ronny © MDR/Stefan Erhard
Polizeiruf 110 – Ronny © MDR/Stefan Erhard

Um 20.30 Uhr dürfen sich Festivalbesucher*innen auf die Schauspielerin Ulrike Folkerts, Regisseur Tom Lass und Drehbuchautor Stefan Dähnert freuen, die zur Vorführung des „Tatort – Lenas Tante” (SWR) nach Wiesbaden kommen.

Weitere acht Fernsehkrimis laufen im Wettbewerb. Das Festival feiert die Premieren von „Tatort – Das geheime Leben unserer Kinder“ (SWR), „Das Schweigen der Esel“ (ORF/ARTE), „Das Mädchen von früher“ (ZDF) sowie die Hessen-Premiere des „Tatort – Verborgen“ (NDR). Das Feld komplettieren die Filme „Das weisse Schweigen“ (RTL+/Vox), „Die Macht der Frauen“ (ZDF/ARTE), „Solo für Weiss – Todesengel“ (ZDF) sowie „Spurlos in Athen“ (ARD Degeto).

Zu den Filmgesprächen im Anschluss an die Vorführungen begrüßt der renommierte Berliner Filmjournalist Knut Elstermann die Schauspieler*innen Julia Jentsch, Wotan Wilke Möhring, Franziska Weisz, André Hennicke, Karl Markovics und Tom Gronau, die Regisseur*innen Kai Wessel, Neelesha Barthel und Gunnar Fuß sowie die Drehbuchautor*innen Astrid Ströher, Martina Mouchot, Sönke Lars Neuwöhner und Gernot Krää.

Zum vierten Mal wird die Krimiserie des Jahres ermittelt. Nominiert sind: „Euer Ehren“ (ARD Degeto/ORF), „Munich Games“ (Sky), „Zwei Seiten des Abgrunds“ (RTL+/Warner), „German Crime Story – Gefesselt“ (Prime Video) und die vierte Staffel von „Babylon Berlin“ (Sky/ARD Degeto). Am 13. März ab 17 Uhr zeigt das Festival je eine Folge der fünf nominierten Serien in der Caligari FilmBühne.

Zu den Seriengesprächen werden unter anderen die Schauspieler*innen Sebastian Koch, Seyneb Saleh, Angelina Häntsch, Anne Ratte-Polle, Anton Dreger und Lea van Acken erwartet sowie die Regisseure David Nawrath und Florian Schwarz und die Drehbuchautor*innen Kristin Derfler, Michael Proehl und Dirk Morgenstern.

Welcher Fernsehkrimi und welche Krimiserie eine Auszeichnung erhält, wird auf der Preisverleihung des Festivals am Freitag, den 17. März, um 20 Uhr in der Caligari FilmBühne verkündigt. Anschließend wird der Gewinnerfilm zu sehen sein

Spannendes Rahmenprogramm
Erneut setzt das Festival einen Fokus auf das populäre Genre True Crime. Am Donnerstag, den 16. März, um 17 Uhr, beleuchtet eine Doku-Premiere Mordfälle ohne Hinweis auf Täter, Ermittler ohne heiße Spur. Gezeigt wird die ZDF-Dokumentation „Mörderische Wahrheit – Wenn Täter unerkannt bleiben“ von Klaus Kastenholz und Bernd Reufels. Das Filmgespräch bestreiten der ZDF-Journalist Sven Voss, Autor Bernd Reufels und die forensische Psychiaterin Dr. Nahlah Saimeh. Ariane Binder (3sat) moderiert.

Auch die Förderung von Nachwuchs-Drehbuchautor*innen wird fortgesetzt. Gemeinsam mit Hessen Film & Medien und TOP:Talente e.V. sucht das Festival nach Krimi-Stoffen für 90-Minüter oder Miniserien. Die Vorgabe 2023: Die erdachten Verbrechen müssen innerhalb von 24 Stunden gelöst werden. Aus 28 Einreichungen wählte eine Vorjury die vier vielversprechendsten Ideen aus. Am Donnerstag, den 16. März, um 21 Uhr werden die nominierten Stoffe vorgestellt. Die von den Autor*innen eingereichten Beispielszenen wurden mit den Schauspielerinnen Taneshia Abt („JGA“) und Franziska von Harsdorf („Der Pass 2“) verfilmt und sind auf der Leinwand der Caligari FilmBühne zu sehen. Drehbuchautor Richard Kropf („4 Blocks“, „Kleo“) kürt den oder die Gewinner*in.

