Kategorie-Archiv: Pfingstturnier Wiesbaden 2024

LONGINES PfingstTurnier Wiesbaden 17.-20. Mai 2024 – Landeshauptstadt wird zur ‚Star‘-Bühne

Dressur vor dem Schloss – auch für heranwachsende Grand Prix-Pferde, die ‚Stars von Morgen‘. Im vergangenen Jahr siegreich: Ingrid Klimke mit SAP Freudentänzer Foto: www.tomspic.de
Dressur vor dem Schloss – auch für heranwachsende Grand Prix-Pferde, die ‚Stars von Morgen‘. Im vergangenen Jahr siegreich: Ingrid Klimke mit SAP Freudentänzer
Foto: www.tomspic.de

Das LONGINES PfingstTurnier Wiesbaden wird zur Star-Bühne! 2024 geht die Dressur-Serie ‚Derby Stars von Morgen‘ in ihre dritte Saison, zum ersten Mal ist Wiesbaden eine Station für die ‚Stars‘.

„Die Serie hat 2023 ‚Wellen geschlagen‘“, freut sich Lara Furmaniak, Teamleiterin Marketing bei Derby. „Die Chance, mit unserer Serie in Wiesbaden Station machen zu können, wollten wir uns auf keinen Fall entgehen lassen. Wiesbaden kennt man einfach, wenn man Dressurfan ist. Dort sind immer Reiter mit Rang und Namen und vor dieser Kulisse macht das Reiten natürlich größte Freude.“

Die Förderung des Nachwuchses liegt Derby ebenso am Herzen wie den Veranstaltern des LONGINES PfingstTurniers Wiesbaden, dem Wiesbadener Reit- und Fahr-Club e.V. (WRFC). „Der Nachwuchs hat schon immer in unserem Dressurprogramm eine Rolle gespielt“, erklärt Isabelle Kettner vom WRFC und freut sich. „Wir schreiben seit einigen Jahren die internationale Tour für fünf-, sechs- und siebenjährige Dressurpferde aus, daran schließen sich die Derby Stars von Morgen wunderbar an. Und die Kombination aus Nachwuchs-Pferden und -Reitern ist einfach eine tolle Idee.“

Die zweimalige Mannschafts-Olympiasiegerin Dorothee Schneider, Reitmeisterin Ingrid Klimke, WM-Team-Dritter Benjamin Werndl und Mannschafts-Weltmeisterin Helen Langehanenberg – sie alle und noch viel mehr waren in der vergangenen Saison dabei und haben ihre Nachwuchskracher von morgen vorgestellt: Die Serie Derby Stars von Morgen hat sich im vergangenen Jahr zum Top-Laufsteg für den Grand Prix-Nachwuchs in Deutschland gemausert. Ausgeschrieben ist die Serie auf der einen Seite für U25-Reiter, die mit allen Pferden teilnehmen können, und auf der anderen Seite für heranwachsende acht- bis zwölfjährige Grand Prix-Pferde. Für die Elf- und Zwölfjährigen ist allerdings ein Handicap aufgelegt. Sie dürfen maximal einmal an erster bis fünfter Stelle in Grand Prix, Grand Prix Special oder Grand Prix Kür platziert gewesen sein.

Wie im vergangenen Jahr wird es sieben Stationen in der Nord- und sieben in der Südhälfte Deutschlands geben. Auf diesen Stationen können sich die Reiter-Pferd-Paare für das Nord- bzw. Süd-Halbfinale empfehlen, die jeweils besten Acht der Halbfinals dürfen zum Finale nach Münster im Januar 2025. Wiesbaden ist nach Ansbach und München die dritte Station der Südhälfte, danach folgen noch Winterlingen, Brunnthal, Kranichstein und Waldhauser Hof.

