Kategorie-Archiv: Gfds

Der Kampf um Deutungshoheiten. Sprache und Macht in Politik und Gesellschaft

Am 24. Mai 2022 um 17 Uhr findet ein Onlinevortrag der Zentrale der Gesellschaft für deutsche Sprache statt. Prof. Dr. Peter Schlobinski, Hannover, spricht über das Thema Sprache und Macht in Politik und Gesellschaft.

Es wird von der These ausgegangen, dass es gesellschaftliche und politische Tendenzen gibt, die Grenzen des Sagbaren (a) auszuweiten und (b) einzuengen. Dies wird vor dem Hintergrund populistischer Entwicklungen reflektiert und eingebettet in das Thema »Sprache und Macht«. Als Argumentationsfolie wird auf Konzepte wie das des sprachlichen Relativismus, des »political Framing«/der Sprachlenkung sowie das von »Sprachtabus und -tabuisierungen« zurückgegriffen. Der Kampf um Deutungshoheiten wird an konkreten Beispielen veranschaulicht und analysiert.

Der Referent
Prof. Dr. Peter Schlobinski ist seit 2015 Vorsitzender der Gesellschaft für deutsche Sprache. Nach seinem Studium an der Freien Universität Berlin (Germanistik, Sportwissenschaft; NF: Geschichte; Philosophicum), der Promotion zur Stadtsprache Berlins und seiner Habilitation über Funktionale Grammatik und Sprachdeskription folgte er einem Ruf an die Leibniz Universität Hannover: Seit 1995 hält er dort eine Professur für Germanistische Linguistik. 2011 erhielt er den Konrad-Duden-Preis. [Zur Bibliografie]

Veranstaltungsdetails
Beginn: 17 Uhr MEZ

Dieser Vortrag findet digital per Zoom statt. Um teilzunehmen, klicken Sie einfach auf den folgenden Link:

https://us06web.zoom.us/j/88092999090?pwd=RlJKamtRQllmWHRwakdLa3FtT2xXdz09

Meeting-ID: 880 9299 9090
Kenncode: 085891

Zweigvorsitzender
Dr. Lutz Kuntzsch
Gesellschaft für deutsche Sprache
Spiegelgasse 7
65183 Wiesbaden
Tel. 0611 9995522, Fax 0611 9995530
E-Mail: luku@andrea-eva

Gleichberechtigung der Geschlechter? – Von wegen … Gendersternchen hebt primär Frauen hervor

Neue Studie der Universitäten Würzburg und Kassel untersucht Auswirkung des Gendersterns auf die Wahrnehmung – Position der GfdS bestätigt.

Eine neue psycholinguistische Untersuchung der Universitäten Würzburg und Kassel bestätigte die bereits oftmals geäußerte Position der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS): Das Gendersternchen führt keinesfalls zur Gleichberechtigung der Geschlechter. Während das sogenannte »generische Maskulinum« eine erhöhte Wahrnehmung von Männern bewirkt, so hebt das Gendersternchen primär Frauen hervor.

Im Rahmen der Studie wurden 600 Probandinnen und Probanden jeweils Sätze mit drei verschiedenen Genderformen vorgelegt. Mal war von »Autor*innen« die Rede, mal von »Autoren« und schließlich von »Autorinnen oder Autoren«. Das Ergebnis zeigte, dass das geschriebene Gendersternchen keineswegs dazu führt, dass Männer und Frauen vergleichbar stark wahrgenommen werden. Vielmehr denken Lesende in diesem Fall häufiger an Frauen als an Männer.

Aus diesem Grund empfiehlt die Gesellschaft für deutsche Sprache seit Jahren in ihren Leitlinien zu den Möglichkeiten des Genderings die Verwendung von Doppelformen, d. h. die konsequente Nutzung weiblicher und männlicher Formen. Eine gleich starke Vorstellung von Frauen und Männern kann erzeugt werden, wenn weibliche und männliche Formen nebeneinander gebraucht werden (Paarformel bzw. Doppelnennung).

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Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) ist eine politisch unabhängige Vereinigung zur Pflege und Erforschung der deutschen Sprache. Sie unterstützt seit Jahrzehnten die Bemühungen um eine sprachliche Gleichbehandlung aller Geschlechter. Dabei empfehlt sie in ihren Leitlinien viele Möglichkeiten der geschlechtergerechten Formulierung – neben Paarformeln auch Klammer- oder Schrägstrichschreibungen, Partizip- oder Ersatzformen –, nicht jedoch solche, die den Regeln von Verständlichkeit, Les- und Vorlesbarkeit sowie Eindeutigkeit und Rechtssicherheit widersprechen oder die zu grammatikalisch oder orthografisch fehlerhaften Formen führen.

Für weitere Auskünfte können Sie sich gern per E-Mail an sekr@gfds.de oder telefonisch unter 0611 99955-0 an uns wenden.

Gesellschaft für Deutsche Sprache

Die beliebtesten Vornamen 2020: Emilia und Noah auf Platz 1 Kaum Bewegung bei den Mädchen, Neuerungen bei den Jungen – Matteo als Aufsteiger von Platz 13 auf 4 mit Theo im Schlepptau

21-05-10-Vornamen-2020_BeitragDie Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) hat die häufigsten Vornamen des Jahres 2020 ermittelt. Auf den ersten Plätzen landen Emilia und Noah. Die eigentliche Überraschung ist jedoch Matteo, der sich neun Ränge nach vorn katapultiert hat. Während bei den Mädchen nach wie vor wenig Bewegung und viel lautliche Monotonie herrscht, sind die Jungennamen dynamischer und lautlich disparater. Mit Blick auf die Top 20 lassen sich sog. Cluster (Klangmuster) ausmachen, die sich um Matteo scharen. Die unserer Auswertung zugrundeliegenden Standesamtsdaten decken knapp 90 % aller 2020 vergebenen Vornamen ab.

Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat die im Jahr 2020 in Deutschland am häufigsten vergebenen Vornamen ermittelt. Seit 1977 veröffentlicht sie diese Übersicht, die sich auf die Daten der deutschen Standesämter stützt. Teilgenommen haben dieses Mal über 700 Standesämter bundesweit und übermittelten insgesamt fast eine Million Einzelnamen.

Die diesjährige Liste und viele weitere Informationen finden Sie  hier.

