Kategorie-Archiv: Staatskanzlei Rheinland-Pfalz

Über 500 000 besuchten Tag der Deutschen Einheit in Mainz

Große Bleiche Mainz -  Impressionen vom  27.Tag der Deutschen Einheit am 3.10.2017 .Foto: Diether v. Goddenthow
Große Bleiche in Mainz – Impressionen vom 27.Tag der Deutschen Einheit am 3.10.2017 .Foto: Diether v. Goddenthow

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer zeigte sich zum Abschluss der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit zufrieden: „Ich freue mich sehr, dass wir in den beiden vergangenen Tagen ein buntes, fröhliches und informatives Fest feiern konnten, in dem wir als Land die Gelegenheit genutzt haben, uns als weltoffen, modern und vielfältig zu präsentieren.“

Eine der zahlreichen Event-Bühnen, die ZDF-Bühne am Rhein mit einem hochkarätigen Programm, zog Tausende in ihren Bann. Foto: Diether v. Goddenthow
Eine der zahlreichen Event-Bühnen, die ZDF-Bühne am Rhein mit einem hochkarätigen Programm, zog Tausende in ihren Bann. Foto: Diether v. Goddenthow

Die Ministerpräsidentin betonte, dass es nun die zentrale politische Aufgabe sei, den Zusammenhalt in Deutschland weiter zu stärken. Dabei sei es wichtig, eine neue Diskussionskultur in Deutschland zu installieren. „Nur in einem konstruktiven Streit, in dem wir die wirklichen Probleme erkennen und benennen, können wir die Herausforderungen fair lösen“, unterstrich die Ministerpräsidentin.
Herauszuheben sei, dass es gelungen sei, die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher zu gewährleisten, ohne dabei den Charakter des fröhlichen Bürgerfest außer Acht zu lassen. Aus Sicht der Polizei verlief auch der zweite Veranstaltungstag weitgehend störungsfrei.

Prof. Dr. Norbert Lammerts "letzte" Rede vor interessierten Bürgern im Bundestagszelt am 27. Tag der Deutschen Einheit, 3.10.2017, in Mainz. Alle sind traurig, wenn der Kapitän des Bundestags von Bord geht. Lammert warnte vor dem Scheitern der Demokratie, nämlich, dass auch Demokratien ausbluten könnten. Foto: Diether v. Goddenthow
Prof. Dr. Norbert Lammerts „letzte“ Rede vor interessierten Bürgern im Bundestagszelt am 27. Tag der Deutschen Einheit, 3.10.2017, in Mainz. Alle sind traurig, wenn der Kapitän des Bundestags von Bord geht. Lammert warnte vor dem Scheitern der Demokratie, nämlich, dass auch Demokratien ausbluten könnten. Foto: Diether v. Goddenthow

Insgesamt haben etwa 510.000 Besucherinnen und Besucher an beiden Festtagen den Tag der Deutschen Einheit gefeiert. Nachdem am ersten Tag bei schlechtem Wetter etwa 150.000 Gäste in der Mainzer Innenstadt feierten, besuchten am 3. Oktober bei überwiegend sonnigem Wetter etwa 360.000 Menschen die verschiedenen Veranstaltungen auf den Bühnen, auf der Ländermeile und bei der Abendinszenierung. Das Verkehrskonzept, das einen starken Fokus auf die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln setzte, ist ebenfalls sehr gut aufgenommen worden.

Zahlreiche Zelte, wie hier vom Stasi-Unterlagen-Archiv, erinnerten an die menschenverachtende SED-Diktatur in der ehemaligen DDR, die durch die friedliche Revolution freiheitlich demokratischer Bürger überwunden werden konnte und die Wiedervereinigung, die am Tag der Einheit gefeiert wird, überhaupt erst ermöglichten. www.demokratie-statt-diktatur.de.Foto: Diether v. Goddenthow
Zahlreiche Zelte, wie hier vom Stasi-Unterlagen-Archiv, erinnerten an die menschenverachtende SED-Diktatur in der ehemaligen DDR, die durch die friedliche Revolution freiheitlich demokratischer Bürger überwunden werden konnte und die Wiedervereinigung, die am Tag der Einheit gefeiert wird, überhaupt erst ermöglichten. www.demokratie-statt-diktatur.de. Foto: Diether v. Goddenthow

 

Gegen das Vergessen des DDR-Unrechts und als ein Mahnmal, rechtzeitig gegen rechten, linken und religiösen Extremismus  aufzustehen, wurde  ein ehemaliger Stasi-Gefängniswagen Barkas B 1000 mit 5 winzigen Zellen zum Abtransport nicht SED-konformer "Staatsfeinde der  DDR" präsentiert. Kleine Zeitzeugentafeln dokumentierten fünf beklemmende Schicksale von Inhaftierten, die grundlos den perfiden Foltermethoden des sozialistischen DDR-Unrechtsregime ausgesetzt waren.   Foto: Diether v. Goddenthow
Gegen das Vergessen des DDR-Unrechts und als ein Mahnmal, rechtzeitig gegen rechten, linken und religiösen Extremismus aufzustehen, wurde ein ehemaliger Stasi-Gefängniswagen, Barkas B 1000, mit 5 winzigen Zellen zum Abtransport nicht SED-konformer „Staatsfeinde der DDR“ präsentiert. Kleine Zeitzeugentafeln dokumentierten fünf beklemmende Schicksale von Inhaftierten, die grundlos den perfiden Foltermethoden des sozialistischen DDR-Unrechtsregime jahrelang ausgesetzt waren. Foto: Diether v. Goddenthow

 

 

 

Auszug aus der Festrede des Bundespräsidenten zum Tag der Deutschen Einheit in der Mainzer Rheingoldhalle

(…)
Verstehen und verstanden werden – das ist Heimat.

steinmeierIch bin überzeugt, wer sich nach Heimat sehnt, der ist nicht von gestern. Im Gegenteil: je schneller die Welt sich um uns dreht, desto größer wird die Sehnsucht nach Heimat. Dorthin, wo ich mich auskenne, wo ich Orientierung habe und mich auf mein eigenes Urteil verlassen kann. Das ist im Strom der Veränderungen für viele schwerer geworden.
Diese Sehnsucht nach Heimat dürfen wir nicht denen überlassen, die Heimat konstruieren als ein „Wir gegen Die“; als Blödsinn von Blut und Boden; die eine heile deutsche Vergangenheit beschwören, die es so nie gegeben hat. Die Sehnsucht nach Heimat – nach Sicherheit, nach Entschleunigung, nach Zusammenhalt und vor allen Dingen Anerkennung –, diese Sehnsucht dürfen wir nicht den Nationalisten überlassen.

Ich glaube, Heimat weist in die Zukunft, nicht in die Vergangenheit. Heimat ist der Ort, den wir als Gesellschaft erst schaffen. Heimat ist der Ort, an dem das „Wir“ Bedeutung bekommt. So ein Ort, der uns verbindet – über die Mauern unserer Lebenswelten hinweg –, den braucht ein demokratisches Gemeinwesen und den braucht auch Deutschland.
Auf meinen Reisen durch Deutschland mache ich die wunderbare Erfahrung: Wo Heimat ist, da gibt es viel zu erzählen. In Sönke Wortmanns neuem Film „Sommerfest“, einem Heimatfilm über das Ruhrgebiet, da sagt ein waschechter Bochumer: „Hömma…, Geschichten liegen hier überall auffer Straße rum – man musse nur aufheben.“

Ich finde, das muss der Anfang sein. Gehen wir nicht übereinander hinweg, sondern lesen wir unsere Geschichten auf. Wo nach dem 24. September jeder in seiner gesellschaftlichen Nische den Kopf geschüttelt hat, wo wir übereinander reden – und übereinander hinweg – da sollten wir wieder lernen, einander zuzuhören: wo wir herkommen, wo wir hinwollen, was uns wichtig ist.

Wenn ein Ostdeutscher erzählt, wie seine Heimat in der DDR sich nach der Wende radikal verändert hat – dass die neue Freiheit nicht nur Ziel von Sehnsucht, sondern auch eine Zumutung war, dass im Wandel vieles verloren ging, was man doch halten wollte – dann gehört auch das zu unseren deutschen Geschichten. Die Herstellung der Einheit war ein gewaltiges Werk. Natürlich wurden auch Fehler gemacht in den Jahren nach 1990 – und es gibt keinen Grund, darüber zu schweigen. Ostdeutsche haben nach der Wiedervereinigung Brüche erlebt, wie sie meine Generation im Westen nie kannte. Und dennoch sind diese ostdeutschen Geschichten kein solch fester Bestandteil unseres „Wir“ geworden wie die des Westens. Ich finde, es ist an der Zeit, dass sie es werden.

Die mutige Anwältin und Autorin Seyran Ateş hat mir kürzlich erzählt: „Mir hüpft das Herz in der Brust, wenn ich in Istanbul den Bosporus wiedersehe. Und auf dem Rückweg nach Berlin hüpft mir das Herz, wenn ich den Fernsehturm wiedersehe.“ In ihrer Geschichte steckt etwas ebenso Simples wie Wichtiges: Heimat gibt es auch im Plural. Ein Mensch kann mehr als eine Heimat haben, und neue Heimat finden. Das hat die Bundesrepublik für Millionen von Menschen bereits bewiesen. Sie alle sind Teil unseres „Wir“ geworden. Ganze Generationen von Zuwanderern sagen heute voller Stolz: „Deutschland ist meine Heimat“, – und das hat uns bereichert.
Das sollte uns Zuversicht geben für die großen Integrationsaufgaben, die vor uns liegen. Doch wir sagen auch: Heimat ist offen – aber nicht beliebig.

Für die Neuen heißt das zunächst mal, unsere Sprache zu lernen. Ohne sie gibt es kein Verstehen und verstanden werden. Aber es heißt mehr als das. Wer in Deutschland Heimat sucht, kommt in eine Gemeinschaft, die geprägt ist von der Ordnung des Grundgesetzes und von gemeinsamen Überzeugungen: Rechtsstaatlichkeit, die Achtung der Verfassung, die Gleichberechtigung von Mann und Frau. All das ist nicht nur Gesetzestext, es ist für gelingendes Zusammenleben in Deutschland unverzichtbar, und das kann nicht zur Disposition stehen.

Und schließlich, bei allen Debatten, bei allen Unterschieden – eines ist nicht verhandelbar in dieser deutschen Demokratie: das Bekenntnis zu unserer Geschichte, einer Geschichte, die für nachwachsende Generationen zwar nicht persönliche Schuld, aber bleibende Verantwortung bedeutet. Die Lehren zweier Weltkriege, die Lehren aus dem Holocaust, die Absage an jedes völkische Denken, an Rassismus und Antisemitismus, die Verantwortung für die Sicherheit Israels – all das gehört zum Deutsch-Sein dazu.
Und zum Deutsch-Werden gehört, unsere Geschichte anzuerkennen und anzunehmen. Das sage ich auch denen, die aus Osteuropa, Afrika oder den muslimisch geprägten Regionen des Mittleren Ostens zu uns gekommen sind. Wer in Deutschland Heimat sucht, kann nicht sagen: „Das ist Eure Geschichte, nicht meine“.

Doch wie sollen wir dieses Bekenntnis von Zuwanderern erwarten, wenn es in der Mitte unserer Demokratie nicht unangefochten bleibt? Die Verantwortung vor unserer Geschichte kennt keinen Schlussstrich – ich füge hinzu: erst recht nicht für Abgeordnete des Deutschen Bundestages.