Den Abschluss des Festivals bildet am Samstag, den 18. März, ab 18 Uhr, die „Lange FernsehKrimi-Nacht“. Bis zum Morgen des 19. März werden noch einmal alle zehn Beiträge des Filmwettbewerbs in der Caligari FilmBühne zu sehen sein.

Marc Jung Foto © Christian Rothe
Marc Jung Foto © Christian Rothe

Anlässlich des 19. Deutschen FernsehKrimi-Festivals holt die SV SparkassenVersicherung mit Marc Jung einen der gefragtesten jungen Künstler Deutschlands nach Wiesbaden, den der Berliner Tagesspiegel bereits als „neuen Malerfürsten“ ausgerufen hat. In der AtriumGalerie am Hauptbahnhof präsentiert die Ausstellung MADE IN HEAVEN vom 12. März bis 13. April insgesamt 69 der expressiven Bilder Marc Jungs. Eröffnung am 12. März, 15.00 Uhr.

Der Kartenvorverkauf für das Festival beginnt am 3. März ab 10 Uhr unter www.fernsehkrimifestival.de und in der Tourist-Information, Marktplatz 1, 65183 Wiesbaden

www.fernsehkrimifestival.de und www.wiesbaden.de/fernsehkrimifestival
www.instagram.com/deutschesfernsehkrimifestival
www.facebook.com/fernsehkrimifestival

Überblick der Wettbewerbsfilme 2023:

PREMIERE/WETTBEWERBSERÖFFNUNG: POLIZEIRUF 110 – RONNY (MDR)
Regie: Barbara Ott, Buch: Jan Braren, u.a. mit Claudia Michelsen, Felix Vörtler

PREMIERE: DAS SCHWEIGEN DER ESEL (ORF/ARTE)
Regie und Buch: Karl Markovics, u.a. mit Karl Markovics, Julia Koch

PREMIERE: DAS MÄDCHEN VON FRÜHER (ZDF)
Regie: Lena Knauss, Buch: Martina Mouchot, u.a. mit Nina Kunzendorf, Godehard Giese

PREMIERE: TATORT – DAS GEHEIME LEBEN UNSERER KINDER (SWR)
Regie: Kai Wessel, Buch: Astrid Ströher u.a. mit Eva Löbau, Hans-Jochen Wagner

HESSEN-PREMIERE: TATORT – VERBORGEN (NDR)
Regie: Neelesha Barthel, Buch: Julia Drache, Sophia Ayissi, u.a. mit Wotan Wilke Möhring, Franziska Weisz

DAS WEISSE SCHWEIGEN (RTL+/VOX)
Regie: Esther Gronenborn, Buch: Esther Gronenborn, Sönke Lars Neuwöhner, u.a. mit Julia Jentsch, Kostja Ullmann

DIE MACHT DER FRAUEN (ZDF/ARTE)
Regie und Buch: Lars Becker, u.a. mit Natalia Wörner, Fritz Karl

SOLO FÜR WEISS – TODESENGEL (ZDF)
Regie: Gunnar Fuß, Buch: Mathias Klaschka, u.a. mit Anna Maria Mühe, Camill Jammal

SPURLOS IN ATHEN (ARD DEGETO)
Regie: Roland Suso Richter, Buch: Gernot Krää, u.a. mit Silke Bodenbender, Yousef Sweid

TATORT – LENAS TANTE (SWR)
Regie: Tom Lass, Buch: Stefan Dänert, u.a. mit Ulrike Folkerts, Ursula Werner

Im Wettbewerb Krimiserie des Jahres gehen fünf Serien ins Rennen, darunter eine Premiere. Hier reichten insgesamt zehn Sender und Streamer 14 Produktionen ein.

„Starke Klickzahlen in Sender-Mediatheken und auf Streaming-Seiten halten den Serienboom weltweit am Laufen. Aus Deutschland kommen herausragende Krimiproduktionen und wir freuen uns, die fünf spannendsten hier auf dem Festival zu präsentieren – darunter ein hochaktueller Politthriller sowie ein nervenaufreibender True Crime-Alptraum”, so Festivalleiterin Cathrin Ehrlich.

