Die Berliner Gewinner des 24. open mike lesen im Literaturforum Mousonturm e.V. Frankfurt

Der Dezember steht im Literaturforum Mousonturm  ganz im Zeichen des wichtigsten Nachwuchswettbewerbs für deutschsprachige Literatur: Die Gewinner des 24. open mike, die am 13. November in Berlin gekürt werden, kommen am 8. Dezember zu uns in den Mousonturm. Eine bessere Gelegenheit gibt es kaum, um sich ein Bild davon zu machen, was die junge Literatur hierzulande zu bieten hat.

Wer sich beim „open mike“ durchsetzt, hat gute Aussichten für die Zukunft. Das hat sich in der Vergangenheit ein ums andere Mal bewiesen, denn für nicht wenige namhafte Autor*innen markiert der open mike den Beginn ihrer schriftstellerischen Laufbahn. Ein paar von ihnen (u.a. Björn Kuhligk und Tilman Rammstedt) hat das Frankfurter Literaturforum Mousonturm  eingeladen, mit Kolleginnen und Kollegen, die auf einen ähnlichen Werdegang zurückblicken, über die dabei wirksamen Mechanismen und Unwägbarkeiten zu sprechen – und natürlich auch über ihre neuesten Texte, die sie mit im Gepäck haben.

Hessisches Literaturforum im Mousonturm e.V.
Waldschmidtstraße 4
60316 Frankfurt am Main

Termine und Autoren

Donnerstag, 8. Dezember 2016, 20 Uhr:
‚open mike‘-Preisträgerlesung

Einmal beim ‚open mike’ mit von der Partie sein! – Diesen Wunsch hegen hierzulande viele junge Autor*innen. Denn der wichtigste literarische Nachwuchswettbewerb, der alljährlich in Berlin ausgetragen wird, gilt als „Türöffner“ und „Talentschuppen“. Wer hier gewinnt, bekommt einen Fuß in den Literaturbetrieb. Für so manche Karriere war der ‚open mike’ ein regelrechter Startschuss. Jedenfalls machen sich die Sieger erstmal auf den Weg: nach Wien, Frankfurt und Bern, um aus den prämierten Texten zu lesen und über sie zu sprechen. Dass die preisgekrönte Reisegruppe in diesem Jahr bei uns im Literaturforum ihren Zwischenstopp einlegt, ist eine Premiere. Wie gut, dass das Lokal im Mousonturm eine große Auswahl an Getränken zum Anstoßen hat.

Die Namen der Teilnehmenden sind ab dem 13. November auf unserer Homepage zu finden.
Moderation: Björn Jager und Malte Kleinjung
Eine Veranstaltung des Haus für Poesie und der Crespo Foundation in Kooperation mit dem Hessischen Literaturforum im Mousonturm.
Ort: Lokal im Mousonturm
Eintritt: 7,-/4,- (VVK*+AK)

*Der Vorverkauf erfolgt über den Mousonturm

***************************************************************************
Freitag, 9. Dezember 2016, 20 Uhr:
Verena Güntner & Björn Kuhligk
Gemischtes Doppel I

‚open mike’ ist, wenn 15 Minuten über die berufliche Zukunft entscheiden können. So lange haben die Teilnehmer*innen beim wichtigsten literarischen Nachwuchswettbewerb Zeit, um ihre Text vorzutragen. Die Gewinner machen von sich reden. Nicht selten winkt danach ein Vertrag mit einem Verlag – und die Aussicht auf eine schriftstellerische Laufbahn. Aber wie geht das konkret vonstatten? Was muss passieren, damit das Debüt druckfrische Realität wird? Inwiefern kann eine Viertelstunde die künstlerische Entwicklung beeinflussen? Wer könnte solche Fragen besser beantworten als diejenigen, die all das schon selbst erlebt haben. In einer Reihe von gemischten Doppeln tauschen sich sechs Autorinnen und Autoren darüber aus, was durch den ‚open mike‘ aus ihnen wurde. Probe aufs Exempel inklusive: Denn ihre jüngsten Texte haben sie mit im Gepäck.

Den Auftakt machen Verena Güntner, geboren 1978 in Ulm, und der gebürtige Berliner Björn Kuhligk, Jahrgang 1975. Sie arbeitet nach einem Schauspielstudium in Salzburg als freischaffende Schauspielerin. Er ist im Hauptberuf Buchhändler. Während ein Auszug aus ihrem späteren Debüt Es bringen Verena Güntner 2012 in die Endrunde des ‚open mike’ brachte, gehörte Björn Kuhligk 1997 zu den Preisträgern. Seit dem sind mehrere Gedichtbände von ihm erschienen, zuletzt jener, der die Hauptrolle an diesem Abend spielen wird: Die Sprache von Gibraltar (2016).

Ort: Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,-/4,- (Vorverkauf)| 8,-/5,- (Abendkasse)

***************************************************************************

Mittwoch, 14. Dezember 2016, 20 Uhr:
Tilman Rammstedt & Saša Stanišic
Gemischtes Doppel II

Das zweite gemischte Doppel betrachtet den ‚open mike’ aus unterschiedlichen Richtungen. Tilman Rammstedt, geboren 1975 in Bielefeld, kennt die Anspannung und den Druck, der mit einer Teilnahme einhergeht – aber auch das schöne Gefühl, sich durchzusetzen. 2001 konnte er die Jury mit seinem Wettbewerbsbeitrag überzeugen. Dass das alles andere als Zufall war, belegt eine ganze Reihe von Auszeichnungen, unter anderem der Haupt- und Publikumspreis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb. Mit seinem unlängst erschienen Roman Morgen mehr, über den er mit Saša Stanišić sprechen wird, erkundet er nun die Möglichkeiten von Literatur im digitalen Zeitalter.

Saša Stanišić hingegen, der 1978 in Bosnien Herzegowina geboren wurde und 1992 nach Deutschland kam, sitzt in diesem Jahr auf der anderen Seite: Als Juror muss er über die Qualität der vorgetragenen Texte entscheiden. Was ein guter Text ist, weiß er aus eigener Erfahrung. Seine Romane Wie der Soldat das Grammofon repariert (2006) und Vor dem Fest (2014) sind dafür eindrucksvolle Beispiele. Er stellt an diesem Abend seinen Erzählband Fallensteller (2016) vor.

Ort: Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,-/4,- (Vorverkauf)| 8,-/5,- (Abendkasse)

***************************************************************************
Donnerstag, 15. Dezember 2016, 20 Uhr:
Ulf Stolterfoht & Tristan Marquardt
Gemischtes Doppel III

Im dritten gemischten Doppel kommen zwei Generationen von Lyrikern miteinander ins Gespräch. Als Ulf Stolterfoht, der 1963 in Stuttgart geboren wurde, 1994 beim zweiten ‚open mike’ zum Kreis der Gewinner zählte, war der Göttinger Tristan Marquardt gerade einmal sieben Jahre alt. 2011 sowie 2012 stand er dann selbst im Finale des ‚open mike‘. Ist der Wettbewerb im Laufe der Jahre derselbe geblieben? Hat sich die Literaturszene in der Zwischenzeit gewandelt? Nur eines ist sicher: Ulf Stolterfoht, seit 2014 Mitglied der ‚Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung‘ und in diesem Jahr mit dem Preis der Literaturhäuser ausgezeichnet, wird mit Tristan Marquardt, der 2013 sein Debüt das armortisiert sich nicht veröffentlichte und nun auch Veranstaltungskonzepte für junge Lyrik entwickelt, einige Fragen zu klären haben.

Ort: Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,-/4,- (Vorverkauf)| 8,-/5,- (Abendkasse)