Diesem Land anzugehören, bedeutet Anteil an seinen großen Vorzügen, aber eben auch an seiner einzigartigen historischen Verantwortung. Für mich gehört genau das zu einem aufgeklärten deutschen Patriotismus. Wenn uns in Deutschland etwas auszeichnet, dann ist es die langwierige, schwierige, ja schmerzhafte Aufarbeitung unserer Geschichte und der besondere Blick auf die tiefen Schatten, die genauso zu Deutschland gehören wie seine vielen hellen Seiten. Dafür werden wir von anderen geschätzt, und darauf dürfen wir stolz sein.(…)

Die Rede insgesamt

 

Ministerpräsidentin Malu Dreyer bedankt sich bei Helfern und Helferinnen für Unterstützung

Polizisten, Zoll, Feuerwehr, Rotes Kreuz und andere Rettungsdienste, Technisches Hilfswerk und Mainzer Statdtbetriebe sowie die 1000 ehrenamtlichen Helfer haben hervorrangend für reibungslosen Ablauf und Sicherheit gesorgt. Teilweise glich Mainz beinahe einer Hochsicherheitszone, was aber die meisten Bürger begrüßten und gern für ihre Unversehrtheit in Kauf nahmen. Foto: Diether v. Goddenthow
Polizisten, Zoll, Feuerwehr, Rotes Kreuz und andere Rettungsdienste, Technisches Hilfswerk und Mainzer Statdtbetriebe sowie die 1000 ehrenamtlichen Helfer haben hervorrangend für reibungslosen Ablauf und Sicherheit gesorgt. Teilweise glich Mainz beinahe einer Hochsicherheitszone, was aber die meisten Bürger begrüßten und gern für ihre Unversehrtheit in Kauf nahmen. Foto: Diether v. Goddenthow

„In den vergangenen beiden Tagen haben wir in Mainz ein tolles Fest zum Tag der Deutschen Einheit erlebt. Ich möchte mich ganz herzlich bei all denen bedanken, ohne die die Feierlichkeiten nicht möglich gewesen wären. Ich bin sehr stolz, dass sich so viele Menschen engagiert haben, um unseren Besuchern und Besucherinnen ein friedliches, fröhliches und gut organisiertes Fest zu ermöglichen. Dieses Engagement ist keine Selbstverständlichkeit.“ Mit diesen Worten bedankte sich Ministerpräsidentin Malu Dreyer bei den rund 1.000 Helfern und Helferinnen, die am 2. und 3. Oktober im Einsatz waren.

Die Ministerpräsidentin dankte den rund 280 freiwilligen Bürgern und Bürgerinnen, die sich auf einen Aufruf des Projektbüros zum Tag der Deutschen Einheit gemeldet hatten und vor allem als Guides auf dem Festgelände und an Informationspunkten eingesetzt waren. Dort dienten sie als Ansprechpartner für Besucher und Besucherinnen, gaben Informationen zu Veranstaltungen und Programmpunkten, Wegen oder Verkehrsfragen. Mindestens einer der Helfer engagierte sich sogar schon beim letzten Tag der Deutschen Einheit in Rheinland-Pfalz vor 16 Jahren. „Fast die Hälfte der Rheinland-Pfälzer und Rheinland-Pfälzerinnen engagiert sich ehrenamtlich, damit liegt unser Land im bundesweiten Vergleich an der Spitze. Es ist schön, dass wir das auch beim Tag der Deutschen Einheit zeigen konnten, an dem Rheinland-Pfalz besonders im Fokus der bundesweiten Aufmerksamkeit stand“, so die Ministerpräsidentin.
Unter den rund 720 weiteren Helfern und Helferinnen waren 600 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Landesbehörden sowie 120 der Stadt Mainz. „Sie waren sowohl bei den protokollarischen Veranstaltungen als auch beim Bürgerfest im Einsatz. Seit zwei Jahren haben sie auf das Fest hingearbeitet. Ich möchte mich bei allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen und insbesondere beim Projektbüro zum Tag der Deutschen Einheit für ihre Arbeit und ihren Einsatz herzlich bedanken“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Am Morgen des 2. Oktober besuchte die Ministerpräsidentin bereits Polizei und Rettungskräfte, um sich vor Ort über deren Arbeit zu informieren. „Auch ihnen gilt mein größter Dank. Ich habe großen Respekt vor den Leistungen unserer Polizei und der Rettungskräfte, die alles getan haben, um uns ein sicheres Fest zu ermöglichen“, so die Ministerpräsidentin. Sie sei sehr froh und dankbar, dass das Fest ohne größere Störungen verlief.

Impressionen vom Tag der Deutschen Einheit Foto: Diether v. Goddenthow
Impressionen vom Tag der Deutschen Einheit Foto: Diether v. Goddenthow

Nicht zuletzt bedankte sich Ministerpräsidentin Malu Dreyer bei den Mainzern und Mainzerinnen sowie der Stadt. Das Fest sei insbesondere für die Anwohner und Anwohnerinnen, Gastronomen und Gewerbetreibenden in der Innenstadt mit Einschränkungen verbunden gewesen. „Die Mainzer und Mainzerinnen haben sich als gute Gastgeber und Gastgeberinnen präsentiert, sich fröhlich, lebenslustig und offen gezeigt. Zwischen Mainz als gastgebender Stadt und dem Land als Veranstalter hat es von Beginn an eine gute und verlässliche Zusammenarbeit gegeben. Wir können stolz darauf sein, wie sich Stadt und Land präsentiert haben. Oberbürgermeister Michael Ebling sowie der Stadt und den Mainzern und Mainzerinnen gilt deshalb ebenso mein Dank.“

Mainz feiert die Demokratie: Großes Bürgerfest zum Tag der Deutschen Einheit startet trotz Regen erfolgreich

Eröffnung des Bürgerfestest durch Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Oberbürgermeister Michael Ebling. Singen gemeinsam mit der Gruppe Andy Ost und Band den Tad-der-Einheit-Song "Gemeinsam sind wir Deutschland". Anschließend werden die Preisträger des Rituals für den Tag der Deutschen Einheit vorgestellt" Foto: Diether v. Goddenthow
Eröffnung des Bürgerfests durch Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Oberbürgermeister Michael Ebling. Gemeinsames Singen mit der Gruppe Andy Ost und Band den Tag-der-Einheit-Song „Gemeinsam sind wir Deutschland“. Anschließend werden die Preisträger des Rituals für den Tag der Deutschen Einheit vorgestellt“ Foto: Diether v. Goddenthow

Das große Bürgerfest zum Tag der Deutschen Einheit hat begonnen. Im Länderzelt von Rheinland-Pfalz auf dem Fischtorplatz eröffneten Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Oberbürgermeister Michael Ebling vor zahlreichen Besuchern und Besucherinnen das Fest. „Mit vielen Partnern und Beteiligten haben wir ein buntes, fröhliches und informatives Fest vorbereitet, mit dem wir die Einheit, Freiheit und Demokratie feiern wollen. Ich freue mich sehr, dass es nach so vielen Monaten der Planung nun soweit ist“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. An beiden Festtagen werden insgesamt 500.000 Besucher und Besucherinnen erwartet.

Freiheitskaempfer2

Wie die rheinland-pfälzische Bundesratspräsidentschaft stehen die Feierlichkeiten unter dem Motto „Zusammen sind wir Deutschland“. Vom Motto inspiriert wurde das gleichnamige Lied von Engagementbotschafter Andy Ost, das er bei der Eröffnung präsentierte. „Dieser Gedanke war es, der 1989 die Menschen in Ost und West miteinander verbunden hat und die Wiedervereinigung möglich machte. Mit dem Motto stellen wir das demokratische Miteinander und den Zusammenhalt, sowohl in Deutschland als auch darüber hinaus, in den Mittelpunkt. Beides ist gerade in der heutigen Zeit besonders wichtig“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Bei der Landespräsentation von Rheinland-Pfalz sei Demokratie neben Umwelt, Wirtschaft, Wissenschaft und Europa deshalb ebenfalls einer der Schwerpunkte.

Oberbürgermeister Michael Ebling empfing abends die Bürgerdelegationen im Frankfurter Hof zum Mainzer Abend, nachdem diese am Nachmittag bereits in der Staatskanzlei von der Ministerpräsidentin Malu Dreyer begrüßt wurden und an einer Führung im Mainzer Landesmuseum der Landes-Ausstellung "vorZeiten" teilgenommen hatten. Ein buntes Programm und eine Weinverköstigung mit vielen kulinarischen Kostbarkeiten warteten auf die - zumeist - jungen Ehrenamtlichen, die von ihren Ländern als Dank für ihren Einsatz stellvertretend für alle ehrenamtlich Tätigen entsendet worden waren. Foto: Diether v. Goddenthow
Oberbürgermeister Michael Ebling empfing abends die Bürgerdelegationen im Frankfurter Hof zum Mainzer Abend, nachdem diese am Nachmittag bereits in der Staatskanzlei von der Ministerpräsidentin Malu Dreyer begrüßt wurden und an einer Führung im Mainzer Landesmuseum der Landes-Ausstellung „vorZeiten“ teilgenommen hatten. Ein buntes Programm und eine Weinverköstigung mit vielen kulinarischen Kostbarkeiten warteten auf die – zumeist – jungen Ehrenamtlichen, die von ihren Ländern als Dank für ihren Einsatz stellvertretend für alle ehrenamtlich Tätigen entsendet worden waren. Foto: Diether v. Goddenthow

Oberbürgermeister Michael Ebling freute sich, dass die Feierlichkeiten in der Landeshauptstadt Mainz stattfinden: „Heute gastgebende Stadt sein zu dürfen, ist für uns Mainzerinnen und Mainzer eine ganz große Ehre! Schließlich ist der Tag der Deutschen Einheit unser Nationalfeiertag, es ist der Tag, an dem Deutschland sich gemeinsam erinnert an diese absolute Ausnahmezeit rund um den Fall der Mauer vor 28 und die Wiedervereinigung vor 27 Jahren. Wir freuen uns, dass die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in diesem Jahr in der Landeshauptstadt Mainz stattfinden. Mainz feiert gerne – und das nicht nur zur fünften Jahreszeit. Was die Landeshauptstadt auszeichnet, ist ihre Weltoffenheit, die besondere Lebensfreude, die Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Mainzerinnen und Mainzer. Wir werden Mainz an den beiden Tagen als weltoffene, tolerante und gastfreundliche Stadt präsentieren, in der Hass und Fremdenfeindlichkeit keinen Platz finden.“

Foto: Diether v. Goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow

Im Rahmen der Eröffnung stellte Ministerpräsidentin Malu Dreyer auch die drei Gewinnerinnen und Gewinner zum internationalen Ideenwettbewerb „Erfinde ein Ritual für Deutschland“ vor. Die Staatskanzlei hatte als Ausrichter der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit 2017 in Mainz aufgerufen, ein Ritual für den Einheitstag vorzuschlagen. Die Ministerpräsidentin beglückwünschte alle Gewinnerinnen und Gewinner und dankte ihnen für ihre Ideen. Gewonnen hat das Ritual „Zusammen singen“. „Es passt perfekt zum Motto „Zusammen sind wir Deutschland“, denn Singen verbindet Menschen“, so die Ministerpräsidentin. Zudem habe es großes Potenzial, sich zu verbreiten. Das gemeinsame Singen soll nun erstmals bei den Feierlichkeiten am 3. Oktober um 16.15 Uhr stattfinden.