Alle 5 Wettbewerbsserien in der Übersicht:

BABYLON BERLIN, Staffel 4 (SKY/ARD DEGETO), Regie: Tom Tykwer, Achim von Borries, Henk Handloegten, Tom Tykwer, Buch: Achim von Borries, Henk Handloegten, Tom Tykwer, Khyana El Bitar, Bettine von Borries, u.a. mit Volker Bruch, Liv Lisa Fries

EUER EHREN (ARD DEGETO/ORF), Regie: David Nawrath, Buch: David Marian, David Nawrath, basierend auf der israelischen Originalserie „Kvodo” von Ron Ninio und Shlomo Mashiach, u.a. mit Sebastian Koch, Paula Beer

GERMAN CRIME STORY – GEFESSELT (Prime Video), Regie: Florian Schwarz, Buch: Michael Proehl, Dirk Morgenstern, Max Eipp, Dinah Marte Golch, Mark Monheim, u.a. mit Oliver Masucci, Angelina Häntsch

MUNICH GAMES (SKY), Regie: Philipp Kadelbach, Buch: Michal Aviram, Martin Behnke, u.a. mit Seyneb Saleh, Yousef Sweid

PREMIERE: ZWEI SEITEN DES ABGRUNDS (RTL+/WARNER TV SERIE), Regie: Anno Saul, Buch: Kristin Derfler, u.a. mit Anne Ratte-Polle, Anton Dreger

Der Serienwettbewerb wird am Montag, den 13. März, ab 17 Uhr ausgetragen. Die Preisverleihung des 19. Deutschen FernsehKrimi-Festivals findet am Freitag, den 17. März, um 20 Uhr in der Caligari FilmBühne statt. Die Moderation der Film- und Seriengespräche übernimmt erneut der renommierte Filmjournalist Knut Elstermann.

Der Kartenvorverkauf für das Festival beginnt am 3. März ab 10 Uhr unter www.fernsehkrimifestival.de und in der Tourist-Information, Marktplatz 1, 65183 Wiesbaden

www.fernsehkrimifestival.de und www.wiesbaden.de/fernsehkrimifestival
www.instagram.com/deutschesfernsehkrimifestival
www.facebook.com/fernsehkrimifestival

Über das Festival:
Das Deutsche FernsehKrimi-Festival ist eine Veranstaltung des Kulturamtes der Landeshauptstadt Wiesbaden mit Unterstützung durch die HessenFilm und Medien GmbH, dem Hessischen Rundfunk und der SV SparkassenVersicherung, in Kooperation mit dem Medienzentrum Wiesbaden und dem Wiesbadener Kurier.

Alexander Held erhält Ehrenpreis des 19. Deutschen FernsehKrimi-Festivals

Alexander Held © Jürgen Olczyk
Alexander Held © Jürgen Olczyk

Wiesbaden, den 15. Februar 2023 – Der renommierte Charakterdarsteller und Publikumsliebling Alexander Held erhält den Ehrenpreis des Deutschen FernsehKrimi-Festivals 2023 für herausragende Leistungen in seiner Paraderolle als Kriminalhauptkommissar Ludwig Schaller in der ZDF-Krimiserie München Mord.

„Alexander Held verbindet auf einmalige Weise höchsten künstlerischen Anspruch, differenzierte, feinfühlige Charakterisierungskunst und perfekte Sprechkultur mit Unterhaltsamkeit und einer eigensinnigen Komik, an der auch Karl Valentin seine helle Freude gehabt hätte“, begründet die Jury, der Filmjournalist und Moderator Knut Elstermann, Produzentin Liane Jessen und Festivalleiterin Cathrin Ehrlich angehören.

Seit 1981 steht der gebürtige Münchner vor der Kamera und war bislang in mehr als 160 Film- und Fernsehproduktionen zu erleben. Bekannt wurde er einem breiten Publikum vor allem als Karl May im Kinofilm Der Schuh des Manitu sowie durch seine Rollen in Der Untergang, Napola – Elite für den Führer und Sophie Scholl – Die letzten Tage. Seit 2010 spielt er an der Seite von Katharina Wackernagel den Hauptkommissar Karl Hidde in der ZDF-Krimireihe Stralsund. Auch als Theaterschauspieler ist Alexander Held erfolgreich. 1980 erhielt er sein erstes Engagement bei den Münchner Kammerspielen, weiter Engagements führten ihn an das Staatsschauspiel Hannover, an die Volksbühne Berlin, an das Theater Basel und zu den Salzburger Festspielen.

Seit 2013 ist Alexander Held in der Hauptrolle der Erfolgsserie München Mord zu sehen, die regelmäßig zwischen sechs und sieben Millionen Zuschauer erreicht. Für seine Rolle als sonderbarer Ermittler Schaller erhielt Alexander Held 2014 bereits den Bayerischen Fernsehpreis.

