Kategorie-Archiv: SchUM-Städte

„Vielfalt entdecken und erleben“ – Die SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz beim UNESCO-Welterbetag 2024

(skh) Auf Einladung der Deutschen UNESCO-Kommission und des Vereins UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V. feiern die 52 deutschen Welterbestätten am 2. Juni den UNESCO-Welterbetag. Zahlreiche Veranstaltungen und Mitmachaktionen stehen an diesem Tag unter dem Motto „Vielfalt erleben und entdecken“ und werfen einen Blick auf den Facettenreichtum der verschiedenen Welterbestätten in Deutschland.

Auch die UNESCO-Welterbe SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz sind 2024 wieder vertreten. Die vielfältigen Veranstaltungen am 2. Juni bieten den Besuchenden eine einzigartige Gelegenheit, das jüdische Erbe der SchUM-Städte zu entdecken und zu erleben: Auf Sie warten spannende Führungen, darunter auch eine exklusive Grabungsführung an der Wormser Mikwe, freie Eintritte in die jüdischen Museen im Raschi-Haus in Worms und dem Speyerer Judenhof samt Museum SchPIRA sowie die erstmalige Präsentation der überaus seltenen historischen Raschi-Fragmente aus dem 14. Jahrhundert im Archiv der Stadt Worms im Raschi-Haus.

Die Landeshauptstadt Mainz lädt anlässlich des UNESCO-Welterbetags am Sonntag, den 2. Juni 2024 jeweils um 11.00, 12.00 und 14.00 Uhr zu einer Führung auf dem Alten Jüdischen Friedhof in der Mombacher Straße ein. Dieses Angebot der kostenfreien Führung wird in Kooperation mit dem Ortskuratorium Mainz der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) organisiert. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, wird um verbindliche Anmeldung mit Angabe der jeweiligen Uhrzeit gebeten unter www.denkmalschutz.de/anmeldung. Männer werden gebeten, beim Besuch des Friedhofs eine Kopfbedeckung tragen.

Wir laden Sie herzlich ein, mit uns den UNESCO-Welterbetag 2024 zu feiern und die SchUM-Stätten zu entdecken. Weitere Informationen finden Sie unter
https://www.unesco-welterbetag.de/welterbestaetten/schum-statten-speyer-worms-und-mainz.

Die SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz wurden im Juli 2021 von der UNESCO zum ersten jüdischen Welterbe Deutschlands ernannt. Die im Mittelalter eng miteinander verbundenen drei SchUM-Gemeinden beeinflussten maßgeblich Kultur, liturgische Dichtung und religiöses Recht des aschkenasischen Judentums. Die Monumente und Friedhöfe sind herausragende Zeugnisse der Geschichte von Jüdinnen und Juden nördlich der Alpen. Der Begriff SchUM setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der mittelalterlichen hebräischen Städtenamen zusammen.

Rheinland-Pfalz: SchUM Artist in Residence nimmt Fahrt auf

(lvb) Weltweite Resonanz auf neues Projektstipendium / hochkarätige interdisziplinäre Jury bestellt

Das neue, gemeinsame Programm der Städte Speyer, Worms und Mainz SchUM Artist in Residence lädt internationale Künstlerinnen und Künstler aller Sparten ein, in einer der drei Städte ein Projekt zu realisieren, das sich mit der reichen jüdischen Tradition des jüdischen Gemeindebunds „SchUM“ über aktuelle künstlerische Ideen befasst und neue Sichtweisen auf das spirituelle und materielle Erbe eröffnet. Hintergrund ist die Bewerbung der SchUM-Stätten um die Anerkennung als UNESCO Weltkulturerbe, über die voraussichtlich Ende Juli 2021 entschieden wird.