Bis in den späten Abend hinein, der Regen hatte inzwischen aufgehört und die Temperaturen waren mild, feierten die Leute gelassen auf Strassen, Plätzen und den zahlreichen Länderzelten bei zum Teil leckeren Spezialitäten aus den Regionen. Foto: Diether v. Goddenthow
Bis in den späten Abend hinein, der Regen hatte inzwischen aufgehört und die Temperaturen waren mild, feierten die Leute gelassen auf Strassen, Plätzen und in den zahlreichen Länderzelten bei zum Teil leckeren Spezialitäten aus den Regionen. Foto: Diether v. Goddenthow

Auf dem Bürgerfest erwarten die Besucher und Besucherinnen am 2. und 3. Oktober zahlreiche Attraktionen: Im 1,2 Quadratkilometer großen Festgebiet präsentieren sich die 16 Bundesländer und die Verfassungsorgane. Daneben gibt es eine Landesmeile, die Blaulichtmeile, die Selbsthilfemeile, die Sponsorenmeile und ein Weindorf. Hinzu kommen Bühnen von SWR, RPR1., der ZDF-Show „Mainz feiert“, der Stadt Mainz und Rocklandradio. Mit dem DM-Kinderland, Deutschland bewegt sich, dem AOK-Kindertheater und Streetfood Startup sind auf dem Festgelände vier Aktionsflächen verteilt. Insgesamt wird es über 200 Zelte, rund 70 Außengastronomiestände und 30 Weinstände geben.
„Der 3. Oktober ist der für Deutschland wichtigste Feiertag. Er ist der Tag, an dem wir uns daran erinnern und darüber freuen, dass wir wiedervereint in Frieden und Freiheit in einer Demokratie leben können. Wir wollen mit unserer Feier dazu beitragen, dass sich bei den Menschen ein positives Gefühl zu diesem Tag einstellt. Daher lade ich alle herzlich ein, zu uns nach Mainz zu kommen, mitzufeiern und sich des Glücks der Wiedervereinigung zu erinnern“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.
Aktuelle Informationen zum Tag der Deutschen Einheit und dem Programm des Bürgerfestes gibt es auch auf der Website www.tag-der-deutschen-einheit.de sowie den Social-Media-Kanälen www.facebook.com/DeutscheEinheit2017 und www.twitter.com/TDE2017

Tag der Deutschen Einheit Rund 150.000 Menschen beim Bürgerfest in Mainz

buergerfestRund 150.000 Menschen haben gestern beim Bürgerfest zum Tag der Deutschen Einheit friedlich zusammen gefeiert. Nachdem der Nieselregen am Nachmittag nachgelassen hatte, füllte sich die Veranstaltungsfläche zunehmend. Auf der Ländermeile und vor den verschiedenen Bühnen auf den Plätzen der Stadt Mainz drängten sich die Zuschauer bis in die späten Abendstunden. Der Zugang zur RPR-Bühne musste wegen des Andrangs zeitweise gesperrt werden.
Aus Sicht der Polizei verlief das Bürgerfest gestern weitgehend störungsfrei. Auch der erwartete Stau zur morgendlichen Rush-Hour sei ausgeblieben. Offenbar hätten die Besucher die Hinweise der Stadt Mainz und der Polizei auf Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel angenommen.

Sicherheit wird groß geschrieben. Um in die Zelte von Bundestag und Kanzleramt zu gelangen muss eine Schleuse, ähnlich eines Sicherheits-Checks am Flughafen, absolviert werden. Foto: Diether v. Goddenthow
Sicherheit wird groß geschrieben. Um in die Zelte von Bundestag und Kanzleramt zu gelangen muss eine Schleuse, ähnlich eines Sicherheits-Checks am Flughafen, absolviert werden. Foto: Diether v. Goddenthow

Ministerpräsidentin Dreyer und Oberbürgermeister Ebling eröffnen am 2. Okt. 2017 das Bürgerfest zum Tag der Deutschen Einheit – Großes Bühnenprogramm

Foto: Diether v. Goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow

Unter dem Motto „Zusammen sind wir Deutschland“ richtet Rheinland-Pfalz mit seiner gastgebenden Landeshauptstadt Mainz am 2. und 3. Oktober die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit aus. Neben den protokollarischen Veranstaltungen gibt es ein großes Bürgerfest, zu dem rund 500.000 Gäste in der Mainzer Innenstadt erwartet werden.

Gemeinsam mit dem Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling eröffnet Ministerpräsidentin Malu Dreyer das Bürgerfest am

Dienstag, 2. Oktober 2017 um 14 Uhr
im Länderzelt Rheinland-Pfalz am Fischtorplatz in Mainz.

Über die ganze Innenstadt verteilt wird eine große Festmeile entstehen, bei der sich traditionell die 16 Bundesländer sowie die Verfassungsorgane präsentieren. Auf den großen Bühnen von SWR und RPR1. werden Stars wie Karat, Münchener Freiheit, Laith al Deen, Tim Bendzko und Culcha Candela auftreten.

Festmeilen in der Mainzer Innenstadt
Attraktionen auf einen Blick
An- und Abreise

Ausführlichere Informationen finden Sie im Programmheft, einfach hier downloaden!

Kurzüberblick über das Bühenprogramm

Montag, 2. Oktober 2017

SWR4 Bühne – Schillerplatz
11.00 Uhr – Warm-Up und Soundcheck
ab 17.30 Uhr – SWR4 Open Air, Moderation: Anna Lena Dörr
17.30 Uhr – Ute Freudenberg & Christian Lais
18.45 Uhr – KARAT
20.40 Uhr – Münchener Freiheit

RPR1. Bühne – Ernst-Ludwig-Platz
11.00 Uhr – Öffnung des Geländes
15.30 Uhr – RPR1. DJ
16.30 Uhr – Elastiq
17.30 Uhr – Mind Trap
18.50 Uhr – Antje Schomaker
20.00 Uhr – RPR1. Tanzbar DJs Banks & Rawdriguez
20.25 Uhr – Tim Bendzko
22.15 Uhr – Culcha Candela
00.00 Uhr – Ende der Veranstaltung

Rockland Bühne – Tritonplatz
11.00 Uhr – Eröffnung der Musical-Area
12.00 Uhr – „Frei sein – Mensch sein“, Musical zur deutschen Einheit
13.00 Uhr – Das Bürgerfest in Mainz zum Tag der deutschen Einheit
13.30 Uhr – Einheit meets Rock
14.00 Uhr – 27 Jahre einig Vaterland
15.00 Uhr – „Frei sein – Mensch sein“, Musical zur deutschen Einheit

Bühne der Stadt Mainz – Bischofsplatz
12.00 Uhr – Eröffnung der Bühne
13.00 Uhr – Peter-Cornelius-Chor mit Rock, Pop, Blues und Soul
14.30 Uhr – Oliver Mager und Kruschel: Musik für Kinder
16.00 Uhr – Funk & Soul mit dem Peter-Cornelius-Konservatorium
17.30 Uhr – La Route du Bonheur – Fusion und Swing
19.00 Uhr – Operngala der Hochschule für Musik
20.15 Uhr – ACIM Streetdance
21.00 Uhr – Bender & Schillinger
22.30 Uhr – Hanne Kah

Landtag Bühne – Landesmuseum Innenhof
15.00 Uhr – Landespolizeiorchester Rheinland-Pfalz
18.00 Uhr – Marching Band Impérial Kikirstan

Blaulicht Bühne – Bauhofstraße
11.00 Uhr – Eröffnung mit der Rettungshundestaffel der Feuerwehr
12.00 Uhr – Zollkapelle
13.00 – Vorführung Diensthunde der Bundespolizei
14.00 – Zollkapelle
15.00 – Rettungshundestaffel der Feuerwehr
16.00 – Zollhundevorführung
17.00 – Bundeswehrsportler

Dienstag, 3. Oktober 2017
(Änderungen des Ablaufes sind vorhalten)

SWR1 Bühne – Schillerplatz
9.25 Uhr – Übertragung Sondersendung „Tag der Deutschen Einheit in Mainz – SWR extra live“
13.15 Uhr – Warm-Up und Soundchecks
ab 16.30 Uhr SWR Open Air, Moderation Veit Berthold
16.30 Uhr – Jukebox Heroes
18.00 Uhr – SUNA
19.00 Uhr – Laith Al-DeEn
20.30 Uhr – Übertragung Sondersendung „Das große Finale am Rhein“
21.00 Uhr – SWR1 Public Singing

RPR1. Bühne – Ernst-Ludwig-Platz
11.00 Uhr – Öffnung des Geländes
16.15 Uhr – Bausa
17.00 Uhr – bigFM DJ, DJ Antar + Eklips
19.10 Uhr – KMN Gang feat. Azet, Miami Yacine, Nash & Zuna
20.15 Uhr – Videoübertragung der Abendshow am Rhein
21.15 Uhr – 257ers
23.00 Uhr – Ende der Veranstaltung

Rockland Bühne – Tritonplatz
11.00 Uhr – Opening
11.30 Uhr – Pre-Show „Frei sein – Mensch sein“
12.00 Uhr – „Frei sein – Mensch sein“, Musical zur deutschen Einheit
13.00 Uhr – Das Bürgerfest in Mainz zum Tag der deutschen Einheit
13.30 Uhr – Einheit meets Rock
14.00 Uhr – 27 Jahre einig Vaterland
15.00 Uhr – „Frei sein – Mensch sein“, Musical zur deutschen Einheit
16.00 Uhr – Das Bürgerfest in Mainz zum Tag der deutschen Einheit
16.30 Uhr – Einheits meets Rock
17.30 Uhr – Der Fußball und die Einheit
18.30 Uhr – Das Bürgerfest in Mainz zum Tag der deutschen Einheit
19.00 Uhr – Einheits meets Rock
19.30 Uhr – Pre-Show „Frei sein – Mensch sein“
20.00 Uhr – „Frei sein – Mensch sein“, Musical zur deutschen Einheit
21.00 Uhr – Einheits meets Rock

Bühne der Stadt Mainz – Bischofsplatz
11.00 Uhr – Urban Fox zelebriert Ed Sheeran
12.30 Uhr – Holz- und Bläserensembles des Peter-Cornelius-Konservatoriums
14.00 Uhr – Caro Tritschler, Ulf Kleiner & Band
15.30 Uhr – Science Slammer
16.30 Uhr – tanzmainz, Staatstheater Mainz
17.30 Uhr – Improvisationstheater mit „Musenkuss nach Ladenschluss“
19.00 Uhr – Sven Hieronymus – Comedy
20.30 Uhr – Abendinszenierung am Rhein
22.00 Uhr – Mine, Musik

Landtag Bühne – Landesmuseum Innenhof
13.00 Uhr – Auftritt von Andy Ost
14.00 Uhr – Les Patrons
14.50 Uhr – Ein-Mann-Stück „Der Freiheitsbaum“
15.05 Uhr – Les Patrons

Blaulicht-Bühne – Bauhofstraße
11.00 Uhr – Eröffnung mit dem Landespolizeiorchester Rheinland-Pfalz
12.30 Uhr – Theaterstück „Zivilcourage – Wie geht das?“
13.00 Uhr – Vorführung Diensthunde der Bundespolizei
14.00 Uhr – Festnahmetechniken mit den Schieß- und Einsatztrainern der Bereitschaftspolizei
15.00 Uhr – Theaterstück „Zivilcourage – Wie geht das?“
15.30 Uhr – THW-Orchester
16.30 Uhr – Zollhundevorführung
17.00 Uhr – Bundeswehrsportler
18.00 Uhr – Zollkapelle