Der Ehrenpreis des Deutschen FernsehKrimi-Festivals wird am 12. März um 18.00 Uhr in der Caligari FilmBühne übergeben, im Anschluss wird die erste Folge der Reihe München Mord – Wir sind die Neuen (ZDF) gezeigt. Die Moderation übernimmt Ariane Binder (3sat). Die Laudationes halten Knut Elstermann sowie Helds München-Mord-Kolleg*innen Bernadette Heerwagen und Marcus Mittermeier.

Seit 2019 wird der Ehrenpreis des Deutschen FernsehKrimi-Festivals für besondere Verdienste um den Fernsehkrimi vergeben. Ehrenpreisträger*innen sind Ulrike Folkerts, Matthias Brandt, Barbara Auer, Eoin Moore und Anna Schudt.

Das 19. Deutsche FernsehKrimi-Festival findet vom 12. bis 19. März 2023 in Wiesbaden statt. Der Kartenvorverkauf beginnt am Freitag, 3. März, ab 10 Uhr in der Tourist-Information, Marktplatz 1, 65183 Wiesbaden und auf der Website des Festivals unter www.fernsehkrimifestival.de.

Über das Festival:
Das Deutsche FernsehKrimi-Festival ist eine Veranstaltung des Kulturamtes der Landeshauptstadt Wiesbaden mit Unterstützung durch die HessenFilm GmbH, den Hessischen Rundfunk und die Sparkassenversicherung, in Kooperation mit dem Medienzentrum Wiesbaden und dem Wiesbadener Kurier.

Die Wettbewerbsauswahl des 19. Deutschen FernsehKrimi-Festivals

DFKF23_CD_Logo_Download_RZ_230113_CMYK_rot450Das Deutsche FernsehKrimi-Festival 2023 kann beginnen, die Nominierungen des Film- und Serienwettbewerbs stehen fest. Alle 15 Produktionen werden im Rahmen der Festivalwoche vom 12. bis 19. März 2023 in Anwesenheit der Filmschaffenden in der Caligari FilmBühne Wiesbaden gezeigt.

Im Wettbewerb um den Deutschen FernsehKrimi-Preis konkurrieren zehn Filme um den Titel, darunter fünf Premieren. Insgesamt reichten 13 Fernsehsender 53 Produktionen ein.

„Das Deutsche FernsehKrimi-Festival ist ein bedeutender Teil und einer der Höhepunkte des kulturellen Lebens der Landeshauptstadt in jedem Jahr. Wir freuen uns, bereits zum 19. Mal exzellente Fernsehkrimis und Krimiserien zu präsentieren sowie hervorragende und beliebte Akteurinnen und Akteure vor und hinter der Kamera begrüßen zu dürfen“, sagt Axel Imholz, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden.

Das Festival startet am Sonntag, den 12. März, mit der Verleihung des Ehrenpreises. Der Wettbewerb um den Deutschen FernsehKrimi-Preis wird am Dienstag, 14. März, um 18 Uhr eröffnet – mit der Premiere von „Polizeiruf 110 – Ronny” (MDR) in Anwesenheit der Regisseurin Barbara Ott und des Drehbuchautors Jan Braren. Im Anschluss begrüßt das Festival um 20:30 Uhr die Schauspielerin Ulrike Folkerts und Drehbuchautor Stefan Dähnert zur Vorführung einer Folge des Tatorts aus Ludwigshafen mit dem Titel „Lenas Tante” (SWR). Weitere acht Fernsehkrimis werden in den darauffolgenden zwei Tagen gezeigt.

Die Wettbewerbsfilme 2023 sind:

PREMIERE/WETTBEWERBSERÖFFNUNG: POLIZEIRUF 110 – RONNY (MDR)
Regie: Barbara Ott, Buch: Jan Braren, u.a. mit Claudia Michelsen, Felix Vörtler

PREMIERE: DAS SCHWEIGEN DER ESEL (ORF/ARTE)
Regie und Buch: Karl Markovics, u.a. mit Karl Markovics, Julia Koch

PREMIERE: DAS MÄDCHEN VON FRÜHER (ZDF)
Regie: Lena Knauss, Buch: Martina Mouchot, u.a. mit Nina Kunzendorf, Godehard Giese

PREMIERE: TATORT – DAS GEHEIME LEBEN UNSERER KINDER (SWR)
Regie: Kai Wessel, Buch: Astrid Ströher u.a. mit Eva Löbau, Hans-Jochen Wagner