Gesellschaft für Deutsche Sprache (GfdS) Wiesbaden wählt »Corona-Pandemie« zum Wort des Jahres 2020

Corona-Pandemie ist das Wort des Jahres 2020. Bild: Medizinische Mitarbeiterin im Wiesbadener COVID-19 Testcenter für Selbstzahler am RheinMain-Congress-Center, Rheinstrasse 12 /Rheinbahnstrasse  © Foto Diether v. Goddenthow
Corona-Pandemie ist das Wort des Jahres 2020. Bild: Medizinische Mitarbeiterin im Wiesbadener COVID-19 Testcenter für Selbstzahler am RheinMain-Congress-Center, Rheinstrasse 12 /Rheinbahnstrasse © Foto Diether v. Goddenthow

Das Wort des Jahres 2020 ist Corona-Pandemie. Das gab die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden heute bekannt. Die weiteren Wörter des Jahres ermittelte die Jury der GfdS in folgender Reihenfolge:
2. Lockdown
3. Verschwörungserzählung
4. Black Lives Matter
5. AHA
6. systemrelevant
7. Triage
8. Geisterspiele
9. Gendersternchen
10. Bleiben Sie gesund!

Die Wahl fiel auf Corona-Pandemie, da, so die GfdS, das Wort für das beherrschende Thema des nahezu gesamten Jahres 2020 steht. Bereits Ende 2019 war in der chi­nesischen Stadt Wuhan das neuartige Virus SARS-CoV-2 entdeckt worden. Das Kurzwort bedeutet Severe Acute Respiratory Syndrome Corona-Virus 2, zu deutsch »Schweres akutes Atemnotsyn­drom«-Coronavirus 2 – ein Erreger, der die lebensgefährliche Atemwegserkrankung COVID-19 (Corona virus disease 2019 ›Coronavirus-Erkrankung 2019‹) verursachen kann. Rasch wurde aus der Epidemie eine Pandemie, die bis Ende November 2020 zu weltweit fast 1,5 Millionen Todesfällen führte. Wirtschaft und Kultur und auch das private Leben wurden und werden durch Corona tief­greifend beeinträchtigt. Als Wort des Jahres steht Corona-Pandemie nicht nur für die nach Ein­schätzung der Bundeskanzlerin ebenso wie vieler Fachleute schwerste Krise seit dem 2. Welt­krieg, sondern sprachlich auch für eine Vielzahl neuer Wortbil­dungen (Coronavirus, -krise, -zah­len, -jahr, Corona-Demo, -Hotspot, -Warn-App, coronabedingt, -geplagt …).

Weitere Infos zum Sprachraum Corona

Lockdown (Platz 2) oder auch Shutdown verweist auf die politisch beschlossenen Maßnahmen zur Beschränkung sozialer Kontakte, die im März und seit Ende Oktober weite Teile des öffentlichen Lebens lahmlegten. Gaststätten, Hotels, Geschäfte, öffentliche Einrichtungen mussten schließen, Kinder konnten nicht zur Schule, Existenzen waren bedroht, was durch ein großes staatliches Corona-Hilfspaket aufgefangen werden sollte. Die sozialen und nicht selten auch psychischen Folgen, die sich nicht finanziell beheben lassen, sind Ende 2020 noch nicht abzusehen.

Mit der Zusammensetzung Verschwörungserzählung (Platz 3) reagierte die Jury nicht nur auf die Propaganda von Coronaleugnern, sondern auch auf Behauptungen wie die des scheidenden US-Präsidenten Trump, er sei Opfer eines großangelegten Wahlbetrugs geworden, auf Verschwö­rungsideologien wie QAnon oder auf rechtspopulistische Überfremdungsphantasien. Verschwö­rungs­erzählung findet sich neuerdings öfter anstelle des älteren und häufiger belegten Wortes Verschwö­rungstheorie. Es legt nahe, dass ein unbeweis­bares Kon­strukt nicht gut als Theorie – laut Wörterbuch ein ›System wissenschaftlich begründeter Aussagen‹ – zu bezeichnen ist.

Black Lives Matter (Platz 4), kurz BLM, steht für eine internationale Bewegung, die schon 2013 in den USA ihren Anfang nahm und 2020 durch den Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einer Festnahme und die daran anschließenden ausgedehnten Proteste gegen rassistische Polizeige­walt neuen Auftrieb erhielt. Auch in Deutschland wurde das Problem eines syste­mischen Rassis­mus diskutiert. Umstritten war die sogenannte Rassismusstudie, die nach der Aufdeckung rechts­extremer Polizei-Chatgruppen in mehreren Bundesländern gefordert wurde.

Das Akronym AHA (Platz 5), ein Buchstaben-Kurzwort aus dem Zusammenhang der Corona-Re­geln, bedeutet ›Abstand, Hygiene, Alltagsmaske‹. Durch das Einhalten eines Sicherheitsabstandes von mindestens 1,5 Metern, regelmäßiges Händewaschen und das Tragen einer Mund-Nasen-Be­deckung – regional-umgangssprachlich u. a. auch Snutenpulli, Goschentuch, Schnüssjäckje, Bützje­kondom oder Maultäschle – soll die Ausbreitung des Coronavirus eingedämmt werden. In Innen­räumen wird die AHA-Formel zu AHAL (AHA + Lüften).

Als systemrelevant (Platz 6) werden Unternehmen bezeichnet, die ein Staat ohne schwerwiegen­de Beeinträchtigung der Infrastruktur nicht bankrott gehen lassen kann (so dass sie in Krisenzei­ten mit öffentlichen Mitteln gestützt werden) – und diejenigen Berufsgruppen, die auch im Lockdown nicht zuhause arbeiten können, weil ihre Tätigkeit für das Gemeinwesen unverzichtbar ist. Dazu gehören u. a. Polizei, Feuerwehr, der Gesundheits- und Pfle­gesektor, aber auch Reini­gungskräfte, der Lebensmittelhandel, Erntehilfen und viele andere.

Die Triage (Platz 7), einer der ganz seltenen Fälle, in denen sich einmal ein französischstämmiger Ausdruck unter den Wörtern des Jahres findet, steht für eine der dunkelsten Seiten von Corona. Abgeleitet von französisch trier (›sortieren‹), bedeutet das medizinische Fachwort so viel wie ›Entscheidung, wer zuerst versorgt werden soll‹. Bei unerwartet hohen Fallzahlen, z. B. bei einer Katastrophe oder eben einer Pandemie, könnte es – so eine verbreitete Befürchtung – dazu kommen, dass die Behandlung von Menschen mit geringeren Heilungschancen unterbleibt.