Weitere aktuelle Infos über:
https://www.facebook.com/DeutscheEinheit2017
https://twitter.com/TDE2017
Tag der Deutschen Einheit – Einheitsfeier (Staatskanzlei Rheinland-Pfalz)
Tag der Deutschen Einheit (Stadt Mainz)

Der Mensch ist frei „ Festveranstaltung zum 70. Jahrestag der Annahme der Verfassung für Rheinland-Pfalz

Der Mensch ist Frei - 70 Jahre Rheinland-Pfalz. Abschließend wurde in der zum Plenarsaal umgerüsteten Steinhalle des Landesmuseums Mainz gemeinsam das Deutschlandlied gesungen. Foto: Heike W.  v.Goddenthow  © atelier-goddenthow
Der Mensch ist Frei – 70 Jahre Rheinland-Pfalz. Abschließend wurde in der zum Plenarsaal umgerüsteten Steinhalle des Landesmuseums Mainz gemeinsam das Deutschlandlied gesungen. Foto: Heike W. v.Goddenthow © atelier-goddenthow

Nur in Rheinland-Pfalz beginnt die Landesverfassung im ersten Artikel mit dem Satz: „Der Mensch ist frei“. Diese geradezu radikalliberale Betonung der individuellen Freiheit des Menschen gegenüber seiner Kollektivexistenz ist in Rheinland-Pfalz kein Zufall. Vielmehr ist dieser Satz Ausdruck eines langen, harten und letztlich erfolgreichen Kampfes für die Befreiung der Menschen aus verschiedenen Obrigkeitssystemen, der sich im Südwesten von der Mainzer Republik über das Hambacher Fest, die Revolution von 1848, die Überwindung des Kaiserreiches und Nazi-Diktatur bis hin zur heutigen rheinland-pfälzischen Verfassung zurückverfolgen lässt.

(v.li.) Jean Asselborn, Minister für Auswärtige und Europäische Angelegenheiten und Minister für Immigration und Asyl des Großherzogtums Luxemburg, Hendrik Hering, Landtagspräsident, und Malu Dreyer, Ministerpräsidentin  von Rheinland-Pfalz und amtierende Bundesratspräsidentin, schneiden gemeinsam die große Rheinland-Pfalz-Geburtstagstorte an.  Foto:. Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
(v.li.) Jean Asselborn, Minister für Auswärtige und Europäische Angelegenheiten und Minister für Immigration und Asyl des Großherzogtums Luxemburg, Hendrik Hering, Landtagspräsident, und Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz und amtierende Bundesratspräsidentin, schneiden gemeinsam die große Rheinland-Pfalz-Geburtstagstorte an.
Foto:. Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Jedes Jahr am 18. Mai wird im Mainzer Landtag der Tag gefeiert, an dem die Landesverfassung in einer Volksabstimmung von den Rheinland-Pfälzern angenommen wurde. In diesem Jahr war es eine ganz besondere Feier, nämlich der 70. Jahrestag der Annahme der Verfassung für Rheinland-Pfalz. Der offizielle Festakt begann mit einem Ökumenischen Gottesdienst in der Kirche St. Peter. Der Festakt fand anschließend mit Gästen aus Politik, Kultur und Gesellschaft in den Plenarsaal in der Steinhalle des Landesmuseums Mainz statt. Festredner war Jean Asselborn, Minister für Auswärtige und Europäische Angelegenheiten und Minister für Immigration und Asyl des Großherzogtums Luxemburg.

Begrüßungsansprache von Landtagspräsident Hendrik Hering

Landtagspräsident Hendrik Hering  Foto:. Diether v. Goddenthow
Landtagspräsident Hendrik Hering Foto:. Diether v. Goddenthow

Landtagspräsident Hendrik Hering wies in seiner Begrüßungsansprache darauf hin, dass 70 Jahre ein Anlass seien, §zurück zu blicken und gleichzeitig über unser heutiges Verfassungsverständnis nachzudenken – umso mehr, als die Krisendiagnosen für das politische System des Westens in Wissenschaft und Medien zunehmen“ Die Demokratie ginge uns alle etwas an. Sie sei nicht vom Himmel gefallen, sondern ein holpriger und steiniger Weg. „Die Zustimmung zur Landesverfassung 1947 fiel denkbar knapp aus“, so der Landtagspräsident. „Nur 53 Prozent der Bürgerinnen und Bürger des neugegründeten Landes, dem es an einem historischen Zusammengehörigkeitsgefühl fehlte, stimmten für sie. In Rheinhessen und der Pfalz sprach sich sogar eine Mehrheit gegen den Verfassungsentwurf aus. Noch im Jahr 1951 entschieden sich in einer repräsentativen Umfrage 45 Prozent der Deutschen für das Kaiserreich für die Zeit, in der es Deutschland am besten gegangen sei und 42 Prozent für die Zeit des Nationalsozialismus. Zwei Prozent entschieden sich für die Bundesrepublik. Das Interesse der Öffentlichkeit an der Demokratie konnte nicht viel geringer sein. Es war also ein denkbar schwieriger Weg von der Landesgründung bis zu dem Rheinland-Pfalz, wie wir es heute kennen.“, erinnerte Hering an die Anfänge der Nachkriegszeit und ermahnte: „auch wenn sie uns heute selbstverständlich vorkommt. Die Landesverfassung, deren Geburtstag wir heute feiern, bleibt das Fundament der Demokratie in unserem Bundesland. Sie hat dazu beigetragen, dass es uns in allen Lebensbereichen so gut geht wie noch nie in der Geschichte Deutschlands. Diese Erfolgsgeschichte mit Leben zu füllen, sie auch für alle Menschen gleichermaßen Wirklichkeit werden zu lassen, bleibt unsere tägliche Aufgabe, eine Aufgabe aller Bürgerinnen und Bürger.“, sagte Landtagspräsident Hendrik Hering.

Die Gedanken sind frei – Festrede des Luxemburgischen Außenministers Jean Asselborn

Ehrengast und Festredner, Jean Asselborn, Minister für Auswärtige und Europäische Angelegenheiten und Minister für Immigration und Asyl des Großherzogtums Luxemburg.  Foto:. Diether v. Goddenthow
Ehrengast und Festredner, Jean Asselborn, Minister für Auswärtige und Europäische Angelegenheiten und Minister für Immigration und Asyl des Großherzogtums Luxemburg. Foto:. Diether v. Goddenthow

Der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn empfand sein „Auftritt“ als Heimspiel, denn Luxemburg und Deutschland teilten 900 Jahre gemeinsame Geschichte im Heiligen Römischen Reich und im Deutschen Bund. Mehrere Mitglieder des alten Hauses Luxemburg und des heute regierenden Hauses saßen auf den kurfürstlichen Thronen in Mainz und Trier. Die Abtei St. Maximin in Trier war quasi Vertragspartner im Jahre 963 bei der Gründung der Stadt Luxemburg und bis zur Gründung eines Bistums Luxemburg (1870) hing das heutige Großherzogtum fast integral vom damaligen Erzbistum Trier ab. „Ja, Deutschland und Luxemburg sind durch die natürlichen Grenzen von Mosel, Sauer und Our voneinander getrennt. Aber trennen Sie uns heute noch?“, fragte Asselborn, um selbst die Antwort zu geben: „Das tun sie nicht!“ „Darüber hinaus, um auch jeglichem Streit aus dem Weg zu gehen“, so augenzwinkernd der Außenminister, „verwalten Deutschland und Luxemburg diese Wassergrenze gemeinsam. Grundsätzlich geht diese Form der gemeinsamen Verwaltung auf den Vertrag von Aachen vom 26. Juni 1816 zwischen dem König von Preußen und Wilhelm I., König der Niederlande und Großherzog von Luxemburg zurück“. Die Mosel sei also Kondominium, gemeinschaftliches deutsch-luxemburgisches Hoheitsgebiet indem die Verwaltung gemeinsam ausgeübt werde. „Und dieses Rheinland-Pfalz von heute war in seinen historischen Teilbereichen immer unser geografischer und regionalpolitischer Nachbar“, begrüßte der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn die Anwesenden.

Das Landespolizeiorchester „Men in Blue“ eröffnete mit Celebration von „Kool & the Gang“, intonierte abschließend die Nationalhymne und umrahmte musikalisch den anschließenden Empfang. Foto:. Heike  v. Goddenthow
Das Landespolizeiorchester „Men in Blue“ eröffnete mit Celebration von „Kool & the Gang“, intonierte abschließend die Nationalhymne und umrahmte musikalisch den anschließenden Empfang. Foto:. Heike v. Goddenthow

Sehr viele der Errungenschaften, die wir heute oft als „universelle“ Werte lobpreisten, hätten sich auch auf dem Gebiet des heutigen Landes Rheinland-Pfalz entfaltet. Das Streben nach bürgerlichen Freiheiten, das durch die Französische Revolution vielerorts angefeuert worden sei, habe in dieser Region einen sehr fruchtbaren Boden gefunden, so Asselborn. Er nannte als Beispiel die sogenannte „Mainzer Republik“ von 1793, die nach französischem Vorbild die erste ausgerufene bürgerlich-demokratische Republik auf deutschem Boden gewesen sei. Zum ersten Mal habe in der deutschen Geschichte die Entscheidungsgewalt bei einem Parlament gelegen, das nach demokratischen Prinzipien gebildet worden sei. Darin seien die Grundsätze eines modernen Staatsgebildes enthalten gewesen: Im Nationalkonvent saßen die Stellvertreter des freien Volkes, des einzigen rechtmäßigen Souveräns des Staates. „Auch wenn dieses kurzlebige Staatsgebilde nur durch die direkte Intervention Frankreichs zu Stande kommen konnte – und deshalb immer auch kritisch und kontrovers diskutiert wurde – liegt hier auf deutschem Boden die Keimzelle modernsten demokratischen Gedankenguts.“, so der luxemburgische Außenminister.“Wen wundert es also, dass Hambach, eine der wichtigsten Stätte des Aufbegehrens gegen den geistig-politischen Engpass, den neo-absolutistischen Obrigkeitsstaat, die von Metternich dominierte reaktionäre Heilige Allianz, dass dieses Hambach in der Vorderpfalz liegt. Und vom Hambacher Fest 1832, dieser maßgeblichen Etappe auf dem Weg zum Einheitsgefühl der Deutschen, spannt sich der Bogen zur Frankfurter Nationalversammlung des Jahres 1848, an der übrigens auch zwei luxemburgische Abgeordnete den Wahlkreis Luxemburg vertraten.
Welch andere liberalere Entwicklung hätte ein Großteil des deutschsprachigen Gebietes nehmen können, hätten die Prinzipien der Versammlung in der Paulskirche obsiegt.“ „Und in Hambach“, so Asselborn weiter, „sang man wohl eines der schönsten Lieder der Zeit, auf einem um 1780 verfassten Text fußend, in dem es in der ersten Strophe heißt:

„Die Gedanken sind frei […]
kein Mensch kann sie wissen
kein Jäger erschießen
es bleibet dabei
die Gedanken sind frei.“

Eine Hymne auf einer der Grundpfeiler menschlicher Freiheit, erwachsen aus dem Gedankengut der deutschen Aufklärung.