HESSEN-PREMIERE: TATORT – VERBORGEN (NDR)
Regie: Neelesha Barthel, Buch: Julia Drache, Sophia Ayissi, u.a. mit Wotan Wilke Möhring, Franziska Weisz

DAS WEISSE SCHWEIGEN (RTL+/VOX)
Regie: Esther Gronenborn, Buch: Esther Gronenborn, Sönke Lars Neuwöhner, u.a. mit Julia Jentsch, Kostja Ullmann

DIE MACHT DER FRAUEN (ZDF/ARTE)
Regie und Buch: Lars Becker, u.a. mit Natalia Wörner, Fritz Karl

SOLO FÜR WEISS – TODESENGEL (ZDF)
Regie: Gunnar Fuß, Buch: Mathias Klaschka, u.a. mit Anna Maria Mühe, Camill Jammal

SPURLOS IN ATHEN (ARD DEGETO)
Regie: Roland Suso Richter, Buch: Gernot Krää, u.a. mit Silke Bodenbender, Yousef Sweid

TATORT – LENAS TANTE (SWR)
Regie: Tom Lass, Buch: Stefan Dänert, u.a. mit Ulrike Folkerts, Ursula Werner

Im Wettbewerb Krimiserie des Jahres gehen fünf Serien ins Rennen, darunter eine Premiere. Hier reichten insgesamt zehn Sender und Streamer 14 Produktionen ein.

„Starke Klickzahlen in Sender-Mediatheken und auf Streaming-Seiten halten den Serienboom weltweit am Laufen. Aus Deutschland kommen herausragende Krimiproduktionen und wir freuen uns, die fünf spannendsten hier auf dem Festival zu präsentieren – darunter ein hochaktueller Politthriller sowie ein nervenaufreibender True Crime-Alptraum”, so Festivalleiterin Cathrin Ehrlich.

Alle 5 Wettbewerbsserien in der Übersicht:

BABYLON BERLIN, Staffel 4 (SKY/ARD DEGETO), Regie: Tom Tykwer, Achim von Borries, Henk Handloegten, Tom Tykwer, Buch: Achim von Borries, Henk Handloegten, Tom Tykwer, Khyana El Bitar, Bettine von Borries, u.a. mit Volker Bruch, Liv Lisa Fries

EUER EHREN (ARD DEGETO/ORF), Regie: David Nawrath, Buch: David Marian, David Nawrath, basierend auf der israelischen Originalserie „Kvodo” von Ron Ninio und Shlomo Mashiach, u.a. mit Sebastian Koch, Paula Beer

GERMAN CRIME STORY – GEFESSELT (Prime Video), Regie: Florian Schwarz, Buch: Michael Proehl, Dirk Morgenstern, Max Eipp, Dinah Marte Golch, Mark Monheim, u.a. mit Oliver Masucci, Angelina Häntsch

MUNICH GAMES (SKY), Regie: Philipp Kadelbach, Buch: Michal Aviram, Martin Behnke, u.a. mit Seyneb Saleh, Yousef Sweid

PREMIERE: ZWEI SEITEN DES ABGRUNDS (RTL+/WARNER TV SERIE), Regie: Anno Saul, Buch: Kristin Derfler, u.a. mit Anne Ratte-Polle, Anton Dreger

Der Serienwettbewerb wird am Montag, den 13. März, ab 17 Uhr ausgetragen. Die Preisverleihung des 19. Deutschen FernsehKrimi-Festivals findet am Freitag, den 17. März, um 20 Uhr in der Caligari FilmBühne statt. Die Moderation der Film- und Seriengespräche übernimmt erneut der renommierte Filmjournalist Knut Elstermann.

Der Kartenvorverkauf beginnt am Freitag, 3. März, ab 10 Uhr in der Tourist-Information, Marktplatz 1, 65183 Wiesbaden und auf der Website des Festivals unter www.fernsehkrimifestival.de.

Über das Festival:
Das Deutsche FernsehKrimi-Festival ist eine Veranstaltung des Kulturamtes der Landeshauptstadt Wiesbaden mit Unterstützung durch die HessenFilm und Medien GmbH, dem Hessischen Rundfunk und der SV SparkassenVersicherung, in Kooperation mit dem Medienzentrum Wiesbaden und dem Wiesbadener Kurier.