Die Ausschreibung des Programms wurde mittlerweile über zahlreiche internationale Kulturverbände, weltweit tätige Stiftungen, multikulturelle Institutionen und diplomatische Vertretungen verschickt und stieß auf großes Interesse. Erste Reaktionen und Anfragen trafen bereits aus aller Welt ein. Das Team um die SchUM-Koordinatoren von Speyer, Worms und Mainz sowie den künstlerischen Leiter erwartet vielversprechende Bewerbungen.

Um die Vielfalt der angesprochenen künstlerischen Ausdrucksformen zu repräsentieren, wurde jetzt eine hochkarätige Jury berufen, deren Mitglieder die Bereiche bildende Kunst, Literatur, Theater, Musik und Architektur vertreten, zugleich aber auch einen spartenübergreifenden Zugang sicherstellen und über internationale Erfahrungen verfügen.

Die Jury 2021 besteht aus Dorothee Baer-Bogenschütz, Nora Gomringer, Manuel Herz, Sebastian Sternal und Feridun Zaimoglu. Ende Juli wird das Gremium entscheiden, welche Künstler:innen in den SchUM-Städten Projekte realisieren können.

Information zu SchUM:
www.schumstaedte.de

Die Jurymitglieder:

Dorothee Baer-Bogenschütz, geboren in Frankfurt am Main, ist Kunsthistorikerin und Journalistin. Sie arbeitet als freie Autorin und Kunstkritikerin für Kunstmagazine und Tageszeitungen, darunter die „KUNSTZEITUNG“, „DIE ZEIT“, die F. A.Z. und die „Jüdische Allgemeine“. Zahlreiche Beiträge in Kunstbüchern und Katalogen, daneben Vorträge, Moderationen, Jurytätigkeiten und Mitarbeit an Fernsehsendungen. Mitglied im Beirat der Kunstmesse „art KARLSRUHE“. Erfahrungen in Israel machte sie als Volonteer in einem Kibbuz und später bei journalistischen Recherchen.

NORA GOMRINGER, Schriftstellerin, wurde 1980 in Neunkirchen/Saar geboren. Studium der Amerikanistik, Germanistik und Kunstgeschichte in Bamberg. Seit 2010 leitet sie dort das Internationale Künstlerhaus Villa Concordia. Bisher liegen neun Lyrikbände und zwei Essaybände sowie zahlreiche Einzelveröffentlichungen von ihr vor. 2021 wurde Nora Gomringer mit der Carl-Zuckmayer-Medaille des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. https://nora-gomringer.de

MANUEL HERZ, geboren 1969 in Düsseldorf, ist Architekt mit Büros in Basel und Köln. Lehraufträge in London, Rotterdam, Cambridge und Zürich. Seit 2015 Professor für Urban Studies an der Universität Basel. Mehrere Veröffentlichungen zur sozialen Funktion von Architektur. Unter seinen internationalen Bauten wurde insbesondere die 2010 eröffnete Neue Synagoge in der Mainzer Neustadt bekannt und mit dem Deutschen Fassadenpreis ausgezeichnet. http://www.manuelherz.com

SEBASTIAN STERNAL, geboren 1983 in Mainz, ist Pianist und Komponist des Modern Jazz. Er studierte in Köln und Paris, lehrt Jazz-Theorie an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln und leitet die Jazzabteilung an der Musikhochschule Mainz. Sternal erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter den WDR-Jazzpreis, den Preis der deutschen Schallplattenkritik, den Neuen Deutschen Jazzpreis und zweimal den ECHO JAZZ. http://sebastiansternal.com

FERIDUN ZAIMOGLU wurde 1964 im türkischen Bolu geboren und kam ein Jahr später mit seinen Eltern nach Deutschland. Nach dem Abitur brach Zaimoglu ein Medizinstudium ab und ist seit Ende der 1980er Jahre als freier Schriftsteller und bildender Künstler in Kiel tätig. Journalistische Tätigkeit für Zeitungen und Zeitschriften. Bekannt wurde er 1995 mit „Kanak Sprak“, seitdem zahlreiche Buchveröffentlichungen und Preise. Zaimoglu war 2015 Mainzer Stadtschreiber und Autor für die Nibelungen-Festspiele.