Schiller sah in der Meinungsfreiheit ein Naturrecht des Menschen getreu der Aufklärung und des französischen „Siècle des Lumières“. Und in Anbetracht dieser beiden Referenzen und all des Unheils das gerade im 20. Jahrhundert über die Menschheit kam, ist es betrüblich und beschämend, dass dieses elementare Menschenrecht auch heute noch in so vielen Staaten eingefordert werden muss, ja sogar einige Demokratien diesbezüglich einer Rückwärtsbewegung verpflichtet sind“, sagt der Asselborn

Die künstlerischen Einlagen fanden zwischen den Reden statt, wie hier die Performance "Lebt. Die Verfassung" des Theaterclubs zeitraum vom Staatstheater Mainz. Foto:. Heike  v. Goddenthow
Die künstlerischen Einlagen fanden zwischen den Reden statt, wie hier die Performance „Lebt. Die Verfassung“ des Theaterclubs zeitraum vom Staatstheater Mainz. Foto:. Heike v. Goddenthow

Es sei bedauerlicherweise so, dass die Entwicklung der Menschheit und ihrer Freiheiten nicht vor Rückschritten gefeit sei. Die Menschen hätten es erleben müssen, dass auch die deutsch-luxemburgischen Beziehungen nicht immer positiv-gradlinig verlaufen seien. Nach der Zäsur der NS-Zeit und des Zweiten Weltkrieges konnte allerdings wieder auf dieses Erbe zurückgegriffen werden. so Asselborn, der auf die durch die Alliierten ermöglichte Gründung von Rheinland-Pfalz und der Bundesrepublik und eines gemeinschaftlichen Europas zur endgültigen Überwindung von Nationalgrenzen einging, aber auch Selbstkritik anmahnte, der sich die EU-Familie stellen müsse. Die Glaubwürdigkeit verlange, „dass wir selbstkritisch einige verheerende Entwicklungen in unseren Gemeinwesen und in der EU-Familie betrachten. Die größte Erschütterung unserer Gemeinschaft, die aus den Lehren der unheilvollen Vergangenheit erwachsen ist und auf den höchsten demokratischen Prinzipien fußt, entsteht dann wenn unser Wertsystem bröckelt und von innen heraus Fäulnisansätze zeigt. Es gilt diese Phänomene, welche auch gegen die solidarischen Grundlagen der Gesamtfamilie fundamental verstoßen und manchmal im reinen machtpolitischen Interesse eines Landes, einer Partei oder einer irrigen Ideologie gründen, resolut anzugehen und zu bekämpfen. Ansehen, Einfluss und diese berühmte Glaubwürdigkeit der EU aber auch der NATO und des Europarats sind ein Ausfluss davon wie sehr wir unsere Grundprinzipien selbst leben und die Fahne der Werteskala, der wir universellen Charakter geben wollen, selbst achten und hochhalten.“ so der Luxemburgische Außenminister, der zudem den in Deutschland gelebten Föderalismus als grundlegendes Staatsprinzip lobte und zum Schluss nochmals den Blick auf die regionalpolitische und europäische Achse zwischen Rheinland-Pfalz und Luxemburg als eine beispielgebende Modellregion für die Europäische Integration lenkte.

Frieden nur mit einem funktionierenden Europa – Rede von Ministerpräsidentin Malu Dreyer

Malu Dreyer, Ministerpräsidentin  von Rheinland-Pfalz und amtierende Bundesratspräsidentin.oto:. Diether v. Goddenthow
Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz und amtierende Bundesratspräsidentin. Foto:. Diether v. Goddenthow

Die rheinland-pfälzische Verfassung sei auch starkes Symbol für unsere freiheitlich-demokratische Werteordnung, betonte die Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Sie sei die Grundlage für die Erfolgsgeschichte von Rheinland-Pfalz, eine Geschichte, die eng mit der europäischen Nachkriegsgeschichte verknüpft sei. „Für viele Rheinland-Pfälzer und Rheinland-Pfälzerinnen ist Europa gelebter, liebgewonnener Alltag und die Grundlage für den Erfolg unseres Landes. Als Land im Herzen Europas spüren wir den Pulsschlag der europäischen Wertegemeinschaft besonders stark“, sagte die Ministerpräsidentin. „Unvorstellbar für uns, dass man in der Pfalz nicht einfach nach Frankreich fährt, unvorstellbar für uns, dass ich als Lehrerin nicht einfach nach Luxemburg fahre, oder auch mal nach Belgien fahre. Es ist unvorstellbar, dass wir eine Rückwärtsrolle in der Europäischen Union machen, und deshalb ist das eine unserer großen Aufgaben, die wir auch als Regierung, als Parlament sehr, sehr ernst nehmen. Wir wünschen uns nämlich, dass dieses Land auch weitere 70 Jahre in Frieden lebt und wir sind davon überzeugt, dass es Frieden gibt nur mit einer funktionierenden Europäischen Gemeinschaft. „ so Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Künstlerisches Rahmenprogramm 

 „Villa Musica“ spielte Wolfgang Amadeus Mozart „Divertimento Es-Dur für Violine, Viola und Violoncello, KV 563“. Foto:. Heike  v. Goddenthow
„Villa Musica“ spielte Wolfgang Amadeus Mozart „Divertimento Es-Dur für Violine, Viola und Violoncello, KV 563“. Foto:. Heike v. Goddenthow

Der Festakt wurde musikalisch und künstlerisch abwechslungsreich umrahmt: Das Landespolizeiorchester „Men in Blue“ eröffnete mit Celebration von „Kool & the Gang“ die Jubiläumsfeierlichkeiten, intonierte gegen Schluss der Reden die gemeinsam gesungene Nationalhymne im Plenarsaal, und begleitete musikalisch den anschließenden Empfang. Schauspieler vom „Theaterclub zeitraum“ des Staatstheaters Mainz hauchten in einer originellen „Sprech-Performance“ der rheinland-pfälzischen Verfassung Leben ein. Generationsübergreifend waren ihre Rollen im gesamten Plenarsaal und in der Zuschauer-Empore verteilt.
Das Trio „Villa Musica“ gab mit Mozarts „Divertimento Es-Dur für Violine, Viola und Violoncello, KV 563“ dem Festakt eine klassische Einlage.

Prof. Dr. Peter Kohlgraf ist neuer Bischof von Mainz

Hohe Dom St. Martin zu Mainz Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Hohe Dom St. Martin zu Mainz Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Heute Punkt zwölf Uhr wurde in Rom und in Mainz Professor Dr. Peter Kohlgrafs Ernennung zum neuen Bischof von Mainz durch Papst Franziskus bekannt gegeben. Der Kölner Theologe wird damit auch Oberhirte vieler Katholiken in Hessen, wozu unter anderem auch die Dekanate Darmstadt, Offenbach, Gießen, Rüsselsheim und Alsfeld sowie Bergstrasse und die Wetteraus zählen.. Als Kardinal Lehmanns Nachfolger tritt er ein großes Erbe an. Nach Angaben des Bistums Mainz steht noch kein Termin für die Bischofsweihe fest, die im Mainzer Dom stattfinden wird.

Bild © Katholische Hochschule Mainz
Bild © Katholische Hochschule Mainz

Professor Kohlgraf ist 50 Jahre alt. Er hat in Bonn Theologie studiert, wurde 1993 in Köln zum Priester geweiht und lehrt seit 2012 an der Katholischen Hochschule in Mainz, wo ihn Kardinal Lehmann ab dem Wintersemester 2016/2017 zum Dekan des Fachbereichs Praktische Theologie ernannte. Kohlgraf ist zudem als Pfarrvikar in der Pfarrgruppe Wörrstadt im Dekanat Alzey/ Gau-Bickelheim in Rheinland-Pfalz tätig.

Zahlreiche Glückwünsche
Zu den ersten Gratulanten zählten Limburgs Bischof Georg Bätzing, der betonte, dass mit Kohlgrafs Wahl dem Mainzer Bistum nichts Besseres hätte passieren können: „Peter Kohlgraf ist ein hervorragender Lehrer, ein guter Seelsorger, ein erfahrener Mensch, auch in der Personalführung“, sagte Limburgs Bischof Georg Bätzing.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer betonte in Ihrer Grußadresse, dass mit Peter Kohlgraf ein Theologe als Nachfolger des international hoch geschätzten Kardinal Lehmann gewählt worden sei, der sich seit vielen Jahren wissenschaftlich und praktisch mit der Zukunft der Gemeinden und mit dem christlichen Glauben in der modernen Gesellschaft befasse und nah bei den Menschen sei: „Sie kennen die Wünsche und Sorgen der Gläubigen, insbesondere die junger Menschen. Als Seelsorger und Theologe haben Sie die überlieferte Lehre immer mit einem klaren Blick auf die gegenwärtige Situation der Kirche verbunden.“

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier sagte in seinem Grußtelegramm. „Es ist für mich eine große Freude, dass die Vakanz des Bistums Mainz so rasch beendet wurde. Herzlich gratuliere ich im Namen der Landesregierung und ganz persönlich Professor Kohlgraf zu seiner Wahl durch das Mainzer Domkapitel und seiner Ernennung durch Seine Heiligkeit Papst Franziskus. Für die Katholiken des Bistums Mainz, die zu einem großen Anteil in Hessen leben und für viele Bürgerinnen und Bürger darüber hinaus ist es sehr erfreulich, dass eines der traditionsreichsten Bistümer Deutschlands nun wieder einen Oberhirten hat. Seine pastoraltheologischen Erfahrungen und Kenntnisse aus der Praxis und Wissenschaft werden sicher mit dazu beitragen, die den Menschen zugewandte Leitung des Bistums auch künftig fortzusetzen. Es ist mein Wunsch, den intensiven und für beide Seiten bereichernden Dialog zwischen Politik und Kirche mit dem neunen Bischof von Mainz nahtlos fortzusetzen“, sagte der Regierungschef.

Der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebeling wünschte dem neuen Mainzer Bischof Peter Kohlgraf „viel Erfolg bei der Führung des Mainzer Bistums. Peter Kohlgraf ist im Bistum Mainz kein Unbekannter. Als Professor an der Katholischen Hochschule Mainz und als Pfarrvikar in der Pfarrgruppe Wörrstadt in Rheinhessen hat er sich als Theologe und Seelsorger in der Region einen Namen gemacht.“

„Die reiche Geschichte unserer Stadt ist eng verbunden mit den Mainzer Bischöfen. Sie haben durch viele Jahrhunderte hindurch das Leben und das Gesicht von Mainz entscheidend mitgeprägt und gerade in schweren Tagen, von denen die Menschen hier viele gesehen haben, das ihre getan, um unsere Stadt immer wieder neu entstehen zu lassen. Bedeutende Persönlichkeiten auf dem Bischofsstuhl, wie Bischof Ketteler, Kardinal Volk oder zuletzt Kardinal Lehmann, haben wichtige Impulse in unserer Stadt gesetzt und auch nach außen hin durch ihr Wirken der alten Bischofsstadt Mainz große Ausstrahlungskraft angesichts höchst gegenwärtiger Herausforderungen in Kirche und Gesellschaft verliehen. Ich freue mich auf einen anregenden Dialog und Austausch zwischen der Stadt und dem neuen Bischof“, erklärt Oberbürgermeister Ebling.