„Wir legen ganz viel Wert auf die Bedingungen für Reiter und Pferde“, erklärt Furmaniak, „und wir wissen, dass es in Wiesbaden an nichts hapert, damit sich die Paare bestens präsentieren können. Hinzu kommt die Tradition des Turniers. Das macht Wiesbaden für uns zu einem perfekten Standort.“
(KiK/pe&pa)

Tickets:
Der Start ist frei‘, Kartenvorverkauf hat am 15. Dezember 2023 schon begonnen. Sichern Sie sich Ihre Karte für das LONGINES PfingstTurnier Wiesbaden entweder bei www.ticketmaster.de oder unter 01806 – 999 00 00.
Weitere Detail-Infos und Tipps zur Anreise unter: www.pfingstturnier.org

Bis zum LONGINES PfingstTurnier Wiesbaden 2024, vom 17.-20. Mai.
Informationen unter www.pfingstturnier.org ­
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Ausstellung zum 200. Todesjahres des Gartenkünstlers von Sckell, Schöpfer des Biebricher Schlossparks

"Der Schlosspark Biebrich und Friedrich Ludwig von Sckell"  Bild (v.li.): Die Kuratoren der Ausstellung Stella Junker und Eike Schwarz. Kirsten Worms, Direktorin Schlosser und Gärten Hessen.  © Foto Diether von Goddenthow
„Der Schlosspark Biebrich und Friedrich Ludwig von Sckell“ Bild (v.li.): Die Kuratoren der Ausstellung Stella Junker und Eike Schwarz. Kirsten Worms, Direktorin Schlosser und Gärten Hessen. © Foto Diether von Goddenthow

Am 24. Februar 1823 starb der Gartenkünstler, Stadtplaner und Vordenker Friedrich Ludwig von Sckell. Fürst Friedrich August von Nassau-Usingen (1738-1816) hatte nach Verwüstungen durch die Revolutionskriege begonnen, seinen von Maximilian von Welsch in den 1720er Jahren entworfenen barocken Garten  im Stile eines englischen Landschaftsgartens umzuwandeln und zu erweitern. Hierzu beauftragte er Ludwig von Sckell, damals bayerischer Hofgartenintendant und Schöpfer des Englischen Gartens in München.

Impression desBiebricher Schlossparks. © Foto Diether von Goddenthow
Impression desBiebricher Schlossparks. © Foto Diether von Goddenthow

Er befreitet den Biebricher barocken Park von seinem axialen Grundriss und der architekturähnlichen, symmetrischen Formenstrenge. Zudem führte er den Moosburg-Park mit dem Biebricher Schlosspark zu einer Einheit zusammen, veranlasste entsprechende Baum-, Strauch- und Hecken-Bepflanzungen, wodurch eine naturnah erscheinende (Kunst-)Landschaft heranwuchs, der man die Kunst ihrer Komposition nicht mehr ansehen durfte. Meist durch Anleitung aus der Ferne, mit Zuarbeit des Hofgärtners Johann Wilhelm Woltz und des Oberstallmeisters Friedrich Heinrich Freiherr von Dungern, realisierte Sckell ein sich schlängelndes, sanft ansteigendes Wiesental. Es erlaubt einen weiten Blick vom Schloss bis in das Taunus-Gebirge.

Prägend für von Sckell waren die englischen Gartenkünstler Lancelot Brown (1716 – 1776) und William Chambers (1723 – 1796). Neben den Gartenanlagen in Schwetzingen (Schwetzinger Schloss) und Umgebung wurde er vor allem mit der Gestaltung des Englischen Gartens in München berühmt. Der Schlossparkt in Biebrich ist seine letzte Gartenschöpfung. Als Auszeichnung für sein Wirken in München wurde von Sckell 1808 in den Adelsstand erhoben.

Ausstellungsimpression: "Der Schlosspark Biebrich und Friedrich Ludwig von Sckell" , ab 15. September 2023 im Schlossrestaurant. © Foto Diether von Goddenthow
Ausstellungsimpression: „Der Schlosspark Biebrich und Friedrich Ludwig von Sckell“ , ab 15. September 2023 im Schlossrestaurant. © Foto Diether von Goddenthow

1818 verfasste er in Form eines Lehrbuches seine „Beitraege zur bildenden Gartenkunst“. Dieses „Werkchen über bildende Gartenkunst …“ war nicht nur an seine jüngeren Kollegen, sondern auch an Liebhaber der Gartenkunst adressiert. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts galt es als Grundlagenwerk für die Lehre in den Gartenbauschulen.
Von Sckells Leitgedanke all seiner Gartengestaltungen lautete:
„Die Natur ist es, die den neuen Gärten zum Muster dient; ihre so manigfaltigen, unzähligen Bilder, die die schöne Erde zieren, schmücken nun auch unsere Gärten, aber ohne daß sie den allergeringsten Zwang einer ängstlichen Nachahmung fordern. Diese Bilder der Natur stellet nun die Kunst, im Einklange mit ihr, in mehreren zusammengesetzten Landschaften, in den Gärten auf, die eine mit Geschmack verbundene Haltung in ein Ganzes vereint. Dieses Ganze, bereichert im Zusammenflusse vieler ausländischer Bäume, Sträucher und Blumen und geziert mit den Werken der alten und neuen Baukunst, erhebt sich dann zu einem Garten, wo die Natur in ihrem festlichen Gewande erscheint.“