Als künstlerischer Leiter ohne Stimmrecht fungiert:

GÜNTER MINAS, Publizist und Kurator, geboren 1953 in Flensburg, seit 1987 in Mainz. Nach dem Studium der Psychologie und der Kunstgeschichte sowie kurzer wissenschaftlicher Tätigkeit in Braunschweig seit 1982 freiberufliche Arbeit als Journalist, Autor und Organisator von Kulturveranstaltungen in den Sparten Kunst, Film, Theater, Musik und Literatur. 1989 bis 2016 Programmberater von internationalen Filmfestivals. Minas ist Träger der Gutenbergplakette der Landeshauptsstadt Mainz. www.Minas-Mainz.de

Kontakt und Information
Dr. David Maier, Kulturkoordinator Stadt Worms:
david.maier@worms.de

Künstlerische Leitung:
Minas: minas@t-online.de
Tel. +49-173-3271039

Information zu SchUM:
www.schumstaedte.de

UNESCO-Welterbeantrag „Die SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz“ wird in Worms am 29. Jan. 2020 vorgestellt

Der Wormser Synagogenplatz © GDKE Rheinland-Pfalz (Foto: Jürgen Ernst)
Der Wormser Synagogenplatz
© GDKE Rheinland-Pfalz (Foto: Jürgen Ernst)

Veranstaltung im Kultur- und Tagungszentrum gibt detaillierte Einblicke in den Antrag für die SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz

Nun ist es vollbracht. In dieser Woche hat das Land Rheinland-Pfalz den UNESCO-Welterbeantrag „Die SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz“ im Welterbezentrum in Paris eingereicht. Bereits am 13. Januar wurde der UNESCO-Antrag von Ministerpräsidentin Malu Dreyer in Mainz feierlich unterzeichnet. Nachdem Dreyer mit ihrer Unterschrift die Bewerbung der SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz offiziell besiegelt hat, wird der Antrag am 29. Januar um 19 Uhr im Wormser Kultur- und Tagungszentrum vorgestellt. Mitglieder des SchUM-Projektteams geben anhand der Themen „Einzigartige Zeugnisse einer kulturellen Tradition – Die SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz und ihr außergewöhnlicher universeller Wert“ sowie „Unersetzliches Erbe für die gesamte Menschheit – Perspektiven für den Schutz und Erhalt der nominierten SchUM-Stätten“ Einblicke in ihre Arbeit in den vergangenen Jahren. Ebenfalls zu Wort kommen Adolf Kessel, Oberbürgermeister der Stadt Worms, Anna Kischner, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Mainz, sowie ein Vertreter/eine Vertreterin des Ministeriums für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz.

Bereits seit 2014 bereitete eine Arbeitsgruppe aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, dem SchUM-Verein, der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) und dem Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur in Abstimmung mit den Städten und der Jüdischen Gemeinde Mainz den umfangreichen UNESCO-Antrag vor.

Die SchUM-Städte Speyer, Worms und Mainz bildeten im Mittelalter ein europaweit bedeutendes Zentrum jüdischen Lebens und gelten als Wiege des aschkenasischen Judentums. Bis heute sind dort mit Synagogen, Fraunschuln, Mikwaot, Jeschiwot und Friedhöfen einzigartige Zeugnisse aus dieser Zeit erhalten.