Weitere Infos: Fernsehkrimifestival

Die Preisträgerinnen und Preisträger von exground filmfest 35 – Preisverleihung im Caligari Filmbühne

© exground 35
© exground 35

SIERRA ist bester internationaler Kurzfilm // BEAUTIFUL BEINGS und EDICIUS gewinnen bei den youth days // Publikumspreis DAS BRETT geht an THE ORDINARIES // BETTER HALF gewinnt Deutschen Kurzfilm-Wettbewerb // PATRONUS gewinnt Publikumspreis beim Wiesbaden Special // Wiesbadener Jugendfilm-Wettbewerb: WACKELKONTAKT

Am heutigen Abend wurden im Rahmen der feierlichen Preisverleihung die Gewinner der Wettbewerbe von exground filmfest 35 bekanntgegeben. Nach der letzten Auswertung der Publikumsstimmen startete die Preisverleihung in der Caligari FilmBühne vor anwesenden Filmgästen, Jurymitgliedern, Preisstiftern und Laudatoren. Insgesamt vergab exground filmfest Wert- und Sachpreise im Wert von über 15.000 EUR.

Internationaler Kurzfilm-Wettbewerb
Im Internationalen Kurzfilm-Wettbewerb kürte die internationale Jury den Film SIERRA von Sander Joon aus Estland zum Gewinner. Das Preisgeld von 2.000 EUR stiftet der exground-Freundeskreis. Die Jury-Mitglieder Börries Müller-Büsching, Isabel Aboim Inglez und Jonas Ulrich begründeten ihre Entscheidung mit den Worten:
„Wie der Reifen, der an einem Baum hängt, schwankt SIERRA perfekt zwischen radikalem Surrealismus und einer zarten Familiengeschichte. Frösche, Rennautos und ein fliegender Schnurrbart vermischen sich in einer absurden Animation, die sich in halsbrecherischer Geschwindigkeit bewegt. Trotz verspieltem Chaos wird die Ordnung am Ende des Films irgendwie wiederhergestellt.“

exground youth days – Internationaler Jugendfilm-Wettbewerb
Die Jugendjury im Internationalen Jugendfilm-Wettbewerb vergab den Preis für den besten Langfilm in diesem Jahr an BEAUTIFUL BEINGS [BERDREYMI] des isländischen Regisseurs Guðmundur

Arnar Guðmundsson:
„Mit einer packenden Geschichte, die Probleme von männlichen Jugendlichen wie Drogenkonsum und Gewalt aufgreift, bringt dieser Film die Schattenseiten der Gesellschaft gekonnt ans Licht. Die unerschrockene Art, sich mit Folgen toxischer Männlichkeit und Tabuthemen wie sexualisierter Gewalt unter Jugendlichen auseinanderzusetzen, hebt diesen Film von anderen ab, da so auf selten beleuchtete Missstände aufmerksam gemacht wird. Es werden Auslöser für problematisches Verhalten meisterhaft dargestellt, ohne nach einer Rechtfertigung zu suchen. Dank der aufreibenden Story, der intensiven Bildsprache und der ausgesprochen guten Schauspieler fährt dieser Film unter die Haut und zieht die Zuschauer bis zum Schluss in seinen Bann.“

Eine lobende Erwähnung fand die Jury für den Eröffnungsfilm der youth days, A GIRL RETURNED, der gleichzeitig Gewinner des Publikumspreises ist. Der italienische Regisseur Giuseppe Bonito darf sich über 1.000 EUR Preisgeld freuen, gestiftet von der Landeshauptstadt Wiesbaden.

Den Jugendjurypreis für den besten Kurzfilm erhielt Emir Haj Salah für den Film EDICIUS (Tunesien):
„Dieser Film packt den Zuschauer mit einer schockierenden ersten Szene und zieht ihn in seinen Bann. Mit einem nüchternen Blick auf die schweren Themen Mobbing und Suizid werden die Konsequenzen von kleinen Bosheiten prägnant dargestellt. Die innovative Erzählweise weckt ebenfalls Interesse, da die Geschichte rückwärts gezeigt wird. Diese Methode wird meisterhaft genutzt, um die eskalierenden Auseinandersetzungen zwischen der Hauptfigur und den Personen, die ihn drangsalieren, glaubhaft zu präsentieren. Ein aussagekräftiger Film, der lange in Erinnerung bleibt.“
Das Preisgeld von 500 EUR wird vom Wiesbadener Kinofestival e. V. gestiftet. Eine lobende Erwähnung sprach die Jury für den niederländischen Film SPOTLESS [VLEKKELOOS] von Emma Branderhorst aus.

exground youth days – Wiesbadener Jugendfilm-Wettbewerb
Im Wiesbadener Jugendfilm-Wettbewerb setzte sich Marie Engelmann mit ihrem Kurzspielfilm WACKELKONTAKT durch. Der erste Platz ist dotiert mit 500 EUR, gestiftet vom Wiesbadener Kinofestival e. V. Den zweiten Platz belegte BIKE2GO von Hendrik Schücke und Laurenz Schön; sie erhalten einen Einkaufsgutschein vom Apple Store ergo sum im Wert von 150 EUR. Platz drei ging an ENDGÜLTIG von Jugendlichen der Helene-Lange-Schule.