„Kardinal Lehmann hat die Mainzerinnen und Mainzer durch seine Warmherzigkeit und Empathie als Mensch überzeugt. Als weltoffener Mainzer Ehrenbürger und hochgebildete Persönlichkeit in Weltkirche und Bistum hat Kardinal Lehmnann in herausfordernden Zeiten Orientierung gegeben. Er hat sich als Brückenbauer zwischen Kirche und Gesellschaft sowie als verlässlicher und konstruktiver Partner im Dialog mit den anderen christlichen und nichtchristlichen Religionsgemeinschaften große Anerkennung erworben. Ich wünsche mir, dass Peter Kohlgraf als neuer Bischof von Mainz an die Tradition seines Vorgängers anknüpft, dann wird er als neuer Oberhirte sicherlich schnell die Herzen der Mainzerinnen und Mainzer erobern“, so Oberbürgermeister Michael Ebling.

Breite Kultur ehrenamtlichen Engagements in Rheinland-Pfalz – 5. Bürgerempfang in Mainzer Staatskanzlei

Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat zum fünften Mal ehrenamtlich engagierte Bürge-rinnen und Bürger aus ganz Rheinland-Pfalz in der Staatskanzlei eingeladen. In diesem Jahr sind es vor allem junge Erwachsene, die aus den zwölf kreisfreien Städten und 24 Landkreisen des Landes gekommen waren. Eingerahmt von den Europäischen Miniköchen und den Pfälzer Wandermusikanten dankte die Ministerpräsidentin den Helden und Heldinnen des Alltags. Foto: Diether v. Goddenthow
Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat zum fünften Mal ehrenamtlich engagierte Bürge-rinnen und Bürger aus ganz Rheinland-Pfalz in der Staatskanzlei eingeladen. In diesem Jahr sind es vor allem junge Erwachsene, die aus den zwölf kreisfreien Städten und 24 Landkreisen des Landes gekommen waren. Eingerahmt von den Europäischen Miniköchen und den Pfälzer Wandermusikanten dankte die Ministerpräsidentin den Helden und Heldinnen des Alltags. Foto: Diether v. Goddenthow

Zu ihrem fünften Bürgerempfang hatte Ministerpräsidentin Malu Dreyer am Samstag, den 1. April 2017, vor allem junge Menschen in die Rheinland-Pfälzische Staatskanzlei Mainz eingeladen.
Umrahmt von 60 Jungköchen, der Europäischen Miniköche im Alter ab 10 Jahren und den Pfälzern Wandermusikanten dankte die Rheinlandpfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer den Helden und Heldinnen des Alltags: „Sie sind Menschen, die sich in unserem Land für andere einsetzen – und das ganz unentgeltlich. Ihr Engagement spiegelt genau die Pluralität und den Reichtum des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens wider, für die Rheinland-Pfalz steht“, sagte sie an ihre Gäste gewandt. „Ich finde es schön und es ist mir wichtig, so viele interessante Menschen kennenzulernen, die sich mit großem Einsatz ihrem persönlichen Herzensprojekt widmen. Rheinland-Pfalz braucht solche Menschen. Sie sind die Helden und Heldinnen des Alltags. Ohne ihre tatkräftige Unterstützung würde dieses Land nicht so gut funktionieren. Deswegen danke ich ihnen von ganzem Herzen“, so die Ministerpräsidentin weiter.

Gut 260 junge Ehrenamtliche - der Jugendfeuerwehr, den Kirchen bis zu den Pfadfindern lauschten gespannt der Ansprache. Anschließend konnten sie in Gruppen die Staatskanzlei besichtigen, Filme schauen, sich über alles informieren und untereinander austauschen. Foto: Diether v. Goddenthow
Gut 260 junge Ehrenamtliche – der Jugendfeuerwehr, den Kirchen bis zu den Pfadfindern lauschten gespannt der Ansprache. Anschließend konnten sie in Gruppen die Staatskanzlei besichtigen, Filme schauen, sich über alles informieren und untereinander austauschen. Foto: Diether v. Goddenthow

Rund 260 ehrenamtlich Engagierte aus den zwölf kreisfreien Städten und 24 Landkreisen waren der Einladung der Ministerpräsidentin gefolgt. Im Vordergrund standen auch diesmal die persönliche Begegnung und das Gespräch mit allen Delegationen. Leitgedanke beim diesjährigen Bürgerempfang war „Jung denken, Europa gestalten“. Während der rheinland-pfälzischen Bundesratspräsidentschaft möchte die Ministerpräsidentin insbesondere für die Chancen des demokratischen Miteinanders und ein einiges, freiheitliches Europa werben. „Mir ist es wichtig, dass junge Menschen mitgestalten, ihre Stimme erheben – und auch gesehen und gehört werden. Denn sie alle sind junge Botschafter und Botschafterinnen der Demokratie, sie alle gestalten mit. Das ist in den heutigen Zeiten, in denen Menschen unsere freiheitlich-demokratischen Werte in Frage stellen, wichtiger denn je“, zeigte sich die Ministerpräsidentin überzeugt.

Im Stresemann-Saal gab es den ganzen Tag über Filmvorführungen bei Kaffee und Kuchen.Foto: Diether v. Goddenthow
Im Stresemann-Saal gab es den ganzen Tag über Filmvorführungen bei Kaffee und Kuchen.Foto: Diether v. Goddenthow

Die Demokratie brauche Menschen, die sich für sie einsetzen, die neue Impulse geben und die deutliche Signale für Freiheit, Menschenrechte und eine vielfältige Gesellschaft setzen. So engagieren sich die geladenen Ehrenamtlichen vor allem in Jugendparlamenten, Schüler- und Studierendenvertretungen, bei Aktionen gegen rechts oder auch in der Flüchtlingshilfe. Ebenfalls vertreten waren Engagierte der Feuerwehren, Kirchen und Nachbarschaftshilfen.

Die Ministerpräsidentin im Gespräch mit einer der Gruppen aus 24 Landkreisen u. 12 kreisfreien Städten. Foto: Diether v. Goddenthow
Die Ministerpräsidentin im Gespräch mit einer der Gruppen aus 24 Landkreisen u. 12 kreisfreien Städten. Foto: Diether v. Goddenthow

Ehrenamtliches Engagement sei unverzichtbar, aber keineswegs selbstverständlich. „Deshalb ist mir die Anerkennung und Unterstützung des Ehrenamtes ein Herzensanliegen. Gute Rahmenbedingungen für ehrenamtliches Engagement zu schaffen, hat einen hohen Stellenwert in der Politik der Landesregierung“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

"Europäische Miniköche" reichen Obstspießchen. Foto: Diether v. Goddenthow
„Europäische Miniköche“ reichen Obstspießchen. Foto: Diether v. Goddenthow

Als eine besondere Form des Dankes habe sie beispielsweise die landesweite Ehrenamtskarte eingeführt, die Wertschätzung mit geldwerten Vorteilen verbinde. „Mittlerweile machen über 100 Kommunen mit und haben die Karte eingeführt. Die Karteninhaber und –inhaberinnen können landesweit bereits rund 475 Vergünstigungsangebote wie ermäßigte Eintrittspreise nutzen“, so die Ministerpräsidentin. Erst kürzlich sei zudem die Altersgrenze von 16 auf 14 Jahre gesenkt worden, um auch das Engagement von jungen Menschen anzuerkennen und zu fördern.

Vielfältige Informationen gab es bei der Landeszentrale für Politische Bildung, Rheinland-Pfalz im zum Café Kabinett umfunktionierten alten Kabinettssaal. Foto: Diether v. Goddenthow
Vielfältige Informationen gab es bei der Landeszentrale für Politische Bildung, Rheinland-Pfalz im zum Café Kabinett umfunktionierten alten Kabinettssaal. Foto: Diether v. Goddenthow

Die zum Bürgerempfang geladenen Engagierten werden auf Vorschlag der jeweiligen Landräte und Landrätinnen wie auch der Oberbürgermeister und Oberbürgermeisterinnen ausgewählt. Rund um das persönliche Treffen mit der Ministerpräsidentin konnten die Gäste die Staatskanzlei besichtigen, sich bei der Landeszentrale für politische Bildung informieren oder sich von den Pfälzer Wandermusikanten, dem Mainzer Singer-Songwriter David Strack und der Schule für Clowns unterhalten lassen.

Tag der Deutschen Einheit 2017 wirft in Mainz seine „Schatten“ voraus – Großes Bürgerfest geplant

Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Oberbürgermeister Ebling informierten heute über die zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit am 2. und 3. Oktober 2017 in Mainz. Foto: Diether v. Goddenthow  © atelier-goddenthow
Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Oberbürgermeister Ebling informierten heute über die zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit am 2. und 3. Oktober 2017 in Mainz. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Tag der Deutschen Einheit 2017 in Mainz Ministerpräsidentin Dreyer/Oberbürgermeister Ebling: Rheinland-Pfalz und die Landeshauptstadt freuen sich auf die Einheitsfeier

(gl) „Am 2. und 3. Oktober 2017 wird Rheinland-Pfalz die Ehre und schöne Aufgabe haben, die zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit auszurichten. Es soll ein besonderes Fest werden, so vielfältig, kreativ und modern wie unser Land und seine Landeshauptstadt“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer, die heute gemeinsam mit dem Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling die inhaltliche Ausrichtung und den Planungsstand vorstellte.

Rheinland-Pfalz hat zum sechsten Mal den Vorsitz im Bundesrat inne und richtet damit verbunden zum zweiten Mal den Tag der Deutschen Einheit in seiner Landeshauptstadt aus. Für das Jahr der rheinland-pfälzischen Bundesratspräsidentschaft und die Einheitsfeier hat die Landesregierung das Motto „Zusammen sind wir Deutschland“ gewählt. „Unser Motto verstehe ich nicht nur als Aufruf zum Mitfeiern, sondern auch zum Mitmachen“, erläuterte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Alle Rheinland-Pfälzer und Mainzer seien herzlich eingeladen, als Botschafter für die Einheitsfeier zu werben und aktiv mitzuwirken.
„Am 3. Oktober erinnern wir uns an das Glück, dass wir wiedervereint in Frieden und Freiheit in einer Demokratie leben können. Als Ausrichter wollen wir dazu beitragen, dass sich die Menschen in Deutschland mit ihrem Feiertag identifizieren“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Die deutsche Einheit sei einer starken demokratischen Bewegung zu verdanken. Als Rheinland-Pfälzerin habe sie als Symbol die schwarz-rot-goldene Fahne vor Augen, die vor 185 Jahren in der Pfalz beim Hambacher Fest zum Symbol der demokratischen Kultur wurde. „Diese Farben stehen für unser Land, für die Wiedervereinigung und inzwischen auch für ein weltoffenes Deutschland. Wir werden sie deshalb als prägendes Gestaltungselement in den Tag der Deutschen Einheit in Mainz einbauen“, erläuterte die Ministerpräsidentin.

„Wir freuen uns, dass die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in diesem Jahr in der Landeshauptstadt Mainz stattfinden. Mainz feiert gerne – und das nicht nur zur fünften Jahreszeit. Was die Landeshauptstadt auszeichnet, ist ihre Weltoffenheit, die besondere Lebensfreude, die Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Mainzerinnen und Mainzer. Wir werden Mainz an den beiden Tagen als weltoffene, tolerante und gastfreundliche Stadt präsentieren, in der Hass und Fremdenfeindlichkeit keinen Platz finden“, sagte Oberbürgermeister Michael Ebling.