Die Veranstaltung „Schritt für Schritt zum UNESCO-Weltkulturerbe – Vorstellung des UNESCO-Welterbeantrages SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz“ startet am Mittwoch, 29. Januar, um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Kulturminister Wolf stellt UNESCO-Welterbeantrag für die SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz im Landesmuseum Mainz vor

Alter Jüdischer Friedhof Mainz © GDKE Rheinland-Pfalz (Foto: Jürgen Ernst)Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz – Wir machen Geschichte lebendig
Alter Jüdischer Friedhof Mainz © GDKE Rheinland-Pfalz (Foto: Jürgen Ernst) Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz – Wir machen Geschichte lebendig

In Kürze ist es vollbracht. Ende Januar reicht das Land Rheinland-Pfalz den UNESCO-Welterbeantrag „Die SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz“ im Welterbezentrum in Paris ein. Zuvor wird der UNESCO-Antrag am 13. Januar von Ministerpräsidentin Malu Dreyer feierlich unterzeichnet. Nur einen Tag nachdem Dreyer mit ihrer Unterschrift die Bewerbung der SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz offiziell besiegelt hat, stellt Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf zusammen mit dem Projektteam den Antrag um 18 Uhr im Landesmuseum Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) vor. Unter dem Titel „Einzigartige Zeugnisse einer kulturellen Tradition – Die SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz und ihr außergewöhnlicher universeller Wert“ stellt Prof. Dr. Matthias Untermann von der Universität Heidelberg und Mitglied des Projektteams, die Einzigartigkeit der Stätten und damit die Antragsbegründung vor. Anschließend gibt das Projektteam mit der Präsentation „Unersetzliches Erbe für die gesamte Menschheit – Perspektiven für den Schutz und Erhalt der nominierten SchUM-Stätten“ Einblicke in seine Arbeit in den vergangenen Jahren. Ebenfalls zu Wort kommen Michael Ebling, Oberbürgermeister der Stadt Mainz, Anna Kischner, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Mainz, sowie Thomas Metz, Generaldirektor der GDKE.

Bereits seit 2014 bereitete eine Arbeitsgruppe aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, dem SchUM-Verein, der GDKE und dem Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur in Abstimmung mit den Städten und der Jüdischen Gemeinde Mainz den umfangreichen UNESCO-Antrag vor.

Die SchUM-Städte Speyer, Worms und Mainz bildeten im Mittelalter ein europaweit bedeutendes Zentrum jüdischen Lebens und gelten als Wiege des aschkenasischen Judentums. Bis heute sind dort mit Synagogen, Fraunschuln, Mikwaot, Jeschiwot und Friedhöfen einzigartige Zeugnisse aus dieser Zeit erhalten. Das Thema „SchUM“ spielt auch in der Mittelalter-Schau „Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht. Von Karl dem Großen bis Friedrich Barbarossa“ eine wichtige Rolle. So ist die Veranstaltung zugleich Teil der Vortragsreihe zu der großen Landesausstellung, die am 9. September dieses Jahres eröffnet wird.

Die Veranstaltung „Schritt für Schritt zum UNESCO-Weltkulturerbe – Vorstellung des UNESCO-Welterbeantrages SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz“ startet am Dienstag, 14. Januar, um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

GENERALDIREKTION KULTURELLES ERBE RHEINLAND-PFALZ
Landesmuseum Mainz
Große Bleiche 49-51
55116 Mainz

Diaspora-Architektur: Die Bauten der SchUM-Gemeinden im christlichen Umfeld

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Vortrag im Landesmuseum Mainz von Professor Untermann über die Bauten der jüdischen Gemeinden in Speyer, Worms und Mainz

Einen hochinteressanten Einblick in die Baugeschichte der Monumente und Friedhöfe der jüdischen Gemeinden in Speyer, Worms und Mainz bietet Dr. Matthias Untermann, Professor für Mittelalterliche Kunstgeschichte an der Universität Heidelberg, am 4. Juni 2019 in seinem Vortrag über die „Diaspora-Architektur: Die Bauten der SchUM-Gemeinden im christlichen Umfeld“. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im Landesmuseum Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE).

Synagogen, Frauenschulen und Mikwen (rituelle Bäder) der mittelalterlichen jüdischen Gemeinden waren, so Untermann, hochbedeutende, richtungsweisende Bauwerke der jüdischen Religion in Mitteleuropa. Sie entstanden in den wichtigsten Bischofsstädten am Rhein, zeitgleich mit den Kathedralen, Kirchen und Klöstern der christlichen Mehrheitsgesellschaft. Sowohl die Bauweise als auch die Bauformen der jüdischen Gemeindebauten entsprechen den Erfordernissen der Religion, sie zeigen aber auch deutlich, dass ihre Auftraggeber in die städtische Gesellschaft und damit in das christliche Umfeld integriert waren.