Ebenfalls eine unmittelbare Folge der Pandemie waren die Geisterspiele (Platz 8). Sportveranstal­tungen, insbesondere Fußballspiele, mussten zur Vermeidung von Masseninfektionen vor fast oder ganz leeren Rängen stattfinden.

Das Gendersternchen (Platz 9), 2020 in den Duden aufgenommen, symbolisiert die zunehmende Diskussion um einen sogenannten geschlechtergerechten oder -sensitiven Sprachgebrauch. Mit Schreibungen wie Arbeiter*innen oder Lehrer*innen sollen nicht nur Männer und Frauen, son­dern die gesamte Genderdiversität repräsentiert werden. Die sprachliche Problematik zeigt sich aber schon bei Umlautformen wie Ärzt*in, bei denen die männliche Form abhandenkommt. Die Gesellschaft für deutsche Sprache rät von einer Verwendung des Gendersternchens und ver­gleichbarer Schreibungen ab (https://gfds.de/pressemitteilung-gendersternchen/).

Die Abschiedsgrußformel Bleiben Sie gesund! (Platz 10) hat in Zeiten von Corona einen besonde­ren Stellenwert und findet vielfach Verwendung. Als »Satz des Jahres« – und auch als Wunsch ge­meint – beschließt sie die sprachliche Auswahlliste.

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Die Wörter des Jahres werden 2020 zum 44. Mal in Folge bekannt gegeben. Die Aktion, die mitt­lerweile weltweit Nachahmung findet, ist die älteste ihrer Art. Traditionell suchen die Mitglieder des Hauptvorstandes und die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der GfdS nicht nach den am häufigsten verwendeten Ausdrücken, sondern wählen solche, die das zu Ende gehende Jahr in besonderer Weise charakterisieren. Dass acht von zehn Wörtern der Liste einen direkten Corona-Bezug haben, rückt deutlicher als jede Einzelplatzierung in den Blick, wie stark 2020 von der Pandemie geprägt war.

(Quelle: gfds)

GfdS: Gendersternchen und Co. mit deutscher Rechtschreibung nicht konform

Asterisk (c) Steve Snodgrass
Asterisk (c) Steve Snodgrass

In der jüngsten Zeit hat die Verwendung des Gendersternchens (*) und vergleichbarer Formen in den Medien, aber auch in öffentlichen Texten stark zugenommen. Das Gendersternchen wird genutzt, um sogenannte geschlechtsneutrale Personenbezeichnungen zu bilden, wie z. B. Leser*in. Doch der Stern im Wort ist weder mit der deutschen Grammatik noch mit den Regeln der Rechtschreibung konform. Das Nebeneinander des Gendersternchens und anderer Formen führt zu Uneinheitlichkeit und auch in Bezug auf die Sprechbarkeit gibt es gewisse Probleme.

Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden hat das Gendersternchen geprüft: Es eignet sich nicht, um genderneutrale Personenbezeichnungen zu bilden. Bei seiner Verwendung entstehen nicht nur grammatisch falsche Formen (z. B. Arzt*in oder Ärzt*in), auch den Regeln der deutschen Rechtschreibung entspricht das Sternchen nicht.

Die GfdS befürwortet zwar grundsätzlich eine diskriminierungsfreie Sprache, das sogenannte Gendersternchen (z. B. Leser*in) stellt aber aus sprachlicher Sicht kein geeignetes Mittel dar, um dieses Anliegen umzusetzen.

Das Gendersternchen, aber auch weitere vergleichbare Ausdrucksmittel – wie beispielsweise der Gender-Unterstrich (auch Gender-Gap), der Gender-Doppelpunkt oder der Gender-Mediopunkt – sind mit den amtlichen Regeln der deutschen Rechtschreibung nicht vereinbar. Die Stadtverwaltung Lübeck etwa gendert seit dem Jahreswechsel 2019/2020 mit einem Gender-Doppelpunkt, die Städte Hannover und Flensburg mit einem Gendersternchen. Diese Verwendung unterschiedlicher genderneutraler Formen führt zu einer uneinheitlichen Rechtschreibung. Wie Personenbezeichnungen mit einem Gendersternchen ausgesprochen werden sollen – beispielsweise mit einer kurzen Sprechpause, unter Auslassung des Sternchens als feminine Form oder als Paarform – ist unklar. Für die Sprechenden und für die Zuhörerinnen und Zuhörer entstehen so Unsicherheiten.

Die orthografische und grammatische Richtigkeit und Einheitlichkeit, die (Vor-)Lesbarkeit und die Verständlichkeit eines Textes stehen jedoch an erster Stelle und müssen auch in einer diskriminierungsfreien Sprache gewährleistet sein. Die GfdS rät daher ausdrücklich davon ab, das Gendersternchen und ähnlich problematische Formen zu verwenden.

Ausführliche Informationen zu den Problemen bei der Verwendung des Gendersternchens und zu alternativen Formen geschlechtergerechter Sprache erhalten Sie in unseren Kurz-Informationen zum Gendersternchen und in den GfDS- Leitlinien zu den Möglichkeiten des Genderings.

GfdS kürt »Respektrente« zum Wort des Jahres 2019

© Foto: Diether v Goddenthow
© Foto: Diether v Goddenthow

Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat heute im Wiesbadener Rathaus das Wort „Respektrente“ zum Wort des Jahres 2019 gekürt. Das Wort bezeichnet die Einführung einer Grundrente für Personen, die 35 Jahre erwerbstätig waren und dennoch eine Rente unterhalb des Existenzminimums beziehen. Aus sprachlicher Sicht handelt es sich um die Neubildung eines Hochwertwortes in der politischen Debatte, die der Selbstaufwertung durch Fremdaufwertung dient. Es gehe bei dem Projekt nicht ausschließlich um einen Beitrag zur Bekämpfung von Altersarmut, so der Bundesarbeitsminister, sondern vor allem um Respekt, die »Anerkennung der Lebensleistung«.