Kuratorin Stella Junker erläutert hier unter anderem die Funktion des schlosseigenen  Eiskellers im späten 19. Jahrhundert. © Foto Diether von Goddenthow
Kuratorin Stella Junker erläutert hier unter anderem die Funktion des schlosseigenen Eiskellers im späten 19. Jahrhundert. © Foto Diether von Goddenthow

Anlässlich seines 200. Todesjahres würdigen  die „Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen“ und der „Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH)“ den großen Gartenkünstler von Sckell mit der Ausstellung „Der Schlosspark Biebrich und Friedrich Ludwig von Sckell“. Diese ist ab dem 15. September im Schlossrestaurant des Biebricher Schlosses zu sehen. Kuratiert haben die wunderbare Ausstellung Eike Schwarz und Stella Junker, Gartenhistorikerin. 24 Tafeln informieren über die Arbeit von Sckells, seine Auftraggeber und die Geschichte des Biebricher Schlossparks. Ebenso thematisiert werden die Prinzipien englischer Gartengestaltung und die aktuellen Herausforderungen der Gartendenkmalpflege.

Bei der heutigen Vernissage erklärte Kirsten Worms, Direktorin der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen (SG) zur Intention der Ausstellung: „Der besondere Stellenwert des Biebricher Schlossparks als Gartenkunstwerk ist bisher vorwiegend Fachleuten bekannt. Mit der Ausstellung möchten wir diese Leistung Sckells anhand der gezeigten Dokumente und Bilder erlebbar machen und so das Bewusstsein für die Bedeutung historischer Parkanlagen und einen behutsamen Umgang damit fördern“.
Thomas Platte, Direktor des Landesbetriebs Bau und Immobilien Hessen (LBIH), begrüßte die Gäste, darunter auch die Vorsitzende des Wiesbadener Reit- und Fahrvereins Kristina Dyckerhoff. Er sagte: „Auch zwei Jahrhunderte nach ihrer Entstehung bilden Sckells Gärten noch immer ein historisches Erbe von herausragendem Rang. Sie prägen bis heute den öffentlichen Raum vieler Städte. Sckells Landschaftsgärten tragen zur Lebensqualität vieler Menschen bei, auch hier in Wiesbaden-Biebrich“.

Wertvolle Biotope 
Zudem sind historische Gärten wie der Biebricher Schlosspark wegen ihres langen Bestehens über Jahrhunderte zu wertvollen Orten einer ausgeprägten biologischen Vielfalt der Pflanzen- und Tierwelt geworden. Die Baumbestände mit Strauch- und Krautschichten sowie die Pflanzengesellschaften ausgedehnter Wiesenflächen besitzen eine große Artenvielfalt. Dieser Pflanzenbestand dient wiederum der Tierwelt – Säugetieren, Vögeln und Insekten – als Unterschlupf und Nahrungsquelle, so Kurator Eike Schwarz abschließend über die zentrale  Rolle solcher Parks für Ökologie und Naturschutz.

Impression Blickachse im Biebricher Schlosspark bis in die Taunushöhen. © Foto Diether von Goddenthow
Impression Blickachse im Biebricher Schlosspark bis in die Taunushöhen. © Foto Diether von Goddenthow

Seit Jahren dient der Biebricher Schlosspark nicht nur vielen Biebrichern als Erholungs- und Freizeitort. Darüber hinaus bietet der Biebricher Schlosspark jährlich die einmalige Kulisse für das Internationale LONGINES PfingstTurnier Wiesbaden. Auch 2024 werden wieder Tausende Fans im Park entspannen, die Atmosphäre genießen und begeistert mitfiebern bei der Pferdenacht und wenn ihre Stars im Parcours, auf dem Dressurviereck und im Gelände ihr Können zeigen.

(Diether von Goddenthow/Rhein-Mein.Eurokunst)