Die jüdischen Gemeinden hatten damals eine hohe Bedeutung und repräsentierten eine der wichtigen und potenten Bevölkerungsgruppen der aufstrebenden Städte in Speyer, Worms und Mainz. Teilweise wurden sie gewaltsam verfolgt, standen aber auch immer wieder unter dem Schutz der bischöflichen Stadtherren. Ihre Bauten sind anschauliche, einzigartige Zeugnisse dieser spannungsreichen Diaspora-Situation, die die Erinnerung an den Verlust des Tempels in Jerusalem wach hielt und zugleich die Teilhabe an der mittelalterlichen Stadtgesellschaft zum Ausdruck brachte. Professor Untermann geht in seinem Vortrag auch auf den UNESCO-Welterbeantrag „Die SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz“ ein, der aktuell unter Federführung des Ministeriums für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur (MWWK) in einer Arbeitsgruppe aus Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE), Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern verschiedener Universitäten sowie dem SchUM-Verein e.V. und in Abstimmung mit den Städten und der Jüdischen Gemeinde Mainz erarbeitet wird.

Der Vortrag „Diaspora-Architektur: Die Bauten der SchUM-Gemeinden im christlichen Umfeld“ ist zugleich eingebettet in die breit angelegte Vortragreihe zur großen Landesausstellung „Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht. Von Karl dem Großen bis Friedrich Barbarossa“, die 2020 im Landesmuseum Mainz gezeigt wird. Die GDKE hat dazu hochrangige Experten/-innen und sachkundige Kenner/-innen für eine Vortragsreihe gewinnen können. Sie bieten anschaulich, umfassend und aus unterschiedlichen Perspektiven bereits im Vorfeld interessante Einblicke in das große Thema Mittelalter und einzelne Aspekte der Ausstellung. Die GDKE lädt hiermit herzlich ein, sich auf die Spuren der Kaiser und ihrer Herrschaftssysteme zu begeben.

Der Vortrag beginnt am Dienstag, 4. Juni, um 18 Uhr im Landesmuseum Mainz. Der Eintritt ist frei.

Landesmuseum Mainz
Große Bleiche 49-51.

SchUM-Städte Speyer, Worms und Mainz: „Wir sind auf der Zielgeraden!“

Informations-Abend in der Steinhalle im Landesmuseum Mainz über den aktuellen Stand des UNESCO-Welterbeantrags für die SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz. © Foto: Diether v. Goddenthow
Informations-Abend in der Steinhalle im Landesmuseum Mainz über den aktuellen Stand des UNESCO-Welterbeantrags für die SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz. © Foto: Diether v. Goddenthow

Kulturminister Wolf und Generaldirektion Kulturelles Erbe informierten heute Abend im Landesmuseum Mainz über den aktuellen Stand des UNESCO-Welterbeantrags für die SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz.

„Nach vielen Jahren der Vorbereitung und der akribischen Detailarbeit sind wir nun auf der Zielgeraden. Im September dieses Jahres werden wir den UNESCO-Welterbeantrag für die SchUM-Stätten zur Vollständigkeitsprüfung vorlegen“, so Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf heute bei einem Vortragsabend im Landesmuseum Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE). Die Prüfung ist die letzte Hürde vor der offiziellen Antragstellung, die im Januar 2020 erfolgen soll. Wolf unterstrich erneut, welche große kulturhistorische Bedeutung die SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz besitzen: „Sie sind nicht nur einzigartige Monumente der Bauarchitektur, sondern auch eindrückliche Zeugnisse, welche die Tradition des aschkenasischen Judentums, der Jüdinnen und Juden aus Mittel-, Nord- und Osteuropa und deren Nachfahren, fortbestehen lassen. Die vorliegenden Ergebnisse der wissenschaftlichen Expertisen bekräftigen unsere Einschätzung, mit den SchUM-Stätten ein außergewöhnliches Welterbe in Rheinland-Pfalz zu haben.“