Die Wörter des Jahres 2019
1. Respektrente
2. Rollerchaos
3. Fridays for Future
4. Schaulästige
5. Donut-Effekt
6. brexitmüde
7. gegengoogeln
8. Bienensterben
9. Oligarchennichte
10. Geordnete-Rückkehr-Gesetz

Weitere Informationen und Erörterungen zu den Wörtern des Jahres!

Gesellschaft für Deutsche Sprache: Marie und Elias waren 2017 die beliebtesten Vornamen

Immer mehr ältere Vornamen aus Großmutters Zeiten kommen auf die Liste der beliebtesten Vornamen, die Eltern ihren Kindern in Deutschland am häufigsten geben.  Dies ermittelte die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) die seit Jahren die jährlichen Vornamens-Spitzenreiter in Deutschland ermittelt. So waren 2017  Spitzenreiter in der Gesamtliste die Vornamen Marie und Maximilian. Auf die Liste neu hinzu kamen Luisa/Louisa und Felix. Wie die GfdS herausfand, bewiesen   Nord- und Ostdeutsche eine besondere Individualität der Vergabe der Vornamen. Zudem zeigten sich deutliche Unterschiede  im Regionenvergleich Nord/Süd und Ost/West: So basiert die Vornamengebung teilweise auf regionalspezifischen Aspekten wie Tradition, nachbarschaftlichen Einflüssen und Streben nach Veränderung. Darüber hinaus bekommen die Vornamen einen immer weicheren, androgynen Klang, so die GfdS.

Seit 1977 veröffentlicht die GfdS die Liste der beliebtesten Vornamen, die sich auf die Daten der deutschen Standesämter stützt. Teilgenommen haben dieses Mal ca. 700 Standesämter bundesweit und übermittelten insgesamt knapp 1.000.000 Einzelnamen.

Alle weiteren Informationen und die komplette Namensliste finden Sie unter https://gfds.de/die-beliebtesten-vornamen-2017/

Sendung mit der Maus und Die Fantastischen Vier mit Medienpreis für Sprachkultur 2018 der GfdS in Wiesbaden ausgezeichnet

Festakt der Gesellschaft für  deutsche Sprache (GdfdS) anlässlich der Verleihung des  Medienpreises für Sprachkultur 2018 an "Die Sendung mit der Maus" und "Die Fantastischen Vier" sowie des Hans-Oelschläger-Preises der GfdS 2018 an Antonia Rados im Kurhaus Wiesbaden am 7. April 2018. Bild: Christoph Nielbock, Direktor der Wiesbadener Musikakademie begrüßt die über 400 Gäste und moderiert durch den festlichen Abend. © Foto: Diether v. Goddenthow
Festakt der Gesellschaft für deutsche Sprache (GdfdS) anlässlich der Verleihung des Medienpreises für Sprachkultur 2018 an „Die Sendung mit der Maus“ und „Die Fantastischen Vier“ sowie des Hans-Oelschläger-Preises der GfdS 2018 an Antonia Rados im Kurhaus Wiesbaden am 7. April 2018. Bild: Christoph Nielbock, Direktor der Wiesbadener Musikakademie begrüßt die über 400 Gäste und moderiert durch den festlichen Abend. © Foto: Diether v. Goddenthow

Am Samstagabend wurden die Band Die Fantastischen Vier (Sparte deutschsprachige Musik) und Die Sendung mit der Maus (Sparte Fernsehen) mit dem Medienpreis für Sprachkultur 2018 der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) im Wiesbadener Kurhaus gewürdigt. Die Fernsehjournalistin und bekannte RTL-Auslandskorrespondentin Antonia Rados erhielt den zum dritten Mal mit 5000 Euro dotierten Hans-Oelschläger-Preis. Christoph Nielbock, Direktor der Wiesbadener Musikakademie, führte die 400 Gäste souverän durch den Abend. Oberbürgermeister Sven Gerich hob in seinem Grußwort die langjährige Verbundenheit Wiesbadens mit der Gesellschaft für Deutsche Sprache hervor.

Hans-Oelschläger-Preis der GfdS 2018 geht an Antonia Rados

(v.l.) Laudator, Bertram Theilacker, Mitglied des Vorstandes, Nassauische Sparkasse Wiesbaden, Preisträgerin Antonia Rados, Iris Buck, Stiftungsmanagerin im Deutschen Stiftungszentrum. © Foto: Diether v. Goddenthow
(v.l.) Laudator, Bertram Theilacker, Mitglied des Vorstandes, Nassauische Sparkasse Wiesbaden, Preisträgerin Antonia Rados, Iris Buck, Stiftungsmanagerin im Deutschen Stiftungszentrum. © Foto: Diether v. Goddenthow

Bekannt wurde Antonia Rados durch ihre Berichterstattungen aus vielen Krisenregionen dieser Welt, insbesondere aus Afrika, Afghanistan und dem Nahen Osten. „In ihren zahlreichen Reportagen und Dokumentationen ist Rados eine alltagsnahe, verständliche Sprache besonders wichtig. Bei hoher fachlicher Kompetenz in innen- und außenpolitischen Fragen versteht sie es in ihren Berichterstattungen immer wieder, politisch schwierige Situationen einem breiten Publikum zugänglich zu machen.“, begründete die Jury ihre Entscheidung. Bertram Theilacker von der Naspa hielt die Laudatio und bescheinigte der Preisträgerin einen „moralischen Kompass“. In ihrer Danksagung plädierte Rados, „Klartextfan“, für „richtige, einfache Worte“, auch oder gerade in brenzligen Situationen.