Klappe 7 – Kinderfilmfestival
Im Rahmen von exground filmfest 35 fand auch wieder das Klappe 7 – Kinderfilmfestival statt, veranstaltet von den Wiesbadener Kinder-, Jugend- und Stadtteilzentren des Amtes für Soziale Arbeit. Hier wurden 17 Kurzfilme von jungen Filmschaffenden im Alter von 6 bis 12 Jahren gezeigt. Eine Fachjury vergab hier drei Preise an die Filme SCHULSOZIALARBEIT – WAS MACHT DIE EIGENTLICH von der BGS Ursula-Wölfel-Schule (1. Platz), WENN ICH EINMAL GROSS BIN vom Jugendzentrum Georg-Buch-Haus sowie GODZILLA, ebenfalls vom Jugendzentrum Georg-Buch-Haus. Den Publikumspreis erhielt Publikumspreis ZUSAMMEN HALTEN von der BGS Gustav-Stresemann-Schule.

Deutscher Langfilm-Wettbewerb DAS BRETT
Zum zweiten Jahr in Folge entschied statt einer Gefangenenjury das Publikum über den besten Langfilm der Reihe Made in Germany. Aus den sechs nominierten Beiträgen wählte das Publikum THE ORDINARIES von Sophie Linnenbaum. Dotiert ist der Preis mit 1.500 EUR und wird gestiftet vom Wiesbadener Kinofestival e. V.

Deutscher Kurzfilm-Wettbewerb
Der vom Publikum gekürte erste Platz des Deutschen Kurzfilm-Wettbewerbs geht dieses Jahr an BETTER HALF von Jürgen Heimüller. Der Preis ist mit 3.000 EUR dotiert und wird gestiftet von der Landeshauptstadt Wiesbaden. Der vom Wiesbadener Kinofestival e. V. mit 2.000 EUR dotierte zweite Platz geht an GET HOME SAFE von Tamara Denić und der dritte mit 1.000 EUR dotierte und ebenfalls von der Landeshauptstadt Wiesbaden bereitgestellte Preis geht an THE SAUSAGE RUN von Thomas Stellmach.

Wiesbaden Special – Kurzfilmwettbewerb
Im Publikumswettbewerb um den besten Wiesbadener Kurzfilm konnte sich PATRONUS von Duc-Anh Dinh durchsetzen. Der mit 500 EUR dotierte Geldpreis wird gestiftet Wiesbadener Kinofestival e. V.

exground-Gong-Show
Beim Kultwettbewerb für Trashperlen und Amateurwerke wurden Marius Hofmann und Patrik Pezelj für THE JOY OF GONGING ausgezeichnet und nahmen die mit 50 EUR dotierte „Goldene exground-Gurke“ mit nach Hause.

Tickets für On-Demand-Angebot verfügbar
Ab dem 21. November gibt es einen Großteil der Filme für wenige Tage über eine On-Demand-Plattform im Stream zu sehen. Die Tickets sind bereits auf den jeweiligen Filmseiten auf der Website von exground filmfest verfügbar.

Zur On-Demand-Plattform geht es hier.

exground filmfest eröffnet 35. Ausgabe im Caligari Filmbühne Wiesbaden mit zahlreichen internationalen Gästen © Foto: Diether von Goddenthow
exground filmfest eröffnet 35. Ausgabe im Caligari Filmbühne Wiesbaden mit zahlreichen internationalen Gästen © Foto: Diether von Goddenthow

Die 36. Ausgabe des exground filmfest findet vom 17. bis 26. November 2023 mit Länderfokus Chile statt.