Neben dem großen Bürgerfest am 2. und 3. Oktober gibt es protokollarische Veranstaltungen mit hochrangigen Mitwirkenden und Gästen. Der offizielle Teil beginnt am 3. Oktober um 9.30 Uhr im Gutenbergmuseum. Dort begrüßen Bundesratspräsidentin Malu Dreyer und Oberbürgermeister Michael Ebling die Verfassungsorgane des Bundes. Nach dem Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Mainz findet im Dom der ökumenische Gottesdienst statt, der live vom SWR übertragen wird. Der anschließende Festakt, den das ZDF live überträgt, findet in der Rheingoldhalle statt. Im Anschluss lädt der Bundespräsident alle Gäste und Mitwirkenden zu einem Empfang ein. Das große Bürgerfest mit vielen Aktionsflächen und Bühnen beginnt am 2. Oktober um 11.00 Uhr in der Mainzer Innenstadt. Dort präsentieren sich auch Bundestag, Bundesrat und Bundesregierung sowie alle Länder. Der SWR wird mit seinen Hörfunkprogrammen SWR1 und SWR4 auf dem Schillerplatz, die RPR-Unternehmensgruppe mit RPR1.und bigFM auf dem Ernst-Ludwig-Platz für hochwertige Open-Air-Bühnenprogramme sorgen.

„Natürlich werden wir die bundesweite Aufmerksamkeit auch nutzen, um die Stärken unseres Landes zu präsentieren. Es wird einen ansprechenden und informativen Landesauftritt geben, bei dem wir den Erlebnischarakter und das Mitmachen in den Vordergrund stellen. Auch werden wir unsere Partnerregionen und Nachbarn aktiv einbinden“, erläuterte die Ministerpräsidentin. Die Feierlichkeiten enden am 3. Oktober am späten Abend mit einer großen Abschlussshow auf dem Rhein. „Dort werden wir mit viel Licht, Animation und Musik die deutsche Geschichte aus dem Blickwinkel unseres Landes eindrucksvoll inszenieren“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.
„Mainz ist eine junge und dynamische Stadt mit einer lebendigen Kunst- und Kulturszene. Auf der städtischen Bühne auf dem Bischofsplatz werden wir den Besucherinnen und Besuchern einen Einblick in diese kreative Szene mit Angeboten für alle Altersgruppen bieten und so sicherlich den einen oder anderen Gast überzeugen, die Landeshauptstadt Mainz erneut zu besuchen. Neben Angeboten etwa der Hochschule für Musik, des Staatstheaters Mainz oder des Peter-Cornelius-Konservatoriums der Stadt Mainz sind Künstlerinnen wie Mine und Hanne Kah oder Comedian Sven Hieronymus eingeplant“, sagte Oberbürgermeister Michael Ebling zu den Plänen der Stadt.

„Wir wollen die Einheitsfeier zu einem fröhlichen, informativen und bunten Fest für alle machen und dabei für ein Höchstmaß an Sicherheit sorgen. Das Thema Veranstaltungssicherheit steht für uns ganz oben“, versicherte die Ministerpräsidentin. Man stehe seit Beginn der Planungen in einem intensiven Dialog mit Polizei, Feuerwehr und dem Ordnungsamt. Diese bundesweit ausstrahlende Großveranstaltung werde natürlich Beeinträchtigungen im Innenstadtbereich mit sich bringen. „Diese wollen wir sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht möglichst gering gehalten. Wir sind mitten in den Planungen und können deshalb noch keine konkreten Angaben zum Sicherheits- und Verkehrskonzept mitteilen“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Es sei ihr wichtig, dass im weiteren Verlauf Anwohner, Gewerbetreibende und Gastronomen rechtzeitig und regelmäßig informierte werden. Unser Ziel ist es, dass sich alle Rheinland-Pfälzer und Rheinland-Pfälzerinnen sowie unsere Gäste auf den Tag der Deutschen Einheit in Mainz freuen“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Oberbürgermeister Michael Ebling.

Die erste Informationsveranstaltung für Gastronomie, Einzelhandel und Hotels findet am 6. März um 14.30 Uhr in der Staatskanzlei statt. Die als Anwohner betroffenen Bürgerinnen und Bürger werden am 16. März um 18.00 Uhr ebenfalls in der Staatskanzlei über den derzeitigen Planungsstand informiert.

Mut für diese „entsetzliche Lücke“ – Carl Zuckmayer Medaille 2017 an Joachim Meyerhoff verliehen

Ministerpräsidentin Malu Dreyer überreicht Joachim Meyerhoff die Urkunde und  Carl Zuckmeyer-Medaille 2017 des Künstlers Otto Kallenbach. Foto: Diether v. Goddenthow  © atelier-goddenthow
Ministerpräsidentin Malu Dreyer überreicht Joachim Meyerhoff die Urkunde und Carl Zuckmeyer-Medaille 2017 des Künstlers Otto Kallenbach. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Selbst Carl Zuckmayer wäre wohl entzückt gewesen über den bewegten Abend der Auszeichnung des Schauspielers und Autors Joachim Meyerhoff durch Ministerpräsidentin Malu Dreyer am 18. Januar 2017 im Mainzer Staatstheater mit der Carl-Zuckmayer-Medaille, bestehend aus Bronze-Medaille, Urkunde und 30 Liter Wein aus Nackenheim, dem Geburtsort Zuckmayers.

Malu Dreyer würdigte den diesjährigen Preisträger als „einen der begabtesten Schauspieler unserer Zeit“, der ein wunderbarer Erzähler sei und mit seinen autobiographischen Romanen sein Publikum begeistere. Meyerhoff sei ein Fantasiebündel, ein Querdenker und habe einen Überschuss von Energie, was sehr intensiv, manchmal anstrengend, aber immer toll sei, so die Ministerpräsidentin, die aber auch einen Schlenker in Meyerhoffs Vergangenheit machte, als sie auf eines von Meyerhoffs Hauptschreibmotive, nämlich seinen Verlust von geliebten Menschen, abhob: „Dass das Leben von einen Tag auf den anderen anders aussehen kann, erfährt Joachim Meyerhoff als 17jähriger. Er hält sich bei seiner Gastfamilie in Wyoming auf, als ihn die Nachricht erreicht, dass sein mittlerer Bruder bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückt ist. Später stirbt der geliebte Vater an Krebs, und in kurzer Folge sterben dann auch seine innig geliebten Großeltern, der Philosophie-Professor Herrmann Krings und seine Frau Inge“. Sie war Schauspielerin. Diese und weitere Verlusterlebnisse waren mit ein Antrieb für Joachim Meyerhoff, seine Stücke „Alle Toten fliegen hoch“ in einer inzwischen bald vierbändigen Reihe niederzuschreiben. Alle bisher im Kiepenheuer und Witsch Verlag erschienenen Werke „Alle Toten fliegen hoch“, 2011, „Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“, Teil 2, 2013 und „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“, Teil 3 2015, sind Bestseller.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Foto: Diether v. Goddenthow  © atelier-goddenthow
Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Wie Zuckmayer habe auch Meyerhoff eine Art des Erzählens gefunden, die uns mit viel Witz und Ironie zum Lachen und zum Nachdenken zugleich bringe und die von Menschenliebe getragen sei, ohne sentimental zu werden, begründete die Ministerpräsidentin ihre Entscheidung für den Preisträger, die sie aufgrund von Vorschlägen einer hochkarätigen Fachkommission getroffen hat. Mit der Carl Zuckmayer Medaille werden Verdienste um die deutsche Sprache geehrt. Sie ist die höchste kulturelle Auszeichnung der Ministerpräsidentin und wird in Erinnerung an den großen rheinhessischen Schriftsteller und Dramatiker Carl Zuckmayer verliehen.
Beim Lesen habe man manchmal das Gefühl, „jetzt müsstest du eigentlich wegschauen, um der Scham zu entkommen, um den anderen nicht zu nahe zu treten, das hätte schiefgehen können“, so die Ministerpräsidentin. Doch Joachim Meyerhoff sei es gelungen, und darin zeige sich seine literarische Meisterschaft, „die Figuren vor der Lächerlichkeit zu bewahren, weil am Ende die Menschen, die er beschreibt, nicht nur von ihrer Eigenart, sondern auch von ihrer Liebenswürdigkeit ganz deutlich werden“, so die Ministerpräsidentin. Joachim Meyerhoff gehe es in seinen Darbietungen und Werken um die Wertschätzung jedes und jeder Einzelnen in ihrer Individualität. „Keine Schubladen nach Herkunft, nach Rolle, nach Geschlecht, nach Status, die jemandem einen Platz in der gesellschaftlichen Ordnung zuweisen. Das beeindruckt mich zutiefst“, sagte die Ministerpräsidentin. „Meyerhoffs Spiel und seine Romane sind für mich das Plädoyer, die Freiheitsräume für Verwandlungen zu bewahren. Damit jeder und jede eine Chance hat, sich zu entfalten.“ Seine mit so viel Herz und Witz erzählten Geschichten machten Lust auf mehr, „eigentlich machen sie geradezu süchtig. Wir erwarten also sehnsüchtig auf die Fortsetzung auf der Bühne und im Buch“, schloss die Ministerpräsidentin.

Szene aus „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“

Mitglieder des Schauspielensembles Staatstheater Mainz spielten eine kroteske Szene aus "Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke".  Foto: Diether v. Goddenthow  © atelier-goddenthow
Mitglieder des Schauspielensembles Staatstheater Mainz spielten eine kroteske Szene aus „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“.
Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Aus „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ spielten Mitglieder des Schauspielensembles des Staatstheater Mainz brillant kroteske Szenen eines ersten Tages in der Münchener Falckenberg-Schauspielschule mit der Aufgabe, eine beliebige Textstelle aus Fontanes „Effi Briest“ in Rollen von Eule, Affe, Elefant und Nilpferd zum Besten zu geben. Der Saal brüllte vor Lachen.

„Betrachtungen eines Freundes“ von Dr. Johannes Janssen

Dr. Johannes Janssens, Kunsthistoriker und Leiter des Bad Homburger Museums Sinclair-Haus. Foto: Diether v. Goddenthow  © atelier-goddenthow
Dr. Johannes Janssens, Kunsthistoriker und Leiter des Bad Homburger Museums Sinclair-Haus. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Gleichsam emotional berührt war das Publikum nachfolgend von Dr. Johannes Janssens Laudatio auf seinen engen Freund seit Kindertagen Joki, die, wie schon der Titel „Die Betrachtungen eines Freundes“ signalisierte, als sehr persönliche Retrospektive über eine übliche Lobrede weit hinausreichte. Den Verlust von geliebten Menschen ist eine Erfahrung, die Meyerhoff schon sehr früh und immer wieder machen musste. Durch diese Zeit begleitet hatte ihn Janssen, mittlerweile Kunsthistoriker und Leiter des Bad Homburger Museums Sinclair-Haus. Dieser hatte schon früh erkannt, welche Talente in dem großgewachsenen und immer irgendwie unruhigen Joachim Meyerhoff schlummern. Janssen ist sicher, dass die Lebenslücken einen großen Anteil an seiner künstlerichen Entwicklung haben, sagt er in seiner Laudatio: „Damals hat mich schon beeindruckt, dass diese Lücke nicht nur entsetzlich war und ein Ohnmachtszustand, sondern, dass du sehr früh begriffen hast, dass du konstruktiv, kreativ und vital auf diese Lücke reagieren kannst“, und dass diese Lücke auch neue Freiräume eröffnet hätte, fügte er hinzu. Er habe begriffen, „dass alles was du tust, damit zu tun hat, dass Du dich weigerst, dass Erinnerung klein wird, dass Du dich weigerst, dass das im Leben irgendwo verschwindet, dass die ganze Arbeit darauf hingerichtet ist, dass die Sachen groß bleiben, dass man sie behauptet, dass man souverän mit ihnen umgeht“, sagte Janssen, der vor allem über Meyerhoffs großes Talent, insbesondere zu konzentriertem Arbeiten und temporärem Expertentum, und über seinen unbändigen Drang nach Freiheit, um sich immer wieder neue Räume zu erobern, bewundernd erstaunt war. Da Meyerhoff eine erste kleine Rolle in Kassel als „Razman“ in Schillers Räuber zu „limitiert“ erschien, habe er diese durch eine lebende Ratte auf der Schulter dramaturgisch zum „Ratsman“ aufwertend zu erweitern versucht. Das sei  beim Regisseur gar nicht gut angekommen. Schließlich habe sich der in der gemeinsamen WG in einer Duschwanne untergebrachte Nager nach und nach durch zwei als Behausung gedachte Hemingway-Schuber gefressen.
Janssen gelangt es immer wieder mit tiefgründigem Witz seine „Liebeserklärung“ an seinen Freund zu pointieren, dessen Wahrhaftigkeit er abschließend ganz besonders hervorhob.