Medienpreis für Sprachkultur 2018 an „Die Sendung mit der Maus“

Verleihung des  Medienpreises für Sprachkultur 2018 an "Die Sendung mit der Maus": Prof.Dr. Peter Schlobinski, Evelyn Seibert, Mausmacherin, Christoph Biemann, Ralph Caspers,  Arnim Maiwald, Joachim Lachmuth, Dr. Andrea-Eva Ewels, Christoph Nielbock, © Foto: Diether v. Goddenthow
Verleihung des Medienpreises für Sprachkultur 2018 an das „Format“ „Die Sendung mit der Maus“: Prof. Dr. Peter Schlobinski, Evelyn Seibert,  Christoph Biemann, Ralph Caspers, Arnim Maiwald, Joachim Lachmuth, Dr. Andrea-Eva Ewels, Christoph Nielbock, © Foto: Diether v. Goddenthow

Der Medienpreis für Sprachkultur 2018 in Höhe von 1.500 Euro ging an die für Kinder als Erklärfernsehen konzipierte Sendung mit der Maus des WDR. Die sonntagsmorgens auch gern von Erwachsenen eingeschaltete Fernsehsendung erkläre in ihren Sachgeschichten mit breitem Themenspektrum selbst komplexe Sachverhalte interessant, verständlich und spannend zugleich, so die Geschäftsführerin der GfdS, Dr. Andrea-Eva Ewels. Kinder werden in ihrer Neugier und dem Bedürfnis, die Welt erklärt zu bekommen, ernst genommen, ohne dass die Sendung des WDR dabei schulmeisterhaft auftritt oder unnötig vereinfacht und infantilisiert. So sind die Sachgeschichten wöchentliche Erkenntnisquelle auch für Erwachsene. Seit 1971, als die Maus zum ersten Mal in die Wohnzimmer flimmerte, moderte Armin Maiwald die Sendung. Das Schwierige, so Maiwald sei, aus den recherchierten Informationen eine Geschichte zu machen, die keine Fremdworte enthalten und nie langweilig sein dürfe, und absolut stimmen müsse. Er und weitere Generationen der Mausmacher nahmen den Preis entgegen.

Medienpreis für Sprachkultur 2018 an „Die Fantastischen Vier“

Verleihung des  Medienpreises für Sprachkultur 2018 an "Die Fantastischen Vier": Laudator Thore Schölermann, Dr. Andrea-Eva Ewels, Prof.Dr. Peter Schlobinski übereichen Urkunde an die beiden Bandmitglieder der Fantastischen Vier Smudo und Thomas D., Christoph Nielbock, © Foto: Diether v. Goddenthow
Verleihung des Medienpreises für Sprachkultur 2018 an „Die Fantastischen Vier“: Laudator Thore Schölermann, Dr. Andrea-Eva Ewels, Prof. Dr. Peter Schlobinski überreichen Preis-Urkunde an die beiden Bandmitglieder der Fantastischen Vier: Smudo und Thomas D.. Christoph Nielbock, © Foto: Diether v. Goddenthow

Die Band „Die Fantastischen Vier“ habe den Deutschrap salonfähig gemacht und lege dabei Wert auf die deutsche Sprache, hieß es zur Begründung der Jury der GfdS, den Medienpreis für Sprachkultur 2018 an die Hip-Hoper zu verleihen. Die Fantastischen Vier stünden wie keine andere Band für den deutschen Hip-Hop.. Durch sie wurde der deutschsprachige Sprechgesang, der Deutschrap, salonfähig und beliebt; sie bereiteten der Popularisierung dieses Genres maßgeblich den Weg. 1992 feierten Die Fantastischen Vier ihren ersten Charterfolg mit dem Titel »Die da!?!« und sind bis heute eine erfolgreiche Größe im Musikgeschäft. 2018 dürfen wir ihr neues Album erwarten. Die Bandmitglieder Thomas D., Smudo, Michi Beck und And.Ypsilon sind bemerkenswerte Musiker, die von Anfang an Wert auf die deutsche Sprache legten, und gelten als Vorbild einer gesamten Musikgeneration, die in deutscher Sprache singt und rappt. „Die Fantastischen Vier“ überzeugten als „Gesamtkunstwerk aus Musik und deutschsprachigem Inhalt“, brachte es Peter Schlobinski, Vorsitzender der GfdS, auf den Punkt. Aus 36 Vorschlägen habe sich daher die Jury für die Fantastischen Vier entschieden.

Soundfile, Popchor der Wiesbadener Musik- und Kunstschule unter Leitung von Anja Altrichter. u.a. mit Jessica Aryeequaye, Kristin Lohse, Ryan de Rama, Caitlin Wittmann (Solo), Bruno Mars (Runaway Baby). An der Gitarre Jens Mackenthun und am Klavier Nico Angiola. © Foto: Diether v. Goddenthow
Soundfile, Popchor der Wiesbadener Musik- und Kunstschule unter Leitung von Anja Altrichter. u.a. mit Jessica Aryeequaye, Kristin Lohse, Ryan de Rama, Caitlin Wittmann (Solo), Bruno Mars (Runaway Baby). An der Gitarre Jens Mackenthun und am Klavier Nico Angiola. © Foto: Diether v. Goddenthow

Musikalisch bestens umrahmt wurde der festliche Abend von Adika Mohammad Rahman (Klavier: Scarbo von Maurice Ravel), Tobias Messerschmidt (Marimbahon: Emanuel Séjourné, Prelude No.1), Marika Dzhaiani und Wanting Qiu (Sopran u. Klavier: Vincenzo Bellini, Son vergin vezzosa) sowie durch den Popchor der Wiesbadener Musik- und Kunstschule, Soundfile, unter Leitung von Anja Altrichter.

Mit dem Medienpreis für Sprachkultur werden seit mehr als 20 Jahren Personen ausgezeichnet, die in ihren sprachlichen Äußerungen ein großes Gespür für die vielfältigen Möglichkeiten der deutschen Sprache bewiesen haben.

Gesellschaft für deutsche Sprache e. V.
Spiegelgasse 7
65183 Wiesbaden
Telefon: +49 611 99955-0
Telefax: +49 611 99955-30
E-Mail: sekr@gfds.de
Internet: www.gfds.de

»Hier kommt die Maus!« – Medienpreise der GfdS gehen an Kindersendung und Fanta 4

© WDR/Max Kohr
© WDR/Max Kohr

Die Band Die Fantastischen Vier (Sparte deutschsprachige Musik) und Die Sendung mit der Maus (Sparte Fernsehen) erhalten den diesjährigen Medienpreis für Sprachkultur der Gesellschaft für deutsche Sprache. Der Hans-Oelschläger-Preis geht an die Journalistin Antonia Rados.