Damit die Orte als UNESCO-Welterbe anerkannt werden, muss laut Dr. Stefanie Hahn, die den Antrag auf Seiten des Kulturministeriums betreut, vor allem der universelle Wert nachgewiesen werden. Die Bedeutung muss internationalen Rang besitzen und sowohl für gegenwärtige als auch für künftige Generationen der Menschheit von Wert sein. „Die einzigartigen Monumente in Speyer, Worms und Mainz sind zugleich materielle Überreste der Wiege des aschkenasischen Judentums – der mittelalterliche Verbund dieser Städte prägt unser Land in vielen Bereichen noch bis heute. Die wissenschaftlichen Arbeiten belegen, dass die einzigartigen Synagogen, Mikwen, Gemeindebauten und Friedhöfe der drei jüdischen Gemeinden die materielle Kultur der jüdischen Minderheit in Zentraleuropa grundlegend und nachhaltig geprägt haben. An keinem Ort in Europa gibt es ein vergleichbares Spektrum jüdischer Monumente und Stätten aus dem 10. bis 13. Jahrhundert. Sie lassen die kulturelle Leistung europäischer Juden in der Formationsphase des aschkenasischen Judentums in besonderer Weise anschaulich werden“, betont Hahn.

Bereits seit 2006 engagiert sich das Land Rheinland-Pfalz mit seiner Denkmalfachbehörde, der GDKE, gemeinsam mit der jüdischen Gemeinde Mainz, dem Verein SchUM-Städte e.V. und den drei Städten Speyer, Worms und Mainz für die Anerkennung der SchUM-Stätten als UNESCO-Welterbe. „Es ist ein langer und steiler Weg, den wir hier schon seit 13 Jahren gehen. Aber dank der guten Zusammenarbeit aller Beteiligten bin ich sehr optimistisch, dass der Antrag Erfolg haben wird“, so Thomas Metz, Generaldirektor der GDKE, der bei der heutigen Veranstaltung von den Tätigkeiten und Aufgaben der Denkmalpflege im Hinblick auf die jüdischen Bauwerke in Speyer, Worms und Mainz berichtete.

Neben Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf, Dr. Stefanie Hahn und Thomas Metz unterstrichen auch die Bau- und Kulturdezernentin der Stadt Mainz Marianne Grosse, Dr. Christoph Cluse von der Universität Trier, Prof. Dr. Matthias Untermann von der Universität Heidelberg und PD. Dr. Peter Waldmann von der Jüdischen Gemeinde Mainz die herausragende Bedeutung der SchUM-Stätten, indem sie geschichtliche, architektonische und kulturelle Aspekte der Stätten beleuchteten.

Die SchUM-Gemeinden Speyer, Worms und Mainz bildeten im Mittelalter ein europaweit bedeutendes Zentrum jüdischen Lebens, in dem wesentliche Grundlagen für das aschkenasische Judentum gelegt wurden. Die drei Gemeinden mit ihren bis heute verehrten Rabbinern gelten als die Wiege des aschkenasischen Judentums. Zu den einzigartigen baulichen Zeugnissen, die aus dieser Zeit erhalten sind, gehören unter anderem: in Speyer die nahezu vollständig erhaltene Mikwe sowie die Reste der 1104 eingeweihten Synagoge, in Worms die 1938 zerstörte, bis 1961 auf Ruinenmauern aufgebaute Synagoge, die Mikwe von 1185/86 sowie der in situ erhaltene und eine einzigartige Kontinuität aufweisende Friedhof „Heiliger Sand“ und in Mainz der 1926 eröffnete Denkmalfriedhof.