Mit der Verleihung des 4. Ehrenpreises an Anna Schudt startete in Wiesbaden das Fernsehkrimifestival

Gestern Abend wurde Anna Schudt der 4. Ehrenpreis des Deutschen FersehKrimi-Festivals in der Caligari-Filmbühne in Wiesbaden verliehen. In "Liebe mich" war Anna Schudt zum letzten Mal als Kommissarin Martina Bönisch an der Seite ihres Kollegen Jörg Hartmann als Hauptkommissar Peter Faber im Dortmunder "Tatort" zu sehen. Nach mehr als zehn Jahren und insgesamt 22 Einsätzen verabschiedet sie sich vom Ermittler-Team aus dem Ruhrgebiet. © Foto Diether v. Goddenthow
Gestern Abend wurde Anna Schudt der 4. Ehrenpreis des Deutschen FersehKrimi-Festivals in der Caligari-Filmbühne in Wiesbaden verliehen. In „Liebe mich“ war Anna Schudt zum letzten Mal als Kommissarin Martina Bönisch an der Seite ihres Kollegen Jörg Hartmann als Hauptkommissar Peter Faber im Dortmunder „Tatort“ zu sehen. Nach mehr als zehn Jahren und insgesamt 22 Einsätzen verabschiedet sie sich vom Ermittler-Team aus dem Ruhrgebiet. © Foto Diether v. Goddenthow

Traditionell mit der Verleihung des Ehrenpreises für besondere Verdienste um den deutschen Fernsehkrimi startete gestern Abend nach zweijähriger, coronabedingter Pause in der Wiesbadener Caligari FilmBühne das Deutsche FernsehKrimi-Festival mit der Verleihung des Ehrenpreises des Deutschen FernsehKrimi-Festivals.

Der Ehrenpreis des Deutschen FernsehKrimi-Festivals, der in diesem Jahr zum vierten Mal verliehen wurde, ging in diesem Jahr an die Schauspielerin Anna Schudt für ihre herausragende schauspielerische Leistung in der Rolle der Hauptkommissarin Martina Bönisch im Dortmunder „Tatort“.

Anna Schudt habe als „Tatort“-Kommissarin Martina Bönisch eine zu Herzen gehende moderne Frau verkörpert, wie sie selten im Fernsehen zu finden sei. Fast unbemerkt nahm sie ihre Rolle an und spielte sie doch enorm vielschichtig. In jedem „Tatort“ sei sie sich treu geblieben und hätte sich doch jedes Mal neu erfunden, so die Jury in ihrer Begründung.

Die Entscheidung für den 4. Ehrenpreis des Deutschen FernsehKrimi-Festivals sei lange vor Bekanntwerden des Ausstiegs Anna Schudts beim „Tatort“ Dortmund gefallen, unterstrich Festivalleiterin Cathrin Ehrlich, die neben Filmjournalist Knut Elstermann und der Mediendramaturgin, der ehemaligen Fernsehspielchefin des HR und Mitbegründerin des
Festivals Liane Jessen, zur Jury gehört.

Jörg Hartmann hielt eine sehr persönliche Laudatio und gestand, dass das Ausscheiden von Anna Schudt auch ein persönlicher Schock für ihn gewesen wäre. © Foto Diether v. Goddenthow
Jörg Hartmann hielt eine sehr persönliche Laudatio und gestand, dass das Ausscheiden von Anna Schudt auch ein persönlicher Schock für ihn gewesen wäre. © Foto Diether v. Goddenthow

Nach der Laudatio von Liane Jessen überreichte Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende den Ehrenpreis an die beliebte Schauspielerin. Schauspielkollege Jörg Hartmann, seit 10 Jahren als ermittelnder Hauptkommissar des Dortmunder-Tatortteams an ihrer Seite, ehrte seine mit ihm freundschaftlich  verbundene Kollegin mit sehr persönlichen Worten. Annas Ausscheiden sei für ihn auch ein persönlicher Schock gewesen. Dieser ‚Tatort‘ war vor allem auch eine zehnjährige wunderbare Reise mit Anna. „Ich hatte keine Idee, wie es weitergehen sollte“.

Im Anschluss wurde der „Tatort – Hydra“ (WDR) aus dem Jahr 2015 gezeigt, in dem Kommissarin Martina Bönisch (Anna Schudt) und Hauptkommissar Peter Faber (Jörg Hartmann) im Neonazi-Milieu, versuchen den Mord im Stahlwerk an Kai Fischer, dem Kopf der Dortmunder Szene, aufzuklären.

Der Ehrenpreis des Deutschen FernsehKrimi-Festivals für besondere Verdienste
um den Fernsehkrimi wird seit 2009 vergeben. Zu den bisherigen Preisträgerinnen und Preisträgern gehören neben Ulrike Folkerts, Matthias Brandt und Barbara Auer, der Regisseur und Drehbuchautor Eoin Moore.