Die Fantastischen Vier stehen wie keine andere Band für den deutschen Hip-Hop, so die Begründung der Jury der Gesellschaft für deutsche Sprache. Durch sie wurde der deutschsprachige Sprechgesang, der Deutschrap, salonfähig und beliebt; sie bereiteten der Popularisierung dieses Genres maßgeblich den Weg. 1992 feierten Die Fantastischen Vier ihren ersten Charterfolg mit dem Titel »Die da!?!« und sind bis heute eine erfolgreiche Größe im Musikgeschäft. 2018 dürfen wir ihr neues Album erwarten. Die Bandmitglieder Thomas D., Smudo, Michi Beck und And.Ypsilon sind bemerkenswerte Musiker, die von Anfang an Wert auf die deutsche Sprache legten, und gelten als Vorbild einer gesamten Musikgeneration, die in deutscher Sprache singt und rappt.

Die Sendung mit der Maus besitzt die Fähigkeit, in ihren Sachgeschichten mit breitem Themenspektrum selbst komplexe Sachverhalte interessant, verständlich und spannend zugleich zu erklären, so die Geschäftsführerin der GfdS, Dr. Andrea-Eva Ewels. Kinder werden in ihrer Neugier und dem Bedürfnis, die Welt erklärt zu bekommen, ernst genommen, ohne dass die Sendung des WDR dabei schulmeisterhaft auftritt oder unnötig vereinfacht und infantilisiert. So sind die Sachgeschichten wöchentliche Erkenntnisquelle auch für Erwachsene.

Antonia Rados ist Fernsehjournalistin und eine herausragende Auslandskorrespondentin. Sie berichtet aus Kriegs- und Krisenregionen wie Afrika, Afghanistan und dem Nahen Osten. In ihren zahlreichen Reportagen und Dokumentationen ist Rados eine alltagsnahe, verständliche Sprache besonders wichtig. Bei hoher fachlicher Kompetenz in innen- und außenpolitischen Fragen versteht sie es in ihren Berichterstattungen immer wieder, politisch schwierige Situationen einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

Die Preise werden am 7. April 2018 in einem feierlichen Rahmen im Kurhaus Wiesbaden verliehen.

Der Medienpreis für Sprachkultur wird seit 30 Jahren für besondere Verdienste um die Sprach- und Sprechkultur in Presse, Hörfunk und Fernsehen vergeben. Preisträger waren bisher u. a. Hape Kerkeling, Günther Jauch, Dieter Hallervorden und Andreas Bourani.

Zum dritten Mal wird auch der Hans-Oelschläger-Preis vergeben, der sich an Journalisten und Journalistinnen in Rundfunk und Fernsehen richtet, die durch entsprechende Sendungen das Empfinden für klares Deutsch stärken und den Sprachgebrauch kritisch beobachten. Dieser Preis ging zuvor bereits an Oliver Welke und Peter Kloeppel.

Glanzvolle Medienpreis-Verleihung der GfdS im Wiesbadener Kurhaus an Peter Kloeppel, Dieter Hallervorden und Andreas Bourani

Die Preisträger mit GfdS-Geschäftsführerin Dr. Andrea-Eva Ewels (mitte).vli.: Andreas Burani, Peter Kloeppel, (Dr. Andrea-Eva Ewels), Dorothee Torebko, Dieter Hallervorden. Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture
Die Preisträger mit GfdS-Geschäftsführerin Dr. Andrea-Eva Ewels (mitte).vli.: Andreas Burani, Peter Kloeppel, (Dr. Andrea-Eva Ewels), Dorothee Torebko, Dieter Hallervorden. Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture

Am 28. Mai 2016 wurde zum 15. Mal  der Medienpreis für Sprachkultur der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) im Wiesbadener Kurhaus verliehen.
Durch das Programm führte der bekannte Moderator, Schauspieler und deutsche Off-Sprecher Nick Benjamin, Musikalisch umrahmten Studierende der Wiesbadener Musikakademie unter Leitung von Christoph Nielbock die Veranstaltung.

Dr. Andrea-Eva Ewels, Geschäftsführerin der GfdS,  und Nick Benjamin, Moderator, Entertainer und deutscher Off-Sprecher, eröffnen die Veranstaltung. © massow-picture
Dr. Andrea-Eva Ewels, Geschäftsführerin der GfdS, und Nick Benjamin, Moderator, Entertainer und deutscher Off-Sprecher, eröffnen die Veranstaltung. © massow-picture

Ein Videoteaser  mit Bildern über die Arbeit der GfdS und die Kurstadt Wiesbaden stimmte die Gäste  auf den Abend ein. Es  folgten kurze Statements von Geschäftsführerin Dr. Andrea-Eva Ewels und GfdS-Vorsitzenden Professor Peter Schlobinski über die Spracharbeit der GfdS sowie über Bedeutung  und Intention der Preis-Verleihung. So würden mit dem Medienpreis für Sprachkultur seit mehr als 20 Jahren Personen geehrt, die in ihren sprachlichen Äußerungen ein großes Gespür für die vielfältigen Möglichkeiten der deutschen Sprache bewiesen haben. Der Hans-Oelschläger-Preis der deutschen Gesellschaft für Sprachkultur wurde 2014 erstmalig vergeben. Er richtet sich an Journalistinnen und Journalisten in Rundfunk und Fernsehen, die durch entsprechende Sendungen das Empfinden für klares Deutsch stärken und den Sprachgebrauch kritisch beobachten.  Der Alexander-Rhomberg-Preis, ins Leben gerufen von der Alexander-Rhomberg-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für deutsche Sprache, ist ein Preis zur Förderung des journalistischen Nachwuchses aus der Tagespresse.

Oberbürgermeister Sven Gerich,  © massow-picture
Oberbürgermeister Sven Gerich, © massow-picture

Oberbürgermeister Sven Gerich unterstrich die Bedeutung der Arbeit der GfdS auch für Wiesbaden, und freute sich darüber, dass die Sprachgesellschaft ein neues Domizil in der Spiegelgasse beziehen konnte. Der Oberbürgermeister dankte für die am Vortag verliehene GfdS-Ehrenmitgliedschaft.

 

 

 

Fabian tischbirek und Leonie Steuer © massow-picture
Fabian tischbirek und Leonie Steuer © massow-picture

Nach einem anschließend ersten musikalischen Zwischenspiel von Leonie Steuer (Trompete) und Fabian Tischbirek (Klavier) mit einer Konzertetüde für Trompete und Klavier von Alexander Goedicke, begann die Verleihung der insgesamt vier Preise.