„Der Fish, der vile Freinde hatte“ statt einer Dankesrede

Preisträger Joachim Meyerhoff. Foto: Diether v. Goddenthow  © atelier-goddenthow
Preisträger Joachim Meyerhoff. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Der so humoristisch, bisweilen seelisch  entblößte,  geehrte Joachim Meyerhoff rächte sich daraufhin für die Freundes-Worte und für die Preisverleihung als Dank mit der Lesung seines literarischen Erstlings: „Der Fish, der vile Freinde hatte“.
Projiziert auf Bühnen-Großleinwand, konnten die über 800 geladenen Gäste im aufgeschlagenen linierten Schulheft des achtjährigen Joachim Meyerhoff visuell der mit voller selbstironischer Hingabe vorgetragenen frühdichterischen Lesung folgen. Auf 10 Seiten hatte Meyerhoff einst in krakeligem Deutsch nach Gehör seine Geschichte von Tom verfasst, einem Jungen seines Alters, der sich einen „Goldvish“ wünschte, und als stolzer Besitzer eines Akwariums unfreiwillig zum „Goldfish“-Züchter avancierte. Das Publikum bog sich vor Lachen.
Hätte man seinen Lehrern damals erzählt, so Meyerhoff, dass er eines Tages für die Verdienste um die deutsche Sprache ausgezeichnet würde, hätte dies wohl niemand glauben wollen. Wo die Lust hergekommen sei, überhaupt irgendwann etwas zu schreiben, könne tatsächlich auch mit diesen Verlusten zu tun haben, wenn man Menschen verliere, die man so liebt – und irgendwann Antworten suche und brauche, vermutet der Preisträger.

Der Intendant des Mainzer Staatstheaters  Markus Müller rollte den flüssigen Teil des Carl Zuckmayer Preises,  ein  30 Liter-Fässchen  Nackenheimer Wein, höchstpersönlich mit einem Bollerwagen zur und von der Bühne. Foto: Diether v. Goddenthow  © atelier-goddenthow
Der Intendant des Mainzer Staatstheaters Markus Müller rollte den flüssigen Teil des Carl Zuckmayer Preises, ein 30 Liter-Fässchen Nackenheimer Wein, höchstpersönlich mit einem Bollerwagen zur und von der Bühne. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

(Diether v. Goddenthow – Rhein-Main.Erokunst)

Übrigens: Das filmische Porträt des Preisträgers von Kulturredakteur Alexander Wasner und weitere Begegnungen rund um die Carl-Zuckmeyer-Medaille sind am Samstag, 21. Januar 2017, 18.45 h, in der SWR-Sendung „landart“ zu sehen.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer bei Neujahresempfang: „Zusammen sind wir Rheinland-Pfalz … und auch Mutmacher für die Verzagten“

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (rechts), traditionell von Schornsteinfegern umgeben,  begrüßt beim Neujahrsempfang am 11. Jan. 2017 in der Mainzer Staatskanzlei über 350 Gäste aus Gesellschaft, Kultur, Kirchen und Wirtschaft.  Foto: Diether v. Goddenthow  © atelier goddenthow
Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (rechts), traditionell von den für „Glück“ stehenden Schornsteinfegern umgeben, begrüßt beim Neujahrsempfang am 11. Jan. 2017 in der Mainzer Staatskanzlei über 350 Gäste aus Gesellschaft, Kultur, Kirchen und Wirtschaft. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier goddenthow

„Rheinland-Pfalz wird in diesem Jahr 70 Jahre alt. Mehr als 70 Jahre gibt es Frieden in Europa. In diesen Jahrzehnten haben die Menschen in unserem Bundesland mit großer Tatkraft viel geschaffen. Gerade der Frieden und die Freiheit, die Abkehr vom Nationalistischen, haben unserem Land diese Entwicklung ermöglicht“, sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer bei ihrem gestrigen Neujahrsempfang vor rund 350 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in der Mainzer Staatskanzlei. Aber momentan sei sie besorgt: Denn wir alle spürten doch, dass das uns Liebgewonnene in Gefahr geraten sei: „die Liberalität, die Toleranz, die Werte der Aufklärung, die Achtung vor Minderheiten und unterschiedlicher Religionen. Wir müssen uns bewusst machen, dass angesichts der nationalistischen Kräfte in ganz Europa all das nicht mehr selbstverständlich ist“, sagte die Ministerpräsidentin.

Dreyer rief dazu auf, gegen ein Treffen und Vernetzung der europäischen «rechtsextremen und populistischen Parteien» des Europaparlaments, der ENF-Fraktion, in Koblenz am 21. Januar zu demonstrieren.

Der IS-Terror habe viele Wunden hinterlassen und halte Deutschland, Europa und die Welt in Atem, sagte Dreyer, die turnusmäßig den Vorsitz im Bundesrat innehat. Dreyer ermahnte angesichts der schrecklichen Anschläge, zuletzt auf dem Berliner Weihnachtsmarkt, dennoch weiterhin besonnen zu reagieren: Nicht jeder Vorschlag sei geeignet, so die Ministerpräsidentin, mögliche Sicherheitslücken zu schließen und zugleich auch die Verhältnismäßigkeit zu wahren. Umso wichtiger sei es, so Frau Dreyer, das Wissen um den Tathergang des schrecklichen Terroranschlags zu nutzen, um zu prüfen, wo tatsächlich Änderungsbedarf besteht, um die Sicherheit noch weiter erhöhen zu können.

„Was unsere Regierung nicht tun wird, ist, alle Flüchtlinge in unserem Land unter Generalverdacht zu stellen. Wir stehen zu unseren humanitären Verpflichtungen, ohne blauäugig zu sein.“, stellte Frau Dreyer klar und dankte dafür, „dass unzählige Bürger und Bürgerinnen in unserem Land dies teilen, und sich bis heute über das normale Maß hinaus engagieren.“

In der Zeit der vielen Flüchtlinge sei das Ehrenamt hier ganz besonders wichtig. Aber es gäbe darüber hinaus unzählige Bereiche des Alltags, wo das Ehrenamt dauerhaft und kontinuierlich erbracht werde, so die Ministerpräsidentin. Erfreut war Dreyer zugleich mit einem neuen Ehrenamts-Rekord aufwarten zu können. So engagierten sich erstmals 48,3 Prozent der Rheinland-Pfälzer ehrenamtlich, gegenüber 48 Prozent im Jahr zuvor. Dreyer dankte stellvertretend für alle ehrenamtlich Tätigen in diesem Jahr den Rettungsdiensten und begrüßte die Vertreter dieser Organisationen und auch der Kirchen.

Dreyer wies darauf hin, dass es insbesondere in diesen Zeiten so wichtig sei, dass die Kirchen und unterschiedlichen Glaubens- und Religionsgemeinschaften in diesem Land auch im neuen Jahr gemeinsam einen konstruktiven Dialog miteinander suchten.

lutherbilder-cover100Mit Blick auf das Luther-Jahr fügte die Ministerpräsidentin hinzu, dass 2017 auch unter dem kirchlichen Aspekt ein ganz besonderes Jahr sei, weil das 500ste Reformationsjubiläum gefeiert würde. Es gäbe viele Orte hier in Rheinland-Pfalz, die eng verbunden seien mit dem Leben und dem Werk Martin Luthers, so Dreyer. Entsprechend werde es auch zahlreiche, interessante und schöne und feierliche Veranstaltungen geben, worauf sie sich freue.
(Tipp: Heute Abend wird anlässlich des Luther-Jahrs im Mainzer Rathaus gegen 18.00 Uhr die Ausstellung „Lutherbilder“ eröffnet.)

Die Ministerpräsidentin bekräftigte an ihre Gäste gewandt: „Sie prägen den Erfolg dieses Landes maßgeblich. Sie arbeiten in den unterschiedlichsten Bereichen: in der Wirtschaft und Wissenschaft, in der Politik, in den Gewerkschaften, in Kirchen, und ehrenamtlichen Initiativen daran mit, dass Rheinland-Pfalz weiterhin ein erfolgreiches und solidarisches Land bleibt. Eine Gesellschaft funktioniert nur, wenn alle daran mitwirken und teilhaben. Dafür danke ich Ihnen.“

„Ich freue mich auf die Zusammenarbeit, auf ein gutes, erfolgreiches und hoffentlich friedliches Jahr 2017. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, dass unsere Gesellschaft stark bleibt und auch in schwierigen Zeiten zusammenhält. Unser Staat ist stark. Wir haben allen Grund zur Zuversicht. Aber es ist auch entscheidend, dass wir uns engagieren für unsere Werte im Wissen um unsere Stärken, die unsere vielfältige Gesellschaft ausmachen, und im Streben nach einer positiven Zukunft, so die Ministerpräsidentin und fügte hinzu:“ Sie alle tragen in ganz unterschiedlichen Bereichen Verantwortung in unserem Land, uns Sie gestalten das Zusammenleben. Und viele Menschen trauen Ihnen und trauen uns dabei auch zu, eine Orientierung für die Zukunft zu geben. Das ist gleichzeitig ein großes Glück und eine große Verantwortung.

Mit Zuversicht in neue Jahr. Malu Dreyer umringt von glücksverheißenden Schornsteinfegern, die an die Gäste Glücks-Cents verteilten. Foto: Diether v. Goddenthow  © atelier goddenthow
Mit Zuversicht in neue Jahr. Malu Dreyer umringt von glücksverheißenden Schornsteinfegern, die an die Gäste Glücks-Cents verteilten. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier goddenthow

Wir sollten diese Verantwortung im neuen Jahr in dem Vertrauen annehmen, dass uns fast alles gelingen kann, wenn wir es zusammen anpacken. «Zusammen sind wir Rheinland-Pfalz», sagte Dreyer, und ergänzte mit Blick auf den Tag der Deutschen Einheit, der in Mainz gefeiert wird: «Zusammen sind wir Deutschland“
An die Gäste gewandt ergänzte die Ministerpräsidentin, dass sie sich sicher, „dass wir auch diejenigen erreichen können, die weniger optimistisch in das neue Jahr starten; diejenigen, denen die Herausforderungen vielleicht zu groß erscheinen, die vor den Veränderungen auch vielleicht ein wenig Angst haben.“ Zusammen werde es „uns gelingen, für die Verzagten auch Mutmacher zu sein, und den Angstmachern mit Kraft und Zuversicht zu begegnen“.

(Dokumentation: Diether v. Goddenthow)