 

Alexander-Rhomberg-Preis 2016 an Dorothee Torebko
Dorothee Torebko li. mit Dr.Andrea-Eva Ewels. © massow-picture
Dorothee Torebko li. mit Dr.Andrea-Eva Ewels. © massow-picture

Der Alexander-Rhomberg-Preis 2016 ging an Dorothee Torebko. Mit dem Alexander-Rhomberg-Preis wird alle zwei Jahre ein besonders förderungswürdiger Nachwuchsjournalist oder eine besonders förderungswürdige Nachwuchsjournalistin im Alter bis zu 30 Jahren ausgezeichnet. Gewürdigt werden Arbeiten, die in der deutschsprachigen Tagespresse veröffentlicht worden sind; sie müssen besonderen Anforderungen des Stils und der Sprachkultur gerecht werden. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.
Dorothee Torebko ist 1986 in Deutsch Piekar (Polen) geboren und in Wesel aufgewachsen. Nach ihrem Studium der Angewandten Kulturwissenschaften an der Universität Lüneburg absolvierte sie ihr Volontariat bei der Märkischen Oderzeitung bei der sie seit 2013 als Sportredakteurin arbeitet.

Mohamed Amjahid, Zeit-Journalist © massow-picture
Mohamed Amjahid, Zeit-Journalist © massow-picture

Die  Laudatio auf Dorothee Torebko hielt der vorherige Preisträger Mohamed Amjahid, Die Zeit. Verliehen wurde der Preis von Dr. Andrea-Eva Ewels.

 

Dorothee Torebko, © massow-picture
Dorothee Torebko, © massow-picture

 

 

 

Dorothee Torebko bedankte sich überglücklich und ein wenig stolz darauf, als Polin diesen deutschen Sprachpreis bekommen zu haben. Sie liebe die Kraft der Worte.

 

 

 

Christian Gerhard mit Dominique Bertand, © massow-picture
Christian Gerhard mit Dominique Bertand, © massow-picture

Dominique Bertrand (Sopran) und Christian Gerhard (Klavier) sorgten für ein weiteres wunderbares, perfektives musikalische Zwischenspiel mit „Adele: Take it all – Laith Al-Deen: Alles an dir“

 

Gleich zwei Videoteaser, eins über die Arbeit des legendären Journalisten Hans Oelschläger, das  andere über die vielfältige Arbeit des Nachrichtenjournalisten und RTL-Chefmoderators Peter Kloeppel, läuteten die Verleihung des  Hans Oelschläger-Preis der GfdS 2016 an Peter Kloeppel ein..

Hans-Oelschläger-Preis 2016 an Peter Kloeppel

Prof. Dr. Peter Schlobinskie und Dr. Andrea-Eva Ewels überreichen Peter Kloeppel (mitte) den Preis. © massow-picture
Prof. Dr. Peter Schlobinskie und Dr. Andrea-Eva Ewels überreichen Peter Kloeppel (mitte) den Preis. © massow-picture

Der Hans-Oelschläger-Preis ist eine Auszeichnung „für klares Deutsch und eine kritische Betrachtung des Sprachgebrauchs“. In der Begründung der Jury hieß es unter anderem: „Nachrichtensprache hat den Anspruch, sowohl einfache Informationen als auch komplexe Sinnzusammenhänge präzise, dabei jederzeit kurz und verständlich dazustellen. Dem Nachrichtenjournalisten Peter Kloeppel ist es gelungen, in den langen Jahren als Moderator und Anchorman von RTL-Aktuell eine alltagsnahe und verständliche Sprache zu finden, mit der er – auch in publizistischen Stresssituationen – komplexe Themen einem breiten Publikum zugänglich macht. Durch seine klare Sprache weckt er Aufmerksamkeit auch für schwierige oder trockene Themen, und er versteht es, seine Texte beim ersten Mal des Hörens erfassbar zu machen. Damit vereint Kloeppel Fähigkeiten in sich, die besonders in einem so flüchtigen Medium wie dem Fernsehen von größter Bedeutung sind.“

Iris Buck © massow-picture
Iris Buck © massow-picture

Iris Buck, Stiftungsmanagerin im Deutschen Stiftungszentrum, hielt die Laudatio auf den Preisträger:
Peter Kloeppel, Jahrgang 1958, arbeitet seit 1985 für den Privatsender RTL. 1992 wurde er Chefmoderator der Hauptnachrichten „RTL aktuell“. Zwischen 2004 und 2014 war er Chefredakteur des Senders. Nach seinem Rücktritt blieb er Chefmoderator. Kloeppel gründete 2001 die RTL-Journalistenschule und leitet sie.
Prof. Dr. Peter Schlobinski und Dr. Andrea-Eva Ewels nahmen die Preisverleihung vor.

Peter Kloeppel, © massow-picture
Peter Kloeppel, © massow-picture

In seiner Danksagung freute sich Peter Kloeppel über den Oelschläger-Preis besonders deswegen,  da dieser Preis auszeichne, was „wir Journalisten als unser Handwerkszeug bezeichneten: unsere geschriebene und gesprochene Sprache.“

 

David Geier, Tim Speckhardt, Johannes Kastl, Christian Gerhard (Klavier) begeistern das Publikum. © massow-picture
David Geier, Tim Speckhardt, Johannes Kastl, Christian Gerhard (Klavier) begeistern das Publikum. © massow-picture

Vor der folgenden doppelten Verleihung des Medienpreises für Sprachkultur 2016 servierten David Geier, Tim Speckhardt, Johannes Kastl und Christian Gerhard (Klavier) mit Carl Orff‘s „Die Kluge – Szenen der drei Strolche“ und „ Als die Treue ward geboren“ ein besonders köstliches musikalisches Häppchen.

Medienpreis für Sprachkultur 2016

Die beiden Preisträger Andreas Bourani und Dieter Hallervorden. Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture
Die beiden Preisträger Andreas Bourani und Dieter Hallervorden. Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture

Der Medienpreis für Sprachkultur 2016 wurde anschließend an  Dieter Hallervorden und Andreas Burani verliehen.

 

 

 

 

 

Medienpreis für Sprachkultur 2016 an Dieter Hallervorden

Prof. Dr. Peter Schlobinskie und Dr. Andrea-Eva Ewels überreichen Dieter Hallervorden (links) den Preis. © massow-picture
Prof. Dr. Peter Schlobinskie und Dr. Andrea-Eva Ewels überreichen Dieter Hallervorden (links) den Preis. © massow-picture

Dieter Hallervorden erhielt den Medienpreis für Sprachkultur 2016 unter anderem, da er sich, laut Jury, seit Jahrzehnten darauf verstünde, „die deutsche Sprache auf vielfältigste Weise zu nutzen.“ Wörtlich heißt es weiter:„Er ist Kabarettist, Schauspieler, Sänger, Synchronsprecher und Moderator. In jedem seiner Berufe steht die deutsche Sprache im Vordergrund und mit ihr spielt er wie auf seiner persönlichen Klaviatur: Lustig, geistreich, tiefsinnig und provozierend sind nur einige der von ihm bedienten Tasten. Dabei lebt er die deutsche Sprache, arbeitet auch mit Dialekten und schaffte es sogar, neue, kreative Wortschöpfungen deutschlandweit populär zu machen. Zu geflügelten Worten wurden etwa ‚Palim palim‘ und ‚Zumsel‘, sie boten Gesprächsstoff für so manche Schulhofgeneration und sind noch heute fest mit der Person Hallervordens verbunden. Doch Hallervorden kann auch ernsthaft, ist politisch und eckt manchmal an. Seit 2010 ist er verstärkt in tiefsinnigen TV- und Kinofilmen zu sehen. Hallervorden gilt als einer der letzten großen Unterhalter seiner Art. Seit Jahren setzt er sich mit einem eigenen Kleinkunstfestival intensiv für den Nachwuchs ein und leitet seit 2008 das altehrwürdige Berliner Schlosspark Theater.“

Herbert Feuerstein,  © massow-picture
Herbert Feuerstein, © massow-picture

Die Laudatio auf Dieter Hallervorden hielt der legendäre Herbert Feuerstein, Journalist, Kabarettist und Entertainer. Den Preis  verliehen anschließend Prof. Dr. Peter Schlobinski und Dr. Andrea-Eva Ewels.

 

 

 

Dieter Hallervorden fordert den Schutz der deutschen Sprache ins Grundgesetz aufzunehmen.© massow-picture
Dieter Hallervorden fordert den Schutz der deutschen Sprache ins Grundgesetz aufzunehmen.© massow-picture

In seiner Danksagung forderte Dieter Hallervorden unter anderem das Recht auf kostenfreien, zeitlich unbegrenzten deutschen Sprachunterricht für Migranten und Flüchtlinge aller Altersgruppen. Zudem plädierte er, die deutsche Sprache als schützenswertes Gut ins Grundgesetz aufzunehmen. Zudem wandte sich der Kabarettist gegen einen weiteren inflationären und unsinnigen Gebrauch von Anglizismen dort,  wofür es eindeutigere und präzisere deutsche Wörter gäbe.

Dominik Biedermann, Max Schmauss und Roland Vanecek (Tuba)  begeistern mit ihrem Tubaphonismus.© massow-picture
Dominik Biedermann, Max Schmauss und Roland Vanecek (Tuba) begeistern mit ihrem Tubaphonismus.© massow-picture

Tubaphonismus nannten Dominik Biedermann, Max Schmauss und Roland Vanecek (Tuba) ihr originelles Dicke-Backen-Intermezzo, um auf den zweiten Preisträger Andreas Bourani einzustimmen.

 

Medienpreis für Sprachkultur 2016 an Andreas Bourani

Andreas Bourani, Bärbel Schäfer und Prof. Dr. Peter Schlobinskie. © massow-picture
Andreas Bourani, Bärbel Schäfer und Prof. Dr. Peter Schlobinskie. © massow-picture

Andreas Bourani erhielt den Medienpreis für Sprachkultur 2016, da er nicht nur Musiker, sondern auch Poet sei. Andreas Bourani begann seine Musiker-Karriere mit deutschen Liedern und er singt auch heute noch ausschließlich auf Deutsch. Dies ermöglicht ihm, das auszudrücken, was ihn bewegt, denn er ist nach eigener Aussage „sehr verliebt in die deutsche Sprache, weil sie für jedes Gefühl, das es gibt, ein Wort bietet“.

So ist Bourani nicht nur Musiker, sondern auch Poet. Seine Lieder zeichnen sich durch eine so klare, gefühlvolle und einfühlsame Sprache aus, dass den Zuhörern nicht nur jene Emotionen vermittelt werden, die der Sänger verspürt, sondern diese auch in ihnen selbst geweckt werden. Durch seine Musik schafft Bourani eine Nähe zu seinen Zuhörern, die nur möglich ist, weil er sich der gemeinsamen Sprache bedient. Mit seinen Texten gelingt es ihm, Abermillionen Zuhörer ungeachtet der Altersgruppe zu berühren und zu begeistern.

So klar und verständlich ist Bouranis Sprache, dass seine Lieder bereits von vielen Deutschlern-Plattformen, u. a. dem Goethe-Institut, als Lerngrundlagen verwendet werden.

Bärbel Schäfer. © massow-picture
Bärbel Schäfer. © massow-picture

Die Laudatio auf Andreas Bourani hielt Bärbel Schäfer, Moderatorin und Produzentin. Verliehen wurde der Preis an Andreas Bourani von Prof. Dr. Peter Schlobinski und Dr. Andrea-Eva Ewels.

 

Andreas Bourani. © massow-picture
Andreas Bourani. © massow-picture

Andreas Bourani bedankte sich unter anderem mit einem „Geständnis“, nämlich besonders gern in Baumärkten nach ungewöhnlichen Wörtern und skurrilen Begriffen zu suchen. Er liebe zudem, präzise zu formulieren und die Macht der Worte, wobei es eines gäbe, was ohne Frage und Antwort auskomme, und das hieße: „Danke!“.

Matthias Scholz, Lennart Siebers und Tobias Messerschmidt auf dem Marimbaphon. © massow-picture
Matthias Scholz, Lennart Siebers und Tobias Messerschmidt auf dem Marimbaphon. © massow-picture

Mit „STUBERNIC“ von Marc Ford lassen  Matthias Scholz, Lennart Siebers und Tobias Messerschmidt die gelungene Festveranstaltung auf ihrem  Marimbaphon sensationell ausklingen.

 

(Quelle: GfdS)  Diether v. Goddenthow